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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume II
GA 236

6 April 1924, Dornach

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Lassen Sie mich jetzt an dasjenige anknüpfen, was ich über das Karma in der letzten Zeit hier vorgetragen habe. Ich habe Ihnen gezeigt, wie durch die Geschichte hindurch die seelischen Impulse der Menschen von einem Erdenleben zu dem anderen sich hinüber fortpflanzen, so daß immer von einer früheren Epoche in die spätere Epoche dasjenige geleitet wird, was die Menschen selber hinübertragen.

[ 1 ] Lassen Sie mich jetzt an dasjenige anknüpfen, was ich über das Karma in der letzten Zeit hier vorgetragen habe. Ich habe Ihnen gezeigt, wie durch die Geschichte hindurch die seelischen Impulse der Menschen von einem Erdenleben zu dem anderen sich hinüber fortpflanzen, so daß immer von einer früheren Epoche in die spätere Epoche dasjenige geleitet wird, was die Menschen selber hinübertragen.

[ 2 ] Ein solcher Gedanke soll nicht nur theoretisch an uns herantreten, ein solcher Gedanke soll unser Empfindungsleben, soll unsere ganze Seele, soll unser Herz ergreifen. Wir sollen fühlen, wie wir, die ja im Grunde genommen so, wie wir hier sind, viele Male innerhalb des Erdendaseins vorhanden waren, jedesmal, wenn wir da vorhanden waren, in unsere Seele aufgenommen haben, was im Umkreise der Zivilisation war. Wir haben das mit unserer Seele verbunden. Wir haben es immer herübergetragen in die nächste Inkarnation, nachdem wir es vom geistigen Gesichtspunkte aus durchgearbeitet hatten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so daß, wenn wir so zurückblicken, wir eigentlich uns erst recht drinnenstehend fühlen in der Gesamtheit der Menschheit. Und damit wir dieses fühlen können, damit wir gewissermaßen mehr übergehen können in den nächsten Vorträgen zu dem, was, ich möchte sagen, uns ganz intim selber angeht und das Hineinstellen in den karmischen Zusammenhang uns nahebringt, damit das geschehen könne, sollten ja konkrete Beispiele vorgeführt werden. Und ich suchte an solchen konkreten Beispielen zu zeigen, wie das, was irgendeine Persönlichkeit in alten Zeiten erlebt, ausgearbeitet hat, bis in die Gegenwart herein wirksam geblieben ist, weil es eben innerhalb des Karmas stand.

[ 2 ] Ein solcher Gedanke soll nicht nur theoretisch an uns herantreten, ein solcher Gedanke soll unser Empfindungsleben, soll unsere ganze Seele, soll unser Herz ergreifen. Wir sollen fühlen, wie wir, die ja im Grunde genommen so, wie wir hier sind, viele Male innerhalb des Erdendaseins vorhanden waren, jedesmal, wenn wir da vorhanden waren, in unsere Seele aufgenommen haben, was im Umkreise der Zivilisation war. Wir haben das mit unserer Seele verbunden. Wir haben es immer herübergetragen in die nächste Inkarnation, nachdem wir es vom geistigen Gesichtspunkte aus durchgearbeitet hatten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so daß, wenn wir so zurückblicken, wir eigentlich uns erst recht drinnenstehend fühlen in der Gesamtheit der Menschheit. Und damit wir dieses fühlen können, damit wir gewissermaßen mehr übergehen können in den nächsten Vorträgen zu dem, was, ich möchte sagen, uns ganz intim selber angeht und das Hineinstellen in den karmischen Zusammenhang uns nahebringt, damit das geschehen könne, sollten ja konkrete Beispiele vorgeführt werden. Und ich suchte an solchen konkreten Beispielen zu zeigen, wie das, was irgendeine Persönlichkeit in alten Zeiten erlebt, ausgearbeitet hat, bis in die Gegenwart herein wirksam geblieben ist, weil es eben innerhalb des Karmas stand.

[ 3 ] Ich habe zum Beispiel hingewiesen auf Harun al Raschid, habe hingewiesen darauf, wie Harun al Raschid, dieser merkwürdige Nachfolger Mohammeds im 8. und im 9. nachchristlichen Jahrhundert, im Mittelpunkte stand eines wunderbaren Kulturlebens, eines Kulturlebens, welches weit alles überflügelte, was gleichzeitig in Europa war. Denn das, was gleichzeitig in Europa war, war eigentlich eine primitive Kultur. Während der Zeit, als in Europa Karl der Große herrschte, floß dort am Hofe Harun al Raschids, im Orient drüben, alles das zusammen, was an asiatischem, von Europa befruchtetem Zivilisationsleben nur zusammenfließen konnte: die Blüte dessen, was die griechische Kultur, was die altorientalischen Kulturen auf allen Gebieten des Lebens hervorgebracht hatten. Architektur, Astronomie, wie sie damals getrieben wurde, Philosophie, Mystik, Künste, Geographie, Dichtung, sie blühten am Hofe Harun al Raschids.

[ 3 ] Ich habe zum Beispiel hingewiesen auf Harun al Raschid, habe hingewiesen darauf, wie Harun al Raschid, dieser merkwürdige Nachfolger Mohammeds im 8. und im 9. nachchristlichen Jahrhundert, im Mittelpunkte stand eines wunderbaren Kulturlebens, eines Kulturlebens, welches weit alles überflügelte, was gleichzeitig in Europa war. Denn das, was gleichzeitig in Europa war, war eigentlich eine primitive Kultur. Während der Zeit, als in Europa Karl der Große herrschte, floß dort am Hofe Harun al Raschids, im Orient drüben, alles das zusammen, was an asiatischem, von Europa befruchtetem Zivilisationsleben nur zusammenfließen konnte: die Blüte dessen, was die griechische Kultur, was die altorientalischen Kulturen auf allen Gebieten des Lebens hervorgebracht hatten. Architektur, Astronomie, wie sie damals getrieben wurde, Philosophie, Mystik, Künste, Geographie, Dichtung, sie blühten am Hofe Harun al Raschids.

[ 4 ] Und Harun al Raschid versammelte um sich eigentlich die besten derjenigen, die in Asien dazumal irgend etwas bedeuteten. Das waren ja zum großen Teile solche, die noch innerhalb der Eingeweihtenschulen, innerhalb der Initiationsschulen ihre Bildung fanden. Und Harun al Raschid hatte in seiner Umgebung eine Persönlichkeit — ich möchte nur diese eine Persönlichkeit erwähnen —, die in jener Zeit — wir stehen ja damit schon im Mittelalter auch für den Orient — zunächst in einer mehr intellektuellen Art aufnehmen konnte, was an wunderbarem Geistesgut von alten Zeiten her in die damals neueren überbracht wurde. Eine Persönlichkeit lebte da am Hofe Harun al Raschids, die in viel älteren Zeiten selbst durch die Initiation durchgegangen war.

[ 4 ] Und Harun al Raschid versammelte um sich eigentlich die besten derjenigen, die in Asien dazumal irgend etwas bedeuteten. Das waren ja zum großen Teile solche, die noch innerhalb der Eingeweihtenschulen, innerhalb der Initiationsschulen ihre Bildung fanden. Und Harun al Raschid hatte in seiner Umgebung eine Persönlichkeit — ich möchte nur diese eine Persönlichkeit erwähnen —, die in jener Zeit — wir stehen ja damit schon im Mittelalter auch für den Orient — zunächst in einer mehr intellektuellen Art aufnehmen konnte, was an wunderbarem Geistesgut von alten Zeiten her in die damals neueren überbracht wurde. Eine Persönlichkeit lebte da am Hofe Harun al Raschids, die in viel älteren Zeiten selbst durch die Initiation durchgegangen war.

[ 5 ] Sie haben ja gehört von mir, wie es sehr wohl sein kann, daß wenn irgendeine Persönlichkeit, die für ein Zeitalter als ein Initiierter dasteht, wiederkommt — weil sie den Leib benutzen muß, der ihr eben zur Verfügung stehen kann, benutzen muß die Erziehungsverhältnisse, die ihr dann zur Verfügung stehen —, daß eine solche Eingeweihten-Persönlichkeit dann nicht als ein Eingeweihter erscheint, trotzdem sie alle diejenigen Dinge in ihrer Seele trägt, die sie geschaut hat während ihres Initiationslebens.

[ 5 ] Sie haben ja gehört von mir, wie es sehr wohl sein kann, daß wenn irgendeine Persönlichkeit, die für ein Zeitalter als ein Initiierter dasteht, wiederkommt — weil sie den Leib benutzen muß, der ihr eben zur Verfügung stehen kann, benutzen muß die Erziehungsverhältnisse, die ihr dann zur Verfügung stehen —, daß eine solche Eingeweihten-Persönlichkeit dann nicht als ein Eingeweihter erscheint, trotzdem sie alle diejenigen Dinge in ihrer Seele trägt, die sie geschaut hat während ihres Initiationslebens.

[ 6 ] So haben wir ja bei Garibaldi kennengelernt, wie er das, was er als einstmaliger irischer Initiierter war, ausgelebt hat als ein Visionär des Willens, hingegeben an die Verhältnisse seiner unmittelbaren Gegenwart. Aber erkennbar ist an ihm, wie er, indem er sich hineinstellt in diese Verhältnisse seiner Umgebung, dennoch in sich andere Impulse trägt, als diejenigen sind, die ein gewöhnlicher Mensch hätte aufnehmen können aus der Erziehung, der Umgebung. Es wirkte eben in Garibaldi der Impuls, der ihm kam von der irischen Einweihung her. Sie war nur verdeckt, und wahrscheinlich, wenn Garibaldi irgendeinen besonderen Schicksalsschlag oder sonst etwas erlebt hätte, das herausgefallen wäre aus dem, was in der damaligen Zeit erlebt werden konnte, dann wäre plötzlich aus seinem Inneren all das in Form von Imaginationen hervorgequollen, was er aus seiner irischen Einweihungszeit in sich trug.

[ 6 ] So haben wir ja bei Garibaldi kennengelernt, wie er das, was er als einstmaliger irischer Initiierter war, ausgelebt hat als ein Visionär des Willens, hingegeben an die Verhältnisse seiner unmittelbaren Gegenwart. Aber erkennbar ist an ihm, wie er, indem er sich hineinstellt in diese Verhältnisse seiner Umgebung, dennoch in sich andere Impulse trägt, als diejenigen sind, die ein gewöhnlicher Mensch hätte aufnehmen können aus der Erziehung, der Umgebung. Es wirkte eben in Garibaldi der Impuls, der ihm kam von der irischen Einweihung her. Sie war nur verdeckt, und wahrscheinlich, wenn Garibaldi irgendeinen besonderen Schicksalsschlag oder sonst etwas erlebt hätte, das herausgefallen wäre aus dem, was in der damaligen Zeit erlebt werden konnte, dann wäre plötzlich aus seinem Inneren all das in Form von Imaginationen hervorgequollen, was er aus seiner irischen Einweihungszeit in sich trug.

[ 7 ] Und so ist es immer gewesen bis heute. Es kann einer ein Eingeweihter sein in einer bestimmten Epoche, und weil er eben in einer späteren Epoche einen Leib benützen muß, der nicht aufnimmt, was die Seele in sich schließt, erscheint der Betreffende in diesem Zeitalter nicht als ein Eingeweihter, sondern es lebt der Einweihungsimpuls in seinen Taten oder in irgendwelchen anderen Verhältnissen. Und so war es auch, daß eine Persönlichkeit, die einmal ein höherer Eingeweihter war, am Hofe Harun al Raschids lebte. Diese Persönlichkeit, trotzdem sie nicht in einer äußerlich offenbaren Weise den Einweihungs-, den Initiationsinhalt in die spätere Zeit, in die Zeit Harun al Raschids hinübertragen konnte, war aber doch eine der glänzendsten Persönlichkeiten innerhalb der orientalischen Kultur im 8., 9. Jahrhundert. Sie war sozusagen der Organisator all desjenigen, was an Wissenschaften und Künsten am Hofe des Harun al Raschid vorhanden war.

[ 7 ] Und so ist es immer gewesen bis heute. Es kann einer ein Eingeweihter sein in einer bestimmten Epoche, und weil er eben in einer späteren Epoche einen Leib benützen muß, der nicht aufnimmt, was die Seele in sich schließt, erscheint der Betreffende in diesem Zeitalter nicht als ein Eingeweihter, sondern es lebt der Einweihungsimpuls in seinen Taten oder in irgendwelchen anderen Verhältnissen. Und so war es auch, daß eine Persönlichkeit, die einmal ein höherer Eingeweihter war, am Hofe Harun al Raschids lebte. Diese Persönlichkeit, trotzdem sie nicht in einer äußerlich offenbaren Weise den Einweihungs-, den Initiationsinhalt in die spätere Zeit, in die Zeit Harun al Raschids hinübertragen konnte, war aber doch eine der glänzendsten Persönlichkeiten innerhalb der orientalischen Kultur im 8., 9. Jahrhundert. Sie war sozusagen der Organisator all desjenigen, was an Wissenschaften und Künsten am Hofe des Harun al Raschid vorhanden war.

[ 8 ] Nun haben wir ja schon besprochen, welchen Weg die Individualität des Harun al Raschid durch die Zeiten hindurch genommen hart. Als er durch die Pforte des Todes gegangen war, blieb in ihm der Drang, mehr nach dem Westen zu kommen, dasjenige, was sich an Arabismus nach dem Westen hin ausbreitete, mit eigener Seele nach dem Westen zu tragen. Dann hat ja Harun al Raschid, der hinüberblickte über die Gesamtheit der einzelnen orientalischen Wissens- und Kunstzweige, seine Wiederverkörperung gefunden als der berühmte Baco von Verulam, der Organisator und Reformator des neueren philosophischen und wissenschaftlichen Geisteslebens. Wir sehen das, was Harun al Raschid gewissermaßen um sich herum gesehen hat, aber übersetzt ins Abendländische, in Bacon wiederum auftreten.

[ 8 ] Nun haben wir ja schon besprochen, welchen Weg die Individualität des Harun al Raschid durch die Zeiten hindurch genommen hart. Als er durch die Pforte des Todes gegangen war, blieb in ihm der Drang, mehr nach dem Westen zu kommen, dasjenige, was sich an Arabismus nach dem Westen hin ausbreitete, mit eigener Seele nach dem Westen zu tragen. Dann hat ja Harun al Raschid, der hinüberblickte über die Gesamtheit der einzelnen orientalischen Wissens- und Kunstzweige, seine Wiederverkörperung gefunden als der berühmte Baco von Verulam, der Organisator und Reformator des neueren philosophischen und wissenschaftlichen Geisteslebens. Wir sehen das, was Harun al Raschid gewissermaßen um sich herum gesehen hat, aber übersetzt ins Abendländische, in Bacon wiederum auftreten.

[ 9 ] Und nun nehmen Sie, meine lieben Freunde, diesen Weg, den von Bagdad aus, von der asiatischen Heimat, Harun al Raschid genommen hat nach England. Von England aus breitete sich ja dann in einer stärkeren, intensiveren Weise, als man gewöhnlich denkt, das, was Bacon gedacht hat in bezug auf die Organisierung der Wissenschaften, über Europa aus (siehe Zeichnung, rot).

[ 9 ] Und nun nehmen Sie, meine lieben Freunde, diesen Weg, den von Bagdad aus, von der asiatischen Heimat, Harun al Raschid genommen hat nach England. Von England aus breitete sich ja dann in einer stärkeren, intensiveren Weise, als man gewöhnlich denkt, das, was Bacon gedacht hat in bezug auf die Organisierung der Wissenschaften, über Europa aus (siehe Zeichnung, rot).

[ 10 ] Nun kann man etwa sagen: diese beiden Persönlichkeiten, Harun al Raschid und sein großer Ratgeber, die überragende Persönlichkeit, die in früheren Zeiten ein tiefer Eingeweihter war, sie trennten sich; aber sie trennten sich im Grunde genommen zu gemeinsamem Wirken, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen waren. Harun al Raschid selber, der in glanzvollem Fürstentum gelebt hatte, erwählte den Weg, den ich Ihnen gezeigt habe, bis nach England herein, um als Baco von Verulam in bezug auf die Wissenschaft zu wirken. Die andere Seele, die Seele seines Ratgebers, sie wählte den Weg herüber (grüner Pfeil), um sich innerhalb Mitteleuropas zu begegnen mit dem, was von Bacon ausging. Wenn auch die Zeitalter nicht ganz stimmen, so hat das nichts weiter zu sagen, denn das hat für dasjenige, für das die Zeit selber nicht die tiefe Bedeutung hat, auch nicht solch große Bedeutung; denn manches, was oftmals Jahrhunderte auseinanderliegt, das wirkt zusammen in der späteren Zivilisation.

[ 10 ] Nun kann man etwa sagen: diese beiden Persönlichkeiten, Harun al Raschid und sein großer Ratgeber, die überragende Persönlichkeit, die in früheren Zeiten ein tiefer Eingeweihter war, sie trennten sich; aber sie trennten sich im Grunde genommen zu gemeinsamem Wirken, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen waren. Harun al Raschid selber, der in glanzvollem Fürstentum gelebt hatte, erwählte den Weg, den ich Ihnen gezeigt habe, bis nach England herein, um als Baco von Verulam in bezug auf die Wissenschaft zu wirken. Die andere Seele, die Seele seines Ratgebers, sie wählte den Weg herüber (grüner Pfeil), um sich innerhalb Mitteleuropas zu begegnen mit dem, was von Bacon ausging. Wenn auch die Zeitalter nicht ganz stimmen, so hat das nichts weiter zu sagen, denn das hat für dasjenige, für das die Zeit selber nicht die tiefe Bedeutung hat, auch nicht solch große Bedeutung; denn manches, was oftmals Jahrhunderte auseinanderliegt, das wirkt zusammen in der späteren Zivilisation.

[ 11 ] Der Ratgeber Harun al Raschids, er wählte den Weg durch den Osten Europas hindurch nach Mitteleuropa hinein während seines Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und er wurde wiedergeboren in Mitteleuropa, in mitteleuropäisches Geistesleben hinein, als Amos Comenius.

[ 11 ] Der Ratgeber Harun al Raschids, er wählte den Weg durch den Osten Europas hindurch nach Mitteleuropa hinein während seines Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und er wurde wiedergeboren in Mitteleuropa, in mitteleuropäisches Geistesleben hinein, als Amos Comenius.

[ 12 ] Und so haben wir dieses merkwürdige, große, bedeutsame Schauspiel in dem geschichtlichen Werden, daß sich Harun al Raschid entwickelt, um vom Westen nach Osten eine Kulturströmung einzuleiten, die abstrakt, äußerlich-sinnlich ist; und von Osten herüber hat ja Amos Comenius in Siebenbürgen, in der heutigen Tschechoslowakei, bis nach Deutschland herein seine Tätigkeit entwickelt und ist dann in holländischer Verbannung gewesen. Amos Comenius hat — wer sein Leben verfolgt, wie er es darlebt als der Reformator der neueren Pädagogik für die damalige Zeit und als der Verfasser der sogenannten «Pansophia», kann es sehen —, er hat herübergetragen dasjenige, war er am Hofe Harun al Raschids aus älterer Einweihung heraus entwickelt hat. In der Zeit, als der Bund der «Mährischen Brüder» gegründet wurde, in der Zeit auch, als das Rosenkreuzertum schon einige Jahrhunderte hindurch gewirkt hatte, als die «Chymische Hochzeit» erschien, die «Reformation der ganzen Welt» von Valentin Andreae, da hat Amos Comenius, dieser große, bedeutende Geist des 17. Jahrhunderts, in all das, was da kam angeregt aus derselben Quelle heraus, seine bedeutsamen Anregungen hineingebracht.

[ 12 ] Und so haben wir dieses merkwürdige, große, bedeutsame Schauspiel in dem geschichtlichen Werden, daß sich Harun al Raschid entwickelt, um vom Westen nach Osten eine Kulturströmung einzuleiten, die abstrakt, äußerlich-sinnlich ist; und von Osten herüber hat ja Amos Comenius in Siebenbürgen, in der heutigen Tschechoslowakei, bis nach Deutschland herein seine Tätigkeit entwickelt und ist dann in holländischer Verbannung gewesen. Amos Comenius hat — wer sein Leben verfolgt, wie er es darlebt als der Reformator der neueren Pädagogik für die damalige Zeit und als der Verfasser der sogenannten «Pansophia», kann es sehen —, er hat herübergetragen dasjenige, war er am Hofe Harun al Raschids aus älterer Einweihung heraus entwickelt hat. In der Zeit, als der Bund der «Mährischen Brüder» gegründet wurde, in der Zeit auch, als das Rosenkreuzertum schon einige Jahrhunderte hindurch gewirkt hatte, als die «Chymische Hochzeit» erschien, die «Reformation der ganzen Welt» von Valentin Andreae, da hat Amos Comenius, dieser große, bedeutende Geist des 17. Jahrhunderts, in all das, was da kam angeregt aus derselben Quelle heraus, seine bedeutsamen Anregungen hineingebracht.

[ 13 ] Und so sehen Sie drei hintereinander liegende bedeutsame Erdenleben — und an bedeutsamen Erdenleben kann man eben die weniger bedeutenden dann studieren und sich selber hinaufranken zum Begreifen des eigenen Karma —, so sehen Sie diese drei bedeutsamen Inkarnationen hintereinander liegen: Zunächst tief drinnen in Asien dieselbe Individualität, die dann später erscheint als Amos Comenius, in alter Mysterienstätte aufnehmend alle Weisheit einer uralten Zeit Asiens. Sie trägt diese Weisheit hinüber bis zur nächsten Inkarnation, in der sie am Hofe Harun al Raschids lebt, hier sich entwickelnd zum großartigen Organisator dessen, was unter der Obhut und unter dem Fürsorgesinn des Harun al Raschid blüht und gedeiht. Dann erscheint sie wieder, um gewissermaßen dem Baco von Verulam, der der wiederverkörperte Harun al Raschid ist, entgegenzukommen und sich mit ihm im Hinblick auf dasjenige, was beide auszuströmen haben in die europäische Zivilisation, innerhalb dieser europäischen Zivilisation von neuem zu begegnen.

[ 13 ] Und so sehen Sie drei hintereinander liegende bedeutsame Erdenleben — und an bedeutsamen Erdenleben kann man eben die weniger bedeutenden dann studieren und sich selber hinaufranken zum Begreifen des eigenen Karma —, so sehen Sie diese drei bedeutsamen Inkarnationen hintereinander liegen: Zunächst tief drinnen in Asien dieselbe Individualität, die dann später erscheint als Amos Comenius, in alter Mysterienstätte aufnehmend alle Weisheit einer uralten Zeit Asiens. Sie trägt diese Weisheit hinüber bis zur nächsten Inkarnation, in der sie am Hofe Harun al Raschids lebt, hier sich entwickelnd zum großartigen Organisator dessen, was unter der Obhut und unter dem Fürsorgesinn des Harun al Raschid blüht und gedeiht. Dann erscheint sie wieder, um gewissermaßen dem Baco von Verulam, der der wiederverkörperte Harun al Raschid ist, entgegenzukommen und sich mit ihm im Hinblick auf dasjenige, was beide auszuströmen haben in die europäische Zivilisation, innerhalb dieser europäischen Zivilisation von neuem zu begegnen.

[ 14 ] Was ich hier sage, das ist schon von einer großen Bedeutung. Denn verfolgen Sie nur die Briefe, die geschrieben wurden und die den Weg machten — natürlich auf ein kompliziertere Art, als das bei Briefen der Fall ist, die heute geschrieben werden — von Baconianern oder Leuten, die in irgendeiner Weise der Bacon-Kultur nahestanden, zu den Anhängern der Comenius-Schule, der Comenius-Weisheit. Da können Sie in Schreiben und Antwortschreiben verfolgen, was ich Ihnen hier mit ein paar Strichen (siehe Zeichnung) an die Tafel gezeichnet habe.

[ 14 ] Was ich hier sage, das ist schon von einer großen Bedeutung. Denn verfolgen Sie nur die Briefe, die geschrieben wurden und die den Weg machten — natürlich auf ein kompliziertere Art, als das bei Briefen der Fall ist, die heute geschrieben werden — von Baconianern oder Leuten, die in irgendeiner Weise der Bacon-Kultur nahestanden, zu den Anhängern der Comenius-Schule, der Comenius-Weisheit. Da können Sie in Schreiben und Antwortschreiben verfolgen, was ich Ihnen hier mit ein paar Strichen (siehe Zeichnung) an die Tafel gezeichnet habe.

[ 15 ] Dasjenige, was an Briefen von Westen nach Osten und von Osten nach Westen geschrieben wurde, das war das lebendige Zusammenströmen zweier Seelen, die auf diese Art sich begegneten, nachdem sie die Grundlage zu dieser Begegnung gelegt hatten, als sie gemeinsam im Orient drüben im 8. und 9. Jahrhundert wirkten und dann sich zu entgegengesetztem und doch harmonisch zusammenwirkendem Tun wiederum vereinten.

[ 15 ] Dasjenige, was an Briefen von Westen nach Osten und von Osten nach Westen geschrieben wurde, das war das lebendige Zusammenströmen zweier Seelen, die auf diese Art sich begegneten, nachdem sie die Grundlage zu dieser Begegnung gelegt hatten, als sie gemeinsam im Orient drüben im 8. und 9. Jahrhundert wirkten und dann sich zu entgegengesetztem und doch harmonisch zusammenwirkendem Tun wiederum vereinten.

[ 16 ] Sehen Sie, so kann Geschichte studiert werden, so sehen wir die lebendigen Menschenkräfte in die Geschichte hineinwirken!

[ 16 ] Sehen Sie, so kann Geschichte studiert werden, so sehen wir die lebendigen Menschenkräfte in die Geschichte hineinwirken!

[ 17 ] Oder nehmen wir einen anderen Fall. Es ergab sich mir aus ganz besonderen Verhältnissen heraus, daß sozusagen der Blick auf gewisse Ereignisse hingelenkt wurde, die, wir würden heute sagen, im Nordosten Frankreichs sich abspielten, aber sich abspielten auch im 8., 9. Jahrhundert, etwas später als die Zeit ist, von der ich jetzt gesprochen habe. Es spielten sich da besondere Ereignisse ab. Es war ja eine Zeit, in der noch nicht die großen Staatenbildungen da waren, in der deshalb dasjenige, was geschah, mehr innerhalb kleinerer Kreise der Menschheit geschah.

[ 17 ] Oder nehmen wir einen anderen Fall. Es ergab sich mir aus ganz besonderen Verhältnissen heraus, daß sozusagen der Blick auf gewisse Ereignisse hingelenkt wurde, die, wir würden heute sagen, im Nordosten Frankreichs sich abspielten, aber sich abspielten auch im 8., 9. Jahrhundert, etwas später als die Zeit ist, von der ich jetzt gesprochen habe. Es spielten sich da besondere Ereignisse ab. Es war ja eine Zeit, in der noch nicht die großen Staatenbildungen da waren, in der deshalb dasjenige, was geschah, mehr innerhalb kleinerer Kreise der Menschheit geschah.

[ 18 ] Da hatte denn eine Persönlichkeit von energischem Charakter einen gewissen großen Besitz eben in dem Gebiet, das wir heute den Nordosten Frankreichs nennen würden. Dieser Mann verwaltete den Besitz in einer außerordentlich geordneten Weise, in einer für die damalige Zeit außerordentlich systematischen Weise, möchte ich sagen. Er wußte, was er wollte, und war eine merkwürdige Mischung von einem zielbewußten Menschen und einer Abenteurernatur, so daß er mit mehr oder weniger Erfolg kleine Kriegszüge machte von seinem Eigentum aus, mit Leuten, die sich, wie das ja dazumal üblich war, als Krieger angezogen hatten. Es waren das kleine Heerhaufen, mit denen zog man aus und suchte das oder jenes zu erbeuten.

[ 18 ] Da hatte denn eine Persönlichkeit von energischem Charakter einen gewissen großen Besitz eben in dem Gebiet, das wir heute den Nordosten Frankreichs nennen würden. Dieser Mann verwaltete den Besitz in einer außerordentlich geordneten Weise, in einer für die damalige Zeit außerordentlich systematischen Weise, möchte ich sagen. Er wußte, was er wollte, und war eine merkwürdige Mischung von einem zielbewußten Menschen und einer Abenteurernatur, so daß er mit mehr oder weniger Erfolg kleine Kriegszüge machte von seinem Eigentum aus, mit Leuten, die sich, wie das ja dazumal üblich war, als Krieger angezogen hatten. Es waren das kleine Heerhaufen, mit denen zog man aus und suchte das oder jenes zu erbeuten.

[ 19 ] Mit einer Schar solcher Krieger zog der Betreffende von dem Nordosten Frankreichs aus. Und die Sache machte sich so, daß eine andere Persönlichkeit, etwas weniger Abenteuer als er selber, aber energisch, während der Abwesenheit des Eigentümers des Landgutes — heute erscheint das paradox, dazumal konnte eben so etwas geschehen — sich des Landgutes und des ganzen Besitztums bemächtigte. Als der Betreffende nach Hause kam — er war alleinstehend —, fand er, daß ein anderer Besitzer sich seines Landgutes bemächtigt hatte. Und die Verhältnisse entwickelten sich so, daß in der Tat der Betreffende nicht aufkam gegen den jetzigen Besitzer. Der war der Mächtigere, hatte mehr Mannen, hatte mehr Krieger um sich. Er kam gegen ihn nicht auf.

[ 19 ] Mit einer Schar solcher Krieger zog der Betreffende von dem Nordosten Frankreichs aus. Und die Sache machte sich so, daß eine andere Persönlichkeit, etwas weniger Abenteuer als er selber, aber energisch, während der Abwesenheit des Eigentümers des Landgutes — heute erscheint das paradox, dazumal konnte eben so etwas geschehen — sich des Landgutes und des ganzen Besitztums bemächtigte. Als der Betreffende nach Hause kam — er war alleinstehend —, fand er, daß ein anderer Besitzer sich seines Landgutes bemächtigt hatte. Und die Verhältnisse entwickelten sich so, daß in der Tat der Betreffende nicht aufkam gegen den jetzigen Besitzer. Der war der Mächtigere, hatte mehr Mannen, hatte mehr Krieger um sich. Er kam gegen ihn nicht auf.

[ 20 ] Nun waren die Dinge damals nicht so, daß man etwa, wenn man in seiner Heimat nicht fortkam, gleich in fremde Gegenden zog. Gewiß, diese Persönlichkeit war ja ein Abenteurer; aber das ergab sich doch nicht wiederum so rasch, er hatte nicht die Möglichkeit dazu, so daß der Betreffende mit einer Schar von Anhängern sogar eine Art Leibeigener wurde an seinem eigenen früheren Besitzerhof. Er mußte nun wie ein Leibeigener arbeiten mit einer Schar von denen, die mit ihm auf Abenteuer ausgezogen waren, während ihm sein Eigentum entrissen worden war.

[ 20 ] Nun waren die Dinge damals nicht so, daß man etwa, wenn man in seiner Heimat nicht fortkam, gleich in fremde Gegenden zog. Gewiß, diese Persönlichkeit war ja ein Abenteurer; aber das ergab sich doch nicht wiederum so rasch, er hatte nicht die Möglichkeit dazu, so daß der Betreffende mit einer Schar von Anhängern sogar eine Art Leibeigener wurde an seinem eigenen früheren Besitzerhof. Er mußte nun wie ein Leibeigener arbeiten mit einer Schar von denen, die mit ihm auf Abenteuer ausgezogen waren, während ihm sein Eigentum entrissen worden war.

[ 21 ] Da geschah es, daß bei all den Leuten, die da Leibeigene geworden waren, während sie früher die Herren waren, eine ganz besonders, ich möchte sagen, dem Herrschaftsprinzip abträgliche Gesinnung entstand. Und es brannten in diesen Gegenden, die bewaldet waren, in mancher Nacht die Feuer da, wo man zusammenkam und wo man allerlei Verschwörungen besprach gegen diejenigen, welche sich des Eigentums bemächtigt hatten.

[ 21 ] Da geschah es, daß bei all den Leuten, die da Leibeigene geworden waren, während sie früher die Herren waren, eine ganz besonders, ich möchte sagen, dem Herrschaftsprinzip abträgliche Gesinnung entstand. Und es brannten in diesen Gegenden, die bewaldet waren, in mancher Nacht die Feuer da, wo man zusammenkam und wo man allerlei Verschwörungen besprach gegen diejenigen, welche sich des Eigentums bemächtigt hatten.

[ 22 ] Es war einfach so, daß der Betreffende, der vom großen Besitzer mehr oder weniger zum Leibeigenen, zum Sklaven geworden war, sein übriges Leben nunmehr damit ausfüllte, abgesehen von dem, was er arbeiten mußte, Pläne zu schmieden, wie man etwa wiederum zu Besitz und Eigentum kommen könne. Man haßte denjenigen, der sich des Eigentums bemächtigt hatte.

[ 22 ] Es war einfach so, daß der Betreffende, der vom großen Besitzer mehr oder weniger zum Leibeigenen, zum Sklaven geworden war, sein übriges Leben nunmehr damit ausfüllte, abgesehen von dem, was er arbeiten mußte, Pläne zu schmieden, wie man etwa wiederum zu Besitz und Eigentum kommen könne. Man haßte denjenigen, der sich des Eigentums bemächtigt hatte.

[ 23 ] Nun, sehen Sie, diese beiden Persönlichkeiten von damals gingen in ihren Individualitäten durch die Pforte des Todes, machten in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt alles das mit, was seit jener Zeit eben mitgemacht werden konnte, und erschienen im 19. Jahrhundert wiederum. Derjenige, der Haus und Hof verloren hatte und zu einer Art von leibeigenem Sklaven geworden war, erschien als Karl Marx, der Begründer des neueren Sozialismus. Und der andere, der ihm dazumal seinen Gutshof abgenommen hatte, erschien als sein Freund Engels. Was sie dazumal miteinander auszumachen hatten, das prägte sich um während des langen Weges zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in den Drang, das, was sie einander zugefügt hatten, auszugleichen.

[ 23 ] Nun, sehen Sie, diese beiden Persönlichkeiten von damals gingen in ihren Individualitäten durch die Pforte des Todes, machten in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt alles das mit, was seit jener Zeit eben mitgemacht werden konnte, und erschienen im 19. Jahrhundert wiederum. Derjenige, der Haus und Hof verloren hatte und zu einer Art von leibeigenem Sklaven geworden war, erschien als Karl Marx, der Begründer des neueren Sozialismus. Und der andere, der ihm dazumal seinen Gutshof abgenommen hatte, erschien als sein Freund Engels. Was sie dazumal miteinander auszumachen hatten, das prägte sich um während des langen Weges zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in den Drang, das, was sie einander zugefügt hatten, auszugleichen.

[ 24 ] Und lesen Sie, was sich zwischen Marx und Engels abgespielt hat, lesen Sie all das, was die besondere Geisteskonfiguration des Karl Marx ist, und halten Sie das damit zusammen, daß im 8., 9. Jahrhundert dieselben Individualitäten ja vorhanden waren, so wie ich es Ihnen erzählt habe. Dann wird Ihnen, ich möchte sagen, auf jeden Satz bei Marx und Engels ein neues Licht fallen, und Sie werden nicht in die Gefahr kommen, in abstrakter Art zu sagen, das eine ist durch dieses in der Geschichte verursacht, das andere ist durch jenes verursacht, sondern Sie sehen die Menschen, die etwas herübertragen in eine andere Zeit, das allerdings ganz anders erscheint, aber doch wiederum eine gewisse Ähnlichkeit mit dem früheren hat.

[ 24 ] Und lesen Sie, was sich zwischen Marx und Engels abgespielt hat, lesen Sie all das, was die besondere Geisteskonfiguration des Karl Marx ist, und halten Sie das damit zusammen, daß im 8., 9. Jahrhundert dieselben Individualitäten ja vorhanden waren, so wie ich es Ihnen erzählt habe. Dann wird Ihnen, ich möchte sagen, auf jeden Satz bei Marx und Engels ein neues Licht fallen, und Sie werden nicht in die Gefahr kommen, in abstrakter Art zu sagen, das eine ist durch dieses in der Geschichte verursacht, das andere ist durch jenes verursacht, sondern Sie sehen die Menschen, die etwas herübertragen in eine andere Zeit, das allerdings ganz anders erscheint, aber doch wiederum eine gewisse Ähnlichkeit mit dem früheren hat.

[ 25 ] Was glauben Sie: im 8., 9. Jahrhundert, da hat man sich an Waldfeuern zusammengesetzt, da hat man in anderer Weise gesprochen, als man im 19. Jahrhundert zu sprechen Veranlassung hatte, wo Hegel gewirkt hatte, wo alles mit Dialektik abgemacht wurde. Aber versuchen Sie einmal sich vorzustellen den Wald im Nordosten Frankreichs im 9. Jahrhundert: da sitzen die Verschwörer, die Flucher, die Schimpfer in ihrer damaligen Sprache. Und übersetzen Sie sich das ins Mathematisch-Dialektische des 19. Jahrhunderts, dann haben Sie dasjenige, was bei Marx und Engels steht.

[ 25 ] Was glauben Sie: im 8., 9. Jahrhundert, da hat man sich an Waldfeuern zusammengesetzt, da hat man in anderer Weise gesprochen, als man im 19. Jahrhundert zu sprechen Veranlassung hatte, wo Hegel gewirkt hatte, wo alles mit Dialektik abgemacht wurde. Aber versuchen Sie einmal sich vorzustellen den Wald im Nordosten Frankreichs im 9. Jahrhundert: da sitzen die Verschwörer, die Flucher, die Schimpfer in ihrer damaligen Sprache. Und übersetzen Sie sich das ins Mathematisch-Dialektische des 19. Jahrhunderts, dann haben Sie dasjenige, was bei Marx und Engels steht.

[ 26 ] Das sind die Dinge, die von dem bloß Sensationellen, das man leicht verbinden kann mit Ideen über konkrete Reinkarnationsverhältnisse, herausführen und in das Verständnis des geschichtlichen Lebens hineinführen. Und man bewahrt sich am besten vor Irrtümern, wenn man nicht auf das Sensationelle ausgeht, wenn man nicht nur wissen will: Wie ist es mit der Wiederverkörperung? — sondern wenn man alles das, was im geschichtlichen Werden mit Wohl und Wehe, mit Leid und Freude der Menschheit zusammenhängt, aus den wiederkehrenden Erdenleben der einzelnen Menschen zu begreifen versucht.

[ 26 ] Das sind die Dinge, die von dem bloß Sensationellen, das man leicht verbinden kann mit Ideen über konkrete Reinkarnationsverhältnisse, herausführen und in das Verständnis des geschichtlichen Lebens hineinführen. Und man bewahrt sich am besten vor Irrtümern, wenn man nicht auf das Sensationelle ausgeht, wenn man nicht nur wissen will: Wie ist es mit der Wiederverkörperung? — sondern wenn man alles das, was im geschichtlichen Werden mit Wohl und Wehe, mit Leid und Freude der Menschheit zusammenhängt, aus den wiederkehrenden Erdenleben der einzelnen Menschen zu begreifen versucht.

[ 27 ] So war mir immer in der Zeit, als ich noch in Österreich lebte, trotzdem ich in Österreich innerhalb des Deutschtums stand, eine Persönlichkeit besonders interessant, die ein polnischer Reichsratabgeordneter war. Ich glaube, viele von Ihnen werden sich erinnern, daß ich des öfteren von dem österreichisch-polnischen Reichsratsabgeordneten Otto Hausner, der in den siebziger Jahren ganz besonders wirkte, gesprochen habe. Diejenigen, die länger schon hier sind, werden sich erinnern. Und mir steht wirklich, seitdem ich im österreichischen Reichsrat Ende der siebziger Jahre, Anfang der achtziger Jahre immer wieder und wiederum Otto Hausner gehört und gesehen habe, mir steht dieser merkwürdige Mann immer vor Augen: Er hat in dem einen Auge ein Monokel; mit dem anderen Auge blickte er grundgescheit, aber so, daß er die Schwächen der Gegner mit dem anderen Auge, das durchs Monokel guckte, erlauerte. Während er redete, prüfte er dann, ob der Pfeil gesessen hat.

[ 27 ] So war mir immer in der Zeit, als ich noch in Österreich lebte, trotzdem ich in Österreich innerhalb des Deutschtums stand, eine Persönlichkeit besonders interessant, die ein polnischer Reichsratabgeordneter war. Ich glaube, viele von Ihnen werden sich erinnern, daß ich des öfteren von dem österreichisch-polnischen Reichsratsabgeordneten Otto Hausner, der in den siebziger Jahren ganz besonders wirkte, gesprochen habe. Diejenigen, die länger schon hier sind, werden sich erinnern. Und mir steht wirklich, seitdem ich im österreichischen Reichsrat Ende der siebziger Jahre, Anfang der achtziger Jahre immer wieder und wiederum Otto Hausner gehört und gesehen habe, mir steht dieser merkwürdige Mann immer vor Augen: Er hat in dem einen Auge ein Monokel; mit dem anderen Auge blickte er grundgescheit, aber so, daß er die Schwächen der Gegner mit dem anderen Auge, das durchs Monokel guckte, erlauerte. Während er redete, prüfte er dann, ob der Pfeil gesessen hat.

[ 28 ] Dabei konnte er, der einen ganz merkwürdigen Schnurrbart hatte ich habe das in meiner Lebensbeschreibung nicht bis in diese Einzelheiten ausführen wollen —, mit diesem Schnurrbart in merkwürdiger Art das, was er sagte, begleiten, so daß dieser Schnurrbart eine ganz merkwürdig bewegliche Eurythmie dessen war, was er dem gegnerischen Abgeordneten auf die beschriebene Weise ins Gesicht schleuderte.

[ 28 ] Dabei konnte er, der einen ganz merkwürdigen Schnurrbart hatte ich habe das in meiner Lebensbeschreibung nicht bis in diese Einzelheiten ausführen wollen —, mit diesem Schnurrbart in merkwürdiger Art das, was er sagte, begleiten, so daß dieser Schnurrbart eine ganz merkwürdig bewegliche Eurythmie dessen war, was er dem gegnerischen Abgeordneten auf die beschriebene Weise ins Gesicht schleuderte.

[ 29 ] Es war nun ein interessantes Bild. Stellen Sie sich vor: äußerste Linke, Linke, Mittelpartei, Tschechischer Klub, dann äußerste Rechte, Polenklub; hier stand Hausner, und hier waren alle seine Gegner auf der äußersten Linken. Da waren sie alle; und das Kurioseste war, daß, als Hausner gelegentlich der Frage der bosnischen Okkupation für Österreich war, er einen stürmischen Beifall von diesen Leuten da auf der Linken hatte. Als er später über den Bau der Arlbergbahn sprach, da hatte er einen absoluten Widerspruch bei denselben Leuten auf der äußersten Linken. Und dieser Widerspruch blieb dann bei alldem, was er später zum Ausdruck brachte.

[ 29 ] Es war nun ein interessantes Bild. Stellen Sie sich vor: äußerste Linke, Linke, Mittelpartei, Tschechischer Klub, dann äußerste Rechte, Polenklub; hier stand Hausner, und hier waren alle seine Gegner auf der äußersten Linken. Da waren sie alle; und das Kurioseste war, daß, als Hausner gelegentlich der Frage der bosnischen Okkupation für Österreich war, er einen stürmischen Beifall von diesen Leuten da auf der Linken hatte. Als er später über den Bau der Arlbergbahn sprach, da hatte er einen absoluten Widerspruch bei denselben Leuten auf der äußersten Linken. Und dieser Widerspruch blieb dann bei alldem, was er später zum Ausdruck brachte.

[ 30 ] Aber gar manches von dem, was gerade Otto Hausner in den siebziger und achtziger Jahren als Warner, als Prophet gesagt hat, das hat sich bis in unsere Tage herein wörtlich erfüllt. Gerade heute hat man Veranlassung, oftmals zurückzudenken an das, was Otto Hausner damals geredet hat.

[ 30 ] Aber gar manches von dem, was gerade Otto Hausner in den siebziger und achtziger Jahren als Warner, als Prophet gesagt hat, das hat sich bis in unsere Tage herein wörtlich erfüllt. Gerade heute hat man Veranlassung, oftmals zurückzudenken an das, was Otto Hausner damals geredet hat.

[ 31 ] Nun, eines trat bei Otto Hausner fast bei jeder Rede hervor, und das wurde für mich, neben einigen anderen, wiederum nicht sehr bedeutenden Dingen des Hausner-Lebens, der Impuls, den karmischen Gang bei dieser Persönlichkeit zu verfolgen.

[ 31 ] Nun, eines trat bei Otto Hausner fast bei jeder Rede hervor, und das wurde für mich, neben einigen anderen, wiederum nicht sehr bedeutenden Dingen des Hausner-Lebens, der Impuls, den karmischen Gang bei dieser Persönlichkeit zu verfolgen.

[ 32 ] Otto Hausner konnte kaum eine Rede halten, ohne daß er so in Parenthesen eine Art Panegyrikus auf die Schweiz hielt. Immer stellte er die Schweiz Österreich als Muster hin. Weil in der Schweiz drei Nationalitäten sich gut vertragen, in Beziehung auf das Vertragen mustergültig sind, wollte er auch, daß sich die dreizehn österreichischen Nationalitäten die Schweiz zum Muster nehmen und diese dreizehn sich in ähnlicher Weise, föderalistischer Weise vertragen würden wie diese drei Nationalitäten in der Schweiz. Er kam immer wieder darauf zurück, es war merkwürdig. Die Hausnerschen Reden hatten Ironie, hatten Humor, auch innere Logik; nicht immer, aber oftmals wieder kam der Panegyrikus auf die Schweiz. Da konnte man immer sehen: das Entwickeln einer reinen Sympathie; es sticht ihn, er will das sagen. Dann wußte er seine Reden so auszurichten, daß eigentlich weiter niemand außer einer Gruppe von links, von liberalen Abgeordneten — aber diese schrecklich! — sich ärgerte. Es war sehr interessant zu sehen, wenn so irgendein linksliberaler Abgeordneter geredet hatte, wie dann Otto Hausner sich zur Gegenrede erhob und mit seinem bemonokelten Auge keinen Blick von ihm abwandte, aber die unglaublichsten Schnödigkeiten hinüberrollen ließ nach der Linken. Es waren bedeutende Männer da, aber vor keinem machte er halt. Und seine Gesichtspunkte waren im Grunde genommen immer große; er war einer der gebildesten Männer des österreichischen Reichsrats.

[ 32 ] Otto Hausner konnte kaum eine Rede halten, ohne daß er so in Parenthesen eine Art Panegyrikus auf die Schweiz hielt. Immer stellte er die Schweiz Österreich als Muster hin. Weil in der Schweiz drei Nationalitäten sich gut vertragen, in Beziehung auf das Vertragen mustergültig sind, wollte er auch, daß sich die dreizehn österreichischen Nationalitäten die Schweiz zum Muster nehmen und diese dreizehn sich in ähnlicher Weise, föderalistischer Weise vertragen würden wie diese drei Nationalitäten in der Schweiz. Er kam immer wieder darauf zurück, es war merkwürdig. Die Hausnerschen Reden hatten Ironie, hatten Humor, auch innere Logik; nicht immer, aber oftmals wieder kam der Panegyrikus auf die Schweiz. Da konnte man immer sehen: das Entwickeln einer reinen Sympathie; es sticht ihn, er will das sagen. Dann wußte er seine Reden so auszurichten, daß eigentlich weiter niemand außer einer Gruppe von links, von liberalen Abgeordneten — aber diese schrecklich! — sich ärgerte. Es war sehr interessant zu sehen, wenn so irgendein linksliberaler Abgeordneter geredet hatte, wie dann Otto Hausner sich zur Gegenrede erhob und mit seinem bemonokelten Auge keinen Blick von ihm abwandte, aber die unglaublichsten Schnödigkeiten hinüberrollen ließ nach der Linken. Es waren bedeutende Männer da, aber vor keinem machte er halt. Und seine Gesichtspunkte waren im Grunde genommen immer große; er war einer der gebildesten Männer des österreichischen Reichsrats.

[ 33 ] Das Karma eines solchen Menschen kann einen schon interessieren. Ich ging nun davon aus, daß er so diese Nebenleidenschaft hatte, immer wiederum auf eine Lobrede auf die Schweiz zurückzukommen, und dann, daß er einmal in einer Rede über «Deutschtum und Deutsches Reich», die auch als Broschüre erschienen ist, mit einer großen Nichtsnutzigkeit, aber mit Genialität alles zusammengestellt hatte, was sich für das Deutschtum und gegen das Deutsche Reich von dazumal sagen ließ. Es ist wirklich auch da etwas grandios Prophetisches darinnen in dieser Rede, die im Beginn der achtziger Jahre gehalten worden ist, in der sozusagen das Deutsche Reich in den Grund gebohrt wird, ihm alles Schlechte nachgesagt wird, in der es der Ruinierer des deutschen Wesens genannt wird, Und bewiesen wurden diese Sätze. Das war das zweite, sein eigentümlicher, ich möchte sagen, liebender Haß und seine hassende Liebe für Deutschtum und Deutsches Reich.

[ 33 ] Das Karma eines solchen Menschen kann einen schon interessieren. Ich ging nun davon aus, daß er so diese Nebenleidenschaft hatte, immer wiederum auf eine Lobrede auf die Schweiz zurückzukommen, und dann, daß er einmal in einer Rede über «Deutschtum und Deutsches Reich», die auch als Broschüre erschienen ist, mit einer großen Nichtsnutzigkeit, aber mit Genialität alles zusammengestellt hatte, was sich für das Deutschtum und gegen das Deutsche Reich von dazumal sagen ließ. Es ist wirklich auch da etwas grandios Prophetisches darinnen in dieser Rede, die im Beginn der achtziger Jahre gehalten worden ist, in der sozusagen das Deutsche Reich in den Grund gebohrt wird, ihm alles Schlechte nachgesagt wird, in der es der Ruinierer des deutschen Wesens genannt wird, Und bewiesen wurden diese Sätze. Das war das zweite, sein eigentümlicher, ich möchte sagen, liebender Haß und seine hassende Liebe für Deutschtum und Deutsches Reich.

[ 34 ] Und das dritte war, wie Otto Hausner wirklich mit einer ungeheuren Lebendigkeit damals sprach, als der Arlbergtunnel, die Arlbergbahn gebaut werden sollte, die Bahn, die von Österreich herüber nach der Schweiz geht und die also Mitteleuropa mit dem Westen verbinden sollte. Natürlich brachte er auch damals sein Loblied auf die Schweiz, denn die Bahn sollte ja in die Schweiz hineinführen. Aber man hatte, als er diese Rede hielt, die ja gesalzen und gepfeffert war, aber in einer wirklich delikaten Weise, man hatte da wirklich das Gefühl: der Mann, der weiß von Dingen auszugehen, die auf eine merkwürdige Weise in einem früheren Erdenleben in ihm veranlagt sein müssen.

[ 34 ] Und das dritte war, wie Otto Hausner wirklich mit einer ungeheuren Lebendigkeit damals sprach, als der Arlbergtunnel, die Arlbergbahn gebaut werden sollte, die Bahn, die von Österreich herüber nach der Schweiz geht und die also Mitteleuropa mit dem Westen verbinden sollte. Natürlich brachte er auch damals sein Loblied auf die Schweiz, denn die Bahn sollte ja in die Schweiz hineinführen. Aber man hatte, als er diese Rede hielt, die ja gesalzen und gepfeffert war, aber in einer wirklich delikaten Weise, man hatte da wirklich das Gefühl: der Mann, der weiß von Dingen auszugehen, die auf eine merkwürdige Weise in einem früheren Erdenleben in ihm veranlagt sein müssen.

[ 35 ] Es war ja dazumal gerade überall die Rede von dem grandiosen Vorteil, den die europäische Zivilisation von dem deutsch-österreichischen Bündnis haben werde. Otto Hausner entwickelte damals im österreichischen Parlamente — worüber natürlich die anderen alle ihn furchtbar niederschmetterten — die Idee, die Arlbergbahn müsse gebaut werden, weil ein Staat, wie er sich Österreich vorstellte, nach dem Muster der Schweiz, dreizehn Nationen vereinigend, die Wahl haben müsse, sich seine Bundesgenossen zu suchen; und wenn es ihm paßt, hat er Deutschland zum Bundesgenossen, und wenn es ihm paßt, muß er einen strategischen Weg von Mitteleuropa nach dem Westen haben, um Frankreich zum Bundesgenossen haben zu können. Natürlich, als in dem damaligen Österreich das ausgesprochen wurde, da wurde er, wie man in Österreich sagte, schön niedergebügelt. Aber es war wirklich eine in herrlichster Weise mit allen Gewürzen durchsetzte Rede. Diese Rede, die gab die Direktion nach dem Westen hinüber.

[ 35 ] Es war ja dazumal gerade überall die Rede von dem grandiosen Vorteil, den die europäische Zivilisation von dem deutsch-österreichischen Bündnis haben werde. Otto Hausner entwickelte damals im österreichischen Parlamente — worüber natürlich die anderen alle ihn furchtbar niederschmetterten — die Idee, die Arlbergbahn müsse gebaut werden, weil ein Staat, wie er sich Österreich vorstellte, nach dem Muster der Schweiz, dreizehn Nationen vereinigend, die Wahl haben müsse, sich seine Bundesgenossen zu suchen; und wenn es ihm paßt, hat er Deutschland zum Bundesgenossen, und wenn es ihm paßt, muß er einen strategischen Weg von Mitteleuropa nach dem Westen haben, um Frankreich zum Bundesgenossen haben zu können. Natürlich, als in dem damaligen Österreich das ausgesprochen wurde, da wurde er, wie man in Österreich sagte, schön niedergebügelt. Aber es war wirklich eine in herrlichster Weise mit allen Gewürzen durchsetzte Rede. Diese Rede, die gab die Direktion nach dem Westen hinüber.

[ 36 ] Und indem ich diese Dinge zusammenhielt, fand ich dann, wie herüberwanderte von Westen nach Osten durch die Nordschweiz, in der Zeit, als Gallus, Columban auch herübergezogen sind, die Individualität des Otto Hausner. Das Christentum sollte er bringen. Er zog mit denjenigen Menschen, die von irischen Einweihungen angeregt worden waren, herüber. Er sollte mit ihnen das Christentum herüberverpflanzen. Auf dem Wege, ungefähr in der Gegend des heutigen Elsaß, wurde er ungeheuer angezogen von den Altertümern des germanischen Heidenwesens, angezogen von alledem, was im Elsaß, was in alemannischen Gegenden, was in der Schweiz hier an alten Göttererinnerungen, Götterverehrungen, Götterbildnissen, Götterstatuen vorhanden war. Das nahm er in tiefbedeutsamer Weise auf.

[ 36 ] Und indem ich diese Dinge zusammenhielt, fand ich dann, wie herüberwanderte von Westen nach Osten durch die Nordschweiz, in der Zeit, als Gallus, Columban auch herübergezogen sind, die Individualität des Otto Hausner. Das Christentum sollte er bringen. Er zog mit denjenigen Menschen, die von irischen Einweihungen angeregt worden waren, herüber. Er sollte mit ihnen das Christentum herüberverpflanzen. Auf dem Wege, ungefähr in der Gegend des heutigen Elsaß, wurde er ungeheuer angezogen von den Altertümern des germanischen Heidenwesens, angezogen von alledem, was im Elsaß, was in alemannischen Gegenden, was in der Schweiz hier an alten Göttererinnerungen, Götterverehrungen, Götterbildnissen, Götterstatuen vorhanden war. Das nahm er in tiefbedeutsamer Weise auf.

[ 37 ] Und da entwickelte sich in ihm etwas, was man auf der einen Seite Hinneigung zum germanischen Wesen nennen kann, auf der anderen Seite aber wiederum entwickelte sich die Gegenkraft dazu: die Empfindung, daß er damals zu weit gegangen wäre. Und das, was er in einer gewaltigen inneren Umwandlung, in einer gewaltigen inneren Metamorphose erlebt hat, das erschien dann in diesen umfassenden Gesichtspunkten. Er konnte über Deutschtum und Deutsches Reich reden wie einer, der einmal bei all diesen Dingen intim dabeigewesen ist, der aber doch sie eigentlich aufgenommen hat, ohne daß er es sollte. Er hätte ja das Christentum verbreiten sollen. Er war sozusagen, ohne daß er es sollte, hineingekommen in die Gegenden — das hörte man selbst seinen Redewendungen an —, und er wollte wieder zurück, um diese Dinge gutzumachen. Daher seine Leidenschaft für die Schweiz, daher seine Leidenschaft für den Bau der Arlbergbahn. Man kann schon sagen, selbst in der äußeren Gestalt, wenn Sie sich dieses anschauen, drückte sich das aus — er sah eigentlich nicht polnisch aus. Und Hausner sagte auch bei jeder Gelegenheit, daß er ja nicht einmal der physischen Abstammung nach ein Pole sei, sondern nur der Zivilisation und Erziehung nach, daß «rätisch-alemannische» Blutkügelchen, wie er sich ausdrückte, in seinen Adern rollten. Er hatte aber aus einer früheren Inkarnation sich das hinübergenommen, daß er immer nach der Gegend schaute, wo er einmal gewesen war, in die er mit dem Columban und dem heiligen Gallus gezogen war, wo er das Christentum verbreiten wollte, aber eigentlich vom Germanentum festgehalten worden war. So machte er sozusagen den Versuch, in einer möglichst wenig polnischen Familie wiederum geboren zu werden, und fernzustehen, aber doch zu gleicher Zeit mit Sehnsucht gegenüberzustehen demjenigen, in dem er früher ganz drinnengestanden hatte.

[ 37 ] Und da entwickelte sich in ihm etwas, was man auf der einen Seite Hinneigung zum germanischen Wesen nennen kann, auf der anderen Seite aber wiederum entwickelte sich die Gegenkraft dazu: die Empfindung, daß er damals zu weit gegangen wäre. Und das, was er in einer gewaltigen inneren Umwandlung, in einer gewaltigen inneren Metamorphose erlebt hat, das erschien dann in diesen umfassenden Gesichtspunkten. Er konnte über Deutschtum und Deutsches Reich reden wie einer, der einmal bei all diesen Dingen intim dabeigewesen ist, der aber doch sie eigentlich aufgenommen hat, ohne daß er es sollte. Er hätte ja das Christentum verbreiten sollen. Er war sozusagen, ohne daß er es sollte, hineingekommen in die Gegenden — das hörte man selbst seinen Redewendungen an —, und er wollte wieder zurück, um diese Dinge gutzumachen. Daher seine Leidenschaft für die Schweiz, daher seine Leidenschaft für den Bau der Arlbergbahn. Man kann schon sagen, selbst in der äußeren Gestalt, wenn Sie sich dieses anschauen, drückte sich das aus — er sah eigentlich nicht polnisch aus. Und Hausner sagte auch bei jeder Gelegenheit, daß er ja nicht einmal der physischen Abstammung nach ein Pole sei, sondern nur der Zivilisation und Erziehung nach, daß «rätisch-alemannische» Blutkügelchen, wie er sich ausdrückte, in seinen Adern rollten. Er hatte aber aus einer früheren Inkarnation sich das hinübergenommen, daß er immer nach der Gegend schaute, wo er einmal gewesen war, in die er mit dem Columban und dem heiligen Gallus gezogen war, wo er das Christentum verbreiten wollte, aber eigentlich vom Germanentum festgehalten worden war. So machte er sozusagen den Versuch, in einer möglichst wenig polnischen Familie wiederum geboren zu werden, und fernzustehen, aber doch zu gleicher Zeit mit Sehnsucht gegenüberzustehen demjenigen, in dem er früher ganz drinnengestanden hatte.

[ 38 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, das sind Beispiele, die ich Ihnen zunächst einmal heute entwickeln wollte, um Sie darauf aufmerksam zu machen, wie merkwürdig der Gang der karmischen Entwickelung ist. Wir werden nun das nächste Mal mehr eingehen auf die Art und Weise, wie das Gute und das Böse sich entwickelt durch die Inkarnationen der Menschen hindurch und durch das geschichtliche Leben. Wir werden auf diese Weise aber in der Lage sein, gerade von den bedeutenderen Beispielen, die in der Geschichte uns entgegentreten, ein Licht verbreiten zu können über mehr alltägliche Verhältnisse.

[ 38 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, das sind Beispiele, die ich Ihnen zunächst einmal heute entwickeln wollte, um Sie darauf aufmerksam zu machen, wie merkwürdig der Gang der karmischen Entwickelung ist. Wir werden nun das nächste Mal mehr eingehen auf die Art und Weise, wie das Gute und das Böse sich entwickelt durch die Inkarnationen der Menschen hindurch und durch das geschichtliche Leben. Wir werden auf diese Weise aber in der Lage sein, gerade von den bedeutenderen Beispielen, die in der Geschichte uns entgegentreten, ein Licht verbreiten zu können über mehr alltägliche Verhältnisse.