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World History from an Anthroposophical Perspective
GA 233

24 December 1921, Dornach

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] In diesen Abendstunden unserer Weihnachtszusammenkunft möchte ich Ihnen einen solchen Überblick der Menschheitsentwickelung auf Erden geben, der dazu führen kann, dasjenige, was der Mensch in der Gegenwatt ist, intimer und intensiver in das Bewußtsein aufzunehmen. Gerade in dieser gegenwärtigen Zeit, in der sich so außerordentlich Bedeutsames, man darf schon sagen, für die ganze Kulturmenschheit vorbereitet, müßte es eigentlich jedem tiefer denkenden Menschen naheliegen, die Frage aufzuwerfen: Wie ist die gegenwärtige Konfiguration, die gegenwärtige Verfassung der menschlichen Seele aus einer Entwickelung langer Zeiten hervorgegangen? — Denn es kann ja nicht geleugnet werden, daß das Gegenwärtige dadurch verständlich wird, daß man es in seinem Hervorgehen aus dem Vergangenen zu begreifen versucht.

[ 1 ] In diesen Abendstunden unserer Weihnachtszusammenkunft möchte ich Ihnen einen solchen Überblick der Menschheitsentwickelung auf Erden geben, der dazu führen kann, dasjenige, was der Mensch in der Gegenwatt ist, intimer und intensiver in das Bewußtsein aufzunehmen. Gerade in dieser gegenwärtigen Zeit, in der sich so außerordentlich Bedeutsames, man darf schon sagen, für die ganze Kulturmenschheit vorbereitet, müßte es eigentlich jedem tiefer denkenden Menschen naheliegen, die Frage aufzuwerfen: Wie ist die gegenwärtige Konfiguration, die gegenwärtige Verfassung der menschlichen Seele aus einer Entwickelung langer Zeiten hervorgegangen? — Denn es kann ja nicht geleugnet werden, daß das Gegenwärtige dadurch verständlich wird, daß man es in seinem Hervorgehen aus dem Vergangenen zu begreifen versucht.

[ 2 ] Nun ist man aber gerade in der Gegenwart außerordentlich befangen in bezug auf die Entwickelung des Menschen und der Menschheit. Zunächst stellt man sich ja vor, daß der Mensch in bezug auf sein seelisch-geistiges Leben so, wie er jetzt ist, im wesentlichen während der ganzen geschichtlichen Zeit war. Gewiß, mit Bezug auf das eigentlich Wissenschaftliche stellt man sich vor, daß in alten Zeiten die Menschen kindlich waren, an allerlei Phantastereien geglaubt haben und daß die Menschen eigentlich gescheit im wissenschaftlichen Sinne erst in der allerletzten Zeit geworden sind. Aber wenn man davon absieht, was das eigentlich Wissenschaftliche ist, so denkt man sich dann, daß im allgemeinen die Seelenverfassung, die der heutige Mensch hat, auch schon der Grieche, der Orientale, gehabt hat. Wenn man sich auch im Kleinen Modifikationen im Seelenleben denkt, im großen ganzen denkt man sich: während der historischen Zeit ist eben eigentlich alles so gewesen wie heute. Da nimmt man an, daß das geschichtliche Leben ins Vorgeschichtliche verläuft und sagt: Da weiß man nichts Rechtes. — Dann aber geht man weiter zurück: Da war der Mensch noch in seiner tierischen Gestalt. — Geht man also die Geschichte zurück, so stellt man sich das Seelenleben so ziemlich unverändert vor, dann, im Nebel verschwimmend, das Bild und dann der Mensch in tierischer Unvollkommenheit, so ein besseres Affenwesen.

[ 2 ] Nun ist man aber gerade in der Gegenwart außerordentlich befangen in bezug auf die Entwickelung des Menschen und der Menschheit. Zunächst stellt man sich ja vor, daß der Mensch in bezug auf sein seelisch-geistiges Leben so, wie er jetzt ist, im wesentlichen während der ganzen geschichtlichen Zeit war. Gewiß, mit Bezug auf das eigentlich Wissenschaftliche stellt man sich vor, daß in alten Zeiten die Menschen kindlich waren, an allerlei Phantastereien geglaubt haben und daß die Menschen eigentlich gescheit im wissenschaftlichen Sinne erst in der allerletzten Zeit geworden sind. Aber wenn man davon absieht, was das eigentlich Wissenschaftliche ist, so denkt man sich dann, daß im allgemeinen die Seelenverfassung, die der heutige Mensch hat, auch schon der Grieche, der Orientale, gehabt hat. Wenn man sich auch im Kleinen Modifikationen im Seelenleben denkt, im großen ganzen denkt man sich: während der historischen Zeit ist eben eigentlich alles so gewesen wie heute. Da nimmt man an, daß das geschichtliche Leben ins Vorgeschichtliche verläuft und sagt: Da weiß man nichts Rechtes. — Dann aber geht man weiter zurück: Da war der Mensch noch in seiner tierischen Gestalt. — Geht man also die Geschichte zurück, so stellt man sich das Seelenleben so ziemlich unverändert vor, dann, im Nebel verschwimmend, das Bild und dann der Mensch in tierischer Unvollkommenheit, so ein besseres Affenwesen.

[ 3 ] Das ist ja ungefähr die gebräuchliche Vorstellung von heute. Sie beruht eben auf einer außerordentlichen Befangenheit, denn man bemüht sich, indem man eine solche Vorstellung ausbildet, gar nicht zu erkennen, welch tiefgehende Unterschiede schon vorhanden sind in der Seelenverfassung zwischen dem Menschen der Gegenwart und einer verhältnismäßig gar nicht so weit zurückliegenden Zeit, sagen wir, dem 11., 10., 9. nachchristlichen Jahrhundert, oder wie groß der Unterschied in der Seelenverfassung ist zwischen einem heutigen Menschen und einem Zeitgenossen des Mysteriums von Golgatha oder gar einem heutigen Menschen und einem Griechen. Und gehen wir dann in die orientalische Welt zurück, von der gewissermaßen die griechische Zivilisation eine Art Kolonie war, eine Spätkolonie, so kommen wir in Seelenverfassungen des Menschen hinein, die total verschieden sind von der Seelenverfassung des gegenwärtigen Menschen. Und ich möchte gleich an Beispielen, an wirklichen Fällen Ihnen zeigen, wie der Mensch, der vor, sagen wit, zehntausend Jahren etwa oder fünfzehntausend Jahren im Oriente gelebt hat, ganz anders geartet war als wieder der Grieche und als wir selbst etwa.

[ 3 ] Das ist ja ungefähr die gebräuchliche Vorstellung von heute. Sie beruht eben auf einer außerordentlichen Befangenheit, denn man bemüht sich, indem man eine solche Vorstellung ausbildet, gar nicht zu erkennen, welch tiefgehende Unterschiede schon vorhanden sind in der Seelenverfassung zwischen dem Menschen der Gegenwart und einer verhältnismäßig gar nicht so weit zurückliegenden Zeit, sagen wir, dem 11., 10., 9. nachchristlichen Jahrhundert, oder wie groß der Unterschied in der Seelenverfassung ist zwischen einem heutigen Menschen und einem Zeitgenossen des Mysteriums von Golgatha oder gar einem heutigen Menschen und einem Griechen. Und gehen wir dann in die orientalische Welt zurück, von der gewissermaßen die griechische Zivilisation eine Art Kolonie war, eine Spätkolonie, so kommen wir in Seelenverfassungen des Menschen hinein, die total verschieden sind von der Seelenverfassung des gegenwärtigen Menschen. Und ich möchte gleich an Beispielen, an wirklichen Fällen Ihnen zeigen, wie der Mensch, der vor, sagen wit, zehntausend Jahren etwa oder fünfzehntausend Jahren im Oriente gelebt hat, ganz anders geartet war als wieder der Grieche und als wir selbst etwa.

[ 4 ] Stellen wir uns einmal unser Seelenleben vor das Seelenauge hin. Nehmen wir irgend etwas aus unserem eigenen Seelenleben heraus. Wir haben irgendein Erlebnis. Wir bilden uns von diesem Erlebnis, an dem wir durch unsere Sinne oder sonst durch unsere Persönlichkeit beteiligt sind, eine Idee, einen Begriff, eine Vorstellung. Wir behalten diese Vorstellung in unserem Denken, und sie kann wiederum nach einiger Zeit als Erinnerung aus unserem Denken in das bewußte Seelenleben heraufkommen. Sie haben heute, sagen wir, irgendwelches Erinnerungserlebnis, das Sie zurückführt in Ihre wahrgenommenen Erlebnisse vor vielleicht zehn Jahren. Und nun fassen Sie ganz genau, was das eigentlich ist. Etwas haben Sie vor zehn Jahren erlebt. Sagen wir, Sie haben vor zehn Jahren eine Gesellschaft von Menschen besucht, Sie haben die Vorstellung bekommen von jedem einzelnen dieser Menschen, deren Antlitz und so weiter. Sie haben erlebt, was diese Menschen zu Ihnen gesagt haben, was Sie mit ihnen gemeinsam getan haben und so weiter. Das alles kann im Bilde heute vor Ihnen auftauchen. Es ist ein innerliches Seelenbild, das von dem Ereignis von vielleicht vor zehn Jahren in Ihnen vorhanden ist. Und nicht nur nach der Wissenschaft, sondern nach einem allgemeinen Gefühl, das allerdings heute von den Menschen schon außerordentlich schwach erlebt wird, aber das vorhanden ist, lokalisiert man eine solche Erinnerungsvorstellung, die ein Erlebnis wiederum heraufbringt, im menschlichen Haupte. Man sagt sich: Im Kopfe ist dasjenige vorhanden, was als Erinnerung an ein Erlebnis da ist.

[ 4 ] Stellen wir uns einmal unser Seelenleben vor das Seelenauge hin. Nehmen wir irgend etwas aus unserem eigenen Seelenleben heraus. Wir haben irgendein Erlebnis. Wir bilden uns von diesem Erlebnis, an dem wir durch unsere Sinne oder sonst durch unsere Persönlichkeit beteiligt sind, eine Idee, einen Begriff, eine Vorstellung. Wir behalten diese Vorstellung in unserem Denken, und sie kann wiederum nach einiger Zeit als Erinnerung aus unserem Denken in das bewußte Seelenleben heraufkommen. Sie haben heute, sagen wir, irgendwelches Erinnerungserlebnis, das Sie zurückführt in Ihre wahrgenommenen Erlebnisse vor vielleicht zehn Jahren. Und nun fassen Sie ganz genau, was das eigentlich ist. Etwas haben Sie vor zehn Jahren erlebt. Sagen wir, Sie haben vor zehn Jahren eine Gesellschaft von Menschen besucht, Sie haben die Vorstellung bekommen von jedem einzelnen dieser Menschen, deren Antlitz und so weiter. Sie haben erlebt, was diese Menschen zu Ihnen gesagt haben, was Sie mit ihnen gemeinsam getan haben und so weiter. Das alles kann im Bilde heute vor Ihnen auftauchen. Es ist ein innerliches Seelenbild, das von dem Ereignis von vielleicht vor zehn Jahren in Ihnen vorhanden ist. Und nicht nur nach der Wissenschaft, sondern nach einem allgemeinen Gefühl, das allerdings heute von den Menschen schon außerordentlich schwach erlebt wird, aber das vorhanden ist, lokalisiert man eine solche Erinnerungsvorstellung, die ein Erlebnis wiederum heraufbringt, im menschlichen Haupte. Man sagt sich: Im Kopfe ist dasjenige vorhanden, was als Erinnerung an ein Erlebnis da ist.

[ 5 ] Nun, machen wir jetzt einen ziemlich großen Sprung zurück in der Menschheitsentwickelung, und sehen wir uns Bevölkerungen der orientalischen Gegenden einmal an, von denen unsere historisch geschilderten Chinesen, Inder und so weiter eigentlich erst die Nachkommen sind. Also gehen wir wirklich Tausende von Jahren zurück. Wenn wir da einen Menschen dieser alten Zeiten ins Auge fassen, dann lebte der nicht so, daß er sagte: Ich habe in meinem Kopfe die Erinnerung an irgend etwas, was ich im äußeren Leben erfahren habe, durchgemacht habe. — Solch ein inneres Erlebnis hatte er gar nicht, das gab es für ihn nicht. Er hatte nicht Gedanken, Ideen, die seinen Kopf anfüllten. Die Oberflächlichkeit des gegenwärtigen Menschen meint: Heute haben wir Ideen, Begriffe, Vorstellungen; das haben die Menschen in der historischen Zeit immer gehabt. — So ist es aber nicht.

[ 5 ] Nun, machen wir jetzt einen ziemlich großen Sprung zurück in der Menschheitsentwickelung, und sehen wir uns Bevölkerungen der orientalischen Gegenden einmal an, von denen unsere historisch geschilderten Chinesen, Inder und so weiter eigentlich erst die Nachkommen sind. Also gehen wir wirklich Tausende von Jahren zurück. Wenn wir da einen Menschen dieser alten Zeiten ins Auge fassen, dann lebte der nicht so, daß er sagte: Ich habe in meinem Kopfe die Erinnerung an irgend etwas, was ich im äußeren Leben erfahren habe, durchgemacht habe. — Solch ein inneres Erlebnis hatte er gar nicht, das gab es für ihn nicht. Er hatte nicht Gedanken, Ideen, die seinen Kopf anfüllten. Die Oberflächlichkeit des gegenwärtigen Menschen meint: Heute haben wir Ideen, Begriffe, Vorstellungen; das haben die Menschen in der historischen Zeit immer gehabt. — So ist es aber nicht.

[ 6 ] Wenn wir mit geistiger Einsicht weit genug zurückgehen, so treffen wir eben auf Menschen auf, die ganz und gar nicht Ideen, Begriffe, Vorstellungen im Kopfe hatten, die nämlich nicht einen solchen abstrakten Inhalt ihres Kopfes erlebten, sondern, so grotesk es Ihnen erscheinen mag, die den ganzen Kopf erlebten, die ihre Köpfe einfach spürten, einfach empfanden. Mit Abstraktionen in unserem Sinne haben sich diese Menschen nicht abgegeben. Im Kopfe Ideen zu erleben, das kannten sie eben nicht, aber ihren eigenen Kopf erleben, das kannten sie. Und so wie Sie, wenn Sie ein Erinnerungsbild haben an ein Erlebnis, dieses Erinnerungsbild auf das Erlebnis beziehen, wie eine Relation besteht zwischen Ihrem Erinnerungsbild und dem Erlebnis, das da draußen war, so bezogen diese Menschen das Erlebnis ihres Kopfes auf die Erde, auf die ganze Erde. Und sie sagten: Es gibt in der Welt die Erde, es gibt in der Welt mich und an mir meinen Kopf. Und mein Kopf, den ich auf meinen Schultern trage, der ist die kosmische Erinnerung an die Erde. Die Erde ist früher dagewesen, mein Kopf später. Aber daß ich einen Kopf habe, das ist die Erinnerung, die kosmische Erinnerung an das Erdendasein. Das Erdendasein ist noch immer da, aber dasjenige, was die ganze Konfiguration, die ganze Gestaltung des Menschenkopfes ist, das ist in Relation zu der ganzen Erde. — Und so fühlte ein solcher alter Orientale in seinem eigenen Haupte das Wesen des Erdenplaneten selber. Er sagte: Die Götter haben aus dem allgemeinen kosmischen Dasein herauserschaffen, herauserzeugt die Erde mit ihren Reichen der Natur, die Erde mit ihren Flüssen und Bergen. Aber ich selber trage auf meinen Schultern mein Haupt. Dieses Haupt ist ein getreues Abbild der Erde selber. Dieses Haupt mit seinem in ihm fließenden Blute ist ein getreues Abbild der über die Erde fließenden Fluß- und Meeresströmungen. Dasjenige, was auf der Erde an Gebirgskonfiguration ist, wiederholt sich in meinem eigenen Haupte in der Konfiguration meines Gehirnes. Ich trage auf meinen Schultern ein mir zugehöriges Abbild des irdischen Planeten. — Genau so, wie der moderne Mensch sein Erinnerungsbild auf sein Erlebnis bezieht, so bezog dieser Mensch seinen ganzen Kopf auf den Erdenplaneten. Sehen Sie, das war eine beträchtlich andere Innenanschauung des Menschen.

[ 6 ] Wenn wir mit geistiger Einsicht weit genug zurückgehen, so treffen wir eben auf Menschen auf, die ganz und gar nicht Ideen, Begriffe, Vorstellungen im Kopfe hatten, die nämlich nicht einen solchen abstrakten Inhalt ihres Kopfes erlebten, sondern, so grotesk es Ihnen erscheinen mag, die den ganzen Kopf erlebten, die ihre Köpfe einfach spürten, einfach empfanden. Mit Abstraktionen in unserem Sinne haben sich diese Menschen nicht abgegeben. Im Kopfe Ideen zu erleben, das kannten sie eben nicht, aber ihren eigenen Kopf erleben, das kannten sie. Und so wie Sie, wenn Sie ein Erinnerungsbild haben an ein Erlebnis, dieses Erinnerungsbild auf das Erlebnis beziehen, wie eine Relation besteht zwischen Ihrem Erinnerungsbild und dem Erlebnis, das da draußen war, so bezogen diese Menschen das Erlebnis ihres Kopfes auf die Erde, auf die ganze Erde. Und sie sagten: Es gibt in der Welt die Erde, es gibt in der Welt mich und an mir meinen Kopf. Und mein Kopf, den ich auf meinen Schultern trage, der ist die kosmische Erinnerung an die Erde. Die Erde ist früher dagewesen, mein Kopf später. Aber daß ich einen Kopf habe, das ist die Erinnerung, die kosmische Erinnerung an das Erdendasein. Das Erdendasein ist noch immer da, aber dasjenige, was die ganze Konfiguration, die ganze Gestaltung des Menschenkopfes ist, das ist in Relation zu der ganzen Erde. — Und so fühlte ein solcher alter Orientale in seinem eigenen Haupte das Wesen des Erdenplaneten selber. Er sagte: Die Götter haben aus dem allgemeinen kosmischen Dasein herauserschaffen, herauserzeugt die Erde mit ihren Reichen der Natur, die Erde mit ihren Flüssen und Bergen. Aber ich selber trage auf meinen Schultern mein Haupt. Dieses Haupt ist ein getreues Abbild der Erde selber. Dieses Haupt mit seinem in ihm fließenden Blute ist ein getreues Abbild der über die Erde fließenden Fluß- und Meeresströmungen. Dasjenige, was auf der Erde an Gebirgskonfiguration ist, wiederholt sich in meinem eigenen Haupte in der Konfiguration meines Gehirnes. Ich trage auf meinen Schultern ein mir zugehöriges Abbild des irdischen Planeten. — Genau so, wie der moderne Mensch sein Erinnerungsbild auf sein Erlebnis bezieht, so bezog dieser Mensch seinen ganzen Kopf auf den Erdenplaneten. Sehen Sie, das war eine beträchtlich andere Innenanschauung des Menschen.

[ 7 ] Und weiter. Wenn der Mensch den Umkreis der Erde empfindet und in seine Anschauung faßt, dann wird ihm dieser Umkreis, das Luftige, das die Erde umgibt, erscheinen als von der Sonne und ihrer Wärme und ihrem Lichte durchsetzt, und man kann in gewissem Sinne sagen, daß die Sonne lebt im Luftumkteise der Erde. Die Erde öffnet sich dem Weltenall, indem sie ihre Wirkungen, die sie von sich aussendet, dem Luftkreis übergibt und sich den Sonnenwirkungen erschließt. Und jeder Mensch empfand in diesen alten Zeiten diejenige Gegend der Erde, auf der er gerade lebte, als ganz besonders wichtig, als ganz besonders wesentlich. Und so, sagen wir, empfand ein alter Orientale irgendeinen Teil der Erdoberfläche als seinen Teil, unten die Erde, oben den sonnenzugekehrten Umkreis. Das andere der Erde, links und rechts und vorne und rückwärts, das verschwamm im mehr Allgemeinen (siehe Zeichnung, linker Teil).

[ 7 ] Und weiter. Wenn der Mensch den Umkreis der Erde empfindet und in seine Anschauung faßt, dann wird ihm dieser Umkreis, das Luftige, das die Erde umgibt, erscheinen als von der Sonne und ihrer Wärme und ihrem Lichte durchsetzt, und man kann in gewissem Sinne sagen, daß die Sonne lebt im Luftumkteise der Erde. Die Erde öffnet sich dem Weltenall, indem sie ihre Wirkungen, die sie von sich aussendet, dem Luftkreis übergibt und sich den Sonnenwirkungen erschließt. Und jeder Mensch empfand in diesen alten Zeiten diejenige Gegend der Erde, auf der er gerade lebte, als ganz besonders wichtig, als ganz besonders wesentlich. Und so, sagen wir, empfand ein alter Orientale irgendeinen Teil der Erdoberfläche als seinen Teil, unten die Erde, oben den sonnenzugekehrten Umkreis. Das andere der Erde, links und rechts und vorne und rückwärts, das verschwamm im mehr Allgemeinen (siehe Zeichnung, linker Teil).

Earth's atmosphere turning towards the SunEarth's atmosphere turning towards the SunBlackboard 1Blackboard 1

[ 8 ] Wenn also etwa ein alter Orientale, auf indischem Boden lebend, diesen indischen Boden als für ihn besonders wichtig empfunden hat, dann verschwand ihm dasjenige, was sonst auf der Erde war, ostwärts, südwärts, westwärts, im Allgemeinen. Da kümmerte er sich nicht viel um die Art und Weise, wie die Erde angrenzt an die übrigen kosmischen Räume. Dagegen war ihm der Boden, auf dem er gerade war, besonders wichtig (siehe Zeichnung, links, rot). Das Hinausleben der Erde in den Weltenraum in dieser Gegend wurde ihm besonders wichtig. Wie er atmen durfte auf diesem besonderen Boden, das empfand er als ein für ihn besonders wichtiges Erlebnis. Heute fragen sich die Menschen nicht viel: Wie atmet man auf einem bestimmten Boden? — Sie stehen allerdings unter dem Einfluß günstigerer oder ungünstigerer Atmungsbedingung, aber ins Bewußtsein wird das nicht so aufgenommen. Ein solcher alter Orientale hat eigentlich gerade in der Art und Weise, wie er atmen durfte, ein tiefes Erlebnis gehabt, und so in anderem, was damit zusammenhing, wie die Erde an den Weltenraum hinausgrenzt.

[ 8 ] Wenn also etwa ein alter Orientale, auf indischem Boden lebend, diesen indischen Boden als für ihn besonders wichtig empfunden hat, dann verschwand ihm dasjenige, was sonst auf der Erde war, ostwärts, südwärts, westwärts, im Allgemeinen. Da kümmerte er sich nicht viel um die Art und Weise, wie die Erde angrenzt an die übrigen kosmischen Räume. Dagegen war ihm der Boden, auf dem er gerade war, besonders wichtig (siehe Zeichnung, links, rot). Das Hinausleben der Erde in den Weltenraum in dieser Gegend wurde ihm besonders wichtig. Wie er atmen durfte auf diesem besonderen Boden, das empfand er als ein für ihn besonders wichtiges Erlebnis. Heute fragen sich die Menschen nicht viel: Wie atmet man auf einem bestimmten Boden? — Sie stehen allerdings unter dem Einfluß günstigerer oder ungünstigerer Atmungsbedingung, aber ins Bewußtsein wird das nicht so aufgenommen. Ein solcher alter Orientale hat eigentlich gerade in der Art und Weise, wie er atmen durfte, ein tiefes Erlebnis gehabt, und so in anderem, was damit zusammenhing, wie die Erde an den Weltenraum hinausgrenzt.

[ 9 ] Dasjenige, was die ganze Erde war, das empfand der Mensch als das, was in seinem Haupte lebt. Aber das Haupt, es ist abgeschlossen durch feste Knochenwände nach oben, nach den Seiten, nach hinten. Aber es hat gewisse Ausgänge, ein gewisses freies Öffnen nach unten, nach dem Brustkorb (siehe Zeichnung, rechts). Das war für den alten Menschen von ganz besonderer Wichtigkeit, zu fühlen, wie das Haupt mit einer relativen Freiheit sich gegen den Brustkorb hin öffnet. Es empfand dieser Mensch die innere Konfiguration des Hauptes als ein Abbild des Irdischen. Mußte er die Erde in Relation mit seinem Haupte setzen, so mußte er den Umkreis, dasjenige, was über der Erde ist, mit dem, was nun an das Untere in ihm geht, in Relation setzen. Das Sich-Öffnen nach unten, das Zugekehrtsein dem Herzen, das empfand der Mensch als zugeordnet dem Umkreis, als Bild, als Öffnung der Erde in den Kosmos hinaus. Und ein gewaltiges Erlebnis war es für den Menschen, wenn er sagte: In meinem Haupte fühle ich die ganze Erde. Dieses Haupt ist eine kleine Erde. Aber diese ganze Erde öffnet sich in meinen Brustkorb hinein, der mein Herz trägt. Und dasjenige, was da sich abspielt zwischen meinem Haupte und meinem Brustkorb, meinem Herzen, das ist das Abbild dessen, was sich zuträgt von meinem Leben hinaus in den Kosmos, hinaus zu dem sonnenzugekehrten Umkreis. — Und es war ein wichtiges, gründliches Erlebnis, wenn der alte Mensch sagte: Hier, in meinem Haupte, lebt in mir die Erde. Gehe ich tiefer, so kehrt sich die Erde der Sonne zu (siehe Pfeile), und das Abbild der Sonne ist mein Herz.

[ 9 ] Dasjenige, was die ganze Erde war, das empfand der Mensch als das, was in seinem Haupte lebt. Aber das Haupt, es ist abgeschlossen durch feste Knochenwände nach oben, nach den Seiten, nach hinten. Aber es hat gewisse Ausgänge, ein gewisses freies Öffnen nach unten, nach dem Brustkorb (siehe Zeichnung, rechts). Das war für den alten Menschen von ganz besonderer Wichtigkeit, zu fühlen, wie das Haupt mit einer relativen Freiheit sich gegen den Brustkorb hin öffnet. Es empfand dieser Mensch die innere Konfiguration des Hauptes als ein Abbild des Irdischen. Mußte er die Erde in Relation mit seinem Haupte setzen, so mußte er den Umkreis, dasjenige, was über der Erde ist, mit dem, was nun an das Untere in ihm geht, in Relation setzen. Das Sich-Öffnen nach unten, das Zugekehrtsein dem Herzen, das empfand der Mensch als zugeordnet dem Umkreis, als Bild, als Öffnung der Erde in den Kosmos hinaus. Und ein gewaltiges Erlebnis war es für den Menschen, wenn er sagte: In meinem Haupte fühle ich die ganze Erde. Dieses Haupt ist eine kleine Erde. Aber diese ganze Erde öffnet sich in meinen Brustkorb hinein, der mein Herz trägt. Und dasjenige, was da sich abspielt zwischen meinem Haupte und meinem Brustkorb, meinem Herzen, das ist das Abbild dessen, was sich zuträgt von meinem Leben hinaus in den Kosmos, hinaus zu dem sonnenzugekehrten Umkreis. — Und es war ein wichtiges, gründliches Erlebnis, wenn der alte Mensch sagte: Hier, in meinem Haupte, lebt in mir die Erde. Gehe ich tiefer, so kehrt sich die Erde der Sonne zu (siehe Pfeile), und das Abbild der Sonne ist mein Herz.

[ 10 ] Da war der Mensch bei dem angekommen, was in der alten Zeit entspricht unserem Gefühlsleben. Wir haben noch das abstrakte Gefühlsleben, aber wir wissen ja unmittelbar nichts von unserem Herzen. Durch die Anatomie, durch die Physiologie glauben wir etwas davon zu wissen. Aber was da gewußt wird, das ist ja ungefähr ebensoviel wie dasjenige, was wit von einem in Papiermaché nachgebildeten Herzen wissen. Das aber, was wir als Gefühlserlebnis der Welt haben, das hatte der alte Mensch nicht. Er hatte dafür sein Herzerlebnis. Und wie wir unser Gefühl hinausbeziehen auf die Welt, die mit uns lebt, wie wir empfinden, ob wir einen Menschen lieben, ob wir einem Menschen antipathisch begegnen, diese oder jene Blume lieben, dieser oder jener abgeneigt sind, wie wir unser Gefühl auf die Welt beziehen, aber auf eine Welt, die, man möchte sagen, in luftiger Abstraktion herausgerissen ist aus dem soliden festen Kosmos, so bezog der alte Orientale sein Herz auf den Kosmos, das heißt auf dasjenige, was von der Erde in den Umkreis ging, der Sonne zu.

[ 10 ] Da war der Mensch bei dem angekommen, was in der alten Zeit entspricht unserem Gefühlsleben. Wir haben noch das abstrakte Gefühlsleben, aber wir wissen ja unmittelbar nichts von unserem Herzen. Durch die Anatomie, durch die Physiologie glauben wir etwas davon zu wissen. Aber was da gewußt wird, das ist ja ungefähr ebensoviel wie dasjenige, was wit von einem in Papiermaché nachgebildeten Herzen wissen. Das aber, was wir als Gefühlserlebnis der Welt haben, das hatte der alte Mensch nicht. Er hatte dafür sein Herzerlebnis. Und wie wir unser Gefühl hinausbeziehen auf die Welt, die mit uns lebt, wie wir empfinden, ob wir einen Menschen lieben, ob wir einem Menschen antipathisch begegnen, diese oder jene Blume lieben, dieser oder jener abgeneigt sind, wie wir unser Gefühl auf die Welt beziehen, aber auf eine Welt, die, man möchte sagen, in luftiger Abstraktion herausgerissen ist aus dem soliden festen Kosmos, so bezog der alte Orientale sein Herz auf den Kosmos, das heißt auf dasjenige, was von der Erde in den Umkreis ging, der Sonne zu.

[ 11 ] Und wir, wir sagen zum Beispiel heute, wenn wir gehen: Wir wollen gehen. — Wir wissen, unser Wille lebt in unseren Gliedern. Der Mensch des alten Orients, der hatte ein wesentlich anderes Erlebnis. Das, was wir heute Wille nennen, kannte er ja nicht. Es ist ein bloßes Vorurteil, wenn man meint, daß dasjenige, was wir Denken, Fühlen, Wollen nennen, bei den alten orientalischen Völkern vorhanden war. Das war es gar nicht. Sie hatten Kopferlebnisse, die die Erdenerlebnisse waren, Brusterlebnisse oder Herzenserlebnisse, die die Erlebnisse des unmittelbaren Umkreises bis zur Sonne waren. Die Sonne entspricht dem Herzenserlebnis. Aber sie hatten dann das Sich-Dehnen und -Strecken in die Glieder, das Wahrnehmen der eigenen Menschlichkeit im Bewegen der Beine und Füße, im Bewegen der Arme und Hände. Sie waren dadrinnen. Aber in diesem das Innenwesen Hineindehnen in die Glieder empfanden sie doch nicht bloß ein Bild des Umkreises der Erde, sondern sie empfanden direkt ein Bild des Zusammenhanges des Menschen mit den Sternenwelten (siehe Zeichnung Seite 15). In meinem Kopfe habe ich ein Bild der Erde. In dem, was sich im Kopfe frei nach unten dehnt in die Brust hin zum Herzen, habe ich ein Bild dessen, was im Umkreise der Erde ist. In dem, was ich als die Kräfte meiner Arme und Hände, meiner Füße und Beine empfinde, habe ich das, was abbildet das Verhältnis der Erde zu den weit im Weltentaum draußen lebenden Gestirnen.

[ 11 ] Und wir, wir sagen zum Beispiel heute, wenn wir gehen: Wir wollen gehen. — Wir wissen, unser Wille lebt in unseren Gliedern. Der Mensch des alten Orients, der hatte ein wesentlich anderes Erlebnis. Das, was wir heute Wille nennen, kannte er ja nicht. Es ist ein bloßes Vorurteil, wenn man meint, daß dasjenige, was wir Denken, Fühlen, Wollen nennen, bei den alten orientalischen Völkern vorhanden war. Das war es gar nicht. Sie hatten Kopferlebnisse, die die Erdenerlebnisse waren, Brusterlebnisse oder Herzenserlebnisse, die die Erlebnisse des unmittelbaren Umkreises bis zur Sonne waren. Die Sonne entspricht dem Herzenserlebnis. Aber sie hatten dann das Sich-Dehnen und -Strecken in die Glieder, das Wahrnehmen der eigenen Menschlichkeit im Bewegen der Beine und Füße, im Bewegen der Arme und Hände. Sie waren dadrinnen. Aber in diesem das Innenwesen Hineindehnen in die Glieder empfanden sie doch nicht bloß ein Bild des Umkreises der Erde, sondern sie empfanden direkt ein Bild des Zusammenhanges des Menschen mit den Sternenwelten (siehe Zeichnung Seite 15). In meinem Kopfe habe ich ein Bild der Erde. In dem, was sich im Kopfe frei nach unten dehnt in die Brust hin zum Herzen, habe ich ein Bild dessen, was im Umkreise der Erde ist. In dem, was ich als die Kräfte meiner Arme und Hände, meiner Füße und Beine empfinde, habe ich das, was abbildet das Verhältnis der Erde zu den weit im Weltentaum draußen lebenden Gestirnen.

[ 12 ] So daß der Mensch, der in jenen alten Zeiten seine Erlebnisse ausdrückte, die er hatte als, wie wir es heute nennen würden, wollender Mensch, nicht gesagt hat: Ich gehe. — Schon in den Worten lag das nicht. Er hat auch nicht gesagt: Ich setze mich. — Wenn man die alten Sprachen auf diese feinen Inhalte prüfen würde, würde man überall finden, daß für die Tatsache, die wir bezeichnen als: Ich gehe —, das alte Orientalische hatte: Mars impulsiert mich, Mars ist in mir tätig. — Das Vorwärtsgehen, das war das Empfinden der Mars impulse in den Beinen. Das Angreifen von irgend etwas, das Gefühl mit den Händen war so ausgedrückt, daß man sagte: Venus wirkt in mir. — Das Zeigen von etwas, das Weisen, auch wenn ein grober Mensch einem anderen etwas dadurch weisen wollte, daß er ihm einen Tritt gab, alles Weisen wurde so ausgedrückt, daß man sagte, Merkur wirke in dem Menschen. Das Niedersetzen war die Jupitertätigkeit in dem Menschen. Und das Niederlegen, ob es nun im Ausruhen war, ob es aus Faulenzerei war, das war ausgedrückt dadurch, daß man sagte, man gebe sich den Impulsen des Saturn hin. Also man fühlte in seinen Gliedmaßen die Weiten des Kosmos draußen. Der Mensch wußte: wenn er von der Erde aus in die Weltenweiten geht, dann kommt er von der Erde in den Umkreis, in die Gestirnsphäre. Wenn er von seinem Haupte nach abwärts geht, macht er dasselbe in seiner eigenen Wesenheit durch. In seinem Haupte ist er in der Erde, in seinem Brustkorb und Herzen im Umkreise, in seinen Gliedmaßen im Sternenkosmos draußen.

[ 12 ] So daß der Mensch, der in jenen alten Zeiten seine Erlebnisse ausdrückte, die er hatte als, wie wir es heute nennen würden, wollender Mensch, nicht gesagt hat: Ich gehe. — Schon in den Worten lag das nicht. Er hat auch nicht gesagt: Ich setze mich. — Wenn man die alten Sprachen auf diese feinen Inhalte prüfen würde, würde man überall finden, daß für die Tatsache, die wir bezeichnen als: Ich gehe —, das alte Orientalische hatte: Mars impulsiert mich, Mars ist in mir tätig. — Das Vorwärtsgehen, das war das Empfinden der Mars impulse in den Beinen. Das Angreifen von irgend etwas, das Gefühl mit den Händen war so ausgedrückt, daß man sagte: Venus wirkt in mir. — Das Zeigen von etwas, das Weisen, auch wenn ein grober Mensch einem anderen etwas dadurch weisen wollte, daß er ihm einen Tritt gab, alles Weisen wurde so ausgedrückt, daß man sagte, Merkur wirke in dem Menschen. Das Niedersetzen war die Jupitertätigkeit in dem Menschen. Und das Niederlegen, ob es nun im Ausruhen war, ob es aus Faulenzerei war, das war ausgedrückt dadurch, daß man sagte, man gebe sich den Impulsen des Saturn hin. Also man fühlte in seinen Gliedmaßen die Weiten des Kosmos draußen. Der Mensch wußte: wenn er von der Erde aus in die Weltenweiten geht, dann kommt er von der Erde in den Umkreis, in die Gestirnsphäre. Wenn er von seinem Haupte nach abwärts geht, macht er dasselbe in seiner eigenen Wesenheit durch. In seinem Haupte ist er in der Erde, in seinem Brustkorb und Herzen im Umkreise, in seinen Gliedmaßen im Sternenkosmos draußen.

[ 13 ] Ich möchte sagen, und von einem gewissen Gesichtspunkte aus kann man das durchaus sagen: Ach, wir armen Menschen der Gegenwart, wir erleben die abstrakten Gedanken. Was sind sie viel? Wir sind ja sehr stolz darauf, aber wir vergessen über den selbst gescheitesten abstrakten Gedanken unseren Kopf. Und unser Kopf ist viel inhaltsreicher als unsere allergescheitesten Gedanken. Eine einzige Gehirnwindung — Anatomie und Physiologie wissen ja nicht viel von dem wunderbaren Geheimnis der Gehirnwindungen — ist etwas Großartigeres, Gewaltigeres als die genialste abstrakte Wissenschaft irgendeines Menschen. — Und es gab eben einmal eine Zeit auf der Erde, wo der Mensch sich bewußt war nicht bloß seiner armseligen Gedanken, sondern seines Kopfes, wo er den Kopf empfand, wo er empfand, meinetwillen sagen wir, den Vierhügelkörper oder die Sehhügel, wo er sie empfand in ihrer Nachbildung einer gewissen physischen Gebirgskonfiguration der Erde; wo der Mensch nicht bloß aus irgendeiner abstrakten Lehre heraus das Herz auf die Sonne bezog, sondern wo er empfand: Wie mein Haupt zu meiner Brust, zu meinem Herzen, so steht die Erde im Verhältnis zur Sonne.

[ 13 ] Ich möchte sagen, und von einem gewissen Gesichtspunkte aus kann man das durchaus sagen: Ach, wir armen Menschen der Gegenwart, wir erleben die abstrakten Gedanken. Was sind sie viel? Wir sind ja sehr stolz darauf, aber wir vergessen über den selbst gescheitesten abstrakten Gedanken unseren Kopf. Und unser Kopf ist viel inhaltsreicher als unsere allergescheitesten Gedanken. Eine einzige Gehirnwindung — Anatomie und Physiologie wissen ja nicht viel von dem wunderbaren Geheimnis der Gehirnwindungen — ist etwas Großartigeres, Gewaltigeres als die genialste abstrakte Wissenschaft irgendeines Menschen. — Und es gab eben einmal eine Zeit auf der Erde, wo der Mensch sich bewußt war nicht bloß seiner armseligen Gedanken, sondern seines Kopfes, wo er den Kopf empfand, wo er empfand, meinetwillen sagen wir, den Vierhügelkörper oder die Sehhügel, wo er sie empfand in ihrer Nachbildung einer gewissen physischen Gebirgskonfiguration der Erde; wo der Mensch nicht bloß aus irgendeiner abstrakten Lehre heraus das Herz auf die Sonne bezog, sondern wo er empfand: Wie mein Haupt zu meiner Brust, zu meinem Herzen, so steht die Erde im Verhältnis zur Sonne.

[ 14 ] Es war das die Zeit, in welcher der Mensch mit seinem ganzen Leben eben mit dem Weltenall, mit dem Kosmos zusammengewachsen war. Aber dieses Zusammengewachsensein, das drückte sich in seinem ganzen Leben aus. Wir sind ja gerade dadurch, daß wir an die Stelle unseres Kopfes das armselige Denken setzen, allerdings in die Lage versetzt, gedankliche Erinnerungen zu haben. Wir bilden uns Gedankenbilder von dem, was wir durchlebt haben, als abstrakte Erinnerungen unseres Kopfes. Das konnte derjenige, der nicht die Gedanken hatte, sondern noch seinen Kopf empfand, nicht. Der konnte sich nicht Erinnerungen bilden. Kam man daher nach jenen Gegenden des uralten Orients, in denen die Leute sich noch ihrer Köpfe bewußt waren, aber keine Gedanken hatten, also auch keine Erinnerungen hatten, dann findet man in besonderer Ausbildung etwas, was wir wiederum gerade beginnen, nötig zu haben. Eine lange Zeit hatten es die Menschen nicht nötig, und es ist ja eigentlich auch nur eine kleine Schlamperei unseres Seelenlebens, daß wir es wieder nötig haben. Wenn man in jener Zeit, von der ich spreche, in die Gegenden kam, wo die Menschen lebten, die sich ihres Kopfes, ihrer Brust, ihres Herzens, ihrer Gliedmaßen so bewußt waren, wie ich es geschildert habe, dann sah man überall: da ist irgendein kleiner Pflock in die Erde hineingesetzt und irgendein Zeichen daraufgesetzt, da ist an irgendeine Wand irgendein Zeichen gemacht. Alle Lebensgebiete, alle Lebensörtlichkeiten der Menschen waren mit lauter Merkzeichen übersät, denn man hatte noch nicht ein Gedankengedächtnis. Wo irgend etwas geschah, da stellte man gewissermaßen ein kleines Denkmal auf, und wenn man wieder hinkam, dann erlebte man an dem Merkzeichen, das man machte, die Sache wieder. Der Mensch war eben zusammengewachsen in seinem Haupte mit der Erde. Heute macht er bloß eine Notiz in seinem Kopfe — und ich sagte ja schon, wir beginnen schon wiederum damit, Notizen nicht nur im Kopfe zu machen, sondern in unseren Notizbüchern und dergleichen, aber ich sagte auch, das ist ja bloß eine Schlamperei der Seele, aber wir werden es immer mehr und mehr brauchen; aber dazumal gab es das nicht, Notizen im Kopfe zu machen, weil die Gedanken, die Ideen eben nicht vorhanden waren; da wurde alles übersät von Merkzeichen. Und aus dieser naturgemäßen Anlage der Menschen entstand ja das Denkmalwesen.

[ 14 ] Es war das die Zeit, in welcher der Mensch mit seinem ganzen Leben eben mit dem Weltenall, mit dem Kosmos zusammengewachsen war. Aber dieses Zusammengewachsensein, das drückte sich in seinem ganzen Leben aus. Wir sind ja gerade dadurch, daß wir an die Stelle unseres Kopfes das armselige Denken setzen, allerdings in die Lage versetzt, gedankliche Erinnerungen zu haben. Wir bilden uns Gedankenbilder von dem, was wir durchlebt haben, als abstrakte Erinnerungen unseres Kopfes. Das konnte derjenige, der nicht die Gedanken hatte, sondern noch seinen Kopf empfand, nicht. Der konnte sich nicht Erinnerungen bilden. Kam man daher nach jenen Gegenden des uralten Orients, in denen die Leute sich noch ihrer Köpfe bewußt waren, aber keine Gedanken hatten, also auch keine Erinnerungen hatten, dann findet man in besonderer Ausbildung etwas, was wir wiederum gerade beginnen, nötig zu haben. Eine lange Zeit hatten es die Menschen nicht nötig, und es ist ja eigentlich auch nur eine kleine Schlamperei unseres Seelenlebens, daß wir es wieder nötig haben. Wenn man in jener Zeit, von der ich spreche, in die Gegenden kam, wo die Menschen lebten, die sich ihres Kopfes, ihrer Brust, ihres Herzens, ihrer Gliedmaßen so bewußt waren, wie ich es geschildert habe, dann sah man überall: da ist irgendein kleiner Pflock in die Erde hineingesetzt und irgendein Zeichen daraufgesetzt, da ist an irgendeine Wand irgendein Zeichen gemacht. Alle Lebensgebiete, alle Lebensörtlichkeiten der Menschen waren mit lauter Merkzeichen übersät, denn man hatte noch nicht ein Gedankengedächtnis. Wo irgend etwas geschah, da stellte man gewissermaßen ein kleines Denkmal auf, und wenn man wieder hinkam, dann erlebte man an dem Merkzeichen, das man machte, die Sache wieder. Der Mensch war eben zusammengewachsen in seinem Haupte mit der Erde. Heute macht er bloß eine Notiz in seinem Kopfe — und ich sagte ja schon, wir beginnen schon wiederum damit, Notizen nicht nur im Kopfe zu machen, sondern in unseren Notizbüchern und dergleichen, aber ich sagte auch, das ist ja bloß eine Schlamperei der Seele, aber wir werden es immer mehr und mehr brauchen; aber dazumal gab es das nicht, Notizen im Kopfe zu machen, weil die Gedanken, die Ideen eben nicht vorhanden waren; da wurde alles übersät von Merkzeichen. Und aus dieser naturgemäßen Anlage der Menschen entstand ja das Denkmalwesen.

[ 15 ] Alles, was in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit aufgetreten ist, ist ja aus dem Inneren der menschlichen Natur heraus bedingt. Man sollte nur ehrlich sein und sich gestehen: Die eigentliche tiefere Grundlage des Denkmalwesens, die kennt ja der gegenwärtige Mensch gar nicht. Er macht aus Gewohnheit Denkmäler. Aber diese Denkmäler sind die Überreste jener alten Merkzeichen, wo der Mensch noch nicht ein solches Gedächtnis hatte wie heute, sondern wo er darauf angewiesen war, an der Stelle, an der er etwas erlebt hatte, ein Merkzeichen anzubringen, und wenn er wieder hinkam, eben das aufleben zu lassen in seinem Kopfe, der alles das aufleben läßt, was irgendwie mit der Erde in Verbindung ist. Der Erde übergeben wir dasjenige, was der Kopf erlebt hat — das war Prinzip in alten Zeiten.

[ 15 ] Alles, was in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit aufgetreten ist, ist ja aus dem Inneren der menschlichen Natur heraus bedingt. Man sollte nur ehrlich sein und sich gestehen: Die eigentliche tiefere Grundlage des Denkmalwesens, die kennt ja der gegenwärtige Mensch gar nicht. Er macht aus Gewohnheit Denkmäler. Aber diese Denkmäler sind die Überreste jener alten Merkzeichen, wo der Mensch noch nicht ein solches Gedächtnis hatte wie heute, sondern wo er darauf angewiesen war, an der Stelle, an der er etwas erlebt hatte, ein Merkzeichen anzubringen, und wenn er wieder hinkam, eben das aufleben zu lassen in seinem Kopfe, der alles das aufleben läßt, was irgendwie mit der Erde in Verbindung ist. Der Erde übergeben wir dasjenige, was der Kopf erlebt hat — das war Prinzip in alten Zeiten.

[ 16 ] Und ich möchte sagen: Wir haben im alten Oriente eine uralte Zeit zu verzeichnen, die Zeit der lokalisierten Erinnerungen, wo eigentlich alles Erinnerungsmäßige gebunden ist daran, daß man Erinnerungszeichen auf die Erde hinstellte. Die Erinnerung war nicht dadrinnen, die war draußen, überall waren Denkzettel und Denksteine. Man stellte Erinnerungszeichen auf die Erde hin. Das war das lokalisierte Gedächtnis, die lokalisierte Erinnerung.

[ 16 ] Und ich möchte sagen: Wir haben im alten Oriente eine uralte Zeit zu verzeichnen, die Zeit der lokalisierten Erinnerungen, wo eigentlich alles Erinnerungsmäßige gebunden ist daran, daß man Erinnerungszeichen auf die Erde hinstellte. Die Erinnerung war nicht dadrinnen, die war draußen, überall waren Denkzettel und Denksteine. Man stellte Erinnerungszeichen auf die Erde hin. Das war das lokalisierte Gedächtnis, die lokalisierte Erinnerung.

[ 17 ] Für eine spirituelle Entwickelung des Menschen ist es heute noch außerordentlich gut, wenn er etwas anknüpft an dieses nicht im Inneren des Menschen befindliche Erinnerungsvermögen, sondern an jenes Erinnerungsvermögen, das eben eigentlich im Zusammensein des Menschen mit der irdischen Außenwelt sich entfaltet und gestaltet; wenn er sich zum Beispiel sagt: Ich will mich nicht erinnern an dies oder jenes, sondern ich mache mir da oder dort ein Merkzeichen — oder: Ich will überhaupt über gewisse Dinge nur in Gemäßheit von Merkzeichen innere seelische Empfindungen entwickeln. Ich will in meinem Zimmer in einer Ecke ein Madonnenbild aufstellen, und ich will, indem das Madonnenbild vor meine Seele tritt, dasjenige erleben, was ich eben in der Hinlenkung meiner Seele zur Madonna erleben kann. — Denn es ist eine feine Beziehung zu solchen Einrichtungen wie dem Madonnenbilde, das wir in den Wohnungen antreffen, wenn wir nur ein wenig nach dem Osten kommen. Nicht nur in Rußland ist es so, es ist ja überall schon auch im mittleren Osteuropa. Das alles sind im Grunde genommen Überreste aus der Zeit der lokalisierten Erinnerungen. Die Erinnerung haftet außen an dem Orte.

[ 17 ] Für eine spirituelle Entwickelung des Menschen ist es heute noch außerordentlich gut, wenn er etwas anknüpft an dieses nicht im Inneren des Menschen befindliche Erinnerungsvermögen, sondern an jenes Erinnerungsvermögen, das eben eigentlich im Zusammensein des Menschen mit der irdischen Außenwelt sich entfaltet und gestaltet; wenn er sich zum Beispiel sagt: Ich will mich nicht erinnern an dies oder jenes, sondern ich mache mir da oder dort ein Merkzeichen — oder: Ich will überhaupt über gewisse Dinge nur in Gemäßheit von Merkzeichen innere seelische Empfindungen entwickeln. Ich will in meinem Zimmer in einer Ecke ein Madonnenbild aufstellen, und ich will, indem das Madonnenbild vor meine Seele tritt, dasjenige erleben, was ich eben in der Hinlenkung meiner Seele zur Madonna erleben kann. — Denn es ist eine feine Beziehung zu solchen Einrichtungen wie dem Madonnenbilde, das wir in den Wohnungen antreffen, wenn wir nur ein wenig nach dem Osten kommen. Nicht nur in Rußland ist es so, es ist ja überall schon auch im mittleren Osteuropa. Das alles sind im Grunde genommen Überreste aus der Zeit der lokalisierten Erinnerungen. Die Erinnerung haftet außen an dem Orte.

[ 18 ] Aber ein zweites Stadium ist das andere, wo der Mensch übergeht von der lokalisierten Erinnerung zu der rhythmisierten Erinnerung. Wir haben also erstens die lokalisierte Erinnerung, zweitens die rhythmisierte Erinnerung. Da hatte der Mensch nun nicht aus irgendeiner schlauen bewußten Finesse heraus, sondern aus seiner inneren Wesenheit heraus das Bedürfnis entwickelt, im Rhythmus zu leben. Er hatte das Bedürfnis entwickelt, wenn er irgend etwas gehört hatte, das so in sich zu reproduzieren, daß ein Rhythmus herauskam. Wenn er die Kuh erlebte — Muh — , dann nannte er sie nicht Muh allein, sondern Muhmuh oder meinetwillen sogar in älteren Zeiten Muhmuhmunh. Das heißt, er türmte das Wahrgenommene so übereinander, daß ein Rhythmus herauskam. In manchen Wortbildungen können Sie das heute noch verfolgen, zum Beispiel der Gaugauch oder Kuckuck. Oder auch dann, wenn die Wortbildungen nicht unmittelbar hintereinander stehen, sehen Sie wenigstens, wie bei Kindern das Bedürfnis noch vorhanden ist, diese Wiederholungen auszubilden. Das ist noch eine Erbschaft aus der Zeit, wo die rhythmisierte Erinnerung Platz gegriffen hat, wo man nichts erinnerte, was man nur einfach erlebte, wo man nur dasjenige erinnerte, was man in Rhythmisierung, also in Wiederholungen, in rhythmischer Wiederholung erlebte. Und so mußte wenigstens zwischen dem, was aufeinanderfolgte, eine Ähnlichkeit sein: Mann und Maus, Stock und Stein. Diese Rhythmisierung des Erlebten, das ist ein letzter Rest einer hochgradigen Sehnsucht, überall zu rhythmisieren, denn was nicht rhythmisiert wurde in dieser zweiten Epoche, nach dem lokalisierten Gedächtnisse, das behielt der Mensch nicht. Und aus diesem rhythmisierten Gedächtnisse hat sich dann eigentlich die gesamte ältere Verskunst herausgebildet, überhaupt die versifizierte Dichtung. Und erst als dritte Stufe hat sich dasjenige gebildet, was wir heute noch kennen: die zeitliche Erinnerung, wo wit nicht mehr räumlich in der Außenwelt den Angriffspunkt der Erinnerung haben, wo wir auch nicht mehr angewiesen sind auf den Rhythmus, sondern wo dasjenige, was sich in die Zeit hineinstellt, später wieder hervorgerufen werden kann. Dieses unser ganz abstraktes Gedächtnis ist erst die dritte Stufe in der Gedächtnisentwickelung.

[ 18 ] Aber ein zweites Stadium ist das andere, wo der Mensch übergeht von der lokalisierten Erinnerung zu der rhythmisierten Erinnerung. Wir haben also erstens die lokalisierte Erinnerung, zweitens die rhythmisierte Erinnerung. Da hatte der Mensch nun nicht aus irgendeiner schlauen bewußten Finesse heraus, sondern aus seiner inneren Wesenheit heraus das Bedürfnis entwickelt, im Rhythmus zu leben. Er hatte das Bedürfnis entwickelt, wenn er irgend etwas gehört hatte, das so in sich zu reproduzieren, daß ein Rhythmus herauskam. Wenn er die Kuh erlebte — Muh — , dann nannte er sie nicht Muh allein, sondern Muhmuh oder meinetwillen sogar in älteren Zeiten Muhmuhmunh. Das heißt, er türmte das Wahrgenommene so übereinander, daß ein Rhythmus herauskam. In manchen Wortbildungen können Sie das heute noch verfolgen, zum Beispiel der Gaugauch oder Kuckuck. Oder auch dann, wenn die Wortbildungen nicht unmittelbar hintereinander stehen, sehen Sie wenigstens, wie bei Kindern das Bedürfnis noch vorhanden ist, diese Wiederholungen auszubilden. Das ist noch eine Erbschaft aus der Zeit, wo die rhythmisierte Erinnerung Platz gegriffen hat, wo man nichts erinnerte, was man nur einfach erlebte, wo man nur dasjenige erinnerte, was man in Rhythmisierung, also in Wiederholungen, in rhythmischer Wiederholung erlebte. Und so mußte wenigstens zwischen dem, was aufeinanderfolgte, eine Ähnlichkeit sein: Mann und Maus, Stock und Stein. Diese Rhythmisierung des Erlebten, das ist ein letzter Rest einer hochgradigen Sehnsucht, überall zu rhythmisieren, denn was nicht rhythmisiert wurde in dieser zweiten Epoche, nach dem lokalisierten Gedächtnisse, das behielt der Mensch nicht. Und aus diesem rhythmisierten Gedächtnisse hat sich dann eigentlich die gesamte ältere Verskunst herausgebildet, überhaupt die versifizierte Dichtung. Und erst als dritte Stufe hat sich dasjenige gebildet, was wir heute noch kennen: die zeitliche Erinnerung, wo wit nicht mehr räumlich in der Außenwelt den Angriffspunkt der Erinnerung haben, wo wir auch nicht mehr angewiesen sind auf den Rhythmus, sondern wo dasjenige, was sich in die Zeit hineinstellt, später wieder hervorgerufen werden kann. Dieses unser ganz abstraktes Gedächtnis ist erst die dritte Stufe in der Gedächtnisentwickelung.

[ 19 ] Und nun fassen Sie den Zeitpunkt genau ins Auge, wo in der Menschheitsentwickelung gerade übergeht die rhythmische Erinnerung in die Zeiterinnerung, wo das zuerst auftritt, was uns in unserer jämmerlichen Abstraktheit des modernen Menschen ganz selbstverständlich ist: das Zeitgedächtnis, wo wir im Bilde das hervorrufen, was wir hervorrufen; wo wir nicht mehr so erleben, daß wir in halb oder ganz unbewußster Tätigkeit etwas in rhythmischer Wiederholung wachgerufen haben müssen, wenn es wieder aufsteigen sollte. Nehmen Sie diesen Zeitpunkt des Überganges der rhythmischen Erinnerung in die zeitliche Erinnerung, dann haben Sie jenen Zeitpunkt, wo der alte Orient eben nach Griechenland herüber kolonisiert, jenen Zeitpunkt, der Ihnen in der Geschichte geschildert wird als die Entstehung der von Asien herüber nach Europa begründeten Kolonien. Was die Griechen erzählen von jenen Heroen, die von Asien oder Ägypten gekommen sind und sich auf griechischem Boden niedergelassen haben, das ist eigentlich die Erzählung, die da heißen müßte: Es zogen aus einmal aus dem Lande, wo da war das rhythmische Gedächtnis, die großen Helden und suchten ein Klima auf, wo das rhythmische Gedächtnis übergehen konnte in das zeitliche Gedächtnis, in die zeitliche Erinnerung.

[ 19 ] Und nun fassen Sie den Zeitpunkt genau ins Auge, wo in der Menschheitsentwickelung gerade übergeht die rhythmische Erinnerung in die Zeiterinnerung, wo das zuerst auftritt, was uns in unserer jämmerlichen Abstraktheit des modernen Menschen ganz selbstverständlich ist: das Zeitgedächtnis, wo wir im Bilde das hervorrufen, was wir hervorrufen; wo wir nicht mehr so erleben, daß wir in halb oder ganz unbewußster Tätigkeit etwas in rhythmischer Wiederholung wachgerufen haben müssen, wenn es wieder aufsteigen sollte. Nehmen Sie diesen Zeitpunkt des Überganges der rhythmischen Erinnerung in die zeitliche Erinnerung, dann haben Sie jenen Zeitpunkt, wo der alte Orient eben nach Griechenland herüber kolonisiert, jenen Zeitpunkt, der Ihnen in der Geschichte geschildert wird als die Entstehung der von Asien herüber nach Europa begründeten Kolonien. Was die Griechen erzählen von jenen Heroen, die von Asien oder Ägypten gekommen sind und sich auf griechischem Boden niedergelassen haben, das ist eigentlich die Erzählung, die da heißen müßte: Es zogen aus einmal aus dem Lande, wo da war das rhythmische Gedächtnis, die großen Helden und suchten ein Klima auf, wo das rhythmische Gedächtnis übergehen konnte in das zeitliche Gedächtnis, in die zeitliche Erinnerung.

[ 20 ] Damit haben wir den Zeitpunkt des Aufganges des Griechentums streng bezeichnet. Denn was im Oriente als das Mutter- und Stammland des Griechentums dagestanden hat, das ist im Grunde genommen ein Menschengebiet mit ausgebildetem rhythmischem Gedächtnis. Da hat der Rhythmus gelebt. Und eigentlich ist der alte Orient nur dann richtig begriffen von dem Menschen, wenn er ihn vorstellt als das Land des Rhythmus. Und wenn das Paradies nur so weit zurückversetzt wird, als die Bibel es zurückversetzt, dann würden wir, wenn wir das Paradies nach Asien verlegen, es uns vorzustellen haben als das Gebiet, wo die reinsten Rhythmen durch den Kosmos erklangen und im Menschen wiederum anfeuerten das, was sein rhythmisches Gedächtnis war, wo der Mensch als RhythmusErleber in einem Kosmos als Rhythmus-Erzeuger lebte.

[ 20 ] Damit haben wir den Zeitpunkt des Aufganges des Griechentums streng bezeichnet. Denn was im Oriente als das Mutter- und Stammland des Griechentums dagestanden hat, das ist im Grunde genommen ein Menschengebiet mit ausgebildetem rhythmischem Gedächtnis. Da hat der Rhythmus gelebt. Und eigentlich ist der alte Orient nur dann richtig begriffen von dem Menschen, wenn er ihn vorstellt als das Land des Rhythmus. Und wenn das Paradies nur so weit zurückversetzt wird, als die Bibel es zurückversetzt, dann würden wir, wenn wir das Paradies nach Asien verlegen, es uns vorzustellen haben als das Gebiet, wo die reinsten Rhythmen durch den Kosmos erklangen und im Menschen wiederum anfeuerten das, was sein rhythmisches Gedächtnis war, wo der Mensch als RhythmusErleber in einem Kosmos als Rhythmus-Erzeuger lebte.

[ 21 ] Fühlen Sie einmal in der Bhagavad Gita noch etwas nach von dem, was einstmals jenes grandiose Rhythmus-Erleben war, fühlen Sie es nach in der Vedenliteratur, fühlen Sie es selbst in vielem nach, was auch westasiatische Dichtung und westasiatisches Schrifttum ist, wenn wir dieses moderne Wort gebrauchen dürfen: da leben die Nachklänge des einstmals ganz Asien mit majestätischem Inhalt durchgreifenden Rhythmus, der sich widerspiegelte als das Geheimnis des Umkreises der Erde in dem menschlichen Brustkorb, in dem menschlichen Herzen. Und dann kommen wir in noch ältere Zeiten, wo die rhythmische Erinnerung nach rückwärts zurückverläuft in das lokalisierte Gedächtnis, wo die Menschen noch nicht rhythmische Erinnerungen hatten, wo die Menschen darauf angewiesen waren, da, wo sie etwas erlebt hatten, das Merkzeichen hinzustellen. Wenn sie nicht an diesem Orte waren, brauchten sie das nicht; wenn sie an diesen Ort kamen, mußten sie sich erinnern. Aber nicht sie erinnerten sich, das Merkzeichen, die Erde erinnerte sie. Wie die Erde überhaupt dasjenige ist, was den menschlichen Kopf als sein Abbild hat, so hat nun das Merkzeichen in der Erde für diese Menschen der lokalisierten Erinnerungen im Kopfe sein Abbild wiederum hervorgerufen. Der Mensch lebt ganz mit der Erde, der Mensch hat sein Gedächtnis ganz in seiner Verbindung mit der Erde. Das Evangelium erinnert daran nur noch an einer Stelle, wo es mitteilt, daß der Christus etwas in die Erde hineinschreibt.

[ 21 ] Fühlen Sie einmal in der Bhagavad Gita noch etwas nach von dem, was einstmals jenes grandiose Rhythmus-Erleben war, fühlen Sie es nach in der Vedenliteratur, fühlen Sie es selbst in vielem nach, was auch westasiatische Dichtung und westasiatisches Schrifttum ist, wenn wir dieses moderne Wort gebrauchen dürfen: da leben die Nachklänge des einstmals ganz Asien mit majestätischem Inhalt durchgreifenden Rhythmus, der sich widerspiegelte als das Geheimnis des Umkreises der Erde in dem menschlichen Brustkorb, in dem menschlichen Herzen. Und dann kommen wir in noch ältere Zeiten, wo die rhythmische Erinnerung nach rückwärts zurückverläuft in das lokalisierte Gedächtnis, wo die Menschen noch nicht rhythmische Erinnerungen hatten, wo die Menschen darauf angewiesen waren, da, wo sie etwas erlebt hatten, das Merkzeichen hinzustellen. Wenn sie nicht an diesem Orte waren, brauchten sie das nicht; wenn sie an diesen Ort kamen, mußten sie sich erinnern. Aber nicht sie erinnerten sich, das Merkzeichen, die Erde erinnerte sie. Wie die Erde überhaupt dasjenige ist, was den menschlichen Kopf als sein Abbild hat, so hat nun das Merkzeichen in der Erde für diese Menschen der lokalisierten Erinnerungen im Kopfe sein Abbild wiederum hervorgerufen. Der Mensch lebt ganz mit der Erde, der Mensch hat sein Gedächtnis ganz in seiner Verbindung mit der Erde. Das Evangelium erinnert daran nur noch an einer Stelle, wo es mitteilt, daß der Christus etwas in die Erde hineinschreibt.

[ 22 ] Und wir haben einen Zeitpunkt festgehalten, wo die lokalisierte Erinnerung übergeht in die rhythmische Erinnerung. Das ist der Zeitpunkt, wo während des Unterganges der alten Atlantis von westwärts nach ostwärts, nach Asien hinüber, die uralten nachatlantischen Völker wandern. Denn wir haben, wenn wir von Europa nach Asien hinübergehen, erst die Wanderung von der alten Atlantis, die ja heute der Boden des Atlantischen Ozeans ist, hinüber nach Asien (siehe Zeichnung), und die Zurückwanderung der Kultur wiederum nach Europa. Beim Herüberwandern der atlantischen Völker nach Asien haben wir den Übergang der lokalisierten Erinnerung in die rhythmisierte Erinnerung, die ihre Vollendung im asiatischen Geistesleben hat. Dann haben wir bei der Kolonisation nach Griechenland herüber den Übergang von der rhythmischen Erinnerung zu der Zeiterinnerung, die wir heute noch in uns tragen.

[ 22 ] Und wir haben einen Zeitpunkt festgehalten, wo die lokalisierte Erinnerung übergeht in die rhythmische Erinnerung. Das ist der Zeitpunkt, wo während des Unterganges der alten Atlantis von westwärts nach ostwärts, nach Asien hinüber, die uralten nachatlantischen Völker wandern. Denn wir haben, wenn wir von Europa nach Asien hinübergehen, erst die Wanderung von der alten Atlantis, die ja heute der Boden des Atlantischen Ozeans ist, hinüber nach Asien (siehe Zeichnung), und die Zurückwanderung der Kultur wiederum nach Europa. Beim Herüberwandern der atlantischen Völker nach Asien haben wir den Übergang der lokalisierten Erinnerung in die rhythmisierte Erinnerung, die ihre Vollendung im asiatischen Geistesleben hat. Dann haben wir bei der Kolonisation nach Griechenland herüber den Übergang von der rhythmischen Erinnerung zu der Zeiterinnerung, die wir heute noch in uns tragen.

Localized, Rhythmic and Temporal MemoryLocalized, Rhythmic and Temporal MemoryBlackboard 2Blackboard 2

[ 23 ] Und in dieser Ausbildung der Erinnerung liegt die ganze Zivilisation zwischen der atlantischen Katastrophe und der Entstehung der griechischen Zivilisation, liegt alles das, was mehr legendenhaft, mehr sagenhaft als historisch vom alten Asien zu uns herübertönt. Nicht dadurch lernen wit die Entwickelung der Menschen auf der Erde kennen, daß wir das Äußere vor allen Dingen ins Auge fassen, daß wir die äußeren Dokumente prüfen, sondern daß wir die Entwickelung dessen, was im Inneren des Menschen lebt, ins Auge fassen, daß wir ins Auge fassen, wie so etwas wie das Erinnerungsvermögen, die Erinnerungsfähigkeit sich von außen nach dem Inneren entwickelt hat.

[ 23 ] Und in dieser Ausbildung der Erinnerung liegt die ganze Zivilisation zwischen der atlantischen Katastrophe und der Entstehung der griechischen Zivilisation, liegt alles das, was mehr legendenhaft, mehr sagenhaft als historisch vom alten Asien zu uns herübertönt. Nicht dadurch lernen wit die Entwickelung der Menschen auf der Erde kennen, daß wir das Äußere vor allen Dingen ins Auge fassen, daß wir die äußeren Dokumente prüfen, sondern daß wir die Entwickelung dessen, was im Inneren des Menschen lebt, ins Auge fassen, daß wir ins Auge fassen, wie so etwas wie das Erinnerungsvermögen, die Erinnerungsfähigkeit sich von außen nach dem Inneren entwickelt hat.

[ 24 ] Sie wissen ja alle, was diese Erinnerungsfähigkeit für den heutigen Menschen bedeutet. Sie werden schon gehört haben von Menschen, die plötzlich in krankhafter Weise irgendeinen Teil ihres Lebens, an den sie sich erinnern sollten, ausgelöscht haben. Jemand, mit dem ich befreundet war, hat vor seinem Tode ein furchtbares Schicksal dadurch erfahren, daß es ihm passierte, daß er eines Tages sich aus seinem Heim entfernte, sich auf der Bahnstation ein Billett kaufte bis zu einem bestimmten Punkt, dann ausstieg, sich wieder eins kaufte; das alles, indem die Erinnerung an sein Leben bis zum Kaufen dieses Billetts momentan in ihm ausgelöscht war. Er tat alles klug, der Verstand war ganz intakt; das Gedächtnis war ausgelöscht. Und er fand sich dann wiederum, indem das Gedächtnis wieder anknüpfte an früher, in einem Obdachlosenasyl in Berlin, in welchem er sich eingefunden hatte. Man konnte nachher konstatieren, daß er in der Zwischenzeit in halb Europa herumgereist ist, ohne daß er dieses Erlebnis verbinden konnte mit seinen früheren Erlebnissen. Das Gedächtnis dämmerte erst wieder auf, nachdem er auf ihm ganz unbekannte Weise in dieses Berliner Asyl für Obdachlose gekommen ist. Das ist nur ein Beispiel für zahlreiche Fälle, die uns im Leben ja entgegentreten, wo wir sehen, wie das seelische Leben des modernen Menschen eben einfach nicht intakt ist, wenn nicht der Erinnerungsfaden bis zu einem gewissen Zeitpunkt nach unserer Geburt unabgerissen ist.

[ 24 ] Sie wissen ja alle, was diese Erinnerungsfähigkeit für den heutigen Menschen bedeutet. Sie werden schon gehört haben von Menschen, die plötzlich in krankhafter Weise irgendeinen Teil ihres Lebens, an den sie sich erinnern sollten, ausgelöscht haben. Jemand, mit dem ich befreundet war, hat vor seinem Tode ein furchtbares Schicksal dadurch erfahren, daß es ihm passierte, daß er eines Tages sich aus seinem Heim entfernte, sich auf der Bahnstation ein Billett kaufte bis zu einem bestimmten Punkt, dann ausstieg, sich wieder eins kaufte; das alles, indem die Erinnerung an sein Leben bis zum Kaufen dieses Billetts momentan in ihm ausgelöscht war. Er tat alles klug, der Verstand war ganz intakt; das Gedächtnis war ausgelöscht. Und er fand sich dann wiederum, indem das Gedächtnis wieder anknüpfte an früher, in einem Obdachlosenasyl in Berlin, in welchem er sich eingefunden hatte. Man konnte nachher konstatieren, daß er in der Zwischenzeit in halb Europa herumgereist ist, ohne daß er dieses Erlebnis verbinden konnte mit seinen früheren Erlebnissen. Das Gedächtnis dämmerte erst wieder auf, nachdem er auf ihm ganz unbekannte Weise in dieses Berliner Asyl für Obdachlose gekommen ist. Das ist nur ein Beispiel für zahlreiche Fälle, die uns im Leben ja entgegentreten, wo wir sehen, wie das seelische Leben des modernen Menschen eben einfach nicht intakt ist, wenn nicht der Erinnerungsfaden bis zu einem gewissen Zeitpunkt nach unserer Geburt unabgerissen ist.

[ 25 ] Das war bei denjenigen Menschen, bei denen die lokalisierte Erinnerung ausgebildet war, nicht der Fall. Die kannten überhaupt diesen Erinnerungsfaden nicht. Aber sie wären unglücklich in ihrem Seelenleben gewesen, sie wären so geworden, wie wir werden, wenn etwas in uns das Selbst auslöscht, wenn sie nicht überall auf ihrem Boden umgeben gewesen wären von Denkzeichen, die sie an das erinnerten, was sie selbst erlebt haben, von Denkzeichen, die sie selber überall errichtet hatten, aber auch von Denkzeichen, die ihre Väter, ihre Schwestern, Brüder und so weiter errichtet hatten, die in ihrer Konfiguration ähnlich schauten ihren eigenen Denkzeichen, und die sie daher zu Verwandtem hinbrachten. Aber dasjenige, was wir innerlich als die Bedingung unseres intakten Selbstes empfinden, das war für diese Menschen ein Äußerliches.

[ 25 ] Das war bei denjenigen Menschen, bei denen die lokalisierte Erinnerung ausgebildet war, nicht der Fall. Die kannten überhaupt diesen Erinnerungsfaden nicht. Aber sie wären unglücklich in ihrem Seelenleben gewesen, sie wären so geworden, wie wir werden, wenn etwas in uns das Selbst auslöscht, wenn sie nicht überall auf ihrem Boden umgeben gewesen wären von Denkzeichen, die sie an das erinnerten, was sie selbst erlebt haben, von Denkzeichen, die sie selber überall errichtet hatten, aber auch von Denkzeichen, die ihre Väter, ihre Schwestern, Brüder und so weiter errichtet hatten, die in ihrer Konfiguration ähnlich schauten ihren eigenen Denkzeichen, und die sie daher zu Verwandtem hinbrachten. Aber dasjenige, was wir innerlich als die Bedingung unseres intakten Selbstes empfinden, das war für diese Menschen ein Äußerliches.

[ 26 ] Nur dadurch, daß wir diesen Seelenwandel in der Menschheit vor unserer Seele vorüberziehen lassen, kommen wir auf die ganze Bedeutung dieses Seelenwandels in der historischen Entwickelung der Menschheit. Dadurch, daß man so etwas betrachtet, bekommt die Geschichte erst ihr Licht. Und ich wollte zunächst einmal an einem besonderen Beispiel aufweisen, wie die Seelengeschichte der Menschheit in bezug auf das Erinnerungsvermögen ist. Wir wollen dann in den nächsten Tagen sehen, wie sich die historischen Ereignisse in ihrer wahren Gestalt erst zeigen werden, wenn wir sie beleuchten können mit dem Lichte, das so von der menschlichen Seelenkunde her genommen ist.

[ 26 ] Nur dadurch, daß wir diesen Seelenwandel in der Menschheit vor unserer Seele vorüberziehen lassen, kommen wir auf die ganze Bedeutung dieses Seelenwandels in der historischen Entwickelung der Menschheit. Dadurch, daß man so etwas betrachtet, bekommt die Geschichte erst ihr Licht. Und ich wollte zunächst einmal an einem besonderen Beispiel aufweisen, wie die Seelengeschichte der Menschheit in bezug auf das Erinnerungsvermögen ist. Wir wollen dann in den nächsten Tagen sehen, wie sich die historischen Ereignisse in ihrer wahren Gestalt erst zeigen werden, wenn wir sie beleuchten können mit dem Lichte, das so von der menschlichen Seelenkunde her genommen ist.