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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240

16 April 1924, Bern

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Die Bedeutung der die Erde umgebenden Himmelskörper für das Leben des Menschen II

Die Bedeutung der die Erde umgebenden Himmelskörper für das Leben des Menschen II

[ 1 ] Es ist schon einmal hier in den Kreisen unserer Berner anthroposophischen Freunde ausgesprochen worden, wie die Weihnachtstagung am Goetheanum dazu bestimmt war, einen neuen Zug in die anthroposophische Bewegung hineinzubringen. Es kann das Bewußtsein von diesem neuen Zug nicht oft genug eingeschärft werden. Denn es handelt sich ja darum, daß vor dieser Weihnachtstagung — wenigstens in der Praxis, wenn vielleicht auch nicht überall — die Auffassung so war, daß die Anthroposophische Gesellschaft eine Art Verwaltungsgesellschaft für das darstellte, was Anthroposophie als Inhalt und als Lebensimpuls hat. Das hat sich ja im wesentlichen so herausgestellt, seit die Anthroposophische Gesellschaft sich aus der Theosophischen Gesellschaft heraus verselbständigt hat.

[ 1 ] Es ist schon einmal hier in den Kreisen unserer Berner anthroposophischen Freunde ausgesprochen worden, wie die Weihnachtstagung am Goetheanum dazu bestimmt war, einen neuen Zug in die anthroposophische Bewegung hineinzubringen. Es kann das Bewußtsein von diesem neuen Zug nicht oft genug eingeschärft werden. Denn es handelt sich ja darum, daß vor dieser Weihnachtstagung — wenigstens in der Praxis, wenn vielleicht auch nicht überall — die Auffassung so war, daß die Anthroposophische Gesellschaft eine Art Verwaltungsgesellschaft für das darstellte, was Anthroposophie als Inhalt und als Lebensimpuls hat. Das hat sich ja im wesentlichen so herausgestellt, seit die Anthroposophische Gesellschaft sich aus der Theosophischen Gesellschaft heraus verselbständigt hat.

[ 2 ] Und die Entwickelung dieser Anthroposophischen Gesellschaft ist ja nicht so gegangen, wie sie gerade hätte gehen können unter der Voraussetzung, daß ich selbst nicht irgendeine Vorstandsstelle oder dergleichen inne hatte, sondern gewissermaßen in einer völlig freien Position innerhalb der Gesellschaft stand. Dennoch hat man eigentlich wenig Notiz genommen von alldem, was unter dieser Voraussetzung sich hätte entwickeln können. Und so ist es denn gekommen, daß etwa vom Jahre 1919 ab — nachdem ja während der Kriegsjahre die Führung der Anthroposophischen Gesellschaft schwierig war — allerlei Bestrebungen innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft aufgetreten sind, Bestrebungen, hervorgegangen aus den und jenen Ambitionen innerhalb des Mitgliederkreises, welche im Grunde der eigentlichen anthroposophischen Sache gegenüber abträglich gewirkt haben, abträglich in dem Sinne, daß dadurch gerade, ich möchte sagen, die Feindseligkeit der Außenwelt in besonderem Maße hervorgetreten ist. Es ist ja ganz naturgemäß, meine lieben Freunde, daß, wenn solche Bestrebungen innerhalb einer Gesellschaft auftreten, die auf einem okkulten Boden steht, man zuletzt — aus der Esoterik heraus — diese Dinge entstehen lassen muß. Denn denken Sie sich, wenn all dasjenige, was da sich bilden wollte, von Anfang an von mir verwehrt worden wäre, so würden heute die meisten der Beteiligten sagen: Ja, wenn das oder jenes nur geschehen wäre, würde es zu etwas Günstigem geführt haben! — Nun kann man schon sagen: die Stellung der anthroposophischen Bewegung wurde in der Welt dadurch immer schwieriger und schwieriger.

[ 2 ] Und die Entwickelung dieser Anthroposophischen Gesellschaft ist ja nicht so gegangen, wie sie gerade hätte gehen können unter der Voraussetzung, daß ich selbst nicht irgendeine Vorstandsstelle oder dergleichen inne hatte, sondern gewissermaßen in einer völlig freien Position innerhalb der Gesellschaft stand. Dennoch hat man eigentlich wenig Notiz genommen von alldem, was unter dieser Voraussetzung sich hätte entwickeln können. Und so ist es denn gekommen, daß etwa vom Jahre 1919 ab — nachdem ja während der Kriegsjahre die Führung der Anthroposophischen Gesellschaft schwierig war — allerlei Bestrebungen innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft aufgetreten sind, Bestrebungen, hervorgegangen aus den und jenen Ambitionen innerhalb des Mitgliederkreises, welche im Grunde der eigentlichen anthroposophischen Sache gegenüber abträglich gewirkt haben, abträglich in dem Sinne, daß dadurch gerade, ich möchte sagen, die Feindseligkeit der Außenwelt in besonderem Maße hervorgetreten ist. Es ist ja ganz naturgemäß, meine lieben Freunde, daß, wenn solche Bestrebungen innerhalb einer Gesellschaft auftreten, die auf einem okkulten Boden steht, man zuletzt — aus der Esoterik heraus — diese Dinge entstehen lassen muß. Denn denken Sie sich, wenn all dasjenige, was da sich bilden wollte, von Anfang an von mir verwehrt worden wäre, so würden heute die meisten der Beteiligten sagen: Ja, wenn das oder jenes nur geschehen wäre, würde es zu etwas Günstigem geführt haben! — Nun kann man schon sagen: die Stellung der anthroposophischen Bewegung wurde in der Welt dadurch immer schwieriger und schwieriger.

[ 3 ] Einzelheiten will ich nicht erwähnen, sondern auf das Positive mehr hinarbeiten; will nur sagen, daß eben notwendig geworden ist, all dem Negativen, das in der Gesellschaft nach und nach aufgetreten ist, das Positive gegenüberzusetzen. Eine solche positive Gründung — ich mußte das oftmals vor der Weihnachtstagung am Goetheanum erwähnen wie die anthroposophische Bewegung, die eigentlich eine geistige Strömung ist, geleitet von geistigen Mächten und geistigen Kräften aus der übersinnlichen Welt, die ihre Erscheinung nur haben hier in der physischen Welt, durfte nicht zusammengeworfen werden mit der Anthroposophischen Gesellschaft, die eben eine Verwaltungsgesellschaft ist — so weit sie das vermag — zur Pflege des anthroposophischen Impulses.

[ 3 ] Einzelheiten will ich nicht erwähnen, sondern auf das Positive mehr hinarbeiten; will nur sagen, daß eben notwendig geworden ist, all dem Negativen, das in der Gesellschaft nach und nach aufgetreten ist, das Positive gegenüberzusetzen. Eine solche positive Gründung — ich mußte das oftmals vor der Weihnachtstagung am Goetheanum erwähnen wie die anthroposophische Bewegung, die eigentlich eine geistige Strömung ist, geleitet von geistigen Mächten und geistigen Kräften aus der übersinnlichen Welt, die ihre Erscheinung nur haben hier in der physischen Welt, durfte nicht zusammengeworfen werden mit der Anthroposophischen Gesellschaft, die eben eine Verwaltungsgesellschaft ist — so weit sie das vermag — zur Pflege des anthroposophischen Impulses.

[ 4 ] Nun, seit der Weihnachtstagung am Goetheanum ist das durchaus anders geworden. Und nur unter dem Gesichtspunkte des Anderswerdens hatte es einen Sinn, daß ich selber — mit einem Vorstande zusammen, mit dem als einem einheitlichen Organismus ganz intensiv für die anthroposophische Bewegung gearbeitet werden kann und muß — den Vorsitz übernahm. Diese Voraussetzung ist diejenige, daß nunmehr die anthroposophische Bewegung eins werde mit der Anthroposophischen Gesellschaft. Was also nicht wahr war vor der Weihnachtstagung, ist gründlich verändert seit der Weihnachtstagung. Es muß nunmehr zusammenfallen die Anthroposophische Gesellschaft mit der anthroposophischen Bewegung, wie sie sich in der Welt darstellt. Dadurch aber ist notwendig geworden, daß der esoterische Impuls, welcher durch die anthroposophische Bewegung fließt, auch wirklich in der ganzen Verfassung der Anthroposophischen Gesellschaft zum Vorschein kommt. Daher muß seit dieser Weihnachtstagung in Dornach unbedingt anerkannt werden, daß die Einsetzung des Dornacher Vorstandes selber ein Esoterisches ist, daß es sich darum handelt, daß wahre esoterische Strömung durch die Gesellschaft geht und daß die Einsetzung des Vorstandes als esoterische Tat anzusehen ist. Unter dieser Voraussetzung ist der Vorstand gebildet worden.

[ 4 ] Nun, seit der Weihnachtstagung am Goetheanum ist das durchaus anders geworden. Und nur unter dem Gesichtspunkte des Anderswerdens hatte es einen Sinn, daß ich selber — mit einem Vorstande zusammen, mit dem als einem einheitlichen Organismus ganz intensiv für die anthroposophische Bewegung gearbeitet werden kann und muß — den Vorsitz übernahm. Diese Voraussetzung ist diejenige, daß nunmehr die anthroposophische Bewegung eins werde mit der Anthroposophischen Gesellschaft. Was also nicht wahr war vor der Weihnachtstagung, ist gründlich verändert seit der Weihnachtstagung. Es muß nunmehr zusammenfallen die Anthroposophische Gesellschaft mit der anthroposophischen Bewegung, wie sie sich in der Welt darstellt. Dadurch aber ist notwendig geworden, daß der esoterische Impuls, welcher durch die anthroposophische Bewegung fließt, auch wirklich in der ganzen Verfassung der Anthroposophischen Gesellschaft zum Vorschein kommt. Daher muß seit dieser Weihnachtstagung in Dornach unbedingt anerkannt werden, daß die Einsetzung des Dornacher Vorstandes selber ein Esoterisches ist, daß es sich darum handelt, daß wahre esoterische Strömung durch die Gesellschaft geht und daß die Einsetzung des Vorstandes als esoterische Tat anzusehen ist. Unter dieser Voraussetzung ist der Vorstand gebildet worden.

[ 5 ] Ferner muß festgehalten werden, daß nunmehr die Anthroposophische Gesellschaft nicht bloß als Verwaltungsgesellschaft für die Anthroposophie da sein kann, sondern daß nunmehr Anthroposophie selber getan werden muß in alldem, was in der Anthroposophischen Gesellschaft geschieht. Das Tun selber muß anthroposophisch sein. Das ist dasjenige, was, wie es scheint, recht schwer sich in das Bewußtsein einlebt. Aber es müßte sich nach und nach diese gründliche Umwandlung in das Bewußtsein unserer lieben Freunde einleben.

[ 5 ] Ferner muß festgehalten werden, daß nunmehr die Anthroposophische Gesellschaft nicht bloß als Verwaltungsgesellschaft für die Anthroposophie da sein kann, sondern daß nunmehr Anthroposophie selber getan werden muß in alldem, was in der Anthroposophischen Gesellschaft geschieht. Das Tun selber muß anthroposophisch sein. Das ist dasjenige, was, wie es scheint, recht schwer sich in das Bewußtsein einlebt. Aber es müßte sich nach und nach diese gründliche Umwandlung in das Bewußtsein unserer lieben Freunde einleben.

[ 6 ] Und zunächst ist ja versucht worden, in dem dem «Goetheanum» beigegebenen Mitteilungsblatt, das in die Gesellschaft hineinzubringen, was dieser Gesellschaft eine einheitliche Substanz geben kann, was sozusagen einen einheitlichen Gedankenzug bringen kann, der dem Strömen des Geistigen durch die Bewegung dienen kann; was einen einheitlichen Gedankenzug möglich macht, insbesondere durch die wöchentliche Formulierung von Leitsätzen, die sozusagen der Grundkeim sein sollen für das, was in den einzelnen Zweigen geschieht. Es ist ja merkwürdig, wie verkannt noch wird, was mit der anthroposophischen Bewegung da ist.

[ 6 ] Und zunächst ist ja versucht worden, in dem dem «Goetheanum» beigegebenen Mitteilungsblatt, das in die Gesellschaft hineinzubringen, was dieser Gesellschaft eine einheitliche Substanz geben kann, was sozusagen einen einheitlichen Gedankenzug bringen kann, der dem Strömen des Geistigen durch die Bewegung dienen kann; was einen einheitlichen Gedankenzug möglich macht, insbesondere durch die wöchentliche Formulierung von Leitsätzen, die sozusagen der Grundkeim sein sollen für das, was in den einzelnen Zweigen geschieht. Es ist ja merkwürdig, wie verkannt noch wird, was mit der anthroposophischen Bewegung da ist.

[ 7 ] Ich bekam vor einiger Zeit einen Brief von einem jüngeren Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Dieser Brief verbreitete sich über die Eingliederung — für hier, für die Schweiz, hat das keine Bedeutung, aber ich erwähne es als Beispiel —, über die Eingliederung der Gemeinschaft für christliche Erneuerung in die Anthroposophische Gesellschaft. Ich habe nun in einem gewissen Zeitpunkt vom Goetheanum in Dornach aus betont, wie diese Gemeinschaft für christliche Erneuerung aufzufassen ist im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesellschaft. Ich habe dazumal betont, daß ich nicht aus der Anthroposophischen Gesellschaft heraus irgendwie als Begründer der Christengemeinschaft aufgefaßt werden kann, sondern daß diese Christengemeinschaft neben der Anthroposophischen Gesellschaft durch mich — ich brauchte dazumal den Ausdruck «als Privatmann» — gebildet worden ist. An diesen Ausdruck «Privatmann» knüpft nun dieser Brief an, nachdem gesagt wird, daß eine religiöse Erneuerung nicht durch einen Menschen geschehen könne, sondern einzig und allein dadurch, daß ein geistiger Impuls aus den oberen Sphären in die Erdenimpulse wieder einfließt: Nur von göttlich-geistigen Mächten selber kann eine religiöse Erneuerung erhofft werden. Das ist ganz richtig. Aber eines wird dabei vielleicht vergessen — und notwendig ist, daß dieses eine vollständig begriffen werde in der Anthroposophischen Gesellschaft. Was begriffen werden muß, ist dieses: daß die anthroposophische Bewegung als solche — und in ihr liegen auch die Quellen für die christliche Erneuerungsbewegung — ja nicht einem bloß menschlichen Impulse ihren Ursprung verdankt, sondern daß sie eben gerade dasjenige ist, was unter dem Einflusse und aus dem Impuls von geistig-göttlichen Mächten heraus in die Welt gesetzt ist. Wenn man in der Anthroposophie selber ein geistig Eingesetztes sieht, das esoterisch durch die Zivilisation fließt, dann nur wird man auch, wenn aus den Quellen der Anthroposophie etwas anderes entsteht, die richtige Ansicht haben können, und ein solcher Einwand wie der in dem Brief kann sich nicht ergeben. Das Bewußtsein muß da sein, daß fernerhin vom Goetheanum aus die Anthroposophische Gesellschaft esoterisch geleitet wird.

[ 7 ] Ich bekam vor einiger Zeit einen Brief von einem jüngeren Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Dieser Brief verbreitete sich über die Eingliederung — für hier, für die Schweiz, hat das keine Bedeutung, aber ich erwähne es als Beispiel —, über die Eingliederung der Gemeinschaft für christliche Erneuerung in die Anthroposophische Gesellschaft. Ich habe nun in einem gewissen Zeitpunkt vom Goetheanum in Dornach aus betont, wie diese Gemeinschaft für christliche Erneuerung aufzufassen ist im Verhältnis zur Anthroposophischen Gesellschaft. Ich habe dazumal betont, daß ich nicht aus der Anthroposophischen Gesellschaft heraus irgendwie als Begründer der Christengemeinschaft aufgefaßt werden kann, sondern daß diese Christengemeinschaft neben der Anthroposophischen Gesellschaft durch mich — ich brauchte dazumal den Ausdruck «als Privatmann» — gebildet worden ist. An diesen Ausdruck «Privatmann» knüpft nun dieser Brief an, nachdem gesagt wird, daß eine religiöse Erneuerung nicht durch einen Menschen geschehen könne, sondern einzig und allein dadurch, daß ein geistiger Impuls aus den oberen Sphären in die Erdenimpulse wieder einfließt: Nur von göttlich-geistigen Mächten selber kann eine religiöse Erneuerung erhofft werden. Das ist ganz richtig. Aber eines wird dabei vielleicht vergessen — und notwendig ist, daß dieses eine vollständig begriffen werde in der Anthroposophischen Gesellschaft. Was begriffen werden muß, ist dieses: daß die anthroposophische Bewegung als solche — und in ihr liegen auch die Quellen für die christliche Erneuerungsbewegung — ja nicht einem bloß menschlichen Impulse ihren Ursprung verdankt, sondern daß sie eben gerade dasjenige ist, was unter dem Einflusse und aus dem Impuls von geistig-göttlichen Mächten heraus in die Welt gesetzt ist. Wenn man in der Anthroposophie selber ein geistig Eingesetztes sieht, das esoterisch durch die Zivilisation fließt, dann nur wird man auch, wenn aus den Quellen der Anthroposophie etwas anderes entsteht, die richtige Ansicht haben können, und ein solcher Einwand wie der in dem Brief kann sich nicht ergeben. Das Bewußtsein muß da sein, daß fernerhin vom Goetheanum aus die Anthroposophische Gesellschaft esoterisch geleitet wird.

[ 8 ] Damit steht in Verbindung, daß ein völlig neuer Zug durch alles dasjenige geht, was nunmehr als anthroposophische Bewegung aufgefaßt wird. Deshalb ist es, daß Sie auch bemerken werden, meine lieben Freunde, wie anders seit jener Zeit gesprochen werden kann, als das vorher der Fall war. Es kommt in der Zukunft auf gar nichts weiteres an, als daß bei allen Maßnahmen der anthroposophischen Bewegung, die identisch ist mit der Anthroposophischen Gesellschaft, künftighin eben die Verantwortlichkeit vorliegt gegenüber den geistigen Mächten selber. Aber das muß richtig verstanden werden. Und so muß namentlich aufgefaßt werden, daß schon die Überschrift «Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft» nicht gebraucht werden darf für irgendeine Veranstaltung, ohne daß man sich mit dem Dornacher Vorstand erst verständigt; daß nicht irgend etwas, was von Dornach inauguriert wird, irgend weiterverwendet werden kann, ohne sich mit dem Dornacher Vorstand in entsprechendes Verhältnis zu setzen. Ich muß das erwähnen, weil immer solche Dinge vorgehen, daß zum Beispiel Vorträge gehalten werden unter dem Titel der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, ohne daß in Dornach angefragt wird. Es werden Dinge, die esoterischen Grundzug haben, wie Formeln und dergleichen, verwendet, ohne das durch eine Verständigung mit dem Vorstand zu begründen, was durchaus notwendig ist, denn wir haben es mit Realitäten zu tun, nicht mit irgendwelchen Verwaltungsmaßnahmen oder Formalien. So ist also für alle diese und ähnliche Dinge eine Verständigung zu suchen oder eine Anfrage zu richten an den Schriftführer des Dornacher Vorstandes. Wenn die Verständigung nicht vorliegt, wird die betreffende Veranstaltung als nicht von der anthroposophischen Bewegung ausgehend angesehen. Das würde in irgendeiner Weise zutage treten müssen.

[ 8 ] Damit steht in Verbindung, daß ein völlig neuer Zug durch alles dasjenige geht, was nunmehr als anthroposophische Bewegung aufgefaßt wird. Deshalb ist es, daß Sie auch bemerken werden, meine lieben Freunde, wie anders seit jener Zeit gesprochen werden kann, als das vorher der Fall war. Es kommt in der Zukunft auf gar nichts weiteres an, als daß bei allen Maßnahmen der anthroposophischen Bewegung, die identisch ist mit der Anthroposophischen Gesellschaft, künftighin eben die Verantwortlichkeit vorliegt gegenüber den geistigen Mächten selber. Aber das muß richtig verstanden werden. Und so muß namentlich aufgefaßt werden, daß schon die Überschrift «Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft» nicht gebraucht werden darf für irgendeine Veranstaltung, ohne daß man sich mit dem Dornacher Vorstand erst verständigt; daß nicht irgend etwas, was von Dornach inauguriert wird, irgend weiterverwendet werden kann, ohne sich mit dem Dornacher Vorstand in entsprechendes Verhältnis zu setzen. Ich muß das erwähnen, weil immer solche Dinge vorgehen, daß zum Beispiel Vorträge gehalten werden unter dem Titel der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, ohne daß in Dornach angefragt wird. Es werden Dinge, die esoterischen Grundzug haben, wie Formeln und dergleichen, verwendet, ohne das durch eine Verständigung mit dem Vorstand zu begründen, was durchaus notwendig ist, denn wir haben es mit Realitäten zu tun, nicht mit irgendwelchen Verwaltungsmaßnahmen oder Formalien. So ist also für alle diese und ähnliche Dinge eine Verständigung zu suchen oder eine Anfrage zu richten an den Schriftführer des Dornacher Vorstandes. Wenn die Verständigung nicht vorliegt, wird die betreffende Veranstaltung als nicht von der anthroposophischen Bewegung ausgehend angesehen. Das würde in irgendeiner Weise zutage treten müssen.

[ 9 ] Es ist nun so, daß alles irgend Bürokratische, formal Verwaltungsmäßige aus der Anthroposophischen Gesellschaft in Zukunft ausscheiden muß. Das Verhältnis, das besteht innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, ist ein rein menschliches, alles auf das Menschliche abstellendes. Vielleicht darf ich auch hier erwähnen, daß dieses schon dadurch zutage tritt, daß nunmehr alle die zwölftausend Mitgliederzertifikate, die ausgestellt werden, von mir persönlich unterschrieben werden. Ich habe auch den Rat bekommen, ich solle einen Stempel machen lassen und aufdrücken. Ich tue das nicht. Es ist nur eine kleine Maßregel, aber es ist etwas anderes, wenn ich mein Auge habe ruhen lassen auf dem Namen eines Mitgliedes und dadurch das, wenn auch abstrakte, so doch immerhin persönliche Verhältnis eingetreten ist. Wenn es auch eine Äußerlichkeit ist, so soll es doch anzeigen, daß in Zukunft angestrebt wird, die Verhältnisse zu persönlichen, zu menschlichen zu machen. Daher mußte zum Beispiel neulich in Prag, als gefragt wurde, ob die böhmische Landesgesellschaft Mitglied werden könne der Anthroposophischen Gesellschaft, dahingehend entschieden werden, daß sie das nicht könne: es können nur einzelne Menschen Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft werden; die können sich dann zusammenschließen zu irgendwelchen Gruppen. Aber als einzelne Menschen werden sie Mitglieder und tragen das Zertifikat als einzelne Menschen. Juristische Personen, also nichtmenschliche Persönlichkeiten, werden das nicht haben. Ebenso sind die Statuten nicht Feststellungen, sondern eine einfache Erzählung desjenigen, was der im esoterischen Sinne aufzufassende Vorstand in Dornach aus seiner Initiative heraus für die anthroposophische Bewegung tun will, Alle diese Dinge müssen in der Zukunft mit dem höchsten Ernste genommen werden; nur dadurch wird es möglich sein, in der Anthroposophischen Gesellschaft dasjenige zu schaffen, ohne dessen Schöpfung es mir unmöglich gewesen wäre, die Leitung der Anthroposophischen Gesellschaft selber zu übernehmen.

[ 9 ] Es ist nun so, daß alles irgend Bürokratische, formal Verwaltungsmäßige aus der Anthroposophischen Gesellschaft in Zukunft ausscheiden muß. Das Verhältnis, das besteht innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, ist ein rein menschliches, alles auf das Menschliche abstellendes. Vielleicht darf ich auch hier erwähnen, daß dieses schon dadurch zutage tritt, daß nunmehr alle die zwölftausend Mitgliederzertifikate, die ausgestellt werden, von mir persönlich unterschrieben werden. Ich habe auch den Rat bekommen, ich solle einen Stempel machen lassen und aufdrücken. Ich tue das nicht. Es ist nur eine kleine Maßregel, aber es ist etwas anderes, wenn ich mein Auge habe ruhen lassen auf dem Namen eines Mitgliedes und dadurch das, wenn auch abstrakte, so doch immerhin persönliche Verhältnis eingetreten ist. Wenn es auch eine Äußerlichkeit ist, so soll es doch anzeigen, daß in Zukunft angestrebt wird, die Verhältnisse zu persönlichen, zu menschlichen zu machen. Daher mußte zum Beispiel neulich in Prag, als gefragt wurde, ob die böhmische Landesgesellschaft Mitglied werden könne der Anthroposophischen Gesellschaft, dahingehend entschieden werden, daß sie das nicht könne: es können nur einzelne Menschen Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft werden; die können sich dann zusammenschließen zu irgendwelchen Gruppen. Aber als einzelne Menschen werden sie Mitglieder und tragen das Zertifikat als einzelne Menschen. Juristische Personen, also nichtmenschliche Persönlichkeiten, werden das nicht haben. Ebenso sind die Statuten nicht Feststellungen, sondern eine einfache Erzählung desjenigen, was der im esoterischen Sinne aufzufassende Vorstand in Dornach aus seiner Initiative heraus für die anthroposophische Bewegung tun will, Alle diese Dinge müssen in der Zukunft mit dem höchsten Ernste genommen werden; nur dadurch wird es möglich sein, in der Anthroposophischen Gesellschaft dasjenige zu schaffen, ohne dessen Schöpfung es mir unmöglich gewesen wäre, die Leitung der Anthroposophischen Gesellschaft selber zu übernehmen.

[ 10 ] Nun soll auch durchaus in all unser Wirken und Schaffen durch die Weihnachtstagung ein neuer Zug kommen. Und deshalb wird in der Zukunft ganz aus dem Geistigen heraus auch gesprochen werden, gesprochen werden so, daß Dinge, wie sie sich zugetragen haben durch dasjenige, was eben in der letzten Zeit geschehen ist, sich nicht mehr zutragen können. Sehen Sie, ein großer Teil der Feindseligkeiten ist zum Beispiel entstanden durch manches, was provozierend war in der Gesellschaft. Gewiß, dazu kommen alle möglichen unlauteren Dinge, aber in Zukunft wird man gar nicht mehr so zu den Feindseligkeiten sich stellen können wie in der Vergangenheit. Denn die Zyklen sind so, daß sie für jeden zu haben sind, daß sie vom Philosophisch-Anthroposophischen Verlag zu beziehen sind. Wir werden sie nicht im Buchhandel anpreisen lassen, die Freigabe ist auch nicht so aufzufassen, daß sie dem Buchhandel eingefügt werden, aber sie werden jedem zugänglich sein. Schon dadurch ist die Behauptung weggeschafft, daß die Anthroposophische Gesellschaft eine Geheimgesellschaft sei mit Geheimschriften. Aber es wird in Zukunft gar manches durch die anthroposophische Bewegung fließen, demgegenüber man gar kein Verhältnis zu irgendeiner feindlichen Außenwelt gewinnen kann. Vieles von dem, was in die Lehren der Anthroposophischen Gesellschaft in Zukunft einfließen wird, wird so sein, daß es die selbstverständliche Feindseligkeit hervorrufen wird derjenigen, die draußen stehen, aber eine Feindseligkeit, um die man sich nicht kümmern wird, weil sie eine selbstverständliche ist.

[ 10 ] Nun soll auch durchaus in all unser Wirken und Schaffen durch die Weihnachtstagung ein neuer Zug kommen. Und deshalb wird in der Zukunft ganz aus dem Geistigen heraus auch gesprochen werden, gesprochen werden so, daß Dinge, wie sie sich zugetragen haben durch dasjenige, was eben in der letzten Zeit geschehen ist, sich nicht mehr zutragen können. Sehen Sie, ein großer Teil der Feindseligkeiten ist zum Beispiel entstanden durch manches, was provozierend war in der Gesellschaft. Gewiß, dazu kommen alle möglichen unlauteren Dinge, aber in Zukunft wird man gar nicht mehr so zu den Feindseligkeiten sich stellen können wie in der Vergangenheit. Denn die Zyklen sind so, daß sie für jeden zu haben sind, daß sie vom Philosophisch-Anthroposophischen Verlag zu beziehen sind. Wir werden sie nicht im Buchhandel anpreisen lassen, die Freigabe ist auch nicht so aufzufassen, daß sie dem Buchhandel eingefügt werden, aber sie werden jedem zugänglich sein. Schon dadurch ist die Behauptung weggeschafft, daß die Anthroposophische Gesellschaft eine Geheimgesellschaft sei mit Geheimschriften. Aber es wird in Zukunft gar manches durch die anthroposophische Bewegung fließen, demgegenüber man gar kein Verhältnis zu irgendeiner feindlichen Außenwelt gewinnen kann. Vieles von dem, was in die Lehren der Anthroposophischen Gesellschaft in Zukunft einfließen wird, wird so sein, daß es die selbstverständliche Feindseligkeit hervorrufen wird derjenigen, die draußen stehen, aber eine Feindseligkeit, um die man sich nicht kümmern wird, weil sie eine selbstverständliche ist.

[ 11 ] So möchte ich aus diesem Geiste heraus einiges zu Ihnen sprechen, möchte namentlich darüber sprechen, wie das Begreifen der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit ein ganz anderes Licht bekommt, wenn man Ernst macht mit der Betrachtung der Karmaverhältnisse im Weltenwerden.

[ 11 ] So möchte ich aus diesem Geiste heraus einiges zu Ihnen sprechen, möchte namentlich darüber sprechen, wie das Begreifen der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit ein ganz anderes Licht bekommt, wenn man Ernst macht mit der Betrachtung der Karmaverhältnisse im Weltenwerden.

[ 12 ] Sehen Sie, ich habe bei der allerersten Versammlung, die in Berlin zur Begründung der damaligen Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft war, für einen Vortrag, den ich damals halten wollte, einen bestimmten Titel gewählt. Der Titel hieß: «Praktische KarmaÜbungen». Ich wollte damals dasjenige einleiten, was jetzt geschehen soll. Ich will Ernst machen mit der Betrachtung des Karma.

[ 12 ] Sehen Sie, ich habe bei der allerersten Versammlung, die in Berlin zur Begründung der damaligen Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft war, für einen Vortrag, den ich damals halten wollte, einen bestimmten Titel gewählt. Der Titel hieß: «Praktische KarmaÜbungen». Ich wollte damals dasjenige einleiten, was jetzt geschehen soll. Ich will Ernst machen mit der Betrachtung des Karma.

[ 13 ] Dazumal waren in der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft einzelne ältere Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft; die fingen an förmlich zu beben davor, daß ich die Absicht hätte, in einer so esoterischen Weise anzufangen. Und in der Tat war keine Stimmung dazu da. Man konnte konstatieren, wie wenig vorbereitet die Seelen für so etwas waren. Es konnte in der Form, wie es damals beabsichtigt war, das Thema «Praktische Karma-Übungen» überhaupt nicht zur Geltung kommen. Die Verhältnisse machten es dazumal notwendig, daß eigentlich in einer viel exoterischeren Weise gesprochen wurde, als es damals beabsichtigt war. Aber es muß einmal mit dem wirklichen Esoterischen begonnen werden, nachdem mehr als zwei Jahrzehnte vorbereitender Arbeit geschehen ist. So konnte die Weihnachtstagung in Dornach stattfinden, wo das Esoterische in die Gesellschaft hineinkam, und so kann eigentlich jetzt dort angeknüpft werden, wo damals beabsichtigt war, diesen esoterischen Zug in die Gesellschaft hineinzutragen.

[ 13 ] Dazumal waren in der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft einzelne ältere Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft; die fingen an förmlich zu beben davor, daß ich die Absicht hätte, in einer so esoterischen Weise anzufangen. Und in der Tat war keine Stimmung dazu da. Man konnte konstatieren, wie wenig vorbereitet die Seelen für so etwas waren. Es konnte in der Form, wie es damals beabsichtigt war, das Thema «Praktische Karma-Übungen» überhaupt nicht zur Geltung kommen. Die Verhältnisse machten es dazumal notwendig, daß eigentlich in einer viel exoterischeren Weise gesprochen wurde, als es damals beabsichtigt war. Aber es muß einmal mit dem wirklichen Esoterischen begonnen werden, nachdem mehr als zwei Jahrzehnte vorbereitender Arbeit geschehen ist. So konnte die Weihnachtstagung in Dornach stattfinden, wo das Esoterische in die Gesellschaft hineinkam, und so kann eigentlich jetzt dort angeknüpft werden, wo damals beabsichtigt war, diesen esoterischen Zug in die Gesellschaft hineinzutragen.

[ 14 ] Geschichtliche Entwickelung der Menschheit, was ist sie eigentlich, wenn wir hinschauen auf dasjenige, was sich enthüllt für den Menschen als wiederholte Erdenleben? Bedenken Sie doch, meine lieben Freunde, wenn irgendeine Persönlichkeit irgendwie leitend, führend in der Entwickelung der Menschheit auftritt, müssen wir sagen: diese Persönlichkeit trägt iu sich eine seelische Individualität, die oftmals schon da war im Erdenleben und die in dieses Erdenleben hineinbringt die Impulse aus früheren Erdenleben. Wir verstehen sie in Wirklichkeit nur, wenn wir sie aus ihrem früheren Erdenleben heraus begreifen. Wir sehen daraus zugleich, wie dasjenige, was in früheren Epochen der Weltgeschichte wirkte, herübergetragen wird aus früheren Epochen der Weltgeschichte durch die Menschen selber. Dasjenige, was in der heutigen Zivilisation lebt, ist herausgewachsen aus den Menschen der weiteren Gegenwart. Diese Menschen der weiteren Gegenwart aber sind ja dieselben Seelen, die in früheren Epochen da waren, die das aufgenommen haben, was frühere Zivilisationsepochen gebracht haben. Das haben diese Menschen selber herübergetragen in die Gegenwart. Und so ähnlich ist es für die anderen Epochen. So daß man dieses Fortströmen der Zivilisationsimpulse nur begreifen kann, wenn man eingehen kann auf dasjenige, was durch die Seelen aus einer Zeitepoche in die andere herübergebracht wird. Dann ergibt sich aber eine konkrete Geschichte gegenüber der abstrakten. Sonst spricht man nur immer davon, daß Ideen in der Weltgeschichte wirken oder moralischer Wille, überhaupt Moralimpulse, welche die Dinge von einem Zeitraum in den anderen hinübertragen. Die Träger dessen, was aus anderen Kulturepochen stammt, sind die Menschenseelen selber, denn sie verkörpern sich immer von neuem. Nur dann auch begreift man, wie man selber geworden ist, wie man hereingetragen hat dasjenige, was zugrunde liegt dem Schicksal des Leibes, dem Schicksal im Guten wie im Bösen, wenn man zunächst einmal hinschaut auf die Art und Weise, wie das, was Geschichte geworden ist, von den Menschen selbst, die in wiederholten Erdenleben gelebt haben, von einer Epoche in die andere getragen worden ist. Dann enthüllensicherst dieGeheimnisse, die großen Rätselfragen des geschichtlichen Werdens.

[ 14 ] Geschichtliche Entwickelung der Menschheit, was ist sie eigentlich, wenn wir hinschauen auf dasjenige, was sich enthüllt für den Menschen als wiederholte Erdenleben? Bedenken Sie doch, meine lieben Freunde, wenn irgendeine Persönlichkeit irgendwie leitend, führend in der Entwickelung der Menschheit auftritt, müssen wir sagen: diese Persönlichkeit trägt iu sich eine seelische Individualität, die oftmals schon da war im Erdenleben und die in dieses Erdenleben hineinbringt die Impulse aus früheren Erdenleben. Wir verstehen sie in Wirklichkeit nur, wenn wir sie aus ihrem früheren Erdenleben heraus begreifen. Wir sehen daraus zugleich, wie dasjenige, was in früheren Epochen der Weltgeschichte wirkte, herübergetragen wird aus früheren Epochen der Weltgeschichte durch die Menschen selber. Dasjenige, was in der heutigen Zivilisation lebt, ist herausgewachsen aus den Menschen der weiteren Gegenwart. Diese Menschen der weiteren Gegenwart aber sind ja dieselben Seelen, die in früheren Epochen da waren, die das aufgenommen haben, was frühere Zivilisationsepochen gebracht haben. Das haben diese Menschen selber herübergetragen in die Gegenwart. Und so ähnlich ist es für die anderen Epochen. So daß man dieses Fortströmen der Zivilisationsimpulse nur begreifen kann, wenn man eingehen kann auf dasjenige, was durch die Seelen aus einer Zeitepoche in die andere herübergebracht wird. Dann ergibt sich aber eine konkrete Geschichte gegenüber der abstrakten. Sonst spricht man nur immer davon, daß Ideen in der Weltgeschichte wirken oder moralischer Wille, überhaupt Moralimpulse, welche die Dinge von einem Zeitraum in den anderen hinübertragen. Die Träger dessen, was aus anderen Kulturepochen stammt, sind die Menschenseelen selber, denn sie verkörpern sich immer von neuem. Nur dann auch begreift man, wie man selber geworden ist, wie man hereingetragen hat dasjenige, was zugrunde liegt dem Schicksal des Leibes, dem Schicksal im Guten wie im Bösen, wenn man zunächst einmal hinschaut auf die Art und Weise, wie das, was Geschichte geworden ist, von den Menschen selbst, die in wiederholten Erdenleben gelebt haben, von einer Epoche in die andere getragen worden ist. Dann enthüllensicherst dieGeheimnisse, die großen Rätselfragen des geschichtlichen Werdens.

[ 15 ] Nun möchte ich einmal heute an drei Beispielen zeigen, wie Karma durch konkrete Persönlichkeiten wirkt: ein Beispiel, das mehr auf den großen Schauplatz der Geschichte führt, und zwei weitere Beispiele, die mehr die Wiederverkörperungen von einzelnen Menschen ins Auge fassen.

[ 15 ] Nun möchte ich einmal heute an drei Beispielen zeigen, wie Karma durch konkrete Persönlichkeiten wirkt: ein Beispiel, das mehr auf den großen Schauplatz der Geschichte führt, und zwei weitere Beispiele, die mehr die Wiederverkörperungen von einzelnen Menschen ins Auge fassen.

[ 16 ] Sehen Sie, in unserer modernen Zivilisation ist sehr viel von dem drin, was eigentlich heute nicht ganz zum Christentum, zur christlichen Entwickelung stimmt: die neuere Naturwissenschaft mit alldem, was von ihr aus schon bis in die Volksschule hineingetragen wird, so daß die Menschen, die auch nichts von Naturwissenschaft wissen, ein im Sinne der Naturwissenschaft gehaltenes Denken haben. Diese Impulse sind eigentlich nicht christlich. Woher stammen sie?

[ 16 ] Sehen Sie, in unserer modernen Zivilisation ist sehr viel von dem drin, was eigentlich heute nicht ganz zum Christentum, zur christlichen Entwickelung stimmt: die neuere Naturwissenschaft mit alldem, was von ihr aus schon bis in die Volksschule hineingetragen wird, so daß die Menschen, die auch nichts von Naturwissenschaft wissen, ein im Sinne der Naturwissenschaft gehaltenes Denken haben. Diese Impulse sind eigentlich nicht christlich. Woher stammen sie?

[ 17 ] Nun, Sie alle wissen, daß sich etwa ein halbes Jahrtausend nach der Begründung des Christentums der Arabismus, inspiriert durch Mohammed, ausgebreitet hat. Zunächst verfolgt man diesen Arabismus so, daß Mohammed eine Lehre begründete, die sich in einem gewissen Sinne dem Christentum entgegenstellte. Inwiefern dem Christentum entgegenstellte? Sehen Sie, es gehört schon einmal zum Christentum, daß in dem Kern des Christentums leben die drei Formen des Göttlichen: der Vater, der Sohn und der Geist. Das führt zurück auf die alten Mysterien, die den Menschen hinaufgeführt haben durch vier Vorstufen, dann durch die drei oberen Stufen. Wenn der Mensch die fünfte Stufe erreicht hat, erscheint er als der Repräsentant des Geistes, in der sechsten als der Repräsentant des Christus, in der siebenten, der höchsten, als der Repräsentant des Vaters. Das will ich nur erwähnen.

[ 17 ] Nun, Sie alle wissen, daß sich etwa ein halbes Jahrtausend nach der Begründung des Christentums der Arabismus, inspiriert durch Mohammed, ausgebreitet hat. Zunächst verfolgt man diesen Arabismus so, daß Mohammed eine Lehre begründete, die sich in einem gewissen Sinne dem Christentum entgegenstellte. Inwiefern dem Christentum entgegenstellte? Sehen Sie, es gehört schon einmal zum Christentum, daß in dem Kern des Christentums leben die drei Formen des Göttlichen: der Vater, der Sohn und der Geist. Das führt zurück auf die alten Mysterien, die den Menschen hinaufgeführt haben durch vier Vorstufen, dann durch die drei oberen Stufen. Wenn der Mensch die fünfte Stufe erreicht hat, erscheint er als der Repräsentant des Geistes, in der sechsten als der Repräsentant des Christus, in der siebenten, der höchsten, als der Repräsentant des Vaters. Das will ich nur erwähnen.

[ 18 ] Diese Trinität macht es möglich, daß in der Entwickelung des Christentums der Impuls der Freiheit liegt. Da schaut man hinauf zum Vatergott. Was hat man da? Wenn man hinaufschaut zum Vatergott, so ist der Vatergott jene Geistigkeit, die in all den Kräften des Weltenalls lebt, die für das Erdensein vom Monde ausgehen. Nun gehen innerhalb des Erdenseins vom Monde alle diejenigen Kräfte aus, die es mit den Impulsen der physischen Keimung, also beim Menschen der physischen Menschwerdung zu tun haben. Natürlich muß man sich immer klar sein darüber, daß diese physische Menschwerdung ihre geistige Seite hat. Wir steigen herunter vom vorirdischen Dasein, das ein geistig-seelisches ist, in das irdische Dasein, wir vereinigen uns mit dem physischen Leib. Aber alles, was da geschieht, was den Menschen von der Geburt aus ins Erdenleben hineinstellt, ist Vatergott-Schöpfung, ist für die Erde Schöpfung durch Mondenkräfte. Dadurch ist der Mensch, indem er durch ein Erdenleben hindurch den Mondenkräften unterworfen ist, schon vorher bestimmt, wenn er in die Erdentwickelung hereintritt, ganz bestimmten Impulsen unterworfen zu sein. Daher ist auch zum Beispiel eine Mondreligion, eine ausgesprochene Vaterreligion — wie es die hebräisch-jüdische des Altertums war —, durchaus darauf aus, nur dasjenige im Menschen gelten zu lassen, was in ihm veranlagt ist durch die Vatergott-Kräfte, durch die Mondkräfte. Als nun aber das Christentum begründet wurde, waren in der Umgebung des Christus durchaus noch alte Mysterienwahrheiten vorhanden, die zum Beispiel zurückgewiesen haben auf ganz bestimmte Einrichtungen, die in der ältesten Zeit der nachatlantischen Kulturentwickelung bestanden haben, Einrichtungen, die heute dem Menschen ganz grotesk erscheinen, die aber in der Menschennatur begründet waren.

[ 18 ] Diese Trinität macht es möglich, daß in der Entwickelung des Christentums der Impuls der Freiheit liegt. Da schaut man hinauf zum Vatergott. Was hat man da? Wenn man hinaufschaut zum Vatergott, so ist der Vatergott jene Geistigkeit, die in all den Kräften des Weltenalls lebt, die für das Erdensein vom Monde ausgehen. Nun gehen innerhalb des Erdenseins vom Monde alle diejenigen Kräfte aus, die es mit den Impulsen der physischen Keimung, also beim Menschen der physischen Menschwerdung zu tun haben. Natürlich muß man sich immer klar sein darüber, daß diese physische Menschwerdung ihre geistige Seite hat. Wir steigen herunter vom vorirdischen Dasein, das ein geistig-seelisches ist, in das irdische Dasein, wir vereinigen uns mit dem physischen Leib. Aber alles, was da geschieht, was den Menschen von der Geburt aus ins Erdenleben hineinstellt, ist Vatergott-Schöpfung, ist für die Erde Schöpfung durch Mondenkräfte. Dadurch ist der Mensch, indem er durch ein Erdenleben hindurch den Mondenkräften unterworfen ist, schon vorher bestimmt, wenn er in die Erdentwickelung hereintritt, ganz bestimmten Impulsen unterworfen zu sein. Daher ist auch zum Beispiel eine Mondreligion, eine ausgesprochene Vaterreligion — wie es die hebräisch-jüdische des Altertums war —, durchaus darauf aus, nur dasjenige im Menschen gelten zu lassen, was in ihm veranlagt ist durch die Vatergott-Kräfte, durch die Mondkräfte. Als nun aber das Christentum begründet wurde, waren in der Umgebung des Christus durchaus noch alte Mysterienwahrheiten vorhanden, die zum Beispiel zurückgewiesen haben auf ganz bestimmte Einrichtungen, die in der ältesten Zeit der nachatlantischen Kulturentwickelung bestanden haben, Einrichtungen, die heute dem Menschen ganz grotesk erscheinen, die aber in der Menschennatur begründet waren.

[ 19 ] Sehen Sie, wenn der Mensch in der ersten nachatlantischen Kulturperiode, die wir die urindische genannt haben, so dreißig Jahre alt geworden war, trat mit ihm eine ganz radikale Umwandlung, eine Metamorphose im Erdenleben ein. Eine so radikale Umwandlung, daß, in heutiger, moderner Form ausgesprochen, folgendes passieren konnte: Der Mensch, der das dreißigste Lebensjahr überschritten hatte, begegnete einem anderen, den er sehr gut kannte, mit dem er vielleicht befreundet war, und der noch nicht das dreißigste Lebensjahr überschritten hatte. Der redet ihn an, will ihn begrüßen. Der das dreißigste Jahr überschritten hat, versteht gar nicht, was er will: Er hat alles auf der Erde Erfahrene mit dem dreißigsten Lebensjahr vergessen! Und dasjenige, was in ihm weiter im Leben als Impuls wirkt, das wurde ihm durch die Mysterien verliehen. So war es in den ältesten Zeiten der Entwickelung nach der atlantischen Katastrophe. Um das, was er vorher erlebt hatte, zu erfahren, mußte er sich erst erkundigen: das mußte er erst aus der kleinen Gemeinde, die da war, erfahren. Mit dreißig Jahren wurde die Seele so umgewandelt, daß der Mensch ein ganz neuer Mensch war. Er fing ein neues Dasein an, so wie er als Kind mit der Geburt angefangen hatte. Damals war ihm ganz klar: Bis zum dreißigsten Lebensjahr wirken die Jugendkräfte; dann mußten die Mysterien, die reale Impulse in sich schlossen, dafür sorgen, daß der Mensch weiter in seiner Seele Menschendasein hatte. Das taten die Mysterien, weil sie Besitzer des Sohnesgeheimnisses waren.

[ 19 ] Sehen Sie, wenn der Mensch in der ersten nachatlantischen Kulturperiode, die wir die urindische genannt haben, so dreißig Jahre alt geworden war, trat mit ihm eine ganz radikale Umwandlung, eine Metamorphose im Erdenleben ein. Eine so radikale Umwandlung, daß, in heutiger, moderner Form ausgesprochen, folgendes passieren konnte: Der Mensch, der das dreißigste Lebensjahr überschritten hatte, begegnete einem anderen, den er sehr gut kannte, mit dem er vielleicht befreundet war, und der noch nicht das dreißigste Lebensjahr überschritten hatte. Der redet ihn an, will ihn begrüßen. Der das dreißigste Jahr überschritten hat, versteht gar nicht, was er will: Er hat alles auf der Erde Erfahrene mit dem dreißigsten Lebensjahr vergessen! Und dasjenige, was in ihm weiter im Leben als Impuls wirkt, das wurde ihm durch die Mysterien verliehen. So war es in den ältesten Zeiten der Entwickelung nach der atlantischen Katastrophe. Um das, was er vorher erlebt hatte, zu erfahren, mußte er sich erst erkundigen: das mußte er erst aus der kleinen Gemeinde, die da war, erfahren. Mit dreißig Jahren wurde die Seele so umgewandelt, daß der Mensch ein ganz neuer Mensch war. Er fing ein neues Dasein an, so wie er als Kind mit der Geburt angefangen hatte. Damals war ihm ganz klar: Bis zum dreißigsten Lebensjahr wirken die Jugendkräfte; dann mußten die Mysterien, die reale Impulse in sich schlossen, dafür sorgen, daß der Mensch weiter in seiner Seele Menschendasein hatte. Das taten die Mysterien, weil sie Besitzer des Sohnesgeheimnisses waren.

[ 20 ] Der Christus lebte nun schon in einer Zeit, in der die Sohnesgeheimnisse, wie ich sie hier nur andeuten kann, vollständig zerstoben waren, nur in kleinen Kreisen noch gewußt wurden. Der Christus konnte sich aber offenbaren durch sein Erlebnis im dreißigsten Lebensjahr dahin, daß er nun als der letzte den Sohnesimpuls, und zwar vom Weltenall unmittelbar empfangen hatte, wie man ihn empfangen muß, um nach dem dreißigsten Jahr ebenso von den Sonnenkräften abhängig zu sein wie vorher von den Mondenkräften. Christus hat begreiflich gemacht den Menschen: dieSohneswesenheit in ihm ist jene Sonnenwesenheit, die einstmals in den Mysterien erwartet worden war, aber als etwas, was nicht auf der Erde war. Damit ist die Menschheit hingewiesen worden, so wie man in den alten Mysterien in die Geheimnisse der Sonnenkraft hineingeschaut hat, so jetzt auf den Christus, um zu sagen, daß nun das Sonnengeheimnis in den Menschen eingetreten ist. Das ist ja dann in den ersten christlichen Jahrhunderten vollständig ausgerottet worden. Sternenweisheit, kosmische Weisheit ist ausgerottet worden, und eine materialistische Auffassung des Mysteriums von Golgatha hat sich allmählich gebildet, die den Christus nur kennt als etwas, was allerdings in Jesus gelebt hat, im übrigen aber von dem ganzen Zusammenhang nichts wissen will.

[ 20 ] Der Christus lebte nun schon in einer Zeit, in der die Sohnesgeheimnisse, wie ich sie hier nur andeuten kann, vollständig zerstoben waren, nur in kleinen Kreisen noch gewußt wurden. Der Christus konnte sich aber offenbaren durch sein Erlebnis im dreißigsten Lebensjahr dahin, daß er nun als der letzte den Sohnesimpuls, und zwar vom Weltenall unmittelbar empfangen hatte, wie man ihn empfangen muß, um nach dem dreißigsten Jahr ebenso von den Sonnenkräften abhängig zu sein wie vorher von den Mondenkräften. Christus hat begreiflich gemacht den Menschen: dieSohneswesenheit in ihm ist jene Sonnenwesenheit, die einstmals in den Mysterien erwartet worden war, aber als etwas, was nicht auf der Erde war. Damit ist die Menschheit hingewiesen worden, so wie man in den alten Mysterien in die Geheimnisse der Sonnenkraft hineingeschaut hat, so jetzt auf den Christus, um zu sagen, daß nun das Sonnengeheimnis in den Menschen eingetreten ist. Das ist ja dann in den ersten christlichen Jahrhunderten vollständig ausgerottet worden. Sternenweisheit, kosmische Weisheit ist ausgerottet worden, und eine materialistische Auffassung des Mysteriums von Golgatha hat sich allmählich gebildet, die den Christus nur kennt als etwas, was allerdings in Jesus gelebt hat, im übrigen aber von dem ganzen Zusammenhang nichts wissen will.

[ 21 ] Nun konnten diejenigen, die das wußten, in den ersten christlichen Jahrhunderten sagen: Neben dem Vatergott besteht der Sohnes- oder der Christus-Gott. Der Vatergott ist der Regierer dessen, was in den Menschen fatalistisch veranlagt ist, weil es mit ihm geboren ist und in ihm wirkt wie Naturkräfte. So ist auch die hebräische Religion konstituiert. Das Christentum setzt die Sohneskraft daneben, die während des menschlichen Lebenslaufes einzieht als ein Schöpfer in seine Seele, die ihn frei macht und ihn vor sich selbst wiedergeboren werden läßt, daß er etwas im Erdenleben werden könne, was noch nicht vorherbestimmt ist mit der Geburt durch die Mondenkräfte. Das war der Hauptimpuls des Christentums in den ersten Jahrhunderten.

[ 21 ] Nun konnten diejenigen, die das wußten, in den ersten christlichen Jahrhunderten sagen: Neben dem Vatergott besteht der Sohnes- oder der Christus-Gott. Der Vatergott ist der Regierer dessen, was in den Menschen fatalistisch veranlagt ist, weil es mit ihm geboren ist und in ihm wirkt wie Naturkräfte. So ist auch die hebräische Religion konstituiert. Das Christentum setzt die Sohneskraft daneben, die während des menschlichen Lebenslaufes einzieht als ein Schöpfer in seine Seele, die ihn frei macht und ihn vor sich selbst wiedergeboren werden läßt, daß er etwas im Erdenleben werden könne, was noch nicht vorherbestimmt ist mit der Geburt durch die Mondenkräfte. Das war der Hauptimpuls des Christentums in den ersten Jahrhunderten.

[ 22 ] Gegen diesen Impuls hat sich der Mohammedanismus aufgelehnt mit seinem Satze, der weithin wirkt: Da ist kein Gott außer Gott, den da Mohammed zu verkünden hat. — Es ist ein Zurückgehen auf Vorchristliches, nur in der Erneuerung, wie es eintreten mußte, weil es eintrat ein halbes Jahrtausend nach der Begründung des Christentums. Damit war der Naturgott, der Vatergott zu dem alleinigen gemacht, nicht ein Freiheitgott, ein die Menschen zur Freiheit führender Gott. Das begünstigt innerhalb des Arabismus, wo sich der Mohammedanismus ausbreitet, eine Wiedererneuerung alter Kulturen. Eine Wiedererneuerung uralter Kulturen mit Ausschluß des Christentums findet in der Tat in grandioser Weise statt in verschiedenen Zivilisationszentren des Orientes. Es breitete sich zugleich mit den kriegerischen Strömungen des Arabismus aus von Osten nach Westen, in Afrika, ich möchte sagen, das Christentum umfangend, ein Zug von Wiedererneuerung alter Kultur im Arabismus.

[ 22 ] Gegen diesen Impuls hat sich der Mohammedanismus aufgelehnt mit seinem Satze, der weithin wirkt: Da ist kein Gott außer Gott, den da Mohammed zu verkünden hat. — Es ist ein Zurückgehen auf Vorchristliches, nur in der Erneuerung, wie es eintreten mußte, weil es eintrat ein halbes Jahrtausend nach der Begründung des Christentums. Damit war der Naturgott, der Vatergott zu dem alleinigen gemacht, nicht ein Freiheitgott, ein die Menschen zur Freiheit führender Gott. Das begünstigt innerhalb des Arabismus, wo sich der Mohammedanismus ausbreitet, eine Wiedererneuerung alter Kulturen. Eine Wiedererneuerung uralter Kulturen mit Ausschluß des Christentums findet in der Tat in grandioser Weise statt in verschiedenen Zivilisationszentren des Orientes. Es breitete sich zugleich mit den kriegerischen Strömungen des Arabismus aus von Osten nach Westen, in Afrika, ich möchte sagen, das Christentum umfangend, ein Zug von Wiedererneuerung alter Kultur im Arabismus.

[ 23 ] Eine glänzende Stätte für diesen Arabismus war in Asien drüben am Hofe des Harun al Raschid, so in dem Zeitalter, in dem in Europa Karl der Große herrschte. Aber während Karl der Große kaum darüber hinauskam, schreiben und lesen zu können, die primitivsten Anfänge der Kultur zu entfalten, lebte eine höchst großartige Kultur am Hofe Harun al Raschids. Harun war vielleicht kein ganz guter, aber ein umfassender Geist, ein eindringlicher, genialer Geist, im besten Sinne des Wortes ein universeller Geist. Er versammelte am Hofe alle diejenigen Weisen, welche Träger waren desjenigen, was dazumal gewußt werden konnte: Dichter, Philosophen, Mediziner, Theologen, Architekten, alles das lebte, hergeführt von seinem großen Geiste, am Hofe Harun al Raschids.

[ 23 ] Eine glänzende Stätte für diesen Arabismus war in Asien drüben am Hofe des Harun al Raschid, so in dem Zeitalter, in dem in Europa Karl der Große herrschte. Aber während Karl der Große kaum darüber hinauskam, schreiben und lesen zu können, die primitivsten Anfänge der Kultur zu entfalten, lebte eine höchst großartige Kultur am Hofe Harun al Raschids. Harun war vielleicht kein ganz guter, aber ein umfassender Geist, ein eindringlicher, genialer Geist, im besten Sinne des Wortes ein universeller Geist. Er versammelte am Hofe alle diejenigen Weisen, welche Träger waren desjenigen, was dazumal gewußt werden konnte: Dichter, Philosophen, Mediziner, Theologen, Architekten, alles das lebte, hergeführt von seinem großen Geiste, am Hofe Harun al Raschids.

[ 24 ] Nun lebte an diesem Hofe Harun al Raschids ein ganz eminenter, bedeutsamer Geist, ein Geist, der — nicht dazumal in der Inkarnation am Hofe Harun al Raschids, sondern in einer früheren Inkarnation ein wirklicher Eingeweihter gewesen war. Sie werden sich fragen: Bleibt denn ein Eingeweihter, durch die Inkarnationen gehend, nicht ein Eingeweihter? Man kann ein tief Eingeweihter in einer früheren Epoche gewesen sein, und man muß in einer neuen Epoche denjenigen Körper benützen, man muß diejenige Erziehung durchmachen, welche aus dieser Epoche herauskommen kann. Dann muß man die Kräfte, die zunächst aus der früheren Inkarnation kommen, im Unterbewußtsein halten. Es muß sich dasjenige, was der entsprechenden Zivilisation gemäß ist, in einem Menschen dann entwickeln. So leben durchaus Menschen, die äußerlich eben wie Ergebnisse ihrer Zivilisation erscheinen; aber durch die Art, wie sie draußen leben, sieht man tiefere Impulse in ihnen: Sie waren früher Eingeweihte, verlieren das auch nicht, handeln auch in ihrem Unterbewußtsein darnach; sie können aber nicht anders, als sich anpassen dem, was das Leben der Kultur eben gewährt.

[ 24 ] Nun lebte an diesem Hofe Harun al Raschids ein ganz eminenter, bedeutsamer Geist, ein Geist, der — nicht dazumal in der Inkarnation am Hofe Harun al Raschids, sondern in einer früheren Inkarnation ein wirklicher Eingeweihter gewesen war. Sie werden sich fragen: Bleibt denn ein Eingeweihter, durch die Inkarnationen gehend, nicht ein Eingeweihter? Man kann ein tief Eingeweihter in einer früheren Epoche gewesen sein, und man muß in einer neuen Epoche denjenigen Körper benützen, man muß diejenige Erziehung durchmachen, welche aus dieser Epoche herauskommen kann. Dann muß man die Kräfte, die zunächst aus der früheren Inkarnation kommen, im Unterbewußtsein halten. Es muß sich dasjenige, was der entsprechenden Zivilisation gemäß ist, in einem Menschen dann entwickeln. So leben durchaus Menschen, die äußerlich eben wie Ergebnisse ihrer Zivilisation erscheinen; aber durch die Art, wie sie draußen leben, sieht man tiefere Impulse in ihnen: Sie waren früher Eingeweihte, verlieren das auch nicht, handeln auch in ihrem Unterbewußtsein darnach; sie können aber nicht anders, als sich anpassen dem, was das Leben der Kultur eben gewährt.

[ 25 ] So war die Persönlichkeit, von der die Überlieferung sagt, daß sie großartige Einrichtungen für alle die Wissenschaften am Hofe Harun al Raschids getroffen hat, dazumal eben nur einer der größten Weisen seiner Zeit, mit einem im Geiste so überragenden Organisationstalent, daß viel von dem, was am Hofe Harun al Raschids gewirkt hat, von diesem Geiste ausging.

[ 25 ] So war die Persönlichkeit, von der die Überlieferung sagt, daß sie großartige Einrichtungen für alle die Wissenschaften am Hofe Harun al Raschids getroffen hat, dazumal eben nur einer der größten Weisen seiner Zeit, mit einem im Geiste so überragenden Organisationstalent, daß viel von dem, was am Hofe Harun al Raschids gewirkt hat, von diesem Geiste ausging.

[ 26 ] Nun breitete sich der Arabismus durch Jahrhunderte aus. Wir wissen ja von den Kriegen, die Europa geführt hat, um den Arabismus in seine Schranken zurückzuweisen. Damit war es nicht abgetan: Die Seelen, die gewirkt haben im Arabismus, gehen durch die Pforte des Todes, entwickeln sich durch die geistige Welt weiter und bleiben in einer gewissen Art bei ihrem Wirken. So ist es bei den zwei Individualitäten des Harun al Raschid und seines weisen Ratgebers, der an seinem Hofe gelebt hat.

[ 26 ] Nun breitete sich der Arabismus durch Jahrhunderte aus. Wir wissen ja von den Kriegen, die Europa geführt hat, um den Arabismus in seine Schranken zurückzuweisen. Damit war es nicht abgetan: Die Seelen, die gewirkt haben im Arabismus, gehen durch die Pforte des Todes, entwickeln sich durch die geistige Welt weiter und bleiben in einer gewissen Art bei ihrem Wirken. So ist es bei den zwei Individualitäten des Harun al Raschid und seines weisen Ratgebers, der an seinem Hofe gelebt hat.

[ 27 ] Folgen wir zunächst Harun al Raschid. Er geht durch die Pforte des Todes, entwickelt sich durch die geistige Welt weiter. Die äußere Form des Arabismus wird zurückgedrängt; das Christentum pflanzt seinen exoterischen Charakter, den es allmählich angenommen hat, Mittel- und Westeuropa ein. Aber so wenig es möglich ist, in der alten Form des Mohammedanismus, des Arabismus in Europa weiterzuwirken, so sehr wird es möglich, daß die Seelen derjenigen, die am Hofe des Harun al Raschid in dieser glänzenden Zivilisation einmal gelebt und den Impuls empfangen haben, darin weiterzuwirken, eben weiterwirken.

[ 27 ] Folgen wir zunächst Harun al Raschid. Er geht durch die Pforte des Todes, entwickelt sich durch die geistige Welt weiter. Die äußere Form des Arabismus wird zurückgedrängt; das Christentum pflanzt seinen exoterischen Charakter, den es allmählich angenommen hat, Mittel- und Westeuropa ein. Aber so wenig es möglich ist, in der alten Form des Mohammedanismus, des Arabismus in Europa weiterzuwirken, so sehr wird es möglich, daß die Seelen derjenigen, die am Hofe des Harun al Raschid in dieser glänzenden Zivilisation einmal gelebt und den Impuls empfangen haben, darin weiterzuwirken, eben weiterwirken.

[ 28 ] So sehen wir, daß Harun al Raschid selber wiederverkörpert wird in der vielgenannten Persönlichkeit des Baco von Verulam, jenes englischen führenden Geistes, von dem die ganze moderne wissenschaftliche Denkweise und damit vieles von dem, was jetzt in den Menschen lebt, beeinflußt ist. Harun al Raschid konnte nicht von London, von England aus eine im strengen Sinne des Arabismus geformte Kultur und Zivilisation verbreiten, diese Seele mußte sich der Form bedienen, die im westlichen Abendlande möglich war. Aber der ganze Grundzug, der Grundduktus desjenigen, was Baco von Verulam über die europäische Denkweise ergossen hat, das ist der alte Arabismus in der neuen Form. Und so lebt gerade in dem, was naturwissenschaftliche Denkweise heute ist, der Arabismus, weil Baco von Verulam der wiederverkörperte Harun al Raschid war.

[ 28 ] So sehen wir, daß Harun al Raschid selber wiederverkörpert wird in der vielgenannten Persönlichkeit des Baco von Verulam, jenes englischen führenden Geistes, von dem die ganze moderne wissenschaftliche Denkweise und damit vieles von dem, was jetzt in den Menschen lebt, beeinflußt ist. Harun al Raschid konnte nicht von London, von England aus eine im strengen Sinne des Arabismus geformte Kultur und Zivilisation verbreiten, diese Seele mußte sich der Form bedienen, die im westlichen Abendlande möglich war. Aber der ganze Grundzug, der Grundduktus desjenigen, was Baco von Verulam über die europäische Denkweise ergossen hat, das ist der alte Arabismus in der neuen Form. Und so lebt gerade in dem, was naturwissenschaftliche Denkweise heute ist, der Arabismus, weil Baco von Verulam der wiederverkörperte Harun al Raschid war.

[ 29 ] Der Weise, der an seinem Hofe gelebt hat, er ging ebenfalls durch die Pforte des Todes; aber er ging einen anderen Weg. Er konnte nicht untertauchen in eine solche materialistisch gesinnte Geistesströmung, in die Baco untertauchen konnte, er mußte bei einer mehr spirituellen Geistesströmung bleiben. Und so kam es denn, daß in dem Zeitalter, in dem auch Baco von Verulam wirkte, ein anderer Geist — aber jetzt in Mitteleuropa — wirkte, der sich gewissermaßen der Seele nach begegnete mit dem, was ausging von der Seele des wiedergeborenen Harun al Raschid. Wir sehen gewissermaßen die Baco-Strömung von England gegen Mitteleuropa herüber sich ergießen, von Westen nach Osten. Dadurch, daß die Seele, ich möchte sagen, von Spanien und Frankreich herüber zurückgebracht hat diese Anschauung des Arabismus, dadurch ist schon zu begreifen, daß sie einen anderen Inhalt bekam als jene Seele, die durch die Pforte des Todes geht, den Blick während des Durchgangs durch die geistige Welt gerichtet hat auf das, was in Ost- und Mitteleuropa war, und in Mitteleuropa wiedergeboren wurde als Amos Comenius. Er hat dasjenige, was er ausgelebt hat am Hofe Harun al Raschids aus orientalischer Weisheit heraus, wieder erneuert dadurch, daß er dann im 17. Jahrhundert diejenige Persönlichkeit war, welche ganz energisch den Gedanken vertreten hat: Ein Geistiges, ein gegliedertes Geistiges geht durch die Menschheitsentwickelung. — Trivial sagt man oftmals, Comenius habe geglaubt an das «Tausendjährige Reich». Das ist trivial gesprochen. In Wahrheit bedeutet das, daß Comenius an Epochen in der Menschheitsentwickelung geglaubt hat, daß er eine geistige, von der geistigen Welt aus gegliederte weltgeschichtliche Entwickelung angenommen hat. Er will zeigen, daß ein Geistiges die ganze Natur durchwallt und durchwebt: er schreibt eine «Pansophia», eine Allweisheit. Es ist eigentlich ein tiefer geistiger Zug in dem, was Amos Comenius wirkte. Dabei ist er ein Erneuerer des Erziehungswesens. Das ist bekannt: er strebte nach Anschaulichkeit; aber nach einer anderen Anschaulichkeit als der Materialismus, nach einer durch und durch geistigen Anschaulichkeit. Ich kann das nicht in Einzelheiten auseinandersetzen, ich kann nur hinweisen, wie Arabismus in westlicher Form, Arabismus in orientalischer Form, ausgeflossen ist von dem, was in Mitteleuropa aus dem Zusammenströmen dieser beiden Geistesimpulse entstanden, hervorgegangen ist.

[ 29 ] Der Weise, der an seinem Hofe gelebt hat, er ging ebenfalls durch die Pforte des Todes; aber er ging einen anderen Weg. Er konnte nicht untertauchen in eine solche materialistisch gesinnte Geistesströmung, in die Baco untertauchen konnte, er mußte bei einer mehr spirituellen Geistesströmung bleiben. Und so kam es denn, daß in dem Zeitalter, in dem auch Baco von Verulam wirkte, ein anderer Geist — aber jetzt in Mitteleuropa — wirkte, der sich gewissermaßen der Seele nach begegnete mit dem, was ausging von der Seele des wiedergeborenen Harun al Raschid. Wir sehen gewissermaßen die Baco-Strömung von England gegen Mitteleuropa herüber sich ergießen, von Westen nach Osten. Dadurch, daß die Seele, ich möchte sagen, von Spanien und Frankreich herüber zurückgebracht hat diese Anschauung des Arabismus, dadurch ist schon zu begreifen, daß sie einen anderen Inhalt bekam als jene Seele, die durch die Pforte des Todes geht, den Blick während des Durchgangs durch die geistige Welt gerichtet hat auf das, was in Ost- und Mitteleuropa war, und in Mitteleuropa wiedergeboren wurde als Amos Comenius. Er hat dasjenige, was er ausgelebt hat am Hofe Harun al Raschids aus orientalischer Weisheit heraus, wieder erneuert dadurch, daß er dann im 17. Jahrhundert diejenige Persönlichkeit war, welche ganz energisch den Gedanken vertreten hat: Ein Geistiges, ein gegliedertes Geistiges geht durch die Menschheitsentwickelung. — Trivial sagt man oftmals, Comenius habe geglaubt an das «Tausendjährige Reich». Das ist trivial gesprochen. In Wahrheit bedeutet das, daß Comenius an Epochen in der Menschheitsentwickelung geglaubt hat, daß er eine geistige, von der geistigen Welt aus gegliederte weltgeschichtliche Entwickelung angenommen hat. Er will zeigen, daß ein Geistiges die ganze Natur durchwallt und durchwebt: er schreibt eine «Pansophia», eine Allweisheit. Es ist eigentlich ein tiefer geistiger Zug in dem, was Amos Comenius wirkte. Dabei ist er ein Erneuerer des Erziehungswesens. Das ist bekannt: er strebte nach Anschaulichkeit; aber nach einer anderen Anschaulichkeit als der Materialismus, nach einer durch und durch geistigen Anschaulichkeit. Ich kann das nicht in Einzelheiten auseinandersetzen, ich kann nur hinweisen, wie Arabismus in westlicher Form, Arabismus in orientalischer Form, ausgeflossen ist von dem, was in Mitteleuropa aus dem Zusammenströmen dieser beiden Geistesimpulse entstanden, hervorgegangen ist.

[ 30 ] Wir begreifen vieles von dem, was in der Zivilisation Mitteleuropas lebt, nur, wenn wir so sehen, wie Geister, die am Hofe Harun al Raschids lebten, selber — in der Form, wie es erneuert werden konnte — herübertragen aus Asien das, was aus dem Arabismus fließt. So sehen wir, wie im geschichtlichen Werden die Individualität des Menschen wirkt. Und wir können dann, wenn wir hinblicken auf solche signifikante Beispiele, an diesen lernen, wie Karma durch die Inkarnationen wirkt. Dann kann es schon, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten besprach, angewendet werden auf das, was unsere eigene Inkarnation ist. Aber zunächst müssen wir konkrete Beispiele haben.

[ 30 ] Wir begreifen vieles von dem, was in der Zivilisation Mitteleuropas lebt, nur, wenn wir so sehen, wie Geister, die am Hofe Harun al Raschids lebten, selber — in der Form, wie es erneuert werden konnte — herübertragen aus Asien das, was aus dem Arabismus fließt. So sehen wir, wie im geschichtlichen Werden die Individualität des Menschen wirkt. Und wir können dann, wenn wir hinblicken auf solche signifikante Beispiele, an diesen lernen, wie Karma durch die Inkarnationen wirkt. Dann kann es schon, wie ich das bei verschiedenen Gelegenheiten besprach, angewendet werden auf das, was unsere eigene Inkarnation ist. Aber zunächst müssen wir konkrete Beispiele haben.

[ 31 ] Nun betrachten wir zunächst ein solches Beispiel — und da ist wohl vor allen Dingen Interesse dazu vorhanden hier in diesem Lande —, betrachten wir den schweizerischen Dichter Conrad Ferdinand Meyer. Wenn wir außer auf seine Dichtungen noch auf die Persönlichkeit Conrad Ferdinand Meyers blicken, so kann er schon ein großes Interesse erwecken. Er ist eine merkwürdige Persönlichkeit, dieser Conrad Ferdinand Meyer. Es ist eigentlich bei ihm immer so gewesen: Wenn er seine in wunderbaren Rhythmen einherschreitenden Dichtungen komponierte, sieht man, wenn man diese Dinge beobachten kann, wie seine Seele in jedem Augenblick etwas Neigung dazu hatte, aus dem Körper herauszutreten. Es hat schon etwas rein Seelisches, was in den wunderbaren Formen der Dichtungen, auch den Prosadichtungen Conrad Ferdinand Meyers lebt. Er hat auch wiederholt in seinem Leben unter dem Schicksal zu leiden gehabt, daß, wenn diese Trennung vom GeistigSeelischen und Physisch-Leiblichen zu stark wurde, eine Trübung in seinem Erdenleben eintrat. Aber dieses nur lose Ineinanderwirken des Geistig-Seelischen und des physischen Leibes — man merkt es, wenn man sich mit den Dichtungen oder der Persönlichkeit des Conrad Ferdinand Meyer beschäftigt. Diese Individualität, die in der Conrad Ferdinand Meyer-Inkarnation nur lose in dem physischen Leibe drinnen lebt, die muß — so sagt man sich zunächst — in früheren Erdenleben ganz Besonderes durchgemacht haben.

[ 31 ] Nun betrachten wir zunächst ein solches Beispiel — und da ist wohl vor allen Dingen Interesse dazu vorhanden hier in diesem Lande —, betrachten wir den schweizerischen Dichter Conrad Ferdinand Meyer. Wenn wir außer auf seine Dichtungen noch auf die Persönlichkeit Conrad Ferdinand Meyers blicken, so kann er schon ein großes Interesse erwecken. Er ist eine merkwürdige Persönlichkeit, dieser Conrad Ferdinand Meyer. Es ist eigentlich bei ihm immer so gewesen: Wenn er seine in wunderbaren Rhythmen einherschreitenden Dichtungen komponierte, sieht man, wenn man diese Dinge beobachten kann, wie seine Seele in jedem Augenblick etwas Neigung dazu hatte, aus dem Körper herauszutreten. Es hat schon etwas rein Seelisches, was in den wunderbaren Formen der Dichtungen, auch den Prosadichtungen Conrad Ferdinand Meyers lebt. Er hat auch wiederholt in seinem Leben unter dem Schicksal zu leiden gehabt, daß, wenn diese Trennung vom GeistigSeelischen und Physisch-Leiblichen zu stark wurde, eine Trübung in seinem Erdenleben eintrat. Aber dieses nur lose Ineinanderwirken des Geistig-Seelischen und des physischen Leibes — man merkt es, wenn man sich mit den Dichtungen oder der Persönlichkeit des Conrad Ferdinand Meyer beschäftigt. Diese Individualität, die in der Conrad Ferdinand Meyer-Inkarnation nur lose in dem physischen Leibe drinnen lebt, die muß — so sagt man sich zunächst — in früheren Erdenleben ganz Besonderes durchgemacht haben.

[ 32 ] Nun sind Forschungen in bezug auf frühere Erdenleben wahrhaftig nicht immer leicht. Man muß die mannigfaltigsten Enttäuschungen, das mannigfaltigste Zurückgeworfenwerden in bezug auf das, was man geistig durchdringen will, durchmachen. Zur Befriedigung des Sensationswütigen ist darum das, was ich sage über die Wiederverkörperungen, durchaus nicht da, sondern um immer tiefer in das geschichtliche Werden hineinzuleuchten.

[ 32 ] Nun sind Forschungen in bezug auf frühere Erdenleben wahrhaftig nicht immer leicht. Man muß die mannigfaltigsten Enttäuschungen, das mannigfaltigste Zurückgeworfenwerden in bezug auf das, was man geistig durchdringen will, durchmachen. Zur Befriedigung des Sensationswütigen ist darum das, was ich sage über die Wiederverkörperungen, durchaus nicht da, sondern um immer tiefer in das geschichtliche Werden hineinzuleuchten.

[ 33 ] Wenn man Conrad Ferdinand Meyers Leben verfolgt, gerade wenn man ausgeht von dieser losen Verbindung des Geistig-Seelischen mit dem Physisch-Leiblichen, dann wird man zurückgeleitet zu einer sehr frühen Inkarnation, einer Inkarnation im 6. nachchristlichen Jahrhundert. Da wird man auf eine Individualität geführt, bei der man zunächst mit der geistigen Intuition, mit der man solche Dinge verfolgt, nicht ganz zurechtkommt. Man wird eigentlich geistig von dieser Individualität, die in Italien lebte, in Italien sich hineinfindet in die damals sich ausbreitende Form des Christentums, wiederum abgebracht. Man kann nicht recht an sie heran, und man wird dann auf die Conrad Ferdinand Meyer-Inkarnation zurückgeworfen, so daß man eigentlich bei dieser Untersuchung einer früheren Inkarnation, wenn man schon glaubt, in dieser Inkarnation des 6. Jahrhunderts angekommen zu sein, wieder zurück muß zu dem späteren Conrad Ferdinand Meyer und jetzt den Zusammenhang zwischen diesen beiden Inkarnationen nicht ordentlich versteht, bis man darauf kommt, was des Rätsels Lösung ist. Man merkt, in Conrad Ferdinand Meyer lebt ein Gedanke, der einen beirrt, ein Gedanke, der auch künstlerisch geworden ist, ein Gedanke, der übergegangen ist in seine Erzählung «Der Heilige», in welcher Thomas Becket, der Kanzler-Bischof von Canterbury im 12. Jahrhundert am Hofe Heinrichs von England, behandelt wird.

[ 33 ] Wenn man Conrad Ferdinand Meyers Leben verfolgt, gerade wenn man ausgeht von dieser losen Verbindung des Geistig-Seelischen mit dem Physisch-Leiblichen, dann wird man zurückgeleitet zu einer sehr frühen Inkarnation, einer Inkarnation im 6. nachchristlichen Jahrhundert. Da wird man auf eine Individualität geführt, bei der man zunächst mit der geistigen Intuition, mit der man solche Dinge verfolgt, nicht ganz zurechtkommt. Man wird eigentlich geistig von dieser Individualität, die in Italien lebte, in Italien sich hineinfindet in die damals sich ausbreitende Form des Christentums, wiederum abgebracht. Man kann nicht recht an sie heran, und man wird dann auf die Conrad Ferdinand Meyer-Inkarnation zurückgeworfen, so daß man eigentlich bei dieser Untersuchung einer früheren Inkarnation, wenn man schon glaubt, in dieser Inkarnation des 6. Jahrhunderts angekommen zu sein, wieder zurück muß zu dem späteren Conrad Ferdinand Meyer und jetzt den Zusammenhang zwischen diesen beiden Inkarnationen nicht ordentlich versteht, bis man darauf kommt, was des Rätsels Lösung ist. Man merkt, in Conrad Ferdinand Meyer lebt ein Gedanke, der einen beirrt, ein Gedanke, der auch künstlerisch geworden ist, ein Gedanke, der übergegangen ist in seine Erzählung «Der Heilige», in welcher Thomas Becket, der Kanzler-Bischof von Canterbury im 12. Jahrhundert am Hofe Heinrichs von England, behandelt wird.

[ 34 ] Aber nun, wenn man dasjenige verfolgt, was an Gedanken- und Empfindungszusammenhängen in Conrad Ferdinand Meyer lebte, indem er an dieser Erzählung schrieb, dann kommt man erst so recht hinein in die Art und Weise, wie Conrad Ferdinand Meyers Geist wirkte. Man wird gewissermaßen von einer Verdunkelung des Bewußtseins in die Erhellung geführt und wieder zurück. Man sagt sich zuletzt: Mit diesem Gedanken in Conrad Ferdinand Meyers Erzählung hat es eine ganz besondere Bewandtnis; der ist nicht so ohne weiteres erklärbar, er muß eigentlich tief sitzen. Dann kommt man darauf, daß er hervorgeht aus einem Impuls in einem früheren Erdenleben, in welchem die Individualität des Conrad Ferdinand Meyer in Italien war, an einem kleineren Hofe gelebt hat, innerhalb der christlichen Entwickelung eine große Rolle gespielt hat: da hat diese Individualität erwas Besonderes erlebt. Man kommt allmählich darauf, daß diese Individualität mit einer christlichen Mission von Italien ausgeschickt worden ist nach England. Diese Mission hat dazumal das Erzbistum von Canterbury gegründet. Die Individualität, die später zu Conrad Ferdinand Meyer geworden ist, war auf der einen Seite tief berührt von jener Kunst, die ausgestorben ist, die im 4., 5. Jahrhundert in Italien vorhanden war, die dann in den Mosaiken Italiens ihre weitere Ausgestaltung gefunden hat. In dem wirkte die Individualität Conrad Ferdinand Meyers darinnen. Dann ging sie, impulsiert vom damaligen Christentum, mit der Mission nach England. Nachdem sie dann das Erzbistum von Canterbury mitbegründet hatte, wurde sie von einem angelsächsischen Häuptling unter merkwürdigen Umständen ermordet.

[ 34 ] Aber nun, wenn man dasjenige verfolgt, was an Gedanken- und Empfindungszusammenhängen in Conrad Ferdinand Meyer lebte, indem er an dieser Erzählung schrieb, dann kommt man erst so recht hinein in die Art und Weise, wie Conrad Ferdinand Meyers Geist wirkte. Man wird gewissermaßen von einer Verdunkelung des Bewußtseins in die Erhellung geführt und wieder zurück. Man sagt sich zuletzt: Mit diesem Gedanken in Conrad Ferdinand Meyers Erzählung hat es eine ganz besondere Bewandtnis; der ist nicht so ohne weiteres erklärbar, er muß eigentlich tief sitzen. Dann kommt man darauf, daß er hervorgeht aus einem Impuls in einem früheren Erdenleben, in welchem die Individualität des Conrad Ferdinand Meyer in Italien war, an einem kleineren Hofe gelebt hat, innerhalb der christlichen Entwickelung eine große Rolle gespielt hat: da hat diese Individualität erwas Besonderes erlebt. Man kommt allmählich darauf, daß diese Individualität mit einer christlichen Mission von Italien ausgeschickt worden ist nach England. Diese Mission hat dazumal das Erzbistum von Canterbury gegründet. Die Individualität, die später zu Conrad Ferdinand Meyer geworden ist, war auf der einen Seite tief berührt von jener Kunst, die ausgestorben ist, die im 4., 5. Jahrhundert in Italien vorhanden war, die dann in den Mosaiken Italiens ihre weitere Ausgestaltung gefunden hat. In dem wirkte die Individualität Conrad Ferdinand Meyers darinnen. Dann ging sie, impulsiert vom damaligen Christentum, mit der Mission nach England. Nachdem sie dann das Erzbistum von Canterbury mitbegründet hatte, wurde sie von einem angelsächsischen Häuptling unter merkwürdigen Umständen ermordet.

[ 35 ] Dieser Umstand lebte als Impuls in der Seele weiter. Und als diese Seele als Conrad Ferdinand Meyer geboren wurde, lebte im Unterbewußtsein dieses Schicksal von dazumal: Das Ermordetwerden in England — es hat etwas zu tun mit dem Erzbistum von Canterbury! So wie manchmal ein Erinnerungsimpuls heraufgeholt wird, wenn ein Wort anklingt, so wirkt dieser Impuls «ich habe einmal etwas zu tun gehabt mit Canterbury» nach, und das treibt Conrad Ferdinand Meyers Seele dahin, nicht sein Schicksal zu schildern — das bleibt im Unterbewußtsein —, aber das ähnliche Schicksal des Thomas Becket, des Kanzlers Heinrichs von England, der zu gleicher Zeit Erzbischof von Canterbury war.

[ 35 ] Dieser Umstand lebte als Impuls in der Seele weiter. Und als diese Seele als Conrad Ferdinand Meyer geboren wurde, lebte im Unterbewußtsein dieses Schicksal von dazumal: Das Ermordetwerden in England — es hat etwas zu tun mit dem Erzbistum von Canterbury! So wie manchmal ein Erinnerungsimpuls heraufgeholt wird, wenn ein Wort anklingt, so wirkt dieser Impuls «ich habe einmal etwas zu tun gehabt mit Canterbury» nach, und das treibt Conrad Ferdinand Meyers Seele dahin, nicht sein Schicksal zu schildern — das bleibt im Unterbewußtsein —, aber das ähnliche Schicksal des Thomas Becket, des Kanzlers Heinrichs von England, der zu gleicher Zeit Erzbischof von Canterbury war.

[ 36 ] Dieses merkwürdige seelische Leiden des Conrad Ferdinand Meyer bewirkt auch das Herüberrutschen des eigenen Schicksals in das andere, das er als Conrad Ferdinand Meyer aus der Geschichte kennenlernt.

[ 36 ] Dieses merkwürdige seelische Leiden des Conrad Ferdinand Meyer bewirkt auch das Herüberrutschen des eigenen Schicksals in das andere, das er als Conrad Ferdinand Meyer aus der Geschichte kennenlernt.

[ 37 ] In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, wo so viele chaotische Verhältnisse in Mitteleuropa herrschten, wurde diese Individualität wiedergeboren, und zwar als Frau. Und als weibliche Persönlichkeit wirkte nun das Chaotische im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges ganz besonders tief auf diese Individualität. Diese Frau verheiratete sich mit einer Persönlichkeit, die eigentlich etwas ungeschliffen war, ein Haudegen, der den deutschen Verhältnissen entfloh ins Graubündner Land in der Schweiz. So verbrachte dieses Ehepaar — die Frau empfänglich für die gewaltigen Eindrücke der Gegenwart, die zwar chaotisch waren, der Mann mehr philiströs —, so verbrachten sie die Zeit im Graubündner Lande.

[ 37 ] In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, wo so viele chaotische Verhältnisse in Mitteleuropa herrschten, wurde diese Individualität wiedergeboren, und zwar als Frau. Und als weibliche Persönlichkeit wirkte nun das Chaotische im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges ganz besonders tief auf diese Individualität. Diese Frau verheiratete sich mit einer Persönlichkeit, die eigentlich etwas ungeschliffen war, ein Haudegen, der den deutschen Verhältnissen entfloh ins Graubündner Land in der Schweiz. So verbrachte dieses Ehepaar — die Frau empfänglich für die gewaltigen Eindrücke der Gegenwart, die zwar chaotisch waren, der Mann mehr philiströs —, so verbrachten sie die Zeit im Graubündner Lande.

[ 38 ] Da wurde aufgenommen aus den weltwirkenden Vorgängen der Zeit das, was wieder hervorzusprießen sucht in «Jürg Jenatsch». Also die Gedanken und Empfindungen leben wiederum auf bei Conrad Ferdinand Meyer aus demjenigen, was er erlebt hat in dieser Weise. Das Schwierige ist, daß Conrad Ferdinand Meyer diese Eindrücke in die Seele aufnahm, aber sie zur Verwandlung treiben mußte, aus dem Grunde, weil er in der Welt so lebte, daß eigentlich sein Geistig-Seelisches immer Impulse aufnahm, die dann bewirkten, daß in der Conrad Ferdinand Meyer-Inkarnation es nur in loser Weise mit dem Leiblich-Physischen verbunden war.

[ 38 ] Da wurde aufgenommen aus den weltwirkenden Vorgängen der Zeit das, was wieder hervorzusprießen sucht in «Jürg Jenatsch». Also die Gedanken und Empfindungen leben wiederum auf bei Conrad Ferdinand Meyer aus demjenigen, was er erlebt hat in dieser Weise. Das Schwierige ist, daß Conrad Ferdinand Meyer diese Eindrücke in die Seele aufnahm, aber sie zur Verwandlung treiben mußte, aus dem Grunde, weil er in der Welt so lebte, daß eigentlich sein Geistig-Seelisches immer Impulse aufnahm, die dann bewirkten, daß in der Conrad Ferdinand Meyer-Inkarnation es nur in loser Weise mit dem Leiblich-Physischen verbunden war.

[ 39 ] Nun, Sie sehen darin etwas, woran man zeigen kann, wie in das Denken, Fühlen, Empfinden und künstlerische Schaffen einer Persönlichkeit die alten Impulse herüberwirken auf eine ganz merkwürdige Weise. Durch Spekulation, durch Nachdenken auf irgendeine intellektuelle Weise ergibt sich die Wahrheit darüber ganz gewiß nicht, sondern wirklich nur in der geistigen Anschauung.

[ 39 ] Nun, Sie sehen darin etwas, woran man zeigen kann, wie in das Denken, Fühlen, Empfinden und künstlerische Schaffen einer Persönlichkeit die alten Impulse herüberwirken auf eine ganz merkwürdige Weise. Durch Spekulation, durch Nachdenken auf irgendeine intellektuelle Weise ergibt sich die Wahrheit darüber ganz gewiß nicht, sondern wirklich nur in der geistigen Anschauung.

[ 40 ] Von ganz besonderem Interesse mit Bezug auf ihre wiederholten Erdenleben sind dann Persönlichkeiten, die in irgendeinem Erdenleben den Blick anziehen. Sehen Sie, da ist eine Persönlichkeit, die ja ganz besonders hier den Menschen lieb und wert ist und die so recht hineinschauen läßt in die Art und Weise, wie Seelen durch die Erdenleben durchgehen. Lernt man diese Dinge wirklich kennen, so nehmen sie sich anders aus, als man eigentlich voraussetzt.

[ 40 ] Von ganz besonderem Interesse mit Bezug auf ihre wiederholten Erdenleben sind dann Persönlichkeiten, die in irgendeinem Erdenleben den Blick anziehen. Sehen Sie, da ist eine Persönlichkeit, die ja ganz besonders hier den Menschen lieb und wert ist und die so recht hineinschauen läßt in die Art und Weise, wie Seelen durch die Erdenleben durchgehen. Lernt man diese Dinge wirklich kennen, so nehmen sie sich anders aus, als man eigentlich voraussetzt.

[ 41 ] Da haben wir eine Seele — ich konnte sie zuerst treffen in einer Art priesterlicher Funktion innerhalb alter Mysterien. In einer Art priesterlicher Mission; nicht gerade ein an erster Stelle leitender Priester, aber ein Priester, der durch seine Position innerhalb der Mysterien die Seelen in hohem Grade bilden konnte. Eine edle Persönlichkeit voller Güte in der damaligen Inkarnation, wie sie durch die Mysterien eben einmal herangewachsen ist.

[ 41 ] Da haben wir eine Seele — ich konnte sie zuerst treffen in einer Art priesterlicher Funktion innerhalb alter Mysterien. In einer Art priesterlicher Mission; nicht gerade ein an erster Stelle leitender Priester, aber ein Priester, der durch seine Position innerhalb der Mysterien die Seelen in hohem Grade bilden konnte. Eine edle Persönlichkeit voller Güte in der damaligen Inkarnation, wie sie durch die Mysterien eben einmal herangewachsen ist.

[ 42 ] Diese Persönlichkeit hatte nun das Schicksal, in dem ersten Jahrhundert vor der Begründung des Christentums, also etwa hundert Jahre vor Christi Geburt, durch Sitten, wie sie damals üblich waren, einem Sklavenhändler zu dienen, unter einer ziemlich grausamen Persönlichkeit Führer zu sein einer Schar von Sklaven, die hart arbeiten mußten und die eben nicht anders behandelt werden konnten, als sie behandelt wurden nach den Sitten der damaligen Zeit. Diese Persönlichkeit muß man nun nicht verkennen, nicht mißverstehen. Man muß die Zusammenhänge in alten Kulturen anders auffassen als in unseren. Man muß durchaus verstehen, daß eine solch edle Persönlichkeit, wie diejenige war, von der ich spreche, wiederverkörpert werden konnte etwa hundert Jahre vor der Begründung des Christentums als eine Art Sklavenhalter für ein großes Sklavenheer. Sie konnte nicht viel aus eigenem Impuls heraus handeln, das war ihr schweres Schicksal. Aber zu gleicher Zeit hatte sie ein eigentümliches Verhältnis begründet zu den Seelen, die in den Sklaven waren, die hart arbeiten mußten. Sie gehorchte, diese Persönlichkeit, eben jener mehr grausamen Persönlichkeit, von der ich gesprochen habe — heute würden wir sagen: ihrem Vorgesetzten. Aber in solchen Dingen, solchen Zusammenhängen bilden sich Antipathien und Sympathien. Und als dann diese Persönlichkeit, die manchmal mit schwerem, blutendem Herzen dasjenige getan hat, was ihr zu tun oblag nach den Befehlen, die sie erhalten hatte, durch die Pforte des Todes ging, traf sie dort zusammen mit den Seelen, die auch auf diese Persönlichkeit einen gewissen Haß geworfen hatten. Das lebte sich dann aus in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt und begründete so seelisch-geistige Zusammenhänge, die dann als Impulse vorbereitend wirkten für das nächste Erdenleben.

[ 42 ] Diese Persönlichkeit hatte nun das Schicksal, in dem ersten Jahrhundert vor der Begründung des Christentums, also etwa hundert Jahre vor Christi Geburt, durch Sitten, wie sie damals üblich waren, einem Sklavenhändler zu dienen, unter einer ziemlich grausamen Persönlichkeit Führer zu sein einer Schar von Sklaven, die hart arbeiten mußten und die eben nicht anders behandelt werden konnten, als sie behandelt wurden nach den Sitten der damaligen Zeit. Diese Persönlichkeit muß man nun nicht verkennen, nicht mißverstehen. Man muß die Zusammenhänge in alten Kulturen anders auffassen als in unseren. Man muß durchaus verstehen, daß eine solch edle Persönlichkeit, wie diejenige war, von der ich spreche, wiederverkörpert werden konnte etwa hundert Jahre vor der Begründung des Christentums als eine Art Sklavenhalter für ein großes Sklavenheer. Sie konnte nicht viel aus eigenem Impuls heraus handeln, das war ihr schweres Schicksal. Aber zu gleicher Zeit hatte sie ein eigentümliches Verhältnis begründet zu den Seelen, die in den Sklaven waren, die hart arbeiten mußten. Sie gehorchte, diese Persönlichkeit, eben jener mehr grausamen Persönlichkeit, von der ich gesprochen habe — heute würden wir sagen: ihrem Vorgesetzten. Aber in solchen Dingen, solchen Zusammenhängen bilden sich Antipathien und Sympathien. Und als dann diese Persönlichkeit, die manchmal mit schwerem, blutendem Herzen dasjenige getan hat, was ihr zu tun oblag nach den Befehlen, die sie erhalten hatte, durch die Pforte des Todes ging, traf sie dort zusammen mit den Seelen, die auch auf diese Persönlichkeit einen gewissen Haß geworfen hatten. Das lebte sich dann aus in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt und begründete so seelisch-geistige Zusammenhänge, die dann als Impulse vorbereitend wirkten für das nächste Erdenleben.

[ 43 ] Nun bilden sich natürlich zwischen allen Menschen, die miteinander zu tun haben, karmische Zusammenhänge. Es ist schon auch einmal schicksalsgemäß, daß diese Individualität, von der ich hier spreche, die eine Art Sklavenführer und karmisch verbunden war mit ihrem Vorgesetzten, dessen Befehlen sie gehorchen mußte, sich auch in einer gewissen Weise schuldig machte — ich möchte sagen: unschuldig-schuldig — alles desjenigen, was die Grausamkeit des Vorgesetzten bewirkt hat. Sie tat eben mit, wenn auch aus keinem ursprünglichen Impulse heraus, so doch durch die Sitten und den ganzen Zusammenhang veranlaßt, und so bestand ein karmisches Band zwischen den beiden. Das bereitete sich so zu in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, daß diese Persönlichkeit, die da Sklavenführer war, wiedergeboren wurde im 9. nachchristlichen Jahrhundert als Frau. Sie wurde die Frau jenes grausamen Vorgesetzten und erlebte in dieser Gemeinschaft mancherlei, was ein karmischer Ausgleich war für das, was ich als eine Art Unschuldig-Schuldigwerden an den begangenen Grausamkeiten bezeichnet habe. Aber was erlebt wird, vertieft die Seele weiter: Manches von dem tauchte wieder auf, was in der alten Priesterinkarnation da war, aber mit einer tiefen Tragik tauchte es wieder auf. Die Verhältnisse im 9. Jahrhundert brachten es dazu, daß dieses Ehepaar in Zusammenhang kam mit vielen Menschen, welche die wiederverkörperten Seelen waren derer, die mit ihnen gelebt hatten als die Sklavenseelen und die jetzt auch wiedergeboren wurden. Menschenseelen werden ja in der Regel im gleichen Zeitalter zusammen wiedergeboren. Und es entstand wiederum auf Erden ein Lebensverhältnis.

[ 43 ] Nun bilden sich natürlich zwischen allen Menschen, die miteinander zu tun haben, karmische Zusammenhänge. Es ist schon auch einmal schicksalsgemäß, daß diese Individualität, von der ich hier spreche, die eine Art Sklavenführer und karmisch verbunden war mit ihrem Vorgesetzten, dessen Befehlen sie gehorchen mußte, sich auch in einer gewissen Weise schuldig machte — ich möchte sagen: unschuldig-schuldig — alles desjenigen, was die Grausamkeit des Vorgesetzten bewirkt hat. Sie tat eben mit, wenn auch aus keinem ursprünglichen Impulse heraus, so doch durch die Sitten und den ganzen Zusammenhang veranlaßt, und so bestand ein karmisches Band zwischen den beiden. Das bereitete sich so zu in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, daß diese Persönlichkeit, die da Sklavenführer war, wiedergeboren wurde im 9. nachchristlichen Jahrhundert als Frau. Sie wurde die Frau jenes grausamen Vorgesetzten und erlebte in dieser Gemeinschaft mancherlei, was ein karmischer Ausgleich war für das, was ich als eine Art Unschuldig-Schuldigwerden an den begangenen Grausamkeiten bezeichnet habe. Aber was erlebt wird, vertieft die Seele weiter: Manches von dem tauchte wieder auf, was in der alten Priesterinkarnation da war, aber mit einer tiefen Tragik tauchte es wieder auf. Die Verhältnisse im 9. Jahrhundert brachten es dazu, daß dieses Ehepaar in Zusammenhang kam mit vielen Menschen, welche die wiederverkörperten Seelen waren derer, die mit ihnen gelebt hatten als die Sklavenseelen und die jetzt auch wiedergeboren wurden. Menschenseelen werden ja in der Regel im gleichen Zeitalter zusammen wiedergeboren. Und es entstand wiederum auf Erden ein Lebensverhältnis.

[ 44 ] Die Seelen, die zusammengehalten wurden einstmals von dem Sklavenführer, lebten in einer mehr oder weniger großen Gemeinde jetzt räumlich zusammen. Der Gemeindediener, möchte man sagen — aber Diener in einem etwas höheren Sinne —, war jener grausame Mann. Und da er mit allen Bewohnern zu tun hatte, erlebte er nur Schlimmes von dieser Gemeinde, deren Vorsteher er nicht war, aber für die er viele Dinge zu besorgen hatte. Die Frau lebte dies immer mit. So sehen wir, wie eine Anzahl Menschen zusammenwachsen mit diesen beiden Persönlichkeiten. Aber das Karma, das nun die beiden Persönlichkeiten, den einstigen Vorgesetzten und den Sklavenführer, verbunden hatte, dieses karmische Band ist damit erfüllt. An diese Persönlichkeit war jene alte Priesterindividualität nicht mehr gebunden; aber mit den anderen blieb sie verbunden, weil eben doch vieles vorgekommen ist mit diesen Seelen, für das diese Individualität wenigstens das Werkzeug war in der Verkörperung etwa hundert Jahre vor Christus. Als Frau brachte sie nur Segen durch ihre Taten, als die Gemeinde versorgt wurde, allerdings in vieler Gutmütigkeit, aber in einer Gutmütigkeit, die doch vereinbar war damit, daß die Frau wiederum unendlich Tragisches litt.

[ 44 ] Die Seelen, die zusammengehalten wurden einstmals von dem Sklavenführer, lebten in einer mehr oder weniger großen Gemeinde jetzt räumlich zusammen. Der Gemeindediener, möchte man sagen — aber Diener in einem etwas höheren Sinne —, war jener grausame Mann. Und da er mit allen Bewohnern zu tun hatte, erlebte er nur Schlimmes von dieser Gemeinde, deren Vorsteher er nicht war, aber für die er viele Dinge zu besorgen hatte. Die Frau lebte dies immer mit. So sehen wir, wie eine Anzahl Menschen zusammenwachsen mit diesen beiden Persönlichkeiten. Aber das Karma, das nun die beiden Persönlichkeiten, den einstigen Vorgesetzten und den Sklavenführer, verbunden hatte, dieses karmische Band ist damit erfüllt. An diese Persönlichkeit war jene alte Priesterindividualität nicht mehr gebunden; aber mit den anderen blieb sie verbunden, weil eben doch vieles vorgekommen ist mit diesen Seelen, für das diese Individualität wenigstens das Werkzeug war in der Verkörperung etwa hundert Jahre vor Christus. Als Frau brachte sie nur Segen durch ihre Taten, als die Gemeinde versorgt wurde, allerdings in vieler Gutmütigkeit, aber in einer Gutmütigkeit, die doch vereinbar war damit, daß die Frau wiederum unendlich Tragisches litt.

[ 45 ] Alles das, was als ein Gemeinsames entstand, was da karmische Fäden knüpfte, all das setzte sich fort, und beim weiteren Durchschreiten des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt, jetzt nach dem 9, Jahrhundert bis in die neuere Zeit herauf, bildeten sich wiederum Impulse, die diese Menschen zusammenhielten. Und sie wurden jetzt, zwar nicht in irgendeiner äußeren Gemeinschaft, aber doch so wiedergeboren, daß die, die einstmals Sklavenseelen und dann in einer Dorfgemeinde verbunden waren, wenigstens in der gleichen Zeit wiedergeboren wurden, so daß die Möglichkeit da war, wieder in eine Beziehung zu treten zu der gleichzeitig geborenen Priesterindividualität aus der alten Mysterienstätte, der Sklavenführerindividualität in dem Zeitalter hundert Jahre vor Christus, der Frauenindividualität im 9. nachchristlichen Jahrhundert. Denn wiedergeboren wurde diese Individualität als Pestalozzi. Diejenigen, die auch ungefähr gleichzeitig wiedergeboren wurden, um das Karma zu erfüllen, diese Seelen, die ein so geartetes Verhältnis zu ihm hatten, wie ich es jetzt geschildert habe, die mußten die Schüler, die Zöglinge werden, denen Pestalozzi in Erfüllung seines Karma jetzt so ungeheure Wohltaten zukommen ließ.

[ 45 ] Alles das, was als ein Gemeinsames entstand, was da karmische Fäden knüpfte, all das setzte sich fort, und beim weiteren Durchschreiten des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt, jetzt nach dem 9, Jahrhundert bis in die neuere Zeit herauf, bildeten sich wiederum Impulse, die diese Menschen zusammenhielten. Und sie wurden jetzt, zwar nicht in irgendeiner äußeren Gemeinschaft, aber doch so wiedergeboren, daß die, die einstmals Sklavenseelen und dann in einer Dorfgemeinde verbunden waren, wenigstens in der gleichen Zeit wiedergeboren wurden, so daß die Möglichkeit da war, wieder in eine Beziehung zu treten zu der gleichzeitig geborenen Priesterindividualität aus der alten Mysterienstätte, der Sklavenführerindividualität in dem Zeitalter hundert Jahre vor Christus, der Frauenindividualität im 9. nachchristlichen Jahrhundert. Denn wiedergeboren wurde diese Individualität als Pestalozzi. Diejenigen, die auch ungefähr gleichzeitig wiedergeboren wurden, um das Karma zu erfüllen, diese Seelen, die ein so geartetes Verhältnis zu ihm hatten, wie ich es jetzt geschildert habe, die mußten die Schüler, die Zöglinge werden, denen Pestalozzi in Erfüllung seines Karma jetzt so ungeheure Wohltaten zukommen ließ.

[ 46 ] Nun, meine lieben Freunde, es ist wirklich so: Wenn man das Leben betrachtet, und hinter dem Leben, wie es einem entgegentritt, sieht das Wirken der Seelen von Inkarnation zu Inkarnation — gewiß, es muß bestürzen, muß überraschen, denn es ist immer anders, als es der Verstand haben möchte. Aber dennoch, es bekommt das Leben etwas von einer ungeheuren Vertiefung seines Inhaltes, wenn man es in diesem Zusammenhang betrachtet. Und ich denke, der Mensch hat schon etwas gewonnen dadurch, daß er solche Zusammenhänge betrachtet. Werden ‚sie hervorgeholt — manchmal auf eine recht schwierige Weise — aus den geistigen Hintergründen, und weist man, wie ich heute nur skizzenhaft tun konnte, auf dasjenige hin, was dann im offenbaren Dasein da ist, dann zeigt sich allerdings, wie Karma durch die menschlichen Leben hindurch wirkt. Damit gewinnt schon, wenn man eine solche Betrachtung hört, das Leben ernste Hintergründe, und man kann eine solche Betrachtung verstehen, wenn man das im Äußerlichen sich Darbietende wirklich unbefangen ins Auge faßt.

[ 46 ] Nun, meine lieben Freunde, es ist wirklich so: Wenn man das Leben betrachtet, und hinter dem Leben, wie es einem entgegentritt, sieht das Wirken der Seelen von Inkarnation zu Inkarnation — gewiß, es muß bestürzen, muß überraschen, denn es ist immer anders, als es der Verstand haben möchte. Aber dennoch, es bekommt das Leben etwas von einer ungeheuren Vertiefung seines Inhaltes, wenn man es in diesem Zusammenhang betrachtet. Und ich denke, der Mensch hat schon etwas gewonnen dadurch, daß er solche Zusammenhänge betrachtet. Werden ‚sie hervorgeholt — manchmal auf eine recht schwierige Weise — aus den geistigen Hintergründen, und weist man, wie ich heute nur skizzenhaft tun konnte, auf dasjenige hin, was dann im offenbaren Dasein da ist, dann zeigt sich allerdings, wie Karma durch die menschlichen Leben hindurch wirkt. Damit gewinnt schon, wenn man eine solche Betrachtung hört, das Leben ernste Hintergründe, und man kann eine solche Betrachtung verstehen, wenn man das im Äußerlichen sich Darbietende wirklich unbefangen ins Auge faßt.

[ 47 ] Anthroposophie ist nicht da, um bloß Theorien von wiederholten Erdenleben zu entwickeln und allerlei Schemata zu geben, sondern um die ganz konkreten geistigen Untergründe des Lebens zu zeigen. Die Menschen werden ganz anders in die Welt blicken, wenn wir diese Dinge zur Enthüllung bringen. Wenn es einmal sein soll, werden wir darauf hinzuweisen haben, wie das nun auch in die Taten der Menschen eingreifen kann. Wenn Sie solches wissen, wird sich schon zeigen, daß derlei wirkliche praktische Karmabetrachtungen dasjenige sind, was unsere Zivilisation als Einschlag, als Vertiefung braucht. Heute wollte ich Ihnen nur diese praktischen Karmabeispiele ans Herz legen. Betrachten Sie die Persönlichkeiten, die bekannt sind, genauer, Sie werden schon manches von dem, was ich ausgesprochen habe, bewahrheitet finden.

[ 47 ] Anthroposophie ist nicht da, um bloß Theorien von wiederholten Erdenleben zu entwickeln und allerlei Schemata zu geben, sondern um die ganz konkreten geistigen Untergründe des Lebens zu zeigen. Die Menschen werden ganz anders in die Welt blicken, wenn wir diese Dinge zur Enthüllung bringen. Wenn es einmal sein soll, werden wir darauf hinzuweisen haben, wie das nun auch in die Taten der Menschen eingreifen kann. Wenn Sie solches wissen, wird sich schon zeigen, daß derlei wirkliche praktische Karmabetrachtungen dasjenige sind, was unsere Zivilisation als Einschlag, als Vertiefung braucht. Heute wollte ich Ihnen nur diese praktischen Karmabeispiele ans Herz legen. Betrachten Sie die Persönlichkeiten, die bekannt sind, genauer, Sie werden schon manches von dem, was ich ausgesprochen habe, bewahrheitet finden.