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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume IV
GA 238

16 September 1924, Dornach

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Sechster Vortrag

Sechster Vortrag

[ 1 ] Ich möchte in der Betrachtung, die ich vorgestern hier angestellt habe, heute fortfahren. Und zwar standen wir da, wo wir den Faden der Entwickelung, wie er hereinspielt in das spirituelle Leben der Gegenwart, fallengelassen haben mit der Individualität Julian Apostatas respektive der Individualität, die in Julian Apostata gelebt hat und von der ich Ihnen angedeutet habe, daß sie zunächst in derjenigen Persönlichkeit verkörpert war, von der nur legendäre Nachrichten da sind, von der Persönlichkeit, die in die ParsifalSage hineingeheimnißt ist als Herzeloyde. Es war ein vertieftes Seelenleben, das da in die Seele des frühern Julian Apostata einzog, ein vertieftes Seelenleben, das diese Individualität wahrhaftig brauchte, brauchte gegenüber den Stürmen und den inneren Oppositionsstimmungen, welche sie eben in dem Dasein als Julian Apostata durchgemacht hatte. Dieses Leben, von dem ich Ihnen sprach, war ein solches, das sich über das Julian-Apostata-Leben wie eine friedfertige, warme Wolke herüberzog. Und so ist die Seele innerlich intensiver geworden. So ist die Seele reicher auch geworren, reicher an den mannigfaltigsten inneren Impulsen.

[ 1 ] Ich möchte in der Betrachtung, die ich vorgestern hier angestellt habe, heute fortfahren. Und zwar standen wir da, wo wir den Faden der Entwickelung, wie er hereinspielt in das spirituelle Leben der Gegenwart, fallengelassen haben mit der Individualität Julian Apostatas respektive der Individualität, die in Julian Apostata gelebt hat und von der ich Ihnen angedeutet habe, daß sie zunächst in derjenigen Persönlichkeit verkörpert war, von der nur legendäre Nachrichten da sind, von der Persönlichkeit, die in die ParsifalSage hineingeheimnißt ist als Herzeloyde. Es war ein vertieftes Seelenleben, das da in die Seele des frühern Julian Apostata einzog, ein vertieftes Seelenleben, das diese Individualität wahrhaftig brauchte, brauchte gegenüber den Stürmen und den inneren Oppositionsstimmungen, welche sie eben in dem Dasein als Julian Apostata durchgemacht hatte. Dieses Leben, von dem ich Ihnen sprach, war ein solches, das sich über das Julian-Apostata-Leben wie eine friedfertige, warme Wolke herüberzog. Und so ist die Seele innerlich intensiver geworden. So ist die Seele reicher auch geworren, reicher an den mannigfaltigsten inneren Impulsen.

[ 2 ] Aber diese Seele hatte ja, weil sie zu denjenigen gehörte, die noch etwas von den alten Mysterien übernommen hatten, die noch drinnen gelebt hatten in der Substanz der alten Mysterien in einer Zeit, wo diese Mysterien in gewisser Beziehung helleuchtend noch waren, diese Seele hatte von der Spiritualität des Kosmos viel in sich aufgenommen. Das war gewissermaßen zurückgedrängt worden während der Herzeloyde-Inkarnation, drängte aber herauf in der Seele, und so finden wir diese Individualität wieder im sechzehnten Jahrhunderte. Und wir erkennen im sechzehnten Jahrhunderte bei dieser Individualität, wie aufsteigt verchristlicht dasjenige, was sie als Julian Apostata durchgemacht hatte. Es erscheint diese Individualität als Tycho de Brahe im sechzehnten Jahrhunderte und steht da gegenüber demjenigen, was in der abendländischen Zivilisation als die kopernikanische Weltanschauung herauftaucht.

[ 2 ] Aber diese Seele hatte ja, weil sie zu denjenigen gehörte, die noch etwas von den alten Mysterien übernommen hatten, die noch drinnen gelebt hatten in der Substanz der alten Mysterien in einer Zeit, wo diese Mysterien in gewisser Beziehung helleuchtend noch waren, diese Seele hatte von der Spiritualität des Kosmos viel in sich aufgenommen. Das war gewissermaßen zurückgedrängt worden während der Herzeloyde-Inkarnation, drängte aber herauf in der Seele, und so finden wir diese Individualität wieder im sechzehnten Jahrhunderte. Und wir erkennen im sechzehnten Jahrhunderte bei dieser Individualität, wie aufsteigt verchristlicht dasjenige, was sie als Julian Apostata durchgemacht hatte. Es erscheint diese Individualität als Tycho de Brahe im sechzehnten Jahrhunderte und steht da gegenüber demjenigen, was in der abendländischen Zivilisation als die kopernikanische Weltanschauung herauftaucht.

[ 3 ] Diese kopernikanische Weltanschauung, sie gab ein Bild von dem Weltenall, das nun ganz darauf hinarbeitet, wenn es in seinen letzten Konsequenzen verfolgt wird, Spiritualität aus dem Kosmos in der Anschauung herauszutreiben. Das kopernikanische Weltbild führt zuletzt zu einer völlig mechanisch-maschinellen Auffassung des Weltalls im Raume. Und schließlich ist es ja dieses kopernikanische Weltbild, aus dem heraus ein berühmter Astronom zu Napoleon gesagt hat, er fände keinen Gott innerhalb dieses Weltenalls; er hätte alles durchforscht, er fände keinen Gott. Es ist eben das Austreiben aller Spiritualität.

[ 3 ] Diese kopernikanische Weltanschauung, sie gab ein Bild von dem Weltenall, das nun ganz darauf hinarbeitet, wenn es in seinen letzten Konsequenzen verfolgt wird, Spiritualität aus dem Kosmos in der Anschauung herauszutreiben. Das kopernikanische Weltbild führt zuletzt zu einer völlig mechanisch-maschinellen Auffassung des Weltalls im Raume. Und schließlich ist es ja dieses kopernikanische Weltbild, aus dem heraus ein berühmter Astronom zu Napoleon gesagt hat, er fände keinen Gott innerhalb dieses Weltenalls; er hätte alles durchforscht, er fände keinen Gott. Es ist eben das Austreiben aller Spiritualität.

[ 4 ] Dem konnte sich die charakterisierte Individualität, die jetzt in Tycho de Brahe da war, nicht fügen. Daher sehen wir, wie Tycho de Brahe in bezug auf seine Weltanschauung dasjenige annimmt, was brauchbar ist im Kopernikanismus, wie er aber ablehnt die absolute Bewegung, die der Erde zugeschrieben werden mußte im Sinne des kopernikanischen Weltbildes. Und wir sehen dies gebunden bei Tycho de Brahe an wirkliche Spiritualität, Spiritualität, bei der wir, wenn wir den Verlauf seines Lebens ins Auge fassen, geradezu sehen können, wie altes Karma hinaufdrängt in das Tycho-de-Brahe-Leben, mit aller Gewalt heraufdrängt, Bewußtseinsinhalt werden will. So wird ja von seinen dänischen Angehörigen in jeder Weise versucht, ihn im juristischen Berufe festzuhalten; er muß unter der Aufsicht eines Hauslehrers in Leipzig Jurisprudenz studieren und kann nur, während jener schläft, sich die Stunden aussparen, in denen er in der Nacht mit den Göttern verkehrt. Und da zeigt sich — das ist ja auch in seiner Biographie wiederum enthalten — etwas höchst Merkwürdiges.

[ 4 ] Dem konnte sich die charakterisierte Individualität, die jetzt in Tycho de Brahe da war, nicht fügen. Daher sehen wir, wie Tycho de Brahe in bezug auf seine Weltanschauung dasjenige annimmt, was brauchbar ist im Kopernikanismus, wie er aber ablehnt die absolute Bewegung, die der Erde zugeschrieben werden mußte im Sinne des kopernikanischen Weltbildes. Und wir sehen dies gebunden bei Tycho de Brahe an wirkliche Spiritualität, Spiritualität, bei der wir, wenn wir den Verlauf seines Lebens ins Auge fassen, geradezu sehen können, wie altes Karma hinaufdrängt in das Tycho-de-Brahe-Leben, mit aller Gewalt heraufdrängt, Bewußtseinsinhalt werden will. So wird ja von seinen dänischen Angehörigen in jeder Weise versucht, ihn im juristischen Berufe festzuhalten; er muß unter der Aufsicht eines Hauslehrers in Leipzig Jurisprudenz studieren und kann nur, während jener schläft, sich die Stunden aussparen, in denen er in der Nacht mit den Göttern verkehrt. Und da zeigt sich — das ist ja auch in seiner Biographie wiederum enthalten — etwas höchst Merkwürdiges.

[ 5 ] Sie werden sehen, daß dies für die spätere Beurteilung der Tycho de Brahe-Herzeloyde-Julian-Individualität von Bedeutung ist. Schon mit sehr primitiven Instrumenten, die er sich selber zusammengestellt hat, entdeckt er bedeutende Rechenfehler, die gemacht worden sind in bezug auf die Ortsbestimmungen von Saturn und Jupiter. Und wir haben die merkwürdige Szene im Leben Tycho de Brahes, daß er als junger Mensch mit primitiven Instrumenten, mit denen man sonst gar nicht daran denkt, irgendwie etwas anfangen zu können, eines Tages sich gedrängt fühlt, die genauen Orte am Himmel für Saturn und Jupiter aufzusuchen. Solche Dinge werden dann bei ihm durchaus mit Spirituellem durchsetzt, mit Spirituellem, das ihn so hineinführt in eine Auffassung des Weltalls, wie man sie eigentlich haben muß, wenn man wiederum dem modernen Initiatentum zustrebt, wo man dann dazu kommt, von geistigen Wesen so zu sprechen, wie man von physischen Menschen auf Erden spricht, weil man ihnen ja eigentlich immer begegnen kann, weil ja im Grunde genommen nur ein Seins-Unterschied, ein Unterschied in der Qualität des Seins ist zwischen denjenigen Menschenindividualitäten, die gerade hier auf dem physischen Plane verweilen, und denjenigen, die entkörpert sind und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben.

[ 5 ] Sie werden sehen, daß dies für die spätere Beurteilung der Tycho de Brahe-Herzeloyde-Julian-Individualität von Bedeutung ist. Schon mit sehr primitiven Instrumenten, die er sich selber zusammengestellt hat, entdeckt er bedeutende Rechenfehler, die gemacht worden sind in bezug auf die Ortsbestimmungen von Saturn und Jupiter. Und wir haben die merkwürdige Szene im Leben Tycho de Brahes, daß er als junger Mensch mit primitiven Instrumenten, mit denen man sonst gar nicht daran denkt, irgendwie etwas anfangen zu können, eines Tages sich gedrängt fühlt, die genauen Orte am Himmel für Saturn und Jupiter aufzusuchen. Solche Dinge werden dann bei ihm durchaus mit Spirituellem durchsetzt, mit Spirituellem, das ihn so hineinführt in eine Auffassung des Weltalls, wie man sie eigentlich haben muß, wenn man wiederum dem modernen Initiatentum zustrebt, wo man dann dazu kommt, von geistigen Wesen so zu sprechen, wie man von physischen Menschen auf Erden spricht, weil man ihnen ja eigentlich immer begegnen kann, weil ja im Grunde genommen nur ein Seins-Unterschied, ein Unterschied in der Qualität des Seins ist zwischen denjenigen Menschenindividualitäten, die gerade hier auf dem physischen Plane verweilen, und denjenigen, die entkörpert sind und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt leben.

[ 6 ] Das aber fachte in Tycho de Brahe überhaupt ein ungemein bedeutsames Hineinschauen in jene Zusammenhänge an, die sich ergeben, wenn man nicht mehr hier auf Erden alles wie durch irdische Impulse veranlaßt anschaut und dies oben in den Sternen nur mathematisch berechnet, sondern wenn man das Ineinanderwirken von Sternenimpulsen und menschheitlichen geschichtlichen Impulsen durchschaut. Durch jenes Instinktive in der Seele, das er sich aus seinem Julian-Apostata-Leben mitgebracht hatte, das damals während des Julian-Apostata-Lebens nicht durchsetzt war von Rationalismus oder Intellektualismus, sondern das intuitiv, imaginativ war — so war ja das innere Leben Julian Apostatas —, durch all das gelang es ihm dann, etwas sehr Aufsehenerregendes zu tun.

[ 6 ] Das aber fachte in Tycho de Brahe überhaupt ein ungemein bedeutsames Hineinschauen in jene Zusammenhänge an, die sich ergeben, wenn man nicht mehr hier auf Erden alles wie durch irdische Impulse veranlaßt anschaut und dies oben in den Sternen nur mathematisch berechnet, sondern wenn man das Ineinanderwirken von Sternenimpulsen und menschheitlichen geschichtlichen Impulsen durchschaut. Durch jenes Instinktive in der Seele, das er sich aus seinem Julian-Apostata-Leben mitgebracht hatte, das damals während des Julian-Apostata-Lebens nicht durchsetzt war von Rationalismus oder Intellektualismus, sondern das intuitiv, imaginativ war — so war ja das innere Leben Julian Apostatas —, durch all das gelang es ihm dann, etwas sehr Aufsehenerregendes zu tun.

[ 7 ] Er konnte nicht viel Eindruck auf seine Zeitgenossen machen mit seinen von dem Kopernikus ja abweichenden astronomischen Ansichten, mit dem, was er sonst in der Sternkunde leistete. Er beobachtete unzählige Sterne und zeichnete eine Sternkarte, die es dann allein möglich machte, daß Kepler zu seinen großartigen Ergebnissen kam. Denn Kepler kam auf Grundlage der Sternkarte des Tycho de Brahe zu seinen Keplerschen Gesetzen. Das alles aber hätte auf seine Zeitgenossen wohl nicht den großen Eindruck gemacht, den eine an sich nicht gerade bedeutsame, aber auffällige Sache machte: Er sagte nämlich den Tod des Sultans Soliman fast bis auf den Tag genau prophetisch voraus, der dann auch so eintraf, wie er ihn vorausgesagt hatte. Wir sehen ja wirklich in Tycho de Brahe hereinwirken in eine neuere Zeit, verbunden mit einer spirituellen Intellektualität, möchte ich sagen, alte Anschauungen, die er als Julian Apostata aufgenommen hatte. Wir sehen das alles hereinwirken in die neuere Zeit in diesem Tycho de Brahe. Und Tycho de Brahe gehört schon zu den interessantesten Seelen, die dann, als er im siebzehnten Jahrhunderte durch die Todespforte ging, in die geistige Welt hinaufversetzt wurde.

[ 7 ] Er konnte nicht viel Eindruck auf seine Zeitgenossen machen mit seinen von dem Kopernikus ja abweichenden astronomischen Ansichten, mit dem, was er sonst in der Sternkunde leistete. Er beobachtete unzählige Sterne und zeichnete eine Sternkarte, die es dann allein möglich machte, daß Kepler zu seinen großartigen Ergebnissen kam. Denn Kepler kam auf Grundlage der Sternkarte des Tycho de Brahe zu seinen Keplerschen Gesetzen. Das alles aber hätte auf seine Zeitgenossen wohl nicht den großen Eindruck gemacht, den eine an sich nicht gerade bedeutsame, aber auffällige Sache machte: Er sagte nämlich den Tod des Sultans Soliman fast bis auf den Tag genau prophetisch voraus, der dann auch so eintraf, wie er ihn vorausgesagt hatte. Wir sehen ja wirklich in Tycho de Brahe hereinwirken in eine neuere Zeit, verbunden mit einer spirituellen Intellektualität, möchte ich sagen, alte Anschauungen, die er als Julian Apostata aufgenommen hatte. Wir sehen das alles hereinwirken in die neuere Zeit in diesem Tycho de Brahe. Und Tycho de Brahe gehört schon zu den interessantesten Seelen, die dann, als er im siebzehnten Jahrhunderte durch die Todespforte ging, in die geistige Welt hinaufversetzt wurde.

[ 8 ] Nun, in den Strömungen, die ich als Michael-Strömungen geschildert habe, findet sich eigentlich Tycho de Brahe-Julian-ApostataHerzeloyde fortwährend; in irgendeiner der übersinnlichen Funktionen ist er im Grunde genommen immer da. Deshalb findet man ihn auch wieder bei bedeutsamen Ereignissen in der übersinnlichen Welt, die mit dieser Michael-Strömung zusammenhängen, am Ende des achtzehnten und am Beginn des neunzehnten Jahrhunderts.

[ 8 ] Nun, in den Strömungen, die ich als Michael-Strömungen geschildert habe, findet sich eigentlich Tycho de Brahe-Julian-ApostataHerzeloyde fortwährend; in irgendeiner der übersinnlichen Funktionen ist er im Grunde genommen immer da. Deshalb findet man ihn auch wieder bei bedeutsamen Ereignissen in der übersinnlichen Welt, die mit dieser Michael-Strömung zusammenhängen, am Ende des achtzehnten und am Beginn des neunzehnten Jahrhunderts.

[ 9 ] Ich habe ja früher hingewiesen auf die große übersinnliche Lehrschule im fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert, die unter Michaels Ägide selber stand. Dann begann ein Leben für diejenigen, die in dieser Lehrschule waren, das sich so abspielte, daß Kraftentwickelungen, Tätigkeiten in der geistigen Welt abliefen, daß diese Tätigkeiten herunterwirkten in die physische Welt, im Zusammenhang wirkten mit der physischen Welt. So zum Beispiel fiel gerade in dieser Zeit, die nun folgte auf die Zeit dieser Lehrschule, eine wichtige Aufgabe einer Individualität zu, von deren fortlaufendem Leben ich ja öfter gesprochen habe: der Individualität Alexanders des Großen.

[ 9 ] Ich habe ja früher hingewiesen auf die große übersinnliche Lehrschule im fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert, die unter Michaels Ägide selber stand. Dann begann ein Leben für diejenigen, die in dieser Lehrschule waren, das sich so abspielte, daß Kraftentwickelungen, Tätigkeiten in der geistigen Welt abliefen, daß diese Tätigkeiten herunterwirkten in die physische Welt, im Zusammenhang wirkten mit der physischen Welt. So zum Beispiel fiel gerade in dieser Zeit, die nun folgte auf die Zeit dieser Lehrschule, eine wichtige Aufgabe einer Individualität zu, von deren fortlaufendem Leben ich ja öfter gesprochen habe: der Individualität Alexanders des Großen.

[ 10 ] Ich habe ja auch hier aufmerksam darauf gemacht, wie Baco von Verulam, Lord Bacon, der wiedererstandene Harun al Raschid ist. Und das Merkwürdige ist dieses, daß im Zusammenhang mit Lord Bacons Anschauungen, die einen so intensiven, maßgebenden Einfluß auf die ganze folgende Geistesentwickelung gerade in feineren geistigen Bestrebungen gehabt haben, in Lord Bacon etwas geschah, was man bezeichnen könnte wie ein krankhaftes Heraustreiben alter Spiritualität, die er schon immerhin als Harun al Raschid gehabt hat. Und so sehen wir denn, daß von dem Impuls dieses Lord Bacon ausgeht eine ganze Welt dämonischer Wesenheiten. Es wird die Welt geradezu davon erfüllt, übersinnlich und sinnlich erfüllt — sinnlich, natürlich nicht anschaulich — ich meine, die sinnliche Welt wird erfüllt von dämonischen Wesenheiten. Der Individualität Alexanders fällt es zu, hauptsächlich den Kampf zu führen gegen diese Dämonen-Idole des Lord Bacon, des Baco von Verulam.

[ 10 ] Ich habe ja auch hier aufmerksam darauf gemacht, wie Baco von Verulam, Lord Bacon, der wiedererstandene Harun al Raschid ist. Und das Merkwürdige ist dieses, daß im Zusammenhang mit Lord Bacons Anschauungen, die einen so intensiven, maßgebenden Einfluß auf die ganze folgende Geistesentwickelung gerade in feineren geistigen Bestrebungen gehabt haben, in Lord Bacon etwas geschah, was man bezeichnen könnte wie ein krankhaftes Heraustreiben alter Spiritualität, die er schon immerhin als Harun al Raschid gehabt hat. Und so sehen wir denn, daß von dem Impuls dieses Lord Bacon ausgeht eine ganze Welt dämonischer Wesenheiten. Es wird die Welt geradezu davon erfüllt, übersinnlich und sinnlich erfüllt — sinnlich, natürlich nicht anschaulich — ich meine, die sinnliche Welt wird erfüllt von dämonischen Wesenheiten. Der Individualität Alexanders fällt es zu, hauptsächlich den Kampf zu führen gegen diese Dämonen-Idole des Lord Bacon, des Baco von Verulam.

[ 11 ] Und ähnliche Tätigkeiten, die außerordentlich wichtig sind, geschehen unten, sonst wäre der Materialismus des neunzehnten Jahrhunderts noch in viel verheerenderer Weise hereingebrochen. Ähnliche Tätigkeiten, die sich im Zusammenhange der geistigen und der physischen Welt abspielten, die fielen dann der Michael-Strömung zu, bis in übersinnlichen Regionen am Ende des achtzehnten und Beginn des neunzehnten Jahrhunderts das stattfand, was ich schon einmal hier genannt habe: das Aufleben eines übersinnlichen bedeutsamen Kultus.

[ 11 ] Und ähnliche Tätigkeiten, die außerordentlich wichtig sind, geschehen unten, sonst wäre der Materialismus des neunzehnten Jahrhunderts noch in viel verheerenderer Weise hereingebrochen. Ähnliche Tätigkeiten, die sich im Zusammenhange der geistigen und der physischen Welt abspielten, die fielen dann der Michael-Strömung zu, bis in übersinnlichen Regionen am Ende des achtzehnten und Beginn des neunzehnten Jahrhunderts das stattfand, was ich schon einmal hier genannt habe: das Aufleben eines übersinnlichen bedeutsamen Kultus.

[ 12 ] In der übersinnlichen Welt wurde dazumal ein Kultus eingerichtet, der in realen Imaginationen geistiger Art sich abspielte. So daß man sagen kann: Am Ende des achtzehnten und Beginn des neunzehnten Jahrhunderts schwebt eigentlich unmittelbar angrenzend, ganz in der Nähe — natürlich ist das qualitativ gemeint — der physisch-sinnlichen Welt ein übersinnliches Geschehen, das darstellt übersinnliche Kultushandlungen, mächtige Bilder-Entwickelung des geistigen Lebens, der Weltenwesenheiten, der Wesenheiten der Hierarchien, im Zusammenhange mit den großen Ätherwirkungen des Kosmos und mit den menschlichen Wirkungen auf der Erde. Es ist interessant, daß in einem besonders günstigen Augenblicke von dieser übersinnlichen Kultusbetätigung, ich möchte sagen, ein Miniaturbildchen einströmte in Goethes Geist. Und dieses Miniaturbildchen, dieses metamorphosierte, veränderte Miniaturbildchen haben wir von Goethe hingemalt in seinem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie». Es ist so ein Fall, wo leise nun etwas durchbricht. Sehen Sie, das war ein übersinnlicher Kultus, an dem sich vorzugsweise diejenigen beteiligt haben, welche mit teilgenommen haben an der Michael-Strömung bei all den Offenbarungen, den übersinnlichen und sinnlichen Offenbarungen, von denen ich gesprochen habe.

[ 12 ] In der übersinnlichen Welt wurde dazumal ein Kultus eingerichtet, der in realen Imaginationen geistiger Art sich abspielte. So daß man sagen kann: Am Ende des achtzehnten und Beginn des neunzehnten Jahrhunderts schwebt eigentlich unmittelbar angrenzend, ganz in der Nähe — natürlich ist das qualitativ gemeint — der physisch-sinnlichen Welt ein übersinnliches Geschehen, das darstellt übersinnliche Kultushandlungen, mächtige Bilder-Entwickelung des geistigen Lebens, der Weltenwesenheiten, der Wesenheiten der Hierarchien, im Zusammenhange mit den großen Ätherwirkungen des Kosmos und mit den menschlichen Wirkungen auf der Erde. Es ist interessant, daß in einem besonders günstigen Augenblicke von dieser übersinnlichen Kultusbetätigung, ich möchte sagen, ein Miniaturbildchen einströmte in Goethes Geist. Und dieses Miniaturbildchen, dieses metamorphosierte, veränderte Miniaturbildchen haben wir von Goethe hingemalt in seinem «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie». Es ist so ein Fall, wo leise nun etwas durchbricht. Sehen Sie, das war ein übersinnlicher Kultus, an dem sich vorzugsweise diejenigen beteiligt haben, welche mit teilgenommen haben an der Michael-Strömung bei all den Offenbarungen, den übersinnlichen und sinnlichen Offenbarungen, von denen ich gesprochen habe.

[ 13 ] Überall spielt da die Individualität, die zuletzt in Tycho de Brahe war, eine außerordentlich große Rolle. Er war überall bestrebt, die großen, dauernden Impulse dessen, was man Heidentum, was man altes Mysterienwesen nennt, eben auch zum besseren Verständnis des Christentumes zu erhalten. In das Christentum war er eingezogen, während er als Seele der Herzeloyde lebte. Jetzt war er bestrebt, alles dasjenige, was er durch seine Julian-Apostata-Initiation hatte, einzuführen in die Vorstellungen des Christentums. Das war es ja ganz besonders, was wichtig erschien für diejenigen Seelen, von denen ich da gesprochen habe. Mit allen diesen Strömungen sind die zahlreichen Seelen verbunden, die jetzt in der anthroposophischen Bewegung sich finden, die ehrlich nach dieser Bewegung hinstreben. Sie fühlen sich angezogen von der Michael-Strömung gerade durch die innere Natur und Wesenheit dieser Michael-Strömung. Und Tycho de Brahe hatte einen bedeutenden Einfluß darauf, daß diese Seelen nun am Ende des neunzehnten Jahrhunderts oder im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, vorzugsweise aber Ende des neunzehnten Jahrhunderts, vorbereitet auf die Erde herunterkamen, um den Christus nicht nur so zu schauen oder zu fühlen, wie ihn die verschiedenen Bekenntnisse fühlen, sondern wiederum in seiner ganzen grandiosen Weltherrlichkeit als den kosmischen Christus. Dazu wurden sie ja vorbereitet, auch übersinnlich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, durch solche Einflüsse wie die des Tycho de Brahe, der Seele, die zuletzt in Tycho de Brahe verkörpert war. So spielte diese Individualität eigentlich fortdauernd gerade innerhalb dieser Michael-Strömung eine außerordentlich bedeutsame Rolle.

[ 13 ] Überall spielt da die Individualität, die zuletzt in Tycho de Brahe war, eine außerordentlich große Rolle. Er war überall bestrebt, die großen, dauernden Impulse dessen, was man Heidentum, was man altes Mysterienwesen nennt, eben auch zum besseren Verständnis des Christentumes zu erhalten. In das Christentum war er eingezogen, während er als Seele der Herzeloyde lebte. Jetzt war er bestrebt, alles dasjenige, was er durch seine Julian-Apostata-Initiation hatte, einzuführen in die Vorstellungen des Christentums. Das war es ja ganz besonders, was wichtig erschien für diejenigen Seelen, von denen ich da gesprochen habe. Mit allen diesen Strömungen sind die zahlreichen Seelen verbunden, die jetzt in der anthroposophischen Bewegung sich finden, die ehrlich nach dieser Bewegung hinstreben. Sie fühlen sich angezogen von der Michael-Strömung gerade durch die innere Natur und Wesenheit dieser Michael-Strömung. Und Tycho de Brahe hatte einen bedeutenden Einfluß darauf, daß diese Seelen nun am Ende des neunzehnten Jahrhunderts oder im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, vorzugsweise aber Ende des neunzehnten Jahrhunderts, vorbereitet auf die Erde herunterkamen, um den Christus nicht nur so zu schauen oder zu fühlen, wie ihn die verschiedenen Bekenntnisse fühlen, sondern wiederum in seiner ganzen grandiosen Weltherrlichkeit als den kosmischen Christus. Dazu wurden sie ja vorbereitet, auch übersinnlich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, durch solche Einflüsse wie die des Tycho de Brahe, der Seele, die zuletzt in Tycho de Brahe verkörpert war. So spielte diese Individualität eigentlich fortdauernd gerade innerhalb dieser Michael-Strömung eine außerordentlich bedeutsame Rolle.

[ 14 ] Sehen Sie, es wurde ja immer hingeschaut — sowohl innerhalb der alten Lehrschule im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert wie später bei der Verrichtung des übersinnlichen Kultus, der einleiten sollte gewissermaßen von der übersinnlichen Welt aus die spätere, neu eintretende spätere Michael-Herrschaft auf Erden —, es wurde ja überall hingewiesen auf die kommende Michael-Herrschaft.

[ 14 ] Sehen Sie, es wurde ja immer hingeschaut — sowohl innerhalb der alten Lehrschule im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert wie später bei der Verrichtung des übersinnlichen Kultus, der einleiten sollte gewissermaßen von der übersinnlichen Welt aus die spätere, neu eintretende spätere Michael-Herrschaft auf Erden —, es wurde ja überall hingewiesen auf die kommende Michael-Herrschaft.

[ 15 ] Nun blieben eine ganze Anzahl — ich habe das schon angedeutet — platonisch begabter Seelen seit ihrer Wirksamkeit in Chartres in der geistigen Welt. Ich habe heute andere Bilder aus der Sammlung von Bildern über Chartres hier anheften lassen, Prophetenbilder, aber auch Bilder der außerordentlich wunderbaren Architektur von Chartres. Die Individualitäten der Lehrer von Chartres, die gerade platonisch geartet waren, sie blieben in der geistigen Welt. Herunter stiegen mehr die Aristoteliker, die zum Beispiel im Dominikaner-Orden vielfach waren, dann aber nach einer bestimmten Zeit sich vereinigten und eben auch von der geistigen Welt aus auf übersinnliche Art mit den Platonikern zusammen wirkten. So daß man sagen kann: Eigentlich sind immer zurückgeblieben die platonisch gearteten Seelen; sie sind bis heute in ihren wesentlicheren Individualitäten nicht wiederum auf der Erde erschienen, sondern warten bis zum Ende dieses Jahrhunderts.

[ 15 ] Nun blieben eine ganze Anzahl — ich habe das schon angedeutet — platonisch begabter Seelen seit ihrer Wirksamkeit in Chartres in der geistigen Welt. Ich habe heute andere Bilder aus der Sammlung von Bildern über Chartres hier anheften lassen, Prophetenbilder, aber auch Bilder der außerordentlich wunderbaren Architektur von Chartres. Die Individualitäten der Lehrer von Chartres, die gerade platonisch geartet waren, sie blieben in der geistigen Welt. Herunter stiegen mehr die Aristoteliker, die zum Beispiel im Dominikaner-Orden vielfach waren, dann aber nach einer bestimmten Zeit sich vereinigten und eben auch von der geistigen Welt aus auf übersinnliche Art mit den Platonikern zusammen wirkten. So daß man sagen kann: Eigentlich sind immer zurückgeblieben die platonisch gearteten Seelen; sie sind bis heute in ihren wesentlicheren Individualitäten nicht wiederum auf der Erde erschienen, sondern warten bis zum Ende dieses Jahrhunderts.

[ 16 ] Dagegen sind gerade viele, die sich angezogen fühlten von dem, was ich beschrieben habe als die Michael-Taten im Übersinnlichen, die sich in ehrlicher Weise zu einer solchen spirituellen Bewegung hingezogen fühlten, eben in die Strömung der anthroposophischen Bewegung eingelaufen. Und man kann schon sagen: Dasjenige, was in der Anthroposophie lebt, das ist angeregt zunächst von der Michael-Lehrschule im fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert und von jenem Kultus, der am Ende des achtzehnten Jahrhunderts und im Beginn des neunzehnten Jahrhunderts übersinnlich stattfand.

[ 16 ] Dagegen sind gerade viele, die sich angezogen fühlten von dem, was ich beschrieben habe als die Michael-Taten im Übersinnlichen, die sich in ehrlicher Weise zu einer solchen spirituellen Bewegung hingezogen fühlten, eben in die Strömung der anthroposophischen Bewegung eingelaufen. Und man kann schon sagen: Dasjenige, was in der Anthroposophie lebt, das ist angeregt zunächst von der Michael-Lehrschule im fünfzehnten, sechzehnten Jahrhundert und von jenem Kultus, der am Ende des achtzehnten Jahrhunderts und im Beginn des neunzehnten Jahrhunderts übersinnlich stattfand.

[ 17 ] Es ist ja auch aus diesem Grunde, daß, als im Hinblick auf diesen übersinnlichen Kultus meine Mysterienspiele entstanden, gerade das erste Mysterium, trotzdem es sich viel unterscheidet von Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie», doch deutlich ähnliche Züge aufweist. Diese Dinge, die reale Impulse spiritueller Art enthalten wollen, können eben nicht aus den Fingern gesogen werden, sondern werden durchaus im Einklange mit der geistigen Welt geschaut und gearbeitet.

[ 17 ] Es ist ja auch aus diesem Grunde, daß, als im Hinblick auf diesen übersinnlichen Kultus meine Mysterienspiele entstanden, gerade das erste Mysterium, trotzdem es sich viel unterscheidet von Goethes «Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie», doch deutlich ähnliche Züge aufweist. Diese Dinge, die reale Impulse spiritueller Art enthalten wollen, können eben nicht aus den Fingern gesogen werden, sondern werden durchaus im Einklange mit der geistigen Welt geschaut und gearbeitet.

[ 18 ] So stehen wir heute da mit der anthroposophischen Bewegung, die eingelaufen ist in die mittlerweile eingetretene Michael-Herrschaft, berufen dazu, gerade das Wesen dieser Michael-Herrschaft zu verstehen, berufen dazu, gerade im Sinne des Wirkens Michaels durch die Jahrhunderte und die Jahrtausende, jetzt, wo er wieder seine Erdenherrschaft in einem besonders bedeutsamen Momente antritt, berufen, in dieser Richtung zu wirken. Es liegt in dem inneren Esoterischen dieser Michael-Strömung, daß in einer ganz bestimmten Weise vorgezeichnet ist, zunächst für dieses Jahrhundert, dasjenige, was geschehen wird.

[ 18 ] So stehen wir heute da mit der anthroposophischen Bewegung, die eingelaufen ist in die mittlerweile eingetretene Michael-Herrschaft, berufen dazu, gerade das Wesen dieser Michael-Herrschaft zu verstehen, berufen dazu, gerade im Sinne des Wirkens Michaels durch die Jahrhunderte und die Jahrtausende, jetzt, wo er wieder seine Erdenherrschaft in einem besonders bedeutsamen Momente antritt, berufen, in dieser Richtung zu wirken. Es liegt in dem inneren Esoterischen dieser Michael-Strömung, daß in einer ganz bestimmten Weise vorgezeichnet ist, zunächst für dieses Jahrhundert, dasjenige, was geschehen wird.

[ 19 ] Aber sehen Sie, meine lieben Freunde, für die Anthroposophie, wenn man sie so ihrem heutigen Inhalte nach nimmt und sie rückwärts verfolgt, findet man wenig Erdenvorbereitung. Gehen Sie nur etwas zurück von dem, was heute als Anthroposophie auftritt, und suchen Sie unbefangen, nicht etwa den Sinn getrübt durch allerlei philologische Spitzfindigkeiten, sondern unbefangen irgendwo Quellen für diese Anthroposophie etwa im Laufe dieses neunzehnten Jahrhunderts: Sie finden sie nicht. Sie finden einzelne Spuren von spiritueller Auffassung, die dann wie Keime, aber Keime sehr spärlicher Art, Verwendung finden konnten in dem ganzen Gefüge der Anthroposophie; aber eine eigentliche Vorbereitung innerhalb des Irdischen ist ja nicht vorhanden.

[ 19 ] Aber sehen Sie, meine lieben Freunde, für die Anthroposophie, wenn man sie so ihrem heutigen Inhalte nach nimmt und sie rückwärts verfolgt, findet man wenig Erdenvorbereitung. Gehen Sie nur etwas zurück von dem, was heute als Anthroposophie auftritt, und suchen Sie unbefangen, nicht etwa den Sinn getrübt durch allerlei philologische Spitzfindigkeiten, sondern unbefangen irgendwo Quellen für diese Anthroposophie etwa im Laufe dieses neunzehnten Jahrhunderts: Sie finden sie nicht. Sie finden einzelne Spuren von spiritueller Auffassung, die dann wie Keime, aber Keime sehr spärlicher Art, Verwendung finden konnten in dem ganzen Gefüge der Anthroposophie; aber eine eigentliche Vorbereitung innerhalb des Irdischen ist ja nicht vorhanden.

[ 20 ] Um so stärker ist die Vorbereitung im Übersinnlichen. Und schließlich, inwiefern Goethes Wirken, auch nach seinem Tode — wenn auch das in meinen Büchern anders aussieht — mitgewirkt hat an der Gestaltung der Anthroposophie, das wissen Sie ja alle. Das Wichtigste in bezug auf diese Dinge, das unmittelbar Wichtigste hat sich schon im Übersinnlichen abgespielt. Aber wiederum wenn man so lebendig zurückverfolgt das geistige Leben des neunzehnten Jahrhunderts bis zu Goethe, Herder, sogar meinetwillen bis zu Lessing zurück, dann erscheint einem dennoch dasjenige, was in einzelnen Geistern des ablaufenden achtzehnten Jahrhunderts, der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts gewirkt hat, wenn es auch wie zum Beispiel bei Hegel in starken Abstraktionen auftritt oder in abstrakt bildhafter Arc wie bei Schelling, es erscheint einem dennoch mindestens sehr stark spirituell angehaucht.

[ 20 ] Um so stärker ist die Vorbereitung im Übersinnlichen. Und schließlich, inwiefern Goethes Wirken, auch nach seinem Tode — wenn auch das in meinen Büchern anders aussieht — mitgewirkt hat an der Gestaltung der Anthroposophie, das wissen Sie ja alle. Das Wichtigste in bezug auf diese Dinge, das unmittelbar Wichtigste hat sich schon im Übersinnlichen abgespielt. Aber wiederum wenn man so lebendig zurückverfolgt das geistige Leben des neunzehnten Jahrhunderts bis zu Goethe, Herder, sogar meinetwillen bis zu Lessing zurück, dann erscheint einem dennoch dasjenige, was in einzelnen Geistern des ablaufenden achtzehnten Jahrhunderts, der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts gewirkt hat, wenn es auch wie zum Beispiel bei Hegel in starken Abstraktionen auftritt oder in abstrakt bildhafter Arc wie bei Schelling, es erscheint einem dennoch mindestens sehr stark spirituell angehaucht.

[ 21 ] Denn ich glaube, man erkennt in meinen «Rätseln der Philosophie» aus der Art und Weise, wie ich Schelling, wie ich Hegel geschildert habe, daß ich dennoch in dem Geistig-Seelischen dieser Entwickelung der Weltanschauung auf etwas hinweisen wollte, was dann einlaufen kann in das Anthroposophische. Ich versuchte ja auch in meinem Buche «Die Rätsel der Philosophie» diese Abstraktionen, die da auftreten, ich möchte sagen, mit dem Gemüte zu erfassen. Ich darf da vielleicht ganz besonders auf das Kapitel über Hegel hinweisen, auch auf manches, was über Schelling gesagt ist.

[ 21 ] Denn ich glaube, man erkennt in meinen «Rätseln der Philosophie» aus der Art und Weise, wie ich Schelling, wie ich Hegel geschildert habe, daß ich dennoch in dem Geistig-Seelischen dieser Entwickelung der Weltanschauung auf etwas hinweisen wollte, was dann einlaufen kann in das Anthroposophische. Ich versuchte ja auch in meinem Buche «Die Rätsel der Philosophie» diese Abstraktionen, die da auftreten, ich möchte sagen, mit dem Gemüte zu erfassen. Ich darf da vielleicht ganz besonders auf das Kapitel über Hegel hinweisen, auch auf manches, was über Schelling gesagt ist.

[ 22 ] Aber man muß eben doch noch tiefer gehen. Dann findet man merkwürdige Erscheinungen, die da im Geistesleben der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts auftreten und die dann nur, ich möchte sagen, zunächst versanken in demjenigen, was geistiges Leben, materialistisches Leben der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts war. Und doch tritt in alledem etwas auf, worin, wenn auch in abstrakten Begriffen, eben durchaus Spirituelles ist, spirituelles Leben und Weben darinnen ist.

[ 22 ] Aber man muß eben doch noch tiefer gehen. Dann findet man merkwürdige Erscheinungen, die da im Geistesleben der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts auftreten und die dann nur, ich möchte sagen, zunächst versanken in demjenigen, was geistiges Leben, materialistisches Leben der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts war. Und doch tritt in alledem etwas auf, worin, wenn auch in abstrakten Begriffen, eben durchaus Spirituelles ist, spirituelles Leben und Weben darinnen ist.

[ 23 ] Insbesondere interessant und immer interessanter, je mehr man sich in ihn einliest, wird der Philosoph Schelling. Ich möchte sagen, er beginnt fast wie Fichte mit willensdurchtränkten, scharf markierten, reinen Ideen. So trat ja Fichte auf. Johann Gottlieb Fichte ist ja eine der wenigen Persönlichkeiten in der Weltgeschichte, vielleicht in seiner Art überhaupt einzig in gewisser Beziehung, eine Persönlichkeit, die die stärksten Begriffsabstraktionen zu gleicher Zeit mit Enthusiasmus und Energie des Willens verband, so daß man gerade in ihm eine sehr interessante Erscheinung vor sich hat: Der kurze, gedrungene Fichte, im Wachstum etwas zurückgeblieben durch die Entbehrungen der Jugend, der, wenn man ihm auf der Straße nachschaute, mit einem ungeheuer fest auftretenden Schritte ging, alles Wille, Wille, der sich auslebt in der Darstellung der abstraktesten Begriffe, aber mit diesen abstraktesten Begriffen doch wiederum so etwas erreicht wie jene «Reden an die deutsche Nation», die er gehalten hat, mit denen er unzählige auf wunderbare Weise begeistert hat.

[ 23 ] Insbesondere interessant und immer interessanter, je mehr man sich in ihn einliest, wird der Philosoph Schelling. Ich möchte sagen, er beginnt fast wie Fichte mit willensdurchtränkten, scharf markierten, reinen Ideen. So trat ja Fichte auf. Johann Gottlieb Fichte ist ja eine der wenigen Persönlichkeiten in der Weltgeschichte, vielleicht in seiner Art überhaupt einzig in gewisser Beziehung, eine Persönlichkeit, die die stärksten Begriffsabstraktionen zu gleicher Zeit mit Enthusiasmus und Energie des Willens verband, so daß man gerade in ihm eine sehr interessante Erscheinung vor sich hat: Der kurze, gedrungene Fichte, im Wachstum etwas zurückgeblieben durch die Entbehrungen der Jugend, der, wenn man ihm auf der Straße nachschaute, mit einem ungeheuer fest auftretenden Schritte ging, alles Wille, Wille, der sich auslebt in der Darstellung der abstraktesten Begriffe, aber mit diesen abstraktesten Begriffen doch wiederum so etwas erreicht wie jene «Reden an die deutsche Nation», die er gehalten hat, mit denen er unzählige auf wunderbare Weise begeistert hat.

[ 24 ] Schelling tritt fast fichtisch auf, nicht mit solcher Kraft, aber mit solcher Gedankenart. Wir sehen aber sehr bald, daß sich Schellings Geist erweitert. Geradeso wie Fichte von Ich und Nicht-Ich und von allerlei ähnlichem Abstrakten redet, redet auch Schelling in seiner Jugend, begeistert damit auch in Jena die Leute. Aber ihn verläßt das also bald, der Geist erweitert sich, und wir sehen in ihn einziehen, wenn auch phantasie-gestaltete, aber wiederum fast nach Imaginationen hinzielende Vorstellungen. Es geht eine Weile weiter, dann vertieft er sich in solche Geister wie Jakob Böhme, beschreibt etwas, was dem ganzen Ton und Stile nach ganz verschieden ist von seiner früheren Wirksamkeit: die Grundlage der menschlichen Freiheit, eine Art Auferweckung der Ideen Jakob Böhmes. Wir sehen dann, wie in Schelling der Platonismus fast auflebt. Ein Weltanschauungsgespräch «Bruno» verfaßt er, das wirklich an Platos Gespräche erinnert, das sehr eindringlich ist. Interessant ist auch ein anderes Schriftchen, «Clara», worinnen die übersinnliche Welt eine große Rolle spielt.

[ 24 ] Schelling tritt fast fichtisch auf, nicht mit solcher Kraft, aber mit solcher Gedankenart. Wir sehen aber sehr bald, daß sich Schellings Geist erweitert. Geradeso wie Fichte von Ich und Nicht-Ich und von allerlei ähnlichem Abstrakten redet, redet auch Schelling in seiner Jugend, begeistert damit auch in Jena die Leute. Aber ihn verläßt das also bald, der Geist erweitert sich, und wir sehen in ihn einziehen, wenn auch phantasie-gestaltete, aber wiederum fast nach Imaginationen hinzielende Vorstellungen. Es geht eine Weile weiter, dann vertieft er sich in solche Geister wie Jakob Böhme, beschreibt etwas, was dem ganzen Ton und Stile nach ganz verschieden ist von seiner früheren Wirksamkeit: die Grundlage der menschlichen Freiheit, eine Art Auferweckung der Ideen Jakob Böhmes. Wir sehen dann, wie in Schelling der Platonismus fast auflebt. Ein Weltanschauungsgespräch «Bruno» verfaßt er, das wirklich an Platos Gespräche erinnert, das sehr eindringlich ist. Interessant ist auch ein anderes Schriftchen, «Clara», worinnen die übersinnliche Welt eine große Rolle spielt.

[ 25 ] Dann schweigt Schelling furchtbar lange. Er wird von seinen Mit-Philosophen, ich möchte sagen, für einen Lebendig-Toten gehalten und veröffentlicht dann nur die außerordentlich bedeutsame Schrift über die Samothrakischen Mysterien, — wiederum Erweiterung seines Geistes. Er lebt aber vorerst noch in München, bis ihn der König von Preußen beruft, an der Berliner Universität diejenige Philosophie vorzutragen, von der Schelling sagt, daß er sie in der Stille seiner Einsamkeit durch die Jahrzehnte hindurch erarbeitet habe. Und jetzt tritt Schelling in Berlin auf mit derjenigen Philosophie, die dann in seinen nachgelassenen Werken als «Philosophie der Mythologie» und als «Philosophie der Offenbarung» enthalten ist. Er macht keinen großen Eindruck auf das Berliner Publikum, denn der Tenor dessen, was er in Berlin redet, ist doch eigentlich der: Mit allem Nachdenken bringt der Mensch es zu gar nichts in bezug auf die Weltanschauungen; es muß etwas in die Menschenseele hineinkommen, was als wirkliche geistige Welt das Nachdenken durchlebt.

[ 25 ] Dann schweigt Schelling furchtbar lange. Er wird von seinen Mit-Philosophen, ich möchte sagen, für einen Lebendig-Toten gehalten und veröffentlicht dann nur die außerordentlich bedeutsame Schrift über die Samothrakischen Mysterien, — wiederum Erweiterung seines Geistes. Er lebt aber vorerst noch in München, bis ihn der König von Preußen beruft, an der Berliner Universität diejenige Philosophie vorzutragen, von der Schelling sagt, daß er sie in der Stille seiner Einsamkeit durch die Jahrzehnte hindurch erarbeitet habe. Und jetzt tritt Schelling in Berlin auf mit derjenigen Philosophie, die dann in seinen nachgelassenen Werken als «Philosophie der Mythologie» und als «Philosophie der Offenbarung» enthalten ist. Er macht keinen großen Eindruck auf das Berliner Publikum, denn der Tenor dessen, was er in Berlin redet, ist doch eigentlich der: Mit allem Nachdenken bringt der Mensch es zu gar nichts in bezug auf die Weltanschauungen; es muß etwas in die Menschenseele hineinkommen, was als wirkliche geistige Welt das Nachdenken durchlebt.

[ 26 ] Da erscheint plötzlich statt der alten rationalistischen Philosophie bei Schelling ein Wiedererwecken der alten Götterphilosophie, der Mythologie, ein Wiedererwecken der alten Götter, und zwar in einer auf der einen Seite ganz modernen Weise; aber aus allem sieht man: Da wirkt nach alte Geistigkeit. Es ist ganz merkwürdig.

[ 26 ] Da erscheint plötzlich statt der alten rationalistischen Philosophie bei Schelling ein Wiedererwecken der alten Götterphilosophie, der Mythologie, ein Wiedererwecken der alten Götter, und zwar in einer auf der einen Seite ganz modernen Weise; aber aus allem sieht man: Da wirkt nach alte Geistigkeit. Es ist ganz merkwürdig.

[ 27 ] Was er über das Christentum in der Philosophie der Offenbarung entwickelt, darin sind immerhin bedeutsame Anregungen gegeben, wenn auch in ganz abstrakten Formen, für dasjenige, was für manchen Punkt des Christentums auch innerhalb der Anthroposophie aus der geistigen Anschauung heraus gesagt werden muß.

[ 27 ] Was er über das Christentum in der Philosophie der Offenbarung entwickelt, darin sind immerhin bedeutsame Anregungen gegeben, wenn auch in ganz abstrakten Formen, für dasjenige, was für manchen Punkt des Christentums auch innerhalb der Anthroposophie aus der geistigen Anschauung heraus gesagt werden muß.

[ 28 ] So leicht wie die Berliner kann man ganz gewiß über Schelling nicht hinweggehen. Man kann überhaupt nicht über ihn hinweggehen! Die Berliner gingen ganz leicht drüber hinweg. Als sich ein Sprößling Schellings vermählte mit der Tochter eines preußischen Ministers — ein äußerlich mit der Sache zusammenhängendes, wenn auch karmisch zusammenhängendes Ereignis —, hörte ein preußischer Funktionär von dieser Tatsache und sagte, früher hätte er nie gewußt, warum eigentlich Schelling nach Berlin gekommen wäre, jetzt wüßte er es.

[ 28 ] So leicht wie die Berliner kann man ganz gewiß über Schelling nicht hinweggehen. Man kann überhaupt nicht über ihn hinweggehen! Die Berliner gingen ganz leicht drüber hinweg. Als sich ein Sprößling Schellings vermählte mit der Tochter eines preußischen Ministers — ein äußerlich mit der Sache zusammenhängendes, wenn auch karmisch zusammenhängendes Ereignis —, hörte ein preußischer Funktionär von dieser Tatsache und sagte, früher hätte er nie gewußt, warum eigentlich Schelling nach Berlin gekommen wäre, jetzt wüßte er es.

[ 29 ] Aber man kann schon in innere Schwierigkeiten und Konflikte hineinkommen, wenn man Schelling so verfolgt. Zu alledem wird immer diese letzte Periode Schellings in den Philosophie-Geschichten zwar greulich geschildert, aber es steht überall da über diesem Kapitel der Titel: «Schellings Theosophie». — Nun, es war immer wiederum so, daß ich mich mit Schelling viel beschäftigte. Es ging immer, trotz der abstrakten Form, eine bestimmte Wärme aus von dem, was in Schelling lebte. So habe ich in verhältnismäßiger Jugend zum Beispiel mich viel beschäftigt mit jenem platonischen Gespräche, das ich eben erwähnt habe: «Bruno, oder über das göttliche und natürliche Prinzip der Dinge».

[ 29 ] Aber man kann schon in innere Schwierigkeiten und Konflikte hineinkommen, wenn man Schelling so verfolgt. Zu alledem wird immer diese letzte Periode Schellings in den Philosophie-Geschichten zwar greulich geschildert, aber es steht überall da über diesem Kapitel der Titel: «Schellings Theosophie». — Nun, es war immer wiederum so, daß ich mich mit Schelling viel beschäftigte. Es ging immer, trotz der abstrakten Form, eine bestimmte Wärme aus von dem, was in Schelling lebte. So habe ich in verhältnismäßiger Jugend zum Beispiel mich viel beschäftigt mit jenem platonischen Gespräche, das ich eben erwähnt habe: «Bruno, oder über das göttliche und natürliche Prinzip der Dinge».

[ 30 ] Schelling, der ja seit dem Jahre 1854 wieder in der geistigen Welt weilte, Schelling kam einem eigentlich gerade durch dieses Gespräch «Bruno», wenn man es vornahm, es durchlebte, durch seine «Clara», namentlich aber durch die Schrift über die Samothrakischen Mysterien ungemein nahe. Man kam leicht in die wirkliche, reale, spirituelle Nähe Schellings. Und da wurde mir denn doch eigentlich schon im Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts völlig klar — bei den anderen Persönlichkeiten, die für die Weltanschauung in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wirkten, mag das gewesen sein wie immer, aber bei Schelling war es klar —: da wirkt geistige Inspiration dennoch herein. In Schelling wirkte geistige Inspiration fortdauernd herein.

[ 30 ] Schelling, der ja seit dem Jahre 1854 wieder in der geistigen Welt weilte, Schelling kam einem eigentlich gerade durch dieses Gespräch «Bruno», wenn man es vornahm, es durchlebte, durch seine «Clara», namentlich aber durch die Schrift über die Samothrakischen Mysterien ungemein nahe. Man kam leicht in die wirkliche, reale, spirituelle Nähe Schellings. Und da wurde mir denn doch eigentlich schon im Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts völlig klar — bei den anderen Persönlichkeiten, die für die Weltanschauung in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wirkten, mag das gewesen sein wie immer, aber bei Schelling war es klar —: da wirkt geistige Inspiration dennoch herein. In Schelling wirkte geistige Inspiration fortdauernd herein.

[ 31 ] Und so konnte man das folgende Bild haben: Sagen wir, zunächst unten in der physischen Welt den durch seine mannigfachen Lebensschicksale gehenden Schelling, der, wie ich gesagt habe, unter diesen Schicksalen eine lange Einsamkeit hatte, der in der mannigfaltigsten Weise behandelt wurde von seinen Mitmenschen, zuweilen mit riesiger, großartiger Begeisterung, zuweilen verhöhnt, verspottet, dieser Schelling, der eigentlich immer einen bedeutsamen Eindruck machte, wenn er wieder persönlich auftrat, er, der kurze, gedrungene Mann mit dem ungeheuer ausdrucksvollen Kopfe, den im spätesten Alter noch funkelnden, feuerfunkelnden Augen, aus denen das Feuer der Wahrheit sprach, das Feuer der Erkenntnis, dieser Schelling, man kann ganz deutlich sehen, je mehr man auf ihn eingeht: er hat Momente, wo Inspiration von oben in ihn hereinfällt.

[ 31 ] Und so konnte man das folgende Bild haben: Sagen wir, zunächst unten in der physischen Welt den durch seine mannigfachen Lebensschicksale gehenden Schelling, der, wie ich gesagt habe, unter diesen Schicksalen eine lange Einsamkeit hatte, der in der mannigfaltigsten Weise behandelt wurde von seinen Mitmenschen, zuweilen mit riesiger, großartiger Begeisterung, zuweilen verhöhnt, verspottet, dieser Schelling, der eigentlich immer einen bedeutsamen Eindruck machte, wenn er wieder persönlich auftrat, er, der kurze, gedrungene Mann mit dem ungeheuer ausdrucksvollen Kopfe, den im spätesten Alter noch funkelnden, feuerfunkelnden Augen, aus denen das Feuer der Wahrheit sprach, das Feuer der Erkenntnis, dieser Schelling, man kann ganz deutlich sehen, je mehr man auf ihn eingeht: er hat Momente, wo Inspiration von oben in ihn hereinfällt.

[ 32 ] Am alleranschaulichsten wurde mir das, als ich die Rezensionen von Robert Zimmermann — von dem Sie ja wissen, daß von ihm das Wort «Anthroposophie» herrührt, aber seine Anthroposophie ist ein Gestrüppe von Begriffen — über Schellings Schrift über die «Weltalter» las. Ich schätze Robert Zimmermann sehr, aber dazumal mußte ich denn doch innerlich in den Seufzer ausbrechen: O du Philister!

[ 32 ] Am alleranschaulichsten wurde mir das, als ich die Rezensionen von Robert Zimmermann — von dem Sie ja wissen, daß von ihm das Wort «Anthroposophie» herrührt, aber seine Anthroposophie ist ein Gestrüppe von Begriffen — über Schellings Schrift über die «Weltalter» las. Ich schätze Robert Zimmermann sehr, aber dazumal mußte ich denn doch innerlich in den Seufzer ausbrechen: O du Philister!

[ 33 ] Da ging ich denn wieder zurück zu Schellings Schrift selber von den Weltaltern, die ja auch etwas abstrakt geschrieben ist, von der man aber sogleich erkennt: Da ist etwas drinnen wie eine Schilderung der alten Atlantis in ganz spiritueller Art, mannigfach verzerrt durch die Abstraktionen, aber es ist etwas darinnen.

[ 33 ] Da ging ich denn wieder zurück zu Schellings Schrift selber von den Weltaltern, die ja auch etwas abstrakt geschrieben ist, von der man aber sogleich erkennt: Da ist etwas drinnen wie eine Schilderung der alten Atlantis in ganz spiritueller Art, mannigfach verzerrt durch die Abstraktionen, aber es ist etwas darinnen.

[ 34 ] Sie sehen also, es ist überall etwas da, was gerade bei Schelling so hereinwirkt, daß man sagen kann: Da unten ist Schelling, und da oben geschieht etwas, was auf Schelling herunterwirkt. Da bei Schelling wird es besonders anschaulich, daß eigentlich ein fortwährendes Wechselspiel der geistigen Welt oben und der Erdenwelt unten in bezug auf die geistige Entwickelung vorhanden ist. Und als ich dann einmal so in der Mitte der neunziger Jahre ganz besonders intensiv damit beschäftigt war, dasjenige aufzusuchen, was die spirituellen Grundlagen des Michael-Zeitalters sind und ähnliches, und wo ich dann selber hineinkam in eine Lebensphase — ich kann ja diese Dinge im «Lebensgang» nur andeuten, aber ich habe es schon angedeutet —, in der ich stark miterleben mußte die Welt, die unmittelbar angrenzt an unsere sinnlich-physische Welt, die aber eben doch durch eine dünne Wand von ihr getrennt ist — in dieser nächsten Welt spielen sich ja eigentlich die gigantischen Tatsachen ab, sie sind gar nicht so stark getrennt von unserer Welt —, als ich da in Weimar war, wo ich auf der einen Seite außerordentlich stark das gesellige Leben von Weimar nach allen Seiten hin miterlebte, aber zur gleichen Zeit die innere Notwendigkeit hatte, mich wiederum stark von allem zurückzuziehen, so daß diese Dinge parallel gingen: da war das für mich selber aufs höchste gestiegen, daß eigentlich immer bei mir ein stärkeres Miterleben der geistigen Welt als der physischen Welt vorhanden war. So daß es mir schon als junger Mensch nicht sehr schwer geworden ist, irgendeine Weltanschauung, die in meine Sphäre trat, schnell zu überblicken; aber ich mußte mir irgendeinen Stein oder eine Pflanze, die ich wiedererkennen sollte, nicht drei-, viermal, sondern fünfzig-, sechzigmal anschauen, — ich konnte nicht leicht die Seele verbinden mit demjenigen, was in der physischen Welt auf physische Art Namen bekommt.

[ 34 ] Sie sehen also, es ist überall etwas da, was gerade bei Schelling so hereinwirkt, daß man sagen kann: Da unten ist Schelling, und da oben geschieht etwas, was auf Schelling herunterwirkt. Da bei Schelling wird es besonders anschaulich, daß eigentlich ein fortwährendes Wechselspiel der geistigen Welt oben und der Erdenwelt unten in bezug auf die geistige Entwickelung vorhanden ist. Und als ich dann einmal so in der Mitte der neunziger Jahre ganz besonders intensiv damit beschäftigt war, dasjenige aufzusuchen, was die spirituellen Grundlagen des Michael-Zeitalters sind und ähnliches, und wo ich dann selber hineinkam in eine Lebensphase — ich kann ja diese Dinge im «Lebensgang» nur andeuten, aber ich habe es schon angedeutet —, in der ich stark miterleben mußte die Welt, die unmittelbar angrenzt an unsere sinnlich-physische Welt, die aber eben doch durch eine dünne Wand von ihr getrennt ist — in dieser nächsten Welt spielen sich ja eigentlich die gigantischen Tatsachen ab, sie sind gar nicht so stark getrennt von unserer Welt —, als ich da in Weimar war, wo ich auf der einen Seite außerordentlich stark das gesellige Leben von Weimar nach allen Seiten hin miterlebte, aber zur gleichen Zeit die innere Notwendigkeit hatte, mich wiederum stark von allem zurückzuziehen, so daß diese Dinge parallel gingen: da war das für mich selber aufs höchste gestiegen, daß eigentlich immer bei mir ein stärkeres Miterleben der geistigen Welt als der physischen Welt vorhanden war. So daß es mir schon als junger Mensch nicht sehr schwer geworden ist, irgendeine Weltanschauung, die in meine Sphäre trat, schnell zu überblicken; aber ich mußte mir irgendeinen Stein oder eine Pflanze, die ich wiedererkennen sollte, nicht drei-, viermal, sondern fünfzig-, sechzigmal anschauen, — ich konnte nicht leicht die Seele verbinden mit demjenigen, was in der physischen Welt auf physische Art Namen bekommt.

[ 35 ] Das war damals aufs höchste gestiegen gerade während der Weimarer Zeit. Weimar ist ja dazumal, lange bevor die konstitutionelle Republikaner-Versammlung dort stattgefunden hat, wirklich ein Ort gewesen wie eine Oase, wie eine geistige Oase, ganz anders als andere Orte in Deutschland. Da in diesem Weimar, wie ich in meinem «Lebensgang» gesagt habe, erlebte ich schon meine Einsamkeiten. Und da nahm ich dann wieder einmal, um hinter manches zu kommen, Schellings «Gottheiten von Samothrake» und seine «Philosophie der Mythologie» 1897 eigentlich bloß zur Anregung in die Hand, nicht um drinnen zu studieren, sondern zur Anregung, so wie man äußere Hilfsmittel verwendet. Nicht wahr, sagen wir, es will irgendeiner, der in der geistigen Welt forscht, sich einmal die Forschung erleichtern: es sind eben bloß äußere Hilfsmittel, die man da hat, wie man ja auch technische Hilfsmittel hat, die dann mit der eigentlichen Sache nicht recht im Zusammenhang stehen. Will einer, sagen wir, über die Zeit der ersten christlichen Jahrhunderte forschen, so legt er sich einmal ein paar Nächte die Schriften des heiligen Augustinus oder des Clemens von Alexandrien unter den Kopf; das ist eine äußere Anregung, wie irgendein technisches Hilfsmittel beim Erinnern. So nahm ich dazumal die «Gottheiten von Samothrake» des Schelling, die «Philosophie der Mythologie» in die Hand. Aber eigentlich hatte ich dasjenige im Auge, was da im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts sich eben so abspielte, daß) es dann gleichsam erst herunterströmte und zur Anthroposophie werden konnte.

[ 35 ] Das war damals aufs höchste gestiegen gerade während der Weimarer Zeit. Weimar ist ja dazumal, lange bevor die konstitutionelle Republikaner-Versammlung dort stattgefunden hat, wirklich ein Ort gewesen wie eine Oase, wie eine geistige Oase, ganz anders als andere Orte in Deutschland. Da in diesem Weimar, wie ich in meinem «Lebensgang» gesagt habe, erlebte ich schon meine Einsamkeiten. Und da nahm ich dann wieder einmal, um hinter manches zu kommen, Schellings «Gottheiten von Samothrake» und seine «Philosophie der Mythologie» 1897 eigentlich bloß zur Anregung in die Hand, nicht um drinnen zu studieren, sondern zur Anregung, so wie man äußere Hilfsmittel verwendet. Nicht wahr, sagen wir, es will irgendeiner, der in der geistigen Welt forscht, sich einmal die Forschung erleichtern: es sind eben bloß äußere Hilfsmittel, die man da hat, wie man ja auch technische Hilfsmittel hat, die dann mit der eigentlichen Sache nicht recht im Zusammenhang stehen. Will einer, sagen wir, über die Zeit der ersten christlichen Jahrhunderte forschen, so legt er sich einmal ein paar Nächte die Schriften des heiligen Augustinus oder des Clemens von Alexandrien unter den Kopf; das ist eine äußere Anregung, wie irgendein technisches Hilfsmittel beim Erinnern. So nahm ich dazumal die «Gottheiten von Samothrake» des Schelling, die «Philosophie der Mythologie» in die Hand. Aber eigentlich hatte ich dasjenige im Auge, was da im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts sich eben so abspielte, daß) es dann gleichsam erst herunterströmte und zur Anthroposophie werden konnte.

[ 36 ] Da, als ich Schelling wirklich nun in seinem biographischen Werdegang verfolgen konnte, aber nicht deutlich — klar wurde das erst viel, viel später, als ich meine «Rätsel der Philosophie» geschrieben habe —, da konnte ich — wie gesagt, nicht ganz deutlich — wahrnehmen, wie vieles in Schellings Schriften eigentlich von ihm nur unter Inspiration niedergeschrieben ist, und daß der Inspirierende Julian Apostata-Herzeloyde-Tycho de Brahe ist, der nicht wieder selber auf dem physischen Plane erschienen ist, aber durch Schellings Seele ungeheuer viel gewirkt hat. Und dabei wurde ich gewahr, daß gerade dieser Tycho de Brahe in einer eminent starken Weise nach seinem Tycho de Brahe-Dasein fortgeschritten ist. Durch Schellings Leiblichkeit konnte ja nur wenig durchgehen. Aber wenn man das einmal weiß, daß da Tycho de Brahes Individualität als inspirierend über Schelling schwebt, und dann die genialen Blitze in den «Gottheiten von Samothrake», die genialen Blitze namentlich am Schlusse der «Philosophie der Offenbarung» liest, mit der in ihrer Art doch großartigen Interpretation Schellings der alten Mysterien, und namentlich wenn man sich in die Sprache, die Schelling da führt, in die so merkwürdige Sprache vertieft, dann hört man bald nicht Schelling reden, sondern Tycho de Brahe. Und dann wird man eben gewahr, wie unter anderen Geistern gerade dieser Tycho de Brahe, der ja auch als Individualität in Julian Apostata war, viel dazu beigetragen hat, daß manches heraufgekommen ist im neueren Geistesleben, was dennoch wiederum so anregend gewirkt hat, daß wenigstens die äußeren Formen des Ausdruckes für das anthroposophisch Geartete manchmal davon hergenommen sind.

[ 36 ] Da, als ich Schelling wirklich nun in seinem biographischen Werdegang verfolgen konnte, aber nicht deutlich — klar wurde das erst viel, viel später, als ich meine «Rätsel der Philosophie» geschrieben habe —, da konnte ich — wie gesagt, nicht ganz deutlich — wahrnehmen, wie vieles in Schellings Schriften eigentlich von ihm nur unter Inspiration niedergeschrieben ist, und daß der Inspirierende Julian Apostata-Herzeloyde-Tycho de Brahe ist, der nicht wieder selber auf dem physischen Plane erschienen ist, aber durch Schellings Seele ungeheuer viel gewirkt hat. Und dabei wurde ich gewahr, daß gerade dieser Tycho de Brahe in einer eminent starken Weise nach seinem Tycho de Brahe-Dasein fortgeschritten ist. Durch Schellings Leiblichkeit konnte ja nur wenig durchgehen. Aber wenn man das einmal weiß, daß da Tycho de Brahes Individualität als inspirierend über Schelling schwebt, und dann die genialen Blitze in den «Gottheiten von Samothrake», die genialen Blitze namentlich am Schlusse der «Philosophie der Offenbarung» liest, mit der in ihrer Art doch großartigen Interpretation Schellings der alten Mysterien, und namentlich wenn man sich in die Sprache, die Schelling da führt, in die so merkwürdige Sprache vertieft, dann hört man bald nicht Schelling reden, sondern Tycho de Brahe. Und dann wird man eben gewahr, wie unter anderen Geistern gerade dieser Tycho de Brahe, der ja auch als Individualität in Julian Apostata war, viel dazu beigetragen hat, daß manches heraufgekommen ist im neueren Geistesleben, was dennoch wiederum so anregend gewirkt hat, daß wenigstens die äußeren Formen des Ausdruckes für das anthroposophisch Geartete manchmal davon hergenommen sind.

[ 37 ] Dann wiederum, eine der Schriften aus der deutschen Philosophie, die auf mich einen großen Eindruck gemacht haben, ist die Schrift von Jakob Frohschammer: «Die Phantasie als Grundprinzip des Weltprozesses», eine geistvolle Schrift vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Geistvoll deshalb, weil dieser mutige Mann, der von der Kirche ausgestoßen worden ist, dessen Schriften auf den Index gesetzt wurden, der mutig war auch der Wissenschaft gegenüber, die Verwandtschaft aufdeckte zwischen dem, was rein seelisch in der Phantasie schafft, wenn der Mensch künstlerisch schafft, und demjenigen, was innerlich als Wachstum und Lebenskraft wirkt. Dazu gehörte schon etwas in jener Zeit. «Die Phantasie als Grundprinzip des Weltprozesses», als weltschöpferische Macht, ist schon eine bedeutsame Schrift.

[ 37 ] Dann wiederum, eine der Schriften aus der deutschen Philosophie, die auf mich einen großen Eindruck gemacht haben, ist die Schrift von Jakob Frohschammer: «Die Phantasie als Grundprinzip des Weltprozesses», eine geistvolle Schrift vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Geistvoll deshalb, weil dieser mutige Mann, der von der Kirche ausgestoßen worden ist, dessen Schriften auf den Index gesetzt wurden, der mutig war auch der Wissenschaft gegenüber, die Verwandtschaft aufdeckte zwischen dem, was rein seelisch in der Phantasie schafft, wenn der Mensch künstlerisch schafft, und demjenigen, was innerlich als Wachstum und Lebenskraft wirkt. Dazu gehörte schon etwas in jener Zeit. «Die Phantasie als Grundprinzip des Weltprozesses», als weltschöpferische Macht, ist schon eine bedeutsame Schrift.

[ 38 ] So interessierte mich wiederum dieser Jakob Frohschammer sehr. Ich suchte ihm beizukommen, eben auch real, nicht bloß durch seine Schriften. Wiederum fand ich: Der inspirierende Geist ist derselbe, der in Tycho de Brahe, in Julian Apostata gelebt hat.

[ 38 ] So interessierte mich wiederum dieser Jakob Frohschammer sehr. Ich suchte ihm beizukommen, eben auch real, nicht bloß durch seine Schriften. Wiederum fand ich: Der inspirierende Geist ist derselbe, der in Tycho de Brahe, in Julian Apostata gelebt hat.

[ 39 ] So gibt es eine ganze Reihe von Persönlichkeiten, bei denen man sehen kann, wie etwas vorbereitend wirkte für dasjenige, was dann Anthroposophie geworden ist. Aber man braucht überall dahinter das spirituelle Licht, das im Übersinnlichen wirkt. Denn was vorher auf die Erde davon heruntergekommen ist, das sind eben doch Abstraktionen geblieben. Nur konkretisieren sie sich zuweilen bei solch einem Geiste wie Schelling oder bei einem so mutvollen Menschen wie Jakob Frohschammer.

[ 39 ] So gibt es eine ganze Reihe von Persönlichkeiten, bei denen man sehen kann, wie etwas vorbereitend wirkte für dasjenige, was dann Anthroposophie geworden ist. Aber man braucht überall dahinter das spirituelle Licht, das im Übersinnlichen wirkt. Denn was vorher auf die Erde davon heruntergekommen ist, das sind eben doch Abstraktionen geblieben. Nur konkretisieren sie sich zuweilen bei solch einem Geiste wie Schelling oder bei einem so mutvollen Menschen wie Jakob Frohschammer.

[ 40 ] Und sehen Sie, wenn wir heute hinaufschauen zu dem, was da eigentlich wirkt im Übersinnlichen, und wissen, wie Anthroposophie zu dem steht, und wenn wir die Forschung ausdehnen auch in bezug auf die Geschichte in das ganz Konkrete hinein, in das konkrete Geistesleben hinein, dann dient uns wohl auch dieses ganz vorzüglich: Da auf der Erde sind ehrlich zur Anthroposophie strebend eine Anzahl von Seelen, welche den Michael-Strömungen immer nahegestanden haben; da sind in der übersinnlichen Welt eine Anzahl von Seelen, namentlich die Lehrer von Chartres, die zurückgeblieben sind. Zwischen denen, die hier in der sinnlichen Welt sind, und denen, die oben sind in der geistigen Welt, besteht die entschiedenste Tendenz, ihre Wirksamkeiten miteinander zu vereinen.

[ 40 ] Und sehen Sie, wenn wir heute hinaufschauen zu dem, was da eigentlich wirkt im Übersinnlichen, und wissen, wie Anthroposophie zu dem steht, und wenn wir die Forschung ausdehnen auch in bezug auf die Geschichte in das ganz Konkrete hinein, in das konkrete Geistesleben hinein, dann dient uns wohl auch dieses ganz vorzüglich: Da auf der Erde sind ehrlich zur Anthroposophie strebend eine Anzahl von Seelen, welche den Michael-Strömungen immer nahegestanden haben; da sind in der übersinnlichen Welt eine Anzahl von Seelen, namentlich die Lehrer von Chartres, die zurückgeblieben sind. Zwischen denen, die hier in der sinnlichen Welt sind, und denen, die oben sind in der geistigen Welt, besteht die entschiedenste Tendenz, ihre Wirksamkeiten miteinander zu vereinen.

[ 41 ] Und sehen Sie, will man nun für das, was man erforschen soll für die Zukunft des zwanzigsten Jahrhunderts, einen bedeutsamen Helfer haben, sozusagen jemanden, der einem raten kann in bezug auf die übersinnliche Welt, wenn man Impulse braucht, die da drinnen sind, dann ist es die Individualität des Julian ApostataTycho de Brahe. Sie ist heute nicht auf dem physischen Plan, aber sie ist eigentlich immer da und gibt immer Auskunft über diejenigen Dinge, die sich namentlich auf das Prophetische in bezug auf das zwanzigste Jahrhundert beziehen.

[ 41 ] Und sehen Sie, will man nun für das, was man erforschen soll für die Zukunft des zwanzigsten Jahrhunderts, einen bedeutsamen Helfer haben, sozusagen jemanden, der einem raten kann in bezug auf die übersinnliche Welt, wenn man Impulse braucht, die da drinnen sind, dann ist es die Individualität des Julian ApostataTycho de Brahe. Sie ist heute nicht auf dem physischen Plan, aber sie ist eigentlich immer da und gibt immer Auskunft über diejenigen Dinge, die sich namentlich auf das Prophetische in bezug auf das zwanzigste Jahrhundert beziehen.

[ 42 ] Und all das zusammennehmend, stellt sich doch heraus: Diejenigen Menschen, die heute in ehrlicher Weise die Anthroposophie aufnehmen, sie bereiten ihre Seele dazu vor, mit möglichster Abkürzung des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wiederum zu erscheinen und dann auch vereint zu sein mit jenen Lehrern von Chartres, die zurückgeblieben sind.

[ 42 ] Und all das zusammennehmend, stellt sich doch heraus: Diejenigen Menschen, die heute in ehrlicher Weise die Anthroposophie aufnehmen, sie bereiten ihre Seele dazu vor, mit möglichster Abkürzung des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wiederum zu erscheinen und dann auch vereint zu sein mit jenen Lehrern von Chartres, die zurückgeblieben sind.

[ 43 ] Und das ist etwas, meine lieben Freunde, was wir aufnehmen sollten in unsere Seelen: dieses Bewußtsein, daß die anthroposophische Bewegung in ihrem Wesentlichsten dazu berufen ist, weiter zu wirken, — und nicht nur in ihren bedeutsamsten, sondern fast in allen ihren Seelen wieder zu erscheinen mit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, wo der große Anstoß für das geistige, für das spirituelle Leben auf Erden gegeben werden soll, weil sonst endgültig die Erdenzivilisation in ihre Dekadenz hineinzieht, deren Eigenschaften sie ja heute so stark zeigt.

[ 43 ] Und das ist etwas, meine lieben Freunde, was wir aufnehmen sollten in unsere Seelen: dieses Bewußtsein, daß die anthroposophische Bewegung in ihrem Wesentlichsten dazu berufen ist, weiter zu wirken, — und nicht nur in ihren bedeutsamsten, sondern fast in allen ihren Seelen wieder zu erscheinen mit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, wo der große Anstoß für das geistige, für das spirituelle Leben auf Erden gegeben werden soll, weil sonst endgültig die Erdenzivilisation in ihre Dekadenz hineinzieht, deren Eigenschaften sie ja heute so stark zeigt.

[ 44 ] Das ist es, was ich gerne möchte: aus solchen Untergründen heraus in Ihren Herzen, meine lieben Freunde, etwas von den Flammen anzünden, die wir brauchen, um das geistige Leben so stark schon jetzt innerhalb der anthroposophischen Bewegung zu machen, daß wir in der rechten Weise vorbereitet erscheinen, wenn jene große Epoche, mit der wir wieder wirken werden auf Erden nach abgekürztem übersinnlichem Leben, wenn jene große Epoche erscheint, bei der für die Rettung der Erde geradezu in ihren wichtigsten Gliedern auf dasjenige gerechnet wird, was Anthroposophen vermögen.

[ 44 ] Das ist es, was ich gerne möchte: aus solchen Untergründen heraus in Ihren Herzen, meine lieben Freunde, etwas von den Flammen anzünden, die wir brauchen, um das geistige Leben so stark schon jetzt innerhalb der anthroposophischen Bewegung zu machen, daß wir in der rechten Weise vorbereitet erscheinen, wenn jene große Epoche, mit der wir wieder wirken werden auf Erden nach abgekürztem übersinnlichem Leben, wenn jene große Epoche erscheint, bei der für die Rettung der Erde geradezu in ihren wichtigsten Gliedern auf dasjenige gerechnet wird, was Anthroposophen vermögen.

[ 45 ] Ich denke, schon der Hinblick auf diese Perspektive der Zukunft kann Anthroposophen begeistern, kann Anthroposophen dazu bringen, in sich die Gefühle hervorzurufen, welche sie in rechter, energischer, tatkräftiger, mit Enthusiasmus gezierter Weise durch das gegenwärtige Erdenleben tragen, damit das eine Vorbereitung sein kann für dasjenige am Ende des Jahrhunderts, wo eben Anthroposophie zu dem Angedeuteten berufen sein soll.

[ 45 ] Ich denke, schon der Hinblick auf diese Perspektive der Zukunft kann Anthroposophen begeistern, kann Anthroposophen dazu bringen, in sich die Gefühle hervorzurufen, welche sie in rechter, energischer, tatkräftiger, mit Enthusiasmus gezierter Weise durch das gegenwärtige Erdenleben tragen, damit das eine Vorbereitung sein kann für dasjenige am Ende des Jahrhunderts, wo eben Anthroposophie zu dem Angedeuteten berufen sein soll.