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Insight from Initiation
GA 227

1926

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Initiations-Erkenntnis
  1. Insight from Initiation, tr. SOL

Rudolf Steiners Lehrtätigkeit in England

Rudolf Steiners Lehrtätigkeit in England

Rudolf Steiner sprach oft und gern über Geisteswissenschaft in England.

Rudolf Steiner sprach oft und gern über Geisteswissenschaft in England.

[ 1 ] In der Bereitwilligkeit zur Entgegennahme geisteswissenschaftlicher Wahrheiten herrscht in England eine gewisse Großzügigkeit: man steht den unbegrenzten Möglichkeiten freier gegenüber. Es ist die Furcht geringer vor der Niederlage des eigenen, schwer eroberten Kopfwissens; der Eigensinn in der Abwehr des Neuen, Unbekannten sitzt weniger tief; man ist nicht so stark verbohrt in seine gelehrte Eitelkeit. Mehr Wagemut ist vorhanden, ein kühneres Ausschreiten zur Eroberung der unbekannten Welten.

[ 1 ] In der Bereitwilligkeit zur Entgegennahme geisteswissenschaftlicher Wahrheiten herrscht in England eine gewisse Großzügigkeit: man steht den unbegrenzten Möglichkeiten freier gegenüber. Es ist die Furcht geringer vor der Niederlage des eigenen, schwer eroberten Kopfwissens; der Eigensinn in der Abwehr des Neuen, Unbekannten sitzt weniger tief; man ist nicht so stark verbohrt in seine gelehrte Eitelkeit. Mehr Wagemut ist vorhanden, ein kühneres Ausschreiten zur Eroberung der unbekannten Welten.

[ 2 ] Was das gegenwärtige England zu einem Volk vereinigt hat, sind die eroberungsdurstigen Stämme verschiedener Nationen. Nach der römischen Invasion die erobernden germanischen Angelsachsen, welche die einheimische keltische Bevölkerung der Britonen und Gaelen zurückdrängten und bis zu der nordwestlichen Küste Frankreichs hinüberwarfen; eindringende Friesen und Dänen; erobernde französierte Normannen. Mehrfach wurde so Britannien erobert und seine Völker dann zusammengeschweißt nach hartem gegenseitigem Ringen. Doch was daraus entstand, war eine starke, selbstbewußte Einheit, ein stolzes, die Gesamtheit durchdringendes Selbstgefühl, eine Kraft des Hinaustragens eigenen Wesens hinein in andere Volkssubstanzen. Die Seelenkräfte, entnommen der Eigenart verschiedener Volksindividualitäten, hielten sich die Waage. Zum Staatsbewußtsein gesteigertes Einzelbewußtsein durchdrang sie und hielt die Kräfte im Gleichgewicht. So konnte diese vielgliedrige Volkseinheit nunmehr trotzen allen Angriffen, die von außen kamen, in seinem meerumbrandeten, meerumfriedeten Eiland tatkräftig sich zur selbstbewußten Selbständigkeit entfalten und zur Eroberung der Welt hinausschreiten.

[ 2 ] Was das gegenwärtige England zu einem Volk vereinigt hat, sind die eroberungsdurstigen Stämme verschiedener Nationen. Nach der römischen Invasion die erobernden germanischen Angelsachsen, welche die einheimische keltische Bevölkerung der Britonen und Gaelen zurückdrängten und bis zu der nordwestlichen Küste Frankreichs hinüberwarfen; eindringende Friesen und Dänen; erobernde französierte Normannen. Mehrfach wurde so Britannien erobert und seine Völker dann zusammengeschweißt nach hartem gegenseitigem Ringen. Doch was daraus entstand, war eine starke, selbstbewußte Einheit, ein stolzes, die Gesamtheit durchdringendes Selbstgefühl, eine Kraft des Hinaustragens eigenen Wesens hinein in andere Volkssubstanzen. Die Seelenkräfte, entnommen der Eigenart verschiedener Volksindividualitäten, hielten sich die Waage. Zum Staatsbewußtsein gesteigertes Einzelbewußtsein durchdrang sie und hielt die Kräfte im Gleichgewicht. So konnte diese vielgliedrige Volkseinheit nunmehr trotzen allen Angriffen, die von außen kamen, in seinem meerumbrandeten, meerumfriedeten Eiland tatkräftig sich zur selbstbewußten Selbständigkeit entfalten und zur Eroberung der Welt hinausschreiten.

[ 3 ] Noblesse oblige. Eines seiner Kraft so sicheren Volkes wäre es unwürdig, Gedankenfreiheit zu unterbinden, Gewissensfreiheit zu ersticken, Betätigungsfreiheit zu hemmen, sowohl in geistigen wie auch in Staats- und Menschheitsangelegenheiten. So ist denn auch England das Land, wo am ungehindertsten das Suchen nach dem Geist sich hat entfalten dürfen. Staatsgewalt und Kirchenzwang haben es nicht auszulöschen vermocht; auch nicht Geheimorganisationen mit Femgerichten.

[ 3 ] Noblesse oblige. Eines seiner Kraft so sicheren Volkes wäre es unwürdig, Gedankenfreiheit zu unterbinden, Gewissensfreiheit zu ersticken, Betätigungsfreiheit zu hemmen, sowohl in geistigen wie auch in Staats- und Menschheitsangelegenheiten. So ist denn auch England das Land, wo am ungehindertsten das Suchen nach dem Geist sich hat entfalten dürfen. Staatsgewalt und Kirchenzwang haben es nicht auszulöschen vermocht; auch nicht Geheimorganisationen mit Femgerichten.

[ 4 ] Hätte Rudolf Steiner in englisch sprechenden Ländern so wirken können, wie er es in Mitteleuropa getan hat, sein Name lebte jetzt auf aller Zungen. Er wäre weder totgeschwiegen noch gebrandmarkt worden; man hätte nicht nach seiner Ehre und seinem Leben gefahndet, um ihn unschädlich zu machen. So aber mußte er in einer für die Zuhörer fremden Sprache dort reden zur Zeit des stärksten Deutschenhasses; eine noch so korrekte Übersetzung konnte dem künstlerischen Schwung seiner Rede nie gerecht werden.

[ 4 ] Hätte Rudolf Steiner in englisch sprechenden Ländern so wirken können, wie er es in Mitteleuropa getan hat, sein Name lebte jetzt auf aller Zungen. Er wäre weder totgeschwiegen noch gebrandmarkt worden; man hätte nicht nach seiner Ehre und seinem Leben gefahndet, um ihn unschädlich zu machen. So aber mußte er in einer für die Zuhörer fremden Sprache dort reden zur Zeit des stärksten Deutschenhasses; eine noch so korrekte Übersetzung konnte dem künstlerischen Schwung seiner Rede nie gerecht werden.

[ 5 ] Und trotzdem drang sein Wirken durch. Ein treuer Kreis von Schülern schloß sich um ihn und lenkte die Aufmerksamkeit der Fernstehenden auf den überragenden Geistesforscher. Der Krieg drohte dann, wie überall, die schon erweckten Keime zu ersticken; sie rangen sich jedoch langsam zu neuem Leben durch.

[ 5 ] Und trotzdem drang sein Wirken durch. Ein treuer Kreis von Schülern schloß sich um ihn und lenkte die Aufmerksamkeit der Fernstehenden auf den überragenden Geistesforscher. Der Krieg drohte dann, wie überall, die schon erweckten Keime zu ersticken; sie rangen sich jedoch langsam zu neuem Leben durch.

[ 6 ] Schon drei Jahre nach Kriegsabschluß war es Rudolf Steiner möglich, zunächst am Goetheanum in Dornach, für ein englisches Auditorium über pädagogische Fragen zu sprechen. Mrs. Millicent Makkenzie, die bekannte englische Pädagogin, stand an der Spitze jenes Interessentenkreises, der aus England in die Schweiz hinüberkam, um aus neuen geistigen Quellen Licht für Erziehungsprobleme zu schöpfen. Die damals gegebenen Impulse wirkten fort. Zunächst erhielt Rudolf Steiner eine Einladung, um im April 1922 anläßlich der Geburtstagsfeiern für Shakespeare in Stratford-on-Avon über künstlerische und Erziehungsfragen zu sprechen. «Das Drama in seiner Beziehung zur Erziehung» lautete das Thema zweier Vorträge, «Shakespeare und die neuen Ideale» das andere. Ein glückliches Omen, an Shakespeares Geist anknüpfend, über Völkerhaß hinweg, in gemeinsamem Geistesstreben sich zu finden. Shakespeare, den Goethe für die Welt wiederentdeckt hat, den der Erbauer des Goetheanum aus seinem geistigen Wissen heraus in jenes Licht rücken konnte, das aus dem Geistesweltgeschehen heraus ihn umbrandet und ihn zum Problem für ein materialistisches Zeitalter macht, an das sich herumtastende Hypothesen ziemlich ratlos hängen. Der stolzen Anerkennungsfreude des größten Sohnes Englands würdig sind die Festlichkeiten, die sich in Stratford an die Erinnerungsfeier schließen und an der die Vertreter der verschiedenen Länder im Festzuge teilnehmen. Offiziell war Deutschland noch nicht vertreten, dafür durch Rudolf Steiner geistig und dadurch realer. Das Band war wieder geknüpft, und schon im August 1922 konnte Rudolf Steiner vor einem ansehnlichen Kreise von Interessenten sprechen über Erziehungsfragen, in Oxford, der entzückend schönen, das Mittelalter aber noch in sich bergenden Universitätsstadt.

[ 6 ] Schon drei Jahre nach Kriegsabschluß war es Rudolf Steiner möglich, zunächst am Goetheanum in Dornach, für ein englisches Auditorium über pädagogische Fragen zu sprechen. Mrs. Millicent Makkenzie, die bekannte englische Pädagogin, stand an der Spitze jenes Interessentenkreises, der aus England in die Schweiz hinüberkam, um aus neuen geistigen Quellen Licht für Erziehungsprobleme zu schöpfen. Die damals gegebenen Impulse wirkten fort. Zunächst erhielt Rudolf Steiner eine Einladung, um im April 1922 anläßlich der Geburtstagsfeiern für Shakespeare in Stratford-on-Avon über künstlerische und Erziehungsfragen zu sprechen. «Das Drama in seiner Beziehung zur Erziehung» lautete das Thema zweier Vorträge, «Shakespeare und die neuen Ideale» das andere. Ein glückliches Omen, an Shakespeares Geist anknüpfend, über Völkerhaß hinweg, in gemeinsamem Geistesstreben sich zu finden. Shakespeare, den Goethe für die Welt wiederentdeckt hat, den der Erbauer des Goetheanum aus seinem geistigen Wissen heraus in jenes Licht rücken konnte, das aus dem Geistesweltgeschehen heraus ihn umbrandet und ihn zum Problem für ein materialistisches Zeitalter macht, an das sich herumtastende Hypothesen ziemlich ratlos hängen. Der stolzen Anerkennungsfreude des größten Sohnes Englands würdig sind die Festlichkeiten, die sich in Stratford an die Erinnerungsfeier schließen und an der die Vertreter der verschiedenen Länder im Festzuge teilnehmen. Offiziell war Deutschland noch nicht vertreten, dafür durch Rudolf Steiner geistig und dadurch realer. Das Band war wieder geknüpft, und schon im August 1922 konnte Rudolf Steiner vor einem ansehnlichen Kreise von Interessenten sprechen über Erziehungsfragen, in Oxford, der entzückend schönen, das Mittelalter aber noch in sich bergenden Universitätsstadt.

[ 7 ] Die acht Vorträge über Pädagogik und die daran sich anschließenden Debatten führten zur Gründung der «Educational Union» unter dem Vorsitz von Mrs. Millicent Mackenzie. Das Ziel dieser Vereinigung war, den Gedanken Rudolf Steiners über Erziehung Zugang zu verschaffen in weiteren Kreisen und insbesondere in englischen und amerikanischen pädagogischen Verbänden.

[ 7 ] Die acht Vorträge über Pädagogik und die daran sich anschließenden Debatten führten zur Gründung der «Educational Union» unter dem Vorsitz von Mrs. Millicent Mackenzie. Das Ziel dieser Vereinigung war, den Gedanken Rudolf Steiners über Erziehung Zugang zu verschaffen in weiteren Kreisen und insbesondere in englischen und amerikanischen pädagogischen Verbänden.

[ 8 ] Solchen Veranstaltungen schlossen sich immer Vorträge über Geisteswissenschaft an in London und am Orte selbst. Verbunden damit waren auch Darstellungen in eurythmischer Kunst, ausgeführt durch Künstlerinnen des Goetheanum. Die Eurythmie, eine Bewegungskunst, die in ihren Tendenzen sich stützt auf die geistig wahrnehmbaren Schwingungen des in der Luft ertönenden, im Äther weitervibrierenden gesprochenen Wortes oder erklingenden Tones, ist ein Quell der Wiederbelebung für alle Künste und ein nicht genügend hoch einzuschätzender Erziehungsfaktor für die geistbedürftige, heranwachsende Menschheit. Von Rudolf Steiner dem geistigen Leben abgelauscht, dargereicht in einem Augenblikke, wo Bitten um Aufklärung in diesen Dingen ihn umdrängten, entstand auf Grund ursprünglicher theoretischer Angaben, die in die Tat umgesetzt wurden von fleißigen Schülern und so immer weitere Ratschläge sich zuzogen, die dann zu Offenbarungen wurden, eine neue Kunst, die wirksam sich in das Kulturleben der Gegenwart hineingestellt hat.

[ 8 ] Solchen Veranstaltungen schlossen sich immer Vorträge über Geisteswissenschaft an in London und am Orte selbst. Verbunden damit waren auch Darstellungen in eurythmischer Kunst, ausgeführt durch Künstlerinnen des Goetheanum. Die Eurythmie, eine Bewegungskunst, die in ihren Tendenzen sich stützt auf die geistig wahrnehmbaren Schwingungen des in der Luft ertönenden, im Äther weitervibrierenden gesprochenen Wortes oder erklingenden Tones, ist ein Quell der Wiederbelebung für alle Künste und ein nicht genügend hoch einzuschätzender Erziehungsfaktor für die geistbedürftige, heranwachsende Menschheit. Von Rudolf Steiner dem geistigen Leben abgelauscht, dargereicht in einem Augenblikke, wo Bitten um Aufklärung in diesen Dingen ihn umdrängten, entstand auf Grund ursprünglicher theoretischer Angaben, die in die Tat umgesetzt wurden von fleißigen Schülern und so immer weitere Ratschläge sich zuzogen, die dann zu Offenbarungen wurden, eine neue Kunst, die wirksam sich in das Kulturleben der Gegenwart hineingestellt hat.

[ 9 ] Die Begeisterung, welche die junge Kunst unter Rudolf Steiners Freunden in London ausgelöst hat, führte zu einem herrlichen Resultat. Es konnte schon im Juni 1926 ein Vortrags- und Theatersaal in einer der besten Verkehrsgegenden Londons eröffnet werden (Park Road 33 NW), der den Namen trägt «Rudolf Steiner Hall». In glücklicher Weise verband der Architekt Mr. Wheeler die durch die Straßenverhältnisse Londons bedingten Baunotwendigkeiten mit Inspirationen, die er dem Baugedanken Rudolf Steiners in Dornach entnahm. Das Haus dient vor allem der Verbreitung des Wortes und der künstlerischen Intentionen Rudolf Steiners.

[ 9 ] Die Begeisterung, welche die junge Kunst unter Rudolf Steiners Freunden in London ausgelöst hat, führte zu einem herrlichen Resultat. Es konnte schon im Juni 1926 ein Vortrags- und Theatersaal in einer der besten Verkehrsgegenden Londons eröffnet werden (Park Road 33 NW), der den Namen trägt «Rudolf Steiner Hall». In glücklicher Weise verband der Architekt Mr. Wheeler die durch die Straßenverhältnisse Londons bedingten Baunotwendigkeiten mit Inspirationen, die er dem Baugedanken Rudolf Steiners in Dornach entnahm. Das Haus dient vor allem der Verbreitung des Wortes und der künstlerischen Intentionen Rudolf Steiners.

[ 10 ] Und auch die pädagogischen Impulse führten zu praktischen Resultaten. Zunächst hatte sich die Vorsteherin eines schon bestehenden Landerziehungsheims in einer entzückenden früheren Dominikaner-Abtei in der Nähe Londons, Kings Langley Priory, bereit erklärt, ihr Schulwesen allmählich umzuwandeln nach den Erziehungsgedanken Rudolf Steiners. Miß Cross, die Leiterin von Kings Langley Priory School, mußte mit einer gewissen Zeitpause rechnen, um schon bestehende Einrichtungen in neue Erziehungsmethoden umzuwandeln; sie hat tapfer und treu diesem Ziele nachgestrebt und keine Mühe und Enttäuschung gescheut. Schon nach dem Pädagogischen Weihnachtskurs in Dornach begann Miß Cross ihren Entschluß in die Tat umzusetzen. Die schneller drängten und eine Schule wünschten, die im Weichbilde von London selbst unmittelbar von den Erziehungsprinzipien Rudolf Steiners ausgehen würde, konnten ihr Ideal in verhältnismäßig kurzer Zeit zur Ausführung bringen. Im Jahre 1923, nach einem zweiwöchigen Zyklus pädagogischer Vorträge Rudolf Steiners in Ilkley, reifte deren Entschluß. Und im Juni 1926 konnten wir schon in Streatham, einem freundlichen Vororte Londons, eine ausgezeichnet funktionierende Schule mit ihr angeschlossenem Internat besuchen, die kräftig und freudig arbeitet und auch schon durch eine pädagogische Tagung das Interesse auf sich lenkte: «The New School».

[ 10 ] Und auch die pädagogischen Impulse führten zu praktischen Resultaten. Zunächst hatte sich die Vorsteherin eines schon bestehenden Landerziehungsheims in einer entzückenden früheren Dominikaner-Abtei in der Nähe Londons, Kings Langley Priory, bereit erklärt, ihr Schulwesen allmählich umzuwandeln nach den Erziehungsgedanken Rudolf Steiners. Miß Cross, die Leiterin von Kings Langley Priory School, mußte mit einer gewissen Zeitpause rechnen, um schon bestehende Einrichtungen in neue Erziehungsmethoden umzuwandeln; sie hat tapfer und treu diesem Ziele nachgestrebt und keine Mühe und Enttäuschung gescheut. Schon nach dem Pädagogischen Weihnachtskurs in Dornach begann Miß Cross ihren Entschluß in die Tat umzusetzen. Die schneller drängten und eine Schule wünschten, die im Weichbilde von London selbst unmittelbar von den Erziehungsprinzipien Rudolf Steiners ausgehen würde, konnten ihr Ideal in verhältnismäßig kurzer Zeit zur Ausführung bringen. Im Jahre 1923, nach einem zweiwöchigen Zyklus pädagogischer Vorträge Rudolf Steiners in Ilkley, reifte deren Entschluß. Und im Juni 1926 konnten wir schon in Streatham, einem freundlichen Vororte Londons, eine ausgezeichnet funktionierende Schule mit ihr angeschlossenem Internat besuchen, die kräftig und freudig arbeitet und auch schon durch eine pädagogische Tagung das Interesse auf sich lenkte: «The New School».

[ 11 ] Die sympathische Sitte der englischen «Summer Schools» (Sommerschulen) brachte es mit sich, daß Rudolf Steiner nicht nur Orte mit weithallenden Namen besuchte, wie London, Oxford, Stratford, sondern auch entfernte Gegenden, die einen interessanten Einblick gewähren in die Vielseitigkeit des englischen Daseins. Da überrascht den Ausländer vor allem der merkwürdig starke Kontrast zwischen modernstem kommerziell-industriellem Betrieb und tiefer Weltabgeschlossenheit. Die Welt der Autos, Motoren, Grammophone, Radios, das sausende Tempo des Verkehrs, die Oberflächlichkeit des modernen Kulturlebens grenzt unmittelbar an tiefe Weltabgeschiedenheit, an weit hinter dem Mittelalter zurückliegende Kulturerinnerungen, an geologische Formationen, die einen fast zurückversetzen in jene Zeiten, da die Kontinente sich aus den Wassern erhoben. Man kann solche Eindrücke haben, wenn man in Devonshire durch die Einöden von Dartmoor streift, um dann an den Küsten von Cornwall den sausenden Ansturm der Ozeanwogen vor den Felsenruinen des Artusschlosses in Tintagel zu erleben. Das in den Bauten Englands so wunderbar konservierte Mittelalter schafft einen herrlichen Übergang, der solche Kontraste für ein starkes Miterleben erträglich macht. Man kann gut verstehen, wie es für den Engländer eine Wesensnotwendigkeit sein muß, bis in manche Trachten und Gebräuche, bis in sein Gildenleben hinein das Mittelalter zu konservieren. Es stärkt sein Selbstgefühl, stärkt auch sein Nationalbewußtsein und wappnet ihn gegen die überflutende Sozialisierung, die die erste Axt an den mächtigen Stamm eines imperialistischen Systems legt. Es baut auch für das ästhetische Bewußtsein jene Brücke zur altersgrauen Vergangenheit, die unheimlich lebendig ihn anschaut aus Mooren und Bergkuppen, aus Erdformationen, aus dem sie durchraunenden, durchrinnenden Ätherweben.

[ 11 ] Die sympathische Sitte der englischen «Summer Schools» (Sommerschulen) brachte es mit sich, daß Rudolf Steiner nicht nur Orte mit weithallenden Namen besuchte, wie London, Oxford, Stratford, sondern auch entfernte Gegenden, die einen interessanten Einblick gewähren in die Vielseitigkeit des englischen Daseins. Da überrascht den Ausländer vor allem der merkwürdig starke Kontrast zwischen modernstem kommerziell-industriellem Betrieb und tiefer Weltabgeschlossenheit. Die Welt der Autos, Motoren, Grammophone, Radios, das sausende Tempo des Verkehrs, die Oberflächlichkeit des modernen Kulturlebens grenzt unmittelbar an tiefe Weltabgeschiedenheit, an weit hinter dem Mittelalter zurückliegende Kulturerinnerungen, an geologische Formationen, die einen fast zurückversetzen in jene Zeiten, da die Kontinente sich aus den Wassern erhoben. Man kann solche Eindrücke haben, wenn man in Devonshire durch die Einöden von Dartmoor streift, um dann an den Küsten von Cornwall den sausenden Ansturm der Ozeanwogen vor den Felsenruinen des Artusschlosses in Tintagel zu erleben. Das in den Bauten Englands so wunderbar konservierte Mittelalter schafft einen herrlichen Übergang, der solche Kontraste für ein starkes Miterleben erträglich macht. Man kann gut verstehen, wie es für den Engländer eine Wesensnotwendigkeit sein muß, bis in manche Trachten und Gebräuche, bis in sein Gildenleben hinein das Mittelalter zu konservieren. Es stärkt sein Selbstgefühl, stärkt auch sein Nationalbewußtsein und wappnet ihn gegen die überflutende Sozialisierung, die die erste Axt an den mächtigen Stamm eines imperialistischen Systems legt. Es baut auch für das ästhetische Bewußtsein jene Brücke zur altersgrauen Vergangenheit, die unheimlich lebendig ihn anschaut aus Mooren und Bergkuppen, aus Erdformationen, aus dem sie durchraunenden, durchrinnenden Ätherweben.

[ 12 ] Einen ersten Eindruck solcher Kontraste vermittelte uns im August des Jahres 1923 der Besuch in Ilkley. Man fährt durch schwärzestes Industriegebiet: Leeds, Bradford, monströse schwarze Häuser, Ungeheuer, die würdig sind einer Strindberg-Hölle. Ikley ist ein freundlicher Ort zu Füßen der Moorhügel von Yorkshire. Da redet schon uralte Vergangenheit zu uns, da findet man oben auf dem Moore jener Hügel Druidensteine, Dolmen und eingravierte Zeichen, die die Sprache jener Innerlichkeit reden, welche die damalige Kultur mit dem Geiste verband.

[ 12 ] Einen ersten Eindruck solcher Kontraste vermittelte uns im August des Jahres 1923 der Besuch in Ilkley. Man fährt durch schwärzestes Industriegebiet: Leeds, Bradford, monströse schwarze Häuser, Ungeheuer, die würdig sind einer Strindberg-Hölle. Ikley ist ein freundlicher Ort zu Füßen der Moorhügel von Yorkshire. Da redet schon uralte Vergangenheit zu uns, da findet man oben auf dem Moore jener Hügel Druidensteine, Dolmen und eingravierte Zeichen, die die Sprache jener Innerlichkeit reden, welche die damalige Kultur mit dem Geiste verband.

[ 13 ] Aber das alles erlebt man noch viel stärker in Wales, im sagenhaften Lande Merlins, der in Waldesrauschen und Meeresschaum sein liebstes Zaubergewand hatte. Aus Ilkley führt der Zug durch übervölkertes, schwarzes, schienendurchstrecktes Industriegebiet, an den Fabrikmassen von Manchester vorbei zu hell anmutendem freundlichem Gelände. Es winken die mittelalterlichen Mauerzinnen von Chester, es blinken die blauen Buchten der herannahenden Irischen See. Möwen und andere Seevögel, in großen Heerlagern gereiht, verkünden, daß bald ihr ungestörtes Reich beginnt. Mächtige Zwingburgen steigen empor, großartig im Schwung ihrer Linien, welche die Talweiten bezwingen und dem Fels sich vermählen. Das Reich der Barone, die kein König und keine Kirche niederringen konnte, drängt sich der Seele imponierend auf. Nun ist alles Dichtung geworden, Dichtung der in Stein und Efeu webenden Natur. Oben auf den Felsen das Heldenepos, unten bei den weichen Schafherden auf grüner Weide die Idylle: in dem an sanftes Meereswogen erinnernden Beben ihrer aneinandergeschmiegten Rücken zittert der Puls des Weltenrhythmus.

[ 13 ] Aber das alles erlebt man noch viel stärker in Wales, im sagenhaften Lande Merlins, der in Waldesrauschen und Meeresschaum sein liebstes Zaubergewand hatte. Aus Ilkley führt der Zug durch übervölkertes, schwarzes, schienendurchstrecktes Industriegebiet, an den Fabrikmassen von Manchester vorbei zu hell anmutendem freundlichem Gelände. Es winken die mittelalterlichen Mauerzinnen von Chester, es blinken die blauen Buchten der herannahenden Irischen See. Möwen und andere Seevögel, in großen Heerlagern gereiht, verkünden, daß bald ihr ungestörtes Reich beginnt. Mächtige Zwingburgen steigen empor, großartig im Schwung ihrer Linien, welche die Talweiten bezwingen und dem Fels sich vermählen. Das Reich der Barone, die kein König und keine Kirche niederringen konnte, drängt sich der Seele imponierend auf. Nun ist alles Dichtung geworden, Dichtung der in Stein und Efeu webenden Natur. Oben auf den Felsen das Heldenepos, unten bei den weichen Schafherden auf grüner Weide die Idylle: in dem an sanftes Meereswogen erinnernden Beben ihrer aneinandergeschmiegten Rücken zittert der Puls des Weltenrhythmus.

[ 14 ] Der in diesem Lande festgehaltene Zeitenpulsschlag führt uns durch das Mittelalter hindurch zur hier stehengebliebenen nordischen Antike. Sie war — aber sie ist noch. Sie ist so stark da in der wilden Schöne ihrer Natur, in der Kraft ihrer Elemente, in dem Lachen der Sonne durch halbe Wolkenbrüche hindurch, daß die Moderne ihr nicht viel anhaben kann. Sie verschwindet in dieser Umgebung.

[ 14 ] Der in diesem Lande festgehaltene Zeitenpulsschlag führt uns durch das Mittelalter hindurch zur hier stehengebliebenen nordischen Antike. Sie war — aber sie ist noch. Sie ist so stark da in der wilden Schöne ihrer Natur, in der Kraft ihrer Elemente, in dem Lachen der Sonne durch halbe Wolkenbrüche hindurch, daß die Moderne ihr nicht viel anhaben kann. Sie verschwindet in dieser Umgebung.

[ 15 ] Wenn auch unten am Buchtgestade die Autos in langen Reihen sausen fast wie in Piccadilly: sie sind unwesentlich in diesem Bilde. Nach oben strebt der Blick, wo zunächst freilich die Industrie die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Mächtige Wunden sind in den Bergrücken hineingeschlagen; die Steinbrüche, the quarries. Schwarz und finster liegen die dienenden Dörfer da, ohne stilorganische Verbindung mit der sie umgebenden Natur. Schienen, Dampfkarren, Sprengvorrichtungen haben sich in das Urgestein hineingebohrt, zerreißen seine Adern. Aber es ist stärker als sie, trotzt ihnen, lacht ihrer, je nachdem die Atmosphäre den Berg löst oder härter. Die Luft- und Lichtsphäre herrscht hier: die jagenden Wolken, der fliegende Wind, der immer neu niederprasselnde Regen, oder seine lustigen Schauer, die funkelnde Sonne, die mit ihrer Heiterkeit den Aufruhr der Elemente bezwingt, um sich schnell wieder zu verhüllen. Das scherzt und spielt durcheinander, tobt und droht, duckt sich und freut sich und jagt und fegt: eine herrliche, brausende Jugend inmitten ehrfurchtgebietender Zeugen grauen Altertums. Dort aber hinter den Bergen lebt die Vergangenheit, steht in gewaltigen dauernden Bildern da; zu ihr zieht es auch heute den suchenden Menschen hin; zu ihr pilgert er empor, die steilen Abhänge hinan, den Kampf nicht scheuend mit den aus den Schluchten herauspfeifenden, pfeilenden Winden. Bald ist er herrlich belohnt. Das Buchtgestade entschwindet dem Blick; strahlendes Gelb, tiefleuchtendes Violett in weit ausgedehnten hängenden Fluren umgeben ihn, Ginster und Heidekraut. Es flammt und ruht, es winkt und lodert, die Farbe überwältigt. Doch für das Verweilen im Genuß ist hier die Natur zu rauh. Das Ringen mit dem Wind wird mühevoller; jeder Schritt muß erkämpft werden. Bald ist nur noch Gestein um uns, dürres Gras und Moos. Man muß sich stemmen, man muß sich wehren, um nicht niedergerissen zu werden; man stößt vor und atmet neue Kraft im Trinken der Linien, der Farben des Horizonts.

[ 15 ] Wenn auch unten am Buchtgestade die Autos in langen Reihen sausen fast wie in Piccadilly: sie sind unwesentlich in diesem Bilde. Nach oben strebt der Blick, wo zunächst freilich die Industrie die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Mächtige Wunden sind in den Bergrücken hineingeschlagen; die Steinbrüche, the quarries. Schwarz und finster liegen die dienenden Dörfer da, ohne stilorganische Verbindung mit der sie umgebenden Natur. Schienen, Dampfkarren, Sprengvorrichtungen haben sich in das Urgestein hineingebohrt, zerreißen seine Adern. Aber es ist stärker als sie, trotzt ihnen, lacht ihrer, je nachdem die Atmosphäre den Berg löst oder härter. Die Luft- und Lichtsphäre herrscht hier: die jagenden Wolken, der fliegende Wind, der immer neu niederprasselnde Regen, oder seine lustigen Schauer, die funkelnde Sonne, die mit ihrer Heiterkeit den Aufruhr der Elemente bezwingt, um sich schnell wieder zu verhüllen. Das scherzt und spielt durcheinander, tobt und droht, duckt sich und freut sich und jagt und fegt: eine herrliche, brausende Jugend inmitten ehrfurchtgebietender Zeugen grauen Altertums. Dort aber hinter den Bergen lebt die Vergangenheit, steht in gewaltigen dauernden Bildern da; zu ihr zieht es auch heute den suchenden Menschen hin; zu ihr pilgert er empor, die steilen Abhänge hinan, den Kampf nicht scheuend mit den aus den Schluchten herauspfeifenden, pfeilenden Winden. Bald ist er herrlich belohnt. Das Buchtgestade entschwindet dem Blick; strahlendes Gelb, tiefleuchtendes Violett in weit ausgedehnten hängenden Fluren umgeben ihn, Ginster und Heidekraut. Es flammt und ruht, es winkt und lodert, die Farbe überwältigt. Doch für das Verweilen im Genuß ist hier die Natur zu rauh. Das Ringen mit dem Wind wird mühevoller; jeder Schritt muß erkämpft werden. Bald ist nur noch Gestein um uns, dürres Gras und Moos. Man muß sich stemmen, man muß sich wehren, um nicht niedergerissen zu werden; man stößt vor und atmet neue Kraft im Trinken der Linien, der Farben des Horizonts.

[ 16 ] Die Druiden haben es ihren Wallfahrern nicht leicht gemacht.

[ 16 ] Die Druiden haben es ihren Wallfahrern nicht leicht gemacht.

[ 17 ] Welch hohes Fest muß es aber gewesen sein, welche Großzügigkeit im festlichen Zug, wenn von allen Seiten des Umkreises aus den Dörfern herauswallte, empor zur Bergkuppe, das Volk der Hänge und Täler. Welch Atmen der Einsamkeit, welch Raunen der Öde, der Tiefe, der Weite. Dort oben war man dem Alltag fern, der Gottheit nah. Hier redeten Geistwesen durch die Elemente, hier schrieb die Sonne ihre Schrift in die harrenden Schatten; Steine waren dieser Zeichen gewärtig, im Kreis gestellt den Tierkreisbildern entsprechend; je nachdem die Sonne durch ein Tierkreiszeichen schritt, prägte sie sich dem Schatten des Steins ein, und der eingeweihte Druide las das Geheimnis ab.

[ 18 ] Gen Osten gewendet stand ein Stein, der des Gottes Strahlenpfeil entgegennahm, wenn die Sonne aufstieg. Durch waagrechtes Lagern über senkrechten Steinen wurden Schattenräume gebildet, in denen wiederum die Sonne ihre Sprache schrieb. So verkehrte der licht- und schattenkundige Priester mit der geistigen Welt, ablesend die Gebote, die bestimmend eingriffen in die Ordnung des Jahres, der Arbeit, der Feste, der Gesetze und Sitten. So wurde Götterweisheit entgegengenommen und zu Menschenweisheit umgewandelt.

[ 17 ] Welch hohes Fest muß es aber gewesen sein, welche Großzügigkeit im festlichen Zug, wenn von allen Seiten des Umkreises aus den Dörfern herauswallte, empor zur Bergkuppe, das Volk der Hänge und Täler. Welch Atmen der Einsamkeit, welch Raunen der Öde, der Tiefe, der Weite. Dort oben war man dem Alltag fern, der Gottheit nah. Hier redeten Geistwesen durch die Elemente, hier schrieb die Sonne ihre Schrift in die harrenden Schatten; Steine waren dieser Zeichen gewärtig, im Kreis gestellt den Tierkreisbildern entsprechend; je nachdem die Sonne durch ein Tierkreiszeichen schritt, prägte sie sich dem Schatten des Steins ein, und der eingeweihte Druide las das Geheimnis ab.

[ 18 ] Gen Osten gewendet stand ein Stein, der des Gottes Strahlenpfeil entgegennahm, wenn die Sonne aufstieg. Durch waagrechtes Lagern über senkrechten Steinen wurden Schattenräume gebildet, in denen wiederum die Sonne ihre Sprache schrieb. So verkehrte der licht- und schattenkundige Priester mit der geistigen Welt, ablesend die Gebote, die bestimmend eingriffen in die Ordnung des Jahres, der Arbeit, der Feste, der Gesetze und Sitten. So wurde Götterweisheit entgegengenommen und zu Menschenweisheit umgewandelt.

[ 19 ] Wie lebendig wirkte dies alles noch in diesem Lande, wo von neuem die alte Weisheit in ihrer Metamorphose und zeitgeschichtlichen Entwickelung, entsprechend den Forderungen der Gegenwart, gelehrt werden konnte.

[ 19 ] Wie lebendig wirkte dies alles noch in diesem Lande, wo von neuem die alte Weisheit in ihrer Metamorphose und zeitgeschichtlichen Entwickelung, entsprechend den Forderungen der Gegenwart, gelehrt werden konnte.

[ 20 ] In anderer Weise konnte sie hier gelehrt werden als in Deutschland, wo die erkenntnistheoretische Grundlage, die wissenschaftliche Fundierung vor allem hatte geschaffen werden müssen. Direkter konnte man hier vor einem englischen Publikum an den Geist herantreten, unmittelbarer. Die Stimmung und den Mut dazu konnte eine Umgebung geben, wie diejenige von Penmaenmawr mit ihren festgehaltenen Imaginationen.

[ 20 ] In anderer Weise konnte sie hier gelehrt werden als in Deutschland, wo die erkenntnistheoretische Grundlage, die wissenschaftliche Fundierung vor allem hatte geschaffen werden müssen. Direkter konnte man hier vor einem englischen Publikum an den Geist herantreten, unmittelbarer. Die Stimmung und den Mut dazu konnte eine Umgebung geben, wie diejenige von Penmaenmawr mit ihren festgehaltenen Imaginationen.

[ 21 ] Und dies ist die Frucht der Vortragstätigkeit Rudolf Steiners in England. Sie gab die Möglichkeit, von einer anderen Seite heranzutreten an das Erfassen der Geschichte der geistigen Welt- und Menschheitsentwickelung.

[ 21 ] Und dies ist die Frucht der Vortragstätigkeit Rudolf Steiners in England. Sie gab die Möglichkeit, von einer anderen Seite heranzutreten an das Erfassen der Geschichte der geistigen Welt- und Menschheitsentwickelung.

[ 22 ] Penmaenmawr: fremdes Raunen im Klang der Laute, fremder Hauch, aber ewiger und geistdurchlässiger; nicht festhaltend, nicht stauend, wie das, was durch die Mischung des keltischen Idioms mit dem angelsächsischen geworden ist; geheimnisvoll sprühend die Sprache in vielen ihrer winddurchhauchten Laute.

[ 22 ] Penmaenmawr: fremdes Raunen im Klang der Laute, fremder Hauch, aber ewiger und geistdurchlässiger; nicht festhaltend, nicht stauend, wie das, was durch die Mischung des keltischen Idioms mit dem angelsächsischen geworden ist; geheimnisvoll sprühend die Sprache in vielen ihrer winddurchhauchten Laute.

[ 23 ] Rudolf Steiner las bewegt die Sprache dieser in der Vergangenheit webenden atmosphärischen und ätherischen Welt, wandelte die Weisheit von damals in die Weisheit von heute um, ergoß in sie die Ich Kraft, die den Menschen zu Gott zurückfahrt, so im Hergang und Hingang den Kreis schließend, ihn für die Menschheit durchlaufend. Wenn Vergangenheit und Zukunft in eines Menschen Bewußtsein ihren geistigen Brennpunkt finden, so die Ewigkeit umfassend, ist für immer der Menschheit gegeben das Erleben der geistigen Welt- und Menschheitsentwickelung.

[ 23 ] Rudolf Steiner las bewegt die Sprache dieser in der Vergangenheit webenden atmosphärischen und ätherischen Welt, wandelte die Weisheit von damals in die Weisheit von heute um, ergoß in sie die Ich Kraft, die den Menschen zu Gott zurückfahrt, so im Hergang und Hingang den Kreis schließend, ihn für die Menschheit durchlaufend. Wenn Vergangenheit und Zukunft in eines Menschen Bewußtsein ihren geistigen Brennpunkt finden, so die Ewigkeit umfassend, ist für immer der Menschheit gegeben das Erleben der geistigen Welt- und Menschheitsentwickelung.

Dornach, Dezember 1926.
Marie Steiner

Dornach, Dezember 1926.
Marie Steiner