Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume II
GA 236
27 June 1924, Dornach
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Karmic Relationships II, tr. Adams, et. al.
Sechzehnter Vortrag
Lecture XV
[ 1 ] Die Auseinandersetzungen über das Karma können nur langsam und allmählich in das Verständnis dieser weltgrundlegenden und komplizierten Gesetzmäßigkeit hineinführen. Ich möchte heute zunächst darauf verweisen, wie wir betonen mußten, daß mitarbeiten an der Gestaltung des Karma des Menschen in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt zunächst die Menschen selber, die Menschen, die in diesem Leben zwischen dem 'Tod und einer neuen Geburt sind, in demjenigen Zustande, den ich da geschildert habe. Zusammen arbeiten da die Menschen mit anderen Menschen, mit denjenigen Menschen, mit denen sie vorzugsweise karmisch verbunden sind. So daß wir in der Gestaltung des Karma in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sehen Menschengruppen, karmisch verbundene Menschengruppen, und wir können schon sagen: Deutlich voneinander gliedern sich ab in diesem rein geistigen Leben die Menschengruppen, die miteinander etwas zu tun haben. Das schließt ja nicht aus, daß wir auch in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und insbesondere in diesem Leben teilhaben an der ganzen Menschheit, daß wir, weil wir innerhalb einer Menschengruppe stehen, oder sagen wir einer Seelengruppe, dadurch nicht ausgeschlossen sind von dem Anteilnehmen an der Gesamtmenschheit.
[ 1 ] Our study of karma can lead us only slowly and by degrees to an understanding of this fundamental and complicated law. To-day I should like, first of all, to repeat that in the elaboration of karma during the life stretching between death and a new birth there is co-operation primarily between those human beings who are living this life between death and a new birth. We work together with those with whom we are specially connected by karma. In the elaboration of karma during this life between death and a new birth, groups of human beings united by their karma work together and it can truly be said that in this purely spiritual life there are clear differentiations between the groups. This does not preclude the fact that we also form part of the whole of humanity in the life between death and a new birth, and still more do we form part of the life of those who are incarnate on the earth. The fact that we belong to a particular group of souls does not exclude us from forming part of humanity as one whole. And into all these groups and down into the destiny of each individual there flows the work of the Beings of the higher Hierarchies.
[ 2 ] Aber in alle diese Gruppen, bis herein in das individuelle Schicksal des einzelnen Menschen, arbeiten die Wesenheiten der höheren Hierarchien. Und diese Wesenheiten der höheren Hierarchien, die also mit dem Menschen zusammen karmagestaltend sind zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, die wirken nun auch herein in dasjenige Leben, das wir zwischen der Geburt und dem Tode verbringen, indem sich ja das Karma auf moralische Art auslebt, im Schicksal der Menschen auslebt. Und wir müssen heute einmal die Frage beantworten: Wie spielt die Arbeit, das Wirken der Hierarchien eigentlich herein in das Leben der Menschen?
[ 2 ] Those Beings of the higher Hierarchies who elaborate karma by the side of man during the life between death and a new birth, work also into the life we spend between birth and death, where karma works itself out in the moral sense, as destiny. And to-day we must find an answer to the question: In what way does the work of the Hierarchies influence human life?
[ 3 ] Da muß man schon sagen, wenn man heute mit Initiationswissenschaft redet, daß diese Frage eigentlich eine herzeinschneidende ist; denn Sie können ja schon ahnen, meine lieben Freunde, aus dem, was ich im Laufe der letzten Vorträge gesagt habe, daß das äußere naturhafte Geschehen im Zusammenhange steht mit dem Karmageschehen der Menschheit.
[ 3 ] Speaking now with the help of Initiation-Science, we shall admit that this is a deep and searching question. For you can understand from what I have told you in the course of recent lectures, that the phenomena of nature too are connected with the karma of mankind.
[ 4 ] Derjenige, der seinen Blick eben nicht bloß auf das naturhafte Geschehen hinwendet, sondern der seinen Blick auf das gesamte kosmischmenschliche Geschehen hinwendet, der sieht den Zusammenhang zwischen dem, was namentlich innerhalb von Menschengruppen und Menschenmassen auf Erden vorgeht in irgendeinem Zeitalter, und was sich in einem anderen Zeitalter als Naturvorgänge abspielt. Wir können ja manchmal hinschauen auf Naturereignisse, die hereinspielen in das Erdenleben. Wir schauen hin auf die verheerenden Vulkanausbrüche, wir schauen hin auf dasjenige, was durch die natürlichen Elementarereignisse bewirkt wird in Überschwemmungen, in ähnlichen Erscheinungen.
[ 4 ] The man who directs his gaze to the whole flow of cosmic and human events and not alone to the immediate facts presented by the world of nature, perceives the connection between the events which take place among larger or smaller groups of men at one epoch and the facts of nature at another. There are occasions when we can observe events in nature breaking into the orbit of human life on earth. We witness devastating volcanic eruptions and we know what is brought about by natural influences during floods or suchlike phenomena.
[ 5 ] Wir stehen zunächst, wenn wir diese Ereignisse bloß naturhaft auffassen, doch vor etwas, was unbegreiflich ist gegenüber dem Gesamteindrucke, den wir von der Welt erhalten. Denn wir blicken da auf Ereignisse, die eben hereinbrechen in die Weltenordnung, und denen gegenüber der Mensch eigentlich gewöhnlich so steht, daß er das Begreifen aufgibt, daß er nur das Unglück, die Schicksalsereignisse einfach hinnimmt. Die geisteswissenschaftliche Untersuchung führt aber da schon rein durch sich ein Stückchen weiter. Denn sie liefert uns merkwürdige Anschauungen gerade mit Bezug auf solche elementarischen Naturereignisse.
[ 5 ] If we regard such events as belonging merely to the natural order, we are confronted with something that is incomprehensible in its relation to the general impression we have of the world. For here we behold events that simply break into the cosmic order, events which are so envisaged by man that he gives up all hope of understanding them and accepts the distress they bring as a stroke of destiny. The investigations of spiritual science are able, however, to take us a little further, for they open up remarkable information precisely in connection with these elemental events in nature.
[ 6 ] Wir lassen den Blick hinschweifen über die Erdoberfläche. Wir finden gewisse Gegenden der Erdoberfläche geradezu mit Vulkanen besät. Wir finden an anderen Stellen der Erdoberfläche die Möglichkeit erdbebenartiger Katastrophen oder anderer Katastrophen. Und wenn wir dann gerade mit Bezug auf solche Dinge die karmischen Zusammenhänge verfolgen, wie wir sie in historischer Beziehung für manche historischen Persönlichkeiten in den verflossenen Vorträgen verfolgt haben, dann stellt sich uns etwas sehr Eigentümliches heraus. Dann finden wir die merkwürdige Tatsache: Da oben in der geistigen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben Menschenseelen in Gruppen zusammenhängend nach ihrem Karma, ausarbeitend nach ihren vergangenen karmischen Zusammenhängen ihre zukünftigen karmischen Zusammenhänge. Und wir sehen solche Menschengruppen, Gruppen von Menschenseelen bei ihrem Heruntersteigen aus dem vorirdischen Dasein in das irdische Dasein geradezu hinwandern an die Orte, die in der Nähe von Vulkanen liegen, oder da liegen, wo erdbebenartige Katastrophen eintreten können, um dasjenige Schicksal zu empfangen aus den elementarischen Naturereignissen heraus, das durch solche Wohnplätze kommen kann. Ja wir finden sogar, daß in diesem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wo der Mensch ja ganz andere Anschauungen und Empfindungen hat, von den Seelen, die zusammengehören, zuweilen solche Orte aufgesucht werden, um das Schicksal, das man auf diese Weise erleben kann, eben zu erleben. Denn dasjenige, was hier auf Erden wenig Anklang findet in unseren Seelen, etwa der Satz: Ich wähle mir ein großes Unglück, um vollkommener zu werden, weil ich sonst unvollkommen bliebe gegenüber dem, was in meinem vergangenen Karma liegt —, dieses Urteil, das, wie gesagt, wenig Anklang findet innerhalb des Erdenlebens, es ist da, es ist als ein vollgültiges Urteil da, wenn wir in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt stehen. Da suchen wir auch einen Vulkanausbruch, da suchen wir auch ein Erdbeben, um auf dem Wege des Unglückes den Weg zur Vollkommenheit zu finden.
[ 6 ] When we let our mind's eye scan the face of the earth, we find certain areas of the earth literally covered with volcanoes. We find that other parts of the earth are liable to earthquakes or other catastrophes. And if we examine the karmic connections of such events as these in the same way as we have examined them in recent lectures from the point of view of the history of certain personalities, then we arrive at very remarkable results. We find the following: Up above in the spiritual worlds, human souls are gathered together in groups according to their karma; they are elaborating their karma in conformity with their past and future existence. And we see one of these groups of human souls in their descent from pre-earthly into earthly existence wander to regions situated, for example, in the vicinity of volcanoes, or to districts where earthquakes are liable to occur, in order there to receive their destiny from the elemental phenomena of nature.1The Deed of Christ and the Opposing Spiritual Powers. Two Lectures by Rudolf Steiner, Berlin, 1st Jan. and 22nd March, 1909. We even find that during this life between death and a new birth when man's conceptions and feelings are of quite a different nature, that such places are deliberately chosen by the souls thus karmically connected, in order that they may experience this very destiny. For a thought which finds little enough understanding in our souls on earth, such as the thought: “I choose a great disaster on earth in order to become more perfect, I choose it because I am still so far from fulfilling what lies in my past karma”—such a thought for which, as I have said, there is so little understanding in earthly life, can be present in the life between death, and a new birth, and has there an inherent value. It can happen that we deliberately seek out a volcanic eruption, or an earthquake, in order to find in the path of disaster the path to perfection.
[ 7 ] Wir müssen uns eben durchaus diese zwei verschiedenen Beurteilungsarten des Lebens, diejenige von der geistigen Welt aus und diejenige von der physischen Welt aus, zu eigen machen.
[ 7 ] Clear distinction must be made between these two completely different outlooks upon life,—one outlook being that of the spiritual world and the other of the physical world.
[ 8 ] Aber weiter müssen wir uns in diesem Zusammenhange etwa so fragen: Da draußen fließen die Naturerscheinungen ab, die alltäglichen, die den verhältnismäßig regelmäßigen Gang gehen, insofern die Sternenwelt daran beteiligt ist; denn diese Sternenwelt verfließt mit einer gewissen Regelmäßigkeit, namentlich was Sonne und Mond anbetrifft, was die übrigen Sterne betrifft, mit Ausnahme der fragwürdigen Meteoren- und Kometenwelt, die schon in einer merkwürdigen Weise hereinplatzt in das regelmäßige rhythmische Geschehen des Kosmos.
[ 8 ] But in this connection there are other things to be considered. In the outer world, the everyday happenings of nature proceed with an ordered regularity inasmuch as the world of the stars is playing a part in them. For the world of stars with its mysteries works with a certain regularity. This above all is the case in connection with the sun and moon, indeed with all the stars with the outstanding exception of the enigmatic phenomena of meteorites and comets which burst in upon the regular, rhythmical order of the cosmos in a most mysterious way.
[ 9 ] Aber nur eigentlich dasjenige, was wir Wind und Wetter nennen, dasjenige, was in Gewitter und Hagelschlägen, überhaupt in dem Klimatologischen und Meteorologischen sich hereinmischt in unser natürliches Dasein, das durchbricht diesen regelmäßigen rhythmischen Gang alltäglich. Wir sehen das. Wir sind zunächst diesem äußeren Gang der Naturereignisse hingegeben. Dann wohl, wenn wir den Drang haben nach dem Geistigen, dann hören wir wohl auch zu, wenn aus der Initiation heraus die Mitteilung gemacht wird: Es gibt nicht nur diese äußerlich sichtbare Welt, es gibt eine Welt des Übersinnlichen. In dieser Welt des Übersinnlichen leben die Wesen der höheren Hierarchien. Und wir kommen in den Bereich dieser höheren Hierarchien in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ebenso, wie wir in den Bereich der drei Naturreiche, des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen, in dem Leben zwischen der Geburt und dem Tode kommen.
[ 9 ] But that which cuts across the regular course of natural existence in the way of thunderstorms, hailstorms and other climatological and meteorological events—all this interrupts the regular rhythm of natural happenings. We realise these things and, to begin with, resign ourselves to the outer course taken by natural phenomena. But later on, when a longing to understand spiritual things awakens within us, we listen to what is told us by Initiation-Science, namely that besides this outwardly visible world there is also the super-sensible world where dwell the Beings of the higher Hierarchies. And in our life between death and a new birth we enter the domain of these higher Hierarchies, just as in our life between birth and death we live among the three kingdoms of nature—the mineral, the plant and the animal kingdoms.
[ 10 ] Wir hören uns das an. Wir versuchen uns die Vorstellung zu bilden, daß es sozusagen diese zweite Welt gibt, bleiben dann aber oftmals dabei, die zwei Welten eben einfach nebeneinanderzustellen, sie nicht in unseren Vorstellungen miteinander zu verbinden.
[ 10 ] We listen to what is taught by Initiation-Science and try to envisage the existence of this second world, but we often stop short at the idea of the two worlds being there side by side, without connecting them together in our thought.
[ 11 ] Aber erst dann bekommen wir eine reale Anschauung über diese beiden Welten, wenn wir sie zusammenschauen können, wenn wir ihr Zusammenwirken ins Seelenauge fassen können. Denn dieses Wirken müssen wir ja durchschauen, wenn wir die Gestaltung des Karma verstehen wollen. In dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wird dieses Karma bereitet. Aber durch die Wirksamkeit der höheren Hierarchien auch in dem Leben zwischen Geburt und Tod wird das Karma hier auf Erden ausgebildet.
[ 11 ] We can form a true idea of the two worlds only when we are able to realise their existence simultaneously, and when with inner vision we can realise the way in which they work together and are interwoven. For this interworking must be known if we are to understand the shaping and forming of karma. In the life between death and a new birth, karma is prepared. But karma is worked out and elaborated on earth, too, with the help of the Beings of the higher Hierarchies who are also active during the life we lead between birth and death.
[ 12 ] Wir müssen uns also fragen: Wie wirken in das Erdenleben herein diese höheren Hierarchien?
[ 12 ] The question therefore arises: In what way do the higher Hierarchies work into earthly life?
[ 13 ] Nun, sehen Sie, diese höheren Hierarchien wirken in das Erdenleben so herein, daß sie die Vorgänge des Irdischen benützen, um in diesen Vorgängen des Irdischen zu wirken.
[ 13 ] In their work upon earthly life, these Beings of the higher Hierarchies make use of earthly processes.
[ 14 ] Wir werden, was da vorliegt, am leichtesten verstehen, wenn wir zunächst unseren Blick auf dasjenige hinwenden, was sich eben in der Sternenwelt und in der irdischen Welt vor unseren Sinnen ausbreitet. Wir schauen während des täglichen wachenden Lebens die Sonne über uns. Wir nehmen wahr in nächtlichen Stunden das Scheinen des Mondes, das Scheinen der Sterne. Vergegenwärtigen wir uns einmal, meine lieben Freunde, wie wir da hinausschauen in die Welt, wie wir auf unsere Sinne wirken lassen dasjenige, was über uns ist, dasjenige, was auf der Erde um uns ist in den Naturreichen. Und vergegenwärtigen wir uns, daß diese Sinneswelt ja für sich ebensowenig einen Sinn hat wie die Form eines menschlichen Leichnams. Wenn wir im ganzen Umkreis auf dasjenige sehen, was es auf der Erde an Kräften außer dem Menschen gibt, so finden wir zwar alle die Kräfte, die in einem Leichnam sind, aber wir finden nicht die Kräfte des lebendigen Menschen. Der Leichnam, der vor uns liegt, ist ein Unsinn; er hat nur einen Sinn als ein Überbleibsel vom lebendigen Menschen. Und niemand kann als vernünftig angesehen werden, der da glaubt, der Leichnam könnte für sich bestehen als irgendein Zusammenhang von Tatsachen, der in sich begründet ist. Er kann eben nur als Überbleibsel da sein, er kann eben nur eine Form zeigen, die von etwas ist, das nicht mehr in ihm sichtbar ist. Ebenso wie man auf vernünftige Weise vom Leichnam auf den lebendigen Menschen geführt werden muß, ebenso muß man von alledem, was man im Umkreise des physisch-sinnlichen Daseins sieht, zur geistigen Welt geführt werden. Denn dieses physisch-sinnliche Dasein hat eben an sich ebensowenig einen Sinn wie der Leichnam.
[ 14 ] We shall best understand what this means if we look, to begin with, at all that is spread out before our senses, in the world of stars as well as in the physical world. Throughout our waking-day life, we see the sun up there in the heavens. Through the hours of the night we behold the radiance of the moon and of the stars. Think, my dear friends, of how we look out into the world, and how we allow what is above us, and what is around us in the kingdoms of nature, to work upon us. And let us remind ourselves that this world of the senses has in itself just as little meaning as a human corpse. The forces that are at work in the earth outside man are the forces that are in a corpse. But in a corpse we do not find the forces of the living man. In itself, the corpse is meaningless. It has significance only inasmuch as it is the remains of a living human being. It is not reasonable to imagine for a moment that a corpse could exist in itself as a collection of phenomena having an independent being of their own. A corpse can only reveal the form of something that is no longer visible. Just as one is led back from a corpse to a living human being, so too are we led by everything in the visible world of physical existence to the spiritual world. For this physical sense-existence has just as little meaning of its own as has a corpse.
[ 15 ] Wie wir vom Leichnam zum lebendigen Menschen hingelenkt werden in unseren Vorstellungen, wie wir sagen: Das ist der Leichnam eines Menschen —, so sagen wir gegenüber der Natur: Das ist die Offenbarung göttlich-geistiger Mächte. — Kein anderes kann vernünftig sein, ja es ist nicht einmal gesund, anders zu denken. Es bezeugt ein krankhaftes Denken, wenn man anders denkt.
[ 15 ] Just as we are led in thought from the corpse to a living man, and say: This is the corpse of a living human being; so, in relation to nature, we say: This is the revelation of divine-spiritual powers. No other way of thinking can be reasonable, indeed no other way is sound or healthy. To hold a different view would imply a morbid way of thinking.
[ 16 ] Aber was für eine geistige Welt haben wir zu vermuten hinter dieser physisch-sinnlichen Welt? Diejenige geistige Welt, sehen Sie, die wir hinter dieser physisch-sinnlichen Welt zu vermuten haben, ist die, welche wir als die zweite Hierarchie kennengelernt haben: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes.
[ 16 ] But what is the nature of the spiritual world for which we are to look behind the physical world of sense? The spiritual world behind the physical world is the world of the Beings of the Second Hierarchy: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes.
[ 17 ] Die zweite Hierarchie, sie steht hinter alledem, was sonnenbeschienen ist. Und was ist denn nicht sonnenbeschienen und sonnenerhalten im Umkreise desjenigen, was wir durch unsere Sinne darleben? Alles ist sonnenbeschienen und sonnenerhalten.
[ 17 ] The Second Hierarchy is behind everything on which the sun sheds its light. And what is there in the whole compass of our sense-experience that is not lit up and kept alive by the sun? The sun is the source of the light and the life of everything.
[ 18 ] Diese Wesenheiten der zweiten Hierarchie haben vorzugsweise in der Sonne ihren Wohnsitz. Von der Sonne aus beherrschen sie die sichtbare Welt, die ihre Offenbarung ist. So daß wir sagen können: Haben wir hier die Erde, haben wir auf die Erde herabschauend irgendwo die Sonne, so haben wir hinter dem Sonnenwirken, in dem Sonnenwirken, durch das Sonnenwirken das Wirken der zweiten Hierarchie, der Exusiai, Kyriotetes, Dynamis.
[ 18 ] These Beings of the Second Hierarchy have their chief dwelling place in the sun. From the sun they rule over the visible world which is their revelation. Thus we can say: There we have the earth, with the sun shining down upon it, and behind and through the workings of the sun weave the Beings of the Second Hierarchy: Exusiai, Kyriotetes, Dynamis.


[ 19 ] Auf den Strahlungen, die die Taten der zweiten Hierarchie sind, werden alle sinnlichen Eindrücke getragen, die auf den Menschen ausgeübt werden können, alle die Eindrücke, die während des Tages im Wachen an unsere Sinne herankommen. $o daß wir in einem gewissen Sinne richtig sprechen, wenn wir sagen: In und durch und hinter dem Wirken des Sonnenhaften im Umkreise unseres physisch-sinnlichen Daseins steht die übersinnliche Welt der zweiten Hierarchie.
[ 19 ] Upon the rays of the sun which are the deeds of the Second Hierarchy are borne all the sense-impressions that come to our senses through the hours of waking-day consciousness. And so we speak truly if we say: Within and through and behind the workings of the sun throughout our physical sense-existence is the super-sensible world of the Second Hierarchy.
[ 20 ] Nun haben wir einen anderen Zustand unseres irdischen Daseins. Wir haben das letzte Mal von einem gewissen Gesichtspunkte aus schon über diesen anderen Zustand gesprochen. Wir haben den Zustand, wo wir schlafen. Dieser Zustand, wo wir schlafen, wie stellt er sich kosmisch, wie stellt er sich im kosmischen Gegenbilde dar? Fassen wir das einmal ins Auge.
[ 20 ] Now there is another and different condition of our earthly existence. We spoke of this different condition in the last lecture from a certain point of view. We have the condition of sleep. How does this condition of sleep present itself in its cosmic counterpart? Let us consider it for a moment.
[ 21 ] Da haben wir — wenn wir dies das Erdoberflächenstück nennen (siehe Zeichnung Seite 278, kreisförmige Linie oben), auf dem wir leben so, daß wir unseren physischen Leib und unseren Ätherleib im Bette liegen (links), unseren astralischen Leib und unser Ich draußen haben (rechts) —, da haben wir es im Kosmos damit zu tun, daß die Sonne hinter dem Irdischen steht, daß die Erde erst die Sonnenstrahlen durch sich durchgehen lassen muß, bis sie zu uns kommen. Da ist alles Sonnenhafte erdbedeckt.
[ 21 ] When our physical and etheric bodies are there in the bed, and our astral body and ego outside, then out in the cosmos we have to think of the sun at a position where the earth must first let the rays of the sun pass through it before they reach us.
[ 22 ] Sehen Sie, in allen alten Mysterien galt eine bestimmte Lehre, die, wenn man sie in ihrem Inhalte gewahr wird, eigentlich einen tief erschütternden Eindruck macht. Derjenige, der in ein altes Mysterium eingeführt worden ist, Schüler geworden ist, nach und nach in die Initiationswissenschaft hineingekommen ist, der kam auf einer gewissen Stufe seiner inneren Entwickelung dazu, daß er die Eindrücke, die er empfing, so charakterisierte — nun, meine lieben Freunde, geben Sie acht darauf, wie ich etwa den Monolog eines solchen alten Initiierten, den er nach dem Erreichen einer gewissen Initiationsstufe hätte sprechen können, jetzt vor Ihnen spreche —, solch ein Initiierter würde also etwa so gesagt haben: Wenn ich während des Tages auf freiem Felde stehe, den ahnenden Blick nach aufwärts richte, mich den Eindrücken der Sinne hingebe, so sehe ich die Sonne. Ich nehme sie wahr in ihrer blendenden Stärke am Mittag, und ich ahne und schaue hinter der blendenden Stärke der Sonne am Mittag das Wirken von geistigen Wesenheiten der zweiten Hierarchie im Sonnenhaften. Vor meiner Initiation schwand hinunter das Sonnenhafte mit dem abendlichen Untergange der Sonne. In dem Erscheinen der Abendröte verschwand das Scheinen der Sonne. Und ich machte vor meiner Initiation den Nachtweg durch, indem Finsternis um mich ward, und am Morgen erinnerte ich mich an diese Finsternis, wenn die Morgendämmerung kam und aus der Morgendämmerung heraus wiederum die Sonne erschien, um ihren Weg zu machen zur blendenden Helle des Mittags. Jetzt aber, nachdem ich die Initiation erlangt habe, ist es so: Wenn ich die Morgenröte erlebe, und die Sonne aus der Morgenröte wiederum zu ihrem Tagesgange sich anschickt, wird in mir die Erinnerung an das nächtliche Leben wach. Ich weiß, was ich während des nächtlichen Lebens erlebt habe. Ich erinnere mich ganz genau, daß ich geschaut habe, wie nach und nach ein bläulich glimmerndes Licht von der Abenddämmerung aus weiterhin ging von Westen nach dem Osten, und wie ich schaute, woran ich mich jetzt genau erinnere, um die Mitternachtsstunde die Sonne am entgegengesetzten Himmelspunkte, gegenüber dem Punkte, wo sie in ihrer glänzenden Mittagsstärke war, in ihrem Glimmen, das so moralisch eindrucksvoll ist, hinter der Erde. Ich habe gesehen die Sonne um Mitternacht.
[ 22 ] Now in all the ancient Mysteries a certain teaching was given which, if fully understood, produced a profoundly moving impression in those who become pupils in the Mysteries and gradually mastered the Science of Initiation. They reached a certain stage of inner development which they might have described in the following way.—I am now telling you what might have been said by one of these ancient Initiates when he had attained to a certain degree of Initiation.—He would have spoken somewhat as follows: “When I stand in the open fields in the daytime, when I direct my gaze upwards and give myself up to the impressions of the senses, then I behold the sun; I see it in its dazzling strength at noontide and behind the dazzling strength of the noontide sun I behold the working of the spiritual Beings of the Second Hierarchy in the substance of the sun. Before my Initiation the substance of the sun vanished from me at the moment of its setting. The shining radiance of the sun vanished in the purples of sunset. Before my Initiation I went through the dark path of night, and in the morning, when the dawn came, I remembered this darkness. Out of the dawn the sun shone forth again and took its course onward towards the dazzling brightness of noon. But now, having attained to Initiation, when I experience the dawn and behold the sun as it passes from dawn on through its daily course, a memory of my life during the night-time awakens within me. I know what I have experienced in this night life, I remember clearly how I beheld a blue, glimmering light arise from the evening twilight and gradually spread, travelling from west to east. And I remember how I beheld the sun at the midnight hour, at the opposite point in the firmament to where it had stood in its noontide, dazzling strength; I saw it gleaming there behind the earth, full of deep and solemn meaning. I beheld the Midnight Sun!”
[ 23 ] Solch einen Monolog, der vollen Wahrheit entsprechend, haben solche Initiierten durchaus in ihrer Meditation ausgesprochen. Denn dieses Sprechen eines solchen Monologes war ja nichts anderes als das Sich-zum-Bewußtsein-Bringen desjenigen, was da war. Und wenn wir noch bei Jakob Böhme in einem Buch lesen, das er geschrieben hat: «Die Morgenröte im Aufgang», dann können wir daraus den erschütternden Eindruck gewinnen, daß diese Worte, die in dem Buche «Die Morgenröte im Aufgang» stehen, die Überbleibsel einer wunderbaren alten Lehre sind.
[ 23 ] Such has actually been the monologue of Initiates in their meditation, and it faithfully expresses their experience. The Initiate is conscious of these things. And when we read Jacob Boehme's book entitled Aurora then we cannot help being deeply moved by the realisation that the words which are written in this book are echoes of a wonderful teaching of the ancient Mysteries.
[ 24 ] Was ist die «Morgenröte im Aufgang» für Initiierte? Die «Morgenröte im Aufgang» ist die Veranlassung zu kosmischer Erinnerung an das Schauen der Sonne um Mitternacht hinter der Erde, bedeckt von der Erde, durchglimmend durch die Erde. Wenn wir die gelbweiße Sonnenscheibe hellglänzend am Mittag erblicken im gewöhnlichen Anschauen, im initiierten Anschauen erblicken wir die bläulich-violette Sonne an der entgegengesetzten Stelle des Himmels, indem uns die Erde erscheint wie ein durchsichtiger Körper, durch den hindurch eben die weißlich-gelbe Sonnenscheibe des Mittags, auf der anderen Seite bläulich-rötlich gefärbt, glimmend erscheint. Aber dieses bläulich-rötlich glimmende Erscheinen — ich muß das paradoxe Wort aussprechen —, das ist ja nicht so, wie es ist. Es ist ja wirklich so, wie wenn wir zunächst, indem wir diese Sonne um Mitternacht schauen, schauen würden etwas, was in der Ferne undeutlich ist. Und wenn man sich mit der Initiation gewöhnt, dasjenige, was zunächst wie in der Ferne undeutlich erscheint, genauer und immer genauer anzuschauen mit dem initiierten Blicke, dann wird dasjenige, was da ein bläulich-rötlicher Schein ist, immer mehr und mehr Gestalt und Form annehmen, sich über den ganzen abgewendeten Himmel ausbreiten, der von der Erde bedeckt ist, der wird bevölkert. Und so wie, wenn wir in einer sternenhellen Nacht aus unserem Haus hinaustreten, uns der majestätische Anblick des Sternenhimmels gewährt wird mit den einzelnen funkelnden, leuchtenden Punkten, und der Mond vielleicht in der Mitte erscheint, so wird dem initiierten Blicke auf der abgewendeten Seite durch die durchsichtig gewordene Erde hindurch erscheinend eine ganze Welt, die sich herauserhebt wie aus Wolken, die sich zu lebensgeformten Gestalten bilden: Alles dasjenige, was in der zweiten Hierarchie, in der Welt der Exusiai, Kyriotetes, Dynamis lebt — da erscheinen sie, diese Wesenheiten!
[ 24 ] What is the “Dawn” to Initiates? It is an instigation to cosmic remembrance, to remembrance of the vision of the Midnight Sun behind the earth. With our ordinary sight we see the radiant yellow-white disc of the sun at noon, but with the vision of Initiation we see the bluish-violet sun at the opposite point of the heavens. The earth appears as a transparent body, with the sun gleaming on the other side of it with a bluish-red light. But this bluish-red sheen is not what it seems. I must utter the paradox:—it is not what it seems. When we are gazing at the Midnight Sun it seems at first that we are looking at something hazy in the distance. And when we learn with the help of Initiation more and more clearly to see what at first appears as a blur in the distance, then the bluish-red light will begin to take shape and form; it will spread itself over the whole of the sky but still on the other side of the earth and covered by the earth. It becomes peopled. And just as when we go out of our house on a starlit night and look up at the majestic spectacle of the starry heavens with its sparkling points of light, perhaps with the moon in the centre, so to the gaze of Initiation a whole world becomes visible on the farther side of the earth which is now transparent. It is a world that emerges, as it were, out of the clouds, becoming a world of living forms. It is the world of the Second Hierarchy, of the Exusiai, Kyriotetes, Dynamis. There they appear, these Beings of the Second Hierarchy.


[ 25 ] Und wenn wir immer genauer und genauer zusehen, wenn wir die Seelenruhe gewinnen können, da zuzusehen — und das ganze spielt sich ja ab nach Vorbereitungen, nach Meditationsvorbereitungen, denn bewußt wird es eigentlich in der Morgendämmerung, in der Nacherinnerung, aber da hat man es vor sich, so daß man weiß, man hat es geschaut während der Nacht —, so spielt sich da noch ein anderes ab. Es ist, als ob aus dem, was da erscheint auf der abgewendeten Seite der Erde, was ich hier andeute in einer solchen wolkenartigen Zeichnung (hell-lila, rot und blau), — das ist durchaus alles webende, wesende Welt der Wesenheiten der zweiten Hierarchie, als ob aus dieser webenden, wesenden Welt der zweiten Hierarchie gewissermaßen herausstrahlt eine Welt anderer Wesenheiten. Ich will schematisch das, was da herausstrahlt, durch die Erde zunächst durchstrahlt, so andeuten (gelb). Oh, das ist wirklich eine Welt von Wesenheiten, die in dieser Konstellation, in dieser nächtlichen Konstellation durch die Erde so durchwirkt, daß sie gewissermaßen in ihrem Dasein heranschwebt an den Menschen, wegschwebt — wieder zurück! Wir sehen die gewissermaßen in dieser Linie webend-wesenden Wesen der zweiten Hierarchie entlassen, fortwährend entlassen eine andere Hierarchie, auf und ab schwebend, heran zum Menschen, wiederum zurück. Und wir lernen nach und nach dasjenige kennen, was da eigentlich ist.
[ 25 ] And as we watch more and more closely, if we can attain the stillness of soul that is required, then something else happens. All this reveals itself after preparation and meditation and only becomes a conscious experience at dawn, as an after-memory, when it is immediately present with us, when we know we have actually beheld it during the night. What appears on yonder side of the earth is in reality the weaving world of the Beings of the Second Hierarchy. And from out of this weaving, living world of the Second Hierarchy there now radiates a world of other Beings—raying to us through the earth. It is a truly wonderful world of Beings that works thus through the earth at night, hovering there in the firmament, now approaching man, now drawing away, now approaching him again. We see how the line of the weaving Beings of the Second Hierarchy ever and again fades out, while another Hierarchy approaches man, now hovering towards him and now drawing away from him again. And by-and-by we learn to know what all this really means.
[ 26 ] Wir haben den ganzen Tag bewußt gelebt, liegen jetzt im Schlafe. Das heißt, unser physischer und unser Ätherleib liegen auf sich angewiesen, wie eine mineralische und pflanzliche Welt wirksam, im Schlafe. Aber wir haben den ganzen Tag gedacht, Vorstellungen sind den ganzen Tag durch unsere Menschenwesenheit gegangen, sie haben ihre Spuren zurückgelassen im physischen und Ätherleib. Wir würden uns des Morgens nicht erinnern an dasjenige, was die Erlebnisse unseres Erdendaseins waren, wenn nicht zurückblieben die Spuren der Eindrücke, die wir dann heraufholen in den Erinnerungen. Da sind sie, diese Spuren, in dem, was vom Menschen in nächtlichen Stunden im Bette liegenbleibt, von dem er weg ist. Da spielt sich namentlich im ätherischen Leibe ein merkwürdiges Geschehen ab: Das Nachklingen, Nachwehen, Nachvibrieren, Nachwellen desjenigen, was der Mensch wachend vom Morgen bis zum Abend gedacht hat.
[ 26 ] We have been conscious the whole day long and now we lie down in sleep. This means that the physical and etheric bodies are left to themselves, working in sleep as a plant and mineral world. But by day we have thoughts; all day long, ideas have been passing through our being. They have left their traces in our physical and etheric bodies. We should not be able to remember the experiences of our earthly existence at all if these traces which we subsequently use in our memories did not remain. There they remain, these traces, in what is left of man as he lies asleep at night—in that part of his being which he has left behind. A mysterious process takes place there, above all in the etheric body. All that man has thought during his waking life from morning till evening begins to move and ring on waves of sound.
[ 27 ] Und wenn Sie dasjenige nehmen, was über eine Erdenfläche hin schläft auf der Erde, was da alles in diesen — nehmen wir jetzt nur zunächst die Ätherleiber —, was in diesen Ätherleibern webt und west als Nachklänge desjenigen, was all diese schlafenden Menschen, die über eine Erdfläche hin schlafend sind, gedacht haben: so sind das Bilder desjenigen, was in den Tagesstunden auf Erden vor sich gegangen ist.
[ 27 ] If you think of a certain region of the earth where men are sleeping, and think of all that weaves and works in the etheric bodies as an echo of all that these sleeping men have been thinking during the hours of their waking life, this will give you a picture of what has happened through the hours of the day.
[ 28 ] Und diejenigen Wesenheiten, die da auf und ab schweben, die beschäftigen sich während unserer Schlafstunden mit demjenigen, was da als Spuren in unserem Ätherleib zurückgeblieben ist. Das wird ihre Welt. Das wird ihre Welt, die ihre Erfahrung jetzt ist, die sie beschäftigt. Und uns geht die Tatsache auf, vor der wir mit scheuer Ehrfurcht stehen: Du hast deinen Leib im Bette zurückgelassen — da ist er. Er trägt in sich die Spuren des Tageslebens. Er ist der Acker deiner Vorstellungsfrüchte vom Tage. Diesen Acker betreten die Wesenheiten der dritten Hierarchie, Angeloi, Archangeloi, Archai. Da drinnen erleben sie, während du außerhalb deines physischen und Ätherleibes bist, dasjenige, was durch Menschen während der wachenden Tagesstunden in Vorstellungen erlebt worden ist.
[ 28 ] And those Beings who hover over us, rising and descending, busy themselves through our hours of sleep with the traces that have remained in our etheric bodies. This becomes their field of action. It is an immediate experience in them and absorbs their attention. When this is revealed to us, we say with a sense of deep reverence: “Thou, 0 Man, hast left thy body. And as it lies there it bears within it the traces of the day's experiences. It is the field where live the fruits of thy thoughts and ideas during the day. The Beings of the Third Hierarchy, the Angels, Archangels and Archai, now enter this field. While thou hast left thy physical and etheric bodies, these Beings experience what thou hast thyself experienced from the thoughts and ideas of thy waking hours.”
[ 29 ] Und wir schauen eben in scheuer Ehrfurcht hin auf eine solche Erdenfläche, in der Menschenleiber zurückgelassen sind im Schlafe, und hinwandelnd nach demjenigen, was sich da als Nachklänge des Tageslebens abspielt: Angeloi, Archangeloi, Archai. Und ein wunderbares Leben sehen wir sich vor uns entwickeln, das sich abspielt zwischen den Wesenheiten der dritten Hierarchie und unseren hinterlassenen Gedankenspuren.
[ 29 ] Deep reverence fills us at the sight of some region of the earth where human bodies are left in sleep and whither the Angels, Archangels and Archai wend their way to all that unfolds as an echo of the life of day. And we here behold a wonderful life, born of all that is unfolded between the Beings of the Third Hierarchy and the traces of the thoughts we have left behind.
[ 30 ] Wir schauen hin auf dieses Feld und vernehmen, wie wir als Menschen in den geistigen Kosmos hineingestellt sind: daß wir den Engeln Arbeit schaffen für unsere Schlafstunden, während wir wachen. Ja, wir schaffen den Engeln Arbeit für die Schlafstunden, während wir wachen.
[ 30 ] As we gaze at this field, we become aware how, as human beings, we have our place within the spiritual cosmos, and how, when we wake, we create work for the Angels during our hours of sleep. It is so indeed: during our waking hours we create work for the Angels during the time of sleep.
[ 31 ] Und jetzt geht uns etwas auf über unsere Gedankenwelt. Jetzt geht uns das über unsere Gedankenwelt auf: Ja, diese Gedanken, die dir durch den Kopf gehen, die enthalten ja die Früchte, die du in deinen eigenen Ätherleib und physischen Leib hineinsenkst, welche Engel während der nächtlichen Zeit pflücken, um sie hinauszutragen in den Kosmos und dort den Weltenwirkungen einzuverleiben.
[ 31 ] And now we learn to understand something about our world of thought. We realise that the thoughts which pass through our heads contain the fruits of what we lay into our own physical and etheric bodies—fruits which Angels gather at night. For Angels gather these fruits and bear them out into the cosmos in order that they may find there their place in the cosmic Order.
[ 32 ] Noch ein anderes sehen wir. Während wir sehen, daß diese Wesenheiten der dritten Hierarchie, Angeloi, Archangeloi, Archai, so herausschweben aus den Wesenheiten der zweiten Hierarchie und ihrem Tun, schauen wir, wie hinter dem Weben (siehe Zeichnung Seite 278, helllila, unten) Wesenheiten von besonderer Majestät und Größe sich hinzugesellen zu dem Wirken der zweiten Hierarchie. Wir schauen hin auf das bläulich-rötliche Sich-Formen der Wesenheiten der zweiten Hierarchie, aber wir sehen hineinspielen wie von hinten her in dieses Weben und Leben der zweiten Hierarchie ein anderes, und werden bald gewahr, daß das zum Teil wie blitzartig hineinschlägt (rot) in das Weben und Wesen der zweiten Hierarchie, aber durchschlägt bis nun auch in den abgewendeten Teil der Erde hinein und zu tun hat jetzt nicht mit dem, was im Bette liegengeblieben ist, sondern mit demjenigen, was herausgetreten ist mit unserer Ich-Organisation und unserem astralischen Leibe,
[ 32 ] One thing more we see as we behold these Beings of the Third Hierarchy—Angels, Archangels and Archai—coming forth from the Beings of the Second Hierarchy and their activity. We behold how behind this weaving, again Beings of sublime majesty and grandeur take part in the activity of the Second Hierarchy. We gaze at the Second Hierarchy, and we see how into this weaving life of the Second Hierarchy something else works from behind; and we soon become aware how this not only strikes, lightning-like, into the weaving and working of the Second Hierarchy, but striking right to the other side of the earth, it has to do, not with the part of man that is left on the earth, but with that other part of his being that has gone out, namely, the ego-organisation and astral body.
[ 33 ] Und wie man hinschauen kann auf dasjenige, was im Bette liegengeblieben ist, wie auf ein Feld, wo die Gedankenfrüchte des menschlichen Tageswirkens von den Engeln, Erzengeln und Urkräften gepflückt werden für das kosmische Weltenwirken, so können wir schauen, wie sich zu tun machen, gemeinsam ihr Wirken miteinander verbindend, die Wesen der zweiten Hierarchie, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, und der ersten Hierarchie, Seraphim, Cherubim, Throne, mit unserem Astralleibe und mit unserem Ich.
[ 33 ] And as we gaze at what has been left behind and behold it as a field where the fruits of thoughts throughout the day are being gathered by the Angels, Archangels and Archai for the purposes of cosmic activity, so too we see how the Beings of the Second Hierarchy, the Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, uniting their activity with that of the First Hierarchy—the Seraphim, Cherubim and Thrones—concern themselves with the astral body and ego.
[ 34 ] Da sagt sich der Initiierte in der Morgenerinnerung: Da habe ich gelebt vom Einschlafen bis zum Aufwachen mit meinem Ich und mit meinem astralischen Leibe. Da fühlte ich mich wie eingewoben, wie einverleibt in dasjenige, was Seraphim, Cherubim und Throne zusammen mit Kyriotetes, Dynamis, Exusiai wirken. Dadrinnen bin ich, und da schaue ich hinüber auf meinen physischen Leib und Ätherleib: da sehe ich darüber weben das gelblich-weißliche Wirken der meine Gedankenfrüchte pflegenden Wesenheiten der dritten Hierarchie, Angeloi, Archangeloi, Archai. Verbunden weiß ich mich mit den Wesenheiten der ersten und zweiten Hierarchie. Schauend in mächtigen Geistwolken über meinem Leibe, den ich verlassen habe, erblicke ich das Weben und Wesen der dritten Hierarchie.
[ 34 ] And in his morning memory the Initiate says to himself: “I have lived from the time of falling asleep till the time of waking in my ego and astral body. I have felt myself enwrapped in all that the Seraphim, Cherubim and Thrones are unfolding, together with the Kyriotetes, Dynamis and Exusiai. Living in this world I gazed down at my physical body and my etheric body and hovering above them I perceived the Angels, Archangels and Archai, gathering the fruits of my thoughts. I felt myself one with the Beings of the First and Second Hierarchies, and I beheld the weaving and working of the Third Hierarchy in mighty spirit-clouds over my body.”
[ 35 ] Und so, meine lieben Freunde, können Sie eine konkrete Vorstellung bekommen, wie in der Initiationsanschauung imaginativ-bildlich die Wesenheiten der drei Hierarchien innerhalb des Bildes der physischen Welt, nur eben, wenn diese physische Welt in Nacht gehüllt ist, auf der abgewandten Seite der Erde, erscheinen. Und wir können uns vorstellen, daß das Wissen, die Anschauung von diesen erhabenen Tatsachen immer mehr und mehr sich einlebte in die Herzen und in die Seelen derjenigen, die einmal der alten Initiationswissenschaft teilhaftig waren.
[ 35 ] And so, my dear friends, in this way you can get a clear picture of how the Beings of the three Hierarchies appear to the imaginative vision of Initiation, how they appear there on the opposite side of the earth in the picture of the physical world, but only when this physical world is plunged in darkness. Knowledge and vision of these sublime truths penetrated more and more deeply into the hearts and souls of those who in days long since gone by, partook in the ancient mysteries of Initiation.
[ 36 ] Es kann sich wiederum einleben in die Herzen und Seelen derjenigen, die eingeführt werden in die moderne Initiationswissenschaft.
[ 36 ] And once again this knowledge can find its way into the hearts and souls of those who are led to the modern science of Initiation.
[ 37 ] Aber stellen wir uns vor, daß diese mächtige Imagination vor des Menschen Seele hintritt, so vor des Menschen Seele hintritt, daß man jetzt ihr Dasein in der folgenden Weise aussprechen muß. Da stelle man sich die menschliche Seele vor, leibfrei, befreit vom physischen und Ätherleib, webend in den Ausstrahlungen der Seraphim, Cherubim und Throne, Kyriotetes, Dynamis, Exusiai. Denken wir uns, in einem plastischen Gebilde, mit Farben begabt (siehe Zeichnung), würde dieses in einem alten Mysterium dargestellt sein für die Menge, die nicht eingeweiht war; man hätte versucht, dasjenige, was in solcher majestätischer Größe der Eingeweihte sah von der abgewendeten Seite der Erde, plastisch darzustellen. Und um zu zeigen, daß das zugleich diejenige Welt ist, in der das Karma mit den Wesenheiten der beiden höchsten Hierarchien ausgearbeitet wird, hat man an diese Plastik die höchsten Initiierten hingestellt, diejenigen, die während ihres Erdendaseins schon teilhaftig waren derjenigen Anschauung, in die sonst der Mensch eintritt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und es stehen also dann die höchsten Initiierten davor (obere Kreise).
[ 37 ] Let us picture this majestic imagination which arises before the soul. We can picture the human soul liberated from the body, free from its physical and etheric bodies, weaving in the streaming forces of the Seraphim, Cherubim and Thrones, the Kyriotetes, Dynamis, Exusiai. In the ancient Mystery rite this was wont to be presented to the uninitiated in plastic form and in colour. The purpose was to present in plastic form what the Initiate was able to see in such sublime grandeur on the other side of the earth. And, in order to show that this world is also the world where karma is elaborated in communion with the highest Beings, in front of the plastic form stood the highest Initiates, those who during earthly existence itself could already behold with that vision which otherwise comes to man only between death and a new birth.
[ 38 ] Dann errichtete man eine andere Plastik mit Menschenbildern herum. Da stellte man hin die etwas niedrigeren Initiierten (untere Kreise), diejenigen, die es noch zu tun hatten mit dem menschlichen physischen und ätherischen Leibe.
[ 38 ] The highest Initiates stood in front of the plastic form and still another form was set up, with human figures all around it. There stood the lesser Initiates whose work upon their physical and etheric bodies was not yet complete.
[ 39 ] Und man hatte, indem man die Menschen hineinfügte in diese Darstellung, damit ein Abbild desjenigen, was in den Mysterien von den Initiierten geschaut wurde. Das war der Anfang des Altars, der umrahmt ist nach vorne und an dem die Kultushandlung verrichtet wird von der hohen und niedrigen Priesterschaft, als Abbild desjenigen, was geschaut werden kann von der Initiationswissenschaft. Und heute noch, wenn Sie in katholische Kirchen hineingehen, so haben Sie, wenn Sie aus dem Schiff der Kirche hinausblicken nach dem Altar, ein schwaches Abbild desjenigen, was da einmal inauguriert wurde durch die Initiationswissenschaft, und Sie bekommen einen Eindruck von der Entstehung eines Kultus. Ein Kultus entsteht nicht dadurch, daß man ihn ausdenkt, denn dann ist er kein Kultus. Ein Kultus entsteht dadurch, daß er das Abbild ist von demjenigen, was in der geistigen Welt vorgeht.
[ 39 ] The spectacle thus placed before the eyes of men was a copy of what the Initiates beheld in the Mysteries. Such was the origin of the altar, where the ritual was enacted by the higher and lower grades of the priesthood as a copy of what is revealed in Initiation-Science. In Roman Catholic Churches to-day, as you look from the nave towards the altar, you have a faint copy of what was once inaugurated by Initiation-Science. And you begin to understand the origin of the cult. A ritual is not invented, for if it is invented it is not a true ritual. True ritual is brought into existence as a copy of happenings in the spiritual world.
[ 40 ] Wenn ich nur ein Beispiel gebrauchen darf, ich möchte sagen, wenn ich neben diesem Kultus, der ja das Umfassendste einer Weihehandlung darstellt, die ich jetzt nicht erörtern will, wenn ich nur einen kleinen Kultusausschnitt nehme, der schon eingezogen ist in die Gemeinschaft für christliche Erneuerung und den ja die meisten von Ihnen wohl kennen: wenn ich vor Sie hinstelle die Erinnerung an dasjenige, was Sie als Totenkultus gesehen haben — als Kultus bei einer Kremation, wo die meisten von Ihnen da waren, oder bei einer Begräbnisfeier —, dieser Kultus, ausgebildet im Sinne unserer Christengemeinschaft, was ist das?
[ 40 ] If I may give an example, let me speak of one part of that great and all-embracing cult which has found its place in the Christian Community, and with which the majority of you are already familiar. Let me remind you of the ritual for the burial of the dead, as it is given in our Christian Community.
[ 41 ] Sie sehen ihn verlaufen, den Kultus. Sie sehen da vorne den Sarg stehen, in dem die irdischen Überreste des Toten sind. Sie sehen davor einen gewissen Kultus sich abspielen. Sie hören gebetartige Formeln durch den Priester gesprochen. Es könnte auch noch komplizierter sein, aber in seiner Einfachheit, so wie es jetzt ist, kann ja schon dasjenige, was dadurch erobert werden soll, für die Menschheit erobert werden. Was ist das?
[ 41 ] Watch the order of this ritual. There rests the coffin, containing the mortal remains of the dead. And before the coffin a ritual is enacted. Prayer is uttered by the priest. Other things could be introduced to make the ceremony more complicated, but the help it can be to humanity can also be clothed in simplicity. What is this ceremony?
[ 42 ] Meine lieben Freunde, wenn hier ein Spiegel ist, hier irgendein Gegenstand oder ein Wesen, so sehen Sie hier das Spiegelbild darin. Sie haben zwei, das Wesenhafte und das Spiegelbild. So haben Sie zwei, wenn ein Totenkult sich abspielt. Dasjenige, was der Kult ist, der vor dem Sarge durch den Priester gehalten wird, das ist nur eine Spiegelbild. Das ist ein wirkliches Spiegelbild und wäre nicht eine Realität, wenn es nicht ein Spiegelbild wäre. Was spiegelt es? Dasjenige, was der Priester hier tut, indem er vor der Leiche steht, seinen Kultus verrichtet, das hat sein Ursprungsbild in der anstoßenden übersinnlichen Welt, wo, während wir hier vor dem physischen Leibe und dem eigentlich noch immer anwesenden Ätherleibe den irdischen Kultus verrichten, der himmlische Kultus verrichtet wird von der anderen Seite, von den Wesenheiten der anderen Seite des Daseins, wo das SeelischGeistige empfangen wird mit dem Empfangskultus, wie wir hier mit dem Abschiedskultus vor der Leiche stehen. Nur dann ist ein Kultus eine Wahrheit, wenn er diesen realen Ursprung hat.
[ 42 ] Let us suppose, my dear friends, that here we have a mirror and here again some object. You see the reflection of the object in the mirror. You have the two things—the original and the reflection. Similarly, when a ritual for the dead is enacted, there are the two things. The ritual enacted by the priest before the coffin is a reflection. It is a reflection, and it would be no reality if it were not a reflection. What does it reflect? The acts of the priest as he stands before the dead body have their prototype in the super-sensible world. For while we celebrate the earthly rite before the physical body, and the etheric body is still present, on the other side the heavenly ritual is enacted by the Beings beyond the threshold of earthly existence. Over yonder, the soul and spirit are received by what we may call a ritual of welcome, just as here on earth we assemble before the dead for a ritual of farewell. A cult or ceremony is only true when it has its origin in reality.
[ 43 ] Und so sehen Sie, wie in das irdische Leben das überirdische Leben hereinspielt, das überirdische Leben überall da ist. Verrichten wir . einen wahren Totenkult, so korrespondiert diesern Totenkult die übersinnliche Handlungsweise. Das wirkt zusammen. Und ist Andacht, Wahrheit, Würdigkeit in dem Totengebet, so klingen in dem Totengebet die Gebete der Wesenheiten der höheren Hierarchien in der übersinnlichen Welt mit. Sie vibrieren mit. Da spielt geistige Welt und physische Welt zusammen.
[ 43 ] Thus you see how the super-sensible life works into earthly life and permeates it. If we celebrate a true ritual for the dead, a super-sensible ritual is enacted simultaneously. The two work together. And if there is sanctity, truth and dignity in the prayers for the dead, then the prayers of the Beings of the Hierarchies in the super-sensible world echo in the prayers for the dead and weave in them. The spiritual world and the physical unite.
[ 44 ] Es spielt überall geistige Welt und physische Welt zusammen. So spielt sie zusammen in realster Weise, wenn im Irdischen das Abbild desjenigen erscheint, was im Überirdischen zwischen Tod und neuer Geburt gewoben wird mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien: das Karma.
[ 44 ] Thus in all things there is accordance between the spiritual world and the physical world. The spiritual and the physical world interplay in the very truest way when there comes into being on earth a copy of what is woven as karma in the super-sensible world between death and a new birth together with the Beings of the higher Hierarchies.
