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Earthly Knowledge and Heavenly Insight
GA 221

10 February 1923, Dornach

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Erdenwissen und Himmelserkenntnis
  1. Earthly Knowledge and Heavenly Insight, tr. SOL

5. Erdenwissen und Himmelserkenntnis. Der Mensch als Bürger des Universums und der Mensch als Erdeneremit

5. Erdenwissen und Himmelserkenntnis. Der Mensch als Bürger des Universums und der Mensch als Erdeneremit

[ 1 ] Es hat sich durch den großen Umschwung, den ich nun von den verschiedensten Seiten hier charakterisiert habe, und der sich vollzogen hat in der geistigen Entwickelung der Menschheit im Laufe der letzten Jahrhunderte, nicht nur, sagen wir, der intellektuelle, der theoretische Charakter des Erkennens geändert, sondern was sich geändert hat, das hat durchaus auch einen Gemüts-, einen Gefühlseinfluß auf das ganze menschliche Seelenleben, und damit auf das ganze menschliche Leben überhaupt. Um das einzusehen, kann man sich etwa das Folgende vor Augen stellen. Es muß dabei natürlich das, was sich ja in einzelnen Symptomen zeigt, die mehr oder weniger deutlich hervortreten, wenn man die eigentlichen Grundlagen des Lebens einsehen will, in charakteristischen Ausdrucksformen des Lebens gezeigt werden.

[ 1 ] Es hat sich durch den großen Umschwung, den ich nun von den verschiedensten Seiten hier charakterisiert habe, und der sich vollzogen hat in der geistigen Entwickelung der Menschheit im Laufe der letzten Jahrhunderte, nicht nur, sagen wir, der intellektuelle, der theoretische Charakter des Erkennens geändert, sondern was sich geändert hat, das hat durchaus auch einen Gemüts-, einen Gefühlseinfluß auf das ganze menschliche Seelenleben, und damit auf das ganze menschliche Leben überhaupt. Um das einzusehen, kann man sich etwa das Folgende vor Augen stellen. Es muß dabei natürlich das, was sich ja in einzelnen Symptomen zeigt, die mehr oder weniger deutlich hervortreten, wenn man die eigentlichen Grundlagen des Lebens einsehen will, in charakteristischen Ausdrucksformen des Lebens gezeigt werden.

[ 2 ] Wir haben öfters hingewiesen auf dasjenige, was in alten Zeiten der Menschheitsentwickelung Erkenntnisstätten waren. Es waren die Mysterienstätten. Diese Mysterienstätten waren gewissermaßen im weitesten Umfange umwoben mit der Verehrung der Menschen. Wenn man von Mysterien und Mysterienwesen sprach, so sagte man, daß durch dasjenige, was in den Mysterien getrieben wird, ein Allerwichtigstes für die Menschheit auf der Erde vorhanden sei. Man dachte sich alles Bedeutungsvolle im menschlichen Leben ausstrahlend von den Mysterien. Man sagte sich gewissermaßen: Gäbe es nicht Mysterien unter den Menschen, so könnten die Menschen auf der Erde gar nicht dasjenige sein, was die Götter mit ihnen gewollt haben!

[ 2 ] Wir haben öfters hingewiesen auf dasjenige, was in alten Zeiten der Menschheitsentwickelung Erkenntnisstätten waren. Es waren die Mysterienstätten. Diese Mysterienstätten waren gewissermaßen im weitesten Umfange umwoben mit der Verehrung der Menschen. Wenn man von Mysterien und Mysterienwesen sprach, so sagte man, daß durch dasjenige, was in den Mysterien getrieben wird, ein Allerwichtigstes für die Menschheit auf der Erde vorhanden sei. Man dachte sich alles Bedeutungsvolle im menschlichen Leben ausstrahlend von den Mysterien. Man sagte sich gewissermaßen: Gäbe es nicht Mysterien unter den Menschen, so könnten die Menschen auf der Erde gar nicht dasjenige sein, was die Götter mit ihnen gewollt haben!

[ 3 ] Man sah also durchaus mit einem Gefühl der höchsten Verehrung, der intimsten Achtung zu den Mysterien hin, und man sah zu gleicher Zeit zu den Mysterien hin mit einem Gefühl der Dankbarkeit, indem man sich bewußt war: sie geben einem das, was es möglich macht, auf der Erde das zu sein, was die Götter aus den Menschen machen wollen. Man braucht nur zu vergleichen mit der Art und Weise, wie heute hingesehen wird in einer gewissen Weise auf die Bildungsstätten, und man wird nirgends jene ungeheure warme Verehrung finden. Man wird sogar vielfach ein Gefühl finden, daß man, wenn man notwendigerweise dasjenige abgemacht hat, was einem aus den Bildungsstätten kommt, froh ist, wenn man von ihnen frei geworden ist. Aber jedenfalls, selbst wenn man auf dieses Extrem nicht hinschaut, so weiß man doch, daß man von den Bildungsstätten nicht eigentlich dasjenige bekommt, was einem innerlich als Mensch für sein eigentliches Menschentum notwendig erscheint, was einen zum Menschen macht. Man kann schließlich noch so sehr mit einer gewissen theoretischen Verehrung dasjenige verehren, was man gewinnt aus chemischen Laboratorien, biologischen Instituten, juristischen Bildungsanstalten, selbst philosophischen Schulen, man wird nicht das Gefühl haben: Du bist dir deines Menschentums dadurch bewußt, daß es chemische Laboratorien, biologische Anstalten, juristische Bildungsstätten, ja selbst philosophische Seminarien gibt.

[ 3 ] Man sah also durchaus mit einem Gefühl der höchsten Verehrung, der intimsten Achtung zu den Mysterien hin, und man sah zu gleicher Zeit zu den Mysterien hin mit einem Gefühl der Dankbarkeit, indem man sich bewußt war: sie geben einem das, was es möglich macht, auf der Erde das zu sein, was die Götter aus den Menschen machen wollen. Man braucht nur zu vergleichen mit der Art und Weise, wie heute hingesehen wird in einer gewissen Weise auf die Bildungsstätten, und man wird nirgends jene ungeheure warme Verehrung finden. Man wird sogar vielfach ein Gefühl finden, daß man, wenn man notwendigerweise dasjenige abgemacht hat, was einem aus den Bildungsstätten kommt, froh ist, wenn man von ihnen frei geworden ist. Aber jedenfalls, selbst wenn man auf dieses Extrem nicht hinschaut, so weiß man doch, daß man von den Bildungsstätten nicht eigentlich dasjenige bekommt, was einem innerlich als Mensch für sein eigentliches Menschentum notwendig erscheint, was einen zum Menschen macht. Man kann schließlich noch so sehr mit einer gewissen theoretischen Verehrung dasjenige verehren, was man gewinnt aus chemischen Laboratorien, biologischen Instituten, juristischen Bildungsanstalten, selbst philosophischen Schulen, man wird nicht das Gefühl haben: Du bist dir deines Menschentums dadurch bewußt, daß es chemische Laboratorien, biologische Anstalten, juristische Bildungsstätten, ja selbst philosophische Seminarien gibt.

[ 4 ] Man kann nicht sagen, daß — wenn auch vielleicht diese Bildungsstätten mit einer gewissen theoretischen Stimmung umwoben sind — alle warmen Gefühle der Verehrung der Menschen im weitesten Umkreise zu diesen Bildungsstätten hinzielen.

[ 4 ] Man kann nicht sagen, daß — wenn auch vielleicht diese Bildungsstätten mit einer gewissen theoretischen Stimmung umwoben sind — alle warmen Gefühle der Verehrung der Menschen im weitesten Umkreise zu diesen Bildungsstätten hinzielen.

[ 5 ] Jedenfalls wird es nicht gar zu oft sein, daß heute ein Student, der zum Beispiel eine Arbeit für ein Universitätsseminar ausarbeitet und dann auf diese Weise geistig von sich gibt, was er zu offenbaren hat, er das in einem gleichen Sinne von seiner ganzen elementarischen Menschlichkeit durchwoben fühlt wie einstmals ein Mysterienschüler, wenn er eine der Übungsetappen überschritten hatte.

[ 5 ] Jedenfalls wird es nicht gar zu oft sein, daß heute ein Student, der zum Beispiel eine Arbeit für ein Universitätsseminar ausarbeitet und dann auf diese Weise geistig von sich gibt, was er zu offenbaren hat, er das in einem gleichen Sinne von seiner ganzen elementarischen Menschlichkeit durchwoben fühlt wie einstmals ein Mysterienschüler, wenn er eine der Übungsetappen überschritten hatte.

[ 6 ] Doch auf der anderen Seite braucht der Mensch so etwas, was ihn hier im Erdenleben in Zusammenhang bringt mit einem Verehrungsvollen, von dem er das Göttliche ausströmen fühlt. Aber vergleichen wir diese, ich möchte sagen, mehr kulturhistorische Nuance mit dem, was ihr eigentlich zugrunde liegt, gehen wir einmal, sagen wir, zurück in die Zeiten, wo in Vorderasien zwei, drei Jahrtausende vor dem Mysterium von Golgatha mysterienartige Bildungsstätten bestanden haben: Man hat gerade in diesen mysterienartigen Bildungsstätten die Naturwissenschaft der damaligen Zeit studiert, wenn man das so nennen kann. Man hat den Sternenhimmel studiert, die Natur der Sterne, die Bewegungen der Sterne, das Erscheinen der Sterne zu gewissen Zeiten und so weiter. Man stellt sich heute vor, daß dieses Studieren des Sternenhimmels dazumal vielleicht sogar etwas Phantastisches gewesen sei. Das war es nicht. Es war zum mindesten mit derselben, wenn nicht mit einer viel größeren methodischen Sorgfalt getrieben, wie heute Mineralogie oder Geologie oder Biologie getrieben werden.

[ 6 ] Doch auf der anderen Seite braucht der Mensch so etwas, was ihn hier im Erdenleben in Zusammenhang bringt mit einem Verehrungsvollen, von dem er das Göttliche ausströmen fühlt. Aber vergleichen wir diese, ich möchte sagen, mehr kulturhistorische Nuance mit dem, was ihr eigentlich zugrunde liegt, gehen wir einmal, sagen wir, zurück in die Zeiten, wo in Vorderasien zwei, drei Jahrtausende vor dem Mysterium von Golgatha mysterienartige Bildungsstätten bestanden haben: Man hat gerade in diesen mysterienartigen Bildungsstätten die Naturwissenschaft der damaligen Zeit studiert, wenn man das so nennen kann. Man hat den Sternenhimmel studiert, die Natur der Sterne, die Bewegungen der Sterne, das Erscheinen der Sterne zu gewissen Zeiten und so weiter. Man stellt sich heute vor, daß dieses Studieren des Sternenhimmels dazumal vielleicht sogar etwas Phantastisches gewesen sei. Das war es nicht. Es war zum mindesten mit derselben, wenn nicht mit einer viel größeren methodischen Sorgfalt getrieben, wie heute Mineralogie oder Geologie oder Biologie getrieben werden.

[ 7 ] Aber was sagte man sich, wenn man das Wesen des Sternenhimmels studierte? Man sagte sich: Kennst du das Wesen des Sternenhimmels, dann weißt du etwas über das Wesen und das Schicksal des Menschen auf der Erde. — Es gipfelte ja das Studium des Sternenhimmels darinnen, daß man aus den Konstellationen der Sterne heraus ein Wissen erwarb über das Schicksal des Menschen, ja ganzer Völkerschaften auf Erden.

[ 7 ] Aber was sagte man sich, wenn man das Wesen des Sternenhimmels studierte? Man sagte sich: Kennst du das Wesen des Sternenhimmels, dann weißt du etwas über das Wesen und das Schicksal des Menschen auf der Erde. — Es gipfelte ja das Studium des Sternenhimmels darinnen, daß man aus den Konstellationen der Sterne heraus ein Wissen erwarb über das Schicksal des Menschen, ja ganzer Völkerschaften auf Erden.

[ 8 ] Man sah nicht in einer bloß theoretischen Absicht hinauf zum Sternenhimmel, sondern man sagte sich: Kennst du das Verhältnis des Saturns zur Sonne oder das Verhältnis des Saturns zu einem Tierkreisbilde in dem Momente, wo ein Mensch geboten ist, oder wo er eine wichtige Lebenstat vollbringt, so weißt du, wie die Himmel den Menschen auf die Erde hereingestellt haben, du weißt, inwiefern der Mensch ein Geschöpf, ein Sohn der Himmel ist. Du studierst schließlich dasjenige, was du über den Himmel studierst, um das zu begreifen, was dir die Richtschnur in deinem Leben auf Erden gibt. — Auf den Menschen zielte alles ab, was man als Erkenntnisse sich erwarb über das Himmelswesen. Es war eigentlich alles Wissen von etwas durchaus Menschlichem durchwärmt. Und was der Mensch auf Erden tat, er fühlte es im Zusammenhang mit dem, was er an den Himmeln studieren konnte. Wir können ja ein Beispiel nehmen aus, sagen wir, einer menschlichen künstlerischen Betätigung. Wenn der Mensch in alten Zeiten Dichtetisches anschlug, Musikalisches anschlug, so holte er es aus jener Inspiration, die ihm von den Himmeln kam.

[ 8 ] Man sah nicht in einer bloß theoretischen Absicht hinauf zum Sternenhimmel, sondern man sagte sich: Kennst du das Verhältnis des Saturns zur Sonne oder das Verhältnis des Saturns zu einem Tierkreisbilde in dem Momente, wo ein Mensch geboten ist, oder wo er eine wichtige Lebenstat vollbringt, so weißt du, wie die Himmel den Menschen auf die Erde hereingestellt haben, du weißt, inwiefern der Mensch ein Geschöpf, ein Sohn der Himmel ist. Du studierst schließlich dasjenige, was du über den Himmel studierst, um das zu begreifen, was dir die Richtschnur in deinem Leben auf Erden gibt. — Auf den Menschen zielte alles ab, was man als Erkenntnisse sich erwarb über das Himmelswesen. Es war eigentlich alles Wissen von etwas durchaus Menschlichem durchwärmt. Und was der Mensch auf Erden tat, er fühlte es im Zusammenhang mit dem, was er an den Himmeln studieren konnte. Wir können ja ein Beispiel nehmen aus, sagen wir, einer menschlichen künstlerischen Betätigung. Wenn der Mensch in alten Zeiten Dichtetisches anschlug, Musikalisches anschlug, so holte er es aus jener Inspiration, die ihm von den Himmeln kam.

[ 9 ] Ich habe es öfter erwähnt: Homer sagt nicht, um eine dichterische Phrase zu gebrauchen: «Singe, o Muse, vom Zorn mir des Peleiden Achilles», sondern deshalb, weil er sich bewußt war, er spricht nicht etwas aus, was ihm von menschlicher Willkür kam, sondern er spricht etwas aus, was ihm die Himmel zuraunen. Und derjenige, der auf Erden irgendwie musikalisch sich betätigte, der gab durch den Klang irdischer Instrumente wieder, was er glaubte, aus den Himmelsräumen in Sphärenmusik gehört zu haben. Der Mensch fühlte durchaus in der Art und Weise, wie er sich auf Erden betätigte, in der Art und Weise, wie er auf Erden mit anderen Menschen zusammenwirkte, wie er auf Erden Gemeinschaften begründete, daß er die Willensimpulse erlebte, die aus den Weiten des Weltenalls ihm zur Erde herniederstrahlten und die er nach seinen Erkenntnissen des Sternenhimmels erforschte, daß er nach diesen Intentionen des Himmels hier auf Erden als Mensch handelte.

[ 9 ] Ich habe es öfter erwähnt: Homer sagt nicht, um eine dichterische Phrase zu gebrauchen: «Singe, o Muse, vom Zorn mir des Peleiden Achilles», sondern deshalb, weil er sich bewußt war, er spricht nicht etwas aus, was ihm von menschlicher Willkür kam, sondern er spricht etwas aus, was ihm die Himmel zuraunen. Und derjenige, der auf Erden irgendwie musikalisch sich betätigte, der gab durch den Klang irdischer Instrumente wieder, was er glaubte, aus den Himmelsräumen in Sphärenmusik gehört zu haben. Der Mensch fühlte durchaus in der Art und Weise, wie er sich auf Erden betätigte, in der Art und Weise, wie er auf Erden mit anderen Menschen zusammenwirkte, wie er auf Erden Gemeinschaften begründete, daß er die Willensimpulse erlebte, die aus den Weiten des Weltenalls ihm zur Erde herniederstrahlten und die er nach seinen Erkenntnissen des Sternenhimmels erforschte, daß er nach diesen Intentionen des Himmels hier auf Erden als Mensch handelte.

[ 10 ] Man möchte sagen: In menschliches Weben und Wirken floß alles dasjenige hinein, was in jener alten Zeit Wissenschaft, Kunst und Religion war. Denn es war ja Religion, Wissenschaft und Kunst eine Einheit, eine Einheit, die zuletzt hineinstrahlte in den Menschen, damit der Mensch sich selber auf Erden als das Wesen fühlte, als das ihn die Götter haben wollten.

[ 10 ] Man möchte sagen: In menschliches Weben und Wirken floß alles dasjenige hinein, was in jener alten Zeit Wissenschaft, Kunst und Religion war. Denn es war ja Religion, Wissenschaft und Kunst eine Einheit, eine Einheit, die zuletzt hineinstrahlte in den Menschen, damit der Mensch sich selber auf Erden als das Wesen fühlte, als das ihn die Götter haben wollten.

[ 11 ] Diese Stimmung, sie wirkte so lange, als eben der Mensch ein Geistiges in seiner Erkenntnis über die Himmel hatte, so lange, alser in dem Wesen, in dem Gang der Sterne und in dem Erscheinen der Sterne sich ein Geistiges vermitteln ließ, das gewissermaßen durch die Sternenerkenntnis zu ihm auf die Erde floß, damit er es auf Erden verwirklichen konnte.

[ 11 ] Diese Stimmung, sie wirkte so lange, als eben der Mensch ein Geistiges in seiner Erkenntnis über die Himmel hatte, so lange, alser in dem Wesen, in dem Gang der Sterne und in dem Erscheinen der Sterne sich ein Geistiges vermitteln ließ, das gewissermaßen durch die Sternenerkenntnis zu ihm auf die Erde floß, damit er es auf Erden verwirklichen konnte.

[ 12 ] Astrologie ist heute ein Wort, das keinen guten Klang hat. Wenn wir es im alten Sinne aber uns vor Augen stellen, so bekommt es einen besseren Klang. Der Mensch sah hinauf zu den Sternen, und aus den Sternen enthüllte sich ihm der Logos, der wiederum durch seine Gedanken, durch seine Phantasie, durch seine Sprache hier auf der Erde wirkte. Der Mensch übte selbst dann, wenn er seine Sprachwerkzeuge in Bewegung setzte, dasjenige, was in der Gestaltung des Lautlichen die Geheimnisse der Himmel hier auf Erden wieder erklingen ließ. Der Logos, der die Vernunft ist, die im Menschengeschlecht waltet, erschien als der Ausfluß der Sternenwelt. Astrologie: dasjenige, was hier auf Erden unten geschah, erschien als ein Abbild des Urbildes, das man durch Astrologie erfuhr.

[ 12 ] Astrologie ist heute ein Wort, das keinen guten Klang hat. Wenn wir es im alten Sinne aber uns vor Augen stellen, so bekommt es einen besseren Klang. Der Mensch sah hinauf zu den Sternen, und aus den Sternen enthüllte sich ihm der Logos, der wiederum durch seine Gedanken, durch seine Phantasie, durch seine Sprache hier auf der Erde wirkte. Der Mensch übte selbst dann, wenn er seine Sprachwerkzeuge in Bewegung setzte, dasjenige, was in der Gestaltung des Lautlichen die Geheimnisse der Himmel hier auf Erden wieder erklingen ließ. Der Logos, der die Vernunft ist, die im Menschengeschlecht waltet, erschien als der Ausfluß der Sternenwelt. Astrologie: dasjenige, was hier auf Erden unten geschah, erschien als ein Abbild des Urbildes, das man durch Astrologie erfuhr.

[ 13 ] Wenn wir uns heute unsere Erkenntnisse anschauen, so sehen wir, wie diese Erkenntnisse gewonnen werden durch die Sinnenbeobachtung des Irdischen. Auch indem man heute Astronomie studiert — ich habe es schon gestern auseinandergesetzt —, ist es ja nur der Reflex der irdischen Erkenntnisse hinauf in den Himmelsraum. Sinneserkenntnisse erwirbt sich der heutige Mensch. Er steht ja in der Tat in der Welt anders darinnen, als er früher darinnengestanden hat. Ich habe dieses andere Darinnenstehen in diesen Vorträgen vor kurzem hier charakterisiert. Ich habe gesagt: Dasjenige, was der heutige intellektualistische Mensch ist mit seinen abstrakten Begriffen, aber auch mit dem, was seine Freiheit ist, die nur möglich ist bei der Ausbildung abstrakt-intellektualistischer Begriffe, welche den Menschen nicht zwingen, welche ihm auch Moralgebote geben, die seiner Individualität entspringen, wie ich das in meiner «Philosophie der Freiheit » dargestellt habe, dieser Mensch mit solchen intellektualistischen Begriffen, mit solchem Freiheitsbewußtsein, er ist erst in die Menschheitsentwickelung in der Zeit gekommen, als jenes Bewußtsein aufgehört hatte, das der Astrologie entstammte, das den Menschen als ein die Intentionen der Götter auf Erden ausführendes Wesen erscheinen ließ. Dieser Mensch mit seinem Intellekt und mit seinem Freiheitsbewußtsein ist ein von den Himmeln abgeschnürtes Wesen. Er ist wirklich der Erdeneremit geworden und erwirbt sich dann hier auf Erden seine Kenntnisse. Und aus der Art und Weise, wie er sich seine Kenntnisse erwirbt, aus dieser Art und Weise ist auch das Interesse zu erklären, mit dem er an diesen Erkenntnissen hängt.

[ 13 ] Wenn wir uns heute unsere Erkenntnisse anschauen, so sehen wir, wie diese Erkenntnisse gewonnen werden durch die Sinnenbeobachtung des Irdischen. Auch indem man heute Astronomie studiert — ich habe es schon gestern auseinandergesetzt —, ist es ja nur der Reflex der irdischen Erkenntnisse hinauf in den Himmelsraum. Sinneserkenntnisse erwirbt sich der heutige Mensch. Er steht ja in der Tat in der Welt anders darinnen, als er früher darinnengestanden hat. Ich habe dieses andere Darinnenstehen in diesen Vorträgen vor kurzem hier charakterisiert. Ich habe gesagt: Dasjenige, was der heutige intellektualistische Mensch ist mit seinen abstrakten Begriffen, aber auch mit dem, was seine Freiheit ist, die nur möglich ist bei der Ausbildung abstrakt-intellektualistischer Begriffe, welche den Menschen nicht zwingen, welche ihm auch Moralgebote geben, die seiner Individualität entspringen, wie ich das in meiner «Philosophie der Freiheit » dargestellt habe, dieser Mensch mit solchen intellektualistischen Begriffen, mit solchem Freiheitsbewußtsein, er ist erst in die Menschheitsentwickelung in der Zeit gekommen, als jenes Bewußtsein aufgehört hatte, das der Astrologie entstammte, das den Menschen als ein die Intentionen der Götter auf Erden ausführendes Wesen erscheinen ließ. Dieser Mensch mit seinem Intellekt und mit seinem Freiheitsbewußtsein ist ein von den Himmeln abgeschnürtes Wesen. Er ist wirklich der Erdeneremit geworden und erwirbt sich dann hier auf Erden seine Kenntnisse. Und aus der Art und Weise, wie er sich seine Kenntnisse erwirbt, aus dieser Art und Weise ist auch das Interesse zu erklären, mit dem er an diesen Erkenntnissen hängt.

[ 14 ] Es wäre undenkbar gewesen in alten Zeiten, daß man zweierlei gesehen hätte in Religion und wissenschaftlicher Erkenntnis. Hatte man wissenschaftliche Erkenntnis erworben, so war diese so, daß sie einem unmittelbar ein religiöses Gefühl gab, daß sie einem den Weg wies zu den Göttern, daß man gar nicht anders konnte, als im rechten Sinne ein religiöser Mensch sein, wenn man Erkenntnisse erworben hatte.

[ 14 ] Es wäre undenkbar gewesen in alten Zeiten, daß man zweierlei gesehen hätte in Religion und wissenschaftlicher Erkenntnis. Hatte man wissenschaftliche Erkenntnis erworben, so war diese so, daß sie einem unmittelbar ein religiöses Gefühl gab, daß sie einem den Weg wies zu den Göttern, daß man gar nicht anders konnte, als im rechten Sinne ein religiöser Mensch sein, wenn man Erkenntnisse erworben hatte.

[ 15 ] Heute kann man den ganzen weiten Umfang der landläufigen Erkenntnisse erwerben: man wird dadurch nicht ein religiöser Mensch. Ich möchte wissen, wer heute ein religiöser Mensch wird dadurch, daß er Botaniker, daß er Zoologe, daß er Chemiker wird! Will er ein religiöser Mensch werden, so sucht er das Religiöse neben der Erkenntnis. Daher suchen wir Pflegestätten des religiösen Lebens neben der Erkenntnis, sind sogar oftmals der Überzeugung, daß uns die Erkenntnis abbringt von den religiösen Wegen, daß wir andere Wege suchen müssen, die uns wiederum zu dem Religiösen hinführen. Und dennoch, wir mußten ja auch hier immer wieder und wiederum das Bedeutsame der neueren Erkenntnisse hervorheben. Wir mußten darauf hinweisen, daß diese neueren Erkenntnisse durchaus notwendig sind für den modernen Menschen und zur Weiterentwickelung der Menschheit. Aber wenn sich der Mensch heute hineinstellt in die Welt mit seinem Intellektualismus, mit seinem Freiheitsbewußtsein, so entwickelt er ja hier auf Erden schon dasjenige, was der ältere Mensch, der, wenn ich mich so ausdrücken darf, ein Himmelsbewußtsein hatte, erst nach dem Tode entwickelte.

[ 15 ] Heute kann man den ganzen weiten Umfang der landläufigen Erkenntnisse erwerben: man wird dadurch nicht ein religiöser Mensch. Ich möchte wissen, wer heute ein religiöser Mensch wird dadurch, daß er Botaniker, daß er Zoologe, daß er Chemiker wird! Will er ein religiöser Mensch werden, so sucht er das Religiöse neben der Erkenntnis. Daher suchen wir Pflegestätten des religiösen Lebens neben der Erkenntnis, sind sogar oftmals der Überzeugung, daß uns die Erkenntnis abbringt von den religiösen Wegen, daß wir andere Wege suchen müssen, die uns wiederum zu dem Religiösen hinführen. Und dennoch, wir mußten ja auch hier immer wieder und wiederum das Bedeutsame der neueren Erkenntnisse hervorheben. Wir mußten darauf hinweisen, daß diese neueren Erkenntnisse durchaus notwendig sind für den modernen Menschen und zur Weiterentwickelung der Menschheit. Aber wenn sich der Mensch heute hineinstellt in die Welt mit seinem Intellektualismus, mit seinem Freiheitsbewußtsein, so entwickelt er ja hier auf Erden schon dasjenige, was der ältere Mensch, der, wenn ich mich so ausdrücken darf, ein Himmelsbewußtsein hatte, erst nach dem Tode entwickelte.

[ 16 ] Wenn wir für den heutigen Menschen die Momente nach dem Tode schildern, so schildern wir, wie der Mensch im Bilde zurückblickt zunächst auf sein Leben, indem er seinen Ätherleib von sich absondert. Wir schildern dann, wie er das Leben zurückwandett in einer folgenden Zeit. Für ältere Zeiten mußte das Leben nach dem Tode so geschildert werden, daß man dem Menschen sagte: Dasjenige, was du hiernurdurch eine höhere Offenbarung erlangen kannst, ein intellektualistisches Weltenbild, das wird dir erscheinen nach dem Tode. Dasjenige, was du hier auf Erden erringen sollst, das kann nur vorhanden sein wie ein Ideal, ein freier Mensch wirst du nach dem Tode sein. — So sagte man dem älteren Menschen. — Der wahre Mensch kommt, wenn man aus dieser physischen Welt in die geistige Welt hinübergetreten ist. So sagte man in alten Zeiten. Aber dasjenige, was man erst nach dem Tode erlebt hat in alten Zeiten, rückschauend auf das Erdenleben, Intellektualismus und Freiheitsbewußtsein, wozu alles Erdenleben die Vorbereitung war, das hat der moderne Mensch hereingedrängt schon in sein Leben zwischen der Geburt und dem Tode. Er wird hier auf Erden ein intellektualistisches Wesen, er wird hier auf Erden ein Wesen mit Freiheitsbewußtsein.

[ 16 ] Wenn wir für den heutigen Menschen die Momente nach dem Tode schildern, so schildern wir, wie der Mensch im Bilde zurückblickt zunächst auf sein Leben, indem er seinen Ätherleib von sich absondert. Wir schildern dann, wie er das Leben zurückwandett in einer folgenden Zeit. Für ältere Zeiten mußte das Leben nach dem Tode so geschildert werden, daß man dem Menschen sagte: Dasjenige, was du hiernurdurch eine höhere Offenbarung erlangen kannst, ein intellektualistisches Weltenbild, das wird dir erscheinen nach dem Tode. Dasjenige, was du hier auf Erden erringen sollst, das kann nur vorhanden sein wie ein Ideal, ein freier Mensch wirst du nach dem Tode sein. — So sagte man dem älteren Menschen. — Der wahre Mensch kommt, wenn man aus dieser physischen Welt in die geistige Welt hinübergetreten ist. So sagte man in alten Zeiten. Aber dasjenige, was man erst nach dem Tode erlebt hat in alten Zeiten, rückschauend auf das Erdenleben, Intellektualismus und Freiheitsbewußtsein, wozu alles Erdenleben die Vorbereitung war, das hat der moderne Mensch hereingedrängt schon in sein Leben zwischen der Geburt und dem Tode. Er wird hier auf Erden ein intellektualistisches Wesen, er wird hier auf Erden ein Wesen mit Freiheitsbewußtsein.

[ 17 ] Dafür aber muß er sich auf Erden in der Sinneserkenntnis und in der Kombination seiner Sinneserkenntnis etwas erwerben, was zunächst seinen Interessen fernsteht. Wir mögen noch so lange durch das Teleskop dasjenige erkunden, was wir heute von der Sternenwelterkunden: menschlich fühlen wir uns dadurch nicht eigentlich innerlich durchwärmt und innerlich erleuchtet. Expeditionen werden ausgerüstet von Astronomen und Naturforschern, um die Einsteinschen Ideen zu bewahrheiten. Aber niemand erwartet von den Beobachtungen, die da gemacht werden, etwas, was so nahe der unmittelbar elementarischen menschlichen Natur angehört, wie man es erwartet hatte von den Astronomen der alten babylonischen oder assyrischen Kultur. Das ist ein gewaltiger Unterschied, was uns die modernen Erkenntnisse geben: das nichtvorhandene Interesse gegenüber den Wertigkeiten. Es mag ja außerordentlich interessant sein, wenn diese oder jene biologische Entdeckung heute gemacht wird, aber man sagt nicht: Dadurch, daß diese oder jene biologische Entdeckung gemacht wird, kommt der Mensch dem göttlich-geistigen Wesen, das er in seiner Seele trägt, näher. Diesem göttlich-geistigen Wesen, das er in seiner Seele trägt, will der Mensch durch ein abgesondertes religiöses Interesse näherkommen.

[ 17 ] Dafür aber muß er sich auf Erden in der Sinneserkenntnis und in der Kombination seiner Sinneserkenntnis etwas erwerben, was zunächst seinen Interessen fernsteht. Wir mögen noch so lange durch das Teleskop dasjenige erkunden, was wir heute von der Sternenwelterkunden: menschlich fühlen wir uns dadurch nicht eigentlich innerlich durchwärmt und innerlich erleuchtet. Expeditionen werden ausgerüstet von Astronomen und Naturforschern, um die Einsteinschen Ideen zu bewahrheiten. Aber niemand erwartet von den Beobachtungen, die da gemacht werden, etwas, was so nahe der unmittelbar elementarischen menschlichen Natur angehört, wie man es erwartet hatte von den Astronomen der alten babylonischen oder assyrischen Kultur. Das ist ein gewaltiger Unterschied, was uns die modernen Erkenntnisse geben: das nichtvorhandene Interesse gegenüber den Wertigkeiten. Es mag ja außerordentlich interessant sein, wenn diese oder jene biologische Entdeckung heute gemacht wird, aber man sagt nicht: Dadurch, daß diese oder jene biologische Entdeckung gemacht wird, kommt der Mensch dem göttlich-geistigen Wesen, das er in seiner Seele trägt, näher. Diesem göttlich-geistigen Wesen, das er in seiner Seele trägt, will der Mensch durch ein abgesondertes religiöses Interesse näherkommen.

[ 18 ] Man macht sich heute dennoch nicht den richtigen Begriff von der Art und Weise, wie eine ältere Menschheit zur Erkenntnis gestanden hat selbst noch in späteren Zeiten. Man braucht ja nur daran zu denken, was es für ein bedeutsames Schicksalserlebnis war, als solch ein Mensch wie Archimedes im Bade das archimedische Prinzip entdeckt hatte, und er ausgebrochen ist in das Schicksalswort: Ich habe es gefunden! — Da war eben eine solche einzelne Erkenntnis etwas, was man so fühlte, als hätte man durch ein Fenster in die Geheimnisse des Weltenalls hineingeschaut.

[ 18 ] Man macht sich heute dennoch nicht den richtigen Begriff von der Art und Weise, wie eine ältere Menschheit zur Erkenntnis gestanden hat selbst noch in späteren Zeiten. Man braucht ja nur daran zu denken, was es für ein bedeutsames Schicksalserlebnis war, als solch ein Mensch wie Archimedes im Bade das archimedische Prinzip entdeckt hatte, und er ausgebrochen ist in das Schicksalswort: Ich habe es gefunden! — Da war eben eine solche einzelne Erkenntnis etwas, was man so fühlte, als hätte man durch ein Fenster in die Geheimnisse des Weltenalls hineingeschaut.

[ 19 ] Diese Warmherzigkeit gegenüber der Erkenntnis, die war sicher nicht vorhanden, als die Röntgenstrahlen zum Beispiel gefunden worden sind. Man könnte sagen: Die heutige Beziehung zu dem, was die Erkenntnis liefert, ist eher die Gebärde des Mundaufreißens als des innerlichen Seelenjauchzens. Das macht einen menschlichen Unterschied! Und dieser menschliche Unterschied muß für die Entwickelung der Menschheit ins Auge gefaßt werden.

[ 19 ] Diese Warmherzigkeit gegenüber der Erkenntnis, die war sicher nicht vorhanden, als die Röntgenstrahlen zum Beispiel gefunden worden sind. Man könnte sagen: Die heutige Beziehung zu dem, was die Erkenntnis liefert, ist eher die Gebärde des Mundaufreißens als des innerlichen Seelenjauchzens. Das macht einen menschlichen Unterschied! Und dieser menschliche Unterschied muß für die Entwickelung der Menschheit ins Auge gefaßt werden.

[ 20 ] Aus alledem geht etwas höchst Merkwürdiges hervor. Die modernen Menschen haben nun schon seit Jahrhunderten dasjenige ins menschliche Leben hereinbekommen, was sie früher erst nach dem Tode gehabt haben: Das intellektuelle Weltbegreifen und das Freiheitsbewußtsein. Aber sie haben es gar noch nicht einmal richtig bemerkt. Das ist das Merkwürdige, daß die moderne Menschheit etwas, was sie vom Himmel bekommen hat in das Erdenleben herein, noch gar nicht einmal richtig bemerkt hat. Es hat das gar nicht ergriffen die Gefühlswelt, das Elementarische in der Menschenwelt. Man möchte sagen, eher hat das für die Menschheit einen bitteren Beigeschmack. Den reinen Gedanken betrachtet ja die Menschheit nicht so, wie ich versucht habe in meiner «Philosophie der Freiheit» ihn zu betrachten, wo man eigentlich lieber, statt ihn erst auseinanderzunehmen, schon Hymnen auf ihn singen möchte. Und das Freiheitsbewußtsein hat zunächst die Menschen zu allerlei Tumultuarischem veranlaßt, nicht aber zu der Erkenntnis, daß etwas vom Himmel auf die Erde heruntergestiegen ist. Nicht einmal die Grundkraft der modernen Entwickelung der Menschheit wurde rein menschlich empfunden. Woher kommt das?

[ 20 ] Aus alledem geht etwas höchst Merkwürdiges hervor. Die modernen Menschen haben nun schon seit Jahrhunderten dasjenige ins menschliche Leben hereinbekommen, was sie früher erst nach dem Tode gehabt haben: Das intellektuelle Weltbegreifen und das Freiheitsbewußtsein. Aber sie haben es gar noch nicht einmal richtig bemerkt. Das ist das Merkwürdige, daß die moderne Menschheit etwas, was sie vom Himmel bekommen hat in das Erdenleben herein, noch gar nicht einmal richtig bemerkt hat. Es hat das gar nicht ergriffen die Gefühlswelt, das Elementarische in der Menschenwelt. Man möchte sagen, eher hat das für die Menschheit einen bitteren Beigeschmack. Den reinen Gedanken betrachtet ja die Menschheit nicht so, wie ich versucht habe in meiner «Philosophie der Freiheit» ihn zu betrachten, wo man eigentlich lieber, statt ihn erst auseinanderzunehmen, schon Hymnen auf ihn singen möchte. Und das Freiheitsbewußtsein hat zunächst die Menschen zu allerlei Tumultuarischem veranlaßt, nicht aber zu der Erkenntnis, daß etwas vom Himmel auf die Erde heruntergestiegen ist. Nicht einmal die Grundkraft der modernen Entwickelung der Menschheit wurde rein menschlich empfunden. Woher kommt das?

[ 21 ] Wenn man sich diese Frage beantwortet, dann beantwortet man sich zugleich eine der allerwichtigsten Fragen des menschlichen Daseins überhaupt. Der Mensch hat in alten Zeiten seine Erkenntnis sich erworben, indem er zum Himmel aufgeschaut hat, dort den Logos gesucht hat, dasjenige, was die Götter durch den Sternengang und das Sternenwesen zu dem Menschen sprachen, und menschliche Vernunft war der Abglanz dieses göttlichen Logos. Alles, was der Mensch hier auf Erden tat, war durchleuchtet von demjenigen, was der Logos als Inhalt hatte, und diesen Inhalt hatte man wiederum von den Sternen geholt. Das Menschenleben wäre nichts gewesen, hätte man ihm nicht einen Sinn geben können aus den Erkenntnissen über die Sternenwelt.

[ 21 ] Wenn man sich diese Frage beantwortet, dann beantwortet man sich zugleich eine der allerwichtigsten Fragen des menschlichen Daseins überhaupt. Der Mensch hat in alten Zeiten seine Erkenntnis sich erworben, indem er zum Himmel aufgeschaut hat, dort den Logos gesucht hat, dasjenige, was die Götter durch den Sternengang und das Sternenwesen zu dem Menschen sprachen, und menschliche Vernunft war der Abglanz dieses göttlichen Logos. Alles, was der Mensch hier auf Erden tat, war durchleuchtet von demjenigen, was der Logos als Inhalt hatte, und diesen Inhalt hatte man wiederum von den Sternen geholt. Das Menschenleben wäre nichts gewesen, hätte man ihm nicht einen Sinn geben können aus den Erkenntnissen über die Sternenwelt.

[ 22 ] Nun, heute ist in einem ganz ähnlichen Sinne alles das, was wir uns innerlich als Erkenntnisse aneignen, eigentlich ein Nichts. Wir eignen es uns an, indem wir uns bändigen lassen zur Botanik, zur Zoologie, zur Biologie, zur Physiologie usw., indem wir uns höchstens durch den Ehrgeiz, durch die Einsicht in die Notwendigkeit, daß wir dadurch unser Leben auf der Erde fristen können, hinbewegen lassen zu alledem. Es ist wieder radikal gesprochen, aber es grenzt schon in einem gewissen Sinne an die Wirklichkeit. Denn diejenigen, welche sich große Ideale in die Dinge heute hineinlegen, für die ist doch ein gewisses Illusionäres vorhanden, durch das sie sich die Sache ins Ideale uminterpretieren. Wenigstens sind die Menschen außerordentlich selten, die einen Sinn verbinden könnten mit dem Worte: Ich bete eine chemische Formel. — Ja, man muß schon in einer solchen Form eine wichtige kulturhistorische, wenn auch negative Tatsache aussprechen!

[ 22 ] Nun, heute ist in einem ganz ähnlichen Sinne alles das, was wir uns innerlich als Erkenntnisse aneignen, eigentlich ein Nichts. Wir eignen es uns an, indem wir uns bändigen lassen zur Botanik, zur Zoologie, zur Biologie, zur Physiologie usw., indem wir uns höchstens durch den Ehrgeiz, durch die Einsicht in die Notwendigkeit, daß wir dadurch unser Leben auf der Erde fristen können, hinbewegen lassen zu alledem. Es ist wieder radikal gesprochen, aber es grenzt schon in einem gewissen Sinne an die Wirklichkeit. Denn diejenigen, welche sich große Ideale in die Dinge heute hineinlegen, für die ist doch ein gewisses Illusionäres vorhanden, durch das sie sich die Sache ins Ideale uminterpretieren. Wenigstens sind die Menschen außerordentlich selten, die einen Sinn verbinden könnten mit dem Worte: Ich bete eine chemische Formel. — Ja, man muß schon in einer solchen Form eine wichtige kulturhistorische, wenn auch negative Tatsache aussprechen!

[ 23 ] Es gehört schon ein Novalis dazu mit seiner tiefen und zugleich aber jugendlich enthusiastisch durchglühten Erkenntnis, um so etwas zu empfinden wie: Ich bete in der Auflösung einer differentialen Gleichung. — Unsere gewöhnlichen Mathematiker fühlen sich gar nicht sehr betend, wenn sie das Geheimnis einer Differentialgleichung enthüllen. Das Selbstverständliche, daß mit der Erkenntnis zugleich der ganze Mensch engagiert ist, der ganze Mensch seine Hintendierung zum Göttlichen empfindet, dieses Selbstverständliche ist ja der heutigen Menschheit ganz und gar nicht selbstverständlich. Viel selbstverständlicher ist es, daß gerade diejenigen, die zu den höchsten Errungenschaften des Erkennens aufsteigen, froh sind, wenn sie die Examina hinter sich haben, damit sie nun durch diese Dinge nicht hindurchgehen müssen. Die Froheit des Durchgehens durch die Mysterienstufen: Bei den modernen Menschen, die durch die Examina durchgehen, merkt man ja gar nicht viel davon. Wenigstens kommt es außerordentlich selten vor, daß heute einer in dem vollen alten Mysterienernst spricht von jener innigen göttlichen Tat, die dieser oder jener Professor dadurch verrichtet hat, daß er ihm ein Dissertationsthema gegeben hat und ihn in die Lage gebracht hat, nun durch die Wasser [Weihen?} der Heiligkeit hindurchzugehen während der Ausarbeitung dieses Dissertationsthemas! Doch wäre dies das Normale, das Selbstverständliche!

[ 23 ] Es gehört schon ein Novalis dazu mit seiner tiefen und zugleich aber jugendlich enthusiastisch durchglühten Erkenntnis, um so etwas zu empfinden wie: Ich bete in der Auflösung einer differentialen Gleichung. — Unsere gewöhnlichen Mathematiker fühlen sich gar nicht sehr betend, wenn sie das Geheimnis einer Differentialgleichung enthüllen. Das Selbstverständliche, daß mit der Erkenntnis zugleich der ganze Mensch engagiert ist, der ganze Mensch seine Hintendierung zum Göttlichen empfindet, dieses Selbstverständliche ist ja der heutigen Menschheit ganz und gar nicht selbstverständlich. Viel selbstverständlicher ist es, daß gerade diejenigen, die zu den höchsten Errungenschaften des Erkennens aufsteigen, froh sind, wenn sie die Examina hinter sich haben, damit sie nun durch diese Dinge nicht hindurchgehen müssen. Die Froheit des Durchgehens durch die Mysterienstufen: Bei den modernen Menschen, die durch die Examina durchgehen, merkt man ja gar nicht viel davon. Wenigstens kommt es außerordentlich selten vor, daß heute einer in dem vollen alten Mysterienernst spricht von jener innigen göttlichen Tat, die dieser oder jener Professor dadurch verrichtet hat, daß er ihm ein Dissertationsthema gegeben hat und ihn in die Lage gebracht hat, nun durch die Wasser [Weihen?} der Heiligkeit hindurchzugehen während der Ausarbeitung dieses Dissertationsthemas! Doch wäre dies das Normale, das Selbstverständliche!

Blackboard Drawing
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[ 24 ] Man braucht sich nur das vor Augen zu halten, so muß man sagen: Ja, da unten ist die Erde mit ihren vielen Dingen (siehe Zeichnung, weiß und grün). Diese vielen Dinge haben die alten Erkenner gesehen. Aber sie haben sie erst in rechtem Sinne zu erfassen geglaubt, indem sie hinaufgesehen haben zu den Sternen, und von den Sternen herunter die Strahlen geholt haben, wodurch ihnen das alles erst in der richtigen Weise beleuchtet worden ist (rot).

[ 24 ] Man braucht sich nur das vor Augen zu halten, so muß man sagen: Ja, da unten ist die Erde mit ihren vielen Dingen (siehe Zeichnung, weiß und grün). Diese vielen Dinge haben die alten Erkenner gesehen. Aber sie haben sie erst in rechtem Sinne zu erfassen geglaubt, indem sie hinaufgesehen haben zu den Sternen, und von den Sternen herunter die Strahlen geholt haben, wodurch ihnen das alles erst in der richtigen Weise beleuchtet worden ist (rot).

[ 25 ] Die Spiegelung der Sternenwelt im irdischen Leben haben diese alten Erkenner gesucht (unteres Rot), sonst wäre ihnen das alles, was da unten von mir angedeutet ist, wertlos erschienen. Heute kümmern wir uns nicht um das, was oben ist, und studieren das, was da unten ist. Wir studieren es in unzähligen Einzelheiten. Wir haben, wenn wir uns irgendeinem da- oder dorthin orientierten Erkennen ergeben haben, viele Einzelheiten im Kopfe. Aber die Bewertung dieser Einzelheiten, die bekommt eine gewisse Gleichgültigkeit für das Leben, und damit auch eine gewisse Interesselosigkeit für das hohe Elementar-Menschliche. Besonders auf dem eigentlichen Geistgebiet macht sich ja das in auffälliger Weise geltend.

[ 25 ] Die Spiegelung der Sternenwelt im irdischen Leben haben diese alten Erkenner gesucht (unteres Rot), sonst wäre ihnen das alles, was da unten von mir angedeutet ist, wertlos erschienen. Heute kümmern wir uns nicht um das, was oben ist, und studieren das, was da unten ist. Wir studieren es in unzähligen Einzelheiten. Wir haben, wenn wir uns irgendeinem da- oder dorthin orientierten Erkennen ergeben haben, viele Einzelheiten im Kopfe. Aber die Bewertung dieser Einzelheiten, die bekommt eine gewisse Gleichgültigkeit für das Leben, und damit auch eine gewisse Interesselosigkeit für das hohe Elementar-Menschliche. Besonders auf dem eigentlichen Geistgebiet macht sich ja das in auffälliger Weise geltend.

[ 26 ] Schon der Schwaben-Vöscher hat darüber gespottet, wie gleichgültig für ein gesamtmenschliches Bewußtsein dasjenige wird, das heute zu überwinden ist, wenn man sich hinaufringen will zu dem Erkennen, indem er gesagt hat, daß eine der «bedeutsamsten» Abhandlungen über das Gebiet der neueren Literaturgeschichte etwa die wäre über den Zusammenhang der Frostbeulen der Frau Christiane von Goethe mit den symbolisch-allegorischen Figuren im zweiten Teile des «Faust»! Warum könnte nicht, wie über manche Dinge, auch über diesen Zusammenhang eine Dissertation geschrieben werden? Die Methodik, die angewendet wird, das menschliche Interesse, das dabei ist, ist ja schließlich nicht von anderer Qualität, als wenn einer etwa eine Abhandlung macht — derartiges kommt ja vor — über die Gedankenstriche in Homers Dichtung! Ja, wir eignen uns wirklich Erkenntnisse an über das, was eine alte Erkenntnis der Menschen erst für wert gehalten hat, nachdem sie es beleuchten konnte von der Himmelserkenntnis aus.

[ 26 ] Schon der Schwaben-Vöscher hat darüber gespottet, wie gleichgültig für ein gesamtmenschliches Bewußtsein dasjenige wird, das heute zu überwinden ist, wenn man sich hinaufringen will zu dem Erkennen, indem er gesagt hat, daß eine der «bedeutsamsten» Abhandlungen über das Gebiet der neueren Literaturgeschichte etwa die wäre über den Zusammenhang der Frostbeulen der Frau Christiane von Goethe mit den symbolisch-allegorischen Figuren im zweiten Teile des «Faust»! Warum könnte nicht, wie über manche Dinge, auch über diesen Zusammenhang eine Dissertation geschrieben werden? Die Methodik, die angewendet wird, das menschliche Interesse, das dabei ist, ist ja schließlich nicht von anderer Qualität, als wenn einer etwa eine Abhandlung macht — derartiges kommt ja vor — über die Gedankenstriche in Homers Dichtung! Ja, wir eignen uns wirklich Erkenntnisse an über das, was eine alte Erkenntnis der Menschen erst für wert gehalten hat, nachdem sie es beleuchten konnte von der Himmelserkenntnis aus.

[ 27 ] Die Himmelserkenntnis haben wir nicht. Wir schauen nicht das Kupfer an, indem wir zur Venus aufblicken, wir schauen nicht das Blei an, indem wir zum Saturn aufblicken, wir schauen nicht den Urmenschen an, indem wir zum Sternbild des Wassermanns aufblicken, und wir schauen nicht dasjenige an, was in der Tiernatur des Löwen hinübergeht zu gewissen inneren Impulsen der menschlichen Natur, indem wir zum Sternbilde des Löwen aufschauen, und dergleichen. Wir holen nichts raehr von dem, was uns erklären soll das Irdische, aus den Himmeln herunter, sondern wir wenden den Blick auf die weiten, zerstreuten Einzelheiten der Erde allein.

[ 27 ] Die Himmelserkenntnis haben wir nicht. Wir schauen nicht das Kupfer an, indem wir zur Venus aufblicken, wir schauen nicht das Blei an, indem wir zum Saturn aufblicken, wir schauen nicht den Urmenschen an, indem wir zum Sternbild des Wassermanns aufblicken, und wir schauen nicht dasjenige an, was in der Tiernatur des Löwen hinübergeht zu gewissen inneren Impulsen der menschlichen Natur, indem wir zum Sternbilde des Löwen aufschauen, und dergleichen. Wir holen nichts raehr von dem, was uns erklären soll das Irdische, aus den Himmeln herunter, sondern wir wenden den Blick auf die weiten, zerstreuten Einzelheiten der Erde allein.

[ 28 ] Wir brauchen wiederum etwas, was uns Wertigkeiten hineinbringt in das einzelne, was uns dazu führt, dasjenige wieder zu sehen, was einer gesehen hat, wenn er irgendeinen irdischen Gegenstand aus den Himmeln beleuchtet gesehen hat. Wir haben ein Wissen von vielem, aber wir brauchen ein einheitliches Wissen, das in alle einzelnen Wissensgebiete ausstrahlen kann und den einzelnen Wissensgebieten Wertigkeiten geben kann. Das will die Anthroposophie sein.

[ 28 ] Wir brauchen wiederum etwas, was uns Wertigkeiten hineinbringt in das einzelne, was uns dazu führt, dasjenige wieder zu sehen, was einer gesehen hat, wenn er irgendeinen irdischen Gegenstand aus den Himmeln beleuchtet gesehen hat. Wir haben ein Wissen von vielem, aber wir brauchen ein einheitliches Wissen, das in alle einzelnen Wissensgebiete ausstrahlen kann und den einzelnen Wissensgebieten Wertigkeiten geben kann. Das will die Anthroposophie sein.

[ 29 ] So wie einstmals in der Astrologie in die Himmel geschaut worden ist, um die Erde zu erklären, will die Anthroposophie in dem Menschen das schauen, was der Mensch von sich aus zu sagen hat, damit von da aus alles, was wir über Mineralien, Tiere, Pflanzen, über den Menschen, über alles das wissen, was nur eben sonst im Zerstreuten gewußt werden kann, von Anthroposophie aus beleuchtet werde.

[ 29 ] So wie einstmals in der Astrologie in die Himmel geschaut worden ist, um die Erde zu erklären, will die Anthroposophie in dem Menschen das schauen, was der Mensch von sich aus zu sagen hat, damit von da aus alles, was wir über Mineralien, Tiere, Pflanzen, über den Menschen, über alles das wissen, was nur eben sonst im Zerstreuten gewußt werden kann, von Anthroposophie aus beleuchtet werde.

[ 30 ] Und so wie der Mensch einstmals zu den Himmeln geschaut hat, um sein Erdenleben zu begreifen, so muß der intellektuell und freigewordene Mensch sich selber erkennen lernen, damit er wieder hinschauen kann nach dem Todesmoment, wo er hinaustritt in eine geistige Welt, und wo Götter herunterschauen werden auf dasjenige, was er ihnen mitbringt, was von ihm ausstrahlt. Denn er soll schon auf der Erde Mensch geworden sein, während er früher erst nach dem Tode Mensch geworden ist.

[ 30 ] Und so wie der Mensch einstmals zu den Himmeln geschaut hat, um sein Erdenleben zu begreifen, so muß der intellektuell und freigewordene Mensch sich selber erkennen lernen, damit er wieder hinschauen kann nach dem Todesmoment, wo er hinaustritt in eine geistige Welt, und wo Götter herunterschauen werden auf dasjenige, was er ihnen mitbringt, was von ihm ausstrahlt. Denn er soll schon auf der Erde Mensch geworden sein, während er früher erst nach dem Tode Mensch geworden ist.

[ 31 ] Wie er Mensch geworden ist, das wird sich zeigen durch jene Kraft, die er aus dem reinen Menschenbewußtsein heraus gewonnen hat. Und dieses reine Menschenbewußtsein soll ihm gegeben werden durch dasjenige, was von Anthroposophie auf alles übrige ausstrahlt, was der Mensch auf Erden wissen, aber auch, was der Mensch auf Erden vollbringen kann.

[ 31 ] Wie er Mensch geworden ist, das wird sich zeigen durch jene Kraft, die er aus dem reinen Menschenbewußtsein heraus gewonnen hat. Und dieses reine Menschenbewußtsein soll ihm gegeben werden durch dasjenige, was von Anthroposophie auf alles übrige ausstrahlt, was der Mensch auf Erden wissen, aber auch, was der Mensch auf Erden vollbringen kann.

[ 32 ] «Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort», also im Urbeginne war der Logos, und der Logos war bei Gott, und ein Gott war der Logos. Man hat den Logos heruntergeholt von der Offenbarung der Götter in den Himmeln.

[ 32 ] «Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott, und ein Gott war das Wort», also im Urbeginne war der Logos, und der Logos war bei Gott, und ein Gott war der Logos. Man hat den Logos heruntergeholt von der Offenbarung der Götter in den Himmeln.

[ 33 ] Aber das Wort ist Fleisch geworden, und hat nicht nur unter uns gewohnt, sondern wohnet fortwährend unter uns. Der Logos ist Fleisch geworden. Was ehedem in den Himmeln zu suchen war, muß nunmehr beim Menschen gesucht werden. Denn der Logos wurde einst mit Recht beim Vatergott gesucht, in unserer Zeit muß der Logos gesucht werden beim Sohnesgott.

[ 33 ] Aber das Wort ist Fleisch geworden, und hat nicht nur unter uns gewohnt, sondern wohnet fortwährend unter uns. Der Logos ist Fleisch geworden. Was ehedem in den Himmeln zu suchen war, muß nunmehr beim Menschen gesucht werden. Denn der Logos wurde einst mit Recht beim Vatergott gesucht, in unserer Zeit muß der Logos gesucht werden beim Sohnesgott.

[ 34 ] Aber diesen Sohnesgott in seiner elementarischen Bedeutung findet der Mensch, wenn er das paulinische Wort wahrmacht: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», wenn er sich selber kennenlernt. Alle Anthroposophie zielt darauf hin, tief in den Menschen unterzutauchen. Wenn alte Zeiten in den Menschen tief untergetaucht sind, was haben sie dann gefunden? Auf dem Grunde der Menschennatur die luziferischen Mächte. Wenn der moderne Mensch nur tief genug in sich untertaucht, findet er den Christus. Das ist die andere Seite des Umschwunges von älteren zu neueren Zeiten. Indem der Intellektualismus und das Freiheitsbewußtsein vom Himmel auf die Erde heruntergekommen sind, und der Christus sich mit der Menschheit auf der Erde verbunden hat, findet der Mensch in den Tiefen seines eigenen Wesens, wenn er tief genug hinuntersteigt, den Christus; während ältere Menschen gerade durch das tiefe Hinuntersteigen die luziferische Geistigkeit gefunden haben.

[ 34 ] Aber diesen Sohnesgott in seiner elementarischen Bedeutung findet der Mensch, wenn er das paulinische Wort wahrmacht: «Nicht ich, sondern der Christus in mir», wenn er sich selber kennenlernt. Alle Anthroposophie zielt darauf hin, tief in den Menschen unterzutauchen. Wenn alte Zeiten in den Menschen tief untergetaucht sind, was haben sie dann gefunden? Auf dem Grunde der Menschennatur die luziferischen Mächte. Wenn der moderne Mensch nur tief genug in sich untertaucht, findet er den Christus. Das ist die andere Seite des Umschwunges von älteren zu neueren Zeiten. Indem der Intellektualismus und das Freiheitsbewußtsein vom Himmel auf die Erde heruntergekommen sind, und der Christus sich mit der Menschheit auf der Erde verbunden hat, findet der Mensch in den Tiefen seines eigenen Wesens, wenn er tief genug hinuntersteigt, den Christus; während ältere Menschen gerade durch das tiefe Hinuntersteigen die luziferische Geistigkeit gefunden haben.

[ 35 ] Das war ja auch dasjenige, was einer älteren Schülerschaft in den Mysterien besonders klarwerden sollte: Schürft hinunter in das Menschenwesen, wie es auf Erden ist, ihr findet zuletzt auf dem Grunde eurer eigenen Seele dasjenige, vor dem ihr bebend zurückschrecken müßt: die luziferischen Mächte. Daher schauet auf zu dem Moment des Todes; da werdet ihr erst wahrer Mensch, wenn ihr durch die Pforte des Todes durchgegangen seid. Da werdet ihr errettet vor dem, was ihr auf dem Grund eurer Seele hier auf Erden findet: die luziferischen Mächte.

[ 35 ] Das war ja auch dasjenige, was einer älteren Schülerschaft in den Mysterien besonders klarwerden sollte: Schürft hinunter in das Menschenwesen, wie es auf Erden ist, ihr findet zuletzt auf dem Grunde eurer eigenen Seele dasjenige, vor dem ihr bebend zurückschrecken müßt: die luziferischen Mächte. Daher schauet auf zu dem Moment des Todes; da werdet ihr erst wahrer Mensch, wenn ihr durch die Pforte des Todes durchgegangen seid. Da werdet ihr errettet vor dem, was ihr auf dem Grund eurer Seele hier auf Erden findet: die luziferischen Mächte.

[ 36 ] Das war das Todeserlebnis der alten Mysterien. Das war, warum sie hinschauen mußten auf die Erkenntnis, auf Abbildung des Todesmomentes in den Mysterien, diese alten Mysterienschüler.

[ 36 ] Das war das Todeserlebnis der alten Mysterien. Das war, warum sie hinschauen mußten auf die Erkenntnis, auf Abbildung des Todesmomentes in den Mysterien, diese alten Mysterienschüler.

[ 37 ] Der moderne Mensch soll dasjenige an sich nehmen, was ihm geworden ist: den Intellektualismus und das Freiheitsbewußtsein. Nimmt er sie würdig an sich, so daß er alle übrige Erdenerkenntnis und alle übrigen Taten durchdringt mit dem, was ihm aus reinem Menschheitsbewußtsein, wie es die Anthroposophie will, herausquillt, dann findet er auf dem Grund seiner Seele die Christus-Kräfte. Dann sagt er sich: Einstmals schaute ich zu der Konstellation der Sterne auf, um das menschliche Schicksal auf Erden zu ergründen; jetzt schaue ich nach dem Menschen und lerne dadurch erkennen, wie dieser Mensch, nachdem er schon auf Erden in dem Besitz der Menschlichkeit von der Christus-Substanz durchdrungen worden ist, aufleuchtet für das Universum, wie er zu den Himmeln hinaufleuchtet als der Menschheitsstern, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist.

[ 37 ] Der moderne Mensch soll dasjenige an sich nehmen, was ihm geworden ist: den Intellektualismus und das Freiheitsbewußtsein. Nimmt er sie würdig an sich, so daß er alle übrige Erdenerkenntnis und alle übrigen Taten durchdringt mit dem, was ihm aus reinem Menschheitsbewußtsein, wie es die Anthroposophie will, herausquillt, dann findet er auf dem Grund seiner Seele die Christus-Kräfte. Dann sagt er sich: Einstmals schaute ich zu der Konstellation der Sterne auf, um das menschliche Schicksal auf Erden zu ergründen; jetzt schaue ich nach dem Menschen und lerne dadurch erkennen, wie dieser Mensch, nachdem er schon auf Erden in dem Besitz der Menschlichkeit von der Christus-Substanz durchdrungen worden ist, aufleuchtet für das Universum, wie er zu den Himmeln hinaufleuchtet als der Menschheitsstern, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist.

[ 38 ] Das ist die spirituelle Humanistik, die an die Stelle der alten Astrologie treten kann. Das ist dasjenige, was den Menschen anweist, so hinzuschauen auf das, was der Mensch ebenso in sich als Sophia offenbaren kann — Anthroposophia —, wie ehedem die Sterne als Logia sich geoffenbart haben. Das ist aber auch das Bewußtsein, womit man sich durchdringen muß. Und da lernt man dann die Weltbedeutung der Menschenwesenheit kennen. Da lernt man von da aus erkennen jene Weltenbedeutung der Menschenwesenheit, die uns erst studieren läßt den physischen Leib, die uns dann studieren läßt den Bildekräfte- oder Ätherleib. Aber ich will nur ein Beispiel erwähnen: Lernt man den menschlichen physischen Leib im rechten Sinne studieren, indem man ihn von Anthroposophie aus beleuchtet, dann erfährt man über diesen physischen Leib des Menschen, wie er seinen eigenen Kräften folgen kann. Wenn er seinen eigenen Kräften folgt, dann ist er fortwährend in der Anstrengung, krank zu werden. Ja das, was da unten im Menschen als physischer Leib existiert, das ist eigentlich in fortwährender Anstrengung, krank zu werden. Und sehen wir auf vom physischen Leib zu dem Ätherleib, so haben wir im Ätherleib die Gesamtheit derjenigen Kräfte des Menschen, die fortwährend in der Anstrengung leben, den kranken Menschen wieder gesund zu machen. Die Pendelschwingung zwischen physischem Leib und Ätherleib ist darauf zielend, fortwährend die Mittellage zu erhalten zwischen dem Pathologischen und dem Therapeutischen. Der Ätherleib ist der kosmische Therapeut, und der physische Leib ist der kosmische Krankheitserreger.

[ 38 ] Das ist die spirituelle Humanistik, die an die Stelle der alten Astrologie treten kann. Das ist dasjenige, was den Menschen anweist, so hinzuschauen auf das, was der Mensch ebenso in sich als Sophia offenbaren kann — Anthroposophia —, wie ehedem die Sterne als Logia sich geoffenbart haben. Das ist aber auch das Bewußtsein, womit man sich durchdringen muß. Und da lernt man dann die Weltbedeutung der Menschenwesenheit kennen. Da lernt man von da aus erkennen jene Weltenbedeutung der Menschenwesenheit, die uns erst studieren läßt den physischen Leib, die uns dann studieren läßt den Bildekräfte- oder Ätherleib. Aber ich will nur ein Beispiel erwähnen: Lernt man den menschlichen physischen Leib im rechten Sinne studieren, indem man ihn von Anthroposophie aus beleuchtet, dann erfährt man über diesen physischen Leib des Menschen, wie er seinen eigenen Kräften folgen kann. Wenn er seinen eigenen Kräften folgt, dann ist er fortwährend in der Anstrengung, krank zu werden. Ja das, was da unten im Menschen als physischer Leib existiert, das ist eigentlich in fortwährender Anstrengung, krank zu werden. Und sehen wir auf vom physischen Leib zu dem Ätherleib, so haben wir im Ätherleib die Gesamtheit derjenigen Kräfte des Menschen, die fortwährend in der Anstrengung leben, den kranken Menschen wieder gesund zu machen. Die Pendelschwingung zwischen physischem Leib und Ätherleib ist darauf zielend, fortwährend die Mittellage zu erhalten zwischen dem Pathologischen und dem Therapeutischen. Der Ätherleib ist der kosmische Therapeut, und der physische Leib ist der kosmische Krankheitserreger.

[ 39 ] Und ebensogut könnten wir für andere Gebiete der menschlichen Erkenntnis sprechen. Und indem wir so sprechen, sagen wir uns: Wenn wir einer Krankheit gegenüber stehen, was müssen wir tun? Wir müssen irgendwo es dazu bringen, durch bestimmte Heilmittelkonstellationen in irgendeiner Weise den Ätherleib aufzurufen zur Heilung. Das tut schließlich im Grunde genommen alle Medizin: irgendwie den Ätherleib des Menschen aufrufen zur Heilung, denn er ist der Heiler. Wenden wir uns in der richtigen Weise bei einem Menschen, der gesund gemacht werden kann, an den Ätherleib, suchen wir dasjenige, was ihm aus dem Ätherleib heraus an heilenden Kräften zukommen kann nach seinem allgemeinen Menschenschicksal, dann sind wir auf dem Wege, ihn zu heilen.

[ 39 ] Und ebensogut könnten wir für andere Gebiete der menschlichen Erkenntnis sprechen. Und indem wir so sprechen, sagen wir uns: Wenn wir einer Krankheit gegenüber stehen, was müssen wir tun? Wir müssen irgendwo es dazu bringen, durch bestimmte Heilmittelkonstellationen in irgendeiner Weise den Ätherleib aufzurufen zur Heilung. Das tut schließlich im Grunde genommen alle Medizin: irgendwie den Ätherleib des Menschen aufrufen zur Heilung, denn er ist der Heiler. Wenden wir uns in der richtigen Weise bei einem Menschen, der gesund gemacht werden kann, an den Ätherleib, suchen wir dasjenige, was ihm aus dem Ätherleib heraus an heilenden Kräften zukommen kann nach seinem allgemeinen Menschenschicksal, dann sind wir auf dem Wege, ihn zu heilen.

[ 40 ] Doch darüber will ich dann morgen weitersprechen. Gerade über dieses letztere angeschlagene Kapitel im Zusammenhang mit dem heute besprochenen will ich morgen sprechen.

[ 40 ] Doch darüber will ich dann morgen weitersprechen. Gerade über dieses letztere angeschlagene Kapitel im Zusammenhang mit dem heute besprochenen will ich morgen sprechen.