Old and New Initiation Methods
Drama and Poetry in the Shift
of Consciousness in the Modern Era
GA 210
1 February 1922, Wrocław
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Alte und neue Einweihungsmethoden
14. Imagination, Inspiration und Intuition als Tatsachen des Handelns auf dem Wege zur Wiederverkörperung
14. Imagination, Inspiration und Intuition als Tatsachen des Handelns auf dem Wege zur Wiederverkörperung
[ 1 ] Vorerst lassen Sie mich sagen, welche tiefe Befriedigung es mir gewährt, unter den Breslauer Freunden zu sein. Wir alle haben eine schwere Zeit durchgemacht, die aber gerade uns vor Augen bringt, daß die Menschheit in der Gegenwart für ihre Fortentwickelung etwas braucht. Denn daß wir in diese katastrophale Zeit hineingekommen sind, rührt davon her, daß die Menschen die Kraft zur Aufwärtsbewegung verloren haben. Aber gerade das, was auf unserem Boden erwachsen ist, sind Kräfte, die zum Aufbau des geistigen Lebens dienen können. Und deshalb möchte ich heute nicht so sehr von Zeitereignissen sprechen als vielmehr von Dingen, die der menschlichen Erkenntnis notwendig sind, notwendig für das, was in unsere moralischen Impulse aufgenommen werden muß. Vieles lebt in unserer Seele, von dem man kaum ahnt, daß es da ist. Aber da es da ist in unserer Seele, und da das Seelische mit dem Leben zusammenhängt, so ist das auch sehr wichtig für unser Leben.
[ 1 ] Vorerst lassen Sie mich sagen, welche tiefe Befriedigung es mir gewährt, unter den Breslauer Freunden zu sein. Wir alle haben eine schwere Zeit durchgemacht, die aber gerade uns vor Augen bringt, daß die Menschheit in der Gegenwart für ihre Fortentwickelung etwas braucht. Denn daß wir in diese katastrophale Zeit hineingekommen sind, rührt davon her, daß die Menschen die Kraft zur Aufwärtsbewegung verloren haben. Aber gerade das, was auf unserem Boden erwachsen ist, sind Kräfte, die zum Aufbau des geistigen Lebens dienen können. Und deshalb möchte ich heute nicht so sehr von Zeitereignissen sprechen als vielmehr von Dingen, die der menschlichen Erkenntnis notwendig sind, notwendig für das, was in unsere moralischen Impulse aufgenommen werden muß. Vieles lebt in unserer Seele, von dem man kaum ahnt, daß es da ist. Aber da es da ist in unserer Seele, und da das Seelische mit dem Leben zusammenhängt, so ist das auch sehr wichtig für unser Leben.
[ 2 ] Was heute auf der Menschheit besonders lastet ist die Diskordanz von dem, was auf der einen Seite die Seele wirklich braucht und von dem, was auf der andern Seite durch die gegenwärtige naturwissenschaftliche Erkenntnis an die Seele herankommt. Diese naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sind anspruchsvoll, und man sollte sich vor die Seele stellen, was sie eigentlich von den Menschen beanspruchen. So beanspruchen sie beispielsweise, daß man in ihrem Sinne auf den Erdenanfang und auf das Erdenende hinzublicken habe. Man redet da von einem Erdenanfang nach Kant-Laplace: Ganz auf den Grundlagen der chemischen Mechanik habe sich ein glühender Gasball gebildet, dieser habe sich abgekühlt, und als er genügend erkaltet war, habe sich auf Grund derselben mechanischen Gesetzmäßigkeit weiter herausgeballt alles das, was später zum Pflanzenreich, Tierreich und Menschenreich geworden ist. Und in bezug auf den Weiterverlauf des Erdenlebens und Erdendaseins spricht man von einem Aufhören allen Lebens durch den allmählich eintretenden Wärmeausgleich, und so ist man gewohnt worden, gemäß der wissenschaftlichen Anschauung von einem Wärmetod der Erde zu sprechen, der nach physikalischer Gesetzmäßigkeit eintreten wird. Man sieht auf ein Erdenende hin wie auf einen großen Kirchhof. Zwischen chemisch-mechanischem Erdenanfang und dem Wärmetod der Erde, zwischen diese beiden Extreme ist alles eingespannt, was uns Menschen als Ideale und als Moralisches aufgegangen ist und noch aufgeht. Man muß sich aber fragen, weshalb eigentlich solche Ideale erst auf chemisch-physikalische Weise entstehen, wenn sie doch bestimmt sein sollen, im allgemeinen Wärmetode wieder unterzugehen? Man kann freilich einwenden, das seien theoretische Betrachtungen, die auf das gewöhnliche Leben nicht viel Einfluß haben. Aber wenn man auch vorzieht, an solchen Fragen stillschweigend vorbeizugehen, so sind sie dennoch Disharmonien, die tief in das unbewußte Seelenleben hineinwirken. Sie führen zu der bangen Frage: Was machen wir mit unseren moralischen Impulsen, was machen wir mit unseren religiösen Idealen, wenn die gesamte Erdenentwickelung dem Untergange geweiht ist?
[ 2 ] Was heute auf der Menschheit besonders lastet ist die Diskordanz von dem, was auf der einen Seite die Seele wirklich braucht und von dem, was auf der andern Seite durch die gegenwärtige naturwissenschaftliche Erkenntnis an die Seele herankommt. Diese naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sind anspruchsvoll, und man sollte sich vor die Seele stellen, was sie eigentlich von den Menschen beanspruchen. So beanspruchen sie beispielsweise, daß man in ihrem Sinne auf den Erdenanfang und auf das Erdenende hinzublicken habe. Man redet da von einem Erdenanfang nach Kant-Laplace: Ganz auf den Grundlagen der chemischen Mechanik habe sich ein glühender Gasball gebildet, dieser habe sich abgekühlt, und als er genügend erkaltet war, habe sich auf Grund derselben mechanischen Gesetzmäßigkeit weiter herausgeballt alles das, was später zum Pflanzenreich, Tierreich und Menschenreich geworden ist. Und in bezug auf den Weiterverlauf des Erdenlebens und Erdendaseins spricht man von einem Aufhören allen Lebens durch den allmählich eintretenden Wärmeausgleich, und so ist man gewohnt worden, gemäß der wissenschaftlichen Anschauung von einem Wärmetod der Erde zu sprechen, der nach physikalischer Gesetzmäßigkeit eintreten wird. Man sieht auf ein Erdenende hin wie auf einen großen Kirchhof. Zwischen chemisch-mechanischem Erdenanfang und dem Wärmetod der Erde, zwischen diese beiden Extreme ist alles eingespannt, was uns Menschen als Ideale und als Moralisches aufgegangen ist und noch aufgeht. Man muß sich aber fragen, weshalb eigentlich solche Ideale erst auf chemisch-physikalische Weise entstehen, wenn sie doch bestimmt sein sollen, im allgemeinen Wärmetode wieder unterzugehen? Man kann freilich einwenden, das seien theoretische Betrachtungen, die auf das gewöhnliche Leben nicht viel Einfluß haben. Aber wenn man auch vorzieht, an solchen Fragen stillschweigend vorbeizugehen, so sind sie dennoch Disharmonien, die tief in das unbewußte Seelenleben hineinwirken. Sie führen zu der bangen Frage: Was machen wir mit unseren moralischen Impulsen, was machen wir mit unseren religiösen Idealen, wenn die gesamte Erdenentwickelung dem Untergange geweiht ist?
[ 3 ] Die Stellung dieser Frage zeigt, was mit diesem Hinweise gemeint ist. Denn alle unsere moralischen Impulse, alle unsere religiösen Ideale wären nichts weiter als ein ungeheurer Menschenbetrug, ein furchtbarer Wahn, wenn sie alle in dem Erdenfriedhof begraben werden sollten. Für die schlimmen Wirkungen solcher von der rein naturwissenschaftlichen Erkenntnis herrührenden Seelenstimmungen gibt es schon deutlich sprechende Beispiele, nur kommen sie uns nicht so deutlich ins Bewußtsein. Aber die bange Frage lebt in den Menschenherzen. Wenn man den Geist der Naturwissenschaften kennt und von ihrem Standpunkt aus diese Frage zusammenfaßt, so muß man sagen: Indem wir Menschen hervorgesprossen sind aus der Natur, sind uns Menschen die sittlichen Ideale gekommen, aber diese gehen zugrunde mit der Erde. Die sittlichen Ideale gehen in der Naturwissenschaft zugrunde. Die Naturwissenschaft gestattet nicht, daß man den Idealen eine selbständige reale Wirklichkeit einräumt. Und wenn das auch Theorie ist, so wirkt es doch ungeheuer lastend auf die menschliche Seele.
[ 3 ] Die Stellung dieser Frage zeigt, was mit diesem Hinweise gemeint ist. Denn alle unsere moralischen Impulse, alle unsere religiösen Ideale wären nichts weiter als ein ungeheurer Menschenbetrug, ein furchtbarer Wahn, wenn sie alle in dem Erdenfriedhof begraben werden sollten. Für die schlimmen Wirkungen solcher von der rein naturwissenschaftlichen Erkenntnis herrührenden Seelenstimmungen gibt es schon deutlich sprechende Beispiele, nur kommen sie uns nicht so deutlich ins Bewußtsein. Aber die bange Frage lebt in den Menschenherzen. Wenn man den Geist der Naturwissenschaften kennt und von ihrem Standpunkt aus diese Frage zusammenfaßt, so muß man sagen: Indem wir Menschen hervorgesprossen sind aus der Natur, sind uns Menschen die sittlichen Ideale gekommen, aber diese gehen zugrunde mit der Erde. Die sittlichen Ideale gehen in der Naturwissenschaft zugrunde. Die Naturwissenschaft gestattet nicht, daß man den Idealen eine selbständige reale Wirklichkeit einräumt. Und wenn das auch Theorie ist, so wirkt es doch ungeheuer lastend auf die menschliche Seele.
[ 4 ] Diese fatalistische Weltanschauung beruht letzten Endes auf dem, was aufgetreten ist als Glaube an die Unvergänglichkeit der materiellen Kraft. Wer aber heute an diesem Dogma rüttelt, wird als wahnsinnig angesehen. Wäre dieses Dogma wahr, dann gäbe es keine Rettung für die sittlichen Ideale, und diese wären dann nur ein bildlicher Inhalt für etwas, das sich der Mensch nur so zusammenreimt und zurechtlegt. Und es gäbe auch keine Rettung der Ideale, wenn wir nicht aus der geistigen Forschung heraus die Mittel fänden, dem Menschen wieder einen übersinnlichen Inhalt seines Bewußtseins zu geben. Das ‚ist eine Zeitfrage. In bezug auf diese Zeitfrage leben wir an einem wichtigen Wendepunkt der Entwickelung. Wer mich kennt, weiß, daß ich einen solchen Ausspruch nicht gern tue, weil man von jedem Zeitpunkt sagen kann, er sei ein Wendepunkt. Es kommt aber sehr darauf an, für was der Zeitpunkt ein Wendepunkt ist oder als Wendepunkt in Betracht kommt.
[ 4 ] Diese fatalistische Weltanschauung beruht letzten Endes auf dem, was aufgetreten ist als Glaube an die Unvergänglichkeit der materiellen Kraft. Wer aber heute an diesem Dogma rüttelt, wird als wahnsinnig angesehen. Wäre dieses Dogma wahr, dann gäbe es keine Rettung für die sittlichen Ideale, und diese wären dann nur ein bildlicher Inhalt für etwas, das sich der Mensch nur so zusammenreimt und zurechtlegt. Und es gäbe auch keine Rettung der Ideale, wenn wir nicht aus der geistigen Forschung heraus die Mittel fänden, dem Menschen wieder einen übersinnlichen Inhalt seines Bewußtseins zu geben. Das ‚ist eine Zeitfrage. In bezug auf diese Zeitfrage leben wir an einem wichtigen Wendepunkt der Entwickelung. Wer mich kennt, weiß, daß ich einen solchen Ausspruch nicht gern tue, weil man von jedem Zeitpunkt sagen kann, er sei ein Wendepunkt. Es kommt aber sehr darauf an, für was der Zeitpunkt ein Wendepunkt ist oder als Wendepunkt in Betracht kommt.
[ 5 ] Nun wollen wir einmal schauen, wohin und bis wohin eigentlich die naturwissenschaftliche Erkenntnis führen kann. Zu diesem Zwekke betrachten wir einmal den Menschen so, wie er uns im äußern sinnlichen Ausdruck entgegentritt, wie er als physisch-sinnlicher Mensch vor uns lebt. Man muß das aber in ganz radikaler Weise tun. Stellen wir den Menschen so vor uns hin, dann erscheint er uns letzten Endes nicht anders als ein Leichnam. Wenn wir von allem andern absehen und nur die physisch-sinnliche Wesenheit in Betracht ziehen, und wenn wir auf diese physisch-sinnliche Wesenheit nichts anderes wirken lassen als die chemisch-physikalischen Gesetzmäßigkeiten, dann beginnt der Mensch in dem Augenblicke, wo er den äußeren Naturgesetzen zu folgen beginnt, sich zu zersetzen, sich aufzulösen. Die Kräfte, die wir mit unseren gewöhnlichen Erkenntnisquellen erkennen, die zerstören den Menschen.
[ 5 ] Nun wollen wir einmal schauen, wohin und bis wohin eigentlich die naturwissenschaftliche Erkenntnis führen kann. Zu diesem Zwekke betrachten wir einmal den Menschen so, wie er uns im äußern sinnlichen Ausdruck entgegentritt, wie er als physisch-sinnlicher Mensch vor uns lebt. Man muß das aber in ganz radikaler Weise tun. Stellen wir den Menschen so vor uns hin, dann erscheint er uns letzten Endes nicht anders als ein Leichnam. Wenn wir von allem andern absehen und nur die physisch-sinnliche Wesenheit in Betracht ziehen, und wenn wir auf diese physisch-sinnliche Wesenheit nichts anderes wirken lassen als die chemisch-physikalischen Gesetzmäßigkeiten, dann beginnt der Mensch in dem Augenblicke, wo er den äußeren Naturgesetzen zu folgen beginnt, sich zu zersetzen, sich aufzulösen. Die Kräfte, die wir mit unseren gewöhnlichen Erkenntnisquellen erkennen, die zerstören den Menschen.
[ 6 ] Wenn man diesen Umstand in Betracht zieht, dann kann man schon allein dadurch zu einer Widerlegung der materialistischen Weltanschauung gelangen. Denn wenn man sich sagt, daß diese äußeren Kräfte den Menschen auflösen, dann müssen die Menschen vor der Geburt in einem Zustande gewesen sein, wo sie Kräfte sammelten, die der Auflösung widerstehen. Der Leichnam geht bei seiner Auflösung auf in der Welt, die wir mit unseren Sinnen erkennen. Da vereint er sich mit der Sinnenwelt durch die Sterbekräfte der chemisch-physikalischen Wirksamkeiten. Aber das, was bei dem Tode innerlich-seelisch vorgeht, kann nicht äußerlich-sinnlich wahrgenommen werden. Dieses Innerlich-Seelische kann nur im Bereiche der höheren Erkenntnisquellen durch Anschauung erlebt werden. Und da wird wahrgenommen, daß sich das Innerlich-Seelische außerhalb des Leibes mit dem Geiste vereinigt, vereinigt mit dem, was als Geist die Welt durchkraftet und durchströmt. Die Seele, die nach dem Tode sich vereinigt mit dem Geiste, ist dann in der übersinnlichen Welt verbunden mit dem Geiste.
[ 6 ] Wenn man diesen Umstand in Betracht zieht, dann kann man schon allein dadurch zu einer Widerlegung der materialistischen Weltanschauung gelangen. Denn wenn man sich sagt, daß diese äußeren Kräfte den Menschen auflösen, dann müssen die Menschen vor der Geburt in einem Zustande gewesen sein, wo sie Kräfte sammelten, die der Auflösung widerstehen. Der Leichnam geht bei seiner Auflösung auf in der Welt, die wir mit unseren Sinnen erkennen. Da vereint er sich mit der Sinnenwelt durch die Sterbekräfte der chemisch-physikalischen Wirksamkeiten. Aber das, was bei dem Tode innerlich-seelisch vorgeht, kann nicht äußerlich-sinnlich wahrgenommen werden. Dieses Innerlich-Seelische kann nur im Bereiche der höheren Erkenntnisquellen durch Anschauung erlebt werden. Und da wird wahrgenommen, daß sich das Innerlich-Seelische außerhalb des Leibes mit dem Geiste vereinigt, vereinigt mit dem, was als Geist die Welt durchkraftet und durchströmt. Die Seele, die nach dem Tode sich vereinigt mit dem Geiste, ist dann in der übersinnlichen Welt verbunden mit dem Geiste.
[ 7 ] Das ist eine Tatsache, die sich neben die Tatsache des Leichnams hinstellt. Der stoffliche Leib war im Leben durchdrungen von der Seele; er vereinigt sich beim Tode mit den Naturkräften. Die Anthroposophie führt aber zu einer Lebenstatsache, die dem Tode als Tatsache unmittelbar entgegengesetzt ist. Wenn man durch bloße Theorien über das Ewig-Lebendige im Menschen etwas vorbringen wollte, so würde das den Menschen niemals befriedigen. Die Anthroposophie führt aber vor die Tatsache der Vereinigung der Seele mit dem Geiste. Die sinnliche Erkenntnis der Naturwissenschaften führt nur zur Tatsache des Todes.
[ 7 ] Das ist eine Tatsache, die sich neben die Tatsache des Leichnams hinstellt. Der stoffliche Leib war im Leben durchdrungen von der Seele; er vereinigt sich beim Tode mit den Naturkräften. Die Anthroposophie führt aber zu einer Lebenstatsache, die dem Tode als Tatsache unmittelbar entgegengesetzt ist. Wenn man durch bloße Theorien über das Ewig-Lebendige im Menschen etwas vorbringen wollte, so würde das den Menschen niemals befriedigen. Die Anthroposophie führt aber vor die Tatsache der Vereinigung der Seele mit dem Geiste. Die sinnliche Erkenntnis der Naturwissenschaften führt nur zur Tatsache des Todes.
[ 8 ] Wenn wir die höheren Erkenntnisquellen der Geisteswissenschaft berühren, dann treffen wir auf das, was durch den Geistesforscher mitgeteilt wird als imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis. Diese Erkenntnisstufen werden beschrieben zum Beispiel in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» oder in dem Buche «Geheimwissenschaft im Umriß». Und wenn Sie diese Beschreibungen studieren, dann haben Sie zunächst Beschreibungen von Erkenntnisstufen, gewiß, aber dennoch liefern sie dem Geistesforscher mehr als bloße Erkenntnisstufen. So, wie die naturwissenschaftliche Erkenntnis nicht nur bloße Erkenntnis ist, sondern noch andere Seiten und Tatsachen aufweist, so ist es auch bei den höheren Erkenntnissen.
[ 8 ] Wenn wir die höheren Erkenntnisquellen der Geisteswissenschaft berühren, dann treffen wir auf das, was durch den Geistesforscher mitgeteilt wird als imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis. Diese Erkenntnisstufen werden beschrieben zum Beispiel in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» oder in dem Buche «Geheimwissenschaft im Umriß». Und wenn Sie diese Beschreibungen studieren, dann haben Sie zunächst Beschreibungen von Erkenntnisstufen, gewiß, aber dennoch liefern sie dem Geistesforscher mehr als bloße Erkenntnisstufen. So, wie die naturwissenschaftliche Erkenntnis nicht nur bloße Erkenntnis ist, sondern noch andere Seiten und Tatsachen aufweist, so ist es auch bei den höheren Erkenntnissen.
[ 9 ] Unter dem, was zu Imagination, Inspiration und Intuition — außer dem, was sie als Erkenntnisstufen sind — noch anderes als Tatsachen hinzutritt, möchte ich mit Ihnen heute etwas betrachten, was ich zum Beispiel im Wiener Zyklus von 1914 über das Leben nach dem "Tode berührt habe, aber von einem etwas andern Gesichtspunkte aus. Sehen Sie, was der Mensch hier auf Erden ist, das steht als Leichnam in Verbindung mit der äußeren physischen Natur. Und so wie einerseits der Mensch in der Richtung nach unten mit den mineralischen Kräften in Verbindung steht, so steht er andererseits nach oben in Verbindung mit den höheren Hierarchien. So wie er im Leichnam verwächst mit den mineralischen Kräften, so verwächst er nach oben und wächst langsam hinein in die Hierarchien. Man hört zuweilen sagen, daß man, um das zu wissen, abwarten könne, was nach dem Tode komme, denn dann werde sich das schon erweisen. Und so könne man auch das Hineinwachsen in die Hierarchien abwarten. Ja, aber ganz so ist das nicht. Es kommt sehr darauf an, ob der Mensch so hineinwachsen kann, wie es ihm eigentlich bestimmt ist, denn zunächst, das muß man zugeben, steht der Mensch so in der Welt, daß er im physischen Bewußtsein keine Ahnung haben kann von den Beziehungen, die er mit den höheren Hierarchien hat. Aber von dem Bewußtwerden dieser Beziehungen hängt vieles ab.
[ 9 ] Unter dem, was zu Imagination, Inspiration und Intuition — außer dem, was sie als Erkenntnisstufen sind — noch anderes als Tatsachen hinzutritt, möchte ich mit Ihnen heute etwas betrachten, was ich zum Beispiel im Wiener Zyklus von 1914 über das Leben nach dem "Tode berührt habe, aber von einem etwas andern Gesichtspunkte aus. Sehen Sie, was der Mensch hier auf Erden ist, das steht als Leichnam in Verbindung mit der äußeren physischen Natur. Und so wie einerseits der Mensch in der Richtung nach unten mit den mineralischen Kräften in Verbindung steht, so steht er andererseits nach oben in Verbindung mit den höheren Hierarchien. So wie er im Leichnam verwächst mit den mineralischen Kräften, so verwächst er nach oben und wächst langsam hinein in die Hierarchien. Man hört zuweilen sagen, daß man, um das zu wissen, abwarten könne, was nach dem Tode komme, denn dann werde sich das schon erweisen. Und so könne man auch das Hineinwachsen in die Hierarchien abwarten. Ja, aber ganz so ist das nicht. Es kommt sehr darauf an, ob der Mensch so hineinwachsen kann, wie es ihm eigentlich bestimmt ist, denn zunächst, das muß man zugeben, steht der Mensch so in der Welt, daß er im physischen Bewußtsein keine Ahnung haben kann von den Beziehungen, die er mit den höheren Hierarchien hat. Aber von dem Bewußtwerden dieser Beziehungen hängt vieles ab.
[ 10 ] Die erste Gruppe von Wesen, mit denen der Mensch in Beziehung steht, nennen wir die Engelwelt. Aber derjenige, welcher auf gewissen Voraussetzungen fußend das Geistige nicht anerkennt, der kann auch keine Beziehungen zur Engelwelt anknüpfen, denn das kann ebensowenig geschehen, wie der Mensch ohne sinnliche Organe Beziehungen zur sinnlichen Welt anknüpfen könnte. Die Engelwesen sind zwar die unmittelbar über dem Menschen stehenden Wesenheiten, sozusagen dem Menschen nahestehende Wesenheiten, und dennoch können wir unter gewissen Voraussetzungen nicht an sie herankommen. Nur dadurch, daß wir schon jetzt auf Erden uns ein Bild zu machen versuchen von der Engelwelt, bereiten wir uns vor, daß wir mit ihr Beziehungen anzuknüpfen vermögen. Indem der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, wird er zur Engelwelt geführt, und dann kommt es darauf an, ob der Mensch nach dem Tode ein Bewußtsein davon haben kann, um was es sich handelt.
[ 10 ] Die erste Gruppe von Wesen, mit denen der Mensch in Beziehung steht, nennen wir die Engelwelt. Aber derjenige, welcher auf gewissen Voraussetzungen fußend das Geistige nicht anerkennt, der kann auch keine Beziehungen zur Engelwelt anknüpfen, denn das kann ebensowenig geschehen, wie der Mensch ohne sinnliche Organe Beziehungen zur sinnlichen Welt anknüpfen könnte. Die Engelwesen sind zwar die unmittelbar über dem Menschen stehenden Wesenheiten, sozusagen dem Menschen nahestehende Wesenheiten, und dennoch können wir unter gewissen Voraussetzungen nicht an sie herankommen. Nur dadurch, daß wir schon jetzt auf Erden uns ein Bild zu machen versuchen von der Engelwelt, bereiten wir uns vor, daß wir mit ihr Beziehungen anzuknüpfen vermögen. Indem der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet, wird er zur Engelwelt geführt, und dann kommt es darauf an, ob der Mensch nach dem Tode ein Bewußtsein davon haben kann, um was es sich handelt.
[ 11 ] Die zweite Gruppe höherer Wesenheiten ist die Gruppe der Volksgeister oder Erzengel. Engelwesen sind noch keine Volksgeister. Reale Volksgeister stehen nicht mehr in individuellen Beziehungen zum Menschen, wie es bei den Engeln noch der Fall ist. Volksgeister stehen in Beziehung zu Gemeinschaften und Gruppen von Menschen. Auch die Naturwissenschaft spricht gelegentlich vom Volksgeist, aber wenn die Naturwissenschaft vom Volksgeist spricht, so erkennt sie einen solchen doch nicht an als reale Wesenheit. Aus höherer Erkenntnis weiß der Geistesforscher, daß Volksgeister reale geistige Wesenheiten sind, die eine Stufe über der Engelwelt stehen. Auch in diese Hierarchie kann der Mensch hineinwachsen. Aber wenn unser inneres geistiges Erleben nicht intensiv genug ist, dann kann uns der Engel nicht mit unserem Bewußtsein an den Volksgeist heranführen. Da wir aber doch herangeführt werden müssen, so geschieht es dann — wenn nicht bewußt, so unbewußt — durch karmische Gesetzmäßigkeit. Entweder verwachsen wir bewußt in Liebe hinein in den Volksgeist, oder aber wir werden mit Gewalt geführt in die Sphäre der Volksgeister. Wenn wir dann nach dem Tode an den Punkt gelangen, wo der Wiederabstieg in die sinnliche Welt zu einer neuen Verkörperung beginnt, da tritt ein großer Unterschied ein in dem Hinabführen der Seele zur neuen Verkörperung, je nachdem, ob der Mensch sich in Liebe bewußt verbunden hat mit dem Volksgeist oder ob er, der wahren Verhältnisse unbewußt, mit Gewalt, unter Zwang bewegt wird. Das drückt sich aus in einer geistig-seelischen Tatsache. Der Mensch kann in ein Volk hineingeboren werden, indem er zu seinem Volksgeist ein Verhältnis hat durch Zwang, oder ein solches durch innere Liebe. Derjenige, der in solche Dinge hineinzuschauen vermag, erlebt als ein hervorstechend charakteristisches Zeichen unserer Zeit, daß es heute eine große Anzahl von Menschen gibt, die kein hinreichend liebevolles Verhältnis zum Volksgeist haben. Was ich hiermit angedeutet habe, ist die Ursache für das, was die Völker durcheinariderbringt. Der Streit, der heute unter den Völkern herrscht, rührt davon her, daß viele Menschen geboren sind, die wenig Liebe zum Volksgeist entwikkelt haben und daher heute in einem Zwangsverhältnis zum Volksgeist stehen. Denn das, was uns als Liebe zu einem Volksgeist geführt hat, kann eigentlich niemals zu einem Konflikte mit andern Völkern führen. Deshalb müssen wir heute alles tun was nur möglich ist, um den Menschen wieder zu einem liebevollen Verhältnis zu den Volksgeistern zu verhelfen. Das ist eine dringende Notwendigkeit.
[ 11 ] Die zweite Gruppe höherer Wesenheiten ist die Gruppe der Volksgeister oder Erzengel. Engelwesen sind noch keine Volksgeister. Reale Volksgeister stehen nicht mehr in individuellen Beziehungen zum Menschen, wie es bei den Engeln noch der Fall ist. Volksgeister stehen in Beziehung zu Gemeinschaften und Gruppen von Menschen. Auch die Naturwissenschaft spricht gelegentlich vom Volksgeist, aber wenn die Naturwissenschaft vom Volksgeist spricht, so erkennt sie einen solchen doch nicht an als reale Wesenheit. Aus höherer Erkenntnis weiß der Geistesforscher, daß Volksgeister reale geistige Wesenheiten sind, die eine Stufe über der Engelwelt stehen. Auch in diese Hierarchie kann der Mensch hineinwachsen. Aber wenn unser inneres geistiges Erleben nicht intensiv genug ist, dann kann uns der Engel nicht mit unserem Bewußtsein an den Volksgeist heranführen. Da wir aber doch herangeführt werden müssen, so geschieht es dann — wenn nicht bewußt, so unbewußt — durch karmische Gesetzmäßigkeit. Entweder verwachsen wir bewußt in Liebe hinein in den Volksgeist, oder aber wir werden mit Gewalt geführt in die Sphäre der Volksgeister. Wenn wir dann nach dem Tode an den Punkt gelangen, wo der Wiederabstieg in die sinnliche Welt zu einer neuen Verkörperung beginnt, da tritt ein großer Unterschied ein in dem Hinabführen der Seele zur neuen Verkörperung, je nachdem, ob der Mensch sich in Liebe bewußt verbunden hat mit dem Volksgeist oder ob er, der wahren Verhältnisse unbewußt, mit Gewalt, unter Zwang bewegt wird. Das drückt sich aus in einer geistig-seelischen Tatsache. Der Mensch kann in ein Volk hineingeboren werden, indem er zu seinem Volksgeist ein Verhältnis hat durch Zwang, oder ein solches durch innere Liebe. Derjenige, der in solche Dinge hineinzuschauen vermag, erlebt als ein hervorstechend charakteristisches Zeichen unserer Zeit, daß es heute eine große Anzahl von Menschen gibt, die kein hinreichend liebevolles Verhältnis zum Volksgeist haben. Was ich hiermit angedeutet habe, ist die Ursache für das, was die Völker durcheinariderbringt. Der Streit, der heute unter den Völkern herrscht, rührt davon her, daß viele Menschen geboren sind, die wenig Liebe zum Volksgeist entwikkelt haben und daher heute in einem Zwangsverhältnis zum Volksgeist stehen. Denn das, was uns als Liebe zu einem Volksgeist geführt hat, kann eigentlich niemals zu einem Konflikte mit andern Völkern führen. Deshalb müssen wir heute alles tun was nur möglich ist, um den Menschen wieder zu einem liebevollen Verhältnis zu den Volksgeistern zu verhelfen. Das ist eine dringende Notwendigkeit.
[ 12 ] Stehen wir hier im Leben, dann haben wir in Imagination, Inspiration und Intuition Erkenntnisstufen, die zu realen geistig-seelischen Anschauungen führen. In der geistig-seelischen Welt, wenn die Seele durch Karma wieder in die physische Welt hinunter kommen soll, sind Imagination, Inspiration und Intuition Tatsachen des Geschehens, Tatsachen des Handelns. Da steht die Seele in einem Verhältnis . zu dem, was aus dem Kosmos heraus von ihr erreicht werden soll. Wenn wir zurechtkommen wollen im Leben, muß uns das Leben gewähren, was uns die Annäherung an das Ziel ermöglichen kann. Und so erarbeitet der entkörperte übersinnliche Mensch durch Imagination, Inspiration und Intuition seine Wiederverkörperung in die physische Welt, während der verkörperte sinnliche Mensch durch Imagination, Inspiration und Intuition eine Anschauung von der seelisch-geistigen Welt haben kann.
[ 12 ] Stehen wir hier im Leben, dann haben wir in Imagination, Inspiration und Intuition Erkenntnisstufen, die zu realen geistig-seelischen Anschauungen führen. In der geistig-seelischen Welt, wenn die Seele durch Karma wieder in die physische Welt hinunter kommen soll, sind Imagination, Inspiration und Intuition Tatsachen des Geschehens, Tatsachen des Handelns. Da steht die Seele in einem Verhältnis . zu dem, was aus dem Kosmos heraus von ihr erreicht werden soll. Wenn wir zurechtkommen wollen im Leben, muß uns das Leben gewähren, was uns die Annäherung an das Ziel ermöglichen kann. Und so erarbeitet der entkörperte übersinnliche Mensch durch Imagination, Inspiration und Intuition seine Wiederverkörperung in die physische Welt, während der verkörperte sinnliche Mensch durch Imagination, Inspiration und Intuition eine Anschauung von der seelisch-geistigen Welt haben kann.
[ 13 ] Naturwissenschaftliche Erkenntnis ist nicht in der Lage, die tiefsten Geheimnisse des Lebens zu erkennen. Naturwissenschaftliche Erkenntnis beginnt zum Beispiel bei der Betrachtung einer chemischen Verbindung. Dann schreitet sie weiter zur Betrachtung komplizierterer chemischer Verbindungen, und weiter fortschreitend bis zur Betrachtung der lebendigen Zelle, betrachtet sie diese schließlich als nichts anderes als eine besonders kunstvolle chemische Verbindung. Aber Geisteswissenschaft zeigt uns, daß die Zelle zwar äußerlich betrachtet ein außerordentlich kunstvolles chemisches Gebilde ist, aber indem die Lebenszelle, der Keim im Mutterleibe in so kunstvoller Weise entsteht, geht die chemische Gesetzmäßigkeit ins Gegenteil und wird zum Chaos. Beim Keim im Mutterleibe, dem Keim des Lebens, ist die chemische Gesetzmäßigkeit aufgehoben, ins Gegenteil verkehrt, und das ist im Bereich der Natur: Chaos. Und weil der Keim Chaos ist, kann der Kosmos wieder auf ihn wirken.
[ 13 ] Naturwissenschaftliche Erkenntnis ist nicht in der Lage, die tiefsten Geheimnisse des Lebens zu erkennen. Naturwissenschaftliche Erkenntnis beginnt zum Beispiel bei der Betrachtung einer chemischen Verbindung. Dann schreitet sie weiter zur Betrachtung komplizierterer chemischer Verbindungen, und weiter fortschreitend bis zur Betrachtung der lebendigen Zelle, betrachtet sie diese schließlich als nichts anderes als eine besonders kunstvolle chemische Verbindung. Aber Geisteswissenschaft zeigt uns, daß die Zelle zwar äußerlich betrachtet ein außerordentlich kunstvolles chemisches Gebilde ist, aber indem die Lebenszelle, der Keim im Mutterleibe in so kunstvoller Weise entsteht, geht die chemische Gesetzmäßigkeit ins Gegenteil und wird zum Chaos. Beim Keim im Mutterleibe, dem Keim des Lebens, ist die chemische Gesetzmäßigkeit aufgehoben, ins Gegenteil verkehrt, und das ist im Bereich der Natur: Chaos. Und weil der Keim Chaos ist, kann der Kosmos wieder auf ihn wirken.
[ 14 ] Davon bekommt der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt eine Ahnung. In der ersten Stufe auf dem Wege zur Wiederverkörperung wächst der Mensch durch realisierte Imagination in die Wiederverleiblichung hinein. Die zweite Stufe ist die realisierte Inspiration, und das ist ein viel helleres Bewußtsein als unser Hirnbewußtsein, denn Inspiration ist eine kosmische Kraft. Ein Teil dieser kosmischen Kraft wird gleichsam eingeatmet und strömt dann der Leiblichkeit zu, ohne daß sie vollständig ins Bewußtsein heraufkommt, so wie es ähnlich mit dem Willen ist. Wir wissen nicht, wie der Wille unsere Hand bewegt, aber sie bewegt sich doch so, wie wir es wollen. Der geistige Mensch, der sich durch realisierte Inspiration der Verkörperung nähert, verhält sich zur kosmischen Inspiration wie der leibliche Mensch sich zur Luft verhält. Wie wir uns unseren physischen Leib gewöhnlich vorstellen, denken wir ihn uns bestehend aus Muskeln, Nerven, Gefäßen, Knochen, ebenso wie wenn wir einen Leichnam betrachten. Aber was als Luft Anteil an unserem Organismus hat, das denken wir uns mehr außerhalb des Leibes. Zwar wissen wir, daß wir ohne Luft nicht leben können, aber wir betrachten sie nicht so zu uns gehörend wie beispielsweise das Knochengerüst. Dennoch bildet sie einen Teil unseres Organismus. Das, was Luft da draußen ist und im nächsten Augenblick drinnen, um dann im nächsten Augenblick wieder draußen zu sein, das bildet einen Teil unseres Organismus derart, daß die Luft in einem Rhythmus in uns lebt. In einem viel ausgedehnteren Rhythmus lebt der Mensch mit dem Seelisch-Geistigen. So, wie wir physisch Luft ein- und ausatmen, so atmen wir SeelischGeistiges ein, auch wenn es zum größten Teile unbewußt geschieht. Auch im Physischen geschieht ein Teil dessen, was durch das Atmen bewirkt wird, unbewußt. Wenn der seelisch-geistige Mensch in der realisierten Inspiration das Seelisch-Geistige einatmet, dann nimmt er ein Bild auf in seine Seele. Das nimmt er in den herabgedämpften Teil seines Bewußtseins auf, und was er aufnimmt, das ist die Welt der moralischen und religiösen Impulse. Das nimmt er auf in der Form des Gewissens.
[ 14 ] Davon bekommt der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt eine Ahnung. In der ersten Stufe auf dem Wege zur Wiederverkörperung wächst der Mensch durch realisierte Imagination in die Wiederverleiblichung hinein. Die zweite Stufe ist die realisierte Inspiration, und das ist ein viel helleres Bewußtsein als unser Hirnbewußtsein, denn Inspiration ist eine kosmische Kraft. Ein Teil dieser kosmischen Kraft wird gleichsam eingeatmet und strömt dann der Leiblichkeit zu, ohne daß sie vollständig ins Bewußtsein heraufkommt, so wie es ähnlich mit dem Willen ist. Wir wissen nicht, wie der Wille unsere Hand bewegt, aber sie bewegt sich doch so, wie wir es wollen. Der geistige Mensch, der sich durch realisierte Inspiration der Verkörperung nähert, verhält sich zur kosmischen Inspiration wie der leibliche Mensch sich zur Luft verhält. Wie wir uns unseren physischen Leib gewöhnlich vorstellen, denken wir ihn uns bestehend aus Muskeln, Nerven, Gefäßen, Knochen, ebenso wie wenn wir einen Leichnam betrachten. Aber was als Luft Anteil an unserem Organismus hat, das denken wir uns mehr außerhalb des Leibes. Zwar wissen wir, daß wir ohne Luft nicht leben können, aber wir betrachten sie nicht so zu uns gehörend wie beispielsweise das Knochengerüst. Dennoch bildet sie einen Teil unseres Organismus. Das, was Luft da draußen ist und im nächsten Augenblick drinnen, um dann im nächsten Augenblick wieder draußen zu sein, das bildet einen Teil unseres Organismus derart, daß die Luft in einem Rhythmus in uns lebt. In einem viel ausgedehnteren Rhythmus lebt der Mensch mit dem Seelisch-Geistigen. So, wie wir physisch Luft ein- und ausatmen, so atmen wir SeelischGeistiges ein, auch wenn es zum größten Teile unbewußt geschieht. Auch im Physischen geschieht ein Teil dessen, was durch das Atmen bewirkt wird, unbewußt. Wenn der seelisch-geistige Mensch in der realisierten Inspiration das Seelisch-Geistige einatmet, dann nimmt er ein Bild auf in seine Seele. Das nimmt er in den herabgedämpften Teil seines Bewußtseins auf, und was er aufnimmt, das ist die Welt der moralischen und religiösen Impulse. Das nimmt er auf in der Form des Gewissens.
[ 15 ] Die dritte Etappe im Herabstieg zur neuen Verleiblichung ist es, wenn der Mensch übergeht zu dem, was ihm von den Eltern gegeben wird. Da führt er eine realisierte Intuition aus. So sehen Sie, daß das, was der Mensch in der Verleiblichung als drei höhere Erkenntnisstufen erreichen kann, sich im Seelisch-Geistigen auf dem Wege zur Verleiblichung als ein reales Geschehen vollzieht. So, wie wir uns hier auf Erden durch Imagination, Inspiration und Intuition hinaufschwingen in die geistige Welt, so steigen wir auf dem Rückwege aus der geistigen Welt in die Verkörperung auch herab durch Imagination, Inspiration und Intuition. Das ist das Gegenbild der drei höheren Erkenntnisstufen in der geistigen Welt.
[ 15 ] Die dritte Etappe im Herabstieg zur neuen Verleiblichung ist es, wenn der Mensch übergeht zu dem, was ihm von den Eltern gegeben wird. Da führt er eine realisierte Intuition aus. So sehen Sie, daß das, was der Mensch in der Verleiblichung als drei höhere Erkenntnisstufen erreichen kann, sich im Seelisch-Geistigen auf dem Wege zur Verleiblichung als ein reales Geschehen vollzieht. So, wie wir uns hier auf Erden durch Imagination, Inspiration und Intuition hinaufschwingen in die geistige Welt, so steigen wir auf dem Rückwege aus der geistigen Welt in die Verkörperung auch herab durch Imagination, Inspiration und Intuition. Das ist das Gegenbild der drei höheren Erkenntnisstufen in der geistigen Welt.
[ 16 ] Was sehen wir daraus? Wir sehen daraus, daß Anthroposophie keine bloße Erkenntnis ist, sondern daß sie Leben hat, denn wir streben durch Anthroposophie die höhere Erkenntnis an, um das höhere Leben in seiner Wirklichkeit zu erfassen und unsere Seele zu erfüllen mit dem Inhalt, der in den geistigen Welten darinnen lebt. Wer dann durch seinen gesunden Menschenverstand eingesehen hat, was der Geistesforscher zu sagen weiß, der erfährt noch etwas anderes. Er erfährt folgendes: Er kann sich sagen, daß die Menschen in dem Zustand der Verleiblichung zwischen Geburt und Tod immerfort den im Leibe waltenden Sterbekräften begegnen. Die Sterbekräfte waren immer da im menschlichen Leibe, aber es sind in uns auch die den Sterbekräften entgegengerichteten Kräfte immer da. Sie sind da. Hätten wir diese Sterbekräfte nicht in uns, dann würden wir niemals den Verstand für die physische Umgebung entwickelt haben.
[ 16 ] Was sehen wir daraus? Wir sehen daraus, daß Anthroposophie keine bloße Erkenntnis ist, sondern daß sie Leben hat, denn wir streben durch Anthroposophie die höhere Erkenntnis an, um das höhere Leben in seiner Wirklichkeit zu erfassen und unsere Seele zu erfüllen mit dem Inhalt, der in den geistigen Welten darinnen lebt. Wer dann durch seinen gesunden Menschenverstand eingesehen hat, was der Geistesforscher zu sagen weiß, der erfährt noch etwas anderes. Er erfährt folgendes: Er kann sich sagen, daß die Menschen in dem Zustand der Verleiblichung zwischen Geburt und Tod immerfort den im Leibe waltenden Sterbekräften begegnen. Die Sterbekräfte waren immer da im menschlichen Leibe, aber es sind in uns auch die den Sterbekräften entgegengerichteten Kräfte immer da. Sie sind da. Hätten wir diese Sterbekräfte nicht in uns, dann würden wir niemals den Verstand für die physische Umgebung entwickelt haben.
[ 17 ] Es ist eine der wichtigsten Erkenntnistatsachen, daß unsere Verstandeskräfte gebunden sind an unsere Sterbekräfte. Der Tod ist eigentlich nur eine Zusammenfassung der fortwährend in uns wirkenden Sterbekräfte. Wenn wir uns aber fragen, wie ein sittliches Ideal, das sich zum religiösen Ideal steigern kann, in uns lebt, dann muß gesagt werden, daß dieses ganz anders in uns lebt. Man sagt, daß es gewisse Naturkräfte gibt, die bewirken, daß die Pflanzen nach oben getrieben werden, und diesen Kräften spricht man Realität zu. Aber wenn man in den Menschen hineinschaut und dort die Triebkräfte sittlicher und religiöser Ideale auffindet, dann will man diesen keine Realität zusprechen. Da sind sie aber und wirken nicht nur in jedem Menschen, sondern auch auf die Kulturen der ganzen Menschheit. Durch höhere Erkenntnis lernt man erkennen, daß die sittlichen Ideale dadurch im Menschen leben, daß Materie verbrannt wird. Materie wird vernichtet durch das Fassen sittlicher Ideale. Abbau von Materie ist die Voraussetzung zum Aufbau sittlicher Ideale. Auf die Art und Weise, wie der Mensch Materie abbaut, wie er sie wieder aufbauen kann, kommt es an. Die äußere Forschung ist zwar noch befangen in dem Vorurteil von der Unvergänglichkeit der Materie, doch Geisteswissenschaft zeigt, daß die Naturkräfte draußen durch den Menschen durchbrochen werden. Im Besitz anthroposophischer Weltanschauung lernt man sich trösten über die Vorstellung vom Wärmetod der Erde. Denn gerade durch die Vernichtung der Materie sichert sich der Mensch den Aufbau seiner moralischen Persönlichkeit.
[ 17 ] Es ist eine der wichtigsten Erkenntnistatsachen, daß unsere Verstandeskräfte gebunden sind an unsere Sterbekräfte. Der Tod ist eigentlich nur eine Zusammenfassung der fortwährend in uns wirkenden Sterbekräfte. Wenn wir uns aber fragen, wie ein sittliches Ideal, das sich zum religiösen Ideal steigern kann, in uns lebt, dann muß gesagt werden, daß dieses ganz anders in uns lebt. Man sagt, daß es gewisse Naturkräfte gibt, die bewirken, daß die Pflanzen nach oben getrieben werden, und diesen Kräften spricht man Realität zu. Aber wenn man in den Menschen hineinschaut und dort die Triebkräfte sittlicher und religiöser Ideale auffindet, dann will man diesen keine Realität zusprechen. Da sind sie aber und wirken nicht nur in jedem Menschen, sondern auch auf die Kulturen der ganzen Menschheit. Durch höhere Erkenntnis lernt man erkennen, daß die sittlichen Ideale dadurch im Menschen leben, daß Materie verbrannt wird. Materie wird vernichtet durch das Fassen sittlicher Ideale. Abbau von Materie ist die Voraussetzung zum Aufbau sittlicher Ideale. Auf die Art und Weise, wie der Mensch Materie abbaut, wie er sie wieder aufbauen kann, kommt es an. Die äußere Forschung ist zwar noch befangen in dem Vorurteil von der Unvergänglichkeit der Materie, doch Geisteswissenschaft zeigt, daß die Naturkräfte draußen durch den Menschen durchbrochen werden. Im Besitz anthroposophischer Weltanschauung lernt man sich trösten über die Vorstellung vom Wärmetod der Erde. Denn gerade durch die Vernichtung der Materie sichert sich der Mensch den Aufbau seiner moralischen Persönlichkeit.
[ 18 ] Versuchen Sie einmal, recht besonnen in Ihre Seele hineinzuschauen, dann finden Sie etwas, das an der Seele des modernen Menschen zehrt und nagt: Was da zehrt und nagt, das ist, daß durch die moderne Naturwissenschaft eine Austilgung des Sittlichen aus dem Bereich der Realitäten festgestellt wird. Anthroposophie zeigt, wie durch den Menschen das Naturgesetz durchbrochen wird, zeigt, wie durch das Sittliche die Materialität vernichtet wird, um dann neu wieder aufzubauen als Materie, aber nun als solche die Träger einer sittlichen Weltordnung werden kann. Die Materie entschwindet, aus einem Nichts entsteht die neue Schöpfung. Das, was in unserer Hautsteckt, das hängt zusammen mit den absterbenden Kräften der Materie, aber das, was die Welt wieder aufbaut, das haben die Naturwissenschaften vergessen.
[ 18 ] Versuchen Sie einmal, recht besonnen in Ihre Seele hineinzuschauen, dann finden Sie etwas, das an der Seele des modernen Menschen zehrt und nagt: Was da zehrt und nagt, das ist, daß durch die moderne Naturwissenschaft eine Austilgung des Sittlichen aus dem Bereich der Realitäten festgestellt wird. Anthroposophie zeigt, wie durch den Menschen das Naturgesetz durchbrochen wird, zeigt, wie durch das Sittliche die Materialität vernichtet wird, um dann neu wieder aufzubauen als Materie, aber nun als solche die Träger einer sittlichen Weltordnung werden kann. Die Materie entschwindet, aus einem Nichts entsteht die neue Schöpfung. Das, was in unserer Hautsteckt, das hängt zusammen mit den absterbenden Kräften der Materie, aber das, was die Welt wieder aufbaut, das haben die Naturwissenschaften vergessen.
[ 19 ] Wir müssen zu der Frage fortschreiten, wo Stoff aufgebaut werden kann, um zu neuen sittlichen Welten zu kommen. Wir haben zwar in uns jeden Augenblick den Tod, aber wir haben auch in uns die Auferstehung. Dahin müssen wir blicken, das ist die Perspektive, die wir aus anthroposophischer Weltanschauung vor die Menschenseelen hinstellen müssen, weil die Naturwissenschaften schon allzulange und allzu einseitig den Blick auf die Sterbekräfte hin geworfen haben. Und es ist wichtig, den Mut zu entwickeln, um ins Auge zu fassen das, was getan werden muß, um neue Welten aufzubauen. Ich setzte voraus, daß diese Andeutungen mancherlei Anregungen geben und zu Meditationen führen können, umklarer zuerkennen, was viel empfunden und beredet wird, und was stark gewollt werden soll.
[ 19 ] Wir müssen zu der Frage fortschreiten, wo Stoff aufgebaut werden kann, um zu neuen sittlichen Welten zu kommen. Wir haben zwar in uns jeden Augenblick den Tod, aber wir haben auch in uns die Auferstehung. Dahin müssen wir blicken, das ist die Perspektive, die wir aus anthroposophischer Weltanschauung vor die Menschenseelen hinstellen müssen, weil die Naturwissenschaften schon allzulange und allzu einseitig den Blick auf die Sterbekräfte hin geworfen haben. Und es ist wichtig, den Mut zu entwickeln, um ins Auge zu fassen das, was getan werden muß, um neue Welten aufzubauen. Ich setzte voraus, daß diese Andeutungen mancherlei Anregungen geben und zu Meditationen führen können, umklarer zuerkennen, was viel empfunden und beredet wird, und was stark gewollt werden soll.
