Anthroposophy as Cosmosophy I
GA 222
23 March 1923, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte
Siebenter Vortrag
Siebenter Vortrag
[ 1 ] Als das Wesentliche unserer Gegenwart innerhalb der Menschheitsentwickelung hat sich uns ergeben der Besitz des Erdenmenschen an abstrakten Gedanken, das heißt für uns toten Gedanken, an Gedanken, die in uns so ihr Dasein führen, daß sie eigentlich die Überbleibsel sind des lebendigen Wesens der Seele im vorirdischen Dasein.
[ 1 ] Als das Wesentliche unserer Gegenwart innerhalb der Menschheitsentwickelung hat sich uns ergeben der Besitz des Erdenmenschen an abstrakten Gedanken, das heißt für uns toten Gedanken, an Gedanken, die in uns so ihr Dasein führen, daß sie eigentlich die Überbleibsel sind des lebendigen Wesens der Seele im vorirdischen Dasein.
[ 2 ] Mit dieser Entwickelungsstufe der Menschheit zu abstrakten, das heißt toten Gedanken hin, ist verknüpft — wie ich des öfteren auseinandergesetzt habe — das Erringen des Freiheitsbewußtseins innerhalb der Menschheitsentwickelung. Wollen wir heute einmal gerade auf diese Seite der Sache ein besonderes Augenmerk wenden. Wir können das, indem wir den ganzen Hergang der Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Zeit ein wenig betrachten.
[ 2 ] Mit dieser Entwickelungsstufe der Menschheit zu abstrakten, das heißt toten Gedanken hin, ist verknüpft — wie ich des öfteren auseinandergesetzt habe — das Erringen des Freiheitsbewußtseins innerhalb der Menschheitsentwickelung. Wollen wir heute einmal gerade auf diese Seite der Sache ein besonderes Augenmerk wenden. Wir können das, indem wir den ganzen Hergang der Menschheitsentwickelung in der nachatlantischen Zeit ein wenig betrachten.
[ 3 ] Sie wissen, daß nach der großen atlantischen Katastrophe sich nach und nach die Gliederung der Erdenkontinente ergeben hat, wie wir sie heute kennen, und daß sich auf dieser Verteilung des festen Landes auf der Erde oder innerhalb der Verteilung des festen Landes auf der Erde nach und nach fünf aufeinanderfolgende Kultur- oder Zivilisationsperioden entwickelt haben, die ich in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» die urindische, die urpersische, die ägyptisch-chaldäische, die griechisch-lateinische und unsere gegenwärtige fünfte Zivilisationsepoche genannt habe.
[ 3 ] Sie wissen, daß nach der großen atlantischen Katastrophe sich nach und nach die Gliederung der Erdenkontinente ergeben hat, wie wir sie heute kennen, und daß sich auf dieser Verteilung des festen Landes auf der Erde oder innerhalb der Verteilung des festen Landes auf der Erde nach und nach fünf aufeinanderfolgende Kultur- oder Zivilisationsperioden entwickelt haben, die ich in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» die urindische, die urpersische, die ägyptisch-chaldäische, die griechisch-lateinische und unsere gegenwärtige fünfte Zivilisationsepoche genannt habe.
[ 4 ] Diese fünf Zivilisationsepochen unterscheiden sich ja dadurch, daß der Mensch als Gesamtwesen in jeder von ihnen in einer andern Verfassung ist. Wenn wir auf die älteren Zivilisationsepochen zurückgehen, so drückt sich diese Verfassung auch im ganzen Äußeren des Menschen aus, in den, ich möchte sagen, körperlichen Offenbarungen des Menschen. Und je mehr wir in die spätere Zeit, also näher unserer Zivilisationsepoche kommen, um so mehr drückt sich das, was wir den Fortschritt der Menschheit nennen können, in der Seelenverfassung aus. Wir haben ja das, was hierauf bezüglich ist, öfter geschildert. Ich will es heute von einem bisher weniger berücksichtigten Gesichtspunkte aus schildern.
[ 4 ] Diese fünf Zivilisationsepochen unterscheiden sich ja dadurch, daß der Mensch als Gesamtwesen in jeder von ihnen in einer andern Verfassung ist. Wenn wir auf die älteren Zivilisationsepochen zurückgehen, so drückt sich diese Verfassung auch im ganzen Äußeren des Menschen aus, in den, ich möchte sagen, körperlichen Offenbarungen des Menschen. Und je mehr wir in die spätere Zeit, also näher unserer Zivilisationsepoche kommen, um so mehr drückt sich das, was wir den Fortschritt der Menschheit nennen können, in der Seelenverfassung aus. Wir haben ja das, was hierauf bezüglich ist, öfter geschildert. Ich will es heute von einem bisher weniger berücksichtigten Gesichtspunkte aus schildern.
[ 5 ] Wenn wir in die erste, urindische Zivilisationsepoche zurückgehen, die sich, ich möchte sagen, noch halb aus der atlantischen Katastrophe heraus ergeben hat, so finden wir, daß der Mensch sich in dieser Zeit viel mehr als ein Bürger des außerirdischen Kosmos fühlt, denn als ein Erdenbürger. Und wenn wir auf Einzelheiten des damaligen Lebens eingehen, das ja, wie ich Ihnen schon öfter angedeutet habe, in das 7., 8. Jahrtausend der vorchristlichen Zeit zurückführt, so müssen wir namentlich das betonen, daß nicht aus einer intellektuellen Betrachtung — die gab es ja natürlich damals nicht-, aber aus einem tief instinktiven Empfinden heraus in diesen sehr alten Zeiten der Menschheitsentwickelung ein großer Wert gelegt wurde auf das Äußere, auf das Exterieur des Menschen. Nicht als ob diese Leute der alten Zeit etwa physiognomische Studien getrieben hätten; das lag ihnen natürlich ganz ferne. So etwas gehört erst Zeitaltern an, in denen der Intellektualismus, wenn auch noch nicht vollkommen ist, doch schon heraufdämmert. Aber sie haben ein feines physiognomisches Empfinden gehabt. Sie haben tief gefühlt, diese Menschen: Wenn einer den oder jenen Gesichtsausdruck hat, so deutet das darauf hin, daß er auch diese oder jene musikalischen Eigenschaften hat. Sie gaben sehr viel darauf, die musikalische Wesenheit des Menschen aus seinem Gesichtsausdruck, aber auch aus seinen Gesten, aus seiner ganzen Menschenoffenbarung heraus, ich möchte fast sagen, zu erraten. Nach einer bestimmteren Art des Erkennens strebte man ja für das allgemein Menschliche in jener alten Zeit nicht. Gar kein Verständnis hätten die Menschen damals gehabt, wenn man ihnen gekommen wäre damit, irgend etwas solle bewiesen werden. Das hätte sie geniert, das hätte ihnen fast physisch wehe getan, ja, in älteren Zeiten wirklich physisch wehe getan. Beweisen, das ist so, wie wenn einen jemand mit Messern bearbeiten will —, so hätten diese Menschen gesagt. Warum soll man denn beweisen? Man braucht ja nichts so Sicheres über die Welt zu wissen, das man erst bewiesen haben muß.
[ 5 ] Wenn wir in die erste, urindische Zivilisationsepoche zurückgehen, die sich, ich möchte sagen, noch halb aus der atlantischen Katastrophe heraus ergeben hat, so finden wir, daß der Mensch sich in dieser Zeit viel mehr als ein Bürger des außerirdischen Kosmos fühlt, denn als ein Erdenbürger. Und wenn wir auf Einzelheiten des damaligen Lebens eingehen, das ja, wie ich Ihnen schon öfter angedeutet habe, in das 7., 8. Jahrtausend der vorchristlichen Zeit zurückführt, so müssen wir namentlich das betonen, daß nicht aus einer intellektuellen Betrachtung — die gab es ja natürlich damals nicht-, aber aus einem tief instinktiven Empfinden heraus in diesen sehr alten Zeiten der Menschheitsentwickelung ein großer Wert gelegt wurde auf das Äußere, auf das Exterieur des Menschen. Nicht als ob diese Leute der alten Zeit etwa physiognomische Studien getrieben hätten; das lag ihnen natürlich ganz ferne. So etwas gehört erst Zeitaltern an, in denen der Intellektualismus, wenn auch noch nicht vollkommen ist, doch schon heraufdämmert. Aber sie haben ein feines physiognomisches Empfinden gehabt. Sie haben tief gefühlt, diese Menschen: Wenn einer den oder jenen Gesichtsausdruck hat, so deutet das darauf hin, daß er auch diese oder jene musikalischen Eigenschaften hat. Sie gaben sehr viel darauf, die musikalische Wesenheit des Menschen aus seinem Gesichtsausdruck, aber auch aus seinen Gesten, aus seiner ganzen Menschenoffenbarung heraus, ich möchte fast sagen, zu erraten. Nach einer bestimmteren Art des Erkennens strebte man ja für das allgemein Menschliche in jener alten Zeit nicht. Gar kein Verständnis hätten die Menschen damals gehabt, wenn man ihnen gekommen wäre damit, irgend etwas solle bewiesen werden. Das hätte sie geniert, das hätte ihnen fast physisch wehe getan, ja, in älteren Zeiten wirklich physisch wehe getan. Beweisen, das ist so, wie wenn einen jemand mit Messern bearbeiten will —, so hätten diese Menschen gesagt. Warum soll man denn beweisen? Man braucht ja nichts so Sicheres über die Welt zu wissen, das man erst bewiesen haben muß.
[ 6 ] Das hängt damit zusammen, daß diese Menschen noch das lebendigste Empfinden hatten, sie kommen alle vom vorirdischen Dasein aus der geistigen Welt heraus. In der geistigen Welt, wenn man drinnen ist, beweist man nicht. Da weiß man: Das Beweisen ist eine Angelegenheit, die auf Erden ja ihren guten Sinn hat, aber in der Welt des Geistigen beweist man nicht. Da würde es einem so vorkommen, wenn man beweisen wollte, als ob man, sagen wir, ein bestimmtes Maß hätte: ein Mensch darf so oder so lang sein —, und man macht es dann so, wie nach der Prokrustes-Sage: Demjenigen, der zu lang ist, schneidet man etwas ab, und denjenigen, der zu kurz ist, den dehnt man etwas aus. So etwa würde im ganzen Zusammenhang der geistigen Welt das Beweisen sein. Da sind die Dinge nicht so, daß sie sich schnitzeln lassen in Beweise hinein. Da sind die Dinge innerlich beweglich, innerlich flüssig.
[ 6 ] Das hängt damit zusammen, daß diese Menschen noch das lebendigste Empfinden hatten, sie kommen alle vom vorirdischen Dasein aus der geistigen Welt heraus. In der geistigen Welt, wenn man drinnen ist, beweist man nicht. Da weiß man: Das Beweisen ist eine Angelegenheit, die auf Erden ja ihren guten Sinn hat, aber in der Welt des Geistigen beweist man nicht. Da würde es einem so vorkommen, wenn man beweisen wollte, als ob man, sagen wir, ein bestimmtes Maß hätte: ein Mensch darf so oder so lang sein —, und man macht es dann so, wie nach der Prokrustes-Sage: Demjenigen, der zu lang ist, schneidet man etwas ab, und denjenigen, der zu kurz ist, den dehnt man etwas aus. So etwa würde im ganzen Zusammenhang der geistigen Welt das Beweisen sein. Da sind die Dinge nicht so, daß sie sich schnitzeln lassen in Beweise hinein. Da sind die Dinge innerlich beweglich, innerlich flüssig.
[ 7 ] Und einem Inder der urindischen Zeit mit seinem starken Bewußtsein: Ich bin herabgestiegen aus der geistigen Welt, ich habe dieses äußere menschliche Wesen nur um mich herumgelegt —, einem solchen Inder würde es ganz kurios vorgekommen sein, wenn man an ihn irgendwie die Zumutung gestellt hätte, etwas solle bewiesen werden. Diese Leute haben: vielmehr das, was wir heute «Erraten» nennen, geliebt. Sie haben es deshalb geliebt, weil sie auf dasjenige aufmerksam sein wollten, was sich in ihrer Umgebung zeigte. Und in dieser Tätigkeit des Erratens haben sie eine gewisse innere Befriedigung gefunden.
[ 7 ] Und einem Inder der urindischen Zeit mit seinem starken Bewußtsein: Ich bin herabgestiegen aus der geistigen Welt, ich habe dieses äußere menschliche Wesen nur um mich herumgelegt —, einem solchen Inder würde es ganz kurios vorgekommen sein, wenn man an ihn irgendwie die Zumutung gestellt hätte, etwas solle bewiesen werden. Diese Leute haben: vielmehr das, was wir heute «Erraten» nennen, geliebt. Sie haben es deshalb geliebt, weil sie auf dasjenige aufmerksam sein wollten, was sich in ihrer Umgebung zeigte. Und in dieser Tätigkeit des Erratens haben sie eine gewisse innere Befriedigung gefunden.
[ 8 ] Und ebenso haben sie einen gewissen Instinkt gehabt, aus diesem oder jenem Gesicht auf einen klugen Menschen, aus einem andern Gesicht auf einen törichten Menschen zu schließen, aus einer Statur zu raten auf, sagen wir, Phlegma und dergleichen. Das Erraten war dasjenige, was man dazumal hatte an Stelle dessen, was wir heute beweisendes Erkennen nennen. Und im menschlichen Verkehr lief das ganze gegenseitige Verhalten darauf hinaus, aus dem Seelischen, aus der Geste, aus der Statur des Menschen, aus der Art und Weise wie er ging, darauf zu schließen, was er eigentlich für eine moralische Qualität hatte.
[ 8 ] Und ebenso haben sie einen gewissen Instinkt gehabt, aus diesem oder jenem Gesicht auf einen klugen Menschen, aus einem andern Gesicht auf einen törichten Menschen zu schließen, aus einer Statur zu raten auf, sagen wir, Phlegma und dergleichen. Das Erraten war dasjenige, was man dazumal hatte an Stelle dessen, was wir heute beweisendes Erkennen nennen. Und im menschlichen Verkehr lief das ganze gegenseitige Verhalten darauf hinaus, aus dem Seelischen, aus der Geste, aus der Statur des Menschen, aus der Art und Weise wie er ging, darauf zu schließen, was er eigentlich für eine moralische Qualität hatte.
[ 9 ] In der ersten Epoche des urindischen Wesens gab es ja das nicht, was später Kasteneinteilung war. Da gab es im Zusammenhange mit dem urindischen Mysterienwesen durchaus sogar eine Art sozialer Gliederung der Menschen nach den Physiognomien, nach den Gesten. Diese Dinge waren in älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung eben möglich, denn die Menschen hatten auch einen gewissen Instinkt, solchen Gliederungen zu folgen. Das, was später innerhalb der indischen Zivilisation sich als Kastenbildung ergeben hat, das war, ich möchte sagen, schon eine Art schematischer Einteilung einer viel individuelleren Gliederung, die man ursprünglich nach der instinktiv gefühlten Physiognomie hatte. Und die Menschen fühlten sich in jenen alten Zeiten nicht verletzt, wenn sie — wenn ich mich so ausdrücken darf — nach ihrem Gesichte da oder dort hingestellt wurden, denn sie fühlten sich eben durchaus als gottgegebene Erdenwesen. Und die Autorität, die denen zukam, die aus den Mysterien heraus solch eine Gliederung besorgten, diese Autorität war eine ungeheure.
[ 9 ] In der ersten Epoche des urindischen Wesens gab es ja das nicht, was später Kasteneinteilung war. Da gab es im Zusammenhange mit dem urindischen Mysterienwesen durchaus sogar eine Art sozialer Gliederung der Menschen nach den Physiognomien, nach den Gesten. Diese Dinge waren in älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung eben möglich, denn die Menschen hatten auch einen gewissen Instinkt, solchen Gliederungen zu folgen. Das, was später innerhalb der indischen Zivilisation sich als Kastenbildung ergeben hat, das war, ich möchte sagen, schon eine Art schematischer Einteilung einer viel individuelleren Gliederung, die man ursprünglich nach der instinktiv gefühlten Physiognomie hatte. Und die Menschen fühlten sich in jenen alten Zeiten nicht verletzt, wenn sie — wenn ich mich so ausdrücken darf — nach ihrem Gesichte da oder dort hingestellt wurden, denn sie fühlten sich eben durchaus als gottgegebene Erdenwesen. Und die Autorität, die denen zukam, die aus den Mysterien heraus solch eine Gliederung besorgten, diese Autorität war eine ungeheure.
[ 10 ] Erst in den späteren nachatlantischen Zivilisationsepochen hat sich allmählich dann das Kastenwesen herausgebildet aus Voraussetzungen, die ich in andern Vorträgen auch schon angegeben habe. Man hatte eben in jener älteren Zeit, in jener urindischen Epoche, ein starkes Gefühl davon, daß der Mensch zugrunde liegend hat eine göttliche Imagination.
[ 10 ] Erst in den späteren nachatlantischen Zivilisationsepochen hat sich allmählich dann das Kastenwesen herausgebildet aus Voraussetzungen, die ich in andern Vorträgen auch schon angegeben habe. Man hatte eben in jener älteren Zeit, in jener urindischen Epoche, ein starkes Gefühl davon, daß der Mensch zugrunde liegend hat eine göttliche Imagination.
[ 11 ] Ich habe Ihnen viel erzählt von dem, wie es ursprünglich eine Art instinktiven Hellsehens, traumhaften Hellsehens gegeben hat. Aber wenn wir in ganz alte Zeiten der nachatlantischen Periode zurückgehen, dann sagten die Menschen nicht nur, sie sehen traumhafte Imaginationen, sondern sie sagten: In der besonderen Konfiguration, die der physische Leib des Menschen hat, wenn der Mensch das Erdendasein betritt, lebt eine göttliche Imagination. Dem Menschen, der auf die Erde herabsteigt, wird eine göttliche Imagination zugrunde gelegt. Danach bildete er dann von der Kindheit auf seine Physiognomie, danach bildete er überhaupt den ganzen physischen Ausdruck seines Menschen.
[ 11 ] Ich habe Ihnen viel erzählt von dem, wie es ursprünglich eine Art instinktiven Hellsehens, traumhaften Hellsehens gegeben hat. Aber wenn wir in ganz alte Zeiten der nachatlantischen Periode zurückgehen, dann sagten die Menschen nicht nur, sie sehen traumhafte Imaginationen, sondern sie sagten: In der besonderen Konfiguration, die der physische Leib des Menschen hat, wenn der Mensch das Erdendasein betritt, lebt eine göttliche Imagination. Dem Menschen, der auf die Erde herabsteigt, wird eine göttliche Imagination zugrunde gelegt. Danach bildete er dann von der Kindheit auf seine Physiognomie, danach bildete er überhaupt den ganzen physischen Ausdruck seines Menschen.
[ 12 ] Also man sah nicht nur instinktiv, wie ich es eben angedeutet habe, auf das Physiognomische hin, sondern man sah in dem Physiognomischen die Imagination der Götter. Man sagte sich: Die Götter haben Imaginationen, und diese Imaginationen prägen sie aus in dem physischen Menschenwesen. — Das war die allererste Anschauung über das, was der Mensch als gottgesandtes Wesen auf der Erde ist.
[ 12 ] Also man sah nicht nur instinktiv, wie ich es eben angedeutet habe, auf das Physiognomische hin, sondern man sah in dem Physiognomischen die Imagination der Götter. Man sagte sich: Die Götter haben Imaginationen, und diese Imaginationen prägen sie aus in dem physischen Menschenwesen. — Das war die allererste Anschauung über das, was der Mensch als gottgesandtes Wesen auf der Erde ist.
[ 13 ] Dann kam die zweite nachatlantische Kulturperiode, die urpersische. Da hatte man nicht mehr jenes instinktive Gefühl für das Physiognomische so stark wie früher. Da schaute man nicht auf Imaginationen der Götter, sondern auf Gedanken der Götter. Vorher war es eigentlich so, daß man vorausgesetzt hat: In irgendwelchen göttlichen Wesenheiten lebt, bevor ein Mensch auf die Erde herabsteigt, ein wirkliches Menschenbild. Nachher war die Vorstellung, daß eben Gedanken, Gedanken, die dann zusammen den Logos bildeten — wie man es später nannte —, dem einzelnen Menschenwesen zugrunde liegen.
[ 13 ] Dann kam die zweite nachatlantische Kulturperiode, die urpersische. Da hatte man nicht mehr jenes instinktive Gefühl für das Physiognomische so stark wie früher. Da schaute man nicht auf Imaginationen der Götter, sondern auf Gedanken der Götter. Vorher war es eigentlich so, daß man vorausgesetzt hat: In irgendwelchen göttlichen Wesenheiten lebt, bevor ein Mensch auf die Erde herabsteigt, ein wirkliches Menschenbild. Nachher war die Vorstellung, daß eben Gedanken, Gedanken, die dann zusammen den Logos bildeten — wie man es später nannte —, dem einzelnen Menschenwesen zugrunde liegen.
[ 14 ] Man hat großen Wert darauf gelegt in dieser zweiten nachatlantischen Periode, ob der Mensch geboren wurde — so paradox uns das heute erscheint, es ist so — bei freundlichem Wetter, ob der Mensch etwa geboren wurde bei Nacht oder bei Tag, zur Winterszeit oder zur Sommerszeit. Intellektuelles gab es nicht, aber man hatte die Empfindung: Was die Götter für eine Himmelskonstellation sein lassen, ob schönes Wetter oder Schneegestöber, ob Tag oder Nacht, wenn sie einen Menschen auf die Erde herunterschicken, das drückt ihre Gedanken aus, das drückt diese göttlichen Gedanken aus. Und wenn etwa gerade zur Gewitterszeit oder sonst irgendwie bei merkwürdigen Wetterkonstellationen ein Kind geboren wurde, so betrachtete man das im laienhaften Leben als den Ausdruck für diese oder jene dem Kinde gegebenen göttlichen Gedanken.
[ 14 ] Man hat großen Wert darauf gelegt in dieser zweiten nachatlantischen Periode, ob der Mensch geboren wurde — so paradox uns das heute erscheint, es ist so — bei freundlichem Wetter, ob der Mensch etwa geboren wurde bei Nacht oder bei Tag, zur Winterszeit oder zur Sommerszeit. Intellektuelles gab es nicht, aber man hatte die Empfindung: Was die Götter für eine Himmelskonstellation sein lassen, ob schönes Wetter oder Schneegestöber, ob Tag oder Nacht, wenn sie einen Menschen auf die Erde herunterschicken, das drückt ihre Gedanken aus, das drückt diese göttlichen Gedanken aus. Und wenn etwa gerade zur Gewitterszeit oder sonst irgendwie bei merkwürdigen Wetterkonstellationen ein Kind geboren wurde, so betrachtete man das im laienhaften Leben als den Ausdruck für diese oder jene dem Kinde gegebenen göttlichen Gedanken.
[ 15 ] Wenn das im Laienhaften der Fall war, so war es auf der andern Seite da, wo die Priesterschaft, die wiederum abhängig war von den Mysterien, sozusagen Protokoll führte über die Geburten — aber das ist nicht im bürokratischen Sinne von heute zu verstehen —, durchaus so, daß man aus diesen Konstellationen von Wetter, Tageszeit, Jahreszeit und so weiter darauf sah, wie dem Menschen seine göttliche Gedankengabe mitgegeben war. Das war in der zweiten nachatlantischen Periode, in der urpersischen Periode.
[ 15 ] Wenn das im Laienhaften der Fall war, so war es auf der andern Seite da, wo die Priesterschaft, die wiederum abhängig war von den Mysterien, sozusagen Protokoll führte über die Geburten — aber das ist nicht im bürokratischen Sinne von heute zu verstehen —, durchaus so, daß man aus diesen Konstellationen von Wetter, Tageszeit, Jahreszeit und so weiter darauf sah, wie dem Menschen seine göttliche Gedankengabe mitgegeben war. Das war in der zweiten nachatlantischen Periode, in der urpersischen Periode.
[ 16 ] Solche Dinge haben sich in unsere Zeit herein sehr wenig erhalten. In unserer Zeit gilt es als etwas außerordentlich Langweiliges, wenn man von jemandem sagen muß: Der redet vom Wetter. — Denken Sie nur, das gilt als etwas Abträgliches, wenn man von jemandem heute sagt: Der ist ein langweiliger Mensch, da er von nichts anderem zu reden weiß als vom Wetter. — Das hätten die Leute in der urpersischen Zeit nicht verstanden, sie hätten den Menschen ungemein langweilig gefunden, der nichts Interessantes über das Wetter zu sagen wußte. Denn in der Tat, es heißt schon, sich ganz herausgehoben haben aus der natürlichen Umgebung, wenn man nicht mehr etwas richtig Menschliches empfindet gegenüber den Wettererscheinungen. Es war ein intensives Miterleben der kosmischen Umgebung, das sich darinnen ausdrückte, daß man überhaupt Ereignisse — und die Geburt eines Menschen war eben ein wichtigstes Ereignis — in Zusammenhang dachte mit dem, was nun vorgeht in der Welt.
[ 16 ] Solche Dinge haben sich in unsere Zeit herein sehr wenig erhalten. In unserer Zeit gilt es als etwas außerordentlich Langweiliges, wenn man von jemandem sagen muß: Der redet vom Wetter. — Denken Sie nur, das gilt als etwas Abträgliches, wenn man von jemandem heute sagt: Der ist ein langweiliger Mensch, da er von nichts anderem zu reden weiß als vom Wetter. — Das hätten die Leute in der urpersischen Zeit nicht verstanden, sie hätten den Menschen ungemein langweilig gefunden, der nichts Interessantes über das Wetter zu sagen wußte. Denn in der Tat, es heißt schon, sich ganz herausgehoben haben aus der natürlichen Umgebung, wenn man nicht mehr etwas richtig Menschliches empfindet gegenüber den Wettererscheinungen. Es war ein intensives Miterleben der kosmischen Umgebung, das sich darinnen ausdrückte, daß man überhaupt Ereignisse — und die Geburt eines Menschen war eben ein wichtigstes Ereignis — in Zusammenhang dachte mit dem, was nun vorgeht in der Welt.
[ 17 ] Es würde durchaus ein Fortschritt sein, wenn die Menschen — sie brauchen ja nicht bloß zu der Redensart zu kommen: es ist gutes und schlechtes Wetter, das ist sehr abstrakt —, wenn die Menschen wiederum dazu kommen würden, indem sie das oder jenes sich erzählen, nicht zu vergessen, was bei diesem oder jenem Ereignis, das erlebt worden ist, für Wetter war, für Erscheinungen überhaupt in der Natur waren.
[ 17 ] Es würde durchaus ein Fortschritt sein, wenn die Menschen — sie brauchen ja nicht bloß zu der Redensart zu kommen: es ist gutes und schlechtes Wetter, das ist sehr abstrakt —, wenn die Menschen wiederum dazu kommen würden, indem sie das oder jenes sich erzählen, nicht zu vergessen, was bei diesem oder jenem Ereignis, das erlebt worden ist, für Wetter war, für Erscheinungen überhaupt in der Natur waren.
[ 18 ] Es ist dies außerordentlich interessant, wenn bei auffälligen Erscheinungen dies noch da oder dort erwähnt wird, wie das zum Beispiel für den Tod des Kaspar Hauser erwähnt wird, weil es eine auffällige Erscheinung war, daß auf der einen Seite die Sonne unterging, während auf der andern Seite der Mond aufging, und so weiter.
[ 18 ] Es ist dies außerordentlich interessant, wenn bei auffälligen Erscheinungen dies noch da oder dort erwähnt wird, wie das zum Beispiel für den Tod des Kaspar Hauser erwähnt wird, weil es eine auffällige Erscheinung war, daß auf der einen Seite die Sonne unterging, während auf der andern Seite der Mond aufging, und so weiter.
[ 19 ] So können wir uns also hineinfühlen in menschliches Wesen dieser zweiten nachatlantischen Periode.
[ 19 ] So können wir uns also hineinfühlen in menschliches Wesen dieser zweiten nachatlantischen Periode.
[ 20 ] In der dritten nachatlantischen Periode, da war für die Menschen zum großen Teil dieser Instinkt schon verflogen, Geistiges zu sehen, göttliche Gedanken zu sehen im Wetter, und da fing man allmählich an zu rechnen. Da kam dann auf anstelle des intuitiven Erfassens der göttlichen Menschengedanken in der Naturkonfiguration das Errechnen der Sternkonstellationen, und man berechnete eben für einen Menschen, wenn er in die Welt kam, die Sterne, die Fixstern-Planetenkonstellation. Das war im wesentlichen dann die dritte, die chaldäisch-ägyptische Periode, in der man den allergrößten Wert darauf legte, nun aus den Sternkonstellationen errechnen zu können, wie der Mensch aus dem vorirdischen Leben in das irdische Leben hereingetreten war.
[ 20 ] In der dritten nachatlantischen Periode, da war für die Menschen zum großen Teil dieser Instinkt schon verflogen, Geistiges zu sehen, göttliche Gedanken zu sehen im Wetter, und da fing man allmählich an zu rechnen. Da kam dann auf anstelle des intuitiven Erfassens der göttlichen Menschengedanken in der Naturkonfiguration das Errechnen der Sternkonstellationen, und man berechnete eben für einen Menschen, wenn er in die Welt kam, die Sterne, die Fixstern-Planetenkonstellation. Das war im wesentlichen dann die dritte, die chaldäisch-ägyptische Periode, in der man den allergrößten Wert darauf legte, nun aus den Sternkonstellationen errechnen zu können, wie der Mensch aus dem vorirdischen Leben in das irdische Leben hereingetreten war.
[ 21 ] Da also war immerhin noch ein Bewußtsein vorhanden, daß des Menschen Erdenleben aus der außerirdischen Umgebung gegeben ist. Nur, wenn es ans Rechnen kommt, dann kommt auch schon die Zeit, wo wir die Verbundenheit des menschlichen Wesens mit den göttlich-geistigen Wesenheiten nicht mehr so recht haben.
[ 21 ] Da also war immerhin noch ein Bewußtsein vorhanden, daß des Menschen Erdenleben aus der außerirdischen Umgebung gegeben ist. Nur, wenn es ans Rechnen kommt, dann kommt auch schon die Zeit, wo wir die Verbundenheit des menschlichen Wesens mit den göttlich-geistigen Wesenheiten nicht mehr so recht haben.
[ 22 ] Sie brauchen nur zu berücksichtigen, wie der ganze Geistesvorgang des Menschen eigentlich äußerlich ist, wenn es ans Rechnen kommt. Ich will ganz gewiß nicht der jugendlichen Faulenzerei oder meinetwillen auch der späteren Unaufmerksamkeit der Menschen mit Bezug auf das Rechnen das Wort reden. Das soll nicht geschehen. Aber es ist natürlich ein großer Unterschied, wenn man jene äußerlichen Denkmethoden in den Vordergrund stellt, die eigentlich mit dem ganzen Menschen wenig mehr zu tun haben, und die rechnerische Methoden sind. Diese rechnerischen Methoden wurden überhaupt in alles Leben hineingeführt in dieser dritten nachatlantischen Periode. Aber immerhin errechnete man dasjenige, was außerirdisch war, und man stellte den Menschen wenigstens durch die Rechnung ins Außerirdische hinein. So abstrakt wie wir haben die Ägypter und Chaldäer nicht gerechnet; was man errechnete, war durchaus Durchgefühltes. Heute ist alles Errechnete manchmal durchgedacht, manchmal nicht einmal durchgedacht, sondern durchmethodisiert. Man rechnet ja heute oftmals nicht mehr mit Inhalten, sondern nur mit Methoden. Und was in der Mathematik zuweilen geleistet wird an Abgelegenheit des Inhaltes, der nur auf methodenhafte Weise erreicht wird, das ist heute im Grunde genommen, ich meine es nicht schlimm, aber es ist fürchterlich. Es war durchaus in dieser chaldäisch-ägyptischen Periode im Errechnen noch etwas Menschliches drinnen.
[ 22 ] Sie brauchen nur zu berücksichtigen, wie der ganze Geistesvorgang des Menschen eigentlich äußerlich ist, wenn es ans Rechnen kommt. Ich will ganz gewiß nicht der jugendlichen Faulenzerei oder meinetwillen auch der späteren Unaufmerksamkeit der Menschen mit Bezug auf das Rechnen das Wort reden. Das soll nicht geschehen. Aber es ist natürlich ein großer Unterschied, wenn man jene äußerlichen Denkmethoden in den Vordergrund stellt, die eigentlich mit dem ganzen Menschen wenig mehr zu tun haben, und die rechnerische Methoden sind. Diese rechnerischen Methoden wurden überhaupt in alles Leben hineingeführt in dieser dritten nachatlantischen Periode. Aber immerhin errechnete man dasjenige, was außerirdisch war, und man stellte den Menschen wenigstens durch die Rechnung ins Außerirdische hinein. So abstrakt wie wir haben die Ägypter und Chaldäer nicht gerechnet; was man errechnete, war durchaus Durchgefühltes. Heute ist alles Errechnete manchmal durchgedacht, manchmal nicht einmal durchgedacht, sondern durchmethodisiert. Man rechnet ja heute oftmals nicht mehr mit Inhalten, sondern nur mit Methoden. Und was in der Mathematik zuweilen geleistet wird an Abgelegenheit des Inhaltes, der nur auf methodenhafte Weise erreicht wird, das ist heute im Grunde genommen, ich meine es nicht schlimm, aber es ist fürchterlich. Es war durchaus in dieser chaldäisch-ägyptischen Periode im Errechnen noch etwas Menschliches drinnen.
[ 23 ] Dann kam die griechisch-lateinische Zeit. Das war die erste nachatlantische Zivilisationsepoche, in welcher der Mensch eigentlich das Gefühl hatte, er lebt ganz auf der Erde, er ist ganz verbunden mit den Erdenkräften. Der Zusammenhang des Menschen mit den Wettererscheinungen hatte sich bereits zurückgezogen in das Erzählen der Mythen. Dasjenige, womit sich der Mensch in der zweiten nachatlantischen Zeit, in der urpersischen Kulturepoche, noch lebendig verbunden gefühlt hat, das hatte sich zurückgezogen als die Götterwelt. Der Mensch selbst hielt nicht mehr darauf, ob es etwas bedeutete, wenn er den Olymp bestieg und seinen Kopf in der Höhe in den Nebel hineinsteckte; den Kopf in diese olympische Wolke hineinstecken ließ er jetzt seine Götter, den Zeus, den Apollo. Wer die Mythen verfolgt in dieser griechisch-lateinischen Kulturperiode, wird noch ein Nachgefühl davon haben, daß die Menschheit sich einstmals verbunden fühlte mit den Wolken und Himmelserscheinungen, daß aber die Menschen das abgeschoben haben an die Götter. Zeus ist es jetzt, der mit den Wolken sich bewegt, oder Hera ist es, die da mit den Wolken herumwirtschaftet. Das hat der Mensch mit seiner eigenen Seele früher getan. Der Grieche hatte den Zeus — man kann ja so was nicht sagen, aber es gibt doch den Tatbestand wieder —, der Grieche hatte den Zeus in die Wolkenregion, in die Lichtregion hinein verbannt.
[ 23 ] Dann kam die griechisch-lateinische Zeit. Das war die erste nachatlantische Zivilisationsepoche, in welcher der Mensch eigentlich das Gefühl hatte, er lebt ganz auf der Erde, er ist ganz verbunden mit den Erdenkräften. Der Zusammenhang des Menschen mit den Wettererscheinungen hatte sich bereits zurückgezogen in das Erzählen der Mythen. Dasjenige, womit sich der Mensch in der zweiten nachatlantischen Zeit, in der urpersischen Kulturepoche, noch lebendig verbunden gefühlt hat, das hatte sich zurückgezogen als die Götterwelt. Der Mensch selbst hielt nicht mehr darauf, ob es etwas bedeutete, wenn er den Olymp bestieg und seinen Kopf in der Höhe in den Nebel hineinsteckte; den Kopf in diese olympische Wolke hineinstecken ließ er jetzt seine Götter, den Zeus, den Apollo. Wer die Mythen verfolgt in dieser griechisch-lateinischen Kulturperiode, wird noch ein Nachgefühl davon haben, daß die Menschheit sich einstmals verbunden fühlte mit den Wolken und Himmelserscheinungen, daß aber die Menschen das abgeschoben haben an die Götter. Zeus ist es jetzt, der mit den Wolken sich bewegt, oder Hera ist es, die da mit den Wolken herumwirtschaftet. Das hat der Mensch mit seiner eigenen Seele früher getan. Der Grieche hatte den Zeus — man kann ja so was nicht sagen, aber es gibt doch den Tatbestand wieder —, der Grieche hatte den Zeus in die Wolkenregion, in die Lichtregion hinein verbannt.
[ 24 ] Der urpersische Mensch fühlte sich mit seiner eigenen Seele noch dadrinnen. Der hätte nicht sagen können: Der Zeus lebt in den Wolken oder im Lichte —, sondern er hätte gesagt: Der Zeus lebt in mir —, weil er seine Seele im Bereiche der Wolken, im Bereiche der Lüfte fühlte. Der Grieche war der erste Mensch in der nachatlantischen Zeit, der sich ganz — und es kam das auch erst langsam und allmählich heran — als Erdenmensch fühlte: Daher ging in der griechisch-lateinischen Zeit auch zuerst zugrunde das Sich-Zusammenfühlen mit dem vorirdischen Dasein. In allen drei älteren nachatlantischen Zivilisationsepochen haben die Menschen stark ihren Zusammenhang mit dem vorirdischen Dasein gefühlt. Da hätte man ihnen kein Dogma machen dürfen darüber, daß es keine Präexistenz gibt. Man kann auch solche Dogmen nur machen, wenn man Aussicht darauf hat, daß die Menschen sie annehmen. Man muß dann nur so klug sein, dasjenige gerade als Dogma aufzustellen, wofür eine Menge von Menschen durch die menschliche Entwickelung präpariert sind. Aber die Griechen haben allmählich aus dem menschlichen Fühlen und Empfinden heraus das vorirdische Dasein verloren, und sie fühlten sich ganz als Erdenmenschen. Sie fühlten sich allerdings so als Erdenmenschen, wie ich das in früheren Vorträgen beschrieben habe, daß sie sich noch durchsetzt fühlten von GöttlichGeistigem, aber doch eben durchaus in Verbindung mit alldem, was auf Erden allein lebt.
[ 24 ] Der urpersische Mensch fühlte sich mit seiner eigenen Seele noch dadrinnen. Der hätte nicht sagen können: Der Zeus lebt in den Wolken oder im Lichte —, sondern er hätte gesagt: Der Zeus lebt in mir —, weil er seine Seele im Bereiche der Wolken, im Bereiche der Lüfte fühlte. Der Grieche war der erste Mensch in der nachatlantischen Zeit, der sich ganz — und es kam das auch erst langsam und allmählich heran — als Erdenmensch fühlte: Daher ging in der griechisch-lateinischen Zeit auch zuerst zugrunde das Sich-Zusammenfühlen mit dem vorirdischen Dasein. In allen drei älteren nachatlantischen Zivilisationsepochen haben die Menschen stark ihren Zusammenhang mit dem vorirdischen Dasein gefühlt. Da hätte man ihnen kein Dogma machen dürfen darüber, daß es keine Präexistenz gibt. Man kann auch solche Dogmen nur machen, wenn man Aussicht darauf hat, daß die Menschen sie annehmen. Man muß dann nur so klug sein, dasjenige gerade als Dogma aufzustellen, wofür eine Menge von Menschen durch die menschliche Entwickelung präpariert sind. Aber die Griechen haben allmählich aus dem menschlichen Fühlen und Empfinden heraus das vorirdische Dasein verloren, und sie fühlten sich ganz als Erdenmenschen. Sie fühlten sich allerdings so als Erdenmenschen, wie ich das in früheren Vorträgen beschrieben habe, daß sie sich noch durchsetzt fühlten von GöttlichGeistigem, aber doch eben durchaus in Verbindung mit alldem, was auf Erden allein lebt.
[ 25 ] Man muß schon ein Gefühl dafür haben, wie eine solche Mythologie in der Griechenzeit durchaus sich erst entwickeln konnte, nachdem man den Zusammenhang der eigenen Seele mit den überirdischen Er 115 scheinungen verloren hatte. So daß wir sagen können: Wenn hier die Erde ist — ich zeichne schematisch —, so fühlte sich der Mensch in der ersten nachatlantischen Periode als das Ergebnis göttlicher Imagination, die er ganz im Geistig-Seelischen suchte. Dann fühlte er sich als das Ergebnis göttlicher Gedanken, die er in den Himmelserscheinungen und so weiter, in Wind und Wetter suchte. Es verlor dann der Mensch immer mehr und mehr das in die Weiten hinausgehende Bewußtsein; er engte dieses Bewußtsein immer mehr und mehr gegen die Erde herzu ein. Dann kam die Periode der ägyptisch-chaldäischen Zeit, wo wir den Menschen haben als errechnetes kosmisches Wesen. Und dann kam die vierte, die griechisch-lateinische Zeit, wo der Mensch ganz und gar Erdenmensch ist (siehe Zeichnung).
[ 25 ] Man muß schon ein Gefühl dafür haben, wie eine solche Mythologie in der Griechenzeit durchaus sich erst entwickeln konnte, nachdem man den Zusammenhang der eigenen Seele mit den überirdischen Er 115 scheinungen verloren hatte. So daß wir sagen können: Wenn hier die Erde ist — ich zeichne schematisch —, so fühlte sich der Mensch in der ersten nachatlantischen Periode als das Ergebnis göttlicher Imagination, die er ganz im Geistig-Seelischen suchte. Dann fühlte er sich als das Ergebnis göttlicher Gedanken, die er in den Himmelserscheinungen und so weiter, in Wind und Wetter suchte. Es verlor dann der Mensch immer mehr und mehr das in die Weiten hinausgehende Bewußtsein; er engte dieses Bewußtsein immer mehr und mehr gegen die Erde herzu ein. Dann kam die Periode der ägyptisch-chaldäischen Zeit, wo wir den Menschen haben als errechnetes kosmisches Wesen. Und dann kam die vierte, die griechisch-lateinische Zeit, wo der Mensch ganz und gar Erdenmensch ist (siehe Zeichnung).


[ 26 ] Wenn wir noch einmal in den dritten nachatlantischen Zeitraum zurückgehen, so stoßen wir auf eine Zeit, in der die Menschen auch noch stark fühlten, trotzdem sie sich ihr Himmelsdasein errechneten, wo sie auf der Erde geboren wurden. Das ist eine besonders interessante Tatsache. Das Himmelsdasein hatte man bis auf die Rechnung hin vergessen; man mußte es eben erst errechnen. Es war die Zeit der astrologischen Rechnungen. Aber irgendein Mensch, der vielleicht gar keine Rechnung hatte für sein Geburtsdatum, fühlte dennoch das Ergebnis dieser Rechnung. Einer, der ganz im Süden geboren war, fühlte in dem, wie er sich ausleben konnte im Süden, das Ergebnis der Rechnung; auf das gab er viel mehr, als auf die Rechnung selbst. Einer, der im Norden geboren war, war unter einer andern Rechnung geboren. Nun ja, die Astrologen konnten das ausrechnen, aber der Mensch fühlte das Ergebnis dieser Rechnung. Und wie fühlte er es?
[ 26 ] Wenn wir noch einmal in den dritten nachatlantischen Zeitraum zurückgehen, so stoßen wir auf eine Zeit, in der die Menschen auch noch stark fühlten, trotzdem sie sich ihr Himmelsdasein errechneten, wo sie auf der Erde geboren wurden. Das ist eine besonders interessante Tatsache. Das Himmelsdasein hatte man bis auf die Rechnung hin vergessen; man mußte es eben erst errechnen. Es war die Zeit der astrologischen Rechnungen. Aber irgendein Mensch, der vielleicht gar keine Rechnung hatte für sein Geburtsdatum, fühlte dennoch das Ergebnis dieser Rechnung. Einer, der ganz im Süden geboren war, fühlte in dem, wie er sich ausleben konnte im Süden, das Ergebnis der Rechnung; auf das gab er viel mehr, als auf die Rechnung selbst. Einer, der im Norden geboren war, war unter einer andern Rechnung geboren. Nun ja, die Astrologen konnten das ausrechnen, aber der Mensch fühlte das Ergebnis dieser Rechnung. Und wie fühlte er es?
[ 27 ] Er fühlte es dadurch, daß eigentlich seine ganze menschliche Seelen- und Körperverfassung mit dem Orte seiner Geburt und den geographischen, klimatischen Eigentümlichkeiten seiner Geburt zusammenhingen, weil der Mensch in dieser dritten nachatlantischen Zivilisationsperiode sich vorzugsweise als ein Atmungsgeschöpf fühlte. Man atmet anders im Süden als im Norden. Der Mensch war ein Atmungsmensch. Natürlich war die äußere Zivilisation nicht so weit, daß man solche Dinge aussprechen konnte; aber das, was in der menschlichen Seele lebte, das war ein Ergebnis des Atmungsprozesses, und der Atmungsprozeß war ein Ergebnis des Erdenortes, auf dem man geboren war, auf dem man lebte.
[ 27 ] Er fühlte es dadurch, daß eigentlich seine ganze menschliche Seelen- und Körperverfassung mit dem Orte seiner Geburt und den geographischen, klimatischen Eigentümlichkeiten seiner Geburt zusammenhingen, weil der Mensch in dieser dritten nachatlantischen Zivilisationsperiode sich vorzugsweise als ein Atmungsgeschöpf fühlte. Man atmet anders im Süden als im Norden. Der Mensch war ein Atmungsmensch. Natürlich war die äußere Zivilisation nicht so weit, daß man solche Dinge aussprechen konnte; aber das, was in der menschlichen Seele lebte, das war ein Ergebnis des Atmungsprozesses, und der Atmungsprozeß war ein Ergebnis des Erdenortes, auf dem man geboren war, auf dem man lebte.
[ 28 ] Das hörte bei den Griechen auf. In der Griechenzeit ist nicht mehr der Atmungsprozeß und der Zusammenhang mit dem Irdischen das Maßgebende, sondern der Zusammenhang des Blutes, das Stammesgefühl, die Stammesempfindung ist dasjenige, was das Bewußtsein der Gruppenseelenhaftigkeit ergibt. Gruppenseelen fühlte man in der dritten nachatlantischen Zeit im Zusammenhang mit dem Erdenorte. Man stellte sich ja geradezu auch vor in dieser dritten nachatlantischen Zeit: Wenn da oder dort ein Heiligtum ist, so ist der Gott darin, der die Gruppenseele darstellt —, der war an den Ort gebunden. Das hörte auf während der Griechenzeit. Da begann mit dem Erdenbewußtsein, mit der ganzen Verfassung, die an die Erde mit allem menschlichen Fühlen und Empfinden im ganzen menschlichen Instinktleben gebunden war, dieses Gefühl für die Zusammengehörigkeit im Blute. So daß der Mensch dann ganz auf die Erde herunter versetzt war. Er sah nicht mehr mit seinem Bewußtsein über die Erde hinaus, sondern fühlte sich mit seinem Stamm, mit seinem Volk zusammengehörig im Blute. Und wie steht es mit uns in der fünften nachatlantischen Periode? Es ergibt sich fast aus dem Schematismus, den ich da ganz sachgemäß entworfen habe. Ja, wir sind in die Erde hereingekrochen. Wir sind bar geworden der außerirdischen Kräfte, wir leben auch nicht mehr und sollen nicht mehr leben mit den bloßen Erdenkräften, die im Blute vibrieren, sondern wir sind abhängig geworden von Kräften, die unter der Erde sind.
[ 28 ] Das hörte bei den Griechen auf. In der Griechenzeit ist nicht mehr der Atmungsprozeß und der Zusammenhang mit dem Irdischen das Maßgebende, sondern der Zusammenhang des Blutes, das Stammesgefühl, die Stammesempfindung ist dasjenige, was das Bewußtsein der Gruppenseelenhaftigkeit ergibt. Gruppenseelen fühlte man in der dritten nachatlantischen Zeit im Zusammenhang mit dem Erdenorte. Man stellte sich ja geradezu auch vor in dieser dritten nachatlantischen Zeit: Wenn da oder dort ein Heiligtum ist, so ist der Gott darin, der die Gruppenseele darstellt —, der war an den Ort gebunden. Das hörte auf während der Griechenzeit. Da begann mit dem Erdenbewußtsein, mit der ganzen Verfassung, die an die Erde mit allem menschlichen Fühlen und Empfinden im ganzen menschlichen Instinktleben gebunden war, dieses Gefühl für die Zusammengehörigkeit im Blute. So daß der Mensch dann ganz auf die Erde herunter versetzt war. Er sah nicht mehr mit seinem Bewußtsein über die Erde hinaus, sondern fühlte sich mit seinem Stamm, mit seinem Volk zusammengehörig im Blute. Und wie steht es mit uns in der fünften nachatlantischen Periode? Es ergibt sich fast aus dem Schematismus, den ich da ganz sachgemäß entworfen habe. Ja, wir sind in die Erde hereingekrochen. Wir sind bar geworden der außerirdischen Kräfte, wir leben auch nicht mehr und sollen nicht mehr leben mit den bloßen Erdenkräften, die im Blute vibrieren, sondern wir sind abhängig geworden von Kräften, die unter der Erde sind.
[ 29 ] Daß sich unter der Erde auch Kräfte befinden, die eine Bedeutung haben, das können Sie von den Kartoffeln lernen. Sie wissen ja, daß die Bauern ihre Kartoffeln im Winter in Gruben hineintun; da kommen sie fort, während sie sonst verderben würden. Es ist eben unter der Erde anders. Da lebt die Sommerwärme während des Winters fort.
[ 29 ] Daß sich unter der Erde auch Kräfte befinden, die eine Bedeutung haben, das können Sie von den Kartoffeln lernen. Sie wissen ja, daß die Bauern ihre Kartoffeln im Winter in Gruben hineintun; da kommen sie fort, während sie sonst verderben würden. Es ist eben unter der Erde anders. Da lebt die Sommerwärme während des Winters fort.
[ 30 ] Es ist ja auch durchaus das Leben der Pflanzen nur dann zu verstehen, wenn man weiß, daß das Leben der Pflanze bis zur Blüte ein Ergebnis des jeweiligen vorigen Jahres ist. Es kommt aus den Erdenkräften heraus. Erst die Blüte ist dasjenige, was an der Sonne gedeiht. Nun, das habe ich einmal hier auseinandergesetzt.
[ 30 ] Es ist ja auch durchaus das Leben der Pflanzen nur dann zu verstehen, wenn man weiß, daß das Leben der Pflanze bis zur Blüte ein Ergebnis des jeweiligen vorigen Jahres ist. Es kommt aus den Erdenkräften heraus. Erst die Blüte ist dasjenige, was an der Sonne gedeiht. Nun, das habe ich einmal hier auseinandergesetzt.
[ 31 ] Was bedeutet es denn für uns Menschen, daß wir abhängig werden von Kräften unter der Erde? Dasselbe wie bei den Kartoffeln bedeutet es nicht, wir werden ja auch im Winter nicht in die Gruben hineingelegt, damit wir da den Winter über besser gedeihen können. Es bedeutet eben etwas ganz anderes, es bedeutet gerade, daß die Erde den Einfluß des Überirdischen von uns wegnimmt. Wir werden durch die Erde des Einflusses des Überirdischen beraubt. Der Mensch war zuerst in seinem Bewußtsein göttliche Imagination, dann göttlicher Gedanke, dann Errechnungsresultat und dann Erdenmensch. Der Grieche fühlte sich durchaus als Erdenmensch und lebend im Blute. Wir also müssen lernen, uns als unabhängig von demjenigen zu fühlen, was überirdisch ist, unabhängig aber auch von dem, was bloß in unserem Blute liegt. Dazu ist es gekommen dadurch, daß wir eben zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahr anders leben, als früher gelebt worden ist: daß wir nicht mehr aufwachen zu dem gestern charakterisierten zweiten Erlebnis, daß wir nicht mehr lebendige Gedanken als die Resultate des vom Überirdischen beeinflußten Bewußtseins haben, sondern daß wir Gedanken haben, die ganz frei geworden sind von innerer Lebendigkeit, die deshalb auch tot sind. Es ist schon die Erde mit ihren Innenkräften, die unsere Gedanken, indem wir Erdenmenschen werden, ertötet.
[ 31 ] Was bedeutet es denn für uns Menschen, daß wir abhängig werden von Kräften unter der Erde? Dasselbe wie bei den Kartoffeln bedeutet es nicht, wir werden ja auch im Winter nicht in die Gruben hineingelegt, damit wir da den Winter über besser gedeihen können. Es bedeutet eben etwas ganz anderes, es bedeutet gerade, daß die Erde den Einfluß des Überirdischen von uns wegnimmt. Wir werden durch die Erde des Einflusses des Überirdischen beraubt. Der Mensch war zuerst in seinem Bewußtsein göttliche Imagination, dann göttlicher Gedanke, dann Errechnungsresultat und dann Erdenmensch. Der Grieche fühlte sich durchaus als Erdenmensch und lebend im Blute. Wir also müssen lernen, uns als unabhängig von demjenigen zu fühlen, was überirdisch ist, unabhängig aber auch von dem, was bloß in unserem Blute liegt. Dazu ist es gekommen dadurch, daß wir eben zwischen dem einundzwanzigsten und achtundzwanzigsten Jahr anders leben, als früher gelebt worden ist: daß wir nicht mehr aufwachen zu dem gestern charakterisierten zweiten Erlebnis, daß wir nicht mehr lebendige Gedanken als die Resultate des vom Überirdischen beeinflußten Bewußtseins haben, sondern daß wir Gedanken haben, die ganz frei geworden sind von innerer Lebendigkeit, die deshalb auch tot sind. Es ist schon die Erde mit ihren Innenkräften, die unsere Gedanken, indem wir Erdenmenschen werden, ertötet.
[ 32 ] Und ein merkwürdiges Bild ergibt sich: Als Erdenmenschen begraben wir dasjenige, was im Physischen vom Menschen übrigbleibt, wir übergeben den Leichnam den Erdenelementen. Die Erde wird auch bei verbrannten Menschen tätig, Verwesung ist nur eine langsame Verbrennung. Mit unseren Gedanken geht es so — das ist ja das Merkwürdige der fünften nachatlantischen Periode —, daß die Götter, indem wir geboren werden, indem wir auf die Erde heruntergeschickt werden, unsere Gedanken der Erde übergeben. Begraben, richtig begraben werden unsere Gedanken, indem wir Erdenmenschen werden. Das ist so seit dem Beginn des fünften nachatlantischen Zeitraumes. Intellektualistischer Mensch sein, heißt: eine Seele haben mit in der Erde begrabenen Gedanken, das heißt, mit Gedanken, denen die Erdenkräfte die Himmelsimpulse nehmen.
[ 32 ] Und ein merkwürdiges Bild ergibt sich: Als Erdenmenschen begraben wir dasjenige, was im Physischen vom Menschen übrigbleibt, wir übergeben den Leichnam den Erdenelementen. Die Erde wird auch bei verbrannten Menschen tätig, Verwesung ist nur eine langsame Verbrennung. Mit unseren Gedanken geht es so — das ist ja das Merkwürdige der fünften nachatlantischen Periode —, daß die Götter, indem wir geboren werden, indem wir auf die Erde heruntergeschickt werden, unsere Gedanken der Erde übergeben. Begraben, richtig begraben werden unsere Gedanken, indem wir Erdenmenschen werden. Das ist so seit dem Beginn des fünften nachatlantischen Zeitraumes. Intellektualistischer Mensch sein, heißt: eine Seele haben mit in der Erde begrabenen Gedanken, das heißt, mit Gedanken, denen die Erdenkräfte die Himmelsimpulse nehmen.
[ 33 ] Das ist eigentlich das Charakteristische für unser gegenwärtiges Menschsein, daß wir mit der Erde in unserem innersten Seelenwesen gerade durch unser Denken zusammenwachsen. Dadurch aber haben wir andererseits auch erst jetzt, in der fünften nachatlantischen Kulturperiode, die Möglichkeit, dem Kosmos die Gedanken zurückzusenden, die wir auf die gestern am Schlusse erwähnte Weise in uns lebendig machen durch unser Erdenleben.
[ 33 ] Das ist eigentlich das Charakteristische für unser gegenwärtiges Menschsein, daß wir mit der Erde in unserem innersten Seelenwesen gerade durch unser Denken zusammenwachsen. Dadurch aber haben wir andererseits auch erst jetzt, in der fünften nachatlantischen Kulturperiode, die Möglichkeit, dem Kosmos die Gedanken zurückzusenden, die wir auf die gestern am Schlusse erwähnte Weise in uns lebendig machen durch unser Erdenleben.
[ 34 ] Solche Entwickelungsimpulse ruhen tief in den bedeutsamen Kulturergebnissen der Menschheit. Und es erweckt in uns gewiß ein tiefes Gefühl, wenn in der Zeit, in der sich die europäische Menschheit nähert diesem fünften nachatlantischen Kulturzeitraum, solche Dichtungen heraufkommen, wie die des Wolfram von Eschenbach, der «Parzival». Wir haben die Dichtung als solche oftmals betrachtet, aber wir wollen heute ein Auge haben, ein Seelenauge haben für etwas, was uns da als ein grandioses Merkzeichen der Zeit entgegentritt. Sehen Sie sich die merkwürdige Charakteristik an, die nun, nicht nur bei Wolfram, sondern überhaupt bei den Menschen dieser Zeit, indem in ihnen die Dichterkraft aufgeht, heraufkommit.
[ 34 ] Solche Entwickelungsimpulse ruhen tief in den bedeutsamen Kulturergebnissen der Menschheit. Und es erweckt in uns gewiß ein tiefes Gefühl, wenn in der Zeit, in der sich die europäische Menschheit nähert diesem fünften nachatlantischen Kulturzeitraum, solche Dichtungen heraufkommen, wie die des Wolfram von Eschenbach, der «Parzival». Wir haben die Dichtung als solche oftmals betrachtet, aber wir wollen heute ein Auge haben, ein Seelenauge haben für etwas, was uns da als ein grandioses Merkzeichen der Zeit entgegentritt. Sehen Sie sich die merkwürdige Charakteristik an, die nun, nicht nur bei Wolfram, sondern überhaupt bei den Menschen dieser Zeit, indem in ihnen die Dichterkraft aufgeht, heraufkommit.
[ 35 ] Da sieht man, ich möchte sagen, sich beunruhigt durch drei Entwickelungsstadien der menschlichen Seele. Das erste, was man an dem Menschen wahrnimmt, wenn er in die Welt hereintritt, wenn er sich seinem Leben überläßt, wenn er in naiver Weise im Zusammenhang mit der Welt lebt, das erste, was man wahrnimmt, ist die Einfältigkeit, Dumpfheit.
[ 35 ] Da sieht man, ich möchte sagen, sich beunruhigt durch drei Entwickelungsstadien der menschlichen Seele. Das erste, was man an dem Menschen wahrnimmt, wenn er in die Welt hereintritt, wenn er sich seinem Leben überläßt, wenn er in naiver Weise im Zusammenhang mit der Welt lebt, das erste, was man wahrnimmt, ist die Einfältigkeit, Dumpfheit.
[ 36 ] Das zweite aber, das ist der Zweifel. Und gerade in dieser Zeit des herannahenden fünften nachatlantischen Zeitraumes wird der Zweifel lebendig geschildert. Ist Zweifel des Herzens Angebinde, so muß dem Menschen das Leben sauer werden: das ist die Empfindung in jener Zeit. Aber die Empfindung ist auch da: Der Mensch muß sich durchringen durch den Zweifel zur Saelde, zur Seligkeit. — Und Seligkeit nennt man dann dasjenige, wo der Mensch in die ungöttlich gewordenen Gedanken, in die ganz irdisch gewordenen, toten Gedanken nun wiederum das göttliche Leben hereinbringt. Als den Zustand des Zweifels empfindet man dieses Untertauchen des Menschen mit seinen Gedanken in den irdischen Bereich. Und die Saelde, die Seligkeit, empfindet man wie ein Losreißen von dem Irdischen dadurch, daß man die Gedanken wiederum lebendig macht.
[ 36 ] Das zweite aber, das ist der Zweifel. Und gerade in dieser Zeit des herannahenden fünften nachatlantischen Zeitraumes wird der Zweifel lebendig geschildert. Ist Zweifel des Herzens Angebinde, so muß dem Menschen das Leben sauer werden: das ist die Empfindung in jener Zeit. Aber die Empfindung ist auch da: Der Mensch muß sich durchringen durch den Zweifel zur Saelde, zur Seligkeit. — Und Seligkeit nennt man dann dasjenige, wo der Mensch in die ungöttlich gewordenen Gedanken, in die ganz irdisch gewordenen, toten Gedanken nun wiederum das göttliche Leben hereinbringt. Als den Zustand des Zweifels empfindet man dieses Untertauchen des Menschen mit seinen Gedanken in den irdischen Bereich. Und die Saelde, die Seligkeit, empfindet man wie ein Losreißen von dem Irdischen dadurch, daß man die Gedanken wiederum lebendig macht.


[ 37 ] Das ist gerade als ein Stimmungsgehalt der Dichtungen in diesem 12., 13., 14. Jahrhundert vorhanden, wo man sich heraufringt in den fünften nachatlantischen Zeitraum. Ich möchte sagen, die erste Morgenröte dieses fünften nachatlantischen Zeitraumes wurde lebendiger von den Menschen empfunden als heute, wo die Menschen müde sind, über diese Dinge nachzudenken, wo sie zu bequem geworden sind. Aber sie werden wieder beginnen müssen, über diese Dinge tief nachzudenken, und namentlich nachzufühlen. Sonst würde eben der Aufstieg der Menschheit nicht möglich sein. Und was tritt da eigentlich ein?
[ 37 ] Das ist gerade als ein Stimmungsgehalt der Dichtungen in diesem 12., 13., 14. Jahrhundert vorhanden, wo man sich heraufringt in den fünften nachatlantischen Zeitraum. Ich möchte sagen, die erste Morgenröte dieses fünften nachatlantischen Zeitraumes wurde lebendiger von den Menschen empfunden als heute, wo die Menschen müde sind, über diese Dinge nachzudenken, wo sie zu bequem geworden sind. Aber sie werden wieder beginnen müssen, über diese Dinge tief nachzudenken, und namentlich nachzufühlen. Sonst würde eben der Aufstieg der Menschheit nicht möglich sein. Und was tritt da eigentlich ein?
[ 38 ] Es ist ein Hinunterbewegen des Menschen von dem Himmlischen zu dem Irdischen, bis der Mensch ganz auf der Erde ist. Aber wie ist es mit dem Menschen? Ja, es ist so, wie wenn die Erde für den Menschen ein Spiegel wäre. Der Mensch soll nicht bloß bis unter die Erde hineinwachsen. Die Gedanken in ihrem toten Elemente dringen in die Erde hinein, begreifen das Tote, das nur dem Erdenelemente angehört. Aber der Mensch selbst ist so, daß er, wenn er seine Gedanken belebt, sie wie Spiegelbilder hinaussendet in den Kosmos. So daß alles, was an lebendigen Gedanken in dem Menschen entsteht, dasjenige ist, was die Götter zurückglänzen sehen von dem sich entwickelnden Menschen. Der Mensch wird aufgerufen zum Mitschöpfer am Weltenall, indem ihm zugemutet wird, daß er seine Gedanken belebt. Denn diese Gedanken spiegeln sich an der Erde und gehen wiederum in das Weltenall hinaus, müssen den Weg wiederum nehmen in das Weltenall hinaus.
[ 38 ] Es ist ein Hinunterbewegen des Menschen von dem Himmlischen zu dem Irdischen, bis der Mensch ganz auf der Erde ist. Aber wie ist es mit dem Menschen? Ja, es ist so, wie wenn die Erde für den Menschen ein Spiegel wäre. Der Mensch soll nicht bloß bis unter die Erde hineinwachsen. Die Gedanken in ihrem toten Elemente dringen in die Erde hinein, begreifen das Tote, das nur dem Erdenelemente angehört. Aber der Mensch selbst ist so, daß er, wenn er seine Gedanken belebt, sie wie Spiegelbilder hinaussendet in den Kosmos. So daß alles, was an lebendigen Gedanken in dem Menschen entsteht, dasjenige ist, was die Götter zurückglänzen sehen von dem sich entwickelnden Menschen. Der Mensch wird aufgerufen zum Mitschöpfer am Weltenall, indem ihm zugemutet wird, daß er seine Gedanken belebt. Denn diese Gedanken spiegeln sich an der Erde und gehen wiederum in das Weltenall hinaus, müssen den Weg wiederum nehmen in das Weltenall hinaus.
[ 39 ] Daher ist es ja so, wenn wir den ganzen Sinn der Menschen- und Weltenentwickelung in uns aufnehmen, daß wir schon fühlen: In einer Art kommen wir wiederum zu den Epochen zurück, die durchgemacht worden sind. In der ägyptisch-chaldäischen Zeit hat man gerechnet, wie es mit dem Menschen ist auf der Erde; man hat immerhin durch die Rechnung den Menschen in Zusammenhang gebracht mit der umliegenden Sternenwelt. Heute machen wir es historisch, indem wir vom Menschen ausgehen, und der Mensch uns der Ausgangspunkt wird für eine Betrachtung, wie Sie sie angestellt finden in meiner «Geheimwissenschaft», wo wir tatsächlich die belebten menschlichen Gedanken wiederum hinaussenden und achtgeben, wie sie werden, wenn wir sie in der kosmischen Umgebung als von uns wegeilend verfolgen, wenn wir lernen, mit den lebendigen Gedanken in den kosmischen Weiten zu leben.
[ 39 ] Daher ist es ja so, wenn wir den ganzen Sinn der Menschen- und Weltenentwickelung in uns aufnehmen, daß wir schon fühlen: In einer Art kommen wir wiederum zu den Epochen zurück, die durchgemacht worden sind. In der ägyptisch-chaldäischen Zeit hat man gerechnet, wie es mit dem Menschen ist auf der Erde; man hat immerhin durch die Rechnung den Menschen in Zusammenhang gebracht mit der umliegenden Sternenwelt. Heute machen wir es historisch, indem wir vom Menschen ausgehen, und der Mensch uns der Ausgangspunkt wird für eine Betrachtung, wie Sie sie angestellt finden in meiner «Geheimwissenschaft», wo wir tatsächlich die belebten menschlichen Gedanken wiederum hinaussenden und achtgeben, wie sie werden, wenn wir sie in der kosmischen Umgebung als von uns wegeilend verfolgen, wenn wir lernen, mit den lebendigen Gedanken in den kosmischen Weiten zu leben.
[ 40 ] Das sind Zusammenhänge, die da zeigen, welche tiefe Bedeutung es hat, daß der Mensch zu toten Gedanken gekommen ist, daß er sozusagen in die Gefahr gekommen ist, ganz mit der Erde sich zu verbinden.
[ 40 ] Das sind Zusammenhänge, die da zeigen, welche tiefe Bedeutung es hat, daß der Mensch zu toten Gedanken gekommen ist, daß er sozusagen in die Gefahr gekommen ist, ganz mit der Erde sich zu verbinden.
[ 41 ] Und verfolgen wir das Bild weiter. Gültige Imaginationen lassen sich weiter verfolgen. Nur ausgedachte Imaginationen lassen sich nicht weiter verfolgen. Denken Sie sich einmal, hier wäre ein Spiegel (es wird gezeichnet). Man sagt, er wirft das Licht zurück; die Ausdrucksweise ist nicht ganz richtig, das Licht darf aber jedenfalls nicht hinter den Spiegel kommen. Wodurch nur allein kann das Licht hinter den Spiegel kommen? Dadurch, daß der Spiegel zerbrochen wird. Und in der Tat, wenn der Mensch seine Gedanken nicht belebt, wenn der Mensch stehenbleibt bei den bloß intellektualistischen, toten Gedanken, muß er die Erde zerbrechen.
[ 41 ] Und verfolgen wir das Bild weiter. Gültige Imaginationen lassen sich weiter verfolgen. Nur ausgedachte Imaginationen lassen sich nicht weiter verfolgen. Denken Sie sich einmal, hier wäre ein Spiegel (es wird gezeichnet). Man sagt, er wirft das Licht zurück; die Ausdrucksweise ist nicht ganz richtig, das Licht darf aber jedenfalls nicht hinter den Spiegel kommen. Wodurch nur allein kann das Licht hinter den Spiegel kommen? Dadurch, daß der Spiegel zerbrochen wird. Und in der Tat, wenn der Mensch seine Gedanken nicht belebt, wenn der Mensch stehenbleibt bei den bloß intellektualistischen, toten Gedanken, muß er die Erde zerbrechen.


[ 42 ] Das Zerbrechen beginnt allerdings bei dem dünnsten Elemente, bei der Wärme. Und im fünften nachatlantischen Zeitraum hat man nur die Gelegenheit, durch weiteres, immer weiteres Ausbilden der bloßen intellektualistischen Gedanken die Wärmeatmosphäre der Erde zu verderben.
[ 42 ] Das Zerbrechen beginnt allerdings bei dem dünnsten Elemente, bei der Wärme. Und im fünften nachatlantischen Zeitraum hat man nur die Gelegenheit, durch weiteres, immer weiteres Ausbilden der bloßen intellektualistischen Gedanken die Wärmeatmosphäre der Erde zu verderben.
[ 43 ] Dann aber kommt die sechste nachatlantische Periode. Würde die Menschheit nicht bis dahin bekehrt sein vom Intellektualismus zur Imagination, dann würde die Verderbnis nicht nur der Wärmeatmosphäre, sondern der Luftatmosphäre beginnen, und die Menschen würden mit den bloß intellektualistischen Gedanken die Luft vergiften. Und die vergiftete Luft würde auf die Erde zurückwirken, das heißt, zunächst das Vegetabilische verderben (siehe Zeichnung Seite 123).
[ 43 ] Dann aber kommt die sechste nachatlantische Periode. Würde die Menschheit nicht bis dahin bekehrt sein vom Intellektualismus zur Imagination, dann würde die Verderbnis nicht nur der Wärmeatmosphäre, sondern der Luftatmosphäre beginnen, und die Menschen würden mit den bloß intellektualistischen Gedanken die Luft vergiften. Und die vergiftete Luft würde auf die Erde zurückwirken, das heißt, zunächst das Vegetabilische verderben (siehe Zeichnung Seite 123).
[ 44 ] Und im siebenten nachatlantischen Zeitraum hat der Mensch schon Gelegenheit, das Wasser zu verderben, und seine Ausdünstungen würden übergehen, wenn sie die Ergebnisse bloß intellektualistischer Gedanken wären, in das allgemeine Flüssigkeitselement der Erde. Aus dem allgemeinen Flüssigkeitselement der Erde heraus würde zunächst das mineralische Element der Erde entformt werden. Und der Mensch hat durchaus Gelegenheit, wenn er seine Gedanken nicht belebt und damit dem Kosmos dasjenige zurückgibt, was er vom Kosmos empfangen hat, die Erde zu zersplittern.
[ 44 ] Und im siebenten nachatlantischen Zeitraum hat der Mensch schon Gelegenheit, das Wasser zu verderben, und seine Ausdünstungen würden übergehen, wenn sie die Ergebnisse bloß intellektualistischer Gedanken wären, in das allgemeine Flüssigkeitselement der Erde. Aus dem allgemeinen Flüssigkeitselement der Erde heraus würde zunächst das mineralische Element der Erde entformt werden. Und der Mensch hat durchaus Gelegenheit, wenn er seine Gedanken nicht belebt und damit dem Kosmos dasjenige zurückgibt, was er vom Kosmos empfangen hat, die Erde zu zersplittern.


[ 45 ] So hängt das, was im Menschen seelisch ist, mit dem natürlichen Dasein zusammen. Und das bloß intellektualistische Wissen heute ist lediglich ein ahrimanisches Produkt, um den Menschen hinwegzutäuschen über diese Dinge. Indem man dem Menschen weismacht, daß seine Gedanken bloße Gedanken sind, die mit dem Weltgeschehen nichts zu tun haben, macht man ihm einen Nebel vor, als ob er keinen Einfluß haben könnte auf die Erdenentwickelung, und als ob ohne oder mit seinem Zutun einmal das Erdenende so oder so kommen wird, wie es eben die bloße Physik vorschreibt.
[ 45 ] So hängt das, was im Menschen seelisch ist, mit dem natürlichen Dasein zusammen. Und das bloß intellektualistische Wissen heute ist lediglich ein ahrimanisches Produkt, um den Menschen hinwegzutäuschen über diese Dinge. Indem man dem Menschen weismacht, daß seine Gedanken bloße Gedanken sind, die mit dem Weltgeschehen nichts zu tun haben, macht man ihm einen Nebel vor, als ob er keinen Einfluß haben könnte auf die Erdenentwickelung, und als ob ohne oder mit seinem Zutun einmal das Erdenende so oder so kommen wird, wie es eben die bloße Physik vorschreibt.
[ 46 ] Aber es wird nicht ein bloß physikalisches Erdenende kommen, sondern dasjenige Erdenende, das die Menschheit selber wird herbeigeführt haben.
[ 46 ] Aber es wird nicht ein bloß physikalisches Erdenende kommen, sondern dasjenige Erdenende, das die Menschheit selber wird herbeigeführt haben.
[ 47 ] Hier ist wieder einer der Punkte, wo sich uns zeigt, wie Anthroposophie die moralisch-seelische Welt zusammenführt mit der physischsinnlichen Welt, während heute gar kein solcher Zusammenhang vorhanden ist und die neuere Theologie sogar etwas Vorzügliches darinnen sieht, das Moralische ganz unabhängig zu machen von dem Physischen. Und Philosophen, die da heute keuchend, gebückt, mit krummen Rücken unter der Bürde der naturwissenschaftlichen Ergebnisse sich dahinschleppen, die sind froh, wenn sie sagen können: Ja, in der Natur, da gibt es Wissenschaft; aber die Philosophie, die muß sich auf den kategorischen Imperativ, auf dasjenige, worüber man nichts wissen kann, erstrecken.
[ 47 ] Hier ist wieder einer der Punkte, wo sich uns zeigt, wie Anthroposophie die moralisch-seelische Welt zusammenführt mit der physischsinnlichen Welt, während heute gar kein solcher Zusammenhang vorhanden ist und die neuere Theologie sogar etwas Vorzügliches darinnen sieht, das Moralische ganz unabhängig zu machen von dem Physischen. Und Philosophen, die da heute keuchend, gebückt, mit krummen Rücken unter der Bürde der naturwissenschaftlichen Ergebnisse sich dahinschleppen, die sind froh, wenn sie sagen können: Ja, in der Natur, da gibt es Wissenschaft; aber die Philosophie, die muß sich auf den kategorischen Imperativ, auf dasjenige, worüber man nichts wissen kann, erstrecken.
[ 48 ] Diese Dinge sind heute oftmals nur innerhalb der Schulen spielend. Sie werden aber das Leben ergreifen, wenn die Menschheit sich nicht dessen bewußt wird, wie das Seelisch-Geistige mitschöpferisch ist im Physisch-Sinnlichen, und wie die Zukunft des Physisch-Sinnlichen davon abhängen wird, was der Mensch im Seelisch-Geistigen auszubilden sich entschließt. Aus solchen Untergründen heraus kann man schon auf der einen Seite das Bewußtsein bekommen von der unendlichen Wichtigkeit des seelischen Lebens der Menschheit, auf der andern Seite kann man allerdings auch wiederum ein Bewußtsein davon bekommen, daß der Mensch nicht nur ein auf der Erde beliebig herumwandelndes Geschöpf ist, sondern dem ganzen Weltenall angehört.
[ 48 ] Diese Dinge sind heute oftmals nur innerhalb der Schulen spielend. Sie werden aber das Leben ergreifen, wenn die Menschheit sich nicht dessen bewußt wird, wie das Seelisch-Geistige mitschöpferisch ist im Physisch-Sinnlichen, und wie die Zukunft des Physisch-Sinnlichen davon abhängen wird, was der Mensch im Seelisch-Geistigen auszubilden sich entschließt. Aus solchen Untergründen heraus kann man schon auf der einen Seite das Bewußtsein bekommen von der unendlichen Wichtigkeit des seelischen Lebens der Menschheit, auf der andern Seite kann man allerdings auch wiederum ein Bewußtsein davon bekommen, daß der Mensch nicht nur ein auf der Erde beliebig herumwandelndes Geschöpf ist, sondern dem ganzen Weltenall angehört.
[ 49 ] Aber, meine lieben Freunde, richtige Imaginationen geben schon das Richtige. Wenn der Mensch nämlich nun nicht seine Gedanken belebt, sondern sie immer weiter und weiter sterben läßt, dann kriechen eben die Gedanken in die Erde hinein, und der Mensch wird zuletzt gegenüber dem Weltenall ein Regenwurm, weil seine Gedanken sich die Lokalitäten der Regenwürmer aufsuchen. Das ist auch etwas, was eine ganz gültige Imagination ist.
[ 49 ] Aber, meine lieben Freunde, richtige Imaginationen geben schon das Richtige. Wenn der Mensch nämlich nun nicht seine Gedanken belebt, sondern sie immer weiter und weiter sterben läßt, dann kriechen eben die Gedanken in die Erde hinein, und der Mensch wird zuletzt gegenüber dem Weltenall ein Regenwurm, weil seine Gedanken sich die Lokalitäten der Regenwürmer aufsuchen. Das ist auch etwas, was eine ganz gültige Imagination ist.
[ 50 ] Die menschliche Zivilisation sollte es vermeiden, daß der Mensch Regenwurm werden kann, denn sonst wird die Erde zerbrochen, und das Weltenziel, das in den menschlichen Anlagen ganz deutlich ausgesprochen ist, wird nicht erreicht. Das sind Dinge, die wir nicht bloß in unsere Theorien, in unsere Abstraktionen, sondern tief in unsere Herzen aufnehmen sollen, denn Anthroposophie ist eine Herzenssache. Je mehr sie als eine Herzenssache gefaßt wird, desto besser wird sie verstanden.
[ 50 ] Die menschliche Zivilisation sollte es vermeiden, daß der Mensch Regenwurm werden kann, denn sonst wird die Erde zerbrochen, und das Weltenziel, das in den menschlichen Anlagen ganz deutlich ausgesprochen ist, wird nicht erreicht. Das sind Dinge, die wir nicht bloß in unsere Theorien, in unsere Abstraktionen, sondern tief in unsere Herzen aufnehmen sollen, denn Anthroposophie ist eine Herzenssache. Je mehr sie als eine Herzenssache gefaßt wird, desto besser wird sie verstanden.



