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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume III
GA 237

8 August 1924, Dornach

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Elfter Vortrag

Elfter Vortrag

[ 1 ] Durch lange Zeiten haben wir gesprochen von karmischen Verhältnissen, die zusammenhängen mit der anthroposophischen Bewegung, mit der Anthroposophischen Gesellschaft, mit den einzelnen Persönlichkeiten, die innerlich ehrlich den Drang fühlen, ihren Lebensweg innerhalb der anthroposophischen Bewegung zu machen. Und obgleich vieles über die karmischen Verhältnisse nach dieser Richtung noch nach der Rückkunft von England zu sagen sein wird, möchte ich doch gerade heute als in der letzten Stunde vor der Abreise nach England einer Reise, die ja den ganzen Rest des August hin dauern wird —, als eine Art von Abschluß einiges vorbringen, das geeignet sein wird, die Gedanken, die ich Ihnen mitteilen durfte in diesen karmischen Betrachtungen, etwas zu runden.

[ 1 ] Durch lange Zeiten haben wir gesprochen von karmischen Verhältnissen, die zusammenhängen mit der anthroposophischen Bewegung, mit der Anthroposophischen Gesellschaft, mit den einzelnen Persönlichkeiten, die innerlich ehrlich den Drang fühlen, ihren Lebensweg innerhalb der anthroposophischen Bewegung zu machen. Und obgleich vieles über die karmischen Verhältnisse nach dieser Richtung noch nach der Rückkunft von England zu sagen sein wird, möchte ich doch gerade heute als in der letzten Stunde vor der Abreise nach England einer Reise, die ja den ganzen Rest des August hin dauern wird —, als eine Art von Abschluß einiges vorbringen, das geeignet sein wird, die Gedanken, die ich Ihnen mitteilen durfte in diesen karmischen Betrachtungen, etwas zu runden.

[ 2 ] Sie alle haben ja bemerkt, meine lieben Freunde, wie das Karma des einzelnen Anthroposophen mannigfaltige Formen der Gestaltung in früheren Erdenleben und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchgemacht hat, Und wir haben insbesondere in den beiden letzten Stunden schon Andeutungen machen können, welche Bedeutung das für das Karma des einzelnen Anthroposophen haben kann. Wir haben gesehen, daß dieses Karma des Anthroposophen zusammenhängt mit der ganzen Entwickelung, welche das Michael-Prinzip durch lange, lange Zeiträume durchgemacht hat. Wir haben gesehen, zunächst in mehr abstrakter Art, wie entfallen ist der Michael-Herrschaft dasjenige, was genannt werden konnte die Verwaltung der kosmischen Intelligenz. Es war ja durchaus so in älteren Zeiten, daß die Menschen, wie ich sagte, sich nicht selber zuschrieben das intelligente Wesen, sondern daß sie alles, was sie in intelligenten Formen äußerten, herleiteten aus der Inspiration höherer Mächte. Und die Kundigen auf diesem Gebiet wußten, daß es diejenigen höheren Mächte waren, die dann in christlicher Terminologie eben als die Michael-Mächte bezeichnet wurden. Nun habe ich Ihnen das 8. und 9. Jahrhundert als denjenigen Zeitpunkt in der Entwickelung der zivilisierten Menschheit bezeichnet, in welchem die kosmische Intelligenz allmählich sich herunterbewegt hat zur Erde, sich sozusagen in Tropfenformen gestaltet hat, die dann in den einzelnen menschlichen Seelen als die persönliche Intelligenz weiterlebten. Und ich habe Ihnen auch angedeutet, wie traditionell, aber auch aus einer gewissen Einsicht heraus — der Blick für die kosmische Intelligenz, also für die alte michaelische Verwaltung, geblieben ist. Wenn wir hinschauen auf die in vieler Beziehung ganz ausgezeichneten Gelehrten, die in Anlehnung an den Arabismus, in Anlehnung an das, was, von den Alexanderzügen ausgehend, in Asien als Aristotelismus gelebt hat, dann durchdrungen hat die Mystik des Orients und sie, ich möchte sagen, intelligent gemacht hat, wenn wir auf alles das hinschauen, was davon herübergetragen worden ist über Afrika nach Spanien und dort als maurische Weisheit gewirkt hat durch eine solche hervorragende Persönlichkeit wie Averroes, dann finden wir in den Lehren dieser maurisch-spanischen Gelehrten durchaus einen Abglanz der Anschauungen, die nach der kosmischen Intelligenz hingehen.

[ 2 ] Sie alle haben ja bemerkt, meine lieben Freunde, wie das Karma des einzelnen Anthroposophen mannigfaltige Formen der Gestaltung in früheren Erdenleben und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchgemacht hat, Und wir haben insbesondere in den beiden letzten Stunden schon Andeutungen machen können, welche Bedeutung das für das Karma des einzelnen Anthroposophen haben kann. Wir haben gesehen, daß dieses Karma des Anthroposophen zusammenhängt mit der ganzen Entwickelung, welche das Michael-Prinzip durch lange, lange Zeiträume durchgemacht hat. Wir haben gesehen, zunächst in mehr abstrakter Art, wie entfallen ist der Michael-Herrschaft dasjenige, was genannt werden konnte die Verwaltung der kosmischen Intelligenz. Es war ja durchaus so in älteren Zeiten, daß die Menschen, wie ich sagte, sich nicht selber zuschrieben das intelligente Wesen, sondern daß sie alles, was sie in intelligenten Formen äußerten, herleiteten aus der Inspiration höherer Mächte. Und die Kundigen auf diesem Gebiet wußten, daß es diejenigen höheren Mächte waren, die dann in christlicher Terminologie eben als die Michael-Mächte bezeichnet wurden. Nun habe ich Ihnen das 8. und 9. Jahrhundert als denjenigen Zeitpunkt in der Entwickelung der zivilisierten Menschheit bezeichnet, in welchem die kosmische Intelligenz allmählich sich herunterbewegt hat zur Erde, sich sozusagen in Tropfenformen gestaltet hat, die dann in den einzelnen menschlichen Seelen als die persönliche Intelligenz weiterlebten. Und ich habe Ihnen auch angedeutet, wie traditionell, aber auch aus einer gewissen Einsicht heraus — der Blick für die kosmische Intelligenz, also für die alte michaelische Verwaltung, geblieben ist. Wenn wir hinschauen auf die in vieler Beziehung ganz ausgezeichneten Gelehrten, die in Anlehnung an den Arabismus, in Anlehnung an das, was, von den Alexanderzügen ausgehend, in Asien als Aristotelismus gelebt hat, dann durchdrungen hat die Mystik des Orients und sie, ich möchte sagen, intelligent gemacht hat, wenn wir auf alles das hinschauen, was davon herübergetragen worden ist über Afrika nach Spanien und dort als maurische Weisheit gewirkt hat durch eine solche hervorragende Persönlichkeit wie Averroes, dann finden wir in den Lehren dieser maurisch-spanischen Gelehrten durchaus einen Abglanz der Anschauungen, die nach der kosmischen Intelligenz hingehen.

[ 3 ] Wollen wir uns einmal recht stark veranschaulichen, wie dies vorgestellt worden ist. Ich möchte zu diesem Zwecke eine skizzenhafte Zeichnung machen von dem, was diese maurischen Gelehrten ihren Schülern in Spanien im 10., 11., 12. Jahrhundert gelehrt haben, zur selben Zeit, in der an anderen Orten von Europa so etwas geherrscht hat wie die Schule von Chartres, von der ich Ihnen ausführlich erzählt habe.

[ 3 ] Wollen wir uns einmal recht stark veranschaulichen, wie dies vorgestellt worden ist. Ich möchte zu diesem Zwecke eine skizzenhafte Zeichnung machen von dem, was diese maurischen Gelehrten ihren Schülern in Spanien im 10., 11., 12. Jahrhundert gelehrt haben, zur selben Zeit, in der an anderen Orten von Europa so etwas geherrscht hat wie die Schule von Chartres, von der ich Ihnen ausführlich erzählt habe.

[ 4 ] In Spanien wurde von den maurischen Gelehrten, vor allen Dingen von einer solchen Persönlichkeit wie Averroes, gelehrt, wie die Intelligenz überall waltet, wie die ganze Welt, der Kosmos erfüllt ist von der allwaltenden Intelligenz. Die Menschen unten auf der Erde, sie haben verschiedene Eigenschaften, aber sie haben nicht eine eigene, persönliche Intelligenz. Sondern jedesmal, wenn ein Mensch auf der Erde wirkt, so geht ein Tropfen der Intelligenz, ein Strahl der Intelligenz von der allgemeinen Intelligenz aus, senkt sich gewissermaßen in den Kopf, in den Körper des Menschen, erfüllt ihn, so daß, wenn ein Mensch auf Erden herumgeht, er etwas hat wie eine Art Teil der ganz allgemeinen kosmischen Intelligenz. Stirbt dann der Mensch, geht er durch die Pforte des Todes, so geht das, was er als Intelligenz gehabt hat, zurück in die allgemeine Intelligenz, fließt zurück. So daß, was der Mensch während des Lebens zwischen Geburt und Tod an Gedanken, Begriffen, Ideen hat, in das allgemeine Reservoir der allgemeinen Intelligenz zurückfließt und man nicht davon sprechen kann, daß dasjenige, was der Mensch als besonders Wertvolles in seiner Seele trägt, seine Intelligenz, einer persönlichen Unsterblichkeit unterliegt.

[ 4 ] In Spanien wurde von den maurischen Gelehrten, vor allen Dingen von einer solchen Persönlichkeit wie Averroes, gelehrt, wie die Intelligenz überall waltet, wie die ganze Welt, der Kosmos erfüllt ist von der allwaltenden Intelligenz. Die Menschen unten auf der Erde, sie haben verschiedene Eigenschaften, aber sie haben nicht eine eigene, persönliche Intelligenz. Sondern jedesmal, wenn ein Mensch auf der Erde wirkt, so geht ein Tropfen der Intelligenz, ein Strahl der Intelligenz von der allgemeinen Intelligenz aus, senkt sich gewissermaßen in den Kopf, in den Körper des Menschen, erfüllt ihn, so daß, wenn ein Mensch auf Erden herumgeht, er etwas hat wie eine Art Teil der ganz allgemeinen kosmischen Intelligenz. Stirbt dann der Mensch, geht er durch die Pforte des Todes, so geht das, was er als Intelligenz gehabt hat, zurück in die allgemeine Intelligenz, fließt zurück. So daß, was der Mensch während des Lebens zwischen Geburt und Tod an Gedanken, Begriffen, Ideen hat, in das allgemeine Reservoir der allgemeinen Intelligenz zurückfließt und man nicht davon sprechen kann, daß dasjenige, was der Mensch als besonders Wertvolles in seiner Seele trägt, seine Intelligenz, einer persönlichen Unsterblichkeit unterliegt.

[ 5 ] Das war auch durchaus gelehrt von den spanisch-maurischen Gelehrten, daß der Mensch eine persönliche Unsterblichkeit nicht hat. Er lebt weiter, aber es ist ja das Wichtigste an ihm — so sagten die Gelehrten —, daß er während des Lebens intelligentes Wissen entfalten kann. Das geht aber nicht mit seinem Wesen mit. Also kann man nicht sagen, daß das intelligente Wesen eine persönliche Unsterblichkeit hat. Sehen Sie, das war, ich möchte sagen, der Furor des Kampfes der Scholastiker unter den Dominikanern, der Furor, geltendzumachen die persönliche Unsterblichkeit des Menschen. Es konnte das in jener Zeit nicht anders auftreten als so, daß diese Dominikaner geltend machten: Der Mensch ist persönlich unsterblich, und das, was Averroes lehrt, ist Ketzerei, ist Häresie. Das müssen wir heute anders sagen. Aber für die damalige Zeit ist begreiflich, daß man einen Menschen, der die persönliche Unsterblichkeit nicht annahm, wie Averroes in Spanien, für einen Häretiker erklärte. Heute müssen wir die Sache der Wirklichkeit, der Realität gemäß betrachten. Wir müssen sagen: In dem Sinne, wie der Mensch unsterblich geworden ist seiner Bewußtseinsseele nach, hat er sich diese Unsterblichkeit — dieses fortdauernde Bewußtsein von der Persönlichkeit —, nachdem er durch die Pforte des Todes durchgegangen war, erst errungen seit der Zeit, da eine Bewußtseinsseele im Erdenmenschen Platz greift. Wenn man also Aristoteles oder Alexander gefragt hätte, wie sie über Unsterblichkeit denken, wie würden sie geantwortet haben? Auf Worte kommt es nicht an, aber wenn sie gefragt worden wären und wenn sie in christlicher Terminologie geantwortet hätten, würden sie gesagt haben: Unsere Seele wird aufgenommen von Michael, und wir leben fort in der Gemeinschaft des Michael. — Oder sie würden es kosmologisch ausgedrückt haben; gerade aus einer solchen Gemeinschaft heraus, wie die des Alexander oder des Aristoteles war, würde man kosmologisch gesagt haben, und man hat es auch gesagt: Die Seele des Menschen ist intelligent auf Erden, aber diese Intelligenz ist ein Tropfen aus der Fülle dessen, was Michael ergießt wie einen intelligenten Regen, der die Menschen überströmt. Und dieser Regen geht von der Sonne aus, die Sonne nimmt in ihr eigenes Wesen wiederum zurück des Menschen Seele, und die Menschenseele, die da besteht zwischen Geburt und Tod, sie strahlt aus der Sonne auf die Erde nieder. Michael-Herrschaft hätte man auf der Sonne gesucht. So würde man kosmologisch geantwortet haben.

[ 5 ] Das war auch durchaus gelehrt von den spanisch-maurischen Gelehrten, daß der Mensch eine persönliche Unsterblichkeit nicht hat. Er lebt weiter, aber es ist ja das Wichtigste an ihm — so sagten die Gelehrten —, daß er während des Lebens intelligentes Wissen entfalten kann. Das geht aber nicht mit seinem Wesen mit. Also kann man nicht sagen, daß das intelligente Wesen eine persönliche Unsterblichkeit hat. Sehen Sie, das war, ich möchte sagen, der Furor des Kampfes der Scholastiker unter den Dominikanern, der Furor, geltendzumachen die persönliche Unsterblichkeit des Menschen. Es konnte das in jener Zeit nicht anders auftreten als so, daß diese Dominikaner geltend machten: Der Mensch ist persönlich unsterblich, und das, was Averroes lehrt, ist Ketzerei, ist Häresie. Das müssen wir heute anders sagen. Aber für die damalige Zeit ist begreiflich, daß man einen Menschen, der die persönliche Unsterblichkeit nicht annahm, wie Averroes in Spanien, für einen Häretiker erklärte. Heute müssen wir die Sache der Wirklichkeit, der Realität gemäß betrachten. Wir müssen sagen: In dem Sinne, wie der Mensch unsterblich geworden ist seiner Bewußtseinsseele nach, hat er sich diese Unsterblichkeit — dieses fortdauernde Bewußtsein von der Persönlichkeit —, nachdem er durch die Pforte des Todes durchgegangen war, erst errungen seit der Zeit, da eine Bewußtseinsseele im Erdenmenschen Platz greift. Wenn man also Aristoteles oder Alexander gefragt hätte, wie sie über Unsterblichkeit denken, wie würden sie geantwortet haben? Auf Worte kommt es nicht an, aber wenn sie gefragt worden wären und wenn sie in christlicher Terminologie geantwortet hätten, würden sie gesagt haben: Unsere Seele wird aufgenommen von Michael, und wir leben fort in der Gemeinschaft des Michael. — Oder sie würden es kosmologisch ausgedrückt haben; gerade aus einer solchen Gemeinschaft heraus, wie die des Alexander oder des Aristoteles war, würde man kosmologisch gesagt haben, und man hat es auch gesagt: Die Seele des Menschen ist intelligent auf Erden, aber diese Intelligenz ist ein Tropfen aus der Fülle dessen, was Michael ergießt wie einen intelligenten Regen, der die Menschen überströmt. Und dieser Regen geht von der Sonne aus, die Sonne nimmt in ihr eigenes Wesen wiederum zurück des Menschen Seele, und die Menschenseele, die da besteht zwischen Geburt und Tod, sie strahlt aus der Sonne auf die Erde nieder. Michael-Herrschaft hätte man auf der Sonne gesucht. So würde man kosmologisch geantwortet haben.

[ 6 ] Das ist nach Asien gekommen, ist von Asien zurückgekommen und hat noch geblüht als Anschauung der Mauren in Spanien in der Zeit, als die Scholastiker eingetreten sind für die persönliche Unsterblichkeit. Wir müssen nicht sagen, wie die Scholastiker gesagt haben: Es ist ein Irrtum —, sondern wir müssen sagen: Die Entwickelung der Menschheit hat die individuelle persönliche Unsterblichkeit gebracht, und in der Scholastik der Dominikaner war es, wo man zuerst diese persönliche Unsterblichkeit betont hat. — Und eine alte Wahrheit, die nicht mehr wahr war für jene Zeit in bezug auf die Entwickelung des Menschengeschlechtes, wurde vorgebracht auf den Hochschulen, die von den Mauren besorgt wurden in Spanien. Wir müssen heute nicht nur tolerant sein gegen die Gleichzeitigen, wir müssen auch tolerant sein gegen diejenigen, die alte Lehren fortgepflanzt haben. Das konnte man in der damaligen Zeit nicht; es ist daher wichtig, daß wir uns das immer wieder und wiederum sagen: Was durch die DominikanerScholastiker persönliche Unsterblichkeit genannt wurde, das ist eigentlich eine Wahrheit erst, seitdem die Bewußtseinsseele langsam und allmählich in die Menschheit eingezogen ist.

[ 6 ] Das ist nach Asien gekommen, ist von Asien zurückgekommen und hat noch geblüht als Anschauung der Mauren in Spanien in der Zeit, als die Scholastiker eingetreten sind für die persönliche Unsterblichkeit. Wir müssen nicht sagen, wie die Scholastiker gesagt haben: Es ist ein Irrtum —, sondern wir müssen sagen: Die Entwickelung der Menschheit hat die individuelle persönliche Unsterblichkeit gebracht, und in der Scholastik der Dominikaner war es, wo man zuerst diese persönliche Unsterblichkeit betont hat. — Und eine alte Wahrheit, die nicht mehr wahr war für jene Zeit in bezug auf die Entwickelung des Menschengeschlechtes, wurde vorgebracht auf den Hochschulen, die von den Mauren besorgt wurden in Spanien. Wir müssen heute nicht nur tolerant sein gegen die Gleichzeitigen, wir müssen auch tolerant sein gegen diejenigen, die alte Lehren fortgepflanzt haben. Das konnte man in der damaligen Zeit nicht; es ist daher wichtig, daß wir uns das immer wieder und wiederum sagen: Was durch die DominikanerScholastiker persönliche Unsterblichkeit genannt wurde, das ist eigentlich eine Wahrheit erst, seitdem die Bewußtseinsseele langsam und allmählich in die Menschheit eingezogen ist.

[ 7 ] Man kann das auch, ich möchte sagen, ganz imaginativ schildern. Stirbt heute ein Mensch, der wirklich die Möglichkeit hatte, während des Erdenlebens seine Seele zu durchdringen mit Intelligenz, mit wahrhaftiger Intelligenz, dann geht er durch die Pforte des Todes, und er schaut zurück auf sein Erdenleben, das da war als ein selbständiges Erdenleben. In früheren Jahrhunderten schaute der Mensch, nachdem er durch die Pforte des Todes gegangen war, auf sein Erdenleben zurück, wie da der Ätherleib im Kosmos sich auflöst, wie er durchgeht dann durch das Seelengebiet, wie er durchlebt die Ereignisse in rückwärtsgehender Form. Dann konnte er sich sagen: So verwaltet Michael durch die Sonne dasjenige, was mein war. — Das ist eben der große Unterschied. Man kann aber solch eine Entwickelung nur beurteilen, wenn man hinter die Kulissen des Daseins schaut und auf das Spirituelle hinter dem Materiellen schaut. Darauf kommt es an, daß man die äußeren Ereignisse in der Menschheit so sieht, wie sie aus der spirituellen Welt heraus gestaltet werden.

[ 7 ] Man kann das auch, ich möchte sagen, ganz imaginativ schildern. Stirbt heute ein Mensch, der wirklich die Möglichkeit hatte, während des Erdenlebens seine Seele zu durchdringen mit Intelligenz, mit wahrhaftiger Intelligenz, dann geht er durch die Pforte des Todes, und er schaut zurück auf sein Erdenleben, das da war als ein selbständiges Erdenleben. In früheren Jahrhunderten schaute der Mensch, nachdem er durch die Pforte des Todes gegangen war, auf sein Erdenleben zurück, wie da der Ätherleib im Kosmos sich auflöst, wie er durchgeht dann durch das Seelengebiet, wie er durchlebt die Ereignisse in rückwärtsgehender Form. Dann konnte er sich sagen: So verwaltet Michael durch die Sonne dasjenige, was mein war. — Das ist eben der große Unterschied. Man kann aber solch eine Entwickelung nur beurteilen, wenn man hinter die Kulissen des Daseins schaut und auf das Spirituelle hinter dem Materiellen schaut. Darauf kommt es an, daß man die äußeren Ereignisse in der Menschheit so sieht, wie sie aus der spirituellen Welt heraus gestaltet werden.

[ 8 ] Nun müssen Sie sich noch einmal hineinversetzen in alles dasjenige, was ich gesagt habe. Versetzen Sie sich hinein in die Tatsache, daß mit dem 9. nachchristlichen Jahrhundert die Krisis sich vollzieht: die kosmische Intelligenz geht hinunter unter die Erdenmenschen. Das ist objektive Tatsache, ist dasjenige, was sich vollzieht. Und nun versetzen Sie sich in die Sonnensphäre, die Michael mit den Seinen so verwaltete, wie ich es erzählt habe, indem man den Abschied des Christus von der Sonne und seinen Übergang auf die Erde im Mysterium von Golgatha wahrgenommen hat und nacherlebt hat, wie nach und nach die kosmische Intelligenz immer mehr und mehr hinuntergeht und individuelle Menschenerkenntnis wird. Ein wichtiges Ereignis, das tiefen Eindruck gemacht hat gerade auf diejenigen, die zu Michael gehören — ich habe das letztemal gesagt «Michaeliten» —, ein wichtiges Ereignis ganz hervorragender Art war dasjenige, was ich in früheren Zusammenhängen schon so charakterisiert habe, wie es sich hineinstellte in den Verlauf der Zivilisationsentwickelung der Erde. Aber jetzt muß es so charakterisiert werden, wie es sich ausnimmt von dem Aspekt der Michaeliten selber von der Sonne aus, wie man es aus der Perspektive sieht, wenn man hinunterschaut aus dem Reiche des Michael auf die Erde.

[ 8 ] Nun müssen Sie sich noch einmal hineinversetzen in alles dasjenige, was ich gesagt habe. Versetzen Sie sich hinein in die Tatsache, daß mit dem 9. nachchristlichen Jahrhundert die Krisis sich vollzieht: die kosmische Intelligenz geht hinunter unter die Erdenmenschen. Das ist objektive Tatsache, ist dasjenige, was sich vollzieht. Und nun versetzen Sie sich in die Sonnensphäre, die Michael mit den Seinen so verwaltete, wie ich es erzählt habe, indem man den Abschied des Christus von der Sonne und seinen Übergang auf die Erde im Mysterium von Golgatha wahrgenommen hat und nacherlebt hat, wie nach und nach die kosmische Intelligenz immer mehr und mehr hinuntergeht und individuelle Menschenerkenntnis wird. Ein wichtiges Ereignis, das tiefen Eindruck gemacht hat gerade auf diejenigen, die zu Michael gehören — ich habe das letztemal gesagt «Michaeliten» —, ein wichtiges Ereignis ganz hervorragender Art war dasjenige, was ich in früheren Zusammenhängen schon so charakterisiert habe, wie es sich hineinstellte in den Verlauf der Zivilisationsentwickelung der Erde. Aber jetzt muß es so charakterisiert werden, wie es sich ausnimmt von dem Aspekt der Michaeliten selber von der Sonne aus, wie man es aus der Perspektive sieht, wenn man hinunterschaut aus dem Reiche des Michael auf die Erde.

[ 9 ] Dieses wichtige, dieses bedeutungsvolle Ereignis geschah im Jahre 869. Es ist das achte allgemeine, ökumenische Konzil in Konstantinopel, wo dogmatisch konstatiert worden ist: Die alte Anschauung von der Trichotomie — der Mensch bestehe aus Leib, Seele und Geist wäre ketzerisch, der Mensch habe nur Leib und Seele, nur daß die Seele einige geistige Eigenschaften habe. Während sich im Objektiven das vollzog, daß die Intelligenz auf die einzelnen Menschen überging, wurde auf Erden — in so besiegelnder Weise, daß niemand, der in der europäischen Zivilisation stand, dem zu widersprechen wagen konnte dekretiert, die Trichotomie sei falsch, sei ketzerisch. Man durfte nicht davon sprechen, daß der Mensch Leib, Seele und Geist habe, sondern nur von Leib und Seele durfte man sprechen und der Seele geistige Eigenschaften und Kräfte zuschreiben. Damit war etwas auf Erden geschehen, von dem man in den Michael-Reichen nur sagen konnte: Nun wird einziehen in die Seelen der Menschen die Überzeugung, daß das Geistige eine Seeleneigenschaft ist, daß das Geistige nicht das Göttliche ist, das im Fortgang der Menschheitsentwickelung waltet. «Seht hinunter auf die Erde» — das ist die Sprache des Michael —, «da schwindet das Bewußtsein vom Geiste.» Aber, meine lieben Freunde, mit diesem Schwinden des Bewußtseins vom Geiste war ja gerade das verbunden, von dem wir heute vorzugsweise sprechen wollen.

[ 9 ] Dieses wichtige, dieses bedeutungsvolle Ereignis geschah im Jahre 869. Es ist das achte allgemeine, ökumenische Konzil in Konstantinopel, wo dogmatisch konstatiert worden ist: Die alte Anschauung von der Trichotomie — der Mensch bestehe aus Leib, Seele und Geist wäre ketzerisch, der Mensch habe nur Leib und Seele, nur daß die Seele einige geistige Eigenschaften habe. Während sich im Objektiven das vollzog, daß die Intelligenz auf die einzelnen Menschen überging, wurde auf Erden — in so besiegelnder Weise, daß niemand, der in der europäischen Zivilisation stand, dem zu widersprechen wagen konnte dekretiert, die Trichotomie sei falsch, sei ketzerisch. Man durfte nicht davon sprechen, daß der Mensch Leib, Seele und Geist habe, sondern nur von Leib und Seele durfte man sprechen und der Seele geistige Eigenschaften und Kräfte zuschreiben. Damit war etwas auf Erden geschehen, von dem man in den Michael-Reichen nur sagen konnte: Nun wird einziehen in die Seelen der Menschen die Überzeugung, daß das Geistige eine Seeleneigenschaft ist, daß das Geistige nicht das Göttliche ist, das im Fortgang der Menschheitsentwickelung waltet. «Seht hinunter auf die Erde» — das ist die Sprache des Michael —, «da schwindet das Bewußtsein vom Geiste.» Aber, meine lieben Freunde, mit diesem Schwinden des Bewußtseins vom Geiste war ja gerade das verbunden, von dem wir heute vorzugsweise sprechen wollen.

[ 10 ] Ich habe eben vorher gesagt, daß ich bisher nur abstrakt charakterisiert habe, wie sich die Entwickelung des Michael-Reiches hinter den Kulissen des Erdendaseins vollzogen hat. Ich sagte, die kosmische Intelligenz wäre hinuntergegangen zu den einzelnen Menschen. Aber das ist nur eine Abstraktion, meine lieben Freunde. Was ist denn Intelligenz? Man darf sich natürlich nicht vorstellen, wenn man hinaufkommt in die höheren Reiche, daß man da die Intelligenz so greife, wie man hier in der physischen Welt Bäume und Sträucher greift. Was ist das: «Intelligenz»? Solche Allgemeinheiten gibt es natürlich nicht in Realität. Intelligenz sind die gegenseitigen Verhaltungsmaßregeln der höheren Hierarchien. Was die tun, wie sie sich zueinander verhalten, wie sie zueinander sind, das ist kosmische Intelligenz. Und da wir natürlich als Menschen das uns nächste Reich ins Auge fassen müssen, so wird konkret für uns die kosmische Intelligenz: die Summe von Wesenheiten aus der Hierarchie der Angeloi. Wenn wir im Konkreten sprechen, können wir nicht von einer Summe von Intelligenz sprechen, sondern von einer Summe von Angeloi; das ist die Realität. Daß sich die Kirchenväter im Jahre 869 darüber unterhielten, ob man von Geist reden soll, war die Folge davon, daß eine Anzahl von Angeloiwesen sich trennten von dem Michael-Reich, bei dem sie früher waren, und sich unter die Anschauung stellten, daß sie es nunmehr nur zu tun haben mit den Erdgewalten, daß sie nur von Erdgewalten aus die Führung der Menschen zu vollziehen haben. Also sehen Sie, was das für ein Ereignis in Wirklichkeit ist! Angeloi sind diejenigen Wesen, die den Menschen von Erdenleben zu Erdenleben führen. Die nächsten Wesen, die über uns in der geistigen Welt stehen, sind es, die uns auf dem Weg geleiten durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt und wiederum zum Erdenleben hinweisen, die die einzelnen Erdenleben zu einer zusammenhängenden Kette des Totallebens der Menschen machen. Eine Anzahl von Engelwesen, die diese Aufgabe haben, die früher vereinigt waren mit dem Michael-Reiche, ging heraus, verließ das Michael-Reich. Durch ein solches Verhalten konnte das Schicksal der Menschen unmöglich unberührt bleiben. Denn wer ist natürlich zunächst daran beteiligt, wie das Karma sich entwickelt, wie die Erdentaten, die Erdengedanken, die Erdengefühle verarbeitet werden zwischen Tod und neuer Geburt? Die Angeloiwesen sind es! Wenn nun diese Angeloiwesen zu einer ganz anderen Stellung im Kosmos kommen, wenn sie sozusagen das Sonnenreich verlassen und an Stelle von zölestischen Engeln zu terrestrischen Engeln werden, was muß denn da geschehen? Da liegt tatsächlich über der ganzen Entwickelung von Europa hinter den äußeren Tatsachen ein großes Geheimnis. Es sind gewisse Angeloi allerdings im Michael-Reich geblieben. In jener großen Lehrschule im Beginne des 15. Jahrhunderts waren auch solche Angeloiwesen, die zu den Menschen gehört haben, welche dazumal im Michael-Reiche waren. Zu all den Seelen der Menschen, die im Michael-Reiche lebten, von denen ich gesprochen habe, gehörten Angeloiwesen, die im Reiche des Michael geblieben sind. Aber die anderen, die waren es, die herausgingen, welche sich mit demjenigen identifizierten, was Erdenwesen war.

[ 10 ] Ich habe eben vorher gesagt, daß ich bisher nur abstrakt charakterisiert habe, wie sich die Entwickelung des Michael-Reiches hinter den Kulissen des Erdendaseins vollzogen hat. Ich sagte, die kosmische Intelligenz wäre hinuntergegangen zu den einzelnen Menschen. Aber das ist nur eine Abstraktion, meine lieben Freunde. Was ist denn Intelligenz? Man darf sich natürlich nicht vorstellen, wenn man hinaufkommt in die höheren Reiche, daß man da die Intelligenz so greife, wie man hier in der physischen Welt Bäume und Sträucher greift. Was ist das: «Intelligenz»? Solche Allgemeinheiten gibt es natürlich nicht in Realität. Intelligenz sind die gegenseitigen Verhaltungsmaßregeln der höheren Hierarchien. Was die tun, wie sie sich zueinander verhalten, wie sie zueinander sind, das ist kosmische Intelligenz. Und da wir natürlich als Menschen das uns nächste Reich ins Auge fassen müssen, so wird konkret für uns die kosmische Intelligenz: die Summe von Wesenheiten aus der Hierarchie der Angeloi. Wenn wir im Konkreten sprechen, können wir nicht von einer Summe von Intelligenz sprechen, sondern von einer Summe von Angeloi; das ist die Realität. Daß sich die Kirchenväter im Jahre 869 darüber unterhielten, ob man von Geist reden soll, war die Folge davon, daß eine Anzahl von Angeloiwesen sich trennten von dem Michael-Reich, bei dem sie früher waren, und sich unter die Anschauung stellten, daß sie es nunmehr nur zu tun haben mit den Erdgewalten, daß sie nur von Erdgewalten aus die Führung der Menschen zu vollziehen haben. Also sehen Sie, was das für ein Ereignis in Wirklichkeit ist! Angeloi sind diejenigen Wesen, die den Menschen von Erdenleben zu Erdenleben führen. Die nächsten Wesen, die über uns in der geistigen Welt stehen, sind es, die uns auf dem Weg geleiten durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt und wiederum zum Erdenleben hinweisen, die die einzelnen Erdenleben zu einer zusammenhängenden Kette des Totallebens der Menschen machen. Eine Anzahl von Engelwesen, die diese Aufgabe haben, die früher vereinigt waren mit dem Michael-Reiche, ging heraus, verließ das Michael-Reich. Durch ein solches Verhalten konnte das Schicksal der Menschen unmöglich unberührt bleiben. Denn wer ist natürlich zunächst daran beteiligt, wie das Karma sich entwickelt, wie die Erdentaten, die Erdengedanken, die Erdengefühle verarbeitet werden zwischen Tod und neuer Geburt? Die Angeloiwesen sind es! Wenn nun diese Angeloiwesen zu einer ganz anderen Stellung im Kosmos kommen, wenn sie sozusagen das Sonnenreich verlassen und an Stelle von zölestischen Engeln zu terrestrischen Engeln werden, was muß denn da geschehen? Da liegt tatsächlich über der ganzen Entwickelung von Europa hinter den äußeren Tatsachen ein großes Geheimnis. Es sind gewisse Angeloi allerdings im Michael-Reich geblieben. In jener großen Lehrschule im Beginne des 15. Jahrhunderts waren auch solche Angeloiwesen, die zu den Menschen gehört haben, welche dazumal im Michael-Reiche waren. Zu all den Seelen der Menschen, die im Michael-Reiche lebten, von denen ich gesprochen habe, gehörten Angeloiwesen, die im Reiche des Michael geblieben sind. Aber die anderen, die waren es, die herausgingen, welche sich mit demjenigen identifizierten, was Erdenwesen war.

[ 11 ] Nun werden Sie sagen: Ja, wie kommt es denn eigentlich, daß da einer Anzahl von Michael-Engeln es plötzlich einfällt, herauszugehen aus diesem Michael-Reich? Den anderen fällt es nicht bei, herauszugehen! — Ich muß gestehen, das ist eine der schwierigsten Fragen, die man aufwerfen kann in bezug auf die neuere Entwickelung der Menschheit. Es ist im Grunde genommen eine Frage, die alle inneren Kräfte des Menschen, wenn man sich damit beschäftigt, in Regsamkeit versetzen muß. Das ist eine Frage, die tief und innig zusammenhängt mit dem ganzen Menschenleben.

[ 11 ] Nun werden Sie sagen: Ja, wie kommt es denn eigentlich, daß da einer Anzahl von Michael-Engeln es plötzlich einfällt, herauszugehen aus diesem Michael-Reich? Den anderen fällt es nicht bei, herauszugehen! — Ich muß gestehen, das ist eine der schwierigsten Fragen, die man aufwerfen kann in bezug auf die neuere Entwickelung der Menschheit. Es ist im Grunde genommen eine Frage, die alle inneren Kräfte des Menschen, wenn man sich damit beschäftigt, in Regsamkeit versetzen muß. Das ist eine Frage, die tief und innig zusammenhängt mit dem ganzen Menschenleben.

[ 12 ] Sehen Sie, da liegt in der Tat eine kosmische Tatsache zugrunde. Sie wissen aus meinen Vorträgen, die ich hier von dieser Stelle aus gehalten habe: Alles, was man anspricht als einen physischen Planeten, ist eine Ansammlung von geistigen Wesenheiten. Wenn man hinaufschaut zu einem Stern, so ist das, was physisch erscheint, nur das Äußere; in Wirklichkeit hat man es da zu tun mit einer Versammlung von geistigen Wesenheiten. Nun besteht ein gewisser Gegensatz — der immer bestand, seitdem es eine Erdenentwickelung gegeben hat — zwischen den Intelligenzen aller Planeten und der Sonnenintelligenz. Es ist eben auf der einen Seite die Sonnenintelligenz, auf der anderen Seite sind die Planetenintelligenzen. Und immer war es so, daß die Sonnenintelligenz vorzugsweise unter der Herrschaft des Michael stand, die anderen planetarischen Intelligenzen dagegen unter den anderen Erzengeln. Also sagen wir (es wird an die Tafel geschrieben):

[ 12 ] Sehen Sie, da liegt in der Tat eine kosmische Tatsache zugrunde. Sie wissen aus meinen Vorträgen, die ich hier von dieser Stelle aus gehalten habe: Alles, was man anspricht als einen physischen Planeten, ist eine Ansammlung von geistigen Wesenheiten. Wenn man hinaufschaut zu einem Stern, so ist das, was physisch erscheint, nur das Äußere; in Wirklichkeit hat man es da zu tun mit einer Versammlung von geistigen Wesenheiten. Nun besteht ein gewisser Gegensatz — der immer bestand, seitdem es eine Erdenentwickelung gegeben hat — zwischen den Intelligenzen aller Planeten und der Sonnenintelligenz. Es ist eben auf der einen Seite die Sonnenintelligenz, auf der anderen Seite sind die Planetenintelligenzen. Und immer war es so, daß die Sonnenintelligenz vorzugsweise unter der Herrschaft des Michael stand, die anderen planetarischen Intelligenzen dagegen unter den anderen Erzengeln. Also sagen wir (es wird an die Tafel geschrieben):

[ 13 ] Sonnenintelligenz
Michael

[ 13 ] Sonnenintelligenz
Michael

[ 14 ] Planetenintelligenzen
Merkur: Raphael
Venus: Anael
Mars: Samael
Jupiter: Zachariel
Mond: Gabriel
Saturn: Oriphiel

[ 14 ] Planetenintelligenzen
Merkur: Raphael
Venus: Anael
Mars: Samael
Jupiter: Zachariel
Mond: Gabriel
Saturn: Oriphiel

[ 15 ] Aber es war immer so, meine lieben Freunde, daß man nicht sagen konnte, Michael verwalte die Sonnenintelligenz allein. Sondern die ganze kosmische Intelligenz ist spezifiziert in Sonnenintelligenz und in den planetarischen Intelligenzen: Merkur, Venus, Mars und so weiter. Die kosmische Intelligenz wird von den einzelnen Wesen der Archangeloi-Hierarchie mitverwaltet, aber über allen zusammen waltet immer wieder Michael, so daß die gesamte kosmische Intelligenz von Michael verwaltet wird. Selbstverständlich, jeder Mensch war auch früher ein Mensch, als Michael die kosmische Intelligenz verwaltete und als nur ein Strahl in den einzelnen Menschen hineinkam, so daß der Mensch sich doch als Mensch auf der Erde fühlen konnte und der einzelne Mensch nicht bloß Umhüllung der allgemeinen kosmischen Intelligenz war. Das aber rührt von der Sonne her; alle menschliche Intelligenz rührt her von Michael in der Sonne.

[ 15 ] Aber es war immer so, meine lieben Freunde, daß man nicht sagen konnte, Michael verwalte die Sonnenintelligenz allein. Sondern die ganze kosmische Intelligenz ist spezifiziert in Sonnenintelligenz und in den planetarischen Intelligenzen: Merkur, Venus, Mars und so weiter. Die kosmische Intelligenz wird von den einzelnen Wesen der Archangeloi-Hierarchie mitverwaltet, aber über allen zusammen waltet immer wieder Michael, so daß die gesamte kosmische Intelligenz von Michael verwaltet wird. Selbstverständlich, jeder Mensch war auch früher ein Mensch, als Michael die kosmische Intelligenz verwaltete und als nur ein Strahl in den einzelnen Menschen hineinkam, so daß der Mensch sich doch als Mensch auf der Erde fühlen konnte und der einzelne Mensch nicht bloß Umhüllung der allgemeinen kosmischen Intelligenz war. Das aber rührt von der Sonne her; alle menschliche Intelligenz rührt her von Michael in der Sonne.

[ 16 ] Nur als diese Jahrhunderte heraufkamen, das 8., 9., 10. Jahrhundert, da geschah es eben, daß die planetarischen Intelligenzen Rechnung trugen dem Umstande, daß die Erde sich verändert hatte, daß auch die Sonne sich verändert hatte. Ja, das, was da draußen vor sich geht, was die Astronomen beschreiben, das ist nur die Außenseite. Sie wissen: Alle elf Jahre ungefähr haben wir eine Sonnenfleckenperiode; die Sonne scheint so auf die Erde, daß gewisse Stellen dunkel sind, daß gewisse Stellen fleckig sind. Das war nicht immer so. Die Sonne glänzte in sehr alten Zeiten als eine gleichförmige Scheibe herunter, Sonnenflecken waren nicht da. Und die Sonne wird nach Tausenden und Tausenden von Jahren wesentlich viel mehr Flecken haben als heute, sie wird immer fleckiger. Das ist immer die äußere Offenbarung dessen, daß die Michael-Kraft, die kosmische Kraft der Intelligenz immer mehr abnimmt. In dem Vermehren der Sonnenflecken durch die kosmische Entwickelung zeigt sich der Verfall der Sonne; immer mehr zeigt sich das Matterwerden, das Altwerden der Sonne im Kosmos. Und an dem Auftreten einer genügend großen Anzahl von Sonnenflecken erkannten die anderen planetarischen Intelligenzen, daß sie nicht mehr von der Sonne beherrscht sein wollen. Sie nahmen sich vor, die Erde nicht mehr von der Sonne abhängig sein zu lassen, sondern direkt vom gesamten Kosmos. Das geschieht durch die planetarischen Ratschlüsse der Archangeloi. Namentlich unter der Führung des Oriphiel geschieht diese Emanzipierung der planetarischen Intelligenz von der Sonnenintelligenz. Es war ein vollständiges Trennen von bis dahin zusammengehörigen Weltgewalten. Die Sonnenintelligenz des Michael und die planetarischen Intelligenzen gerieten nach und nach in kosmische Opposition zueinander.

[ 16 ] Nur als diese Jahrhunderte heraufkamen, das 8., 9., 10. Jahrhundert, da geschah es eben, daß die planetarischen Intelligenzen Rechnung trugen dem Umstande, daß die Erde sich verändert hatte, daß auch die Sonne sich verändert hatte. Ja, das, was da draußen vor sich geht, was die Astronomen beschreiben, das ist nur die Außenseite. Sie wissen: Alle elf Jahre ungefähr haben wir eine Sonnenfleckenperiode; die Sonne scheint so auf die Erde, daß gewisse Stellen dunkel sind, daß gewisse Stellen fleckig sind. Das war nicht immer so. Die Sonne glänzte in sehr alten Zeiten als eine gleichförmige Scheibe herunter, Sonnenflecken waren nicht da. Und die Sonne wird nach Tausenden und Tausenden von Jahren wesentlich viel mehr Flecken haben als heute, sie wird immer fleckiger. Das ist immer die äußere Offenbarung dessen, daß die Michael-Kraft, die kosmische Kraft der Intelligenz immer mehr abnimmt. In dem Vermehren der Sonnenflecken durch die kosmische Entwickelung zeigt sich der Verfall der Sonne; immer mehr zeigt sich das Matterwerden, das Altwerden der Sonne im Kosmos. Und an dem Auftreten einer genügend großen Anzahl von Sonnenflecken erkannten die anderen planetarischen Intelligenzen, daß sie nicht mehr von der Sonne beherrscht sein wollen. Sie nahmen sich vor, die Erde nicht mehr von der Sonne abhängig sein zu lassen, sondern direkt vom gesamten Kosmos. Das geschieht durch die planetarischen Ratschlüsse der Archangeloi. Namentlich unter der Führung des Oriphiel geschieht diese Emanzipierung der planetarischen Intelligenz von der Sonnenintelligenz. Es war ein vollständiges Trennen von bis dahin zusammengehörigen Weltgewalten. Die Sonnenintelligenz des Michael und die planetarischen Intelligenzen gerieten nach und nach in kosmische Opposition zueinander.

[ 17 ] Ja, wenn wir auch den Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi eine ganz andere Art der Seelenkraft, der Verfassung des Inneren zuschreiben — Entschlüsse, Erwägungen über das, was geschieht, müssen wir ihnen auch zuschreiben. Wir Menschen entscheiden uns ja auch nicht anders, als daß wir die Dinge ansehen, die äußerlich vor sich gehen, daß wir die Tatsachen sprechen lassen, und unter dem Einfluß der Tatsachen dies oder jenes tun. Nur sind für uns maßgebend zwischen Geburt und Tod die Erdentatsachen. Für die Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi sind solche Tatsachen maßgebend wie diese, daß da im planetarischen Leben eine Spaltung vor sich geht. Die eine Schar wandte sich der Erdenintelligenz und damit zu gleicher Zeit der planetarischen Intelligenz zu; die andere Schar blieb treu der MichaelSphäre, um das, was der Michael als das Ewige verwaltet, hineinzutragen in alle Zukunft. Das ist nun etwas Entscheidendes, ob Michael das, was in seinem Wirken ewig ist, in alle Zukunft hineinzutragen vermag, jetzt, wo alle Macht unter den Menschen ist, wo das, was in der physischen Sonne erscheint, finsterer wird und allmählich verschwindet.

[ 17 ] Ja, wenn wir auch den Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi eine ganz andere Art der Seelenkraft, der Verfassung des Inneren zuschreiben — Entschlüsse, Erwägungen über das, was geschieht, müssen wir ihnen auch zuschreiben. Wir Menschen entscheiden uns ja auch nicht anders, als daß wir die Dinge ansehen, die äußerlich vor sich gehen, daß wir die Tatsachen sprechen lassen, und unter dem Einfluß der Tatsachen dies oder jenes tun. Nur sind für uns maßgebend zwischen Geburt und Tod die Erdentatsachen. Für die Wesenheiten der Hierarchie der Angeloi sind solche Tatsachen maßgebend wie diese, daß da im planetarischen Leben eine Spaltung vor sich geht. Die eine Schar wandte sich der Erdenintelligenz und damit zu gleicher Zeit der planetarischen Intelligenz zu; die andere Schar blieb treu der MichaelSphäre, um das, was der Michael als das Ewige verwaltet, hineinzutragen in alle Zukunft. Das ist nun etwas Entscheidendes, ob Michael das, was in seinem Wirken ewig ist, in alle Zukunft hineinzutragen vermag, jetzt, wo alle Macht unter den Menschen ist, wo das, was in der physischen Sonne erscheint, finsterer wird und allmählich verschwindet.

[ 18 ] So sehen wir, durch kosmische Ereignisse veranlaßt, eine Spaltung unter den Angeloi, die früher mit Michael vereinigt waren. Aber diese Wesenheiten bilden ja gerade mit die karmische Entwickelung. Und nun betrachten Sie das Ganze, wie es sich abspielt in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Da ist es nicht so, daß jede Menschenseele allein laufen kann, auch nicht jeder Engel, der die Menschen leitet, kann allein laufen, sondern da wirkt die Hierarchie der Angeloi zusammen. Im Zusammenwirken wird das Karma ausgelebt. Natürlich, wenn ich in einem Erdenleben verbunden werde mit Menschen, und wir tragen das im nächsten Leben aus, dann muß zusammenkommen der Engel des einen Menschen mit dem Engel des anderen. Es muß ein Zusammenwirken geschehen, und vielfach war es so. Das ist das ungeheuer Erschütternde, ich möchte sagen das Zermalmende, das sich abspielt auf Erden in dem Ökumenischen Konzil von 869. Es ist das Signal für etwas Ungeheures, was da oben in der geistigen Welt geschieht. Das ist das Zerschmetternde — wenn man sich ganz aufrechterhält, mit dem richtigen Gebrauche der kosmischen Intelligenz aufrechterhält gegenüber solchen übermächtigen Tatsachen-Zusammenhängen —, das erschütternd Bedeutsame, was schon eintrat und immer mehr und mehr eintritt: daß der Angelos der einen Menschenseele, die mit einer anderen Menschenseele früher karmisch verbunden war, nicht zusammenging mit dem Angelos dieser anderen Menschenseele. Der eine Angelos von zwei karmisch verbundenen Menschenseelen blieb bei Michael, der andere ging hinunter zur Erde. Was mußte da geschehen? In dem Zeitraum zwischen der Begründung des Christentums und dem Bewußtseinszeitalter, das vorzugsweise signalisiert war durch das 9. Jahrhundert, durch das Jahr 869, mußte das geschehen, daß in das Karma der Menschen Unordnung hineinkam! Damit ist eines der bedeutsamsten Worte ausgesprochen, das man überhaupt aussprechen kann mit Bezug auf die neuere Geschichte der Menschheit. Unordnung ist in das Karma der neueren Menschheit hineingekommen. Es wurden in den folgenden Erdenjahren nicht mehr alle Erlebnisse richtig in das Karma hineingestellt. Und das Chaotische der neueren Geschichte, was in die neuere Geschichte immer mehr und mehr soziales und anderes Chaos, Kulturchaos hineinbringt, was nicht zu einem Ziel kommen läßt, das ist die Unordnung, in die Karma gebracht worden ist, weil eine Spaltung eintrat in der zu Michael gehörenden Hierarchie der Angeloi.

[ 18 ] So sehen wir, durch kosmische Ereignisse veranlaßt, eine Spaltung unter den Angeloi, die früher mit Michael vereinigt waren. Aber diese Wesenheiten bilden ja gerade mit die karmische Entwickelung. Und nun betrachten Sie das Ganze, wie es sich abspielt in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Da ist es nicht so, daß jede Menschenseele allein laufen kann, auch nicht jeder Engel, der die Menschen leitet, kann allein laufen, sondern da wirkt die Hierarchie der Angeloi zusammen. Im Zusammenwirken wird das Karma ausgelebt. Natürlich, wenn ich in einem Erdenleben verbunden werde mit Menschen, und wir tragen das im nächsten Leben aus, dann muß zusammenkommen der Engel des einen Menschen mit dem Engel des anderen. Es muß ein Zusammenwirken geschehen, und vielfach war es so. Das ist das ungeheuer Erschütternde, ich möchte sagen das Zermalmende, das sich abspielt auf Erden in dem Ökumenischen Konzil von 869. Es ist das Signal für etwas Ungeheures, was da oben in der geistigen Welt geschieht. Das ist das Zerschmetternde — wenn man sich ganz aufrechterhält, mit dem richtigen Gebrauche der kosmischen Intelligenz aufrechterhält gegenüber solchen übermächtigen Tatsachen-Zusammenhängen —, das erschütternd Bedeutsame, was schon eintrat und immer mehr und mehr eintritt: daß der Angelos der einen Menschenseele, die mit einer anderen Menschenseele früher karmisch verbunden war, nicht zusammenging mit dem Angelos dieser anderen Menschenseele. Der eine Angelos von zwei karmisch verbundenen Menschenseelen blieb bei Michael, der andere ging hinunter zur Erde. Was mußte da geschehen? In dem Zeitraum zwischen der Begründung des Christentums und dem Bewußtseinszeitalter, das vorzugsweise signalisiert war durch das 9. Jahrhundert, durch das Jahr 869, mußte das geschehen, daß in das Karma der Menschen Unordnung hineinkam! Damit ist eines der bedeutsamsten Worte ausgesprochen, das man überhaupt aussprechen kann mit Bezug auf die neuere Geschichte der Menschheit. Unordnung ist in das Karma der neueren Menschheit hineingekommen. Es wurden in den folgenden Erdenjahren nicht mehr alle Erlebnisse richtig in das Karma hineingestellt. Und das Chaotische der neueren Geschichte, was in die neuere Geschichte immer mehr und mehr soziales und anderes Chaos, Kulturchaos hineinbringt, was nicht zu einem Ziel kommen läßt, das ist die Unordnung, in die Karma gebracht worden ist, weil eine Spaltung eintrat in der zu Michael gehörenden Hierarchie der Angeloi.

[ 19 ] Und nun können wir etwas aussprechen, was mit dem Karma der Anthroposophischen Gesellschaft zusammenhängt, was von ungeheurer Bedeutung ist, was, ich möchte sagen, erst die richtige Nuance gibt. Denn alles, was man schließlich in Anlehnung an die Verhältnisse charakterisieren kann, erschöpft nicht dasjenige, was im Geistigen hinter den Kulissen vorgeht. Es ist schwach und matt, was man aus den Erdenverhältnissen heraus an Gedanken auswählt. Man muß nach solchen Vorbereitungen zu dem greifen, was rein Geistiges charakterisiert.

[ 19 ] Und nun können wir etwas aussprechen, was mit dem Karma der Anthroposophischen Gesellschaft zusammenhängt, was von ungeheurer Bedeutung ist, was, ich möchte sagen, erst die richtige Nuance gibt. Denn alles, was man schließlich in Anlehnung an die Verhältnisse charakterisieren kann, erschöpft nicht dasjenige, was im Geistigen hinter den Kulissen vorgeht. Es ist schwach und matt, was man aus den Erdenverhältnissen heraus an Gedanken auswählt. Man muß nach solchen Vorbereitungen zu dem greifen, was rein Geistiges charakterisiert.

[ 20 ] Da muß man sagen: Gewiß, all das, was die Seelen gemeinschaftlich in der Anthroposophischen Gesellschaft ehrlich durch inneren Seelendrang zusammengeführt hat, das gilt natürlich. Aber wie kommt es denn, daß auch die Kräfte vorhanden sind, die bewirken, daß wirklich heute sich Menschen zusammenfinden unter rein geistigen Prinzipien, die sonst fremd sind in der heutigen Welt? Wo liegen die Kräfte vom Sich-Zusammenfinden? Die liegen darin, daß durch den Eintritt der Herrschaft des Michael, durch das Michaelische Zeitalter, in dem wir leben, mit dem Hereindringen des Michael in die Erdenherrschaft, mit der Ablösung der Herrschaft des Gabriel durch die Herrschaft des Michael von Michael hereingebracht wird die Kraft, die da bei denjenigen, die mit ihm gegangen sind, wiederum das Karma in Ordnung bringen soll. So daß wir sagen können: Was vereinigt die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft? Das vereinigt sie, daß sie ihr Karma in Ordnung bringen sollen! Wenn jemand merkt im Verlaufe seines Lebens, daß er da oder dort in Beziehungen hineinkommt, die nicht konform sind seinem inneren Drange, die vielleicht in irgendeiner Weise herausfallen aus dem, was richtige Harmonie ist im Menschen zwischen gut und böse — dieses auf der einen Seite —, und auf der anderen Seite stets ein Drang in ihm ist, mit dem Anthroposophischen vorwärts zu kommen: da liegt das vor, daß der Mensch wiederum zurückstrebt zum Karma, zum wirklichen Karma, zum Ausleben des wirklichen Karma. Das ist der kosmische Strahl, der sich deutlich für den Erkennenden durch die anthroposophische Bewegung ergießt: Wiederherstellung der Wahrheit des Karma. Sehen Sie, damit ist vieles verknüpft von dem, was sowohl Schicksal der einzelnen in der Anthroposophischen Gesellschaft ist wie Schicksal der ganzen Gesellschaft. Natürlich, denn das fließt alles ineinander.

[ 20 ] Da muß man sagen: Gewiß, all das, was die Seelen gemeinschaftlich in der Anthroposophischen Gesellschaft ehrlich durch inneren Seelendrang zusammengeführt hat, das gilt natürlich. Aber wie kommt es denn, daß auch die Kräfte vorhanden sind, die bewirken, daß wirklich heute sich Menschen zusammenfinden unter rein geistigen Prinzipien, die sonst fremd sind in der heutigen Welt? Wo liegen die Kräfte vom Sich-Zusammenfinden? Die liegen darin, daß durch den Eintritt der Herrschaft des Michael, durch das Michaelische Zeitalter, in dem wir leben, mit dem Hereindringen des Michael in die Erdenherrschaft, mit der Ablösung der Herrschaft des Gabriel durch die Herrschaft des Michael von Michael hereingebracht wird die Kraft, die da bei denjenigen, die mit ihm gegangen sind, wiederum das Karma in Ordnung bringen soll. So daß wir sagen können: Was vereinigt die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft? Das vereinigt sie, daß sie ihr Karma in Ordnung bringen sollen! Wenn jemand merkt im Verlaufe seines Lebens, daß er da oder dort in Beziehungen hineinkommt, die nicht konform sind seinem inneren Drange, die vielleicht in irgendeiner Weise herausfallen aus dem, was richtige Harmonie ist im Menschen zwischen gut und böse — dieses auf der einen Seite —, und auf der anderen Seite stets ein Drang in ihm ist, mit dem Anthroposophischen vorwärts zu kommen: da liegt das vor, daß der Mensch wiederum zurückstrebt zum Karma, zum wirklichen Karma, zum Ausleben des wirklichen Karma. Das ist der kosmische Strahl, der sich deutlich für den Erkennenden durch die anthroposophische Bewegung ergießt: Wiederherstellung der Wahrheit des Karma. Sehen Sie, damit ist vieles verknüpft von dem, was sowohl Schicksal der einzelnen in der Anthroposophischen Gesellschaft ist wie Schicksal der ganzen Gesellschaft. Natürlich, denn das fließt alles ineinander.

[ 21 ] Nun müssen wir das Folgende ins Auge fassen: Sehen Sie, die Menschen, die zusammenhängen mit Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, die im Michael-Reiche verblieben sind, diese Menschen haben es schwer, für das, was sie begreifen sollen, Intelligenzformen zu finden. Sie streben ja dahin, auch die persönliche Intelligenz so zu erhalten, daß das mit der Michael-Verehrung zusammenhängen kann. Diejenigen Seelen, von denen ich gesagt habe, daß sie teilgenommen haben an jenen Vorbereitungen im 15. und 19. Jahrhundert, kommen zur Erde hinunter, hängend noch im tiefsten Drang nach Michael und seiner Sphäre. Dennoch, sie sollen nach Entwickelungsprinzipien der Menschheit die individuelle persönliche Intelligenz aufnehmen. Das gibt Zwiespalt, aber einen Zwiespalt, der sich lösen muß durch eine spirituelle Entwickelung, durch das Zusammenkommen der individuellen Aktivität mit dem, was geistige Welten herunterbringen im jetzigen Intelligenzzeitalter. Die anderen, deren Engel abfielen — was natürlich mit dem Karma zusammenhängt, denn der Engel fällt ab, wenn er mit einem Menschenkarma zusammenhängt, das dementsprechend ist —, die anderen nehmen wie mit Selbstverständlichkeit die persönliche Intelligenz auf, ganz wie selbstverständlich, aber dafür wirkt sie auch automatisch in ihnen, sie wirkt durch die Körperlichkeit. Sie wirkt so, daß diese Menschen denken, gescheit denken, aber sie sind nicht engagiert dabei. Das war der große Streit, der lange Zeit zwischen den Dominikanern und den Franziskanern sich abspielte. Die Dominikaner konnten nicht das persönliche Intelligenzprinzip anders ausgestalten als in möglichster Treue zur Michael-Sphäre. Die Franziskaner, die Anhänger von Duns Scotus — nicht von Scotus Erigena —, die wurden völlig Nominalisten. Sie sagten: Intelligenz ist überhaupt nur eine Summe von Worten. Alles was sich abspielte an Diskussionen zwischen den Menschen, alles das ist eben wirklich so, daß es das Abbild ist von mächtigen Kämpfen, die stattfinden zwischen der einen Schar der Angeloi und der anderen Schar der Angeloi.

[ 21 ] Nun müssen wir das Folgende ins Auge fassen: Sehen Sie, die Menschen, die zusammenhängen mit Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, die im Michael-Reiche verblieben sind, diese Menschen haben es schwer, für das, was sie begreifen sollen, Intelligenzformen zu finden. Sie streben ja dahin, auch die persönliche Intelligenz so zu erhalten, daß das mit der Michael-Verehrung zusammenhängen kann. Diejenigen Seelen, von denen ich gesagt habe, daß sie teilgenommen haben an jenen Vorbereitungen im 15. und 19. Jahrhundert, kommen zur Erde hinunter, hängend noch im tiefsten Drang nach Michael und seiner Sphäre. Dennoch, sie sollen nach Entwickelungsprinzipien der Menschheit die individuelle persönliche Intelligenz aufnehmen. Das gibt Zwiespalt, aber einen Zwiespalt, der sich lösen muß durch eine spirituelle Entwickelung, durch das Zusammenkommen der individuellen Aktivität mit dem, was geistige Welten herunterbringen im jetzigen Intelligenzzeitalter. Die anderen, deren Engel abfielen — was natürlich mit dem Karma zusammenhängt, denn der Engel fällt ab, wenn er mit einem Menschenkarma zusammenhängt, das dementsprechend ist —, die anderen nehmen wie mit Selbstverständlichkeit die persönliche Intelligenz auf, ganz wie selbstverständlich, aber dafür wirkt sie auch automatisch in ihnen, sie wirkt durch die Körperlichkeit. Sie wirkt so, daß diese Menschen denken, gescheit denken, aber sie sind nicht engagiert dabei. Das war der große Streit, der lange Zeit zwischen den Dominikanern und den Franziskanern sich abspielte. Die Dominikaner konnten nicht das persönliche Intelligenzprinzip anders ausgestalten als in möglichster Treue zur Michael-Sphäre. Die Franziskaner, die Anhänger von Duns Scotus — nicht von Scotus Erigena —, die wurden völlig Nominalisten. Sie sagten: Intelligenz ist überhaupt nur eine Summe von Worten. Alles was sich abspielte an Diskussionen zwischen den Menschen, alles das ist eben wirklich so, daß es das Abbild ist von mächtigen Kämpfen, die stattfinden zwischen der einen Schar der Angeloi und der anderen Schar der Angeloi.

[ 22 ] Sehen Sie, das ist so, daß die Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, welche nun mit dem Erdenprinzip sich vereinigt haben, eigentlich ja etwa seit dem 9., 10. Jahrhundert auf der Erde leben. Und das ist wiederum das Erschütternde, meine lieben Freunde: Da nimmt auf der Erde der Materialismus zu, da sind gerade die vorgerücktesten, die gescheitesten Menschen so, daß sie das Geistige leugnen, daß sie anfangen zu spotten darüber, daß geistige Wesen ebenso in ihrer Umgebung sein sollen wie physische Menschen. In dieser Zeit, in der sich der Materialismus ausbreitet, steigen immer mehr und mehr Engel herunter und leben auf der Erde. Sie tun mit. Gerade sie sind es, die in gewissen Zeiten, wo das menschliche Bewußtsein getrübt ist, sich inkorporieren und auf Erden wirken. Eine große Anzahl von Wesen der Angeloi hält sich zurück, aber diejenigen, die nach ihrem Angeloikarma am nächsten stehen den ahrimanischen Gewalten, die halten sich nicht zurück, die inkorporieren sich in Menschen, tauchen unter in Menschen zu gewissen Zeiten.

[ 22 ] Sehen Sie, das ist so, daß die Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, welche nun mit dem Erdenprinzip sich vereinigt haben, eigentlich ja etwa seit dem 9., 10. Jahrhundert auf der Erde leben. Und das ist wiederum das Erschütternde, meine lieben Freunde: Da nimmt auf der Erde der Materialismus zu, da sind gerade die vorgerücktesten, die gescheitesten Menschen so, daß sie das Geistige leugnen, daß sie anfangen zu spotten darüber, daß geistige Wesen ebenso in ihrer Umgebung sein sollen wie physische Menschen. In dieser Zeit, in der sich der Materialismus ausbreitet, steigen immer mehr und mehr Engel herunter und leben auf der Erde. Sie tun mit. Gerade sie sind es, die in gewissen Zeiten, wo das menschliche Bewußtsein getrübt ist, sich inkorporieren und auf Erden wirken. Eine große Anzahl von Wesen der Angeloi hält sich zurück, aber diejenigen, die nach ihrem Angeloikarma am nächsten stehen den ahrimanischen Gewalten, die halten sich nicht zurück, die inkorporieren sich in Menschen, tauchen unter in Menschen zu gewissen Zeiten.

[ 23 ] Dann entsteht dasjenige, was ich in der vorigen Stunde bezeichnet habe dadurch, daß ich sagte: Da ist nun ein solcher Mensch auf Erden, er hat menschliche Begabung, menschliche Intelligenz, die er auslebt, vielleicht genial auslebt, aber für eine gewisse Zeit, wo sein Bewußtsein getrübt ist, nimmt eine ahrimanische Angeloi-Intelligenz in ihm Platz. Da kann dann diese Erscheinung auftreten: Da ist ein Mensch, er scheint so, als ob er ein gewöhnlicher Mensch wäre und aus seiner Menschheit heraus dieses oder jenes schreibt. Nun kann das Ahrimanische gerade durch dasjenige an den Menschen heran, was man heute in intelligenten Formen aufnimmt. Man muß seine Persönlichkeit geltend machen, wenn man heute nicht überflutet werden soll von all dem, was ich angedeutet habe im Laufe dieser Vorträge. Und deshalb ist es, daß Ahriman als Schriftsteller auftreten kann. Er bedient sich natürlich eines Angeloswesens. Er kann schriftstellern. Und wenn wir jetzt im Zeichen unserer Weihnachtstagung vereinigt sind, so soll über solche Dinge nicht geschwiegen werden. Deshalb möchte ich das Folgende noch bemerken.

[ 23 ] Dann entsteht dasjenige, was ich in der vorigen Stunde bezeichnet habe dadurch, daß ich sagte: Da ist nun ein solcher Mensch auf Erden, er hat menschliche Begabung, menschliche Intelligenz, die er auslebt, vielleicht genial auslebt, aber für eine gewisse Zeit, wo sein Bewußtsein getrübt ist, nimmt eine ahrimanische Angeloi-Intelligenz in ihm Platz. Da kann dann diese Erscheinung auftreten: Da ist ein Mensch, er scheint so, als ob er ein gewöhnlicher Mensch wäre und aus seiner Menschheit heraus dieses oder jenes schreibt. Nun kann das Ahrimanische gerade durch dasjenige an den Menschen heran, was man heute in intelligenten Formen aufnimmt. Man muß seine Persönlichkeit geltend machen, wenn man heute nicht überflutet werden soll von all dem, was ich angedeutet habe im Laufe dieser Vorträge. Und deshalb ist es, daß Ahriman als Schriftsteller auftreten kann. Er bedient sich natürlich eines Angeloswesens. Er kann schriftstellern. Und wenn wir jetzt im Zeichen unserer Weihnachtstagung vereinigt sind, so soll über solche Dinge nicht geschwiegen werden. Deshalb möchte ich das Folgende noch bemerken.

[ 24 ] Sehen Sie, es war eine andere Stellung möglich zu einem der glänzendsten Schriftsteller der letzten Zeit, einem der größten Schriftsteller, bevor dessen letzte Werke erschienen sind. Als ich mein Buch schrieb: «Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», hatte man es in der Öffentlichkeit zu tun mit dem blendenden Schriftsteller, der menschliche Fähigkeiten bis zum Höchsten hinauf gesteigert hatte. Dann erst wurde man bekannt mit dem, was Nietzsche in der Zeit seines Verfalles geschrieben hat. Da sind vor allen Dingen zwei Werke, «Antichrist» und «Ecce homo»: das sind zwei Werke, die Ahriman geschrieben hat nicht Nietzsche, sondern ein ahrimanischer Geist, in Nietzsche inkorporiert. Da trat zuerst Ahriman als Schriftsteller auf Erden auf. Er wird das fortsetzen. Nietzsche ist daran zerschellt. Man denke, welchen Impulsen man gegenübersteht, wenn man jenen Ideen gegenübersteht, die in Nietzsche gelebt haben in der Zeit, wo er aus jenem Geiste heraus jene glänzenden, aber teuflischen Werke geschrieben hat, die Werke «Antichrist» und «Ecce homo» — intelligente Werke! Ich habe gesprochen von der großen, umfassenden Intelligenz Ahrimans. In bezug auf das, was großartig, blendend ist, setzt man ein Werk nicht herunter, wenn man es ahrimanisch nennt, wie Einfältige meinen können, die nicht wissen, welche Größe in Ahriman sein kann. Man tadelt nicht, man lobt nicht, wenn man von Ahriman spricht; sehr viel auf Erden hängt von ihm ab. Wer geblutet hat — ich meine es seelisch —, wie ich geblutet habe, als ich zum ersten Mal Nietzsches Schrift «Der Wille zur Macht» las, die dann veröffentlicht worden ist in einer Weise, daß die Menschen keine richtige Vorstellung davon bekommen konnten, und wer zu gleicher Zeit hineinschauen kann in die Reiche, die, seitdem die Herrschaft des Michael besteht, seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, nur durch eine ganz dünne Wand getrennt sind von den physischen Erdenreichen, wer weiß, wie dieses Reich ganz unmittelbar anstößt an das physische Reich, so daß man sagen kann, es ist das ein Reich, das ähnlich ist dem Reich, das der Mensch durchmacht nach dem Tode, wer hineinschaut, wie die Anstrengungen sind nach dieser Richtung, der weiß, wie sie impulsierend zum Ausdruck kommen in so etwas wie «Ecce homo» und «Antichrist». Man braucht nur daran zu denken, was für ahrimanische Bemerkungen im «Antichrist» stehen. Ich weiß nicht, ob in den neueren Ausgaben die Stelle auch so steht. Es gibt eine Stelle, wo er über Jesus schreibt — ich zitiere nicht wörtlich — und sagt, Renan bezeichne Jesus als Genie. Nietzsche sieht ihn nicht als Genie an, er sagt: Mit der Strenge des Physiologen gesprochen, wäre hier ein ganz anderes Wort am Platze... In meiner Ausgabe von Nietzsches Werken stehen an dieser Stelle drei Punkte, ich weiß nicht, ob es in neueren Ausgaben auch so ist, im Manuskript steht hier «Idiot», ganz ausgeschrieben. Daß Jesus als «Idiot» bezeichnet wird, ist die Hand des Ahriman. Und manches andere von dieser Art steht da. Und wer könnte denn glauben, daß nicht da in Nietzsche, der gleichzeitig, als er diese Dinge schrieb, Anwandlungen in seiner Seele hatte, zum Katholizismus zu kommen — es ging parallel, Sie müssen.das nicht vergessen —, wer könnte da glauben, daß da nicht ein tiefes Rätsel verborgen ist? Der «Antichrist» — mit welchen Worten schließt er? Mit den Worten — ich kann es nicht wörtlich zitieren —: Ich möchte es an alle Wände schreiben, und ich habe Schreibmaterial mit weithin leuchtenden Lettern, ich möchte es an alle Wände schreiben, was das Christentum ist: Das Christentum ist der größte Fluch der Menschheit! — So schließt das Buch. Da liegt doch ein Problem vor. Man muß eben sehen, wie dieses ganze, nur durch eine dünne Wand von dem unsrigen getrennte Reich, wo sich alle die geistigen Kämpfe beim Ausgang des Kali Yuga abgespielt haben — noch etwas hinausragend über das Kali Yuga —, wie dieses Reich herein will in das physische Erdenreich.

[ 24 ] Sehen Sie, es war eine andere Stellung möglich zu einem der glänzendsten Schriftsteller der letzten Zeit, einem der größten Schriftsteller, bevor dessen letzte Werke erschienen sind. Als ich mein Buch schrieb: «Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit», hatte man es in der Öffentlichkeit zu tun mit dem blendenden Schriftsteller, der menschliche Fähigkeiten bis zum Höchsten hinauf gesteigert hatte. Dann erst wurde man bekannt mit dem, was Nietzsche in der Zeit seines Verfalles geschrieben hat. Da sind vor allen Dingen zwei Werke, «Antichrist» und «Ecce homo»: das sind zwei Werke, die Ahriman geschrieben hat nicht Nietzsche, sondern ein ahrimanischer Geist, in Nietzsche inkorporiert. Da trat zuerst Ahriman als Schriftsteller auf Erden auf. Er wird das fortsetzen. Nietzsche ist daran zerschellt. Man denke, welchen Impulsen man gegenübersteht, wenn man jenen Ideen gegenübersteht, die in Nietzsche gelebt haben in der Zeit, wo er aus jenem Geiste heraus jene glänzenden, aber teuflischen Werke geschrieben hat, die Werke «Antichrist» und «Ecce homo» — intelligente Werke! Ich habe gesprochen von der großen, umfassenden Intelligenz Ahrimans. In bezug auf das, was großartig, blendend ist, setzt man ein Werk nicht herunter, wenn man es ahrimanisch nennt, wie Einfältige meinen können, die nicht wissen, welche Größe in Ahriman sein kann. Man tadelt nicht, man lobt nicht, wenn man von Ahriman spricht; sehr viel auf Erden hängt von ihm ab. Wer geblutet hat — ich meine es seelisch —, wie ich geblutet habe, als ich zum ersten Mal Nietzsches Schrift «Der Wille zur Macht» las, die dann veröffentlicht worden ist in einer Weise, daß die Menschen keine richtige Vorstellung davon bekommen konnten, und wer zu gleicher Zeit hineinschauen kann in die Reiche, die, seitdem die Herrschaft des Michael besteht, seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, nur durch eine ganz dünne Wand getrennt sind von den physischen Erdenreichen, wer weiß, wie dieses Reich ganz unmittelbar anstößt an das physische Reich, so daß man sagen kann, es ist das ein Reich, das ähnlich ist dem Reich, das der Mensch durchmacht nach dem Tode, wer hineinschaut, wie die Anstrengungen sind nach dieser Richtung, der weiß, wie sie impulsierend zum Ausdruck kommen in so etwas wie «Ecce homo» und «Antichrist». Man braucht nur daran zu denken, was für ahrimanische Bemerkungen im «Antichrist» stehen. Ich weiß nicht, ob in den neueren Ausgaben die Stelle auch so steht. Es gibt eine Stelle, wo er über Jesus schreibt — ich zitiere nicht wörtlich — und sagt, Renan bezeichne Jesus als Genie. Nietzsche sieht ihn nicht als Genie an, er sagt: Mit der Strenge des Physiologen gesprochen, wäre hier ein ganz anderes Wort am Platze... In meiner Ausgabe von Nietzsches Werken stehen an dieser Stelle drei Punkte, ich weiß nicht, ob es in neueren Ausgaben auch so ist, im Manuskript steht hier «Idiot», ganz ausgeschrieben. Daß Jesus als «Idiot» bezeichnet wird, ist die Hand des Ahriman. Und manches andere von dieser Art steht da. Und wer könnte denn glauben, daß nicht da in Nietzsche, der gleichzeitig, als er diese Dinge schrieb, Anwandlungen in seiner Seele hatte, zum Katholizismus zu kommen — es ging parallel, Sie müssen.das nicht vergessen —, wer könnte da glauben, daß da nicht ein tiefes Rätsel verborgen ist? Der «Antichrist» — mit welchen Worten schließt er? Mit den Worten — ich kann es nicht wörtlich zitieren —: Ich möchte es an alle Wände schreiben, und ich habe Schreibmaterial mit weithin leuchtenden Lettern, ich möchte es an alle Wände schreiben, was das Christentum ist: Das Christentum ist der größte Fluch der Menschheit! — So schließt das Buch. Da liegt doch ein Problem vor. Man muß eben sehen, wie dieses ganze, nur durch eine dünne Wand von dem unsrigen getrennte Reich, wo sich alle die geistigen Kämpfe beim Ausgang des Kali Yuga abgespielt haben — noch etwas hinausragend über das Kali Yuga —, wie dieses Reich herein will in das physische Erdenreich.

[ 25 ] Das sind die Dinge, auf die man hinschauen muß, wenn man begreifen will, wie nun die Menschheit eigentlich stehen kann zu dem, was in der Zivilisation auftreten muß durch den Anbruch des Michael-Zeitalters. Man mußte bei dem Kali Yuga-Übergang, bei dem Übergang von dem finsteren in das lichte Zeitalter, ja tatsächlich in einer geistig-physischen Anschaulichkeit drinnenstehen, wenn man charakterisieren wollte, so wie ich es getan habe in der Vorrede zu meinem Buche «Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens», die Stimmung, die man haben muß gegenüber dem Geistigen und dem Materiellen. Es ist tatsächlich so, daß man überall herholen möchte die Möglichkeiten, diesen grandiosen Übergang, der da stattfindet als Anbruch des Michael-Zeitalters, zu charakterisieren. Und mit allem, was anthroposophische Bewegung ist, muß man sich da drinnen fühlen. Denn all dieses Großartige, dieses Große, es lebt sich zunächst aus in dem schon in Unordnung gekommenen Menschenkarma. Wenn man denkt, wie allgemeine Wahrheit in den karmischen Zusammenhängen liegt, und wie die Welt so ist, daß selbst in diese allgemeinen karmischen Zusammenhänge die Ausnahmen eingreifen konnten durch Jahrhunderte hindurch, und wie die Forderung hereintritt, kosmische Ausnahmen wiederum in ihre Regeln zurückzuführen: dann wird man etwas empfinden — weil das die Aufgabe, die Mission der anthroposophischen Bewegung ist — von der großen Bedeutung und Tragweite der anthroposophischen Bewegung.

[ 25 ] Das sind die Dinge, auf die man hinschauen muß, wenn man begreifen will, wie nun die Menschheit eigentlich stehen kann zu dem, was in der Zivilisation auftreten muß durch den Anbruch des Michael-Zeitalters. Man mußte bei dem Kali Yuga-Übergang, bei dem Übergang von dem finsteren in das lichte Zeitalter, ja tatsächlich in einer geistig-physischen Anschaulichkeit drinnenstehen, wenn man charakterisieren wollte, so wie ich es getan habe in der Vorrede zu meinem Buche «Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens», die Stimmung, die man haben muß gegenüber dem Geistigen und dem Materiellen. Es ist tatsächlich so, daß man überall herholen möchte die Möglichkeiten, diesen grandiosen Übergang, der da stattfindet als Anbruch des Michael-Zeitalters, zu charakterisieren. Und mit allem, was anthroposophische Bewegung ist, muß man sich da drinnen fühlen. Denn all dieses Großartige, dieses Große, es lebt sich zunächst aus in dem schon in Unordnung gekommenen Menschenkarma. Wenn man denkt, wie allgemeine Wahrheit in den karmischen Zusammenhängen liegt, und wie die Welt so ist, daß selbst in diese allgemeinen karmischen Zusammenhänge die Ausnahmen eingreifen konnten durch Jahrhunderte hindurch, und wie die Forderung hereintritt, kosmische Ausnahmen wiederum in ihre Regeln zurückzuführen: dann wird man etwas empfinden — weil das die Aufgabe, die Mission der anthroposophischen Bewegung ist — von der großen Bedeutung und Tragweite der anthroposophischen Bewegung.

[ 26 ] Das, meine lieben Freunde, soll in Ihren Seelen ruhen, wenn Sie sich sagen: Diejenigen, die heute aus solcher Unterscheidung heraus den Drang fühlen, in das anthroposophische Leben hineinzukommen, sie werden mit dem Ablauf des 20. Jahrhunderts wiederum berufen, um an dem Kulminationspunkte die größtmögliche Ausbreitung der anthroposophischen Bewegung zu erreichen. Aber das kann nur geschehen, wenn diese Dinge leben können in uns, wenn leben kann die Anschauung von dem, was kosmisch-geistig hereinragt ins IrdischPhysische, wenn selbst in die irdische Intelligenz, in die Anschauung der Menschen hereinragt die Erkenntnis von der Bedeutung des Michael.

[ 26 ] Das, meine lieben Freunde, soll in Ihren Seelen ruhen, wenn Sie sich sagen: Diejenigen, die heute aus solcher Unterscheidung heraus den Drang fühlen, in das anthroposophische Leben hineinzukommen, sie werden mit dem Ablauf des 20. Jahrhunderts wiederum berufen, um an dem Kulminationspunkte die größtmögliche Ausbreitung der anthroposophischen Bewegung zu erreichen. Aber das kann nur geschehen, wenn diese Dinge leben können in uns, wenn leben kann die Anschauung von dem, was kosmisch-geistig hereinragt ins IrdischPhysische, wenn selbst in die irdische Intelligenz, in die Anschauung der Menschen hereinragt die Erkenntnis von der Bedeutung des Michael.

[ 27 ] Dieser Impuls muß die Seele sein des anthroposophischen Strebens; die Seele selbst muß darinnenstehen wollen in der anthroposophischen Bewegung. Damit werden wir die Möglichkeit finden, Gedanken von einer großen Tragweite durch einige Zeit in unseren Seelen nicht nur zu bewahren, sondern lebendig zu machen; so daß die Seelen durch diese Gedanken in anthroposophischer Weise sich ferner gestalten, damit die Seele in Wahrheit werde dasjenige, was sie sein soll, durch den unbewußten Drang zur Anthroposophie zu kommen — damit die Seele ergriffen werde von der Mission der Anthroposophie. Um dieses Ergriffensein einmal in einiger Ruhe auf sich wirken zu lassen, habe ich zu Ihnen in dieser letzten Stunde diese ernsten Worte gesprochen. Wir wollen sie fortsetzen, wenn wir wieder zusammenkommen. Wenn wir in den ersten Septembertagen zusammenkommen werden, werden wir die Fortsetzung dieser Betrachtungen haben. In der Zwischenzeit möchte ich an Ihrer aller Herzen gerade dasjenige gelegt haben, was ich heute abend sprechen mußte im Zusammenhang mit dem Karma der einzelnen Anthroposophen und der Anthroposophischen Gesellschaft.

[ 27 ] Dieser Impuls muß die Seele sein des anthroposophischen Strebens; die Seele selbst muß darinnenstehen wollen in der anthroposophischen Bewegung. Damit werden wir die Möglichkeit finden, Gedanken von einer großen Tragweite durch einige Zeit in unseren Seelen nicht nur zu bewahren, sondern lebendig zu machen; so daß die Seelen durch diese Gedanken in anthroposophischer Weise sich ferner gestalten, damit die Seele in Wahrheit werde dasjenige, was sie sein soll, durch den unbewußten Drang zur Anthroposophie zu kommen — damit die Seele ergriffen werde von der Mission der Anthroposophie. Um dieses Ergriffensein einmal in einiger Ruhe auf sich wirken zu lassen, habe ich zu Ihnen in dieser letzten Stunde diese ernsten Worte gesprochen. Wir wollen sie fortsetzen, wenn wir wieder zusammenkommen. Wenn wir in den ersten Septembertagen zusammenkommen werden, werden wir die Fortsetzung dieser Betrachtungen haben. In der Zwischenzeit möchte ich an Ihrer aller Herzen gerade dasjenige gelegt haben, was ich heute abend sprechen mußte im Zusammenhang mit dem Karma der einzelnen Anthroposophen und der Anthroposophischen Gesellschaft.