Insight from Initiation
GA 227
31 August 1921, Penmaenmawr
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Insight from Initiation, tr. SOL
Abschiedsansprache
Farewell Speech
Meine sehr verehrten Anwesenden!
Ladies and gentlemen!
[ 1 ] Nach den ergreifenden Worten, die eben gesprochen worden sind, lassen Sie mich noch einige Begrüßungs- und Dankesworte am Ende dieser Summer School-Unternehmung sprechen.
[ 1 ] Following the moving remarks that have just been made, allow me to offer a few words of welcome and thanks to conclude this Summer School event.
[ 2 ] Wenn ich zurückblicke auf diese Zeit in Penmaenmawr, so kann ich sagen, daß ich in ihr eine Zeit tiefgehender Befriedigung erblikken muß. Es war gerade diese Summer School dasjenige, was Gelegenheit geboten hat, die Anthroposophie hier in England in einem ausgedehnteren Maße und durch längere Zeit für sich ganz als Anthroposophie zur Geltung zu bringen. Und das ist es vor allen Dingen, was mich mit einer tiefen Befriedigung erfüllt.
[ 2 ] When I look back on that time in Penmaenmawr, I can say that I must regard it as a period of profound satisfaction. It was precisely this summer school that provided the opportunity to present anthroposophy here in England on a broader scale and over a longer period of time, allowing it to stand on its own as anthroposophy. And that, above all, is what fills me with deep satisfaction.
[ 3 ] Wir dürfen ja gerade auf unserem anthroposophischen Boden Ideen, von denen ein Unternehmen ausgeht, nicht allzu sehr unterschätzen. Die Idee, aus welcher diese Summer School entsprungen ist, entwickelte mir Mr. Dunlop, als ich ihn während seiner Krankheit besuchte - er erwähnte das schon bei meiner letzten Londoner Anwesenheit. Er war dazumal ganz erfüllt von dem Gedanken, in das Verschiedene, was ja in so anerkennenswerter Weise für die Anthroposophie geleistet worden ist, etwas hineinzustellen, das ganz das Zentrale der anthroposophischen Bewegung als solcher vor die Welt hinstellen soll. Und er äußerte mir dazumal, daß es seine besondere Idee sei, in einer solchen Summer School dasjenige vor die Welt hinzustellen, was Anthroposophie in ihrem Inhalte durch das Wort geben kann, und auch das, was aus ihr hervorgegangen ist durch die Eurythmie. Und er äußerte noch eine dritte Idee, deren Realisierung selbstverständlich nicht gleich möglich war, weil sie für die äußere Realisierung im ersten Anhub zu groß war. Aber es ist uns doch die Befriedigung geworden, das Mittelpunkts-Anthroposophische, dasjenige, was als Anthroposophie für sich auftritt, und das, was aus der Anthroposophie, ich möchte sagen, so innig hervorgewachsen ist —- die Eurythmie -, das gerade in Penmaenmawr zu realisieren und auch für sich zur Geltung zu bringen.
[ 3 ] Especially within our anthroposophical context, we must not underestimate the ideas that give rise to an initiative. The idea that gave rise to this Summer School was developed by Mr. Dunlop when I visited him during his illness—he had already mentioned this during my last visit to London. At that time, he was completely absorbed by the thought of incorporating into the diverse body of work—which has, after all, been accomplished in such a commendable way for anthroposophy—something that would present to the world the very core of the anthroposophical movement as such. And he told me at the time that it was his particular idea to use such a summer school to present to the world what anthroposophy can offer in terms of content through the spoken word, as well as what has emerged from it through eurythmy. And he expressed a third idea, the realization of which, of course, was not immediately possible, because it was too ambitious for external implementation at the outset. But it has nevertheless been a source of satisfaction for us to realize in Penmaenmawr precisely that which is central to anthroposophy—that which stands on its own as anthroposophy—and that which has, I might say, grown so intimately out of anthroposophy—eurythmy—and to bring these to the fore in their own right.
[ 4 ] Das soll nicht etwa darauf hinweisen, daß die Geltendmachung der einzelnen Strömungen, die sonst aus der Anthroposophie herauswachsen, unterschätzt werden sollen. Aber, meine sehr verehrten Anwesenden, derjenige, der die Zusammenhänge der menschlichen Seele, und namentlich die Zusammenhänge, die sich ergeben zwischen einer solchen Bewegung, wie sie die anthroposophische ist, und dem, was in der Welt aus ihr hervorgehen kann, tiefer prüfen kann, für den ist es klar, daß diese anderen Strömungen nur entsprechend in der Welt wirken können, wenn das ZentralAnthroposophische wirklich zur Geltung kommt.
[ 4 ] This is not to suggest that the significance of the various movements that otherwise grow out of anthroposophy should be underestimated. But, ladies and gentlemen, anyone who can examine more deeply the interrelationships within the human soul, and especially the connections that arise between a movement such as anthroposophy and what can emerge from it in the world, it is clear that these other movements can only have a corresponding effect in the world if the central core of anthroposophy truly comes to the fore.
[ 5 ] Glauben Sie es mir, meine sehr verehrten Anwesenden, die pädagogische Bewegung auf allen Gebieten liegt mir wirklich tief, tief am Herzen. Aber nimmermehr, vielleicht gerade deshalb, weil sie mir so am Herzen liegt, nimmermehr könnte ich jemanden die Versicherung geben, daß mit innerer Wahrheit diese pädagogische Bewegung, wie sie aus der Anthroposophie herausgewachsen ist, von selbst voll verstanden werden könnte, geschweige denn, daß dadurch, daß man zunächst ein Publikum gewänne für dasjenige, was als Pädagogik, als Erziehungswesen herausgewachsen ist aus Anthroposophie, daß das etwa zur Anthroposophie hinführen könnte.
[ 5 ] Believe me, my esteemed audience, the educational movement in all its aspects is truly very, very close to my heart. But never—perhaps precisely because it is so dear to my heart—could I assure anyone that this educational movement, as it has grown out of anthroposophy, could be fully understood on its own through inner truth, let alone that by first winning over an audience for what has developed as pedagogy, as a system of education that has grown out of anthroposophy, might somehow lead to anthroposophy.
[ 6 ] Das Umgekehrte in wahrstem Sinne des Wortes wird das Richtige sein müssen: daß gerade durch die Anthroposophie selber, durch die Pflege der Anthroposophie in ihrem zentralsten Gebiete auch das wirkliche Verständnis für dasjenige kommt, was aus der Anthroposophie herausgewachsen ist, namentlich die für die Welt so wichtige pädagogische Bewegung. Deshalb sprach mir dazumal Mr. Dunlop so außerordentlich aus dem Herzen, als er sagte, man müsse vor der Pflege der Dependance-Bewegungen vor allen Dingen dasjenige hinstellen, was doch die Quelle von allem sein müsse: die Anthroposophie. Trotzdem wäre es mir am liebsten, für die Anthroposophie alle acht Tage einen anderen Namen zu haben, damit nicht das Publikum am Namen klebt,.statt nach der Sache zu fragen. Aber das geht ja nicht wegen der Briefbogen und wegen anderen Arrangement-Schwierigkeiten. Und gerade wenn ich mich jenes Gespräches erinnere, so muss ich sagen: Wer so in der geisteswissenschaftlichen Bewegung drinnensteht, wie ich selber drinnenstehe, der kann dasjenige, was er imstande ist zu geben, dann geben, wenn er es in keiner Weise der Welt aufzudrängen braucht, wenn er es sozusagen deshalb geben darf, weil man es von ihm verlangt, weil man es von ihm in der rechten Weise verlangt.
[ 6 ] The opposite, in the truest sense of the word, must be the correct approach: that it is precisely through anthroposophy itself, through the cultivation of anthroposophy in its most central areas, that a true understanding of what has grown out of anthroposophy—namely, the educational movement so vital to the world—will emerge. That is why Mr. Dunlop spoke so profoundly from my heart at the time when he said that, before fostering the offshoot movements, we must above all else prioritize that which must surely be the source of everything: anthroposophy. Nevertheless, I would prefer to have a different name for anthroposophy every eight days, so that the public does not get fixated on the name instead of inquiring into the substance. But that is not possible, of course, because of the letterhead and other logistical difficulties. And precisely when I recall that conversation, I must say: Anyone who is as deeply involved in the spiritual science movement as I am can give what they are capable of giving when they do not need to impose it on the world in any way—when, so to speak, they are allowed to give it because it is demanded of them, because it is demanded of them in the right way.
[ 7 ] Eigentlich sollte dieses Gesetz viel mehr erkannt werden, daß wirkliche okkulte Geisteswissenschaft nur gegeben werden kann, wenn man sie verlangt, wenn man sie in der rechten Weise verlangt. Und sie ist dazumal in der rechten Weise verlangt worden.
[ 7 ] In fact, this law should be much more widely recognized: true occult spiritual science can only be given if it is sought—if it is sought in the right way. And it was sought in the right way back then.
[ 8 ] Und so darf ich sagen: Meine Meinung ist, daß gerade von dieser Summer School in Penmaenmawr eine ungeheure Befruchtung ausgehen kann auf die ganze anthroposophische Bewegung und ihre Verzweigungen in England. Deshalb darf mit einer solchen Befriedigung auf die Zeit, die wir hier in Penmaenmawr verbringen durften, hingesehen werden. Und ich spreche schon Frau Doktor Steiners und meinen Dank aus tiefst bewegtem Herzen Mr. Dunlop und denjenigen aus, die mit ihm dafür gewirkt haben, daß es einmal möglich war, gerade das Zentrale der Anthroposophie und die aus ihr herausgewachsene Eurythmie auch für sich vor einen so lieben Zuhörerkreis hinzustellen, wie derjenige es ist, der gerade hier vorhanden war. Und nicht minder dankbar sind wir diesem Zuhörerkreis - ich spreche auch da wohl im Namen von Frau Dr. Steiner — für seine die Sache so tragende Aufmerksamkeit. Es ist von einer außerordentlichen Bedeutung, wenn man auf der einen Seite über dasjenige sprechen kann, was man versucht herauszuschöpfen aus den Quellen geisteswissenschaftlichen Erkennens, denn es ist gegenwärtig ja das, was eigentlich dem Menschen am tiefsten zum Herzen und zur Seele sprechen soll. Wir leben aber auf der anderen Seite in einer Zeit, in der wirklich aus allen möglichen Symptomen gesehen werden kann, wie notwendig es die neuere Zivilisation hat, einen spirituellen Einschlag zu bekommen, wie wenig dasjenige, was aus alten Zeiten herübergekommen ist, geeignet ist, die Zivilisation in fruchtbarer Weise fortzubewegen. Sie würde zurückgehen, wenn sie nicht einen neuen spirituellen Anstoß erlangen könnte. Und da darf schon gesagt werden: Wenn sich die Möglichkeit ergibt, aus einem solchen Zusammenhange heraus, wie er hier ausgesprochen worden ist, gerade auf das auch hinzuweisen, was die Zeit notwendig hat, so erfüllt mich das mit tiefster Befriedigung.
[ 8 ] And so I may say: It is my opinion that this Summer School in Penmaenmawr in particular can be a tremendous source of inspiration for the entire anthroposophical movement and its branches in England. That is why we can look back with such satisfaction on the time we were able to spend here in Penmaenmawr. And I would like to express, on behalf of Dr. Steiner and myself, our deepest and most heartfelt thanks to Mr. Dunlop and to those who worked with him to make it possible to present the very essence of anthroposophy—and eurythmy, which grew out of it—to such a warm and appreciative audience as the one gathered here today. And we are no less grateful to this audience—and here, too, I speak on behalf of Dr. Steiner—for their attentive and supportive engagement with the subject. It is of extraordinary significance to be able to speak, on the one hand, about what we are striving to draw from the sources of spiritual scientific knowledge, for this is, after all, what should speak most deeply to the human heart and soul at the present time. On the other hand, however, we live in a time in which all manner of signs clearly show how desperately modern civilization needs a spiritual impetus, and how ill-suited the traditions handed down from ancient times are to moving civilization forward in a fruitful way. It would regress if it could not gain a new spiritual impetus. And it must be said: When the opportunity arises, within a context such as the one described here, to point out precisely what our times require, this fills me with the deepest satisfaction.
[ 9 ] Ich mußte heute morgen zum Beispiel darauf aufmerksam machen, wie der Zivilisation selber eine Art okkulter Gefangenschaft droht, und mehr als man meint, ist gerade das gesamte Geistesleben in unserer Zeit vor der Gefahr dieser okkulten Gefangenschaft. Wir können überall auf diese Gefahr hinweisen. Ich erwähnte heute morgen die Rede, die vor kurzem in England in einer sehr bedeutsamen Versammlung Oliver Lodge gehalten hat. Ich erwähnte, wie man gerade aus dieser Rede sehen kann, wie Sehnsuchten selbst in der abstraktesten Wissenschaft vorhanden sind, Sehnsuchten, die zwar im Unterbewußten bleiben, die aber, wenn sie richtig verstanden werden und aus richtiger Gesinnung heraus kommen, hinführen zu dem, was - in aller Bescheidenheit sei das gesagt — Geisteswissenschaft doch wirklich zu geben vermag. Und wenn wir solche Dinge verfolgen, dann können wir überall sehen, welches das Wort der Geisteswissenschaft in einem solchen Falle sein muß.
[ 9 ] This morning, for example, I had to point out how civilization itself is threatened by a kind of occult captivity, and—more than one might think—it is precisely the entire spiritual life of our time that faces the danger of this occult captivity. We can point to this danger everywhere. This morning I mentioned the speech that Oliver Lodge recently gave in England at a very significant gathering. I mentioned how this very speech shows that longings exist even in the most abstract of sciences—longings that, while remaining in the subconscious, lead, when properly understood and arising from the right attitude, to what—in all modesty—spiritual science is truly able to offer. And when we pursue such matters, we can see everywhere what the message of spiritual science must be in such a case.
[ 10 ] Sehen Sie, es ist ja eine bedeutsame Erscheinung, daß gerade aus der Denkweise und Gesinnung, die voll wurzelt in der alleroffiziellsten modernen Wissenschaft, herausgewachsen ist das bemerkenswerte Buch, das Oliver Lodge geschrieben hat über die Seele seines Sohnes nach dessen Tode unter dem Titel «Raymond or Life and Death». Ich brauche ja das Faktum nur zu erwähnen, es wird hier bekannt sein. Es handelte sich darum, daß der im Kriege gestorbene Sohn Oliver Lodges durch mediale Vermittelung sich kundgeben und Dinge sagen konnte, die dem schmerzlich bewegten Vater tief zur Seele gingen.
[ 10 ] You see, it is indeed a significant phenomenon that this remarkable book—written by Oliver Lodge about his son’s soul after his death, under the title Raymond, or Life and Death—has emerged precisely from a way of thinking and a mindset that is deeply rooted in the most orthodox modern science. I need only mention the fact; it is well known here. The story is that Oliver Lodge’s son, who had died in the war, was able to make himself known through mediumship and say things that touched the deeply grieved father’s soul profoundly.
[ 11 ] Als die Broschüre des ausgezeichneten Mannes, Oliver Lodge, über Raymond Lodge herauskam, da war die Welt erstaunt; denn mit einer ungeheuren Gelehrsamkeit, die wirklich herausgenommen war aus dem gewissenhaftesten, exaktesten, modernen Denken, war in derselben von Oliver Lodge hingewiesen auf die geistige, auf die spirituelle Welt. Ein ungeheures Material war zusammengetragen, um zu zeigen, wie auf diese mediale Weise man wirklich hineinkommen kann in das geistige Leben der Welt durch eine der modernen Naturwissenschaft ähnliche Art und Methode. Besonders frappierend war ja der Welt der Umstand, daß durch mediale Vermittelung gesprochen werden konnte über eine Fotografie, die angefertigt war auf dem Kriegsschauplatz in Frankreich von Raymond Lodge und seinen Kollegen. Es waren hintereinander zwei Aufnahmen gemacht worden von Raymond Lodge und seinen Kriegskameraden; und wie es der Fotograf bei der zweiten Aufnahme oftmals macht, er läßt das Gesicht etwas anders wenden, höher heben und so weiter. Diese Fotografien waren so, daß man in England davon nichts wissen konnte, denn als man davon hörte, war Raymond schon gestorben.
[ 11 ] When the brochure by the distinguished Oliver Lodge about Raymond Lodge was published, the world was astonished; for in it, with immense erudition—truly drawn from the most conscientious, precise, and modern thinking—Oliver Lodge pointed to the mental, to the spiritual world. An immense body of material had been compiled to demonstrate how, through mediumship, one can truly enter into the spiritual life of the world using methods and approaches similar to those of modern natural science. What was particularly striking to the world was the fact that, through mediumistic channels, it was possible to speak about a photograph taken on the battlefield in France by Raymond Lodge and his colleagues. Two photographs had been taken in succession of Raymond Lodge and his comrades-in-arms; and as photographers often do with the second shot, they had him turn his face slightly differently, lift his chin a bit higher, and so on. These photographs were such that no one in England could have known about them, for by the time word of them reached England, Raymond had already died.
[ 12 ] Durch mediale Vermittelung sprach, wie Oliver Lodge mitteilt, die Seele des Raymond Lodge zu ihm und den anderen Familienangehörigen, er sprach von diesen Fotografien, die niemand hier in England gesehen hatte; drei Wochen später erst kamen sie hier an. Es hat sich alles bewahrheitet über die geringste Änderung der Sitzung und Haltung. Was kann frappierender sein als dieses! Was kann frappierender sein, als daß auf medialem Wege etwas beschrieben wird unter der Angabe, daß es die Seele des Verstorbenen ist, die etwas beschreibt, was in England noch nicht bekannt war und erst später ankommt. |
[ 12 ] As Oliver Lodge reports, through a medium, the spirit of Raymond Lodge spoke to him and the other family members; he spoke of these photographs, which no one here in England had seen; they did not arrive here until three weeks later. Everything proved to be true, down to the slightest detail regarding the session and posture. What could be more astonishing than this! What could be more astonishing than the fact that, through mediumship, something is described with the claim that it is the soul of the deceased describing something that was not yet known in England and only arrived later? |
[ 13 ] Dennoch schlich sich gerade in diesem Punkte ein furchtbarer Irrtum ein. Jeder, der auf diesem Gebiete bewandert ist, weiß, daß es unter Umständen durchaus Möglichkeiten gibt von Vorgesichten. Dasjenige, was der damals mit dem Medium versammelte Kreis sah, indem er die Augen richtete auf die Bilder, die erst später in England ankamen, das konnte von der medialen Person vorhergesehen werden, ohne daß dabei die Seele des Verstorbenen nur irgend in Betracht kam - ein Vorgesicht, allerdings ein außerordentlich zartes, intimes, aber ein Vorgesicht. Man muß wirklich nicht bloß moderner Wissenschafter sein, wenn man in der richtigen Weise kritisch sein will gegen die Offenbarungen der geistigen Welt. Alles, was auf diesem Gebiete kommt, selbst diese ausgezeichnete, ernste, exakte Arbeit von Oliver Lodge, führt eher vom wirklichen Ergreifen der geistigen Welt ab als zu ihr hin. Die heute aus den Naturwissenschaften genommenen Gewohnheiten des Denkens und Forschens sind so, daß man, auch wenn man das Geistige erforscht, so vorgehen will, wie man im Laboratorium gewohnt ist vorzugehen, daß man jeden Schritt an der Hand von Materiellem machen will. Aber diese Weise führt nicht ins Geistige hinein. Ins Geistige führen nur rein geistige Wege hinein, wie sie hier geschildert worden sind. Und derjenige Mensch, der glaubt, auf einem solchen medialen Wege ins Geistige hineinzukommen, der kommt auch hinein, aber in jenes Geistige, das sich auf dem physischen Plan, in der physischen Welt abspielt. Denn es war ein Vorgesicht von zwei Dingen, die sich in der physischen Welt abspielten; was beschrieben worden ist, ist nur scheinbar etwas, was von der geistigen Welt herunter projiziert ist. Gewiß, überall ist die physische Welt ausgefüllt mit Geistigem, aber man irrt sich über die Beziehung der irdischen Welt zur überirdischen Welt, wenn man nicht die Möglichkeit hat, in das wirkliche, wahrhaftige geistige Forschen hinzulenken. Und so ist dasjenige, was ich heute morgen erwähnt habe: Dieses nur aus naturwissenschaftlichen Gedanken, wie sie heute üblich sind, Herausschöpfenwollen und nur das gestatten wollen, was aus naturwissenschaftlichen Gedanken kommt, das ist dasjenige, was die Mauern der okkulten Gefangenschaft bringt. Und in diesen okkulten Gefängnissen drinnen macht man dann Versuche, die in Wahrheit ganz fehl gehen; denn sie stellen nicht das Wahre dar, sie stellen furchtbare Irrtümer dar, die von den Wahrheiten eher weiter ab führen; insbesondere dann ab führen, wenn so stark die Herzen daran beteiligt sind wie in diesem Falle bei dem, was in dem Buch über Raymond Lodge steht. Und wir müssen, weil ja in dem Gebiete, wo der Geist zu sprechen beginnt, ein so starkes Echo kommt aus unseren Herzen, weil die Herzen so stark mitsprechen, weil sehr leicht in die Herzen sich einschleicht dasjenige, was nun doch leicht menschliches Vorurteil sein kann, da müssen wir alle Mittel anwenden, damit es keine Möglichkeit gibt, umstellt zu werden mit den geistigen Mauern der okkulten Gefangenschaft.
[ 13 ] Nevertheless, a terrible error crept in precisely on this point. Anyone well-versed in this field knows that, under certain circumstances, there are certainly possibilities for precognition. What the group gathered with the medium at that time saw—as they focused their eyes on the images that only arrived later in England—could have been foreseen by the medium without the soul of the deceased being taken into account at all—a premonition, albeit an extraordinarily subtle and intimate one, but a premonition nonetheless. One really need not be merely a modern scientist to approach the revelations of the spiritual world with the proper critical eye. Everything that emerges in this field—even this excellent, serious, and precise work by Oliver Lodge—tends to lead away from a genuine grasp of the spiritual world rather than toward it. The habits of thinking and research adopted today from the natural sciences are such that, even when investigating the spiritual realm, one wants to proceed as one is accustomed to doing in the laboratory—that is, to take every step guided by the material. But this approach does not lead into the spiritual realm. Only purely spiritual paths, such as those described here, lead into the spiritual realm. And the person who believes they can enter the spiritual realm through such mediumistic means does indeed enter it—but into that spiritual realm which unfolds on the physical plane, in the physical world. For it was a foreshadowing of two things that took place in the physical world; what has been described is only seemingly something projected down from the spiritual world. Certainly, the physical world is permeated everywhere by the spiritual, but one is mistaken about the relationship between the earthly world and the super-earthly world if one does not have the opportunity to turn toward genuine, authentic spiritual research. And so it is with what I mentioned this morning: this desire to derive everything solely from scientific thought, as is customary today, and to permit only what comes from scientific thought—that is what builds the walls of occult imprisonment. And within these occult prisons, experiments are then conducted that in truth go completely astray; for they do not represent the truth, but rather terrible errors that lead us further away from the truths—especially when the hearts are so deeply involved, as is the case here with what is written in the book about Raymond Lodge. And we must—because in the realm where the spirit begins to speak, such a strong echo comes from our hearts; because our hearts speak along so strongly; because what can easily be mere human prejudice creeps into our hearts—we must employ every means to ensure there is no possibility of being surrounded by the spiritual walls of occult imprisonment.
[ 14 ] Diese Dinge würde ich hier gar nicht aussprechen, wenn es nicht eigentlich der tiefste Ernst der Zeit erforderte. Und dieser Ernst der Zeit erfordert es. Denn es ist einmal wahr: die Menschheit braucht einen energischen Schritt hin zum Geistigen.
[ 14 ] I would not even mention these things here if the grave seriousness of the times did not actually demand it. And the gravity of the times does demand it. For one thing is true: humanity needs to take a decisive step toward the spiritual.
[ 15 ] Ich bin um manches gefragt worden im Verlaufe dieses Sommerkurses. Manche Fragen konnten nicht vollständig beantwortet werden, nicht etwa weil die Materie zu schwierig war, aber weil eben noch in der Menschheitsentwickelung nicht die Zeit voll herangekommen ist, in der man ganz unbefangen über manche Dinge sprechen kann. So namentlich, wenn gefragt wird über die spirituellen Beziehungen der einzelnen Nationen. So auch bin ich gefragt worden, wie es denn in der geistigen Welt bewandt sei damit, daß eine Nation die andere eroberte und von sich abhängig machte.
[ 15 ] I have been asked many questions during the course of this summer course. Some questions could not be fully answered, not because the subject matter was too difficult, but simply because the time has not yet fully come in humanity’s development when one can speak quite freely about certain things. This is particularly true when questions are asked about the spiritual relationships between individual nations. I have also been asked how the spiritual world views the fact that one nation conquers another and makes it dependent on itself.
[ 16 ] Oh, über derlei Fragen könnte natürlich die Geisteswissenschaft ganz gehörige Auskunft geben. Aber die Zeit ist wahrhaftig noch nicht geeignet — glauben Sie es mir, meine sehr verehrten Anwesenden - in völliger Unbefangenheit über diese Dinge zu sprechen. Denn in voller Unbefangenheit nimmt man heute noch nicht die letzten Konsequenzen jener Wahrheiten, die zum Beispiel so beginnen: Man soll sich nur einmal fragen, ob denn wirklich der äußere Aspekt immer der einzige ist, wenn eine Nation eine andere von sich abhängig gemacht hat in physischer Beziehung, in den materiellen Angelegenheiten der Welt. Und man sieht nicht immer, wie diejenige Nation, welche die andere materiell von sich abhängig gemacht hat, spirituell abhängig geworden ist von derjenigen, die sie materiell von sich abhängig gemacht hat. Aber das ist nur der Anfang von Wahrheiten, die auch populär werden müssen über den ganzen zivilisierten Erdkreis hin. Und wir kommen durch kein anderes Mittel zu jenem universellen Verständnis solcher Dinge, die dann auch im.praktischen Leben ihre volle Bedeutung gewinnen können, als wenn wir wirklich den inneren Mut haben, uns auf die eigentlichen Geisteswahrheiten einzulassen.
[ 16 ] Oh, the humanities could, of course, provide quite a bit of insight into such questions. But the time is truly not yet right—believe me, my esteemed audience—to speak about these matters with complete impartiality. For even today, people do not yet fully grasp the ultimate implications of those truths that begin, for example, like this: One need only ask oneself whether the external aspect is really always the only one when one nation has made another dependent on it in a physical sense, in the material affairs of the world. And one does not always see how the nation that has made the other materially dependent on itself has itself become spiritually dependent on the one that made it materially dependent. But this is only the beginning of truths that must also become widely known throughout the entire civilized world. And we can attain that universal understanding of such matters—which can then also take on their full significance in practical life—by no other means than by truly having the inner courage to engage with the actual spiritual truths.
[ 17 ] Und so steht es letzten Endes auch mit der Frage: Ja, gibt es denn Individualitäten heute in der Welt, welche in irgendeinem Besitze höherer Wahrheiten sind, die diese Wahrheiten der Welt irgendwie vermitteln und die vielleicht miteinander in einer Beziehung stehen?
[ 17 ] And so, ultimately, the question is this: Are there, after all, individuals in the world today who possess higher truths in some way, who convey these truths to the world in some manner, and who may be connected to one another?
[ 18 ] Ich habe schon darauf hingewiesen, wie es nicht allein davon abhängt, daß von gewissen Individualitäten Wahrheiten in die Welt gesendet werden sollen, sondern daß es auch darauf ankommt, inwiefern die Welt diese Wahrheiten aufnehmen will. Ich habe auf mancherlei Hindernisse hingedeutet, die heute bestehen und die etwa so ausgesprochen werden könnten: Der Bodhisattva wartet schon; aber die Menschen müssen erst in einer genügend großen Anzahl sich fähig machen, ihn zu verstehen. Und wenn die Frage aufgeworden wird, ob diejenigen, die Geistiges der Welt zu sagen haben, dieses Geistige der Menschheit mitteilen, so darf man sagen: Daß irgend etwas äußerlich mit Druckbuchstaben auf dem Papier steht, das besagt ja noch nichts. Ich möchte nur erwähnen, daß heute vieles mit Druckbuchstaben auf dem Papier stehen kann, was die tiefsten Weisheiten und Weistümer enthüllt. Es kommt immer darauf an, ob diese Weisheiten und Weistümer auch verstanden werden. Und es gibt viele Mittel des Verständnisses; es gibt auch viele Mittel des Verständnisses, die angewandt werden können. Aber, meine sehr verehrten Anwesenden, die Verständigung unter Menschen, die aus höheren Welten etwas zu sagen haben, ‚war leichter in der Zeit, in der gesprochen wurde von geheiligten Stätten aus, wie sie hier die Druidenzirkel bergen, und in der dasjenige, was von solchen Stätten an Gedankenwellen durch die Welt ging, nicht den Wellen der drahtlosen Telegrafie begegnete.
[ 18 ] I have already pointed out that it does not depend solely on certain individuals sending truths out into the world, but that it also depends on the extent to which the world is willing to receive these truths. I have alluded to various obstacles that exist today and that might be expressed something like this: The Bodhisattva is already waiting; but first a sufficiently large number of people must make themselves capable of understanding him. And when the question arises as to whether those who have spiritual truths to share with the world actually communicate these truths to humanity, one may say: The mere fact that something is printed in block letters on paper does not in itself mean anything. I would just like to mention that today much can be written in printed letters on paper that reveals the deepest wisdom and insights. It always depends on whether this wisdom and these insights are actually understood. And there are many means of understanding; there are also many means of understanding that can be applied. But, my esteemed audience, communication among people who have something to say from higher worlds “was easier in the time when words were spoken from sacred sites, such as the druidic circles found here, and when the thought waves emanating from such sites as they traveled through the world did not encounter the waves of wireless telegraphy.”
[ 19 ] Wiederum sei nicht in reaktionärer Weise etwa auf die drahtlose Telegrafie hingewiesen. Sie ist selbstverständlich ein materieller Segen für die Menschheit. Aber es handelt sich darum, daß dann, wenn die geistigen Mitteilungen wirklich durch die Welt gehen sollen, stärkere Kräfte notwendig sind in der Zeit, in der die geistigen Wellen treffen auf die Wellen der drahtlosen Telegrafie als in der Zeit, in der das noch nicht der Fall ist. Sähe man nur einmal die Grundbegriffe ein, die grundlegende, tiefe Wahrheit, daß gerade in unserer Zeit, in der zum Segen der Menschen unsere materielle Kultur eine solche Höhe erreicht hat, wie sie sie eben erreicht hat, daß gerade in dieser Zeit es um so mehr notwendig ist, daß mit starker Intensität, mit kräftiger Intensität das Spirituelle in die Herzen der Menschen sich einschreibe und aus den Herzen der Menschen sich verbreite.
[ 19 ] Once again, this is not meant to be a reactionary criticism of wireless telegraphy, for example. It is, of course, a material blessing for humanity. But the point is that when spiritual messages are truly to travel across the world, stronger forces are needed at a time when spiritual waves encounter the waves of wireless telegraphy than at a time when this is not yet the case. If only people would grasp the basic concepts, the fundamental, profound truth that precisely in our time—when, for the benefit of humanity, our material culture has reached such heights as it has—it is all the more necessary that the spiritual inscribe itself with great intensity, with powerful intensity, into the hearts of people and spread from the hearts of people.
[ 20 ] Dazu war hier wirklich gute, große Gelegenheit. Denn wir lebten wie in einer Atmosphäre, die tatsächlich noch Wunderbares ausstrahlte in jenen alten Heiligtümern hier - und auch darauf konnte ich ja im Verlaufe der Vorträge aufmerksam machen. Deshalb war es ein glücklicher Griff, einmal auch diesen Ort gerade zu wählen, wo in einer gewissen Weise geistig dasjenige aufleben konnte, was nun einmal in Mittel- und Nordeuropa da war, bevor das Mysterium von Golgatha durch die Welt ging, was wartete auf das Mysterium von Golgatha, was aber dann zunächst keine Fortsetzung fand, indem das Christentum - so wie ich es heute morgen geschildert habe - vom Süden heraufkam. In einer gewissen Weise wartet es noch.
[ 20 ] There was truly a wonderful, great opportunity for this here. For we lived, as it were, in an atmosphere that still radiated something truly marvelous in those ancient sanctuaries here—and I was also able to draw attention to this during the course of the lectures. That is why it was a fortunate choice to select this very place, where, in a certain sense, what once existed in Central and Northern Europe—before the Mystery of Golgotha spread throughout the world, what preceded the Mystery of Golgotha, but which then initially found no continuation as Christianity —as I described this morning—came up from the south. In a certain sense, it is still waiting.
[ 21 ] Denn, meine sehr verehrten Anwesenden, wenn man da hinaufkommt in jene bewundernswürdige Einsamkeit, in der diese Steinkreise stehen, da kann man noch auf die realen Nachklänge desjenigen treffen, was einmal mit starker Macht hier in den nördlichen Gegenden Europas gewirkt hat. Und es war damals in dem Machtstrom manches, was heute nicht mehr sein kann, weil die Menschenseelen fortschreiten müssen und bei den heutigen Fortschritten es nicht ertragen könnten, es würde sie in ihrer Freiheit hemmen. So ist gerade dadurch, daß gewissermaßen dasjenige, was einstmals aus den heiligen Geheimnissen erkundet wurde von tiefstem okkultem Wissen, allmählich in kosmische Erinnerung übergegangen ist, die wie leuchtende Wolken die Mulden der Bergspitzen umschweben, in denen diese Heiligtümer sind; gerade dadurch ist auch diese besondere Atmosphäre ausgebreitet über alles dasjenige, was hier gewirkt werden kann für ein neueres Geistesleben. Das sind schon die Dinge, welche im tiefsten Sinne Frau Dr. Steiners und meinen allerherzlichsten Dank dafür herausfordern, daß wir durch die Bemühungen von Mr. Dunlop, Mrs. Merry und anderen diese Penmaenmawr-Unternehmung einzeichnen dürfen in das, was die anthroposophische Bewegung ist.
[ 21 ] For, my esteemed audience, when one ascends to that admirable solitude where these stone circles stand, one can still encounter the tangible echoes of that which once exerted a powerful influence here in the northern regions of Europe. And there was much in that current of power back then that can no longer exist today, because human souls must progress and, given today’s advancements, could not endure it—it would hinder their freedom. Thus, precisely because what was once explored from the sacred mysteries through the deepest occult knowledge has gradually passed into cosmic memory—which hovers like luminous clouds around the hollows of the mountain peaks where these sanctuaries are located— it is precisely through this that this special atmosphere has spread over everything that can be accomplished here for a new spiritual life. These are indeed the things that, in the deepest sense, call for Dr. Steiner’s and my most heartfelt thanks for the fact that, through the efforts of Mr. Dunlop, Mrs. Merry, and others, we are able to inscribe this Penmaenmawr undertaking into the very fabric of the anthroposophical movement.
[ 22 ] Es ist hier schon in schöner Weise erwähnt worden, wie viele mitgewirkt haben vor und hinter den Kulissen dafür, daß dies alles möglich war, und so wie Ihnen allen, meine sehr verehrten Zuhörer, der innigste Dank ausgesprochen wird gerade für die schöne Aufmerksamkeit, die Sie an einer so schönen Stätte der Anthroposophie, der Eurythmie und so weiter entgegengebracht haben, so gilt dieser Dank wirklich auch all denjenigen, die so schön diese Sache vorbereitet haben und in so schöner Weise dann während der Sommerschultage selbst sie weiter fortgeführt haben. Ich habe es ja schon erwähnt: Wer da weiß, wie viel Mühe aufgewendet werden muß, um so etwas zustande zu bringen, wer oftmals selbst dabei war, der vermag in der Tat diese Dinge gut zu beurteilen. Und, sehen Sie, er weiß auch noch etwas anderes: Diejenigen, die in früheren Zeiten um mich gewesen sind und selbst solche Dinge vorbereiten mußten, die schickten immer ihre Haut zuerst in jene Fabriken, wo man Leder gerbt — denn befriedigen kann man ja eigentlich im Grunde genommen meistens doch nicht. Man kann nicht alle befriedigen, man kommt trotzdem nachher zu seinen Hieben. Und da ist es gut, wenn man eine gegerbte Haut hat für diese Tage — gerade alle diejenigen, die hinter den Kulissen stehen und die das Ganze eingerichtet haben.
[ 22 ] It has already been beautifully mentioned here how many people contributed, both on stage and behind the scenes, to making all of this possible, and just as my deepest thanks are extended to all of you, my esteemed audience, for the wonderful attention you have shown at such a beautiful center for anthroposophy, eurythmy, and so on, so too do these thanks truly go to all those who prepared this event so beautifully and then carried it forward in such a wonderful way during the Summer School Days themselves. As I’ve already mentioned: Anyone who knows how much effort must be expended to bring something like this to fruition—anyone who has often been there themselves—is indeed able to judge these things well. And, you see, they also know something else: Those who were around me in earlier times and had to prepare such things themselves always sent their hides first to those factories where leather is tanned—because, after all, you can’t really satisfy everyone most of the time. You can’t please everyone; you’re bound to take your share of blows afterward anyway. And so it’s good to have a tanned hide ready for those days—especially for all those who work behind the scenes and have set the whole thing up.
[ 23 ] Die anthroposophische Bewegung ist ja wirklich aus Kleinem heraus gewachsen, meine sehr verehrten Anwesenden. Ich habe in Dornach vor kurzem auf die Zeit hingewiesen - sie liegt jetzt 21 oder etwas mehr Jahre hinter uns — , da wurde die anthroposophische Bewegung eingeleitet innerhalb der theosophischen Bewegung durch die Zeitschrift «Lucifer-Gnosis». Die ist nicht eingegangen, es häufte sich nur so die Arbeit, daß sie nicht fortgesetzt werden konnte. Sie hatte ihre weitaus nicht nur genügende, sondern überragende Abonnentenzahl gerade in dem Momente, wo ich sie nicht fortführen konnte. Aber mit ihr fing die anthroposophische Bewegung recht klein an. Sozusagen der größte Teil von «Lucifer-Gnosis» wurde von mir geschrieben; dann mußte ich selbst in die Drukkerei fahren, um in der Druckerei die Korrekturen zu besorgen, dann bekamen wir die Hefte, und Frau Dr. Steiner und ich gaben die Kreuzbänder darüber, schrieben selbst die Adressen darauf wir hatten nicht einmal gedruckte Adressen, hatten auch keine Schreibmaschine -, nahmen dann jeder einen Waschkorb, legten die Nummern hinein und gingen damit zur Post. Im Kleinen fing eben die anthroposophische Bewegung an. Auch bei Vorträgen durfte man nicht darauf sehen, daß so elegante, wunderbare Räume da sind wie der hiesige. Ich habe einmal in einem Raum vorgetragen, wo ich achtgeben mußte, daß nicht, weil der Fußboden überall Löcher hatte, die Beine bei jedem Schritt in diese Löcher hineinfielen, wenn man durch den Saal ging. Deshalb war es mir gar nicht so überraschend, daß es in diesen Tagen hier wiederum einmal — fast möchte ich sagen, zur Erinnerung - hereinregnete, denn hier in der Stadthalle hat die Decke auch Löcher. Es nehmen sich diese Dinge, wie sie jetzt sind, wenn man mit den Anfängen der anthroposophischen Bewegung vergleicht, doch sehr aus wie richtige Festeszeiten gegenüber dem, was noch nicht in solch solenner Weise vorhanden sein konnte. Ich schäme mich gar nicht zu sagen, daß wir zum Beispiel in Berlin einmal — weil wir ein anderes Lokal nicht haben konnten an den uns bestimmten Tagen und aus manchen anderen Gründen, die ich hier nicht auseinandersetzen kann - vortragen mußten in einem Raume, den man uns durch eine sogenannte «spanische Wand» abgrenzte; dahinter klangen die Biergläser, denn dahinter war ein Bierausschank. Und als man uns einmal diesen Saal nicht geben konnte, da sagte man uns: Dieser Saal ist heute mit Wichtigerem ausgefüllt, gehen Sie in den einzigen Raum, den wir noch haben — das war nämlich so etwas zwischen Keller und Stall. Also die anthroposophische Bewegung hat sich schon durchringen müssen. Und deshalb weiß sie auch dankbar zu sein, insofern sie in den Herzen der Menschen lebt. Und Sie werden verstehen, daß voll gewürdigt werden soll dasjenige gerade von unserer Seite, was hier in diesen Tagen geschehen ist.
[ 23 ] The anthroposophical movement truly grew out of humble beginnings, my dear friends here today. I recently referred in Dornach to the time—it is now 21 or slightly more years behind us—when the anthroposophical movement was launched within the theosophical movement through the journal Lucifer-Gnosis. It did not cease publication; rather, the workload simply piled up to such an extent that it could not be continued. It had a subscriber base that was by no means merely sufficient but outstanding, precisely at the moment when I could no longer continue it. But with it, the anthroposophical movement began on a very small scale. So to speak, the majority of Lucifer-Gnosis was written by me; then I had to drive to the print shop myself to make the corrections there; then we received the issues, and Dr. Steiner and I tied the cross-bands around them, wrote the addresses on them ourselves—we didn’t even have printed addresses, nor did we have a typewriter—then each of us took a laundry basket, placed the issues inside, and carried them to the post office. The anthroposophical movement began on a small scale. Even when giving lectures, one couldn’t count on having such elegant, wonderful rooms as we have here. I once gave a lecture in a room where I had to be careful that my legs didn’t fall into the holes in the floor with every step as I walked through the hall, since the floor was full of holes. That’s why I wasn’t at all surprised that it rained in here again these past few days—I’d almost say, as a reminder—because here in the Stadthalle, the ceiling also has holes. When you compare these things as they are now with the beginnings of the anthroposophical movement, they really do seem like times of celebration compared to what couldn’t yet exist in such a solemn manner. I’m not at all ashamed to say that, for example, in Berlin we once—because we couldn’t secure another venue on the days assigned to us and for various other reasons I can’t go into here—had to give a lecture in a room partitioned off from us by a so-called “Spanish wall”; behind it, beer glasses clinked, for behind it was a beer bar. And once, when they couldn’t give us that hall, they told us: “This hall is occupied with more important matters today; go to the only room we have left”—which was, in fact, something between a cellar and a stable. So the anthroposophical movement has certainly had to struggle through. And that is why it knows how to be grateful, insofar as it lives in the hearts of people. And you will understand that what has happened here in recent days deserves our full appreciation.
[ 24 ] In diese Dankesworte möchte ich alles dasjenige zusammenfassen, was ich in diesem Momente an tiefster, inniger Befriedigung empfinde über diese Tage von Penmaenmawr. Zum Schluß möchte ich nur noch sagen: Es ist ja allerdings immer eine Zumutung, wenn ich hier in England für Anthroposophie wirken soll, daß die Zuhörer bei den Vorträgen die doppelte Zeit zubringen müssen, weil alles übersetzt werden muß. Allein, von einem gewissen Gesichtspunkte aus ist es mir nicht einmal leid, und zwar von dem Gesichtspunkte aus, daß es etwas gezeigt hat, was im Grunde genommen ganz außerordentlich ist - es hat sich gezeigt die ausgezeichnete Übersetzungskunst von Mr. Kaufmann. Er wird auch das jetzt wieder übersetzen müssen, was ich sage, und ich bitte ihn wie immer, diese letzten Worte nicht auszulassen, sonst drohe ich ihm damit, daß ich Dr. Baravalle ersuchen werde, diese Worte zu übersetzen. Ich spreche Mr. Kaufmann auch meinen Dank aus für dasjenige, was er nun wiederum in einer so hingebungsvollen Weise geleistet hat, trotzdem er fast krank geworden ist, weil er seinen Winterrock nicht mitgebracht hat hierher, wo man wirklich Winterröcke braucht. Unaufhörlich hat er diese Arbeit übernommen, und wie ich ganz bestimmt weiß, zu der tiefsten Befriedigung der Zuhörer. Ihm gebührt vor allen Dingen der allerherzlichste Dank, denn ich muß sagen: Was sollte ich tun, wenn Mr. Kaufmann nicht da wäre zur Vermittelung desjenigen, was ich eben so sehr gerne an Sie vermittelt hätte. Und so sei wirklich allen - ich glaube, es begründet zu haben - Mr. Dunlop, Mrs. Merry, auch Mr. Kaufmann und allen anderen, die vor und hinter den Kulissen mitgewirkt haben, in Frau Dr. Steiners und meinem Namen der allerherzlichste Dank hier am Schlusse dieser Unternehmung ausgesprochen. Und es sei auch die Versicherung ausgesprochen, daß die Erinnerung an das, was hier in Penmaenmawr verlebt werden konnte, eine wirklich tief herzliche und stets rege sein wird.
[ 24 ] In these words of thanks, I would like to express the deep, heartfelt satisfaction I feel at this moment regarding these days in Penmaenmawr. In closing, I would just like to say: It is, of course, always a bit of a burden when I am to work for anthroposophy here in England, since the audience has to spend twice as much time at the lectures because everything has to be translated. Yet, from a certain point of view, I do not even mind it—namely, from the point of view that it has revealed something that is, in essence, quite extraordinary: it has demonstrated Mr. Kaufmann’s excellent skill as a translator. He will now have to translate what I am saying again, and I ask him, as always, not to omit these last words; otherwise, I threaten him that I will ask Dr. Baravalle to translate them. I would also like to express my gratitude to Mr. Kaufmann for what he has once again accomplished in such a dedicated manner, even though he nearly fell ill because he did not bring his winter coat here, where winter coats are truly necessary. He has tirelessly taken on this work, and as I know for certain, to the deepest satisfaction of the audience. Above all, he deserves our most heartfelt thanks, for I must say: What would I do if Mr. Kaufmann were not here to convey what I so very much wanted to convey to you? And so, on behalf of Dr. Steiner and myself, let me express our most heartfelt thanks—and I believe I have justified this—to Mr. Dunlop, Mrs. Merry, Mr. Kaufmann, and everyone else who contributed both on stage and behind the scenes, here at the conclusion of this undertaking. And let it also be assured that the memory of what we were able to experience here in Penmaenmawr will be a truly deep, heartfelt, and ever-vivid one.
[ 25 ] Mit diesen Worten, die uns doch zusammenhalten sollen für die Zukunft, da wir hier, wie ich glaube, in einer auch durch die historischen Erinnerungen geweihten Harmonie zusammen gewesen sind, mit diesen Worten möchte ich meinen Gruß und meine Danksagung für diese schönen Tage von Penmaenmawr beschließen.
[ 25 ] With these words, which are meant to bind us together for the future—since we have been gathered here, as I believe, in a harmony sanctified by our shared historical memories—I would like to conclude my greeting and express my gratitude for these wonderful days in Penmaenmawr.
