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Lebendiges Naturerkennen Intellektueller Sündenfall und spirituelle Sündenerhebung
GA 220

12 Januar 1923, Dornach

Vierter Vortrag

[ 1 ] Es gibt im Laufe der Weltgeschichte Symptome, an denen sich wie an äußerlich Sichtbarem innerliche Entwickelungskräfte zeigen, und solche Symptome scheinen manchmal in einer äußerlichen Weise mit den innerlichen Entwickelungen zusammenzuhängen. Allein die Zusammenhänge in der Welt, in der Welt des Geistes, der Seele, der Materie, sind ja so tiefer Art, daß oftmals das, was äußerlich erscheint, gerade bei näherer Betrachtung auch als eine wirklich reale Hindeutung auf Inneres zu nehmen ist. Und in einem solchen Sinne darf vielleicht genannt werden wie ein äußeres Zeichen einer bedeutsamen inneren Entwickelung jener Scheiterhaufen, durch den im Jahre 1600 Giordano Bruno in den Tod geführt worden ist. Gerade die Flammen dieses Scheiterhaufens leuchten, ich möchte sagen, dem geschichtlichen Betrachter so entgegen, wie etwas, das eben mit deutlicher Flammenschrift hinweist auf bedeutsame Umwandlungen, die in der ganzen Entwickelungsgeschichte der Menschheit vor sich gehen.

[ 2 ] Wir dürfen ja nicht vergessen, daß drei menschliche Persönlichkeiten uns für jene Zeit des Überganges vom 16. ins 17. Jahrhundert besonders charakteristisch erscheinen: ein Dominikaner, Giordano Bruno; ein Schuster, Jakob Böhme; und ein Lordsiegelbewahrer, Bacon, Baco von Verulam — drei einander scheinbar recht unähnliche Persönlichkeiten, aber gerade in ihrer Unähnlichkeit ungemein charakteristisch für das, was sich während des Entstehens der neueren Weltanschauung, während der Abenddämmerung alter Weltanschauungen in der Entwickelung der Menschheit abgespielt hat.

[ 3 ] Jakob Böhme war aus den einfachsten Volksverhältnissen herausgewachsen, schon als Knabe mit einem feinen seelischen Ohr hinhörend auf mancherlei Weisheitsinhalte, die gerade zu seiner Zeit noch im Volke Mitteleuropas gelebt haben, Weisheitsinhalte, welche sich ebenso auf das bezogen, was der Mensch in sich fühlte, wie auf dasjenige, was als Geheimnisse hinter den Naturvorgängen und Naturdingen steht. All diese Volksweisheit war ja zu der Zeit, als das feine seelische Ohr Jakob Böhmes darauf hinhorchen konnte, schon in einem Zustande, durch den es eigentlich unmöglich war, die tiefe Weisheit, deren Reste Jakob Böhme noch hörte, in deutliche Worte zu fassen, so daß man schon genötigt war, tiefe Weisheit in stammelnde, oftmals wenig zutreffende Worte zu fassen. Neben allem Großen muß man ja bei Jakob Böhme sehen, wie er an Worten kaut, um aus den Worten irgend etwas noch herauszuschlagen, was er eigentlich nur gefühlsmäßig — ich möchte sagen aus dem Gewichte heraus — in sich aufgenommen hat, und was diese Weisheitsinhalte in der Volkstradition hatten.

[ 4 ] Wir sehen als zweite Persönlichkeit Giordano Bruno — hineingewachsen in die Lehren, die insbesondere im Dominikanerorden waren, jene Lehren, welche, nun auch auf uralter Weisheit fußend, in fein ziselierten Begriffen Einsichten brachten über das Verhältnis des Menschen zur Welt, die in sich selber eine gewisse Stärke und Intensität des Erkennens hatten, aber abgestumpft waren durch die kirchliche Tradition. Und wir sehen, wie sich in der Persönlichkeit Giordano Brunos sozusagen der ganze Drang und die Erkenntinisleidenschaft des Zeitalters, eben des Überganges vom 16. ins 17. Jahrhundert, mit faustischer Gewalt aus der Seele herausarbeitet, wie Giordano Bruno so ganz ein Kind seines Zeitalters ist, wie er neben dem, daß in ihm der Dominikaner lebt, im eminentesten Sinne ein Weltmensch der damaligen Zeit ist, aber eben ein Weltmensch in all der Verfeinerung, in der man es sein kann, wenn man scharf ausgeprägte, plastisch ausgebildete Ideen in die Welt mitbringt. Vielleicht keine Persönlichkeit der damaligen Zeit hat so aus dem allgemeinen Charakter des Zeitalters heraus gesprochen wie gerade Giordano Bruno. Man braucht nur darauf hinzuschauen, wie er genötigt ist, weil er aus der Fülle des Weltbewußtseins heraus reden muß, aber nur die Enge der Menschenseele seiner Zeit zur Verfügung hat, die feinen Ideen, die er während seiner Studienzeit aufgenommen hat, in ein poetisches Kleid zu hüllen; wie er zum erkennenden Poeten, zum poetisierenden Wissenschafter wird, weil in dem Augenblicke, wo er etwas sagen will, ein so reicher seelischer Inhalt in ihm lebt, daß dieser reiche seelische Inhalt alle Begriffe sprengt und er genötigt ist, dem Schwung des Poetischen, des Dichterischen sich hinzugeben, um diese Lichtfülle zum Ausdruck zu bringen. |

[ 5 ] Und wir sehen auf der andern Seite in Baco von Verulam einen Menschen, der eigentlich den Boden unter den Füßen verloren hat, einen Menschen, der ganz aufgenommen ist von dem äußerlichen Leben seiner Zeit. Er ist Staatsmann, Großsiegelbewahrer,; er ist ein Mensch, der eine große Intelligenz hat, die aber eigentlich in keiner Tradition wurzelt, die zum ersten Mal in groß angelegter Weise dasjenige in der Geschichte der Menschheit heraufbringt, was dann etwas später ein Mensch wie Fichte so sehr verachtet hat — von seinem Standpunkte aus mit Recht verachtet hat: die Banalität der Ratio, die Banalität des Rationalismus.

[ 6 ] Baco von Verulam hat eigentlich in einer geistvollen Weise die Banalität in die Philosophie eingeführt. Wie gesagt, er hat den Boden des Geistigen völlig unter den Füßen verloren, hatte keine Tradition, er nahm’ nur dasjenige als wirklich, was sich den Sinnen äußerlich zeigte, war aber noch nicht imstande, aus der Sinneserfahrung irgend etwas Geistiges herauszuschlagen. Man möchte sagen, er war der umgekehrte Jakob Böhme. Während Jakob Böhme aus der alten Geistigkeit, die nicht mehr verstanden wurde, dennoch überall die Funken des Seelischen und auch die Funken des Materiellen herausschlagen wollte, die Geheimnisse des Seelischen und die Geheimnisse des Materiellen finden wollte aus alten Traditionen, die er dann stammelnd aussprach, so hatte Baco von Verulam nichts dergleichen in sich. Er stand gewissermaßen mit seiner Seele wie mit einer Tabula rasa, mit einer leeren Tafel, der äußerlichen, sinnlichen Welt gegenüber, wendete die Banalität des gewöhnlichen Menschenverstandes, nicht des gesunden, sondern des gewöhnlichen Menschenverstandes auf diese äußere Sinneswelt an, und es kam nichts anderes heraus, als eben der Anfang der Sinneserkenntnis, die jeder Geistigkeit bar ist.

[ 7 ] So stehen diese drei Persönlichkeiten als Zeitgenossen da. Jakob Böhme ist 1575 geboren, Giordano Bruno, älter, 1548, Lord Bacon 1561. Sie stellen die moderne Zivilisation in ihrem Aufgange dar, jeder in seiner besonderen Art.

[ 8 ] Nun ist es heute, wo gerade die absteigenden Kräfte am stärksten sind, außerordentlich schwierig, in das innere Weben und Leben solcher Seelen, wie diese drei sind, hineinzuweisen. Denn vieles von dem, worin diese Seelen lebten als in noch durchaus real wirkenden geistigen Anschauungen, ist heute verglommen. Es wird einmal in der Zukunft bei rückschauender Geschichtsbetrachtung ganz gewiß charakterisiert werden, wie unser Zeitalter deshalb, weil es in die Kulmination des Materialismus hineingestellt ist, auch das moralische Gegenbild dieses Materialismus in sich trägt. Und dieses moralische Gegenbild ist gewiß auf der einen Seite die überhandnehmende Unmoralität, aber auf der andern Seite vor allen Dingen die Gleichgültigkeit gegenüber allem Geistigen. Ich mache besonders auf diese Gleichgültigkeit aufmerksam, weil ich vorhabe, diese drei Vorträge, die ich nun halten werde, am Sonntag gipfeln zu lassen in einem, welcher sich mit der besonderen Art der Gegnerschaft gegen die anthroposophische Weltanschauung beschäftigen soll, und weil ich dazu heute und morgen eine Grundlage durch eine Art geschichtlicher Betrachtungsweise schaffen möchte.

[ 9 ] Diese Gleichgültigkeit gegenüber allem Geistigen laßt eigentlich einen manchmal denken: Warum sehen denn die Menschen unseres Zeitalters noch irgend etwas Besonderes, sagen wir in Goethes «Faust»? Man würde es eigentlich leichter begreifen, wenn die Menschen unseres Zeitalters aus ihrer Gesinnung heraus einfach sagen würden: Dieser Goethesche «Faust» gehört einem überwundenen Zeitalter an. Dieser Goethesche «Faust» hat ja fast auf jeder Seite eine Offenbarung alten Aberglaubens. Von Magie kommt da viel vor, von einem Bündnis mit dem Teufel.

[ 10 ] Nun gewiß, unsere Zeit hat die Ausrede, daß sie sagt: Das alles ist poetische Verkleidung. Aber auf der andern Seite wiederum gibt doch unser Zeitalter zu, daß Goeihe in seinem «Faust» so etwas wie eine Art Menschheitsrepräsentanten hat darstellen wollen. Da muß man schon sagen, da begreift man besser den großen Gelehrten Du Bois-Reymond, der den ganzen «Faust» eigentlich für so eine Art von Humbug gehalten hat und gesagt hat: Faust hätte sollen ein anständiger Mensch werden, Gretchen ehrlich heiraten und die Elektrisiermaschine und Luftpumpe erfinden. — Das ist eigentlich ehrlicher gesagt aus der Gesinnung unseres Zeitalters heraus als dasjenige, was sehr häufig von Menschen, welche eben die Gesinnung dieses unseres Zeitalters teilen, über den «Faust» gesagt wird. Denn sie tun es ja doch nur, weil nun einmal die Meinung da ist, daß Goethes «Faust» ein großes Werk ist, das man nicht zum alten Eisen werfen darf. Es ist, wie gesagt, die Gleichgültigkeit, die nur sich manchmal geniert, Dinge, die sie eigentlich ablehnen müßte, wirklich abzulehnen.

[ 11 ] Man sollte sich nur einmal klarmachen, wie unsere Zeit diese Dinge behandeln würde, wenn solchen Dingen nicht das althergebrachte Urteil anhaftete! Wenn Shakespeare keinen «Hamlet» geschrieben hätte und so irgendwo aus unbekannten Tiefen von einem obskuren Dichter heute das Hamlet-Drama erscheinen würde, dann würde man sehen, was die Leute über solch ein Hamlet-Drama sagen würden.

[ 12 ] Über solche Dinge muß man manchmal tatsächlich ernsthaftig nachdenken, um die Zeit in richtiger Weise zu verstehen. Diese Gleichgültigkeit schwingt sich eben, weil sie sich geniert, etwas anderes zu tun, zu einer Betrachtung des Mephistopheles in Goethes «Faust» auf oder gibt sich ab und zu auch noch dazu her, allerlei Unzutreffendes über die Magie im «Faust» zu sagen. Aber hineinzuschauen in dasjenige, was eigentlich wie eine geistig-seelische Atmosphäre vorhanden war in einer Zeit, in der so Entscheidendes für das Geistesleben der modernen Zivilisation geschah, wie in derjenigen, in der Giordano Bruno, Jakob Böhme und Baco von Verulam gelebt haben, das ist eigentlich der Gegenwart doch unmöglich.

[ 13 ] Nun müssen wir uns nur vor allen Dingen, wenn wir auf so etwas ganz unbefangen hinschauen wollen, einmal vor Augen stellen, zu welchen gigantischen Ideen — im Verhältnis zu den gegenwärtigen sich frühere Zeitalter aufgeschwungen haben! Ideen, die gerade wegen ihres Gigantismus heute der Gleichgültigkeit eben gar nicht einmal mehr wert sind, anders als höchstens literarhistorisch genommen zu werden.

[ 14 ] Man sehe in das Mittelalter zurück, sehe sich eine solche Gestalt an wie den Merlin! Immermann hat ja versucht, diese Gestalt in seiner Zeit wiederum etwas zu beleben, allein das ehemals Gigantische nimmt sich bei Immermann eben doch so aus, als ob alles im Schlafrock gedichtet wäre, mit der Nachtmütze auf dem Kopf.

[ 15 ] Man nehme nur die einfache gerade Linie der Merlin-Sage. Was soll Merlin werden? Merlin soll werden ein Antipode Christi. Das soll er werden nach der Sage des Mittelalters: der Gegenpol des Christus. Der Christus ist also ohne physische Befruchtung gemäß dem Testamente in die Welt getreten. Merlin soll das gleiche tun. Aber Christus ist in die Welt getreten durch die Überschattung der Maria durch den Heiligen Geist; Merlin soll in die Welt treten durch die Überschattung einer frommen Nonne im Schlaf durch den Teufel. Der Teufel will sich auf der Erde einen Antipoden des Christus schaffen in Merlin; daher überfällt er im Schlaf eine fromme Nonne. Und Merlin wird nur nicht der Antichrist, weil die Nonne zu fromm ist. Und eben durch ihre wahrhaftige, richtige Moralität wird des Teufels Absicht bei Merlin verhindert.

[ 16 ] Man versuche nur einmal sich klarzumachen, was solche Linien innerhalb der mittelalterlichen Sage bedeuten. Sie bedeuten eine innere Kühnheit der Weltanschauung, eine innere Energie der Gedankenbildung. Man vergleiche all das, was etwa in unserer Zeit, außer in Kreisen wie den anthroposophischen über den Ursprung des Bösen in der Welt, über den Ursprung des Verderblichen in der Menschheit gesagt wird, und man wird zugeben müssen: Nichts ist berechtigter, als zu sagen, daß die neuere Entwickelung die der Spießbürgerlichkeit ist. Denn schließlich, abgesehen von aller philosophischen inneren Strenge, mit der manchmal heute auch über den Ursprung des Bösen gesprochen wird, sind doch die Dinge spießbürgerlich gegenüber einer in bezug auf das Böse gigantisch ausgebildeten Idee wie derjenigen von der Schöpfung eines Merlin, der nur gewissermaßen ein mißratener Sohn des Teufels ist und daher eben nicht böse genug wird.

[ 17 ] Man bedenke: Merlin ist einer der Führer des Kreises der Artusleute. Ihn nimmt die Sage zu Hilfe, um den Charakter eines Zeitalters zu beleuchten. Aber die Sage findet auf Erden nicht die Möglichkeit, dieses Zeitalter in zutreffender Weise zu charakterisieren. Deshalb geht sie über das Irdische hinaus, geht in das Übersinnlich-Böse hinein, braucht einen mißratenen Sohn des Teufels, um das Irdische zu erklären.

[ 18 ] Ich sage nicht, daß wir für unser Zeitalter nicht ähnliche Sagenelemente nötig hätten. Ich sage nicht, daß, um manches zutreffend zu charakterisieren, es nicht nötig wäre, auch von ähnlichen Schöpfungen zu sprechen. Auch das Philisterium in der neueren Zeit braucht ja deshalb, seinem Ursprung und seinen Quellen nach, durchaus nicht etwa bloß irdisch erklärt zu werden. Denn am Philisterium ist das Eigentümliche, daß es seinen Schädlichkeiten nach ebensowenig von sich selbst erfaßt wird wie seinen Nützlichkeiten nach.

[ 19 ] Wir haben in der Mitte des Mittelalters überall auftretend den Abendmahlsstreit. Ich habe schon einmal auseinandergesetzt: Zu diskutieren über das Abendmahl fingen die Leute eigentlich erst an, als sie nicht mehr wußten, was in ihm enthalten ist. Wie man überhaupt zu diskutieren anfängt, wenn man über eine Sache nichts weiß. Solange man über eine Sache etwas weiß, diskutiert man namlich nicht. Diskussionen sind für denjenigen, der ein bißchen in die Weltengeheimnisse hineinsieht, immer ein Zeichen des Nichtwissens. Wenn daher irgendwo Gesellschaften sich zusammensetzen und alle untereinander diskutieren, so ist das für denjenigen, der Einsicht hat, ein Zeichen, daß alle miteinander nichts wissen. Denn solange die Realität dasteht — und über Realitäten allein kann man etwas wissen —, so lange diskutiert man ja nicht. Mindestens habe ich noch nicht gehört, daß man, wenn der Hase auf dem Tisch ist, diskutiert darüber, ob das nun ein richtiger Hase oder ein nicht richtiger Hase ist, oder wo der Hase seinen Ursprung her hat, oder ob der Hase von Ewigkeit ist, oder in der Zeit entstanden ist oder dergleichen, sondern man ißt ihn; man zankt sich höchstens über den Besitz, aber nicht über irgendwelche Erkenntniswahrheiten. Aber hinter diesem Abendmahlsstreit liegt ja etwas ganz anderes, und dieses ganz andere, das läßt einem die Ideen, die man für den Verkehr der Menschen untereinander hatte, wiederum gigantisch erscheinen gegenüber den Philisterideen von heute, die manchmal nicht minder teuflisch, aber eben Philisterideen sind.

[ 20 ] Solche Menschen, wie Trithem von Sponheim, Agrippa von Nettesheim, Georgius Sabellicus, Paracelsus, sie wurden nicht bloß auf eine gewöhnliche philiströse Weise verleumdet, sondern es wurde ihnen wenigstens nachgesagt, daß sie inn Bunde mit dem Teufel seien und daß sie deshalb magische Künste ausüben könnten, die man fürchtete. Und so sehen wir hinter dem Abendmahlsstreit die Furcht vor der Magie. Diese Furcht vor der Magie hängt wiederum zusammen mit dem Heraufkommen eines neuen Zeitalters, dessen Signatur eben bei solchen Geistern wie Baco von Verulam, Giordano Bruno und Jakob Böhme liegt.

[ 21 ] Was verstand man denn unter einem Magier? Unter einem Magier verstand man einen Menschen, der aus seinem Inneren Kenntnisse hervorholte, durch die er die Natur und eventuell auch die Menschen beherrschen konnte. Aber der Geist der neueren Zivilisation ging dahin, diese inneren Erkenntnisse, die allerdings einmal da waren und die in der damaligen Zeit noch als Überbleibsel uralter instinktiver Hellsehereinsichten figurierten, hinunterschwinden zu lassen und dasjenige heraufkommen zu lassen, was nur aus der äußeren Natur, nicht aus dem menschlichen Inneren an Erkenntnissen gewonnen werden kann. Man hatte ungeheure Furcht vor einem Menschen, dem man nicht zuschauen konnte, wie er mit allerlei hantierte, so daß er sich Maschinen und dergleichen zusammenstellte. Denn wo man alles zu überschauen vermochte, da konnte man auch gewissermaßen begucken, wie die Erkenntnisse in seinen Geist hineingingen. Heute ist das ja natürlich gang und gäbe, denn, nicht wahr, heute fürchtet man sich nicht mehr vor der Magie, weil sie eigentlich nicht mehr da ist, weil die inneren Erkenntnisquellen eben bereits ganz hinuntergegangen sind. Heute ist man sich klar darüber, daß es ganz einerlei ist, ob man einem Menschen zuhötrt, der einem Erkenntnisse mitteilt, also auf sein Menschliches hinhorcht, oder ob man zuguckt, wie er an den Maschinen im Laboratorium herumhantiert, denn da sieht man ja, wie erst die Erkenntnisse hereinkommen in seinen Kopf; und daß anderes noch drinnen sein darf in seinem Kopfe als das, wovon man sieht, daß es hereingeht, das laßt man ja nicht gelten. Man muß immer genau gucken können, was ein Mensch dadrinnen hat im Kopfe. Heute ist das eine Selbstverständlichkeit.

[ 22 ] Zu Baco von Verulams Zeiten gab es eben noch Menschen, die einen gewissen inneren Reichtum hatten. Daher lohnte es sich für Baco von Verulam noch, den großen Feldzug gegen solchen inneren Seelenreichtum anzufachen und eben hinzuweisen auf das, was von außen in den Menschen hineinkommen kann. Man möchte sagen, man wird da auf alte Zeiten verwiesen, in denen die menschlichen Köpfe noch galten als erfüllt, und wo man wissen wollte, was drinnen ist, weil man überzeugt war, daß das, was drinnen ist, nicht außen in der Natur gefunden werden konnte. Und da kam Bacon und erklärte: Das ist Unsinn, der menschliche Kopf ist überhaupt hohl, es muß alles, was hineinkommt, von außen, von der Natur in ihn hineinkommen.

[ 23 ] Nun, da war es Theorie. Im früheren Mittelalter aber herrschte die ungeheure Furcht davor, daß im Menschen etwas an Erkenntnissen selbständig innerlich wachsen könne, daß Geist im Menschen wachsen könne. Kein Wunder, daß das Verständnis auch für das Abendmahlmysterium ganz verlorenging, denn da mußte ja irgend etwas auch durch den Menschen vollzogen werden, wenn eine Verwandlung von Stoff in etwas ganz anderes vor sich gehen sollte.

[ 24 ] Und so sehen wir, wie vor allen Dingen in dem Abendmahlsstreit etwas ganz Merkwürdiges heraufkommt. Ältere Zeiten des Christentums haben die Verwandlung des Brotes und des Weines vermöge gewisser Ideen, die da waren, als etwas Mögliches, als etwas Wirkliches hingenommen. Diese Ideen waren nicht mehr da. Deshalb fing man zu fragen an: Was kann das sein? Und es sollte nunmehr sich rein äußerlich vollziehen. Das Äußerliche wurde jetzt das Wesentliche, was sich ja schon dadurch ausdrückte, daß man sich sogar über die Gestalt, in der das Abendmahl genommen werden sollte, unter den Reformatoren herumzankte. Es wurde der Geist aus den Zeremonien herausgetrieben.

[ 25 ] Das war die erste Phase überhaupt des Materialismus. Was zuerst in materialistischer Auffassung zutage getreten ist in der neueren Zivilisation, das war der Sakramentalismus. Da ging der Materialismus eigentlich zuerst auf. Und während dieses Zeitalter, in dem Bruno, Böhme, Bacon gelebt haben, eben nur den Keim legen sollte zu einer neuen Geistigkeit, als Zeitalter, an dessen Anfang wir ja eigentlich auch heute noch stehen, das dahin tendiert, dem Menschen die geistlose Materie in Naturgesetzen vor Augen zu führen, so daß er aus seiner eigenen Kraft den Geist zu suchen hat, war die erste Phase diese, daß man zunächst auf allen Gebieten des Lebens den Geist gleichsam auslöschte, auslöschte vor allen Dingen schon im Kultus. Und dann ging dieses Auslöschen weiter auf die profanen Gebiete des Lebens.

[ 26 ] Aber das alles empfand noch Goethe und schuf in seinem «Faust» einen Nachklang dessen, was aus energischen Begriffen heraus gerade in diesem Zeitalter vom Übergang des 16. Jahrhunderts in das 17. Jahrhundert lebte. Was wollte denn Goethe in seinem «Faust» hinstellen? Dichterisch ist die Form, aber was er wollte, ist mehr allgemeinmenschlich als bloß dichterisch, und es ist ja bei unbefangenem Sinn nicht schwer zu sagen, was Goethe in seinem «Faust» wollte: er wollte den ganzen, den vollen Menschen vor den Menschen selbst hinstellen. Und er holte sich diese Figur des 16. Jahrhunderts, die Faust-Figur, herauf, die er, als in ihm der Impuls aufstieg einen «Faust» zu schreiben, eigentlich nur spärlich, nur aus ungenügenden Überlieferungen kannte. Er holte sich aus dem 16. Jahrhundert diese Faust-Figur, weil ihm gefühlsmäßig jenes gewaltige Ringen im 16. Jahrhundert aufging, das dazumal vorhanden war, um etwas, was man verloren hatte, dennoch wiederzufinden in irgendeiner Weise: nämlich den Menschen.

[ 27 ] Und das war es, was eigentlich ein jeder dieser drei suchte. Der Dominikaner, der aus der Scholastik herausgewachsen war, in dem die Begriffe bis zur äußersten Abstraktheit gediehen waren, er suchte — sie poetisierend, sie in die Kunst erhebend, sie mit Gefühl, wiederum aber auch mit tiefsinniger Erkenntnis durchdringend —, er suchte diese Begriffe lebendig zu machen, indem er eigentlich danach rang: Wie ist die Welt im Menschen? Wie ist der Mensch in der Welt? — So war es bei Giordano Bruno.

[ 28 ] Und so war es im Grunde genommen bei dem Schuster Jakob Böhme. Auch er suchte den Menschen, aber so, wie er aufwuchs, in jenen einfachen Verhältnissen, die noch viel Menschlicheres hatten als die Verhältnisse der «oberen Zehntausend». Er fand ihn doch nicht, diesen Menschen. Und er versenkte sich und vertiefte sich in die Volksweisheit, und was er suchte, war im Grunde genommen wieder nichts anderes als die Welt im Menschen, der Mensch in ‚der Welt.

[ 29 ] Nur Bacon war sich eigentlich nicht bewußt dieses Suchens nach dem Menschen, aber er suchte ihn auch in einer gewissen Weise. Er suchte ihn sogar in der Art, wie er heute von den tonangebenden Naturdenkern noch immer gesucht wird. Bacon suchte den Menschen, indem er ihn als eine Art Mechanismus zusammenstellen ° wollte. Condtllac, de Lamettrie, die Naturdenker des 19. Jahrhunderts, des 20. Jahrhunderts, sie bauen den Menschen atomistisch auf aus einzelnen Naturprozessen wie einen Mechanismus. Da kommt nach dem Glauben dieser Naturdenker etwas zustande, was für den Einsichtigen doch nichts anderes ist als eine Art Gespenst im üblen Sinne, was nicht leben kann, was eigentlich ein Begriffssack ist, mit Abstraktionen ausgestopft.

[ 30 ] Wirklich, wenn man Bacon über den Menschen reden hört, dann ist es so, wie wenn er eben einen Begriffssack hätte, mit Abstraktionen ausgestopft. Aber das ist doch immerhin etwas. Es ist auch ein Suchen nach dem Menschen, wenn auch ein ganz unbewußtes Suchen. Auch bei Bacon findet man, dafß er alles, womit man früher den Menschen zu begreifen versucht hat, unter die Idole verwiesen hat, daß er auch nach dem Menschen sucht. Er weiß es nicht klar, aber er sucht im Grunde genommen auch nach der Welt im Menschen, nach dem Menschen in der Welt.

[ 31 ] Und wie ist das nun eigentlich, daß da ein jeder in seiner Art nach dem Menschen in der Welt, nach der Welt im Menschen sucht, wie ist das? — Wenn wir bei Jakob Böhme einen Einblick zu tun versuchen, so erscheint uns dieses Menschensuchen in der folgenden Art. Da sehen wir, wie Jakob Böhme auf einen Menschen kommt, der eigentlich nirgends da ist. Durch seine stammelnden Begriffe kommen wir auf eine Anschauung von einem Menschen, der nirgends da ist. Und dennoch, dieser nichtexistierende, scheinbar nicht existierende Mensch hat eine innere Kraft des Existierens, eine richtige innere Kraft des Existierens. Wir glauben an den Menschen Jakob Böhmes, trotzdem wir uns sagen: So wie Jakob Böhme spricht, meinetwillen von den drei Elementen des Lebens, von Salz, Sulphur und Merkur im Menschen, so ist der Mensch nicht, den man in der Neuzeit vor sich hat. Aber es ist ein Wesen, was da Jakob Böhme ausgestaltet — man kann nicht sagen, zusammenstellt, sondern ausgestaltet —, es ist ein Wesen. Und gerade geisteswissenschaftlich kommt man dazu, zu fragen: Was hat es denn für eine Bewandtnis mit diesem Wesen, von dem Jakob Böhme stammelnd spricht? — Und da kommt man nun darauf: Das ist der Mensch des vorirdischen Daseins. Wenn man nämlich geisteswissenschaftlich wiederum auf das Wesen des Menschen im vorirdischen Dasein kommt, dann stellen sich merkwürdige Übereinstimmungen heraus mit dem, was Jakob Böhme als den Menschen stammelnd schildert. Da auf der Erde kann dieser Mensch, den Jakob Böhme schildert, nicht herumgehen. Aber im vorirdischen Dasein, da hat er tatsächlich eine mögliche Existenz. Nur ist sozusagen in der Schilderung Jakob Böhmes nicht alles wirklich da, was diesen vorirdischen Menschen ausmacht.

[ 32 ] Und so möchte man sagen: Wenn man so ganz eingeht auf die Menschenschilderung von Jakob Böhme, wie dieser Mensch sich ausnimmt im vorirdischen Dasein, dann hat man den Eindruck, gerade mit richtiger geisteswissenschaftlich-anthroposophischer Erkenntnis: Jakob Böhme schildert den vorirdischen Menschen. Es ist schon richtig, aber er schildert ihn doch so, daß er Theorie bleibt, nicht extensive Theorie, innerliche Theorie bleibt. Es ist der vorirdische Mensch, der nicht irdischer Mensch werden kann, der eigentlich geistig stirbt, bevor er geboren werden kann auf Erden. Er kann nicht herüber auf die Erde.

[ 33 ] Also man könnte auch so sagen: Was Jakob Böhme vom vorirdischen Menschen schildert, ist so, wie wenn man eine Erinnerung haben will an etwas, was man erlebt hat, und man kommt nicht dahinter, so viel man sich auch abmüht, die Erinnerung wiederum heraufzuführen. So ist für Jakob Böhme die Kraft verlorengegangen, den vorirdischen Menschen wiederum heraufzuzaubern. Früher, in früheren Weltaltern hat man das gekonnt. Jakob Böhme hatte die Volkstradition von solcher Weisheit aufgenommen. Aber er konnte doch nichts zustande bringen als einen seelisch totgeborenen vorirdischen Menschen. Es reichte nicht mehr die menschliche Fähigkeit dazu, diesen Menschen wirklich lebendig in seinem vorirdischen Dasein zu schildern.

[ 34 ] Und Giordano Bruno, nun, Giordano Bruno ist eigentlich nicht nur ein Kind seiner Zeit, sondern ein Mensch, in dem alles ganz Gegenwart ist. Man hat das Gefühl bei Giordano Bruno, daß alles in ihm Gegenwart ist, grandiose Gegenwart, Gegenwart, die das Weltenall im Raume umfaßt — aber nichts Vergangenheit, nichts Zukunft. Er erlebt die Welt ganz in der Gegenwart. Er stellt das Weltenall als ein Gegenwärtiges dar und möchte eigentlich nun auch aus seinen stammelnden, poetisierenden Erkenntnisworten heraus den Menschen der Gegenwart schildern. Er wird nur ebensowenig damit fertig, wie Jakob Böhme mit dem vorirdischen Menschen fertig wird. Aber es sind die Keime bei Giordano Bruno da, den Menschen der Gegenwart, nämlich den irdischen Menschen zwischen Geburt und Tod, in richtiger Weise in das Weltenall so hineinzustellen, daß er begriffen werden kann.

[ 35 ] Doch auch da sehen wir also das Unvermögen der menschlichen Kräfte, den ganzen Menschen, nach dessen Erkenntnis man ringt, zu begreifen. Der aber mußte begriffen werden, denn aus dem Begreifen des Erdenmenschen muß wiederum ersprießen der präexistente Mensch und der postexistente Mensch. Vom postexistenten Menschen hatte man ganz wenig. Diese Partie blieb nämlich dem Bacon, dem Baco von Verulam verschlossen.

[ 36 ] Geradeso wie der schlafende Mensch, wenn er in seinem Ich und in seinem astralischen Leib außer dem physischen und Ätherleib ist, in derselben Welt zunächst lebt, die wir mit unseren Augen, mit unserem ganzen Sinnesapparat sinnlich wahrnehmen, wie dieser schlafende Mensch, das heißt sein Geistig-Seelisches, schlafend Keime in sich aufnimmt zu dem Leben, das er entfalten wird, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, wie aber dem Menschen für das gewöhnliche Bewußtsein verschlossen ist, was da eigentlich aufgenommen wird aus der unmittelbaren Gegenwart für die Zukunft, so ist für den ersten Anhub der modernen Wissenschaftlichkeit, wie sie in Baco von Verulam auftritt, alles das verschlossen, was Zukunft ist, was aber dennoch unbewußt, wenn auch abgeleugnet, in der Sinneserkenntnis lebt. Und aus der Sinneserkenntnis muß geschöpft werden die Erkenntnis der Postexistenz, der Existenz nach dem Tode. Bacon kann es noch nicht, hat gar keine geistige Kraft dazu. Daher wird sein Mensch eigentlich, wie ich sagte, ein Begriffssack, mit Abstraktionen ausgestopft. Es ist das Unvollkommenste von dem, was am Ende dieses Zeitalters — das zur Geistigkeit, aber jetzt aus der Naturerkenntnis heraus, hinstreben muß — einmal errungen werden muß: dieses, was in Baco von Verulam auftaucht.

[ 37 ] So sehen wir, wie bei Jakob Böhme in unvollkommener Weise der vorirdische Mensch, in Giordano Bruno grandios, aber ebenso unvollkommen noch, der gegenwärtige Erdenmensch, der Mensch zwischen Geburt und Tod, aus dem Weltenall begriffen, aufgesucht wird, und wie noch unbewußt bei Bacon das ist, was einstmals leben soll, aber bei ihm noch als ganz totes Produkt auftritt. Denn sehen Sie, was Bacon als Mensch schildert, das lebt nicht auf Erden, das ist auf Erden ein Gespenst. Aber wenn es einmal in seiner Vollkommenheit geschildert werden wird, dann wird es der Mensch sein im nachirdischen Dasein.

[ 38 ] Wenn wir diese drei Geister nehmen, die wahrhaftig ein wunderbares Trifolium darstellen um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert, namentlich auch wenn wir ihren Ursprung nehmen — den Volksmann Jakob Böhme, den aus der damaligen Geistesschulung hervorgegangenen Dominikaner Giordano Bruno, den auf den Höhen des äußerlichen sozialen Lebens stehenden, aber den Boden unter den Füßen verloren habenden Baco von Verulam —, wenn wir auch aus diesen sozialen Verhältnissen heraus begreifen, wie sie in verschiedener Weise zu ihren Anschauungen kommen konnten, dann finden wir ein merkwürdiges Schicksal in ihnen erfüllt.

[ 39 ] Wir sehen den Volksmann Jakob Böhme sein ganzes Leben hindurch kämpfend für das, was im Volke noch lebt, aber eben stammelnd lebt und angefeindet ist. Doch der Kampf zieht sich latent hin: Jakob Böhme tritt im Grunde genommen nicht heraus aus den Kreisen des Volkstums.

[ 40 ] Baco von Verulam, ein intellektuell großartiger Mensch, der Repräsentant der modernen Weltanschauung, verliert sich in sich selbst moralisch, kommt auf moralische Abwege, ist insofern eine ehrliche Darstellung des Menschen, als eigentlich diese Art von Wissenschaftlichkeit überhaupt auf moralische Abwege kommen mußte. Nur sind die andern nicht so ehrlich wie in ihm der Dämon; denn ich will nicht behaupten, daß er ehrlich war.

[ 41 ] Und zwischen drinnen Giordano Bruno, der nun nicht auf etwas Vergangenes, nicht auf etwas Zukünftiges hinwies, der in unmittelbarer Gegenwart den Keim ergreifen wollte, aus dem sich die zukünftige Geistesanschauung entwickeln mußte. Bei ihm tritt sie noch ganz embryonal auf. Aber dasjenige, was am Alten hängt, mußte diesen Keim im Entstehen erdrücken. Und so sehen wir, wie die Flammenzeichen in Rom ein geschichtliches Denkmal großartiger Art sind, wie der brennende Giordano Bruno eben anzeigt: es muß etwas werden. Und das, was werden sollte, was ihn selbst zu den Worten drängte: Mich könnt ihr töten, aber meine Ideen werden in Jahrhunderten nicht getötet werden können — das muß eben auch weiterleben. Und in solcher Art sind äußere Symptome, die einem so erscheinen, als ob sie nur Äußerlichkeiten im geschichtlichen Werden sind, doch in einer tiefen innerlichen Weise in der Entwickelung der Menschheit begründet. Es ist in diesen Giordano-Bruno-Flammen eben ausgedrückt, wie ein neuer Impuls von dem Alten aufgenommen werden muß, wenn man die ganze Konfiguration des Alten wirklich versteht.

[ 42 ] Ich wollte Ihnen schildern, was da eigentlich innerlich vorgegangen ist, was man eigentlich verbrennen wollte. Nun, unsere heutige Zeit hat zwar ein äußerliches Giordano-Bruno-Denkmal an der Stätte der einstmaligen Giordano-Bruno-Flammen aufgerichtet. Doch es handelt sich darum, daß nun auch wirklich dasjenige verstanden werde, was dazumal getötet worden ist, aber leben sollte und leben muß - leben allerdings in Weiterentwickelung, nicht in derselben Gestalt, in der es dazumal vorhanden war.

[ 43 ] Übergabe der Schlange: 2. Einweihung.

[ 44 ] Der Gang in das Labyrinth: 3. Einweihung.