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Mystery Sites of the Middle Ages
Rosicrucianism and the Modern Principle of Initiation
GA 233a

22 April 1924, Dornach

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Das Osterfest als Stück Mysteriengeschichte der Menschheit IV

Das Osterfest als Stück Mysteriengeschichte der Menschheit IV

[ 1 ] Wir haben gesehen, wie aus den Mysterien herausgewachsen ist dasjenige, was im Bewußtsein die Menschen mit der Welt so verbindet, daß diese Verbindung zur Darstellung kommen kann in dem festlichen Jahreslaufe, und wir haben ja insbesondere gesehen, wie das Osterfest herausgewachsen ist aus dem Initiationsprinzip. Aus der ganzen Darstellung wird Ihnen hervorgegangen sein, welche bedeutsame Rolle das Mysterienwesen in der ganzen Entwickelung der Menschheit gespielt hat.

[ 1 ] Wir haben gesehen, wie aus den Mysterien herausgewachsen ist dasjenige, was im Bewußtsein die Menschen mit der Welt so verbindet, daß diese Verbindung zur Darstellung kommen kann in dem festlichen Jahreslaufe, und wir haben ja insbesondere gesehen, wie das Osterfest herausgewachsen ist aus dem Initiationsprinzip. Aus der ganzen Darstellung wird Ihnen hervorgegangen sein, welche bedeutsame Rolle das Mysterienwesen in der ganzen Entwickelung der Menschheit gespielt hat.

[ 2 ] Es ist ja mit diesem Mysterienwesen so, daß im Grunde genommen alles, was geistig durch die Welt ging, durch die Menschheit sich entwickelte, daß das in alten Zeiten alles hervorgegangen ist aus den Mysterien. Wenn man ein heutiges Wort anwenden möchte, so müßte man sagen: Die Mysterien waren sehr mächtig in bezug auf die ganze Lenkung des geistigen Lebens.

[ 2 ] Es ist ja mit diesem Mysterienwesen so, daß im Grunde genommen alles, was geistig durch die Welt ging, durch die Menschheit sich entwickelte, daß das in alten Zeiten alles hervorgegangen ist aus den Mysterien. Wenn man ein heutiges Wort anwenden möchte, so müßte man sagen: Die Mysterien waren sehr mächtig in bezug auf die ganze Lenkung des geistigen Lebens.

[ 3 ] Nun war die Menschheit von vornherein dazu bestimmt, die Freiheit zu entwickeln. Zur Entwickelung der Freiheit war es notwendig, daß das alte Mysterienwesen zurückgegangen ist und eine Zeitlang die Menschen weniger im Zusammenhang standen mit einer solchen mächtigen Lenkung, wie sie von den Mysterien ausging, und gewissermaßen mehr sich selbst überlassen waren. Man kann ganz gewiß nicht sagen, daß heute der Zeitpunkt bereits herangerückt sei, in dem die Menschen sich ihre wahre innere Freiheit schon erobert haben und nun reif wären, zum Nächsten überzugehen, was auf das Zeitalter der Freiheit folgen soll. Gewiß, das kann man nicht sagen. Aber immerhin, es sind genügend viele Menschen durchgegangen durch Inkarnationen, in denen weniger die Macht der Mysterien gespürt worden ist als in früheren Zeiten. Und wenn auch die Saat des Durchgehens durch diese Inkarnationen heute noch nicht aufgegangen ist, sie ist in den Menschen. Sie steckt in den Menschenseelen drinnen.

[ 3 ] Nun war die Menschheit von vornherein dazu bestimmt, die Freiheit zu entwickeln. Zur Entwickelung der Freiheit war es notwendig, daß das alte Mysterienwesen zurückgegangen ist und eine Zeitlang die Menschen weniger im Zusammenhang standen mit einer solchen mächtigen Lenkung, wie sie von den Mysterien ausging, und gewissermaßen mehr sich selbst überlassen waren. Man kann ganz gewiß nicht sagen, daß heute der Zeitpunkt bereits herangerückt sei, in dem die Menschen sich ihre wahre innere Freiheit schon erobert haben und nun reif wären, zum Nächsten überzugehen, was auf das Zeitalter der Freiheit folgen soll. Gewiß, das kann man nicht sagen. Aber immerhin, es sind genügend viele Menschen durchgegangen durch Inkarnationen, in denen weniger die Macht der Mysterien gespürt worden ist als in früheren Zeiten. Und wenn auch die Saat des Durchgehens durch diese Inkarnationen heute noch nicht aufgegangen ist, sie ist in den Menschen. Sie steckt in den Menschenseelen drinnen.

[ 4 ] Wenn nun ein Zeitalter heranrückt, welches wieder geistiger ist, so werden schon die Menschen das entwickeln, was sie heute in der Dumpfheit noch nicht entwickelt haben. Aber es wird vor allen Dingen notwendig sein, daß dem Erkennen, dem Schauen, dem Erleben des Geistigen, die aus der heutigen Initiation geholt werden können, entgegengebracht werde auch aus der Freiheit heraus Schätzung, Ehrfurcht. Denn ohne Schätzung, ohne Ehrfurcht ist eine wirkliche Erkenntnis, ist ein geistiges Leben der Menschheit eigentlich nicht möglich. Es ist doch so, daß wir die Festeszeiten richtig anwenden, wenn wir gerade sie dazu gebrauchen, diese Schätzung, diese Ehrfurcht vor dem Geistigen, wie es sich entwickelt hat im Laufe der Menschheitsgeschichte, ein wenig versuchen, in unsere Seele einzupflanzen, wenn wir möglichst intim hinzuschauen lernen auf die Art und Weise, wie die äußeren geschichtlichen Ereignisse Geistiges bedeuten, Geistiges von einem Zeitalter in das andere tragen. Zunächst ist es ja so, daß die Menschen in wiederholten Erdenleben immer wiederum ins Erdendasein kommen. Dadurch tragen sie dasjenige, was sie in früheren Epochen erlebt haben, in spätere Epochen herüber. Die Menschen sind das wichtigste Glied in bezug auf das Weiterentwickeln dessen, was innerhalb der Menschheitsgeschichte geschieht. Aber die Menschen leben doch zu allen Zeiten in einer bestimmten Umgebung. Und eine wichtigste Umgebung ist schon die Mysterienumgebung. Ein Wichtigstes im Menschheitsfortschritt ist das Herübertragen dessen, was Menschen in Mysterien erlebt haben und wiedererleben, sei es wiederum in Mysterien, wo es hinauswirkt in die Menschheit, sei es sonst irgendwie im Erkennen. Heute muß es ja sonst irgendwie im Erkennen sein, denn das eigentliche Mysterienwesen ist mehr oder weniger für die heutige Außenwelt zurückgegangen, muß erst wiederum auftreten.

[ 4 ] Wenn nun ein Zeitalter heranrückt, welches wieder geistiger ist, so werden schon die Menschen das entwickeln, was sie heute in der Dumpfheit noch nicht entwickelt haben. Aber es wird vor allen Dingen notwendig sein, daß dem Erkennen, dem Schauen, dem Erleben des Geistigen, die aus der heutigen Initiation geholt werden können, entgegengebracht werde auch aus der Freiheit heraus Schätzung, Ehrfurcht. Denn ohne Schätzung, ohne Ehrfurcht ist eine wirkliche Erkenntnis, ist ein geistiges Leben der Menschheit eigentlich nicht möglich. Es ist doch so, daß wir die Festeszeiten richtig anwenden, wenn wir gerade sie dazu gebrauchen, diese Schätzung, diese Ehrfurcht vor dem Geistigen, wie es sich entwickelt hat im Laufe der Menschheitsgeschichte, ein wenig versuchen, in unsere Seele einzupflanzen, wenn wir möglichst intim hinzuschauen lernen auf die Art und Weise, wie die äußeren geschichtlichen Ereignisse Geistiges bedeuten, Geistiges von einem Zeitalter in das andere tragen. Zunächst ist es ja so, daß die Menschen in wiederholten Erdenleben immer wiederum ins Erdendasein kommen. Dadurch tragen sie dasjenige, was sie in früheren Epochen erlebt haben, in spätere Epochen herüber. Die Menschen sind das wichtigste Glied in bezug auf das Weiterentwickeln dessen, was innerhalb der Menschheitsgeschichte geschieht. Aber die Menschen leben doch zu allen Zeiten in einer bestimmten Umgebung. Und eine wichtigste Umgebung ist schon die Mysterienumgebung. Ein Wichtigstes im Menschheitsfortschritt ist das Herübertragen dessen, was Menschen in Mysterien erlebt haben und wiedererleben, sei es wiederum in Mysterien, wo es hinauswirkt in die Menschheit, sei es sonst irgendwie im Erkennen. Heute muß es ja sonst irgendwie im Erkennen sein, denn das eigentliche Mysterienwesen ist mehr oder weniger für die heutige Außenwelt zurückgegangen, muß erst wiederum auftreten.

[ 5 ] Wir müssen ja sagen: Es ist schon so, daß, wenn jener Impuls, der durch die Weihnachtstagung von hier, vom Goetheanum, ausgegangen ist, wirklich sich einlebt in der Anthroposophischen Gesellschaft, dann wird die Anthroposophische Gesellschaft, indem sie weiter hinführt zu den Klassen, die einzurichten sind — zum Teil hat diese Einrichtung ja schon begonnen —, die Grundlage sein für das weitere Mysterienwesen. Es muß das weitere Mysterienwesen bewußt gepflanzt werden durch diese Anthroposophische Gesellschaft. Diese Anthroposophische Gesellschaft hat ja vor sich ein Ereignis, das ebenso in der Entwickelung verwertet werden kann, wie einstmals verwertet worden ist ein ähnliches Ereignis: der Brand des Tempels von Ephesus. Da und dort lag ein bedeutsames Unrecht zugrunde. Allein die Dinge nehmen sich ja auf den verschiedenen Niveaus eben verschieden aus, und es kann dasjenige, was auf einem Niveau ein furchtbares Unrecht ist, in der Freiheit der Menschen dann verwendet werden in dem Sinne, daß gerade durch solche schauderhaften Ereignisse ein wirklicher Menschheitsfortschritt hervorgerufen werde.

[ 5 ] Wir müssen ja sagen: Es ist schon so, daß, wenn jener Impuls, der durch die Weihnachtstagung von hier, vom Goetheanum, ausgegangen ist, wirklich sich einlebt in der Anthroposophischen Gesellschaft, dann wird die Anthroposophische Gesellschaft, indem sie weiter hinführt zu den Klassen, die einzurichten sind — zum Teil hat diese Einrichtung ja schon begonnen —, die Grundlage sein für das weitere Mysterienwesen. Es muß das weitere Mysterienwesen bewußt gepflanzt werden durch diese Anthroposophische Gesellschaft. Diese Anthroposophische Gesellschaft hat ja vor sich ein Ereignis, das ebenso in der Entwickelung verwertet werden kann, wie einstmals verwertet worden ist ein ähnliches Ereignis: der Brand des Tempels von Ephesus. Da und dort lag ein bedeutsames Unrecht zugrunde. Allein die Dinge nehmen sich ja auf den verschiedenen Niveaus eben verschieden aus, und es kann dasjenige, was auf einem Niveau ein furchtbares Unrecht ist, in der Freiheit der Menschen dann verwendet werden in dem Sinne, daß gerade durch solche schauderhaften Ereignisse ein wirklicher Menschheitsfortschritt hervorgerufen werde.

[ 6 ] Nun muß man aber, wenn man auf solche Dinge verständnisvoll eingehen will, möglichst intim, wie ich schon sagte, die Dinge fassen. Man muß hineinschauen in die besondere Art, wie in den Mysterien das Geistige der Welt gelebt hat. Ich habe gestern darauf hingedeutet, wie aus Sonnen- und Mondenkonstellation, wenn man sie geistig nimmt, herauswächst die Festsetzung des jährlichen Osterfestes, und ich habe darauf hingedeutet, daß vom Mondengesichtspunkte aus die anderen Planeten geschaut werden. Und nach dem, was man erfährt im Schauen der anderen Planeten, wird der Mensch angeleitet beim Heruntersteigen aus dem vorirdischen Dasein in das irdische Dasein, wie er sich seinen Lichtätherleib bildet.

[ 6 ] Nun muß man aber, wenn man auf solche Dinge verständnisvoll eingehen will, möglichst intim, wie ich schon sagte, die Dinge fassen. Man muß hineinschauen in die besondere Art, wie in den Mysterien das Geistige der Welt gelebt hat. Ich habe gestern darauf hingedeutet, wie aus Sonnen- und Mondenkonstellation, wenn man sie geistig nimmt, herauswächst die Festsetzung des jährlichen Osterfestes, und ich habe darauf hingedeutet, daß vom Mondengesichtspunkte aus die anderen Planeten geschaut werden. Und nach dem, was man erfährt im Schauen der anderen Planeten, wird der Mensch angeleitet beim Heruntersteigen aus dem vorirdischen Dasein in das irdische Dasein, wie er sich seinen Lichtätherleib bildet.

[ 7 ] Nun, wenn man die Anschauung gewinnen will, wie dieser Lichtätherleib durch die Mondenkräfte, durch die Mondenbeobachtungen, ich möchte sagen durch das geistige Mondenobservatorium, wie diese Ätherkräfte dem Menschen überliefert werden, wenn man das recht verstehen will, so kann man es so beobachten, wie wir es nun versucht haben, aus dem Kosmos heraus, wo es eingeschrieben ist, wo es als ein Faktum existiert. Aber es ist auch wichtig, den menschlichen Anteil, der in den verschiedenen Zeiten an einer solchen Wahrheit da ist, auf das Gemüt wirken zu lassen.

[ 7 ] Nun, wenn man die Anschauung gewinnen will, wie dieser Lichtätherleib durch die Mondenkräfte, durch die Mondenbeobachtungen, ich möchte sagen durch das geistige Mondenobservatorium, wie diese Ätherkräfte dem Menschen überliefert werden, wenn man das recht verstehen will, so kann man es so beobachten, wie wir es nun versucht haben, aus dem Kosmos heraus, wo es eingeschrieben ist, wo es als ein Faktum existiert. Aber es ist auch wichtig, den menschlichen Anteil, der in den verschiedenen Zeiten an einer solchen Wahrheit da ist, auf das Gemüt wirken zu lassen.

[ 8 ] Und in der Tat, niemals war der Anteil, den menschliche Gemüter genommen haben an diesem Heruntersteigen vom vorirdischen Dasein in das irdische in bezug auf die letzte Etappe, die Umkleidung des Menschen mit dem Ätherleib, niemals war ein so intimer, inniger Anteil an dieser Tatsache genommen worden als gerade in den Mysterien von Ephesus. In den Mysterien von Ephesus war es so, daß der ganze Dienst, welcher der exoterisch Artemis genannten Göttin von Ephesus dargebracht wurde, eigentlich darauf gerichtet war, das geistige Weben und Leben innerhalb des Äthers der Welt, innerhalb des Äthers des Kosmos, mitzuerleben. Man kann schon sagen, wenn die Angehörigen des Mysteriums von Ephesus sich dem Götterbilde nahten, dann war es eine Empfindung, die sich aber steigerte bis zum Anhören und die etwa so auszudrücken ist, wie wenn es die Sprache der Göttin wäre: Ich freue mich über alles Fruchttragende im weiten Weltenäther.

[ 8 ] Und in der Tat, niemals war der Anteil, den menschliche Gemüter genommen haben an diesem Heruntersteigen vom vorirdischen Dasein in das irdische in bezug auf die letzte Etappe, die Umkleidung des Menschen mit dem Ätherleib, niemals war ein so intimer, inniger Anteil an dieser Tatsache genommen worden als gerade in den Mysterien von Ephesus. In den Mysterien von Ephesus war es so, daß der ganze Dienst, welcher der exoterisch Artemis genannten Göttin von Ephesus dargebracht wurde, eigentlich darauf gerichtet war, das geistige Weben und Leben innerhalb des Äthers der Welt, innerhalb des Äthers des Kosmos, mitzuerleben. Man kann schon sagen, wenn die Angehörigen des Mysteriums von Ephesus sich dem Götterbilde nahten, dann war es eine Empfindung, die sich aber steigerte bis zum Anhören und die etwa so auszudrücken ist, wie wenn es die Sprache der Göttin wäre: Ich freue mich über alles Fruchttragende im weiten Weltenäther.

[ 9 ] Es war ein tiefer Eindruck, der ausgeübt wurde durch dieses Aussprechen inniger Freude der Tempelgött in über alles Wachsende, Sprießende, Sprossende im weiten Weltenäther. Und innig verwandtes Fühlen mit dem Sprießen und Sprossen war ja insbesondere etwas, was wie ein Zauberhauch die Atmosphäre, die geistige Atmosphäre von dem ephesischen Heiligtum durchströmte. Es war dieses Mysterium schon so angeordnet, so eingerichtet, daß man sagen kann, nirgends ist eigentlich so mitgelebt worden mit dem Wachsen des Pflanzenwesens, mit dem Sprießen und Sprossen der Erde in das Pflanzenwesen hinein, als in Ephesus.

[ 9 ] Es war ein tiefer Eindruck, der ausgeübt wurde durch dieses Aussprechen inniger Freude der Tempelgött in über alles Wachsende, Sprießende, Sprossende im weiten Weltenäther. Und innig verwandtes Fühlen mit dem Sprießen und Sprossen war ja insbesondere etwas, was wie ein Zauberhauch die Atmosphäre, die geistige Atmosphäre von dem ephesischen Heiligtum durchströmte. Es war dieses Mysterium schon so angeordnet, so eingerichtet, daß man sagen kann, nirgends ist eigentlich so mitgelebt worden mit dem Wachsen des Pflanzenwesens, mit dem Sprießen und Sprossen der Erde in das Pflanzenwesen hinein, als in Ephesus.

[ 10 ] Das führte denn auch dazu, daß gerade in diesem ephesischen Mysterium mit besonderer Deutlichkeit der Unterricht gegeben werden konnte, wenn ich es so nennen darf, der darauf hinausging, besonders dieses Mondengeheimnis, von dem ich gestern sprach, an das Gemüt der zu Ephesus Gehörigen heranzubringen.

[ 10 ] Das führte denn auch dazu, daß gerade in diesem ephesischen Mysterium mit besonderer Deutlichkeit der Unterricht gegeben werden konnte, wenn ich es so nennen darf, der darauf hinausging, besonders dieses Mondengeheimnis, von dem ich gestern sprach, an das Gemüt der zu Ephesus Gehörigen heranzubringen.

[ 11 ] Es war etwas, was jeder wie sein eigenes Erlebnis hatte, sich zu fühlen als Lichtgestalt, weil das so lebendig gemacht wurde vor den ephesischen Schülern und Initiierten: dieses Durch-den-Mond-seine-Licht-gestalt-Bekommen. Und es war eine Einrichtung in Ephesus, die etwa so war: Derjenige, der diese Einrichtung in der Weihestätte auf sich wirken lassen konnte, der wurde wirklich ganz hineinversetzt in dieses Sichherausbilden aus dem den Mond umwandelnden Sonnenlichte. Dann tönte es an ihn heran, wie wenn es von der Sonne herübertönte: \(J O A\).

[ 11 ] Es war etwas, was jeder wie sein eigenes Erlebnis hatte, sich zu fühlen als Lichtgestalt, weil das so lebendig gemacht wurde vor den ephesischen Schülern und Initiierten: dieses Durch-den-Mond-seine-Licht-gestalt-Bekommen. Und es war eine Einrichtung in Ephesus, die etwa so war: Derjenige, der diese Einrichtung in der Weihestätte auf sich wirken lassen konnte, der wurde wirklich ganz hineinversetzt in dieses Sichherausbilden aus dem den Mond umwandelnden Sonnenlichte. Dann tönte es an ihn heran, wie wenn es von der Sonne herübertönte: \(J O A\).

[ 12 ] Dieses \(J O A\), von dem wußte er, daß es regsam macht sein Ich, seinen astralischen Leib. \(J O\) — Ich, astralischer Leib, und das Herankommen des Lichtätherleibes in dem \(A\) — \(J O A\). Jetzt fühlte er sich, indem vibrierte in ihm das \(J O A\), jetzt fühlte er sich als Ich, als astralischen Leib, als ätherischen Leib.

[ 12 ] Dieses \(J O A\), von dem wußte er, daß es regsam macht sein Ich, seinen astralischen Leib. \(J O\) — Ich, astralischer Leib, und das Herankommen des Lichtätherleibes in dem \(A\) — \(J O A\). Jetzt fühlte er sich, indem vibrierte in ihm das \(J O A\), jetzt fühlte er sich als Ich, als astralischen Leib, als ätherischen Leib.

[ 13 ] Und dann war es, wie wenn von der Erde heraufklänge, denn der Mensch war versetzt in das Kosmische, wie wenn von der Erde heraufklänge dasjenige, was das \(J O A\) durchsetzte, \(eh-v\). Das waren die Kräfte der Erde, die heraufkamen in dem \(eh-v\).

[ 13 ] Und dann war es, wie wenn von der Erde heraufklänge, denn der Mensch war versetzt in das Kosmische, wie wenn von der Erde heraufklänge dasjenige, was das \(J O A\) durchsetzte, \(eh-v\). Das waren die Kräfte der Erde, die heraufkamen in dem \(eh-v\).

[ 14 ] Und nun fühlte er, in dem JehOvA fühlte er den ganzen Menschen. Das Vorgefühl des physischen Leibes, den er erst auf der Erde hatte, fühlte er angedeutet in den Konsonanten, die hinzugehörten zu dem Vokalischen, was in dem \(J O A\) andeutet Ich, astralischen Leib, ätherischen Leib. Dieses Sicheinleben in dem \(Jeh\) \(Ov\) \(A\), das war es, was den ephesischen Schüler erfühlen ließ die letzten Schritte für das Heruntersteigen aus der geistigen Welt.

[ 14 ] Und nun fühlte er, in dem JehOvA fühlte er den ganzen Menschen. Das Vorgefühl des physischen Leibes, den er erst auf der Erde hatte, fühlte er angedeutet in den Konsonanten, die hinzugehörten zu dem Vokalischen, was in dem \(J O A\) andeutet Ich, astralischen Leib, ätherischen Leib. Dieses Sicheinleben in dem \(Jeh\) \(Ov\) \(A\), das war es, was den ephesischen Schüler erfühlen ließ die letzten Schritte für das Heruntersteigen aus der geistigen Welt.

[ 15 ] Aber es war zu gleicher Zeit dieses Erfühlen des \(J O A\) so, daß man sich fühlte im Lichte drinnen als dieser Klang \(J O A\). Dann war man Mensch: klingendes Ich, klingender astralischer Leib, in licht-glänzendem Ätherleib. Dann war man Klang im Licht. So ist man als kosmischer Mensch.

[ 15 ] Aber es war zu gleicher Zeit dieses Erfühlen des \(J O A\) so, daß man sich fühlte im Lichte drinnen als dieser Klang \(J O A\). Dann war man Mensch: klingendes Ich, klingender astralischer Leib, in licht-glänzendem Ätherleib. Dann war man Klang im Licht. So ist man als kosmischer Mensch.

[ 16 ] Und so ist man fähig, aufzunehmen dasjenige, was man im Kosmos draußen sieht, wie man durch sein Auge hier auf der Erde fähig ist, aufzunehmen, was im physischen Umkreise der Erde geschieht.

[ 16 ] Und so ist man fähig, aufzunehmen dasjenige, was man im Kosmos draußen sieht, wie man durch sein Auge hier auf der Erde fähig ist, aufzunehmen, was im physischen Umkreise der Erde geschieht.

[ 17 ] Dann fühlte sich der ephesische Schüler wirklich, wenn er in sich trug dieses \(J O A\), wie versetzt in die Mondensphäre. Er nahm teil an demjenigen, was beobachtet werden konnte vom Gesichtspunkte des Mondes aus.

[ 17 ] Dann fühlte sich der ephesische Schüler wirklich, wenn er in sich trug dieses \(J O A\), wie versetzt in die Mondensphäre. Er nahm teil an demjenigen, was beobachtet werden konnte vom Gesichtspunkte des Mondes aus.

[ 18 ] Da war der Mensch noch Mensch im allgemeinen. Er wurde erst Mann und Weib beim Heruntersteigen auf die Erde. Da aber fühlte der Mensch sich hinaufversetzt in diese Region des vorirdischen Daseins, aber eben des Herankommens an das Irdische. Den ephesischen Schülern wurde dieses Sichhinaufversetzen in die Mondensphäre eben ganz besonders intim möglich. Dann trugen sie in ihrem Herzen, in ihrer Seele dasjenige, was sie miterlebt haben und was etwa in der folgenden Weise dem ephesischen Schüler erklang:

[ 18 ] Da war der Mensch noch Mensch im allgemeinen. Er wurde erst Mann und Weib beim Heruntersteigen auf die Erde. Da aber fühlte der Mensch sich hinaufversetzt in diese Region des vorirdischen Daseins, aber eben des Herankommens an das Irdische. Den ephesischen Schülern wurde dieses Sichhinaufversetzen in die Mondensphäre eben ganz besonders intim möglich. Dann trugen sie in ihrem Herzen, in ihrer Seele dasjenige, was sie miterlebt haben und was etwa in der folgenden Weise dem ephesischen Schüler erklang:

Weltentsprossenes Wesen, du in Lichtgestalt,
Von der Sonne erkraftet in der Mondgewalt,

Dich beschenket des Mars erschaffendes Klingen
Und Merkurs gliedbewegende Schwingen,

Dich erleuchtet Jupiters erstrahlende Weisheit
Und der Venus liebetragende Schönheit —

Daß Saturns weltenalte Geist-Innigkeit
Dich dem Raumessein und Zeitenwerden weihe!

Weltentsprossenes Wesen, du in Lichtgestalt,
Von der Sonne erkraftet in der Mondgewalt,

Dich beschenket des Mars erschaffendes Klingen
Und Merkurs gliedbewegende Schwingen,

Dich erleuchtet Jupiters erstrahlende Weisheit
Und der Venus liebetragende Schönheit —

Daß Saturns weltenalte Geist-Innigkeit
Dich dem Raumessein und Zeitenwerden weihe!

[ 19 ] Das war dasjenige, von dem jeder Epheser durchdrungen war. Das rechnete er zum Wichtigsten, was seinen Menschen durchpulste (der Text wurde an die Tafel geschrieben):

[ 19 ] Das war dasjenige, von dem jeder Epheser durchdrungen war. Das rechnete er zum Wichtigsten, was seinen Menschen durchpulste (der Text wurde an die Tafel geschrieben):

[ 20 ] Man kann schon sagen: Es war für den zu den ephesischen Mysterien Gehörigen etwas wie sich so recht als Mensch fühlen, wenn ihm — ich will mich etwas trivial ausdrücken —, wenn ihm in den Ohren klang das, was in diesen Sprüchen liegt. Denn er fühlte ja: damit ist ihm das Bewußtsein von dem aufgegangen, wie er mit dem Planetensystem zusammenhängt in den Kräften seines Ätherleibes. Und prägnant kam das zum Ausdruck. Das ist zum Ätherleib vom Weltenall gesprochen:

[ 20 ] Man kann schon sagen: Es war für den zu den ephesischen Mysterien Gehörigen etwas wie sich so recht als Mensch fühlen, wenn ihm — ich will mich etwas trivial ausdrücken —, wenn ihm in den Ohren klang das, was in diesen Sprüchen liegt. Denn er fühlte ja: damit ist ihm das Bewußtsein von dem aufgegangen, wie er mit dem Planetensystem zusammenhängt in den Kräften seines Ätherleibes. Und prägnant kam das zum Ausdruck. Das ist zum Ätherleib vom Weltenall gesprochen:

Weltentsprossenes Wesen, du in Lichtgestalt,
Von der Sonne erkraftet in der Mondgewalt.

Weltentsprossenes Wesen, du in Lichtgestalt,
Von der Sonne erkraftet in der Mondgewalt.

[ 21 ] Nun ist der Mensch sich fühlend in der Gewalt des Mondenlichtes:

[ 21 ] Nun ist der Mensch sich fühlend in der Gewalt des Mondenlichtes:

Dich beschenket des Mars erschaffendes Klingen.

Dich beschenket des Mars erschaffendes Klingen.

[ 22 ] Das Klingen, das etwas Erschaffendes, etwas Schöpferisches hatte, klang herüber vom Mars. Und dasjenige, was dem Menschen die Glieder erkraftet, daß er ein bewegliches Wesen wurde:

[ 22 ] Das Klingen, das etwas Erschaffendes, etwas Schöpferisches hatte, klang herüber vom Mars. Und dasjenige, was dem Menschen die Glieder erkraftet, daß er ein bewegliches Wesen wurde:

Und Merkurs gliedbewegende Schwingen.

Und Merkurs gliedbewegende Schwingen.

[ 23 ] Vom Jupiter leuchtet es herüber:

[ 23 ] Vom Jupiter leuchtet es herüber:

Dich erleuchtet Jupiters erstrahlende Weisheit.

Dich erleuchtet Jupiters erstrahlende Weisheit.

[ 24 ] Von der Venus leuchtet es herüber:

[ 24 ] Von der Venus leuchtet es herüber:

Und der Venus liebetragende Schönheit.

Und der Venus liebetragende Schönheit.

[ 25 ] Damit dann Saturn alles zusammenfassen kann, was den Menschen abrundet innerlich und äußerlich und ihn bereitet, daß er heruntersteigen kann auf die Erde, sich mit einem physischen Leibe umkleidet und als dieses physisch umkleidete Wesen, das den Gott in sich trägt, auf der Erde weiterleben kann:

[ 25 ] Damit dann Saturn alles zusammenfassen kann, was den Menschen abrundet innerlich und äußerlich und ihn bereitet, daß er heruntersteigen kann auf die Erde, sich mit einem physischen Leibe umkleidet und als dieses physisch umkleidete Wesen, das den Gott in sich trägt, auf der Erde weiterleben kann:

Daß Saturns weltenalte Geist-Innigkeit
Dich dem Raumessein und Zeitenwerden weihe!

Daß Saturns weltenalte Geist-Innigkeit
Dich dem Raumessein und Zeitenwerden weihe!

[ 26 ] Nun, aus dem, was ich da beschreibe, können Sie ja entnehmen, daß das Leben, das geistige Leben in Ephesus ein innerlich helles war, ein farbiges war. In diesem innerlich hellen, farbigen Leben war ja tatsächlich dasjenige enthalten, was im Ostergedanken zusammenfaßte alles, was man je gewußt hat über des Menschen wahre Würde im ganzen Kosmos, im ganzen Weltenall. Und mannigfache von denjenigen Wanderern — ich habe sie gestern erwähnt —, die von Mysterium zu Mysterium gingen, um das Ganze des Mysterienwesens auf sich wirken zu lassen, mannigfache von diesen Wanderern haben doch immer wieder versichert: So hell, so innig, wie ihnen in Ephesus erklungen ist die Sphärenharmonie aus diesem Wahrnehmen vom Mondesgesichtspunkte aus, wo ihnen erschienen ist das leuchtendste Astrallicht der Welt, indem sie es verspürt haben in dem den Mond umglimmenden Sonnenlichte, das durchgeistigt ist, so wie der Mensch beseelt ist, durchgeistigt ist vom Astrallichte, so haben sie an anderen Orten das nicht, wenigstens nicht mit jener Freudigkeit, mit jener inneren Künstlerauffassung wahrnehmen können.

[ 26 ] Nun, aus dem, was ich da beschreibe, können Sie ja entnehmen, daß das Leben, das geistige Leben in Ephesus ein innerlich helles war, ein farbiges war. In diesem innerlich hellen, farbigen Leben war ja tatsächlich dasjenige enthalten, was im Ostergedanken zusammenfaßte alles, was man je gewußt hat über des Menschen wahre Würde im ganzen Kosmos, im ganzen Weltenall. Und mannigfache von denjenigen Wanderern — ich habe sie gestern erwähnt —, die von Mysterium zu Mysterium gingen, um das Ganze des Mysterienwesens auf sich wirken zu lassen, mannigfache von diesen Wanderern haben doch immer wieder versichert: So hell, so innig, wie ihnen in Ephesus erklungen ist die Sphärenharmonie aus diesem Wahrnehmen vom Mondesgesichtspunkte aus, wo ihnen erschienen ist das leuchtendste Astrallicht der Welt, indem sie es verspürt haben in dem den Mond umglimmenden Sonnenlichte, das durchgeistigt ist, so wie der Mensch beseelt ist, durchgeistigt ist vom Astrallichte, so haben sie an anderen Orten das nicht, wenigstens nicht mit jener Freudigkeit, mit jener inneren Künstlerauffassung wahrnehmen können.

[ 27 ] Das alles war ja gebunden an diejenige Tempelstätte, die dann durch Verbrecherhand oder Wahnsinnigenhand in Flammen aufging. Aber Eingeweihte der ephesischen Mysterien waren ja, wie ich während der Weihnachtstagung erwähnte, wiederverkörpert in Aristoteles und Alexander. Und diese Individualitäten sind dann nahegekommen dem, was in jener Zeit noch zu verspüren war an den Mysterien von Samothrake.

[ 27 ] Das alles war ja gebunden an diejenige Tempelstätte, die dann durch Verbrecherhand oder Wahnsinnigenhand in Flammen aufging. Aber Eingeweihte der ephesischen Mysterien waren ja, wie ich während der Weihnachtstagung erwähnte, wiederverkörpert in Aristoteles und Alexander. Und diese Individualitäten sind dann nahegekommen dem, was in jener Zeit noch zu verspüren war an den Mysterien von Samothrake.

[ 28 ] Nun ist ja ein scheinbar äußerlich zufälliges Ereignis von einer großen geistigen Bedeutung in der Weltentwickelung. Es ist schon erwähnt worden unter uns, sogar seit vielen Jahren erwähnt worden: Als der Tempel von Ephesus brannte, war das die Geburtsstunde Alexanders des Großen. Aber indem dieser Tempel brannte, spielte sich ja etwas ab.

[ 28 ] Nun ist ja ein scheinbar äußerlich zufälliges Ereignis von einer großen geistigen Bedeutung in der Weltentwickelung. Es ist schon erwähnt worden unter uns, sogar seit vielen Jahren erwähnt worden: Als der Tempel von Ephesus brannte, war das die Geburtsstunde Alexanders des Großen. Aber indem dieser Tempel brannte, spielte sich ja etwas ab.

[ 29 ] Oh, wie ungeheuer viel war für diejenigen, die zu diesem Tempel gehörten, im Laufe von Jahrhunderten geschehen! Wie viel Geistiges an Licht und Weisheit ist durch diese Tempelräume gegangen. Und alles, was da durch diese Tempelräume ging, ist ja mitgeteilt worden, während die Flammen herausschlugen aus dem Tempel zu Ephesus, ist ja mitgeteilt worden dem Weltenäther. So daß man sagen kann: Das kontinuierliche Osterfest zu Ephesus, das in den Tempelräumen eingeschlossen war, ist seither eingeschrieben, wenn auch mit weniger deutlich wahrnehmbaren Lettern, in den ganzen Weltendom, insofern der Weltendom ätherisch ist.

[ 29 ] Oh, wie ungeheuer viel war für diejenigen, die zu diesem Tempel gehörten, im Laufe von Jahrhunderten geschehen! Wie viel Geistiges an Licht und Weisheit ist durch diese Tempelräume gegangen. Und alles, was da durch diese Tempelräume ging, ist ja mitgeteilt worden, während die Flammen herausschlugen aus dem Tempel zu Ephesus, ist ja mitgeteilt worden dem Weltenäther. So daß man sagen kann: Das kontinuierliche Osterfest zu Ephesus, das in den Tempelräumen eingeschlossen war, ist seither eingeschrieben, wenn auch mit weniger deutlich wahrnehmbaren Lettern, in den ganzen Weltendom, insofern der Weltendom ätherisch ist.

[ 30 ] Und so ist es überhaupt mit vielem. Vieles von dem, was menschliche Weisheit ist, war in alten Zeiten umschlossen von Tempelwänden. Es ist den Tempelwänden entflohen, ist in den Weltenäther eingeschrieben und wird da sofort sichtbar, wenn der Mensch zur wirklichen Imagination aufsteigt. Diese Imagination ist gewissermaßen die Interpretin der Sternengeheimnisse. Man kann so sagen: In den Weltenäther ist eingeschrieben dasjenige, was einstmals Tempelgeheimnis war, und man kann es mit der Imagination daraus lesen.

[ 30 ] Und so ist es überhaupt mit vielem. Vieles von dem, was menschliche Weisheit ist, war in alten Zeiten umschlossen von Tempelwänden. Es ist den Tempelwänden entflohen, ist in den Weltenäther eingeschrieben und wird da sofort sichtbar, wenn der Mensch zur wirklichen Imagination aufsteigt. Diese Imagination ist gewissermaßen die Interpretin der Sternengeheimnisse. Man kann so sagen: In den Weltenäther ist eingeschrieben dasjenige, was einstmals Tempelgeheimnis war, und man kann es mit der Imagination daraus lesen.

[ 31 ] Man kann aber auch anders sagen, und es ist dasselbe, wenn man anders sagt. Man kann auch sagen: Ich stelle mich in sternheller Nacht auf, beschaue mir den Sternenhimmel, lasse seinen Eindruck auf mich wirken. Und es verwandelt sich, wenn der Mensch dazu die Fähigkeit hat, das, was in den Formen der Sternbilder ist, was in den Bewegungen der Wandelsterne ist, es verwandelt sich wie in eine große Weltenschrift. Und liest man diese Weltenschrift, so kommt etwas heraus von der Art, wie ich es gestern auseinandergesetzt habe für das Mondengeheimnis. Diese Dinge sind durchaus zu lesen in der Weltenschrift, wenn einem die Sterne nicht mehr bloß sind das mathematisch und mechanisch Errechenbare, sondern wenn sie einem sind die Lettern der kosmischen Schrift.

[ 31 ] Man kann aber auch anders sagen, und es ist dasselbe, wenn man anders sagt. Man kann auch sagen: Ich stelle mich in sternheller Nacht auf, beschaue mir den Sternenhimmel, lasse seinen Eindruck auf mich wirken. Und es verwandelt sich, wenn der Mensch dazu die Fähigkeit hat, das, was in den Formen der Sternbilder ist, was in den Bewegungen der Wandelsterne ist, es verwandelt sich wie in eine große Weltenschrift. Und liest man diese Weltenschrift, so kommt etwas heraus von der Art, wie ich es gestern auseinandergesetzt habe für das Mondengeheimnis. Diese Dinge sind durchaus zu lesen in der Weltenschrift, wenn einem die Sterne nicht mehr bloß sind das mathematisch und mechanisch Errechenbare, sondern wenn sie einem sind die Lettern der kosmischen Schrift.

[ 32 ] Nun aber möchte ich noch das Folgende für die Weiterentwickelung der Sache sagen. Gerade beim Herantreten an die kabirischen Geheimnisse in Samothrake in der Zeit, als nun schon die alten Mysterien zurückgingen — Samothrake war ja noch als Erinnerungsstätte und auch noch als Pflegestätte, als Arbeitsstätte da, aber im allgemeinen ging das Mysterienwesen schon zurück in der Alexanderzeit —, da war eben ein Moment, wo für Alexander und Aristoteles durch den Einfluß der Kabirenmysterien etwas entstand wie eine Erinnerung an die alte ephesische Zeit, die ja von beiden mitgemacht war in einem bestimmten Jahrhundert. Wieder erklang da das \(J O A\)-Wort, und wieder erklang das:

[ 32 ] Nun aber möchte ich noch das Folgende für die Weiterentwickelung der Sache sagen. Gerade beim Herantreten an die kabirischen Geheimnisse in Samothrake in der Zeit, als nun schon die alten Mysterien zurückgingen — Samothrake war ja noch als Erinnerungsstätte und auch noch als Pflegestätte, als Arbeitsstätte da, aber im allgemeinen ging das Mysterienwesen schon zurück in der Alexanderzeit —, da war eben ein Moment, wo für Alexander und Aristoteles durch den Einfluß der Kabirenmysterien etwas entstand wie eine Erinnerung an die alte ephesische Zeit, die ja von beiden mitgemacht war in einem bestimmten Jahrhundert. Wieder erklang da das \(J O A\)-Wort, und wieder erklang das:

Weltentsprossenes Wesen, du in Lichtgestalt,
Von der Sonne erkraftet in der Mondgewalt,

Dich beschenket des Mars erschaffendes Klingen
Und Merkurs gliedbewegende Schwingen,

Dich erleuchtet Jupiters erstrahlende Weisheit
Und der Venus liebetragende Schönheit

Daß Saturns weltenalte Geist-Innigkeit
Dich dem Raumessein und Zeitenwerden weihe!

Weltentsprossenes Wesen, du in Lichtgestalt,
Von der Sonne erkraftet in der Mondgewalt,

Dich beschenket des Mars erschaffendes Klingen
Und Merkurs gliedbewegende Schwingen,

Dich erleuchtet Jupiters erstrahlende Weisheit
Und der Venus liebetragende Schönheit

Daß Saturns weltenalte Geist-Innigkeit
Dich dem Raumessein und Zeitenwerden weihe!

[ 33 ] Aber in dieser Erinnerung, in dieser historischen Erinnerung an Altes lag eine gewisse Kraft, Kraft, ein Neues zu schaffen. Und von jenem Moment ging die Kraft aus, ein Neues zu schaffen, aber ein merkwürdiges Neues, das die Menschheit wenig beachtet hat. Denn Sie müssen eigentlich erst verstehen, wie dieses Neue-Schaffen, das aus dem Zusammenwirken von Alexander und Aristoteles ausging, nun seiner Art nach beschaffen war.

[ 33 ] Aber in dieser Erinnerung, in dieser historischen Erinnerung an Altes lag eine gewisse Kraft, Kraft, ein Neues zu schaffen. Und von jenem Moment ging die Kraft aus, ein Neues zu schaffen, aber ein merkwürdiges Neues, das die Menschheit wenig beachtet hat. Denn Sie müssen eigentlich erst verstehen, wie dieses Neue-Schaffen, das aus dem Zusammenwirken von Alexander und Aristoteles ausging, nun seiner Art nach beschaffen war.

[ 34 ] Nehmen Sie irgendein bedeutendes Dichtwerk oder anderes Werk — und Sie können die schönsten Werke nehmen —, nehmen Sie meinetwillen eine deutsch übersetzte Bhagavad Gita, nehmen Sie Goethes «Faust», nehmen Sie die Iphigenie oder irgend etwas, was Sie hochschätzen, und denken Sie an den reichen, gewaltigen Inhalt, sagen wir, an den reichen, gewaltigen Inhalt von Goethes «Faust». Und jetzt, wodurch wird denn Ihnen, meine lieben Freunde, dieser reiche Inhalt vermittelt? Nehmen wir an, er würde Ihnen so vermittelt, wie er für die meisten Menschen ja vermittelt wird. Sie lesen den «Faust» irgendeinmal in Ihrem Leben. Was tritt Ihnen denn da auf dem physischen Plane entgegen? Was ist denn auf dem Papiere? Nichts anderes ist auf dem Papiere als Kombinationen von \(a b c d e\) fund so weiter. Alles, wodurch einem der große, gewaltige Inhalt des «Faust» aufgeht, sind ja nur Kombinationen von \(a b c d e f\) und so weiter. Wenn Sie das Alphabet kennen, so gibt es nichts auf dem Papier, was dasteht, was nicht zusammenfällt mit einem der etlichen zwanzig Buchstaben. Aus diesen etlichen zwanzig Buchstaben ist etwas hervorgezaubert auf dem Papier, was Ihnen hervorruft, wenn Sie eben lesen können, den ganzen reichen Inhalt des «Faust». Und es steht Ihnen sogar etwas frei. Es steht Ihnen frei, das Hersagen von \(a b c d e\) fund so weiter furchtbar langweilig zu finden, zu sagen, das ist ja eigentlich das Aller-Allerabstrakteste. Und dennoch, dieses Aller-Allerabstrakteste, in richtiger Weise kombiniert, gibt den ganzen «Faust»!

[ 34 ] Nehmen Sie irgendein bedeutendes Dichtwerk oder anderes Werk — und Sie können die schönsten Werke nehmen —, nehmen Sie meinetwillen eine deutsch übersetzte Bhagavad Gita, nehmen Sie Goethes «Faust», nehmen Sie die Iphigenie oder irgend etwas, was Sie hochschätzen, und denken Sie an den reichen, gewaltigen Inhalt, sagen wir, an den reichen, gewaltigen Inhalt von Goethes «Faust». Und jetzt, wodurch wird denn Ihnen, meine lieben Freunde, dieser reiche Inhalt vermittelt? Nehmen wir an, er würde Ihnen so vermittelt, wie er für die meisten Menschen ja vermittelt wird. Sie lesen den «Faust» irgendeinmal in Ihrem Leben. Was tritt Ihnen denn da auf dem physischen Plane entgegen? Was ist denn auf dem Papiere? Nichts anderes ist auf dem Papiere als Kombinationen von \(a b c d e\) fund so weiter. Alles, wodurch einem der große, gewaltige Inhalt des «Faust» aufgeht, sind ja nur Kombinationen von \(a b c d e f\) und so weiter. Wenn Sie das Alphabet kennen, so gibt es nichts auf dem Papier, was dasteht, was nicht zusammenfällt mit einem der etlichen zwanzig Buchstaben. Aus diesen etlichen zwanzig Buchstaben ist etwas hervorgezaubert auf dem Papier, was Ihnen hervorruft, wenn Sie eben lesen können, den ganzen reichen Inhalt des «Faust». Und es steht Ihnen sogar etwas frei. Es steht Ihnen frei, das Hersagen von \(a b c d e\) fund so weiter furchtbar langweilig zu finden, zu sagen, das ist ja eigentlich das Aller-Allerabstrakteste. Und dennoch, dieses Aller-Allerabstrakteste, in richtiger Weise kombiniert, gibt den ganzen «Faust»!

[ 35 ] Und nun entstand, als jenes Monden-Weltenerklingen wieder da war, in dem erkannt wurde von Aristoteles und Alexander, was das Feuer von Ephesus bedeutete, wie dieses Feuer hinausgetragen hat in Welten-Ätherfernen dasjenige, was das Geheimnis von Ephesus war, da war es, daß in diesen beiden entstand die Inspiration, die Weltenschrift zu begründen. Nur, die Weltenschrift wird nicht begründet mit \(a b c d e f\), sondern die Weltenschrift wird begründet, wie die Buchschrift mit Buchstaben, so diese mit Gedanken. Und es entstanden die Lettern der Weltenschrift.

[ 35 ] Und nun entstand, als jenes Monden-Weltenerklingen wieder da war, in dem erkannt wurde von Aristoteles und Alexander, was das Feuer von Ephesus bedeutete, wie dieses Feuer hinausgetragen hat in Welten-Ätherfernen dasjenige, was das Geheimnis von Ephesus war, da war es, daß in diesen beiden entstand die Inspiration, die Weltenschrift zu begründen. Nur, die Weltenschrift wird nicht begründet mit \(a b c d e f\), sondern die Weltenschrift wird begründet, wie die Buchschrift mit Buchstaben, so diese mit Gedanken. Und es entstanden die Lettern der Weltenschrift.

[ 36 ] Wenn ich es Ihnen aufschreibe, sind sie ebenso abstrakt wie \(a b c e d\):

[ 36 ] Wenn ich es Ihnen aufschreibe, sind sie ebenso abstrakt wie \(a b c e d\):

Quantität, also Menge
Qualität, Eigenschaft
Relation
Raum
Zeit
Lage
Tun
Leiden

Quantität, also Menge
Qualität, Eigenschaft
Relation
Raum
Zeit
Lage
Tun
Leiden

[ 37 ] Da haben Sie eine Anzahl von Begriffen. Lernen Sie mit diesen Begriffen, die zuerst Aristoteles dem Alexander vorgeführt hat, lernen Sie mit diesen Begriffen dasselbe vollführen, was Sie gelernt haben mit \(a b c d\), dann lernen Sie aus Qualität, Quantität, Relation, Raum, Zeit, Lage, Tun, Leiden —, aus dem lernen Sie lesen im Kosmos.

[ 37 ] Da haben Sie eine Anzahl von Begriffen. Lernen Sie mit diesen Begriffen, die zuerst Aristoteles dem Alexander vorgeführt hat, lernen Sie mit diesen Begriffen dasselbe vollführen, was Sie gelernt haben mit \(a b c d\), dann lernen Sie aus Qualität, Quantität, Relation, Raum, Zeit, Lage, Tun, Leiden —, aus dem lernen Sie lesen im Kosmos.

[ 38 ] In der Schullogik ist in der Zeit der Abstraktivität etwas Besonderes geschehen. Denken Sie nur einmal, wenn in irgendeiner Schule die Gepflogenheit wäre, die Leute nicht lesen zu lehren, sondern meinetwillen nur Bücher zu fabrizieren, in denen sie immer \(a b c d\) lernen müßten in allen möglichen Kombinationen: \(a c, a b, b e\) und so weiter — aber nicht dazu kämen, diese Buchstaben zu verwenden, um reiche Inhalte sich vor die Seele zu stellen, dann wäre das dasselbe, was die Welt mit Aristoteles’ Logik gemacht hat. In den Logiken ist es so, daß ja diese, man nennt es Kategorien, aufgeführt werden. Man lernt sie auswendig, aber man weiß mit ihnen nichts anzufangen. Das würde entsprechen dem, daßmanabcde auswendig lernte und nichts mit ihnen anzufangen wüßte. Zurück auf etwas so Einfaches, wie der Inhalt des «Faust» in \(a b c d\) — was man nur lernen muß — geht dasjenige, was Lesen in der Weltenschrift ist. Und im Grunde genommen ist das, was Anthroposophie hervorgebracht hat und jemals hervorbringen kann, aus diesen Begriffen so erlebt, wie das Gelesene des «Faust» erlebt wird aus den Buchstaben. Denn alle Geheimnisse der physischen und geistigen Welt sind in diesen einfachen Begriffen als dem Weltenalphabet enthalten.

[ 38 ] In der Schullogik ist in der Zeit der Abstraktivität etwas Besonderes geschehen. Denken Sie nur einmal, wenn in irgendeiner Schule die Gepflogenheit wäre, die Leute nicht lesen zu lehren, sondern meinetwillen nur Bücher zu fabrizieren, in denen sie immer \(a b c d\) lernen müßten in allen möglichen Kombinationen: \(a c, a b, b e\) und so weiter — aber nicht dazu kämen, diese Buchstaben zu verwenden, um reiche Inhalte sich vor die Seele zu stellen, dann wäre das dasselbe, was die Welt mit Aristoteles’ Logik gemacht hat. In den Logiken ist es so, daß ja diese, man nennt es Kategorien, aufgeführt werden. Man lernt sie auswendig, aber man weiß mit ihnen nichts anzufangen. Das würde entsprechen dem, daßmanabcde auswendig lernte und nichts mit ihnen anzufangen wüßte. Zurück auf etwas so Einfaches, wie der Inhalt des «Faust» in \(a b c d\) — was man nur lernen muß — geht dasjenige, was Lesen in der Weltenschrift ist. Und im Grunde genommen ist das, was Anthroposophie hervorgebracht hat und jemals hervorbringen kann, aus diesen Begriffen so erlebt, wie das Gelesene des «Faust» erlebt wird aus den Buchstaben. Denn alle Geheimnisse der physischen und geistigen Welt sind in diesen einfachen Begriffen als dem Weltenalphabet enthalten.

[ 39 ] Es ist in der Weltentwickelung das geschehen, daß gegenüber dem früheren unmittelbaren Wahrnehmen, für das die Tatsachen von Ephesus noch etwas Allercharakteristischstes sind, etwas getreten ist, was von der Alexanderzeit aus den Anfang nimmt, was sich dann später erst besonders entwickelt durch das Mittelalter hindurch, was tief verborgen ist, was tief esoterisch ist. Tief esoterisch ist der Sinn, der lebt in diesen acht, oder man kann sie auch auf zehn erweitern, in diesen acht oder zehn einfachen Begriffen. Und wir lernen eigentlich immer mehr in diesen einfachen Begriffen leben, aber wir müssen streben, sie so lebendig in der Seele zu erleben, wie man in der Seele lebendig erlebt das Abc, wenn man eben einen reichgegliederten, geisterfüllten Inhalt hat.

[ 39 ] Es ist in der Weltentwickelung das geschehen, daß gegenüber dem früheren unmittelbaren Wahrnehmen, für das die Tatsachen von Ephesus noch etwas Allercharakteristischstes sind, etwas getreten ist, was von der Alexanderzeit aus den Anfang nimmt, was sich dann später erst besonders entwickelt durch das Mittelalter hindurch, was tief verborgen ist, was tief esoterisch ist. Tief esoterisch ist der Sinn, der lebt in diesen acht, oder man kann sie auch auf zehn erweitern, in diesen acht oder zehn einfachen Begriffen. Und wir lernen eigentlich immer mehr in diesen einfachen Begriffen leben, aber wir müssen streben, sie so lebendig in der Seele zu erleben, wie man in der Seele lebendig erlebt das Abc, wenn man eben einen reichgegliederten, geisterfüllten Inhalt hat.

[ 40 ] So sehen Sie, wie in zehn Begriffe, deren innere Leuchte- und Wirkekraft erst wiederum enthüllt werden muß, hineinlief dasjenige, was eine gewaltige, instinktive Weisheitsoffenbarung durch Jahrtausende war. Und es wird schon einstmals dahin kommen, daß man dasjenige, was eigentlich wie im Grabe ruht, die Weltenweisheit, das Weltenlicht, wiederum finden wird, wenn man wieder lesen lernen wird im Weltenall, wenn man erleben wird die Auferstehung dessen, was in der Zwischenzeit der Menschheitsentwickelung zwischen den zwei geistigen Epochen verborgen worden ist.

[ 40 ] So sehen Sie, wie in zehn Begriffe, deren innere Leuchte- und Wirkekraft erst wiederum enthüllt werden muß, hineinlief dasjenige, was eine gewaltige, instinktive Weisheitsoffenbarung durch Jahrtausende war. Und es wird schon einstmals dahin kommen, daß man dasjenige, was eigentlich wie im Grabe ruht, die Weltenweisheit, das Weltenlicht, wiederum finden wird, wenn man wieder lesen lernen wird im Weltenall, wenn man erleben wird die Auferstehung dessen, was in der Zwischenzeit der Menschheitsentwickelung zwischen den zwei geistigen Epochen verborgen worden ist.

[ 41 ] Wir sind ja da, meine lieben Freunde, um das, was verborgen worden ist, wieder offenbar zu machen. Wir sind ja da, um Ostern als Menschheitserlebnis zu gestalten. Und so, wie bei anderen Gelegenheiten gesagt werden konnte: Anthroposophie ist ein Weihnachtserlebnis, so ist Anthroposophie selber in ihrem ganzen Wirken ein Ostererlebnis, ein Auferstehungserlebnis, verbunden mit dem Grabeserlebnis. Es ist wichtig, daß wir gerade bei diesem Osterzusammensein empfinden — wenn ich mich so ausdrücken darf — die Feierlichkeit des anthroposophischen Strebens, indem wir etwas empfinden davon, daß wir gehen können heute zu einem geistigen Wesen, das uns vielleicht nahestehen kann, unmittelbar hinter der Schwelle nahestehen kann, und dem gegenüber wir sprechen: Ach, da war einmal die Menschheit gesegnet mit göttlich-geistiger Offenbarung, die besonders noch geleuchtet hat in Ephesus. Aber nun ist das alles begraben. Wie grabe ich aus das, was so begraben ist! Denn man möchte doch glauben, daß dasjenige, was war, irgendwie geschichtlich gefunden werden kann, gefunden werden kann in seinem Grabe.

[ 41 ] Wir sind ja da, meine lieben Freunde, um das, was verborgen worden ist, wieder offenbar zu machen. Wir sind ja da, um Ostern als Menschheitserlebnis zu gestalten. Und so, wie bei anderen Gelegenheiten gesagt werden konnte: Anthroposophie ist ein Weihnachtserlebnis, so ist Anthroposophie selber in ihrem ganzen Wirken ein Ostererlebnis, ein Auferstehungserlebnis, verbunden mit dem Grabeserlebnis. Es ist wichtig, daß wir gerade bei diesem Osterzusammensein empfinden — wenn ich mich so ausdrücken darf — die Feierlichkeit des anthroposophischen Strebens, indem wir etwas empfinden davon, daß wir gehen können heute zu einem geistigen Wesen, das uns vielleicht nahestehen kann, unmittelbar hinter der Schwelle nahestehen kann, und dem gegenüber wir sprechen: Ach, da war einmal die Menschheit gesegnet mit göttlich-geistiger Offenbarung, die besonders noch geleuchtet hat in Ephesus. Aber nun ist das alles begraben. Wie grabe ich aus das, was so begraben ist! Denn man möchte doch glauben, daß dasjenige, was war, irgendwie geschichtlich gefunden werden kann, gefunden werden kann in seinem Grabe.

[ 42 ] Da wird uns das Wesen erwidern, wie einstmals im ähnlichen Fall das entsprechende Wesen erwidert hatte: Das, was ihr suchet, ist nicht mehr hie, das ist in euren Herzen, wenn ihr eure Herzen nur in der richtigen Weise erschließet.

[ 42 ] Da wird uns das Wesen erwidern, wie einstmals im ähnlichen Fall das entsprechende Wesen erwidert hatte: Das, was ihr suchet, ist nicht mehr hie, das ist in euren Herzen, wenn ihr eure Herzen nur in der richtigen Weise erschließet.

[ 43 ] Es ruht schon Anthroposophie in den Menschenherzen. Diese Menschenherzen müssen nur sich selber richtig erschließen können. Und das sollen wir empfinden, dann werden wir in voller Besonnenheit, nicht wie es in alten Zeiten instinktiv war, zurückgeführt zu jener Weisheit, welche in den Mysterien leuchtete und lebte.

[ 43 ] Es ruht schon Anthroposophie in den Menschenherzen. Diese Menschenherzen müssen nur sich selber richtig erschließen können. Und das sollen wir empfinden, dann werden wir in voller Besonnenheit, nicht wie es in alten Zeiten instinktiv war, zurückgeführt zu jener Weisheit, welche in den Mysterien leuchtete und lebte.

[ 44 ] Das ist dasjenige, was ich gerne gerade um diese Osterzeit an Ihre Herzen heranbringen möchte. Denn sich durchdringen mit dem, was wie eine feierliche Stimmung aus Anthroposophie heraus in jedem Menschenherzen, das zur Anthroposophie gehört, sich entflammen kann, darin liegt durchaus etwas, was auch hinaufträgt in die geistige Welt und was verbunden sein muß mit dem Weihnachtsimpuls, der zu Dornach gegeben worden ist. Denn dieser Impuls darf kein bloß erdachter, kein intellektualistischer bleiben, dieser Impuls muß ein Herzensimpuls sein; dieser Impuls darf kein trocken-nüchterner sein, dieser Impuls muß, nicht in Sentimentalität, sondern aus der Sache selber heraus, ein feierlicher sein können. Ebenso wie durch Aristoteles und Alexander das Feuer von Ephesus benutzt worden ist, als es in ihren Herzen neu aufflammte, aber zunächst aufflammte im Äther draußen, von dem es ihnen erneut entgegentrug die Geheimnisse, die dann gefaßt werden konnten in Allereinfachstes, wie da benutzt werden konnte das Feuer von Ephesus, so obliegt es uns, und werden wir auch schon imstande sein können, zu benutzen dasjenige, was — man darf es in aller Bescheidenheit sagen — auch in den Äther als die Flammen des Goetheanum das hinausgetragen hat, was durch Anthroposophie gewollt worden ist, weiter gewollt werden soll.

[ 44 ] Das ist dasjenige, was ich gerne gerade um diese Osterzeit an Ihre Herzen heranbringen möchte. Denn sich durchdringen mit dem, was wie eine feierliche Stimmung aus Anthroposophie heraus in jedem Menschenherzen, das zur Anthroposophie gehört, sich entflammen kann, darin liegt durchaus etwas, was auch hinaufträgt in die geistige Welt und was verbunden sein muß mit dem Weihnachtsimpuls, der zu Dornach gegeben worden ist. Denn dieser Impuls darf kein bloß erdachter, kein intellektualistischer bleiben, dieser Impuls muß ein Herzensimpuls sein; dieser Impuls darf kein trocken-nüchterner sein, dieser Impuls muß, nicht in Sentimentalität, sondern aus der Sache selber heraus, ein feierlicher sein können. Ebenso wie durch Aristoteles und Alexander das Feuer von Ephesus benutzt worden ist, als es in ihren Herzen neu aufflammte, aber zunächst aufflammte im Äther draußen, von dem es ihnen erneut entgegentrug die Geheimnisse, die dann gefaßt werden konnten in Allereinfachstes, wie da benutzt werden konnte das Feuer von Ephesus, so obliegt es uns, und werden wir auch schon imstande sein können, zu benutzen dasjenige, was — man darf es in aller Bescheidenheit sagen — auch in den Äther als die Flammen des Goetheanum das hinausgetragen hat, was durch Anthroposophie gewollt worden ist, weiter gewollt werden soll.

[ 45 ] Aber was geht denn daraus hervor, meine lieben Freunde? Es geht daraus hervor, daß wir durften als Jahrestrauerfeier um die Weihnachts-Neujahrszeit, welche dieselbe ist, in der uns das Unglück hier getroffen hat, daß wir da durften einen neuen Impuls ausgehen lassen vom Goetheanum. Warum? Weil wir fühlen dürfen: Was mehr oder weniger Erdensache vorher war, erarbeitet, begründet wurde als Erdensache, das ist mit den Flammen hinausgetragen in die Weltenweiten. Wir dürfen, gerade weil uns dieses Unglück getroffen hat, in dem Erkennen der Folgen dieses Unglückes sagen: Nunmehr verstehen wir es, daß wir nicht bloß eine Erdensache vertreten dürfen, sondern eine Sache der weiten ätherischen Welt, in der der Geist lebt. Denn es ist die Sache vom Goetheanum eine Sache des weiten Äthers, in dem geisterfüllte Weisheit der Welt lebt. Es ist hinausgetragen worden, und wir dürfen uns von den Goetheanum-Impulsen als aus dem Kosmos hereinkommend durchdringen.

[ 45 ] Aber was geht denn daraus hervor, meine lieben Freunde? Es geht daraus hervor, daß wir durften als Jahrestrauerfeier um die Weihnachts-Neujahrszeit, welche dieselbe ist, in der uns das Unglück hier getroffen hat, daß wir da durften einen neuen Impuls ausgehen lassen vom Goetheanum. Warum? Weil wir fühlen dürfen: Was mehr oder weniger Erdensache vorher war, erarbeitet, begründet wurde als Erdensache, das ist mit den Flammen hinausgetragen in die Weltenweiten. Wir dürfen, gerade weil uns dieses Unglück getroffen hat, in dem Erkennen der Folgen dieses Unglückes sagen: Nunmehr verstehen wir es, daß wir nicht bloß eine Erdensache vertreten dürfen, sondern eine Sache der weiten ätherischen Welt, in der der Geist lebt. Denn es ist die Sache vom Goetheanum eine Sache des weiten Äthers, in dem geisterfüllte Weisheit der Welt lebt. Es ist hinausgetragen worden, und wir dürfen uns von den Goetheanum-Impulsen als aus dem Kosmos hereinkommend durchdringen.

[ 46 ] Nehmen wir das, wie wir wollen, nehmen wir es als Bild. Das Bild bedeutet aber eine tiefe Wahrheit. Und diese tiefe Wahrheit wird eben in einfachen Worten dadurch ausgedrückt, daß man sagt: Das anthroposophische Wirken soll seit dem Weihnachtsimpuls mit einem esoterischen Zug durchdrungen sein. Dieser esoterische Zug ist deshalb da, weil das, was irdisch war, durch das, was mitgewirkt hat im physischen Feuer, aber als Astrallicht, welches hinausstrahlt in den Weltenraum — weil das wiederum zurückwirkt hinein in die Impulse der anthroposophischen Bewegung, wenn wir nur in der Lage sind, diese Impulse aufzunehmen.

[ 46 ] Nehmen wir das, wie wir wollen, nehmen wir es als Bild. Das Bild bedeutet aber eine tiefe Wahrheit. Und diese tiefe Wahrheit wird eben in einfachen Worten dadurch ausgedrückt, daß man sagt: Das anthroposophische Wirken soll seit dem Weihnachtsimpuls mit einem esoterischen Zug durchdrungen sein. Dieser esoterische Zug ist deshalb da, weil das, was irdisch war, durch das, was mitgewirkt hat im physischen Feuer, aber als Astrallicht, welches hinausstrahlt in den Weltenraum — weil das wiederum zurückwirkt hinein in die Impulse der anthroposophischen Bewegung, wenn wir nur in der Lage sind, diese Impulse aufzunehmen.

[ 47 ] Dann, wenn wir das vermögen, dann empfinden wir in alledem, was in Anthroposophie lebt, ein wichtiges Glied darinnen. Und dieses eine wichtige Glied darinnen, das ist die anthroposophische Osterstimmung, jene anthroposophische Osterstimmung, die da niemals der Überzeugung sein kann, daß der Geist stirbt, sondern daß, wenn er stirbt durch die Welt, er immer wieder aufersteht. Und an den aus ewigen Gründen immer wieder auferstehenden Geist muß sich Anthroposophie halten.

[ 47 ] Dann, wenn wir das vermögen, dann empfinden wir in alledem, was in Anthroposophie lebt, ein wichtiges Glied darinnen. Und dieses eine wichtige Glied darinnen, das ist die anthroposophische Osterstimmung, jene anthroposophische Osterstimmung, die da niemals der Überzeugung sein kann, daß der Geist stirbt, sondern daß, wenn er stirbt durch die Welt, er immer wieder aufersteht. Und an den aus ewigen Gründen immer wieder auferstehenden Geist muß sich Anthroposophie halten.

[ 48 ] Das nehmen wir auf, nehmen wir auf als Ostergedanke und Osterempfindung in unsere Herzen. Und wir werden, meine lieben Freunde, von diesem Zusammensein Gefühle wegtragen, die uns Arbeitsmut, Arbeitskraft geben, wenn wir wiederum an anderer Stätte stehen.

[ 48 ] Das nehmen wir auf, nehmen wir auf als Ostergedanke und Osterempfindung in unsere Herzen. Und wir werden, meine lieben Freunde, von diesem Zusammensein Gefühle wegtragen, die uns Arbeitsmut, Arbeitskraft geben, wenn wir wiederum an anderer Stätte stehen.