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Insight from Initiation
GA 227

23 August 1921, Penmaenmawr

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The Evolution of Consciousness, tr. Watkin, et. al.
  1. Insight from Initiation, tr. SOL
  2. Initiations-Erkenntnis

Des Menschen Beziehungen zu den drei Welten

5. The Relation of Man to the Three Worlds

[ 1 ] Der Traum, von dem wir einiges gesprochen haben, und der, wie ich schon sagte, mit Recht nicht als etwas allzu Wichtiges in das gewöhnliche Erdenleben hereingesetzt werden soll, ist aber von unermeßlicher Wichtigkeit, wenn man die Beziehungen des Menschen zur übersinnlichen Welt kennenlernen will. Und er führt uns ja eigentlich zunächst an dasjenige Gebiet des Erlebens heran, in dem der Mensch die übersinnliche Welt so berührt, daß da aufhören die äußeren Naturgesetze. So daß die Traumbilderwelt in der Tat dasteht wie ein Schleier, der die geistige Welt verhüllt. Man kann sagen: Hier ist der Mensch, hier der Schleier des Traumes. Dahinter ist die geistige Welt. Aber es ist nun der große Unterschied, ob man, wie es beim träumenden Bewußtsein geschieht, unbewußt in die geistige Welt hineingeht, oder ob man durch Imagination und Inspiration bewußt in diese geistige Welt hineingeht. Und geht man bewußt durch Imagination und Inspiration in diese geistige Welt hinein, dann nimmt sich alles anders aus als in der physisch-natürlichen Welt. Dann erweist sich vor allen Dingen hinter dem Schleier des Traumes, hinter dem also, was die Griechen das Chaos genannt haben, die sittlich-moralische Welt als eine ebenso wirkliche, wie hier in der Sinnenwelt die natürliche Welt, die Welt, die beherrscht ist von den Naturgesetzen. Aber das Chaotische des Traumes, das Durcheinanderwirbeln des Traumes, das macht uns ja schon aufmerksam darauf, daß es mit dieser Welt, die da hinter dem Chaosschleier liegt, seine ganz besondere Bewandtnis habe.

[ 1 ] Dreams, of which I have already said something, pointing out that they should not be given too much importance in ordinary life on earth, are nevertheless of immeasurable significance to those wishing to gain knowledge of man's relation to the super-sensible world. They do indeed lead to that realm of experience where a man comes in contact with the super-sensible world, and the laws of nature cease to hold good. Thus the world of dream-pictures is really like a veil concealing the spiritual world, and we can say: Here we have a man, and there a dream-veil behind which lies the spiritual world. It makes a great difference, however, whether we enter the spiritual world unconsciously, as we do in dreams, or consciously through Imagination and Inspiration. For if we enter it consciously, everything there appears different from the physical world of nature. Behind the veil of the dream, behind what the Greeks called “chaos”, the moral world is found to be just as real as is the world of nature here in the sense-world, where the laws of nature rule. But the chaotic quality of the dream, its whirling confusion, show that its connection with the world lying behind the veil of chaos is a very special one.

[ 2 ] Von dieser Welt kann eigentlich erst gesprochen werden, wenn man in der Betrachtung so weit gekommen ist, wie wir Jetzt hier in diesen Vorträgen gekommen sind. Dasjenige, was der Mensch für das gewöhnliche Bewußtsein von der äußeren Welt sieht, das ist ja nur die äußere Offenbarung. Das ist eigentlich eine große Illusion. Denn hinter alledem steckt erst die geistige Wirklichkeit, die darinnen tätig ist. Und im Grunde genommen taucht der Mensch, indem er träumt, in diese geistige Wirklichkeit ein, aber noch nicht voll vorbereitet dazu, so daß ihm dasjenige, was ihm in der geistigen Welt entgegenkommt, durcheinanderwirbelt, daß es ihm ungeordnet erscheint. Und wir haben zunächst vorzugsweise die Aufgabe, zu erkennen, warum der Mensch mit dem Traume in eine gegenüber der natürlichen Welt so ungeordnete, so chaotische Welt hineinkommt.

[ 2 ] It is really possible to speak of this world only when one's studies have reached the point to which these lectures have brought us. All that in his ordinary state of consciousness a man sees of the external world is merely its outward manifestation; in reality this is a great illusion. For behind it all is that spiritual reality which is active in it. When a man dreams, he actually sinks down into this spiritual reality, though without being properly prepared, so that what he meets appears to him in this whirling confusion. Thus, to begin with, our chief task is to learn why in dreams a man enters a world which, compared with that of nature, is so disorganised, so chaotic.

[ 3 ] Ich werde also gerade heute, um in der Betrachtung über den Traum weiterschreiten zu können, genötigt sein, Ihnen über dasjenige etwas zu berichten, was Imagination und Inspiration in der geistigen Welt schauen können, wahrnehmen können.

[ 3 ] To help us on, therefore, in our study of dreams, I must now tell you something of what Imagination and Inspiration can perceive in the spiritual world.

[ 4 ] Da zeigt sich vor allen Dingen: Sobald man mit vollem Bewußtsein durch Imagination und Inspiration in diese geistige Welt eintritt, erscheint sie sofort als eine Dreiheit. Und so können wir von der Welt überhaupt erst sprechen und von unserem Thema: Entwiickelung der Welt und des Menschen, wenn wir es bis zu dieser Stelle der Betrachtung gebracht haben, an der wir jetzt stehen. Denn da erst kann ich davon sprechen, daß der Mensch vor der äußeren Welt, vor der also sinnlich sich offenbarenden, in Wirklichkeit geistigen Welt als vor einer Dreiheit steht, eigentlich vor drei Welten steht. In dem Augenblicke, wo man den Schleier durchdrungen hat, der das Chaos ist, steht man nicht vor einer Welt, steht man vor drei Welten. Und diese drei Welten haben ihre ganz bestimmten Beziehungen, ihre ganz bestimmten Verhältnisse zum Menschen.

[ 4 ] We find above all that when through Imagination and Inspiration we enter the spiritual world in full consciousness, it immediately appears to us to be threefold. Hence we can speak of the world, and of our theme, the evolution of the world and of man, only when we have come to the point we have now reached. Only now can I speak of how a man, confronted by the external world, by all that manifests itself to the senses, is really facing the spiritual world in its threefold nature—facing actually three worlds. Once the veil has been lifted which creates the chaos, we no longer have one world only before us, but three worlds, and each of the three has its definite connection with the human being.

[ 5 ] Machen wir uns zunächst dasjenige, was hier vorliegt, durch eine Art schematischer Zeichnung klar: Wenn wir also hinauskommen durch den Schleier des Chaos hindurch — ich werde später zeigen, wie man dieses Hinauskommen auch beschreiben kann als ein Überschreiten der Schwelle in die geistige Welt hinein —, wenn man da hinauskommt, schaut man drei Welten. Diese drei Welten sind erstens diejenige, die man eben erst verlassen hat, die sich etwas verwandelt zeigt, die aber dennoch auch für das geistige Dasein da ist. Sie erscheint einem, wenn man den Schleier des Chaos durchstoßen hat, wie in einer Erinnerung. Man ist hinübergetreten in die geistige Welt, und so, wie man sich hier an etwas erinnert, so erinnert man sich an dasjenige in der geistigen Welt, was überhaupt physisch-sinnliche Welt ist. Es ist das also die erste Welt. Die zweite Welt, die einem entgegentritt, ist diejenige Welt, die ich in meinem Buche «Theosophie» die Seelenwelt genannt habe, die Welt der Seelen. Und die dritte Welt, die höchste der Welten, die einem da entgegentreten, das ist die eigentliche geistige Welt. Die dritte Welt ist also die Welt des Geistes.

[ 5 ] When we succeed in penetrating this veil of chaos—later I shall be showing how we can also describe this as crossing the threshold of the spiritual world—we perceive the three worlds. The first of the three is really the world we have just left, somewhat transformed but still there for spiritual existence. When the veil of chaos has been thrust aside, this world appears as though it were a memory. We have passed over into the spiritual world; and just as here we remember certain things, so in the spiritual world we remember what constitutes the physical world of the senses. Here, then, is the first of the three worlds. The second world we encounter is the one I have called in my book, Theosophy, the soul-world. And the third world, the highest of the three, is the true spiritual world, the world of the spirit.

[ 6 ] Ich werde die Sache zunächst nur schematisch erklären, aber durch die Beziehungen, in denen diese drei Welten zum Menschen stehen, wird Ihnen manches über diese drei Welten zum Bewußtsein kommen. Ich will also zu diesen drei Welten, die Ihnen, gewissermaßen in drei Etagen aufsteigend, als die unterste, die mittlere, die höchste Welt erscheinen —, ich will den Menschen zu diesen drei Welten in Beziehung setzen: [zur ersten Welt] den Kopf; [zur zweiten] die Brustorganisation, alles das, was Rhythmus umfaßt, Atmungsorganisation, Blutzirkulationssystem; und zur dritten das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem, alles dasjenige, was den Stoffwechsel umfaßt: daß der Mensch sich ernährt, daß der Mensch verdaut, das Verdaute im Körper verbreitet, dadurch die Bewegungen erzeugt. Dadurch hat man es hier mit dem StoffwechselGliedmaßensystem zu tun.

[ 6 ] To begin with, I shall give you only a schematic account of all this, but from the way these three worlds are related to man you will gather many things about them. To these three worlds as they appear in three ascending stages—the lowest, the middle one, and the highest—I will then relate man's three members—the head; then the breast-organisation embracing all that is rhythmical, the breathing system and blood circulation; thirdly, the metabolic-limb system, which includes nutrition, digestion and the distribution throughout the body of the products of digestion, all of which engender movement. All this has to do with the metabolic-limb system.

[ 7 ] Ich zeichne absichtlich hier [für die Brust] einen geschlossenen Kreis, für den Kopf einen offenen Kreis, und auch für das Gliedmaßensystem einen nicht geschlossenen Kreis. Ich mache das absichtlich, weil der Kopf des Menschen für die sinnliche Anschauung nach oben erst recht geschlossen erscheint. Ich müßte also, wenn ich für die sinnliche Anschauung zeichnete, den Kopf oben geschlossen zeichnen. Das ist er aber nicht, der Menschenkopf, für die geistige Anschauung. Für die geistige Anschauung ist der Menschenkopf nach oben offen. Denn dasjenige, was gar nicht dem Geisterland angehört vom Menschen, das ist die Knochenmasse. Die Knochenmasse ist ganz physischer Natur. Die gehört gar nicht dem Geisterland an. Wenn Sie geistig ein menschliches Haupt betrachten, hier die dicke Schädeldecke (weiß), so ist diese überhaupt für die geistige Betrachtung nicht da. Nur dasjenige, was darüber ist als Haut, das erscheint der geistigen Betrachtung noch etwas (rot). Da sind dann die Haare darauf.

[ 7 ] If this scheme were drawn, there would have to be a closed circle for the breast; for the head a circle left open, and open also for the limb system. When perceived physically, man's head appears to be closed above and would have to be drawn so, but perceived spiritually, it is open. The part of a man which does not belong at all to the realm of the spirit is the bony system, which is entirely of a physical nature; and when spiritually you study the human head, its thick skull is not seen. Only the skin is visible where the hair grows.

[ 8 ] Aber für die geistige Betrachtung tritt etwas anderes auf. Sehen Sie, da ist dasjenige, was ich hier weiß gezeichnet habe, nicht vorhanden, dagegen lauter «Geisthaare», das heißt Strahlen, die da in den Menschen eindringen, die nur etwas gehindert werden, abgehalten werden durch die physische Haut (gelbe Strahlen). Aber da, wo Knochen ist im Menschen, da kann der äußere Geist am leichtesten eindringen. Und er dringt strahlenförmig ein. So daß Sie, wenn Sie den Menschen zunächst mit physischem Auge betrachten, die physische Menschengestalt vor sich haben; da sehen Sie also oben am Kopf, wenn der Mensch noch nicht einen Kahlkopf bekommen hat, seine Haare (rot). Dann aber sehen Sie da, wo die Knochenwölbung oben ist, geistig nichts vom physischen Menschen, dagegen ganz strahlig, sonnig strahlig ziehen da die geistigen Welten in ihn ein (blau). So daß ich also dasjenige, was da ineinander sich schiebt bei der Menschenbetrachtung, eben so zeichnen müßte:

[ 8 ] When this is looked at spiritually, however, something else appears. Ordinary hair is not there at all, but purely spiritual hair; in other words, rays which penetrate into the human organism and are held back, to some extent, only by the physical hair. But it is just where there is bone in the organism that the spirit can enter most easily, and this it does in the form of rays. So, on first looking at a man with your physical eyes, you see his physical form with the head above, and on his head—if he is not already bald—there is hair.

[ 9 ] Da ist der Mensch als physisches Wesen (Zeichnung links); und da ist der Mensch als geistiges Wesen [von sich aus] nichts — aber viele einziehende Strahlen (Zeichnung rechts).

[ 9 ] But then, where the dome of the skull comes, spiritually you see nothing of the physical man; you see rays, sun-like rays, pouring into him from the spiritual worlds.

[ 10 ] So daß ich aus diesem Grunde den Kopf hier oben nicht als einen geschlossenen Kreis, sondern ungeschlossen gezeichnet habe, weil in der Tat in das Menschenhaupt das Geistige fortwährend eindringen kann dadurch, daß hier ein peripherisches Knochengewölbe ist.

[ 10 ] Thus the reason for the circle not being closed for the head is that the surrounding bony vault of the skull enables the spirit to have continual access there.

[ 11 ] Nichts am Menschen ist unzweckmäßig. Der Mensch hat, ich möchte sagen, aus der vollen Bedachtheit der Weltregierung heraus, diesen oben abgeschlossenen Kopf. Denn da dringt durch dasjenige, was den Geist am leichtesten in den Menschen einläßt, durch die äußere Knochenmasse, das Geistige in das Innere.

[ 11 ] Nothing in a man is without purpose. By deliberate intent of the ruling powers—one might say—he has been given a head thus closed above, for here the spirit has the easiest access to his inner being because of the very thickness of the bone.

[ 12 ] Wenn man in der Lage ist, den Menschen geistig zu betrachten, so kommt man darauf, das größte Erstaunen darüber zu haben, wie leer eigentlich der Menschenkopf durch das eigene Innere des Menschen ist. Dem Kopf gibt nämlich das eigene Innere des Menschen am allerwenigsten. Der Mensch hat eigentlich in bezug auf das Geistige von sich aus eine ganz leere hohle Kugel da oben sitzen. Und alles Geistige muß in den Kopf hineinkommen von außen.

[ 12 ] When we are in a position to observe man spiritually, we are astonished to discover how empty his head is of anything drawn from his own inner being. As regards the spiritual, he has almost nothing in him to fill the hollow globe sitting on his shoulders. Everything spiritual has to enter it from outside.

[ 13 ] Das ist nicht so mit den anderen Gliedern des menschlichen Organismus. Die sind, wie wir gleich nachher hören werden, von sich aus geistig. Nun unterscheiden wir danach also auch im Menschen drei Glieder: den Kopf, das rhythmische System, das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem. Diese drei Glieder der menschlichen Natur stehen nun in einer ganz bestimmten Beziehung zu den drei Welten.

[ 13 ] It is not thus with the other members of the human organism; as we shall soon hear, these are by their very nature spiritual. We can distinguish in man three members—head, or nerves and senses system, rhythmic system, metabolic-limb system, and they have a quite definite relation to the three worlds: the physical world, the soul-world, and the spiritual world.

[ 14 ] Von dieser Beziehung des Menschen, von dem, was im menschlichen Haupte oder dem Nerven-Sinnessystem, von dem menschlichen Brustsystem oder dem Atmungs-Zirkulationssystem, oder dem dritten System, dem Bewegungs-Stoffwechselsystem, was vom Menschen zu diesen drei Welten in Beziehung steht, das werde ich dann weiter besprechen.

[ 14 ] I will now go further into this.



[ 15 ] Wenn wir von dieser Charakteristik der Dreigeteiltheit des Menschen und der Dreigeteiltheit der Welt nun zu den Beziehungen zwischen beiden übergehen, dann ist es gut, wenn man in Jeder der drei Welten das Substantielle und die Aktivität unterscheidet. Ich werde also sowohl bei der geistigen Welt, wie bei der Seelenwelt, wie bei der stofflichen, sinnlich physischen Welt das Substantielle und die Tätigkeit, die Aktivität unterscheiden. In Wirklichkeit sind Substanz und Aktivität eines; aber sie wirken nach der Welt hin in verschiedener Weise. Sie können sich das an der Substantialität Ihres eigenen menschlichen Wesens klarmachen.

[ 15 ] First of all, it will be well to distinguish, in each of the three worlds, substance from activity. In reality, substance and activity are one, but they work in different ways in the world. You gain a clear idea of this from the substance of your own being.

[ 16 ] Sie haben in Ihrem Arm Ihre Substanz. Wenn diese Substanz nicht in Ordnung ist, dann werden Sie irgendeinen Schmerz im Arme empfinden. Da zeigt sich, da offenbart sich dasjenige, was in der Substanz nicht in Ordnung ist, nach innen. Wenn die Tätigkeit des Armes nicht in Ordnung ist, so geben Sie vielleicht dem Mitmenschen einen Schlag. Das tut dem andern weh. Da ist die Tätigkeit nicht in Ordnung. Dennoch aber, dieses Substantielle und die Tätigkeit sind in Ihrem Arme eins; aber sie äußern sich, sie offenbaren sich in verschiedener Weise nach außen.

[ 16 ] You have substance in your arm, and when this substance is out of order you will feel pain of some kind; it is obvious that something within the substance of the arm has gone wrong. If the activity of the arm is not properly controlled, you may perhaps hit your neighbour and he feels pain. This shows that the activity is out of gear. Nevertheless, though manifesting outwardly in different ways, the substance and activity in your arm are one.

[ 17 ] So müssen wir in jeder der drei Welten ein Substantielles und eine Aktivität unterscheiden. Ich will dieses so unterscheiden, daß ich das Substantielle überall als das Rote, die Tätigkeit überall als das Gelbe bezeichne. So daß wir also haben in der spirituellen Welt Aktivität (gelb), Substanz (rot); in der Seelenwelt Aktivität (gelb), Substanz (rot); in der physisch-sinnlichen Welt Aktivität (gelb), Substanz (rot).

[ 17 ] Not translated

[ 18 ] Wenn wir nun den menschlichen Kopf betrachten, so ist dieser menschliche Kopf seiner Substanz nach ganz aus der physischen Welt heraus gebildet. Die Substanz des Kopfes ist zunächst während der menschlichen Embryonalbildung aus der Substanz, die von den Eltern herrührt, genommen; und die weitere Ausbildung des Kopfes erfolgt auch dadurch, daß dem ganzen menschlichen Kopf und Sinnes- und Nervensystem die Substanz dieser irdisch-stofflichen Welt zugrunde liegt. So daß ich sagen muß: Der Kopf ist aus der Substanz der physisch-sinnlichen Welt gebildet. Dagegen ist alle Tätigkeit, welche diese Formen des menschlichen Kopfes plastisch ausbildet, all dasjenige, was dem menschlichen Kopfe aus der Substanz heraus durch Aktivität Form gibt, das ist ganz und gar aus der geistigen Welt heraus gebildet. So daß der Kopf in bezug auf die Aktivität ganz und gar aus der geistigen Welt heraus gebildet ist. Deshalb muß der Kopf auch nach oben offen sein — in geistiger Beziehung —, damit die geistige Tätigkeit hereinkommen kann.

[ 18 ] If now we turn to the human head, we find its substance derived entirely from the physical world. During the formation of the human embryo the substance of the head comes from the parents; and the subsequent development of the head, and of the whole head and nerve-senses system, depends for its substance entirely on the earthly-material world. On the other hand, all the activity that has to do with the plastic forming of a man's head, the activity by means of which its substance is given shape, comes entirely from the spiritual world. So that in respect of activity, the head is entirely a spiritual formation. Therefore the head has to be left open—in a spiritual sense—so that activity can play into it.

[ 19 ] So daß Sie also in jedem Augenblicke Ihres Lebens sich sagen können: In meinem Haupte habe ich etwas, was der Substanz, dem Stoffe nach, ganz aus der Erde genommen ist, was aber so zusammengesetzt ist, so plastisch gebildet ist, daß niemals irdische Kräfte dieses menschliche Haupt bilden können. Die Formen dieses Menschenhauptes sind ganz und gar aus der geistigen Welt heraus gebildet, sind sozusagen Himmelsschöpfung. Es ist gerade sehr tiefgehend für den geistigen Betrachter, dieses menschliche Haupt in bezug auf die Welt zu betrachten.

[ 19 ] At any time of life you can thus say: The substance of my head comes entirely from the Earth, but it is put together and plastically formed in such a way that it cannot be the work of earthly forces. The forms of this human head are shaped entirely from the spiritual world; they might be called a heavenly creation. Anyone who contemplates spiritually the human head, in relation to the world, has to go far and deep.

[ 20 ] Der Mensch richtet, wenn er geistig betrachtet, seinen Blick auf irgendeine Pflanze. Er sagt sich: Die Pflanze hat eine bestimmte Form. Ihre Substanz hat sie aus der Erde genommen. Aber die Form ist aus der ätherischen Welt, also noch aus der Raumeswelt.

[ 20 ] Now in the same way he turns his gaze to a plant. He says to himself: The plant has a definite form. Its substance is drawn from the earth, but its form comes from the etheric world—hence still from the spatial world.

[ 21 ] Betrachtet der Mensch ein Tier, so sagt er sich: Dieses Tier hat die Substanz seines Kopfes ganz und gar aus der Raumeswelt. Aber in seine Tätigkeit fiel schon etwas Geistiges herein. Das höchste Geistige, dasjenige, was man eigentlich himmlisch nennen kann, spielt aber erst in den Bau des menschlichen Kopfes herein. Dieser menschliche Kopf könnte niemals durch irgendwelche irdischen Kräfte entstehen, obwohl seine Substanz aus den Erdenstoffen genommen ist. So baut im menschlichen Haupte, das selber eine Art kleiner Kosmos ist, aus Erdenstoffen die Geisteswelt ein Gebilde auf.

[ 21 ] Then he looks at an animal. The animal—he will say to himself—derives the substance of its head entirely from the world of space, but something spiritual certainly flows into its activity. When we come to the human head, however, we find for the first time that something of the highest spirituality, something that can be called heavenly, is playing in. We see that the human head could never arise from earthly forces, though its substance is taken from earthly materials. So in the human head, which is itself a kind of miniature Cosmos, the spiritual world builds up a form out of earthly substance.

[ 22 ] Gerade das Umgekehrte ist der Fall bei dem Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen, bei demjenigen Menschen, der also die Organe für die äußere Bewegung enthält, Beine, Arme, dasjenige, was sich von Beinen und Armen nach innen fortsetzt, die Verdauungsorgane.

[ 22 ] It is precisely the reverse with the metabolic-limb system, which embraces the organs for external movement—legs, arms—and the extension of these within the body—the digestive system.

[ 23 ] Ich lasse in der Mitte aus zunächst die rhythmische Organisation, Atmungs- und Blutzirkulations-Organisation, und ich nehme jetzt dasjenige, was sich aus all dem zusammensetzt, was verdaut, was ernährt, und demjenigen, was aus der Verdauung, der Ernährung, also aus der inneren Verbrennung des Menschen hervorgeht als Bewegungen des Menschen.

[ 23 ] For the present I am leaving out the middle system—the rhythmical system which embraces breathing and the circulation of the blood. I will deal now with the system which brings together the processes of digestion and nourishment, and the inner combustion which enables a man to move.

[ 24 ] Das ist nun seiner Substanz nach gar nicht aus der Erde aufgebaut. So unwahrscheinlich Ihnen das zunächst klingt, so tragen Sie gerade in Ihrem Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen etwas in sich, was seiner Substanz nach gar nicht aus der Erde aufgebaut ist, sondern das seiner Substanz nach ganz und gar besteht aus der Substanz der dritten Welt, aus der Substanz, die in der geistigen, in der spirituellen Welt vorhanden ist. Sie werden sagen: Aber ich sehe doch die Beine, sie sind doch physisch-sinnlich sichtbar. Wenn sie aus geistiger Substanz bestünden, so wären sie doch nicht sinnlich-physisch sichtbar! — Es ist ein ganz berechtigter Einwand, aber da kommt folgendes in Betracht.

[ 24 ] Now the substance of this metabolic-limb system is not derived from the Earth. Improbable as it may sound, you bear within your metabolic-limb man something which is not of earthly origin but consists wholly of substance from the third world, the world of the spirit. You may say: But I can see my legs; they are physically perceptible, which they would not be if they consisted of spiritual substance. This objection is quite justified, but there is something more to be considered.

[ 25 ] Ihre wahren Beine sind nämlich durchaus geistig, Ihre wahren Arme auch durchaus geistig, und der Stoff wird nur vom Kopf hineingeschickt. Der Kopf ist dasjenige Organ, das nun die Geistarme und Geisthände, Geistbeine und Geistfüße ausfüllt mit dem Stoffe. Der dringt nur ein in das Geistige der Gliedmaßen und der Verdauungsorgane. So daß dasjenige, was eigentlich ganz und gar aus der geistigen Welt heraus ist in der Substanz, durchsetzt wird, durchtränkt wird mit physischem Stoff, aber vom Kopfe aus. Deshalb ist es so, daß man zunächst mit physischer Wissenschaft so schwer begreifen kann, daß der Mensch aus Kopf-, Brust- und Gliedmaßen-, Verdauungsorganen besteht. Da stellen sich die Leute vor: Der Kopf ist oben, und der Mensch hat eigentlich nur da den Kopf, wo ihn der Enthauptete nicht mehr hat. Das ist aber nicht der Fall, sondern der Kopf des Menschen ist stofflich überall. Der Mensch ist auch in der großen Zehe Kopf, weil der Kopf da die Substanz hineinschickt. Aber ursprünglich, primär, ist nur Kopfsubstanz irdisch. Der Kopf gibt dann die Erdenstofflichkeit an die übrigen Substanzen ab; während die eigene Substanz der Stoffwechsel-Gliedmaßenorgane aus der geistigen Welt genommen ist.

[ 25 ] Your real legs are indeed spiritual throughout; your real arms too; but the material for them is provided by your head. The head is the organ which fills spirit arms, spirit hands, spirit legs, spirit feet, with substance; and this substance penetrates into the spirituality of the limbs and of the digestive organs. So that something which in reality belongs entirely to the spiritual world is permeated, flooded, with physical matter by the head. That is why it is so difficult to grasp with the ideas of physical science that a man consists of head-breast-limbs-digestive organs. People think of the head as being there at the top, and they assume that when a man is decapitated he has no head left. It is not so, however; a man is substantially head all over. Even right to the end of his big toe he is head, for his head sends down its substance there. It is only the substance of the head that is earthly in origin, and the head gives its earthly-material character to the other substances; while the substance of the metabolic-limb organs comes from the spiritual world.

[ 26 ] Bringt man es durch eine starke negative Autosuggestion dahin, sich den Kopf von einem Menschen wegzusuggerieren, so daß man imstande ist, nicht nur in Gedanken, sondern durch eine starke negative Autosuggestion den Menschen kopflos erscheinen zu lassen, dann verschwindet auch die übrige Organisation, und mit dem Kopf ist das weg, was der ganze Mensch ist als sinnlich anschaubares Wesen. Man muß dann das übrige seelisch-geistig anschauen, wenn es überhaupt noch für einen da sein soll, weil wir in Wirklichkeit herumgehen, bestimmt von den höheren Welten aus, mit Geistbeinen, mit Geistarmen, und nur der Kopf gewissermaßen das durchtränkt, ausfüllt mit physischen Stoffen.

[ 26 ] If through vigorous auto-suggestion of a negative kind we can suggest away the head of a man, so that in appearance he is headless, and if we can do this not only in thought but so that we really see the man as headless, then the rest of his organism also disappears; with the head goes the whole of the man as a being perceptible to the senses. And if the head is then to be there for us at all, the rest of the man has to be perceived spiritually. For in reality we go about under the imprint of higher worlds, with spirit legs, spirit arms, and it is only the head that fills them with physical matter.

[ 27 ] Dagegen sind die Kräfte, die Aktivität für alles das, was Stoffwechsel-Gliedmaßenmensch ist, von der physischen Welt her genommen. So daß, wenn Sie das eine Bein vorsetzen, oder den Arm bewegen mit Hebekräften nach mechanischer Ordnung, diese mechanische Ordnung, ja auch die chemischen Vorgänge, die in den Armen und in den Beinen vor sich gehen, wenn man sich bewegt, oder die chemischen Vorgänge, die in den Verdauungsorganen vor sich gehen, daß die irdischer Aktivität sind. So daß Sie also in Ihren Gliedmaßen an sich tragen unsichtbare Substanz, aber solche Kräfte, die dem Erdendasein entnommen sind. Wir sind also aufgebaut als Mensch in bezug auf unser Haupt für dasjenige, was dieses Haupt an Substanz enthält, von der Erde aus; wir sind durchsetzt von Kräften in bezug auf unser Haupt vom Himmel aus. Wir sind in bezug auf unsere Gliedmaßen aufgebaut ganz und gar aus einer Substanz, die vom Himmel herunter ist. Aber die Kräfte, die in dieser Himmelssubstanz während unseres Erdenlebens von der Geburt bis zum Tode spielen, das sind die Kräfte der Erde, Gravitation, das sind die anderen physischen Kräfte der Erde, das sind die chemischen Kräfte der Erde.

[ 27 ] On the other hand the forces, the activity, for all that makes up the metabolic-limb man are drawn from the physical world. If you make a step forward or lift an arm, the mechanism involved, and even the chemical processes that take place in moving an arm or leg, or the chemical processes in the digestive organs—all this activity is earthly. So that in your limbs you bear invisible substance, but forces drawn from earthly life. Hence we are built up as regards our head and its substance out of the Earth, but this same head is permeated with heavenly forces. In our limbs we are built up entirely from heavenly substance; but the forces playing into this heavenly substance during our life on Earth are earthly forces—gravitation and other physical and chemical forces all belonging to the Earth.

[ 28 ] Sie sehen also, das Entgegengesetzte ist bei Kopf und Gliedmaßen der Fall. Der Kopf besteht aus Erdenstoff und wird seinen plastischen Formen nach aus der Himmelsaktivität gebildet. Die Gliedmaßen des Menschen und damit zusammen die Verdauungsorganisation sind ganz und gar aus Himmelssubstanz gebildet. Man würde sie nicht sehen, wenn sie nicht vom Kopf durchtränkt würden mit irdischer Substanz. Aber indem der Mensch geht, indem der Mensch greift, indem der Mensch verdaut, bedient sich die Himmelssubstanz der irdischen Kräfte, um dieses Leben auf Erden von der Geburt bis zum Tode zu führen.

[ 28 ] You see, therefore, that head and limbs are opposites. The head consists of earthly matter and is given plastic form by heavenly activity. The limbs and the digestive system are formed wholly of heavenly substance, and would not be visible were they not saturated with earthly substance by the head. But when anyone walks, or grasps something, or digests food, the heavenly substance makes use of earthly forces in order that life on Earth, from birth to death, may be carried on.

[ 29 ] In dieser komplizierteren Weise steht der Mensch in Relation, in Beziehung zu den drei Welten. Es hat also die geistige Welt ihrer Aktivität nach Anteil an seinem Kopfe, ihrer Substanz nach Anteil an dem dritten Örganisationssystem des Menschen, an dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem. Es hat die unterste, die am meisten sinnliche Welt durch ihre Aktivität Anteil an dem Stoffwechsel und den Gliedmaßenbewegungen. Durch ihre Substanz hat sie Anteil am Kopfe; dagegen ist das Substantielle des dritten menschlichen Systemes ganz und gar ein Geistiges.

[ 29 ] In this complicated way does a man stand in relation to the three worlds. The spiritual world participates with its activity in the head; with its substance it participates in a man's third organisation, his metabolic-limb system. The lowest world, the world most dominated by the senses, participates through its activity in the metabolism and the movement of the limbs, and through its substance in the head; whereas the substance in a man's third system is wholly spiritual.

[ 30 ] Im mittleren System, das die Atmung und die Blutzirkulation umfaßt, in dem gehen eben durcheinander geistige Aktivität, stoffliche Substantialität. Aber die geistige Aktivität, die durch unsere Atmungsbewegungen, durch unsere Herzbewegungen strömt, die ist wieder etwas begleitet von Substantialität. Und ebenso ist die Substantialität des irdischen Wesens, insofern sie durch den Sauerstoff in die Atmung einströmt, etwas begleitet von irdischer Tätigkeit. Sie sehen also, in dem mittleren Menschen, in dem zweiten System des Menschen, da strömt alles zusammen. Da strömt himmlische Substantialität und Aktivität ein, da strömt irdische Aktivität und Substantialität ein. Dadurch wird der Mensch empfänglich, nun auch hier entgegenzunehmen die Aktivität der mittleren Welt und die Substantialität der mittleren Welt.

[ 30 ] In the middle system, which embraces the breathing and the circulation of the blood, spiritual activity and material substance work into each other. The spiritual activity, flowing through the movement of our breathing and the beating of our heart, is always accompanied to some extent by substantiality. And, in the same way, the substantiality of earthly existence, inasmuch as oxygen streams into the breathing, is to some extent accompanied by earthly activity. So you see that in the middle man, in man's second system, everything flows together—heavenly substance and activity flow in here; earthly activity and substance flow in there. By this means we are made receptive both to the activity of the middle world and to its substantiality.

[ 31 ] Es kommt also im mittleren Menschen viel durcheinander. Deshalb müssen wir im mittleren Menschen dieses wunderbar vollkommene rhythmische System haben, den Herzrhythmus, den Lungenrhythmus im Atmen, weil alles dasjenige, was da an Aktivität und Substantialität durcheinanderkommt, im Rhythmus sich ausgleichen, sich harmonisieren, sich melodisieren will und es auch kann, weil der Mensch so veranlagt ist.

[ 31 ] So in this middle man there is a great deal of intermingling and for this reason we need our wonderfully perfect rhythmical system—the rhythm of the heart, the rhythm of the lungs in breathing. All the intermingling of activity and substance is balanced, harmonised, melodised, through these rhythms, and this can happen because man is organised for it.

[ 32 ] Während also Aktivität und Substantialität aus ganz verschiedenen Quellen im Kopfsystem, im Gliedmaßensystem kommen, strömt im mittleren System aus allen drei Welten, und noch dazu in verschiedenartiger Weise ein, hier die Aktivität von Substantialität begleitet, hier die Substantialität von Aktivität begleitet, hier reine Aktivität, hier reine Substantialität (siehe Zeichnung 5. 134); das strömt im mittleren Menschen ein. Und wenn Sie eines Menschen Pulsschlag beobachten als Arzt, so fühlen Sie eigentlich im Pulsschlag den Ausgleich zwischen Himmelsseele und irdischer Aktivität und Substantialität. Und wenn Sie die Atemzüge beobachten, so fühlen Sie wiederum dieses Streben des Menschen in seinem Innern nach der Ausgleichung dieser verschiedenen Agenzien, die aus der mittleren Welt in Beziehung zu ihm stehen. Sehen Sie, das ist die Beziehung des Menschen zu den drei Welten.

[ 32 ] In the head system and the limb system, activity and substantiality come from quite different sources, but in the middle system they come from all three worlds and in a variety of ways—at one place activity accompanied by substance, in another place substance accompanied by activity; here pure activity, there pure substance—all these variations flow through the middle man. If as a doctor you take a man's pulse, you can really feel there the balancing of the heavenly nature of the soul against earthly activity and substantiality. Again, if you observe the breathing, you can feel a man's inner striving for balance between the various agencies which relate him to the middle world.

[ 33 ] Sie werden sagen: Das ist eine sehr komplizierte Sache. Und in der Tat, wenn man einen Vortragszyklus bis zu diesem Momente führt, dann erscheint er in der Regel leicht verständlich; wenn man ankommt an diesem Punkte, wo man nun die Beziehung des Menschen zur Welt ins Auge fassen muß, da sagen sich oftmals die Zuhörer: Da wird die Geschichte schwer verständlich. Da geht es nicht mehr recht mit.

[ 33 ] All this is very complicated, you will say. It is true that a lecture-course is generally easy to understand up to a certain stage, but when it comes to the point where man's relation to the world has to be grasped, people often say: “This is becoming very difficult—we can't keep up with it.”

[ 34 ] Aber sehen Sie, ein vorurteilsfreies, wirklich subtiles Denken kommt schon mit. Und es gibt für dieses Denken des gesunden Menschenverstandes ja eigentlich einen Trost. Das ist der, daß man beim wirklichen Durchstoßen des Chaosschleiers, wie ich vorhin sagte, und beim Eintreten in diese Welt, die eine dreifache ist, die in einer ungeheuer komplizierten Art ihre Tätigkeit und ihre Substanz in die physische Welt hereinschickt, wo in der Tat die Dinge so verwirrend sind, daß man, indem man durch den Schleier hindurch aus der physisch-sinnlichen Welt in sie eintritt, in vollem Sinne des Wortes gewarnt wird, gewarnt wird, indem einem etwa — ich sage das scheinbar im Bilde, aber dieses Bild entspricht tatsächlich einer wirklichen Erfahrung — beim Eintritt in die geistige Welt gesagt wird: Willst du nicht alles zurücklassen, was du in der physischen Welt als deine gewöhnliche naturalistische Logik betrachtet hast, was du da als den Zusammenhang der Dinge betrachtet hast, willst du nicht dieses ganze physische Kleid zurücklassen, so tritt lieber nicht ein in die geistige Welt, denn da wirst du dich ganz anderer Ideenverbindungen, ganz anderer Ordnungen, einer ganz anderen Logik bedienen müssen. Und wenn du noch etwas hineintragen willst von deiner physischen Logik in diese geistige Welt, so wirst du darinnen unweigerlich in Verwirrung kommen. Und man muß unter denjenigen Dingen, die zur Vorbereitung gehören für Meditation und Konzentration, die ich schon erwähnt habe, auch das haben, daß man diese Warnung voll beobachtet, wirklich nicht die sinnliche Logik hineintragen will in die Logik der geistigen Welt.

[ 34 ] But look—with really flexible thinking, free from prejudice, you will be able to keep up. And for anyone who thinks in this way, with healthy human understanding, there is a certain consolation. As I said before, the actual thrusting aside of the veil of chaos and the entry into the threefold world, which sends its activity and substance into the physical world in so vastly complicated a way—this experience is so bewildering that full warning of it is given before the threshold is crossed. I will put it pictorially, but in full accord with the facts. The warning is: “If you are not willing to forgo what you have regarded as ordinary naturalistic logic and as the customary connections between things, if you are reluctant to leave behind this physical cloak, it is better that you should not enter the spiritual world, for there you will be obliged to make use of other associations of ideas, other orderings, and a completely different logic. If you want to take anything of your physical logic with you into the spiritual world, you will quite certainly get confused.” And among the matters that have to do with preparing ourselves for meditation and concentration, we have to remember the warning never to carry over the logic of the sense-world into the logic of the spiritual world.

[ 35 ] Ich möchte sagen, das ist die bedeutsame Warnung, die diejenige Macht — wir werden sie noch genauer kennenlernen in den folgenden Vorträgen —, die man den Hüter der Schwelle nennen kann, einem zunächst zuteil werden läßt, wenn man den Vorhang durchschreiten will.

[ 35 ] This is the important warning given by that power we may call the Guardian of the Threshold—of whom we shall hear more in later lectures—to those who wish to pierce behind the veil.

[ 36 ] Aber auch wenn man wiederum zurückkehren will in die physisch-sinnliche Welt, dann erhält man von diesem Hüter eine mächtige, deutliche Warnung. Man muß ja wieder zurückkehren, wenn man Erdenmensch ist, sonst würde man niemals aus den Ereignissen der geistigen Welt herauskommen. Man würde seinen physischen Erdenleib allmählich tot zurücklassen. Man muß immer wieder zurückkommen. Man muß in der physischen Welt essen und trinken nach der naturalistischen Logik. Man muß sich sogar den anderen Gewohnheiten des Tages fügen nach naturalistischer Logik. Man muß also wieder eintreten in eine Welt, wo wirklich die Dinge so vor sich gehen, daß ganz naturalistisch-materialistische Logik drinnen ist, daß zum Beispiel zum Frühstück, zum Mittag und zum Abend immer geklingelt wird. Man muß also immer wiederum in diese naturalistische Welt zurückkehren. Dazu ist notwendig, daß man wiederum, wenn man eingedrungen ist in die geistige Welt und zurückkehrt in die physisch-sinnliche, damit man nun nicht als Mensch in eine unmögliche Lage kommt, die zweite Warnung des Hüters der Schwelle berücksichtigt, der an dem Orte steht, wo der Schleier des Chaos physisch-sinnliche Welt und geistig-himmlische Welt trennt. Und die besteht darinnen, daß er einem sagt: Vergiß in keinem Moment deines physischen Erdenlebens, daß du in der geistigen Welt drinnen warst. Dann allein wirst du dich auch wiederum in der physischen Erdenwelt für diejenigen Zeiten, in denen du dich drinnen aufhalten mußt, mit Sicherheit bewegen können.

[ 36 ] But when we wish to return to the physical world, we receive from the Guardian another warning, clear and forcible. So long as we are men of Earth we return, or we should never get away from happenings in the spiritual world, and our deserted physical body would die. We must always return. In accordance with naturalistic logic we have to eat, drink, and adapt ourselves every day to customary activities. We are obliged to re-enter the world where things follow a naturalistic course—where, for example, we are called to meals at the usual hours. So, when we are returning from the spiritual world to the physical world, we must—to avoid an impossible situation—pay heed to the second warning given by the Guardian who stands where the veil of chaos separates the physical sense-world from the spiritual world. This, then, is the warning: “During your life on Earth, never for a moment forget that you have been in the spiritual world; then and only then, during the times you have to spend in the physical world, will you be able to guide your steps with certainty.”

[ 37 ] So erhält man gegenüber dieser Welt, mit der der Mensch in der Art, wie ich es Ihnen schematisch dargestellt habe, durch seine drei Glieder in Beziehung steht, beim Eintritt die Warnung, alles abzulegen, was naturalistische Logik ist, zurückzulassen dieses sinnliche Gewand an der Schwelle, und hinüberzutreten mit der Voraussetzung, eine wirklich geistige Logik sich anzueignen, ein geistiges Denken, geistige Ideenzusammenhänge. Und wenn man wieder zurückgeht, erhält man die ebenso strenge, ja viel strengere Warnung, nun nicht zu vergessen, in keinem Augenblicke, dasjenige, was man da erlebt hat in der geistigen Welt; das heißt, sich: nicht wiederum bloß durch das gewöhnliche Bewußtsein den sinnlichen Trieben und so weiter zu überlassen, sondern in allem sich bewußt zu sein, daß man das Geistige hereinzutragen hat in diese physische Welt.

[ 37 ] Thus at the threshold of this threefold spiritual world, to which a man is related through his three members in the way described, he is warned to lay aside all naturalistic logic, to leave behind this cloak of the senses and to go forward prepared to adapt himself to a spiritual logic, spiritual thinking and the spiritual association of ideas. On his return he is given a second warning, just as stern, even sterner than the first: never for a moment to forget his experience in the spiritual world—in other words, not to confine himself in ordinary consciousness merely to the impulses of the sense-world, and so on, but always to be conscious that to his physical world he has to be a bearer of the spiritual.

[ 38 ] Sie sehen, die zwei Warnungen sind sehr voneinander verschieden. Beim Eintritt in die geistige Welt spricht der Hüter der Schwelle: Vergiß für die Momente deines geistigen Erkennens die physisch-sinnliche Welt. Für den Austritt aus der geistigen in die physisch-sinnliche Welt spricht der Hüter der Schwelle: Vergiß niemals, erinnere dich stets auch wiederum in der physisch-irdischen Welt deiner Erfahrungen in der geistig-himmlischen Welt.

[ 38 ] You will see that the two warnings differ considerably from one another. At the entrance to the spiritual world the Guardian of the Threshold says: Forget the physical world of the senses while here you are acquiring knowledge of the spiritual. But on your return to the physical world the Guardian's warning is: Never forget, even in the physical world on Earth, your experiences in the heavenly world of the spirit; keep your memory of them alive.

[ 39 ] In bezug auf dasjenige, was ich zuletzt gesagt habe, ist wiederum ein beträchtlicher Unterschied zwischen den Menschen einer älteren Epoche der Menschheitsentwickelung und den gegenwärtigen Menschen. Bei jenen Menschen, von denen ich geschildert habe, daß sie in einer gewissen Weise zu den alten Mysterienlehrern, sei es als inspirierte Schüler, sei es als allgemeine Menschheit, kamen, bei denen war es durchaus so, daß sie schon durch ihre psychisch-spirituellen Instinkte den Übergang vom Schlafen ins Wachen oder vom Wachen ins Schlafen nicht ohne das Berücksichtigen des Hüters der Schwelle machten. Wie traumhaft stieg bei den Menschen vor drei bis viertausend Jahren herauf aus der Seele das Bild des Hüters der Schwelle, wenn sie in den Schlaf eintraten. Sie gingen an ihm vorüber. Und wiederum erschien dieses Bild, wenn sie aus dem Schlaf in das gewöhnliche Leben zurückkehrten. Sie hatten nicht eine so deutliche Warnung beim Eintritt in die geistige Welt und beim Austritte aus der geistigen Welt, wie ich es von demjenigen, der durch Inspiration und Imagination in diese geistige Welt eingezogen ist, gesagt habe; aber sie hatten ebenso etwa, wie ihre übrigen instinktiven Wahrnehmungen der geistigen Welt waren, ein traumhaftes Erleben des Vorübergehens vor dem Hüter der Schwelle beim Einschlafen und Aufwachen. Darin besteht eben gerade die Fortentwikkelung in der Menschheit, wie wir in den Vorträgen, die ich noch zu halten habe, sehen werden, die allein den Menschen zur Freiheit führen konnte, ihm aber auch nehmen mußte sein psychischspirituelles Anschauen: daß der Mensch verloren hat jenes schlafende, träumende Wachsein, jenen Zwischenzustand zwischen Schlafen und Wachen, durch den er sowohl beim Einschlafen wie beim Aufwachen den majestätischen Hüter der Schwelle wenigstens traumhaft schauen konnte. Heute geht der Mensch vorüber an diesem Hüter der Schwelle beim Einschlafen und Aufwachen. Er ignoriert ihn; er berücksichtigt ihn nicht. Und dadurch kommt er, dieser Mensch, in eine ganz ungeordnete Traumwelt hinein.

[ 39 ] With reference to what I said last time, there is another considerable difference between the men of an older evolutionary epoch and those of the present time. In the case of those I pictured coming to the Mystery centres as inspired pupils, or just as ordinary folk, the transition from sleeping to waking and from waking to sleeping was not made without their being instinctively aware of the Guardian of the Threshold. Three or four thousand years ago, as men were entering sleep, there arose in their souls like a dream a picture of the Guardian. They passed him by. And as they were returning from sleep to ordinary life, once again this picture appeared. The warnings they received on entering and leaving the spiritual world were not so clear as the warnings which I have said are given to those entering the spiritual world through Inspiration and Imagination. But as they fell asleep, and again as they awoke, they had a dreamlike experience of passing the Guardian of the Threshold, not unlike their other instinctive perceptions of the spiritual world. Further progress in the evolution of humanity—as we shall see in later lectures—required that man should gain his freedom by losing his spiritual vision, and he had to forfeit that half-sleeping, half-waking state during which he was able to behold, at least in a kind of dream, the majestic figure of the Guardian of the Threshold. Nowadays, between going to sleep and waking, a man passes the Guardian but does not know it. He is blind and deaf to the Guardian, and that is why he finds himself in a dream-world which is so completely disorganised.

[ 40 ] Sehen Sie nur einmal nach mit voller Unbefangenheit, wie anderes die Menschen älterer Zeitepochen über ihre Träume zu sagen wußten, als das in der heutigen Zeitepoche der Fall ist. Der Mensch erlebt, weil er den Hüter jeden Abend und jeden Morgen und bei jedem Nachmittagsschläfchen zweimal ignoriert, die Ungeordnetheit, das Chaotische seiner Traumeswelt. Das zeigt sich durchaus in der einzelnen Gestaltung der Träume.

[ 40 ] Now consider quite impartially the different way in which the people of older epochs knew how to speak of their dreams. Because of ignoring the Guardian every morning, every evening, and twice every time he takes an afternoon nap, a man to-day experiences this utter disorder and chaos in his dream-world. This can be seen in the form taken by any dream.

[ 41 ] Bedenken Sie nur, wenn wir die Schwelle überschreiten — und das tun wir bei jedem Einschlafen —, dann steht einmal an dieser Schwelle der majestätische Hüter der Schwelle. Er darf nicht ignoriert werden, ohne daß dasjenige, was einem entgegentritt in der geistigen Welt, in Unordnung kommt. Und wie es in Unordnung kommt, das sieht man am besten an der Metamorphose, die es durchmacht, wenn eben das geordnete Denken der physisch-naturalistischen Welt übergeht in die Gebilde des Traumes. Man kann sich das an einzelnen Träumen klarmachen.

[ 41 ] Only think: when we cross the Threshold—and we do so each time we go to sleep—there stands the majestic Guardian. He cannot be ignored without everything we meet in the spiritual world becoming disordered. How this happens is best seen in the metamorphosis undergone by the orderly thinking proper to the physical, naturalistic world when this passes into the imagery of dreams. Individual dreams can show this very clearly.

[ 42 ] In der physisch-naturalistischen Welt benimmt man sich ja so, wie man es eben aus den Zusammenhängen innerhalb der physisch-sinnlichen Welt lernt. Nehmen wir einen einzelnen Fall: man gehe spazieren. Warum geht man spazieren? Nun, nicht wahr, heute gehen ja zu gewissen Spaziergängen die Menschen in den Städten namentlich deshalb, weil sie da dies oder jenes erleben. Sie treffen auf den Spaziergängen ihre Bekannten. Sie können ihre Kleidung sehen lassen, wenn sie gerade danach geartet sind, vor anderen, unbekannten Menschen, oder auch vor den bekannten Menschen. Das alles sind die Erlebnisse, die auf einem Spaziergange erlebt werden.

[ 42 ] In the physical, naturalistic world people behave as they learn to do in accordance with its conditions. We will take a case in point. Someone goes for a walk. Now in a town to-day, you will agree, certain walks are taken particularly for the experiences they offer. For example, during a walk people meet friends; they can show off their clothes if so inclined, both to those they know and to strangers.

[ 43 ] Diese Erlebnisse, die werden dadurch erlebt, daß wir mit unserem Menschenwesen denken, vorstellen können, dadurch, daß wir in der Lage sind, mit unserem Kopf, ausschließlich mit unserer Kopforganisation zu sagen: ich denke. In dieser Kraft des «ich denke» liegt eben die Möglichkeit, so etwas zu erleben an der Außenwelt, wie ich es soeben geschildert habe. Man begegnet anderen Menschen; das wird für andere ein Erleben. Man zeigt seine Kleider oder meinetwillen auch sein schönes Gesicht. Es kommt auf dasjenige an, was man da gerade erlebt. Aber man hat bei diesem Sehen der anderen Menschen, bei diesem Zeigen dessen, was an einem ist, gegenüber den anderen Menschen auch Gefühle. Es gefällt einem das eine, oder es gefällt einem das andere nicht. Man entwickelt Sympathien oder Antipathien dabei. Es gefällt einem, wenn einem die anderen Menschen auf den Spaziergängen etwas sagen, was einem gerade paßt. Es gefällt einem nicht, man begleitet es mit Antipathie, wenn sie einem etwas sagen, was einem nicht paßt. So ist also dasjenige, was man da erlebt bei den Spaziergängen, durchaus mit Anschauungen verbunden, was durch den Kopf bewirkt wird durch das «ich denke», es ist verbunden durch dasjenige, was der rhythmische Mensch entwickelt: ich fühle, also mit dem Gefühl der Sympathie und Antipathie. Dadurch, daß wir gleichzeitig in einem zweiten Gliede unseres Wesens sagen können: ich fühle —, dadurch begleiten wir dasjenige, was wir im Anschauen auf einem Spaziergange erleben.

[ 43 ] All this can be experienced during a walk and the point of it is that it gives occasion for us to have thoughts, ideas, so that we are able—only our head-organisation is here concerned—to say: “I think.” By virtue of this “I think” it is possible to experience in the outside world the kind of thing I have just been describing. One meets other people, and it is an experience for them too. One displays one's clothes, perhaps a pretty face into the bargain. What matters is the experience. In this seeing other people, however, in this exhibiting to them our outward appearance, feeling also plays its part. One thing pleases us, another does not. Sympathies and antipathies are aroused. We like it when the people we meet say what is agreeable to us, and we don't like it when they say the opposite. Hence what is experienced on such walks is closely connected with what the head conceives by means of this “I think.” It is connected through the “I feel” of the rhythmical man—that is, with feelings of sympathy and antipathy. Because with this second member of our being we can say “I feel”, we are able to enlarge the experiences that come to us in thought during a walk.

[ 44 ] Aber auch das Dritte im Menschen ist beteiligt an diesem Spaziergange, wenn wir wach den Spaziergang machen. Nicht wahr, man muß da schon auf gewisse Intimitäten des menschlichen Erlebens kommen. Man hat nun wiederum das Gefühl, daß es in der modernen Zivilisation nicht sein kann, daß man unbekleidet sich den Menschen zeigt, unbekleidet auf einen Spaziergang geht. Dieses Gefühl hat man. Die Unbekleidetheit ist einem antipathisch, die Bekleidetheit sympathisch. Das aber geht in die Willensimpulse über. Man zieht sich an. Man zieht sich sogar in einer gewissen Weise an. Das beschäftigt den Willen, das dritte Glied der menschlichen Organisation. Dieses, daß wir uns anziehen, das hängt also wiederum von dem Dritten im Menschen ab, von dem, daß wir sagen können: ich will. In der Willensimpulsivität liegt das Anziehen.

[ 44 ] But the third member of man also plays a part on this walk, if we are fully awake. Here we must turn to certain intimate details of human experience. There is a general feeling that civilised people to-day do not show themselves in public without clothes, do not go for walks without them; there is a general antipathy towards nudity and sympathy towards being properly clad. This goes right into our impulses of will. We clothe ourselves—even doing so in a specified way. Here the will comes into its own, the third member of the human organisation. Clothing ourselves is thus connected with the part of us that enables us to say “I will”.

I think Ich denke
I feel Ich fühle
I will Ich will

I think
I feel
I will

[ 45 ] Indem wir sagen können: Ich will —, treten wir angezogen den Spaziergang an, mit dem Erfolge des «Ich will». Das alles ordnet sich für die physische Welt, in der wir wachend sind, eben durch die Logik in der physischen Welt an. Es ist uns entweder anerzogen, oder wir fügen uns den Lebensverhältnissen, die äußerlich in der Logik in der physischen Welt gegeben sind. Und wenn wir das nicht tun, so ist etwas in uns nicht in Ordnung. Wenn wir unbekleidet auf einen Spaziergang gehen, so ist etwas nicht in Ordnung in uns. Die Ordnung in der physischen Welt, dasjenige, was in der physischen Welt Logik ist, formt das zusammen. Es fällt uns gar nicht ein, auf einem Spaziergang die anderen Menschen in einem unbekleideten Zustande sehen zu wollen. Da kommt Zusammenhang in unsere Seelenerlebnisse, aber nicht durch uns, sondern durch den Zusammenhang der Welt. Das ergibt sich uns, daß nun alle dreie: ich denke, ich fühle, ich will — in Zusammenhang stehen. Das macht die Welt. Wir werden durch die Außenwelt veranlaßt, diesen Zusammenhang von Denken, Fühlen und Wollen zu bilden.

[ 45 ] So, through being able to say “I will,” we go for our walks clothed. When we are awake in the physical world, all this is regulated by the logic of this world. Either we are brought up to it, or we learn to conform to the outer conditions prescribed by the physical world and its logic. If we do not conform, but go for a walk without our clothes, then something within us is out of order. The ordering of the physical world, the logic of the physical world, go together in all this. It never occurs to us on a walk to wish to meet people without clothes. Here, our soul-experience is determined by the ordering of the world. And this shows how the three—I think, I feel, I will—are all connected with one another. It is the world that does this; the external world leads us to form this connection between thinking, feeling and willing.

[ 46 ] Wenn wir nun mit Ignorierung des Hüters der Schwelle über die Schwelle treten, so stehen wir drei Welten gegenüber und kennen uns zunächst nicht aus, weil wir dasjenige zum Teil hinübertragen in die andere, geistige Welt, an das wir hier gewöhnt sind; zum Teil aber macht die geistige Welt ihre Ordnung geltend. Und nun passiert folgendes: Denken Sie sich, Sie liegen schlafend im Bette. Sie sind zunächst mit Ihrem Gefühl, mit dem mittleren Teil des Menschen, an diesem schlafenden Zustand beteiligt. Die Decke löst sich von Ihnen los, ein Stück ihres Körpers friert. Es kommt Ihnen dadurch zum Traumbewußtsein, daß Sie an dieser Stelle unbekleidet sind. Und das dehnt sich aus, weil Sie sich nun nicht auskennen in der geistigen Welt, weil Sie das nicht bloß auf einen Teil beziehen, sondern auf die ganze Welt beziehen, das dehnt sich aus zu dem Gefühl: ich bin unbekleidet. Vielleicht ist Ihnen nur die Decke von einem Teil des Körpers abgefallen, aber Sie frieren da ein bißchen, und Sie fühlen: ich bin unbekleidet.

[ 46 ] When, ignoring the Guardian, we cross the Threshold, we confront three worlds, and we can make nothing of them because we partly carry over into the world of spirit the outlook we are familiar with in the waking world. The spiritual world, however, asserts its own order to a certain extent. Then the following may come about. Imagine you are asleep in bed. At first with your feeling, with the middle part of your being, you are entirely under the influence of sleep. Then the coverlet slips; part of your body gets chilled, and it enters your dream consciousness that some part of you is unclothed. Now, because you are all at sea in the spiritual world and do not connect the sensation with any particular part of yourself, this feeling spreads, and you fancy you are without any clothes at all. It may be only a bit of your body that is exposed, but that bit becoming cold makes you feel bare all over.

[ 47 ] Nun aber, soeben waren Sie noch beschäftigt in Ihren Träumen damit, daß Sie dem Willensimpulse als wachender Mensch sich hingeben: Wenn ich unbekleidet bin, ziehe ich mich an. Jetzt aber fühlen Sie durch den Schlaf: ich kann mich nicht anziehen, ich bin behindert — weil Sie Ihre Glieder nicht bewegen können. Das kommt ins Traumbewußtsein herein.

[ 47 ] Now in your dream you are still concerned with an impulse of will holding good when you are awake—which is to put on clothes when bare. In your sleep, however, you feel: I cannot put them on, something is preventing me. You are unable to move your limbs and you become conscious of this in your dream.

[ 48 ] Sehen Sie, diese zwei Dinge: ich fühle mich unbekleidet, ich kann mich nicht anziehen —, das bewirkt in Ihnen, weil jetzt die physische Welt fehlt, um die zwei Dinge zusammenzubringen, weil das eine der Welt II, das andere der Welt I angehört, daß Sie es in einer falschen Weise zusammenbringen. Und nun bringen Sie noch, indem Sie in derselben Nacht erlebt haben, daß Sie auf einen Spaziergang gegangen waren, dieses dazu; das kommt nun wieder in Ihren Traumzusammenhang herein. Das tritt für sich auf. Drei Bedingungen treten getrennt für sich auf: ich bin auf einem Spaziergang; ich bin unbekleidet, das ist mir schrecklich antipathisch; und: ich kann mich nicht anziehen.

[ 48 ] You see how it is. These two things, I feel I've nothing on, and I cannot put on my clothes—the physical world being no longer there to combine the two, one of which belongs to world II, the other to world I—are wrongly combined in your dream. And because in that same night you had thought about going for a walk, this also enters the course of the dream. Three separate conditions arise: I am going for a walk; I am horrified to find I have nothing on; I cannot put my clothes on.

[ 49 ] Nun denken Sie sich: diese drei Dinge, die Sie im gewöhnlichen materialistisch-physischen Leben durch die Logik des Lebens zusammenbringen, die zerfallen Ihnen, indem Sie an dem Hüter der Schwelle, ihn ignorierend, vorbeigehen,

[ 49 ] Now just think. These three things, which in our ordinary materialistic life can be logically combined, fall asunder when, in passing by, you ignore the Guardian of the Threshold.

in der ersten Welt: das Spazierengehen,
in der zweiten Welt: das Unbekleidetsein,

In world I: the walk
In world II: being without clothes

[ 50 ] in der dritten Welt erleben Sie, daß Sie sich nicht anziehen können, daß das ganz unmöglich ist. Und nun fühlen Sie sich in dieser Situation dreigeteilt, unter fremden Leuten, überall ausge‚setzt den Blicken unbekleidet, ohnmächtig sich anzukleiden. Das machen Sie im Traume durch. Das, was sich Ihnen im gewöhnlichen Leben durch die naturhafte Logik zusammenbindet, das trennt Ihnen der Traum, und Sie verbinden es chaotisch nach der Gewohnheit, die Sie hineingetragen haben über die Schwelle, Sie verbinden das, als ob es auch in der geistigen Welt so wäre, wenn man unbekleidet ist und so weiter. Sie tragen, indem Sie diesen Hüter der Schwelle ignorieren, die Gewohnheiten, die der physischen Welt entsprechen, in die geistige Welt hinein, Sie verbinden in chaotischer Weise die drei Welten nach den Gesetzen der physischen Welt, und Sie fühlen sich in dieser Situation.

[ 50 ] In world III: the experience of not being able to put on clothes. In this situation you feel yourself in three parts, among strangers, exposed to view on all sides without clothes and without power to put them on. That is your dream experience. What is connected for you in ordinary life through natural logic is separated in your dream and connected, chaotically, in conformity with the custom you take with you across the Threshold. You connect it as if in the spiritual world, too, one has to concern oneself with garments. Because of ignoring the Guardian of the Threshold, you carry over into the spiritual world a custom suited to the physical world. You connect the three worlds chaotically, according to the laws of the physical world, and you feel yourself to be in this situation.

[ 51 ] Das ist das Wesentliche unzähliger Träume, daß in dem Augenblicke, wo man die Schwelle überschreitet und die Warnungen des Hüters nicht beachtet, dasjenige, was man hier in der Welt des Physisch-Naturalistischen als eine Einheit im Harmonischen, als eine harmonische Einheit empfindet, daß einem das auseinandertritt und man drei Welten gegenübersteht. Dieses aber muß man durch die getreuliche Beobachtung der Warnungen des Hüters der Schwelle zusammenbringen können; diese drei Welten muß man zusammenbringen können. Und der Traum des Menschen der Gegenwart, nicht so sehr des Menschen einer älteren Zeitepoche das können Sie insbesondere bei den Träumen des Alten Testamentes sehen, daß das nicht so der Fall war —, aber der Traum des modernen Menschen, der stellt den Menschen vor drei Welten, die er als moderner Mensch verbinden will nach den Gesetzen des physisch-naturalistischen Daseins. Dadurch entstehen die ungeordneten Zusammenhänge in diesen drei Welten, in denen der Mensch jetzt ist.

[ 51 ] In countless dreams the essential thing is that when we pass the Threshold without heeding the Guardian's warning, what we perceive here in the physical, naturalistic world as a harmonious unity falls apart, and we are confronted by three different worlds. By faithfully observing the warning given by the Guardian of the Threshold, we must find the way to unite these three worlds. To-day, a man in his dreams finds himself faced by these three worlds—it was not so to the same extent for anyone in older epochs, as can be seen from the dreams recorded in the Old Testament—and he then tries to connect the three worlds in accordance with laws valid in physical life. That is the reason for the chaotic connections in the three worlds, as they are experienced by a man of to-day.

[ 52 ] So sehen Sie: Schon der Traum zeigt uns diese ernste Tatsache, daß in dem Augenblicke, wo wir die Schwelle zur geistigen Welt überschreiten, wir zunächst drei Welten gegenüberstehen, und daß man in der richtigen Weise in diese drei Welten eintreten, aus diesen drei Welten wieder austreten muß. Der Traum ist dasjenige, woran der moderne Mensch ungeheuer viel für die Charakteristik der hiesigen, physisch-sinnlichen Welt, wie der anderen, geistig-seelischen Welt lernen kann. Wir wollen über diese Angelegenheit morgen weitersprechen.

[ 52 ] You will see, therefore, that dreams can show us this serious fact—that when we cross the Threshold to the spiritual world we are at once faced with three worlds, and that we have both to enter them and to leave them in the right way. Dreams can teach us a very great deal about the physical world of the senses, as it is to-day, and also about that other world—the world of soul and spirit.