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The Rudolf Steiner Archive

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The Secret of the Trinity
GA 214

30 August 1922, Dornach

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Elfter Vortrag

Eleventh Lecture

[ 1 ] Da man, wenn man so selten zusammensein kann, möglichst viel in einer Betrachtung zusammenfassen möchte, so könnte leicht dadurch zuviel zusammengefaßt werden. Allein, ich will dennoch heute versuchen, von einem gewissen Gesichtspunkte aus Ihnen das zu charakterisieren, was man nennen kann die andere Seite des menschlichen Daseins auf Erden. Und ich möchte das dann in Zusammenhang bringen mit der Bedeutung tieferer Erkenntnisse, geistiger Erkenntnisse für unsere Zeit.

[ 1 ] Since, when one is able to be together so rarely, one wants to summarize as much as possible in a single reflection, it would be easy to end up summarizing too much. Nevertheless, I would like to attempt today to characterize for you, from a certain perspective, what might be called the other side of human existence on Earth. And I would then like to relate this to the significance of deeper insights—spiritual insights—for our time.

[ 2 ] Wieviel kennt denn schließlich der Mensch von demjenigen, was zu seinem Dasein gehört, wenn er sich zur Erkenntnis nur seiner Sinne bedient und des Verstandes, der an seine Sinne gebunden ist? Wir verleben durch das gewöhnliche Sinnesbewußtsein ja eben bewußt nur den wachen Teil des menschlichen Daseins. Allein die geistig führenden Mächte der Welt haben in das menschliche Dasein wahrhaftig nicht umsonst eingefügt den Schlafzustand.

[ 2 ] After all, how much does a person truly know about the reality of his existence if he relies solely on his senses and on the intellect, which is bound to those senses? Through ordinary sensory consciousness, we consciously experience only the waking part of human existence. Yet the spiritual guiding forces of the world have certainly not introduced the state of sleep into human existence for no reason.

[ 3 ] Vom Einschlafen bis zum Aufwachen geschieht außerordentlich viel mit dem Menschen. Und zwar von demjenigen, was der Geist durch den Menschen zu tun hat im irdischen Dasein, geschieht sogar das allermeiste während des Schlafzustandes.

[ 3 ] From the moment a person falls asleep until they wake up, an extraordinary amount happens within them. In fact, of all that the spirit has to accomplish through a person during their earthly existence, the vast majority takes place during sleep.

[ 4 ] Während des Wachzustandes geschieht ja auf Erden nur dasjenige, was der Mensch mit sich selbst und den Dingen vornehmen kann. Während des Schlafzustandes geschieht in der menschlichen Entwickelung alles dasjenige, was geistige höhere Wesen mit der Menschenseele vornehmen, um den Menschen zu seiner Gesamtentwickelung innerhalb des irdischen Daseins zu bringen. Und man darf ja durchaus nicht sich aus dem Auge rücken, daß zwar auch der modernen Initiationserkenntnis es möglich ist, genauer hineinzuschauen in die bedeutungsvollen Tatsachen, die mit dem Menschen sich abspielen zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, daß aber diese Tatsachen sich doch nicht nur für den Initiierten abspielen, sondern für alle Menschen; daß die Entwickelung aller Menschen von diesen Tatsachen abhängt. Der Initiierte kann nur aufmerksam machen auf diese Tatsachen. Fühlen und empfinden deren Bedeutung sollten aber immer mehr und mehr alle Menschen im Erdendasein, die überhaupt über die Bedeutung dieses Erdendaseins nachdenken.

[ 4 ] During the waking state, the only things that happen on Earth are those that human beings can bring about for themselves and in relation to the world around them. During the sleeping state, everything that occurs in human development is brought about by higher spiritual beings working with the human soul to guide the individual toward their overall development within earthly existence. And one must certainly not lose sight of the fact that, although modern initiatory knowledge makes it possible to look more closely into the significant events that take place within a person between falling asleep and waking up, these events do not occur only for the initiate, but for all human beings; that the development of all human beings depends on these events. The initiate can only draw attention to these facts. However, all human beings in earthly existence who reflect at all on the meaning of this earthly existence should increasingly feel and sense their significance.

[ 5 ] Nun möchte ich Ihnen heute schlicht schildern, was alles in den Schlafzustand des Menschen hineinspielt. Wenn der Mensch hinüberschläft — Sie wissen ja, man charakterisiert das äußerlich dadurch, daß man sagt: Sein astralischer Leib und sein Ich lösen sich los vom physischen Leib und dem ÄÄtherleib —, so sind dann dieses Ich und dieser astralische Leib in der geistigen Welt und durchdringen nicht den physischen Leib und den Ätherleib, wie sie das in dem Zustande vom Aufwachen bis zum Einschlafen tun.

[ 5 ] Today I would simply like to describe to you all the factors that come into play during a person’s sleep. When a person falls asleep—as you know, this is characterized externally by the fact that: “His astral body and his ‘I’ detach themselves from the physical body and the etheric body”—then this ‘I’ and this astral body are in the spiritual world and do not permeate the physical body and the etheric body, as they do in the state from waking until falling asleep.

[ 6 ] Wenn man aber nun hinschaut auf dasjenige, was mit dem Menschen wirklich geschieht im Schlafzustande, so wird man darauf hingewiesen, wie er während des Wachens mit dieser Erde zusammenhängt. Er hängt mit dieser Erde zusammen zunächst durch seine Sinne, indem er die Erscheinungen der verschiedenen Naturreiche durch seine Sinne wahrnimmt und erkennt. Er hängt aber auch mit ihr zusammen, indem er Unterbewußtes während des Wachseins vollzieht. Er vollzieht zum Beispiel sein Atmen, und in die Atemluft spielt — wenn man so sagen darf — die ganze Erde hinein. In der Atemluft sind ungeheuer viel Substanzen in einem sehr, sehr fein verteilten Zustande. Allein gerade in diesem fein verteilten Zustande wirken sie, wenn sie durch die Atemluft aufgenommen werden in den menschlichen Organismus, außerordentlich bedeutungsvoll. Und ebenso wie bewußt in den Menschen hineinkommt, was er wahrnimmt durch seine Sinne, ebenso kommt unterbewußt schon während des Wachens zahlreiches in den Menschen, ich möchte sagen, mehr substantiell hinein als durch den abstrakt-ideellen Zustand des Wahrnehmens und Denkens; substantieller kommt durch das Atmen die Umwelt in den Menschen hinein.

[ 6 ] But if we now look at what actually happens to a person during sleep, we see how he is connected to this Earth while awake. He is connected to this Earth first and foremost through his senses, by perceiving and recognizing the phenomena of the various kingdoms of nature through his senses. But they are also connected to it through the subconscious processes that take place while they are awake. For example, they breathe, and—if one may put it that way—the entire Earth plays a part in the air they breathe. The air we breathe contains an immense number of substances in a very, very finely dispersed state. Yet it is precisely in this finely dispersed state that they exert an extraordinarily significant effect when they are taken up by the human organism through the air we breathe. And just as what a person perceives through their senses enters them consciously, so too does a great deal enter a person subconsciously even while they are awake—I would say, more substantially than through the abstract, ideal state of perception and thought; the environment enters a person more substantially through breathing.

[ 7 ] Und wenn Sie erst Rücksicht nehmen würden darauf, wie stark doch die menschliche Organisation abhängt von alldem, was sie mit den verschiedenen Substanzen der irdischen Nahrungsmittel aufnimmt, so würden Sie sich eben sagen können: Vieles wirkt auf den Menschen in seinem Wachzustande. — Allein das soll uns heute weniger interessieren. Es soll uns vielmehr interessieren, was auf den Menschen in seinem Schlafzustande wirkt. Und da müssen wir sagen: Geradeso wie wir die äußeren Substanzen, das Irdische, mit dem Menschen in Verbindung sehen während seines Wachzustandes, so kommt er, wenn er in den Schlafzustand übergeht, in eine gewisse Verbindung mit dem gesamten Kosmos.

[ 7 ] And if you were to consider just how greatly the human organism depends on everything it takes in through the various substances in earthly foods, you would be able to say to yourself: Many things affect a person while they are awake. — But that is of less interest to us today. We should be more interested in what affects the human being during sleep. And here we must say: Just as we see the human being connected to external substances—the earthly realm—while awake, so too, when he enters the state of sleep, he enters into a certain connection with the entire cosmos.

[ 8 ] Nicht als ob der Mensch so aufzufassen wäre, daß er jede Nacht die Größe des Kosmos mit seinem astralischen Leibe annehmen würde — das wäre ein Übertriebenes, wenn man das behaupten wollte —, allein der Mensch wächst in den Kosmos hinein jede Nacht. Geradeso wie wir hier mit den Pflanzen, mit den Mineralien, mit der Luft zusammenhängen, so hängen wir während der Nacht mit den Bewegungen der Planeten und mit den Konstellationen der Fixsterne zusammen. Der Sternenhimmel wird vom Einschlafen bis zum Aufwachen geradeso unsere Welt, wie die Erde unsere Welt im Wachzustande ist.

[ 8 ] It is not as if human beings were to be understood as taking on the vastness of the cosmos with their astral bodies every night—that would be an exaggeration if one were to claim it—but human beings do grow into the cosmos every night. Just as we are connected here to the plants, the minerals, and the air, so too are we connected during the night to the movements of the planets and the constellations of the fixed stars. From the moment we fall asleep until we wake up, the starry sky becomes our world just as the Earth is our world while we are awake.

[ 9 ] Nun, da ist es denn zunächst so, daß wir verschiedene Sphären unterscheiden können, durch die wir hindurchwandern zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Die erste Sphäre, durch die wir hindurchwandern zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, das ist die Sphäre in der sich das menschliche Ich und der menschliche astralische Leib, also sagen wir, die im Schlafe befindliche Menschenseele, in Verbindung fühlt mit den Bewegungen der Planetenwelt. Geradeso wie, wenn wir am Morgen wiederum aufwachen und in unseren physischen Leib hineinschlüpfen, wir dann sagen können: Wir haben in uns unsere Lunge, unser Herz, unsere Leber, unser Gehirn —, so müssen wir während des Schlafzustandes sagen: Wir haben in der ersten Sphäre, mit der wir sogleich in Berührung kommen nach dem Einschlafen und mit der wir wiederum in Berührung sind unmittelbar vor dem Aufwachen, in uns die Kräfte der Bewegung der Planeten.

[ 9 ] Well, to begin with, we can distinguish various spheres through which we pass between falling asleep and waking up. The first sphere through which we pass between falling asleep and waking up is the sphere in which the human “I” and the human astral body—that is, the human soul in sleep—feel connected to the movements of the planetary world. Just as, when we wake up again in the morning and slip back into our physical body, we can then say: “We have within us our lungs, our heart, our liver, our brain”—so too, during the state of sleep, we must say: “We have within us, in the first sphere with which we come into contact immediately after falling asleep and with which we are in contact again immediately before waking up, the forces of the planets’ movements.”

[ 10 ] Es ist nicht, als ob wir die ganze Bewegung der Planeten jede Nacht in uns aufnehmen würden, aber das, was wir als Abbild in uns tragen, ist ein kleines Bild, in dem tatsächlich abgebildet sind die Bewegungen der Planeten. Und bei jedem Menschen ist das anders. So daß wir sagen können: Jeder Mensch erlebt die Planetenbewegung zunächst, wenn er eingeschlafen ist, in der Weise, daß er alles das, was draußen im Weltenraume zwischen den Planeten vorgeht, indem sie sich bewegen, innerlich in einer Art von Planetenglobus in seinem astralischen Leibe nacherlebt. Das ist das erste Erlebnis, das der Mensch durchmacht nach dem Einschlafen.

[ 10 ] It is not as if we take in the entire movement of the planets every night, but what we carry within us as an image is a small picture that actually reflects the movements of the planets. And this is different for every person. So we can say: Every person first experiences the planetary movements after falling asleep in such a way that they relive internally, within a kind of planetary globe in their astral body, everything that takes place out there in outer space between the planets as they move. This is the first experience a person goes through after falling asleep.

[ 11 ] Und sagen Sie nicht, meine lieben Freunde: Was geht mich das alles an, das nehme ich doch nicht wahr! — Sie sehen das nicht mit Ihren Augen, hören das nicht mit Ihren Ohren. Aber in dem Augenblicke, in dem Sie in den Schlafzustand übergehen, in dem Augenblicke wird tatsächlich derjenige Teil Ihres astralischen Leibes, der während des Wachens ins Herz eingegliedert ist, ein Herzauge; der wird sehend für dasjenige, was in dieser Weise vorgeht. Und dieses Herzauge, das nimmt wirklich wahr — wenn auch die Wahrnehmung bei der gegenwärtigen Menschheit eine sehr dumpfe ist —, das nimmt wahr, was der Mensch da erlebt.

[ 11 ] And do not say, my dear friends: “What does all this have to do with me? I don’t even notice it!” — You do not see it with your eyes, nor do you hear it with your ears. But the moment you slip into sleep, at that very moment, the part of your astral body that is integrated into the heart while you are awake actually becomes a heart’s eye; it becomes capable of perceiving what is taking place in this way. And this eye of the heart truly perceives—even if this perception is very dull in present-day humanity—it perceives what the human being is experiencing there.

[ 12 ] Und was er da erlebt, das wird von diesem Herzauge so wahrgenommen, daß dieses Herzauge in den nächsten Zeiten nach dem Einschlafen zurücksieht zu dem Menschen, der als physischer Leib und als Ätherleib im Bette liegt. Zu dem schauen das Ich und der astralische Leib zurück mit dem Herzensauge. Und dasjenige, was Sie da innerlich erleben als das Bild der Planetenbewegungen in Ihrem Leibe, das strahlt Ihnen zurück von Ihrem eigenen Ätherleibe, so daß Sie davon das Spiegelbild aus Ihrem eigenen Ätherleibe sehen.

[ 12 ] And what he experiences there is perceived by this eye of the heart in such a way that, in the moments immediately following falling asleep, this eye of the heart looks back at the human being lying in bed as a physical body and an etheric body. The I and the astral body look back at him through the eye of the heart. And what you experience inwardly as the image of the planetary movements within your body is reflected back to you from your own etheric body, so that you see its reflection from your own etheric body.

[ 13 ] Es ist nur für die gegenwärtige Konstitution der Menschen so, daß die Menschen sogleich, wenn sie aufwachen, das dumpfe Bewußtsein, das sie durch ihr Herzensauge in der Nacht gehabt haben, vergessen. Es ist ein dumpfes Bewußtsein, schwingt höchstens nach in solchen Träumen, die zwar noch etwas haben in ihrer innerlichen Beweglichkeit von der planetarischen Bewegung, in die sich aber hineinsetzen die Bilder aus dem Leben, die im Grunde genommen eben nur hineinkommen in diese eigentlich von der Planetenbewegung abhängigen Träume. Die Bilder kommen hinein, weil der astralische Leib in den Ätherleib untertaucht und der Ätherleib die Erinnerung an das Leben bewahrt.

[ 13 ] It is simply the case, given the current state of human beings, that as soon as they wake up, they forget the dim awareness they had during the night through the eye of their heart. It is a vague consciousness that, at most, resonates in such dreams, which, while still retaining something of the inner dynamism of planetary motion, are also imbued with images from life—images that, in essence, merely enter into these dreams, which are actually dependent on planetary motion. The images enter because the astral body submerges into the etheric body, and the etheric body preserves the memory of life.

[ 14 ] So daß es durchaus so sein kann: Sie wachen am Morgen auf, sind wieder zurückgegangen durch die Sphäre der Planetenbewegungen, sagen wir, Sie haben dadrinnen erlebt — weil das mit Ihrem Schicksal, mit Ihrem Karma besonders zusammenhängt — ein besonderes Verhältnis zwischen Jupiter und Venus. So kann es sein, Sie können erlebt haben ein besonderes Verhältnis zwischen Jupiter und Venus. Würden Sie dasjenige in das Tagesleben heraufbringen, was da erlebt wird zwischen Jupiter und Venus, dann würde Ihnen vieles aufgehen über Ihre menschlichen Fähigkeiten; denn die sind nicht von der Erde, die sind aus dem Kosmos heraus. Wie Sie mit dem Kosmos zusammenhängen, so sind Sie begabt, so sind Sie gut, oder zu Gutem und Bösem wenigstens geneigt. Und Sie würden sehen, was da Jupiter und Venus miteinander gesprochen haben, und was Sie mit Ihrem Herzensauge wahrgenommen haben, oder ich könnte auch sagen Herzensohr, denn das kann man so genau nicht unterscheiden. Allein das wird, weil es ja ohnedies nur sehr dumpf wahrgenommen wird, vergessen. Aber indem dadrinnen noch dieses Wechselverhältnis zwischen Jupiter und Venus stattfindet, die in Ihrem astralischen Leib eine gegenseitige Bewegung ausführen, mischt sich jetzt dasjenige hinein, was Sie einmal, sagen wir, als Sie siebzehn Jahre oder fünfundzwanzig Jahre alt waren, etwa in Oxford oder in Manchester oder irgendwo um zwölf Uhr mittags erlebt haben. Die Bilder mischen sich hinein in kosmische Erlebnisse. Die Bilder sind daher bei den Träumen ja gewiß von einer gewissen Bedeutung; aber sie sind nicht dasjenige, was in erster Linie wichtig ist. Sie sind gewissermaßen das Kleid, das sich über die kosmischen Erlebnisse hinüberwebt.

[ 14 ] So it may well be that you wake up in the morning, having once again passed through the sphere of planetary movements; let’s say you experienced within it—because this is particularly connected to your destiny, to your karma—a special relationship between Jupiter and Venus. So it may be that you have experienced a special relationship between Jupiter and Venus. If you were to bring into your daily life what is experienced there between Jupiter and Venus, then much would become clear to you regarding your human abilities; for these do not originate from the Earth, but from the cosmos. Just as you are connected to the cosmos, so are you gifted, so are you good—or at least inclined toward good and evil. And you would see what Jupiter and Venus have communicated to one another, and what you have perceived with the eye of your heart—or I might also say the ear of your heart, for the two cannot be distinguished so precisely. Yet this is forgotten, precisely because it is perceived only very dimly to begin with. But as this interplay between Jupiter and Venus continues to take place within you—as they perform a reciprocal movement in your astral body—what you once experienced, say, when you were seventeen or twenty-five years old, perhaps in Oxford or Manchester or somewhere else around noon, now intermingles with it. These images blend into cosmic experiences. The images are therefore certainly of some significance in dreams; but they are not what is primarily important. They are, so to speak, the garment that is woven over the cosmic experiences.

[ 15 ] Das Erleben nun, das auf diese Weise zustande kommt, das ist für diese Herzenswahrnehmung, von der ich gesprochen habe, etwas, wovon man sagen kann: Es ist mit einer ziemlichen Ängstlichkeit verbunden. Bei fast allen Menschen mischen sich gewisse Empfindungen spiritueller Art von Ängstlichkeit in dieses Erleben hinein, und insbesondere dann, wenn zurückleuchtet und zurücktönt von dem menschlichen Ätherleib dasjenige, was kosmisch erlebt wird. Wenn also zum Beispiel dasjenige zurückstrahlt, was von Jupiter und Venus bewirkt wird durch ihr besonderes Verhältnis, auf das ich jetzt hingewiesen habe, indem Ihnen ein Strahl — der aber sehr vielsagend ist für Ihre Herzenswahrnehmung — zurückkommt von der menschlichen Stirne, und ein anderer Strahl seinen Ton und sein Licht damit vermischt, der aus der Gegend unter dem Herzen kommt, dann entsteht diese Ängstlichkeit für die Herzenswahrnehmung, von der zunächst gesprochen werden muß, und in der jede Seele, die nicht ganz verhärtet ist, eigentlich im Schlafe zu sich sagt: Der Weltennebel hat mich aufgenommen. — Es ist wirklich etwas gleich dem Selbst-so-Dünnwerden wie der Weltennebel, und ein Schwimmen als Weltennebelwolke in dem Weltennebel drinnen. So ist zunächst das unmittelbare Erlebnis nach dem Schlafe.

[ 15 ] The experience that arises in this way is, for this perception of the heart that I have spoken of, something of which one can say: It is associated with a considerable degree of anxiety. In almost all people, certain spiritual feelings of anxiety mingle with this experience, especially when what is experienced cosmically is reflected back and resounds from the human etheric body. So, for example, when that which is brought about by Jupiter and Venus through their special relationship—to which I have just referred—radiates back, so that a ray—which is, however, very significant for your perception of the heart—returns to you from the human forehead, and another ray—coming from the region below the heart—mixes its tone and light with it, then this sense of anxiety arises for the heart’s perception, which must be addressed first, and in which every soul that is not entirely hardened actually says to itself in sleep: “The cosmic mist has enveloped me.” — It is truly something like becoming as thin as the cosmic mist itself, and floating like a cloud of cosmic mist within the cosmic mist. Such is the immediate experience upon waking.

[ 16 ] Und dann kommt — aus dieser Ängstlichkeit heraus und aus diesem sich selbst als ein Stück vom Weltennebel drinnen im Weltennebel erleben — dasjenige in die menschliche Seele hinein, was man nennen könnte die Hingabe an das die Welt durchschwebende Göttliche. Das sind die beiden Grundempfindungen, die in der ersten Sphäre nach dem Einschlafen an den Menschen herankommen: Ich bin in dem Weltennebel, und ich möchte ruhen im Schoße der Gottheit, um gegen das Aufgelöstwerden im Weltennebel gesichert zu sein.

[ 16 ] And then—out of this anxiety and out of this experience of oneself as a fragment of the cosmic mist within the cosmic mist—there enters into the human soul what one might call a surrender to the Divine that floats through the world. These are the two fundamental feelings that come upon a person in the first sphere after falling asleep: I am in the cosmic mist, and I wish to rest in the bosom of the Divine, so as to be protected from being dissolved into the cosmic mist.

[ 17 ] Und das ist etwas, was die Herzenswahrnehmung herübertragen muß am Morgen, wenn der Mensch wiederum untertaucht mit seiner Seele in seinen physischen und seinen Ätherleib. Denn würde dieses Erlebnis nicht herübergenommen in das Leben, so würden alle die Substanzen, die am nächsten Tag vom Menschen aufgenommen werden zur Nahrung, oder die sonst in ihm durch den Stoffwechsel verarbeitet werden — auch wenn er hungert, werden ja immerfort dann aus seinem eigenen Leibe die Stoffe genommen —, es würden diese ihren ganz irdischen Charakter annehmen, und sie würden den ganzen menschlichen Organismus in Unordnung bringen.

[ 17 ] And this is something that the perception of the heart must convey in the morning, when the human being once again immerses his soul into his physical and etheric bodies. For if this experience were not carried over into life, all the substances that a person takes in the next day as food—or that are otherwise processed within him through metabolism (even when he is hungry, substances are constantly drawn from his own body)—would take on a wholly earthly character, and they would throw the entire human organism into disorder.

[ 18 ] Es ist in der Tat die Bedeutung des Schlafes für den menschlichen Wachzustand eine ungeheuer große und bedeutungsvolle. Und wir können nur sagen: Es ist ja in dieser Epoche der Erdenentwickelung dem Menschen noch abgenommen, dafür selber zu sorgen, daß das Göttliche herübergetragen wird. Denn so wie die Menschen im gegenwärtigen Zeitalter veranlagt sind, würden sie kaum die Kraft aufbringen, diese Dinge von der anderen Seite des Daseins mit vollem Bewußtsein herüberzutragen in diese Seite des Daseins.

[ 18 ] Sleep is, in fact, of immense and profound importance to the human waking state. And we can only say: In this epoch of Earth’s evolution, humanity has still been relieved of the responsibility to ensure that the Divine is brought over. For, given the nature of human beings in the present age, they would scarcely be able to muster the strength to bring these things from the other side of existence over to this side of existence with full consciousness.

[ 19 ] Dann kommt der Mensch, wenn er dies erlebt hat, in die nächste Sphäre. Er verläßt die erste dabei nicht, die bleibt ihm für seine Herzenswahrnehmung. Aber die nächste Sphäre, die ist eine viel kompliziertere, und die wird wahrgenommen mit demjenigen Stück des astralischen Leibes, der bei Tag, beim Wachen eingegliedert ist in das menschliche Sonnengeflecht, eingegliedert ist namentlich auch in die gesamte Gliedmaßenorganisation des Menschen. Sonnengeflecht und GliedmaRenorganisation des Menschen, dasjenige vom astralischen Leib, was den Solarplexus durchsetzt und Arme und Beine durchsetzt, nimmt während der Nacht das wahr, was in der nächsten Sphäre ist.

[ 19 ] Once a person has experienced this, they enter the next sphere. In doing so, they do not leave the first sphere; it remains with them for their heart-perception. But the next sphere is a much more complex one, and it is perceived by that part of the astral body which, during the day while awake, is integrated into the human solar plexus—and, in particular, into the entire limb system of the human being. The solar plexus and the human limb system—that part of the astral body which permeates the solar plexus and the arms and legs—perceives during the night what is in the next sphere.

[ 20 ] Und in der nächsten Sphäre ist es so, daß der Mensch nun die Kräfte fühlt in seinem astralischen Leibe, die von den Tierkreisbildern kommen: die eine Form von Kräften kommt direkt von den Tierkreisbildern, die andere, indem die Tierkreiskräfte durch die Erde durchgehen, je nachdem die Tierkreisbilder oberhalb oder unter der Erde sind. Das macht den großen Unterschied.

[ 20 ] And in the next sphere, a person now feels the forces in their astral body that come from the signs of the zodiac: one form of these forces comes directly from the signs of the zodiac, while the other arises as the zodiacal forces pass through the Earth, depending on whether the signs of the zodiac are above or below the Earth. That makes all the difference.

[ 21 ] Der Mensch nimmt also wahr mit dem, was ich jetzt seine Sonnenwahrnehmung nennen möchte, weil es sich um das Stück des astralischen Leibes als Wahrnehmendes handelt, das mit dem Sonnengeflecht und mit den Gliedmaßen zusammenhängt: sein Sonnenauge möchte ich es nennen. Durch dieses wird er aber sein ganzes Verhältnis zum Tierkreis gewahr und zur Planetenbewegung. Das Bild also erweitert sich, der Mensch wächst mehr hinein in das Bild des Kosmos.

[ 21 ] Human beings thus perceive through what I would now like to call their “solar perception,” because it involves that part of the astral body that is responsible for perception and is connected to the solar plexus and the limbs: I would like to call it the “solar eye.” Through this, however, they become aware of their entire relationship to the zodiac and to the movements of the planets. The picture thus expands; human beings grow more deeply into the image of the cosmos.

[ 22 ] Und wiederum ist es so, daß der Mensch das jetzt gespiegelt bekommt von seinem eigenen physischen und Ätherleib, auf den er den Blick zurückrichtet. So daß der Mensch jede Nacht dasjenige, was aus seinem Leibe herausgeht, in den Zusammenhang hineinbekommt mit dem gesamten Kosmos, mit Planetenbewegung und Fixsternkonstellation.

[ 22 ] And once again, it is the case that a person now sees this reflected by his own physical and etheric bodies, upon which he turns his gaze. Thus, every night, a person experiences what emanates from his body as being connected to the entire cosmos, to the movements of the planets and the constellations of fixed stars.

[ 23 ] Es ist aber das Erlebnis mit den Fixsternen — das bei dem einen Menschen eine halbe Stunde nach dem Einschlafen, bei dem anderen nach längerer Zeit, bei manchen ganz kurz nach dem Einschlafen auftreten kann — so, daß der Mensch sich in allen zwölf Fixsternen darinnen erlebt. Nun sind die Erlebnisse mit den Fixsternen außerordentlich kompliziert.

[ 23 ] However, the experience with the fixed stars—which may occur for one person half an hour after falling asleep, for another after a longer period of time, and for some very shortly after falling asleep—is such that the person experiences themselves within all twelve fixed stars. Now, these experiences with the fixed stars are extraordinarily complex.

[ 24 ] Meine lieben Freunde, ich glaube, Sie könnten die wichtigsten Gegenden der Erde als ein Weltreisender absolviert haben, Sie würden die Summe von Erlebnissen nicht haben, die Sie jede Nacht von einem einzigen Sternbilde des Tierkreises für Ihr Sonnenauge haben! Und es ist zunächst so, daß für die Menschen älterer Zeiten, die noch stark traumhafte Hellseherkräfte in sich gehabt haben und vieles von dem, was ich jetzt erzähle, traumhaft bewußt wahrnahmen, dies verhältnismäßig weniger verwirrend war. Heute kann der Mensch kaum zu irgendeiner Klarheit für sein Sonnenauge kommen — und dazu muß er kommen, wenn er es auch bei Tag vergessen hat —, kaum zu irgendeiner Klarheit über das kommen, was er nun in zwölffach komplizierter Weise während der Nacht erlebt, wenn er nicht in sein Gemüt aufgenommen hat dasjenige, was der Christus hat der Erde werden wollen durch das Mysterium von Golgatha. Einfach gefühlt zu haben, was das für das Erdenleben bedeutet, daß der Christus durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, Gedanken sich gemacht zu haben im gewöhnlichen Erdenleben über den Christus: das bringt auf dem Umwege durch den physischen und durch den Ätherleib in den astralischen Leib eine solche Tingierung, eine solche Tinktur hinein, daß der Christus der Führer wird in dem Tierkreis vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 24 ] My dear friends, I believe that even if you had traveled the world and visited all its most important regions, you would not have accumulated as many experiences as you gain each night from a single constellation of the zodiac through the eye of your soul! And to begin with, for people of earlier times—who still possessed strong, dreamlike clairvoyant powers and were dreamlike in their conscious perception of much of what I am now describing—this was relatively less confusing. Today, a person can scarcely attain any clarity for their solar eye—and they must attain it, even if they have forgotten it during the day—scarcely attain any clarity regarding what they now experience in a twelvefold more complex way during the night, unless they have taken into their soul what Christ intended to become for the Earth through the Mystery of Golgotha. Simply having felt what it means for earthly life that Christ went through the Mystery of Golgotha, having reflected on Christ in ordinary earthly life: this brings, indirectly through the physical and etheric bodies into the astral body, such an imprint, such an infusion, that Christ becomes the guide through the cycle from falling asleep to waking up.

[ 25 ] Da ist es tatsächlich so, daß der Mensch wiederum fühlt: Soll ich denn in der Zahl der Sterne und in ihren Ereignissen untergehen? — Und wenn er dann zurückblicken kann auf dasjenige, was er während des Tagwachens an Gedanken und Empfindungen und Gefühlen und Willensimpulsen zum Christus hingewendet hat, dann ersteht ihm in dem Christus eine Art Führer zum Ordnen der verwirrenden Ereignisse dieser Sphäre.

[ 25 ] It is indeed the case that the human being once again feels: Am I to be lost among the stars and their events? — And when he can then look back on the thoughts, sensations, feelings, and impulses of the will that he directed toward Christ during his waking hours, a kind of guide emerges for him in Christ to help him make sense of the confusing events of this sphere.

[ 26 ] So daß wir tatsächlich sagen müssen: Wenn wir die andere Seite des Lebens betrachten, dann geht uns erst die volle Bedeutung des Christus für das Erdenleben der Menschheit seit dem Mysterium von Golgatha auf. Und es versteht sonst eigentlich niemand, was der Christus noch werden muß für das Erdenleben innerhalb der heutigen gewöhnlichen Zivilisation.

[ 26 ] So we must indeed say: When we look at the other side of life, only then does the full significance of the Christ for humanity’s earthly life since the Mystery of Golgotha become clear to us. And no one else really understands what the Christ still has to become for earthly life within today’s ordinary civilization.

[ 27 ] Nun legt man sich alle diese Dinge, die ja heute noch nicht viele durchmachen, in einer falschen Weise aus. Die Art und Weise, wie die heute noch nicht vom Christus-Ereignis berührten Menschen die nächtlichen Erlebnisse ungeordnet ins wache Tagesbewußtsein hereinbringen, die versteht man erst, wenn man das weiß, was ich eben jetzt auseinandergesetzt habe. In der Tat, wenn wir zuerst das nebelhafte Dasein durchgemacht haben im Schlafzustande, stehen wir gewissermaßen vor einer uns verwirrenden Welt, in welcher der Christus als eine geistige Sonne heraustritt und unser Führer wird, so daß die Verwirrung sich in einer Art harmonischen Verständnisses löst.

[ 27 ] Now, people tend to misinterpret all these things—which, after all, not many people experience today—in the wrong way. The way in which people who have not yet been touched by the Christ event bring their nocturnal experiences into their waking daytime consciousness in a disordered manner—this can only be understood once one knows what I have just explained. Indeed, once we have first passed through that misty state of existence in sleep, we find ourselves, as it were, facing a world that confuses us, into which Christ emerges as a spiritual sun and becomes our guide, so that the confusion dissolves into a kind of harmonious understanding.

[ 28 ] Das ist wichtig, weil in dem Augenblicke, wo wir diese Sphäre betreten, in der wir Durcheinanderwirbelndes haben, Fixsternkonstellation des Tierkreises und Planetenbewegung, tatsächlich vor unser Sonnenauge unser Karma tritt. Alle Menschen nehmen ihr Karma wahr, aber nur im Schlafzustande. In den Wachzustand schleicht sich nur die Nachbildung dieser Wahrnehmung gefühlsmäßig herein.

[ 28 ] This is important because the moment we enter this sphere—where we find a swirling chaos of fixed-star constellations of the zodiac and planetary motion—our karma actually comes before our inner eye. All people perceive their karma, but only in the state of sleep. In the waking state, only an emotional replica of this perception creeps in.

[ 29 ] Manches von jenem Befinden, das ja ein einigermaßen nach Selbsterkenntnis trachtender Mensch in sich antreffen kann, ist der ganz dumpfe Nachklang dieses Erlebens, wo der Christus als Führer auftritt und von Widder durch Stier, Zwillinge und so weiter leitet, und den Menschen in der Nacht die Welt erklärt, so daß sie wieder Kraft bekommen zum Tagesleben. Denn es ist nichts Geringeres, was wir in dieser Sphäre erleben, als daß durch die verwirrenden Ereignisse des Tierkreises hindurch der Christus unser Führer wird, wie die führende Wesenheit dasteht und von Sternbild zu Sternbild den Menschen leitet, damit er in sich geordnet die Kräfte aufnehmen kann, die er geordnet eben wiederum für das Wachleben braucht.

[ 29 ] Some of the feelings that a person who is to some extent seeking self-knowledge may encounter within themselves are the very faint echoes of this experience, in which Christ appears as a guide and leads them from Aries through Taurus, Gemini, and so on, explaining the world to them in the night so that they may regain the strength for their daily lives. For what we experience in this sphere is nothing less than Christ becoming our guide through the bewildering events of the zodiac—as the guiding being stands there and leads the person from constellation to constellation, so that they may take in, in an orderly manner, the forces they need, in an orderly way, for waking life.

[ 30 ] So erlebt der Mensch im Grunde jede Nacht zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen; er erlebt dieses aus seiner Verwandtschaft mit dem Kosmos als Seele und Geist. So wie er durch den physischen und den Ätherkörper mit der Erde verwandt ist, so ist er mit seiner Seele und seinem Geist und seinem astralischen Leibe dem Kosmos verwandt. Der Mensch würde nun, wenn er sich getrennt hat von seinem physischen und Ätherleibe und so hinausgewachsen ist in die kosmische Welt, in sich eine starke Verwandtschaft gewissermaßen zu ihr fühlen in seinem innerlichen Bild-Erleben, das ihm zurückstrahlt von dem, was im Bette liegengeblieben ist; eine starke Tendenz würde er fühlen, weiter über den Tierkreis hinauszuleben.

[ 30 ] This is essentially what a person experiences every night between falling asleep and waking up; they experience this through their kinship with the cosmos as soul and spirit. Just as they are connected to the Earth through their physical and etheric bodies, so too are they connected to the cosmos through their soul, spirit, and astral body. Once a person has separated from their physical and etheric bodies and has thus grown out into the cosmic world, they would feel, as it were, a strong connection to it within their inner experience of images—which radiates back to them from what has been left behind in bed; they would feel a strong tendency to continue living beyond the zodiac.

[ 31 ] Das kann er zunächst zwischen der Geburt und dem Tode nicht, weil sich in alle diese Erlebnisse, die ich Ihnen bis jetzt geschildert habe, während der Schlafenszeit des Menschen ein anderes Element hineinmischt, ein Element, das ganz anderer Art ist als alles dasjenige, was von den Planeten und von den Fixsternen kommt. Und das ist das Mondenelement.

[ 31 ] He cannot do this, at least not between birth and death, because during a person’s sleep, another element intermingles with all these experiences I have described to you so far—an element that is of a completely different nature than anything that comes from the planets and the fixed stars. And that is the lunar element.

[ 32 ] Das Mondenelement tingiert gewissermaßen während der Nacht den gesamten Kosmos — auch währenddem Neumond ist — mit einem besonderen Substantiellen, das der Mensch auch erlebt. Aber er erlebt es so, daß ihn diese Mondenkräfte, ich möchte sagen, zurückhalten innerhalb der Tierkreiswelt und wiederum zurückführen zum Aufwachen. Dieses Mondenelement erlebt der Mensch, schon schwach ahnend, während der ersten Sphäre. Aber besonders stark erlebt der Mensch während der zweiten Sphäre, die ich geschildert habe, die Geheimnisse der Geburt und des Todes. Er erlebt da — mit einem noch tieferliegenden Organ, als das Herzensauge und das Sonnenauge sind —, mit einem Organe, das gewissermaßen seinem ganzen Menschen zugeteilt ist, tatsächlich jede Nacht, wie das Geistig-Seelische heruntersteigt, beziehungsweise heruntergestiegen ist aus der geistig-seelischen Welt und durch die Geburt eingezogen ist in ein physisches Dasein und wie nach und nach der Leib in den Tod übergeht. Man stirbt ja eigentlich immer, in jedem Augenblick, überwindet nur den Tod, bis der Tod dann wirklich als ein einziges Ereignis eintritt. Aber in demselben Momente, in dem man so erlebt, wie die Seele gewissermaßen durchgeht durch das Irdisch-Leibliche, in jenem Momente erlebt man durch dieselben Kräfte seine Zusammenhänge mit der übrigen Menschheit.

[ 32 ] The lunar element, so to speak, imbues the entire cosmos during the night—even during the new moon—with a special, substantial quality that human beings also experience. But humans experience it in such a way that these lunar forces, I might say, hold them back within the world of the zodiac and lead them back to waking life. Humans experience this lunar element, already with a faint sense of it, during the first sphere. But it is during the second sphere—which I have described—that humans experience the mysteries of birth and death with particular intensity. There they experience — through an organ even deeper than the eye of the heart and the eye of the sun — through an organ that is, so to speak, shared by the whole human being; indeed, every night, as the spiritual-soul aspect descends—or rather, has descended—from the spiritual-soul world and, through birth, has entered into a physical existence, and as the body gradually passes into death. One is, in fact, always dying, at every moment; one merely overcomes death until death then truly occurs as a single event. But in the very moment in which one experiences how the soul, so to speak, passes through the earthly-physical, in that moment one experiences, through the same forces, one’s connections with the rest of humanity.

[ 33 ] Sie müssen nur bedenken: Auch nicht die unbedeutendste Begegnung, das unbedeutendste Verhältnis, ebensowenig wie das allereinschneidendste, sind ohne Zusammenhang mit dem gesamten Schicksal, mit dem gesamten Karma des Menschen. Und ob nun die Seelen, mit denen wir jemals im verflossenen Erdenleben in Beziehung gestanden haben, oder mit denen wir jetzt in diesem Erdenleben in Beziehung stehen, jeweilig in der geistigen Welt sind, oder ob sie hier auf Erden sind, alles dasjenige, was der Mensch mit Menschen zu tun hat, alle menschlichen Verhältnisse, die ja eine innige Beziehung zu dem Geheimnis von Geburt und Tod haben, die treten da, ich möchte sagen, vor das spirituelle Menschenauge. Der Mensch fühlt sich in seinem gesamten Lebensschicksale darinnen.

[ 33 ] You need only consider this: Not even the most insignificant encounter or relationship—nor, for that matter, the most profound one—is without connection to a person’s entire destiny, to their entire karma. And whether the souls with whom we have ever had a relationship in past earthly lives, or with whom we are now in relationship in this earthly life, are in the spiritual world or here on earth—everything a person has to do with other people, all human relationships, which are, after all, intimately connected to the mystery of birth and death—all of this comes into view, I would say, before the spiritual eye of the human being. The human being feels himself to be within this in the entirety of his life’s destiny.

[ 34 ] Das hängt damit zusammen, daß gewissermaßen alle anderen Kräfte, die der Planeten und die der Fixsterne, uns hinausziehen wollen in den Kosmos. Der Mond will uns wiederum hineinstellen in die Menschenwelt, er reißt uns aus dem Kosmos im Grunde heraus. Er hat Kräfte, die entgegengesetzt sind sowohl den Sonnenkräften wie den Sternenkräften; er macht unsere Verwandtschaft zur Erde aus. Daher bringt er uns in gewissem Sinne jede Nacht von den Tierkreiserlebnissen zurück in die Planetenerlebnisse und wiederum in die Erdenerlebnisse, indem wir in den physischen Menschenleib zurückgebracht werden.

[ 34 ] This is related to the fact that, in a sense, all other forces—those of the planets and those of the fixed stars—seek to pull us out into the cosmos. The Moon, on the other hand, seeks to bring us back into the human world; it essentially pulls us out of the cosmos. It possesses forces that are opposed to both the forces of the Sun and those of the stars; it constitutes our connection to the Earth. Therefore, in a certain sense, every night it brings us back from the experiences of the zodiac to the planetary experiences and, in turn, to the earthly experiences, as we are returned to the physical human body.

[ 35 ] Das ist von einem gewissen Gesichtspunkte aus der Unterschied zwischen dem Schlafen und zwischen dem Sterben, daß der Mensch, wenn er einschläft, in starker Beziehung stehenbleibt zu diesen Mondenkräften. Diese Mondenkräfte sind es, die gewissermaßen ihn auf die Bedeutung seines Erdenlebens auch jede Nacht erneut hinweisen. Das kann aber nur deshalb der Fall sein, weil der Mensch alles zurückgestrahlt erhält, wie ich geschildert habe, von seinem Ätherleib. Im Tode zieht er den Ätherleib aus seinem physischen Leibe heraus: die Rückerinnerung an das letzte Erdenleben tritt auf, und dieser Ätherleib ist es jetzt, der für die kurze Weile von wenigen Tagen die Wolke durchsetzt, von der ich gesprochen habe. Ich sagte: Jede Nacht leben wir selber als Wolke, als Nebelwolke in eine Nebelwelt uns hinein. Aber diese Nebelwolke, die wir selber sind, ist in der Nacht ohne unseren Ätherleib. Wenn wir sterben, ist sie zunächst in den ersten Tagen nach dem Tode mit unserem Ätherleib. Dann löst sich der Ätherleib nach und nach in das Kosmische auf, die Erinnerung schwindet. Und jetzt haben wir zum Unterschiede von früher, wo wir alles, was wir an Sternenerlebnissen hatten, nur zurückgestrahlt hatten von dem Menschen, der im Bette liegen geblieben war, jetzt nach dem Tode haben wir ein unmittelbar inneres Erlebnis der Planetenbewegung und der Fixsternkonstellation.

[ 35 ] From a certain point of view, the difference between sleeping and dying is that when a person falls asleep, they remain in a strong connection with these lunar forces. It is these lunar forces that, in a sense, remind them anew every night of the significance of their earthly life. But this can only be the case because, as I have described, a person receives everything reflected back from their etheric body. At death, they draw the etheric body out of their physical body: the recollection of their last earthly life arises, and it is now this etheric body that, for a brief period of a few days, permeates the cloud of which I have spoken. I said: Every night we ourselves live as a cloud, as a misty cloud, within a world of mist. But this misty cloud, which is ourselves, is without our etheric body at night. When we die, it is initially with our etheric body during the first few days after death. Then the etheric body gradually dissolves into the cosmic, and the memory fades. And now, unlike in the past—when all our experiences of the stars were merely reflected back to us by the person who had remained in bed—we now, after death, have a direct inner experience of planetary motion and the constellations of fixed stars.

[ 36 ] Sie finden von einem gewissen Gesichtspunkte aus geschildert, wie diese Erlebnisse sind, wenn Sie meine «Theosophie» lesen. Da ist dasjenige eben geschildert, was der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt so hat, wie wenn es um ihn herum wäre. Aber so wie Sie nicht Farben und Töne hätten, wenn Sie nicht im Inneren des Leibes ein Auge hätten, ein Ohr hätten, wie sie nicht atmen könnten, wenn Sie nicht im Inneren des Menschen eine Lunge und ein Herz hätten, so könnten Sie nach dem Tode das, was ich da beschrieben habe als Seelenwelt und Geisterland, als Ihre Umgebung im Geistigen, nicht wahrnehmen, wenn Sie in sich nicht hätten Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Widder, Stier, Zwillinge und so weiter. Das ist dann Ihr Organismus: mit Ihrem kosmischen Organismus erleben Sie das. Der Mond kann Sie nicht mehr zurückbringen, weil er nur zum Ätherleib hin zurückbringen kann; der aber hat sich in den Kosmos aufgelöst.

[ 36 ] If you read my *Theosophy*, you will find a description—from a certain perspective—of what these experiences are like. It describes precisely what a person experiences between death and rebirth, as if it were happening all around them. But just as you would have no colors or sounds if you did not have an eye or an ear within your body, just as you could not breathe if you did not have lungs and a heart within your body, so too, after death, you would not be able to perceive what I have described there—the world of the soul and the realm of the spirits, your surroundings in the spiritual realm—if you did not have within yourself Mercury, Venus, Mars, Jupiter, Aries, Taurus, Gemini, and so on. That is your organism: you experience this through your cosmic organism. The Moon can no longer bring you back, because it can only bring you back to the etheric body; but that has dissolved into the cosmos.

[ 37 ] Aber in dem Menschen ist so viel noch vorhanden von jener Kraft, die der Mond auf ihn vererbt hat, daß er eben in der Seelenwelt eine Zeitlang bleibt, wie ich das geschildert habe in der «Theosophie». Er hält noch seinen Blick zur Erde hin gespannt, dann geht er über in dasjenige, was ich als das Geisterland geschildert habe. Da ist er dann in einem Erleben, das auch außerhalb des Tierkreises, außerhalb des Fixsternhimmels von ihm selber gefühlt wird. Und so durchlebt er dann die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 37 ] But there is still so much of that power within the human being—the power the Moon has bequeathed to him—that he remains in the soul world for a time, just as I have described in *Theosophy*. He still keeps his gaze fixed on the Earth, then he passes into what I have described as the spirit realm. There he experiences a state that he himself perceives as lying beyond the zodiac and beyond the sky of fixed stars. And so he lives through the time between death and a new birth.

[ 38 ] Es ist in den Einzelheiten dieses Hineinleben in die geistige Welt so, daß wenn ich es Ihnen schildere für die Nacht, so könnte ich es Ihnen etwa in der folgenden Weise schildern — aber Sie müssen natürlich dabei die Begriffe nur ja nicht pressen, weil man mit irdischen Begriffen diese Dinge fast nicht zum Ausdruck bringen kann. Doch ich kann es Ihnen so schildern.

[ 38 ] The details of this immersion into the spiritual world are such that if I were to describe it to you tonight, I could do so in roughly the following way—but of course, you mustn’t try to force these concepts, because it is almost impossible to express these things using earthly terms. But I can describe it to you this way.

[ 39 ] Denken Sie sich eine Wiese, auf dieser Wiese Pflanzen; es geht von jeder Pflanzenblüte, auch von denjenigen Blüten, die auf Bäumen sind, zunächst eine Art Spirallinie aus, die sich in den Weltenraum hinausschwingt. Diese Spirallinien enthalten die Kräfte, durch welche der Kosmos auf der Erde das Pflanzenwachstum regelt und bewirkt. Denn die Pflanzen wachsen nicht bloß aus ihrem Keim heraus, die Pflanzen wachsen aus den kosmischen, spiralig die Erde umgebenden Kräften. Aber diese Kräfte sind auch im Winter da, auch in der Wüste da, auch wenn die Pflanzen nicht da sind. Um in die Planetenbewegungen hineinzukommen, muß der Mensch diese Pflanzenspiralkräfte jede Nacht benützen wie eine Leiter. Er steigt also durch das Leiterhafte der Pflanzenspiralkräfte in die Bewegungen der Planetenwelt hinauf. Und mit jener Kraft, welche die Pflanze aus ihrer Wurzel heraus nach oben wachsen läßt — sie muß ja eine Kraft anwenden, damit sie nach oben wachsen kann —, mit dieser Kraft wird der Mensch in die zweite Sphäre, die ich geschildert habe, hineingetragen. Und in der Tat, wenn wir diejenigen Erlebnisse, die ich Ihnen geschildert habe, wo der Mensch in eine gewisse Ängstlichkeit kommt und sagt: Ein Nebelgebilde im allgemeinen kosmischen Nebel bin ich, ich muß im Schoße der Gottheit ruhen —, wenn wir das mit Bezug auf die Erdenverhältnisse ins Auge fassen, so sagt sich wiederum die Seele: Ich ruhe in all dem, was als der kosmische Segen über einem Saatfelde liegt, wenn es blüht, was über der Wiese liegt, wenn sie blüht. Alles dasjenige, was sich da zu den Pflanzen heruntersenkt und in spiraligen Kräftelinien sich auslebt, alles das ist im Grunde genommen der Gottheitsschoß, der in sich belebte, regsame Gottheitsschoß, in den sich der Mensch zunächst in jeder Schlafenszeit eingebettet fühlt.

[ 39 ] Imagine a meadow, with plants growing in it; from every plant flower—including those on trees—a kind of spiral line radiates outward, extending into outer space. These spiral lines contain the forces through which the cosmos regulates and brings about plant growth on Earth. For plants do not grow merely from their seeds; they grow from the cosmic forces that spiral around the Earth. But these forces are present even in winter, even in the desert, even when there are no plants. To enter into the movements of the planets, a person must use these spiral forces of the plants every night as a ladder. Thus, through the ladder-like nature of the spiral forces of the plants, a person ascends into the movements of the planetary world. And with that force which causes the plant to grow upward from its root—for it must exert a force in order to grow upward—with this force, the human being is carried into the second sphere I have described. And indeed, when we consider the experiences I have described to you, in which the human being falls into a certain anxiety and says: “I am a misty form within the general cosmic mist; I must rest in the bosom of the Divine”—when we consider this in relation to earthly conditions, the soul says to itself once more: “I rest in all that lies as the cosmic blessing over a seedbed when it blooms, over the meadow when it blooms.” All that which descends there to the plants and unfolds in spiraling lines of force—all of that is, in essence, the bosom of the Divine, the living, active bosom of the Divine, into which a person first feels enfolded every time they sleep.

[ 40 ] Und der Mond ist es, der ihn zu seinem Tierischen wieder zurückführt. Denn die Pflanzenkräfte haben stets das Bestreben, den Menschen immer weiter hinauszutragen ins Universelle. Aber da der Mensch sein Animalisches mit dem Animalreich teilt, bringt ihn der Mond wiederum an jedem Morgen in sein Animalisches zurück.

[ 40 ] And it is the moon that brings him back to his animal nature. For the forces of the plant kingdom always strive to carry human beings ever further out into the universal realm. But since human beings share their animal nature with the animal kingdom, the moon brings them back to their animal nature every morning.

[ 41 ] So hängt der Mensch mit dem Kosmos zusammen. So wirkt der Kosmos gerade zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Und Herzensauge, Sonnenauge, Menschenauge, sie machen das in der Nacht so durch, daß sie ähnlich fühlen, wie wenn der eine Mensch, sagen wir, irgendeine Beziehung zu einem anderen fühlte, erlebte. Aber das wird ihm nicht so gesagt, das ist auch von ihm nicht ausgedacht, sondern das sagen ihm die Aussprüche der Pflanzen, durch die er gerade über eine Leiter hinaufsteigt in die Planetenwelt zuerst, und dann hinausgetrieben wird in die Tierkreiswelt.

[ 41 ] This is how the human being is connected to the cosmos. This is how the cosmos works, particularly between falling asleep and waking up. And the eye of the heart, the eye of the sun, and the human eye—they experience this during the night in such a way that they feel something similar to what a person might feel or experience when, say, they have some kind of relationship with another person. But this is not told to him in so many words, nor is it something he conceives on his own; rather, it is conveyed to him through the utterances of the plants, through which he first ascends via a ladder into the planetary world, and is then propelled outward into the zodiacal world.

[ 42 ] Und so kann etwa ein Erlebnis so sein: Ich habe ein Verhältnis zu diesem Menschen, die Lilien sagen es mir, die Rosen sagen es mir, denn die Rosenkraft, die Lilienkraft, die Tulpenkraft hat mich gerade dahin getrieben. — Die ganze Erde wird gewissermaßen zum Lebensbuch, das aufklärt über die Menschenwelt, Seelenmenschenwelt, in die man sich hineinlebt.

[ 42 ] And so, for example, an experience might be like this: I have a connection to this person; the lilies tell me so, the roses tell me so, because the power of the roses, the power of the lilies, and the power of the tulips have just drawn me there. — The entire Earth becomes, so to speak, a book of life that sheds light on the human world—the world of souls—into which one immerses oneself.

[ 43 ] Und sehen Sie, diese Erlebnisse haben ja die Menschen verschiedener Zeitalter, verschiedener Epochen in verschiedener Weise gehabt. Wenn Sie noch hinschauen nach dem alten Indien: Die, welche etwas erfahren wollten durch den Schlafzustand, durch die Beziehung zur Sternenwelt, die wollten nur erfahren von denjenigen Fixsternen, von denjenigen Sternbildern, die jeweilig über der Erde sind, nicht immer, aber jeweilig, das ändert sich ja. Aber sie wollten nie Beziehungen haben zu den Sternbildern, die unterhalb sind, deren Kräfte dann durch die Erde durch gehen.

[ 43 ] And you see, people of different ages and different eras have had these experiences in various ways. If you look back at ancient India: Those who wanted to gain knowledge through the state of sleep, through their connection to the world of the stars, wanted to learn only about those fixed stars and those constellations that were directly above the Earth at any given time—not always, but at that particular moment; after all, that changes. But they never sought a connection to the constellations below, whose forces then pass through the Earth.

[ 44 ] Sehen Sie sich daher eine Buddha-Position an oder überhaupt die Position eines orientalischen Weisen, der nach spiritueller Weisheit strebt durch Exerzitien! Sehen Sie sich an, wie er die Beine übereinandergeschlagen hat und auf den übereinandergeschlagenen Beinen sitzt: weil er nur dasjenige, was Oberleib ist und was in Beziehung zu den oberen Sternbildern steht, in sich regsam haben will, und nicht dasjenige, was durch das Sonnenauge auch durch ihn hindurchwirkt, was durch die Gliedmaßen wirkt. Er will die Gliedmaßenkräfte gewissermaßen ausgeschaltet haben. Daher können Sie in der Position eines jeden orientalischen nach Weisheit Strebenden sehen, wie er nur zu dem, was über der Erde ist, eine Beziehung entwickeln will. Er will nur nach dem Seelischen hin Erkenntnisbeziehungen entwickeln.

[ 44 ] Take a look, then, at the Buddha’s posture—or indeed the posture of any Eastern sage who seeks spiritual wisdom through spiritual exercises! Observe how he has crossed his legs and is sitting with them crossed: because he wants only that which constitutes the upper body—and which is related to the upper constellations—to be active within him, and not that which works through him via the solar eye, nor that which works through the limbs. He wants, so to speak, to have the forces of the limbs switched off. Therefore, in the posture of every Eastern seeker of wisdom, you can see how he wishes to develop a relationship only with that which is above the earth. He wants to develop relationships of understanding only toward the soul.

[ 45 ] Die Welt wäre unvollkommen geblieben, wenn nur diese Art Erkenntnisstreben dagewesen wäre, wenn immer nur die Buddha-Positionen eingehalten worden wären, um zur Erkenntnis zu kommen. Schon innerhalb der Griechenzeit mußte der Mensch auch in Beziehung zu denjenigen Kräften treten, zu denen man in Beziehung kommt, wenn man nach den Sternbildern hin sich entwickelt, die unterhalb der Erde jeweilig sind.

[ 45 ] The world would have remained imperfect if only this kind of quest for knowledge had existed, if only the Buddha’s teachings had always been followed in order to attain knowledge. Even during the Greek era, human beings had to enter into a relationship with those forces that one encounters when developing in accordance with the constellations that correspond to the regions beneath the earth.

[ 46 ] Das ist in der griechischen Sage wunderbar intim angedeutet. Denn in der griechischen Sage wird Ihnen von einer gewissen Art Initiation immer erzählt: Der Betreffende stieg in die Unterwelt hinab. — Von gewissen Heroen Griechenlands können Sie immer wissen, der erlebt die Initiation, wenn von ihm erzählt wird, er ist in die Unterwelt hinabgestiegen. Das heißt, er hat diejenigen Kräfte des Kosmos kennengelernt, die durch die Erde hindurch wirken, er hat die chthonischen Kräfte kennengelernt.

[ 46 ] This is wonderfully and intimately hinted at in Greek mythology. For in Greek mythology, you are always told of a certain kind of initiation: the person in question descended into the underworld. — With certain Greek heroes, you can always tell that they have undergone this initiation when the story mentions that they have descended into the underworld. This means they have come to know those cosmic forces that work through the earth; they have come to know the chthonic forces.

[ 47 ] So hat jedes Zeitalter seine besondere Aufgabe. Und so lernte der orientalische Initiierte, damit er das den anderen Menschen mitteilen konnte, vorzugsweise dasjenige kennen, was vor der Geburt beziehungsweise der Konzeption, also im seelisch-geistigen Gebiete lag, welches der Mensch durchlebt, bevor er heruntersteigt in die irdische Welt. Und was in einer so großartigen Weise in der orientalischen Weltanschauung, in der orientalischen Dichtung an die Menschen herantritt, das tritt im wesentlichen dadurch heran, daß dazumal die Menschen hineinschauen konnten in das Leben, das die Menschen durchmachen, bevor sie zur Erde heruntersteigen.

[ 47 ] Thus, every age has its own special task. And so, in order to be able to share this with others, the Eastern initiate came to know, above all, that which lies before birth or conception—that is, in the soul-spiritual realm—which a human being experiences before descending into the earthly world. And what approaches people in such a magnificent way in the Eastern worldview and in Eastern poetry does so essentially because, in those days, people were able to look into the life that human beings go through before they descend to Earth.

[ 48 ] In Griechenland fing man an, dasjenige kennenzulernen, was von der Erde selbst abhängt: Uranus und Gäa. Gäa, die Erde, steht am Ausgangspunkte der griechischen Kosmologie. Und immer trachtete der Grieche, die Mysterien der Erde selbst kennenzulernen, die natürlich auch die kosmischen Mysterien sind, die durch die Erde hindurchwirken. Die Mysterien aber der eigentlichen Unterwelt, auch die wollte der Grieche kennenlernen. Und so entwickelte sich in Griechenland eine richtige Kosmologie.

[ 48 ] In Greece, people began to come to understand that which depends on the Earth itself: Uranus and Gaia. Gaia, the Earth, stands at the starting point of Greek cosmology. And the Greeks always sought to understand the mysteries of the Earth itself—which are, of course, also the cosmic mysteries that work through the Earth. But the Greeks also wanted to understand the mysteries of the underworld proper. And so a true cosmology developed in Greece.

[ 49 ] Sehen Sie an, wie wenig eigentlich der Grieche noch — der Orientale hatte sie gar nicht — von dem hat, was wir Geschichtserkenntnis nennen. Ihn interessiert ja viel mehr, was damals war, als die Erde gewissermaßen im Kosmos sich bildete, dann, als die inneren Erdenkräfte, die titanischen Kräfte andere Kräfte bekriegten, worauf der Grieche als auf große, gewaltige spirituelle Kräfte hinwies, die den irdischen Verhältnissen zugrunde liegen, in die der Mensch hineinversponnen ist. Wir in der neueren Zeit sind darauf angewiesen, die Geschichte zu verstehen, hinweisen zu können, daß der Mensch ausgegangen ist von einem alten, traumhaften Hellseherzustand, daß er jetzt zu seinem intellektualistisch gefärbten und nur vom Mythischen tingierten Bewußtsein gekommen ist, aus dem er sich wieder herausarbeiten muß zum Hineinschauen in die geistige, in die spirituelle Welt.

[ 49 ] Just look at how little the Greek actually has left—the Oriental had none at all—of what we call historical insight. He is far more interested in what happened back when the Earth was, so to speak, forming within the cosmos—back when the inner forces of the Earth, the titanic forces, were at war with other forces—which the Greeks pointed to as great, mighty spiritual forces underlying earthly conditions, into which human beings are woven. We in more recent times are dependent on understanding history, on being able to point out that humanity emerged from an ancient, dreamlike state of clairvoyance, that it has now arrived at a consciousness colored by intellectualism and tinged only by the mythical, from which it must work its way out again in order to look into the mental and spiritual worlds.

[ 50 ] Diese gegenwärtige Zeitepoche ist ja der Übergang zu einem bewußten Erringen eines Erlebens in der geistigen Welt. Dazu müssen wir vor allen Dingen den Blick auf die Geschichte werfen. Daher ist es in unserer anthroposophischen Bewegung immer wieder und wiederum geschehen, daß die verschiedenen Geschichtsepochen betrachtet wurden bis dahin zurück, wo die Menschen noch von höheren, überirdischen Wesenheiten die Erkenntnisse empfingen, und daß dann weiter bis zu unserer Zeit diese geschichtliche Entwickelung des Menschen verfolgt worden ist.

[ 50 ] This present epoch is, after all, the transition to a conscious attainment of experience in the spiritual world. To this end, we must above all turn our gaze to history. That is why, in our anthroposophical movement, it has happened time and again that the various historical epochs have been examined all the way back to the time when human beings still received knowledge from higher, superterrestrial beings, and that this historical development of humanity has then been traced forward to our own time.

[ 51 ] Und diese geschichtliche Entwickelung des Menschen wird ja von der heutigen äußeren Erkenntnis erst recht ganz abstrakt betrachtet. Welche abstrakten Linien werden gezogen, wenn man heute Geschichtserkenntnis entwickelt! Jene Geschichte verfolgten die alten Menschen noch, die sie in den Mythus kleideten, wo sie die Geschichte mit der ganzen Natur und ihren Ereignissen in Zusammenhang brachten. Das können wir nicht mehr. Aber die Menschen haben noch nicht den Sinn sich angeeignet, zu fragen: Wie war es, als die ersten Menschen von höheren Wesenheiten die Weisheit empfingen, und dann allmählich das herabdämmerte? Wie war es, als ein Gott selber herabstieg, um sich durch das Mysterium von Golgatha in einem menschlichen Leibe zu verkörpern und eine kosmisch grandiose Mission mit der Erde zu vollbringen, so daß dadurch die Erde erst ihren Sinn bekommt?

[ 51 ] And this historical development of humankind is, in fact, viewed in an even more abstract way by today’s external understanding. What abstract lines are drawn when we develop our understanding of history today! The ancient people still traced that history, which they clothed in myth, where they connected history with all of nature and its events. We can no longer do that. But people have not yet acquired the sense to ask: What was it like when the first human beings received wisdom from higher beings, and then that wisdom gradually faded away? What was it like when a God Himself descended to incarnate in a human body through the Mystery of Golgotha and to fulfill a cosmically grand mission on Earth, so that through this the Earth first attained its meaning?

[ 52 ] Die ganze Theologie des 19. und 20. Jahrhunderts krankt ja daran, daß sie den Christus in seiner geistigen Bedeutung nicht verstehen kann. Das, sehen Sie, das muß die moderne Initiationswissenschaft bringen. Es muß eben eine moderne Initiationswissenschaft geben, die wiederum hineindringen kann in die geistige Welt, die wiederum so sprechen kann über Geburt und Tod, über das Leben zwischen der Geburt und dem Tode und zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und über das Leben der Menschenseele im Schlafe, wie wir heute hier zueinander gesprochen haben. Das muß möglich sein, daß der Mensch wiederum auch diese geistige, andere Seite des Daseins kennenlernt. Aller Fortschritt der Menschheit in die Zukunft wird nur möglich sein, wenn der Mensch diese andere Seite des Daseins auch kennenlernt.

[ 52 ] The entire theology of the 19th and 20th centuries suffers from the fact that it cannot understand Christ in his spiritual significance. That, you see, is what modern initiatory science must provide. There must indeed be a modern science of initiation that can once again penetrate the spiritual world, that can once again speak in this way about birth and death, about life between birth and death and between death and a new birth, and about the life of the human soul in sleep, just as we have spoken to one another here today. It must be possible for human beings to once again come to know this spiritual, other side of existence. All of humanity’s progress into the future will only be possible if human beings also come to know this other side of existence.

[ 53 ] Geradeso wie einstmals die Menschen ihre Erkenntnis den oberen Welten nur zugewendet haben — was Sie in der Position des Buddha gut beobachten können —, wie die Menschen nachher, um zu einer Kosmologie zu kommen, diese von der Erdenentwickelung abgelesen haben und in die griechischen, chthonischen Mysterien eingeweiht worden sind, was der griechische Mythus an bedeutender, hervorragender Stelle immer wieder erzählt, so brauchen wir, nachdem die Menschen also die Geheimnisse des Himmels und die Geheimnisse der Erde in der alten Initiationswissenschaft studiert haben, eine moderne Initiationswissenschaft, die gewissermaßen im Rhythmus sich hin- und herbewegen kann zwischen Himmel und Erde, die den Himmel frägt, wenn sie über die Erde Aufschluß haben will, und die Erde frägt, wenn sie über den Himmel Aufschluß haben will.

[ 53 ] Just as people once directed their knowledge solely toward the higher worlds—which you can clearly observe in the figure of the Buddha—and just as people later, in order to arrive at a cosmology, derived it from the evolution of the Earth and were initiated into the Greek, chthonic mysteries—a fact repeatedly recounted in Greek mythology in a prominent and distinguished context— so now that people have studied the mysteries of heaven and the mysteries of earth in the ancient science of initiation, we need a modern science of initiation that can, so to speak, move back and forth in rhythm between heaven and earth—one that asks heaven when it seeks insight into the earth, and asks the earth when it seeks insight into heaven.

[ 54 ] Und so ungefähr sind — ich darf das hier in aller Bescheidenheit sagen — die Fragen gestellt und zu einer vorläufigen Antwort geführt in dem Buche «Geheimwissenschaft im Umriß», das unter dem Titel: «An Outline of Occult Science» ins Englische übersetzt ist. Da ist versucht, dasjenige zu schildern, was eben der moderne Mensch so braucht, wie der alte Orientale die Mysterien des Himmels brauchte, wie die Griechen die Mysterien der Erde brauchten. Und wie es sich nun verhält mit dieser modernen Initiation und ihrem Verhältnis zu den Menschen, das sollte man auch in der Gegenwart beobachten.

[ 54 ] And this is roughly how—if I may say so in all modesty—the questions are posed and led to a preliminary answer in the book *Geheimwissenschaft im Umriß*, which has been translated into English under the title *An Outline of Occult Science*. It attempts to describe what modern human beings need today, just as the ancient Orientals needed the mysteries of the heavens and the Greeks needed the mysteries of the earth. And as for how this modern initiation and its relationship to human beings actually stand, that is something that should also be observed in the present.

[ 55 ] Um mit einigen Strichen zu charakterisieren, welche Aufgaben der modernen Initiation zugrunde liegen, werde ich etwas auch hier zu sagen haben, was ich drüben in Oxford in diesen Tagen einigen wenigen von Ihnen ja schon sagen konnte. Ich möchte nämlich zunächst darauf hinweisen, daß während für den ältesten Initiierten vorzugsweise das Hinaufschauen in die geistigen Welten galt, aus denen der Mensch ja heruntersteigt, wenn er sich mit einem irdischen Leib umkleidet — während für den späteren Initiierten dasjenige galt, was ich Ihnen dadurch zu charakterisieren suchte, daß ich Sie hinwies auf die griechische Darstellung vom Hinuntersteigen in die Unterwelt — es modernen Initüierten obliegt, wie ich eben schon sagte, die rhythmische Beziehung des Himmels zur Erde als Erkenntnis zu suchen.

[ 55 ] To outline in a few strokes the tasks that underlie modern initiation, I will have something to say here as well—something I was already able to share with a few of you over in Oxford a few days ago. I would like to point out first of all that while the earliest initiates focused primarily on looking up into the spiritual worlds—from which human beings descend when they clothe themselves in an earthly body—the later initiates focused on what I sought to characterize by referring you to the Greek depiction of the descent into the underworld — it is the task of modern initiates, as I have just said, to seek insight into the rhythmic relationship between heaven and earth.

[ 56 ] Das wird aber nur erlangt, wenn man folgendes ins Auge faßt. Gewiß, man muß den Himmel kennen, muß die Erde kennen, dann aber muß dasjenige ins Auge gefaßt werden, in dem zunächst als unter den Wesen, die um uns herum sind, Himmel und Erde zusammenwirken zu einer Ganzheit — ins Auge gefaßt muß werden, das heißt ins Herzensauge, ins Sonnenauge und ins ganze Menschenauge: der Mensch selbst. Der Mensch selbst! Denn der Mensch enthält unendlich viel mehr Geheimnisse als diejenigen Welten, die wir mit äußerlichen Sinnen wahrnehmen können, die wir mit dem an die Sinne gebundenen Verstand uns erklären können. Den Menschen spirituell kennenzulernen, das ist die Aufgabe der gegenwärtigen Initiationserkenntnis. Man möchte sagen: Alles will diese Initiationserkenntnis kennenlernen aus dem Grunde, um aus der ganzen Welt, aus dem ganzen Kosmos heraus den Menschen zu verstehen.

[ 56 ] But this can only be achieved if one takes the following into account. Certainly, one must know the heavens, must know the earth; but then one must take into account that which, among the beings around us, is where heaven and earth interact to form a whole—one must take this into account, that is, with the eye of the heart, the eye of the sun, and the eye of the whole human being: the human being itself. Humanity itself! For humanity contains infinitely more mysteries than those worlds we can perceive with our external senses, those we can explain to ourselves with the intellect bound to the senses. To come to know the human being spiritually—that is the task of present-day initiatory knowledge. One might say: This initiatory knowledge seeks to understand everything for the very purpose of understanding the human being out of the whole world, out of the entire cosmos.

[ 57 ] Vergleichen Sie nun die Lage des gegenwärtigen Initiierten mit der Lage des alten Initiierten. Durch die ganzen Seelenfähigkeiten der älteren Menschen konnte Erinnerung erweckt werden an die Zeit, bevor wir heruntergestiegen sind in einen irdischen Leib. Daher war es namentlich für die älteren Initiierten ein Auferwecken der kosmischen Erinnerungen. Für die Griechen war es dann ein Hineinschauen in die Natur. Für den modernen Initiierten handelt es sich darum, daß er den Menschen unmittelbar als ein spirituelles Wesen kennenlernt. Da muß er die Fähigkeit bekommen, sich loszulösen von seinem irdischen Erfassen dessen, was den Menschen mit der Welt in Zusammenhang bringt. Davon möchte ich eben das eine Beispiel, das ich schon neulich erwähnt habe, wieder anführen.

[ 57 ] Now compare the situation of the modern initiate with that of the ancient initiate. Through the full range of spiritual faculties possessed by the ancients, memories could be awakened of the time before we descended into an earthly body. Therefore, for the ancient initiates in particular, it was a reawakening of cosmic memories. For the Greeks, this involved looking into nature. For the modern initiate, it is a matter of coming to know the human being directly as a spiritual being. To do this, the initiate must acquire the ability to detach himself from his earthly perception of what connects the human being to the world. I would like to cite once again the one example of this that I mentioned recently.

[ 58 ] Es gehört ja zu den schwierigsten Aufgaben der Initiationserkenntnis, Beziehung zu gewinnen zu den Seelen, die vor kürzerer oder längerer Zeit die Erde verlassen haben, die durch die Pforte des Todes gegangen sind. Es ist aber möglich, solche Beziehungen durch Erweckung tieferer Seelenkräfte zu gewinnen. Da muß man zunächst sich aber klar sein darüber, daß man sich eigentlich erst hineinzugewöhnen hat durch Exerzitien in die Sprache, die man mit den Toten zu sprechen hat. Diese Sprache ist, ich möchte sagen, in einer gewissen Weise ein Kind der Menschensprache. Aber man würde ganz fehlgehen, wenn man glaubt, daß einem diese Menschensprache hier etwas helfen würde, um Verkehr mit den Toten zu pflegen. Denn das erste, was man gewahr wird, das ist dieses, daß die Toten nur ganz kurze Zeit noch verstehen dasjenige, was hier in der Erdensprache als Hauptwörter, als Substantive lebt. Dasjenige, was ein Ding ausdrückt, ein abgeschlossenes Ding, das durch ein Substantiv bezeichnet wird, das ist in der Sprache der Toten nicht mehr vorhanden. In der Sprache der Toten bezieht sich alles auf Regsamkeit, auf innere Beweglichkeit. Daher finden wir, daß nach einiger Zeit, nachdem die Menschen durch die Pforte des Todes gegangen sind, sie nur noch für die Verben, für dasjenige, was wir Tätigkeitsworte nennen, eine wirkliche Empfindung haben. Wir müssen ja, um mit den Toten zu verkehren, zuweilen die Fragen an sie richten, indem wir sie so formulieren, daß sie den Toten verständlich sind. Dann kommt nach einiger Zeit, wenn wir darauf acht zu geben verstehen, die Antwort. Gewöhnlich müssen mehrere Nächte vergehen, bis der Tote uns antworten kann auf Fragen, die wir an ihn stellen. Aber wir müssen, wie gesagt, uns in die Sprache der Toten hineinfinden, und zuletzt erst findet sich die Sprache für uns ein, die der Tote eigentlich hat, in die er sich hineinleben muß, weil er ja mit seinem ganzen Seelenleben von der Erde sich entfernen muß. Da finden wir uns hinein in eine Sprache, die überhaupt nicht mehr nach irdischen Verhältnissen geformt ist, in eine Sprache, die aus der Empfindung, aus dem Herzen heraus ist, in eine Art Herzenssprache. Da formen wir so das Sprachliche, wie wir etwa in der Menschensprache nur die Empfindungslaute formen, wo wir ein «Ach» aussprechen, wenn wir verwundert sind, wo wir ein «I» aussprechen, wenn wir auf uns selber zurückleiten wollen. Da bekommen die Laute und die Lautzusammensetzungen erst ihre große, ihre wirkliche Bedeutung. Und von diesem Momente an geht uns auch die Sprache über in etwas, wo sie nicht mehr organhaft klingt, wo die Sprache sich verwandelt in dasjenige, was eben so ist, wie ich es vorhin geschildert habe, wo die Sprache so ist, daß dasjenige, was aus den Blumen aufsteigt, uns über den Menschen Auskünfte gibt, und wir selber anfangen mit dem, was aus den Blumen kommt, zu sprechen. Wir werden selbst zur Blume, und wir blühen gewissermaßen mit den Blumen. Und indem wir in die Tulpenblüte hinein uns mit unseren Seelenkräften begeben, drücken wir in der Imagination der Tulpe aus dasjenige, was hier auf der Erde in der Gestaltung des Wortes ausgedrückt ist. Wir wachsen wiederum hinein in dasjenige, was das Spirituelle von allem ist.

[ 58 ] One of the most difficult tasks of initiatory knowledge is to establish a connection with the souls who have left the Earth—whether recently or long ago—and who have passed through the gate of death. It is, however, possible to establish such connections by awakening deeper soul forces. First, however, one must be clear that one must actually accustom oneself, through spiritual exercises, to the language one must use to speak with the dead. This language is, I would say, in a certain sense a child of human language. But one would be entirely mistaken to believe that this human language would be of any help here in communicating with the dead. For the first thing one becomes aware of is that the dead can understand—only for a very short time—what exists here in earthly language as nouns. That which expresses a thing—a self-contained thing designated by a noun—no longer exists in the language of the dead. In the language of the dead, everything relates to activity, to inner dynamism. That is why we find that, after some time has passed since people have passed through the gate of death, they retain a genuine sense only for verbs—for what we call words of action. After all, in order to communicate with the dead, we must sometimes ask them questions, phrasing them in such a way that they are understandable to the dead. Then, after some time—if we know how to pay attention—the answer comes. Usually several nights must pass before the deceased can answer the questions we ask of them. But, as I said, we must familiarize ourselves with the language of the dead, and only eventually do we come to understand the language that the deceased actually possesses—the one they must live within, since they must, after all, detach themselves from the earth with their entire soul life. There we find ourselves entering a language that is no longer shaped by earthly conditions at all—a language that springs from feeling, from the heart—a kind of language of the heart. There we shape language in the same way that, in human speech, we form only the sounds of feeling—where we utter an “Ah” when we are amazed, where we utter an “I” when we wish to turn our attention inward. It is there that the sounds and combinations of sounds first acquire their great, their true meaning. And from that moment on, language also transforms into something where it no longer sounds mechanical; where language transforms into precisely what I described earlier—where language is such that what rises from the flowers provides us with insights about humanity, and we ourselves begin to speak with what comes from the flowers. We ourselves become the flower, and we bloom, so to speak, with the flowers. And as we enter into the tulip blossom with the powers of our soul, we express in the imagination of the tulip that which is expressed here on earth in the form of the word. We grow back into that which is the spiritual essence of all things.

[ 59 ] Aber Sie sehen daran, indem ich Ihnen gerade das Beispiel der Sprache charakterisiere, daß der Mensch ja in ganz andere Verhältnisse hineinwächst, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, daß wir wirklich wenig vom Menschen kennen, wenn wir nur seine Außenseite hier kennen, daß die moderne Initiationswissenschaft diese andere Seite des Menschen kennen muß. Das beginnt schon mit der Sprache. Und der Körper des Menschen selbst, wie er ja auch geschildert wird — lesen Sie die Literatur darüber nach —, wird uns etwas ganz anderes, wird uns selber eine Welt, wenn wir in die Initiationswissenschaft hineinwachsen. Während der alte Initiierte mehr eine verlorengegangene Fähigkeit in den Menschen wieder aufwecken, zur Erinnerung bringen mußte, das, was die Menschen gelebt haben, bevor sie heruntergestiegen sind auf die Erde, muß der Initiierte der Gegenwart dasjenige machen, was ganz neu, was Fortschritt ist im Menschen, was noch Bedeutung haben wird für den Menschen, wenn der Mensch selber einmal die Erde verlassen hat, ja, die Erde gar nicht mehr da sein wird im Kosmos. Das ist die Aufgabe der modernen Initiationswissenschaft. Aus dieser Kraft heraus muß sie reden, diese moderne Initiationswissenschaft.

[ 59 ] But you can see from this—as I am now describing the example of language—that human beings grow into entirely different circumstances once they have passed through the gate of death; that we really know very little about human beings if we are familiar only with their outer appearance here; and that modern initiatory science must come to know this other side of the human being. This begins with language itself. And the human body itself, as it is described—read the literature on the subject—becomes something entirely different to us, becomes a world in and of itself, as we grow into the science of initiation. While the ancient initiate had to reawaken in people a lost ability—to bring back to memory what people had lived before they descended to Earth—the initiate of the present must create that which is entirely new, that which constitutes progress in humanity, that which will still have significance for humanity even after humanity itself has left Earth—indeed, the Earth will no longer even exist in the cosmos. That is the task of modern initiatory science. It is from this power that modern initiatory science must speak.

[ 60 ] Sie wissen ja, die Initiationswissenschaft trat von Zeit zu Zeit in die geistige Entwickelung der Erde ein. Sie hat immer wieder stattgefunden. Diejenige Initiationswissenschaft, die wir brauchen, die eigentlich in dem, was die heutige Wissenschaft annimmt, nur einen Anfang für Menschenerkenntnis sehen kann, wird auch immer mehr und mehr bekämpft werden. Sie werden Kraft gebrauchen, um durch dasjenige hindurchzukommen, was der modernen Initiation entgegensteht. Denn bevor die moderne Initiation, die wiederum eine Unterredung ist mit den übersinnlichen Mächten, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eigentlich erst die richtige Gewalt bekam, waren schon die gegnerischen Mächte am Werke, die einen Zustand der menschlichen Kultur und Zivilisation herbeiführen, vielfach unbewußt, der eigentlich darauf hinausläuft, die moderne Initiation mit Stumpf und Stiel auszurotten.

[ 60 ] As you know, the science of initiation has entered into the spiritual development of the Earth from time to time. It has occurred time and again. The science of initiation that we need—which, in fact, can see in what modern science assumes only a starting point for human knowledge—will also be met with ever-increasing opposition. You will need strength to overcome the obstacles that stand in the way of modern initiation. For even before modern initiation—which is, after all, a dialogue with the supersensible powers—truly gained momentum in the last third of the 19th century, opposing forces were already at work, bringing about a state of human culture and civilization—often unconsciously—that ultimately amounts to the complete eradication of modern initiation.

[ 61 ] Denken Sie nur einmal, wie populär es heute geworden ist, allem, was als eine Erkenntnis in der Welt auftritt, entgegenzuhalten: Dies ist mein Standpunkt. — Und: Dies ist mein Standpunkt — sagen die Leute, ohne daß sie irgendwie eine Entwickelung durchgemacht haben. Jeder soll seinen Standpunkt von dem Punkte aus eben geltend machen, den er gerade eben in dem Momente, wo er das spricht, in der Welt einnimmt. Und es ist heute für die Leute das Verletzendste, das Aufreizendste, wenn überhaupt von höherer Erkenntnis, von einer Erkenntnis gesprochen wird, zu der man sich erst hinentwickeln soll.

[ 61 ] Just think for a moment how common it has become today to counter every insight that emerges in the world with: “This is my point of view.” — And: “This is my point of view,” people say, without having undergone any kind of development. Everyone should assert their point of view from the very position they occupy in the world at the very moment they speak. And today, the most offensive and provocative thing for people is when there is any mention at all of higher insight—of an insight toward which one must first develop.

[ 62 ] Wenn im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hauptsächlich die Möglichkeit aufgetaucht ist, die moderne Initiation zu erringen, so waren schon vorher die gegnerischen Mächte am Werke, die vor allen Dingen die große Gleichmachung, das große Nivellement unter den Menschen auch auf geistigem Gebiete herbeiführen wollten. Viele könnte man als Menschen anführen, in denen diese Gegnerschaft gegen die moderne Initiation gewirkt hat.

[ 62 ] While the opportunity to attain modern initiation emerged primarily in the last third of the 19th century, opposing forces had already been at work prior to that, seeking above all to bring about a great leveling, a great homogenization among human beings, even in the spiritual realm. One could cite many people in whom this opposition to modern initiation has taken effect.

[ 63 ] Meine lieben Freunde, glauben Sie, daß, wenn aus dem Geiste dieser Initiationswissenschaft zu Ihnen gesprochen werden muß, die Worte ebenso klingen müssen, wie sie auf Erden hier klingen müssen für die gewöhnlichen irdischen Verhältnisse? Wenn ich Ihnen versuche begreiflich zu machen, wie die menschliche Lautsprache anders wird, wenn Sprache entfaltet werden soll gegenüber den Wesen der geistigen Welt, so werden Sie mich auch nicht mißverstehen, wenn ich Ihnen sage: Ich selber werde niemals die große Bedeutung verkennen, die — vom bloßen irdischen Standpunkte aus gesprochen — zum Beispiel Rousseau hat, und ich werde mich anschicken, wenn ich von dem bloßen Erdenstandpunkt aus spreche, mit all jenem Elan und mit all jenen Erhebungen und mit all der guten Kritik von Rousseau zu sprechen, wie eben andere sprechen. Soll ich mich aber zu dem Versuch aufschwingen, in irdische Worte zu kleiden dasjenige, was die Initiationserkenntnis über Rousseau gibt, so muß ich Ihnen sagen: Rousseau stellt sich der Initiationswissenschaft mit seiner Gleichmacherei, mit seinem geistigen Nivellement als der Generalschwätzer der modernen Zivilisation mit vielen anderen Genossen dar!

[ 63 ] My dear friends, do you believe that when the spirit of this science of initiation must speak to you, the words must sound exactly as they do here on Earth under ordinary earthly conditions? If I try to help you understand how human spoken language changes when it is to be expressed to the beings of the spiritual world, then you will not misunderstand me when I say: I myself will never fail to recognize the great significance that—speaking from a purely earthly standpoint—Rousseau, for example, has, and when I speak from that purely earthly standpoint, I will set out to speak of Rousseau with all that enthusiasm, all those exaltations, and all that sound criticism, just as others do. But if I were to attempt to clothe in earthly words what the knowledge of initiation reveals about Rousseau, I must tell you: With his egalitarianism and his intellectual leveling, Rousseau presents himself to the science of initiation as the chief windbag of modern civilization, along with many other comrades!

[ 64 ] Das ist dasjenige, was natürlich die Menschheit nicht so ohne weiteres aufnimmt, daß man vom irdischen Standpunkte aus jemanden einen großen Geist nennen kann, will man aber den Menschen wirklich kennenlernen und das, was ich gesagt habe, daß die moderne Initiationswissenschaft Himmel und Erde kennen muß und den gegenseitigen Rhythmus schildern muß zwischen beiden, dann muß eben auch ausgesprochen werden, daß, was etwa auf der Erde als eine große Persönlichkeit geschildert werden kann, wie Rousseau, gerade vom Initiationsstandpunkte aus der Generalschwätzer des modernen Geisteslebens genannt werden muß. — Erst im Zusammenklingen dessen, was von der einen Seite und von der anderen Seite ertönt, ergibt sich dasjenige, was zu wirklicher Menschenerkenntnis führt. Denn diese wirkliche Menschenerkenntnis muß auferbaut sein auf dem, worauf die alten Initiierten gebaut haben, auf dem: Ex deo nascimur. Alle Erinnerung, sie muß aufgebaut sein auf demjenigen, was uns entgegentreten kann, wenn wir hinausschauen in die Welt, wo Christus unser Führer wird unbewußt, wie ich es heute geschildert habe.

[ 64 ] This is something that humanity, of course, does not readily accept—that from an earthly perspective one can call someone a “great spirit.” But if one truly wishes to get to know human beings, and in light of what I have said—that modern initiatory science must know both heaven and earth and describe the mutual rhythm between the two— then it must also be stated that what might be described on Earth as a great personality—such as Rousseau—must, from the initiatory standpoint, be called the “general chatterer” of modern spiritual life. — Only in the harmony of what resounds from one side and from the other does that which leads to true knowledge of humanity emerge. For this true knowledge of humanity must be built upon what the ancient initiates built upon: *Ex deo nascimur*. All remembrance must be built upon that which can meet us when we look out into the world, where Christ becomes our guide unconsciously, as I have described today.

[ 65 ] Aber wir müssen ihn immer mehr und mehr ins Bewußtsein hereinbringen, so daß wir dasjenige, was in der Welt ist, der das Sterben eignet, erkennen als unter der Führung des Christus stehend — erkennen, daß wir mit dem Christus in die tote Welt hineinleben: In Christo morimur.

[ 65 ] But we must bring it more and more into our consciousness, so that we may recognize that which exists in the world—which is subject to death—as being under the guidance of Christ; recognize that we live into the dead world with Christ: In Christo morimur.

[ 66 ] Dadurch aber, daß wir mit dem Christus untertauchen in das Grab des Erdenlebens, erfolgt mit ihm die Auferstehung und die Sendung des Geistes: Per spiritum sanctum reviviscimus.

[ 66 ] But because we are buried with Christ in the tomb of earthly life, we are raised with him and receive the gift of the Spirit: Per spiritum sanctum reviviscimus.

[ 67 ] Dieses «Per spiritum sanctum reviviscimus» muß vor allen Dingen der moderne Initiierte anstreben. Wenn Sie dieses bedenken und vergleichen mit dem, was heute Gesinnung ist gerade aus der Wissenschaft heraus, so werden Sie sich sagen: Es wird noch ungeheure Gegnerschaft geben, vielleicht eine solche, von der Sie sich heute noch keine Vorstellung machen, die sich auch in Taten ausleben wird, die sich vor allen Dingen ausleben wird in der Tendenz, Initiationswissenschaft ganz unmöglich zu machen. Und was ich, wenn ich in solch einem engeren Kreise zu sprechen habe, gern in die Herzen, in die Seelen hineinlegen möchte, das ist dieses: durch Schilderungen, wie sie sich ergeben aus der modernen Initiationswissenschaft heraus, Kraft zu erwecken, damit wirklich einige Menschen da sind, welche die richtige Stellung finden zwischen dem, was in die Welt will von geistigen Welten aus, und dem, was von der Welt aus die Unmöglichkeit dieses Eindringens der Spiritualität in das Erdenleben will. Das ist dasjenige, worauf ich in solch einem engeren Kreise jetzt hinweisen will, da ja Gelegenheit geboten war zu externeren Vorträgen, wie wir sie zu meiner großen Befriedigung jetzt in Oxford gehabt haben. Da ja die Möglichkeit dadurch da ist, auf die Außenseite hinzuweisen, so muß schon in diesem engeren Kreise auf das Esoterische hingewiesen werden, muß auch dieses behandelt werden.

[ 67 ] This “Per spiritum sanctum reviviscimus” is what the modern initiate, above all, must strive for. If you reflect on this and compare it with the prevailing mindset today—particularly as it emerges from the realm of science—you will say to yourself: There will still be immense opposition—perhaps of a kind you cannot even imagine today—which will also manifest itself in actions, and which will manifest itself above all in the tendency to make the science of initiation completely impossible. And what I would like to instill in the hearts and souls of those in such a close circle when I speak to them is this: to awaken strength through descriptions arising from modern initiatory science, so that there may truly be some people who find the right balance between what seeks to enter the world from the spiritual realms and what, from the world itself, seeks to prevent this penetration of spirituality into earthly life. This is what I now wish to point out in such a smaller circle, since the opportunity has arisen for more public lectures, such as those we have just held in Oxford to my great satisfaction. Since this has made it possible to address the outer aspects, it is all the more necessary to point out the esoteric aspects within this smaller circle; these, too, must be addressed.

[ 68 ] Und so glaube ich, daß es richtig wäre, wenn Sie hinauskommen würden darüber, daß manches ja heute noch paradox klingen kann, wenn von den geistigen Welten aus gesprochen wird. Aber es muß paradox klingen, denn die Sprache der geistigen Welten ist eben eine andere, ist so verschieden von der irdischen Sprache, und man muß mit aller Mühe und mit aller Gewalt dasjenige, was eigentlich anders ausgedrückt werden sollte, in die irdische Sprache hereinbringen. So daß es eben schon verstanden werden muß, wenn manches schockieren könnte, weil es als schlichte Erzählung von den geistigen Welten so unmittelbar auftritt.

[ 68 ] And so I believe it would be right for you to come to terms with the fact that some things may still sound paradoxical today when speaking from the perspective of the spiritual worlds. But it has to sound paradoxical, because the language of the spiritual worlds is simply different—it is so distinct from earthly language—and one must, with all one’s effort and all one’s might, translate into earthly language that which should actually be expressed differently. So it must simply be understood that some things might be shocking because they appear so directly as a simple account of the spiritual worlds.

[ 69 ] Indem ich Ihnen damit die Gesinnung, die auch dem heutigen Vortrag zugrunde lag, charakterisieren wollte, spreche ich Ihnen meine tiefe Befriedigung aus, daß ich wiederum unter Ihnen, meine lieben Freunde, hier in London habe sprechen können. Es ist mir das immer eine Befriedigung. Ich habe schon gesagt, wir sind sehr selten zusammen hier. Möge aber auch dasjenige, was wir in unseren Herzen, in unseren Seelen begründen können bei einem so seltenen Zusammensein, wirken zu einem Zusammensein, das ja bei denen, die sich zur Anthroposophie bekennen, immer da sein soll: dem Zusammensein in den Herzen, in den Seelen über die ganze Welt hin. In dieser Gesinnung, daß wir solch kurzes Zusammensein benützen zur Anregung des großen Beisammenseins, das alle unsere Herzen, alle unsere Seelen verbindet, aus dieser Gesinnung heraus ist der heutige Vortrag gesprochen. Und um diese Gesinnung zu dokumentieren, wollte ich diese Worte noch anfügen, aus dieser Gesinnung heraus möchte ich das Wort gesprochen haben: Bleiben wir so zusammen, meine lieben Freunde, auch wenn wir noch so weit auseinandergehen.

[ 69 ] In seeking to describe to you the spirit that also underlay today’s lecture, I would like to express my deep satisfaction at having been able to speak once again among you, my dear friends, here in London. It is always a source of satisfaction for me. As I have already said, we are very rarely together here. But may what we are able to establish in our hearts and souls during such a rare gathering also contribute to a sense of togetherness that should always be present among those who profess anthroposophy: togetherness in our hearts and souls across the entire world. It is in this spirit—that we use such a brief gathering to inspire the great communion that unites all our hearts and all our souls—that today’s lecture was delivered. And to document this spirit, I wanted to add these words; it is in this spirit that I wish to have spoken these words: Let us remain united in this way, my dear friends, even if we go our separate ways.