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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume IV
GA 238

5 September 1924, Dornach

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Erster Vortrag

Lecture I

[ 1 ] Es sind heute viele Freunde versammelt, welche seit der Weihnachtstagung zum ersten Male hier sind, und daher obliegt es mir, wenn auch mit wenigen Worten, einleitend auf die Weihnachtstagung hinzuweisen. Durch diese Weihnachtstagung sollte ja die Anthroposophische Gesellschaft einen neuen Impuls bekommen, und zwar denjenigen, der ihr eigen sein muß, wenn wirklich durch sie dasjenige Leben in würdiger Art fließen soll, das mit der Anthroposophie dem menschlichen Zivilisationsleben einverleibt werden soll. Es ist durchaus seit dieser Weihnachtstagung ein esoterischer Impuls in die Anthroposophische Gesellschaft gekommen. Diese Anthroposophische Gesellschaft war ja bisher sozusagen die Verwaltungsstätte für Anthroposophie. Anthroposophie war von ihrem Anfange an dasjenige, durch das fließt das spirituelle Leben, das heute und seit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts der Menschheit zugänglich ist. Diese anthroposophische Bewegung muß aber so aufgefaßt werden, daß, was von ihr hier auf Erden abläuft, eigentlich nur die äußere Erscheinung von etwas ist, das in der geistigen Welt sich vollzieht für die Entwickelung der Menschheit. Und wer in würdiger Weise der anthroposophischen Bewegung zugeneigt sein will, der muß sich schon auch damit bekannt machen, daß für das Gebiet der Anthroposophischen Gesellschaft selber die spirituellen Impulse gelten.

[ 1 ] Many friends have come here to-day for the first time since the Christmas Foundation Meeting and I must therefore speak of it, even if only briefly, by way of introduction. Through this Christmas Foundation the Anthroposophical Society was to be given a new impulse, the impulse that is essential if it is to be a worthy channel for the life which, through Anthroposophy, must find embodiment in human civilisation. Since the Christmas Foundation an esoteric impulse has indeed come into the Anthroposophical Society. Hitherto this society was as it were the administrative centre for Anthroposophy. From its beginning onwards, Anthroposophy was the channel for the spiritual life that has been accessible to mankind since the last third of the 19th century. Our conception of the Anthroposophical Movement, however, must be that what takes its course on earth is only the outer manifestation of something that is accomplished in the spiritual world for the furtherance of the evolution of humanity. And those who wish to be worthily connected with the Anthroposophical Movement must also realise that the spiritual impulses are also at work in the sphere of the Anthroposophical Society itself.

[ 2 ] Was hat es denn für eine Bedeutung, meine lieben Freunde, wenn der Mensch im allgemeinen theoretisch an eine geistige Welt glaubt? Theoretisch an eine geistige Welt glauben heißt, diese geistige Welt in die Gedanken aufnehmen. Aber die Gedanken der Menschen der Gegenwart sind heute selber so, wenn sie auch ihrer ureigensten Natur nach für den heutigen Menschen das Geistigste darstellen, daß sie zunächst so, wie sie sich als innerer Geist des Menschen ausgebildet haben im Laufe der letzten vier bis fünf Jahrhunderte, nur geeignet sind, Wahrheiten über das Materielle aufzunehmen. Und so hat die heutige Menschheit ein spirituelles Leben in Gedanken, erfüllt aber als allgemeine Zivilisations-Menschheit dieses spirituelle Gedankenleben nur mit materiellem Inhalte. Materieller Inhalt bleibt auch dasjenige, was man theoretisch über Anthroposophie weiß, bis hinzutritt die wirkliche innere, bewußte Überzeugungskraft: daß das Geistige ein konkretes Wirkliches ist, daß überall da, wo für den äußeren Menschensinn Materie lebt, Geist diese Materie nicht nur durchzieht und durchströmt, sondern daß zuletzt vor dem menschlichen wahren Blicke alles Materielle verschwindet, wenn er imstande ist, durch das Materielle zum Geistigen, zum Spirituellen durchzudringen.

[ 2 ] What does it really amount to when a man has a general, theoretical belief in a spiritual world? To believe in theory in a spiritual world means to receive it into one's thoughts. But although in their own original nature thoughts represent the most spiritual element in modern man, the thoughts themselves are such that in their development as inner spirit during the last four to five centuries, they are adapted only to receive truths relating to material existence. And so people to-day have a spiritual life in thoughts, but as members of contemporary civilisation they fill it with a material content only. Theoretical knowledge of Anthroposophy also remains a material content until there is added to it the inner, conscious power of conviction that the spiritual is concrete reality; that wherever matter exists for the outer eyes of men, not only does spirit permeate this matter, but everything material finally vanishes before man's true perception, when this is able to penetrate through the material to the spiritual.

[ 3 ] Dann aber muß ein solches Anschauen auch ausgedehnt werden auf alles dasjenige, was uns zunächst selber angeht. Selber geht uns an unsere Zugehörigkeit zur Anthroposophischen Gesellschaft. Für diese in der äußeren Sinneswelt bestehende Tatsache, für diese unsere Zugehörigkeit zur Anthroposophischen Gesellschaft müssen wir in der Lage sein, anzuerkennen das entsprechende Spirituelle, die spirituelle Bewegung, die in der geistigen Welt sich in der neueren Zeit entwickelte und im Erdenleben fortbestehen wird, wenn die Menschen ihr treu bleiben können. Sie wird fortbestehen sonst abseits vom Erdenleben. Sie wird fortbestehen zusammenhängend mit dem Erdenleben, wenn die Menschen in ihren Herzen die Kraft finden, ihr treu zu bleiben.

[ 3 ] But such perception must then extend also to everything that is our own close concern. Our membership of the Anthroposophical Society is such a concern; it is a fact in the outer world. And we must be able to recognise the spiritual reality corresponding to it, the spiritual movement which in the modern age unfolded in the spiritual world and will go forward in earthly life if men do but keep faith with it. Otherwise it will go forward apart from earthly life; its link with earthly life will be maintained if men find in their hearts the strength to keep faith with it.

[ 4 ] Daß aber nicht nur unsere theoretische Überzeugung dahin geht, daß hinter Mineralien, Pflanzen, Tieren und dem Menschen selber ein Geistiges schwebt, sondern daß auch hinter der Anthroposophischen Gesellschaft, die im Äußeren zur Maja, zur Illusion gehört, schwebt das spirituelle Urbild der anthroposophischen Bewegung, das ist dasjenige, was eindringen muß als tiefe Überzeugungskraft in das Herz jedes sich zur Anthroposophie Bekennenden. Und das muß in dem Wirken und in dem Arbeiten der Anthroposophischen Gesellschaft real werden. Oftmals habe ich gesagt, meine lieben Freunde, vor der Weihnachtstagung, man müsse unterscheiden zwischen anthroposophischer Bewegung, von der immer dasselbe gesagt werden müßte wie heute, und zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft, die eine äußere exoterische Verwaltungsstätte für den anthroposophischen Esoterismus war. Seit Weihnachten ist das Gegenteil der Fall. Zur Weihnachtszeit trat die schwierige Entschliessung heran, ob ich selber Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft werden soll. Ich betrachtete in allen vorangehenden Jahren des Bestandes der Anthroposophischen Gesellschaft mich als den nicht mit der Verwaltung verknüpften Lehrer der anthroposophischen Sache, und ich habe in den verschiedensten Dingen, die in Betracht kommen, das strenge durchgeführt. Die Anthroposophische Gesellschaft wurde als solche von anderen geleitet. Mir oblag, innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, insofern es der einzelne oder ihre Gruppen wollten, die anthroposophische Sache zur Geltung zu bringen.

[ 4 ] It is not enough to acknowledge theoretically that spiritual reality hovers behind mineral, plant, animal and man himself; what must penetrate as deep conviction into the heart of every professed Anthroposophist is that behind the Anthroposophical Society too—which in its outward aspect belongs to the world of maya, of illusion—there hovers the spiritual archetype of the Anthroposophical Movement. This conviction must take real effect in the work and activity of the Anthroposophical Society. Before the Christmas Foundation Meeting I often said that a distinction must be made between the Anthroposophical Movement and the Anthroposophical Society, which was an exoteric administrative centre for anthroposophical esotericism. Since Christmas, the opposite holds good. In all previous years I considered myself to be the teacher of Anthroposophy apart altogether from the affairs of administration, and I adhered strictly to this principle. The Anthroposophical Society as such was directed by others. What devolved upon me was to present Anthroposophy to the Groups who wished for this.

[ 5 ] Unsere Freunde werden ja im Laufe dieser Vorträge oder aber sonst Gelegenheit haben, erkennen zu lernen, was es heißt, in tätiger Weise auf dem Erdenplane dasjenige auszuarbeiten, was sich heute in der spirituellen Welt offenbaren will. Und die Schwierigkeiten sollten eingesehen werden, welche damit verknüpft sind, wenn sozusagen zu diesem Verhältnis zur geistigen Welt eine äußere Verwaltung hinzutreten soll. Und es lag durchaus um die Weihnachtszeit die Eventualität vor: Entweder werden diejenigen geistigen Mächte, welche uns die Anthroposophie geben, Anstoß nehmen daran, daß die äußere Verwaltung nun herangezogen wird an die Esoterik selber, oder aber es wird etwas anderes eintreten. Daher war der Entschluß der denkbar schwierigste, der damals zu fassen war. Denn es konnte durchaus auch die Möglichkeit da sein, daß die Ströme geistigen Lebens, die uns zugeflossen sind, gerade durch einen solchen Entschluß hätten gefährdet werden können.

[ 5 ] In the course of the lectures now being given, or in some other way, friends will be able to understand what it means to present on the earthly plane- what is revealed in the spiritual world to-day; and the difficulties that arise when external administrative requirements are added to this connection with the spiritual world should be realised. At Christmas there was this eventuality: either the Spiritual Powers who endow us with Anthroposophy would take exception to the outer administrative business being connected in some way with esotericism itself, or something different would result. Hence the decision that had then to be taken was an extremely difficult one. For it might well have happened that the stream of spiritual life that has been vouchsafed to us would have been endangered as a result.

[ 6 ] Dennoch mußte der Entschluß gefaßt werden, weil die Vorbedingungen so lagen, daß nunmehr das Gegenteil eintreten mußte von dem, was ich eben vorhin charakterisiert habe, wenn die anthroposophische Sache weiter mit der Anthroposophischen Gesellschaft in Verbindung bleiben sollte. Es mußte für die Zukunft die Anthroposophische Gesellschaft selber diejenige Stätte sein, durch die unmittelbar das esoterische Leben fließt und die selber esoterisch wirkt und sich ihres esoterischen Wirkens bewußt wird.

[ 6 ] Nevertheless, the decision was essential if Anthroposophy was to remain connected with the Anthroposophical Society. In future the Anthroposophical Society itself must be the centre through which the esoteric life flows, and must be conscious of it.

[ 7 ] Dazu mußte der esoterische Vorstand geschaffen werden am Goetheanum. Dazu mußte anerkannt werden, daß diesem Vorstande in seiner Ganzheit eine esoterische Aufgabe obliegt und daß in der Zukunft alles dasjenige, was durch die Anthroposophische Gesellschaft fließt, nicht nur anthroposophische Substanz ist, die aufzunehmen ist, sondern daß für die Zukunft außerdem, daß Anthroposophie gelehrt wird, Anthroposophie getan werde, das heißt, in allen äußeren Maßnahmen Anthroposophie wirkt.

[ 7 ] The esoteric Vorstand had then to be created at the Goetheanum. It was necessary to recognise that an esoteric task devolves upon this Vorstand as a whole and that in the future everything that flows through the Anthroposophical Society must not only be material to be assimilated but that Anthroposophy, as well as being a teaching, must be put into effect in all external measures.

[ 8 ] Dazu bedarf es der Anerkennung jener realen Kräfte, welche verbinden müssen die einzelnen in der Gesellschaft vereinigten Persönlichkeiten. Diese Kräfte können keine Kräfte sein, die unter irgendeinem Programm oder Satze stehen, die durch abstrakte Sätze zusammengefaßt werden. Allein dasjenige kann im esoterischen Sinne die Anthroposophische Gesellschaft begründen und halten, was als reale menschliche Beziehungen vorhanden ist. So muß in der Zukunft alles auf die realen menschlichen Beziehungen im weitesten Sinne begründet sein, auf das konkrete, nicht auf das abstrakte geistige Leben.

[ 8 ] It was necessary that there should be recognition of those forces which .must unite the individual personalities in the Society. Such forces cannot be the subject of any programme or abstractly formulated statements. Human relationships in the truly esoteric sense can provide the only foundation for the Anthroposophical Society. In the future, therefore, everything must be based upon real human relationships in the widest sense, upon concrete, not abstract, spiritual life. . .

[ 9 ] Man muß nur in der Lage sein, dieses konkrete geistige Leben als solches aufzufassen und es in den geringsten Einzelheiten des Lebens zu sehen. Ich möchte eine recht winzige Einzelheit anführen. Wir haben beschlossen, als dieser Impuls aufgenommen wurde, jedem unserer Mitglieder ein neues Mitglieds-Zertifikat zu geben. Da die Anthroposophische Gesellschaft mittlerweile bis zu zwölftausend Mitgliedern angewachsen ist, handelte es sich nun darum, diese zwölftausend Mitglieder-Zertifikate auszustellen, und ich mußte trotz des Einwandes, den viele gemacht haben, den Entschluß fassen — wie gesagt, es ist eine winzige Sache —, jedes einzelne Mitglieds-Zertifikat selber zu unterschreiben. Das ist natürlich eine Arbeit von vielen Wochen. Was bedeutet sie aber? Nicht irgendeinen Eigensinn, nicht irgendeine äußere Verwaltungsmaßregel, sondern das bedeutet sie, daß meine Augen geruht haben auf dem Namen desjenigen, der das Mitglieds-Zertifikat empfängt. Es ist eine menschliche Beziehung, allerdings zunächst winzigen Inhaltes, aber es ist eine menschliche Beziehung.

[ 9 ] It is a matter of grasping the reality of the spiritual life as such and putting it into practice in every detail of existence. Let me speak of one small matter. We decided to issue a new membership card to each of our members, of whom there are now twelve thousand. It was therefore a matter of preparing this number of membership cards, and in spite of an objection made by several people, I was obliged to decide to sign each card myself. This was naturally a task that took several weeks. But what does it mean? It means that my eyes have rested upon the name of the one who receives the card of membership. This is not the outcome of anything like arrogance, nor is it a purely administrative matter. It is the expression of a human relationship, perhaps a seemingly unimportant one at first, but for all that it is a human relationship.

[ 10 ] So unterscheiden sich menschliche Beziehungen, die Tatsachen sind, von dem, was bloße Verwaltungsmaßregeln sind, was bloß in Programmen und Paragraphen steht. Nichts von dem, was real durch die Anthroposophie fließt, darf in Satzungen und Paragraphen stehen, sondern alles muß wirkliches Leben sein. Allein wirkliches Leben kann die Esoterik aufnehmen.

[ 10 ] In this way, human relationships—which are facts— differ from administrative regulations and statements contained in programmes and paragraphs. The content of Anthroposophy cannot be formulated in sentences and clauses but must be life, real life, which alone can assimilate esotericism.

[ 11 ] So muß gesagt werden, seit der Weihnachtstagung sind anthroposophische Sache und Anthroposophische Gesellschaft nicht mehr zu unterscheiden, sind eines geworden. Daß das im Bewußtsein jedes einzelnen Mitgliedes ist, das ist dasjenige, um was es sich handelt.

[ 11 ] And so it must be emphasised that since the Christmas Foundation, Anthroposophy and the Anthroposophical Society are no longer to be distinguished from each other, for they have become one. What matters above all is that every single member shall be conscious of this.

[ 12 ] Es könnte Ihnen vorkommen, meine lieben Freunde, das sei eine Selbstverständlichkeit. Denken Sie darüber nach, und Sie werden finden, daß die völlig herzliche Durchführung davon nicht eine Selbstverständlichkeit ist, sondern daß es sogar recht schwierig ist, die Sache in jedem Augenblick seines Lebens durchzuführen.

[ 12 ] It may seem to you that this is a natural matter of course, but if you think about it you will find that it is by no means an easy matter; it is actually extremely difficult to act in accordance with it every minute of one’s life.

[ 13 ] Nun handelt es sich darum, ich möchte sagen, unter der wirklichen Sorge zunächst zu stehen: Wird spirituelles Leben weiter unter diesen Bedingungen durch die Anthroposophische Gesellschaft fließen, wie sie durch die anthroposophische Bewegung geflossen ist?

[ 13 ] Anxiety is inevitable as to whether, under these conditions, spiritual life will continue to flow through the Anthroposophical Society as it did through the Anthroposophical Movement.

[ 14 ] Das aber darf gesagt werden, nachdem wir jetzt viele Monate unter den Wirkungen der Weihnachtstagung stehen, uns bemühen, treu zu bleiben dem, was wir dazumal mit der spirituellen Grundsteinlegung der Anthroposophischen Gesellschaft gemeint haben, das dürfen wir uns sagen: Dasjenige, was geflossen ist seit Jahren, es fließt in reicherem Maße weiter. Und wir dürfen auch sagen, daß die Herzen sich noch mehr aufgeschlossen haben allüberall, wo der mehr esoterische Zug, der seit der Weihnachtstagung durch alles, was anthroposophische Arbeit ist, fließt, wo dieser mehr esoterische Zug eben da ist.

[ 14 ] However, now that we have been living for many months under the influence of the Christmas Foundation, endeavouring to be true to what was intended in the laying of the spiritual Foundation Stone of the Anthroposophical Society, we may justifiably say to ourselves that what has been flowing to us for years is flowing in even greater abundance. It may also be said that hearts have been even more receptive wherever the more esoteric trend, which since the Christmas Foundation has pervaded all anthroposophical work.

[ 15 ] Fassen Sie die ganze Bedeutung dieses Wortes, wie ich es aus den Erfahrungen der letzten Monate heraus zu sprechen habe, in Ihrem Herzen auf, meine lieben Freunde! Ein solches Auffassen wird in der Zukunft vielfach mit beitragen, den rechten Boden jenem spirituellen Grundstein zu geben, den wir zur Zeit der Weihnachtstagung für die Anthroposophische Gesellschaft gelegt haben.

[ 15 ] Take the whole significance of what I have said as the result of the experiences of recent months, into your hearts, my dear friends. Such a conception will in the future contribute in many ways to the provision of the right soil for that spiritual Foundation Stone which was laid for the Anthroposophical Society at the time of the Christmas Meeting.

[ 16 ] Und damit komme ich auf das zu sprechen, was auch orientierend heute in diesem Einleitungsvortrage auf dasjenige hinweisen soll, was ich Ihnen in den nächsten Tagen zu sagen haben werde, hinweisen soll darauf, wie die anthroposophische Bewegung jetzt in diesem ernsten Augenblicke im Grunde genommen zu ihrem Keime zurückkehrt. Als aus dem Schoße der Theosophischen Gesellschaft heraus im Beginne des Jahrhunderts in Berlin die Anthroposophische Gesellschaft begründet worden ist, da spielte sich etwas sehr Eigentümliches ab. Während der Begründung der Anthroposophischen Gesellschaft, das heißt der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, hielt ich in Berlin Vorträge über «Anthroposophie». Damit war von vornherein meinem Wirken derjenige Impuls aufgedrückt, der später die anthroposophische Bewegung ausgemacht hat.

[ 16 ] And this brings me to speak of what I shall have to say to you in the coming days, for which this introductory lecture is intended to provide guiding lines. I want to show how at this serious point in its existence the Anthroposophical Movement is actually returning to its own germinal impulse. When at the beginning of the century the Anthroposophical Society came into being out of the framework of the Theosophical Society, something very characteristic was foreshadowed. While the Anthroposophical Society—then the German Section of the Theosophical Society—was in process of formation, I gave lectures in Berlin on Anthroposophy. Therewith, at the very outset, my work was given the hallmark of the impulse which later became an integral part of the Anthroposophical Movement.

[ 17 ] Aber noch etwas anderes ist es, an das ich heute erinnern darf. Das erste, was ich dazumal einem ganz kleinen Kreise ankündigte, trug für ein paar Vorträge den Titel: «Praktische Karma-Übungen». Ich fühlte den allerlebhaftesten Widerstand gegen die Ausführung dieses Vorhabens dazumal. Und vielleicht wird sich das allerälteste Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft, das zu unserer groBen Freude heute wiederum hier ist — Herr Günther Wagner, den ich aufs herzlichste wie eine Art von Senior der Anthroposophischen Gesellschaft hier begrüßen möchte —, daran erinnern, wie stark dazumal der Widerstand gegen vieles war, was vom Anfange an von mir der anthroposophischen Bewegung einverleibt werden sollte. Es kam nicht zu diesen Vorträgen. Es kam nicht dazu, jene Esoterik zu pflegen gegenüber den Strömungen, die sonst da waren aus der theosophischen Bewegung heraus, jene Esoterik zu pflegen, die in ganz unverhohlener und unbefangener Weise in Wahrheit von dem spricht, was eigentlich theoretisch immer da war.

[ 17 ] Apart from this, I can remind you to-day of something else.—The first few lectures I was to give at that time to a very small circle were to have the title, “Practical Exercises for the Understanding of Karma.” I became aware of intense opposition to this proposal. And perhaps Herr Guenther Wagner, now the oldest member of the Anthroposophical Society, who to our great joy is here to-day and whom I want to welcome most cordially as an Elder of the society, will remember how strong was the opposition at that time to much that from the beginning onwards I was to incorporate in the Anthroposophical Movement. Those lectures were not given. In face of the other currents emanating from the Theosophical Movement it was not possible to proceed with the cultivation of the esotericism which speaks unreservedly of the reality of what was always there in the form of theory.

[ 18 ] Seit der Weihnachtstagung wird hier in diesem Saale, wird an den verschiedenen Orten, an denen ich sprechen durfte, in ganz unverhohlener Weise vom konkreten Wirken des menschlichen Karma in geschichtlichen Erscheinungen, in einzelnen Menschen gesprochen. Und heute sind eine Anzahl unserer Anthroposophen bereits unterrichtet, wie die verschiedenen Erdenleben bedeutsamer Persönlichkeiten verlaufen sind, wie das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft selber und das mit ihr verbundene einzelner Persönlichkeiten sich gestaltet hat. Seit der Weihnachtstagung wird über diese Dinge ganz esoterisch gesprochen. Seit der Weihnachtstagung sind unsere Zyklen öffentlich, jedem, der dafür Interesse hat, zugänglich. So sind wir eine esoterischere und zu gleicher Zeit völlig öffentliche Gesellschaft geworden.

[ 18 ] Since the Christmas Foundation, the concrete working of karma in historical happenings and in individual human beings has been spoken of without reserve in this hall [The temporary lecture-hall in the “Schreinerei” (workshop) at the Goetheanum.] and in the various places I have been able to visit. And a number of Anthroposophists have already heard how the different earthly lives of significant personalities have run their course, how the karma of the Anthroposophical Society itself and of the individuals connected with it has taken shape. Since the Christmas Foundation these things have been spoken of in a fully esoteric sense; but since the Christmas Foundation, also, our printed Lecture-Courses have been accessible to everyone interested in them. We have thus become an esoteric and at the same time a completely open society.

[ 19 ] Damit kehren wir in einem gewissen Sinne zu dem Ausgangspunkt zurück. Damals war Absicht, was jetzt Wirklichkeit werden soll. Da viele unserer Freunde seit der Weihnachtstagung jetzt zum erstenmal hier sind, werde ich gerade die Karma-Frage vor Ihnen hier in den nächsten Tagen behandeln. Dazu werde ich mir nur erlauben, heute eine Art von Einleitung zu geben, indem ich von denjenigen Dingen spreche, die auch in den dieswöchigen «Mitteilungen», wenn auch skizzenhaft, angedeutet sind.

[ 19 ] Thus we return in a certain sense to the starting-point. What must now be reality was then intention. As many friends are here for the first time since the Christmas Foundation, I shall be speaking to you in the coming lectures on questions of karma, giving a kind of introduction to-day by speaking of things which are also indicated, briefly, in the current News Sheet for members of the society.

[ 20 ] Zur Erlangung — das geht ja aus unserer anthroposophischen Literatur hervor — derjenigen Erkenntnisse, die in der geistigen Welt auf Tatsachen und Wesenheiten dieser geistigen Welt deuten, zur Erforschung dieser Tatsachen gehört die Entwickelung des menschlichen Bewußtseins. Wir werden schon hören, wie diese durch die Entwickelung des menschlichen Bewußtseins erforschte geistige Welt dann dem unbefangenen gesunden Menschenverstande begreiflich werden kann. Das muß immer berücksichtigt werden: Zur Erforschung der geistigen Welt gehört die Entwickelung anderer Bewußtseinszustände; zum Auffassen, zum Verstehen dessen, was der Geistesforscher zutage bringt, gehört nur der gesunde Menschensinn, der gesunde Menschenverstand, der wirklich unbefangen sich entfalten will.

[ 20 ] As is clear from our anthroposophical literature, the development of human consciousness is bound up with the attainment of those data of knowledge which point to facts and beings of the spiritual world and with penetration into these facts. We shall hear how this spiritual world, the penetration into which has become possible through the development of human consciousness, can then be intelligible to the healthy, unprejudiced human intellect. It must always be remembered that although actual penetration into the spiritual world requires the development of other states of consciousness, the understanding of what the spiritual investigator brings to light requires only the healthy human intellect, the healthy human reason that endeavours to put prejudice aside.

[ 21 ] Damit stößt man allerdings sogleich, indem man dieses ausspricht, auf harte Widerstände im Denkleben der Gegenwart. Als ich in Berlin dasselbe, was ich jetzt sagte, einmal aussprach, da erschien ein wohlwollender Artikel über meinen öffentlichen, vor einer großen Zuhörerschaft gehaltenen Vortrag. Dieser Artikel besagte: Herr Steiner habe gesagt, der gesunde Menschenverstand könne einsehen, was in den spirituellen Welten erforscht wird. Aber die ganze Entwickelung der neueren Zeit habe uns gelehrt, daß derjenige Verstand, der gesund ist, nichts vom Übersinnlichen einsieht und daß derjenige Verstand, der etwas vom Übersinnlichen einsieht, ganz gewiß nicht gesund ist. — Man muß schon sagen: In einer gewissen Beziehung ist das die allgemeine Ansicht der gebildeten Leute der Gegenwart. Ist man nicht verrückt — so heißt es in nüchternes Deutsch übersetzt —, so versteht man nichts von der übersinnlichen Welt; versteht man etwas von der übersinnlichen Welt, so ist man ganz gewiß verrückt! — Das ist ja dieselbe, nur etwas deutlichere Art, über die Sache zu sprechen.

[ 21 ] In saying this, one immediately meets stubborn obstacles in the modern life of thought. When I once said the same thing in Berlin, a well-meaning article appeared on the subject of the public lecture I had given before a large audience. This article was to the following effect: Steiner maintains that the healthy human intellect can understand what is investigated in the spiritual world. But the whole trend of modern times has taught us that the healthy human intellect can know nothing of the super-sensible world, and that if it does, it is certainly not healthy! It must be admitted that in a certain sense this is the general opinion of cultured people at the present time. What it means, translated into bald language, is this: If a man is not mad, he understands nothing of the super-sensible world; if he does, then he is certainly mad! That is the same way of speaking about the subject, only put rather more plainly.

[ 22 ] Daher muß man sich schon damit beschäftigen, einzusehen, inwieferne der gesunde Menschenverstand die Ergebnisse der Geistesforschung, die durch Entwickelung anderer Bewußtseinszustände erlangt wird, einsehen kann. Wir bewaffnen seit Jahrhunderten unsere äußeren Sinne mit Instrumenten, mit Teleskop, mit Mikroskop. Auch der Geistesforscher bewaffnet seine äußeren Sinne mit dem, was er in seiner Seele selber entwickelt. Die Naturforschung ist nach außen gegangen, hat sich der äußeren Werkzeuge bedient. Die Geistesforschung geht nach innen, bedient sich der inneren Werkzeuge, die die Seele in treulichem Seelenleben ausbildet.

[ 22 ] We must try to comprehend, therefore, how far the healthy human intellect can gain insight into the results of spiritual investigation achieved through the development of states of consciousness other than those we are familiar with in ordinary life. For centuries now we have been arming our senses with laboratory apparatus, with telescopes, microscopes and the like. The spiritual investigator arms his outer senses with what he himself develops in his own soul. Investigation of nature has gone outwards, has made use of outer instruments. Spiritual investigation goes inwards, makes use of the inner instruments evolved by the soul in steadfast activity of the inner life.

[ 23 ] Nun möchte ich Ihnen heute einleitend die Entfaltung anderer Bewußtseinszustände dadurch nahebringen, daß ich die Bewußtseinszustände, die die gewöhnlichen der Menschen der Gegenwart sind, zusammenstelle, zunächst bloß zusammenstelle mit denjenigen Bewußtseinszuständen, die einmal in älteren, nicht historischen, aber vorhistorischen primitiven Entwickelungszuständen der Menschheit vorhanden waren.

[ 23 ] By way of introduction to-day I want to help you to understand the evolution of other states of consciousness, first of all simply by comparing those that are normal in present-day man with those that were once present in earlier, primitive—not historic but prehistoric—conditions of human evolution.

[ 24 ] Der Mensch lebt heute in drei Bewußtseinszuständen, von denen eigentlich nur der eine von ihm als die Quelle von Erkenntnissen anerkannt wird: Der Mensch lebt in den Zuständen des gewöhnlichen Wachseins, er lebt in dem Zustande des Traumbewußtseins, und er lebt in dem Zustande des traumlosen Schlafbewußtseins.

[ 24 ] Man lives to-day in three states of consciousness, only one of which, really, he recognises as a source of knowledge. They are: Ordinary waking consciousness; Dream consciousness; and Dreamless sleep consciousness.

[ 25 ] Im gewöhnlichen Bewußtsein, im Wachbewußtsein, stellen wir uns zur Außenwelt so, daß wir alles, was wir dutch die Sinne erfassen können, für eine Wirklichkeit hinnehmen und auf uns wirken lassen, daß wir dieses äußere Sinnliche mit unserem an das Gehirn gebundenen Verstand, oder wenigstens an den Menschen gebundenen Verstand erfassen, uns Vorstellungen, Begriffe, auch wohl Gefühle und so weiter über das durch die Sinne Aufgenommene bilden. Wir erfassen dann in gewissen Grenzen unser eigenes Innenleben innerhalb dieses wachen Bewußtseins. Und wir kommen durch allerlei Erwägungen, Ideenentwickelungen dazu, ein Übersinnliches anzuerkennen über diesem Sinnlichen. Ich brauche diesen Bewußtseinszustand nicht weiter zu beschreiben; er ist ja jedem als derjenige, den er eigentlich für sein Erkenntnis- und Willensleben auf Erden anerkennt, bekannt.

[ 25 ] In ordinary waking consciousness we confront the outer world in such a way that we accept as reality what can be grasped through the senses, and allow it to work upon us; we grasp this outer, material world with the intellect that is bound to the brain, or at any rate to the human organism, and we form ideas, concepts, emotions and feelings, too, about what has been taken in through the senses. Then in this waking consciousness we grasp the reality of our own inner life—within certain limits. And through all kinds of reflection, through the development of ideas, we come to acknowledge the existence of a super-sensible element above material things. I need not further describe this state of consciousness; it is known to everyone as the state he recognises as pertaining to his life of knowledge and of will here on earth.

[ 26 ] Das Traumbewußtsein, es ist für den Menschen der Gegenwart ein undeutliches, ein dämmerhaftes. Der Mensch schaut im Traumbewußtsein das, was in der Außenwelt ist, in einer symbolischen Umgestaltung, der er sich nicht immer bewußt wird. Wir liegen des Morgens im Bette noch im Aufwachezustand, so daß wir nicht durch unsere vollgeöffneten Augen auf die aufgehende Sonne hinausblicken, sondern dem noch umflorten Blicke offenbart sich das Sonnenlicht hereinscheinend zum Fenster. Der Mensch ist noch wie durch einen dünnen Schleier getrennt von dem, was er sonst in scharf konturierten Sinnesempfindungen, scharf konturierten Sinneswahrnehmungen auffaßt: innen wird die Seele angefüllt mit der Vorstellung einer mächtigen Feuersbrunst. Die mächtige Feuersbrunst, von der der Mensch träumt, ist das Symbolum für das, was im Sonnenaufgange herleuchtet auf das noch nicht vollständig erschlossene Auge.

[ 26 ] For the man of the present time, dream consciousness is indistinct and dim. In dream consciousness he sees things of the outer world in symbolic transformations which he does not always recognise as such. A man lying in bed in the morning, still in the process of waking, does not look out at the rising sun with fully opened eyes; to his still veiled gaze the sunlight reveals itself by shining in through the window. He is still separated as by a thin veil from what at other times he grasps in sharply outlined sense-experiences and perceptions. Inwardly, his soul is filled with the picture of a great fire; the heat of the fire in his dream symbolises the shining in of the rising sun upon eyes not yet fully opened.

[ 27 ] Oder aber der Mensch träumt, er ginge durch eine Allee von weißen Steinen, die eine Straße begrenzen, hindurch. Er kommt an einen der Steine; er findet ihn durch irgendeine Naturerscheinung oder durch Menschen oben zerstört. Der Mensch wacht auf: An dem Zahnschmerz, den er hat, nimmt er die Schadhaftigkeit eines Zahnes wahr. Die zwei ganzen Zahnreihen haben sich symbolisiert in dem, was der Mensch im Traume gesehen hat; der schadhafte Zahn an dem schadhaften Pflock.

[ 27 ] Or again, someone may dream that he is passing through lines of white stones placed along each side of a roadway. He comes to one of the stones and finds that it has been demolished by some force of nature or by the hand of man. He wakes up; the toothache he feels makes him aware of the decayed state of a tooth. The two rows of teeth have been symbolised in his dream-picture; the decayed tooth, in the image of the demolished stone.

[ 28 ] Wir nehmen wahr, wir seien in einem überheizten Zimmer, in dem wir uns unbehaglich fühlen. Wir wachen auf: Das Herz pocht kräftig, der Puls schlägt schnell. Die Feurigkeit der Herzbewegung und des Pulses symbolisieren sich in dem überhitzten Zimmer. Innere und äußere Zustände symbolisieren sich uns im Traume; Reminiszenzen des Tageslebens, in mannigfaltigster Weise umgestaltet, zu ganzen Traumdramen ausgebildet, erfüllen den Menschen. Er weiß nicht immer, wie die Dinge sich in dem wunderbaren Umfange seines Seelenlebens ausgestalten. Und oftmals ist der Mensch gerade über dieses Traumesleben, das ja auch ins Wachleben hereinspielen kann, wenn das Bewußtsein nur irgendwie herabgedämpft ist, in einem leichten Wahne befangen.

[ 28 ] Or we become aware of being, apparently, in an overheated room where we feel discomfort. We wake up: the heart is thumping vigorously and the pulse beating rapidly. The feverish movement of the heart and pulse is symbolised in the overheated room. Inner and outer conditions are symbolised in dream; reminiscences of the life of day, transformed and elaborated in manifold ways into whole dream-dramas, absorb the sleeper's attention. Nor does he by any means always know to what extent things are elaborated in the miraculous arena of his life of soul. And concerning this dream-life, which may play over into waking life when consciousness is dimmed in any way, he often labours under slight illusions.

[ 29 ] Ein Naturforscher geht durch eine Straße an einer Buchhandlung vorbei. Er sieht ein Buch über niedere Tierwelt, ein Buch, das ihn immer außerordentlich interessiert hat, denn er ist ja ein Naturforscher. Jetzt aber, trotzdem der Titel ankündigt, daß etwas für einen Naturforscher außerordentlich Wichtiges drinnensteht, interessiert ihn das gar nicht, sondern plötzlich, indem er nur hinstarrt auf das, was er sonst immer mit dem höchsten Interesse angeschaut hätte, hört er in der Ferne einen Leierkasten eine ihm zunächst ganz entfallene Melodie abspielen. Er wird ganz aufmerksam. Denken Sie: Der Naturforscher sieht auf dem Titel eines Buches eine naturwissenschaftliche Abhandlung. Er wird nicht aufmerksam darauf, sondern das Spielen eines entfernten Leierkastens, den er sonst gar nicht gehört hätte, ist, was ihn fesselt. Was ist es? Vor vierzig Jahren, als er noch ganz jung war, tanzte er zum ersten Male in seinem Leben mit seiner ersten Tänzerin nach derselben Melodie, die jetzt der Leierkasten abspielt. Die Leierkastenmelodie, die er seit vierzig Jahren nicht gehört hat, erinnert ihn an dieses Ereignis. Der Naturforscher ist nüchtern geblieben, daher erinnerte er sich ziemlich genau an die Sache.

[ 29 ] A scientist is passing a bookshop in a street. He sees a book about the lower animal species—a book which in view of his profession has always greatly interested him. But now, although the title indicates a content of vital importance to a scientist, he feels not the faintest interest: and then, suddenly, as he is merely staring at what otherwise he would have seen with keen excitement, he hears a barrel-organ in the distance playing a melody which at first entirely escapes his memory ... and he becomes all attention.—Just think of it: the man is looking at the title of a scientific treatise; he pays no attention to it but is gripped by the playing of a distant barrel-organ which in other circumstances he would not have listened to for a moment. What is the explanation? Forty years ago, while still quite young, he had danced for the first time in his life, with his first partner, to the same tune; he is reminded of this by the tune which he has not heard for forty years, played on the barrel-organ! Because he has remained very matter-of-fact, the scientist remembers the occasion pretty accurately.

[ 30 ] Der Mystiker kommt oftmals dazu, solch ein Ereignis innerlich so umzugestalten, daß es etwas ganz anderes wird. Gerade derjenige, der mit aller innerer Gewissenhaftigkeit an die Erforschung des geistigen Lebens geht, muß sich auch alles, was an Wahn und Illusion auftritt innerhalb des menschlichen Seelenlebens, ganz genau vor Augen stellen können. Man kann sehr leicht glauben, indem man sich in das Seelenleben sozusagen vertieft, einen innerlichen Weg zu dem oder jenem Geistigen gefunden zu haben; aber man hat nur die umgestaltete Reminiszenz einer Leierkastenmelodie. Dieses Traumleben ist etwas Wunderbares, etwas Großartiges, aber es ist vom Menschen richtig aufzufassen nur dann möglich, wenn er wirklich geistdurchbildet vor den Erscheinungen des menschlichen Lebens stehen kann.

[ 30 ] The mystic often comes to the stage of inwardly transforming a happening of this kind to such an extent that it becomes something entirely different. One who with deep and sincere conscientiousness embarks upon the task of penetrating into the spiritual life must also keep strictly in mind all the deception and illusion that may arise in the life of the soul. In deepening his life of soul a man can very easily believe that an inner path has been discovered to some spiritual reality, whereas in fact it is no more than the transformed reminiscence of a barrel-organ melody! This dream-life is full of wonder and splendour, but can be rightly understood only by one who is able to bring spiritual insight to bear upon the appearances of human life.

[ 31 ] Und wenn wir das tiefe Schlafesleben betrachten, das traumlos ist, so hat ja der Mensch von diesem tiefen Schlafesleben im gewöhnlichen heutigen Bewußtsein nichts anderes als die Erinnerung, daß etwa die Zeit verlaufen sein kann zwischen seinem Einschlafen und Aufwachen. Alles übrige muß er wiederum mit Hilfe seines Wachzustandes erleben. Ein allgemeines dumpfes Fühlen, wie man dagewesen ist zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, das ist alles, was aus dem traumlosen Schlaf zurückbleibt.

[ 31 ] Of the life of deep, dreamless sleep, man has in his ordinary consciousness nothing more than the remembrance that time continues to flow between the moment of falling asleep and the moment of waking. Everything else he has to experience again with the help of his waking consciousness. A dim, general feeling of having been present between the moments of falling asleep and waking is all that remains from dreamless sleep.

[ 32 ] Jedoch wir haben heute schon diese drei Bewußtseinszustände: das Wachbewußtsein, das Traumbewußtsein, das traumlose Schlafbewußtsein. Gehen wir aber zurück in Urzeiten menschlicher Entwickelung — wie gesagt, nicht in historische, sondern in vorhistotische Zeiten, die nur mit jenen Mitteln der Geistesforschung durchdrungen werden können, von denen hier in den nächsten Tagen gesprochen werden soll —, dann finden wir auch drei Bewußtseinszustände des Menschen, aber ganz anderer Art. Dasjenige, was wir heute im wachen Tagesbewußtsein erleben, erlebte man damals nicht, sondern man erlebte in uralten Zeiten menschlicher Entwickelung statt scharf konturierter materieller, festbegrenzter Tatsachen: Wesenheiten, verschwommene physische Grenzen.

[ 32 ] Thus we have to-day these three states of consciousness: waking consciousness, dream consciousness, dreamless sleep consciousness. If we go back into very early ages of human evolution—not, as I said, in historic times but prehistoric times accessible only to those means of spiritual investigation of which we shall be speaking here in the coming days—then we also find three states of consciousness, but essentially different in character. What we experience to-day in our waking hours was not experienced by the men of those primeval times; instead of material objects and beings with clear shapes and sharp edges, they saw all the physical boundaries blurred.

[ 33 ] In solchen Zeiten würde ein Mensch, der Sie alle hier gesehen hätte, wie Sie hier sitzen, nicht die scharfen Konturen, die heute Ihre Menschenwesenheit bedingen, so als Linie gesehen haben, wie er sie heute sieht, sondern die Gestalt wäre verschwommen gewesen für das gewöhnliche Wachbewußtsein; überall durchdrungen wäre dasjenige gewesen, was man heute sieht und was damals undeutlicher gewesen wäre, von einem Aurischen, von einem geistigen Leuchten und Glänzen und Schimmern und Schillern, das weit über den Umfang, den man heute sieht, hinausgegangen wäre. Alle, die Sie hier sitzen, würden Ihre Auren für den Auffassenden ineinandergehend gezeigt haben. Und ein solcher Auffassender hätte hineingeschaut in diese schillernden, glänzenden, scheinenden, glitzernden Auren des Seelischen derjenigen, die vor ihm sind. Noch hineinschauen konnte man in das Seelische, denn der Mensch lebte in der Atmosphäre des Seelisch-Geistigen.

[ 33 ] In those times a man who might have looked at you all sitting here would not have seen the sharp outlines demarcating you as human beings to-day; he would not, like a man to-day, have seen these contours bound by so many lines, but for his ordinary waking consciousness the forms would have been blurred; they would have lacked definition. Everything would have been seen with less precision, would have been pervaded by an aura, by a spiritual radiance, a glimmering, glistening iridescence extending far beyond the circumference that is perceived to-day. The onlooker would have seen how the auras of all of you sitting here are interwoven. He would have gazed into these glimmering, sparkling, iridescent auras of the soul-life of those in front of him. It was still possible in those days to gaze into the life of soul because the human being was bathed in an atmosphere of soul-and-spirit.

[ 34 ] Wenn ich einen Vergleich gebrauchen darf: Gehen wir heute nach einem heiteren, trockenen Tag abends durch die Straßen, dann sehen wir nach einem solchen Tage die Straßenlaternen so, daß sie uns die scharfen Konturen der Lichter zeigen. Gehen wir an einem nebeligen Abend durch die Straßen, so zeigen uns dieselben Laternenlichter um sich herum allerlei farbige Gebilde, die die heutige Physik ganz mißversteht, indem sie sie für subjektive Erscheinungen hält, die aber in Wahrheit dasjenige sind, was erlebt wird aus der Wesenheit dieser Flammen heraus im Zusammenhange damit, daß der Mensch durch das wässrige Element des Nebels schreitet. Die alten Menschen schritten durch das Element des Geistig-Seelischen; sie sahen die Auren, die nicht subjektiv waren, sondern objektiv zu den Menschenwesenheiten gehörten, am Menschen. Das war ihr einer Bewußtseinszustand.

[ 34 ] To use an analogy: if in the evening of a bright, dry day we are walking through the streets, we see the lights of the street-lamps in definite outlines. But if the evening is misty, we see these same lights haloed by all sorts of colours—colours which modern physics interprets quite wrongly, regarding them as subjective phenomena, whereas in truth they give us an experience of the inmost nature of these lights, connected with the fact that we are moving through the watery element of the fog. The men of ancient times moved through the element of soul-and-spirit; when they looked at other men they saw their auras—which were not subjective phenomena but a real and objective part of the human being. Such was one state of consciousness in these men of old.

[ 35 ] Dann hatten sie einen Bewußtseinszustand, der sich an diesen anschloß, wie bei uns der traumbeseelte Schlaf sich an den Wachzustand anschließt, der wiederum nicht der unseres heutigen Traumzustandes war, sondern der verschwinden um sich sah alles das, was sinnlich ist. Für uns werden die sinnlichen Eindrücke gegenüber dem Traum zu Sinnbildern: Sonnenschein zu einer Feuersbrunst, die inneren Zahnreihen zu zwei Reihen von Pflöcken und so weiter, Erinnerungsträume zu irdischen oder auch vergeistigten Dramen, Traumdramen. Die Sinneswelt ist immer da; die Erinnerungswelt bleibt da. Für denjenigen, welcher in uralten Zeiten der Menschheitsentwickelung sein Bewußtsein hatte — wir werden ja sehen, daß wir es alle damals hatten, denn alle, die hier sitzen, waren damals in früheren Erdenleben da —, für den war die Sache anders. Da sah der Mensch, wenn der Sonnenschein am Tage schwächer wurde, nicht Symbole der physischen Dinge, sondern die physischen Dinge verschwanden vor seinem Blicke. Der Baum, der vor einem stand, verschwand; er verwandelte sich in Geistiges — die Sagen von den Baumgeistern, sie sind ja nicht ausgedacht von der Volksphantasie, nur ihre Interpretation ist ausgedacht von der im Irrtum wandelnden Gelehrtenphantasie —, der Geist, der dem Baum zugehörte, trat an die Stelle. Und diese Geister — der Baumgeist, der Berggeist, der Felsengeist — sie waren es wieder, die weiter den Seelenblick hinlenkten in diejenige Welt, in der der Mensch ist zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wo er ebenso unter geistigen Tatsachen ist wie hier auf der Erde unter physischen Tatsachen, wo er ebenso unter geistigen Wesenheiten ist wie hier auf Erden unter physischen Wesenheiten. Das war der zweite Bewußtseinszustand. Wir werden demnächst sehen, wie sich unser gewöhnliches Traumbewußtsein für den heutigen, nach dem geistigen Erkennen hinstrebenden Menschen auch in diesen Bewußtseinszustand verwandeln kann.

[ 35 ] Then they had a state of consciousness which linked on to this, just as with us the sleep that is invaded by dreams links on to the waking state; again it was not the same as our present dream condition, but everything that was material around it disappeared, vanished away. For us, sense-impressions become symbols in the state of dream consciousness: sunshine becomes fiery heat, the rows of teeth become two lines of stones, dream-memories become earthly or also spiritual dramas. The sense-world is always there; the world of memories remains. It was different for the consciousness of one who lived in primeval times of human evolution—and we shall realise by and by that this applies to all of us, for those sitting here were present then in earlier earthly lives. In those times, when the sun's light by day grew weaker, man did not see symbols of physical things, but the physical things vanished before his eyes. A tree standing before him vanished; it was transformed into the spiritual and the spirit-being belonging to the tree took its place.—The legends of tree-spirits were not the inventions of folk-fantasy; the interpretation of these legends, however, is an invention of the fantasy of scholars who are groping in a morass of fallacy.—And it was these spirits—the tree-spirit, the mountain-spirit, the spirit of the rocks—who in turn directed the eyes of the human soul into that world where man is between death and a new birth, where he is among spiritual realities just as here on earth he is among physical realities, where he is among spiritual beings as on earth he is among physical beings.—This was the second state of consciousness. We shall presently see how our ordinary dream consciousness can also be transformed into this other consciousness in a man of modern time who is a seeker for spiritual knowledge.

[ 36 ] Und ein dritter Bewußtseinszustand war da. Die Menschen schliefen natürlich damals auch. Aber wenn sie aufwachten, hatten sie nicht bloß die dunkle Erinnerung, Zeit durchlebt zu haben, oder ein dumpfes Lebensgefühl, sondern wenn sie aufwachten, hatten sie eine deutliche Erinnerung an das, was sie im Schlafe erlebt hatten. Und gerade aus diesem Schlafe heraus kamen die Eindrücke über vergangene Erdenleben mit dem Schicksalszusammenhange des Menschen, mit der Erkenntnis, mit dem Durchschauen des Karma.

[ 36 ] And there was a third state of consciousness. Naturally, the men of ancient times also slept; but when they awoke they had not merely a dim remembrance of having lived through time, or a dim feeling of continuous life, but a clear remembrance of what they had experienced in sleep. And it was precisely out of this sleep that there came the impressions of past earthly lives with their connections of destiny, together with the knowledge, the vision, of karma.

[ 37 ] So hat der heutige Mensch Wachbewußtsein, Traumbewußtsein, traumloses Schlafbewußtsein. So hatte eine Vormenschheit drei Bewußtseinszustände: den Bewußtseinszustand für die geistdurchtränkte Wirklichkeit, den Bewußtseinszustand für den Einblick in die geistige Welt, den Bewußtseinszustand für das Durchschauen des Karma. Es war im wesentlichen bei der Urmenschheit eine Art Dämmerungsbewußtsein des Abends.

[ 37 ] Modern man has waking consciousness, dream consciousness, dreamless sleep consciousness. Early humanity had also three states or conditions of consciousness: the state of consciousness in which he perceived reality pervaded by spirit; the state in which he had insight into the spiritual world; and the state in which he had the vision of karma. In primeval humanity, consciousness was essentially in a condition of evening twilight.

[ 38 ] Dieses Dämmerungsbewußtsein des Abends ist vergangen, verglommen in der Menschheitsentwickelung. Ein Dämmerungsbewußtsein des Morgens muß heraufziehen. Die heutige Geistesforschung findet sich schon in dasselbe hinein. Und in die Lage kommen muß der Mensch, hinzuschauen auf den Baum, auf den Fels, auf die Quelle, auf den Berg, auf die Sterne, in die Lage kommen muß er, hinzuschauen und in der Erkraftung seiner eigenen Seelenkräfte, in der Verstärkung seiner eigenen Seelenkräfte es dazu bringen, daß ihm erscheint aus jeglichem physischen Dinge die dahinterstehende geistige Tatsache oder geistige Wesenheit.

[ 38 ] This evening twilight consciousness has passed away, has died out in the course of the evolution of mankind. A morning dawn consciousness must arise—into which modern spiritual investigation has already found its way. And by strengthening his own soul-forces man must learn to look at every tree or rock, every spring or mountain, or at the stars, in such a way that the spiritual fact or spiritual being behind every physical thing is revealed to him.

[ 39 ] Exakte Wissenschaft, exakte Erkenntnis kann es werden — worüber man heute noch wie über eine Verrücktheit, über einen Wahnsinn spottet —, daß der wirklich Erkennende hinschaut auf den Baum, der Baum vor seinem Blicke, trotzdem er das Materielle darstellt, wie aussparend den Raum, zum Nichtigen wird, und entgegenkommt dem Menschen die geistige Wesenheit des Baumes. Wie unseren physischen Augen das Sonnenlicht von allen äußeren physischen Wesen in der Reflexion entgegenleuchtet, so wird die Menschheit dazu kommen — und Anthroposophie nimmt voraus dieses Dazukommen —, einzusehen, daß die geistige Sonnenwesenheit, die die Welt durchwebt und durchlebt, auch in allen physischen Wesenheiten lebt. Wie das physische Licht in unser physisches Auge zurückstrahlt, so kann in unser Seelenauge zurückstrahlen von einem jeglichen irdischen Wesen als eine Tatsache das göttlich-geistige Sonnenwesen, das alles durchdringt. Und wie der Mensch jetzt sagt: Die Rose ist rot —, und dem zugrunde liegt, daß die Rose ihm die Gabe zurückgibt, die er selber von dem physisch-ätherischen Sonnenwesen bekommen, so wird er dann sagen können: Die Rose gibt ihm dasjenige zurück, was sie von dem geistig-seelischen Sonnenwesen bekommt, das die Welt durchwellt und durchlebt.

[ 39 ] It can become an exact science, a source of exact knowledge (although people scoff at it to-day as if it were craziness or sheer delusion) so that when a genuine knower looks at a tree, the tree, although it represents a physical reality, becomes a void, as it were leaving the space free before his gaze, and the spirit-being of the tree comes to meet him. Just as the sun's light is reflected to our physical eyes from all outer, physical objects, so will humanity come to perceive that the spiritual essence of the sun, pervading the world with its life, is also a living reality in all physical beings. As the physical light is reflected back to our physical eyes, so from every earthly being there can be reflected back as a reality to our eyes of soul, the divine-spiritual, all-pervading essence of the sun. And as man now says: “The rose is red” ... the underlying truth being that the rose is giving back to him the gift he himself receives from the physical-etheric sun-nature ... he will then be able to say that the rose gives back to him what it receives from the soul-and-spiritual essence of the sun which streams through the world with its quickening life.

[ 40 ] Der Mensch wird sich wiederum einleben in eine Geistatmosphäre, wird wissen, daß er mit seinem eigenen Wesen in dieser geistigen Atmosphäre wurzelt. Dann aber wird ihm aufgehen, wie in diesem Traumbewußtsein, das zunächst nur die chaotischen Symbolisierungen des äußeren Sinneslebens geben kann, darinnen liegen die Offenbarungen einer Geistwelt, die wir durchmachen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt; wie in dem TiefSchlafesleben in uns webt und lebt als realer Kräftezusammenhang das, was uns dann nach dem Aufwachen hingehen lässt zu demjenigen, mit dem sich unser Schicksal, unser Karma abspinnt. Was wir trotz aller Freiheit als unser Schicksal in unserem Tagesleben durchmachen, es wird gesponnen und gewoben während unseres Schlafeslebens da, wo wir mit unserem Seelisch-Geistigen, das aus dem Physisch-Ätherischen heraußen ist, ein Leben führen mit göttlichen Geistern, auch mit denjenigen göttlichen Geistern, die die Ergebnisse früherer Erdenleben in dieses Leben herübertragen. Und derjenige, dem es durch die Entwickelung der entsprechenden Seelenkräfte gelingt, hineinzuschauen in das traumlose Schlafesleben, der entdeckt darinnen die karmischen Zusammenhänge. Dadurch aber erst bekommt das geschichtliche Leben der Menschheit auch einen Sinn: Es wird gewoben aus dem, was Menschen aus früheren Epochen durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt in neue Leben, in neue Epochen hinübertragen. Wenn wir hinschauen auf eine Persönlichkeit der Gegenwart oder sonst irgendwie in der Zeit, wir verstehen sie doch erst, wenn wir ihre vergangenen Erdenleben begreifen.

[ 40 ] Man will again find his way into a spiritual atmosphere, will know that his own being is rooted in this spiritual atmosphere. He will come to realise that within the dream consciousness, which to begin with can yield only chaotic symbolisations of the outer life of the senses, there lie the revelations of a world of spirit through which we pass between death and a new birth; furthermore, that in the consciousness of deep sleep there weaves and lives in us as an actual and real nexus of forces that which, after waking, leads us into connection with the working out of our destiny, of our karma. What we live through in our waking hours as destiny, notwithstanding all freedom, is spun during our life of sleep, when with the soul and spirit, which have left the physical and etheric, we lead a life together with divine Spirits; with those divine Spirits, too, who carry over the fruits of earlier lives into this present life. And one who through the development of the corresponding forces of soul succeeds in penetrating with vision into the life of dreamless sleep, discovers therein the connections of karma. Moreover it is only in this way that the historical life of humanity acquires meaning, for it is woven out of what men carry over from earlier epochs, through the life between death and rebirth, into new life, into new epochs. When we look at some personality of the present or some other age, we understand him rightly only when we include his past earthly lives.

[ 41 ] Von jener Forschung, welche zunächst bei historischen Persönlichkeiten, dann aber auch im alltäglichen Leben aus dem gegenwärtigen oder irgendeinem zeitlichen Leben in frühere Erdenleben führt, wollen wir dann in den nächsten Tagen sprechen.

[ 41 ] During the coming days, then, we shall be speaking of that spiritual investigation which, while concerning itself first with personalities in history but then also with everyday life, leads from the present life, or a life in some other age to earlier earthly lives.