The Relationship of Man to the Starry World
The Spiritual Communion of Mankind
GA 219
17 December 1922, Dornach
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Das Verhältnis der Sternenwelt zum Menschen und des Menschen zur Sternenwelt
Sechster Vortrag
Sechster Vortrag
[ 1 ] Ich habe es des öfteren erwähnt, wie ungefähr seit dem ersten Drittei des 15. Jahrhunderts eine besondere Zeit in der Menschheitsentwickelung angebrochen ist. Man kann sagen, daß die Zeit, die etwa im 8. vorchristlichen Jahrhundert begonnen hat und die dann bis in das erste Drittel des 15. Jahrhunderts herein gedauert hat, die Zeit der griechisch-lateinischen Kulturentwickelung war, und daß die neueste Zeitphase, in der wir jetzt noch immer drinnenstehen, in dem angegebenen Zeitpunkte begonnen hat. Wir wollen heute von einem gewissen Gesichtspunkte aus die Aufgaben der Menschheit in der Gegenwart in Anknüpfung an diese Tatsache ein wenig betrachten.
[ 1 ] Ich habe es des öfteren erwähnt, wie ungefähr seit dem ersten Drittei des 15. Jahrhunderts eine besondere Zeit in der Menschheitsentwickelung angebrochen ist. Man kann sagen, daß die Zeit, die etwa im 8. vorchristlichen Jahrhundert begonnen hat und die dann bis in das erste Drittel des 15. Jahrhunderts herein gedauert hat, die Zeit der griechisch-lateinischen Kulturentwickelung war, und daß die neueste Zeitphase, in der wir jetzt noch immer drinnenstehen, in dem angegebenen Zeitpunkte begonnen hat. Wir wollen heute von einem gewissen Gesichtspunkte aus die Aufgaben der Menschheit in der Gegenwart in Anknüpfung an diese Tatsache ein wenig betrachten.
[ 2 ] Wir wissen ja und wissen es namentlich aus den Vorträgen, die ich in der letzten Zeit hier gehalten habe, wie der Mensch während seiner Erdenentwickelung, also zwischen der Geburt und dem Tode, sowohl in seiner physischen, wie seelischen, wie geistigen Entwickelung die Erbschaft dessen in sich trägt, was er im vorirdischen Dasein durchgemacht hat. Und wir haben insbesondere vorgängig gesehen, wie das sozial-moralische Leben die Erbschaft jenes Zustandes zwischen Tod und neuer Geburt ist, in welchem der Mensch im innigen Zusammenhange mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien lebt. Der Mensch bringt sich aus diesem Zusammenleben, das er — wie ich dargestellt habe — rhythmisch in Abwechslung mit einem andern Zustande erlebt, die Fähigkeit, die Kraft des Liebens mit, und diese Kraft des Liebens ist die Grundlage der Moralität auf Erden. Der andere Zustand, der mit diesem abwechselt, ist der, wo sich der Mensch auf sich selbst zurückzieht, wo er gewissermaßen sich herausholt aus dem Zusammenleben mit den Wesen der höheren Hierarchien. Und als Erbschaft dieses Zustandes bringt er sich die Kraft der Erinnerung, die Kraft des Gedächtnisses mit, welche allerdings auf der einen Seite in seinem Egoismus zum Ausdrucke kommt, auf der andern Seite aber auch die Veranlagung für die Freiheit, für alles dasjenige ist, was dem Menschen innere Festigkeit und Selbständigkeit gibt. Das aber, wodurch der Mensch von innen heraus seine Zivilisation geordnet hat, war auch bis in diesen griechisch-lateinischen Zeitraum, von dem ich vorhin gesprochen habe, in gewisser Beziehung eine Erbschaft des vorirdischen Daseins.
[ 2 ] Wir wissen ja und wissen es namentlich aus den Vorträgen, die ich in der letzten Zeit hier gehalten habe, wie der Mensch während seiner Erdenentwickelung, also zwischen der Geburt und dem Tode, sowohl in seiner physischen, wie seelischen, wie geistigen Entwickelung die Erbschaft dessen in sich trägt, was er im vorirdischen Dasein durchgemacht hat. Und wir haben insbesondere vorgängig gesehen, wie das sozial-moralische Leben die Erbschaft jenes Zustandes zwischen Tod und neuer Geburt ist, in welchem der Mensch im innigen Zusammenhange mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien lebt. Der Mensch bringt sich aus diesem Zusammenleben, das er — wie ich dargestellt habe — rhythmisch in Abwechslung mit einem andern Zustande erlebt, die Fähigkeit, die Kraft des Liebens mit, und diese Kraft des Liebens ist die Grundlage der Moralität auf Erden. Der andere Zustand, der mit diesem abwechselt, ist der, wo sich der Mensch auf sich selbst zurückzieht, wo er gewissermaßen sich herausholt aus dem Zusammenleben mit den Wesen der höheren Hierarchien. Und als Erbschaft dieses Zustandes bringt er sich die Kraft der Erinnerung, die Kraft des Gedächtnisses mit, welche allerdings auf der einen Seite in seinem Egoismus zum Ausdrucke kommt, auf der andern Seite aber auch die Veranlagung für die Freiheit, für alles dasjenige ist, was dem Menschen innere Festigkeit und Selbständigkeit gibt. Das aber, wodurch der Mensch von innen heraus seine Zivilisation geordnet hat, war auch bis in diesen griechisch-lateinischen Zeitraum, von dem ich vorhin gesprochen habe, in gewisser Beziehung eine Erbschaft des vorirdischen Daseins.
[ 3 ] Wenn wir auf noch ältere Zeiten der Menschheitsentwickelung zurückgehen, in den urindischen Zeitraum, in den urpersischen, den ägyptischen Zeitraum, so finden wir überall ein Wissen derMenschheit, ein Vorstellungsleben der Menschheit, welches aus dem Innern des Menschen herausquillt, das aber auch mit dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt zusammenhängt. Wir finden in der urindischen Zeit, wie der Mensch ein deutliches Bewußtsein hat, daß er eigentlich, man möchte sagen, demselben Geschlechte angehört, dem die göttlich-geistigen Wesenheiten der übrigen Hierarchien angehören. Der Wissende der alten indischen Kultur fühlt sich viel weniger als ein Erdenbürger denn als ein Bürger jener Welt, dem diese göttlich-geistigen Wesen angehören. Er fühlt sich gewissermaßen heruntergeschickt aus der Reihe dieser göttlich-geistigen Wesen auf die Erde, und was er auf Erden als Zivilisation ausbreitet, von dem fühlt dieser Urinder, daß es geschieht, um die Erdentaten der Menschen, auch die Erdengegenstände, die Erdenwesen, so zu gestalten, wie es den göttlich-geistigen Wesen, denen er sich verwandt fühlt, angemessen ist.
[ 3 ] Wenn wir auf noch ältere Zeiten der Menschheitsentwickelung zurückgehen, in den urindischen Zeitraum, in den urpersischen, den ägyptischen Zeitraum, so finden wir überall ein Wissen derMenschheit, ein Vorstellungsleben der Menschheit, welches aus dem Innern des Menschen herausquillt, das aber auch mit dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt zusammenhängt. Wir finden in der urindischen Zeit, wie der Mensch ein deutliches Bewußtsein hat, daß er eigentlich, man möchte sagen, demselben Geschlechte angehört, dem die göttlich-geistigen Wesenheiten der übrigen Hierarchien angehören. Der Wissende der alten indischen Kultur fühlt sich viel weniger als ein Erdenbürger denn als ein Bürger jener Welt, dem diese göttlich-geistigen Wesen angehören. Er fühlt sich gewissermaßen heruntergeschickt aus der Reihe dieser göttlich-geistigen Wesen auf die Erde, und was er auf Erden als Zivilisation ausbreitet, von dem fühlt dieser Urinder, daß es geschieht, um die Erdentaten der Menschen, auch die Erdengegenstände, die Erdenwesen, so zu gestalten, wie es den göttlich-geistigen Wesen, denen er sich verwandt fühlt, angemessen ist.
[ 4 ] Schon etwas abgedämmert ist dieses Zusammengehörigkeitsgefühl bei dem urpersischen Menschen, aber auch er fühlt noch deutlich als seine eigentliche Heimat das, was er das Lichtreich nennt, dem er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt angehörte, und er will sich zum Kämpfer für die Geister dieses Lichtreiches machen. Er will gewissermaßen diejenigen Wesen bekämpfen, die von der Finsternis der Erde herkommen, so daß diese finsteren Wesen nicht etwas im Gefolge der Geister des Lichtreiches sein können, und er stellt seine ganze Aufgabe in den Dienst dieser Geister des Lichtreiches. Und wenn wir dann vorrücken zu der ägyptischen und chaldäischen Bevölkerung, so sehen wir die Wissenschaft dieser Ägypter und Chaldäer ganz und gar von dem durchzogen, was sich auf die Bewegungen der Sterne bezieht. Die Schicksale der Menschen werden an dem abgemessen, was sich in den Sternen zeigt. Was auf Erden getan wird, wird so getan, daß man vorher die Sterne befragt, ob man dies oder jenes tun soll. Auch diese Wissenschaft, die alles irdische Leben regelt, wird als eine Erbschaft dessen empfunden, was der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt erlebt hat, in welcher Zeit seine Erlebnisse solcher Art sind, daß er mit den Bewegungen, mit den Gesetzmäßigkeiten der Sterne eins ist, so wie er hier auf Erden zwischen der Geburt und dem Tode eins ist mit den Wesen des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches.
[ 4 ] Schon etwas abgedämmert ist dieses Zusammengehörigkeitsgefühl bei dem urpersischen Menschen, aber auch er fühlt noch deutlich als seine eigentliche Heimat das, was er das Lichtreich nennt, dem er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt angehörte, und er will sich zum Kämpfer für die Geister dieses Lichtreiches machen. Er will gewissermaßen diejenigen Wesen bekämpfen, die von der Finsternis der Erde herkommen, so daß diese finsteren Wesen nicht etwas im Gefolge der Geister des Lichtreiches sein können, und er stellt seine ganze Aufgabe in den Dienst dieser Geister des Lichtreiches. Und wenn wir dann vorrücken zu der ägyptischen und chaldäischen Bevölkerung, so sehen wir die Wissenschaft dieser Ägypter und Chaldäer ganz und gar von dem durchzogen, was sich auf die Bewegungen der Sterne bezieht. Die Schicksale der Menschen werden an dem abgemessen, was sich in den Sternen zeigt. Was auf Erden getan wird, wird so getan, daß man vorher die Sterne befragt, ob man dies oder jenes tun soll. Auch diese Wissenschaft, die alles irdische Leben regelt, wird als eine Erbschaft dessen empfunden, was der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt erlebt hat, in welcher Zeit seine Erlebnisse solcher Art sind, daß er mit den Bewegungen, mit den Gesetzmäßigkeiten der Sterne eins ist, so wie er hier auf Erden zwischen der Geburt und dem Tode eins ist mit den Wesen des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches.
[ 5 ] Als dann der vierte nachatlantische, der griechisch-lateinische Zeitraum eintritt, der zwischen dem 8. vorchristlichen und dem 15. nachchristlichen Jahrhundert liegt, da allerdings fühlen sich die Menschen bereits durchaus als Erdenbürger. Sie fühlen, daß in ihrer Vorstellungswelt in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode nicht mehr in einer intensiven Weise ein Nachklang desjenigen vorhanden ist, was im vorirdischen Dasein erlebt wird. Die Menschen streben gewissermaßen dahin, auf dieser Erde heimisch zu sein. Aber wenn man so recht in den Geist der griechischen, auch noch der frühlateinischen Zivilisation eindringt, so ist es doch so, daß man etwa das Folgende behaupten kann. Die Menschen, welche in jener Zeit ein Wissen begründen, sagen sich: Wir wollen alles das kennenlernen, was hier auf Erden in den drei Reichen der Natur sich vollzieht, aber wir wollen es so kennenlernen, daß unser Wissen doch eigentlich etwas ist, was sich auch im außerirdischen Dasein zeigen kann. — Es ist bei den Griechen durchaus das Gefühl vorhanden: durch das Wissen, das den Menschen auf Erden dient, durch das der Mensch auf Erden seine Taten regelt, soll der Mensch zu gleicher Zeit noch etwas wie eine dunkle Erinnerung an die göttlich-geistige Welt haben. Der Grieche weiß zwar, er kann sein Wissen nur aus der Betrachtung der irdischen Welt gewinnen, aber er hat ein deutliches Gefühl davon: was er in den Mineralien, in den Pflanzen, in den Tieren, was er in den Sternen, Bergen, Flüssen und so weiter betrachtet, soll ihm ein Abglanz des Göttlich-Geistigen sein, das er in einer andern Welt als der sinnlichen erleben kann.
[ 5 ] Als dann der vierte nachatlantische, der griechisch-lateinische Zeitraum eintritt, der zwischen dem 8. vorchristlichen und dem 15. nachchristlichen Jahrhundert liegt, da allerdings fühlen sich die Menschen bereits durchaus als Erdenbürger. Sie fühlen, daß in ihrer Vorstellungswelt in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode nicht mehr in einer intensiven Weise ein Nachklang desjenigen vorhanden ist, was im vorirdischen Dasein erlebt wird. Die Menschen streben gewissermaßen dahin, auf dieser Erde heimisch zu sein. Aber wenn man so recht in den Geist der griechischen, auch noch der frühlateinischen Zivilisation eindringt, so ist es doch so, daß man etwa das Folgende behaupten kann. Die Menschen, welche in jener Zeit ein Wissen begründen, sagen sich: Wir wollen alles das kennenlernen, was hier auf Erden in den drei Reichen der Natur sich vollzieht, aber wir wollen es so kennenlernen, daß unser Wissen doch eigentlich etwas ist, was sich auch im außerirdischen Dasein zeigen kann. — Es ist bei den Griechen durchaus das Gefühl vorhanden: durch das Wissen, das den Menschen auf Erden dient, durch das der Mensch auf Erden seine Taten regelt, soll der Mensch zu gleicher Zeit noch etwas wie eine dunkle Erinnerung an die göttlich-geistige Welt haben. Der Grieche weiß zwar, er kann sein Wissen nur aus der Betrachtung der irdischen Welt gewinnen, aber er hat ein deutliches Gefühl davon: was er in den Mineralien, in den Pflanzen, in den Tieren, was er in den Sternen, Bergen, Flüssen und so weiter betrachtet, soll ihm ein Abglanz des Göttlich-Geistigen sein, das er in einer andern Welt als der sinnlichen erleben kann.
[ 6 ] Das ist deshalb so, weil der Mensch in jener Zeit noch fühlt, er gehört mit dem besten Teil seines Wesens einer übersinnlichen Welt an. Diese übersinnliche Welt hat sich allerdings für die menschliche Beobachtung verdunkelt, so stellt der Mensch sich vor, aber man soll auch während des Erdendaseins nach einer Erhellung des Verdunkelten streben. Und wenn man auch in jenen Zeiten nicht mehr, wie zum Beispiel im alten Ägypten oder im alten Chaldäa, die gewöhnlichen Taten der Erdenmenschheit nach dem Sternenlauf regeln kann, weil man die Sternenwissenschaft nicht in derselben Weise wie die Chaldäer und wie die Ägypter beherrscht, ist man wenigstens doch in einer etwas dunklen Weise bestrebt, durch Erforschung der Willensäußerungen der göttlich-geistigen Wesen etwas Göttlich-Geistiges in die irdische Welt hereinzutragen.
[ 6 ] Das ist deshalb so, weil der Mensch in jener Zeit noch fühlt, er gehört mit dem besten Teil seines Wesens einer übersinnlichen Welt an. Diese übersinnliche Welt hat sich allerdings für die menschliche Beobachtung verdunkelt, so stellt der Mensch sich vor, aber man soll auch während des Erdendaseins nach einer Erhellung des Verdunkelten streben. Und wenn man auch in jenen Zeiten nicht mehr, wie zum Beispiel im alten Ägypten oder im alten Chaldäa, die gewöhnlichen Taten der Erdenmenschheit nach dem Sternenlauf regeln kann, weil man die Sternenwissenschaft nicht in derselben Weise wie die Chaldäer und wie die Ägypter beherrscht, ist man wenigstens doch in einer etwas dunklen Weise bestrebt, durch Erforschung der Willensäußerungen der göttlich-geistigen Wesen etwas Göttlich-Geistiges in die irdische Welt hereinzutragen.
[ 7 ] In den Orakelstätten, in den Tempelstätten wird durch die entsprechenden Priesterinnen, Weissagerinnen, auf die Weise, die Ihnen aus der Geschichte bekannt ist, der Wille der Götter erforscht. Und wir sehen, wie dieses Erforschen des göttlich-geistigen Willens, in dem der Mensch selbst im vorirdischen Dasein drinnensteht, in jener Zeit, in welcher im Süden Europas die griechisch-lateinische Kultur ist, auch im übrigen Europa üblich ist. Wir sehen zum Beispiel, wie innerhalb der germanisch-mitteleuropäischen Welt Priesterinnen, Prophetinnen hochverehrt werden, wie man zu ihnen pilgert, und wie aus ihrer ekstatischen Seelenverfassung heraus der Wille des Göttlichen dem Menschen kundwerden soll, damit der Mensch sich bei seinen Erdentaten nach diesem Willen richte. Ja, man möchte sagen, wenn auch durchaus abgeschwächt, sehen wir dennoch in deutlicher Weise den Menschen bis in das 12., 13. Jahrhundert herauf während des Mittelalters alles, was er an Wissen sucht, so gestalten, daß dieses Wissen eigentlich den Willen der göttlich-geistigen Welt in sich enthält. Wir können für alle diese Jahrhunderte, noch bis zum 12,, 13. Jahrhundert, in jene Stätten hineinschauen, die dazumal noch als eine Art heiliger Stätten galten, die dann zu unseren abstrakten Laboratorien oder zu unseren abstrakten physikalischen Kabinetten geworden sind. Wir können in jene Stätten hineinschauen, in denen die sogenannten Alchimisten versuchten, die Kräfte der Stoffe und die Kräfte der Naturvorgänge zu ergründen. Wir können diejenigen Schriften aufschlagen, die noch in einer schwachen Weise eine Art von Darstellung der Denkweise enthalten, die in jenen alten Forscherstätten entfaltet wurde, und wir werden überall finden, daß der Wille vorhanden ist, die Stoffe selbst so miteinander in Verbindung und in Wechselwirkung zu bringen, daß Geistig-Göttliches in der Phiole, in der Retorte wirkt.
[ 7 ] In den Orakelstätten, in den Tempelstätten wird durch die entsprechenden Priesterinnen, Weissagerinnen, auf die Weise, die Ihnen aus der Geschichte bekannt ist, der Wille der Götter erforscht. Und wir sehen, wie dieses Erforschen des göttlich-geistigen Willens, in dem der Mensch selbst im vorirdischen Dasein drinnensteht, in jener Zeit, in welcher im Süden Europas die griechisch-lateinische Kultur ist, auch im übrigen Europa üblich ist. Wir sehen zum Beispiel, wie innerhalb der germanisch-mitteleuropäischen Welt Priesterinnen, Prophetinnen hochverehrt werden, wie man zu ihnen pilgert, und wie aus ihrer ekstatischen Seelenverfassung heraus der Wille des Göttlichen dem Menschen kundwerden soll, damit der Mensch sich bei seinen Erdentaten nach diesem Willen richte. Ja, man möchte sagen, wenn auch durchaus abgeschwächt, sehen wir dennoch in deutlicher Weise den Menschen bis in das 12., 13. Jahrhundert herauf während des Mittelalters alles, was er an Wissen sucht, so gestalten, daß dieses Wissen eigentlich den Willen der göttlich-geistigen Welt in sich enthält. Wir können für alle diese Jahrhunderte, noch bis zum 12,, 13. Jahrhundert, in jene Stätten hineinschauen, die dazumal noch als eine Art heiliger Stätten galten, die dann zu unseren abstrakten Laboratorien oder zu unseren abstrakten physikalischen Kabinetten geworden sind. Wir können in jene Stätten hineinschauen, in denen die sogenannten Alchimisten versuchten, die Kräfte der Stoffe und die Kräfte der Naturvorgänge zu ergründen. Wir können diejenigen Schriften aufschlagen, die noch in einer schwachen Weise eine Art von Darstellung der Denkweise enthalten, die in jenen alten Forscherstätten entfaltet wurde, und wir werden überall finden, daß der Wille vorhanden ist, die Stoffe selbst so miteinander in Verbindung und in Wechselwirkung zu bringen, daß Geistig-Göttliches in der Phiole, in der Retorte wirkt.
[ 8 ] Wir sehen ja, wie Goethe noch in seinem «Faust» etwas von dieser Seelenverfassung nachklingen läßt da, wo Wagner in seinem Laboratorium an der Darstellung des Homunkulus arbeitet. Wir können sehen, wie eigentlich erst um die Wende des 14. zum 15. Jahrhundert in der abendländischen zivilisierten Welt jene Stimmung entsteht, durch welche der Mensch, auf sich selbst gestützt, ohne seine Vorstellungen in einen unmittelbaren Zusammenhang mit einem göttlich-geistigen Willen zu bringen, der die Welt durchwaltet, ein Wissen für seine Zivilisation begründen will. Wir sehen gewissermaßen erst um diese Zeit ein rein menschliches, ein von dem göttlich-geistigen Willen emanzipiertes Wissen entstehen. Und dieses rein menschliche, von dem göttlich-geistigen Willen emanzipierte Wissen, ist dasjenige, was wir das galileisch-kopernikanische Wissen nennen müssen. Jenes Wissen, dutch das die Welt sich dem Menschen in einem so abstrakten Bilde darstellt, wie das heutige Weltenbild ist, durch das wir uns einen Raum vorstellen, wie ihn etwa Giordano Bruno zuerst im Sinn hatte: in welchem die Sterne als bloß materielle Körper kreisen, oder auch in der Ruhe am Weltengeschehen ihren Anteil nehmen. Dutch dieses Weltenbild stellt man sich vor, daß ein ungeheurer Mechanismus von dem kosmischen Raum herein auf die Erde wirkt, und man bleibt im Grunde genommen auch bei der Betrachtung des Irdischen bei dem stehen, was sich errechnen und ermessen läßt, was also sich auch in einen abstrakten Mechanismus eingliedert. Das aber ist eine Vorstellungswelt, die der Mensch aus sich selber herausspinnen kann im Zusammenhange mit der äußeren Beobachtung und mit dem Experimente, durch das, ich möchte sagen, nur die Stoffe selbst aufeinander wirken sollen, die Vorgänge selbst sich darstellen sollen, die in der Natur sind, und nichts Göttlich-Geistiges mehr in der Natur erforscht werden soll.
[ 8 ] Wir sehen ja, wie Goethe noch in seinem «Faust» etwas von dieser Seelenverfassung nachklingen läßt da, wo Wagner in seinem Laboratorium an der Darstellung des Homunkulus arbeitet. Wir können sehen, wie eigentlich erst um die Wende des 14. zum 15. Jahrhundert in der abendländischen zivilisierten Welt jene Stimmung entsteht, durch welche der Mensch, auf sich selbst gestützt, ohne seine Vorstellungen in einen unmittelbaren Zusammenhang mit einem göttlich-geistigen Willen zu bringen, der die Welt durchwaltet, ein Wissen für seine Zivilisation begründen will. Wir sehen gewissermaßen erst um diese Zeit ein rein menschliches, ein von dem göttlich-geistigen Willen emanzipiertes Wissen entstehen. Und dieses rein menschliche, von dem göttlich-geistigen Willen emanzipierte Wissen, ist dasjenige, was wir das galileisch-kopernikanische Wissen nennen müssen. Jenes Wissen, dutch das die Welt sich dem Menschen in einem so abstrakten Bilde darstellt, wie das heutige Weltenbild ist, durch das wir uns einen Raum vorstellen, wie ihn etwa Giordano Bruno zuerst im Sinn hatte: in welchem die Sterne als bloß materielle Körper kreisen, oder auch in der Ruhe am Weltengeschehen ihren Anteil nehmen. Dutch dieses Weltenbild stellt man sich vor, daß ein ungeheurer Mechanismus von dem kosmischen Raum herein auf die Erde wirkt, und man bleibt im Grunde genommen auch bei der Betrachtung des Irdischen bei dem stehen, was sich errechnen und ermessen läßt, was also sich auch in einen abstrakten Mechanismus eingliedert. Das aber ist eine Vorstellungswelt, die der Mensch aus sich selber herausspinnen kann im Zusammenhange mit der äußeren Beobachtung und mit dem Experimente, durch das, ich möchte sagen, nur die Stoffe selbst aufeinander wirken sollen, die Vorgänge selbst sich darstellen sollen, die in der Natur sind, und nichts Göttlich-Geistiges mehr in der Natur erforscht werden soll.
[ 9 ] Es ist ein grandioser Unterschied in dieser Vorstellungswelt von allem Früheren in der Menschheitsentwickelung. Erst in dieser Zeit seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts ist die menschliche Vorstellungswelt bloß menschlich geworden, und was seit dieser Zeit von den Menschen in ihrer Vorstellungswelt hauptsächlich herausgearbeitet worden ist, das ist das Räumliche.
[ 9 ] Es ist ein grandioser Unterschied in dieser Vorstellungswelt von allem Früheren in der Menschheitsentwickelung. Erst in dieser Zeit seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts ist die menschliche Vorstellungswelt bloß menschlich geworden, und was seit dieser Zeit von den Menschen in ihrer Vorstellungswelt hauptsächlich herausgearbeitet worden ist, das ist das Räumliche.
[ 10 ] Wenn Sie noch in jene Zeiten zurückgehen, auf die ich auch heute hingedeutet habe, in die Zeiten der urindischen, der urpersischen, der ägyptisch-chaldäischen Kultur, überall werden Sie finden: in diesen Weltanschauungen wird auf Weltenalter verwiesen. Man weist zurück in ein altes Zeitalter, wo die Menschen noch mit den Göttern verkehrt haben, gewissermaßen in ein Goldenes Zeitalter. Man weist in ein anderes Zeitalter zurück, wo die Menschen wenigstens auf Erden noch den Sonnenglanz des Göttlichen erlebt haben, ein Silbernes Zeitalter und so weiter. Die Zeit und ihr Verlauf spielen eine mächtige Rolle in dem Weltbilde der älteren Menschheitsentwickelung. Und auch, wenn Sie noch das griechische Zeitalter betrachten, ja, wenn Sie das Weltbild betrachten, das in der mehr nördlich-mitteleuropäischen Welt gleichzeitig mit diesem griechischen Weltbilde vorhanden war, so werden Sie finden: überall spielt die Zeitvorstellung eine große Rolle. Der Grieche weist auf jenes alte Zeitalter zurück, wo Uranos und Gäa in der Wechselwirkung die Geschehnisse des Kosmos bewirkt haben. Er weist auf das nächste Zeitalter zurück, auf Kronos und Rhea, dann auf das Zeitalter, in dem Zeus mit den übrigen Göttern, die aus der griechischen Mythologie bekannt sind, den Kosmos und das Irdische regelt. Und ebenso finden Sie das in der germanisch-europäischen Mythologie. Die Zeit spielt überall in diesen Weltbildern eine mächtige Rolle.
[ 10 ] Wenn Sie noch in jene Zeiten zurückgehen, auf die ich auch heute hingedeutet habe, in die Zeiten der urindischen, der urpersischen, der ägyptisch-chaldäischen Kultur, überall werden Sie finden: in diesen Weltanschauungen wird auf Weltenalter verwiesen. Man weist zurück in ein altes Zeitalter, wo die Menschen noch mit den Göttern verkehrt haben, gewissermaßen in ein Goldenes Zeitalter. Man weist in ein anderes Zeitalter zurück, wo die Menschen wenigstens auf Erden noch den Sonnenglanz des Göttlichen erlebt haben, ein Silbernes Zeitalter und so weiter. Die Zeit und ihr Verlauf spielen eine mächtige Rolle in dem Weltbilde der älteren Menschheitsentwickelung. Und auch, wenn Sie noch das griechische Zeitalter betrachten, ja, wenn Sie das Weltbild betrachten, das in der mehr nördlich-mitteleuropäischen Welt gleichzeitig mit diesem griechischen Weltbilde vorhanden war, so werden Sie finden: überall spielt die Zeitvorstellung eine große Rolle. Der Grieche weist auf jenes alte Zeitalter zurück, wo Uranos und Gäa in der Wechselwirkung die Geschehnisse des Kosmos bewirkt haben. Er weist auf das nächste Zeitalter zurück, auf Kronos und Rhea, dann auf das Zeitalter, in dem Zeus mit den übrigen Göttern, die aus der griechischen Mythologie bekannt sind, den Kosmos und das Irdische regelt. Und ebenso finden Sie das in der germanisch-europäischen Mythologie. Die Zeit spielt überall in diesen Weltbildern eine mächtige Rolle.
[ 11 ] Eine viel geringere Rolle spielt in diesen Weltbildern der Raum. Wie dunkel bleibt das Räumliche, wenn wir etwa nur das nordisch-germanische Weltenbild mit der Weltesche, mit dem Riesen Ymir und so weiter nehmen. Daß da in der Zeit etwas vor sich geht, ist ganz klar. Aber die Raumesvorstellung dämmert erst herauf. Mit dem Zeitalter des Galilei, des Kopernikus, des Giordano Bruno beginnt eigentlich erst der Raum seine große Rolle in dem Weltenbilde zu spielen. Auch das ptolemäische Weltensystem, das zwar schon mit dem Raum arbeitet, ist dennoch mehr auf die Zeit abgestellt, als dasjenige Weltenbild, das man seit dem 15. Jahrhundert hat, in dem die Zeit eigentlich eine sekundäre Rolle spielt. Wovon man ausgeht, ist die gegenwärtige Verteilung der Sterne im Weltenraume, und man schließt durch Rechnung auf die Art und Weise zurück, wie dieses Weltenbild früher gestaltet war. Zur Hauptsache aber wird das räumliche Vorstellen, das räumliche Weltenbild, und davon wird alles Urteilen des Menschen überhaupt auf den Raum abgestellt.
[ 11 ] Eine viel geringere Rolle spielt in diesen Weltbildern der Raum. Wie dunkel bleibt das Räumliche, wenn wir etwa nur das nordisch-germanische Weltenbild mit der Weltesche, mit dem Riesen Ymir und so weiter nehmen. Daß da in der Zeit etwas vor sich geht, ist ganz klar. Aber die Raumesvorstellung dämmert erst herauf. Mit dem Zeitalter des Galilei, des Kopernikus, des Giordano Bruno beginnt eigentlich erst der Raum seine große Rolle in dem Weltenbilde zu spielen. Auch das ptolemäische Weltensystem, das zwar schon mit dem Raum arbeitet, ist dennoch mehr auf die Zeit abgestellt, als dasjenige Weltenbild, das man seit dem 15. Jahrhundert hat, in dem die Zeit eigentlich eine sekundäre Rolle spielt. Wovon man ausgeht, ist die gegenwärtige Verteilung der Sterne im Weltenraume, und man schließt durch Rechnung auf die Art und Weise zurück, wie dieses Weltenbild früher gestaltet war. Zur Hauptsache aber wird das räumliche Vorstellen, das räumliche Weltenbild, und davon wird alles Urteilen des Menschen überhaupt auf den Raum abgestellt.
[ 12 ] Der moderne Mensch hat immer mehr und mehr dieses Abstellen nach dem Raum hin ausgebildet, ausgebildet in bezug auf sein äußeres Weltenbild, ausgebildet aber auch in bezug auf alles Denken, und wir stehen eigentlich heute, ich möchte sagen in einem Hochpunkt dieses räumlichen Vorstellens. Denken Sie sich doch, wie schwer es den Menschen der heutigen Zeit wird, rein zeitlich einer Auseinandersetzung zu folgen. Die Menschen sind schon froh, wenn man den Raum dadurch wenigstens zuhilfe nimmt, daß man irgend etwas auf die Tafel zeichnet. Wenn man aber gar noch mit Lichtbildern den Raum herbeizieht, dann empfindet das der moderne Mensch fast so, als ob da überhaupt erst die Anständigkeit des Lehrens beginnen würde. Veranschaulichung, man meint eigentlich Verräumlichung, das ist es, was eigentlich der moderne Mensch für alle Auseinandersetzungen anstrebt. Das Zeitliche, indem es so hinfließt, ist ihm etwas . Unbehagliches geworden. Er läßt es noch eben im musikalischen Elemente gelten, aber sogar im musikalischen Elemente strebt er durchaus nach dem Räumlichen hin.
[ 12 ] Der moderne Mensch hat immer mehr und mehr dieses Abstellen nach dem Raum hin ausgebildet, ausgebildet in bezug auf sein äußeres Weltenbild, ausgebildet aber auch in bezug auf alles Denken, und wir stehen eigentlich heute, ich möchte sagen in einem Hochpunkt dieses räumlichen Vorstellens. Denken Sie sich doch, wie schwer es den Menschen der heutigen Zeit wird, rein zeitlich einer Auseinandersetzung zu folgen. Die Menschen sind schon froh, wenn man den Raum dadurch wenigstens zuhilfe nimmt, daß man irgend etwas auf die Tafel zeichnet. Wenn man aber gar noch mit Lichtbildern den Raum herbeizieht, dann empfindet das der moderne Mensch fast so, als ob da überhaupt erst die Anständigkeit des Lehrens beginnen würde. Veranschaulichung, man meint eigentlich Verräumlichung, das ist es, was eigentlich der moderne Mensch für alle Auseinandersetzungen anstrebt. Das Zeitliche, indem es so hinfließt, ist ihm etwas . Unbehagliches geworden. Er läßt es noch eben im musikalischen Elemente gelten, aber sogar im musikalischen Elemente strebt er durchaus nach dem Räumlichen hin.
[ 13 ] Wir brauchen nur auf ein ganz bestimmtes Element in der Gegenwart hinzuschauen, dann werden wir schon diese Sucht des modernen Menschen sehen, sich an das Räumliche anzulehnen. Im Kino ist es ihm eigentlich schon ganz gleichgültig, ob da etwas Zeitliches zugrunde liegt. Er begnügt sich mit möglichst wenig von dem, was zeitlich zugrunde liegt. Er geht ganz in einer räumlichen Welt auf. Dieses Abgestelltsein der ganzen Seele auf das Räumliche ist die Charakteristik der Gegenwart. Wir haben auf der einen Seite heute diese Sehnsucht nach einer solchen Abstellung auf das Räumliche. Wer mit offenen Augen die gegenwärtige Kultur und Zivilisation betrachtet, wird überall dieses Abgestelltsein auf das Räumliche finden.
[ 13 ] Wir brauchen nur auf ein ganz bestimmtes Element in der Gegenwart hinzuschauen, dann werden wir schon diese Sucht des modernen Menschen sehen, sich an das Räumliche anzulehnen. Im Kino ist es ihm eigentlich schon ganz gleichgültig, ob da etwas Zeitliches zugrunde liegt. Er begnügt sich mit möglichst wenig von dem, was zeitlich zugrunde liegt. Er geht ganz in einer räumlichen Welt auf. Dieses Abgestelltsein der ganzen Seele auf das Räumliche ist die Charakteristik der Gegenwart. Wir haben auf der einen Seite heute diese Sehnsucht nach einer solchen Abstellung auf das Räumliche. Wer mit offenen Augen die gegenwärtige Kultur und Zivilisation betrachtet, wird überall dieses Abgestelltsein auf das Räumliche finden.
[ 14 ] Aber auf der andern Seite erstreben wir mit dem, was wir die anthroposophische Geisteswissenschaft nennen, ein Herauskommen aus dem Räumlichen. Wir kommen allerdings dem räumlichen Sehnen entgegen, indem wir das Geistige auch versinnlichen. Das kann schon sein, nicht wahr, um zu Hilfe zu kommen dem Vorstellungsvermögen. Allein wir müssen uns doch immer bewußt bleiben, daß dieses nur ein Versinnlichen ist, und daß eigentlich das, worauf es ankommt, ein Streben ist, wenigstens ein Streben sein müßte, aus dem Räumlichen herauszukommen. Manchmal beirren uns allerlei unter uns lebende Raumesfexen, indem sie die aufeinanderfolgenden Zeitalter in allerlei Schemen bringen, aufzeichnen: erstes Zeitalter mit Unterzeitaltern und so weiter, und da stehen dann viele Worte und das Aufeinanderfolgende ist dann ins Räumliche gebracht. Wir streben aber heraus aus diesem Räumlichen. Wir streben in das Zeitliche und auch in das Überzeitliche hinein, in das, was aus dem Sinnlichen überhaupt herausführt.
[ 14 ] Aber auf der andern Seite erstreben wir mit dem, was wir die anthroposophische Geisteswissenschaft nennen, ein Herauskommen aus dem Räumlichen. Wir kommen allerdings dem räumlichen Sehnen entgegen, indem wir das Geistige auch versinnlichen. Das kann schon sein, nicht wahr, um zu Hilfe zu kommen dem Vorstellungsvermögen. Allein wir müssen uns doch immer bewußt bleiben, daß dieses nur ein Versinnlichen ist, und daß eigentlich das, worauf es ankommt, ein Streben ist, wenigstens ein Streben sein müßte, aus dem Räumlichen herauszukommen. Manchmal beirren uns allerlei unter uns lebende Raumesfexen, indem sie die aufeinanderfolgenden Zeitalter in allerlei Schemen bringen, aufzeichnen: erstes Zeitalter mit Unterzeitaltern und so weiter, und da stehen dann viele Worte und das Aufeinanderfolgende ist dann ins Räumliche gebracht. Wir streben aber heraus aus diesem Räumlichen. Wir streben in das Zeitliche und auch in das Überzeitliche hinein, in das, was aus dem Sinnlichen überhaupt herausführt.
[ 15 ] Nun ist das Sinnliche in seiner gröbsten Form in dem Räumlichen vorhanden, das geht aber nach einer gewissen Richtung hin. Ich habe es oft charakterisiert, was anthroposophische Geisteswissenschaft eigentlich will. Sie will durchaus nicht geringachten oder gar abweisen, was an menschlicher Denkweise durch das Galileisch-KopernikanischGiordano-Brunosche-Zeitalter heraufgekommen ist. Dieses Urteil, das nach dem Raum hin orientiert ist, will unsere anthroposophische Geisteswissenschaft durchaus gelten lassen. Sie will damit rechnen. Deshalb soll sie auch in alle wissenschaftlichen Vorstellungsgebiete hineinleuchten können. Sie soll sich nicht in laienhafter Weise zu diesen wissenschaftlichen Vorstellungsgebieten verhalten, sondern mit ihrer Art, die Dinge anzusehen, in diese Vorstellungsgebiete hineinleuchten. Aber immer wieder müssen wir betonen, wie durch die anthroposophische Geisteswissenschaft angestrebt wird, dieses auf den Raum hin abgestellte Urteil, dieses rein menschliche Wissen, dieses vom Göttlich-Geistigen emanzipierte Wissen wiederum zu dem Göttlich-Geistigen hinüberzuleiten. Wir wollen nicht zu den alten Seelenverfassungen zurückstreben, sondern wir wollen gerade die neueste Seelenverfassung aus dem Hängen an dem bloßen räumlichen Materiellen in das Geistige hinüberleiten. Wir wollen, mit andern Worten, lernen, so wie man gewohnt worden ist im galileisch-kopernikanischen Zeitalter über Stoffe, über Kräfte zu reden, nun über Geistiges zu reden. So daß tatsächlich diese Geisteswissenschaft durch ihre Art der Betrachtungsweise gewachsen ist der besonderen Art desjenigen, was sich für die äußeren sinnlichen Dinge und Vorgänge seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts eben als Vorstellungsweise herausgebildet hat. Es wird also ein geistiges Wissen angestrebt, das diesem Naturwissen verwandt ist, wenn es ihm auch, weil es auf das Übersinnliche geht, entgegengesetzt ist.
[ 15 ] Nun ist das Sinnliche in seiner gröbsten Form in dem Räumlichen vorhanden, das geht aber nach einer gewissen Richtung hin. Ich habe es oft charakterisiert, was anthroposophische Geisteswissenschaft eigentlich will. Sie will durchaus nicht geringachten oder gar abweisen, was an menschlicher Denkweise durch das Galileisch-KopernikanischGiordano-Brunosche-Zeitalter heraufgekommen ist. Dieses Urteil, das nach dem Raum hin orientiert ist, will unsere anthroposophische Geisteswissenschaft durchaus gelten lassen. Sie will damit rechnen. Deshalb soll sie auch in alle wissenschaftlichen Vorstellungsgebiete hineinleuchten können. Sie soll sich nicht in laienhafter Weise zu diesen wissenschaftlichen Vorstellungsgebieten verhalten, sondern mit ihrer Art, die Dinge anzusehen, in diese Vorstellungsgebiete hineinleuchten. Aber immer wieder müssen wir betonen, wie durch die anthroposophische Geisteswissenschaft angestrebt wird, dieses auf den Raum hin abgestellte Urteil, dieses rein menschliche Wissen, dieses vom Göttlich-Geistigen emanzipierte Wissen wiederum zu dem Göttlich-Geistigen hinüberzuleiten. Wir wollen nicht zu den alten Seelenverfassungen zurückstreben, sondern wir wollen gerade die neueste Seelenverfassung aus dem Hängen an dem bloßen räumlichen Materiellen in das Geistige hinüberleiten. Wir wollen, mit andern Worten, lernen, so wie man gewohnt worden ist im galileisch-kopernikanischen Zeitalter über Stoffe, über Kräfte zu reden, nun über Geistiges zu reden. So daß tatsächlich diese Geisteswissenschaft durch ihre Art der Betrachtungsweise gewachsen ist der besonderen Art desjenigen, was sich für die äußeren sinnlichen Dinge und Vorgänge seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts eben als Vorstellungsweise herausgebildet hat. Es wird also ein geistiges Wissen angestrebt, das diesem Naturwissen verwandt ist, wenn es ihm auch, weil es auf das Übersinnliche geht, entgegengesetzt ist.
[ 16 ] Innerlich betrachtet, was wird dadurch zu erreichen gesucht? Nun, wenn wir uns einmal in Gedanken in die Lage der göttlich-geistigen Wesen versetzen, in deren Reihen wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben, wie diese, ich möchte sagen, ihr Geistesauge herunterwenden — ich habe das vor einiger Zeit gerade hier beschrieben — und durch die verschiedenen Mittel, die ich beschrieben habe, den Verlauf des Irdischen betrachten, dann finden wir, daß diese Wesenheiten für die älteren Zeiträume der Menschheitsentwickelung, für das urindische, für das urpersische, für das chaldäisch-ägyptische Zeitalter, auf die Erde herunterschauten, was da die Menschen taten und wie die Menschen dasjenige anschauten, was in der Natur und in ihrem eigenen sozialen Leben vorhanden ist. Und da konnten sich die Götter, wenn ich mich so ausdrücken darf, gegenüber dem, was die Menschen taten und vorstellten, sagen: Sie machen da unten dasjenige, was sich ihnen aus der Erinnerung oder aus dem Nachklang dessen ergibt, was sie unter uns hier oben erlebt haben. — Es war noch unter den Chaldäern und bei den Ägyptern ganz klar, daß die Leute unten auf Erden eigentlich nur das ausführen wollten, was oben die Götter gedacht haben oder weiterdenken. Die Götter sahen, wenn sie auf die Erde herunterblickten, gewissermaßen ihnen Verwandtes auf der Erde geschehen, und sie sahen, wenn sie in die Gedanken der Menschen hineinschauten — und Götter können die Gedanken der Menschen durchschauen —, ihnen Verwandtes.
[ 16 ] Innerlich betrachtet, was wird dadurch zu erreichen gesucht? Nun, wenn wir uns einmal in Gedanken in die Lage der göttlich-geistigen Wesen versetzen, in deren Reihen wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben, wie diese, ich möchte sagen, ihr Geistesauge herunterwenden — ich habe das vor einiger Zeit gerade hier beschrieben — und durch die verschiedenen Mittel, die ich beschrieben habe, den Verlauf des Irdischen betrachten, dann finden wir, daß diese Wesenheiten für die älteren Zeiträume der Menschheitsentwickelung, für das urindische, für das urpersische, für das chaldäisch-ägyptische Zeitalter, auf die Erde herunterschauten, was da die Menschen taten und wie die Menschen dasjenige anschauten, was in der Natur und in ihrem eigenen sozialen Leben vorhanden ist. Und da konnten sich die Götter, wenn ich mich so ausdrücken darf, gegenüber dem, was die Menschen taten und vorstellten, sagen: Sie machen da unten dasjenige, was sich ihnen aus der Erinnerung oder aus dem Nachklang dessen ergibt, was sie unter uns hier oben erlebt haben. — Es war noch unter den Chaldäern und bei den Ägyptern ganz klar, daß die Leute unten auf Erden eigentlich nur das ausführen wollten, was oben die Götter gedacht haben oder weiterdenken. Die Götter sahen, wenn sie auf die Erde herunterblickten, gewissermaßen ihnen Verwandtes auf der Erde geschehen, und sie sahen, wenn sie in die Gedanken der Menschen hineinschauten — und Götter können die Gedanken der Menschen durchschauen —, ihnen Verwandtes.
[ 17 ] Das ist anders geworden seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Wenn seit dieser Zeit und insbesondere in der Gegenwart die göttlich-geistigen Wesen auf die Erde herunterschauen, so finden sie im Grunde genommen überall ihnen Fremdes. Die Menschen machen da unten auf der Erde etwas, was sie selber sich aus den Vorgängen und Dingen der Erde zusammenkombinieren. Es ist das den Göttern, mit denen die Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben, ein fremdes Element.
[ 17 ] Das ist anders geworden seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Wenn seit dieser Zeit und insbesondere in der Gegenwart die göttlich-geistigen Wesen auf die Erde herunterschauen, so finden sie im Grunde genommen überall ihnen Fremdes. Die Menschen machen da unten auf der Erde etwas, was sie selber sich aus den Vorgängen und Dingen der Erde zusammenkombinieren. Es ist das den Göttern, mit denen die Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben, ein fremdes Element.
[ 18 ] Wenn der Alchimist in seinem Laboratorium noch versuchte, den göttlich-geistigen Willen im Zusammenziehen und Trennen der Elemente zu erforschen, so sah gewissermaßen der Gott noch so in das Laboratorium hinein, daß er etwas Verwandtes in den Taten dieses Alchimisten sah. Wenn der Gott heute in ein Laboratorium hineinschaut, so ist ihm eigentlich alles, was da getrieben wird, furchtbar fremd. Dies ist schon durchaus eine Wahrheit, daß unter Göttern, wenn ich mich so ausdrücken darf, die Ansicht umgeht seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts, als ob ihnen das ganze Menschengeschlecht entfallen wäre in einem gewissen Sinne, als ob die Menschen da unten ihre eigenen Allotria auf der Erde trieben, Dinge, welche die Götter eigentlich gar nicht mehr in der richtigen Weise verstehen können — diejenigen Götter ganz gewiß nicht, die noch im griechisch-lateinischen Zeitraum sozusagen die Hand und den Verstand der Menschen gelenkt haben, der Menschen, die unten wissenschaftlich geforscht haben oder dergleichen. Diese göttlich-geistigen Wesenheiten haben ein reges Interesse, aber nicht an demjenigen, was in den heutigen Laboratorien oder gar auf den heutigen Kliniken getan wird. Ich habe bei einer vorhergehenden Betrachtungsweise darauf hinweisen müssen, daß durch die Fenster, wie ich es dazumal genannt habe, die Götter herunterschauen und daß sie da am allerwenigsten dasjenige interessiert, was die Professorenschaft auf der Erde treibt. Aber gerade das ist es, was demjenigen, der in die moderne Initiationswissenschaft hineinschaut, ganz besonders tief zu Herzen geht. Er sagt sich: Wir Menschen sind eigentlich in diesem letzten Zeitraum götterfremd geworden. Wir müssen wiederum nach Verbindungsbrücken zu der göttlich-geistigen Welt hinauf suchen. Und das ist es, was, wenn wir die Dinge innerlich betrachten, den Impuls für die anthroposophische Geisteswissenschaft abgibt. Wir wollen wieder die den Göttern unverständlichen Wissenschaftsvorstellungen so verwandeln, daß sie vergeistigt werden, damit sie wiederum eine Brücke abgeben zu dem Göttlich-Geistigen hin.
[ 18 ] Wenn der Alchimist in seinem Laboratorium noch versuchte, den göttlich-geistigen Willen im Zusammenziehen und Trennen der Elemente zu erforschen, so sah gewissermaßen der Gott noch so in das Laboratorium hinein, daß er etwas Verwandtes in den Taten dieses Alchimisten sah. Wenn der Gott heute in ein Laboratorium hineinschaut, so ist ihm eigentlich alles, was da getrieben wird, furchtbar fremd. Dies ist schon durchaus eine Wahrheit, daß unter Göttern, wenn ich mich so ausdrücken darf, die Ansicht umgeht seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts, als ob ihnen das ganze Menschengeschlecht entfallen wäre in einem gewissen Sinne, als ob die Menschen da unten ihre eigenen Allotria auf der Erde trieben, Dinge, welche die Götter eigentlich gar nicht mehr in der richtigen Weise verstehen können — diejenigen Götter ganz gewiß nicht, die noch im griechisch-lateinischen Zeitraum sozusagen die Hand und den Verstand der Menschen gelenkt haben, der Menschen, die unten wissenschaftlich geforscht haben oder dergleichen. Diese göttlich-geistigen Wesenheiten haben ein reges Interesse, aber nicht an demjenigen, was in den heutigen Laboratorien oder gar auf den heutigen Kliniken getan wird. Ich habe bei einer vorhergehenden Betrachtungsweise darauf hinweisen müssen, daß durch die Fenster, wie ich es dazumal genannt habe, die Götter herunterschauen und daß sie da am allerwenigsten dasjenige interessiert, was die Professorenschaft auf der Erde treibt. Aber gerade das ist es, was demjenigen, der in die moderne Initiationswissenschaft hineinschaut, ganz besonders tief zu Herzen geht. Er sagt sich: Wir Menschen sind eigentlich in diesem letzten Zeitraum götterfremd geworden. Wir müssen wiederum nach Verbindungsbrücken zu der göttlich-geistigen Welt hinauf suchen. Und das ist es, was, wenn wir die Dinge innerlich betrachten, den Impuls für die anthroposophische Geisteswissenschaft abgibt. Wir wollen wieder die den Göttern unverständlichen Wissenschaftsvorstellungen so verwandeln, daß sie vergeistigt werden, damit sie wiederum eine Brücke abgeben zu dem Göttlich-Geistigen hin.
[ 19 ] Man sollte schon durchaus sich dessen bewußt sein, daß — in der urpersischen Kulturwelt tritt das besonders stark hervor — das Licht zum Beispiel etwas ist, in dem ein Göttliches lebt. Aber wenn heute der Mensch eine Linse aufzeichnet, einen Lichtpunkt, und dann durch allerlei Linien feststellen will, wie da die Strahlen sich brechen, so ist das eine Raumessprache, die kein Gott versteht, die ganz und gar außergöttlich und ungöttlich ist, die für Götter nicht den geringsten Sinn hat. Das alles muß wiederum zurückgeführt werden in eine solche menschliche Seelenverfassung, daß die Brücke zum Göttlichen wiedergefunden werden kann. Es vertieft sich, wenn man die Sache so betrachtet, ungeheuer das Gefühl dafür, was für eine Aufgabe dem gegenwärtigen Zeitalter mit der Umgestaltung, mit der Metamorphosierung des ungeistigen Vorstellungswesens obliegt.
[ 19 ] Man sollte schon durchaus sich dessen bewußt sein, daß — in der urpersischen Kulturwelt tritt das besonders stark hervor — das Licht zum Beispiel etwas ist, in dem ein Göttliches lebt. Aber wenn heute der Mensch eine Linse aufzeichnet, einen Lichtpunkt, und dann durch allerlei Linien feststellen will, wie da die Strahlen sich brechen, so ist das eine Raumessprache, die kein Gott versteht, die ganz und gar außergöttlich und ungöttlich ist, die für Götter nicht den geringsten Sinn hat. Das alles muß wiederum zurückgeführt werden in eine solche menschliche Seelenverfassung, daß die Brücke zum Göttlichen wiedergefunden werden kann. Es vertieft sich, wenn man die Sache so betrachtet, ungeheuer das Gefühl dafür, was für eine Aufgabe dem gegenwärtigen Zeitalter mit der Umgestaltung, mit der Metamorphosierung des ungeistigen Vorstellungswesens obliegt.
[ 20 ] Nun beruht aber dieses Ganze auf einer außerordentlich wichtigen kosmischen Tatsache. Die Raumesanschauung nämlich ist überhaupt eine menschliche Anschauung. Die Götter, mit denen der Mensch in seiner wichtigsten Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt zusammenlebt, haben zwar eine ausgesprochene Zeitanschauung, aber diese Raumesanschauung, die der Mensch auf der Erde erwirbt, haben sie überhaupt nicht. Das ist ein spezifisch Menschliches, diese Raumesanschauung. Der Mensch tritt eigentlich erst in den Raum ein, indem er aus der göttlich-geistigen Welt in die physische Erdenwelt heruntergeht. Gewiß, von hier aus angesehen erscheint alles in einer räumlichen Perspektive, aber das Urteil in Dimensionen ist etwas durchaus Irdisches.
[ 20 ] Nun beruht aber dieses Ganze auf einer außerordentlich wichtigen kosmischen Tatsache. Die Raumesanschauung nämlich ist überhaupt eine menschliche Anschauung. Die Götter, mit denen der Mensch in seiner wichtigsten Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt zusammenlebt, haben zwar eine ausgesprochene Zeitanschauung, aber diese Raumesanschauung, die der Mensch auf der Erde erwirbt, haben sie überhaupt nicht. Das ist ein spezifisch Menschliches, diese Raumesanschauung. Der Mensch tritt eigentlich erst in den Raum ein, indem er aus der göttlich-geistigen Welt in die physische Erdenwelt heruntergeht. Gewiß, von hier aus angesehen erscheint alles in einer räumlichen Perspektive, aber das Urteil in Dimensionen ist etwas durchaus Irdisches.
[ 21 ] Im höchsten Maße hat sich der Mensch in der abendländischen Kulturentwickelung seit dem 15. Jahrhundert in dieses Raumesanschauen hineingefunden. Aber wenn es in der richtigen Weise erfaßt wird, dieses Raumesanschauen, wenn also in der eben geschilderten Weise durch die Vergeistigung des reinen Raumeswissens die Brücken zu der göttlichen Welt wiederum geschlagen werden, dann wird das, was der Mensch — gerade in der Zeit, wo er sich am meisten von seiner göttlichen Welt emanzipiert hat, eben seit dem 15. Jahrhundert — an Raumeswissen erworben hat, auch wichtig für die göttlich-geistige Welt. Und der Mensch kann für die Götter ein neues Weltstück erobern, wenn er es in der richtigen Weise tut, wenn er nicht beim Raum stehenbleibt, sondern in die Raumesanschauung wiederum das Geistige hineinbringt. Denn, was geschieht denn da?
[ 21 ] Im höchsten Maße hat sich der Mensch in der abendländischen Kulturentwickelung seit dem 15. Jahrhundert in dieses Raumesanschauen hineingefunden. Aber wenn es in der richtigen Weise erfaßt wird, dieses Raumesanschauen, wenn also in der eben geschilderten Weise durch die Vergeistigung des reinen Raumeswissens die Brücken zu der göttlichen Welt wiederum geschlagen werden, dann wird das, was der Mensch — gerade in der Zeit, wo er sich am meisten von seiner göttlichen Welt emanzipiert hat, eben seit dem 15. Jahrhundert — an Raumeswissen erworben hat, auch wichtig für die göttlich-geistige Welt. Und der Mensch kann für die Götter ein neues Weltstück erobern, wenn er es in der richtigen Weise tut, wenn er nicht beim Raum stehenbleibt, sondern in die Raumesanschauung wiederum das Geistige hineinbringt. Denn, was geschieht denn da?
[ 22 ] Für die Götter ist eigentlich nur in der Zeitenlinie vorhanden, was ich in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» auseinandergesetzt habe: alte Saturnzeit, Sonnenzeit, Mondenzeit, Erdenzeit, die künftigen Zeiten: Jupiter-, Venus-, Vulkanzeit. Das ist für die Götter in der Zeitenfolge vorhanden. Hier auf Erden lebt sich das alles aber auch räumlich aus. Wir leben heute im Erdenzeitalter, das ist richtig. Aber in diesem Geschehen, das der Erde angehört, stecken auch noch die Nachklänge des Monden-, des Sonnen-, des Saturnzeitalters darinnen. Versuchen Sie einmal, die Beschreibung der Saturnzeit, wie ich sie in der «Geheimwissenschaft» gegeben habe, auf sich wirken zu lassen. Da werden Sie sagen: Wir haben allerdings keine Saturnzeit mehr, aber ihre Wärmewirkungen sind auch in unserem Erdengeschehen darinnen. — Es stecken Saturn, Sonne, Mond, Erde ineinander, sie sind gleichzeitig da. Die Götter sehen sie nacheinander. Wir sehen sie gerade, nachdem wir sie früher, auch noch während der chaldäischen Zeit, in ihrem Nacheinander gesehen haben, wir sehen sie jetzt ineinanderstecken, räumlich ineinanderstecken. Ja, das geht noch viel weiter, und gerade wenn wir diese Dinge in den Einzelheiten betrachten, dann kommen wir darauf, was eigentlich hinter diesen Dingen steckt.
[ 22 ] Für die Götter ist eigentlich nur in der Zeitenlinie vorhanden, was ich in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» auseinandergesetzt habe: alte Saturnzeit, Sonnenzeit, Mondenzeit, Erdenzeit, die künftigen Zeiten: Jupiter-, Venus-, Vulkanzeit. Das ist für die Götter in der Zeitenfolge vorhanden. Hier auf Erden lebt sich das alles aber auch räumlich aus. Wir leben heute im Erdenzeitalter, das ist richtig. Aber in diesem Geschehen, das der Erde angehört, stecken auch noch die Nachklänge des Monden-, des Sonnen-, des Saturnzeitalters darinnen. Versuchen Sie einmal, die Beschreibung der Saturnzeit, wie ich sie in der «Geheimwissenschaft» gegeben habe, auf sich wirken zu lassen. Da werden Sie sagen: Wir haben allerdings keine Saturnzeit mehr, aber ihre Wärmewirkungen sind auch in unserem Erdengeschehen darinnen. — Es stecken Saturn, Sonne, Mond, Erde ineinander, sie sind gleichzeitig da. Die Götter sehen sie nacheinander. Wir sehen sie gerade, nachdem wir sie früher, auch noch während der chaldäischen Zeit, in ihrem Nacheinander gesehen haben, wir sehen sie jetzt ineinanderstecken, räumlich ineinanderstecken. Ja, das geht noch viel weiter, und gerade wenn wir diese Dinge in den Einzelheiten betrachten, dann kommen wir darauf, was eigentlich hinter diesen Dingen steckt.
[ 23 ] Nehmen Sie an, Sie strecken Ihre linke Hand aus. In allem Irdischen lebt das Göttliche darinnen. In Ihren Muskeln, in Ihren Nerven lebt das Göttliche. In Ihrem Handausstrecken lebt das Göttliche. Sie berühren jetzt mit den Fingern Ihrer linken Hand die Finger der rechten Hand — das kann nur im Raume ausgeführt werden. Dieses, daß Sie Ihre linke Hand mit der rechten, Ihre rechte Hand mit der linken Hand spüren, das verfolgen die göttlich-geistigen Wesen nicht. Sie verfolgen die linke und die rechte Hand bis zu der Berührung, aber das Gefühl, das zwischen beiden sich abspielt — das Spüren der linken Hand mit der rechten Hand, der rechten mit der linken Hand —, das haben die Götter durch ihre eigenen Fähigkeiten nicht; das ist etwas, was erst durch den Raum herauskommt. Geradesowenig wie die Götter Saturn, Sonne, Mond, Erde zugleich schauen, sondern nur nacheinander schauen, in der Zeit schauen, so haben die Götter alles das nicht, was der Mensch gerade in räumlichster Weise erlebt. Wenn Sie mit Ihrem linken und Ihrem rechten Auge schauen und die Blickrichtung von rechts und von links haben, so haben Sie in dem Blick von rechts die Götterwirkung, in dem Blick von links die Götterwirkung; die Begegnung ist das rein Menschliche. Wir erleben also als Menschen gerade dadurch, daß wir in den Raum herausgestellt sind, etwas, was in Emanzipation von der Götterwirkung erlebt wird.
[ 23 ] Nehmen Sie an, Sie strecken Ihre linke Hand aus. In allem Irdischen lebt das Göttliche darinnen. In Ihren Muskeln, in Ihren Nerven lebt das Göttliche. In Ihrem Handausstrecken lebt das Göttliche. Sie berühren jetzt mit den Fingern Ihrer linken Hand die Finger der rechten Hand — das kann nur im Raume ausgeführt werden. Dieses, daß Sie Ihre linke Hand mit der rechten, Ihre rechte Hand mit der linken Hand spüren, das verfolgen die göttlich-geistigen Wesen nicht. Sie verfolgen die linke und die rechte Hand bis zu der Berührung, aber das Gefühl, das zwischen beiden sich abspielt — das Spüren der linken Hand mit der rechten Hand, der rechten mit der linken Hand —, das haben die Götter durch ihre eigenen Fähigkeiten nicht; das ist etwas, was erst durch den Raum herauskommt. Geradesowenig wie die Götter Saturn, Sonne, Mond, Erde zugleich schauen, sondern nur nacheinander schauen, in der Zeit schauen, so haben die Götter alles das nicht, was der Mensch gerade in räumlichster Weise erlebt. Wenn Sie mit Ihrem linken und Ihrem rechten Auge schauen und die Blickrichtung von rechts und von links haben, so haben Sie in dem Blick von rechts die Götterwirkung, in dem Blick von links die Götterwirkung; die Begegnung ist das rein Menschliche. Wir erleben also als Menschen gerade dadurch, daß wir in den Raum herausgestellt sind, etwas, was in Emanzipation von der Götterwirkung erlebt wird.
[ 24 ] Sie brauchen dieses Bild, das ich von der rechten und linken Hand gebraucht habe, nur auszudehnen auf weiteres Geschehen im irdischen Menschheitsumkreis, und Sie werden vieles finden, was von den Erlebnissen der Menschen aus den Götteranschauungen herausfällt. Auf alle diese Gebiete, die rein menschlicher Art sind, ist der Mensch in seinem Vorstellen eigentlich erst so recht seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts gekommen, so daß in der Tat für die Götter das Menschheitsvorstellen, wenn sie herunterschauen, immer unverständlicher und unverständlicher geworden ist. Und gerade, wenn wir dies ins Auge fassen, müssen wir auf jenes durchschlagende, wichtige Ereignis im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hinweisen, von dem wir öfter schon gesprochen haben und das sich so ausdrückt, daß wir sagen: Die Herrschaft jener geistigen Wesenheit, die man als Gabriel bezeichnet, ist abgelöst worden durch die Herrschaft jener andern geistigen Wesenheit, die man als Michael bezeichnet.
[ 24 ] Sie brauchen dieses Bild, das ich von der rechten und linken Hand gebraucht habe, nur auszudehnen auf weiteres Geschehen im irdischen Menschheitsumkreis, und Sie werden vieles finden, was von den Erlebnissen der Menschen aus den Götteranschauungen herausfällt. Auf alle diese Gebiete, die rein menschlicher Art sind, ist der Mensch in seinem Vorstellen eigentlich erst so recht seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts gekommen, so daß in der Tat für die Götter das Menschheitsvorstellen, wenn sie herunterschauen, immer unverständlicher und unverständlicher geworden ist. Und gerade, wenn wir dies ins Auge fassen, müssen wir auf jenes durchschlagende, wichtige Ereignis im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hinweisen, von dem wir öfter schon gesprochen haben und das sich so ausdrückt, daß wir sagen: Die Herrschaft jener geistigen Wesenheit, die man als Gabriel bezeichnet, ist abgelöst worden durch die Herrschaft jener andern geistigen Wesenheit, die man als Michael bezeichnet.
[ 25 ] Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wird jene geistige Wesenheit, die man als Michael bezeichnet, gewissermaßen Herrscher in allem Geistigen, dem das Menschengeschehen auf der Erde entspricht. Während jenes Gabriel-Wesen mehr ein Wesen ist, das auf die passiven Eigenschaften der Menschen orientiert ist, ist Michael das aktive Wesen, dasjenige Wesen, das gewissermaßen unseren Atem, unsere Adern, unsere Nerven durchpulst, auf daß wir unser Menschheitliches im kosmischen Zusammenhang erarbeiten, aktiv erwerben. Das ist es, was gewissermaßen als eine Aufforderung des Michael vor uns steht, daß wir bis in unsere Gedanken hinein aktiv werden, so daß wir uns unsere Weltanschauung durch innerliche Aktivität als Menschen erarbeiten. Dadurch erst gehören wir dem Michael-Zeitalter an, daß wir uns nicht untätig hinsetzen und über uns kommen lassen wollen die äußeren und inneren Erleuchtungen, sondern daß wir aktiv mitarbeiten an dem, was sich uns an Beobachtungen, an Erlebnissen aus der Welt darbietet.
[ 25 ] Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wird jene geistige Wesenheit, die man als Michael bezeichnet, gewissermaßen Herrscher in allem Geistigen, dem das Menschengeschehen auf der Erde entspricht. Während jenes Gabriel-Wesen mehr ein Wesen ist, das auf die passiven Eigenschaften der Menschen orientiert ist, ist Michael das aktive Wesen, dasjenige Wesen, das gewissermaßen unseren Atem, unsere Adern, unsere Nerven durchpulst, auf daß wir unser Menschheitliches im kosmischen Zusammenhang erarbeiten, aktiv erwerben. Das ist es, was gewissermaßen als eine Aufforderung des Michael vor uns steht, daß wir bis in unsere Gedanken hinein aktiv werden, so daß wir uns unsere Weltanschauung durch innerliche Aktivität als Menschen erarbeiten. Dadurch erst gehören wir dem Michael-Zeitalter an, daß wir uns nicht untätig hinsetzen und über uns kommen lassen wollen die äußeren und inneren Erleuchtungen, sondern daß wir aktiv mitarbeiten an dem, was sich uns an Beobachtungen, an Erlebnissen aus der Welt darbietet.
[ 26 ] Wenn einer ein Experiment zusammenstellt, so ist das im Grunde genommen keine Tätigkeit, nicht eine Tätigkeit seines Geistes, sondern es ist ein Geschehen wie ein anderes Naturgeschehen, nur daß es von dem menschlichen Verstande orientiert wird. Aber vom Verstande ist auch alles Naturgeschehen orientiert worden. Aber wie benützt der Mensch heute für sein Vorstellen das Experiment? Nicht mit Aktivität, denn er guckt hin und will so wenig wie möglich aktiv sein, er will sich alles von dem Experiment sagen lassen, er findet alles gleich phantastisch, was aus innerer Aktivität hervorgeht. Er ist so wenig wie möglich gerade in seinen wissenschaftlichen Vorstellungen im Michael-Zeitalter drinnen. Er muß hinein in das Michael-Zeitalter, denn dieses Zeitalter hat ein ganz gewisses wichtiges Charakteristikum. Wenn wir uns die Frage stellen: Welchen Sinn hat es denn eigentlich im ganzen kosmischen Zusammenhange, daß, wenn ich so sagen darf, Gabriel das Zepter abgegeben hat an Michael? — so müssen wir uns sagen: Es hat diesen Sinn, daß Michael der Geist ist, der von all den Wesenheiten, die in der Menschheit geistig führend sein können, am ehesten heran kann an das, was die Menschen hier auf Erden in dieser Emanzipation des Wissens seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts treiben.
[ 26 ] Wenn einer ein Experiment zusammenstellt, so ist das im Grunde genommen keine Tätigkeit, nicht eine Tätigkeit seines Geistes, sondern es ist ein Geschehen wie ein anderes Naturgeschehen, nur daß es von dem menschlichen Verstande orientiert wird. Aber vom Verstande ist auch alles Naturgeschehen orientiert worden. Aber wie benützt der Mensch heute für sein Vorstellen das Experiment? Nicht mit Aktivität, denn er guckt hin und will so wenig wie möglich aktiv sein, er will sich alles von dem Experiment sagen lassen, er findet alles gleich phantastisch, was aus innerer Aktivität hervorgeht. Er ist so wenig wie möglich gerade in seinen wissenschaftlichen Vorstellungen im Michael-Zeitalter drinnen. Er muß hinein in das Michael-Zeitalter, denn dieses Zeitalter hat ein ganz gewisses wichtiges Charakteristikum. Wenn wir uns die Frage stellen: Welchen Sinn hat es denn eigentlich im ganzen kosmischen Zusammenhange, daß, wenn ich so sagen darf, Gabriel das Zepter abgegeben hat an Michael? — so müssen wir uns sagen: Es hat diesen Sinn, daß Michael der Geist ist, der von all den Wesenheiten, die in der Menschheit geistig führend sein können, am ehesten heran kann an das, was die Menschen hier auf Erden in dieser Emanzipation des Wissens seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts treiben.
[ 27 ] Gabriel steht ganz betroffen vor demjenigen, was irgendwie ein heutiger, gebildeter Mensch zu seinem Vorstellungsinhalt hat. Michael, der den Kräften der Sonne außerordentlich verwandt ist, kann seine Tätigkeit wenigstens in das hineinversetzen, was der Mensch an Gedanken ausarbeitet, die als Impulse für sein freies Handeln bestehen. In all das kann Michael hineinarbeiten, was ich zum Beispiel in meiner «Geheimwissenschaft» das freie, das reine Denken genannt habe, das für das individuelle Wollen des Menschen in Freiheit in der neueren Zeit der eigentliche Impuls sein muß. Und für dasjenige Handeln, das aus dem Impuls der Liebe entspringt, für das hat Michael seine besondere Verwandtschaft. Daher ist er der Sendbote, den die Götter heruntergeschickt haben, damit er gewissermaßen entgegennimmt, was nun herübergeleitet wird aus dem emanzipierten Wissen in das vergeistigte Wissen hinein. Die Wissenschaft, die als anthroposophische Geisteswissenschaft das Raumesurteil wiederum vergeistigt, wiederum übersinnlich macht, arbeitet von unten nach oben, streckt gewissermaßen die Hände von unten nach oben aus, um die von oben nach unten ausgestreckten Hände des Michael zu erfassen. Denn da kann die Brücke geschaffen werden zwischen den Menschen und den Göttern. Und Michael ist der Regent dieses Zeitalters geworden aus dem Grunde, weil er entgegennehmen soll, was die Götter entgegennehmen wollen aus dem, was die Menschen dem bloßen Zeitvorstellen durch das Raumesvorstellen zu dem Götterwissen hinzufügen können.
[ 27 ] Gabriel steht ganz betroffen vor demjenigen, was irgendwie ein heutiger, gebildeter Mensch zu seinem Vorstellungsinhalt hat. Michael, der den Kräften der Sonne außerordentlich verwandt ist, kann seine Tätigkeit wenigstens in das hineinversetzen, was der Mensch an Gedanken ausarbeitet, die als Impulse für sein freies Handeln bestehen. In all das kann Michael hineinarbeiten, was ich zum Beispiel in meiner «Geheimwissenschaft» das freie, das reine Denken genannt habe, das für das individuelle Wollen des Menschen in Freiheit in der neueren Zeit der eigentliche Impuls sein muß. Und für dasjenige Handeln, das aus dem Impuls der Liebe entspringt, für das hat Michael seine besondere Verwandtschaft. Daher ist er der Sendbote, den die Götter heruntergeschickt haben, damit er gewissermaßen entgegennimmt, was nun herübergeleitet wird aus dem emanzipierten Wissen in das vergeistigte Wissen hinein. Die Wissenschaft, die als anthroposophische Geisteswissenschaft das Raumesurteil wiederum vergeistigt, wiederum übersinnlich macht, arbeitet von unten nach oben, streckt gewissermaßen die Hände von unten nach oben aus, um die von oben nach unten ausgestreckten Hände des Michael zu erfassen. Denn da kann die Brücke geschaffen werden zwischen den Menschen und den Göttern. Und Michael ist der Regent dieses Zeitalters geworden aus dem Grunde, weil er entgegennehmen soll, was die Götter entgegennehmen wollen aus dem, was die Menschen dem bloßen Zeitvorstellen durch das Raumesvorstellen zu dem Götterwissen hinzufügen können.
[ 28 ] Wir können sagen, die Götter stellen vor: Saturn, Sonne, Mond, Erde in der Zeitenfolge; der Mensch sieht es, wenn er in der richtigen Weise die neueste Phase seines Vorstellens ausbildet, räumlich. Die Götter können vorstellen die linke Hand in ihrem Vorwärtsstrecken, die rechte Hand in ihrem Vorwärtsstrecken. Die Menschen eignen sich an die Berührung. Die Götter können in der Blickrichtung des linken Auges, in der Blickrichtung des rechten Auges leben. Der Mensch stellt räumlich vor, wie sich die Blickrichtung des rechten Auges, die Blickrichtung des linken Auges finden. Michael richtet sein Auge herunter auf die Erde. Er ist imstande, durch Anknüpfung an dasjenige, was die Menschen im reinen Denken ausbilden, im reinen Wollen verwirklichen, Kenntnis zu nehmen von dem, was aus dem Raumesvorstellen hier von den Erdenbürgern, von den Menschen erobert wird, um es in göttliche Welten hinaufzutragen.
[ 28 ] Wir können sagen, die Götter stellen vor: Saturn, Sonne, Mond, Erde in der Zeitenfolge; der Mensch sieht es, wenn er in der richtigen Weise die neueste Phase seines Vorstellens ausbildet, räumlich. Die Götter können vorstellen die linke Hand in ihrem Vorwärtsstrecken, die rechte Hand in ihrem Vorwärtsstrecken. Die Menschen eignen sich an die Berührung. Die Götter können in der Blickrichtung des linken Auges, in der Blickrichtung des rechten Auges leben. Der Mensch stellt räumlich vor, wie sich die Blickrichtung des rechten Auges, die Blickrichtung des linken Auges finden. Michael richtet sein Auge herunter auf die Erde. Er ist imstande, durch Anknüpfung an dasjenige, was die Menschen im reinen Denken ausbilden, im reinen Wollen verwirklichen, Kenntnis zu nehmen von dem, was aus dem Raumesvorstellen hier von den Erdenbürgern, von den Menschen erobert wird, um es in göttliche Welten hinaufzutragen.
[ 29 ] Würden die Menschen bloß das Raumeswissen ausbilden, würden sie es nicht vergeistigen, würden sie bei der Anthropologie bleiben und nicht zur Anthroposophie kommen wollen, dann würde das Michael-Zeitalter vorübergehen. Michael würde von seiner Herrschaft abtreten und würde den Göttern die Botschaft bringen: Die Menschheit will sich von den Göttern trennen. — Soll Michael die rechte Botschaft zurückbringen an die Götterwelt, so wird er sagen müssen: Die Menschen haben während meines Zeitalters das, was sie abseits von der göttlich-geistigen Welt an reinen Raumesurteilen ausgebildet haben, in ein Übersinnliches heraufgehoben, und wir können die Menschen wiederum annehmen, denn sie haben ihr Denken, ihr Vorstellen mit unserem Denken, unserem Vorstellen verbunden. — Ja, Michael wird nicht sagen dürfen zu den Göttern, wenn die Menschen ihre richtige Entwickelung durchmachen wollen: Die Menschen haben sich angewöhnt, alles nur räumlich anzuglotzen, sie haben verachten gelernt dasjenige, was nur in der Zeit lebt. — Sondern er wird sagen sollen, wenn die Menschen ihr Erdenziel erreichen wollen: Die Menschen haben sich bemüht, in das Räumliche wiederum das Zeitliche, das Übersinnliche hineinzubringen, und dadurch können die Menschen, die nicht bloß das Räumliche anglotzen wollen, die nicht bloß solche Versinnlichungen hinnehmen wollen, wie man sie im Beginne des 20. Jahrhunderts liebt, wiederum so erfaßt werden, daß ihr Leben an das Götterleben unmittelbar anknüpft.
[ 29 ] Würden die Menschen bloß das Raumeswissen ausbilden, würden sie es nicht vergeistigen, würden sie bei der Anthropologie bleiben und nicht zur Anthroposophie kommen wollen, dann würde das Michael-Zeitalter vorübergehen. Michael würde von seiner Herrschaft abtreten und würde den Göttern die Botschaft bringen: Die Menschheit will sich von den Göttern trennen. — Soll Michael die rechte Botschaft zurückbringen an die Götterwelt, so wird er sagen müssen: Die Menschen haben während meines Zeitalters das, was sie abseits von der göttlich-geistigen Welt an reinen Raumesurteilen ausgebildet haben, in ein Übersinnliches heraufgehoben, und wir können die Menschen wiederum annehmen, denn sie haben ihr Denken, ihr Vorstellen mit unserem Denken, unserem Vorstellen verbunden. — Ja, Michael wird nicht sagen dürfen zu den Göttern, wenn die Menschen ihre richtige Entwickelung durchmachen wollen: Die Menschen haben sich angewöhnt, alles nur räumlich anzuglotzen, sie haben verachten gelernt dasjenige, was nur in der Zeit lebt. — Sondern er wird sagen sollen, wenn die Menschen ihr Erdenziel erreichen wollen: Die Menschen haben sich bemüht, in das Räumliche wiederum das Zeitliche, das Übersinnliche hineinzubringen, und dadurch können die Menschen, die nicht bloß das Räumliche anglotzen wollen, die nicht bloß solche Versinnlichungen hinnehmen wollen, wie man sie im Beginne des 20. Jahrhunderts liebt, wiederum so erfaßt werden, daß ihr Leben an das Götterleben unmittelbar anknüpft.
[ 30 ] Wenn man aus dem Geiste der Initiationswissenschaft heraus wirklich Anthroposophie treibt, so ist das ein Sich-Kümmern um kosmische Angelegenheiten, um etwas, was die Menschheit auszumachen hat an Angelegenheiten im Einklange mit der Götterwelt. Und es handelt sich im heutigen Zeitalter im Grunde genommen um vieles. Es handelt sich darum, ob wir den Keim legen wollen zu dem, was das richtige weitere Zusammenleben mit der göttlich-geistigen Welt ist, oder ob wir diesen Keim nicht legen wollen. Und wenn Sie bedenken, welch ungeheuer Bedeutungsvolles damit gesagt ist, dann werden Sie ermessen, mit welchem Ernst, mit welcher innerlichen Festigkeit jene Seelenverfassung begründet werden muß, die Anthroposophie zu ihrem Vorstellungsinhalt machen will.
[ 30 ] Wenn man aus dem Geiste der Initiationswissenschaft heraus wirklich Anthroposophie treibt, so ist das ein Sich-Kümmern um kosmische Angelegenheiten, um etwas, was die Menschheit auszumachen hat an Angelegenheiten im Einklange mit der Götterwelt. Und es handelt sich im heutigen Zeitalter im Grunde genommen um vieles. Es handelt sich darum, ob wir den Keim legen wollen zu dem, was das richtige weitere Zusammenleben mit der göttlich-geistigen Welt ist, oder ob wir diesen Keim nicht legen wollen. Und wenn Sie bedenken, welch ungeheuer Bedeutungsvolles damit gesagt ist, dann werden Sie ermessen, mit welchem Ernst, mit welcher innerlichen Festigkeit jene Seelenverfassung begründet werden muß, die Anthroposophie zu ihrem Vorstellungsinhalt machen will.



