Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 222
17 March 1923, Dornach
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Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte
Vierter Vortrag
Vierter Vortrag
[ 1 ] Gestern versuchte ich, an einem bedeutsamen Punkte der weltgeschichtlichen Entwickelung, den wir schon seit einiger Zeit als einen solchen kennengelernt haben, an dem Punkte des 4. nachchristlichen Jahrhunderts, zu zeigen, wie man diese Menschheitsentwickelung eigentlich erst dann voll verstehen kann, wenn man nicht nur das ins Auge faßt, was sich sozusagen vor den Kulissen der Weltgeschichte abspielt, sondern auch dasjenige, was hinter diesen Kulissen liegt. Und ich sagte Ihnen gestern, daß wir als einen mittleren Zeitpunkt, annähernd im 4. Jahrhundert — denn die Sache dauert viele hundert Jahre lang —, zu verzeichnen haben die Übergabe der kosmischen Gedankenwelt von den Geistern der Form an die sogenannten Archai, Urbeginne oder Urkräfte. Und damit ist in Verknüpfung — weil ja der Mensch in seinen Gedanken von ganz andern geistigen Wesenheiten abhängig wird —, daß er nun zu seinen Gedanken ganz anders steht als vorher.
[ 1 ] Gestern versuchte ich, an einem bedeutsamen Punkte der weltgeschichtlichen Entwickelung, den wir schon seit einiger Zeit als einen solchen kennengelernt haben, an dem Punkte des 4. nachchristlichen Jahrhunderts, zu zeigen, wie man diese Menschheitsentwickelung eigentlich erst dann voll verstehen kann, wenn man nicht nur das ins Auge faßt, was sich sozusagen vor den Kulissen der Weltgeschichte abspielt, sondern auch dasjenige, was hinter diesen Kulissen liegt. Und ich sagte Ihnen gestern, daß wir als einen mittleren Zeitpunkt, annähernd im 4. Jahrhundert — denn die Sache dauert viele hundert Jahre lang —, zu verzeichnen haben die Übergabe der kosmischen Gedankenwelt von den Geistern der Form an die sogenannten Archai, Urbeginne oder Urkräfte. Und damit ist in Verknüpfung — weil ja der Mensch in seinen Gedanken von ganz andern geistigen Wesenheiten abhängig wird —, daß er nun zu seinen Gedanken ganz anders steht als vorher.
[ 2 ] Sie müssen sich vergegenwärtigen, wie die äußere Weltgeschichte, sowohl das äußere geschichtliche Geschehen wie auch die Geistesgeschichte der Menschheit in diesen Jahrhunderten spielt, und wie in dieses geschichtliche Geschehen einschlägt eben diese übersinnliche Tatsache. Während also früher die Geister der Form — diejenigen Wesenheiten also, welche die Bibel zum Beispiel die Elohim nennt — die Gedanken der Welt verwaltet haben, so daß der Mensch unbewußt sich an diese Geister der Form wenden mußte, wenn er Gedanken über die Dinge fassen wollte, ging das Gedankenleben nun über an die Urkräfte, die dem Menschen viel näherstehen. Ich habe Ihnen dieses Näherstehen gestern dadurch verbildlicht, daß ich folgendes gesagt habe: Wir stellen uns vor, hier sei die Grenze, welche die Sinneswelt darstellt. Also alles, was wir in der Sinneswelt sehen und wahrnehmen, Farben, Töne, Wärmeempfindungen, sei durch diese Linie versinnbildlicht (siehe Zeichnung Seite 59). Was nun hinter den Sinnesempfindungen liegt, das ist das Feld, in dem sich, wie ich gestern gesagt habe, die Geister der Form finden, welche die Bibel die Elohim nennt, dann die sogenannten Dynamis, höhere Geister, dann die Kyriotetes und so weiter. Das sind also die drei Reiche, welche hinter der Sinneswelt liegen.
[ 2 ] Sie müssen sich vergegenwärtigen, wie die äußere Weltgeschichte, sowohl das äußere geschichtliche Geschehen wie auch die Geistesgeschichte der Menschheit in diesen Jahrhunderten spielt, und wie in dieses geschichtliche Geschehen einschlägt eben diese übersinnliche Tatsache. Während also früher die Geister der Form — diejenigen Wesenheiten also, welche die Bibel zum Beispiel die Elohim nennt — die Gedanken der Welt verwaltet haben, so daß der Mensch unbewußt sich an diese Geister der Form wenden mußte, wenn er Gedanken über die Dinge fassen wollte, ging das Gedankenleben nun über an die Urkräfte, die dem Menschen viel näherstehen. Ich habe Ihnen dieses Näherstehen gestern dadurch verbildlicht, daß ich folgendes gesagt habe: Wir stellen uns vor, hier sei die Grenze, welche die Sinneswelt darstellt. Also alles, was wir in der Sinneswelt sehen und wahrnehmen, Farben, Töne, Wärmeempfindungen, sei durch diese Linie versinnbildlicht (siehe Zeichnung Seite 59). Was nun hinter den Sinnesempfindungen liegt, das ist das Feld, in dem sich, wie ich gestern gesagt habe, die Geister der Form finden, welche die Bibel die Elohim nennt, dann die sogenannten Dynamis, höhere Geister, dann die Kyriotetes und so weiter. Das sind also die drei Reiche, welche hinter der Sinneswelt liegen.


[ 3 ] Die neuere Physik, wenn sie zur Naturphilosophie wird, phantasiert davon, daß hinter der Sinneswelt die wirbelnden Atome sind. Das ist aber eine phantastische materialistische Vorstellung. In Wahrheit spielen sich dort farbige, tönende Vorgänge ab; sie spielen sich dadurch ab, daß diese Geister der höheren Hierarchien in den Farben, in den Tönen und so weiter da walten.
[ 3 ] Die neuere Physik, wenn sie zur Naturphilosophie wird, phantasiert davon, daß hinter der Sinneswelt die wirbelnden Atome sind. Das ist aber eine phantastische materialistische Vorstellung. In Wahrheit spielen sich dort farbige, tönende Vorgänge ab; sie spielen sich dadurch ab, daß diese Geister der höheren Hierarchien in den Farben, in den Tönen und so weiter da walten.
[ 4 ] Vor dem 4. nachchristlichen Jahrhundert walteten nun die Geister der Form nicht nur in den Eindrücken der Sinneswelt, sondern vor allen Dingen auch in den Gedanken. Diese Gedanken sind nun übergegangen an die Archai, an die Urbeginne. Die sind aber dem Menschen näher als die Geister der Form, denn sie sind vor der Sinneswelt. Sie sind zwischen dem Menschen und dem, was der Mensch sinnlich wahrnimmt; nur, weil sie übersinnlicher Natur sind, bemerkt sie der Mensch nicht. Dann kommen die Archangeloi, dann sind die Angeloi da, und dann der Mensch selbst, dann die Tiere, Pflanzen, Mineralien.
[ 4 ] Vor dem 4. nachchristlichen Jahrhundert walteten nun die Geister der Form nicht nur in den Eindrücken der Sinneswelt, sondern vor allen Dingen auch in den Gedanken. Diese Gedanken sind nun übergegangen an die Archai, an die Urbeginne. Die sind aber dem Menschen näher als die Geister der Form, denn sie sind vor der Sinneswelt. Sie sind zwischen dem Menschen und dem, was der Mensch sinnlich wahrnimmt; nur, weil sie übersinnlicher Natur sind, bemerkt sie der Mensch nicht. Dann kommen die Archangeloi, dann sind die Angeloi da, und dann der Mensch selbst, dann die Tiere, Pflanzen, Mineralien.
[ 5 ] So daß also in dieser Zeit, die ich angedeutet habe, hinter den Kulissen der Weltgeschichte diese große, umfassende, gewaltige Tat liegt: daß die Gedanken, die in den Dingen sind, und die der Mensch aus den Dingen heraus schöpft, nicht mehr sozusagen nur Besitz der Elohim, sondern der Besitz der Urbeginne, der Archai sind.
[ 5 ] So daß also in dieser Zeit, die ich angedeutet habe, hinter den Kulissen der Weltgeschichte diese große, umfassende, gewaltige Tat liegt: daß die Gedanken, die in den Dingen sind, und die der Mensch aus den Dingen heraus schöpft, nicht mehr sozusagen nur Besitz der Elohim, sondern der Besitz der Urbeginne, der Archai sind.
[ 6 ] Nun ist es aber in der Entwickelung des Weltenalls so, daß immer mit dem Fortschreiten der geistigen Wesenheiten einzelne geistig-kosmische Wesenheiten zurückbleiben. Also indem die geistigen Wesenheiten im allgemeinen fortschreiten, bleiben gewisse geistige Wesenheiten zurück. Und so sind auch in diesem Zeitraume, also in den ersten christlichen Jahrhunderten, Geister der Form zurückgeblieben.
[ 6 ] Nun ist es aber in der Entwickelung des Weltenalls so, daß immer mit dem Fortschreiten der geistigen Wesenheiten einzelne geistig-kosmische Wesenheiten zurückbleiben. Also indem die geistigen Wesenheiten im allgemeinen fortschreiten, bleiben gewisse geistige Wesenheiten zurück. Und so sind auch in diesem Zeitraume, also in den ersten christlichen Jahrhunderten, Geister der Form zurückgeblieben.
[ 7 ] Was heißt das: damals sind Geister der Form zurückgeblieben? Das heißt, gewisse Geister der Form haben sich nicht dazu entschließen können, die Gedankenwelt an die Urbeginne, an die Archai abzugeben, sie haben sie für sich behalten. Und so haben wir unter den geistigen Wesenheiten, die über dem Menschengeschehen walten, die richtig entwickelten Urkräfte mit dem Besitz der Gedankenwelt, und wir haben zurückgebliebene Geister der Form, zurückgebliebene Elohimwesenheiten, welche nun auch noch die Gedankenwelt verwalten. Dadurch entsteht in der geistigen Strömung, die über der Menschheit waltet, ein Zusammenwirken von Urkräften, von Archai, und von Geistern der Form, von elohistischen Wesenheiten. Die Menschen sind dann dem Folgenden ausgesetzt: Der eine, der durch sein Karma richtig dazu geeignet ist, der empfängt die Impulse seines Denkens durch die Archai. Dadurch wird sein Denken, obwohl es objektiv bleibt, sein persönlicher Besitz. Er arbeitet immer mehr und mehr die Gedanken als seinen persönlichen Besitz aus. Andere kommen nicht dazu, die Gedanken als ihren persönlichen Besitz auszuarbeiten. Sie übernehmen die Gedanken entweder durch die Vererbungsverhältnisse von ihren Eltern und Voreltern, oder sie übernehmen sie als konventionelle Gedanken, die innerhalb ihrer Volksgemeinschaft, Stammesgemeinschaft und so weiter herrschen.
[ 7 ] Was heißt das: damals sind Geister der Form zurückgeblieben? Das heißt, gewisse Geister der Form haben sich nicht dazu entschließen können, die Gedankenwelt an die Urbeginne, an die Archai abzugeben, sie haben sie für sich behalten. Und so haben wir unter den geistigen Wesenheiten, die über dem Menschengeschehen walten, die richtig entwickelten Urkräfte mit dem Besitz der Gedankenwelt, und wir haben zurückgebliebene Geister der Form, zurückgebliebene Elohimwesenheiten, welche nun auch noch die Gedankenwelt verwalten. Dadurch entsteht in der geistigen Strömung, die über der Menschheit waltet, ein Zusammenwirken von Urkräften, von Archai, und von Geistern der Form, von elohistischen Wesenheiten. Die Menschen sind dann dem Folgenden ausgesetzt: Der eine, der durch sein Karma richtig dazu geeignet ist, der empfängt die Impulse seines Denkens durch die Archai. Dadurch wird sein Denken, obwohl es objektiv bleibt, sein persönlicher Besitz. Er arbeitet immer mehr und mehr die Gedanken als seinen persönlichen Besitz aus. Andere kommen nicht dazu, die Gedanken als ihren persönlichen Besitz auszuarbeiten. Sie übernehmen die Gedanken entweder durch die Vererbungsverhältnisse von ihren Eltern und Voreltern, oder sie übernehmen sie als konventionelle Gedanken, die innerhalb ihrer Volksgemeinschaft, Stammesgemeinschaft und so weiter herrschen.
[ 8 ] Auf diese übersinnliche Tatsache, die ich Ihnen geschildert habe, ist zurückzuführen das ganze Ineinanderspielen von einzelnen individuellen Persönlichkeiten, die immer mehr und mehr heraufkommen in diesem Zeitalter des ausgehenden Altertums, des beginnenden Mittelalters, und derjenigen Gedankenströmungen, die ganze Menschengruppen ergreifen. Das aber wiederum gliedert sich auf der Erde, ich möchte sagen, in geographischer Weise. Zunächst werden ergriffen von den Impulsen, die von den Archai, von den Urkräften als Gedankenimpulse ausgehen, gewisse geistige Persönlichkeiten, die im vorderen Asien sind, die der arabischen Kultur angehören. Und insbesondere breitet sich das, was in diesen Gedankenimpulsen liegt, über Afrika aus herüber nach Spanien, nach ganz Westeuropa. Wir finden gewissermaßen diesen großen Gedankenzug durch Afrika gehend, durch Spanien, auch Süditalien ergreifend, nach dem Westen Europas herauf (siehe Zeichnung Seite 67, Pfeil). Wir haben einen großen Anregungsstrom von Gedanken, der auf die charakterisierten Impulse zurückgeht. Von dieser Gedankenströmung ist dasjenige ergriffen, was sich als arabisch-spanische Kultur entwickelt, was dann in der viel späteren Zeit noch großen Einfluß gewinnt auf solche Geister, wie etwa Spinoza, was aber auch noch in der Naturwissenschaft weiterlebt, was wir noch beobachten können in den Gedankenimpulsen des Galilei, des Kopernikus und so weiter. Während in solchen Gedankenströmungen und in dem, was aus diesen Gedankenströmungen Weltgeschichte wird, die Impulse der Archai leben, sehen wir überall sich hineindrängen in das Weltgeschehen auch dasjenige, was mehr unter dem Einflusse der zurückgebliebenen Geister der Form steht, die nun auch ihrerseits die Menschen mit Impulsen durchsetzen. Und wir sehen wiederum einen andern Strom des Gedankenlebens und des Weltgeschehens etwas mehr nördlich von Asien gegen Europa herüber sich bewegen. Dieser Gedankenstrom hat seinen besonderen extremen Ausdruck später erst gefunden, als von Asien herüber sich die Türkenmassen wälzten.
[ 8 ] Auf diese übersinnliche Tatsache, die ich Ihnen geschildert habe, ist zurückzuführen das ganze Ineinanderspielen von einzelnen individuellen Persönlichkeiten, die immer mehr und mehr heraufkommen in diesem Zeitalter des ausgehenden Altertums, des beginnenden Mittelalters, und derjenigen Gedankenströmungen, die ganze Menschengruppen ergreifen. Das aber wiederum gliedert sich auf der Erde, ich möchte sagen, in geographischer Weise. Zunächst werden ergriffen von den Impulsen, die von den Archai, von den Urkräften als Gedankenimpulse ausgehen, gewisse geistige Persönlichkeiten, die im vorderen Asien sind, die der arabischen Kultur angehören. Und insbesondere breitet sich das, was in diesen Gedankenimpulsen liegt, über Afrika aus herüber nach Spanien, nach ganz Westeuropa. Wir finden gewissermaßen diesen großen Gedankenzug durch Afrika gehend, durch Spanien, auch Süditalien ergreifend, nach dem Westen Europas herauf (siehe Zeichnung Seite 67, Pfeil). Wir haben einen großen Anregungsstrom von Gedanken, der auf die charakterisierten Impulse zurückgeht. Von dieser Gedankenströmung ist dasjenige ergriffen, was sich als arabisch-spanische Kultur entwickelt, was dann in der viel späteren Zeit noch großen Einfluß gewinnt auf solche Geister, wie etwa Spinoza, was aber auch noch in der Naturwissenschaft weiterlebt, was wir noch beobachten können in den Gedankenimpulsen des Galilei, des Kopernikus und so weiter. Während in solchen Gedankenströmungen und in dem, was aus diesen Gedankenströmungen Weltgeschichte wird, die Impulse der Archai leben, sehen wir überall sich hineindrängen in das Weltgeschehen auch dasjenige, was mehr unter dem Einflusse der zurückgebliebenen Geister der Form steht, die nun auch ihrerseits die Menschen mit Impulsen durchsetzen. Und wir sehen wiederum einen andern Strom des Gedankenlebens und des Weltgeschehens etwas mehr nördlich von Asien gegen Europa herüber sich bewegen. Dieser Gedankenstrom hat seinen besonderen extremen Ausdruck später erst gefunden, als von Asien herüber sich die Türkenmassen wälzten.
[ 9 ] So daß wir das europäische Geschichtsleben von dieser Zeit, vom 4. Jahrhundert an durchsetzt sehen, ich möchte sagen, von einem fortwährenden geistigen Kampfe. Es kämpfen um ihr in dem Weltgeschehen ihnen zugefallenes rechtmäßiges Gut die Archai mit den zurückgebliebenen Exusiai, mit den Geistern der Form. Alles, was da im Mittelalter geschieht in westöstlicher Richtung und in ostwestlicher Richtung, was da an Völkerzügen durcheinander wallt und webt, was sich da gegenseitig bekämpft, von den Hunnenkämpfen bis zu den Türkenkämpfen, von der Völkerwanderung bis zu den Kreuzzügen, wo alles immer eine west-östliche oder ost-westliche Richtung hat, alles das ist das sinnlichphysische, das geschichtliche Abbild eines Geisteskampfes, wie ich ihn eben charakterisiert habe, der sich hinter den Kulissen der Weltgeschichte abspielt. Man begreift eben das geschichtliche Geschehen auf der Erde erst dann in seiner Wirklichkeit, wenn man in ihm ein Abbild sieht von dem, was in der übersinnlich-geistigen Welt zwischen den Wesenheiten der höheren Hierarchien sich abspielt.
[ 9 ] So daß wir das europäische Geschichtsleben von dieser Zeit, vom 4. Jahrhundert an durchsetzt sehen, ich möchte sagen, von einem fortwährenden geistigen Kampfe. Es kämpfen um ihr in dem Weltgeschehen ihnen zugefallenes rechtmäßiges Gut die Archai mit den zurückgebliebenen Exusiai, mit den Geistern der Form. Alles, was da im Mittelalter geschieht in westöstlicher Richtung und in ostwestlicher Richtung, was da an Völkerzügen durcheinander wallt und webt, was sich da gegenseitig bekämpft, von den Hunnenkämpfen bis zu den Türkenkämpfen, von der Völkerwanderung bis zu den Kreuzzügen, wo alles immer eine west-östliche oder ost-westliche Richtung hat, alles das ist das sinnlichphysische, das geschichtliche Abbild eines Geisteskampfes, wie ich ihn eben charakterisiert habe, der sich hinter den Kulissen der Weltgeschichte abspielt. Man begreift eben das geschichtliche Geschehen auf der Erde erst dann in seiner Wirklichkeit, wenn man in ihm ein Abbild sieht von dem, was in der übersinnlich-geistigen Welt zwischen den Wesenheiten der höheren Hierarchien sich abspielt.
[ 10 ] Wir können zunächst, wenn wir die eine Seite dieser Tatsache ins Auge fassen, sagen: Wir haben zwei Strömungen. Die eine, welche ich Ihnen zunächst hier (siehe Zeichnung Seite 67, gelb) skizziert habe, sie bewirkt die mannigfaltigsten Bewegungen wiederum von Westen nach Osten; die andere Strömung dringt vor, dringt auch wiederum zurück, so daß diese beiden Strömungen immer ineinandergehen. Wir sehen in einem Abbilde das, was da in der geistigen Welt sich vollzieht in jenen Kämpfen, die wir aus der Völkerwanderung kennen, in jenen Kämpfen, in denen alte Kultur zum Teil zerstört wird, in denen aber auch alte Kultur mit menschlicher Individualität durchsetzt wird.
[ 10 ] Wir können zunächst, wenn wir die eine Seite dieser Tatsache ins Auge fassen, sagen: Wir haben zwei Strömungen. Die eine, welche ich Ihnen zunächst hier (siehe Zeichnung Seite 67, gelb) skizziert habe, sie bewirkt die mannigfaltigsten Bewegungen wiederum von Westen nach Osten; die andere Strömung dringt vor, dringt auch wiederum zurück, so daß diese beiden Strömungen immer ineinandergehen. Wir sehen in einem Abbilde das, was da in der geistigen Welt sich vollzieht in jenen Kämpfen, die wir aus der Völkerwanderung kennen, in jenen Kämpfen, in denen alte Kultur zum Teil zerstört wird, in denen aber auch alte Kultur mit menschlicher Individualität durchsetzt wird.
[ 11 ] Man kann sich der folgenden Betrachtung hingeben. Man kann sagen: Was wäre aus dem europäischen Zivilisationsleben geworden, wenn nicht, von Asien nach Europa hinüberstürmend und in Europa sich vielfach niederlassend, die verschiedenen Völkerschaften ihre Wanderungen begonnen hätten, und manchmal in wilder Art innerhalb dieser Wanderungen die menschliche Persönlichkeit ihr Individuelles geltend gemacht hätte?
[ 11 ] Man kann sich der folgenden Betrachtung hingeben. Man kann sagen: Was wäre aus dem europäischen Zivilisationsleben geworden, wenn nicht, von Asien nach Europa hinüberstürmend und in Europa sich vielfach niederlassend, die verschiedenen Völkerschaften ihre Wanderungen begonnen hätten, und manchmal in wilder Art innerhalb dieser Wanderungen die menschliche Persönlichkeit ihr Individuelles geltend gemacht hätte?
[ 12 ] Wir sehen ja innerhalb dieser Völkerwanderung, wie ganze Stämme ergriffen werden von einem Gemeingeist. Aber wenn wir die Geschichte durchgehen: überall zeigt sich uns auch, wie innerhalb dieser einzelnen zusammengehörigen Stämme, die von einem Gemeingeist durchsetzt sind — Ostgoten, Westgoten, Langobarden, Heruler, Franken, Markomannen, und so weiter —, wie innerhalb dieser Stämme einzelne Persönlichkeiten von den individuellen Impulsen ergriffen werden. Man möchte sagen: Überall spielt sich das ab, was auf der einen Seite den fortlaufenden Strom der Impulse der alten, eigentlich nicht mehr berechtigten Geister der Form darstellt, auf der andern Seite das berechtigte Auftreten der Geister der Persönlichkeit, der Urkräfte oder Urbeginne.
[ 12 ] Wir sehen ja innerhalb dieser Völkerwanderung, wie ganze Stämme ergriffen werden von einem Gemeingeist. Aber wenn wir die Geschichte durchgehen: überall zeigt sich uns auch, wie innerhalb dieser einzelnen zusammengehörigen Stämme, die von einem Gemeingeist durchsetzt sind — Ostgoten, Westgoten, Langobarden, Heruler, Franken, Markomannen, und so weiter —, wie innerhalb dieser Stämme einzelne Persönlichkeiten von den individuellen Impulsen ergriffen werden. Man möchte sagen: Überall spielt sich das ab, was auf der einen Seite den fortlaufenden Strom der Impulse der alten, eigentlich nicht mehr berechtigten Geister der Form darstellt, auf der andern Seite das berechtigte Auftreten der Geister der Persönlichkeit, der Urkräfte oder Urbeginne.
[ 13 ] Wenn die Geschichte genauer schildern würde, mehr Rücksicht nehmen würde auf das, was sich als geistige Kräfte geltend macht in dem, was zumeist nur als Völkerkampf geschildert wird, dann würde man sehen, wie diese zweifache Artung der Gedankenimpulse innerhalb der Menschheit eigentlich gerade in den Völkerwanderungszeiten das europäische Leben beherrscht.
[ 13 ] Wenn die Geschichte genauer schildern würde, mehr Rücksicht nehmen würde auf das, was sich als geistige Kräfte geltend macht in dem, was zumeist nur als Völkerkampf geschildert wird, dann würde man sehen, wie diese zweifache Artung der Gedankenimpulse innerhalb der Menschheit eigentlich gerade in den Völkerwanderungszeiten das europäische Leben beherrscht.
[ 14 ] Man kann, sagte ich, die Betrachtung anstellen: Was wäre die europäische Zivilisation geworden, wenn nicht diese zum Teil barbarischen Völkerschaften von Osten nach Westen sich herübergewälzt und mit der jugendfrischen Persönlichkeit ihrer einzelnen Menschheitsglieder sich hinunterergossen hätten nach der altgewordenen, griechischrömischen Zivilisation?
[ 14 ] Man kann, sagte ich, die Betrachtung anstellen: Was wäre die europäische Zivilisation geworden, wenn nicht diese zum Teil barbarischen Völkerschaften von Osten nach Westen sich herübergewälzt und mit der jugendfrischen Persönlichkeit ihrer einzelnen Menschheitsglieder sich hinunterergossen hätten nach der altgewordenen, griechischrömischen Zivilisation?
[ 15 ] Aber man kann auch auf der andern Seite fragen: Was hätten diese halbbarbarischen Völkerschaften für eine europäische Zivilisation begründen können, wenn in sie nicht eingeflossen wäre, was in der griechisch-römischen Zivilisation war, was durch die Geister der Persönlichkeit, durch die Archai übernommen worden war?
[ 15 ] Aber man kann auch auf der andern Seite fragen: Was hätten diese halbbarbarischen Völkerschaften für eine europäische Zivilisation begründen können, wenn in sie nicht eingeflossen wäre, was in der griechisch-römischen Zivilisation war, was durch die Geister der Persönlichkeit, durch die Archai übernommen worden war?
[ 16 ] Das ist ja ungeheuer interessant. Wenn man nämlich nach den Griechen, ja noch nach den Römern hinblickt, dann sieht man ganz genau: die bekommen ihre Gedanken, ihre wissenschaftlichen, ihre künstlerischen, ihre politischen, ihre sozialen Gedanken durchaus durch jene Einströmungen, die von den Geistern der Form, von den Exusiai kommen. Man braucht nur einmal nicht mit dem groben Blick, den die heutige Geschichtsschreibung hat, sondern mit einem etwas feineren Sinn auf solche Geister wie Perikles, wie Alkibiades oder wiederum wie Sulla, ja selbst wie Hannibal — obwohl der stark den Typus der Persönlichkeit trägt —, aber auch dann auf Cäsar, auf alle diese Geister hinweisen, so wird man schon finden: in ihnen walten die Gedanken noch wie Weltenmächte, wie etwas Instinktives.
[ 16 ] Das ist ja ungeheuer interessant. Wenn man nämlich nach den Griechen, ja noch nach den Römern hinblickt, dann sieht man ganz genau: die bekommen ihre Gedanken, ihre wissenschaftlichen, ihre künstlerischen, ihre politischen, ihre sozialen Gedanken durchaus durch jene Einströmungen, die von den Geistern der Form, von den Exusiai kommen. Man braucht nur einmal nicht mit dem groben Blick, den die heutige Geschichtsschreibung hat, sondern mit einem etwas feineren Sinn auf solche Geister wie Perikles, wie Alkibiades oder wiederum wie Sulla, ja selbst wie Hannibal — obwohl der stark den Typus der Persönlichkeit trägt —, aber auch dann auf Cäsar, auf alle diese Geister hinweisen, so wird man schon finden: in ihnen walten die Gedanken noch wie Weltenmächte, wie etwas Instinktives.
[ 17 ] Das kommt eben davon her, daß sie ihre Gedanken von den Geistern der Form haben. Dann tritt eine solche Persönlichkeit auf, welche mittendrinnen steht mit ihrer Seele in dem Kampfe zwischen den neuberechtigten Geistern der Persönlichkeit und den unberechtigt gewordenen Geistern der Form: Diese Persönlichkeit, die mit der Seele hineinverstrickt ist in jenen Kampf, das ist Augustinus, der katholische Kirchenvater. Ich habe Ihnen seinen Seelenkampf von den verschiedensten Seiten her geschildert. Wenn man aber diesen Seelenkampf als das irdische Abbild eines kosmisch-übersinnlichen Geschehens ansieht, dann merkt man in diesem Geist, der sich in der Jugend zu dem Manichäertum hinneigt, der dann im strengsten Sinne römisch-katholisch gläubig wird, man sieht in diesem Hin- und Hergerissensein einer Seele das irdische Abbild, den irdischen Abglanz von etwas, was sich kosmisch hinter der Menschheitsentwickelung abspielt. Augustinus neigt zu den Manichäern in der Zeit, als er noch verstrickt ist mit seiner Seele in die Impulse der Geister der Form. Sie bringen ihm alles Gute aus früheren Zeiten in die Seele hinein, doch es paßt nicht mehr für Seelen seiner Zeit. Aber durch das, was er durch die zurückgebliebenen Geister der Form erhalten hat an guten, an vorzüglichen alten Kulturgütern, ist er behindert, mit voller Entfaltung seiner Einzelpersönlichkeit die neue Form der Gedanken zu übernehmen, wie sie übermittelt werden kann durch die nun für die Gedanken berechtigt gewordenen Geister der Persönlichkeit, die Archai. Und er kann das nur übernehmen, indem er sich ganz und gar dem Dogma der Kirche übergibt.
[ 17 ] Das kommt eben davon her, daß sie ihre Gedanken von den Geistern der Form haben. Dann tritt eine solche Persönlichkeit auf, welche mittendrinnen steht mit ihrer Seele in dem Kampfe zwischen den neuberechtigten Geistern der Persönlichkeit und den unberechtigt gewordenen Geistern der Form: Diese Persönlichkeit, die mit der Seele hineinverstrickt ist in jenen Kampf, das ist Augustinus, der katholische Kirchenvater. Ich habe Ihnen seinen Seelenkampf von den verschiedensten Seiten her geschildert. Wenn man aber diesen Seelenkampf als das irdische Abbild eines kosmisch-übersinnlichen Geschehens ansieht, dann merkt man in diesem Geist, der sich in der Jugend zu dem Manichäertum hinneigt, der dann im strengsten Sinne römisch-katholisch gläubig wird, man sieht in diesem Hin- und Hergerissensein einer Seele das irdische Abbild, den irdischen Abglanz von etwas, was sich kosmisch hinter der Menschheitsentwickelung abspielt. Augustinus neigt zu den Manichäern in der Zeit, als er noch verstrickt ist mit seiner Seele in die Impulse der Geister der Form. Sie bringen ihm alles Gute aus früheren Zeiten in die Seele hinein, doch es paßt nicht mehr für Seelen seiner Zeit. Aber durch das, was er durch die zurückgebliebenen Geister der Form erhalten hat an guten, an vorzüglichen alten Kulturgütern, ist er behindert, mit voller Entfaltung seiner Einzelpersönlichkeit die neue Form der Gedanken zu übernehmen, wie sie übermittelt werden kann durch die nun für die Gedanken berechtigt gewordenen Geister der Persönlichkeit, die Archai. Und er kann das nur übernehmen, indem er sich ganz und gar dem Dogma der Kirche übergibt.
[ 18 ] Man kann eine solche Persönlichkeit, wie Augustinus es ist, immer von zwei Seiten her charakterisieren. Man kann sich auf den Gesichtspunkt des Erdendaseins stellen und dann bloß auf die einzelne Persönlichkeit hinschauen und sehen, wie da die Seelenmächte miteinander ringen. Aber man kann auch den Fall von jenseits des Erdendaseins betrachten und darauf Rücksicht nehmen, wie eine solche Persönlichkeit gelenkt und geleitet wird von den göttlich-geistigen Mächten der höheren Hierarchien. Dann lernt man das eine Mal, wenn man den irdischen Standpunkt einnimmt, eben eine menschliche Persönlichkeit kennen, nun, wie sie sich eben darlebt auf der Erde selber. Wenn man den andern Standpunkt, den übersinnlichen Standpunkt einnimmt, lernt man erkennen, in welcher Art solch eine Persönlichkeit ein Sendbote der geistigen Welt ist. Das ist eigentlich der Mensch immer. Der Mensch ist hier auf der Erde ein Erdenwesen und kann in geschlossener Weise als Erdenwesen betrachtet werden. Es behindert die Freiheit dieses seines irdischen Seins gar nicht, daß er zu gleicher Zeit von den Kräften der überirdischen Welt impulsiert wird, nicht gelenkt und geleitet, aber impulsiert wird, und daß er so zu gleicher Zeit ein Sendbote der übersinnlichen Mächte ist.
[ 18 ] Man kann eine solche Persönlichkeit, wie Augustinus es ist, immer von zwei Seiten her charakterisieren. Man kann sich auf den Gesichtspunkt des Erdendaseins stellen und dann bloß auf die einzelne Persönlichkeit hinschauen und sehen, wie da die Seelenmächte miteinander ringen. Aber man kann auch den Fall von jenseits des Erdendaseins betrachten und darauf Rücksicht nehmen, wie eine solche Persönlichkeit gelenkt und geleitet wird von den göttlich-geistigen Mächten der höheren Hierarchien. Dann lernt man das eine Mal, wenn man den irdischen Standpunkt einnimmt, eben eine menschliche Persönlichkeit kennen, nun, wie sie sich eben darlebt auf der Erde selber. Wenn man den andern Standpunkt, den übersinnlichen Standpunkt einnimmt, lernt man erkennen, in welcher Art solch eine Persönlichkeit ein Sendbote der geistigen Welt ist. Das ist eigentlich der Mensch immer. Der Mensch ist hier auf der Erde ein Erdenwesen und kann in geschlossener Weise als Erdenwesen betrachtet werden. Es behindert die Freiheit dieses seines irdischen Seins gar nicht, daß er zu gleicher Zeit von den Kräften der überirdischen Welt impulsiert wird, nicht gelenkt und geleitet, aber impulsiert wird, und daß er so zu gleicher Zeit ein Sendbote der übersinnlichen Mächte ist.
[ 19 ] Und wieder in anderer Form tritt uns entgegen dieses Ineinanderwirken der zurückgebliebenen Geister der Form, die sich vorzugsweise in Asien drüben, ich möchte sagen, ihre Kerntruppen suchen und sie immer gegen Europa schieben, und der berechtigt gewordenen Geister der Persönlichkeit, der Archai, die schon mehr gegen Westen vorgerückt sind und immer wiederum zurückschieben wollen, was von den zurückgebliebenen Geistern der Form kommt.
[ 19 ] Und wieder in anderer Form tritt uns entgegen dieses Ineinanderwirken der zurückgebliebenen Geister der Form, die sich vorzugsweise in Asien drüben, ich möchte sagen, ihre Kerntruppen suchen und sie immer gegen Europa schieben, und der berechtigt gewordenen Geister der Persönlichkeit, der Archai, die schon mehr gegen Westen vorgerückt sind und immer wiederum zurückschieben wollen, was von den zurückgebliebenen Geistern der Form kommt.
[ 20 ] In späterer Zeit tritt uns dieses west-östliche und ost-westliche Durcheinanderwogen der irdischen Abbilder höherer geistiger Impulse in den Kreuzzügen entgegen. Studieren Sie die Kreuzzüge. Studieren Sie, wie zunächst aus einem gewissen Impuls heraus, der durchaus mit dem Wesen der Geister der Persönlichkeit, der Archai, zusammenhängt, die Kreuzzüge sich entwickeln, wie gewaltige Absichten den Kreuzzügen zugrunde liegen. Studieren Sie dann, wie die Kreuzfahrer immer mehr und mehr Massenurteilen unterliegen, wie die Massenurteile immer suggestiver wirken. Ich möchte sagen: Je weiter die Kreuzfahrer sich von Westen nach Osten bewegen, desto mehr wird der Einzelne eingefangen in die Massenurteile. — Und als dann die Kreuzfahrer hinüberkommen in die Sphäre des asiatischen Lebens, da breiten sich über das, was von einzelnen Individualitäten in einzelne Individualitäten hineingesenkt worden ist, Massenimpulse aus.
[ 20 ] In späterer Zeit tritt uns dieses west-östliche und ost-westliche Durcheinanderwogen der irdischen Abbilder höherer geistiger Impulse in den Kreuzzügen entgegen. Studieren Sie die Kreuzzüge. Studieren Sie, wie zunächst aus einem gewissen Impuls heraus, der durchaus mit dem Wesen der Geister der Persönlichkeit, der Archai, zusammenhängt, die Kreuzzüge sich entwickeln, wie gewaltige Absichten den Kreuzzügen zugrunde liegen. Studieren Sie dann, wie die Kreuzfahrer immer mehr und mehr Massenurteilen unterliegen, wie die Massenurteile immer suggestiver wirken. Ich möchte sagen: Je weiter die Kreuzfahrer sich von Westen nach Osten bewegen, desto mehr wird der Einzelne eingefangen in die Massenurteile. — Und als dann die Kreuzfahrer hinüberkommen in die Sphäre des asiatischen Lebens, da breiten sich über das, was von einzelnen Individualitäten in einzelne Individualitäten hineingesenkt worden ist, Massenimpulse aus.
[ 21 ] Wir sehen, wie die Menschen ihre Persönlichkeit verlieren. Wir sehen, wie die europäischen Kreuzfahrer im Orient in bezug auf ihre Seeleneigenschaften verfallen. Die guten moralischen Impulse, die sie mitgenommen haben, können sie nicht entfalten unter den Massensuggestionen, in die sie hineinfallen. Sie werden moralisch dekadent. Und unter dieser moralischen Dekadenz gutmeinender Menschen, die von Westen nach Osten gezogen sind, gewinnen wiederum an Herrschaft die von Osten nach Westen strebenden Impulse, welche in dem muselmanischen, in dem türkischen Menschen leben.
[ 21 ] Wir sehen, wie die Menschen ihre Persönlichkeit verlieren. Wir sehen, wie die europäischen Kreuzfahrer im Orient in bezug auf ihre Seeleneigenschaften verfallen. Die guten moralischen Impulse, die sie mitgenommen haben, können sie nicht entfalten unter den Massensuggestionen, in die sie hineinfallen. Sie werden moralisch dekadent. Und unter dieser moralischen Dekadenz gutmeinender Menschen, die von Westen nach Osten gezogen sind, gewinnen wiederum an Herrschaft die von Osten nach Westen strebenden Impulse, welche in dem muselmanischen, in dem türkischen Menschen leben.
[ 22 ] Und so sehen wir in den Kreuzzügen das zweite weltgeschichtliche Hin- und Herwogen eines Kampfes von Osten nach Westen und von Westen nach Osten, eines Kampfes, der das Abbild ist des andern, des geistigen Kampfes zwischen zurückgebliebenen Geistern der Form und richtig fortgeschrittenen Geistern der Persönlichkeit.
[ 22 ] Und so sehen wir in den Kreuzzügen das zweite weltgeschichtliche Hin- und Herwogen eines Kampfes von Osten nach Westen und von Westen nach Osten, eines Kampfes, der das Abbild ist des andern, des geistigen Kampfes zwischen zurückgebliebenen Geistern der Form und richtig fortgeschrittenen Geistern der Persönlichkeit.
[ 23 ] Das Ganze würde sich mit der Zeit so gestaltet haben, daß — wenn wir auf Europa schauen — im Westen sich, wenn auch einseitig, immer mehr und mehr ausgebreitet hätten die Impulse der Geister der Persönlichkeit (siehe Zeichnung Seite 67, blau schraffiert), im Osten immer mehr und mehr die Impulse der zurückgebliebenen Geister der Form (violett schraffiert). Sie können das, was ich Ihnen heute schildere, zusammennehmen mit andern Gesichtspunkten, die ich über diese Kulturströmungen vor Zeiten hier schon entwickelt habe, denn im Übersinnlichen spielen eben die Dinge durchaus ineinander, und man kann die Dinge nur allmählich verstehen, indem man sich in die verschiedensten Impulse einläßt.
[ 23 ] Das Ganze würde sich mit der Zeit so gestaltet haben, daß — wenn wir auf Europa schauen — im Westen sich, wenn auch einseitig, immer mehr und mehr ausgebreitet hätten die Impulse der Geister der Persönlichkeit (siehe Zeichnung Seite 67, blau schraffiert), im Osten immer mehr und mehr die Impulse der zurückgebliebenen Geister der Form (violett schraffiert). Sie können das, was ich Ihnen heute schildere, zusammennehmen mit andern Gesichtspunkten, die ich über diese Kulturströmungen vor Zeiten hier schon entwickelt habe, denn im Übersinnlichen spielen eben die Dinge durchaus ineinander, und man kann die Dinge nur allmählich verstehen, indem man sich in die verschiedensten Impulse einläßt.
[ 24 ] Aber so ist es nicht geblieben. Wenn wir allerdings zurückgehen in sehr frühe Zeiten des Mittelalters, bis zur Kreuzzugszeit, so können wir sagen: Für diese Zeiten gilt das in der Weise, wie ich es hier gezeichnet habe. Aber immer mehr und mehr spielt ein anderes Moment hinein — ich meine jetzt im Übersinnlichen —, und das ist, daß ja nicht nur zurückgeblieben sind die Geister der Form, nicht nur vorwärtsgekommen sind die Archai, die Urbeginne, sondern immer geschieht es in den Hierarchien der übersinnlichen Welt so, daß gewisse geistige Wesenheiten zurückbleiben, gewisse geistige Wesenheiten ihren normalen Fortschritt machen, daß gewisse Wesenheiten aber auch über das Ziel hinausschießen.
[ 24 ] Aber so ist es nicht geblieben. Wenn wir allerdings zurückgehen in sehr frühe Zeiten des Mittelalters, bis zur Kreuzzugszeit, so können wir sagen: Für diese Zeiten gilt das in der Weise, wie ich es hier gezeichnet habe. Aber immer mehr und mehr spielt ein anderes Moment hinein — ich meine jetzt im Übersinnlichen —, und das ist, daß ja nicht nur zurückgeblieben sind die Geister der Form, nicht nur vorwärtsgekommen sind die Archai, die Urbeginne, sondern immer geschieht es in den Hierarchien der übersinnlichen Welt so, daß gewisse geistige Wesenheiten zurückbleiben, gewisse geistige Wesenheiten ihren normalen Fortschritt machen, daß gewisse Wesenheiten aber auch über das Ziel hinausschießen.
[ 25 ] Und so sehen wir, daß im Westen, und zwar vom Süden herauf, in die ganze Bewegung eingreifen zurückgebliebene Erzengelwesen (roter Pfeil links), zurückgebliebene Archangeloi. So daß wir also gewissermaßen hier (oben) Archaiwesen haben in berechtigter Weise, aber hier (unten) Archangeloiwesen, welche auf früheren Stufen zurückgeblieben sind, die eigentlich zurückgebliebene Wesenheiten früherer Stufen darstellen, die Archangeloi geblieben sind, die schon Archai sein könnten, aber Archangeloi geblieben sind. Das ist das Wesen dieser Geister.
[ 25 ] Und so sehen wir, daß im Westen, und zwar vom Süden herauf, in die ganze Bewegung eingreifen zurückgebliebene Erzengelwesen (roter Pfeil links), zurückgebliebene Archangeloi. So daß wir also gewissermaßen hier (oben) Archaiwesen haben in berechtigter Weise, aber hier (unten) Archangeloiwesen, welche auf früheren Stufen zurückgeblieben sind, die eigentlich zurückgebliebene Wesenheiten früherer Stufen darstellen, die Archangeloi geblieben sind, die schon Archai sein könnten, aber Archangeloi geblieben sind. Das ist das Wesen dieser Geister.


[ 26 ] Und so sehen wir, daß im Westen Europas immer mehr und mehr wenn ich mich dieses pedantisch-philiströsen Ausdrucks bedienen darf normale Archai mit anormalen Archangeloi zusammenwirken.
[ 26 ] Und so sehen wir, daß im Westen Europas immer mehr und mehr wenn ich mich dieses pedantisch-philiströsen Ausdrucks bedienen darf normale Archai mit anormalen Archangeloi zusammenwirken.
[ 27 ] Wenn wir die Sache geographisch nehmen, haben die Archangeloi eine Süd-Nordrichtung, während die Archai und zurückgebliebenen Exusiai die west-östliche und ost-westliche Richtung haben. Auf diese Weise bekommt man die historisch geographischen Verhältnisse, die sich auf der Erde abspielen, als Abbilder der Kämpfe und des Zusammenwirkens höherer geistiger Wesenheiten heraus.
[ 27 ] Wenn wir die Sache geographisch nehmen, haben die Archangeloi eine Süd-Nordrichtung, während die Archai und zurückgebliebenen Exusiai die west-östliche und ost-westliche Richtung haben. Auf diese Weise bekommt man die historisch geographischen Verhältnisse, die sich auf der Erde abspielen, als Abbilder der Kämpfe und des Zusammenwirkens höherer geistiger Wesenheiten heraus.
[ 28 ] Alles, was im Westen Europas geschieht, man darf wohl sagen, was bis zum heutigen Tage geschieht, alles das kann verstanden werden als Abbild des Zusammenwirkens solcher normaler Archai mit abnormen Archangeloi, abnormen Archaiwesen, welche vor allen Dingen, weil sie den Menschen sehr nahestehen, sie in starker Weise impulsieren, ihnen vor allen Dingen ein emotionelles Verhältnis zu ihren Sprachen beibringen, jenes emotionelle Verhältnis, das ja — wie Sie sich denken können nach einem Vortrage, den ich vor kurzem hier gehalten habe für diese Menschen eine große Bedeutung hat. Es bestimmt das ganze Wesen der Menschen außerordentlich stark dieses Einwirken der namentlich für das Verhältnis des Menschen zur Sprache so wichtigen Archangeloiwesen. Das, was gerade durch die Sprache die Menschen zusammenhält, sie in fanatischer Weise im Zusammenhalt durch die Sprache erscheinen läßt, das wird als irdisch abbildliches Geschehen erklärlich, wenn man die dahinterstehenden übersinnlichen Tatsachen kennt.
[ 28 ] Alles, was im Westen Europas geschieht, man darf wohl sagen, was bis zum heutigen Tage geschieht, alles das kann verstanden werden als Abbild des Zusammenwirkens solcher normaler Archai mit abnormen Archangeloi, abnormen Archaiwesen, welche vor allen Dingen, weil sie den Menschen sehr nahestehen, sie in starker Weise impulsieren, ihnen vor allen Dingen ein emotionelles Verhältnis zu ihren Sprachen beibringen, jenes emotionelle Verhältnis, das ja — wie Sie sich denken können nach einem Vortrage, den ich vor kurzem hier gehalten habe für diese Menschen eine große Bedeutung hat. Es bestimmt das ganze Wesen der Menschen außerordentlich stark dieses Einwirken der namentlich für das Verhältnis des Menschen zur Sprache so wichtigen Archangeloiwesen. Das, was gerade durch die Sprache die Menschen zusammenhält, sie in fanatischer Weise im Zusammenhalt durch die Sprache erscheinen läßt, das wird als irdisch abbildliches Geschehen erklärlich, wenn man die dahinterstehenden übersinnlichen Tatsachen kennt.
[ 29 ] Nun ist in den verschiedenen Zeitepochen die Sache schwächer oder stärker, von der einen oder der andern Seite. Da haben wir im Westen ein Überwiegen der normalen Archai, haben im Süden ein Überwiegen der Impulse der abnormen Archangeloiwesen. Es ist durchaus möglich, das geschichtliche Leben der Menschen und Völker von dem Gesichtspunkte des Übersinnlichen aus zu charakterisieren.
[ 29 ] Nun ist in den verschiedenen Zeitepochen die Sache schwächer oder stärker, von der einen oder der andern Seite. Da haben wir im Westen ein Überwiegen der normalen Archai, haben im Süden ein Überwiegen der Impulse der abnormen Archangeloiwesen. Es ist durchaus möglich, das geschichtliche Leben der Menschen und Völker von dem Gesichtspunkte des Übersinnlichen aus zu charakterisieren.
[ 30 ] Weiter muß man sagen: Dasjenige, was im Osten geschehen würde, wird wesentlich modifiziert dadurch, daß die zurückgebliebenen Geister der Form, die ja eine große Macht haben, stark beeinflußt werden durch die — ich darf jetzt schon sagen, da Sie ihre Bedeutung wissen —, durch die von Norden nach Süden wirkenden normal entwickelten Archangeloiwesen. Es schiebt sich gewissermaßen (Pfeil, gelb) in jenes wilde Gewoge und Getriebe, welches namentlich durch die von den zurückgebliebenen Formgeistern, von elohistischen Wesenheiten beherrschten Türken, Mongolen und ähnliche Gewalten entsteht, es mischt sich von Norden herunter da hinein etwas, das — wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf — von guten Archangeloiwesen kommt, die dem Menschen sehr nahestehen, die in jedes einzelne Menschengemüt etwas hineingießen, was da jenen Gemeingeist übertönt, der eigentlich doch von zurückgebliebenen Geistern der Form herrührt.
[ 30 ] Weiter muß man sagen: Dasjenige, was im Osten geschehen würde, wird wesentlich modifiziert dadurch, daß die zurückgebliebenen Geister der Form, die ja eine große Macht haben, stark beeinflußt werden durch die — ich darf jetzt schon sagen, da Sie ihre Bedeutung wissen —, durch die von Norden nach Süden wirkenden normal entwickelten Archangeloiwesen. Es schiebt sich gewissermaßen (Pfeil, gelb) in jenes wilde Gewoge und Getriebe, welches namentlich durch die von den zurückgebliebenen Formgeistern, von elohistischen Wesenheiten beherrschten Türken, Mongolen und ähnliche Gewalten entsteht, es mischt sich von Norden herunter da hinein etwas, das — wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf — von guten Archangeloiwesen kommt, die dem Menschen sehr nahestehen, die in jedes einzelne Menschengemüt etwas hineingießen, was da jenen Gemeingeist übertönt, der eigentlich doch von zurückgebliebenen Geistern der Form herrührt.
[ 31 ] Wiederum ist es so, daß auch hier für verschiedene Epochen der Weltgeschichte bald das Gewoge eines furchtbaren, unpersönlichen, unindividuellen Gemeingeistes waltet, in andern Epochen die Individualitäten vorherrschend werden. Wenn jemand einmal die merkwürdige russische Geschichte in dieser Weise als ein Abbild des Zusammenwirkens höherer geistiger Wesenheiten der oberen Hierarchien darstellen würde, so würden ungeheure Lichter fallen auf das, was in den einzelnen Epochen dieser Geschichte vorfällt.
[ 31 ] Wiederum ist es so, daß auch hier für verschiedene Epochen der Weltgeschichte bald das Gewoge eines furchtbaren, unpersönlichen, unindividuellen Gemeingeistes waltet, in andern Epochen die Individualitäten vorherrschend werden. Wenn jemand einmal die merkwürdige russische Geschichte in dieser Weise als ein Abbild des Zusammenwirkens höherer geistiger Wesenheiten der oberen Hierarchien darstellen würde, so würden ungeheure Lichter fallen auf das, was in den einzelnen Epochen dieser Geschichte vorfällt.
[ 32 ] Nun haben wir also (siehe Zeichnung Seite 67) im Westen eine Strömung von Süden nach Norden, die sich mit der west-östlichen Richtung vermischt, hier eine Strömung von Norden nach Süden, die sich auch mit der west-östlichen Strömung vermischt. Aber diese Strömungen breiten sich wieder aus, und wir haben in der späteren Zeit eine süd-nördliche Strömung, die fortwährend, ich möchte sagen, in Schwingungen, in Zickzackschwingungen (siehe Zeichnung Seite 67) versetzt wird durch die westöstlichen Impulse. Und wir haben damit zusammenwirkend, in sie hineinwirkend die nord-südliche Strömung, die wiederum in Zickzackschwingungen durch die west-östlichen Impulse versetzt wird (orange). Dieses Zusammenziehen der zwei an sich schon zusammengesetzten Strömungen, das tritt in einer späteren Zeit der europäischen Entwickelung auf, das tritt auf in der Zeit, als die Reformationskämpfe beginnen.
[ 32 ] Nun haben wir also (siehe Zeichnung Seite 67) im Westen eine Strömung von Süden nach Norden, die sich mit der west-östlichen Richtung vermischt, hier eine Strömung von Norden nach Süden, die sich auch mit der west-östlichen Strömung vermischt. Aber diese Strömungen breiten sich wieder aus, und wir haben in der späteren Zeit eine süd-nördliche Strömung, die fortwährend, ich möchte sagen, in Schwingungen, in Zickzackschwingungen (siehe Zeichnung Seite 67) versetzt wird durch die westöstlichen Impulse. Und wir haben damit zusammenwirkend, in sie hineinwirkend die nord-südliche Strömung, die wiederum in Zickzackschwingungen durch die west-östlichen Impulse versetzt wird (orange). Dieses Zusammenziehen der zwei an sich schon zusammengesetzten Strömungen, das tritt in einer späteren Zeit der europäischen Entwickelung auf, das tritt auf in der Zeit, als die Reformationskämpfe beginnen.
[ 33 ] Da sehen wir, wie eine nord-südliche Strömung, die aber immer mit west-östlicher vermischt ist, stark in sich tragend die normalen Archaikräfte, wie diese Strömung hineinstrebt in dasjenige, was zurückgeblieben war von den früheren, von Asien herüberflutenden Impulsen der zurückgebliebenen Geister der Form. Und es tritt, weil es etwas mit den Geistern der Form zu tun hat, in elementarer Weise etwas auf, was aber zugleich auf normale Impulse der Menschheitsentwickelung geht.
[ 33 ] Da sehen wir, wie eine nord-südliche Strömung, die aber immer mit west-östlicher vermischt ist, stark in sich tragend die normalen Archaikräfte, wie diese Strömung hineinstrebt in dasjenige, was zurückgeblieben war von den früheren, von Asien herüberflutenden Impulsen der zurückgebliebenen Geister der Form. Und es tritt, weil es etwas mit den Geistern der Form zu tun hat, in elementarer Weise etwas auf, was aber zugleich auf normale Impulse der Menschheitsentwickelung geht.
[ 34 ] Studieren Sie alles dasjenige, was auf der einen Seite aus dem reinen Gedanken des Evangelisch-Protestantischen von Norden nach Süden sich wälzt, was aber dann in die wildesten kriegerischen Verwicklungen hineinwirkt, und studieren Sie dasjenige, was als Gegenströmungen von Süden heraufkommt, was wiederum zu den kriegerischen Verwicklungen führt. Studieren Sie zum Beispiel die evangelisch-protestantische Richtung mit einer nord-südlichen Hauptrichtung und die katholisch-jesuitische Strömung mit ihrer süd-nördlichen Hauptrichtung: da werden Sie das Ineinanderspielen, das komplizierte Ineinanderspielen desjenigen studieren können, was auf der Erde sich abspielt als ein Bild der höheren Geisteskämpfe des Übersinnlichen.
[ 34 ] Studieren Sie alles dasjenige, was auf der einen Seite aus dem reinen Gedanken des Evangelisch-Protestantischen von Norden nach Süden sich wälzt, was aber dann in die wildesten kriegerischen Verwicklungen hineinwirkt, und studieren Sie dasjenige, was als Gegenströmungen von Süden heraufkommt, was wiederum zu den kriegerischen Verwicklungen führt. Studieren Sie zum Beispiel die evangelisch-protestantische Richtung mit einer nord-südlichen Hauptrichtung und die katholisch-jesuitische Strömung mit ihrer süd-nördlichen Hauptrichtung: da werden Sie das Ineinanderspielen, das komplizierte Ineinanderspielen desjenigen studieren können, was auf der Erde sich abspielt als ein Bild der höheren Geisteskämpfe des Übersinnlichen.
[ 35 ] Und dadurch kommt etwas heraus, was Sie eigentlich als Anthroposophen schätzen müßten. Nach den heutigen Darstellungen — die Schiller nur ein bißchen zurechtgerichtet hat, namentlich für den Anfang der Vorgänge —, nach den heutigen Darstellungen des Dreißigjährigen Krieges weiß man, wie aus dem Religionskampf in Prag jenes Ereignis sich entwickelt hat, wo die aufgeregten Leute in das Prager Rathaus gedrungen sind, die zwei Staatsmänner Martinitz und Slawata und dann auch den Geheimschreiber Fabricius zum Fenster hinausgeworfen haben, denen dann, wie Sie ja wissen, nichts geschehen ist, weil sie auf einen Misthaufen, das heißt auf einen Haufen gefallen sind, der aus lauter hinuntergeworfenen Papierschnitzeln bestand. Es war nicht, was man im gewöhnlichen Leben einen Misthaufen nennt, sondern es war ein Haufen aus Papierschnitzeln, denn in der damaligen Zeit war es so Sitte, daß man nicht einen Papierkorb verwendete, sondern die Papierschnitzel zum Fenster hinauswarf, und nachher warf die aufgeregte Menge ihnen jene Politiker nach. Wenn man da anfängt und nachher die Sache weiter verfolgt: Es ist ein so wüstes Herumfahren auf der Karte von Europa; bald siegt der, bald der andere, bald fällt jenem Kurfürsten etwas ein, dann wieder nimmt dieser Feldherr jene Richtung und so weiter. Es ist wie ein Herumfahren auf der Karte von Europa, ganz gleichgültig, ob man dieses Herumfahren zeichnet, oder ob man es bloß schildert. In der Schule kommt man gerade bei solchen Darstellungen von so eminent wichtigen Erscheinungen wie dem Dreißigjährigen Krieg immer in Verlegenheit, weil man nach den gewöhnlichen geschichtlichen Darstellungen ja überhaupt nur so erzählen muß, daß die Schüler es doch bald wieder vergessen, denn das wirbelt alles durcheinander! Da ist ja nichts drinnen, was den einzelnen Gedankenströmungen Richtung gibt. Aber sieht man auf das Wahrhaftige in der Sache, dann sieht man eben hinter dem äußeren Abbild diese nord-südlichen, südlich-nördlichen Strömungen, die fortwährend auch von west-östlichen durchkreuzt werden.
[ 35 ] Und dadurch kommt etwas heraus, was Sie eigentlich als Anthroposophen schätzen müßten. Nach den heutigen Darstellungen — die Schiller nur ein bißchen zurechtgerichtet hat, namentlich für den Anfang der Vorgänge —, nach den heutigen Darstellungen des Dreißigjährigen Krieges weiß man, wie aus dem Religionskampf in Prag jenes Ereignis sich entwickelt hat, wo die aufgeregten Leute in das Prager Rathaus gedrungen sind, die zwei Staatsmänner Martinitz und Slawata und dann auch den Geheimschreiber Fabricius zum Fenster hinausgeworfen haben, denen dann, wie Sie ja wissen, nichts geschehen ist, weil sie auf einen Misthaufen, das heißt auf einen Haufen gefallen sind, der aus lauter hinuntergeworfenen Papierschnitzeln bestand. Es war nicht, was man im gewöhnlichen Leben einen Misthaufen nennt, sondern es war ein Haufen aus Papierschnitzeln, denn in der damaligen Zeit war es so Sitte, daß man nicht einen Papierkorb verwendete, sondern die Papierschnitzel zum Fenster hinauswarf, und nachher warf die aufgeregte Menge ihnen jene Politiker nach. Wenn man da anfängt und nachher die Sache weiter verfolgt: Es ist ein so wüstes Herumfahren auf der Karte von Europa; bald siegt der, bald der andere, bald fällt jenem Kurfürsten etwas ein, dann wieder nimmt dieser Feldherr jene Richtung und so weiter. Es ist wie ein Herumfahren auf der Karte von Europa, ganz gleichgültig, ob man dieses Herumfahren zeichnet, oder ob man es bloß schildert. In der Schule kommt man gerade bei solchen Darstellungen von so eminent wichtigen Erscheinungen wie dem Dreißigjährigen Krieg immer in Verlegenheit, weil man nach den gewöhnlichen geschichtlichen Darstellungen ja überhaupt nur so erzählen muß, daß die Schüler es doch bald wieder vergessen, denn das wirbelt alles durcheinander! Da ist ja nichts drinnen, was den einzelnen Gedankenströmungen Richtung gibt. Aber sieht man auf das Wahrhaftige in der Sache, dann sieht man eben hinter dem äußeren Abbild diese nord-südlichen, südlich-nördlichen Strömungen, die fortwährend auch von west-östlichen durchkreuzt werden.
[ 36 ] Man sieht in dem, was von Wallenstein kommt, was dann von Norden herunterkommt, von Gustav Adolf und so weiter, man sieht in allem, wie dasjenige, was äußerlich in der Geschichte vorgeht, gewissermaßen — ich sage wieder nicht geleitet und gelenkt, aber impulsiert wird von den übersinnlichen Kräften, die dahinterstehen. Die Menschen sind trotzdem darinnen freie Wesen, der Mensch ist ja ein freies Wesen, obwohl auch natürliche Impulse seine Taten lenken. Nicht wahr, man kann nicht sagen, man werde dadurch unfrei, daß man, weil man zum Fenster hinausschaut und sieht, daß es regnet, seinen Regenschirm mitnimmt und ihn draußen aufspannt; man fügt sich eben in die natürlichen Kräfte hinein. So steht der Mensch durchaus mit seinen seelisch-geistigen Wirkungen in den geistigen Impulsen, in dem geistigen Kräftezusammenhange darinnen; er bleibt deshalb doch ein freies Wesen.
[ 36 ] Man sieht in dem, was von Wallenstein kommt, was dann von Norden herunterkommt, von Gustav Adolf und so weiter, man sieht in allem, wie dasjenige, was äußerlich in der Geschichte vorgeht, gewissermaßen — ich sage wieder nicht geleitet und gelenkt, aber impulsiert wird von den übersinnlichen Kräften, die dahinterstehen. Die Menschen sind trotzdem darinnen freie Wesen, der Mensch ist ja ein freies Wesen, obwohl auch natürliche Impulse seine Taten lenken. Nicht wahr, man kann nicht sagen, man werde dadurch unfrei, daß man, weil man zum Fenster hinausschaut und sieht, daß es regnet, seinen Regenschirm mitnimmt und ihn draußen aufspannt; man fügt sich eben in die natürlichen Kräfte hinein. So steht der Mensch durchaus mit seinen seelisch-geistigen Wirkungen in den geistigen Impulsen, in dem geistigen Kräftezusammenhange darinnen; er bleibt deshalb doch ein freies Wesen.
[ 37 ] Aber das, was sich auf dem Plane der großen Weltgeschichte abspielt, begreift man eben erst dann, wenn man es aus dem Übersinnlichen heraus begreift, das dahintersteht. Und damit kommt man dann an die konkrete Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte, während man, wenn man nur von einem abstrakt Göttlichen spricht, nicht irgendwie zu einer Anschauung kommen kann.
[ 37 ] Aber das, was sich auf dem Plane der großen Weltgeschichte abspielt, begreift man eben erst dann, wenn man es aus dem Übersinnlichen heraus begreift, das dahintersteht. Und damit kommt man dann an die konkrete Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte, während man, wenn man nur von einem abstrakt Göttlichen spricht, nicht irgendwie zu einer Anschauung kommen kann.
[ 38 ] Derjenige, der bloß von einem abstrakt Göttlichen spricht, der müßte doch eigentlich, da er das Göttliche überall wirksam denken muß, dieses abstrakt Göttliche, sagen wir bei einer Türkenschlacht des Mittelalters, bei den Türken suchen, und auch bei denen, welche die Türken bekämpfen! Das heißt, das abstrakt Göttliche ist da mit sich selber im Kampf, in einem Selbstkonflikt drinnen, wenn man es nur als abstrakt Göttliches anschaut.
[ 38 ] Derjenige, der bloß von einem abstrakt Göttlichen spricht, der müßte doch eigentlich, da er das Göttliche überall wirksam denken muß, dieses abstrakt Göttliche, sagen wir bei einer Türkenschlacht des Mittelalters, bei den Türken suchen, und auch bei denen, welche die Türken bekämpfen! Das heißt, das abstrakt Göttliche ist da mit sich selber im Kampf, in einem Selbstkonflikt drinnen, wenn man es nur als abstrakt Göttliches anschaut.
[ 39 ] In dem Augenblick, wo man an die konkreten geistigen Wesenheiten kommt, die ihre gegenseitigen Verhältnisse dadurch haben, daß in einer solchen Weise, wie ich es geschildert habe, gewisse Aufgaben von der einen Gruppe auf die andere übergehen, daß aber gewisse Gruppen zurückbleiben, andere auf normale Stufen kommen, andere im Sturm vorwärtsschreiten, in dem Augenblick, wo man erkennt, daß da tatsächlich in der geistigen Welt eine Vielheit ist von Wesen, die sich bekämpfen, die sich aber auch gegenseitig helfen können, bekommt man erst die Möglichkeit, wirklich das, was hinter den Kulissen der Weltgeschichte im Übersinnlichen des Kosmos geschieht, mit menschlichen Begriffen zu durchdringen, ohne daß man sich unerlaubter Widersprüche schuldig macht.
[ 39 ] In dem Augenblick, wo man an die konkreten geistigen Wesenheiten kommt, die ihre gegenseitigen Verhältnisse dadurch haben, daß in einer solchen Weise, wie ich es geschildert habe, gewisse Aufgaben von der einen Gruppe auf die andere übergehen, daß aber gewisse Gruppen zurückbleiben, andere auf normale Stufen kommen, andere im Sturm vorwärtsschreiten, in dem Augenblick, wo man erkennt, daß da tatsächlich in der geistigen Welt eine Vielheit ist von Wesen, die sich bekämpfen, die sich aber auch gegenseitig helfen können, bekommt man erst die Möglichkeit, wirklich das, was hinter den Kulissen der Weltgeschichte im Übersinnlichen des Kosmos geschieht, mit menschlichen Begriffen zu durchdringen, ohne daß man sich unerlaubter Widersprüche schuldig macht.
[ 40 ] Denn sehen Sie, da treten dann konkrete Begriffe ein. Man sieht, wie im Westen unberechtigte Archangeloi in ein berechtigtes Tun von Archai eingreifen, wie also da ein Beeinträchtigen, ein Verschlimmern des Guten in den sich abspielenden Kämpfen fortwährend stattfindet. Wir sehen, wie im Osten gut wirkende Archangeloi als helfende, als schützende Geister ausgleichen, was sonst durch die zurückgebliebenen Geister der Form in einer nicht dem vollen Menschlichen entsprechenden Weise ausgestaltet würde. Und wir sehen dann, wie, indem sich diese beiden Strömungen zusammenschieben, innerhalb Mitteleuropas jene fortwährenden Verwirrungen eintreten von Reformation und Gegenreformation, in jenem Ausmaße, das diese Kräfte im Dreißigjährigen Krieg angenommen haben, und noch in den folgenden Kämpfen, die sich da abgespielt haben.
[ 40 ] Denn sehen Sie, da treten dann konkrete Begriffe ein. Man sieht, wie im Westen unberechtigte Archangeloi in ein berechtigtes Tun von Archai eingreifen, wie also da ein Beeinträchtigen, ein Verschlimmern des Guten in den sich abspielenden Kämpfen fortwährend stattfindet. Wir sehen, wie im Osten gut wirkende Archangeloi als helfende, als schützende Geister ausgleichen, was sonst durch die zurückgebliebenen Geister der Form in einer nicht dem vollen Menschlichen entsprechenden Weise ausgestaltet würde. Und wir sehen dann, wie, indem sich diese beiden Strömungen zusammenschieben, innerhalb Mitteleuropas jene fortwährenden Verwirrungen eintreten von Reformation und Gegenreformation, in jenem Ausmaße, das diese Kräfte im Dreißigjährigen Krieg angenommen haben, und noch in den folgenden Kämpfen, die sich da abgespielt haben.
[ 41 ] Zweierlei muß uns vor der Seele stehen: Wir betrachten den einzelnen Menschen; aber wir betrachten ihn nicht so, wie ihn die heutige offizielle Wissenschaft betrachtet, die nur sieht: da hat er diesen Muskel, da jenen Muskel, da diesen Knochen, da diesen Nerv —, sondern wir betrachten den ganzen Menschen seiner physischen Bildung nach als ein Abbild des Übersinnlichen, und wissen, daß ja der physische Mensch, wie er auf der Erde steht, zunächst in seinem Gedankenplane, zwischen dem 'Tode und einem neuen Leben, von dem Menschen selbst, der sich auf Erden verkörpert, im Zusammenhange mit den Geistern der höheren Hierarchien bewirkt wird, erarbeitet wird. Und so betrachten wir den einzelnen Menschen als ein Abbild einer übersinnlichen Menschenurform.
[ 41 ] Zweierlei muß uns vor der Seele stehen: Wir betrachten den einzelnen Menschen; aber wir betrachten ihn nicht so, wie ihn die heutige offizielle Wissenschaft betrachtet, die nur sieht: da hat er diesen Muskel, da jenen Muskel, da diesen Knochen, da diesen Nerv —, sondern wir betrachten den ganzen Menschen seiner physischen Bildung nach als ein Abbild des Übersinnlichen, und wissen, daß ja der physische Mensch, wie er auf der Erde steht, zunächst in seinem Gedankenplane, zwischen dem 'Tode und einem neuen Leben, von dem Menschen selbst, der sich auf Erden verkörpert, im Zusammenhange mit den Geistern der höheren Hierarchien bewirkt wird, erarbeitet wird. Und so betrachten wir den einzelnen Menschen als ein Abbild einer übersinnlichen Menschenurform.
[ 42 ] Aber so betrachten wir auch zweitens dasjenige, was in der Geschichte geschieht, als Abbild eines Geschehens hinter den Kulissen der Geschichte, eines Geschehens, das sich eben abspielt in der übersinnlichen Welt, in jener Welt, wo ganze Heerscharen von übersinnlichen Wesenheiten ebenso — wenn ich sie mit irdischen Namen bezeichnen soll — soziale Verhältnisse miteinander eingehen wie die Menschen auf Erden. Nur daß die Handlungen dieser überirdischen sozialen Wesenheiten so sind, daß ihre Impulse hereinspielen auf die Erde und sich in den Handlungen der Menschen ausdrücken.
[ 42 ] Aber so betrachten wir auch zweitens dasjenige, was in der Geschichte geschieht, als Abbild eines Geschehens hinter den Kulissen der Geschichte, eines Geschehens, das sich eben abspielt in der übersinnlichen Welt, in jener Welt, wo ganze Heerscharen von übersinnlichen Wesenheiten ebenso — wenn ich sie mit irdischen Namen bezeichnen soll — soziale Verhältnisse miteinander eingehen wie die Menschen auf Erden. Nur daß die Handlungen dieser überirdischen sozialen Wesenheiten so sind, daß ihre Impulse hereinspielen auf die Erde und sich in den Handlungen der Menschen ausdrücken.
[ 43 ] Es ist insbesondere für den Menschen der Gegenwart wichtig, im einzelnen einzusehen, wie auf der einen Seite der Mensch ein Abbild des Übersinnlichen ist, auf der andern Seite die geschichtlichen Ereignisse Abbilder des Übersinnlichen sind. Und auf keinem andern als auf diesem Wege kann der Mensch wiederum zurückfinden zu der göttlichgeistigen Welt. Mit den bloßen Abstraktionen von einem Göttlichen kann heute noch auf diejenigen gewirkt werden, die nicht angefangen haben, im Sinne des modernen Geisteslebens erkennen und denken zu wollen. Aber deren Zahl wird immer geringer werden, und diejenigen, die erkennen und denken wollen, werden in immer größerer Zahl vorhanden sein. Die müssen wiederum zum religiösen Leben zurückgeführt werden. Sie können es nur, wenn man ihnen die konkreten realen Vorgänge der geistigen Welt vor das Seelenauge stellt und nicht sie abfertigt mit einem bloßen abstrakten allgemeinen Gedanken von einem Göttlichen, über das man eigentlich nichts aussagen will, sondern das man nur wie ein alles übergreifendes Wort anführt, ohne daß man die Einzelheiten versteht.
[ 43 ] Es ist insbesondere für den Menschen der Gegenwart wichtig, im einzelnen einzusehen, wie auf der einen Seite der Mensch ein Abbild des Übersinnlichen ist, auf der andern Seite die geschichtlichen Ereignisse Abbilder des Übersinnlichen sind. Und auf keinem andern als auf diesem Wege kann der Mensch wiederum zurückfinden zu der göttlichgeistigen Welt. Mit den bloßen Abstraktionen von einem Göttlichen kann heute noch auf diejenigen gewirkt werden, die nicht angefangen haben, im Sinne des modernen Geisteslebens erkennen und denken zu wollen. Aber deren Zahl wird immer geringer werden, und diejenigen, die erkennen und denken wollen, werden in immer größerer Zahl vorhanden sein. Die müssen wiederum zum religiösen Leben zurückgeführt werden. Sie können es nur, wenn man ihnen die konkreten realen Vorgänge der geistigen Welt vor das Seelenauge stellt und nicht sie abfertigt mit einem bloßen abstrakten allgemeinen Gedanken von einem Göttlichen, über das man eigentlich nichts aussagen will, sondern das man nur wie ein alles übergreifendes Wort anführt, ohne daß man die Einzelheiten versteht.
[ 44 ] Damit, meine lieben Freunde, ist wiederum von einem andern Gesichtspunkte aus hingewiesen auf eine der Aufgaben, welche anthroposophische Erkenntnis in der Gegenwart hat und haben soll.
[ 44 ] Damit, meine lieben Freunde, ist wiederum von einem andern Gesichtspunkte aus hingewiesen auf eine der Aufgaben, welche anthroposophische Erkenntnis in der Gegenwart hat und haben soll.
