Philosophy, Cosmology, and Religion
in Anthroposophy
GA 215
7 September 1922, Dornach
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Die Philosophie, Kosmologie und Religion in der Anthroposophie
2. Seelenübungen des Denkens, Fühlens und Wollens
2. Seelenübungen des Denkens, Fühlens und Wollens
[ 1 ] Philosophie ist nicht so entstanden, wie sie in der gegenwärtigen Zeit weitergeführt wird. Sie wird in der Gegenwart so weitergeführt, daß sie eine Summe, ein Zusammenhang von Ideen ist, deren innerer substantieller Wirklichkeitsgehalt von den Philosophen nicht erlebt wird, sondern für den man eine theoretische Begründung sucht, daß er sich auf eine Wirklichkeit beziehe. Dadurch ist der Philosoph nicht in der Lage, in so unmittelbarer Art seine Ideen an der Wirklichkeit zu erweisen, wie man das irgendeinem vorliegenden Wirklichen gegenüber immer tun kann. Über ein vorliegendes Wirkliches können die Menschen ganz gewiß einzelne Illusionen haben, aber man wird sich leicht verständigen, wenn man davor steht. In der Philosophie kann man die Ideen, die eigentlich doch nur aus der Tradition genommen werden — trotzdem man anderes glaubt —, in verschiedener Weise auf die Wirklichkeit beziehen, weil man diese Wirklichkeit nicht erlebt. Und so entstehen die verschiedenen voneinander abweichenden philosophischen Systeme, bei denen es so ist, daß eigentlich keines in seiner absoluten Gültigkeit erwiesen werden kann, weil man immer gegen die Gründe, die für das eine oder das andere System vorgebracht werden, entgegengesetzte Gründe vorbringen kann, um es zu widerlegen. Und da nur eine relative Richtigkeit vorliegt, kann man sagen, der Beweisende und der Widerlegende haben zumeist ein gleiches Recht. Auf diese Art kann man in der Gegenwart zwar zu einem von dem einen oder anderen Philosophen abweichenden Philosophieren kommen, aber zu nichts, das unmittelbar als Wirkliches gefühlt würde und das in ebensolcher Unmittelbarkeit überzeugend wirken könnte.
[ 1 ] Philosophie ist nicht so entstanden, wie sie in der gegenwärtigen Zeit weitergeführt wird. Sie wird in der Gegenwart so weitergeführt, daß sie eine Summe, ein Zusammenhang von Ideen ist, deren innerer substantieller Wirklichkeitsgehalt von den Philosophen nicht erlebt wird, sondern für den man eine theoretische Begründung sucht, daß er sich auf eine Wirklichkeit beziehe. Dadurch ist der Philosoph nicht in der Lage, in so unmittelbarer Art seine Ideen an der Wirklichkeit zu erweisen, wie man das irgendeinem vorliegenden Wirklichen gegenüber immer tun kann. Über ein vorliegendes Wirkliches können die Menschen ganz gewiß einzelne Illusionen haben, aber man wird sich leicht verständigen, wenn man davor steht. In der Philosophie kann man die Ideen, die eigentlich doch nur aus der Tradition genommen werden — trotzdem man anderes glaubt —, in verschiedener Weise auf die Wirklichkeit beziehen, weil man diese Wirklichkeit nicht erlebt. Und so entstehen die verschiedenen voneinander abweichenden philosophischen Systeme, bei denen es so ist, daß eigentlich keines in seiner absoluten Gültigkeit erwiesen werden kann, weil man immer gegen die Gründe, die für das eine oder das andere System vorgebracht werden, entgegengesetzte Gründe vorbringen kann, um es zu widerlegen. Und da nur eine relative Richtigkeit vorliegt, kann man sagen, der Beweisende und der Widerlegende haben zumeist ein gleiches Recht. Auf diese Art kann man in der Gegenwart zwar zu einem von dem einen oder anderen Philosophen abweichenden Philosophieren kommen, aber zu nichts, das unmittelbar als Wirkliches gefühlt würde und das in ebensolcher Unmittelbarkeit überzeugend wirken könnte.
[ 2 ] Philosophie ist hervorgegangen aus einem ganz anderen Bewußtseinszustande als dem des abstrakten Denkens, in dem sie heute erarbeitet wird. Man muß dazu kommen, wiederum in diesem Bewußtseinszustande mit der Seele zu leben. Da aber die Menschheit mittlerweile in ihrer Evolution fortgeschritten ist, kann man den alten Bewußtseinszustand, aus dem die Philosophie entstanden ist, nicht etwa wieder herübernehmen. Man muß zwar ein Ähnliches erreichen, wenn man heute eine Philosophie haben will, aber doch wiederum ein ganz anderes.
[ 2 ] Philosophie ist hervorgegangen aus einem ganz anderen Bewußtseinszustande als dem des abstrakten Denkens, in dem sie heute erarbeitet wird. Man muß dazu kommen, wiederum in diesem Bewußtseinszustande mit der Seele zu leben. Da aber die Menschheit mittlerweile in ihrer Evolution fortgeschritten ist, kann man den alten Bewußtseinszustand, aus dem die Philosophie entstanden ist, nicht etwa wieder herübernehmen. Man muß zwar ein Ähnliches erreichen, wenn man heute eine Philosophie haben will, aber doch wiederum ein ganz anderes.
[ 3 ] Der alte Bewußtseinszustand, aus dem die Philosophie gewonnen worden ist, und durch den der Philosoph die eigene Tätigkeit der ätherischen Organisation erlebt hat, war halb unbewußt. Dieser Bewußtseinszustand hatte gegenüber dem modernen Bewußtsein, in dem wir wissenschaftlich denken, etwas Traumhaftes. Was uns für eine neue Philosophie als Ideal vorschweben muß, das ist, wieder eine Philosophie im ätherischen Leibe erleben zu können, aber nicht in jener traumhaften Weise, wie sie in den alten Zeiten erlebt worden ist. Man muß sich nur klar sein, daß diese Träume der alten Philosophen nicht in derselben Weise Träume waren, wie heutige Träume sind. Heutige Träume sind bildhafte Vorstellungen, bei denen aber der Wirklichkeitsgehalt nirgends durch den Inhalt der Traumvorstellungen verbürgt ist. Diese Vorstellungen können allerlei Lebens-Reminiszenzen sein; sie können sich auf Vorgänge des physischen Organismus beziehen. Man hat niemals in der Traumvorstellung selbst einen überzeugenden Hinweis auf eine Wirklichkeit. Das war bei jenem Bewußtseinszustande, aus dem in alten Zeiten die Philosophie erarbeitet worden ist, anders. Bildhaft waren auch diese Vorstellungen, aber sie traten in solcher Weise auf, daß im Bilde zugleich eine völlige Verbürgung vorhanden war für eine Wirklichkeit geistiger Art, ätherischer Art, auf die das Bild deutet. Diesem traumhaften, halbbewußten Seelenzustande können wir uns heute nicht hingeben. Unsere wissenschaftliche Vorstellungsweise fordert, daß wir in vollbewußter Art denken, überhaupt in vollbewußter Art in der Seele leben, wenn wir erkenntnismäßig arbeiten wollen. Wir müssen daher, um eine neue Philosophie zu gewinnen, ein Vorstellen herbeiführen, welches im ätherischen Organismus verläuft, aber zugleich vollbewußt ist wie das wissenschaftliche Denken, das wir in der Mathematik oder in der Naturwissenschaft anwenden.
[ 3 ] Der alte Bewußtseinszustand, aus dem die Philosophie gewonnen worden ist, und durch den der Philosoph die eigene Tätigkeit der ätherischen Organisation erlebt hat, war halb unbewußt. Dieser Bewußtseinszustand hatte gegenüber dem modernen Bewußtsein, in dem wir wissenschaftlich denken, etwas Traumhaftes. Was uns für eine neue Philosophie als Ideal vorschweben muß, das ist, wieder eine Philosophie im ätherischen Leibe erleben zu können, aber nicht in jener traumhaften Weise, wie sie in den alten Zeiten erlebt worden ist. Man muß sich nur klar sein, daß diese Träume der alten Philosophen nicht in derselben Weise Träume waren, wie heutige Träume sind. Heutige Träume sind bildhafte Vorstellungen, bei denen aber der Wirklichkeitsgehalt nirgends durch den Inhalt der Traumvorstellungen verbürgt ist. Diese Vorstellungen können allerlei Lebens-Reminiszenzen sein; sie können sich auf Vorgänge des physischen Organismus beziehen. Man hat niemals in der Traumvorstellung selbst einen überzeugenden Hinweis auf eine Wirklichkeit. Das war bei jenem Bewußtseinszustande, aus dem in alten Zeiten die Philosophie erarbeitet worden ist, anders. Bildhaft waren auch diese Vorstellungen, aber sie traten in solcher Weise auf, daß im Bilde zugleich eine völlige Verbürgung vorhanden war für eine Wirklichkeit geistiger Art, ätherischer Art, auf die das Bild deutet. Diesem traumhaften, halbbewußten Seelenzustande können wir uns heute nicht hingeben. Unsere wissenschaftliche Vorstellungsweise fordert, daß wir in vollbewußter Art denken, überhaupt in vollbewußter Art in der Seele leben, wenn wir erkenntnismäßig arbeiten wollen. Wir müssen daher, um eine neue Philosophie zu gewinnen, ein Vorstellen herbeiführen, welches im ätherischen Organismus verläuft, aber zugleich vollbewußt ist wie das wissenschaftliche Denken, das wir in der Mathematik oder in der Naturwissenschaft anwenden.
[ 4 ] Ein solches vollbewußtes, bildhaftes Denken, das sich auf eine ätherische Wirklichkeit bezieht, erringen wir uns heute innerhalb der anthroposophischen Forschung durch ein meditatives inneres Seelenüben. Diese meditativen Übungen bestehen im wesentlichen darin, daß die Seele sich konzentriert auf einen leicht überschaulichen Vorstellungsinhalt. Das Ausführliche über dieses Meditieren werde ich in den folgenden Vorträgen noch zu beschreiben haben. Sie finden es auch in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß». Hier will ich nur das prinzipiell sagen, daß es sich darum handelt, alle Seelenkräfte zusammenzuziehen, von allem übrigen, das Eindrücke von außen oder innen macht, abzusehen, zu abstrahieren und die Seelenkräfte ruhen zu lassen auf einer leicht überschaulichen Vorstellung. Wenn man eine solche meditative Übung, die im einzelnen Falle nur kurz zu sein braucht, immer wieder und wieder durch Monate, vielleicht durch Jahre wiederholt mit der nötigen Energie und Ausdauer, so kommt man dazu, eines Tages zu bemerken, daß man in seinem seelisch-geistigen Leben völlig unabhängig wird von dem physischen Organismus, daß man tatsächlich jetzt einsehen kann: Wenn ich im physischen Organismus denke, so bediene ich mich dieses physischen Organismus’; zwar verläuft das Denken selbst nicht im physischen Organismus, aber dieser physische Organismus gibt durch seine feinere Organisation ein Abbild dieses Denkens; dadurch wird es mir bewußt.
[ 4 ] Ein solches vollbewußtes, bildhaftes Denken, das sich auf eine ätherische Wirklichkeit bezieht, erringen wir uns heute innerhalb der anthroposophischen Forschung durch ein meditatives inneres Seelenüben. Diese meditativen Übungen bestehen im wesentlichen darin, daß die Seele sich konzentriert auf einen leicht überschaulichen Vorstellungsinhalt. Das Ausführliche über dieses Meditieren werde ich in den folgenden Vorträgen noch zu beschreiben haben. Sie finden es auch in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß». Hier will ich nur das prinzipiell sagen, daß es sich darum handelt, alle Seelenkräfte zusammenzuziehen, von allem übrigen, das Eindrücke von außen oder innen macht, abzusehen, zu abstrahieren und die Seelenkräfte ruhen zu lassen auf einer leicht überschaulichen Vorstellung. Wenn man eine solche meditative Übung, die im einzelnen Falle nur kurz zu sein braucht, immer wieder und wieder durch Monate, vielleicht durch Jahre wiederholt mit der nötigen Energie und Ausdauer, so kommt man dazu, eines Tages zu bemerken, daß man in seinem seelisch-geistigen Leben völlig unabhängig wird von dem physischen Organismus, daß man tatsächlich jetzt einsehen kann: Wenn ich im physischen Organismus denke, so bediene ich mich dieses physischen Organismus’; zwar verläuft das Denken selbst nicht im physischen Organismus, aber dieser physische Organismus gibt durch seine feinere Organisation ein Abbild dieses Denkens; dadurch wird es mir bewußt.
[ 5 ] Ohne den physischen Organismus kann das Denken des gewöhnlichen Bewußtseins nicht vollzogen werden. Daher ist das gewöhnliche Bewußtsein an den physischen Organismus gebunden. So klar man einsieht, daß alles gewöhnliche Denken nur mit Hilfe des physischen Organismus vor sich geht, so klar wird es einem, daß man in dem Meditieren eine bildhaft-denkerische Tätigkeit ausübt, indem man durch Meditation, durch jenes immer wiederkehrende Ruhen der Seele auf einem leicht überschaubaren Vorstellungsinhalt, frei geworden ist in seiner inneren Seelentätigkeit von dem physischen Leibe. Und jetzt erlebt man um sich herum eine Bildwelt, die in bezug auf diese Bildhaftigkeit ähnlich ist derjenigen der alten Denker, die daraus ihre Philosophie gewonnen haben, die aber bei durchaus klarer Besonnenheit erlebt wird wie jede klare Vorstellung im naturwissenschaftlichen Beobachten und Experimentieren. Jetzt bekommt man in dieser Bilderwelt, die man so vor sich hat, eine Überschau über diejenigen Kräfte im eigenen Menschen, die als Wachstumskräfte seit der Geburt gewirkt haben, die unseren Organismus immer größer und größer werden ließen. Man bekommt auch eine Überschau über die Kräfte, die im Stoffwechsel, in der Ernährung und in den Verdauungsvorgängen wirken. Man bekommt, mit anderen Worten, in Bildvorstellung eine völlige Überschau über die Lebenskräfte, die aus der geistig-ätherischen Welt heraus den Menschen durchsetzen und als ein besonderer ätherischer Organismus ihn eigentlich aufbauen, seine Form und sein Leben bewirken. Wieder ersteht in dem Menschen das, aber vollbewußt, was traumhaft bei den Urphilosophen vorhanden war, von denen dann in einer mehr abstrakten Form die späteren Philosophen nur das aufgenommen haben, was man heute vielfach als Philosophie kennt. Man steigt, mit anderen Worten, auf zu der Stufe übersinnlicher Erkenntnis, die man bezeichnet als die imaginative Erkenntnis, als die Erkenntnis der Imagination. Im imaginativen Erkennen überschaut man also die eigenen Wachstums- und Lebenskräfte.
[ 5 ] Ohne den physischen Organismus kann das Denken des gewöhnlichen Bewußtseins nicht vollzogen werden. Daher ist das gewöhnliche Bewußtsein an den physischen Organismus gebunden. So klar man einsieht, daß alles gewöhnliche Denken nur mit Hilfe des physischen Organismus vor sich geht, so klar wird es einem, daß man in dem Meditieren eine bildhaft-denkerische Tätigkeit ausübt, indem man durch Meditation, durch jenes immer wiederkehrende Ruhen der Seele auf einem leicht überschaubaren Vorstellungsinhalt, frei geworden ist in seiner inneren Seelentätigkeit von dem physischen Leibe. Und jetzt erlebt man um sich herum eine Bildwelt, die in bezug auf diese Bildhaftigkeit ähnlich ist derjenigen der alten Denker, die daraus ihre Philosophie gewonnen haben, die aber bei durchaus klarer Besonnenheit erlebt wird wie jede klare Vorstellung im naturwissenschaftlichen Beobachten und Experimentieren. Jetzt bekommt man in dieser Bilderwelt, die man so vor sich hat, eine Überschau über diejenigen Kräfte im eigenen Menschen, die als Wachstumskräfte seit der Geburt gewirkt haben, die unseren Organismus immer größer und größer werden ließen. Man bekommt auch eine Überschau über die Kräfte, die im Stoffwechsel, in der Ernährung und in den Verdauungsvorgängen wirken. Man bekommt, mit anderen Worten, in Bildvorstellung eine völlige Überschau über die Lebenskräfte, die aus der geistig-ätherischen Welt heraus den Menschen durchsetzen und als ein besonderer ätherischer Organismus ihn eigentlich aufbauen, seine Form und sein Leben bewirken. Wieder ersteht in dem Menschen das, aber vollbewußt, was traumhaft bei den Urphilosophen vorhanden war, von denen dann in einer mehr abstrakten Form die späteren Philosophen nur das aufgenommen haben, was man heute vielfach als Philosophie kennt. Man steigt, mit anderen Worten, auf zu der Stufe übersinnlicher Erkenntnis, die man bezeichnet als die imaginative Erkenntnis, als die Erkenntnis der Imagination. Im imaginativen Erkennen überschaut man also die eigenen Wachstums- und Lebenskräfte.
[ 6 ] Aber was man da als ätherischen oder Lebensorganismus überschaut, ist nicht in so strenger Weise getrennt von der ätherischen Außenwelt, wie man im sinnlichen Anschauen das Objektive von dem Subjektiven trennt. Im sinnlichen Anschauen weiß ich: Der Gegenstand ist dort — ich bin hier. Im ätherischen imaginativen Anschauen wächst sozusagen der eigene ätherische Organismus mit dem Ätherischen des Kosmos zusammen; man fühlt sich in gleicher Art in seinem eigenen ätherischen Organismus und im Ätherischen des Kosmos darinnen. Was man nun da erlebt durch den Zusammenfluß des eigenen ätherischen Organismus und des ätherischen Webens und Treibens im Kosmos, das ist man nun imstande, in scharf konturierte Bildvorstellungen zu bringen und es dann auch in menschliche Sprache zu kleiden und so auszudrücken, daß es in der menschlichen Sprache erscheinen kann. Auf diese Weise kann man wieder eine Philosophie gewinnen.
[ 6 ] Aber was man da als ätherischen oder Lebensorganismus überschaut, ist nicht in so strenger Weise getrennt von der ätherischen Außenwelt, wie man im sinnlichen Anschauen das Objektive von dem Subjektiven trennt. Im sinnlichen Anschauen weiß ich: Der Gegenstand ist dort — ich bin hier. Im ätherischen imaginativen Anschauen wächst sozusagen der eigene ätherische Organismus mit dem Ätherischen des Kosmos zusammen; man fühlt sich in gleicher Art in seinem eigenen ätherischen Organismus und im Ätherischen des Kosmos darinnen. Was man nun da erlebt durch den Zusammenfluß des eigenen ätherischen Organismus und des ätherischen Webens und Treibens im Kosmos, das ist man nun imstande, in scharf konturierte Bildvorstellungen zu bringen und es dann auch in menschliche Sprache zu kleiden und so auszudrücken, daß es in der menschlichen Sprache erscheinen kann. Auf diese Weise kann man wieder eine Philosophie gewinnen.
[ 7 ] Diese Philosophie kann also dadurch wieder erarbeitet werden, daß der Mensch sich aufschwingt zur Ausbildung des imaginativen Denkens. Wenn aber der imaginative Denker, der Denker auf der Stufe der exakten Clairvoyance, die man eben Imagination nennen kann, seine Erkenntnisse in der Sprache und in Gedankenformen zum Ausdruck bringt, dann ist die Sache so gefaßt, daß der, welcher nun nicht selber imaginativ vorstellen kann, in das gewöhnliche Bewußtsein, in das Vollbewußtsein des gewöhnlichen Denkens das, was der Philosoph sagt, herübernehmen kann. Und dadurch, daß es anders ist, wird es auch anders empfunden, anders gefühlt und erlebt. Es wird aber jene Wirklichkeit durch die sprachliche Mitteilung und durch die Aufnahme des sprachlich Mitgeteilten auch im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt, jene Wirklichkeit, die der imaginative Denker seinen Worten dadurch verleihen kann, daß er seine Vorstellungen aus der wirklichen ätherischen Welt heraus schöpft.
[ 7 ] Diese Philosophie kann also dadurch wieder erarbeitet werden, daß der Mensch sich aufschwingt zur Ausbildung des imaginativen Denkens. Wenn aber der imaginative Denker, der Denker auf der Stufe der exakten Clairvoyance, die man eben Imagination nennen kann, seine Erkenntnisse in der Sprache und in Gedankenformen zum Ausdruck bringt, dann ist die Sache so gefaßt, daß der, welcher nun nicht selber imaginativ vorstellen kann, in das gewöhnliche Bewußtsein, in das Vollbewußtsein des gewöhnlichen Denkens das, was der Philosoph sagt, herübernehmen kann. Und dadurch, daß es anders ist, wird es auch anders empfunden, anders gefühlt und erlebt. Es wird aber jene Wirklichkeit durch die sprachliche Mitteilung und durch die Aufnahme des sprachlich Mitgeteilten auch im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt, jene Wirklichkeit, die der imaginative Denker seinen Worten dadurch verleihen kann, daß er seine Vorstellungen aus der wirklichen ätherischen Welt heraus schöpft.
[ 8 ] So kann wieder eine Philosophie gewonnen werden, die aus der ätherischen Welt, aus dem menschlichen ätherischen Organismus, aus dem ätherischen Kosmos heraus gewonnen ist, die auf den Zuhörer so wirkt, daß er im Aufnehmen mit dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstande erfühlt: Das ist aus der übersinnlichen, zunächst ätherischen Wirklichkeit herausgeholt. — Und so wird, wenn das imaginative Denken errungen wird, für die Welt auch wieder eine wahre, die Wirklichkeit verbürgende Philosophie gewonnen werden.
[ 8 ] So kann wieder eine Philosophie gewonnen werden, die aus der ätherischen Welt, aus dem menschlichen ätherischen Organismus, aus dem ätherischen Kosmos heraus gewonnen ist, die auf den Zuhörer so wirkt, daß er im Aufnehmen mit dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstande erfühlt: Das ist aus der übersinnlichen, zunächst ätherischen Wirklichkeit herausgeholt. — Und so wird, wenn das imaginative Denken errungen wird, für die Welt auch wieder eine wahre, die Wirklichkeit verbürgende Philosophie gewonnen werden.
[ 9 ] Für die Kosmologie muß das meditative Leben erweitert werden. Es kann dies dadurch geschehen, daß die Seele sich daran gewöhnt, nicht nur mit dem ganzen Umfange ihrer Kräfte auf einer überschaubaren Vorstellung oder einem überschaubaren Vorstellungskomplex zu ruhen und immer wieder und wieder zu ruhen, um in eine gesteigerte, intensive Tätigkeit hineinzukommen, die zuletzt losgerissen wird vom physischen Organismus und im rein Ätherischen verläuft, sondern es muß die Seele auch dazu kommen, solche Vorstellungen, auf denen sie ruht, wiederum aus dem Bewußtsein zu entfernen. Die Seele muß dazu kommen, in derselben willkürlichen Art Vorstellungen, auf die sie sich vollständig konzentriert, anwesend sein zu lassen im Bewußtsein und sie dann wieder aus dem Bewußtsein zu entfernen und in einen Zustand zu kommen, in welchem bloßes Wachsein, bloßes Vollbewußtsein vorhanden ist ohne einen seelischen Inhalt, der auf eine solche Art erworben ist, wie der sinnliche Inhalt oder wie der Denkinhalt. Die Seele muß wach sein, aber von allen den Inhalten nichts in sich haben, die man durch das gewöhnliche Bewußtsein erwirbt.
[ 9 ] Für die Kosmologie muß das meditative Leben erweitert werden. Es kann dies dadurch geschehen, daß die Seele sich daran gewöhnt, nicht nur mit dem ganzen Umfange ihrer Kräfte auf einer überschaubaren Vorstellung oder einem überschaubaren Vorstellungskomplex zu ruhen und immer wieder und wieder zu ruhen, um in eine gesteigerte, intensive Tätigkeit hineinzukommen, die zuletzt losgerissen wird vom physischen Organismus und im rein Ätherischen verläuft, sondern es muß die Seele auch dazu kommen, solche Vorstellungen, auf denen sie ruht, wiederum aus dem Bewußtsein zu entfernen. Die Seele muß dazu kommen, in derselben willkürlichen Art Vorstellungen, auf die sie sich vollständig konzentriert, anwesend sein zu lassen im Bewußtsein und sie dann wieder aus dem Bewußtsein zu entfernen und in einen Zustand zu kommen, in welchem bloßes Wachsein, bloßes Vollbewußtsein vorhanden ist ohne einen seelischen Inhalt, der auf eine solche Art erworben ist, wie der sinnliche Inhalt oder wie der Denkinhalt. Die Seele muß wach sein, aber von allen den Inhalten nichts in sich haben, die man durch das gewöhnliche Bewußtsein erwirbt.
[ 10 ] Wenn die Seele also bei völligem Wachsein nach der Meditation einen leeren Bewußtseinszustand herbeiführt und eine gewisse Stärkung mit innerlicher Kraft in dem Aufrechterhalten dieser Leerheit der Seele bei völligem Wachsein erreicht, dann kommt es zuletzt dahin, daß in das leere Bewußtsein hineinfließt ein geistig-seelischer kosmischer Inhalt, den man bisher überhaupt nicht gekannt hat, eine neue geistige Welt, eine geistige Außenwelt. Das ist dann die Stufe der Inspiration, die sich anreiht an die Stufe der übersinnlichen Erkenntnis durch Imagination.
[ 10 ] Wenn die Seele also bei völligem Wachsein nach der Meditation einen leeren Bewußtseinszustand herbeiführt und eine gewisse Stärkung mit innerlicher Kraft in dem Aufrechterhalten dieser Leerheit der Seele bei völligem Wachsein erreicht, dann kommt es zuletzt dahin, daß in das leere Bewußtsein hineinfließt ein geistig-seelischer kosmischer Inhalt, den man bisher überhaupt nicht gekannt hat, eine neue geistige Welt, eine geistige Außenwelt. Das ist dann die Stufe der Inspiration, die sich anreiht an die Stufe der übersinnlichen Erkenntnis durch Imagination.
[ 11 ] Hat man diese Fähigkeit, in das leer gemachte Bewußtsein hereinzubekommen durch Inspiration einen geistig-seelischen kosmischen Inhalt, dann bekommt man auch herein jene Organisation, die ich gestern genannt habe den astralischen Organismus des Menschen, jenen astralischen Organismus, der gelebt hat in einer geistig-seelischen Welt, bevor er heruntergestiegen ist auf die Erde und sich mit einem physischen und ätherischen Leib umkleidet hat. Man lernt das seelisch-geistige Leben des eigenen Menschen vor dem Keimesleben, vor der Geburt kennen. Man lernt die astralische Organisation kennen, die wiederum im Tode den physischen Menschen verläßt und in der geistig-seelischen Welt weiterlebt. Man lernt also in inspirierter Erkenntnis den astralischen Organismus kennen, der sich im gewöhnlichen Bewußtsein durch Denken, Fühlen und Wollen auslebt.
[ 11 ] Hat man diese Fähigkeit, in das leer gemachte Bewußtsein hereinzubekommen durch Inspiration einen geistig-seelischen kosmischen Inhalt, dann bekommt man auch herein jene Organisation, die ich gestern genannt habe den astralischen Organismus des Menschen, jenen astralischen Organismus, der gelebt hat in einer geistig-seelischen Welt, bevor er heruntergestiegen ist auf die Erde und sich mit einem physischen und ätherischen Leib umkleidet hat. Man lernt das seelisch-geistige Leben des eigenen Menschen vor dem Keimesleben, vor der Geburt kennen. Man lernt die astralische Organisation kennen, die wiederum im Tode den physischen Menschen verläßt und in der geistig-seelischen Welt weiterlebt. Man lernt also in inspirierter Erkenntnis den astralischen Organismus kennen, der sich im gewöhnlichen Bewußtsein durch Denken, Fühlen und Wollen auslebt.
[ 12 ] Damit lernt man aber auch zugleich den geistigen Kosmos kennen. Wie man durch seine Sinne und durch das an die Sinne gebundene Denken den physischen Kosmos vor sich hat, so hat man jetzt den geistigen Kosmos vor sich; nur ist das, was sich aus diesem geistigen Kosmos heraus mit der physischen Menschenorganisation, auch mit der ätherischen Menschenorganisation abspielt, viel realer als die sinnlichen Wahrnehmungseindrücke, die man sonst im gewöhnlichen Bewußtsein erhält. Man kann schon sagen: Was da durch Inspiration in den Menschen hereinfließt, wodurch er zu einem von seinem Leibe unabhängigen Seelenleben kommt, das läßt sich vergleichen mit dem Einatmen des realen Sauerstoffes. Man erlangt auch jetzt durch diese inspirierte Erkenntnis ein genaueres Durchschauen gerade dessen, was menschlicher Atmungsprozess ist, und des Prozesses, der sich etwa als der Blutzirkulationsprozeß in rhythmischer Art anschließt an den Atmungsprozeß. Man erhält eine wirkliche Anschauung des rhythmischen Menschen, aller rhythmischen Vorgänge im Menschen durch inspirierte Erkenntnis. Man erlangt eine Anschauung, wie die astralische Organisation im rhythmischen Menschen arbeitet. Man erlangt ferner eine Anschauung, wie der astralische Organismus in seiner Einkleidung in den physischen und ätherischen Organismus mit dem Atmungswesen, überhaupt mit der ganzen rhythmischen Organisation zusammenhängt, sich gerade in den Rhythmus der Atmungs- und Blutzirkulation hineinfindet.
[ 12 ] Damit lernt man aber auch zugleich den geistigen Kosmos kennen. Wie man durch seine Sinne und durch das an die Sinne gebundene Denken den physischen Kosmos vor sich hat, so hat man jetzt den geistigen Kosmos vor sich; nur ist das, was sich aus diesem geistigen Kosmos heraus mit der physischen Menschenorganisation, auch mit der ätherischen Menschenorganisation abspielt, viel realer als die sinnlichen Wahrnehmungseindrücke, die man sonst im gewöhnlichen Bewußtsein erhält. Man kann schon sagen: Was da durch Inspiration in den Menschen hereinfließt, wodurch er zu einem von seinem Leibe unabhängigen Seelenleben kommt, das läßt sich vergleichen mit dem Einatmen des realen Sauerstoffes. Man erlangt auch jetzt durch diese inspirierte Erkenntnis ein genaueres Durchschauen gerade dessen, was menschlicher Atmungsprozess ist, und des Prozesses, der sich etwa als der Blutzirkulationsprozeß in rhythmischer Art anschließt an den Atmungsprozeß. Man erhält eine wirkliche Anschauung des rhythmischen Menschen, aller rhythmischen Vorgänge im Menschen durch inspirierte Erkenntnis. Man erlangt eine Anschauung, wie die astralische Organisation im rhythmischen Menschen arbeitet. Man erlangt ferner eine Anschauung, wie der astralische Organismus in seiner Einkleidung in den physischen und ätherischen Organismus mit dem Atmungswesen, überhaupt mit der ganzen rhythmischen Organisation zusammenhängt, sich gerade in den Rhythmus der Atmungs- und Blutzirkulation hineinfindet.
[ 13 ] Dadurch aber ist man auch in der Lage, erkenntnisgemäß zu durchschauen, was beim Menschen im physischen und ätherischen Organismus nur Vererbung ist, was den Vererbungsgesetzen unterliegt, die irdisch sind, und was sich der Mensch mitbringt aus der übersinnlichen, aus der kosmischen, aus der außerirdischen Welt als seelisches und geistiges Wesen, das hereinkommt in die irdische Welt und sich mit dem physischen und ätherischen Organismus nur umkleidet oder, vielleicht besser gesagt, sich in dieselben einkleidet. Man kann dann unterscheiden zwischen dem, was vererbte Eigenschaften im Menschen sind, und dem, was er sich aus einer geistigen Welt in sein physisches Dasein herein mitgebracht hat.
[ 13 ] Dadurch aber ist man auch in der Lage, erkenntnisgemäß zu durchschauen, was beim Menschen im physischen und ätherischen Organismus nur Vererbung ist, was den Vererbungsgesetzen unterliegt, die irdisch sind, und was sich der Mensch mitbringt aus der übersinnlichen, aus der kosmischen, aus der außerirdischen Welt als seelisches und geistiges Wesen, das hereinkommt in die irdische Welt und sich mit dem physischen und ätherischen Organismus nur umkleidet oder, vielleicht besser gesagt, sich in dieselben einkleidet. Man kann dann unterscheiden zwischen dem, was vererbte Eigenschaften im Menschen sind, und dem, was er sich aus einer geistigen Welt in sein physisches Dasein herein mitgebracht hat.
[ 14 ] In dem, was man nun durch seine astralische Organisation und durch ihr Abbild in den rhythmischen Menschenprozessen erkennt, hat man etwas, was man in den geistigen Kosmos, den man um sich hat und der einem durch Inspiration gegeben ist, jetzt eingliedern kann: man gelangt zu einer Kosmologie, die den Menschen umfassen kann. Man gelangt zu einem kosmischen Bilde, das die Art und Weise enthält, wie der astralische Menschheitsorganismus mit dem Ich — von dem ich gleich nachher sprechen werde — auf den Wellen und Wogen der Atmung und der übrigen rhythmischen Vorgänge in den physischen Organismus einzieht. Man sieht den Kosmos in seiner tatsächlichen Gesetzmäßigkeit sich durch die menschlichen rhythmischen Prozesse in den Menschen hinein fortsetzen. Man gelangt zu einer Kosmologie, durch die man den astralischen Organismus versteht, durch die man aber auch die rhythmischen Vorgänge im einzelnen Menschen versteht.
[ 14 ] In dem, was man nun durch seine astralische Organisation und durch ihr Abbild in den rhythmischen Menschenprozessen erkennt, hat man etwas, was man in den geistigen Kosmos, den man um sich hat und der einem durch Inspiration gegeben ist, jetzt eingliedern kann: man gelangt zu einer Kosmologie, die den Menschen umfassen kann. Man gelangt zu einem kosmischen Bilde, das die Art und Weise enthält, wie der astralische Menschheitsorganismus mit dem Ich — von dem ich gleich nachher sprechen werde — auf den Wellen und Wogen der Atmung und der übrigen rhythmischen Vorgänge in den physischen Organismus einzieht. Man sieht den Kosmos in seiner tatsächlichen Gesetzmäßigkeit sich durch die menschlichen rhythmischen Prozesse in den Menschen hinein fortsetzen. Man gelangt zu einer Kosmologie, durch die man den astralischen Organismus versteht, durch die man aber auch die rhythmischen Vorgänge im einzelnen Menschen versteht.
[ 15 ] Dadurch wird die inspirierte Erkenntnis zum Quell einer wirklich modernen Kosmologie, die sich wiederum messen kann mit der alten Kosmologie, die durch ebenfalls traumhafte Seelenkräfte den Menschen in einer ähnlichen Weise eingegliedert hat in den ganzen Kosmos, in eine seelisch-geistige kosmische Welt. Das aber, was in der inspirierten Erkenntnis errungen wird, das wird wiederum im vollen Bewußtsein errungen und kann dann in seinem Abglanz in dem menschlichen ätherischen Leibe angeschaut werden. Es ist so, daß das, was man in der Inspiration erlebt, sich in Bildern projiziert auf den ätherischen Leib. Und so verbindet sich das in der Inspiration aus dem Kosmos heraus Gewonnene mit dem, was als Phantasie in der Betätigung des ätherischen Leibes erlebt wird. Das aus dem Kosmos Inspirierte, das in einer gewissen Weise innerlich beweglich ist, kann nicht gleich in scharfe Konturen gebracht werden, sondern erst, wenn es sich verbindet mit dem, was im ätherischen Leibe als Phantasie erlebt wird. Dann aber kann auch die Kosmologie in scharfe Konturen gebracht werden und es entsteht dadurch eine dem modernen Menschen völlig angemessene kosmische Philosophie, eine philosophische Kosmologie, die in dieser Weise ausgebildet ist durch einen Zusammenfluß von inspirierter Erkenntnis mit demjenigen, was im ätherischen Leibe bildhaft in Imaginationen erlebt wird. Eine solche Kosmologie habe ich zu geben versucht in meinem Buche «Geheimwissenschaft im Umriß», das ja auch ins Französische als «Science Occulté» übersetzt worden ist.
[ 15 ] Dadurch wird die inspirierte Erkenntnis zum Quell einer wirklich modernen Kosmologie, die sich wiederum messen kann mit der alten Kosmologie, die durch ebenfalls traumhafte Seelenkräfte den Menschen in einer ähnlichen Weise eingegliedert hat in den ganzen Kosmos, in eine seelisch-geistige kosmische Welt. Das aber, was in der inspirierten Erkenntnis errungen wird, das wird wiederum im vollen Bewußtsein errungen und kann dann in seinem Abglanz in dem menschlichen ätherischen Leibe angeschaut werden. Es ist so, daß das, was man in der Inspiration erlebt, sich in Bildern projiziert auf den ätherischen Leib. Und so verbindet sich das in der Inspiration aus dem Kosmos heraus Gewonnene mit dem, was als Phantasie in der Betätigung des ätherischen Leibes erlebt wird. Das aus dem Kosmos Inspirierte, das in einer gewissen Weise innerlich beweglich ist, kann nicht gleich in scharfe Konturen gebracht werden, sondern erst, wenn es sich verbindet mit dem, was im ätherischen Leibe als Phantasie erlebt wird. Dann aber kann auch die Kosmologie in scharfe Konturen gebracht werden und es entsteht dadurch eine dem modernen Menschen völlig angemessene kosmische Philosophie, eine philosophische Kosmologie, die in dieser Weise ausgebildet ist durch einen Zusammenfluß von inspirierter Erkenntnis mit demjenigen, was im ätherischen Leibe bildhaft in Imaginationen erlebt wird. Eine solche Kosmologie habe ich zu geben versucht in meinem Buche «Geheimwissenschaft im Umriß», das ja auch ins Französische als «Science Occulté» übersetzt worden ist.
[ 16 ] Um das religiöse Leben erkenntnismäßig zu begründen, ist eine weitere Ausbildung des meditativen Lebens, der Seelenübungen notwendig. Nur muß dieses meditative Leben, müssen diese Seelenübungen jetzt ausgedehnt werden auf den menschlichen Willen. Bisher ist mehr gekennzeichnet worden eine Art von Seelenübungen, welche durch eine besondere Ausbildung des Gedankenlebens sich auszeichneten. Es muß nun auch das seelische Leben, insofern es sich im Willen offenbart, für den Geistesforscher losgelöst werden von dem Leben des physischen Organismus, von dem Leben des ätherischen Organismus. Das geschieht, indem der Wille in einer Weise angewendet wird, wie er sonst im gewöhnlichen Bewußtsein nicht angewendet wird. Ich will das an einem Beispiele charakterisieren.
[ 16 ] Um das religiöse Leben erkenntnismäßig zu begründen, ist eine weitere Ausbildung des meditativen Lebens, der Seelenübungen notwendig. Nur muß dieses meditative Leben, müssen diese Seelenübungen jetzt ausgedehnt werden auf den menschlichen Willen. Bisher ist mehr gekennzeichnet worden eine Art von Seelenübungen, welche durch eine besondere Ausbildung des Gedankenlebens sich auszeichneten. Es muß nun auch das seelische Leben, insofern es sich im Willen offenbart, für den Geistesforscher losgelöst werden von dem Leben des physischen Organismus, von dem Leben des ätherischen Organismus. Das geschieht, indem der Wille in einer Weise angewendet wird, wie er sonst im gewöhnlichen Bewußtsein nicht angewendet wird. Ich will das an einem Beispiele charakterisieren.
[ 17 ] Man versuche, Vorgänge der äußeren Welt, die man sonst so verfolgt, wie sie — das Frühere zuerst, das Spätere nachher — aufeinanderfolgen, die man so auch mit dem Denken verfolgt, man versuche, diese Vorgänge in rückläufiger Art so vorzustellen, daß man das Letzte zuerst, dann das unmittelbar Vorhergehende, dann das weiter Vorhergehende bis zum Ersten hin rückläufig vorstellt. Dadurch führt man durch eine Willensanstrengung in der Seele dasjenige aus, was man im gewöhnlichen Bewußtsein nicht ausführt. Im gewöhnlichen Bewußtsein folgt man mit dem Willen, der im Denken lebt, dem Verlauf der äußeren Vorgänge. Durch dieses Rückwärtsdenken, Andersdenken, als der Tatsachenverlauf in der Natur ist, reißt man den Willen los von dem physischen und ätherischen Organismus, und dadurch verbindet man den Willen, der sonst nur ein Abglanz des astralischen Organismus ist, mit diesem astralischen Organismus. Und da der astralische Organismus durch die anderen Meditationen herausgeht aus dem physischen und ätherischen Organismus, so nimmt man den Willen mit hinaus aus dem physischen Organismus in die spirituelle Welt draußen. Indem man so den Willen aus dem eigenen Organismus im astralischen Leibe heraustreibt, nimmt man auch das, was der eigentliche Geistesmensch oder das Ich ist, so mit hinaus aus dem physischen und ätherischen Organismus, daß man nun mit dem Ich und mit dem astralischen Organismus in der spirituellen Welt mit den spirituellen Wesenheiten zusammenleben kann. So wie man in der physischen Welt in seinem eigenen Leibe allein lebt, so lernt man jetzt durch eine solche Ausbildung des Seelenlebens zusammenzuleben draußen, in der spirituellen Außenwelt, mit allen den Wesenheiten, die sich zuerst geoffenbart haben in der Imagination und in der Inspiration. Dadurch gelangt man dazu, ein von der eigenen Körperlichkeit unabhängiges Leben in der geistigen Welt zu führen.
[ 17 ] Man versuche, Vorgänge der äußeren Welt, die man sonst so verfolgt, wie sie — das Frühere zuerst, das Spätere nachher — aufeinanderfolgen, die man so auch mit dem Denken verfolgt, man versuche, diese Vorgänge in rückläufiger Art so vorzustellen, daß man das Letzte zuerst, dann das unmittelbar Vorhergehende, dann das weiter Vorhergehende bis zum Ersten hin rückläufig vorstellt. Dadurch führt man durch eine Willensanstrengung in der Seele dasjenige aus, was man im gewöhnlichen Bewußtsein nicht ausführt. Im gewöhnlichen Bewußtsein folgt man mit dem Willen, der im Denken lebt, dem Verlauf der äußeren Vorgänge. Durch dieses Rückwärtsdenken, Andersdenken, als der Tatsachenverlauf in der Natur ist, reißt man den Willen los von dem physischen und ätherischen Organismus, und dadurch verbindet man den Willen, der sonst nur ein Abglanz des astralischen Organismus ist, mit diesem astralischen Organismus. Und da der astralische Organismus durch die anderen Meditationen herausgeht aus dem physischen und ätherischen Organismus, so nimmt man den Willen mit hinaus aus dem physischen Organismus in die spirituelle Welt draußen. Indem man so den Willen aus dem eigenen Organismus im astralischen Leibe heraustreibt, nimmt man auch das, was der eigentliche Geistesmensch oder das Ich ist, so mit hinaus aus dem physischen und ätherischen Organismus, daß man nun mit dem Ich und mit dem astralischen Organismus in der spirituellen Welt mit den spirituellen Wesenheiten zusammenleben kann. So wie man in der physischen Welt in seinem eigenen Leibe allein lebt, so lernt man jetzt durch eine solche Ausbildung des Seelenlebens zusammenzuleben draußen, in der spirituellen Außenwelt, mit allen den Wesenheiten, die sich zuerst geoffenbart haben in der Imagination und in der Inspiration. Dadurch gelangt man dazu, ein von der eigenen Körperlichkeit unabhängiges Leben in der geistigen Welt zu führen.
[ 18 ] Solche Übungen können noch dadurch verstärkt werden, daß der Wille in einer anderen Art angestrengt wird, und je mehr Anstrengung zu dieser Evolution des Willens notwendig ist, desto besser ist es für das Erleben der geistigen Welt außerhalb des physischen und ätherischen Organismus. Man kann Gewohnheiten, die man hat, umwandeln, indem man sich vollbewußt vornimmt: Diese oder jene Gewohnheit, die du seit vielen Jahren hast, gestaltest du durch eine energische Aufwendung des Willens in einer anderen Weise aus, daß sie in vier, fünf oder zehn Jahren so umgewandelt ist, daß du mit Bezug auf diese Gewohnheit als ein anderer Mensch erscheinst. — Es können kleine, unbedeutende Gewohnheiten sein, vielleicht sogar jene kleinen, unbedeutenden Gewohnheiten, die so fortleben, ohne daß man sie viel bedenkt. Wenn man an ihnen arbeitet, sind sie am richtigsten für die Art der übersinnlichen Erkenntnis, die ich jetzt charakterisiere. Zum Beispiel hat man gewisse Schriftformen. Man nimmt sich mit aller Energie vor: Man eigne sich einen anderen Schriftduktus an als der ist, der einem gewohnt ist und den man seit seiner Kindheit an sich ausgebildet hat. — Wenn man sich so durch Jahre hindurch solchen Willensübungen hingibt, wird die Seele zuletzt stark genug, um in der spirituellen Außenwelt, außerhalb des physischen und ätherischen Organismus, mit den spirituellen Wesenheiten draußen zu leben, mit den Menschenseelen zu leben, entweder bevor sie in das physische Dasein eingetreten sind, oder nachdem sie durch den Tod gegangen sind und nun in der geistigen Welt leben, ehe sie wieder ins physische Dasein zurückkehren, oder auch mit denjenigen geistigen Wesenheiten zu leben, die nur in der geistigen Welt sind und diese Welt so bewohnen, daß sie nicht, wie die Menschen, sich in einen ätherischen und physischen Organismus einkleiden.
[ 18 ] Solche Übungen können noch dadurch verstärkt werden, daß der Wille in einer anderen Art angestrengt wird, und je mehr Anstrengung zu dieser Evolution des Willens notwendig ist, desto besser ist es für das Erleben der geistigen Welt außerhalb des physischen und ätherischen Organismus. Man kann Gewohnheiten, die man hat, umwandeln, indem man sich vollbewußt vornimmt: Diese oder jene Gewohnheit, die du seit vielen Jahren hast, gestaltest du durch eine energische Aufwendung des Willens in einer anderen Weise aus, daß sie in vier, fünf oder zehn Jahren so umgewandelt ist, daß du mit Bezug auf diese Gewohnheit als ein anderer Mensch erscheinst. — Es können kleine, unbedeutende Gewohnheiten sein, vielleicht sogar jene kleinen, unbedeutenden Gewohnheiten, die so fortleben, ohne daß man sie viel bedenkt. Wenn man an ihnen arbeitet, sind sie am richtigsten für die Art der übersinnlichen Erkenntnis, die ich jetzt charakterisiere. Zum Beispiel hat man gewisse Schriftformen. Man nimmt sich mit aller Energie vor: Man eigne sich einen anderen Schriftduktus an als der ist, der einem gewohnt ist und den man seit seiner Kindheit an sich ausgebildet hat. — Wenn man sich so durch Jahre hindurch solchen Willensübungen hingibt, wird die Seele zuletzt stark genug, um in der spirituellen Außenwelt, außerhalb des physischen und ätherischen Organismus, mit den spirituellen Wesenheiten draußen zu leben, mit den Menschenseelen zu leben, entweder bevor sie in das physische Dasein eingetreten sind, oder nachdem sie durch den Tod gegangen sind und nun in der geistigen Welt leben, ehe sie wieder ins physische Dasein zurückkehren, oder auch mit denjenigen geistigen Wesenheiten zu leben, die nur in der geistigen Welt sind und diese Welt so bewohnen, daß sie nicht, wie die Menschen, sich in einen ätherischen und physischen Organismus einkleiden.
[ 19 ] Auf diese Art gelangt man dazu, mit seinem Seelisch-Geistigen in derjenigen Welt zu leben, wo das erlebt wird, was den Inhalt des religiösen Bewußtseins ausmacht. Man gelangt vollbewußt in diejenige Welt hinein, die von den alten Religionslehrern als die göttliche Welt den Menschen mitgeteilt worden ist, damals durch ein mehr traumhaftes Hineinleben, jetzt durch ein so vollbewußtes Hineinleben, wie wir das Vollbewußtsein nur ausbilden in der Mathematik oder in der exakten Naturwissenschaft der modernen Zeit. Man gelangt auf diese Weise dazu, die dritte Stufe der übersinnlichen Erkenntnis, die wahre Intuition auszubilden.
[ 19 ] Auf diese Art gelangt man dazu, mit seinem Seelisch-Geistigen in derjenigen Welt zu leben, wo das erlebt wird, was den Inhalt des religiösen Bewußtseins ausmacht. Man gelangt vollbewußt in diejenige Welt hinein, die von den alten Religionslehrern als die göttliche Welt den Menschen mitgeteilt worden ist, damals durch ein mehr traumhaftes Hineinleben, jetzt durch ein so vollbewußtes Hineinleben, wie wir das Vollbewußtsein nur ausbilden in der Mathematik oder in der exakten Naturwissenschaft der modernen Zeit. Man gelangt auf diese Weise dazu, die dritte Stufe der übersinnlichen Erkenntnis, die wahre Intuition auszubilden.
[ 20 ] Durch diese wahre Intuition, durch die man erlernt, in der göttlich-geistigen Welt zu leben, kann man die Erfahrungen aus dieser göttlichgeistigen Welt herüberholen, um sie zum Inhalt des religiösen Bewußtseins zu machen. Wiederum ist es so, daß man ein Wesentliches in der menschlichen Natur erkennen lernt: wie der Mensch mit seinem wahren Ich und mit seinem astralischen Organismus leben kann in einer rein geistigen, spirituellen Welt. Man erlangt jetzt eine Anschauung davon, wie der Mensch im Wachzustande und wie er im Schlafzustande ist. Man kommt dazu, einzusehen, wie während des Wachzustandes das Ich und der astralische Organismus sich hineinkleiden in dasjenige, was ich vorhin als Atmungs- und Zirkulationsvorgänge, als rhythmische Vorgänge geschildert habe, wie aber, indem das Ich sich ein Abbild schafft im physischen Organismus, einbezogen werden in diese Abbildlichkeit die Stoffwechselvorgänge, die in der Zirkulation des Blutes leben. Das, was der Mensch im gewöhnlichen Bewußtsein sein Ich nennt, ist nur ein schwacher Abglanz seines wahren Ich. Das wahre Ich wurzelt in der eben charakterisierten geistig-göttlichen Welt. Im gewöhnlichen Bewußtsein wird dieses Ich dadurch wahrgenommen, daß das Zirkulationssystem des Menschen durchzogen wird von den Stoffwechselvorgängen. In diesen in der Zirkulation selbst pulsierenden Stoffwechselvorgängen wird dasjenige gespürt, empfunden und gefühlt, was das gewöhnliche Bewußtsein als das Ich wahrnimmt. Das aber ist nur ein schwacher Abglanz des wahren Ich.
[ 20 ] Durch diese wahre Intuition, durch die man erlernt, in der göttlich-geistigen Welt zu leben, kann man die Erfahrungen aus dieser göttlichgeistigen Welt herüberholen, um sie zum Inhalt des religiösen Bewußtseins zu machen. Wiederum ist es so, daß man ein Wesentliches in der menschlichen Natur erkennen lernt: wie der Mensch mit seinem wahren Ich und mit seinem astralischen Organismus leben kann in einer rein geistigen, spirituellen Welt. Man erlangt jetzt eine Anschauung davon, wie der Mensch im Wachzustande und wie er im Schlafzustande ist. Man kommt dazu, einzusehen, wie während des Wachzustandes das Ich und der astralische Organismus sich hineinkleiden in dasjenige, was ich vorhin als Atmungs- und Zirkulationsvorgänge, als rhythmische Vorgänge geschildert habe, wie aber, indem das Ich sich ein Abbild schafft im physischen Organismus, einbezogen werden in diese Abbildlichkeit die Stoffwechselvorgänge, die in der Zirkulation des Blutes leben. Das, was der Mensch im gewöhnlichen Bewußtsein sein Ich nennt, ist nur ein schwacher Abglanz seines wahren Ich. Das wahre Ich wurzelt in der eben charakterisierten geistig-göttlichen Welt. Im gewöhnlichen Bewußtsein wird dieses Ich dadurch wahrgenommen, daß das Zirkulationssystem des Menschen durchzogen wird von den Stoffwechselvorgängen. In diesen in der Zirkulation selbst pulsierenden Stoffwechselvorgängen wird dasjenige gespürt, empfunden und gefühlt, was das gewöhnliche Bewußtsein als das Ich wahrnimmt. Das aber ist nur ein schwacher Abglanz des wahren Ich.
[ 21 ] Im Wachzustande lebt im Stoffwechsel, der da kreist in dem rhythmischen Menschen, das Abbild dieses Ich. Das heißt, es lebt das wirkliche Ich, aber das gewöhnliche Bewußtsein hat nur das durch den Stoffwechsel bewirkte Abbild in sich. Wenn aber der menschliche physische und ätherische Organismus das, was im Atmungs- und Zirkulationsprozesse geschieht und vom Stoffwechsel durchdrungen wird, wenn der physische und ätherische Organismus — wie es im Schlafzustande der Fall ist — die Kräfte dieses rhythmischen Menschen selber brauchen, dann lebt das wahre Ich mit dem astralischen Leibe in der spirituellen Außenwelt. Dann versorgen die Atmung und die Zirkulation mit dem darin pulsierenden Stoffwechsel den physischen und den ätherischen Organismus für sich, und das wahre Ich und die astralische Organisation haben einen Bestand neben dem physischen und dem ätherischen Organismus in der spirituellen Welt. Man schaut diese abwechselnden Zustände durch die wahre Intuition, wie der physische und ätherische Organismus Atmungs- und Blutzirkulation mit dem darin enthaltenen Stoffwechsel brauchen, um ihre Kräfte zu erneuern. Während dieser Zeit halten sich das wahre Ich und der astralische Organismus in der spirituellen Welt auf, haben dort Bestand. Und dann, wenn die Kräfte des physischen und ätherischen Organismus durch den rhythmischen Menschen so weit regeneriert sind, daß weitere rhythmische Prozesse nicht notwendig sind, dann kehren astralischer Leib und Ich zurück und durchsetzen den Stoffwechsel, der im Atmungs- und Blutzirkulationsprozesse pulsiert, und der Mensch ist dann wieder ein wacher Mensch.
[ 21 ] Im Wachzustande lebt im Stoffwechsel, der da kreist in dem rhythmischen Menschen, das Abbild dieses Ich. Das heißt, es lebt das wirkliche Ich, aber das gewöhnliche Bewußtsein hat nur das durch den Stoffwechsel bewirkte Abbild in sich. Wenn aber der menschliche physische und ätherische Organismus das, was im Atmungs- und Zirkulationsprozesse geschieht und vom Stoffwechsel durchdrungen wird, wenn der physische und ätherische Organismus — wie es im Schlafzustande der Fall ist — die Kräfte dieses rhythmischen Menschen selber brauchen, dann lebt das wahre Ich mit dem astralischen Leibe in der spirituellen Außenwelt. Dann versorgen die Atmung und die Zirkulation mit dem darin pulsierenden Stoffwechsel den physischen und den ätherischen Organismus für sich, und das wahre Ich und die astralische Organisation haben einen Bestand neben dem physischen und dem ätherischen Organismus in der spirituellen Welt. Man schaut diese abwechselnden Zustände durch die wahre Intuition, wie der physische und ätherische Organismus Atmungs- und Blutzirkulation mit dem darin enthaltenen Stoffwechsel brauchen, um ihre Kräfte zu erneuern. Während dieser Zeit halten sich das wahre Ich und der astralische Organismus in der spirituellen Welt auf, haben dort Bestand. Und dann, wenn die Kräfte des physischen und ätherischen Organismus durch den rhythmischen Menschen so weit regeneriert sind, daß weitere rhythmische Prozesse nicht notwendig sind, dann kehren astralischer Leib und Ich zurück und durchsetzen den Stoffwechsel, der im Atmungs- und Blutzirkulationsprozesse pulsiert, und der Mensch ist dann wieder ein wacher Mensch.
[ 22 ] So schaut man hin, wie das wahre Ich und der astralische Organismus im Stoffwechsel pulsieren. So lernt man diejenige Welt erkennen, welche die alten Religionen als die göttliche Welt bezeichneten, in der das Ich des Menschen, das wahre Ich, seine ihm ureigene Heimat hat. Und da das, was man so in der Intuition erfaßt, sich wiederum in Spiegelbildern ergibt — an dem physischen, an dem ätherischen Leibe, wie eben in einem Spiegel —, so kann man auch das, was in der rein spirituellen Welt unabhängig von aller Körperlichkeit des Menschen erfahren wird, wieder in Worte bringen, kann es in Bildern, in Begriffen zum Ausdruck bringen. Dann kann es wiederum von dem gesunden Menschenverstande aufgefaßt werden, kann gefühlt und empfunden werden, kann im menschlichen Gemüt erlebt werden und bildet dann den Inhalt des religiösen Bewußtseins, der damit erkenntnismäßig begründet ist.
[ 22 ] So schaut man hin, wie das wahre Ich und der astralische Organismus im Stoffwechsel pulsieren. So lernt man diejenige Welt erkennen, welche die alten Religionen als die göttliche Welt bezeichneten, in der das Ich des Menschen, das wahre Ich, seine ihm ureigene Heimat hat. Und da das, was man so in der Intuition erfaßt, sich wiederum in Spiegelbildern ergibt — an dem physischen, an dem ätherischen Leibe, wie eben in einem Spiegel —, so kann man auch das, was in der rein spirituellen Welt unabhängig von aller Körperlichkeit des Menschen erfahren wird, wieder in Worte bringen, kann es in Bildern, in Begriffen zum Ausdruck bringen. Dann kann es wiederum von dem gesunden Menschenverstande aufgefaßt werden, kann gefühlt und empfunden werden, kann im menschlichen Gemüt erlebt werden und bildet dann den Inhalt des religiösen Bewußtseins, der damit erkenntnismäßig begründet ist.
[ 23 ] Es ist nicht für jeden Menschen notwendig, durch Intuition sich hineinzuleben in die göttlich-geistige Welt. Das muß derjenige tun, der ein Geistesforscher wird. Wenn aber der Geistesforscher das, was er in der göttlich-geistigen Welt erfährt, auf die eben charakterisierte Art in Worte kleidet, dann nimmt das solche Formen an, daß man an dem, was auf diese Art zur Offenbarung kommt, im gewöhnlichen Menschen mit Bewußtsein erlebt: Da werden Worte gesprochen, die sich nicht auf diese Welt beziehen, die sich aber mit der Kraft der ihnen innewohnenden Wirklichkeit im menschlichen Gemüte ausleben. — Und das ist die Kraft, mit der religiös auf das Bewußtsein das wirkt, was durch die Geistesforschung aus der geistigen Welt herausgeholt wird durch das intuitive Erleben dieser geistig-göttlichen Welt.
[ 23 ] Es ist nicht für jeden Menschen notwendig, durch Intuition sich hineinzuleben in die göttlich-geistige Welt. Das muß derjenige tun, der ein Geistesforscher wird. Wenn aber der Geistesforscher das, was er in der göttlich-geistigen Welt erfährt, auf die eben charakterisierte Art in Worte kleidet, dann nimmt das solche Formen an, daß man an dem, was auf diese Art zur Offenbarung kommt, im gewöhnlichen Menschen mit Bewußtsein erlebt: Da werden Worte gesprochen, die sich nicht auf diese Welt beziehen, die sich aber mit der Kraft der ihnen innewohnenden Wirklichkeit im menschlichen Gemüte ausleben. — Und das ist die Kraft, mit der religiös auf das Bewußtsein das wirkt, was durch die Geistesforschung aus der geistigen Welt herausgeholt wird durch das intuitive Erleben dieser geistig-göttlichen Welt.
[ 24 ] Wenn die Menschheit wiederum zu einem ursprünglichen, auf Erkenntnis begründeten religiösen Leben kommen will, dann muß sie das gelten lassen, was der Geistesforscher durch wahre Intuition als seine Erlebnisse in der göttlich-geistigen Welt aus dieser zu verkünden vermag. Dann wird Religion wieder zurückkehren zu dem, was sie einst war. Jede Religion war an ihrem Ausgangspunkte Offenbarung aus der göttlich-geistigen Welt heraus, Offenbarung derjenigen Erlebnisse, die mit den Wesenheiten in der spirituellen Welt gemacht werden können, mit jenen Wesenheiten, die sich vorher der imaginativen und inspirierten Erkenntnis offenbaren, mit denen man aber erst in der Intuition zusammenkommt.
[ 24 ] Wenn die Menschheit wiederum zu einem ursprünglichen, auf Erkenntnis begründeten religiösen Leben kommen will, dann muß sie das gelten lassen, was der Geistesforscher durch wahre Intuition als seine Erlebnisse in der göttlich-geistigen Welt aus dieser zu verkünden vermag. Dann wird Religion wieder zurückkehren zu dem, was sie einst war. Jede Religion war an ihrem Ausgangspunkte Offenbarung aus der göttlich-geistigen Welt heraus, Offenbarung derjenigen Erlebnisse, die mit den Wesenheiten in der spirituellen Welt gemacht werden können, mit jenen Wesenheiten, die sich vorher der imaginativen und inspirierten Erkenntnis offenbaren, mit denen man aber erst in der Intuition zusammenkommt.
[ 25 ] Das Denken, welches in Abstraktionen leben kann und das wir vorzugsweise heute im wissenschaftlichen Forschen anwenden, das wir unserem Beobachten und Experimentieren zugrunde legen, ist eigentlich erst im Laufe der Menschheitsentwickelung erworben worden. Es war nicht bei denjenigen Menschen vorhanden, aus denen jene alten philosophischen Forscher und Religionslehrer hervorgingen, welche die alte Philosophie, die alte Kosmologie, das alte religiöse Leben begründet haben und von denen vieles in einer Art Tradition sich erhalten hat. Damals waren vorhanden halbbewußte, traumhafte imaginative, inspirierte, intuitive Erlebnisse. Aus diesen heraus wurden die alten Erkenntnisse auf den verschiedensten Gebieten gewonnen, und eigentlich erst seit dem Entstehen der neueren Naturwissenschaft haben wir das, was wir heute als das abstrakte Denken erleben. Man darf nicht glauben, daß dieses abstrakte Denken nur vorhanden ist bei den wissenschaftlichen Arbeitern. Es wird heute aufgenommen durch die gewöhnlichen Schulen und vom einfachsten, primitivsten Menschen, der noch fern von aller städtischen Bildung draußen auf dem Lande lebt.
[ 25 ] Das Denken, welches in Abstraktionen leben kann und das wir vorzugsweise heute im wissenschaftlichen Forschen anwenden, das wir unserem Beobachten und Experimentieren zugrunde legen, ist eigentlich erst im Laufe der Menschheitsentwickelung erworben worden. Es war nicht bei denjenigen Menschen vorhanden, aus denen jene alten philosophischen Forscher und Religionslehrer hervorgingen, welche die alte Philosophie, die alte Kosmologie, das alte religiöse Leben begründet haben und von denen vieles in einer Art Tradition sich erhalten hat. Damals waren vorhanden halbbewußte, traumhafte imaginative, inspirierte, intuitive Erlebnisse. Aus diesen heraus wurden die alten Erkenntnisse auf den verschiedensten Gebieten gewonnen, und eigentlich erst seit dem Entstehen der neueren Naturwissenschaft haben wir das, was wir heute als das abstrakte Denken erleben. Man darf nicht glauben, daß dieses abstrakte Denken nur vorhanden ist bei den wissenschaftlichen Arbeitern. Es wird heute aufgenommen durch die gewöhnlichen Schulen und vom einfachsten, primitivsten Menschen, der noch fern von aller städtischen Bildung draußen auf dem Lande lebt.
[ 26 ] So, wie das menschliche Bewußtsein durch dieses abstrakte Denken in der gesamten zivilisierten Welt ist, so war es noch im 8., 9. nachchristlichen Jahrhundert in keinem Teile der Menschheit. Überall lebte das, was aus den drei anderen Bewußtseinszuständen heraus gewonnen worden ist. Aber jene Vollbewußtheit, welche wir heute als den wahren Ausdruck des Menschlichen auffassen müssen, die konnte nur dadurch errungen werden, daß das abstrakte Denken, das heute eine Zierde des wissenschaftlichen Lebens ist, sich dem menschlichen Leben eingegliedert hat. Mit anderen Worten: Ein Denken in der Weise, daß man sich dazu der physischen Menschenorganisation bedient und diese physische Organisation zum Denken braucht, wie das heute der Fall ist, ein solches Denken hat es in den älteren Zeiten nicht gegeben. Da dachte der Mensch nur mit demjenigen in seiner Organisation, was ätherische, was astralische, was Ich-Organisation war. Durch das, was sich aus Imagination, Inspiration und Intuition offenbarte, wurden ihm die Gedanken mitgegeben. So ist es heute noch bei Menschen, die durch irgendwelche Umstände, die wir noch erwähnen wollen, eine Art Hellsehen haben, das nicht das moderne exakte Hellsehen ist, sondern das aus alten Zuständen vererbtes, traumhaftes Hellsehen ist. Solche Personen können niemals ihre seelischen Erlebnisse kontrollieren, aber sie können sie haben, so haben, wie die Menschen älterer Epochen sie hatten. Dann ist man manchmal erstaunt, welche scharfen Gedanken solchen Menschen in ihren traumhaften Visionen mitgegeben werden, Gedanken, denen manchmal eine weit geistreichere Logik zugrunde liegt, als sie sich selbst ein heutiger Philosoph machen kann. Das sind eben die Gedanken, die aus der geistigen Welt heraus offenbart werden. Einzig solche Gedanken gab es in älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung, geoffenbarte Gedanken.
[ 26 ] So, wie das menschliche Bewußtsein durch dieses abstrakte Denken in der gesamten zivilisierten Welt ist, so war es noch im 8., 9. nachchristlichen Jahrhundert in keinem Teile der Menschheit. Überall lebte das, was aus den drei anderen Bewußtseinszuständen heraus gewonnen worden ist. Aber jene Vollbewußtheit, welche wir heute als den wahren Ausdruck des Menschlichen auffassen müssen, die konnte nur dadurch errungen werden, daß das abstrakte Denken, das heute eine Zierde des wissenschaftlichen Lebens ist, sich dem menschlichen Leben eingegliedert hat. Mit anderen Worten: Ein Denken in der Weise, daß man sich dazu der physischen Menschenorganisation bedient und diese physische Organisation zum Denken braucht, wie das heute der Fall ist, ein solches Denken hat es in den älteren Zeiten nicht gegeben. Da dachte der Mensch nur mit demjenigen in seiner Organisation, was ätherische, was astralische, was Ich-Organisation war. Durch das, was sich aus Imagination, Inspiration und Intuition offenbarte, wurden ihm die Gedanken mitgegeben. So ist es heute noch bei Menschen, die durch irgendwelche Umstände, die wir noch erwähnen wollen, eine Art Hellsehen haben, das nicht das moderne exakte Hellsehen ist, sondern das aus alten Zuständen vererbtes, traumhaftes Hellsehen ist. Solche Personen können niemals ihre seelischen Erlebnisse kontrollieren, aber sie können sie haben, so haben, wie die Menschen älterer Epochen sie hatten. Dann ist man manchmal erstaunt, welche scharfen Gedanken solchen Menschen in ihren traumhaften Visionen mitgegeben werden, Gedanken, denen manchmal eine weit geistreichere Logik zugrunde liegt, als sie sich selbst ein heutiger Philosoph machen kann. Das sind eben die Gedanken, die aus der geistigen Welt heraus offenbart werden. Einzig solche Gedanken gab es in älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung, geoffenbarte Gedanken.
[ 27 ] Das abstrakte Denken, das man heute allein kennt, ist mit dem Werkzeug des physischen Leibes erarbeitet. Es wird erlebt mit dem Werkzeuge des physischen Leibes, und das ist das Charakteristikon dessen, was die Menschheit in ihrer neueren Zeit, wo sie zu ihrem Vollbewußtsein aufgestiegen ist, sich errungen hat. Ein mit dem physischen Leibe errungenes Denken ist eigentlich gegenüber der geistigen Welt ein deplaciertes Denken. Denn gerade durch das, was ich eben charakterisiert habe, zeigt sich das Denken als angehörig der geistigen Welt. Es ist jetzt deplaciert, wenn sich der Mensch in seinem Denken der physischen Organisation bedient. Dadurch lebt das Denken in einem Element, das nicht sein ureigenes Element ist. Aber dadurch erlangt der Mensch auch in diesem Denken etwas, das er niemals erlangen könnte, wenn das Denken nur als Offenbarung aus Imagination, Inspiration und Intuition sich ergeben könnte. Dadurch, daß das Denken durch den physischen Organismus erarbeitet wird, hat es in seinem substantiellen Gehalt nichts in sich von der geistigen Welt. Es ist im Grunde genommen eine Tätigkeit, die bloß im physischen Organismus ausgeübt wird. Mit anderen Worten: Dieses abstrakte Denken erlebt nichts Wirkliches; es ist wie herausgepreßt, herausfiltriert aus der Imagination. Was erlebt wird, ist Schein. Was wir im abstrakten Denken erleben, ist Schein-Erleben gerade dadurch, daß wir vollbewußt werden in diesem Denken.
[ 27 ] Das abstrakte Denken, das man heute allein kennt, ist mit dem Werkzeug des physischen Leibes erarbeitet. Es wird erlebt mit dem Werkzeuge des physischen Leibes, und das ist das Charakteristikon dessen, was die Menschheit in ihrer neueren Zeit, wo sie zu ihrem Vollbewußtsein aufgestiegen ist, sich errungen hat. Ein mit dem physischen Leibe errungenes Denken ist eigentlich gegenüber der geistigen Welt ein deplaciertes Denken. Denn gerade durch das, was ich eben charakterisiert habe, zeigt sich das Denken als angehörig der geistigen Welt. Es ist jetzt deplaciert, wenn sich der Mensch in seinem Denken der physischen Organisation bedient. Dadurch lebt das Denken in einem Element, das nicht sein ureigenes Element ist. Aber dadurch erlangt der Mensch auch in diesem Denken etwas, das er niemals erlangen könnte, wenn das Denken nur als Offenbarung aus Imagination, Inspiration und Intuition sich ergeben könnte. Dadurch, daß das Denken durch den physischen Organismus erarbeitet wird, hat es in seinem substantiellen Gehalt nichts in sich von der geistigen Welt. Es ist im Grunde genommen eine Tätigkeit, die bloß im physischen Organismus ausgeübt wird. Mit anderen Worten: Dieses abstrakte Denken erlebt nichts Wirkliches; es ist wie herausgepreßt, herausfiltriert aus der Imagination. Was erlebt wird, ist Schein. Was wir im abstrakten Denken erleben, ist Schein-Erleben gerade dadurch, daß wir vollbewußt werden in diesem Denken.
[ 28 ] Zweierlei können wir in diesem Denken erleben. Einmal kann dasjenige, was wir in diesem abstrakten Denken als Schein-Erleben haben und was nicht selbst darauf Anspruch macht, etwas auszudrücken, Abbild der objektiven Natur werden. Dadurch erst hat der Mensch das errungen, worauf er heute so stolz ist: eine objektive Naturwissenschaft. Die Naturvorgänge draußen könnten von einem eigenen, mit Eigensubstanz erfüllten Denken nicht in einer objektiven Darstellung gegeben werden. Wir können solche Beschreibungen, wie sie in alten Zeiten von den Naturvorgängen gegeben sind, nicht als objektive Naturwissenschaft anerkennen. Gerade indem das Denken nur ein Scheinleben hat, bildet sich im Scheinleben die äußere Welt ab. In einem Denken, das nicht eine eigene Substanz hat, erscheint bildhaft die Substanz der äußeren Naturvorgänge. So verdankt die Menschheit in ihrem Fortschritt dem Umstande, daß sie sich ihr Vollbewußtsein in einem denkerischen Schein-Erleben errungen hat, die objektive Naturwissenschaft. Es wurde der Zeitraum, in welchem das abstrakte Denken heraufkam, auch die Zeit, in der die objektive Naturwissenschaft errungen worden ist.
[ 28 ] Zweierlei können wir in diesem Denken erleben. Einmal kann dasjenige, was wir in diesem abstrakten Denken als Schein-Erleben haben und was nicht selbst darauf Anspruch macht, etwas auszudrücken, Abbild der objektiven Natur werden. Dadurch erst hat der Mensch das errungen, worauf er heute so stolz ist: eine objektive Naturwissenschaft. Die Naturvorgänge draußen könnten von einem eigenen, mit Eigensubstanz erfüllten Denken nicht in einer objektiven Darstellung gegeben werden. Wir können solche Beschreibungen, wie sie in alten Zeiten von den Naturvorgängen gegeben sind, nicht als objektive Naturwissenschaft anerkennen. Gerade indem das Denken nur ein Scheinleben hat, bildet sich im Scheinleben die äußere Welt ab. In einem Denken, das nicht eine eigene Substanz hat, erscheint bildhaft die Substanz der äußeren Naturvorgänge. So verdankt die Menschheit in ihrem Fortschritt dem Umstande, daß sie sich ihr Vollbewußtsein in einem denkerischen Schein-Erleben errungen hat, die objektive Naturwissenschaft. Es wurde der Zeitraum, in welchem das abstrakte Denken heraufkam, auch die Zeit, in der die objektive Naturwissenschaft errungen worden ist.
[ 29 ] Ein Zweites, das der Mensch diesem Aufschwunge zum abstrakten Denken verdankt, ist sein Erleben der Freiheit. Was man als moralische Impulse erlebt durch Imagination, Inspiration und Intuition, auch wenn man es so erlebt wie in alten Zeiten, traumhaft — wo es immer durch die Träume, die Instinkte und Emotionen des Organismus erlebt wurde, indem es ein Impuls zum Handeln wurde —, das übt immer auf den Menschen einen Zwang aus. Was immer man seinem Organismus als Trieb in seinem Handeln zugrunde legen muß, das treibt einen, zwingt einen da- und dorthin. Und das, was aus einer wirklichen ätherischen Welt herausgeholt wird in der Imagination als moralische Impulse, das zwingt mich; man kann nicht anders, als ihnen folgen. Ebenso ist es mit dem, was aus der Inspiration und aus der Intuition stammt. Nimmt aber der Mensch, indem er zwischen Geburt und Tod das Scheinleben des abstrakten Denkens erlebt — des reinen Denkens, das nichts ist als Denken, aber das durch den physischen Organismus ausgeführt wird —, nimmt er in dieses Denken die moralischen Impulse herein, so leben diese in dem reinen Denken, das nur ein Scheinleben hat und zu nichts zwingen kann, das ebensowenig zu etwas zwingen kann, wie Spiegelbilder zu etwas zwingen können. Was in der Wirklichkeit stößt, das zwingt mich; was aber bloß ein Scheinleben hat wie das, was wir im reinen Denken erleben, das kann einen Menschen nicht zwingen. Da muß ich mich selber entschließen, wenn ich ihm folgen will. Damit ist zu gleicher Zeit in diesem Schein-Erleben des Denkens die Möglichkeit der menschlichen Freiheit gegeben. Und indem moralische Impulse, die in der geistigen Welt wurzeln, hereinkommen und den Menschen erfüllen in diesem Schein erlebenden Denken, werden sie zu freien Impulsen.
[ 29 ] Ein Zweites, das der Mensch diesem Aufschwunge zum abstrakten Denken verdankt, ist sein Erleben der Freiheit. Was man als moralische Impulse erlebt durch Imagination, Inspiration und Intuition, auch wenn man es so erlebt wie in alten Zeiten, traumhaft — wo es immer durch die Träume, die Instinkte und Emotionen des Organismus erlebt wurde, indem es ein Impuls zum Handeln wurde —, das übt immer auf den Menschen einen Zwang aus. Was immer man seinem Organismus als Trieb in seinem Handeln zugrunde legen muß, das treibt einen, zwingt einen da- und dorthin. Und das, was aus einer wirklichen ätherischen Welt herausgeholt wird in der Imagination als moralische Impulse, das zwingt mich; man kann nicht anders, als ihnen folgen. Ebenso ist es mit dem, was aus der Inspiration und aus der Intuition stammt. Nimmt aber der Mensch, indem er zwischen Geburt und Tod das Scheinleben des abstrakten Denkens erlebt — des reinen Denkens, das nichts ist als Denken, aber das durch den physischen Organismus ausgeführt wird —, nimmt er in dieses Denken die moralischen Impulse herein, so leben diese in dem reinen Denken, das nur ein Scheinleben hat und zu nichts zwingen kann, das ebensowenig zu etwas zwingen kann, wie Spiegelbilder zu etwas zwingen können. Was in der Wirklichkeit stößt, das zwingt mich; was aber bloß ein Scheinleben hat wie das, was wir im reinen Denken erleben, das kann einen Menschen nicht zwingen. Da muß ich mich selber entschließen, wenn ich ihm folgen will. Damit ist zu gleicher Zeit in diesem Schein-Erleben des Denkens die Möglichkeit der menschlichen Freiheit gegeben. Und indem moralische Impulse, die in der geistigen Welt wurzeln, hereinkommen und den Menschen erfüllen in diesem Schein erlebenden Denken, werden sie zu freien Impulsen.
[ 30 ] Zweierlei also verdankt der Mensch seinem Aufschwunge zu dem Schein-Erleben im Denken: das Zeitalter der objektiven Naturwissenschaft und das Erringen der wirklichen Freiheit. Diese Beziehungen habe ich, ebenso wie ich das Erheben in die übersinnlichen Welten in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», in meiner «Geheimwissenschaft» und in der «Theosophie» darstellte, so habe ich versucht, das Erringen des Freiheitsbewußtseins in der modernen Zeit in meiner «Philosophie der Freiheit» nach seiner Grundlegung hin darzustellen. So können wir sagen: In dem Zeitalter, in welchem der Mensch sein Vollbewußtsein dadurch errungen hat, daß das Denken heruntergeströmt ist bis zum physischen Organismus und sich dessen bedient, in dem Zeitalter hat dieses Denken abgelehnt das alte traumhafte Hellsehen, durch das einmal eine alte Philosophie, eine alte Kosmologie und das alte religiöse Leben begründet wurden. Der Mensch hat dadurch die Möglichkeit erlangt, in der physischen Organisation zwischen Geburt und Tod objektive Naturwissenschaft auszubilden. Er hat weiter die Möglichkeit erlangt, Freiheit auszubilden. Aber er steht heute an dem Punkt, wo er den Weg wieder beschreiten muß hinauf in die übersinnliche Welt — unter Beibehaltung seines Vollbewußtseins — in vollbewußter Imagination, Inspiration und Intuition, um zu dem, was er in objektiver Naturwissenschaft und Freiheit erleben kann, hinzu zu erringen eine auf Erkenntnis der übersinnlichen Welt gebaute neue Philosophie, eine neue Kosmologie und ein neues religiöses Leben. Sie genügen dem modernen Menschen in derselben Weise als Offenbarung einer übersinnlichen Welt, wie er durch seine Vollbewußtheit innerhalb der sinnlichen Welt befriedigt ist durch die Erringung der objektiven Naturwissenschaft und der Freiheit.
[ 30 ] Zweierlei also verdankt der Mensch seinem Aufschwunge zu dem Schein-Erleben im Denken: das Zeitalter der objektiven Naturwissenschaft und das Erringen der wirklichen Freiheit. Diese Beziehungen habe ich, ebenso wie ich das Erheben in die übersinnlichen Welten in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», in meiner «Geheimwissenschaft» und in der «Theosophie» darstellte, so habe ich versucht, das Erringen des Freiheitsbewußtseins in der modernen Zeit in meiner «Philosophie der Freiheit» nach seiner Grundlegung hin darzustellen. So können wir sagen: In dem Zeitalter, in welchem der Mensch sein Vollbewußtsein dadurch errungen hat, daß das Denken heruntergeströmt ist bis zum physischen Organismus und sich dessen bedient, in dem Zeitalter hat dieses Denken abgelehnt das alte traumhafte Hellsehen, durch das einmal eine alte Philosophie, eine alte Kosmologie und das alte religiöse Leben begründet wurden. Der Mensch hat dadurch die Möglichkeit erlangt, in der physischen Organisation zwischen Geburt und Tod objektive Naturwissenschaft auszubilden. Er hat weiter die Möglichkeit erlangt, Freiheit auszubilden. Aber er steht heute an dem Punkt, wo er den Weg wieder beschreiten muß hinauf in die übersinnliche Welt — unter Beibehaltung seines Vollbewußtseins — in vollbewußter Imagination, Inspiration und Intuition, um zu dem, was er in objektiver Naturwissenschaft und Freiheit erleben kann, hinzu zu erringen eine auf Erkenntnis der übersinnlichen Welt gebaute neue Philosophie, eine neue Kosmologie und ein neues religiöses Leben. Sie genügen dem modernen Menschen in derselben Weise als Offenbarung einer übersinnlichen Welt, wie er durch seine Vollbewußtheit innerhalb der sinnlichen Welt befriedigt ist durch die Erringung der objektiven Naturwissenschaft und der Freiheit.
[ 31 ] Damit ist auf der einen Seite durch die Kennzeichnung von Freiheit und objektiver Naturwissenschaft, auf der anderen Seite durch die Kennzeichnung einer modernen spirituellen Wissenschaft zugleich charakterisiert, wie die Menschheit aus dem gegenwärtigen Zeitalter in die Zukunft hinein fortschreiten muß, damit sie durch die Erringung einer übersinnlichen Erkenntnis sich einfügen kann in den von der Weltenordnung geforderten wahren Menschheitsfortschritt.
[ 31 ] Damit ist auf der einen Seite durch die Kennzeichnung von Freiheit und objektiver Naturwissenschaft, auf der anderen Seite durch die Kennzeichnung einer modernen spirituellen Wissenschaft zugleich charakterisiert, wie die Menschheit aus dem gegenwärtigen Zeitalter in die Zukunft hinein fortschreiten muß, damit sie durch die Erringung einer übersinnlichen Erkenntnis sich einfügen kann in den von der Weltenordnung geforderten wahren Menschheitsfortschritt.
