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The Human Soul in Its Relationship to Divine-Spiritual Individualities
GA 224

11 July 1923, Stuttgart

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5. Die vier Wesensglieder des Menschen

5. Die vier Wesensglieder des Menschen

Der Spiegelcharakter Des Intellektuellen Denkens Und Die Realität Des Sittlichreligiösen Erlebens

Der Spiegelcharakter Des Intellektuellen Denkens Und Die Realität Des Sittlichreligiösen Erlebens

[ 1 ] Wir wollen davon ausgehen, daß der Mensch ein vielgliedriges, ein mehrgliedriges Wesen ist, also von einer uns ganz bekannten Tatsache. Wir wollen davon ausgehen, daß innerhalb der anthroposophischen Bewegung immer die Bemühung vorhanden ist, zu begreifen, inwiefern sich die menschliche Wesenheit aus Gliedern zusammensetzt, die jedes für sich ein gewisses Verständnis erfordern, so daß das Begreifen der ganzen Menschenwesenheit nur möglich ist, wenn man in der Lage ist, das Verständnis, das man den einzelnen Gliedern entgegengebracht hat, zu einem Ganzen zu vereinigen. Wenn wir zunächst von allem übrigen absehen, so wissen wir, daß diese menschliche Wesenheit gegliedert ist in den physischen Leib, in den Ätherleib oder Bildekräfteleib, in den astralischen Leib und in dasjenige, was wir als das Ich bezeichnen. Nun ist das nicht etwa — oder sollte wenigstens nicht sein — eine bloße Einteilung des Menschen und seiner Wesenheit, sondern dasjenige, was da aufgezählt wird als die vier Glieder der menschlichen Wesenheit, stammt eigentlich aus ganz verschiedenen Welten und kann nur verstanden werden aus den inneren Bedingungen dieser Welten heraus. Und erst wenn man verstanden hat, wie physischer Leib, Äther- oder Bildekräfteleib, asträlischer Leib und Ich aus ihren entsprechenden Welten heraus gebildet sind, dann ist man imstande, aus dem Zusammenklingen des Verständnisses dieser einzelnen menschlichen Glieder sich ein Verständnis der gesamten menschlichen Wesenheit zu verschaffen. Den physischen Leib des Menschen muß man einfach begreifen aus der physischen Welt heraus, aber den ätherischen oder Bildekräfteleib muß man seinerseits wiederum verstehen aus der ätherischen Welt heraus und so weiter. Wenn wir nicht auf diesem Gebiete außerordentlich genau sind, wenn wir uns nicht darauf einlassen, daß die Dinge eben so sich verhalten, wie ich sie eben angedeutet habe, dann können wir nicht zu einem Erfassen der Gesamtwesenheit des Menschen kommen.

[ 1 ] Wir wollen davon ausgehen, daß der Mensch ein vielgliedriges, ein mehrgliedriges Wesen ist, also von einer uns ganz bekannten Tatsache. Wir wollen davon ausgehen, daß innerhalb der anthroposophischen Bewegung immer die Bemühung vorhanden ist, zu begreifen, inwiefern sich die menschliche Wesenheit aus Gliedern zusammensetzt, die jedes für sich ein gewisses Verständnis erfordern, so daß das Begreifen der ganzen Menschenwesenheit nur möglich ist, wenn man in der Lage ist, das Verständnis, das man den einzelnen Gliedern entgegengebracht hat, zu einem Ganzen zu vereinigen. Wenn wir zunächst von allem übrigen absehen, so wissen wir, daß diese menschliche Wesenheit gegliedert ist in den physischen Leib, in den Ätherleib oder Bildekräfteleib, in den astralischen Leib und in dasjenige, was wir als das Ich bezeichnen. Nun ist das nicht etwa — oder sollte wenigstens nicht sein — eine bloße Einteilung des Menschen und seiner Wesenheit, sondern dasjenige, was da aufgezählt wird als die vier Glieder der menschlichen Wesenheit, stammt eigentlich aus ganz verschiedenen Welten und kann nur verstanden werden aus den inneren Bedingungen dieser Welten heraus. Und erst wenn man verstanden hat, wie physischer Leib, Äther- oder Bildekräfteleib, asträlischer Leib und Ich aus ihren entsprechenden Welten heraus gebildet sind, dann ist man imstande, aus dem Zusammenklingen des Verständnisses dieser einzelnen menschlichen Glieder sich ein Verständnis der gesamten menschlichen Wesenheit zu verschaffen. Den physischen Leib des Menschen muß man einfach begreifen aus der physischen Welt heraus, aber den ätherischen oder Bildekräfteleib muß man seinerseits wiederum verstehen aus der ätherischen Welt heraus und so weiter. Wenn wir nicht auf diesem Gebiete außerordentlich genau sind, wenn wir uns nicht darauf einlassen, daß die Dinge eben so sich verhalten, wie ich sie eben angedeutet habe, dann können wir nicht zu einem Erfassen der Gesamtwesenheit des Menschen kommen.

[ 2 ] Sehen wir einmal ab vom physischen Leib des Menschen. Das können wir aus dem Grunde, weil die gesamte äußere Bildung und Wissenschaftlichkeit heute darauf ausgeht, den physischen Leib des Menschen zu begreifen. Aber nicht in demselben Sinne ist es heute ein Bestreben, den ätherischen oder Bildekräfteleib des Menschen zu verstehen. Man macht sich höchstens die Vorstellung, daß dieser ätherische oder Bildekräfteleib vielleicht aus einer feineren Substanz besteht als der dichte physische Leib und daß diese feinere ätherische Substanz nun einmal dem physischen Leib beigemischt ist. Aber so sind ja die Dinge nicht, sondern die Sache ist wesentlich anders: Derjenige, der alles begriffen hätte, was aus der physischen Wissenschaft heraus begriffen werden kann, um sich eine Vorstellung über die Wirkungsweise des physischen Leibes zu machen, könnte gänzlich unwissend sein über den ätherischen oder Bildekräfteleib, denn gerade wenn wir auf den Menschen sehen, so ist es unmöglich, die Gesetze des ätherischen oder Bildekräfteleibes in der Nähe der Erde zu finden. Wir können gar nicht in der Nähe der Erde selbst die Gesetze des ätherischen oder Bildekräfteleibes suchen. Denn geradeso wie wit, wenn wir bei einem in senkrechter Richtung fallenden Stein sagen: Da ist die Schwerkraft tätig, der Stein bewegt sich in der Richtung gegen den Mittelpunkt der Erde —, geradeso wie wir in der Nähe der Erde oder in der Erde die Ursachen für das Fallen des Steins suchen, geradeso wie wir da richtig vorgehen, gehen wir falsch vor, wenn wir nach den Ursachen des Geschehens im ätherischen oder Bildekräfteleib fragen, falls wir in der Nähe der Erde bleiben. Wir müssen vielmehr dasjenige, was in unserem ätherischen oder Bildekräfteleib wirkt, gar nicht auf der Erde suchen, sondern in den Weiten des Weltenalls, gewissermaßen in einer unbestimmt weit von uns entfernten Kugeloberfläche. Da wirken die Kräfte von allen Seiten hinein. So wie vom Mittelpunkt der Erde die physischen Kräfte herauswirken, so wirken von allen Seiten die Kräfte herein und bedingen unseren Ätherleib.

[ 2 ] Sehen wir einmal ab vom physischen Leib des Menschen. Das können wir aus dem Grunde, weil die gesamte äußere Bildung und Wissenschaftlichkeit heute darauf ausgeht, den physischen Leib des Menschen zu begreifen. Aber nicht in demselben Sinne ist es heute ein Bestreben, den ätherischen oder Bildekräfteleib des Menschen zu verstehen. Man macht sich höchstens die Vorstellung, daß dieser ätherische oder Bildekräfteleib vielleicht aus einer feineren Substanz besteht als der dichte physische Leib und daß diese feinere ätherische Substanz nun einmal dem physischen Leib beigemischt ist. Aber so sind ja die Dinge nicht, sondern die Sache ist wesentlich anders: Derjenige, der alles begriffen hätte, was aus der physischen Wissenschaft heraus begriffen werden kann, um sich eine Vorstellung über die Wirkungsweise des physischen Leibes zu machen, könnte gänzlich unwissend sein über den ätherischen oder Bildekräfteleib, denn gerade wenn wir auf den Menschen sehen, so ist es unmöglich, die Gesetze des ätherischen oder Bildekräfteleibes in der Nähe der Erde zu finden. Wir können gar nicht in der Nähe der Erde selbst die Gesetze des ätherischen oder Bildekräfteleibes suchen. Denn geradeso wie wit, wenn wir bei einem in senkrechter Richtung fallenden Stein sagen: Da ist die Schwerkraft tätig, der Stein bewegt sich in der Richtung gegen den Mittelpunkt der Erde —, geradeso wie wir in der Nähe der Erde oder in der Erde die Ursachen für das Fallen des Steins suchen, geradeso wie wir da richtig vorgehen, gehen wir falsch vor, wenn wir nach den Ursachen des Geschehens im ätherischen oder Bildekräfteleib fragen, falls wir in der Nähe der Erde bleiben. Wir müssen vielmehr dasjenige, was in unserem ätherischen oder Bildekräfteleib wirkt, gar nicht auf der Erde suchen, sondern in den Weiten des Weltenalls, gewissermaßen in einer unbestimmt weit von uns entfernten Kugeloberfläche. Da wirken die Kräfte von allen Seiten hinein. So wie vom Mittelpunkt der Erde die physischen Kräfte herauswirken, so wirken von allen Seiten die Kräfte herein und bedingen unseren Ätherleib.

[ 3 ] Erinnern Sie sich einmal, was ich Ihnen gesagt habe mit Bezug auf den Übertritt des Menschen aus seinem vorirdischen Dasein in das irdische Dasein. Er kommt herunter und hat die Gesetze für seinen physischen Leib schon auf die Erde geschickt. Dann sammelt er, sagte ich, aus den Weiten des Weltenäthers seinen Ätherleib. Da ist er also, bevor er das, was er vorausgeschickt hat, seinen physischen Leib, bezieht, Ich, astralischer Leib und Ätherleib. Aber den Ätherleib hat er in bezug auf seine Gesetzmäßigkeit nicht von der Erde her gebildet, sondern wir sagen repräsentativ: aus den vier Weltgegenden; aber damit ist ja nur gemeint, von allen Seiten zusammengezogen. Also von allen Seiten der Weltperipherie, des Umkreises, werden die Gesetze wirksam, wenn der menschliche Ätherleib gebildet wird.

[ 3 ] Erinnern Sie sich einmal, was ich Ihnen gesagt habe mit Bezug auf den Übertritt des Menschen aus seinem vorirdischen Dasein in das irdische Dasein. Er kommt herunter und hat die Gesetze für seinen physischen Leib schon auf die Erde geschickt. Dann sammelt er, sagte ich, aus den Weiten des Weltenäthers seinen Ätherleib. Da ist er also, bevor er das, was er vorausgeschickt hat, seinen physischen Leib, bezieht, Ich, astralischer Leib und Ätherleib. Aber den Ätherleib hat er in bezug auf seine Gesetzmäßigkeit nicht von der Erde her gebildet, sondern wir sagen repräsentativ: aus den vier Weltgegenden; aber damit ist ja nur gemeint, von allen Seiten zusammengezogen. Also von allen Seiten der Weltperipherie, des Umkreises, werden die Gesetze wirksam, wenn der menschliche Ätherleib gebildet wird.

[ 4 ] Da kommt nun etwas, was von vorneherein, wenn man es darlegt, für den Menschen der Gegenwart etwas außerordentlich Schockierendes, etwas außerordentlich Frappierendes hat. Sie werden mir recht geben, wenn ich sage: Zünden wir hier eine noch so starke Flamme an, so wird die Lichtstärke um so weniger für uns bedeuten, je mehr wir uns entfernen von der Lichtquelle, und es tritt endlich in einer gewissen Entfernung ein Punkt ein, wo diese Lichtquelle kaum noch in Betracht kommt, wo sie schon so schwach geworden ist, daß wir jedenfalls nicht mehr lesen können; wo wit, wenn irgendwo in einer großen Entfernung ein Licht ist, für alle praktischen Zwecke sagen können, es sei eben kein Licht da. Das wird jeder zugeben. Ebenso gibt die heutige Wissenschaft zu, daß die Schwerkraft mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, immer schwächer wird, je weiter man in den Umkreis kommt. Was aber die Menschen heute gar nicht bedenken, das ist das Folgende. Wir sprechen auf der Erde in unseren Worten die Gesetzmäßigkeiten aus, die auf der Erde geltend sind. Auch die Gesetzmäßigkeit, die wir als Erdenmenschen aussprechen, nimmt ab, wird immer schwächer und schwächer und ist endlich für eine gewisse Weite praktisch gar nicht mehr da. Sie können noch so schlau Naturgesetze aufstellen für irdische Verhältnisse, Sie können noch so schlau geschichtliche Sätze aufstellen für dasjenige, was auf der Erde geschieht: diese Gesetze, die Naturgesetze und geschichtlichen Gesetze gelten in einem gewissen Umkreise ebensowenig, wie die Stärke der Schwerkraft oder eine Lichtstärke da noch eine Bedeutung hat. Daher ist es naiv, wenn jemand etwa behaupten wollte, daß für einen Stern, der so und so viele Lichtjahre weit entfernt sein soll, dieselben Naturgesetze gelten wie bei uns. Denn die Gültigkeit unserer Naturgesetze besteht eben nur für die irdischen Verhältnisse, hört auf, wenn wir hinausdringen in den Weltenraum. Aber die Äthergesetze kommen aus den Weiten des Weltenraumes. Erwarten wir von da dieselben Gesetze, wie sie die Naturgesetze der Erde sind, dann begreifen wir niemals das ätherische Dasein. Schon indem wir von dem Ätherleib des Menschen sprechen, müssen wir von etwas sprechen, das ganz andern Gesetzen folgt, als es die Naturgesetze der Erde sind.

[ 4 ] Da kommt nun etwas, was von vorneherein, wenn man es darlegt, für den Menschen der Gegenwart etwas außerordentlich Schockierendes, etwas außerordentlich Frappierendes hat. Sie werden mir recht geben, wenn ich sage: Zünden wir hier eine noch so starke Flamme an, so wird die Lichtstärke um so weniger für uns bedeuten, je mehr wir uns entfernen von der Lichtquelle, und es tritt endlich in einer gewissen Entfernung ein Punkt ein, wo diese Lichtquelle kaum noch in Betracht kommt, wo sie schon so schwach geworden ist, daß wir jedenfalls nicht mehr lesen können; wo wit, wenn irgendwo in einer großen Entfernung ein Licht ist, für alle praktischen Zwecke sagen können, es sei eben kein Licht da. Das wird jeder zugeben. Ebenso gibt die heutige Wissenschaft zu, daß die Schwerkraft mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, immer schwächer wird, je weiter man in den Umkreis kommt. Was aber die Menschen heute gar nicht bedenken, das ist das Folgende. Wir sprechen auf der Erde in unseren Worten die Gesetzmäßigkeiten aus, die auf der Erde geltend sind. Auch die Gesetzmäßigkeit, die wir als Erdenmenschen aussprechen, nimmt ab, wird immer schwächer und schwächer und ist endlich für eine gewisse Weite praktisch gar nicht mehr da. Sie können noch so schlau Naturgesetze aufstellen für irdische Verhältnisse, Sie können noch so schlau geschichtliche Sätze aufstellen für dasjenige, was auf der Erde geschieht: diese Gesetze, die Naturgesetze und geschichtlichen Gesetze gelten in einem gewissen Umkreise ebensowenig, wie die Stärke der Schwerkraft oder eine Lichtstärke da noch eine Bedeutung hat. Daher ist es naiv, wenn jemand etwa behaupten wollte, daß für einen Stern, der so und so viele Lichtjahre weit entfernt sein soll, dieselben Naturgesetze gelten wie bei uns. Denn die Gültigkeit unserer Naturgesetze besteht eben nur für die irdischen Verhältnisse, hört auf, wenn wir hinausdringen in den Weltenraum. Aber die Äthergesetze kommen aus den Weiten des Weltenraumes. Erwarten wir von da dieselben Gesetze, wie sie die Naturgesetze der Erde sind, dann begreifen wir niemals das ätherische Dasein. Schon indem wir von dem Ätherleib des Menschen sprechen, müssen wir von etwas sprechen, das ganz andern Gesetzen folgt, als es die Naturgesetze der Erde sind.

[ 5 ] Da liegt. dasjenige, was für die heutige Menschheit frappierend, schockierend ist, was aber nach und nach begriffen werden muß. Sonst wird sich diese heutige Menschheit eben einfach einspinnen in irdische Verhältnisse und nicht mit ihrer Seelenverfassung über diese irdischen Verhältnisse hinauskommen. Ich will Ihnen das jetzt in einer Form sagen, in der man es sagen kann — oder wenigstens sagen können sollte —, wenn man eine Zeitlang innerhalb eines Kreises über anthroposophische Wahrheiten gesprochen hat. Denn würde man das heute vor einem sonstigen Kreise sagen, was nun zu sagen sein wird, so würden die Leute vermeinen, man sei nicht ganz bei Sinnen. Aber das ist ja gar kein Vorwurf. Denn solange man bei Sinnen ist, behält man eben die Sinneswissenschaft. Also im Grunde genommen muß man es mit solchen Dingen, weil der Sprachgenius ganz richtig wirkt, ernst nehmen können. Jemandem, der Geisteswissenschaft vorträgt, sollte man höchstens den Vorwurf machen, er sei nicht bei Geist. Das ist gar kein Vorwurf! er sei nicht bei Sinnen. Man muß nur mit vollem Bewußtsein bei Geist sein, darauf kommt es an. Aber wenn man sagt, man hat nur ein berechtigtes Bewußtsein, wenn man bei Sinnen ist, dann muß man auf die Geisteswissenschaft verzichten.

[ 5 ] Da liegt. dasjenige, was für die heutige Menschheit frappierend, schockierend ist, was aber nach und nach begriffen werden muß. Sonst wird sich diese heutige Menschheit eben einfach einspinnen in irdische Verhältnisse und nicht mit ihrer Seelenverfassung über diese irdischen Verhältnisse hinauskommen. Ich will Ihnen das jetzt in einer Form sagen, in der man es sagen kann — oder wenigstens sagen können sollte —, wenn man eine Zeitlang innerhalb eines Kreises über anthroposophische Wahrheiten gesprochen hat. Denn würde man das heute vor einem sonstigen Kreise sagen, was nun zu sagen sein wird, so würden die Leute vermeinen, man sei nicht ganz bei Sinnen. Aber das ist ja gar kein Vorwurf. Denn solange man bei Sinnen ist, behält man eben die Sinneswissenschaft. Also im Grunde genommen muß man es mit solchen Dingen, weil der Sprachgenius ganz richtig wirkt, ernst nehmen können. Jemandem, der Geisteswissenschaft vorträgt, sollte man höchstens den Vorwurf machen, er sei nicht bei Geist. Das ist gar kein Vorwurf! er sei nicht bei Sinnen. Man muß nur mit vollem Bewußtsein bei Geist sein, darauf kommt es an. Aber wenn man sagt, man hat nur ein berechtigtes Bewußtsein, wenn man bei Sinnen ist, dann muß man auf die Geisteswissenschaft verzichten.

[ 6 ] Die Leute deklamieren heute allerorten: Es gibt gewisse ungeheuer einfache Gesetze, auf die kommt man zuletzt. — Die Leute nennen es Axiome oder irgendwie, es kommt jetzt nicht auf die Namen an. Ich will solche Axiome nennen. Das eine Axiom lautet: Das Ganze ist stets größer als einer seiner Teile. — Das ist eine Selbstverständlichkeit, sagen die Leute, und der, der gegen solche Axiome sündigt, der ist nicht ganz bei Sinnen, denn das Ganze ist größer als einer seiner Teile. Oder: Die Gerade ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten. Für irdische Verhältnisse und für die Sinneswelt gilt das im vollsten Umfange. Wenn wir zu den äußersten Abstraktionen gehen, kommen wir zu solchen Sätzen: Das Ganze ist stets größer als der eine seiner Teile, und: Die Gerade ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten.

[ 6 ] Die Leute deklamieren heute allerorten: Es gibt gewisse ungeheuer einfache Gesetze, auf die kommt man zuletzt. — Die Leute nennen es Axiome oder irgendwie, es kommt jetzt nicht auf die Namen an. Ich will solche Axiome nennen. Das eine Axiom lautet: Das Ganze ist stets größer als einer seiner Teile. — Das ist eine Selbstverständlichkeit, sagen die Leute, und der, der gegen solche Axiome sündigt, der ist nicht ganz bei Sinnen, denn das Ganze ist größer als einer seiner Teile. Oder: Die Gerade ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten. Für irdische Verhältnisse und für die Sinneswelt gilt das im vollsten Umfange. Wenn wir zu den äußersten Abstraktionen gehen, kommen wir zu solchen Sätzen: Das Ganze ist stets größer als der eine seiner Teile, und: Die Gerade ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten.

[ 7 ] Aber wenn Sie in den Äther hineinsegeln, dann müssen Sie wirklich von der Sinneswelt durchbrechen in eine andere Welt, wo gerade die trivialsten Gesetze der Sinneswelt nicht mehr gelten. Sobald Sie in die Ätherwelt kommen, gilt das Gesetz nicht: Das Ganze ist größer als einer seiner Teile. Denn in der Ätherwelt verhält sich das zum Beispiel für den Menschen so: Schaut man dasjenige, was ätherisch hinter dem Teil der ganzen menschlichen Wesenheit steht, schaut man Leber, Lunge und sucht nach ihren ätherischen Korrelaten, dann ist jeder einzelne Teil des Menschen wesentlich größer als der ganze Mensch auf Erden. Und wenn Sie je glauben würden, der Mensch sei größer als seine Leber, so würden Sie niemals in das Geistige hineindringen können. Denn im Geistigen wird ein Ganzes dadurch, daß die größeren Teile zu einem Kleineren zusammenwirken, daß gerade durch das Zusammenwirken der größeren Teile das Ganze entsteht.

[ 7 ] Aber wenn Sie in den Äther hineinsegeln, dann müssen Sie wirklich von der Sinneswelt durchbrechen in eine andere Welt, wo gerade die trivialsten Gesetze der Sinneswelt nicht mehr gelten. Sobald Sie in die Ätherwelt kommen, gilt das Gesetz nicht: Das Ganze ist größer als einer seiner Teile. Denn in der Ätherwelt verhält sich das zum Beispiel für den Menschen so: Schaut man dasjenige, was ätherisch hinter dem Teil der ganzen menschlichen Wesenheit steht, schaut man Leber, Lunge und sucht nach ihren ätherischen Korrelaten, dann ist jeder einzelne Teil des Menschen wesentlich größer als der ganze Mensch auf Erden. Und wenn Sie je glauben würden, der Mensch sei größer als seine Leber, so würden Sie niemals in das Geistige hineindringen können. Denn im Geistigen wird ein Ganzes dadurch, daß die größeren Teile zu einem Kleineren zusammenwirken, daß gerade durch das Zusammenwirken der größeren Teile das Ganze entsteht.

[ 8 ] Noch klarer wird Ihnen das vielleicht für das andere Beispiel, die Gerade sei der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten. Ja, das gilt in der Welt des Physischen. Da ist, wenn man hier einen Punkt hat und hier einen zweiten, der gerade Weg der kürzeste. Aber wenn Sie in die Ätherwelt hineinkommen, dann ist jeder Weg leicht, der gemacht wird, jeder krumme, jeder geschlängelte, und will man den geraden Weg treffen, so spießt er sich. Er spießt sich in jedem Punkte, er ist eben am allerlängsten, um von einem Punkte zu einem zweiten zu kommen. Daher ist gegenüber der Ätherwelt ein solcher Satz: Die Gerade ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten — ein Satz, der einen einspinnt ins Physische, der macht, daß man überhaupt nicht herauskommt aus der Kruste, in die man eingeschlossen ist. Solange man nicht ernst macht damit, daß schon in der Ätherwelt alles anders und sogar entgegengesetzt ist gegenüber dem in der physischen Welt, so lange kommt man nicht zu einem Begreifen in die geistige Welt hinein.

[ 8 ] Noch klarer wird Ihnen das vielleicht für das andere Beispiel, die Gerade sei der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten. Ja, das gilt in der Welt des Physischen. Da ist, wenn man hier einen Punkt hat und hier einen zweiten, der gerade Weg der kürzeste. Aber wenn Sie in die Ätherwelt hineinkommen, dann ist jeder Weg leicht, der gemacht wird, jeder krumme, jeder geschlängelte, und will man den geraden Weg treffen, so spießt er sich. Er spießt sich in jedem Punkte, er ist eben am allerlängsten, um von einem Punkte zu einem zweiten zu kommen. Daher ist gegenüber der Ätherwelt ein solcher Satz: Die Gerade ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten — ein Satz, der einen einspinnt ins Physische, der macht, daß man überhaupt nicht herauskommt aus der Kruste, in die man eingeschlossen ist. Solange man nicht ernst macht damit, daß schon in der Ätherwelt alles anders und sogar entgegengesetzt ist gegenüber dem in der physischen Welt, so lange kommt man nicht zu einem Begreifen in die geistige Welt hinein.

[ 9 ] Die Menschen möchten gerne die Glieder der Menschennatur kennen: physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib, Ich. Aber jetzt möchten sie die Sache so haben, daß sie ganz dieselbe Art des Denkens auf den ätherischen Leib anwenden, die sie auf den physischen Leib angewendet haben. Das geht aber eben nicht, weil in demselben Maße, in dem man sich von der physischen Welt — das ist aber identisch mit der Erdenwelt — entfernt, nimmt die Gültigkeit der Naturgesetze ab, und ganz andere Gesetze treten an ihre Stelle. Ich mache Sie alle nur darauf aufmerksam, wie schon, wenn man zu diesem zweiten Gliede der Menschennatur kommt, durchaus die Notwendigkeit auftritt, sich in ein ganz anderes Denken hineinzubegeben.

[ 9 ] Die Menschen möchten gerne die Glieder der Menschennatur kennen: physischer Leib, Ätherleib, astralischer Leib, Ich. Aber jetzt möchten sie die Sache so haben, daß sie ganz dieselbe Art des Denkens auf den ätherischen Leib anwenden, die sie auf den physischen Leib angewendet haben. Das geht aber eben nicht, weil in demselben Maße, in dem man sich von der physischen Welt — das ist aber identisch mit der Erdenwelt — entfernt, nimmt die Gültigkeit der Naturgesetze ab, und ganz andere Gesetze treten an ihre Stelle. Ich mache Sie alle nur darauf aufmerksam, wie schon, wenn man zu diesem zweiten Gliede der Menschennatur kommt, durchaus die Notwendigkeit auftritt, sich in ein ganz anderes Denken hineinzubegeben.

[ 10 ] Aber sobald man nun in dieses andere Denken hineinkommt, muß man im umfänglichsten Sinne mit diesem andern Denken ernst machen. Sie können, wenn Sie in der physischen Welt noch so weit herumgehen, allerlei finden, zwar nicht Atome, aber Sie können Zellen und dergleichen finden. Aber niemandem sollte es einfallen, daß er unter dem Mikroskop zum Beispiel oder im Teleskop Gedanken finden würde. Die muß man auf andere Weise finden. Sie können über das Gehirn bis zum Ende aller Tage mikroskopieren, Gedanken werden Sie darinnen nicht finden, die gehen nicht in das Mikroskop hinein. Aber gerade das ist ein Beweis, daß man im Mikroskop und überhaupt im ganzen Sehen eben nur die physische Welt findet, denn die Ätherwelt besteht aus lauter Gedanken. Die Ätherwelt ist Wirksamkeit der Gedanken als Kräfte. Und sobald man beim Menschen vom physischen Leib zum Ätherleib vordringt, so ist dieser Ätherleib durch und durch aus Gedanken bestehend, aber die Gedanken wirken als Kräfte. Wir sind ganz durchzogen von Gedanken, überall durchsetzt von Gedanken, aber die Gedanken wirken als Kräfte.

[ 10 ] Aber sobald man nun in dieses andere Denken hineinkommt, muß man im umfänglichsten Sinne mit diesem andern Denken ernst machen. Sie können, wenn Sie in der physischen Welt noch so weit herumgehen, allerlei finden, zwar nicht Atome, aber Sie können Zellen und dergleichen finden. Aber niemandem sollte es einfallen, daß er unter dem Mikroskop zum Beispiel oder im Teleskop Gedanken finden würde. Die muß man auf andere Weise finden. Sie können über das Gehirn bis zum Ende aller Tage mikroskopieren, Gedanken werden Sie darinnen nicht finden, die gehen nicht in das Mikroskop hinein. Aber gerade das ist ein Beweis, daß man im Mikroskop und überhaupt im ganzen Sehen eben nur die physische Welt findet, denn die Ätherwelt besteht aus lauter Gedanken. Die Ätherwelt ist Wirksamkeit der Gedanken als Kräfte. Und sobald man beim Menschen vom physischen Leib zum Ätherleib vordringt, so ist dieser Ätherleib durch und durch aus Gedanken bestehend, aber die Gedanken wirken als Kräfte. Wir sind ganz durchzogen von Gedanken, überall durchsetzt von Gedanken, aber die Gedanken wirken als Kräfte.

[ 11 ] Das hat aber nun eine sehr wichtige Folge für die Anschauung der menschlichen Wesenheit. Denn denken Sie sich jetzt, Sie legen sich schlafen. Da liegt im Bette der physische Leib und der Ätherleib. Der Ätherleib ist voller Gedanken. Er ist eine Art Auszug, eine Art Extrakt aus dem Äther der Welt, und der Äther der Welt ist wirksame Gedankenwelt. Und daher gilt es, daß tatsächlich der Ätherleib des Menschen etwas außerordentlich Gescheites ist, wenn ich mich so ausdrücken darf, voller lichtvoller und widerspruchsloser Gedanken ist. Und indem der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leib seinen physischen Leib und Ätherleib verläßt, verläßt er eigentlich eine sehr gescheite Wesenheit. Das einzige, was fatal ist, ist, daß der Mensch gar nicht wahrnimmt, wenn er schläft, wie gescheit der ist, der im Bette liegen geblieben ist. Denn daß wir bei Tage nicht so gescheit sind, beruht darauf, daß wir bei Tage mit unserem Ich und mit unserem astralischen Leibe untertauchen in den sehr gescheiten Ätherleib und ihn fortwährend verdummen. Denn insofern wir als Menschen unvollkommen sind, rührt das von unserem Ich und unserem astralischen Leib her. Unser astralischer Leib und unser Ich sind nicht imstande, sich aufzuschwingen zu der inneren Gediegenheit, Klarheit und Weltangemessenheit des ätherischen Leibes. Wenn man den ätherischen Leib zum Sprechen bringen könnte und dann das ebenso treulich — oder untreulich — stenographieren würde, was der die ganze Nacht auszusagen hat über die Geheimnisse des Weltenalls, dann würde das etwas ungeheuer Gescheites sein, gescheiter sogar als dasjenige, was hier nachgeschrieben wird.

[ 11 ] Das hat aber nun eine sehr wichtige Folge für die Anschauung der menschlichen Wesenheit. Denn denken Sie sich jetzt, Sie legen sich schlafen. Da liegt im Bette der physische Leib und der Ätherleib. Der Ätherleib ist voller Gedanken. Er ist eine Art Auszug, eine Art Extrakt aus dem Äther der Welt, und der Äther der Welt ist wirksame Gedankenwelt. Und daher gilt es, daß tatsächlich der Ätherleib des Menschen etwas außerordentlich Gescheites ist, wenn ich mich so ausdrücken darf, voller lichtvoller und widerspruchsloser Gedanken ist. Und indem der Mensch mit seinem Ich und seinem astralischen Leib seinen physischen Leib und Ätherleib verläßt, verläßt er eigentlich eine sehr gescheite Wesenheit. Das einzige, was fatal ist, ist, daß der Mensch gar nicht wahrnimmt, wenn er schläft, wie gescheit der ist, der im Bette liegen geblieben ist. Denn daß wir bei Tage nicht so gescheit sind, beruht darauf, daß wir bei Tage mit unserem Ich und mit unserem astralischen Leibe untertauchen in den sehr gescheiten Ätherleib und ihn fortwährend verdummen. Denn insofern wir als Menschen unvollkommen sind, rührt das von unserem Ich und unserem astralischen Leib her. Unser astralischer Leib und unser Ich sind nicht imstande, sich aufzuschwingen zu der inneren Gediegenheit, Klarheit und Weltangemessenheit des ätherischen Leibes. Wenn man den ätherischen Leib zum Sprechen bringen könnte und dann das ebenso treulich — oder untreulich — stenographieren würde, was der die ganze Nacht auszusagen hat über die Geheimnisse des Weltenalls, dann würde das etwas ungeheuer Gescheites sein, gescheiter sogar als dasjenige, was hier nachgeschrieben wird.

[ 12 ] Also Weltgedanken als Kräfte wirken in diesem ätherischen Leib des Menschen, und wir sind immer nur imstande, nach Maßgabe desjenigen, was wir in unserem astralischen Leibe haben, etwas — es ist immer sehr wenig — zu benützen von dem, was in unserem ätherischen Leibe ausgebreitet ist.

[ 12 ] Also Weltgedanken als Kräfte wirken in diesem ätherischen Leib des Menschen, und wir sind immer nur imstande, nach Maßgabe desjenigen, was wir in unserem astralischen Leibe haben, etwas — es ist immer sehr wenig — zu benützen von dem, was in unserem ätherischen Leibe ausgebreitet ist.

[ 13 ] Und dennoch, was sind wir als physischer und ätherischer Leib, die im Bette liegen bleiben, wenn wir schlafen und unser Ich und unseren astralischen Leib herausgezogen haben? Wir sind da im Bette ein Wesen aus physischem Leib und ätherischem Leib, tragen also in uns bloß die Gesetzmäßigkeiten des Pflanzlichen. Und dasselbe, was wir an uns bemerken können, indem wir gewissermaßen zurückschauen, wie in strahlender Geistesklarheit aus unserem schlafenden ätherischen Leib die Weisheit der ganzen Welt herausleuchtet, in dem, was wir so am Menschen beobachten könnten im zurückgewandten Blick, haben wir im Grunde genommen vor uns im Kleinen alles dasjenige, was wir auch vor uns haben, wenn wir die Erde anschauen, indem sie als physische Kugel da ist, aber aus sich heraus die Pflanzenwelt sprießen und sprossen läßt, und diese Pflanzenwelt von allen Seiten ätherisch angeregt wird von den Weltgedanken, die im Weltenäther webend wirksam sind. Das ist dieses unendlich erhabene Bild des Kosmos; des Kosmos, der vor uns liegt, wenn wir nur einmal hinzuschauen vermögen auf alles dasjenige, was aus jeder einzelnen Pflanze auf unserer Erde wie, ich möchte sagen, aus geistigen Feuerflammen heraussprießt, Linien und Wellenzüge zieht bis in die fernsten Gegenden des Raumes. So daß wir in der Tat vor uns haben die Erdenkugel, aus dem entferntesten Punkte des Raumes hereinsprießend die Kräfte, die die Vegetation aus der Erde herausbringen, und wiederholt in jedem einzelnen schlafenden Menschen diese Erdenbildung.

[ 13 ] Und dennoch, was sind wir als physischer und ätherischer Leib, die im Bette liegen bleiben, wenn wir schlafen und unser Ich und unseren astralischen Leib herausgezogen haben? Wir sind da im Bette ein Wesen aus physischem Leib und ätherischem Leib, tragen also in uns bloß die Gesetzmäßigkeiten des Pflanzlichen. Und dasselbe, was wir an uns bemerken können, indem wir gewissermaßen zurückschauen, wie in strahlender Geistesklarheit aus unserem schlafenden ätherischen Leib die Weisheit der ganzen Welt herausleuchtet, in dem, was wir so am Menschen beobachten könnten im zurückgewandten Blick, haben wir im Grunde genommen vor uns im Kleinen alles dasjenige, was wir auch vor uns haben, wenn wir die Erde anschauen, indem sie als physische Kugel da ist, aber aus sich heraus die Pflanzenwelt sprießen und sprossen läßt, und diese Pflanzenwelt von allen Seiten ätherisch angeregt wird von den Weltgedanken, die im Weltenäther webend wirksam sind. Das ist dieses unendlich erhabene Bild des Kosmos; des Kosmos, der vor uns liegt, wenn wir nur einmal hinzuschauen vermögen auf alles dasjenige, was aus jeder einzelnen Pflanze auf unserer Erde wie, ich möchte sagen, aus geistigen Feuerflammen heraussprießt, Linien und Wellenzüge zieht bis in die fernsten Gegenden des Raumes. So daß wir in der Tat vor uns haben die Erdenkugel, aus dem entferntesten Punkte des Raumes hereinsprießend die Kräfte, die die Vegetation aus der Erde herausbringen, und wiederholt in jedem einzelnen schlafenden Menschen diese Erdenbildung.

[ 14 ] Wenn wir dieses Bild vor uns hinstellen, müssen wir uns aber alles dasjenige wegdenken, was in unserem Ich und in unserem astralischen Leib ist, und wir müssen uns wegdenken von dem kosmischen Bilde das Bild der Tiere mit ihrem astralischen Leib. Dasjenige, was in unserem astralischen Leib ist, gehört eben nicht dem an, was auf der einen Seite irdisch ist, was auf der andern Seite ätherisch ist, sondern es gehört wiederum einer ganz andern Welt an, aber einer solchen Welt, die wir gar nicht auf dieselbe Weise suchen, wie wir den Äther suchen. Wenn man es bildhaft beschreibt, und diese Dinge können eben nur bildhaft beschrieben werden, weil man sonst in irdische Vorstellungen hineinkommt, so müßte man sagen: Wie kommt man zu einer Vorstellung vom Weltenäther? — Man kommt zu einer Vorstellung vom Weltenäther, wenn man dasjenige, was hier auf Erden ist, einfach nach auswärts verfolgt, wenn man sich immer weiter und weiter nach auswärts schwingt — man muß das natürlich geistig tun. Hier auf der Erde ist eigentlich die Wirksamkeit des Äthers kaum leicht wahrzunehmen, denn da ist sie am schwächsten. So wie die irdischen Beleuchtungseffekte zum Beispiel am schwächsten werden weit draußen, so ist die Wirksamkeit des Weltenäthers am schwächsten in der Nähe der Erde. Sobald wir hinausgehen in die Weltenfernen, wird immer mehr und mehr das eigentliche Wesen der ätherischen Wirksamkeit Tatsache. Gehen wir hinaus in die Weiten der Welt, dann beginnt uns aufzuleuchten, wie das Physische der Erde in das Ätherische eingewoben wird nach ganz andern Gesetzen, als diejenigen sind, die auf der Erde zu finden sind. Aber könnte man nun ganz hinauskommen bis zu den Grenzen, wo der Äther von außen hereinsprüht seine Wirkungen, dann würde man etwas Kurioses erleben. Die oberflächlichen physischen Denker sagen: Wenn du dich hier von der Erde in radialer Weise hinaus in die Welt bewegst, dann kannst du ins Unendliche fortgehen. Höchstens werden noch diejenigen, die etwas neuere Geometrie kennen, sagen: Wenn man da ins Unendliche hinausgeht, kommt man auf der andern Seite wiederum zurück, es wird nur etwas lange dauern. — Aber das ist gedacht, in der Realität ist es nämlich nicht so. In der Realität kommen Sie wirklich an ein Ende, wenn auch der Weg für irdische Verhältnisse, oberflächlich ausgesprochen, unendlich genannt werden kann. Die Welt hat ein Übergehen von irdischer Gesetzmäßigkeit zu kosmischer Gesetzmäßigkeit, die hereinstrahlt. Die Welt ist ein geschlossenes Ganzes, und kommt man ans Ende — Sie müssen sich das nur bildlich vorstellen —, dann trifft man überall an das Innere einer Kugeloberfläche. Da strahlt dann herein das Astralische. Das Astralische beginnt von außen hereinzuwirken, indem es sich des Ätherischen bemächtigt.

[ 14 ] Wenn wir dieses Bild vor uns hinstellen, müssen wir uns aber alles dasjenige wegdenken, was in unserem Ich und in unserem astralischen Leib ist, und wir müssen uns wegdenken von dem kosmischen Bilde das Bild der Tiere mit ihrem astralischen Leib. Dasjenige, was in unserem astralischen Leib ist, gehört eben nicht dem an, was auf der einen Seite irdisch ist, was auf der andern Seite ätherisch ist, sondern es gehört wiederum einer ganz andern Welt an, aber einer solchen Welt, die wir gar nicht auf dieselbe Weise suchen, wie wir den Äther suchen. Wenn man es bildhaft beschreibt, und diese Dinge können eben nur bildhaft beschrieben werden, weil man sonst in irdische Vorstellungen hineinkommt, so müßte man sagen: Wie kommt man zu einer Vorstellung vom Weltenäther? — Man kommt zu einer Vorstellung vom Weltenäther, wenn man dasjenige, was hier auf Erden ist, einfach nach auswärts verfolgt, wenn man sich immer weiter und weiter nach auswärts schwingt — man muß das natürlich geistig tun. Hier auf der Erde ist eigentlich die Wirksamkeit des Äthers kaum leicht wahrzunehmen, denn da ist sie am schwächsten. So wie die irdischen Beleuchtungseffekte zum Beispiel am schwächsten werden weit draußen, so ist die Wirksamkeit des Weltenäthers am schwächsten in der Nähe der Erde. Sobald wir hinausgehen in die Weltenfernen, wird immer mehr und mehr das eigentliche Wesen der ätherischen Wirksamkeit Tatsache. Gehen wir hinaus in die Weiten der Welt, dann beginnt uns aufzuleuchten, wie das Physische der Erde in das Ätherische eingewoben wird nach ganz andern Gesetzen, als diejenigen sind, die auf der Erde zu finden sind. Aber könnte man nun ganz hinauskommen bis zu den Grenzen, wo der Äther von außen hereinsprüht seine Wirkungen, dann würde man etwas Kurioses erleben. Die oberflächlichen physischen Denker sagen: Wenn du dich hier von der Erde in radialer Weise hinaus in die Welt bewegst, dann kannst du ins Unendliche fortgehen. Höchstens werden noch diejenigen, die etwas neuere Geometrie kennen, sagen: Wenn man da ins Unendliche hinausgeht, kommt man auf der andern Seite wiederum zurück, es wird nur etwas lange dauern. — Aber das ist gedacht, in der Realität ist es nämlich nicht so. In der Realität kommen Sie wirklich an ein Ende, wenn auch der Weg für irdische Verhältnisse, oberflächlich ausgesprochen, unendlich genannt werden kann. Die Welt hat ein Übergehen von irdischer Gesetzmäßigkeit zu kosmischer Gesetzmäßigkeit, die hereinstrahlt. Die Welt ist ein geschlossenes Ganzes, und kommt man ans Ende — Sie müssen sich das nur bildlich vorstellen —, dann trifft man überall an das Innere einer Kugeloberfläche. Da strahlt dann herein das Astralische. Das Astralische beginnt von außen hereinzuwirken, indem es sich des Ätherischen bemächtigt.

[ 15 ] Aber da kommen Sie noch immer nicht zu irgend etwas, was das Ich ist. Sie kommen, wenn Sie die Welt verfolgen, zunächst auf die Natur, auf die physische Natur, auf die Erdennatur, von da ins Ätherische, am Ende des Ätherischen ins Astralische. Aber Sie kommen da noch nicht in diejenige Welt hinein, der das Ich des Menschen angehört. Die ist zunächst überhaupt in diesem Bereich des Kosmos, der selbst für die astralischen Sinne aufzufinden ist, nicht vorhanden, sondern das Ich gehört noch einer weiteren Welt an, die wiederum durchaus eigene Gesetze hat. So daß, wenn man von der menschlichen Wesenheit spricht, man sich klar sein muß darüber, daß die verschiedenen Glieder ganz verschiedenen Welten angehören. Man hat es nicht mit einer bloßen Einteilung zu tun, sondern mit der Darstellung der Tatsache, daß in der menschlichen Wesenheit zusammenfließen die Wesenheiten radikal voneinander verschiedener Welten. Und nun, in dem Augenblick, wo Sie überhaupt nachdenken wollen über die Differenzierung von Wachen und Schlafen, müssen Sie sich schon Gedanken machen auch über diese Differenzierung der verschiedenen Welten. Denn dasjenige, was wir eigentlich in unserem Ich und in unserem astralischen Leib haben, das gehört nicht derselben Welt an, der die beiden Glieder der menschlichen Natur angehören, die im Bette liegen. Dasjenige, was wir im Bette liegen gelassen haben, haben wir der mineralischen und pflanzlichen Welt für die Zeit des Schlafes übermittelt. Dasjenige, was wir an uns tragen als Ich und astralischer Leib, haben wir herausgenommen aus der pflanzlichen und mineralischen Welt, haben es heraufgehoben in eine andere Welt, die nicht die pflanzliche und nicht die mineralische Welt ist.

[ 15 ] Aber da kommen Sie noch immer nicht zu irgend etwas, was das Ich ist. Sie kommen, wenn Sie die Welt verfolgen, zunächst auf die Natur, auf die physische Natur, auf die Erdennatur, von da ins Ätherische, am Ende des Ätherischen ins Astralische. Aber Sie kommen da noch nicht in diejenige Welt hinein, der das Ich des Menschen angehört. Die ist zunächst überhaupt in diesem Bereich des Kosmos, der selbst für die astralischen Sinne aufzufinden ist, nicht vorhanden, sondern das Ich gehört noch einer weiteren Welt an, die wiederum durchaus eigene Gesetze hat. So daß, wenn man von der menschlichen Wesenheit spricht, man sich klar sein muß darüber, daß die verschiedenen Glieder ganz verschiedenen Welten angehören. Man hat es nicht mit einer bloßen Einteilung zu tun, sondern mit der Darstellung der Tatsache, daß in der menschlichen Wesenheit zusammenfließen die Wesenheiten radikal voneinander verschiedener Welten. Und nun, in dem Augenblick, wo Sie überhaupt nachdenken wollen über die Differenzierung von Wachen und Schlafen, müssen Sie sich schon Gedanken machen auch über diese Differenzierung der verschiedenen Welten. Denn dasjenige, was wir eigentlich in unserem Ich und in unserem astralischen Leib haben, das gehört nicht derselben Welt an, der die beiden Glieder der menschlichen Natur angehören, die im Bette liegen. Dasjenige, was wir im Bette liegen gelassen haben, haben wir der mineralischen und pflanzlichen Welt für die Zeit des Schlafes übermittelt. Dasjenige, was wir an uns tragen als Ich und astralischer Leib, haben wir herausgenommen aus der pflanzlichen und mineralischen Welt, haben es heraufgehoben in eine andere Welt, die nicht die pflanzliche und nicht die mineralische Welt ist.

[ 16 ] Und was geschieht jetzt, während wir schlafen? Während wir schlafen, geht in dem, was da im Bette liegt, genau dasselbe vor, was draußen in der Welt vor sich geht im mineralischen Reich und im pflanzlichen Reich, solange die Pflanzen nicht von den Tieren gefressen werden. Denn da wirkt das Astralische aus der Tierwelt herein. Aber wenn wir von den Menschen und Tieren absehen und bloß die Erde mit den Pflanzen in Betracht ziehen, so haben wir da diejenige Welt, der wir unseren physischen und Ätherleib während des Schlafes übergeben, und alles, was im Mineral- und Pflanzenreich vor sich geht, geht dann auch in unserem physischen und Ätherleib vor sich.

[ 16 ] Und was geschieht jetzt, während wir schlafen? Während wir schlafen, geht in dem, was da im Bette liegt, genau dasselbe vor, was draußen in der Welt vor sich geht im mineralischen Reich und im pflanzlichen Reich, solange die Pflanzen nicht von den Tieren gefressen werden. Denn da wirkt das Astralische aus der Tierwelt herein. Aber wenn wir von den Menschen und Tieren absehen und bloß die Erde mit den Pflanzen in Betracht ziehen, so haben wir da diejenige Welt, der wir unseren physischen und Ätherleib während des Schlafes übergeben, und alles, was im Mineral- und Pflanzenreich vor sich geht, geht dann auch in unserem physischen und Ätherleib vor sich.

[ 17 ] Nehmen wir an, wir könnten nicht schlafen. Ich habe schon einmal gesagt, die Menschen behaupten manchmal, sie können nicht schlafen, aber sie schlafen doch, wenn sie auch das Schlafen unterbrechen und oftmals aufwachen. Denn die Zeit, die manche Menschen angeben, in der sie nicht geschlafen hätten, ist so groß, daß sie längst tot sein müßten, wenn es wahr wäre. Also das Schlafen ist schon für die gesamte Wesenheit des Menschen notwendig. Aber wenn wir nicht schlafen würden — nehmen wir das an —, dann würden wir fortwährend in unserem physischen und Ätherleib darinnen wirtschaften mit unseren astralischen Leib und unserem Ich. Aber das vertragen physischer Leib und Ätherleib gar nicht. Der physische Leib folgt den Gesetzen der Erde. Der astralische Leib gehört ja der Erde gar nicht an, der bearbeitet den physischen Leib fortwährend im Gegensatz zu den Gesetzen der Erde. Der physische Leib würde, wenn der Mensch nicht schlafen kann, ganz untauglich, weil er fortwährend von außerirdischen Gesetzen bearbeitet wird. Wie wenn einer ein Feld des Mineralreiches fortwährend mit Hacken und mit Spaten bearbeiten und es dadurch ganz zerpulvern würde, so fängt unser astralischer Leib an, den physischen Leib zu bearbeiten. Der physische Leib muß wieder die irdischen Gesetze in sich geltend machen, damit er in gewisser Weise gefestigt wird. Und der Ätherleib wird dumm gemacht von dem astralischen Leib. Ich meine es nicht so schlimm, es gibt auch gescheite Leute, man braucht es den Leuten nicht immer vorzuwerfen, daß sie gescheit sind; aber tatsächlich, kosmisch angesehen, wirkt er so. Dann muß wiederum einmal der ätherische Leib dem Kosmos ausgesetzt sein, damit er eine Zeitlang diesen dumpfenden Einfluß los bekommt. Und so muß der Mensch mineralischer und vegetabilischer Kosmos werden, damit dasjenige, was in ihm ist, gedeihen kann, so daß ein bestimmter Zustand hergestellt ist, wenn wir aufwachen. Ich rede jetzt vom normalen Leben. Bei abnormen Erscheinungen schläft und wacht der Mensch natürlich auch.

[ 17 ] Nehmen wir an, wir könnten nicht schlafen. Ich habe schon einmal gesagt, die Menschen behaupten manchmal, sie können nicht schlafen, aber sie schlafen doch, wenn sie auch das Schlafen unterbrechen und oftmals aufwachen. Denn die Zeit, die manche Menschen angeben, in der sie nicht geschlafen hätten, ist so groß, daß sie längst tot sein müßten, wenn es wahr wäre. Also das Schlafen ist schon für die gesamte Wesenheit des Menschen notwendig. Aber wenn wir nicht schlafen würden — nehmen wir das an —, dann würden wir fortwährend in unserem physischen und Ätherleib darinnen wirtschaften mit unseren astralischen Leib und unserem Ich. Aber das vertragen physischer Leib und Ätherleib gar nicht. Der physische Leib folgt den Gesetzen der Erde. Der astralische Leib gehört ja der Erde gar nicht an, der bearbeitet den physischen Leib fortwährend im Gegensatz zu den Gesetzen der Erde. Der physische Leib würde, wenn der Mensch nicht schlafen kann, ganz untauglich, weil er fortwährend von außerirdischen Gesetzen bearbeitet wird. Wie wenn einer ein Feld des Mineralreiches fortwährend mit Hacken und mit Spaten bearbeiten und es dadurch ganz zerpulvern würde, so fängt unser astralischer Leib an, den physischen Leib zu bearbeiten. Der physische Leib muß wieder die irdischen Gesetze in sich geltend machen, damit er in gewisser Weise gefestigt wird. Und der Ätherleib wird dumm gemacht von dem astralischen Leib. Ich meine es nicht so schlimm, es gibt auch gescheite Leute, man braucht es den Leuten nicht immer vorzuwerfen, daß sie gescheit sind; aber tatsächlich, kosmisch angesehen, wirkt er so. Dann muß wiederum einmal der ätherische Leib dem Kosmos ausgesetzt sein, damit er eine Zeitlang diesen dumpfenden Einfluß los bekommt. Und so muß der Mensch mineralischer und vegetabilischer Kosmos werden, damit dasjenige, was in ihm ist, gedeihen kann, so daß ein bestimmter Zustand hergestellt ist, wenn wir aufwachen. Ich rede jetzt vom normalen Leben. Bei abnormen Erscheinungen schläft und wacht der Mensch natürlich auch.

[ 18 ] Was wird nun für ein Zustand herbeigeführt, wenn wir aufwachen? Der Zustand, der da herbeigeführt ist, besteht darin, daß unser Seelisches, nämlich der astralische Leib und das Ich, zunächst nicht ganz hineinkönnen in den physischen Leib und in den Ätherleib. Sie können nämlich nie ganz hinein. Oh, was wären wir für gescheite Individuen, wenn wir ganz in unseren Ätherleib hinein könnten. Aber das zehrte uns auch auf, wir könnten es nicht ertragen. Es ist schon wirklich so, dieser astralische Leib ist im Grunde furchtbar egoistisch. Der ätherische Leib, der eigentlich seinem Wesen nach identisch ist mit dem Kosmos, er ist kein Egoist. Er ist auch nicht neidisch, er hat es auch nicht nötig. Aber der astralische Leib ist unterbewußt furchtbar neidisch auf den ätherischen Leib, der so weise ist, die Gedanken der ganzen Welt in sich enthält, — ist furchtbar neidisch. Und nun ist schon dafür gesorgt, daß die Sinne selbständig bleiben, Ich und astralischer Leib selbständig bleiben während des Tages. Da kommen dann allmählich Ich und astralischer Leib immer mehr und mehr in die Lage, sich tiefer hineinzusenken in den physischen Leib und in den Ätherleib. Aber das macht sie nur von der Sehnsucht durchdrungen, wiederum herauszugehen. Sie wollen dann schlafen, und daher werden sie müde, das Ich und der astralische Leib. Denn dadurch ist der Mensch überhaupt in der Lage, sich als ein selbständiges Wesen zu bewähren, daß er nicht aufgesogen wird während des Wachens vom physischen und vom ätherischen Leib. Würde der Mensch nach Ich und astralischem Leib aufgesogen, dann wüßten wir von uns und von der Welt nichts, sondern wir befänden uns in dem Inneren unseres physischen Organismus, der bis zur Haut ginge, würden die Vorgänge in unserem physischen Organismus verfolgen, wüßten überhaupt nur von unserem Inneren etwas, und dann wüßten wir noch, daß in das Innere großartige, weisheitdurchdrungene Gedanken hereinsprühen, aber wir kämen auch da über diese Gedanken nicht hinaus. Von irgendeinem andern Menschen, von Tieren auf der Erde, von andern Wesen auf der Erde wüßten wir überhaupt nichts, wenn wir ganz aufgingen in unserem physischen und Ätherleib. Wenn wir nicht die Selbständigkeit bewahrten, daß wir in unseren physischen Leib und Ätherleib nicht ganz hineingehen, so könnten wir niemals Beziehungen begründen zur Welt, könnten nur etwas wissen von unserem physischen Leib und unserem eigenen Ätherleib.

[ 18 ] Was wird nun für ein Zustand herbeigeführt, wenn wir aufwachen? Der Zustand, der da herbeigeführt ist, besteht darin, daß unser Seelisches, nämlich der astralische Leib und das Ich, zunächst nicht ganz hineinkönnen in den physischen Leib und in den Ätherleib. Sie können nämlich nie ganz hinein. Oh, was wären wir für gescheite Individuen, wenn wir ganz in unseren Ätherleib hinein könnten. Aber das zehrte uns auch auf, wir könnten es nicht ertragen. Es ist schon wirklich so, dieser astralische Leib ist im Grunde furchtbar egoistisch. Der ätherische Leib, der eigentlich seinem Wesen nach identisch ist mit dem Kosmos, er ist kein Egoist. Er ist auch nicht neidisch, er hat es auch nicht nötig. Aber der astralische Leib ist unterbewußt furchtbar neidisch auf den ätherischen Leib, der so weise ist, die Gedanken der ganzen Welt in sich enthält, — ist furchtbar neidisch. Und nun ist schon dafür gesorgt, daß die Sinne selbständig bleiben, Ich und astralischer Leib selbständig bleiben während des Tages. Da kommen dann allmählich Ich und astralischer Leib immer mehr und mehr in die Lage, sich tiefer hineinzusenken in den physischen Leib und in den Ätherleib. Aber das macht sie nur von der Sehnsucht durchdrungen, wiederum herauszugehen. Sie wollen dann schlafen, und daher werden sie müde, das Ich und der astralische Leib. Denn dadurch ist der Mensch überhaupt in der Lage, sich als ein selbständiges Wesen zu bewähren, daß er nicht aufgesogen wird während des Wachens vom physischen und vom ätherischen Leib. Würde der Mensch nach Ich und astralischem Leib aufgesogen, dann wüßten wir von uns und von der Welt nichts, sondern wir befänden uns in dem Inneren unseres physischen Organismus, der bis zur Haut ginge, würden die Vorgänge in unserem physischen Organismus verfolgen, wüßten überhaupt nur von unserem Inneren etwas, und dann wüßten wir noch, daß in das Innere großartige, weisheitdurchdrungene Gedanken hereinsprühen, aber wir kämen auch da über diese Gedanken nicht hinaus. Von irgendeinem andern Menschen, von Tieren auf der Erde, von andern Wesen auf der Erde wüßten wir überhaupt nichts, wenn wir ganz aufgingen in unserem physischen und Ätherleib. Wenn wir nicht die Selbständigkeit bewahrten, daß wir in unseren physischen Leib und Ätherleib nicht ganz hineingehen, so könnten wir niemals Beziehungen begründen zur Welt, könnten nur etwas wissen von unserem physischen Leib und unserem eigenen Ätherleib.

[ 19 ] Die Leute denken nach darüber: Wie kommt es denn, daß man sagt, der Tisch ist außer uns? — Zu dieser Aussage: Der Tisch ist außer uns —, käme man gar nicht, wenn wir ganz untertauchen würden in unseren physischen und Ätherleib. Wir würden nie zu einem Bewußtsein kommen: Der Tisch ist außer uns —, würden nur dasjenige überhaupt erleben, was in uns ist, nämlich innerhalb der Haut unseres Körpers. Und da würde hereinglänzen ein innerlich geschlossenes Weltenall, das ätherisch ist, weisheitsvoll. Aber das Urteil, es sei irgend etwas außer uns, das kommt daher, daß wir im Schlafe selbst außer uns sind. Da gewöhnt sich das Ich, wenn es außer dem physischen Leibe ist, an ein Sein außerhalb des physischen Leibes. Schlüpft das Ich wiederum hinein, dann hat es ein Verständnis für die Außenwelt. Dem Umstande, daß wir schlafen können, verdanken wir überhaupt die Möglichkeit, Dinge außer uns annehmen zu können. Wir gewöhnen uns an das Sein außer uns dadurch, daß wir selbst uns außer uns versetzen im Schlafe.

[ 19 ] Die Leute denken nach darüber: Wie kommt es denn, daß man sagt, der Tisch ist außer uns? — Zu dieser Aussage: Der Tisch ist außer uns —, käme man gar nicht, wenn wir ganz untertauchen würden in unseren physischen und Ätherleib. Wir würden nie zu einem Bewußtsein kommen: Der Tisch ist außer uns —, würden nur dasjenige überhaupt erleben, was in uns ist, nämlich innerhalb der Haut unseres Körpers. Und da würde hereinglänzen ein innerlich geschlossenes Weltenall, das ätherisch ist, weisheitsvoll. Aber das Urteil, es sei irgend etwas außer uns, das kommt daher, daß wir im Schlafe selbst außer uns sind. Da gewöhnt sich das Ich, wenn es außer dem physischen Leibe ist, an ein Sein außerhalb des physischen Leibes. Schlüpft das Ich wiederum hinein, dann hat es ein Verständnis für die Außenwelt. Dem Umstande, daß wir schlafen können, verdanken wir überhaupt die Möglichkeit, Dinge außer uns annehmen zu können. Wir gewöhnen uns an das Sein außer uns dadurch, daß wir selbst uns außer uns versetzen im Schlafe.

[ 20 ] Die Philosophen denken darüber nach, was das Sein verbürgt; warum ich überhaupt sage: Etwas ist — oder: Ich bin, — Würde ich von meinem physischen und ätherischen Leibe ganz aufgesogen, käme ich gar nicht dazu, zu sagen: Ich bin. — Aber dadurch, daß ich mich zwischen dem Einschlafen und Aufwachen unabhängig machen kann vom physischen und Ätherleib, gewöhne ich mich daran, auch mit der Außenwelt zu leben. Geradeso wie man bewußt eine Erinnerung hat, wie ich mich, wenn ich gestern jemanden gesehen habe, heute bewußt erinnere und dieser Erinnerung eine Realität zuschreibe, so schreibe ich dem, was außer mir ist, aus der Gewohnheit — weil ich auch zuweilen außer mir bin im Schlafe — eine äußere Realität zu.

[ 20 ] Die Philosophen denken darüber nach, was das Sein verbürgt; warum ich überhaupt sage: Etwas ist — oder: Ich bin, — Würde ich von meinem physischen und ätherischen Leibe ganz aufgesogen, käme ich gar nicht dazu, zu sagen: Ich bin. — Aber dadurch, daß ich mich zwischen dem Einschlafen und Aufwachen unabhängig machen kann vom physischen und Ätherleib, gewöhne ich mich daran, auch mit der Außenwelt zu leben. Geradeso wie man bewußt eine Erinnerung hat, wie ich mich, wenn ich gestern jemanden gesehen habe, heute bewußt erinnere und dieser Erinnerung eine Realität zuschreibe, so schreibe ich dem, was außer mir ist, aus der Gewohnheit — weil ich auch zuweilen außer mir bin im Schlafe — eine äußere Realität zu.

[ 21 ] Man muß also aus ganz andern Ecken heraus über die Dinge denken, als heute gedacht wird. Dann gelangt man aber dazu, so richtig zu wissen, wieviel davon abhängt, daß der Mensch nicht aufgesogen wird von seinem physischen und Ätherleib. Dann erst gelangt man dazu, wirklich einzusehen, wie auch das Freiheitsgefühl im wesentlichen dadurch bedingt ist, daß man auch außerhalb seines physischen und Ätherleibes sein kann. Die Menschen als Naturforscher, die gar nicht nachdenken über die Selbständigkeit eines Ich und eines astralischen Leibes im Schlafe, können niemals zum Verständnis der Freiheit kommen, denn der Mensch wäre nicht frei, wenn er alle Zeit nur mit seinem physischen Leib und seinem Ätherleib vereinigt wäre, Wie sollten diejenigen von der Freiheit wissen, die nichts wissen von denjenigen Zeiten, in denen der Mensch seinen astralischen Leib und sein Ich unabhängig macht von seinem physischen und seinem Ätherleib! Könnten wir nicht schlafen, könnten wir nicht frei sein. Nur was wir uns in das Wachen mitbringen vom Schlafen, das macht frei.

[ 21 ] Man muß also aus ganz andern Ecken heraus über die Dinge denken, als heute gedacht wird. Dann gelangt man aber dazu, so richtig zu wissen, wieviel davon abhängt, daß der Mensch nicht aufgesogen wird von seinem physischen und Ätherleib. Dann erst gelangt man dazu, wirklich einzusehen, wie auch das Freiheitsgefühl im wesentlichen dadurch bedingt ist, daß man auch außerhalb seines physischen und Ätherleibes sein kann. Die Menschen als Naturforscher, die gar nicht nachdenken über die Selbständigkeit eines Ich und eines astralischen Leibes im Schlafe, können niemals zum Verständnis der Freiheit kommen, denn der Mensch wäre nicht frei, wenn er alle Zeit nur mit seinem physischen Leib und seinem Ätherleib vereinigt wäre, Wie sollten diejenigen von der Freiheit wissen, die nichts wissen von denjenigen Zeiten, in denen der Mensch seinen astralischen Leib und sein Ich unabhängig macht von seinem physischen und seinem Ätherleib! Könnten wir nicht schlafen, könnten wir nicht frei sein. Nur was wir uns in das Wachen mitbringen vom Schlafen, das macht frei.

[ 22 ] Von dieser Welt, in der das Ich und der astralische Leib also während des Schlafes sind, macht sich der heutige Mensch überhaupt keine Vorstellung. Weiß man aber, daß alles dasjenige, worüber sich der heutige Mensch Vorstellungen machen kann, im Bereiche des Mineralischen und Pflanzlichen liegt, dann weiß man, daß die heutige Wissenschaft eigentlich nur über den schlafenden Menschen zu entscheiden hat und nicht über den wachen; und über den schlafenden auch nur, wenn man sich über den Äther solche Vorstellungen macht, wie ich sie heute angeführt habe. Weiß man das, dann wird man sich sagen: Nun muß ich aber auch zu Vorstellungen kommen können über Ich und astralischen Leib. — Heute hat man ja, wie ich schon neulich andeutete, nur Worte von diesen Dingen.

[ 22 ] Von dieser Welt, in der das Ich und der astralische Leib also während des Schlafes sind, macht sich der heutige Mensch überhaupt keine Vorstellung. Weiß man aber, daß alles dasjenige, worüber sich der heutige Mensch Vorstellungen machen kann, im Bereiche des Mineralischen und Pflanzlichen liegt, dann weiß man, daß die heutige Wissenschaft eigentlich nur über den schlafenden Menschen zu entscheiden hat und nicht über den wachen; und über den schlafenden auch nur, wenn man sich über den Äther solche Vorstellungen macht, wie ich sie heute angeführt habe. Weiß man das, dann wird man sich sagen: Nun muß ich aber auch zu Vorstellungen kommen können über Ich und astralischen Leib. — Heute hat man ja, wie ich schon neulich andeutete, nur Worte von diesen Dingen.

[ 23 ] Wie kommt man zu Vorstellungen über Ich und astralischen Leib? Lassen Sie mich einen trivialen Vergleich gebrauchen. Erstens können sich dann Ihre Gedanken während des trivialen Vergleiches etwas ausruhen und zweitens verstehen wir uns doch besser, wenn ich diesen Vergleich einschiebe. Denken Sie sich einmal, irgendein Wesen, ein menschliches Wesen oder ein sonstiges Wesen, das auf Nahrung angewiesen ist, würde sich nicht ernähren, sondern die Nahrung ganz verweigern. Es wird immer magerer, zuletzt hat es nur Haut und Knochen. Das wird uns ja sehr schön symbolisiert durch eine Erzählung: Da war ein Bauer, der hatte beschlossen, seinem Ochsen das Fressen abzugewöhnen. Und nun war er ziemlich weit gekommen mit dieser Abgewöhnungskur. Er gab ihm täglich immer weniger und hatte die sichere Hoffnung, es so weit zu bringen, ihm täglich nur einen Strohhalm zu geben. Es wäre ihm auch gelungen, nur ist der Ochse früher gestorben, daher konnte er das Experiment nicht zu Ende führen. Zuletzt hört eben das Wesen auf, das nicht mehr Nahrung bekommen soll.

[ 23 ] Wie kommt man zu Vorstellungen über Ich und astralischen Leib? Lassen Sie mich einen trivialen Vergleich gebrauchen. Erstens können sich dann Ihre Gedanken während des trivialen Vergleiches etwas ausruhen und zweitens verstehen wir uns doch besser, wenn ich diesen Vergleich einschiebe. Denken Sie sich einmal, irgendein Wesen, ein menschliches Wesen oder ein sonstiges Wesen, das auf Nahrung angewiesen ist, würde sich nicht ernähren, sondern die Nahrung ganz verweigern. Es wird immer magerer, zuletzt hat es nur Haut und Knochen. Das wird uns ja sehr schön symbolisiert durch eine Erzählung: Da war ein Bauer, der hatte beschlossen, seinem Ochsen das Fressen abzugewöhnen. Und nun war er ziemlich weit gekommen mit dieser Abgewöhnungskur. Er gab ihm täglich immer weniger und hatte die sichere Hoffnung, es so weit zu bringen, ihm täglich nur einen Strohhalm zu geben. Es wäre ihm auch gelungen, nur ist der Ochse früher gestorben, daher konnte er das Experiment nicht zu Ende führen. Zuletzt hört eben das Wesen auf, das nicht mehr Nahrung bekommen soll.

[ 24 ] So ist es aber mit der menschlichen Seele im Laufe der geschichtlichen Entwickelung gegangen — oder wie wir das Seelische nennen: Ich und astralischer Leib. Die Menschen haben allmählich verloren irgendwelche Begriffe, die sie in das Seelische hineinschieben können. So ist das Seelische zum bloßen Wort geworden. Ich habe Ihnen ja schon das letzte Mal gesagt: Mauthner, der die «Kritik der Sprache» geschrieben hat, wollte gar nicht mehr die Seele als Wort anwenden. «Geseel» wollte er sagen.

[ 24 ] So ist es aber mit der menschlichen Seele im Laufe der geschichtlichen Entwickelung gegangen — oder wie wir das Seelische nennen: Ich und astralischer Leib. Die Menschen haben allmählich verloren irgendwelche Begriffe, die sie in das Seelische hineinschieben können. So ist das Seelische zum bloßen Wort geworden. Ich habe Ihnen ja schon das letzte Mal gesagt: Mauthner, der die «Kritik der Sprache» geschrieben hat, wollte gar nicht mehr die Seele als Wort anwenden. «Geseel» wollte er sagen.

[ 25 ] Nun erinnern wir uns an Zeiten, in denen noch ein lebendiges Bewußtsein davon vorhanden war, daß der Begriff der Seele Nahrung braucht, wenn er vorhanden sein soll; daß man für die Seele etwas braucht, was man ihr geben muß, geradeso wie man für ein lebendiges Wesen Nahrung braucht. Der Begriff der Seele ist ja ganz gestorben, weil zuletzt nicht mehr Nahrung da war im Begriffsinhalt der Menschen. Schauen wir in solche Zeiten zurück. Ich erinnere Sie da an ein allen bekanntes Wort des Paulus: «Wäre der Christus nicht auferstanden, so wäre unsere Predigt eitel und eitel auch euer Glaube», denn die Menschen — das liegt dem zugrunde — müßten der Seele nach sterben, wenn nicht jene Kraft in die Welt gekommen wäre, die in der Auferstehung Christi liegt. Diese Kraft aber ist eine geistige Kraft, die den Seelen zugegeben wird. Und kommt man von solchen Vorstellungen her, so wird man sich sagen: Was soll denn der Begriff der Seele, damit er ein lebendiger Begriff wird, gewissermaßen als Nahrung eingefügt bekommen? Er muß als Nahrung eingefügt bekommen dasjenige auf Erden, was nicht irdisch ist, die ethisch-religiösen Inhalte, die sittlichen Inhalte. Die sind dasjenige, was die Seele am Leben erhält, so wie der Körper die Nahrung erhält.

[ 25 ] Nun erinnern wir uns an Zeiten, in denen noch ein lebendiges Bewußtsein davon vorhanden war, daß der Begriff der Seele Nahrung braucht, wenn er vorhanden sein soll; daß man für die Seele etwas braucht, was man ihr geben muß, geradeso wie man für ein lebendiges Wesen Nahrung braucht. Der Begriff der Seele ist ja ganz gestorben, weil zuletzt nicht mehr Nahrung da war im Begriffsinhalt der Menschen. Schauen wir in solche Zeiten zurück. Ich erinnere Sie da an ein allen bekanntes Wort des Paulus: «Wäre der Christus nicht auferstanden, so wäre unsere Predigt eitel und eitel auch euer Glaube», denn die Menschen — das liegt dem zugrunde — müßten der Seele nach sterben, wenn nicht jene Kraft in die Welt gekommen wäre, die in der Auferstehung Christi liegt. Diese Kraft aber ist eine geistige Kraft, die den Seelen zugegeben wird. Und kommt man von solchen Vorstellungen her, so wird man sich sagen: Was soll denn der Begriff der Seele, damit er ein lebendiger Begriff wird, gewissermaßen als Nahrung eingefügt bekommen? Er muß als Nahrung eingefügt bekommen dasjenige auf Erden, was nicht irdisch ist, die ethisch-religiösen Inhalte, die sittlichen Inhalte. Die sind dasjenige, was die Seele am Leben erhält, so wie der Körper die Nahrung erhält.

[ 26 ] Wie weit ist die heutige Menschheit entfernt davon, sich zu sagen: Wenn die Seele nicht geistige Nahrung bekommt, so stirbt sie mit dem Leibe! Zu Paulus’ Zeiten war noch eine lebendige Vorstellung, daß es für die Seele eine Todesgefahr bedeutet, nicht geistige Nahrung zu erlangen. Das muß wiederum durch Anthroposophie in die Welt kommen. Denn Sie können glauben, wenn heute jemand einen Beweis sucht für die Unsterblichkeit der Seele, dann sucht er ihn so ähnlich, wie es die Naturwissenschaft macht. Es fällt ihm gar nicht ein zu sagen: Die Seele wird im Laufe des Erdenlebens dem physischen und Ätherleibe immer ähnlicher und ähnlicher; damit sie sich erhalten kann, muß sie geistige Nahrung bekommen, das heißt sittlich-religiöse Inhalte, dann besiegt sie das Vergängliche des physischen und Ätherleibes. Daß also das Geistige, das Sittlich-Religiöse im Geistigen mit dem Leben der Seele etwas zu tun hat, das muß erst wiederum von der Menschheit verstanden werden. Dann kommt man auch dazu, dem Sittlich-Religiösen Wirklichkeit und Realität beizulegen.

[ 26 ] Wie weit ist die heutige Menschheit entfernt davon, sich zu sagen: Wenn die Seele nicht geistige Nahrung bekommt, so stirbt sie mit dem Leibe! Zu Paulus’ Zeiten war noch eine lebendige Vorstellung, daß es für die Seele eine Todesgefahr bedeutet, nicht geistige Nahrung zu erlangen. Das muß wiederum durch Anthroposophie in die Welt kommen. Denn Sie können glauben, wenn heute jemand einen Beweis sucht für die Unsterblichkeit der Seele, dann sucht er ihn so ähnlich, wie es die Naturwissenschaft macht. Es fällt ihm gar nicht ein zu sagen: Die Seele wird im Laufe des Erdenlebens dem physischen und Ätherleibe immer ähnlicher und ähnlicher; damit sie sich erhalten kann, muß sie geistige Nahrung bekommen, das heißt sittlich-religiöse Inhalte, dann besiegt sie das Vergängliche des physischen und Ätherleibes. Daß also das Geistige, das Sittlich-Religiöse im Geistigen mit dem Leben der Seele etwas zu tun hat, das muß erst wiederum von der Menschheit verstanden werden. Dann kommt man auch dazu, dem Sittlich-Religiösen Wirklichkeit und Realität beizulegen.

[ 27 ] Sie sehen daraus, was eigentlich das Zeitalter des Intellektualismus angerichtet hat. Was hat denn das Zeitalter des Intellektualismus gemacht? Sehen Sie, als das Zeitalter des Intellektualismus noch nicht da war, tauchten die Menschen noch immer ein wenig unter in ihren physischen und Ätherleib. Daß die Menschen gar nicht mehr untertauchen, das ist erst die Errungenschaft des intellektualistischen Zeitalters. Seit der Zeit haben sie in ihren Gedanken auch nur Spiegelbilder. Das Wesen des abstrakten, des intellektualistischen Gedankens ist, daß er in sich selbst gar nichts enthält, weil er Spiegelbild ist. Die früheren Gedanken der Menschen hatten noch Kraft. Da bildeten die Menschen den Mythos aus. Der Mythos drang noch hinunter in die Realität. Mit dem abstrakten, intellektualistischen Denken kann man alles genau denken, aber es bekommt keinen Inhalt, sondern es ist lediglich eine Zeichnung der Welt, was man mit dem intellektualistischen Denken hat. So daß die Sache also so ist, daß das intellektualistische Zeitalter den Menschen ganz außer sich gebracht hat, ihn nur noch Spiegelbilder der Wirklichkeit erleben läßt. Die sittlich-religiöse Welt wird überhaupt nicht erlebt, wenn man sie intellektualistisch erleben will, weil die sittlich-religiösen Dinge ja getan werden müssen vom Menschen. Da werden keine Spiegelbilder erlebt, wenn sie nicht getan werden, die sittlich-religiösen Dinge. So handelt es sich darum, daß der Mensch, gerade um die Wirklichkeit des Sittlich-Religiösen in Realität zu erleben, über das Intellektualistische wiederum hinauswachsen muß zu einem realen inneren Erleben. Das kann man nur, wenn man in voller Klarheit dem Wollen der Geisteswissenschaft gegenübersteht.

[ 27 ] Sie sehen daraus, was eigentlich das Zeitalter des Intellektualismus angerichtet hat. Was hat denn das Zeitalter des Intellektualismus gemacht? Sehen Sie, als das Zeitalter des Intellektualismus noch nicht da war, tauchten die Menschen noch immer ein wenig unter in ihren physischen und Ätherleib. Daß die Menschen gar nicht mehr untertauchen, das ist erst die Errungenschaft des intellektualistischen Zeitalters. Seit der Zeit haben sie in ihren Gedanken auch nur Spiegelbilder. Das Wesen des abstrakten, des intellektualistischen Gedankens ist, daß er in sich selbst gar nichts enthält, weil er Spiegelbild ist. Die früheren Gedanken der Menschen hatten noch Kraft. Da bildeten die Menschen den Mythos aus. Der Mythos drang noch hinunter in die Realität. Mit dem abstrakten, intellektualistischen Denken kann man alles genau denken, aber es bekommt keinen Inhalt, sondern es ist lediglich eine Zeichnung der Welt, was man mit dem intellektualistischen Denken hat. So daß die Sache also so ist, daß das intellektualistische Zeitalter den Menschen ganz außer sich gebracht hat, ihn nur noch Spiegelbilder der Wirklichkeit erleben läßt. Die sittlich-religiöse Welt wird überhaupt nicht erlebt, wenn man sie intellektualistisch erleben will, weil die sittlich-religiösen Dinge ja getan werden müssen vom Menschen. Da werden keine Spiegelbilder erlebt, wenn sie nicht getan werden, die sittlich-religiösen Dinge. So handelt es sich darum, daß der Mensch, gerade um die Wirklichkeit des Sittlich-Religiösen in Realität zu erleben, über das Intellektualistische wiederum hinauswachsen muß zu einem realen inneren Erleben. Das kann man nur, wenn man in voller Klarheit dem Wollen der Geisteswissenschaft gegenübersteht.

[ 28 ] Was ich schon an anderer Stelle genötigt war zu sagen, möchte ich auch hier wiederholen. Man kommt jetzt in gewissen Gebieten der Erde endlich darauf, daß ein Unterschied ist zwischen heute und vor hundert Jahren. Man redet so von Goethe, wie er, sagen wir, 1823 gelebt hat, indem man eines nicht betont, was jetzt erst in Amerika drüben, wo es noch stärker auftritt als in Europa, anfängt als Ahnung aufzuleuchten. Denken Sie, in dem Weimar, in dem Goethe herumgegangen ist — auch sonst, wo Goethe herumging —, da gab es ringsherum keine Telegraphendrähte, da gab es keine Telephonleitungen und so weiter. Da war die Luft nicht durchsetzt von Telegraphenleitungen, von elektrischen Leitungen. Nun denken Sie sich nur einmal, wie fein die Instrumente sind, wohin man überall die Wirkung der Elektrizität schickt. Der Mensch hat aber lauter solche Apparate vor sich und um sich. Den Leuten drüben in Amerika geht eine Ahnung auf, daß das auf den physischen Menschen einen Einfluß hat, daß er überall umschwirrt ist von elektrischen Leitungen und dergleichen. Goethe ging durch die Welt, ohne daß sein Körper Induktionsströme in sich hatte. Heute kann man irgendwo weit hinausgehen — man kommt gar nicht so weit hinaus, daß nicht die elektrischen Leitungen mitfolgen. Das induziert fortwährend Strömungen in uns. Goethe war nicht in solchen Strömen. Das alles nimmt der Menschheit den physischen Leib weg, macht den physischen Leib so, daß die Seele gar nicht hineinkommt. Wir müssen uns ja klar darüber sein: In.der Zeit, als es keine elektrischen Ströme gab, nicht die Luft durchschwirrt war von elektrischen Leitungen, da war es leichter, Mensch zu sein. Denn da waren nicht fortwährend diese ahrimanischen Kräfte da, die einem den Leib wegnehmen, wenn man auch wacht. Da war es auch nicht nötig, daß sich die Leute so anstrengten, um zum Geist zu kommen. Denn wenn wir hineinkommen in uns, kommen wir eigentlich erst zum Geist. Daher ist es nötig, heute viel stärkere geistige Kapazität aufzuwenden, um überhaupt Mensch zu sein, als es noch vor hundert Jahren war.

[ 28 ] Was ich schon an anderer Stelle genötigt war zu sagen, möchte ich auch hier wiederholen. Man kommt jetzt in gewissen Gebieten der Erde endlich darauf, daß ein Unterschied ist zwischen heute und vor hundert Jahren. Man redet so von Goethe, wie er, sagen wir, 1823 gelebt hat, indem man eines nicht betont, was jetzt erst in Amerika drüben, wo es noch stärker auftritt als in Europa, anfängt als Ahnung aufzuleuchten. Denken Sie, in dem Weimar, in dem Goethe herumgegangen ist — auch sonst, wo Goethe herumging —, da gab es ringsherum keine Telegraphendrähte, da gab es keine Telephonleitungen und so weiter. Da war die Luft nicht durchsetzt von Telegraphenleitungen, von elektrischen Leitungen. Nun denken Sie sich nur einmal, wie fein die Instrumente sind, wohin man überall die Wirkung der Elektrizität schickt. Der Mensch hat aber lauter solche Apparate vor sich und um sich. Den Leuten drüben in Amerika geht eine Ahnung auf, daß das auf den physischen Menschen einen Einfluß hat, daß er überall umschwirrt ist von elektrischen Leitungen und dergleichen. Goethe ging durch die Welt, ohne daß sein Körper Induktionsströme in sich hatte. Heute kann man irgendwo weit hinausgehen — man kommt gar nicht so weit hinaus, daß nicht die elektrischen Leitungen mitfolgen. Das induziert fortwährend Strömungen in uns. Goethe war nicht in solchen Strömen. Das alles nimmt der Menschheit den physischen Leib weg, macht den physischen Leib so, daß die Seele gar nicht hineinkommt. Wir müssen uns ja klar darüber sein: In.der Zeit, als es keine elektrischen Ströme gab, nicht die Luft durchschwirrt war von elektrischen Leitungen, da war es leichter, Mensch zu sein. Denn da waren nicht fortwährend diese ahrimanischen Kräfte da, die einem den Leib wegnehmen, wenn man auch wacht. Da war es auch nicht nötig, daß sich die Leute so anstrengten, um zum Geist zu kommen. Denn wenn wir hineinkommen in uns, kommen wir eigentlich erst zum Geist. Daher ist es nötig, heute viel stärkere geistige Kapazität aufzuwenden, um überhaupt Mensch zu sein, als es noch vor hundert Jahren war.

[ 29 ] Mir fällt es gar nicht ein, reaktionär zu sein und etwa zu sagen: Also weg mit all dem Zeug, den modernen Kulturerrungenschaften! Das ist nicht die Absicht. Aber der moderne Mensch braucht diese unmittelbare Hinwendung an den Geist, wie die Geisteswissenschaft sie ihm gibt, damit er durch dieses starke Erleben des Geistes tatsächlich auch der Stärkere ist gegenüber jenen Kräften, die gerade mit der modernen Kultur heraufkommen, unseren physischen Leib zu verfestigen, uns ihn zu nehmen. Sonst wird es dahin kommen, daß die Menschen, ich möchte sagen, den Anschluß versäumen in der Menschheitsentwickelung.

[ 29 ] Mir fällt es gar nicht ein, reaktionär zu sein und etwa zu sagen: Also weg mit all dem Zeug, den modernen Kulturerrungenschaften! Das ist nicht die Absicht. Aber der moderne Mensch braucht diese unmittelbare Hinwendung an den Geist, wie die Geisteswissenschaft sie ihm gibt, damit er durch dieses starke Erleben des Geistes tatsächlich auch der Stärkere ist gegenüber jenen Kräften, die gerade mit der modernen Kultur heraufkommen, unseren physischen Leib zu verfestigen, uns ihn zu nehmen. Sonst wird es dahin kommen, daß die Menschen, ich möchte sagen, den Anschluß versäumen in der Menschheitsentwickelung.

[ 30 ] Dieses intellektualistische Zeitalter ist zum Heile der Menschheit ausgebrochen in einer Zeit, als die Menschen noch etwas untertauchen konnten in ihren physischen Leib. Wären wir so geblieben, wie die Menschen im 13., 14. Jahrhundert waren, mit jenen Seelenverfassungen dieser Menschen wären wir überhaupt nicht in der Lage, die intellektualistischen Gedanken zu fassen. Dann würden wir zwar das Ältere nicht mehr haben, aber zu abstrakten intellektualistischen Gedanken gar nicht kommen; sie würden verrauchen. Das Alte würde uns entfremdet, denken könnten wir nicht, und so würden wir als träumende Wesen herumgehen in der Welt, so taumelnd gegenüber den wichtigsten Weltangelegenheiten. Wir würden so wie taumelnde Träumer herumgehen. Aber das würde der Menschheit auch bevorstehen, wenn sie nicht die inneren geistigen Fähigkeiten verschärft und verstärkt. Die Menschheit würde unter dem Fortschritt so zu leiden haben, daß dem Menschen gleich etwas weh tun würde, wenn er denken sollte. Im 16. Jahrhundert waren noch die Leute innerlich so robust, daß sie sich scharfe intellektualistische Gedanken machen konnten. Da hatten sie noch eine große Freude daran, sich intellektualistische Gedanken zu machen. Heute sind wir schon sehr nahe daran, daß der Mensch sagt: Ach, nachdenken, es ist so schwer, verfilmt mir die ganze Geschichte, damit ich nicht zu denken brauche, daß ich sie mir in ihren verschiedenen Stadien anschauen kann! — Merkwürdige Dinge könnten da entstehen. Ich meine das wirklich nicht spaßhaft. Das ist etwas, wie Sie gleich sehen werden, was sehr im Bereiche der Möglichkeit liegt. Denken Sie sich nur einmal, wenn man das ganze Einmaleins filmen würde, dann könnte der Mensch immer einen Apparat vor sich tragen und dadurch, daß er den Rechnungsansatz macht, würde durch den bestimmten Klang das Richtige anspringen, und er hat die ganze Geschichte verfilmt vor sich. Der Mensch will nach und nach nicht mehr denken, weil es anfängt, unangenehm zu werden. Es wird unangenehm, das Denken. Der Mensch träumt schon viel lieber, als daß er denkt. Und wenn jene äußeren Dinge, die äußere Kulturentwickelung immer weitergehen würde und nicht ein starkes inneres Geistiges in der Entwickelung auftreten würde, dann wäre es eigentlich so, daß die Menschen alle zu herumtaumelnden 'Träumern würden. Das ist ganz ernst gemeint, solch eine Sache steht der Menschheit in Aussicht. Und gerade dieser Sache kann nur entgegengewirkt werden, indem man sich wirklich darauf einläßt, mutig und kühn auf die geistige Welt so loszugehen, wie Geisteswissenschaft das will und wie sie es auch kann. Es ist heute durchaus noch die Möglichkeit, daß wir uns innerlich so stark aufraffen als Menschheit, daß man zu innerer Aktivität kommt. Aber es muß von allen denjenigen, die das einsehen, in ernster Weise mit allen Mitteln gearbeitet werden.

[ 30 ] Dieses intellektualistische Zeitalter ist zum Heile der Menschheit ausgebrochen in einer Zeit, als die Menschen noch etwas untertauchen konnten in ihren physischen Leib. Wären wir so geblieben, wie die Menschen im 13., 14. Jahrhundert waren, mit jenen Seelenverfassungen dieser Menschen wären wir überhaupt nicht in der Lage, die intellektualistischen Gedanken zu fassen. Dann würden wir zwar das Ältere nicht mehr haben, aber zu abstrakten intellektualistischen Gedanken gar nicht kommen; sie würden verrauchen. Das Alte würde uns entfremdet, denken könnten wir nicht, und so würden wir als träumende Wesen herumgehen in der Welt, so taumelnd gegenüber den wichtigsten Weltangelegenheiten. Wir würden so wie taumelnde Träumer herumgehen. Aber das würde der Menschheit auch bevorstehen, wenn sie nicht die inneren geistigen Fähigkeiten verschärft und verstärkt. Die Menschheit würde unter dem Fortschritt so zu leiden haben, daß dem Menschen gleich etwas weh tun würde, wenn er denken sollte. Im 16. Jahrhundert waren noch die Leute innerlich so robust, daß sie sich scharfe intellektualistische Gedanken machen konnten. Da hatten sie noch eine große Freude daran, sich intellektualistische Gedanken zu machen. Heute sind wir schon sehr nahe daran, daß der Mensch sagt: Ach, nachdenken, es ist so schwer, verfilmt mir die ganze Geschichte, damit ich nicht zu denken brauche, daß ich sie mir in ihren verschiedenen Stadien anschauen kann! — Merkwürdige Dinge könnten da entstehen. Ich meine das wirklich nicht spaßhaft. Das ist etwas, wie Sie gleich sehen werden, was sehr im Bereiche der Möglichkeit liegt. Denken Sie sich nur einmal, wenn man das ganze Einmaleins filmen würde, dann könnte der Mensch immer einen Apparat vor sich tragen und dadurch, daß er den Rechnungsansatz macht, würde durch den bestimmten Klang das Richtige anspringen, und er hat die ganze Geschichte verfilmt vor sich. Der Mensch will nach und nach nicht mehr denken, weil es anfängt, unangenehm zu werden. Es wird unangenehm, das Denken. Der Mensch träumt schon viel lieber, als daß er denkt. Und wenn jene äußeren Dinge, die äußere Kulturentwickelung immer weitergehen würde und nicht ein starkes inneres Geistiges in der Entwickelung auftreten würde, dann wäre es eigentlich so, daß die Menschen alle zu herumtaumelnden 'Träumern würden. Das ist ganz ernst gemeint, solch eine Sache steht der Menschheit in Aussicht. Und gerade dieser Sache kann nur entgegengewirkt werden, indem man sich wirklich darauf einläßt, mutig und kühn auf die geistige Welt so loszugehen, wie Geisteswissenschaft das will und wie sie es auch kann. Es ist heute durchaus noch die Möglichkeit, daß wir uns innerlich so stark aufraffen als Menschheit, daß man zu innerer Aktivität kommt. Aber es muß von allen denjenigen, die das einsehen, in ernster Weise mit allen Mitteln gearbeitet werden.

[ 31 ] Bitte, fassen Sie die Dinge, die ich im negativen Sinne sage, nicht negativ auf. Ich will gar nicht etwas aus der modernen Kultur wegnehmen. Je mehr die Dinge ausgebildet werden, desto mehr bin ich dafür enthusiasmiert. Ich will weder den Telegraphen noch den Film abschaffen, das fällt mir gar nicht ein. Aber es ist wirklich nötig in der Welt, zu berücksichtigen, daß überall zwei Dinge einander gegenüberstehen. Die Welt steht ganz im Zeichen der Veräußerlichung. Der Ausgleich: Geradeso wie man sich trocknen muß, wenn man gebadet hat, so muß man sich im Geist vertiefen, wenn auf der andern Seite die Kultur der äußeren Veranschaulichung immer größer und größer wird. Gerade das fordert uns auf, innerlich um so aktiver und aktiver zu werden, wenn wir äußerlich eingefangen werden in dasjenige, was nicht mehr durch uns wirkt, sondern an uns wirkt, so daß wir uns als Seele und Geist förmlich ausschalten.

[ 31 ] Bitte, fassen Sie die Dinge, die ich im negativen Sinne sage, nicht negativ auf. Ich will gar nicht etwas aus der modernen Kultur wegnehmen. Je mehr die Dinge ausgebildet werden, desto mehr bin ich dafür enthusiasmiert. Ich will weder den Telegraphen noch den Film abschaffen, das fällt mir gar nicht ein. Aber es ist wirklich nötig in der Welt, zu berücksichtigen, daß überall zwei Dinge einander gegenüberstehen. Die Welt steht ganz im Zeichen der Veräußerlichung. Der Ausgleich: Geradeso wie man sich trocknen muß, wenn man gebadet hat, so muß man sich im Geist vertiefen, wenn auf der andern Seite die Kultur der äußeren Veranschaulichung immer größer und größer wird. Gerade das fordert uns auf, innerlich um so aktiver und aktiver zu werden, wenn wir äußerlich eingefangen werden in dasjenige, was nicht mehr durch uns wirkt, sondern an uns wirkt, so daß wir uns als Seele und Geist förmlich ausschalten.

[ 32 ] Diese Gedanken, die wir brauchen, finden wir am allerbesten dadurch, daß wir uns recht klarmachen: Dieser Mensch ist ein so kompliziertes Wesen dadurch, daß die Wesenheiten verschiedenster Welten in ihm zu einem Totalwesen zusammenfließen. Als ich meine «Geheimwissenschaft im Umriß» geschrieben hatte, da schickte mir — ich habe das schon einmal erwähnt — ein recht bedeutender Philosoph der Gegenwart eine lange Abhandlung über diese «Geheimwissenschaft» zu. Und als ich anfing, sie zu lesen, standen gleich solche gescheiten Dinge darin: Ja, das ist eine abstrakte Einteilung des Menschen in physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und so weiter. Nun ist das geradeso gescheit, wie wenn einer sagt: Es ist abstrakt zu sagen, das Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff. Man braucht sich nicht zu verwundern, wenn man sagen muß: Mit so jemandem läßt sich nicht diskutieren. Wir müssen immer unterscheiden die Unmöglichkeit, über das Sachliche mit unseren Zeitgenossen zu diskutieren. Solche Diskussionen sind unfruchtbare Diskussionen. Sie sind freilich auch das Seltenere. Das Häufigere sind die Fälle, wo die Gegner auftreten mit persönlichen Verleumdungen und Lügen. Da handelt es sich darum, die Lüge als Lüge, die Verleumdung als Verleumdung vor der Welt anschaulich zu machen. Aber mit Diskussionen ist außerordentlich wenig getan. Denn darin besteht gerade das Wesen der Anthroposophie und das Wesen dessen, was solche Gegner vorzubringen haben, die nun irgendwie diskutieren wollen: daß eben keine Brücke geschlagen werden kann; daß Anthroposophie durch ihre eigenen Kräfte sich herausringen muß auf allen Gebieten. Wir müssen ebenso wachsam sein, Verleumdung und Lüge zurückzuweisen, wie wir auf der andern Seite uns klar sein müssen, daß die Anthroposophie ihren Weg durch die Welt nur dadurch machen kann, daß sie aus ihrer inneren Kraft heraus mit aller Intensität arbeitet. Also, Behandlung der Gegner heißt: Da, wo mit unwahren Mitteln gekämpft wird, wachsam sein. Dagegen — nun gewiß, es kann Opportunität es notwendig machen, daß man aufmerksam macht, wie berechtigt das eine oder andere ist; das kann man ja tun, wenn man bloß einen fingierten Gegner vor sich hat. Manche haben es gerne so gemacht, daß sie die Widerlegungen, die in meinen Schriften darin stehen, abgeschrieben haben und nur das weggelassen haben, was das Positive war. Also es ist schon so, daß man sachliche Widerlegungen aus meinen Schriften selbst entnehmen kann. Es ist notwendig, in diesen Dingen klar zu sehen und nicht schon das Träumen auf diesem Gebiete anzufangen.

[ 32 ] Diese Gedanken, die wir brauchen, finden wir am allerbesten dadurch, daß wir uns recht klarmachen: Dieser Mensch ist ein so kompliziertes Wesen dadurch, daß die Wesenheiten verschiedenster Welten in ihm zu einem Totalwesen zusammenfließen. Als ich meine «Geheimwissenschaft im Umriß» geschrieben hatte, da schickte mir — ich habe das schon einmal erwähnt — ein recht bedeutender Philosoph der Gegenwart eine lange Abhandlung über diese «Geheimwissenschaft» zu. Und als ich anfing, sie zu lesen, standen gleich solche gescheiten Dinge darin: Ja, das ist eine abstrakte Einteilung des Menschen in physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und so weiter. Nun ist das geradeso gescheit, wie wenn einer sagt: Es ist abstrakt zu sagen, das Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff. Man braucht sich nicht zu verwundern, wenn man sagen muß: Mit so jemandem läßt sich nicht diskutieren. Wir müssen immer unterscheiden die Unmöglichkeit, über das Sachliche mit unseren Zeitgenossen zu diskutieren. Solche Diskussionen sind unfruchtbare Diskussionen. Sie sind freilich auch das Seltenere. Das Häufigere sind die Fälle, wo die Gegner auftreten mit persönlichen Verleumdungen und Lügen. Da handelt es sich darum, die Lüge als Lüge, die Verleumdung als Verleumdung vor der Welt anschaulich zu machen. Aber mit Diskussionen ist außerordentlich wenig getan. Denn darin besteht gerade das Wesen der Anthroposophie und das Wesen dessen, was solche Gegner vorzubringen haben, die nun irgendwie diskutieren wollen: daß eben keine Brücke geschlagen werden kann; daß Anthroposophie durch ihre eigenen Kräfte sich herausringen muß auf allen Gebieten. Wir müssen ebenso wachsam sein, Verleumdung und Lüge zurückzuweisen, wie wir auf der andern Seite uns klar sein müssen, daß die Anthroposophie ihren Weg durch die Welt nur dadurch machen kann, daß sie aus ihrer inneren Kraft heraus mit aller Intensität arbeitet. Also, Behandlung der Gegner heißt: Da, wo mit unwahren Mitteln gekämpft wird, wachsam sein. Dagegen — nun gewiß, es kann Opportunität es notwendig machen, daß man aufmerksam macht, wie berechtigt das eine oder andere ist; das kann man ja tun, wenn man bloß einen fingierten Gegner vor sich hat. Manche haben es gerne so gemacht, daß sie die Widerlegungen, die in meinen Schriften darin stehen, abgeschrieben haben und nur das weggelassen haben, was das Positive war. Also es ist schon so, daß man sachliche Widerlegungen aus meinen Schriften selbst entnehmen kann. Es ist notwendig, in diesen Dingen klar zu sehen und nicht schon das Träumen auf diesem Gebiete anzufangen.

[ 33 ] Nun verzeihen Sie, daß fast jede Betrachtung jetzt, auch wenn sie versuchte, in etwas entlegenere Gebiete einzuführen, doch mit einer solchen Aufforderung schließen muß. Das Schädlichste für die Anthroposophische Gesellschaft bleibt, wenn sie eine zu große Neigung entwickelt zum Schlafen; sie muß wach sein. Der Mensch wird zur Pflanze, wenn er schläft. Aber auch die Anthroposophische Gesellschaft bekommt ein Pflanzendasein, wenn über ihre eigentlichen Angelegenheiten geschlafen wird. Ebensowenig wie der Mensch vertragen kann, immer Pflanze zu sein, nicht das ganze Leben schlafen kann, ebensowenig kann es die Anthroposophische Gesellschaft vertragen, wenn man immer schläft. Es muß auch Wachsamkeit entwickelt werden. Und das möchte ich unterschiedslos der Anthroposophischen Gesellschaft und der Freien Anthroposophischen Gesellschaft empfehlen. Denn sonst könnte es herauskommen, daß beide Gesellschaften nur nebeneinander sich entwickelt haben, weil, wenn sie zusammengeblieben wären, die Angehörigen der einen und der andern sich gegenseitig zu stark den Schlaf stören würden. Wenn man aber selbständig ist, dann stören die andern weniger den Schlaf, und man kann um so besser schlafen.

[ 33 ] Nun verzeihen Sie, daß fast jede Betrachtung jetzt, auch wenn sie versuchte, in etwas entlegenere Gebiete einzuführen, doch mit einer solchen Aufforderung schließen muß. Das Schädlichste für die Anthroposophische Gesellschaft bleibt, wenn sie eine zu große Neigung entwickelt zum Schlafen; sie muß wach sein. Der Mensch wird zur Pflanze, wenn er schläft. Aber auch die Anthroposophische Gesellschaft bekommt ein Pflanzendasein, wenn über ihre eigentlichen Angelegenheiten geschlafen wird. Ebensowenig wie der Mensch vertragen kann, immer Pflanze zu sein, nicht das ganze Leben schlafen kann, ebensowenig kann es die Anthroposophische Gesellschaft vertragen, wenn man immer schläft. Es muß auch Wachsamkeit entwickelt werden. Und das möchte ich unterschiedslos der Anthroposophischen Gesellschaft und der Freien Anthroposophischen Gesellschaft empfehlen. Denn sonst könnte es herauskommen, daß beide Gesellschaften nur nebeneinander sich entwickelt haben, weil, wenn sie zusammengeblieben wären, die Angehörigen der einen und der andern sich gegenseitig zu stark den Schlaf stören würden. Wenn man aber selbständig ist, dann stören die andern weniger den Schlaf, und man kann um so besser schlafen.

[ 34 ] Es wird sich darum handeln, daß bei beiden Gesellschaften die Einsicht aufdämmert, daß beide nun durch ihre eigenen inneren Kräfte wach und nicht froh sind, daß die andere nun nicht weiter den Schlaf stört. Ich will selbstverständlich gar nicht anzüglich werden, aber manchmal muß man solche Dinge sagen und muß sie sogar der Freien Anthroposophischen Gesellschaft sagen. Soll schon nicht eine das Schoßkind sein, so sollen schon beide ganz menschlich behandelt werden. Also ich möchte, daß das ein wenig berücksichtigt würde. Ich glaube, der eine oder der andere weiß doch schon sogar heute, was ich eigentlich meine. Man sagt oftmals, man weiß nicht, was ich meine, aber ich glaube dennoch, wenn man will, kann man wissen, was ich meine, und sogar dann, wenn ich zum Aufwachen auffordere, kann man wissen, was ich meine, wenn es auch unangenehm klingt.

[ 34 ] Es wird sich darum handeln, daß bei beiden Gesellschaften die Einsicht aufdämmert, daß beide nun durch ihre eigenen inneren Kräfte wach und nicht froh sind, daß die andere nun nicht weiter den Schlaf stört. Ich will selbstverständlich gar nicht anzüglich werden, aber manchmal muß man solche Dinge sagen und muß sie sogar der Freien Anthroposophischen Gesellschaft sagen. Soll schon nicht eine das Schoßkind sein, so sollen schon beide ganz menschlich behandelt werden. Also ich möchte, daß das ein wenig berücksichtigt würde. Ich glaube, der eine oder der andere weiß doch schon sogar heute, was ich eigentlich meine. Man sagt oftmals, man weiß nicht, was ich meine, aber ich glaube dennoch, wenn man will, kann man wissen, was ich meine, und sogar dann, wenn ich zum Aufwachen auffordere, kann man wissen, was ich meine, wenn es auch unangenehm klingt.

[ 35 ] Also, meine lieben Freunde, schicken Sie Ihre Delegierten zu der Delegiertenversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach vom 20. bis 22. Juli. Schicken Sie sie recht wach. Denn Wachheit brauchen wir in der Zukunft, volle Wachheit in der ganzen Anthroposophischen Gesellschaft.

[ 35 ] Also, meine lieben Freunde, schicken Sie Ihre Delegierten zu der Delegiertenversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach vom 20. bis 22. Juli. Schicken Sie sie recht wach. Denn Wachheit brauchen wir in der Zukunft, volle Wachheit in der ganzen Anthroposophischen Gesellschaft.