An Anthroposophical Understanding
of the Psychic Human Being
GA 231
17 November 1923, The Hague
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Dritter Vortrag
Lecture III
[ 1 ] In der ersten Vortragsstunde haben wir versucht, uns eine Vorstellung darüber zu bilden, wie der Mensch, wenn er auf der Erde steht, Beziehungen hat zu den außerirdischen Wesenheiten und Kräften. Wir haben dann in der zweiten Stunde versucht, uns eine Vorstellung davon zu bilden, wie der Durchgang des Menschen durch die übersinnliche Welt, von einem gewissen Gesichtspunkte aus angesehen, in der Zeit zwischen dem Tode und der nächsten Geburt ist. Ich möchte jetzt in diesem Vortrage einiges hinzufügen zu dem, was schon gesagt worden ist, gewissermaßen die Dinge weiter ausführen. Wir werden dann dazu kommen, die ganze Sache abzurunden, und ein in sich harmonisches Bild im Laufe der Vorträge erhalten.
[ 1 ] We tried in the first lecture of this Course to form some idea of the way in which man, here on Earth, is related to Beings and forces belonging to worlds beyond the Earth. Then, in the second lecture we spoke of the life of the human being in the super-sensible world between death and a new birth. In the present lecture I want to follow this up a little further. As our study proceeds, we shall find that a complete and inwardly harmonious picture will rise up before us.
[ 2 ] Wir haben gesehen, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes durchgegangen ist, wenn er also in der übersinnlichen Welt angekommen ist, so ist es zunächst so, daß er der imaginativen Anschauung sich noch immer offenbart wie in einer Geistgestalt. Natürlich müssen Sie sich darüber klar sein, daß dieses Anschauen des Geistigen doch etwas anderes ist als das Anschauen des Sinnenhaften. Es wird Ihnen zum Beispiel jeder, der eine Anschauung des Geistigen hat, sagen: Ja, ich habe dies geschaut, aber ich könnte nicht sagen, wie «groß» die Erscheinung war — und dergleichen. Also ganz so räumlich wie ein sinnliches Augenbild sind die Dinge natürlich nicht. Dennoch aber, wenn Sie sie beschreiben wollen, müssen Sie sie so beschreiben, daß die Sache ganz aussieht wie ein sinnliches Augenbild oder wie das, was man sonst zu dessen Beschreibung verwendet. In diesem Sinne bitte ich auch die Darstellungen aufzufassen, die ich von diesen Dingen geben werde.
[ 2 ] We have seen that when a human being has passed through the gate of death and come into the super-sensible world, he reveals himself there to Imaginative vision in a spirit-form. You must understand, of course, that perception of the spiritual is quite different from perception of an object in the world of sense. For instance, those who are endowed with the faculty of spiritual vision will say: “Yes, I saw the phenomenon, but I could not tell you anything about the size of it.” The phenomena of the spiritual world are not spatial in the sense that a material object presented to the eye is spatial. Nevertheless, we can only describe them in such a way that they seem to resemble a visual image seen by the physical eye—or whatever other sense-impression we make use of in our description. You must bear this in mind in connection with all the descriptions I shall now be giving of what takes place in the super-sensible.
[ 3 ] Wenn der Mensch nun durch die Todespforte durchgegangen ist, so verblaßt allmählich in diesem Bilde der Geistgestalt das Haupt, die Kopfgestalt verblaßt. Dagegen wird die ganze übrige Gestalt des Menschen Physiognomie, und zwar, wie ich schon dargestellt habe, so Physiognomie, daß diese Physiognomie der Ausdruck dafür ist, inwiefern der Mensch in dem Erdenleben, das sich bis zum Durchgange durch die Pforte des Todes abgespielt hat, ein mehr oder weniger guter oder böser Mensch oder ein weiser Mann oder ein Tor war und dergleichen. Das alles, was der Mensch in der sinnlichen Welt verbergen kann, wo man mit dem unschuldigsten Gesicht ein Bösewicht sein kann, das ist nicht möglich, wenn man durch die Todespforte gegangen ist. Mit dem Gesicht läßt es sich nicht machen, weil dieses Gesicht verblaßt; und durch die übrige Gestalt, die immer mehr und mehr einen physiognomischen Ausdruck bekommt, läßt es sich nicht verleugnen. Aber es handelt sich darum, daß, wenn der Mensch in die geistige Welt eintritt, sein ganzes Verhältnis zur Welt ein anderes ist. Sie müssen schon auffassen, daß das auf der Erde am höchsten Geschätzte, das Denken, namentlich das abstrakte Denken, drüben in der geistigen Welt gar nicht geschätzt wird. Das, wofür der Kopf das Instrument ist, wird in der geistigen Welt gar nicht geschätzt, man kann es gar nicht anwenden. Dieses stolze Denken, durch das wir uns Vorstellungen verschaffen über die sinnlichen Dinge auf Erden, müssen wir zurücklassen. Philosophen gibt es nur auf Erden, denn gerade die Philosophie, die im abstrakten Denken besteht, muß auf der Erde zurückgelassen werden. Alles Seelenleben wird immer mehr und mehr, je weiter wir in die geistige, übersinnliche Welt hineinkommen, ein bildhaftes Vorstellen, ein Anschauen, und zwar ein solches Anschauen, daß die Gedanken, die in den Dingen sind, mit dem Anschauen kommen. Hier auf der Erde bilden wir uns die Gedanken, da drüben werden uns die Gedanken durch die Sachen selber geoffenbart, sie kommen an einen heran. Also, der Gedanke wird dort durch Anschauung errungen. Da handelt es sich darum, daß auch in der Anschauung alles, was der Mensch nun durchmachen soll, in der geistigen Welt an ihn herankomme.
[ 3 ] When a human being has passed through the gate of death, the spirit-form, of his head gradually fades away. On the other hand, the whole of the rest of his form becomes “physiognomy,” a physiognomy which expresses, for instance, how far the man was, in earthly life, a good man or a bad man, a wise man or a fool. These qualities can remain hidden in the material world; an out-and-out villain can walk about with an absolutely innocent face. But when the gate of death has been passed, they can no longer be concealed. There is no doing it with the face, for the face fades right away; and the rest of the form, which grows more and more like a physiognomy, allows nothing to be hid. We have, moreover, to remember that when a human being passes into the spiritual world, his whole relation to the universe changes. The faculty of thinking, especially that abstract thinking by which men set so much store on Earth, is by no means prized yonder in the spiritual world. No value is attached in the spiritual world to the faculty of which the head is the instrument; it is quite useless there. We have to leave behind us the thinking of which we are so proud and by means of which we evolve thoughts about the phenomena of the material world. It is only on Earth that there are philosophers! The kind of philosophy that consists in abstract thinking must be left behind. The further we pass out into the spiritual, super-sensible world, the more does our life of soul become a beholding, a perceiving. The thoughts which are in the objects come to us with the very act of perception. Here on Earth we evolve the thoughts; yonder in the spiritual world the thoughts are revealed by the things themselves; the thoughts come to us. Thought is achieved by means of perception. Nor is this true only of thought. Everything man has to undergo comes to him, in the spiritual world, in perception.
[ 4 ] Nun haben wir schon auch für die Sinnesanschauung gewisse Anhaltspunkte, an die wir anknüpfen können, wenn wir die geistige Welt, durch die der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt durchgeht, schildern wollen. Wir sehen in der Sinneswelt die Sterne. Die Sterne, auch die Planeten unseres Planetensystems, zeigen uns, ich möchte sagen, für das sinnliche Anschauen auf die Erde herunter, im Grunde genommen nur ihre Außenseite. Innen sind sie etwas ganz anderes. Innen sind sie die Versammlung von geistigen Wesenheiten, von solchen geistigen Wesenheiten, die in der verschiedensten Weise an den Orten sich angesammelt haben, wo diese Sterne sind. Und wenn wir irgendwo nach einem Sterne mit dem bloßen physischen Auge hinsehen, so bedeutet das: In dieser Richtung ist eine Kolonie von geistigen Wesenheiten im Weltenall, und was ich als physischen Stern dort sehe, das gibt mir gewissermaßen nur die Richtung, das ist ein Merkzeichen, eine Tafel. Was die physische Wissenschaft von den Sternen beschreibt, ist alles nur von ganz geringer Bedeutung, denn das handelt von nichts anderem als von Merkzeichen, von Merktafeln, von Richtungs-, Orientierungstafeln. Daß wir irgendwo einen Stern sehen bedeutet nichts anderes, als daß in dieser Richtung die Wohnung geistiger Wesenheiten ist.
[ 4 ] We have around us in the world of sense-perception certain phenomena which help us to describe the spiritual world in which man lives between death and a new birth. We look up to the stars. What the stars and planets of our system reveal to sense-perception on Earth is merely their outward aspect. In their inner reality they are something quite different; they are hosts of Spiritual Beings who have gathered together in diverse ways at the places where the stars appear in the heavens. When we look at a star with our physical eyes—what it really means is that there, in that particular direction, is a colony of Spiritual Beings in the Cosmos. The physical star we see merely gives us the direction; it is, if you like, a kind of signpost. Descriptions of the stars as given by physical science are of quite secondary importance, for physical science is dealing with what are no more than signs to indicate direction. The fact that somewhere in the sky we see a star means that in that direction there is a colony of Spiritual Beings.
[ 5 ] Das erste Gebiet nun, in das der Mensch hineinkommt, wenn er die Todespforte durchschritten hat, ist das Gebiet des Mondes, das heißt, er kommt in das Gebiet derjenigen Wesenheiten, welche im Monde ihren Aufenthaltsort haben. Was sind das für Wesenheiten?
[ 5 ] The first sphere into which the human being passes after death is the sphere of the Moon; that is to say, he enters the region of the Spiritual Beings who have their dwelling-place in the Moon. What kind of Beings are these?
[ 6 ] Aus meiner Darstellung in der «Geheimwissenschaft» wissen Sie, daß der Mond nicht immer dort war, wo er jetzt ist. Mit diesem Monde hat es überhaupt eine merkwürdige Eigentümlichkeit. Es ist zum Beispiel ganz sonderbar, daß von diesem Monde in den gebräuchlichen Lehrbüchern, in den Schul- und Handbüchern ganz verschwiegen wird, daß er jetzt in einem Zustande ist, wo er uns jedes Jahr etwas näher kommt. Das merken die meisten Menschen nicht, weil sie es in diesen Handbüchern nicht finden, aber wahr ist es doch. Es ist aber mit diesem Monde so, daß er nicht immer so wie jetzt draußen im Weltenall war, sondern er war einmal sogar — Sie können es in meiner «Geheimwissenschaft» nachlesen — mit seiner Substanz in der Erde drinnen, hat sich aus der Erde herausgespalten und ist dann heraufgegangen ins Weltenall, so daß er erst im Laufe der Erdenentwickelung sich selber zu einem Wohnhaus für geistige Wesenheiten gebildet hat. Welches sind nun diese geistigen Wesenheiten?
[ 6 ] From what has been said in my book Occult Science, you will know that the Moon was not always out in the heavens where it is now. As a matter of fact, there are many strange things to be observed about the Moon. It is curious, for instance, that in ordinary text-books and school-books no mention is made, as a rule, of the fact that every year the Moon is coming nearer to the Earth. Most people are not aware of this, because they do not find it in the text-books; it is true, nevertheless. The Moon was not always out there in the Cosmos; there was a time when the Moon and its substance were within the Earth. The Moon then separated from the Earth and passed out into the Cosmos. It is therefore only in the course of Earth evolution that the Moon has become a dwelling place in itself for Spiritual Beings. And for what kind of Spiritual Beings?
[ 7 ] In meinen Büchern und Vorträgen habe ich oft beschrieben, wie der Mensch in sehr alten Zeiten der Erdenentwickelung den großen Urlehrern des Erdendaseins gegenübergestanden hat. Wir werden ja, wenn wir wirklich verständnisvoll zurückblicken in die Erdenentwieckelung, mit einer ungeheuren Ehrfurcht innerlich durchtränkt vor jener ungeheuren Weisheit, die einmal durch große, übermenschliche Lehrer den Menschen auf der Erde gegeben worden ist. Die ersten Lehrer des Menschengeschlechtes auf Erden waren eben nicht Menschen, sondern Wesenheiten, die höher stehen als der Mensch, die überhaupt nicht in einem physischen Leibe in den Mysterien erschienen, sondern in einem ätherischen Leibe, den sie seither zum großen Teile sogar abgelegt haben, so daß sie in einem astralischen Leibe sind. Diese Urlehrer haben dann den Auszug aus der Erde durchgemacht und sind ihrerseits nach dem Monde in den Kosmos hinausgegangen; so daß heute dieser Weltenkörper, den wir als Mond ansprechen, im Kosmos draußen die Kolonie der Urlehrer der Menschheit ist. Da sind sie drinnen. Wenn wir die Außenseite des Mondes ansehen, so spiegelt sie uns für das grobe Betrachten eigentlich nur das Licht der Sonne, für das feinere Betrachten aber spiegelt sie uns eine ungeheuer große Summe von Kräften des Weltenalls überhaupt. Aber was wir da von den Kräften des Weltenalls vom Monde auf die Erde hineingespiegelt erhalten, das hängt zusammen mit all dem, was im Menschen eigentlich untermenschlich ist, was der Mensch heute mit der animalischen Natur gemeinschaftlich hat. So daß der Mond merkwürdigerweise in sich vereinigt diese geistigen hohen Wesenheiten, die einmal die Urlehrer der Menschheit waren, mit den animalischen Kräften der Menschennatur.
[ 7 ] In my books and lectures I have often spoken of the great primeval Teachers who lived among men in very ancient times of Earth evolution. When we look back with real understanding to ancient times, we cannot but be filled with deep inner reverence for the marvellous wisdom that was given long since to men on Earth by these great, superhuman Teachers. For the first Teachers of the human race on Earth were not themselves human; they were Beings standing higher in the scale of evolution than man, and in the Mysteries they appeared not in physical but in ether bodies—which, since then, they have for the most part laid aside, for they are now in astral bodies. These primeval Teachers left the Earth and passed out into the Cosmos—to the Moon. The heavenly body we know as the Moon is therefore the colony, out in the Cosmos, of the primeval Teachers of mankind. There they have their dwelling, in the Moon. To crude perception the outer aspect of the Moon reflects merely the light of the Sun. But for a finer perception the Moon mirrors a vast number of cosmic forces. And what is reflected thence to the Earth from the forces of the Cosmos is connected with all that is sub-human in man—with what man has to-day in common with animal nature. We find, therefore, in the Moon these high Spiritual Beings who were once the primeval Teachers of mankind, and at the same time, together with them, the animal forces of man's nature.
[ 8 ] In diesen Bereich kommt zunächst der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes hindurchgeschritten ist. Da macht er seine ersten Erfahrungen. Stellen Sie sich also ganz lebendig vor, wie der Mensch mit seiner moralischen oder auch unmoralischen Physiognomie in den Bereich der Mondenstrahlung, der physischen und der geistigen Mondenstrahlung kommt, und stellen Sie sich vor, wie der Mensch zunächst sich und die anderen Menschen mit dieser Physiognomie sieht. Aber es sind ja nicht physisch-sinnliche Augen, mit denen er schaut, sondern es ist ein Empfinden, gewissermaßen ein Betasten, aber ein Betasten auf Entfernung hin, wie der Mensch diejenigen Wesen wahrnimmt, die da in seinen Bereich kommen. Wenn ich Ihnen beschreiben soll, wie das ist, so möchte ich es in der folgenden Weise beschreiben. Nehmen Sie an, der Mensch kommt in diesem Gebiete nun wirklich an ein anderes Wesen heran. Er hat nun seine Physiognomie, die aber in sich beweglich ist, gewissermaßen weich ist. Er versucht nun, wenn er ein anderes Wesen in seiner Nähe hat, sich selber eine ähnliche Physiognomie zu geben, wie sie das andere Wesen zeigt. Wenn aber ein Mensch, der ein richtiger Bösewicht im Erdenleben war, durch die Pforte des Todes gegangen ist, drüben ankommt und nun versuchen würde, gegenüber einem sehr guten Menschen diese Prozedur zu machen, damit er empfände, was der gute Mensch in seiner Physiognomie ist, so würde er das nicht können. Er kann sich nur wieder die Physiognomie von Bösewichtern geben. Das andere gelingt ihm nicht. — Daraus sehen Sie, daß der Mensch eine gewisse Zeit nach dem Tode nur diejenigen anderen menschlichen Wesen sehen kann, die schon durch die Pforte des Todes durchgegangen sind, und die in moralischer Beziehung so waren wie er hier auf der Erde. Das ist der erste, ich möchte sagen, richtende Eindruck, den der Mensch erlebt. Dieser Eindruck übt eine scharfe Justiz, denn der Mensch steht da fortwährend unter dem Eindruck: So wie diese, so bist du auch! Du kannst dich überhaupt nur bewegen unter solchen Menschen, die so sind wie du! — Die anderen sieht man nicht, man nimmt sie zunächst nicht wahr.
[ 8 ] This is the first region the human being enters when he has passed through the gate of death; here his first experiences are undergone. Try to form a living picture of how, with his moral—or immoral—physiognomy, a human being comes into the region of the physical and spiritual radiations of the Moon and how, to begin with, he sees himself and other human beings each with his physiognomy. He does not see with physical eyes; he becomes aware of the others through a kind of “feeling” perception—almost a kind of touching, but touching from a distance. Let me try to describe it to you in the following way. A human being comes into the vicinity of another being in this region. He has his physiognomy which is mobile in itself—as it were, soft and pliable. He draws near to the other being, and at once tries to give himself a physiognomy similar to that revealed by the other being. But if a man who was an out-and- out villain in earthly life and has now passed through the gate of death were to attempt to do this in the proximity of one who has been a saintly man, in order that he might perceive and feel what the saintly man is in his physiognomy, he would not find it possible. Despite all his efforts he would continue to give himself the physiognomy of a villain. He can do no otherwise. You will realise from this that for a certain period of time after death a man is only capable of seeing other human beings who in respect of their moral qualities were of like nature with himself in Earthly life. This is the first impression that is experienced by the human being, the first of many powerful impressions that are at the same time like so many judgements passed upon him. For man really feels the experience as a dispensation of strict justice. He stands there under the constant impression: As those others are, so are you yourself; you can move only among human beings who are like yourself! It is so, indeed. Man does not see those who are different from himself; to begin with, he simply cannot see them.
[ 9 ] Diese Umgebung des Mondes sendet aber nun durch die besonderen Kräfte, die sie hat, nicht gleich die Angeloi in ihrer schönen Form in die Nähe des Menschen, sondern der Mond ist ja dasjenige, dessen sich die Erde entledigt hat, der Mond ist derjenige Weltenkörper, den die Erde aus sich herausgesetzt hat in den Kosmos — allerdings sind dann mit ihm gegangen die großen, heiligen Urlehrer und Weisen der Menschheit —, so aber, wie der Mond jetzt allein draußen im Weltenall ist, so sind da in seiner Nähe durchaus die ahrimanischen Gestalten. Ahrimanische Gestalten sind dort zu sehen. Und da ist es so: Wenn der Mensch andere Menschen sieht in nicht guten Physiognomien, so hat er den eigentümlichen Eindruck, daß er sich sieht mit denjenigen, die er so sehen kann — und das sieht dann zum Verzweifeln ähnlich all den ahrimanischen Gestalten, die da erscheinen. Die Angeloi kann er noch nicht sehen, weil diese Gestalten haben, in die er sich wieder nicht hineinfinden kann. So sieht also der Mensch die anderen Menschen in gewissen Gestaltungen des Bösen, und er kann dann den Vergleich anstellen, wie dies ähnlich ist den ahrimanischen Gestalten. Das ist der zweite Eindruck, den der Mensch in der Mondensphäre bekommt: Du bist ja so ähnlich den ahrimanischen Gestalten! — Wiederum eine sehr wirksame Justiz nach dem Tode.
[ 9 ] Now the particular forces which are contained in this Moon environment do not permit of the Angels drawing near to man. The Angels—in their lovely form—cannot, to begin with, come into the neighbourhood of the human being. For the Moon is the heavenly body of which the Earth has rid herself; she has, as it were, put it out into the Cosmos. It is true that with the Moon have gone also, as we saw, the holy Teachers and Sages; but there are present, in addition, in its vicinity Ahrimanic Beings. Ahrimanic forms are to be seen there. And so it comes about that when a man sees other human beings in physiognomies that are the reverse of good, and has the impression that he is seeing himself along with them, then he and they seem, to his despair, to resemble the Ahrimanic forms that appear in this region. The Angels are hidden from his sight because they have forms into which he cannot yet find his way again. He sees other human beings in forms that are all differing expressions of evil, and he notes the resemblance of these to the Ahrimanic forms. This, then, is the second impression which comes to man in the Moon sphere: You yourself resemble the Ahrimanic forms! Once again is a stern judgement passed upon man after death.
[ 10 ] Und das dritte ist, daß der Mensch nun nicht entkommt dem deutlichen Eindruck: Da sind in der ersten Region, die ich zu durchwandern habe, die weisen, die guten Urlehrer der Menschheit. — Diesen Eindruck muß er bekommen, denn es besteht ein eigentümliches Verhältnis zwischen den ahrimanischen Wesenheiten, die einem in der geschilderten Weise entgegenkommen, und diesen Urlehrern der Menschheit.
[ 10 ] The third experience makes an impression which never leaves the human being. It begins with the realisation that in the first region through which he has to pass are the wise and holy primeval Teachers of early humanity. But now he cannot help feeling that a mysterious connection exists between the Ahrimanic beings with whom he comes in contact in the way described, and these primeval Teachers of mankind.
[ 11 ] Es ist ja vom menschlichen Standpunkte aus ganz begreiflich, daß die Menschen in bezug auf diese Dinge so ähnlich urteilen werden wie jener bekannte König von Spanien, dem man einmal eine Zeichnung von den Bewegungen der Sterne- und von dem ganzen Stande des Sonnensystems vorgelegt hat. Das war für ihn schwer zu begreifen, und da hat er denn gesagt: Wenn Gott ihm die Weltenschöpfung übertragen hätte, so hätte er es viel einfacher gemacht. — Er fand das zu kompliziert. Es ist nicht zu verwundern, daß viele Menschen etwas Ähnliches in ihren Urteilen ausdrücken; sie möchten immer gerne den göttlichen Weltenplan etwas korrigieren. Die Menschen trauen sich überhaupt in ihrer Einsicht ungeheuer viel zu. Es hat sogar einen Philosophen gegeben, der den Ausspruch getan hat: Gebt mir Materie, und ich forme ein Weltall daraus! — Kant nämlich. Es ist nur gut, daß man ihm keine Materie gegeben hat, denn er hätte etwas Schauderhaftes daraus gemacht.
[ 11 ] From the human point of view it is of course quite understandable that men will judge such things as I am telling you in the attitude of the famous King of Spain who was once shown a map of the stars and their movements and the whole solar system and, finding it very difficult to grasp, said that if God had left him to create the Universe he would have made it much simpler, it was all far too complicated! It is not to be wondered at that numbers of people think very much the same and are for ever wanting to correct something in the Divine Plan of the Universe. Human beings have, as you know, infinite faith in their own power of insight. There was actually a philosopher who said: “Give me matter, and I will make a universe.” That philosopher was Kant. It is a good thing he was not given matter, for he would have made something perfectly horrible out of it!
[ 12 ] So ist es auch, daß die Menschen, wenn sie von ahrimanischen Wesenheiten und Gestalten hören, dann nicht begreifen können, wie diese ahrimanischen Gestalten nicht längst alle Hoffnung verloren haben, daß sie in ihrem Sinne einen Sieg über die Erdengeister erringen werden. Denn die Menschen wissen das so gut, daß die ahrimanischen Wesenheiten nicht siegen werden. Aber Ahriman weiß es nicht. Er strebt immerfort den Sieg an. Und aus diesem Anstreben des Sieges entsteht ein eigentümliches Verhältnis zwischen denjenigen ahrimanischen Wesenheiten, die vorzugsweise zur Mondensphäre gehören, und den weisen Urlehrern der Menschheit, ich möchte sagen, es ist ein furchtbares Schmeicheln von seiten dieser ahrimanischen Wesenheiten gegenüber diesen Urlehrern der Menschheit, sie möchten sie für sich gewinnen. Denn was streben diese ahrimanischen Wesenheiten an? Sie möchten die Erde auf einem bestimmten Punkte ihrer Entwickelung festhalten, möchten sie nicht weiterkommen lassen. Es ist immer Ahriman, der da sagt: Die Menschen haben es bis hierher in ihrer Entwickelung gebracht, nun sollen sie auf diesem Standpunkte stehen bleiben, sich nicht weiterentwickeln. Ich will, daß sie sich auf diesem Standpunkte verhärten und dann ihre weitere Weltenreise antreten als verhärtete, nicht als solche Menschen, die sich weiterentwickeln. — Das ist es, was jede Nacht den Menschen von den ahrimanischen Wesenheiten in die Ohren geträufelt wird. Und das ist ja auch das, was die ahrimanischen Wesenheiten mit der Erde überhaupt wollen, sie wollen sie auf einem bestimmten Punkte ihrer Entwickelung festhalten.
[ 12 ] So, too, when people hear about Ahrimanic beings, they cannot understand why these beings have not long ago given up all hope of gaining the victory over the Earth Spirits. Human beings know quite well that the ultimate victory will not be with the Ahrimanic beings. But Ahriman does not know it! He strives unceasingly for victory. And out of this striving for victory there arises a strange and remarkable connection between those Ahrimanic beings who belong chiefly to the Moon sphere and the wise, primeval Teachers of mankind. Let me put it in this way. The Ahrimanic beings are continually trying, in their sinister way, to flatter and cajole these primeval Teachers, they would so much like to win them over to their side! For what is it these Ahrimanic beings are trying to achieve? They would like to hold the Earth fast at a certain point in its development and not allow it to make any further progress. It is Ahriman who is constantly saying: “The evolution of human beings has reached a certain point, and now it must come to a standstill; they must not evolve any further. I have resolved that human beings shall harden at this point and continue their further journey in the Cosmos as hardened, rigidified beings—not as beings involved in a progressive evolution.” This is what is whispered every night into the ears of men by the Ahrimanic beings. And it is what the Ahrimanic beings desire in regard also to the Earth itself; they want to hold it fast at a given point in its evolution.
[ 13 ] Nun denken Sie in diesem Punkte an die großen Urlehrer der Menschheit. Diese Urlehrer haben ja auf der Erde das zurückgelassen, was wir als die alte Urweisheit kennen, die im Laufe der Zeit verglommen ist, die die Menschen heute nicht mehr verstehen, aber die einstmals in den alten Mysterienstätten den Menschen gelehrt worden ist. Diese alte Weisheit konnte nicht weiter gelehrt werden. Denn hätten die Menschen fortwährend diese Weisheit empfangen, so wären sie nicht weitergekommen, vor allen Dingen wären sie nicht zur Freiheit aufgerückt, sie hätten nicht ihren freien Willen bekommen können. Diese Weisheit war eine solche, die nur zu den Instinkten der Menschen sprechen konnte, nicht zur vollen selbstbewußten Besonnenheit. Daher haben sich diese Lehrer zum Heile der Menschheit in einem bestimmten Zeitpunkte von ihr zurückgezogen. Der Mensch hätte nicht für seine Entwickelung einen Ausgangspunkt, einen Anfang finden können, wenn diese Urlehrer nicht dagewesen wären. Nachdem sie aber einmal einen Anstoß gegeben haben, so daß der Mensch diesen Anstoß benützen kann, um sich selbständig weiterzuentwickeln, haben sie sich von der Erde zurückgezogen, sind eben in die Mondenkolonie gegangen. Und nachdem die ahrimanischen Wesenheiten dazumal, als diese Urlehrer noch auf der Erde waren, sich alle Mühe gegeben haben, diese Urlehrer auf der Erde zu erhalten und es bei der instinktiven Weisheit zu belassen, glauben sie heute noch immer, sie könnten, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen und bei der Mondensphäre angelangt ist, wenigstens noch da etwas machen, und so versuchen sie durch ihre Schmeicheleien immerzu, diese Urlehrer der Menschheit dazu zu bewegen, jetzt an die eben verstorbenen Menschen heranzutreten. Doch das kann nicht erreicht werden, insbesondere nicht bei den Menschen, die die Physiognomie des Bösen an sich tragen. Aber es ist so, daß die ahrimanischen Wesenheiten sich auch fortwährend an die Menschen heranmachen und sie damit aufstacheln, daß sie ihnen sagen: Das war einmal da! — Und so entsteht jetzt als ein drittes für diese bösen Menschen, daß die ahrimanischen Gestalten ihnen die Urlehrer beschreiben, aber sie können sie mit ihrem Wesen nicht sehen, sie sehen ins Leere hinein.
[ 13 ] And now think of the great primeval Teachers of man. It was they who left behind them on Earth what we know as the ancient, primordial Wisdom. This ancient Wisdom has grown dim in the course of the ages and is no longer understood. Once upon a time, in the old Mystery-sanctuaries, it was taught to men; but that could not continue. For if human beings had gone on receiving this Wisdom, they would not have made progress. Above all, they would not have attained to freedom, to free inner spiritual activity; they would not have acquired free will. The wisdom was by its very nature able to speak only to the instincts of men, not to clear, self-conscious deliberation. It was thus for the well-being of humanity that at a certain moment these great Teachers should withdraw. If they had never lived on Earth man would have been without an initial impetus for his evolution. But when they had once given the impetus which enabled him henceforth to continue his evolution independently, they withdrew from the Earth and went to the Colony of the Moon. As long as the primeval Teachers were still upon Earth, the Ahrimanic beings did their utmost to keep them there in order that the instinctive Wisdom should remain as it was. Even to-day, when a man has passed through the gate of death and come into the Moon sphere, they think they can still do something; and so they try again and again to cajole and persuade these primeval Teachers to approach the dead. They cannot achieve their end, least of all in the case of those human beings who wear a physiognomy of evil. None the less, the Ahrimanic beings continue to draw near to the souls of human beings in the Moon sphere and goad them on by pointing to the great primeval Wisdom and saying: “That was once all there for you!” Human beings who wear features of evil have, therefore, now to pass through a third experience. The Ahrimanic beings speak to them of the primeval Teachers of mankind. But they, with their nature, cannot see these Teachers. They gaze into an empty void.
[ 14 ] Das ist wieder ein sehr bedeutender, richtender Eindruck, den die Menschen dadurch bekommen. Und da lastet sich dann auf die Seele des Menschen die Empfindung: Ich sehe diejenigen nicht, von denen die Menschheit den Ausgangspunkt genommen hat, ich bin verworfen worden! — Das ist eine sehr starke, lebensvolle Empfindung, die diejenigen Menschen haben, die nicht die Physiognomie des Guten zeigen.
[ 14 ] This experience makes a profound and lasting impression. Once again man feels that a judgement has been passed upon him. For the thought lies heavy on his soul: “Those who gave the human race its first impulse are hidden from me; I cannot see them, I am spurned and rejected.” Powerful and acute is the experience that comes thus to human beings who do not show a physiognomy expressive of the good.
[ 15 ] Das sind also die drei Eindrücke, die der Mensch dann haben muß, wenn er mit der Physiognomie des Bösen hinüberrückt in die Welt, die er betritt, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist.
[ 15 ] These are the three impressions which must needs come to man when, with a physiognomy of evil, he passes over into the world that lies beyond the gate of death.
[ 16 ] Nun muß man schon sagen: In einer gewissen Beziehung ist ja im Menschen nicht lauter Gutes, sondern selbst in dem besten Erdenmenschen ist viel Böses, so daß viele Menschen wenigstens teilweise diese Eindrücke empfangen, von denen ich gesprochen habe. Aber je mehr der Mensch selber die Physiognomie des Guten annehmen kann, um so mehr wird er auch drüben nach dem Tode diejenigen sehen, denen er durch das Gute ähnlich geworden ist, und er wird um so eher, je mehr er mit der Physiognomie des Guten hinüberkommt, weniger Sinn für die ahrimanischen Gestalten haben. Damit wird alles das, was ich erzählt habe, was von den ahrimanischen Gestalten ausgeht, wegfallen, und damit wird der Mensch dann mehr Sinn haben für die Angeloigestalten, die dann in seinen Bereich treten. Und das gibt dann in den Menschen hinein dasjenige, mit dem er sich jetzt durchdringt als mit Kräften, und zunächst sind es Kräfte des Wollens. Es ist so, daß man überhaupt nach dem Tode in der Hauptsache nicht das Nachdenken hat, sondern das Wollen. Das Wollen wird zur Empfindung, wird zur ganzen Lebenswelt. Sie sehen: Man muß wollen, wenn man überhaupt wahrnehmen will. Wenn man so etwas sehen will, muß man sich selbst entsprechend gestalten. Man muß also wollen. Dem muß man ähnlich werden, das man wahrnehmen will. Der Wille vorzugsweise ist es, der da ausgebildet wird, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geschritten ist, und auf den Willen wirken auch die Eindrücke im Guten und Bösen, die ich für den Mondenbereich geschildert habe.
[ 16 ] And it must of course be remembered, that no human being is wholly good; in the very best of men there is, after all, a great deal that is bad. Hence it falls to the lot of a great many human beings to undergo, at any rate in part, the experiences here described. But the more a man is able to assume the physiognomy of the good after death, the more readily will he behold those whom he has through his goodness come to resemble, and the less will he respond to the Ahrimanic beings. Their influences will fall away from him; on the other hand he will have understanding for the Angel Beings who now enter the sphere in which he is living. And that will enable him to permeate his being with forces,—to begin with, forces especially of will. For it is not thought or reflection, but first and foremost the faculty of will that man possesses after death. Will becomes itself perception, becomes man's whole world of life. He has to perform an act of will whenever he wants to perceive anything. For he must form. and fashion himself in accordance with what he wants to see. That is, he must will. He must become like what he wills to perceive. It is above all the will that is developed when a man has passed through the gate of death, and upon it work, for good or ill, the impressions of which I have spoken in connection with the Moon sphere.
[ 17 ] Das nächste nun, wo hinein der Mensch kommt, ist dann der Merkurbereich. In diesem Merkurbereich hat der Mensch seine Physiognomie schon so weit den Mächten und Kräften der übersinnlichen Welt angepaßt, daß er, zuweilen unter starken Schmerzen, abgelegt hat seine Physiognomie des Bösen, daß er allmählich ähnlich geworden ist — obwohl es bei vielen Menschen mit diesem Ähnlichwerden nicht sehr rasch geht — den Gestalten der Angeloi, Archangeloi, Archai. Aber jedenfalls kommt der Mensch jetzt in den Bereich des Merkur und damit in den Bereich der Wesen der dritten Hierarchie, muß unter ihnen leben und muß das durchmachen, was ich schon beschrieben habe. Es ist dies derjenige Bereich, wo man sich allmählich das Verständnis erwirbt für das, was vorher eine bloße mehr oder weniger blinde Anschauung war, aber eine blinde Anschauung, die sehr stark gerade auf die menschliche Willenssphäre gewirkt hat. Im Merkurbereiche erwirbt man sich dafür nach und nach das Verständnis. — Heute, in diesem unserem Zeitalter ist es so, daß wirklich derjenige, der mit imaginativer Anschauung nach diesen Dingen hinsieht, recht tragische Empfindungen hat. Denn wie man sich gerade in diese Merkursphäre hineinfindet als Toter, das hängt schon etwas davon ab, ob man hier auf der Erde als Materialist alles Übersinnliche in Denken und Tun abgewiesen, oder ob man sich hier Verständnis für das Übersinnliche erworben hat. Man steht schon ziemlich verständnislos den Wesenheiten in der Merkursphäre gegenüber, wenn man hier auf der Erde alles, was über das Materielle hinausgeht, abgewiesen hat. Und man steht ebenfalls verständnislos den Wesenheiten gegenüber, die im nächsten Bereiche sind, die auch noch zur Kategorie der Angeloi, Archangeloi und Archai gehören, nur etwas weiter entwickelt sind, wenn man im Erdenleben Materialist war, und man nun in den Venusbereich kommt, denn da wird man gerade überstrahlt von den Kräften der kosmischen Liebe. Hat man auf der Erde sich nicht erworben die Kraft des Liebenkönnens, so kommt man da in einen fremdesten Bereich. Und das, was einen sonst, wenn man sich auf der Erde Liebefähigkeit erworben hat, im Venusbereich dann überstrahlt mit Liebeskräften, das verwandelt sich in einem Menschen, der auf der Erde viel oder unbewußt gehaßt hat, in Zorneskräfte. Es ist das Geheimnis des Venusaufenthaltes, daß der, welcher sich von der Erde viele Reste von Hassenskräften mitbringt, die in ihm gewaltet haben, sich dann im Bereich der Venus so finden wird, wie wenn ihm aus seinem Willen heraus aufsteigen würden die umgewandelten Liebeskräfte, die Zorn- und Wutkräfte sind. Er schaut sich da in demjenigen, von dem er sich sagen muß, das alles muß gemildert, muß in Einklang mit dem Weltenall gebracht werden. Und es ist im Grunde genommen immer das Wollen, das in diesem Gebiete, ich möchte sagen, eine besondere Pflege erhält, das Wollen, das ja auch beim Erdenmenschen an dem StoffwechselGliedmaßen-Menschen sitzt, an dem unteren Menschen. Der wird aber gerade nach dem Tode zur Gesamtphysiognomie, und so ist es auch schon das Wollen, das da zum Ausdruck kommt.
[ 17 ] The next sphere into which the human being passes is that of Mercury. By this time—and often at the cost of great suffering—the human being has been able so far to adjust his physiognomy to the forces of the super-sensible world that he has laid aside the physiognomy of evil and has gradually come to resemble the forms of the Angels, Archangels and Archai. The process is in many cases slow, but eventually man enters the sphere of Mercury, the dwelling-place of the beings of the Third Hierarchy, and has to live there among them and undergo what I have already described. This is the sphere in which he gradually unfolds understanding of what, previously, was more or less blank perception—although it exercised a potent influence upon the domain of his will. In the Mercury-sphere understanding for all that has been perceived begins to dawn within man. In the present age human life is such that those who investigate these matters with Imaginative perception have tragic experiences. For the state in which the souls of the dead find themselves in this Mercury sphere depends to a great extent upon whether, here on Earth, they were materialists and rejected in thought and deed everything of a super-sensible nature, or whether they had understanding for the super-sensible. A man who in earthly life rejected all that transcends the material, confronts the Beings in the Mercury sphere with comparatively little understanding. It is the same when he comes to the next sphere, where he lives among Beings who also belong to the Hierarchy of Angels, Archangels and Archai but have reached a somewhat higher stage of development. If a man was a rank materialist in earthly life, he has no understanding at all of the Beings in the Venus sphere. For here the forces of cosmic love pour down upon him. If he has not acquired on Earth the capacity of love, the region he now enters is strange and foreign to him in the highest degree. The forces of cosmic love flood his being in the Venus sphere if, on Earth, he possessed the faculty of love; but if, on Earth, he consciously or unconsciously harboured hatred in his breast, these forces of the Venus sphere are changed within him into forces of wrath. This is the mystery of man's sojourn in the Venus sphere. For those who bring with them from Earth considerable remains of forces of hatred, it is as though metamorphosed forces of love—forces, that is, of wrath and fury—were to rise up within them from out of their will. Man sees himself in a manifestation that impels him to say: It must all be subdued, it must be chastened and brought into harmony with the Cosmos. It is ultimately always the will that receives, shall I say, special care and nurture in the Venus sphere—the will, which in earthly man has its seat in the limb and metabolic system in the lower part of his organism, that is to say, in the part of man that becomes after death “physiognomy.” It is therefore the will that comes to expression in this physiognomy.
[ 18 ] Aber mittlerweile entwickelt sich der Mensch in der Weise weiter — alles übrige, was ich schon beschrieben habe, kommt dann dazu, aber das gibt wieder neue Gesichtspunkte, die danach erörtert werden müssen —, daß er allmählich ähnlich wird den Wesenheiten, die im geistigen Kosmos vorhanden sind, und er kommt allmählich in den Sonnenbereich. In diesem Sonnenbereiche wirken die Kräfte vorzugsweise dann auf das alles, was wir auf der Erde im Abglanz des Fühlens haben. Die Sonne ist nun wiederum nur ihrer Außenseite nach das, was sie uns zeigt, wenn wir mit physischen Augen zu ihr hinaufschauen. Die Sonne ist innerlich der große Weltversammlungsort aller derjenigen geistigen Wesenheiten, die eben von diesem Zentrum aus die Geschicke der Erde und der Erdenmenschen und alles, was dazu gehört, lenken und leiten. Die Sonne ist vor allen Dingen die Kolonie der Wesenheiten der zweiten Hierarchie, der Exusiai, Kyriotetes, Dynameis. Indem der Mensch in den Sonnenbereich tritt, kommt alles das an ihn heran, was ich das letzte Mal beschrieben habe. Während er vorher nur zusammen war mit denjenigen Wesen, die mit ihm schicksalsmäßig verknüpft sind, treten jetzt auch andere an ihn heran. Sein «übersinnlicher Bekanntenkreis», wenn man so sagen darf, wird größer und größer. Das alles geschieht jetzt im Sonnenbereiche.
[ 18 ] All this time man is coming, by degrees, to resemble the Beings that are present in the spiritual Cosmos, and he is gradually passing on into the sphere of the Sun. In the Sun sphere the forces work chiefly on that in man which in its earthly reflection we know as feeling. What the Sun shows us, when we look up to it with our physical eyes, is its outward aspect only. In its inner aspect the Sun is the great cosmic meeting-place of all those Spiritual Beings who guide and direct the destinies of the Earth and of the men on Earth. The Sun is, above all, the colony of the Beings of the Second Hierarchy—the Exusiai, Kyriotetes, Dynamis. Whereas before entering the Sun sphere man lives only among human beings with whom he is linked by destiny, others now approach him. His circle of acquaintances—if one may be allowed the expression—grows wider and wider. This takes place in the sphere of the Sun. Here, too, a new and particularly vivid experience befalls man.
[ 19 ] In diesem Sonnenbereiche ist es nun auch, wo ein besonders starkes inneres Erleben beim Menschen auftritt. Da unten ist eine andere Welt, die Erde, die er verlassen hat, die er aber wieder betreten muß. In diesem Sonnenbereiche kommt nun das zustande, was ich beschrieben habe als die Umarbeitung des Menschen: Die untere Natur des Menschen wird für das nächste Erdenleben in die obere Natur umgearbeitet, so daß die Beine umgearbeitet werden in die Geistgestalt des Unterkiefers, die Arme in die Gestalt des Oberkiefers mit den Jochbeinen und so weiter. Das alles bedeutet in dem Bereich des Geistigen eine wunderbare Arbeit, gegen die alles, was die Menschen auf den verschiedensten Gebieten auf der Erde arbeiten, etwas höchst Unbedeutendes ist. Eine große, majestätische Arbeit an dem Geheimnis des Menschen wird die Arbeit, die da vom Menschen im Verein mit den höheren geistigen Wesenheiten geleistet wird. Das alles geschieht innerhalb des Sonnenbereiches im weiteren Sinne des Wortes.
[ 19 ] There below him lies another world—the Earth he has left behind but which he must tread again. In the Sun sphere, as you have heard, the metamorphosis of man's being takes place; here is wrought out the great change of which I have told you, when man's lower being is transformed into the upper being in preparation for the next earthly life. The legs are wrought into the spirit-form of the lower jaw, the arms into the spirit-form of the upper jaw and cheek-bones, and so on. This is a wonderful work which proceeds in the spiritual world, and in comparison with it any work that is done on earth in whatsoever domain is utterly insignificant. Great and majestic is the work that is accomplished by man in the spiritual world in union with higher spiritual Beings! There, in the sphere of the Sun (using the word in its wider sense) the secret of man's being is worked out. But now comes another experience.
[ 20 ] Aber der Mensch bekommt gerade in diesem Sonnenbereich noch ein anderes inneres Erlebnis. Wenn wir hier auf der Erde leben, muß eigentlich, wenn wir innerlich seelisch und geistig vollkommen gesunde Menschen sind, in uns die Empfindung auftauchen: Es gibt noch eine andere, eine geistige Welt, wenn wir auch erkenntnismäßig nicht in sie eindringen können. Wir setzen die geistige Welt sozusagen voraus, wir sprechen davon, daß außer derjenigen Welt, die wir im Sinnlichen erleben, eine übersinnliche Welt da ist. Jetzt, während des Sonnendaseins zwischen Tod und neuer Geburt, ist das Umgekehrte der Fall. Da kommt gerade während des Sonnendaseins über den Menschen so etwas, daß er sprechen lernt von einer jenseitigen Welt. Das ist aber die Erde. Und da tritt erst die allerlebendigste Empfindung, jetzt nicht so sehr für sein eigenes Schicksal, sondern für die ganze Eigentümlichkeit des Irdischen hervor. Da gibt es eine gewisse Eigentümlichkeit, auf die Sie kommen können. Sie müssen es nur einmal probieren — aus sich selbst heraus kann das der heutige Mensch in der Regel noch nicht.
[ 20 ] If we are healthy in soul and spirit during our life on Earth, we are bound to realise that there is another world, a spiritual world, even if we cannot pierce through to it with actual knowledge. We take the existence of the spiritual world for granted; we say that beyond the material world there is a super-sensible world. This is how it is in earthly life. But during existence in the Sun sphere between death and a new birth, it is the other way round. In his Sun existence, an experience befalls man that teaches him to speak of a world beyond—but this “world beyond” is the Earth! It is an intensely living experience, not so much now of one's own destiny, but of the whole intrinsic character of Earth existence. And there is one feature of it which you can observe and should test for yourselves. People of to-day can hardly yet succeed in this, but you must try.
[ 21 ] Wenn Sie Geschichte lesen, sie studiert haben, so können Sie, indem Sie die Geschichte zurückverfolgen, immer auf folgendes Erlebnis kommen. Ich will also sagen, Sie leben jetzt im Jahre 1923. Sie gehen nun durch die Geschichte hindurch, gehen durch den Weltkrieg und alles, was früher war, zurück: Sie können dann irgendwo, wenn Sie Geschichte studieren, einen geschichtlichen Bereich finden, sagen wir meinetwillen das Jahr 1500 oder 1550 oder so etwas, dem gegenüber Sie die Empfindung haben können, das kommt Ihnen bekannt vor.
[ 21 ] When you are reading history and following it back through the centuries, it may well be that you have a curious experience. You are living now in the year 1923. You go back through history—through the world war, through still earlier events, until you come at length to the period, let us say, between the years 1500 and 1550. There you begin to feel that it is all familiar to you.


[ 22 ] sehen Sie nur einmal hin auf solche intime menschliche Erkenntnis. Es kommt Ihnen irgend etwas bekannt vor in der Vergangenheit, das vor einigen oder vor mehreren Jahrhunderten da war. Sie sagen sich, das müssen Sie erlebt haben. Oberflächlinge reden dann gleich davon, daß sie gerade in diesem Jahr in einem vorherigen Erdenleben waren. Das ist meistens nicht der Fall, sondern es ist meistens dasjenige Jahr, in welchem der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt in dem Sonnendasein den lebhaftesten Zusammenhang mit dem Erdendasein hatte, wo das irdische Leben nun jenseits so an den Menschen herantritt, wie auf der Erde umgekehrt das übersinnliche Leben als jenseitiges an den Menschen heranrritt.
[ 22 ] Consider for a moment an intimate experience of this kind. You seem to know all about events that happened several centuries ago. You say to yourself: Surely I must have had a share in these events! A superficial student will immediately conclude that this was the period of his previous incarnation on Earth. This is, however, in most cases incorrect. As a rule it is that period between death and rebirth when, in the Sun sphere, you experienced most vividly your connection with earthly existence. Earth life presented itself to you then as a “beyond,” very much as the super-sensible life presents itself to you on Earth as a “beyond.”
[ 23 ] Bleiben wir nun zunächst einmal einen Augenblick bei dieser Entwickelung stehen, so können wir sagen, der Mensch absolviert das Mondendasein, wenn er von der Erde weggegangen ist, er kommt in das Merkurdasein, kommt in das Venusdasein, kommt in das Sonnendasein, dann geht es weiter. — Davon wollen wir noch später sprechen. — Alle diese Dinge sind im Grunde genommen in der geistigen Welt nicht bloß isolierte Dinge und Vorgänge, sondern das steht wieder alles im Zusammenhange mit dem, was auf der physischen Erde geschieht, und da ergibt sich ein ganz besonderer Zusammenhang. Dies, was Mondendasein ist, das ist ja ganz durchdrungen von jenen Ihnen heute öfter erwähnten großen Urlehrern der Menschheit. Die sind in einem Zeitpunkte, der sehr weit zurückliegt, aus dem Erdendasein hinausgegangen in die kosmischen Welten, in die kosmische Kolonie des Mondes. Aber einzelne Menschen, Initiierte in den Mysterien, hatten auch nachher noch ein recht lebhaftes inneres Hören und Schauen für das, was bei diesen Ur-Initiierten einmal auf der Erde da war. So war in der urindischen Zeit noch ein ganz lebendiges Wissen in den Mysterien vorhanden von den Weisheiten der Monden-Initiierten. Gerade das, was heute noch bewundert werden kann in den Nachklängen der urindischen Weisheit, ist auf diese Art zustande gekommen.
[ 23 ] Let us now pause for a moment in our study of man's path of evolution after death. We have seen that when man has gone away from the Earth he completes first the Moon existence, then enters upon the Mercury existence, then Venus and then the Sun. Of what follows we shall speak later on. But now it must be clearly understood that these events and processes are not isolated events and processes in the spiritual world but are all related to what happens on the physical Earth. And the relationship is of a distinctive character. The Moon existence is permeated through and through with the Beings of whom we have been speaking to-day—the great primeval Teachers of the human race. In a remote age of antiquity they left the Earth and went out into the Cosmos to form the cosmic colony of the Moon. But in later times we may still find here and there human beings, initiated in the Mysteries, who were possessed of quick inner sight and hearing, and could apprehend the wisdom which had once been living on Earth thanks to the presence of these primeval Initiates. Thus, in the ancient Indian period of civilisation there was still present in the Mysteries a living knowledge of the Wisdom of the Moon Initiates. There must we look, to find the source of all that can so deeply stir our wonder and admiration in the echoes we still possess of ancient Indian Wisdom.
[ 24 ] Dann trat ein Zweifaches ein. Auch für die verschiedenen Zeitalter bestehen noch Einflüsse von diesem Überirdischen, das der Mensch durchwandelt zwischen Tod und neuer Geburt, nur kommen diese Einflüsse immer weniger durch, das heißt, der Mensch wird sich immer weniger dieser Einflüsse bewußt. Die Merkureinflüsse zum Beispiel sind besonders stark gewesen während der urpersischen Zeit, aber die Menschen waren sich weniger dessen bewußt, und sie haben dann dafür die Mythe von dem Ahura Mazdao ausgestaltet, die noch ein dunkles Wissen war von dem, was Einfluß ist vom Merkur auf die Erde. Während der ägyptisch-chaldäischen Kultur waren vorzugsweise die Venuseinflüsse wirksam. Und dann kam die wunderbare griechische Kultur, die sich dann weiter fortgesetzt hat in der lateinischen; die griechisch-lateinische Kultur, wo am stärksten ist, aber am wenigsten von den Menschen bemerkt, der Sonneneinfluß von der übersinnlichen Welt her auf die Erde. Und in dieser Zeit war es auch, wo zweierlei zusammenfiel: das eine, daß der Mensch, wenn er durchgeht durch das Dasein zwischen Tod und neuer Geburt und gerade in die Sonnensphäre kommt, den größten Hang dazu hat, die Erde von dem Sonnendasein aus zu empfinden —, auf der anderen Seite kam bei den Griechen das dazu, daß alles, was Sonnenmäßiges ist, auf sie einen großen Eindruck gemacht hat. Das, was die Kräfte des Sonnenmäßigen der Erde geben, das hat auch für die Griechen ungemein viel bedeutet, insbesondere für diejenigen Griechen, die man gewöhnlich als die athenischen Griechen bezeichnet — Athener im Gegensatz zu Spartanern —, aber überhaupt übte in Griechenland vom Kosmos aus das Sonnenmäßige, auch als Geistiges, auf die ganze Konfiguration der griechischen Zivilisation einen außerordentlich tiefgehenden Einfluß aus. Während dieser ganzen Entwickelung war auf der Erde besonders stark die Begabung dafür, das Geistige, das rein Geistige des Sternenhimmels zu empfinden. Es beginnt eigentlich erst in unserem fünften nachatlantischen Kulturzeitalter mehr die Empfindung des Materiellen des Sternenhimmels.
[ 24 ] Nor is this all. Influences continue to pour down from the super-earthly world in which man lives between death and a new birth,—and the influences change with each succeeding epoch. As time goes on, their power grows continuously weaker; that is to say, human beings grow gradually less and less conscious of these influences. The Mercury influences, for example, were particularly strong during the period of ancient Persian civilisation, but human beings were already becoming less conscious of them: the myth of Ahura Mazdao is the outcome of a somewhat darkened knowledge of the influence exercised upon the Earth by Mercury. During the Egypto-Chaldean epoch the Venus influences were principally at work. Then came the wonderful epoch of Greek culture, continuing on into the Latin, when the Sun influences worked upon the Earth with greatest strength. Man was, however, in this Graeco-Latin epoch still less observant of such influences. Two factors were working together. When in his existence between death and a new birth man entered the Sun sphere, he felt an urgent desire to experience the Earth from the Sun. That is one factor. The second is that everything connected with the Sun and the nature of the Sun had a very strong influence upon the Greeks. All that the forces of the Sun give to the Earth had a deep meaning for them, especially for those generally known as the Athenians, in contrast to the Spartans. Yet everywhere in Greece the Sun, in its spiritual aspect as well, exercised a remarkably deep influence on the whole form and development of civilisation. Throughout this phase of evolution there was a strong aptitude on Earth for the perception of the spiritual, the purely spiritual, in the starry heavens.
[ 25 ] Unser fünftes nachatlantisches Zeitalter beginnt ja mit dem 15. nachchristlichen Jahrhundert, ist also erst ein paar Jahrhunderte alt. Wir sind aber schon mit diesen Einflüssen aus derjenigen Region herausgekommen, wo die Menschen sich auf der Erde verwandt fühlen diesem Fühlen innerhalb des Sonnendaseins zwischen Tod und neuer Geburt. Wir fühlen heute vielmehr das, was nun darauf folgt. Und in der Tat kommt der Mensch, wenn er eine Zeitlang das Sonnendasein durchlebt hat, in den Bereich des Marsdaseins. Was vom Weltenall auf die heutige Menschheit den größten Einfluß hat, das sind die Impulse des Marsdaseins. Und wir können diese Marseinflüsse kennenlernen, schon wenn wir, nachdem wir die Mittagshöhe des Daseins zwischen Tod und neuer Geburt überschritten haben, uns wiederum dem Erdendasein nähern. Aber die Sache ist ja nicht so, daß das Sonnendasein mit seinen Wirkungen nun für den Menschen aufhört, wenn der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt in das Marsdasein eintritt. Die Sonne dehnt die Sphäre ihrer Wirksamkeit auch über die folgenden planetarischen Zustände hinüber aus. Das bleibt, aber eine Bedeutung gewinnt für das, was auf der Erde nun vorgeht, das Marsdasein.
[ 25 ] Perception of the material aspect of the heavens did not really begin until the time of our fifth Post-Atlantean period, which is, as you know, only a few hundred years old. The fact that these influences are working in our time indicates that we have passed out of the region where men feel themselves related, on Earth, to the feeling they had of being in the Sun-existence between death and a new birth. We to-day are much more susceptible to what follows. After the time spent in the Sun man comes to the domain of Mars. The strongest cosmic influence working upon humanity to-day is the impulse which comes from Mars existence. We can become acquainted with these Mars influences between death and a new birth when the Noontide hour of existence has been passed and we begin once again to approach the Earth. It must not, however, be thought that the influences connected with the Sun existence cease to work upon a man when he has passed into the Mars sphere. The Sun extends the sphere of its activity over those planetary phases of existence which follow. The Sun's influences remain; but the Mars existence begins to be a significant factor in what happens on Earth.
[ 26 ] Ich werde den Durchgang des Menschen durch das Marsdasein weiter schildern, aber ich möchte jetzt fortschreiten von dem, was wir so von der geistigen Welt kennenlernen, zu dem, was da gerade in unserem fünften nachatlantischen Zeitalter wirkt.
[ 26 ] I shall speak further of the journey of the human being through the Mars existence, but I want now to connect what we have just been learning of the spiritual world with what we find at work precisely in our own, fifth Post-Atlantean age.


[ 27 ] Man lernt erkennen, was ein Weltenkampf ist. Man spürt es. Die meisten Menschen können es sich nicht enträtseln, aber im Weltendasein wirkt ein Weltenkampf zwischen allerlei guten und allerlei bösen Geistern. Und was wir als das Sonnendasein bezeichnet haben, gewinnt für dieses Zeitalter eine besondere Bedeutung. Es ist ja heute so schwer, mit geistigen Einsichten aufzukommen gegen das, was äußere materialistische Wissenschaft ist. Die Leute sind so stolz darauf, daß sie physikalisch die Sonne erforscht haben. Sie beschreiben in ihren wissenschaftlichen Handbüchern das Sonnendasein, aber diese Beschreibungen sind nicht dazu angetan, daß man eine richtige Vorstellung bekommt von dem, was die Sonne ist, sondern daß man von den richtigen Vorstellungen abgelenkt wird. Wie wirkt denn heute ganz besonders die Sonne mit Bezug auf das Erdendasein? — Nun will ich nur eine dieser Wirkungsweisen Ihnen andeuten. Ich komme damit scheinbar jetzt in sehr materielle Bereiche hinein, die sich sonderbar ausnehmen innerhalb des Spirituell-Geistigen, das ich geschildert habe, aber diese Dinge werden uns wichtig sein im weiteren Fortgang der Betrachtungen, denen wir uns dann widmen wollen.
[ 27 ] In our time we are learning what cosmic battle is. We can “sense” it taking place. Most of us cannot unravel its mysteries; but we know that in cosmic existence war is being waged to-day between all manner of good and evil spirits. And here the Sun existence acquires a particular significance for our age. It is exceedingly difficult to-day for the results of spiritual insight to make any headway in face of material science! People are so proud of the fact that physics has investigated the Sun! The Sun is described for us in scientific text-books; but these descriptions, instead of stimulating in us a true conception of the Sun, really serve only to put our minds off the track. What then is actually the influence of the Sun in regard to the Earth to-day? I will indicate one only of its activities. It may seem to you that I am descending here into very material realms that are in strange contrast to the spiritual events of which we have been speaking; but what I am now going to say is of importance for the further progress of the studies upon which we are engaged.
[ 28 ] Es ist Ihnen ja bekannt die Erscheinung der Sonnenflecken, die mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf der Sonne auftreten. Die Sonne bekommt dunkle Flecken. Es wird in der äußeren materiellen Wissenschaft viel gestritten über diese Sonnenflecken und was sie für eine Bedeutung haben. Wenn man aber genauer verfolgen würde, was die Bedeutung dieser Sonnenflecken ist, so würde man finden: Da wird vom Inneren der Sonne fortwährend die Anregung gegeben, daß Sonnensubstanz durch diese dunklen Tore ausgeworfen wird ins Weltenall. Und was so von der Sonne als Sonnensubstanz in den Kosmos hinausgeworfen wird, das erscheint dann innerhalb unseres Sonnensystems als Kometen und Meteore, auch als die bekannten Sternschnuppen. Diejenigen Wesenheiten, die innerhalb der Sonne die Welt verwalten, sie werfen, insbesondere in unserem Zeitalter, diese Dinge in unser Zeitalter hinein. Sie haben es schon früher getan, die Dinge sind nicht erst heute aufgetreten, aber sie bekommen nun eine andere Bedeutung, als sie früher gehabt haben. Deshalb sagte ich: In den früheren Zeitaltern haben vorzugsweise die geistigen Impulse gewirkt, die im Sternensystem da sind. Nun beginnen diese Impulse, die da im ausgeworfenen Eisen liegen, eine besondere Bedeutung zu haben für den Menschen. Diese Impulse sind es, die nun ein besonderer Geist, der hier wieder seine besondere Bedeutung gewinnt und den wir den Michael-Geist nennen, im Kosmos anwendet — im Dienste des Geistigen im Kosmos. So daß für unser Zeitalter dasjenige im Kosmos eingetreten ist, was in den früheren Zeitaltern nicht in demselben Grade vorhanden war: daß das kosmische Eisen in seiner geistigen Bedeutung dem Michael-Geist die Möglichkeit gibt, zu vermitteln zwischen dem Übersinnlichen und dem Sinnlichen der Erde. Und so haben wir auf der einen Seite eine Art kriegerischen Geistes in der Welt, die man betritt, wenn man in unserem Zeitalter hinter das sinnliche Dasein kommt. Wenn in unserem Zeitalter der Mensch zum übersinnlichen Schauen kommt, wenn er die Schwelle übertritt und nun nicht den Blick auf die Dinge richtet, die ihn zunächst menschlich-persönlich angehen, sondern auf die Dinge, welche die großen Weltangelegenheiten sind und unserer ganzen Zivilisation zugrunde liegen, dann dringt sein Blick in diese Welt hinein, und er erschaut dort Kampf, Streit, geistigen Kampf. Es streitet, es kriegt hinter den Kulissen des Daseins im Geistigen. Und das, was bis zur physischen Deutlichkeit von den Sonnengeistern als Eisen hineingeworfen wird in den Kosmos, das wird dann im umfassendsten Sinne kosmische Rüstung des Michael, der nun seine Aufgabe in diesem kosmischen Kampfe hat, um gegenüber diesen Mächten des Kampfes und Krieges hinter den Kulissen der Zivilisation der Menschheit im rechten Sinne vorwärtszuhelfen. So daß einem auf der einen Seite entgegentritt Streit und Kampf, auf der anderen Seite die Bemühungen des Michael.
[ 28 ] You are, of course, familiar with the phenomenon of the Sunspots which appear with a certain regularity. Dark spots are observed on the Sun. These Sun-spots and their meaning are the cause of much dispute in material science, but a more accurate research would reveal the following. A constant impulse arises from within the Sun to throw out Sun-substance into the Universe through these dark portals. And the Sun-substance thus thrown out appears within our solar system in the form of comets, meteors and shooting stars. Now it is particularly in our age that the Beings who rule over the Universe from within the Sun are casting forth these comets, meteors and shooting stars. They did so in earlier times as well, but in our time this activity of theirs has a new significance. You will remember I said how in earlier times it was the purely spiritual impulses in the starry system that were particularly at work. In our time it is the impulses contained in the iron thrown out from the Sun that have special significance for human beings. And these impulses are used by Him whom we know as the Michael Spirit, in the service of the spiritual in the Cosmos. In our age there are thus present in the Cosmos impulses which were not working with the same strength in earlier periods of civilisation. This cosmic iron, in its spiritual nature, makes it possible for the Michael Spirit to mediate between the super-sensible and the material on Earth. We find, therefore, on the one side a spirit of warfare abroad in the world man enters, when in our time he reaches to what lies behind outer sense-existence. When a man crosses the Threshold with super-sensible sight and instead of directing his gaze to matters which concern him personally turns his attention to great affairs of the Universe which underlie our whole civilisation, then he sees warfare and battle, spiritual battle. There is strife, there is war and conflict in the spiritual, behind the veils of existence. And the iron which, even to the point of physical manifestation, is thrown out by the Sun Spirits into the Cosmos—with this iron Michael arms Himself for His task in the cosmic war. For Michael has the task of helping humanity to go forward in the right way in face of these Powers of Strife behind the veils of civilisation. On the one hand—battle and warfare. On the other hand—the labours and strivings of Michael.
[ 29 ] Das alles hängt aber wieder zusammen mit der Entwickelung der menschlichen Freiheit. Denn sehen Sie, wir haben als Erdenmenschen Eisen in unserem Blut. Wären wir Wesen, die kein Eisen in ihrem Blute hätten, so könnte in unseren Seelen ganz gut auch das Freiheitsgefühl, der Freiheitsimpuls auftauchen, aber wir hätten nie einen Körper, den wir benutzen könnten, um diesen Freiheitsimpuls zur Ausführung zu bringen. Daß wir die Freiheitsidee, den Freiheitsimpuls nicht nur fassen können, sondern daß wir in unserem Körper auch die Kraft fühlen, diesen Körper zu einem Träger des Freiheitsimpulses zu machen, das rührt davon her, daß wir in unserem Zeitalter lernen können, wie Michael das kosmische Eisen, das auch früher ausgeworfen worden ist, in seinen Dienst zu stellen vermag, und daß wir lernen können, wenn wir immer mehr und mehr den Michael-Impuls verstehen, das innere Eisen in uns in den Dienst des Freiheitsimpulses zu stellen. Das äußere Materielle bekommt immer erst dann einen Sinn, wenn wir es als Ausdruck des Geistigen in der Welt verstehen lernen. Und das Eisen in unserem Blute müssen wir in diesem Zeitalter in der richtigen Weise zu gebrauchen lernen, denn überall da, wo das Eisen auftritt, ist der Impuls gegeben aus dem Kosmos heraus, aus dem Menschen heraus, daß sich die Freiheit entwickele. Aus einem tiefen Instinkt heraus haben daher die alten Initiierten dem Mars das Eisen zugeschrieben, das mit seiner Wichtigkeit im Blut zugleich die Wichtigkeit im Kosmos bekommt.
[ 29 ] Now all this is again connected with the development of man's freedom, man's free spiritual activity. As earthly men we have iron in our blood. If we were beings with no iron in our blood, the feeling and impulse of freedom would still be able to arise in our souls, but we should not have bodies which could be used for putting this impulse into operation. That we are able not only to conceive the idea of freedom, but also to feel in our body the power to make the body itself into a bearer of the impulse of freedom, is due to the fact that in our age we can learn how Michael takes the cosmic iron, which was cast out also in former times, into His service. And we ourselves, if we understand the Michael impulse aright, can learn how to place the iron that we have within us into the service of the impulse of spiritual freedom. Matter in any case has meaning for us only when we learn to understand it as an expression of the Spiritual in the Universe. In this age what we have to learn is to make the right use of the iron in our blood. For wherever iron is, there too is the impulse for the development of freedom. This is true in the Cosmos and true also in man. It was out of a deep instinct that the Initiates of old ascribed iron to Mars—iron which has a significance for human blood, and therewith also a cosmic significance.
[ 30 ] Man kann heute durch die wiedergewonnene Geisteswissenschaft diese Dinge einsehen. Das ist nicht ein Erneuern alter Traditionen, sondern ein Wiederfinden der Dinge aus der Geisteswissenschaft selber heraus. Und durch ein Zusammenstimmen mit den alten Zeiten wird mit der Anthroposophie nicht etwas Altes nur historisch erneuert, sondern es werden die Dinge aus ihrem Wesen heraus gesucht. Dann bekommen sie wieder ihre Bedeutung, wenn man sieht, wie die Menschen das schon einmal gewußt haben unter dem Einfluß der uralten göttlichen Weisheit, die jene Wesen besessen haben, die dann ihren Auszug in den Mond bewirkt haben, und die heute die kosmische Kolonie des Mondes bevölkern. Und so hängt auch unser Zeitalter eben zusammen mit dem, was der Mensch durchlebt zwischen Tod und neuer Geburt. Daher ist die Empfindung von dem, was auf der Erde ist, am stärksten während des Durchganges durch die Sonnensphäre, aber sie ist eigentlich mehr oder weniger immer vorhanden. Immerdar schaut der Mensch auch von seinem überirdischen Bereich, den er durchmacht im Dasein zwischen Tod und neuer Geburt, auf das Irdische herab. Denn würde er nicht auf das Irdische herabschauen, so würde es ihm fremd werden während seines Durchganges durch die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt, der ja immerhin lange währt.
[ 30 ] These things can be known to-day through Spiritual Science, It is not a question of a revival of ancient traditions but of a re-discovery by Spiritual Science itself. If Anthroposophy is found to be in agreement with ancient lore, that does not show that Anthroposophy is merely a revival of the old. Anthroposophy investigates things by studying them in their own intrinsic nature. Their significance is then brought home to one anew when one finds that men had this same knowledge long ago under the influence of the ancient Divine Wisdom possessed by those Beings who afterwards took their departure to the Moon and to-day people the cosmic colony of the Moon. The age in which we live is, therefore, also bound up with the experiences through which man passes between death and rebirth. Perception of what is happening on Earth is strongest during the period of existence in the Sun-sphere, but it is always there after death in greater or less degree. From the super-earthly regions in which he lives between death and a new birth, man is perpetually looking down at the earthly world. If it were not so, the earthly world would become foreign to him during the long journey between death and a new birth.
[ 31 ] So kann man in der verschiedensten Weise schildern, was der Mensch in der übersinnlichen Welt durchlebt. Im vorigen Vortrag habe ich es Ihnen in einer anderen Weise geschildert, jetzt schildere ich es Ihnen im Zusammenhange mit der Sternenwelt, schildere es auch im Zusammenhange mit dem, was in den aufeinanderfolgenden Zeitaltern auf der Erde vorgeht. Alle diese Dinge müssen nach und nach zusammengefaßt werden. Es darf nicht jemand kommen und sagen: Ja, er hat uns ja den Durchgang des Menschen durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt das eine Mal so, das andere Mal so geschildert! — Wenn jemand in eine Stadt reist, einmal, ein zweites Mal und so weiter, so beschreibt er auch, je nachdem er die Stadt kennenlernt, die Dinge verschieden. Man muß dann die Einzelheiten zusammenfassen. So handelt es sich auch darum, daß die verschiedenen Schilderungen der Erlebnisse des Menschen in der übersinnlichen Welt eben zusammengefaßt, zusammengeschaut, zusammengedacht werden. Dann erst bekommt man einen Eindruck von dem, was die übersinnliche Welt ist, und was der Mensch in dieser übersinnlichen Welt erlebt.
[ 31 ] The experiences of man in the super-sensible world can be described in many ways. Yesterday I described them to you in another way; now I have been describing them to you in connection with the world of stars and with what takes place on Earth in the consecutive epochs of civilisation. All these descriptions must gradually be built up together into one whole. It would be a mistake to say: Yes, but how is it that on one occasion you describe man's life between death and rebirth in one way and on another occasion in quite a different way? If a man goes to a city once or twice or three times, he will certainly describe things differently, as his knowledge of the city grows. The details of all his descriptions have then to be put together. In the same way must the descriptions of man's experiences in the super-sensible world be brought together, be considered and pondered in all their connections. Thus alone can we gain an impression of what the super-sensible world really is and what man experiences there.
[ 32 ] So weit wollte ich die Sache jetzt schildern. Ich werde dann im zweiten heutigen Vortrag daran anknüpfen und darstellen, was der Mensch weiter durchlebt, wenn er durchgeht durch das Dasein zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 32 ] This was the point I wanted to reach in the present lecture. In the lecture this evening I will speak of further experiences undergone by the human being in his existence between death and a new birth.
