Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

The Relationship of Man to the Starry World
The Spiritual Communion of Mankind
GA 219

24 December 1922, Dornach

Translate the original German text into any language:

Neunter Vortrag

Neunter Vortrag

[ 1 ] Wenn wir der heutigen Zeit gemäß in dieser Festzeit unsere Gedanken vertiefen wollen, so tun wir das wohl am besten in der schon gestern angedeuteten Weise, indem wir den Seelenblick zu der Menschheitsentwickelung hinwenden, um aus der geistigen Führung der Menschheit zu erkennen, welche Aufgaben in der Gegenwart dem Menschen obliegen. Wir dürfen nicht übersehen, wie der wichtigste Teil des Weihnachtsgedankens dieser ist, daß in der Nacht, die eben beginnt, das Licht des Christus in die Menschheitsentwickelung hereingeleuchtet hat in demjenigen Zeitpunkte dieser Menschheitsentwickelung, der durch dieses Ereignis, durch diese Eingliederung des Mysteriums von Golgatha dem Erdenleben, der Menschheit und damit überhaupt dem ganzen Erdenwesen seinen Sinn gibt.

[ 1 ] Wenn wir der heutigen Zeit gemäß in dieser Festzeit unsere Gedanken vertiefen wollen, so tun wir das wohl am besten in der schon gestern angedeuteten Weise, indem wir den Seelenblick zu der Menschheitsentwickelung hinwenden, um aus der geistigen Führung der Menschheit zu erkennen, welche Aufgaben in der Gegenwart dem Menschen obliegen. Wir dürfen nicht übersehen, wie der wichtigste Teil des Weihnachtsgedankens dieser ist, daß in der Nacht, die eben beginnt, das Licht des Christus in die Menschheitsentwickelung hereingeleuchtet hat in demjenigen Zeitpunkte dieser Menschheitsentwickelung, der durch dieses Ereignis, durch diese Eingliederung des Mysteriums von Golgatha dem Erdenleben, der Menschheit und damit überhaupt dem ganzen Erdenwesen seinen Sinn gibt.

[ 2 ] Gestern durfte ich zu Ihnen davon sprechen, wie in den Zeiten, die dem Mysterium von Golgatha vorangegangen sind, jene Mysterienfeste eine bedeutsame Rolle gespielt haben, die in der Hochsommerszeit gefeiert werden, wo der Mensch mit der Erde selbst sein Wesen den kosmischen Weiten öffnet, wo er mit den außerirdischen Mächten in eine Seelenverbindung kommen kann. Und wir haben uns vor unsere Seele gestellt, wie die Führer der Mysterien in vorchristlichen Zeiten bei gewissen Völkern diesen Weg, den die Menschenseele in der Hochsommerszeit, zu unserer Johannizeit, nehmen kann zu den göttlich-geistigen Welten hin, dadurch gegangen sind, daß sie die Gedankenwelt gefühlsdurchdrungen in dieser Zeit gewissermaßen den göttlich-geistigen Mächten geopfert haben, weil sie sich bewußt waren, daß dasjenige, was sich ihnen offenbarte im Laufe des Jahres, den Versuchungen der luziferischen Mächte ausgesetzt ist, wenn nicht in jener Hochsommerszeit, wo gewissermaßen die Erde weit ihre Flügel in die kosmischen Weiten hinaus öffnet, alles, was mit diesen Gedanken zusammenhängt, opfernd empfunden wird als eine von den göttlich-geistigen Mächten der Menschheit verliehene Gnade.

[ 2 ] Gestern durfte ich zu Ihnen davon sprechen, wie in den Zeiten, die dem Mysterium von Golgatha vorangegangen sind, jene Mysterienfeste eine bedeutsame Rolle gespielt haben, die in der Hochsommerszeit gefeiert werden, wo der Mensch mit der Erde selbst sein Wesen den kosmischen Weiten öffnet, wo er mit den außerirdischen Mächten in eine Seelenverbindung kommen kann. Und wir haben uns vor unsere Seele gestellt, wie die Führer der Mysterien in vorchristlichen Zeiten bei gewissen Völkern diesen Weg, den die Menschenseele in der Hochsommerszeit, zu unserer Johannizeit, nehmen kann zu den göttlich-geistigen Welten hin, dadurch gegangen sind, daß sie die Gedankenwelt gefühlsdurchdrungen in dieser Zeit gewissermaßen den göttlich-geistigen Mächten geopfert haben, weil sie sich bewußt waren, daß dasjenige, was sich ihnen offenbarte im Laufe des Jahres, den Versuchungen der luziferischen Mächte ausgesetzt ist, wenn nicht in jener Hochsommerszeit, wo gewissermaßen die Erde weit ihre Flügel in die kosmischen Weiten hinaus öffnet, alles, was mit diesen Gedanken zusammenhängt, opfernd empfunden wird als eine von den göttlich-geistigen Mächten der Menschheit verliehene Gnade.

[ 3 ] Ich habe dann gestern darauf hingewiesen, wie es durch die Entwickelung der Menschheit in selbstverständlicher Art gekommen ist, daß wiederum bei einem gewissen Teil der Menschheit an die Stelle der Hochsommerfeier die Tiefwinterfeier getreten ist, und wie selbst in unserem verblaßten Weihnachtsgedanken diese Tiefwinterfeier noch darinnensteckt, indem der Mensch entweder, wie es bei gewissen Kultgemeinden ist, in dieser Tiefwinternacht die Geburt des Heilandes festlich begeht, oder auch indem der Mensch, der erst wiederum die Wege zum Geisteslicht suchen muß, diese Weihenacht in der Stille seines Herzens so begeht, daß er sich bewußt wird, daß er in dieser Zeit der Erde und ihrem Leben am ähnlichsten wird, wenn er ganz in sich selber geht. Denn die Erde ist in dieser Zeit auch abgeschlossen von den kosmischen Weiten, lebt durch ihr Schneegewand und die zusammenziehende Kälte in sich selbst gedrängt im Weltenraum.

[ 3 ] Ich habe dann gestern darauf hingewiesen, wie es durch die Entwickelung der Menschheit in selbstverständlicher Art gekommen ist, daß wiederum bei einem gewissen Teil der Menschheit an die Stelle der Hochsommerfeier die Tiefwinterfeier getreten ist, und wie selbst in unserem verblaßten Weihnachtsgedanken diese Tiefwinterfeier noch darinnensteckt, indem der Mensch entweder, wie es bei gewissen Kultgemeinden ist, in dieser Tiefwinternacht die Geburt des Heilandes festlich begeht, oder auch indem der Mensch, der erst wiederum die Wege zum Geisteslicht suchen muß, diese Weihenacht in der Stille seines Herzens so begeht, daß er sich bewußt wird, daß er in dieser Zeit der Erde und ihrem Leben am ähnlichsten wird, wenn er ganz in sich selber geht. Denn die Erde ist in dieser Zeit auch abgeschlossen von den kosmischen Weiten, lebt durch ihr Schneegewand und die zusammenziehende Kälte in sich selbst gedrängt im Weltenraum.

[ 4 ] Aber eine gewisse Rolle haben die Weihnachtsgedanken auch in jenen Zeiten schon gespielt, in denen der Mensch hauptsächlich bei gewissen Völkern das Hochsommerfest feierte. Nur hatte in den vorchristlichen Zeiten der Weihnachtsgedanke einen andern Sinn, als er heute hat. Der hohe Sonnengeist gehörte damals noch den kosmischen Weiten an, war noch nicht heruntergestiegen auf die Erde. Die ganze Lage des Menschen in der Tiefwinterszeit, wenn er sich gewissermaßen mit der Erde selber in kosmischer Einsamkeit fühlte, war eine andere als heute. Und wir lernen diese Lage kennen, wenn wir wiederum einen Blick in gewisse Mysterien tun, die namentlich im Süden in sehr alten Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha heimisch waren. In der alten Art wurden in solchen Mysterien diejenigen, die es suchen durften, eingeweiht, bekamen die damalige Initiationswissenschaft. Diese Initiationswissenschaft bestand in gewissen alten Zeiten und bei gewissen alten Völkern darin, daß die Einzuweihenden in der Welt lesen lernten, was nicht tote Buchstaben geben, die auf dem Papiere stehen, sondern was die Wesen der Welt selber geben. Wer die Geheimnisse des Kosmos durchschaut, weiß, daß dasjenige, was auf der Erde wächst und gedeiht, durchaus Bild ist dessen, was von den Sternen aus den kosmischen Weltenweiten herunterleuchtet.

[ 4 ] Aber eine gewisse Rolle haben die Weihnachtsgedanken auch in jenen Zeiten schon gespielt, in denen der Mensch hauptsächlich bei gewissen Völkern das Hochsommerfest feierte. Nur hatte in den vorchristlichen Zeiten der Weihnachtsgedanke einen andern Sinn, als er heute hat. Der hohe Sonnengeist gehörte damals noch den kosmischen Weiten an, war noch nicht heruntergestiegen auf die Erde. Die ganze Lage des Menschen in der Tiefwinterszeit, wenn er sich gewissermaßen mit der Erde selber in kosmischer Einsamkeit fühlte, war eine andere als heute. Und wir lernen diese Lage kennen, wenn wir wiederum einen Blick in gewisse Mysterien tun, die namentlich im Süden in sehr alten Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha heimisch waren. In der alten Art wurden in solchen Mysterien diejenigen, die es suchen durften, eingeweiht, bekamen die damalige Initiationswissenschaft. Diese Initiationswissenschaft bestand in gewissen alten Zeiten und bei gewissen alten Völkern darin, daß die Einzuweihenden in der Welt lesen lernten, was nicht tote Buchstaben geben, die auf dem Papiere stehen, sondern was die Wesen der Welt selber geben. Wer die Geheimnisse des Kosmos durchschaut, weiß, daß dasjenige, was auf der Erde wächst und gedeiht, durchaus Bild ist dessen, was von den Sternen aus den kosmischen Weltenweiten herunterleuchtet.

[ 5 ] Wer das kosmische Lesen lernt, wie man heute das weit einfachere Lesen durch tote Buchstaben lernt, weiß, daß er in jeglicher Pflanze ein Zeichen zu schauen hat, das ihm irgend etwas von den Geheimnissen des Weltenalls enthüllt, und daß, wenn er den Blick zum Beispiel über die Pflanzenwelt oder auch über die vielfältige Tierwelt schweifen läßt, dieses Schweifen des Blickes ein Lesen ist. Und in solcher Art lasen die alten Eingeweihten gewisser Mysterien ihren Schülern vor. Sie lasen ihnen aber so vor, daß sie nicht aus einem Buche lasen, sondern daß sie ihnen mitteilten, was sie unter der Inspiration des sogenannten Jahr-Gottes über die Geheimnisse des Jahreslaufes und seine Bedeutung für das menschliche Leben erfuhren. Eine uralte Weisheit hat das, was sich auf den Menschen bezieht, in dieser Weise im Weltengeschehen und in den Weltenwesen gelesen. Es empfanden da die alten Weisen, indem sie solches ihren Schülern vorlasen, die Inspiration solcher göttlich-geistigen Wesenheiten wie etwa des Jahr-Gottes.

[ 5 ] Wer das kosmische Lesen lernt, wie man heute das weit einfachere Lesen durch tote Buchstaben lernt, weiß, daß er in jeglicher Pflanze ein Zeichen zu schauen hat, das ihm irgend etwas von den Geheimnissen des Weltenalls enthüllt, und daß, wenn er den Blick zum Beispiel über die Pflanzenwelt oder auch über die vielfältige Tierwelt schweifen läßt, dieses Schweifen des Blickes ein Lesen ist. Und in solcher Art lasen die alten Eingeweihten gewisser Mysterien ihren Schülern vor. Sie lasen ihnen aber so vor, daß sie nicht aus einem Buche lasen, sondern daß sie ihnen mitteilten, was sie unter der Inspiration des sogenannten Jahr-Gottes über die Geheimnisse des Jahreslaufes und seine Bedeutung für das menschliche Leben erfuhren. Eine uralte Weisheit hat das, was sich auf den Menschen bezieht, in dieser Weise im Weltengeschehen und in den Weltenwesen gelesen. Es empfanden da die alten Weisen, indem sie solches ihren Schülern vorlasen, die Inspiration solcher göttlich-geistigen Wesenheiten wie etwa des Jahr-Gottes.

[ 6 ] Was war dieser Jahr-Gott, der innerhalb der Hierarchien stand und etwa zu der Rangordnung der Urkräfte gehörte? Er war ein Wesen, zu dem sich gewisse Besitzer der Initiationswissenschaft erhoben und in dieser Erhebung von ihm die Kraft und das innerliche Licht erhielten, um ein anderes aus den im Frühling aufsprossenden Pflanzen zu lesen, ein anderes beim Heranreifen der Sommerfrüchte zu lesen, ein anderes zu lesen, wenn rot werden die Blätter im Herbste, wenn die Früchte reifen, ein anderes auch zu lesen, wenn die Bäume erglitzern in den Schneeflocken und die Erde mit ihrem Gestein bedeckt ist von der Schneehülle. Ein Jahr lang dauerte dieses Lesen, das da ging durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und in diesen; Lesen enthüllten sich zwischen den Lehrern und den Schülern die Geheimnisse des Menschen selber. Dann fing der Kreislauf von neuem an.

[ 6 ] Was war dieser Jahr-Gott, der innerhalb der Hierarchien stand und etwa zu der Rangordnung der Urkräfte gehörte? Er war ein Wesen, zu dem sich gewisse Besitzer der Initiationswissenschaft erhoben und in dieser Erhebung von ihm die Kraft und das innerliche Licht erhielten, um ein anderes aus den im Frühling aufsprossenden Pflanzen zu lesen, ein anderes beim Heranreifen der Sommerfrüchte zu lesen, ein anderes zu lesen, wenn rot werden die Blätter im Herbste, wenn die Früchte reifen, ein anderes auch zu lesen, wenn die Bäume erglitzern in den Schneeflocken und die Erde mit ihrem Gestein bedeckt ist von der Schneehülle. Ein Jahr lang dauerte dieses Lesen, das da ging durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und in diesen; Lesen enthüllten sich zwischen den Lehrern und den Schülern die Geheimnisse des Menschen selber. Dann fing der Kreislauf von neuem an.

[ 7 ] Wenn wir uns heute in annähernder Weise eine Vorstellung bilden wollen von dem, was unter der Inspiration des Jahr-Gottes alte Inspirierte und Initiierte ihre Schüler lehrten, so können wir etwa das Folgende sagen: Sie wiesen die Schüler zunächst hin auf dasjenige, was im Frühling, wenn der Schnee abgelaufen ist und die Sonne neue Kraft gewinnt, sich offenbart, indem die ersten Sprossen der Pflanzen aus der wiedererstandenen Erdenkraft herauskommen. Sie machten ihre Schüler darauf aufmerksam, wie anders die Pflanze von dem Geheimnisse des Weltenalls spricht, welche auf der Wiese gedeiht, wie anders diejenige, die im Schatten der Waldbäume wächst. Sie machten ihre Schüler darauf aufmerksam, wie in der einen und in der andern Pflanze die heraufkommende Sonnenwärmeund das heraufkommende Sonnenlicht in den zackigen und den runden Blättern anders aus den Weltenweiten zu den Menschen herein auf dem Erdenrunde spricht. Und was in dieser Weise unter dem Einflusse des Jahr-Gottes durch jene Buchstaben, welche die Erde selbst aus sich heraussprossen läßt, geoffenbart werden konnte, das enthüllte in der damaligen Weise der Mysterienlehrer den Schülern als die Geheimnisse des physischen Menschenleibes.

[ 7 ] Wenn wir uns heute in annähernder Weise eine Vorstellung bilden wollen von dem, was unter der Inspiration des Jahr-Gottes alte Inspirierte und Initiierte ihre Schüler lehrten, so können wir etwa das Folgende sagen: Sie wiesen die Schüler zunächst hin auf dasjenige, was im Frühling, wenn der Schnee abgelaufen ist und die Sonne neue Kraft gewinnt, sich offenbart, indem die ersten Sprossen der Pflanzen aus der wiedererstandenen Erdenkraft herauskommen. Sie machten ihre Schüler darauf aufmerksam, wie anders die Pflanze von dem Geheimnisse des Weltenalls spricht, welche auf der Wiese gedeiht, wie anders diejenige, die im Schatten der Waldbäume wächst. Sie machten ihre Schüler darauf aufmerksam, wie in der einen und in der andern Pflanze die heraufkommende Sonnenwärmeund das heraufkommende Sonnenlicht in den zackigen und den runden Blättern anders aus den Weltenweiten zu den Menschen herein auf dem Erdenrunde spricht. Und was in dieser Weise unter dem Einflusse des Jahr-Gottes durch jene Buchstaben, welche die Erde selbst aus sich heraussprossen läßt, geoffenbart werden konnte, das enthüllte in der damaligen Weise der Mysterienlehrer den Schülern als die Geheimnisse des physischen Menschenleibes.

[ 8 ] So war es, daß diese Lehrer hindeuteten auf das physische Hervorbringen der Erde, auf die in die Pflanze hineinsprießende Erdenkraft, an jedem einzelnen Orte des Erdenwachstums, auf den die Schüler hingewiesen wurden, stand ein anderer Buchstabe. Die Buchstaben, die lebendige Pflanzenwesen waren, oder auch lebendige Tierformen hatten, formten sich zusammen, wie wir heute die einzelnen Buchstaben in einem Satze zu Worten zusammenformen, sie wurden gesetzt. Man lebte, indem man den Frühling mitlebte, im Lesen der Natur. Darin bestanden die Einweihungen des Jahr-Gottes. Und man hatte, wenn der Frühling zu Ende gegangen war, etwa im Mai, den Rindruck, jetzt verstehe man, wie der menschliche physische Leib aus dem Schoße des Weltenalls heraus gestaltet, geformt ist.

[ 8 ] So war es, daß diese Lehrer hindeuteten auf das physische Hervorbringen der Erde, auf die in die Pflanze hineinsprießende Erdenkraft, an jedem einzelnen Orte des Erdenwachstums, auf den die Schüler hingewiesen wurden, stand ein anderer Buchstabe. Die Buchstaben, die lebendige Pflanzenwesen waren, oder auch lebendige Tierformen hatten, formten sich zusammen, wie wir heute die einzelnen Buchstaben in einem Satze zu Worten zusammenformen, sie wurden gesetzt. Man lebte, indem man den Frühling mitlebte, im Lesen der Natur. Darin bestanden die Einweihungen des Jahr-Gottes. Und man hatte, wenn der Frühling zu Ende gegangen war, etwa im Mai, den Rindruck, jetzt verstehe man, wie der menschliche physische Leib aus dem Schoße des Weltenalls heraus gestaltet, geformt ist.

[ 9 ] Dann kam die Sommerszeit. Es wurden dieselben Buchstaben und Worte des großen Weltenlogos in Anspruch genommen, aber es wurde gezeigt, wie unter den anders einfallenden Sonnenstrahlen, dem anders wirkenden Sonnenlicht, der anders wirkenden Sonnenwärme die Buchstaben ihre Formen veränderten, wie die ersten Sprossen, die von dem Geheimnisse des physischen Menschenleibes erzählt haben, sich der Sonne öffnen in den Blüten. Es wurden die vielfarbigen Blüten gelesen, in deren jeder der Sonnenstrahl die aus der Erde sprossenden Pflanzenkräfte in Liebe küßt. Und es wurde aus dem wunderbaren, feinen und zarten Weben der kosmischen Kräfte über den Erdkräften der blühenden Pflanzen jenes Hinausstreben der Erde in die kosmischen Weiten gelesen. Man lebte mit der Erde, die sich öffnete den kosmischen Weiten, den Sternenweiten, man lebte mit dieser Erde selber in den Unendlichkeiten.

[ 9 ] Dann kam die Sommerszeit. Es wurden dieselben Buchstaben und Worte des großen Weltenlogos in Anspruch genommen, aber es wurde gezeigt, wie unter den anders einfallenden Sonnenstrahlen, dem anders wirkenden Sonnenlicht, der anders wirkenden Sonnenwärme die Buchstaben ihre Formen veränderten, wie die ersten Sprossen, die von dem Geheimnisse des physischen Menschenleibes erzählt haben, sich der Sonne öffnen in den Blüten. Es wurden die vielfarbigen Blüten gelesen, in deren jeder der Sonnenstrahl die aus der Erde sprossenden Pflanzenkräfte in Liebe küßt. Und es wurde aus dem wunderbaren, feinen und zarten Weben der kosmischen Kräfte über den Erdkräften der blühenden Pflanzen jenes Hinausstreben der Erde in die kosmischen Weiten gelesen. Man lebte mit der Erde, die sich öffnete den kosmischen Weiten, den Sternenweiten, man lebte mit dieser Erde selber in den Unendlichkeiten.

[ 10 ] Was aber diese Unendlichkeiten bargen, das enthüllte sich, wenn man auf die blühenden Buchstaben der Pflanzen hinschaute. Da las man aus diesen blühenden Buchstaben der Pflanzen, wie sich der Mensch verhalten hat, als er aus den geistigen Welten zum physischen Erdendasein heruntergestiegen ist, wie er aus allen Himmelsrichtungen die ätherische Substanz zusammengezogen hat, um seinen eigenen Ätherleib zu formen. Und die Geheimnisse dieses Ätherleibes las man auf diese Weise ab aus dem, was sich im Ätherleben wieder später zwischen der Erde und dem Weltenall im Weltenlogos ereignet, der seine Zeichen auf die Erdoberfläche selber hinmalt, indem er die Pflanzen blühen läßt, indem er den Tieren gewisse Lebensarten während der Hochsommerszeit verleiht.

[ 10 ] Was aber diese Unendlichkeiten bargen, das enthüllte sich, wenn man auf die blühenden Buchstaben der Pflanzen hinschaute. Da las man aus diesen blühenden Buchstaben der Pflanzen, wie sich der Mensch verhalten hat, als er aus den geistigen Welten zum physischen Erdendasein heruntergestiegen ist, wie er aus allen Himmelsrichtungen die ätherische Substanz zusammengezogen hat, um seinen eigenen Ätherleib zu formen. Und die Geheimnisse dieses Ätherleibes las man auf diese Weise ab aus dem, was sich im Ätherleben wieder später zwischen der Erde und dem Weltenall im Weltenlogos ereignet, der seine Zeichen auf die Erdoberfläche selber hinmalt, indem er die Pflanzen blühen läßt, indem er den Tieren gewisse Lebensarten während der Hochsommerszeit verleiht.

[ 11 ] Beim Herannahen des Herbstes sah man, wie wiederum diese Buchstaben des Weltenlogos sich veränderten, wie die Sonne zurückzieht ihre Wärme und ihre Lichtkraft, wie die Pflanzen ihre Zuflucht nehmen zu dem, was während des Hochsommers die Sonne selber der Erde mitgeteilt hat, wie sie gewissermaßen das blühende, sprossende Leben, das sie während der Hochsommerszeit bekommen haben, aushauchen, dafür aber in ihrem Schoße die reifenden Früchte entwikkeln, welche das Pflanzenleben wiederum zu sich selbst zurückführen, indem es die Samenkräfte in sich birgt. Wiederum enträtselte man dasjenige, was der Weltenlogos auf die Oberfläche der Erde selbst in den reifenden Pflanzen hingeschrieben hat, wiederum enthüllte und enträtselte man, was die Formen des tierischen Lebens im Herbste enthüllen können. Man las die intimsten Geheimnisse des Weltenalls aus dem Zuge der Vögel. Man las diese intimsten Geheimnisse des Weltenalls aus der Art und Weise, wie sich die kleinere Tierwelt, wenn der Herbst herannaht, verändert. In der Insektenwelt las man. Man las in dem Zufluchtsuchen der Insektenwelt bei der Erde, in der Veränderung der Form der Insektenwelt, das Sich-Zusammennehmen der ganzen Erde gegenüber dem toten Schweigen. Man las dasjenige, was man empfand als ein Auf-sich-selbst-Besinnen der Erde im Kosmos.

[ 11 ] Beim Herannahen des Herbstes sah man, wie wiederum diese Buchstaben des Weltenlogos sich veränderten, wie die Sonne zurückzieht ihre Wärme und ihre Lichtkraft, wie die Pflanzen ihre Zuflucht nehmen zu dem, was während des Hochsommers die Sonne selber der Erde mitgeteilt hat, wie sie gewissermaßen das blühende, sprossende Leben, das sie während der Hochsommerszeit bekommen haben, aushauchen, dafür aber in ihrem Schoße die reifenden Früchte entwikkeln, welche das Pflanzenleben wiederum zu sich selbst zurückführen, indem es die Samenkräfte in sich birgt. Wiederum enträtselte man dasjenige, was der Weltenlogos auf die Oberfläche der Erde selbst in den reifenden Pflanzen hingeschrieben hat, wiederum enthüllte und enträtselte man, was die Formen des tierischen Lebens im Herbste enthüllen können. Man las die intimsten Geheimnisse des Weltenalls aus dem Zuge der Vögel. Man las diese intimsten Geheimnisse des Weltenalls aus der Art und Weise, wie sich die kleinere Tierwelt, wenn der Herbst herannaht, verändert. In der Insektenwelt las man. Man las in dem Zufluchtsuchen der Insektenwelt bei der Erde, in der Veränderung der Form der Insektenwelt, das Sich-Zusammennehmen der ganzen Erde gegenüber dem toten Schweigen. Man las dasjenige, was man empfand als ein Auf-sich-selbst-Besinnen der Erde im Kosmos.

[ 12 ] Man machte sich dies ganz besonders auch durch gewisse Festlichkeiten klar, welche in der zweiten Hälfte des Septembers gefeiert wurden und welche in bäuerlichen Gegenden noch ihre alten Reste im Michaeli-Fest zurückgelassen haben. Man erinnerte sich durch diese Feste daran, wie man dann, wenn man gewissermaßen als Mensch von allem verlassen ist, was die Menschen in der Erde als Wege in die kosmischen Weiten hinaus finden, wie man sich anschließen muß an etwas, was nicht an das äußere physische und ätherische Geschehen gebunden ist, wie man sich mit seiner Seele an den geistigen Inhalt des Kosmos anlehnen muß. Und noch in dem verblaßten MichaeliFest am Ende des Septembers ist jenes Zufluchtnehmen der Menschheit zu dem Geist der Hierarchien erhalten, der die Menschheit auf geistige Art führen soll, wenn die äußere Führung durch die Sterne und durch die Sonne an Kraft nachgelassen hat.

[ 12 ] Man machte sich dies ganz besonders auch durch gewisse Festlichkeiten klar, welche in der zweiten Hälfte des Septembers gefeiert wurden und welche in bäuerlichen Gegenden noch ihre alten Reste im Michaeli-Fest zurückgelassen haben. Man erinnerte sich durch diese Feste daran, wie man dann, wenn man gewissermaßen als Mensch von allem verlassen ist, was die Menschen in der Erde als Wege in die kosmischen Weiten hinaus finden, wie man sich anschließen muß an etwas, was nicht an das äußere physische und ätherische Geschehen gebunden ist, wie man sich mit seiner Seele an den geistigen Inhalt des Kosmos anlehnen muß. Und noch in dem verblaßten MichaeliFest am Ende des Septembers ist jenes Zufluchtnehmen der Menschheit zu dem Geist der Hierarchien erhalten, der die Menschheit auf geistige Art führen soll, wenn die äußere Führung durch die Sterne und durch die Sonne an Kraft nachgelassen hat.

[ 13 ] In alledem, was man da las — ein Lesen, welches sich zu gleicher Zeit in ein Sinnen umwandelte —, durch alles, was man da sann, durchdrang man sich mit den Geheimnissen des menschlichen astralischen Leibes. Und es war in der Herbsteszeit, wo die Inspirierten und Initiierten des Jahr-Gottes aus dem Wesen der Natur heraus lasen und mit ihm zusammen die Geheimnisse des menschlichen astralischen Leibes ersannen. Und in dieser Herbsteszeit war es, wo die Eingeweihten zu ihren Schülern sprachen: Haltet euch an jenes Wesen, das vor dem Antlitz der Sonne steht — an das der Name Michael noch erinnert —, gedenket dieses Wesens, das vor dem Antlitz der Sonne steht. Ihr werdet die Kraft brauchen, wenn ihr durchzugehen habt durch alles das, was ihr in eurem astralischen Wesen zurückbehaltet vom irdischen Dasein, wenn ihr durch die Pforte des Todes eingegangen sein werdet in die übersinnlichen Welten.

[ 13 ] In alledem, was man da las — ein Lesen, welches sich zu gleicher Zeit in ein Sinnen umwandelte —, durch alles, was man da sann, durchdrang man sich mit den Geheimnissen des menschlichen astralischen Leibes. Und es war in der Herbsteszeit, wo die Inspirierten und Initiierten des Jahr-Gottes aus dem Wesen der Natur heraus lasen und mit ihm zusammen die Geheimnisse des menschlichen astralischen Leibes ersannen. Und in dieser Herbsteszeit war es, wo die Eingeweihten zu ihren Schülern sprachen: Haltet euch an jenes Wesen, das vor dem Antlitz der Sonne steht — an das der Name Michael noch erinnert —, gedenket dieses Wesens, das vor dem Antlitz der Sonne steht. Ihr werdet die Kraft brauchen, wenn ihr durchzugehen habt durch alles das, was ihr in eurem astralischen Wesen zurückbehaltet vom irdischen Dasein, wenn ihr durch die Pforte des Todes eingegangen sein werdet in die übersinnlichen Welten.

[ 14 ] Geheimnisse des menschlichen astralischen Leibes wurden herausgeholt aus dem, was als der Logos sich in dem reifenden, aber auch in dem dorrenden Pflanzenwesen offenbarte, in den in die Erde sich verkriechenden Insekten und so weiter. Ja, der Mensch wußte schon, daß er angewiesen war, wenn er für diesen Teil seines Wesens die rechte Menschlichkeit suchen wollte, auf das Hinblicken zur geistigen Welt. Daher richtete man den Seelenblick der zu Initiierenden auf ein solches Wesen, das wir im Namen Michael festhalten können.

[ 14 ] Geheimnisse des menschlichen astralischen Leibes wurden herausgeholt aus dem, was als der Logos sich in dem reifenden, aber auch in dem dorrenden Pflanzenwesen offenbarte, in den in die Erde sich verkriechenden Insekten und so weiter. Ja, der Mensch wußte schon, daß er angewiesen war, wenn er für diesen Teil seines Wesens die rechte Menschlichkeit suchen wollte, auf das Hinblicken zur geistigen Welt. Daher richtete man den Seelenblick der zu Initiierenden auf ein solches Wesen, das wir im Namen Michael festhalten können.

[ 15 ] Dann aber kam die Zeit, deren Mitte unsere jetzige Weihnachtszeit ist. Es kam die Zeit, in welcher die Initiierten und Inspirierten des Jahr-Gottes ihre Schüler auf das Eigentümliche hinwiesen, was sich enthüllt, wenn das Wasser in den künstlerisch gestalteten Schneeflocken die Erde bedeckt. Da wurde das Lesen, das schon im Herbste zum Sinnen geworden war, zu einem inneren Leben, da wurde das Beobachten der Seele, das in früheren Jahreszeiten parallel gegangen war der äußeren physischen Arbeit, innere geistige Arbeit. Mystik, mystische Vertiefung wurde das Lesen. Der Mensch wußte, daß er sich nur dann in seinem tiefsten Wesen, in seinem Ich-Wesen begreifen kann, wenn er sich über dieses Ich-Wesen sagen läßt, was der Weltenlogos hineingeheimnißt in alles, was mit der Natur vor sich geht, wenn die Schneedecke die Erde zuhüllt und Kälte das Leben zusammenzieht im Umkreise der Erde. Die Initiierten und Inspirierten des JahrGottes sollten seine Schrift kennenlernen aus dieser Schrift der Jahreszeit des Winters heraus. Ihr Blick wurde geschärft, damit er dem Samenkorn nachfolgen konnte, das in die Erde hineingesenkt wurde, damit er den Insektentieren nachfolgen konnte, welche zu überwintern versuchten innerhalb der sich selber zusammenziehenden Erdenkräfte. Aus dem physischen Lichte wurden die Blicke hingeführt in das physische Dunkel.

[ 15 ] Dann aber kam die Zeit, deren Mitte unsere jetzige Weihnachtszeit ist. Es kam die Zeit, in welcher die Initiierten und Inspirierten des Jahr-Gottes ihre Schüler auf das Eigentümliche hinwiesen, was sich enthüllt, wenn das Wasser in den künstlerisch gestalteten Schneeflocken die Erde bedeckt. Da wurde das Lesen, das schon im Herbste zum Sinnen geworden war, zu einem inneren Leben, da wurde das Beobachten der Seele, das in früheren Jahreszeiten parallel gegangen war der äußeren physischen Arbeit, innere geistige Arbeit. Mystik, mystische Vertiefung wurde das Lesen. Der Mensch wußte, daß er sich nur dann in seinem tiefsten Wesen, in seinem Ich-Wesen begreifen kann, wenn er sich über dieses Ich-Wesen sagen läßt, was der Weltenlogos hineingeheimnißt in alles, was mit der Natur vor sich geht, wenn die Schneedecke die Erde zuhüllt und Kälte das Leben zusammenzieht im Umkreise der Erde. Die Initiierten und Inspirierten des JahrGottes sollten seine Schrift kennenlernen aus dieser Schrift der Jahreszeit des Winters heraus. Ihr Blick wurde geschärft, damit er dem Samenkorn nachfolgen konnte, das in die Erde hineingesenkt wurde, damit er den Insektentieren nachfolgen konnte, welche zu überwintern versuchten innerhalb der sich selber zusammenziehenden Erdenkräfte. Aus dem physischen Lichte wurden die Blicke hingeführt in das physische Dunkel.

[ 16 ] In gewissen Mysterien war es so, daß den Schülern begreiflich gemacht wurde: Jetzt müßt ihr sehen die Sonne um Mitternacht, die mitternächtige Sonne, jetzt müßt ihr sehen die Sonne durch die Erde hindurch. Dadurch, daß sich euer Seelenauge durchdringt mit der Kraft, die den Pflanzen und dem niederen Getier in die Erde hinein folgt, kann die Erde selber für die innere Seelenkraft durchsichtig werden. — Wenn die Erde ihre Kraft dem Weltenall gegenüber am meisten zusammengenommen hat, dann kann sich der Mensch dazu aufschwingen, durch diese Erde hindurch, weil sie gewissermaßen in sich selber ganz vergeistigt ist, die Sonne als mitternächtige Sonne zu schauen, während er sonst in der Hochsommerszeit die Sonne mit den physischen Sinnen erreicht, wenn er den Blick von der Erde ab ins Weltenall hinauslenkt, ohne durch die Erde hindurchzuschauen.

[ 16 ] In gewissen Mysterien war es so, daß den Schülern begreiflich gemacht wurde: Jetzt müßt ihr sehen die Sonne um Mitternacht, die mitternächtige Sonne, jetzt müßt ihr sehen die Sonne durch die Erde hindurch. Dadurch, daß sich euer Seelenauge durchdringt mit der Kraft, die den Pflanzen und dem niederen Getier in die Erde hinein folgt, kann die Erde selber für die innere Seelenkraft durchsichtig werden. — Wenn die Erde ihre Kraft dem Weltenall gegenüber am meisten zusammengenommen hat, dann kann sich der Mensch dazu aufschwingen, durch diese Erde hindurch, weil sie gewissermaßen in sich selber ganz vergeistigt ist, die Sonne als mitternächtige Sonne zu schauen, während er sonst in der Hochsommerszeit die Sonne mit den physischen Sinnen erreicht, wenn er den Blick von der Erde ab ins Weltenall hinauslenkt, ohne durch die Erde hindurchzuschauen.

[ 17 ] Die Sonne zu schauen in mitternächtiger Stunde, in einer Tiefwinternacht, das war etwas, was die Schüler der Eingeweihten des Jahr-Gottes lernen sollten. Und sie sollten dann jene Geheimnisse, die sie der mitternächtigen Sonne abschauten, denen mitteilen, die zwar gläubige Bekenner der Mysterien waren, die aber nicht selber Eingeweihte der Mysterien, nicht Schüler der Mysterien werden konnten.

[ 17 ] Die Sonne zu schauen in mitternächtiger Stunde, in einer Tiefwinternacht, das war etwas, was die Schüler der Eingeweihten des Jahr-Gottes lernen sollten. Und sie sollten dann jene Geheimnisse, die sie der mitternächtigen Sonne abschauten, denen mitteilen, die zwar gläubige Bekenner der Mysterien waren, die aber nicht selber Eingeweihte der Mysterien, nicht Schüler der Mysterien werden konnten.

[ 18 ] Und immer mehr wurde es so in jenen alten Zeiten, daß die Eingeweihten, indem sie ihre Schüler auf die Sonne zur tiefen Winterszeit in mitternächtiger Stunde hinwiesen, ihnen in einer gewissen Weise künden mußten, wie der Mensch auf der Erde in seinem Ich sich verlassen fühlt. Ein Schmerzensfest wurde immer mehr und mehr gerade bei denjenigen, die zu den Wissendsten gehörten, das Fest der Tiefwinternacht, ein Schmerzens- und ein Leidensfest, durch das der Mensch kennenlernen sollte, wie er innerhalb des physisch-irdischen Daseins zu seinem Ich den Weg nicht finden kann. Lernen sollte er es dadurch, daß er aus den Zeichen ablas, die in der Tiefwinterszeit der Logos auf die Erde schrieb, wie er mit seinem Ich im Weltenlaufe verlassen ist, denn die Erde ward allein empfunden, und wonach sich das Ich sehnen muß, die Sonnenkraft, sie ward dutch die Erde zugedeckt. Es erschien die Sonne zwar in mitternächtiger Stunde, aber der Mensch fühlte immer weniger Kraft, zu diesem Sonnenwesen in mitternächtiger Stunde zu kommen. Aber zu gleicher Zeit war dieses Aufmerksammachen auf die Verlassenheit des Menschen-Ichs im Kosmos der prophetische Hinweis darauf, wie jenes Sonnenwesen an die Erde herankommen sollte, des Menschen Wesen im Lauf der Menschheitsentwickelung durchdringen sollte, erscheinen sollte, um die kranke Menschheit, die am Weltenall in Einsamkeit krankende Menschheit zu heilen.

[ 18 ] Und immer mehr wurde es so in jenen alten Zeiten, daß die Eingeweihten, indem sie ihre Schüler auf die Sonne zur tiefen Winterszeit in mitternächtiger Stunde hinwiesen, ihnen in einer gewissen Weise künden mußten, wie der Mensch auf der Erde in seinem Ich sich verlassen fühlt. Ein Schmerzensfest wurde immer mehr und mehr gerade bei denjenigen, die zu den Wissendsten gehörten, das Fest der Tiefwinternacht, ein Schmerzens- und ein Leidensfest, durch das der Mensch kennenlernen sollte, wie er innerhalb des physisch-irdischen Daseins zu seinem Ich den Weg nicht finden kann. Lernen sollte er es dadurch, daß er aus den Zeichen ablas, die in der Tiefwinterszeit der Logos auf die Erde schrieb, wie er mit seinem Ich im Weltenlaufe verlassen ist, denn die Erde ward allein empfunden, und wonach sich das Ich sehnen muß, die Sonnenkraft, sie ward dutch die Erde zugedeckt. Es erschien die Sonne zwar in mitternächtiger Stunde, aber der Mensch fühlte immer weniger Kraft, zu diesem Sonnenwesen in mitternächtiger Stunde zu kommen. Aber zu gleicher Zeit war dieses Aufmerksammachen auf die Verlassenheit des Menschen-Ichs im Kosmos der prophetische Hinweis darauf, wie jenes Sonnenwesen an die Erde herankommen sollte, des Menschen Wesen im Lauf der Menschheitsentwickelung durchdringen sollte, erscheinen sollte, um die kranke Menschheit, die am Weltenall in Einsamkeit krankende Menschheit zu heilen.

[ 19 ] Damit ist aber schon auf jene Tatsache in der Menschheitsentwickelung hingedeutet, wodurch ein altes Winter-Leidens- und Schmerzensfest gerade bei südlicheren Völkern durch das Erscheinen des Christus auf Erden ein inneres seelisches Freudenfest wurde. Und was sich da geoffenbart hat, indem das Sonnenwesen aus Weltenweiten in das irdische Dasein heruntergestiegen ist, das zeigen die entsprechenden Verkünder dieses Ereignisses noch in den Symbolen an, indem sie darauf hinweisen, daß allen Menschen auf Erden die Botschaft davon erklang, wie sich das alte Schmerzens- und Leidenstest in ein Freudenfest verwandelt hat. In dem tiefen Inneren der Hirtenherzen, durch das den Hirten die Träume gewoben wurden, erklang das Wort:

[ 19 ] Damit ist aber schon auf jene Tatsache in der Menschheitsentwickelung hingedeutet, wodurch ein altes Winter-Leidens- und Schmerzensfest gerade bei südlicheren Völkern durch das Erscheinen des Christus auf Erden ein inneres seelisches Freudenfest wurde. Und was sich da geoffenbart hat, indem das Sonnenwesen aus Weltenweiten in das irdische Dasein heruntergestiegen ist, das zeigen die entsprechenden Verkünder dieses Ereignisses noch in den Symbolen an, indem sie darauf hinweisen, daß allen Menschen auf Erden die Botschaft davon erklang, wie sich das alte Schmerzens- und Leidenstest in ein Freudenfest verwandelt hat. In dem tiefen Inneren der Hirtenherzen, durch das den Hirten die Träume gewoben wurden, erklang das Wort:

Es offenbaret sich das Göttliche
In den Höhen der Weltenweiten,
Und Friede wird ersprießen auf der Erde
Den Menschen, die eines guten Willens sind.

Es offenbaret sich das Göttliche
In den Höhen der Weltenweiten,
Und Friede wird ersprießen auf der Erde
Den Menschen, die eines guten Willens sind.

[ 20 ] So im Inneren des einfachen Hirtenherzens. — Und auf dem andern Pol der Menschheit, da, wo die bis zur eindringlichsten Magie Geteiften waren, konnte aus den Erbstücken der alten Sternenweisheit die Botschaft von diesem Eindringen des Weltengeistes in den Erdenstoff kommen.

[ 20 ] So im Inneren des einfachen Hirtenherzens. — Und auf dem andern Pol der Menschheit, da, wo die bis zur eindringlichsten Magie Geteiften waren, konnte aus den Erbstücken der alten Sternenweisheit die Botschaft von diesem Eindringen des Weltengeistes in den Erdenstoff kommen.

[ 21 ] Heute, wenn wir von dem Weihnachtsmysterium sprechen, müssen wir das, was wir dabei empfinden, auf dem Hintergrunde jenes alten Leidens- und Schmerzensfestes finden, müssen gedenken, wie innerhalb der Menschheitsentwickelung in diese Entwickelung die Kraft eingetreten ist, durch die der Mensch sich dem entringen kann, was ihn durch die Schwere an die Erde selber fesselt. Wir müssen den Weihnachtsgedanken so gestalten können, daß wir uns sagen: Ja, wahr sind noch immer die Inspirationen des Jahr-Gottes, die er den alten Eingeweihten enthüllte, daß die Erde zu ihrer Selbstbesinnung sich aus dem Weltenall auf sich zurückzieht während der tiefen Winterszeit, daß der Mensch noch immer verstehen kann, wie zusammenhängt mit diesem Jahrgeheimnis das Geheimnis des menschlichen Ichs. Aber aus der menschlichen Einsicht, aus der einsichtsvollen Menschenempfindung, aus der einsichtsvollen menschlichen Herzensweisheit heraus kann sich der Mensch mit den Bildern des in das Erdenmenschenleben einziehenden Christus Jesus umgeben, kann der Mensch den tiefen Gedanken der Weihenacht empfinden lernen. Aber er wird ihn nur in der richtigen Weise empfinden, wenn er auch wirklich den Willen hat, den sich offenbarenden Christus durch alle Zeiten zu verfolgen.

[ 21 ] Heute, wenn wir von dem Weihnachtsmysterium sprechen, müssen wir das, was wir dabei empfinden, auf dem Hintergrunde jenes alten Leidens- und Schmerzensfestes finden, müssen gedenken, wie innerhalb der Menschheitsentwickelung in diese Entwickelung die Kraft eingetreten ist, durch die der Mensch sich dem entringen kann, was ihn durch die Schwere an die Erde selber fesselt. Wir müssen den Weihnachtsgedanken so gestalten können, daß wir uns sagen: Ja, wahr sind noch immer die Inspirationen des Jahr-Gottes, die er den alten Eingeweihten enthüllte, daß die Erde zu ihrer Selbstbesinnung sich aus dem Weltenall auf sich zurückzieht während der tiefen Winterszeit, daß der Mensch noch immer verstehen kann, wie zusammenhängt mit diesem Jahrgeheimnis das Geheimnis des menschlichen Ichs. Aber aus der menschlichen Einsicht, aus der einsichtsvollen Menschenempfindung, aus der einsichtsvollen menschlichen Herzensweisheit heraus kann sich der Mensch mit den Bildern des in das Erdenmenschenleben einziehenden Christus Jesus umgeben, kann der Mensch den tiefen Gedanken der Weihenacht empfinden lernen. Aber er wird ihn nur in der richtigen Weise empfinden, wenn er auch wirklich den Willen hat, den sich offenbarenden Christus durch alle Zeiten zu verfolgen.

[ 22 ] Den alten Eingeweihten der alten Initiationswissenschaft war die Aufgabe, aus dem Kreislauf des Jahres die Geheimnisse der Menschennatur zu enthüllen. Wir müssen verstehen, was das Jahr enthüllt, wir müssen aber auch hineinschauen können in das Innere der Menschennatur. Und wenn man richtig hineinschaut in das Innere der Menschennatur — das zeigt uns anthroposophische Geisteswissenschaft —, dann enthüllen uns die Buchstaben, die in Herz und Lunge, in Hirn und in alle Teile des menschlichen Organismus eingeschrieben sind, die Geheimnisse des Weltenalls, so wie diese Geheimnisse des Weltenalls durch die Zeichen des Logos sich enthüllt hatten den Inspirierten des Jahr-Gottes in den sprießenden Pflanzen, in den geformten Tieren, in dem, was diese geformten Tiere auf dem Erdenrunde erleben. Wir müssen lernen in den Menschen hineinschauen. Das Innere des Menschen selber muß uns Schrift werden. Dann lesen wir aus diesem Inneren des Menschen die Menschheitsentwickelung selber. Dann aber müssen wir uns dem Sinn dieser Menschheitsentwickelung hingeben, dann müssen wir durch eine Innenschau uns mit dem verbinden, was als geistige Kräfte durch die Menschheitsentwickelung hin weben und wallen will. Dann müssen wir, weil diese Menschheitsentwickelung im stetigen Fortschritte ist, das Mysterium von Golgatha, das Mysterium der Weihenacht in jedem Zeitalter neu erleben. Dann müssen wir voll erleben, daß derjenige Geist, der sich ausgesucht hat jenen Organismus, der in der Weihenacht zu Bethlehem geboren ist, daß der gesprochen hat: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeiten.» Dann müssen wir auch ein geistiges Ohr bekommen für die fortdauernde Offenbarung dieses Logos durch das Menschenwesen selber. Hinhorchen auf die Inspirationen dieses Menschheitsgottes, der der Christus selber ist, muß die Menschheit lernen, wie sie einmal gelernt hatte, hinzuhorchen auf die Inspirationen des Jahr-Gottes.

[ 22 ] Den alten Eingeweihten der alten Initiationswissenschaft war die Aufgabe, aus dem Kreislauf des Jahres die Geheimnisse der Menschennatur zu enthüllen. Wir müssen verstehen, was das Jahr enthüllt, wir müssen aber auch hineinschauen können in das Innere der Menschennatur. Und wenn man richtig hineinschaut in das Innere der Menschennatur — das zeigt uns anthroposophische Geisteswissenschaft —, dann enthüllen uns die Buchstaben, die in Herz und Lunge, in Hirn und in alle Teile des menschlichen Organismus eingeschrieben sind, die Geheimnisse des Weltenalls, so wie diese Geheimnisse des Weltenalls durch die Zeichen des Logos sich enthüllt hatten den Inspirierten des Jahr-Gottes in den sprießenden Pflanzen, in den geformten Tieren, in dem, was diese geformten Tiere auf dem Erdenrunde erleben. Wir müssen lernen in den Menschen hineinschauen. Das Innere des Menschen selber muß uns Schrift werden. Dann lesen wir aus diesem Inneren des Menschen die Menschheitsentwickelung selber. Dann aber müssen wir uns dem Sinn dieser Menschheitsentwickelung hingeben, dann müssen wir durch eine Innenschau uns mit dem verbinden, was als geistige Kräfte durch die Menschheitsentwickelung hin weben und wallen will. Dann müssen wir, weil diese Menschheitsentwickelung im stetigen Fortschritte ist, das Mysterium von Golgatha, das Mysterium der Weihenacht in jedem Zeitalter neu erleben. Dann müssen wir voll erleben, daß derjenige Geist, der sich ausgesucht hat jenen Organismus, der in der Weihenacht zu Bethlehem geboren ist, daß der gesprochen hat: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Erdenzeiten.» Dann müssen wir auch ein geistiges Ohr bekommen für die fortdauernde Offenbarung dieses Logos durch das Menschenwesen selber. Hinhorchen auf die Inspirationen dieses Menschheitsgottes, der der Christus selber ist, muß die Menschheit lernen, wie sie einmal gelernt hatte, hinzuhorchen auf die Inspirationen des Jahr-Gottes.

[ 23 ] Dann wird die Menschheit nicht dabei stehenbleiben, nur zurückzuschauen auf das, was biblisch überliefert ist über den geistigen Erdenwandel des Christus Jesus, sondern dann wird die Menschheit ein Verständnis, eine Einsicht dafür haben, daß der Christus seit jener Zeit sich mit dem Menschen im Erdenleben verbunden hat und daß er, wenn der Mensch nur hinhorchen will, sich immer offenbart. Dann kann die Menschheit in unserer Zeit ein Verständnis und eine Einsicht dafür gewinnen, daß so, wie einstmals das Weihnachtsfest im Jahreslaufe folgte auf das Michael-Fest des Herbstes, daß auch auf die Michael-Offenbarung, die eingetreten ist in einer Herbsteszeit im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, folgen soll ein Weihefest, ein Weihnachtsfest, durch das wiederum Verständnis für eine Geistgeburt erworben werden soll, für die Geistgeburt, welche die Menschheit braucht, um ihren Erdenweg weiterzuwandeln, damit die Erde einstmals vergeistigt die Umwandelung in künftige Formen finden könne. Jetzt leben wir in einer Zeit, wo gewissermaßen nicht bloß Jahresherbst-, Jahres-Michael-Fest da ist und Jahresweihnachts-Fest da sein soll, jetzt leben wir in einer Zeit, wo wir die Michael-Offenbarung vom letzten Drittel des 19. Jahrhunderts tief in unserer Seele aus dem eigenen Menschenwesen heraus verstehen sollen, und wo wir den Weg zu dem wahren Weihnachtsfeste suchen sollen, nämlich zu der Durchdringung mit dem zu erkennenden Geiste.

[ 23 ] Dann wird die Menschheit nicht dabei stehenbleiben, nur zurückzuschauen auf das, was biblisch überliefert ist über den geistigen Erdenwandel des Christus Jesus, sondern dann wird die Menschheit ein Verständnis, eine Einsicht dafür haben, daß der Christus seit jener Zeit sich mit dem Menschen im Erdenleben verbunden hat und daß er, wenn der Mensch nur hinhorchen will, sich immer offenbart. Dann kann die Menschheit in unserer Zeit ein Verständnis und eine Einsicht dafür gewinnen, daß so, wie einstmals das Weihnachtsfest im Jahreslaufe folgte auf das Michael-Fest des Herbstes, daß auch auf die Michael-Offenbarung, die eingetreten ist in einer Herbsteszeit im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, folgen soll ein Weihefest, ein Weihnachtsfest, durch das wiederum Verständnis für eine Geistgeburt erworben werden soll, für die Geistgeburt, welche die Menschheit braucht, um ihren Erdenweg weiterzuwandeln, damit die Erde einstmals vergeistigt die Umwandelung in künftige Formen finden könne. Jetzt leben wir in einer Zeit, wo gewissermaßen nicht bloß Jahresherbst-, Jahres-Michael-Fest da ist und Jahresweihnachts-Fest da sein soll, jetzt leben wir in einer Zeit, wo wir die Michael-Offenbarung vom letzten Drittel des 19. Jahrhunderts tief in unserer Seele aus dem eigenen Menschenwesen heraus verstehen sollen, und wo wir den Weg zu dem wahren Weihnachtsfeste suchen sollen, nämlich zu der Durchdringung mit dem zu erkennenden Geiste.

[ 24 ] Dann werden wir die Worte verstehen, die in dem Evangelium angeführt sind: «Ich hätte euch noch vieles zu sagen, allein ihr könnet es jetzt noch nicht tragen.» Die Menschheit ist dazu veranlagt, immer mehr und mehr zu ertragen von dem, was der Christus ihr zu sagen hat. Die Menschheit ist nicht dazu veranlagt, immer nur auf diejenigen hinzuhorchen, welche den Fortschritt hindern wollen, und die hinweisen auf das, was einmal mit trockenen Buchstaben niedergeschrieben ist über das Mysterium von Golgatha, die nicht wollen, daß die Kraft dieses Mysteriums von Golgatha in lebendiger Art durch alle Zeitenläufe sich dem Menschen offenbart. Heute ist auch nicht die Zeit, wo noch hinzuhorchen ist auf diejenigen, die bloß stehenbleiben wollen bei der Weltenfrühlingszeit, die die äußere physische Natur im hellsten Glanze zeigt, aber das Geistige nicht zeigen kann. Heute ist die Zeit, wo wir von dem Michael-Fest zu dem Tiefwinterfeste, das aber einen Sonnenaufgang des Geistes enthalten soll, den Weg hinfinden sollen. Wir würden diesen Weg nie finden, wenn wir im Menschen-Erdenwerden selber uns der Illusion hingäben, daß es im äußeren Leben, in der äußeren Erdenzivilisation, in der äußeren Erdenkultur heute Licht gibt, sondern nur, wenn wir uns der Wahrheit hingeben, daß es da Finsternis gibt, daß aber in dieser Finsternis jenes Licht gesucht werden muß, das der Christus durch den Jesus in die Welt bringen wollte.

[ 24 ] Dann werden wir die Worte verstehen, die in dem Evangelium angeführt sind: «Ich hätte euch noch vieles zu sagen, allein ihr könnet es jetzt noch nicht tragen.» Die Menschheit ist dazu veranlagt, immer mehr und mehr zu ertragen von dem, was der Christus ihr zu sagen hat. Die Menschheit ist nicht dazu veranlagt, immer nur auf diejenigen hinzuhorchen, welche den Fortschritt hindern wollen, und die hinweisen auf das, was einmal mit trockenen Buchstaben niedergeschrieben ist über das Mysterium von Golgatha, die nicht wollen, daß die Kraft dieses Mysteriums von Golgatha in lebendiger Art durch alle Zeitenläufe sich dem Menschen offenbart. Heute ist auch nicht die Zeit, wo noch hinzuhorchen ist auf diejenigen, die bloß stehenbleiben wollen bei der Weltenfrühlingszeit, die die äußere physische Natur im hellsten Glanze zeigt, aber das Geistige nicht zeigen kann. Heute ist die Zeit, wo wir von dem Michael-Fest zu dem Tiefwinterfeste, das aber einen Sonnenaufgang des Geistes enthalten soll, den Weg hinfinden sollen. Wir würden diesen Weg nie finden, wenn wir im Menschen-Erdenwerden selber uns der Illusion hingäben, daß es im äußeren Leben, in der äußeren Erdenzivilisation, in der äußeren Erdenkultur heute Licht gibt, sondern nur, wenn wir uns der Wahrheit hingeben, daß es da Finsternis gibt, daß aber in dieser Finsternis jenes Licht gesucht werden muß, das der Christus durch den Jesus in die Welt bringen wollte.

[ 25 ] Man folge so mit derselben Andacht, mit der die Hirten, mit der die Magier aus dem Morgenlande einstmals den Weg zur Krippe in der Weihnachtsnacht gesucht haben, man folge so den Spuren, die jetzt in noch verschwommenen Buchstaben, die aber dazu bestimmt sind, immer deutlicher zu werden, aus dem Menschenwesen selber herausgelesen werden können, und man wird das Christus-Geheimnis der Weihenacht wiederum feiern dürfen. Man wird es aber nur feiern dürfen, wenn man in der Finsternis das Licht suchen will.

[ 25 ] Man folge so mit derselben Andacht, mit der die Hirten, mit der die Magier aus dem Morgenlande einstmals den Weg zur Krippe in der Weihnachtsnacht gesucht haben, man folge so den Spuren, die jetzt in noch verschwommenen Buchstaben, die aber dazu bestimmt sind, immer deutlicher zu werden, aus dem Menschenwesen selber herausgelesen werden können, und man wird das Christus-Geheimnis der Weihenacht wiederum feiern dürfen. Man wird es aber nur feiern dürfen, wenn man in der Finsternis das Licht suchen will.

[ 26 ] Heute nennt man vielfach Wissenschaft nicht dasjenige, was die Welt erklärt — «erklären» kommt von der Klarheit des Lichtes —, heute nennt man vielfach Wissenschaft, was nicht erklärt, sondern was erdunkelt, erfinstert. Die Finsternisse müssen das Licht begreifen. Man versuche, in dieser Art aus einer Finsternis, die wirklich vorhanden ist, mit innigster Gemütsstimmung, mit stärkster Willenskraft das Licht des Geistes zu finden, dann wird es leuchten, wie geleuchtet haben die Jesu Geburt verkündenden Sterne den Hirten, den Magiern in der großen Weihenacht.

[ 26 ] Heute nennt man vielfach Wissenschaft nicht dasjenige, was die Welt erklärt — «erklären» kommt von der Klarheit des Lichtes —, heute nennt man vielfach Wissenschaft, was nicht erklärt, sondern was erdunkelt, erfinstert. Die Finsternisse müssen das Licht begreifen. Man versuche, in dieser Art aus einer Finsternis, die wirklich vorhanden ist, mit innigster Gemütsstimmung, mit stärkster Willenskraft das Licht des Geistes zu finden, dann wird es leuchten, wie geleuchtet haben die Jesu Geburt verkündenden Sterne den Hirten, den Magiern in der großen Weihenacht.

[ 27 ] In das geschichtliche Werden der Menschheit müssen wir den Weihnachtsgedanken hineinstellen lernen. Warten müssen wir nicht etwa auf einen neuen Messias, auf einen neuen Christus, sondern auf dasjenige, was der Menschheit durch die im Laufe der letzten Jahrhunderte tief in das Finstere des Materiellen hineinführende Natur geoffenbart worden ist, was dieser Menschheit geoffenbart werden kann durch den wirklich lebendig verstandenen, lebendig fortwesenden Christus Jesus. So müssen wir den Weihnachtsgedanken nicht verfestigen in einem einmal konventionell im Jahre zu begehenden Feste, so müssen wir ihn flüssig machen, daß er uns leuchte, wie geleuchtet hat der Stern zu Bethlehem.

[ 27 ] In das geschichtliche Werden der Menschheit müssen wir den Weihnachtsgedanken hineinstellen lernen. Warten müssen wir nicht etwa auf einen neuen Messias, auf einen neuen Christus, sondern auf dasjenige, was der Menschheit durch die im Laufe der letzten Jahrhunderte tief in das Finstere des Materiellen hineinführende Natur geoffenbart worden ist, was dieser Menschheit geoffenbart werden kann durch den wirklich lebendig verstandenen, lebendig fortwesenden Christus Jesus. So müssen wir den Weihnachtsgedanken nicht verfestigen in einem einmal konventionell im Jahre zu begehenden Feste, so müssen wir ihn flüssig machen, daß er uns leuchte, wie geleuchtet hat der Stern zu Bethlehem.

[ 28 ] Von diesem Lichte, von diesem leuchtenden Sterne wollte ich Ihnen am heutigen Weihnachtsabend sprechen und möchte einiges dazu beigetragen haben, daß Sie mit dem Wollen, das in schwacher Weise, aber ernsthaftig anthroposophische Geisteswissenschaft durchseelt, daß Sie mit diesem Wollen jenes andere Wollen verbinden, das da besteht in dem Nachfolgen jenem Sterne, der ganz gewiß die Weihnachtsnacht hindurch in wahrer Weise den Menschen leuchtet.

[ 28 ] Von diesem Lichte, von diesem leuchtenden Sterne wollte ich Ihnen am heutigen Weihnachtsabend sprechen und möchte einiges dazu beigetragen haben, daß Sie mit dem Wollen, das in schwacher Weise, aber ernsthaftig anthroposophische Geisteswissenschaft durchseelt, daß Sie mit diesem Wollen jenes andere Wollen verbinden, das da besteht in dem Nachfolgen jenem Sterne, der ganz gewiß die Weihnachtsnacht hindurch in wahrer Weise den Menschen leuchtet.

[ 29 ] In der Stille, im Intimen sich mit diesem Lichte zu durchdringen von heute zu morgen, das ist für die heutige Zeit die tiefste Weihnachtsweihe. Alles andere sollte im Grunde genommen nur äußeres Zeichen sein für dieses Weihnachtsempfinden, das wir von dem heutigen Abend zu dem nächsten Morgen hinübernehmen können. Dann wird uns diese Nacht nicht nur Symbolum sein können, sondern das Symbolum wird sich zum Lebendigen erkraften, und wir werden uns vielleicht darauf besinnen, wie innig wir uns mit dem Geiststreben verbinden sollen, das in die Zukunft hineingeht bei allen rechten Menschen, und das zu gleicher Zeit das wahre Weihnachtsstreben ist: das Streben zu demjenigen Geiste hin, der in dem Leibe sich verkörpern wollte, der zu Bethlehem in der weltgeschichtlichen Weihenacht geboren worden ist.

[ 29 ] In der Stille, im Intimen sich mit diesem Lichte zu durchdringen von heute zu morgen, das ist für die heutige Zeit die tiefste Weihnachtsweihe. Alles andere sollte im Grunde genommen nur äußeres Zeichen sein für dieses Weihnachtsempfinden, das wir von dem heutigen Abend zu dem nächsten Morgen hinübernehmen können. Dann wird uns diese Nacht nicht nur Symbolum sein können, sondern das Symbolum wird sich zum Lebendigen erkraften, und wir werden uns vielleicht darauf besinnen, wie innig wir uns mit dem Geiststreben verbinden sollen, das in die Zukunft hineingeht bei allen rechten Menschen, und das zu gleicher Zeit das wahre Weihnachtsstreben ist: das Streben zu demjenigen Geiste hin, der in dem Leibe sich verkörpern wollte, der zu Bethlehem in der weltgeschichtlichen Weihenacht geboren worden ist.