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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239

29 March 1924, Prague

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Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Ich möchte diese Mitgliedervorträge heute damit beginnen, daß ich Ihnen auseinandersetze, wie Anthroposophie einfach dadurch, daß sie ihre Einsichten an den Menschen heranbringt, das ganze menschliche Bewußtsein heraushebt aus der Erdenschwere. Es ist ja heute kaum einem Menschen, der in der allgemeinen Zivilisation darinsteht, möglich, anders zu denken, als daß er mit seinem Erdenleben zwischen Geburt und Tod auch der Erde angehört. Alles übrige, die Angehörigkeit einer geistigen Welt gegenüber, ist ja zumeist nur ein Glaube, eine Ahnung und dergleichen. Eine Einsicht in die Zusammengehörigkeit des Menschen mit etwas anderem, als was auf der Erde ist, ist ja dem heutigen Menschen, der seine Erziehung, seine ganze Bildung aus der heutigen Zivilisation schöpfen muß, eigentlich kaum möglich. Und dennoch ist das, gerade dieser Glaube, nur mit Erdenverhältnissen zu tun zu haben, wenn man vom Menschen spricht, der große Irrtum unserer Zivilisation, unseres ganzen zeitgenössischen Geisteslebens, ich möchte sagen über die ganze westliche und mittlere Welt hin. Nur der Orient hat sich ein, wenn auch dekadentes, Bewußtsein bewahrt von der Zusammengehörigkeit des Menschen mit den die Erde umgebenden übersinnlichen Weltenmächten und Weltenkräften. Der Mensch in alter Zeit fühlte sich in seinem Menschenwesen abhängig von den Sternen, wie er sich abhängig fühlte von den Pflanzen, von den Tieren,. die auf der Erde wachsen und herumwandeln. Man wußte in alter Zeit, daß der Mond nicht nur ein physischer Weltkörper sei, der im Erdenraum herumschwebt. Um viel mehr kümmert man sich heute ja nicht, höchstens untersucht man, ob es Erhebungen dort gibt oder nicht, oder Wasser, und stellt darüber Hypothesen auf. Aber um sonst etwas kümmert man sich schon beim Mond nicht, der uns am nächsten steht, geschweige denn bei den andern Himmelskörpern, die man ja nur ihren physischen Verhältnissen nach untersucht. Das war in alten Zeiten ganz anders. Da wußte sich der Mensch durchaus abhängig von den Himmelskörpern, wie er sich heute abhängig weiß von der Erde.

[ 1 ] Ich möchte diese Mitgliedervorträge heute damit beginnen, daß ich Ihnen auseinandersetze, wie Anthroposophie einfach dadurch, daß sie ihre Einsichten an den Menschen heranbringt, das ganze menschliche Bewußtsein heraushebt aus der Erdenschwere. Es ist ja heute kaum einem Menschen, der in der allgemeinen Zivilisation darinsteht, möglich, anders zu denken, als daß er mit seinem Erdenleben zwischen Geburt und Tod auch der Erde angehört. Alles übrige, die Angehörigkeit einer geistigen Welt gegenüber, ist ja zumeist nur ein Glaube, eine Ahnung und dergleichen. Eine Einsicht in die Zusammengehörigkeit des Menschen mit etwas anderem, als was auf der Erde ist, ist ja dem heutigen Menschen, der seine Erziehung, seine ganze Bildung aus der heutigen Zivilisation schöpfen muß, eigentlich kaum möglich. Und dennoch ist das, gerade dieser Glaube, nur mit Erdenverhältnissen zu tun zu haben, wenn man vom Menschen spricht, der große Irrtum unserer Zivilisation, unseres ganzen zeitgenössischen Geisteslebens, ich möchte sagen über die ganze westliche und mittlere Welt hin. Nur der Orient hat sich ein, wenn auch dekadentes, Bewußtsein bewahrt von der Zusammengehörigkeit des Menschen mit den die Erde umgebenden übersinnlichen Weltenmächten und Weltenkräften. Der Mensch in alter Zeit fühlte sich in seinem Menschenwesen abhängig von den Sternen, wie er sich abhängig fühlte von den Pflanzen, von den Tieren,. die auf der Erde wachsen und herumwandeln. Man wußte in alter Zeit, daß der Mond nicht nur ein physischer Weltkörper sei, der im Erdenraum herumschwebt. Um viel mehr kümmert man sich heute ja nicht, höchstens untersucht man, ob es Erhebungen dort gibt oder nicht, oder Wasser, und stellt darüber Hypothesen auf. Aber um sonst etwas kümmert man sich schon beim Mond nicht, der uns am nächsten steht, geschweige denn bei den andern Himmelskörpern, die man ja nur ihren physischen Verhältnissen nach untersucht. Das war in alten Zeiten ganz anders. Da wußte sich der Mensch durchaus abhängig von den Himmelskörpern, wie er sich heute abhängig weiß von der Erde.

[ 2 ] Ich will von etwas ausgehen, was eine gewisse wissenschaftliche Bedeutung hat, was vielleicht manchen nicht sympathisch ist, allein es wird etwas Leichtes sein. Ich habe oft in anthroposophischen Vorträgen betont, daß ja der Mensch, auch wenn er rein naturwissenschaftlich untersucht wird, seinem Erdenleben nach den Beweis liefert, daß in seine Bildung etwas eingeht, was außerirdisch ist. Die Naturwissenschaft glaubt, daß der erste Eikeim der komplizierteste Körper ist, der auf der Erde nur sein kann. Man denkt nach über die komplizierte Struktur, die der Eikeim haben kann. Man sagt, das Atom ist in letzter Zeit ein ganz wunderbares Wesen geworden, und nun erst das Molekül! Und nun so etwas wie eine Zelle, das ist etwas furchtbar Kompliziertes! — Aber das ist eben nicht der Fall beim Eikeim; in Wirklichkeit stellt sich der Eikeim gar nicht als komplizierter Körper dar, sondern der Eikeim stellt sich als ein Chaos dar. Alle chemisch-physikalische Struktur zerfällt, und bevor ein Lebewesen entstehen kann, muß der Eikeim in chaotischen Staub zerfallen sein. Gerade das ist der Sinn der Befruchtung, daß sie den Keim zum Chaos treibt, so daß im mütterlichen Organismus eine vollständig zerklüftete Materie besteht. Das ist der Sinn der Vorgänge im mütterlichen Leibe, daß da ein vollständiges Chaos ist. Wenn Sie einen Kristall haben: der Kosmos kann nicht wirken bei dem Kristall mit den festen Kanten; wenn Sie eine Pflanze haben: die hat auch eine feste Gestalt, da kann der Kosmos auch nicht wirken; beim Tier ist es ebenso. Das ist der Sinn der Befruchtung, daß der Eikeim zum Chaos wird. Erst dann wirkt der ganze Kosmos von seiner Umgebung auf diesen Keim ein, und dann wird der Mensch wirklich aus dem Kosmos heraus gebildet, so daß einziehen kann in ihn das wirkliche Geistig-Seelische, das aus vergangenen Erdenleben kommt. “

[ 2 ] Ich will von etwas ausgehen, was eine gewisse wissenschaftliche Bedeutung hat, was vielleicht manchen nicht sympathisch ist, allein es wird etwas Leichtes sein. Ich habe oft in anthroposophischen Vorträgen betont, daß ja der Mensch, auch wenn er rein naturwissenschaftlich untersucht wird, seinem Erdenleben nach den Beweis liefert, daß in seine Bildung etwas eingeht, was außerirdisch ist. Die Naturwissenschaft glaubt, daß der erste Eikeim der komplizierteste Körper ist, der auf der Erde nur sein kann. Man denkt nach über die komplizierte Struktur, die der Eikeim haben kann. Man sagt, das Atom ist in letzter Zeit ein ganz wunderbares Wesen geworden, und nun erst das Molekül! Und nun so etwas wie eine Zelle, das ist etwas furchtbar Kompliziertes! — Aber das ist eben nicht der Fall beim Eikeim; in Wirklichkeit stellt sich der Eikeim gar nicht als komplizierter Körper dar, sondern der Eikeim stellt sich als ein Chaos dar. Alle chemisch-physikalische Struktur zerfällt, und bevor ein Lebewesen entstehen kann, muß der Eikeim in chaotischen Staub zerfallen sein. Gerade das ist der Sinn der Befruchtung, daß sie den Keim zum Chaos treibt, so daß im mütterlichen Organismus eine vollständig zerklüftete Materie besteht. Das ist der Sinn der Vorgänge im mütterlichen Leibe, daß da ein vollständiges Chaos ist. Wenn Sie einen Kristall haben: der Kosmos kann nicht wirken bei dem Kristall mit den festen Kanten; wenn Sie eine Pflanze haben: die hat auch eine feste Gestalt, da kann der Kosmos auch nicht wirken; beim Tier ist es ebenso. Das ist der Sinn der Befruchtung, daß der Eikeim zum Chaos wird. Erst dann wirkt der ganze Kosmos von seiner Umgebung auf diesen Keim ein, und dann wird der Mensch wirklich aus dem Kosmos heraus gebildet, so daß einziehen kann in ihn das wirkliche Geistig-Seelische, das aus vergangenen Erdenleben kommt. “

[ 3 ] Das ist etwas, was gegenüber den heutigen Anschauungen ein Unsinn ist, aber dieser Unsinn ist die Wahrheit. Das ist in unserer heutigen Zeit das Schreckliche, daß man gegenüber den landläufigen Ansichten Unsinn sagen muß, wenn man die Wahrheit spricht. Nun kann man sagen: Das ergibt sich aus dem okkulten Anschauen, was du da behauptest; aber kann man das auch nachprüfen? — Man kann es auch nachprüfen; das können schon mehr Leute, als man gewöhnlich glaubt. Aber es gibt auch einen äußerlichen Beweis für diese Tatsache. Uns hat sich an unserem biologischen Forschungsinstitut in Stuttgart ein merkwürdiger äußerer Beweis ergeben. Es sind da Forschungen gemacht worden über die Funktion der Milz. Sie wissen vielleicht: die Milz ist immer als ganz problematischer Organismus betrachtet worden. Da erzählt man ja von einem Rigorosum, bei dem der Professor den Kandidaten fragt: «Können Sie mir etwas sagen über die Milz?» Der Kandidat besinnt sich und stottert ganz jammervoll heraus: «Das habe ich vergessen.» Da sagt der Professor: «Das ist schade! Kein Mensch hat das jemals gewußt, Sie waren der einzige, und Sie haben es vergessen.»

[ 3 ] Das ist etwas, was gegenüber den heutigen Anschauungen ein Unsinn ist, aber dieser Unsinn ist die Wahrheit. Das ist in unserer heutigen Zeit das Schreckliche, daß man gegenüber den landläufigen Ansichten Unsinn sagen muß, wenn man die Wahrheit spricht. Nun kann man sagen: Das ergibt sich aus dem okkulten Anschauen, was du da behauptest; aber kann man das auch nachprüfen? — Man kann es auch nachprüfen; das können schon mehr Leute, als man gewöhnlich glaubt. Aber es gibt auch einen äußerlichen Beweis für diese Tatsache. Uns hat sich an unserem biologischen Forschungsinstitut in Stuttgart ein merkwürdiger äußerer Beweis ergeben. Es sind da Forschungen gemacht worden über die Funktion der Milz. Sie wissen vielleicht: die Milz ist immer als ganz problematischer Organismus betrachtet worden. Da erzählt man ja von einem Rigorosum, bei dem der Professor den Kandidaten fragt: «Können Sie mir etwas sagen über die Milz?» Der Kandidat besinnt sich und stottert ganz jammervoll heraus: «Das habe ich vergessen.» Da sagt der Professor: «Das ist schade! Kein Mensch hat das jemals gewußt, Sie waren der einzige, und Sie haben es vergessen.»

[ 4 ] Nun habe ich eine gewisse Methode angegeben aus der Geisteswissenschaft heraus, nach der von Fran Dr. Kolisko die Funktion der Milz untersucht worden ist. Sie wird zwar noch angefochten, aber es wird sich schon durchsetzen, da sie wirklich exakt ist. Aber nun hat sich etwas anderes herausgestellt. Manches muß man so machen, wie man es seinem Herzen nach nicht machen würde, sondern weil die anderen diese Methoden haben. So haben wir uns entschlossen, Kaninchen die Milz zu exstirpieren. Das ist ja keine Vivisektion, sondern eine einfache Operation, und wir haben alles Mögliche getan, damit die Tiere nicht gequält würden. Aber eines dieser Kaninchen ist gestorben, weil es eine Erkältung bekam; es wurde nämlich nach der Operation nicht in den Warmraum gebracht.

[ 4 ] Nun habe ich eine gewisse Methode angegeben aus der Geisteswissenschaft heraus, nach der von Fran Dr. Kolisko die Funktion der Milz untersucht worden ist. Sie wird zwar noch angefochten, aber es wird sich schon durchsetzen, da sie wirklich exakt ist. Aber nun hat sich etwas anderes herausgestellt. Manches muß man so machen, wie man es seinem Herzen nach nicht machen würde, sondern weil die anderen diese Methoden haben. So haben wir uns entschlossen, Kaninchen die Milz zu exstirpieren. Das ist ja keine Vivisektion, sondern eine einfache Operation, und wir haben alles Mögliche getan, damit die Tiere nicht gequält würden. Aber eines dieser Kaninchen ist gestorben, weil es eine Erkältung bekam; es wurde nämlich nach der Operation nicht in den Warmraum gebracht.

[ 5 ] Was mußte man da erwarten? Die Milz hatten wir herausgenommen, dadurch war etwas eingetreten an der Milzstelle, was im Kaninchenorganismus war und nun dem Kosmos exponiert war. Solange die Milz an ihrer Stelle war, konnte der Kosmos nichts machen; nimmt man die Milz heraus, so ist bloß die Äthermilz da. Dadurch ordnet sich die Äthermilz an, wie es dem Hereinwirken des Kosmos entspricht. Was war zu erwarten? Daß an der Stelle der Milzform etwas entsteht in kosmischer Form, daß eine Nachahmung des Kosmischen entsteht: als solche bildet sich heraus eine Kugelform. Und richtig! Als wir das Kaninchen sezierten, fanden wir einen ganz kleinen organischen Körper in Kugelform, der sich nachträglich aus dem Einwirken des Kosmos gebildet hatte — ganz nach der Anschauung, daß sich der Eikeim als ein chaotischer Körper darstellt —, nachdem man die Bedingung, daß bloß die Erde wirkt, weggenommen hatte. So fügte es das Karma, daß wir zu einem äußeren Beweis kamen für das, was auf einem ganz abgesonderten Gebiet behauptet werden muß.

[ 5 ] Was mußte man da erwarten? Die Milz hatten wir herausgenommen, dadurch war etwas eingetreten an der Milzstelle, was im Kaninchenorganismus war und nun dem Kosmos exponiert war. Solange die Milz an ihrer Stelle war, konnte der Kosmos nichts machen; nimmt man die Milz heraus, so ist bloß die Äthermilz da. Dadurch ordnet sich die Äthermilz an, wie es dem Hereinwirken des Kosmos entspricht. Was war zu erwarten? Daß an der Stelle der Milzform etwas entsteht in kosmischer Form, daß eine Nachahmung des Kosmischen entsteht: als solche bildet sich heraus eine Kugelform. Und richtig! Als wir das Kaninchen sezierten, fanden wir einen ganz kleinen organischen Körper in Kugelform, der sich nachträglich aus dem Einwirken des Kosmos gebildet hatte — ganz nach der Anschauung, daß sich der Eikeim als ein chaotischer Körper darstellt —, nachdem man die Bedingung, daß bloß die Erde wirkt, weggenommen hatte. So fügte es das Karma, daß wir zu einem äußeren Beweis kamen für das, was auf einem ganz abgesonderten Gebiet behauptet werden muß.

[ 6 ] So ist eben wirklich die Sache so, daß heute vielfach der Mensch gar nicht anders kann, wenn er aus der Zeitzivilisation heraus seine Empfindungen entwickelt, als sich auf etwas zu beschränken, was in der Zivilisation der Erde liegt und gar nicht den Blick hinausrichtet in die Weiten der Welt.

[ 6 ] So ist eben wirklich die Sache so, daß heute vielfach der Mensch gar nicht anders kann, wenn er aus der Zeitzivilisation heraus seine Empfindungen entwickelt, als sich auf etwas zu beschränken, was in der Zivilisation der Erde liegt und gar nicht den Blick hinausrichtet in die Weiten der Welt.

[ 7 ] Ich muß Sie jetzt, um die Grundlagen für die weiteren Ausführungen zu haben, daran erinnern, wie in meinem Buche «Geheimwissenschaft » ausgeführt ist, daß der heutige Mond sich einmal von der Erde abgespalten hat, nachdem er früher ein Körper mit der Erde war. Das ist etwas, was sich dem Schauen ergibt, was aber auch von der heutigen Naturwissenschaft schon anerkannt wird. Insbesondere in den letzten Jahren zeigte sich eine literarische Bewegung, die mit diesem Verhältnis des Mondes zur Erde, wenn auch in irrtümlicher Art, rechnet. Wir müssen uns bewußt werden, daß der Mond, wie er heute am Himmel erscheint, einmal eine Einheit mit der Erde gebildet hat, daß er von der Erde hinausgeschleudert worden ist, wenn ich so sagen darf, und die Erde seit einer gewissen Zeit umkreist.

[ 7 ] Ich muß Sie jetzt, um die Grundlagen für die weiteren Ausführungen zu haben, daran erinnern, wie in meinem Buche «Geheimwissenschaft » ausgeführt ist, daß der heutige Mond sich einmal von der Erde abgespalten hat, nachdem er früher ein Körper mit der Erde war. Das ist etwas, was sich dem Schauen ergibt, was aber auch von der heutigen Naturwissenschaft schon anerkannt wird. Insbesondere in den letzten Jahren zeigte sich eine literarische Bewegung, die mit diesem Verhältnis des Mondes zur Erde, wenn auch in irrtümlicher Art, rechnet. Wir müssen uns bewußt werden, daß der Mond, wie er heute am Himmel erscheint, einmal eine Einheit mit der Erde gebildet hat, daß er von der Erde hinausgeschleudert worden ist, wenn ich so sagen darf, und die Erde seit einer gewissen Zeit umkreist.

[ 8 ] Ich muß nun auf eine zweite Tatsache hinweisen. Diese betrifft die seelisch-geistige Entwickelung der Menschen im Erdendasein. Schon eine rein äußerliche Betrachtung desjenigen, was auf der Erde von Menschen geleistet worden ist, zeigt ja, daß schon einmal etwas bestanden hat wie eine Art von Urweisheit. Gewiß, sie ist nicht in den intellektuellen Formen gegeben worden, die heute verlangt werden; so abstrakt in Gedanken und so an die Sinne gebunden, wie es heute verlangt wird, ist sie nicht gegeben worden. Sie ist in mehr bildhaft-poetischer Form gegeben worden. Von der wirklichen Urweisheit, die ja zu einer Zeit auf der Erde bestanden hat, als man noch nicht geschrieben hat, von dieser wirklichen Urweisheit ist ja nichts da. Was aber erhalten geblieben ist, das sind Sagen, Mythen, die wunderbare Veden-Literatur, die Literatur der Vedanta, die morgenländischen Schriften. Derjenige, der sich in sie vertieft — und zwar nicht etwa wie Deussen, der nur das Alleräußerlichste sieht und als berühmter Übersetzer gilt —, wer sich wirklich vertiefen kann in dasjenige, was da ist, bekommt schon eine tiefe Ehrfurcht vor der unendlichen Weisheit, die darinnen liegt, die nur in einer poetischen, bildhaften Form auftritt. Und er bekommt das Gefühl, daß hinter dem etwas nicht Ausgesprochenes und Unaufgeschriebenes gelebt hat, was vielleicht größer und bedeutender war: eine Urweisheit.

[ 8 ] Ich muß nun auf eine zweite Tatsache hinweisen. Diese betrifft die seelisch-geistige Entwickelung der Menschen im Erdendasein. Schon eine rein äußerliche Betrachtung desjenigen, was auf der Erde von Menschen geleistet worden ist, zeigt ja, daß schon einmal etwas bestanden hat wie eine Art von Urweisheit. Gewiß, sie ist nicht in den intellektuellen Formen gegeben worden, die heute verlangt werden; so abstrakt in Gedanken und so an die Sinne gebunden, wie es heute verlangt wird, ist sie nicht gegeben worden. Sie ist in mehr bildhaft-poetischer Form gegeben worden. Von der wirklichen Urweisheit, die ja zu einer Zeit auf der Erde bestanden hat, als man noch nicht geschrieben hat, von dieser wirklichen Urweisheit ist ja nichts da. Was aber erhalten geblieben ist, das sind Sagen, Mythen, die wunderbare Veden-Literatur, die Literatur der Vedanta, die morgenländischen Schriften. Derjenige, der sich in sie vertieft — und zwar nicht etwa wie Deussen, der nur das Alleräußerlichste sieht und als berühmter Übersetzer gilt —, wer sich wirklich vertiefen kann in dasjenige, was da ist, bekommt schon eine tiefe Ehrfurcht vor der unendlichen Weisheit, die darinnen liegt, die nur in einer poetischen, bildhaften Form auftritt. Und er bekommt das Gefühl, daß hinter dem etwas nicht Ausgesprochenes und Unaufgeschriebenes gelebt hat, was vielleicht größer und bedeutender war: eine Urweisheit.

[ 9 ] Wie hat diese Urweisheit gelebt? So studieren, wie wir heute studieren, indem wir uns hinsetzen, uns Bücher einprägen und dergleichen und dadurch uns allmählich hinaufwinden, etwas zu wissen, so geschah es ja nicht in der Sphäre der Urweisheit. Jeder, der zu einer bestimmten Einsicht gekommen war zu dieser Epoche, hat gewußt, was Inspiration ist, hat zu lesen verstanden in der Welt — nicht in Büchern —, wenn er sich in die nötige Seelenverfassung versetzte. Er wußte, dann kommt es über ihn, dann wird er innerlich erleuchtet. Dieses Innerlich-Erleuchtetwerden, das wurde so real genommen, wie wir heute das Lesen in Büchern real nehmen. Der Mensch erlangte ein Verhältnis zum Geistigen in der Welt dadurch, daß er in den alten Mysterien durch den Einweihungspriester dazu gebracht worden ist, die Erleuchtung in sich erleben zu können. Der Unterricht in den Mysterien bestand ja darin, den Menschen dahin zu bringen, diese innerliche Erleuchtung erleben zu lernen. Er war nicht der Ansicht, irgend etwas aus Wolkenkuckucksheimen erleuchte ihn. Es wäre ungefähr so, wie wenn wir heute irgendwo hinter einer spanischen Wand einem Menschen zuhörten und nicht glaubten, daß da ein: Mensch spricht, sondern daß etwas Unbestimmtes hinter der spanischen Wand uns etwas zuraunt, Ebensowenig wie wir heute glauben würden, wenn wir das hörten, daß da etwas Unbestimmtes spricht, sondern wie wir ein Wesen vermuten würden hinter unserer Wahrnehmung, so wußte derjenige, der zur Erleuchtung kam: Da sind Wesen auf der Erde, die nicht zur physischen Verkörperung kommen, sondern durch die Erleuchtung die großen Lehrer der Menschheit sind. — Der Mensch war sich bewußt: er ist in Fleisch und Blut, er geht herum unter Menschenwesen, die nicht in Fleisch und Blut sind, die aber einen ätherischen Leib haben, die ätherische Wesen sind, die dazu da sind, um die Erleuchtung zu geben, die Inhalt der Urweisheit war. So wußte man: Die Erde wird nicht nur bevölkert von Menschen in Fleisch und Blut, sondern auch von anderen Wesen, die einen ätherischen Leib haben.

[ 9 ] Wie hat diese Urweisheit gelebt? So studieren, wie wir heute studieren, indem wir uns hinsetzen, uns Bücher einprägen und dergleichen und dadurch uns allmählich hinaufwinden, etwas zu wissen, so geschah es ja nicht in der Sphäre der Urweisheit. Jeder, der zu einer bestimmten Einsicht gekommen war zu dieser Epoche, hat gewußt, was Inspiration ist, hat zu lesen verstanden in der Welt — nicht in Büchern —, wenn er sich in die nötige Seelenverfassung versetzte. Er wußte, dann kommt es über ihn, dann wird er innerlich erleuchtet. Dieses Innerlich-Erleuchtetwerden, das wurde so real genommen, wie wir heute das Lesen in Büchern real nehmen. Der Mensch erlangte ein Verhältnis zum Geistigen in der Welt dadurch, daß er in den alten Mysterien durch den Einweihungspriester dazu gebracht worden ist, die Erleuchtung in sich erleben zu können. Der Unterricht in den Mysterien bestand ja darin, den Menschen dahin zu bringen, diese innerliche Erleuchtung erleben zu lernen. Er war nicht der Ansicht, irgend etwas aus Wolkenkuckucksheimen erleuchte ihn. Es wäre ungefähr so, wie wenn wir heute irgendwo hinter einer spanischen Wand einem Menschen zuhörten und nicht glaubten, daß da ein: Mensch spricht, sondern daß etwas Unbestimmtes hinter der spanischen Wand uns etwas zuraunt, Ebensowenig wie wir heute glauben würden, wenn wir das hörten, daß da etwas Unbestimmtes spricht, sondern wie wir ein Wesen vermuten würden hinter unserer Wahrnehmung, so wußte derjenige, der zur Erleuchtung kam: Da sind Wesen auf der Erde, die nicht zur physischen Verkörperung kommen, sondern durch die Erleuchtung die großen Lehrer der Menschheit sind. — Der Mensch war sich bewußt: er ist in Fleisch und Blut, er geht herum unter Menschenwesen, die nicht in Fleisch und Blut sind, die aber einen ätherischen Leib haben, die ätherische Wesen sind, die dazu da sind, um die Erleuchtung zu geben, die Inhalt der Urweisheit war. So wußte man: Die Erde wird nicht nur bevölkert von Menschen in Fleisch und Blut, sondern auch von anderen Wesen, die einen ätherischen Leib haben.

[ 10 ] Nun muß man sich natürlich, wenn man eine solche Sache betrachtet, freimachen von dem Vorurteil, als ob die Menschheit, so wie sie jetzt ist, auf der Erde gelebt hätte seit der Zeit, in welcher Urkunden da sind; davor setzt man das Unbestimmte und dann, nachdem man durch dieses Unbestimmte durchgeschritten ist, kommt man an die Menschenaffen oder Affenmenschen. Das ist ja eigentlich eine höchst drollige Anschauung! Was der Historiker sagen kann, das gilt für ein paar Jahrhunderte: da waren die Menschen ähnlich, wie sie heute sind, natürlich nicht so gescheit, aber doch so ähnlich, wie sie heute sind. So gescheit wie wir seien die Menschen erst in den letzten Jahrhunderten geworden; aber abgesehen von unserer größeren Gescheitheit seien sie so gewesen, wie wir heute sind. — Die Ägypter waren abergläubisch, haben Mumien gehabt; — aber man stellt sie sich sonst doch im Ganzen so vor, wie die heutigen Menschen, abgesehen von der Gescheitheit! Davor liegt eine Periode, von der man nichts weiß. Aber nachdem die Periode, von der man nichts weiß, lang gedauert hatte, da waren die Menschenaffen da.

[ 10 ] Nun muß man sich natürlich, wenn man eine solche Sache betrachtet, freimachen von dem Vorurteil, als ob die Menschheit, so wie sie jetzt ist, auf der Erde gelebt hätte seit der Zeit, in welcher Urkunden da sind; davor setzt man das Unbestimmte und dann, nachdem man durch dieses Unbestimmte durchgeschritten ist, kommt man an die Menschenaffen oder Affenmenschen. Das ist ja eigentlich eine höchst drollige Anschauung! Was der Historiker sagen kann, das gilt für ein paar Jahrhunderte: da waren die Menschen ähnlich, wie sie heute sind, natürlich nicht so gescheit, aber doch so ähnlich, wie sie heute sind. So gescheit wie wir seien die Menschen erst in den letzten Jahrhunderten geworden; aber abgesehen von unserer größeren Gescheitheit seien sie so gewesen, wie wir heute sind. — Die Ägypter waren abergläubisch, haben Mumien gehabt; — aber man stellt sie sich sonst doch im Ganzen so vor, wie die heutigen Menschen, abgesehen von der Gescheitheit! Davor liegt eine Periode, von der man nichts weiß. Aber nachdem die Periode, von der man nichts weiß, lang gedauert hatte, da waren die Menschenaffen da.

[ 11 ] Sehen Sie, das ist eine Anschauung, von der man sich freimachen muß. Der Mensch hat die Erde früher bevölkert als die Tiere, nur in anderer Gestalt, er ist das ältere Wesen. Sie können das in meiner «Geheimwissenschaft» nachlesen. Und so erlebten dann auch die Menschen, die mit den alten Urlehrern zusammengelebt haben, die noch nicht Menschenkörper angenommen hatten, die in Geistkörpern gelebt haben, daß mit dem Mondenaustritt, den sie ja miterlebt hatten — wir selbst haben ihn miterlebt —, diese Wesen, die unter ihnen gelebt haben als Urlehrer, in den Kosmos hinausgezogen sind und seither eben nicht die Erde, sondern den Mond bewohnen. So daß eigentlich nicht nur die physische Substanz des Mondes, sondern auch die Wesenheiten, die den Mond bisher geistig bewohnten, als von der Erde abgetrennt anzusehen sind. Ja, es ist sogar naturwissenschaftlich so, daß man von diesen Wesen reden kann, daß sie einmal ausgezogen sind — sie unterliegen nicht in derselben Weise Geburt und Tod wie der Mensch — und auf dem Monde wohnen, während der Mond längst seine Substanzen verloren und umgewandelt hat.

[ 11 ] Sehen Sie, das ist eine Anschauung, von der man sich freimachen muß. Der Mensch hat die Erde früher bevölkert als die Tiere, nur in anderer Gestalt, er ist das ältere Wesen. Sie können das in meiner «Geheimwissenschaft» nachlesen. Und so erlebten dann auch die Menschen, die mit den alten Urlehrern zusammengelebt haben, die noch nicht Menschenkörper angenommen hatten, die in Geistkörpern gelebt haben, daß mit dem Mondenaustritt, den sie ja miterlebt hatten — wir selbst haben ihn miterlebt —, diese Wesen, die unter ihnen gelebt haben als Urlehrer, in den Kosmos hinausgezogen sind und seither eben nicht die Erde, sondern den Mond bewohnen. So daß eigentlich nicht nur die physische Substanz des Mondes, sondern auch die Wesenheiten, die den Mond bisher geistig bewohnten, als von der Erde abgetrennt anzusehen sind. Ja, es ist sogar naturwissenschaftlich so, daß man von diesen Wesen reden kann, daß sie einmal ausgezogen sind — sie unterliegen nicht in derselben Weise Geburt und Tod wie der Mensch — und auf dem Monde wohnen, während der Mond längst seine Substanzen verloren und umgewandelt hat.

[ 12 ] Da geht etwas ähnliches vor, wie mit dem Menschen. Ja, denken Sie einmal, daß der Mensch seine physischen Substanzen in sieben bis acht Jahren ganz auswechselt! Wenn jemand glaubt, derselbe Körper sitze da, der vor einigen Jahren dagesessen ist, so ist das nicht so. Die physische Substanz hat sich ausgewechselt, das Geistig-Seelische ist geblieben. In dieser Beziehung weiß man schon die Tatsache in der Naturwissenschaft, aber man achtet nicht auf sie. Ich wurde einmal gefragt bei einem Vortrag: Es wird gesagt, daß die Bienen als Bienenstock eine gewisse Beziehung zum Bienenvater haben, daß es bei seinem Tode, wenn er recht anhänglich an seine Bienen war, vorkommt, daß der Bienenstock es merkt und vielfach auch stirbt. Wie kann das sein? Die einzelnen Bienen haben ja doch keine solchen Fähigkeiten, daß sie den Menschen kennen, und der Bienenstock ist ja nur eine Summe von einzelnen Bienen! — Das aber ist nicht wahr, der Bienenstock ist ja gar nicht die Summe der einzelnen Bienen. Ich gebrauchte folgenden Vergleich: Zwei Menschen waren da vor zwei Jahrzehnten. Der eine ist nach Amerika gegangen, der andere ist dageblieben; der erstere kommt nach fünfzehn Jahren aus Amerika zurück und erkennt seinen Freund wieder. — Es kommt gar nicht an auf die einzelnen Teile; von der ursprünglichen Substanz ist ja nichts geblieben. So kommt es nicht auf die einzelnen Bienen an, sondern auf die Intelligenz des Bienenstockes, und die ist nicht einmal viel anders als beim Menschen. Wir als Menschen sind auch etwas anderes als unsere Zellen, als unsere einzelnen Organe. Und so wie von denjenigen Freunden, die hier vor zehn Jahren meinen Vorträgen beigewohnt haben, nichts mehr physisch da ist, sondern nur das Seelisch-Geistige, so ist auch beim Mond längst nichts mehr von der Substanz da, die einmal von der Erde hinausgegangen ist, die hat sich längst wiederholt ausgetauscht im Kosmos. Dagegen sind die Wesenheiten da. Wie diese Wesenheiten aber trotzdem wirksam geblieben sind für die Erdenmenschheit, das zeigt sich für eine wirkliche Einweihungsbetrachtung ganz deutlich. Das zeigt sich dann, wenn wir etwas genauer eingehen auf dasjenige, was wir das Karma nennen. Ich will heute damit beginnen, wir werden dann diese Betrachtungen in den nächsten Vorträgen fortsetzen.

[ 12 ] Da geht etwas ähnliches vor, wie mit dem Menschen. Ja, denken Sie einmal, daß der Mensch seine physischen Substanzen in sieben bis acht Jahren ganz auswechselt! Wenn jemand glaubt, derselbe Körper sitze da, der vor einigen Jahren dagesessen ist, so ist das nicht so. Die physische Substanz hat sich ausgewechselt, das Geistig-Seelische ist geblieben. In dieser Beziehung weiß man schon die Tatsache in der Naturwissenschaft, aber man achtet nicht auf sie. Ich wurde einmal gefragt bei einem Vortrag: Es wird gesagt, daß die Bienen als Bienenstock eine gewisse Beziehung zum Bienenvater haben, daß es bei seinem Tode, wenn er recht anhänglich an seine Bienen war, vorkommt, daß der Bienenstock es merkt und vielfach auch stirbt. Wie kann das sein? Die einzelnen Bienen haben ja doch keine solchen Fähigkeiten, daß sie den Menschen kennen, und der Bienenstock ist ja nur eine Summe von einzelnen Bienen! — Das aber ist nicht wahr, der Bienenstock ist ja gar nicht die Summe der einzelnen Bienen. Ich gebrauchte folgenden Vergleich: Zwei Menschen waren da vor zwei Jahrzehnten. Der eine ist nach Amerika gegangen, der andere ist dageblieben; der erstere kommt nach fünfzehn Jahren aus Amerika zurück und erkennt seinen Freund wieder. — Es kommt gar nicht an auf die einzelnen Teile; von der ursprünglichen Substanz ist ja nichts geblieben. So kommt es nicht auf die einzelnen Bienen an, sondern auf die Intelligenz des Bienenstockes, und die ist nicht einmal viel anders als beim Menschen. Wir als Menschen sind auch etwas anderes als unsere Zellen, als unsere einzelnen Organe. Und so wie von denjenigen Freunden, die hier vor zehn Jahren meinen Vorträgen beigewohnt haben, nichts mehr physisch da ist, sondern nur das Seelisch-Geistige, so ist auch beim Mond längst nichts mehr von der Substanz da, die einmal von der Erde hinausgegangen ist, die hat sich längst wiederholt ausgetauscht im Kosmos. Dagegen sind die Wesenheiten da. Wie diese Wesenheiten aber trotzdem wirksam geblieben sind für die Erdenmenschheit, das zeigt sich für eine wirkliche Einweihungsbetrachtung ganz deutlich. Das zeigt sich dann, wenn wir etwas genauer eingehen auf dasjenige, was wir das Karma nennen. Ich will heute damit beginnen, wir werden dann diese Betrachtungen in den nächsten Vorträgen fortsetzen.

[ 13 ] Wir beachten, wenn wir einem Menschen begegnen, gewöhnlich nicht genügend, wie wir eigentlich unser ganzes Erdenleben hindirigiert haben zu dieser Begegnung. Und bei diesem Kennenlernen eines Menschen begegnen wir einem Zweifachen. Beachten Sie das nur, Sie werden finden, daß in irgendeiner mehr oder weniger abgeschwächten Weise das vorhanden ist, was ich jetzt erzählen will. Man lernt einen andern kennen. Es ist oftmals so, daß wir mit diesem anderen, ganz gleich ob er schön oder häßlich, gescheit oder dumm ist, er kann irgendwie sein, eine innige Verbindung eingehen. Die steigt aus unserem Inneren auf. Wir beachten gar nicht, wie er im Äußeren ist: wir fühlen ein Band zu ihm. Das ist die eine Art im Extrem. Die andere Art ist: Wir lernen einen Menschen kennen, wir fühlen dieses innere Band nicht, sondern wir nehmen Gelegenheit, einen intellektuellen oder moralischen Eindruck von ihm zu bekommen. Wir können ihn gut beschreiben. Über den ersten Menschen zu sprechen, wenn wir nachher in eine Gesellschaft gehen, die ihn auch kennt, ist uns etwas Unangenehmes, wir haben das Gefühl: es ist unangenehm; es ist etwas Innerliches im Verhältnis zu ihm. Den anderen Menschen können wir hübsch beschreiben, wir können sagen: Er ist gescheit oder ein Tor, wir wissen ihn zu beschreiben bis auf die Einzelheiten seiner Nase; aber wir leben ohne innere Teilnahme an ihm. Es gibt Bekanntschaften, die wir machen, kaum haben wir diese Bekanntschaft gemacht, so passiert es uns, daß wir von diesem Menschen träumen, daß uns die Träume gar nicht mehr verlassen. Wir lernen einen anderen noch so gut kennen, sind täglich beisammen: nicht der geringste Traum stellt sich ein. Unser Inneres ist nicht so stark ergriffen, daß wir von ihm träumen. Der Fall, daß jemand so lebt, wie Garibaldi, der das innere Band auch dann fühlt, wenn gar keine unmittelbare persönliche Beziehung da ist, ist selten, aber auch dieser Fall kommt vor. Denn bei Garibaldi ist es sehr interessant, wie er seine erste Frau gefunden hat. In der äußeren Welt war er so wenig darin, daß er gar kein Interesse hatte an Damen. Auf einer Seereise an der brasilianischen Küste richtete er das Fernrohr aufs Land und sah ein junges Mädchen: In diesem Augenblick war er sich klar darüber, daß sie seine Frau werden müsse. Er stürmte ans Land mit seinem Schiff, ein Mann war da, der ihn freundlich empfing und ihn fragte, ob er nicht Mittag bei ihm essen wolle. Garibaldi sagt zu. Es war der Vater des Mädchens, das er auf dem Lande gesehen hatte! Bevor noch das Mittagsmahl aufgetragen war, sagte er ihr — er sprach nur italienisch und sie nur portugiesisch —, sie müsse sein werden für das Leben. Sie verstand es aber doch, und es wurde eines der schönsten Herzensverhältnisse begründet. Es ist da im extremen Fall gezeigt, daß etwas wie ein karmisches Verhältnis da war. Es war etwas Heldenhaftes im Verhalten der Frau, in der Art, wie sie sich verhielt. Sie begleitete ihn bei seinen Kämpfen in Südamerika, und als die Nachricht kam, er sei auf dem Schlachtfeld gefallen, suchte sie ihn auf dem Schlachtfelde. In dieser Situation gebar sie ihr Kind. Um es zu wärmen, mußte sie es sich um den Hals schnallen.

[ 13 ] Wir beachten, wenn wir einem Menschen begegnen, gewöhnlich nicht genügend, wie wir eigentlich unser ganzes Erdenleben hindirigiert haben zu dieser Begegnung. Und bei diesem Kennenlernen eines Menschen begegnen wir einem Zweifachen. Beachten Sie das nur, Sie werden finden, daß in irgendeiner mehr oder weniger abgeschwächten Weise das vorhanden ist, was ich jetzt erzählen will. Man lernt einen andern kennen. Es ist oftmals so, daß wir mit diesem anderen, ganz gleich ob er schön oder häßlich, gescheit oder dumm ist, er kann irgendwie sein, eine innige Verbindung eingehen. Die steigt aus unserem Inneren auf. Wir beachten gar nicht, wie er im Äußeren ist: wir fühlen ein Band zu ihm. Das ist die eine Art im Extrem. Die andere Art ist: Wir lernen einen Menschen kennen, wir fühlen dieses innere Band nicht, sondern wir nehmen Gelegenheit, einen intellektuellen oder moralischen Eindruck von ihm zu bekommen. Wir können ihn gut beschreiben. Über den ersten Menschen zu sprechen, wenn wir nachher in eine Gesellschaft gehen, die ihn auch kennt, ist uns etwas Unangenehmes, wir haben das Gefühl: es ist unangenehm; es ist etwas Innerliches im Verhältnis zu ihm. Den anderen Menschen können wir hübsch beschreiben, wir können sagen: Er ist gescheit oder ein Tor, wir wissen ihn zu beschreiben bis auf die Einzelheiten seiner Nase; aber wir leben ohne innere Teilnahme an ihm. Es gibt Bekanntschaften, die wir machen, kaum haben wir diese Bekanntschaft gemacht, so passiert es uns, daß wir von diesem Menschen träumen, daß uns die Träume gar nicht mehr verlassen. Wir lernen einen anderen noch so gut kennen, sind täglich beisammen: nicht der geringste Traum stellt sich ein. Unser Inneres ist nicht so stark ergriffen, daß wir von ihm träumen. Der Fall, daß jemand so lebt, wie Garibaldi, der das innere Band auch dann fühlt, wenn gar keine unmittelbare persönliche Beziehung da ist, ist selten, aber auch dieser Fall kommt vor. Denn bei Garibaldi ist es sehr interessant, wie er seine erste Frau gefunden hat. In der äußeren Welt war er so wenig darin, daß er gar kein Interesse hatte an Damen. Auf einer Seereise an der brasilianischen Küste richtete er das Fernrohr aufs Land und sah ein junges Mädchen: In diesem Augenblick war er sich klar darüber, daß sie seine Frau werden müsse. Er stürmte ans Land mit seinem Schiff, ein Mann war da, der ihn freundlich empfing und ihn fragte, ob er nicht Mittag bei ihm essen wolle. Garibaldi sagt zu. Es war der Vater des Mädchens, das er auf dem Lande gesehen hatte! Bevor noch das Mittagsmahl aufgetragen war, sagte er ihr — er sprach nur italienisch und sie nur portugiesisch —, sie müsse sein werden für das Leben. Sie verstand es aber doch, und es wurde eines der schönsten Herzensverhältnisse begründet. Es ist da im extremen Fall gezeigt, daß etwas wie ein karmisches Verhältnis da war. Es war etwas Heldenhaftes im Verhalten der Frau, in der Art, wie sie sich verhielt. Sie begleitete ihn bei seinen Kämpfen in Südamerika, und als die Nachricht kam, er sei auf dem Schlachtfeld gefallen, suchte sie ihn auf dem Schlachtfelde. In dieser Situation gebar sie ihr Kind. Um es zu wärmen, mußte sie es sich um den Hals schnallen.

[ 14 ] Durch solche Erlebnisse wuchs Garibaldi mehr in das Leben hinein. Die Frau starb ihm hinweg, er heiratete eine andere. Der näherte er sich auf ganz bürgerliche Weise; aber diese Ehe dauerte nur einen Tag!

[ 14 ] Durch solche Erlebnisse wuchs Garibaldi mehr in das Leben hinein. Die Frau starb ihm hinweg, er heiratete eine andere. Der näherte er sich auf ganz bürgerliche Weise; aber diese Ehe dauerte nur einen Tag!

[ 15 ] Das sind Dinge, wo man so mit der Nase auf das Karma gestoßen wird, die einem zeigen, wenn man sie ins Auge faßt, daß in dieser zweifachen Weise sich der Mensch verhalten kann zu anderen Menschen in bezug auf das Karma. Ganz anders liegen die karmischen Verhältnisse, wenn der Mensch die innere Zusammengehörigkeit fühlt, als wenn er den anderen Menschen nur äußerlich beschreiben kann.

[ 15 ] Das sind Dinge, wo man so mit der Nase auf das Karma gestoßen wird, die einem zeigen, wenn man sie ins Auge faßt, daß in dieser zweifachen Weise sich der Mensch verhalten kann zu anderen Menschen in bezug auf das Karma. Ganz anders liegen die karmischen Verhältnisse, wenn der Mensch die innere Zusammengehörigkeit fühlt, als wenn er den anderen Menschen nur äußerlich beschreiben kann.

[ 16 ] Nun, gerade dann, wenn man hinschaut auf solche karmische Erlebnisse, wie dieses Bekanntwerden mit einem anderen Menschen, wo Schönheit oder Häßlichkeit nichts ausmacht, sondern wo von innen heraus der Impuls der Zusammengehörigkeit entspringt, wird man auf den Einfluß hingewiesen derjenigen Wesenheiten, die ich beschrieben habe als Urlehrer, die heute noch immer tätig geblieben sind, aber von außen, vom Kosmos herein, Solche Verhältnisse interessieren vor allen Dingen diese Mondenwesen, und durch solche Verhältnisse hindurch und über solche Verhältnisse hinweg nehmen sie an der Entwickelung der Erdenmenschheit den innigsten Anteil.

[ 16 ] Nun, gerade dann, wenn man hinschaut auf solche karmische Erlebnisse, wie dieses Bekanntwerden mit einem anderen Menschen, wo Schönheit oder Häßlichkeit nichts ausmacht, sondern wo von innen heraus der Impuls der Zusammengehörigkeit entspringt, wird man auf den Einfluß hingewiesen derjenigen Wesenheiten, die ich beschrieben habe als Urlehrer, die heute noch immer tätig geblieben sind, aber von außen, vom Kosmos herein, Solche Verhältnisse interessieren vor allen Dingen diese Mondenwesen, und durch solche Verhältnisse hindurch und über solche Verhältnisse hinweg nehmen sie an der Entwickelung der Erdenmenschheit den innigsten Anteil.

[ 17 ] Und wie es Mondenwesenheiten gibt, ebenso gibt es auch Sonnenwesenheiten, die mit der Sonne zusammenhängen. So ist es auch bei denjenigen Verhältnissen, wo wir den anderen Menschen mehr äußerlich beschreiben können. Da interessieren sich die Sonnenwesen für das, was von Menschenseele zu Menschenseele gesponnen wird.

[ 17 ] Und wie es Mondenwesenheiten gibt, ebenso gibt es auch Sonnenwesenheiten, die mit der Sonne zusammenhängen. So ist es auch bei denjenigen Verhältnissen, wo wir den anderen Menschen mehr äußerlich beschreiben können. Da interessieren sich die Sonnenwesen für das, was von Menschenseele zu Menschenseele gesponnen wird.

[ 18 ] Da werden wir, wenn wir die rein menschlichen Verhältnisse betrachten, von der Erde hinweggeleitet zunächst zu Sonne und Mond. Und da kann man sagen: es gibt menschliche Verhältnisse, in denen wir die Mondenwirksamkeit, und solche, in denen wir die Sonnenwirksamkeit sehen. Und so wird man hinausgeleitet von Stufe zu Stufe: von der Erde zum Kosmos.

[ 18 ] Da werden wir, wenn wir die rein menschlichen Verhältnisse betrachten, von der Erde hinweggeleitet zunächst zu Sonne und Mond. Und da kann man sagen: es gibt menschliche Verhältnisse, in denen wir die Mondenwirksamkeit, und solche, in denen wir die Sonnenwirksamkeit sehen. Und so wird man hinausgeleitet von Stufe zu Stufe: von der Erde zum Kosmos.

[ 19 ] Wir konnten diese Betrachtung heute nur beginnen, morgen und in den nächsten Vorträgen wollen wir sie fortsetzen.

[ 19 ] Wir konnten diese Betrachtung heute nur beginnen, morgen und in den nächsten Vorträgen wollen wir sie fortsetzen.