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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240

1 June 1924, Stuttgart

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Karmischer Betrachtungen im geschichtlichen Werden der Menschheit II

Karmischer Betrachtungen im geschichtlichen Werden der Menschheit II

[ 1 ] Den Worten des Herrn Dr. Unger sage ich meinen besten Dank. Sie werden es mir glauben, daß es mich sehr befriedigt, wiederum unter Stuttgarter Freunden sprechen zu können.

[ 1 ] Den Worten des Herrn Dr. Unger sage ich meinen besten Dank. Sie werden es mir glauben, daß es mich sehr befriedigt, wiederum unter Stuttgarter Freunden sprechen zu können.

[ 2 ] Das letzte Mal, als ich gelegentlich unserer Waldorfschultagung hier sprechen durfte, betrachtete ich vor Ihnen einiges, das sich auf Zusammenhänge karmischer Natur in der Menschheit und ihrer Entwickelung bezieht. Ich möchte heute gerade einiges in Fortsetzung jenes Vortrages sagen, dabei von mehr oder weniger Ihnen Bekanntem ausgehen, um dann zu Unbekanntem überzugehen.

[ 2 ] Das letzte Mal, als ich gelegentlich unserer Waldorfschultagung hier sprechen durfte, betrachtete ich vor Ihnen einiges, das sich auf Zusammenhänge karmischer Natur in der Menschheit und ihrer Entwickelung bezieht. Ich möchte heute gerade einiges in Fortsetzung jenes Vortrages sagen, dabei von mehr oder weniger Ihnen Bekanntem ausgehen, um dann zu Unbekanntem überzugehen.

[ 3 ] Wir wissen ja, daß der Mensch, wenn er durch die Todespforte tritt, zunächst durchzumachen hat die Tatsache der Zerstreuung seines ätherischen Leibes in den Kosmos, nachdem er im Todesaugenblicke selbst den physischen Leib abgelegt hat. Nun, diese erste Etappe nach dem Tode, die Ablegung oder eigentlich Zerstreuung des ätherischen Leibes in den Kosmos, wollen wir heute nicht betrachten, sondern dasjenige, was darauf folgt. Und das kann am besten verstanden werden, wenn wir zunächst einen Blick auf das menschliche Erdenleben werfen, wie es sich abspielt zwischen der Geburt und dem Tode. Dieses menschliche Erdenleben durchläuft ja zwei scharf voneinander getrennte Zustände: das Wachen, das Schlafen. Nun wissen Sie aus den verschiedenen anthroposophischen Betrachtungen, daß der Wachzustand dadurch entsteht, daß die vier für den heutigen Menschen wesentlichen Glieder — der physische Leib, der ätherische Leib, der astralische Leib und das Ich — ineinandergefügt sind, in ihren Tätigkeiten gegenseitig sich anregen und stützen; daß aber der Schlafzustand dadurch entsteht, daß im Bette liegenbleiben der physische Leib und der ätherische Leib, die gewissermaßen provisorisch, vorübergehend ein Pflanzendasein führen, während der astralische Leib und die Ich-Organisation selbständig in der geistigen Welt, losgetrennt vom physischen und ätherischen Leibe, leben. Nun wissen Sie aber aus der gewöhnlichen Lebenserfahrung, daß der Mensch, wenn er die Erinnerung zurückschickt in sein Erdenleben, eigentlich diese Erinnerung in einem gewissen Sinne fälscht. Denn wenn wir zurückblicken mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in unser Erdenleben, dann erscheint uns der Rückblick wie ein kontinuierlich fortwirkender Strom; ein Ereignis geht aus dem anderen hervor, und wir geben dabei zumeist nicht acht, daß wir es ja gar nicht zu tun haben mit einem solchen fortwirkenden Strom von Erinnerungen, sondern daß der Erinnerungslauf fortwährend unterbrochen ist durch die Nächte, so daß wir eigentlich die Erinnerung so sehen müßten: Tag, Nacht, Tag, Nacht; immer sozusagen ein Helles, gewissermaßen fortgesetzt in einem Dunklen, dieses wieder fortgesetzt in einem Hellen und so weiter. Unbewußt zum größten Teile, mit Ausnahme der Träume, die aufsteigen aus dem nächtlichen Schlafe, bleibt derjenige Teil des Erdenlebens, den wir verschlafen: es ist in der Regel ein Drittel des Erdenlebens, wenn der Mensch nicht gerade eine Schlafratte ist. Man kann durchaus zusammenzählen — auch wenn man in Betracht zieht, wieviel mehr das Kind schläft —, was geschlafen wird: man bekommt ungefähr ein Drittel der Lebenszeit auf der Erde heraus.

[ 3 ] Wir wissen ja, daß der Mensch, wenn er durch die Todespforte tritt, zunächst durchzumachen hat die Tatsache der Zerstreuung seines ätherischen Leibes in den Kosmos, nachdem er im Todesaugenblicke selbst den physischen Leib abgelegt hat. Nun, diese erste Etappe nach dem Tode, die Ablegung oder eigentlich Zerstreuung des ätherischen Leibes in den Kosmos, wollen wir heute nicht betrachten, sondern dasjenige, was darauf folgt. Und das kann am besten verstanden werden, wenn wir zunächst einen Blick auf das menschliche Erdenleben werfen, wie es sich abspielt zwischen der Geburt und dem Tode. Dieses menschliche Erdenleben durchläuft ja zwei scharf voneinander getrennte Zustände: das Wachen, das Schlafen. Nun wissen Sie aus den verschiedenen anthroposophischen Betrachtungen, daß der Wachzustand dadurch entsteht, daß die vier für den heutigen Menschen wesentlichen Glieder — der physische Leib, der ätherische Leib, der astralische Leib und das Ich — ineinandergefügt sind, in ihren Tätigkeiten gegenseitig sich anregen und stützen; daß aber der Schlafzustand dadurch entsteht, daß im Bette liegenbleiben der physische Leib und der ätherische Leib, die gewissermaßen provisorisch, vorübergehend ein Pflanzendasein führen, während der astralische Leib und die Ich-Organisation selbständig in der geistigen Welt, losgetrennt vom physischen und ätherischen Leibe, leben. Nun wissen Sie aber aus der gewöhnlichen Lebenserfahrung, daß der Mensch, wenn er die Erinnerung zurückschickt in sein Erdenleben, eigentlich diese Erinnerung in einem gewissen Sinne fälscht. Denn wenn wir zurückblicken mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in unser Erdenleben, dann erscheint uns der Rückblick wie ein kontinuierlich fortwirkender Strom; ein Ereignis geht aus dem anderen hervor, und wir geben dabei zumeist nicht acht, daß wir es ja gar nicht zu tun haben mit einem solchen fortwirkenden Strom von Erinnerungen, sondern daß der Erinnerungslauf fortwährend unterbrochen ist durch die Nächte, so daß wir eigentlich die Erinnerung so sehen müßten: Tag, Nacht, Tag, Nacht; immer sozusagen ein Helles, gewissermaßen fortgesetzt in einem Dunklen, dieses wieder fortgesetzt in einem Hellen und so weiter. Unbewußt zum größten Teile, mit Ausnahme der Träume, die aufsteigen aus dem nächtlichen Schlafe, bleibt derjenige Teil des Erdenlebens, den wir verschlafen: es ist in der Regel ein Drittel des Erdenlebens, wenn der Mensch nicht gerade eine Schlafratte ist. Man kann durchaus zusammenzählen — auch wenn man in Betracht zieht, wieviel mehr das Kind schläft —, was geschlafen wird: man bekommt ungefähr ein Drittel der Lebenszeit auf der Erde heraus.

[ 4 ] Zunächst können wir uns fragen: Was machen die Ich-Organisation und der astralische Leib während dieser Schlafenszeit? Sie befinden sich ja in der geistigen Welt. Aber sie nehmen in der geistigen Welt nicht wahr, sie bleiben, wie gesagt, mit Ausnahme der Träume, unbewußt. Der Mensch würde auch, wenn er, so wie er nun einmal mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein auf der Erde beschaffen ist, im Schlafe immer wahrnehmen würde, nach der einen oder anderen Seite beirrt werden: entweder nach der Seite, daß sein Bewußtsein wie von Ohnmacht befallen erschiene während des Tages, daß er in einer Art Lähmung des Bewußtseins herumginge, wenn er ein mehr ahrimanisch veranlagter Mensch ist, oder aber, daß er mit verworrenem Bewußtsein herumginge, mit einem Bewußtsein, in dem sich die Gedanken und Empfindungen überschlagen, wenn er ein mehr luziferisch veranlagter Mensch ist.

[ 4 ] Zunächst können wir uns fragen: Was machen die Ich-Organisation und der astralische Leib während dieser Schlafenszeit? Sie befinden sich ja in der geistigen Welt. Aber sie nehmen in der geistigen Welt nicht wahr, sie bleiben, wie gesagt, mit Ausnahme der Träume, unbewußt. Der Mensch würde auch, wenn er, so wie er nun einmal mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein auf der Erde beschaffen ist, im Schlafe immer wahrnehmen würde, nach der einen oder anderen Seite beirrt werden: entweder nach der Seite, daß sein Bewußtsein wie von Ohnmacht befallen erschiene während des Tages, daß er in einer Art Lähmung des Bewußtseins herumginge, wenn er ein mehr ahrimanisch veranlagter Mensch ist, oder aber, daß er mit verworrenem Bewußtsein herumginge, mit einem Bewußtsein, in dem sich die Gedanken und Empfindungen überschlagen, wenn er ein mehr luziferisch veranlagter Mensch ist.

[ 5 ] Der Mensch ist im allgemeinen durch das, was man den «Hüter der Schwelle» nennt, behütet davor, in der Nacht die um ihn liegende geistige Welt wahrzunehmen. Allein wenn der Mensch durch die Todespforte gegangen ist und die ersten Tage verbracht hat, in denen er den Ätherleib abgelegt hat, dann tritt er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in ein Dasein, das rückwärtslaufend ist, wo wir mit dem Todestage beginnen, weitergehen zum vorhergehenden Tage und so weiter, und so das Leben noch einmal durchleben, doch jetzt in der Richtung vom Tode bis zur Geburt hin. Nun aber durchleben wir nicht die Tage, sondern wir durchleben die Nächte. Daher nimmt auch die Zeit, in der wir in dieser Weise rückwärts das Leben verbringen, ungefähr ein Drittel unserer Lebenszeit in Anspruch. Bei einem Menschen, der sechzig Jahre alt geworden ist und dann stirbt, dauert diese Rückwärtswanderung etwa zwanzig Jahre. Dreimal so schnell wird also dieses Leben durchlebt als das Erdenleben. Und dann durchleben wir dieses Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so, daß wir hinschauen auf die Nächte, in denen sich, allerdings unbewußt, Bilder erzeugt haben, die in einer gewissen Weise negative Abbilder des Lebens sind.

[ 5 ] Der Mensch ist im allgemeinen durch das, was man den «Hüter der Schwelle» nennt, behütet davor, in der Nacht die um ihn liegende geistige Welt wahrzunehmen. Allein wenn der Mensch durch die Todespforte gegangen ist und die ersten Tage verbracht hat, in denen er den Ätherleib abgelegt hat, dann tritt er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in ein Dasein, das rückwärtslaufend ist, wo wir mit dem Todestage beginnen, weitergehen zum vorhergehenden Tage und so weiter, und so das Leben noch einmal durchleben, doch jetzt in der Richtung vom Tode bis zur Geburt hin. Nun aber durchleben wir nicht die Tage, sondern wir durchleben die Nächte. Daher nimmt auch die Zeit, in der wir in dieser Weise rückwärts das Leben verbringen, ungefähr ein Drittel unserer Lebenszeit in Anspruch. Bei einem Menschen, der sechzig Jahre alt geworden ist und dann stirbt, dauert diese Rückwärtswanderung etwa zwanzig Jahre. Dreimal so schnell wird also dieses Leben durchlebt als das Erdenleben. Und dann durchleben wir dieses Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so, daß wir hinschauen auf die Nächte, in denen sich, allerdings unbewußt, Bilder erzeugt haben, die in einer gewissen Weise negative Abbilder des Lebens sind.

[ 6 ] Wäre der Mensch nicht durch den «Hüter der Schwelle» behütet, so würde er jede Nacht — aber in einer Art, die er nicht ertragen kann, von der er solche Folgen haben würde, wie ich sie eben beschrieben habe —, jede Nacht würde er so erleben, wenn er jemandem etwas Böses getan hat, wie wenn er sich hineinversetzen müßte in den anderen Menschen, in das, was der empfindet und erlebt durch das Böse, das er ihm zugefügt hat. Der Mensch ist dann während des Schlafes richtig in demjenigen Wesen darinnen, dem er das eine oder das andere zugefügt hat. Nur durchleben wir aus dem angegebenen Grunde das während des Schlafes nicht. Aber nach dem Tode erleben wir es in der gekennzeichneten Zeit, und wir erleben es sehr, sehr stark. Wir leben da das Erdenleben zurück und erleben überall die Ausgleichserlebnisse für dasjenige, was wir getan oder unterlassen haben. Wodurch erleben wir diese Ausgleichserlebnisse?

[ 6 ] Wäre der Mensch nicht durch den «Hüter der Schwelle» behütet, so würde er jede Nacht — aber in einer Art, die er nicht ertragen kann, von der er solche Folgen haben würde, wie ich sie eben beschrieben habe —, jede Nacht würde er so erleben, wenn er jemandem etwas Böses getan hat, wie wenn er sich hineinversetzen müßte in den anderen Menschen, in das, was der empfindet und erlebt durch das Böse, das er ihm zugefügt hat. Der Mensch ist dann während des Schlafes richtig in demjenigen Wesen darinnen, dem er das eine oder das andere zugefügt hat. Nur durchleben wir aus dem angegebenen Grunde das während des Schlafes nicht. Aber nach dem Tode erleben wir es in der gekennzeichneten Zeit, und wir erleben es sehr, sehr stark. Wir leben da das Erdenleben zurück und erleben überall die Ausgleichserlebnisse für dasjenige, was wir getan oder unterlassen haben. Wodurch erleben wir diese Ausgleichserlebnisse?

[ 7 ] Um diese Frage zu beantworten, müssen wir auf ein kosmisches Erlebnis hinweisen. Sie erinnern sich ja, daß ich Ihnen öfters ausgeführt habe, wie im Laufe der Erdenentwickelung sich der Mond, der ursprünglich ein Glied in der Erdenentwickelung war, von der Erde getrennt hat. Ich habe das erst vor kurzem hier dargestellt, wie der Mond aus der Erde herausgegangen ist und ein selbständiges physisches Dasein gebildet hat. Aber auch das habe ich schon erwähnt, daß einige Zeit nachdem der Mond seine physische Natur von der Erde getrennt hat, nachgezogen sind die ganz alten Urlehrer der Menschheit, die, solange sie auf der Erde waren, nicht in einem physischen Leib verkörpert waren, sondern nur in einem ätherischen Leib. Sie wirken daher imaginierend, inspirierend auf die Menschen ein. Und alle die wunderbaren Lehren, die in ein mehr poetisches Gewand gehüllt sind, die in den Sagen der Völker enthalten sind, die rühren her von einer auf der Erde vorhandenen großartigen, majestätischen Urweisheit, die von den Urlehrern der Menschheit erteilt wurde. Aber diese Urlehrer konnten sich vermöge ihrer Natur zurückziehen nach dem Monde, und da leben sie seither.

[ 7 ] Um diese Frage zu beantworten, müssen wir auf ein kosmisches Erlebnis hinweisen. Sie erinnern sich ja, daß ich Ihnen öfters ausgeführt habe, wie im Laufe der Erdenentwickelung sich der Mond, der ursprünglich ein Glied in der Erdenentwickelung war, von der Erde getrennt hat. Ich habe das erst vor kurzem hier dargestellt, wie der Mond aus der Erde herausgegangen ist und ein selbständiges physisches Dasein gebildet hat. Aber auch das habe ich schon erwähnt, daß einige Zeit nachdem der Mond seine physische Natur von der Erde getrennt hat, nachgezogen sind die ganz alten Urlehrer der Menschheit, die, solange sie auf der Erde waren, nicht in einem physischen Leib verkörpert waren, sondern nur in einem ätherischen Leib. Sie wirken daher imaginierend, inspirierend auf die Menschen ein. Und alle die wunderbaren Lehren, die in ein mehr poetisches Gewand gehüllt sind, die in den Sagen der Völker enthalten sind, die rühren her von einer auf der Erde vorhandenen großartigen, majestätischen Urweisheit, die von den Urlehrern der Menschheit erteilt wurde. Aber diese Urlehrer konnten sich vermöge ihrer Natur zurückziehen nach dem Monde, und da leben sie seither.

[ 8 ] Wenn nun der Mensch durch die Pforte des Todes geht, durchlebt er tatsächlich den Kosmos. Und er durchlebt tatsächlich den Kosmos so, daß er sich mit seinem Dasein immer mehr und mehr vergrößert. Zunächst wächst er in die Mondensphäre hinein. Aber indem der Mensch nach seinem Tode zunächst in die Mondensphäre hineinwächst, kommt er zusammen mit dem, was diese großen Urlehrer jetzt sind. Diese großen Urlehrer bewahren gewissermaßen einen naiv-instinktiven unschuldigen Zustand des Menschengeschlechtes. Bevor die Menschen in die Möglichkeit, Böses zu tun, verfallen sind, waren diese Urlehrer auf der Erde da. Daher sind sie es, welche dasjenige aufnehmen, was während der Nächte, die wir innerhalb des Erdendaseins durchleben, in die Akasha-Chronik hineingeschrieben wird; sie durchdringen es mit ihrer eigenen Wesenheit und lassen es uns dann in dem ersten Drittel beim Rücklauf durch das Leben nach dem Tode stärker erleben als die Ereignisse des Lebens hier auf der Erde. Wer hineinschauen kann in das, was ein Toter in diesen ersten Jahrzehnten nach dem Tode durchlebt, der weiß, daß die Erdenerlebnisse ja robust genug sind, sie stoßen und sie treiben uns, was aber da durchlebt wird durch dieMacht magisch wirkender Lehrer, die auf dem Monde ihre Kolonie aufgeschlagen haben, das wirkt viel stärker, das übertönt, das überfärbt die irdischen Erlebnisse. Und wir machen wirklich das durch. Sagen wir, Sie haben einem Menschen eine Ohrfeige gegeben: wenn Sie zurückleben, so erfahren Sie nicht das Wohlbehagen, den Zorn oder Groll, dem die Ohrfeige entsprungen ist, sondern Sie kriechen in den anderen hinein, erleben, wie es ihm wehgetan hat, wie es sein Gemüt erschüttert hat, Sie spüren genau das, was er durchlebt hat. Die Ereignisse mitzumachen mit einem Toten, hat schon etwas, man kann nicht sagen Erschütterndes, aber etwas einen außerordentlich stark Berührendes.

[ 8 ] Wenn nun der Mensch durch die Pforte des Todes geht, durchlebt er tatsächlich den Kosmos. Und er durchlebt tatsächlich den Kosmos so, daß er sich mit seinem Dasein immer mehr und mehr vergrößert. Zunächst wächst er in die Mondensphäre hinein. Aber indem der Mensch nach seinem Tode zunächst in die Mondensphäre hineinwächst, kommt er zusammen mit dem, was diese großen Urlehrer jetzt sind. Diese großen Urlehrer bewahren gewissermaßen einen naiv-instinktiven unschuldigen Zustand des Menschengeschlechtes. Bevor die Menschen in die Möglichkeit, Böses zu tun, verfallen sind, waren diese Urlehrer auf der Erde da. Daher sind sie es, welche dasjenige aufnehmen, was während der Nächte, die wir innerhalb des Erdendaseins durchleben, in die Akasha-Chronik hineingeschrieben wird; sie durchdringen es mit ihrer eigenen Wesenheit und lassen es uns dann in dem ersten Drittel beim Rücklauf durch das Leben nach dem Tode stärker erleben als die Ereignisse des Lebens hier auf der Erde. Wer hineinschauen kann in das, was ein Toter in diesen ersten Jahrzehnten nach dem Tode durchlebt, der weiß, daß die Erdenerlebnisse ja robust genug sind, sie stoßen und sie treiben uns, was aber da durchlebt wird durch dieMacht magisch wirkender Lehrer, die auf dem Monde ihre Kolonie aufgeschlagen haben, das wirkt viel stärker, das übertönt, das überfärbt die irdischen Erlebnisse. Und wir machen wirklich das durch. Sagen wir, Sie haben einem Menschen eine Ohrfeige gegeben: wenn Sie zurückleben, so erfahren Sie nicht das Wohlbehagen, den Zorn oder Groll, dem die Ohrfeige entsprungen ist, sondern Sie kriechen in den anderen hinein, erleben, wie es ihm wehgetan hat, wie es sein Gemüt erschüttert hat, Sie spüren genau das, was er durchlebt hat. Die Ereignisse mitzumachen mit einem Toten, hat schon etwas, man kann nicht sagen Erschütterndes, aber etwas einen außerordentlich stark Berührendes.

[ 9 ] Sehen Sie, ich möchte dafür ein Beispiel anführen. Die meisten von Ihnen werden sich erinnern, daß ich unter den Gestalten meiner Mysterien diejenige des Strader gezeichnet habe. Diese Gestalt des Strader ist so wie die meisten Gestalten der Mysterien der Wirklichkeit abgelesen. Eine Persönlichkeit hat es gegeben, die fast genau so gelebt hat, wie Strader in meinen Mysterien dargestellt worden ist. Sie können sich auch denken, daß ich für diese Persönlichkeit in ihrem physischen Erdendasein ein großes Interesse hatte. Nun ist sie 1912 gestorben. Von da ab fing mein Interesse an für ihr Erleben nach dem Tode. Alles, was diese Persönlichkeit, die ein theologisch-rationalistischer Schriftsteller zuletzt geworden ist, hier auf der Erde erlebt hat, erschien in viel stärkerem Maße, indem er selber die Wirkung seiner Bücher, seines theologischen Rationalismus und so weiter erlebte. Nachdem ich einige Zeit dasjenige mitgemacht hatte, was er erlebte, war es mir nicht mehr möglich, in den Mysterien die Gestalt des Strader fortzuführen: er stirbt im Drama, weil das Interesse nicht mehr für das Erdenleben aufzubringen war, das ausgelöscht war gegenüber dem Interesse an dem, was er nach dem Tode erlebte.

[ 9 ] Sehen Sie, ich möchte dafür ein Beispiel anführen. Die meisten von Ihnen werden sich erinnern, daß ich unter den Gestalten meiner Mysterien diejenige des Strader gezeichnet habe. Diese Gestalt des Strader ist so wie die meisten Gestalten der Mysterien der Wirklichkeit abgelesen. Eine Persönlichkeit hat es gegeben, die fast genau so gelebt hat, wie Strader in meinen Mysterien dargestellt worden ist. Sie können sich auch denken, daß ich für diese Persönlichkeit in ihrem physischen Erdendasein ein großes Interesse hatte. Nun ist sie 1912 gestorben. Von da ab fing mein Interesse an für ihr Erleben nach dem Tode. Alles, was diese Persönlichkeit, die ein theologisch-rationalistischer Schriftsteller zuletzt geworden ist, hier auf der Erde erlebt hat, erschien in viel stärkerem Maße, indem er selber die Wirkung seiner Bücher, seines theologischen Rationalismus und so weiter erlebte. Nachdem ich einige Zeit dasjenige mitgemacht hatte, was er erlebte, war es mir nicht mehr möglich, in den Mysterien die Gestalt des Strader fortzuführen: er stirbt im Drama, weil das Interesse nicht mehr für das Erdenleben aufzubringen war, das ausgelöscht war gegenüber dem Interesse an dem, was er nach dem Tode erlebte.

[ 10 ] Es stellte sich noch ein kleines Nebenereignis ein: Einige Freunde interessierten sich sehr stark für den Nachlaß jenes Vorbildes des Strader, setzten sich dafür ein, wollten mir das vorführen. Ich konnte kein Interesse dafür gewinnen. Ich mußte vorbeigehen, mußte alles überhören aus dem einfachen Grunde, weil das Interesse an dem Toten ein viel vehementeres ist, alles andere auslöscht. Ich will nur darauf hinweisen, wie der Mensch in diesem Rücklauf des Lebens viel stärker, viel intensiver erlebt, als er auf der Erde erlebt. Es ist das Erdenleben fast wie ein Traum gegenüber diesem Erleben. Aber es ist eben das negative Erleben, das Erleben der Folgen in dem anderen von dem, was wir getan und unterlassen haben. Daher darf es auch nicht als ein bloß schauderhaftes Leben dargestellt werden. Aber immerhin, der Mensch muß schon gewahr werden, welche von seinen Taten, welche seiner Gedanken, Empfindungen gerecht waren, welche ungerecht.

[ 10 ] Es stellte sich noch ein kleines Nebenereignis ein: Einige Freunde interessierten sich sehr stark für den Nachlaß jenes Vorbildes des Strader, setzten sich dafür ein, wollten mir das vorführen. Ich konnte kein Interesse dafür gewinnen. Ich mußte vorbeigehen, mußte alles überhören aus dem einfachen Grunde, weil das Interesse an dem Toten ein viel vehementeres ist, alles andere auslöscht. Ich will nur darauf hinweisen, wie der Mensch in diesem Rücklauf des Lebens viel stärker, viel intensiver erlebt, als er auf der Erde erlebt. Es ist das Erdenleben fast wie ein Traum gegenüber diesem Erleben. Aber es ist eben das negative Erleben, das Erleben der Folgen in dem anderen von dem, was wir getan und unterlassen haben. Daher darf es auch nicht als ein bloß schauderhaftes Leben dargestellt werden. Aber immerhin, der Mensch muß schon gewahr werden, welche von seinen Taten, welche seiner Gedanken, Empfindungen gerecht waren, welche ungerecht.

[ 11 ] Nun können Sie sich denken, daß da der erste Keim gebildet wird zu dem Karma. Denn wenn der Mensch sieht, wie es zugeht zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, urteilt er anders als wir. Ich habe es vielleicht schon einmal erwähnt, wie ich vor vielen Jahren eine Dame kennenlernte, die sich ein Gespräch anhörte, das in ihrer Gegenwart über die wiederholten Erdenleben geführt wurde. Sie sagte: Nachdem sie das eine gekostet habe, möchte sie nicht weitere Erdenleben haben, und hat sehr gewettert gegen die Möglichkeit, immer wiederzukommen. Da habe ich ihr sagen müssen: Ja, es mag sein, daß Sie hier auf der Erde dieses Urteil haben; aber darauf kommt es nicht an, sondern es kommt auf das Urteil an zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. — Das hat sie zunächst für die Zeit, die sie da war, eingesehen, dann aber eine Karte von der Reise geschrieben: sie gäbe doch nicht die wiederholten Erdenleben zu!

[ 11 ] Nun können Sie sich denken, daß da der erste Keim gebildet wird zu dem Karma. Denn wenn der Mensch sieht, wie es zugeht zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, urteilt er anders als wir. Ich habe es vielleicht schon einmal erwähnt, wie ich vor vielen Jahren eine Dame kennenlernte, die sich ein Gespräch anhörte, das in ihrer Gegenwart über die wiederholten Erdenleben geführt wurde. Sie sagte: Nachdem sie das eine gekostet habe, möchte sie nicht weitere Erdenleben haben, und hat sehr gewettert gegen die Möglichkeit, immer wiederzukommen. Da habe ich ihr sagen müssen: Ja, es mag sein, daß Sie hier auf der Erde dieses Urteil haben; aber darauf kommt es nicht an, sondern es kommt auf das Urteil an zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. — Das hat sie zunächst für die Zeit, die sie da war, eingesehen, dann aber eine Karte von der Reise geschrieben: sie gäbe doch nicht die wiederholten Erdenleben zu!

[ 12 ] Der Mensch, wenn er dieses intensive Erleben nach dem Tode hat, faßt dann eben den Entschluß, der etwa sich so ausdrücken läßt: Du bist durch dieses und jenes unvollkommen geworden, ein minderwertiges Menschenwesen; du mußt das wiederum ausgleichen! Damit ist der Vorsatz zum Karma gegeben. Und Vorsätze in der geistigen Welt, im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, sind Realitäten. Geradeso wie es hier eine Realität ist, daß Sie sich verbrennen, wenn Sie mit dem Finger in die Flamme greifen, so bedeutet es in der geistigen Welt, wenn Sie einen Vorsatz fassen, eine Realität, die sich verwirklicht. Und Sie fassen den Vorsatz sicher!

[ 12 ] Der Mensch, wenn er dieses intensive Erleben nach dem Tode hat, faßt dann eben den Entschluß, der etwa sich so ausdrücken läßt: Du bist durch dieses und jenes unvollkommen geworden, ein minderwertiges Menschenwesen; du mußt das wiederum ausgleichen! Damit ist der Vorsatz zum Karma gegeben. Und Vorsätze in der geistigen Welt, im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, sind Realitäten. Geradeso wie es hier eine Realität ist, daß Sie sich verbrennen, wenn Sie mit dem Finger in die Flamme greifen, so bedeutet es in der geistigen Welt, wenn Sie einen Vorsatz fassen, eine Realität, die sich verwirklicht. Und Sie fassen den Vorsatz sicher!

[ 13 ] Das alles aber erlebt der Mensch in der Mondensphäre. Durch die nächsten Sphären, die Merkur- und Venussphäre, gelangt er dann allmählich dahin, in die Sonnensphäre kommen zu müssen. Die Merkur- und Venussphäre bilden für ihn den Übergang, um in die Sonnensphäre zu kommen. Aber da kann man zunächst nicht hinein, wenn man den ganzen Anhang, die ganze Last des Bösen, das sich einem während der Mondensphäre auf die Seele gelegt hat, mitschleppen wollte. Da ist denn die Einrichtung im Kosmos getroffen, daß beim Weggehen aus der Mondensphäre das Böse zurückbleibt. Das wartet, bis wir zurückkommen: da gehen wir wieder durch die Mondensphäre zurück. Aber mit dem Bösen lassen wir ein gutes Stück von uns selbst zurück, denn der Mensch ist ja eins mit seinen Taten. Wenn ich irgend etwas Böses vollbracht habe hier auf der Erde, werde ich dadurch nur minderwertig; beim Durchgang durch den Mond auf die geschilderte Weise verliere ich ein Stück meiner selbst, ich lasse ein Stück meiner selbst zurück. Ein Mensch, der ein ausgepichter Bösewicht wäre, wie es solche gar nicht gibt, der niemals etwas Gutes getan hätte, würde in der Mondensphäre ganz zurückgelassen werden. Nun, das gibt es nicht: die Leute kommen weiter.

[ 13 ] Das alles aber erlebt der Mensch in der Mondensphäre. Durch die nächsten Sphären, die Merkur- und Venussphäre, gelangt er dann allmählich dahin, in die Sonnensphäre kommen zu müssen. Die Merkur- und Venussphäre bilden für ihn den Übergang, um in die Sonnensphäre zu kommen. Aber da kann man zunächst nicht hinein, wenn man den ganzen Anhang, die ganze Last des Bösen, das sich einem während der Mondensphäre auf die Seele gelegt hat, mitschleppen wollte. Da ist denn die Einrichtung im Kosmos getroffen, daß beim Weggehen aus der Mondensphäre das Böse zurückbleibt. Das wartet, bis wir zurückkommen: da gehen wir wieder durch die Mondensphäre zurück. Aber mit dem Bösen lassen wir ein gutes Stück von uns selbst zurück, denn der Mensch ist ja eins mit seinen Taten. Wenn ich irgend etwas Böses vollbracht habe hier auf der Erde, werde ich dadurch nur minderwertig; beim Durchgang durch den Mond auf die geschilderte Weise verliere ich ein Stück meiner selbst, ich lasse ein Stück meiner selbst zurück. Ein Mensch, der ein ausgepichter Bösewicht wäre, wie es solche gar nicht gibt, der niemals etwas Gutes getan hätte, würde in der Mondensphäre ganz zurückgelassen werden. Nun, das gibt es nicht: die Leute kommen weiter.

[ 14 ] Dann tritt man als mehr oder weniger vollständiger oder unvollständiger Mensch zunächst in die Merkursphäre ein. Auch in der Merkursphäre erlebt man zwischen dem Tod und einer neuen Geburt etwas Besonderes; etwas, was aber schon zu dem Sonnendasein vorbereitet. Sehen Sie, hier im physischen Erdenleben wird man ja auch in der einen oder anderen Weise krank. In die Sonnensphäre muß man ganz gesund an Seele und Geist kommen. Daher wird man in der Merkursphäre von alledem, was die Seele von ihren Krankheiten an sich trägt, befreit. Daher ist es auch so, daß wirkliche Medizin nur gelernt werden kann, wenn man sich anschaut, wie die Toten in der Merkursphäre von den Krankheiten befreit werden. Daraus kann man entnehmen, was man auf der Erde für die Menschen zu tun hat, um sie von Krankheiten zu befreien. Deshalb war immer in den Zeiten, wo es Mysterien und instinktives Hellsehen gab, die Medizin angesehen worden als etwas, was aus der Merkursphäre herunter durch die Mysterien geoffenbart wird. Denn sehen Sie: Was ist für die heutigen Menschen ein Gott? Ein Gott istein Wesen, das man niemals auf der Erde sehen kann. Das war es für die Menschen der instinktiv hellsehenden Urzeiten nicht. Merkur hatte seine Mysterien. Es gab Merkurmysterien, Sie können das nachlesen in meiner «Geheimwissenschaft». Ja, der allererste Hauptpriester der Merkurmysterien war Merkur selber. Das war dadurch bewerkstelligt worden, daß ein Mensch geboren wurde, dessen Geist durch einen übermenschlichen Vorgang befreit wurde, um auf eine andere Weise eine Verleiblichung zu suchen. Der Körper war da: diesen Körper benutzte der Gott Merkur, sich auf der Erde zu verkörpern, das heißt, sich in den Mysterien zu zeigen. Es waren schon die Götter in den alten Mysterien die Lehrer. So ist es für alle Götter Griechenlands, sie waren alle auf der Erde. Und dieser Gott Merkur hat den Menschen die Medizin gelehrt. Hippokrates hat eine spätere Tradition davon noch bewahrt.

[ 14 ] Dann tritt man als mehr oder weniger vollständiger oder unvollständiger Mensch zunächst in die Merkursphäre ein. Auch in der Merkursphäre erlebt man zwischen dem Tod und einer neuen Geburt etwas Besonderes; etwas, was aber schon zu dem Sonnendasein vorbereitet. Sehen Sie, hier im physischen Erdenleben wird man ja auch in der einen oder anderen Weise krank. In die Sonnensphäre muß man ganz gesund an Seele und Geist kommen. Daher wird man in der Merkursphäre von alledem, was die Seele von ihren Krankheiten an sich trägt, befreit. Daher ist es auch so, daß wirkliche Medizin nur gelernt werden kann, wenn man sich anschaut, wie die Toten in der Merkursphäre von den Krankheiten befreit werden. Daraus kann man entnehmen, was man auf der Erde für die Menschen zu tun hat, um sie von Krankheiten zu befreien. Deshalb war immer in den Zeiten, wo es Mysterien und instinktives Hellsehen gab, die Medizin angesehen worden als etwas, was aus der Merkursphäre herunter durch die Mysterien geoffenbart wird. Denn sehen Sie: Was ist für die heutigen Menschen ein Gott? Ein Gott istein Wesen, das man niemals auf der Erde sehen kann. Das war es für die Menschen der instinktiv hellsehenden Urzeiten nicht. Merkur hatte seine Mysterien. Es gab Merkurmysterien, Sie können das nachlesen in meiner «Geheimwissenschaft». Ja, der allererste Hauptpriester der Merkurmysterien war Merkur selber. Das war dadurch bewerkstelligt worden, daß ein Mensch geboren wurde, dessen Geist durch einen übermenschlichen Vorgang befreit wurde, um auf eine andere Weise eine Verleiblichung zu suchen. Der Körper war da: diesen Körper benutzte der Gott Merkur, sich auf der Erde zu verkörpern, das heißt, sich in den Mysterien zu zeigen. Es waren schon die Götter in den alten Mysterien die Lehrer. So ist es für alle Götter Griechenlands, sie waren alle auf der Erde. Und dieser Gott Merkur hat den Menschen die Medizin gelehrt. Hippokrates hat eine spätere Tradition davon noch bewahrt.

[ 15 ] Dann kommt der Mensch in die Venussphäre. In der Venussphäre ist es so, daß der Mensch ganz gewahr wird, wie er unvollständig ist; aber dieses Unvollständige wird nun gerade in der Venussphäre für das Sonnendasein bereitet, wo man am längsten darinnen ist. Man ist zweimal darin, doch brauchen wir nur von dem einen Mal zu sprechen. Man ist am längsten im Sonnendasein darinnen. In diesem Sonnendasein ist man erstens mit den Seelen zusammen, mit denen man irgendeine karmische Gemeinschaft hat und die jetzt in der geistigen Welt sind, die ebenso Gestorbene sind wie man selbst; man ist aber auch zusammen mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien, mit Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter. Was geschieht da? Da arbeitet der Mensch, indem er sein Unvollständiges in seinem Bewußtsein gewahr wird, mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien zusammen an dem Muster und Urbild seines folgenden Erdendaseins, und zwar arbeitet er in der ersten Hälfte des Sonnendaseins mehr das Urbild der physischen Körperlichkeit aus, in der zweiten Hälfte mehr das Urbild seines moralischen Erdendaseins. Diese Arbeit während des Sonnendaseins, sie ist tatsächlich nicht etwa so einförmig, wie es scheint, wenn man sie schildern muß, sondern sie ist ungeheuer viel reicher, viel großartiger und gewaltiger als alles, was der Mensch auf der Erde erleben kann. Der Mensch erlebt hier auf der Erde nicht das, was unmittelbar in seiner Haut eingeschlossen ist, sondern das, was um ihn ist. Während des Sonnendaseins ist es gerade umgekehrt: da erlebt der Mensch alles, was im Kosmos ist. Wie wir hier sagen: Dies ist mein Magen —, so sagen wir dann: Da draußen ist meine Venus —; wie wir hier sagen: Dies ist mein Herz —, so sagen wir: Dies ist meine Sonne. — Die Wesen des Weltenalls werden unsere Organe. Wir werden selber wie das Weltenall, und der Mensch, der hier auf der Erde steht — aber im Geiste erfaßt —, der nur ausgefüllt ist von der irdischen Erdensubstanz, der ist dann unsere Welt. Und diese innere Welt des Menschen, sie ist wahrhaftig umfassender, grandioser als der außermenschliche Kosmos hier auf Erden. Was der Mensch alles in sich birgt, das ist auf Erden dem Menschen unbewußt. Aber es ist viel größer als das, was der Mensch auf der Erde sieht. Und was er hier auf der Erde in sich birgt, es wird ihm offenbar während des Sonnendaseins. Und aus dem, was da seine Welt ist, arbeitet er heraus die Gestaltung seines physischen und moralischen Wesens für das nächste Erdendasein. Da wird nun auch für das Karma gearbeitet. Nachdem wir kennengelernt haben, wie wir zu arbeiten haben in den ersten Jahrzehnten nach dem Tode, wird hier an dem Zustandekommen dieses Karma gearbeitet. Ich möchte sagen: der letzte Schliff kommt erst zustande, wenn wir unser Böses beim zweiten Durchgang durch die Mondensphäre wiederfinden und dann zu dem, was Vorsatz ist, zu dem, was Ausarbeitung ist im Urbilde, auch die Kraft hinzubringen, auf der Erde uns in einem neuen Erdenleben in das Karma hineinzustürzen.

[ 15 ] Dann kommt der Mensch in die Venussphäre. In der Venussphäre ist es so, daß der Mensch ganz gewahr wird, wie er unvollständig ist; aber dieses Unvollständige wird nun gerade in der Venussphäre für das Sonnendasein bereitet, wo man am längsten darinnen ist. Man ist zweimal darin, doch brauchen wir nur von dem einen Mal zu sprechen. Man ist am längsten im Sonnendasein darinnen. In diesem Sonnendasein ist man erstens mit den Seelen zusammen, mit denen man irgendeine karmische Gemeinschaft hat und die jetzt in der geistigen Welt sind, die ebenso Gestorbene sind wie man selbst; man ist aber auch zusammen mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien, mit Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter. Was geschieht da? Da arbeitet der Mensch, indem er sein Unvollständiges in seinem Bewußtsein gewahr wird, mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien zusammen an dem Muster und Urbild seines folgenden Erdendaseins, und zwar arbeitet er in der ersten Hälfte des Sonnendaseins mehr das Urbild der physischen Körperlichkeit aus, in der zweiten Hälfte mehr das Urbild seines moralischen Erdendaseins. Diese Arbeit während des Sonnendaseins, sie ist tatsächlich nicht etwa so einförmig, wie es scheint, wenn man sie schildern muß, sondern sie ist ungeheuer viel reicher, viel großartiger und gewaltiger als alles, was der Mensch auf der Erde erleben kann. Der Mensch erlebt hier auf der Erde nicht das, was unmittelbar in seiner Haut eingeschlossen ist, sondern das, was um ihn ist. Während des Sonnendaseins ist es gerade umgekehrt: da erlebt der Mensch alles, was im Kosmos ist. Wie wir hier sagen: Dies ist mein Magen —, so sagen wir dann: Da draußen ist meine Venus —; wie wir hier sagen: Dies ist mein Herz —, so sagen wir: Dies ist meine Sonne. — Die Wesen des Weltenalls werden unsere Organe. Wir werden selber wie das Weltenall, und der Mensch, der hier auf der Erde steht — aber im Geiste erfaßt —, der nur ausgefüllt ist von der irdischen Erdensubstanz, der ist dann unsere Welt. Und diese innere Welt des Menschen, sie ist wahrhaftig umfassender, grandioser als der außermenschliche Kosmos hier auf Erden. Was der Mensch alles in sich birgt, das ist auf Erden dem Menschen unbewußt. Aber es ist viel größer als das, was der Mensch auf der Erde sieht. Und was er hier auf der Erde in sich birgt, es wird ihm offenbar während des Sonnendaseins. Und aus dem, was da seine Welt ist, arbeitet er heraus die Gestaltung seines physischen und moralischen Wesens für das nächste Erdendasein. Da wird nun auch für das Karma gearbeitet. Nachdem wir kennengelernt haben, wie wir zu arbeiten haben in den ersten Jahrzehnten nach dem Tode, wird hier an dem Zustandekommen dieses Karma gearbeitet. Ich möchte sagen: der letzte Schliff kommt erst zustande, wenn wir unser Böses beim zweiten Durchgang durch die Mondensphäre wiederfinden und dann zu dem, was Vorsatz ist, zu dem, was Ausarbeitung ist im Urbilde, auch die Kraft hinzubringen, auf der Erde uns in einem neuen Erdenleben in das Karma hineinzustürzen.

[ 16 ] Nun, um noch genauer einzusehen, wie das Karma eigentlich ausgearbeitet wird, müssen wir folgendes beachten. Sterne, was sind sie denn eigentlich? Die physischen Wissenschafter reden von den Sternen, als ob das brennende Gaskugeln oder dergleichen wären. Das ist aber alles nicht der Fall. Denken Sie sich nur, Sie wären auf der Venus. Dann würde Ihnen die Erde ungefähr so erscheinen, wie Ihnen jetzt die Venus erscheint, und Sie würden halt dann die Erde so beschreiben, wie Sie jetzt die Venus beschreiben, würden übersehen, daß hier auf der Erde, die der Schauplatz der Menschen ist, so und so viele Menschenseelen sind. Geradeso sind da, wo jeder andere Stern leuchtet, Seelen. Es sind Seelen auf dem Monde: die Seelen der großen Urlehrer, und diese schon etwas untermischt mit den Seelen der Angeloi. Auf dem Merkur: Seelen der Archangeloi; mit denen lebt man zusammen, wenn man die Sphäre der Archangeloi durcheilt — Gott Merkur ist ein Erzengelwesen. Dann auf der Venus die Archai. Während der Sonne — Exusiai, Dynamis, Kyriotetes: namentlich mit denen zusammen formt man sich sein Karma. Man muß das, was da in den Sternen leuchtet, nur ansehen als das äußere Zeichen für Geisterkolonien, die im Kosmos sind. In der Richtung, wo wir einen Stern sehen, müssen wir wissen, daß eine Geisterkolonie da ist.

[ 16 ] Nun, um noch genauer einzusehen, wie das Karma eigentlich ausgearbeitet wird, müssen wir folgendes beachten. Sterne, was sind sie denn eigentlich? Die physischen Wissenschafter reden von den Sternen, als ob das brennende Gaskugeln oder dergleichen wären. Das ist aber alles nicht der Fall. Denken Sie sich nur, Sie wären auf der Venus. Dann würde Ihnen die Erde ungefähr so erscheinen, wie Ihnen jetzt die Venus erscheint, und Sie würden halt dann die Erde so beschreiben, wie Sie jetzt die Venus beschreiben, würden übersehen, daß hier auf der Erde, die der Schauplatz der Menschen ist, so und so viele Menschenseelen sind. Geradeso sind da, wo jeder andere Stern leuchtet, Seelen. Es sind Seelen auf dem Monde: die Seelen der großen Urlehrer, und diese schon etwas untermischt mit den Seelen der Angeloi. Auf dem Merkur: Seelen der Archangeloi; mit denen lebt man zusammen, wenn man die Sphäre der Archangeloi durcheilt — Gott Merkur ist ein Erzengelwesen. Dann auf der Venus die Archai. Während der Sonne — Exusiai, Dynamis, Kyriotetes: namentlich mit denen zusammen formt man sich sein Karma. Man muß das, was da in den Sternen leuchtet, nur ansehen als das äußere Zeichen für Geisterkolonien, die im Kosmos sind. In der Richtung, wo wir einen Stern sehen, müssen wir wissen, daß eine Geisterkolonie da ist.

[ 17 ] Nachdem der Mensch das Sonnendasein durchgemacht hat, kommt er in die Marssphäre, in die Jupitersphäre, in die Saturnsphäre. Da hat er ja schon angefangen, in der Sonnensphäre, an seinem Karma zu arbeiten. Aber er bedarf außerdem — damit er nachher sein Böses findet, wenn er zurückgeht durch die Mondensphäre —, er bedarf, um das Karma so vorzubereiten, daß es sich auf der Erde realisieren kann, der Geister, die in diesen Planetensphären leben, der Geister, die auf dem Mars, der Geister, die auf dem Jupiter, der Geister, die auf dem Saturn leben. Und namentlich wenn es sich darum handelt, recht charakteristische Menschenschicksale auszuarbeiten, dann ist es schon so, daß das letzte an der Ausarbeitung dieser karmischen Zusammenhänge gerade in der Marssphäre, Jupitersphäre oder Saturnsphäre geschieht. Allerdings, es kann auch an dem Karma noch gearbeitet werden, wenn der Mensch wieder zurückkommt in die Venussphäre, auch in der Merkursphäre. Der Mensch arbeitet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit den Wesenheiten des Planetensystems an seinem Karma. Und dieses zu verfolgen, wie da an dem Karma gearbeitet wird, das ist außerordentlich interessant.

[ 17 ] Nachdem der Mensch das Sonnendasein durchgemacht hat, kommt er in die Marssphäre, in die Jupitersphäre, in die Saturnsphäre. Da hat er ja schon angefangen, in der Sonnensphäre, an seinem Karma zu arbeiten. Aber er bedarf außerdem — damit er nachher sein Böses findet, wenn er zurückgeht durch die Mondensphäre —, er bedarf, um das Karma so vorzubereiten, daß es sich auf der Erde realisieren kann, der Geister, die in diesen Planetensphären leben, der Geister, die auf dem Mars, der Geister, die auf dem Jupiter, der Geister, die auf dem Saturn leben. Und namentlich wenn es sich darum handelt, recht charakteristische Menschenschicksale auszuarbeiten, dann ist es schon so, daß das letzte an der Ausarbeitung dieser karmischen Zusammenhänge gerade in der Marssphäre, Jupitersphäre oder Saturnsphäre geschieht. Allerdings, es kann auch an dem Karma noch gearbeitet werden, wenn der Mensch wieder zurückkommt in die Venussphäre, auch in der Merkursphäre. Der Mensch arbeitet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit den Wesenheiten des Planetensystems an seinem Karma. Und dieses zu verfolgen, wie da an dem Karma gearbeitet wird, das ist außerordentlich interessant.

[ 18 ] Es ist heute nun einmal die Zeit gekommen — wie ich von dieser Stelle aus schon einmal hier ausführte —, wo in einer offeneren, freieren Weise, unverhüllt von manchen geistigen Tatsachen gesprochen werden soll. Die Weihnachtstagung am Goetheanum war dazu da, um diesen Zug von Esoterik einzuleiten, der in der Gegenwart durch die ganze Anthroposophische Gesellschaft gehen soll. Daher habe ich, als ich das letzte Mal unter Ihnen sprechen durfte, schon begonnen mit der Erklärung von allerlei karmischen Zusammenhängen. Man soll nicht glauben, daß man gewissermaßen mit grober Hand hineingreift in das Menschenleben, wenn man sich bemüht, gerade interessanten menschlichen Erscheinungen gegenüber von den karmischen Zusammenhängen zu sprechen. Dadurch wird die Welt erst durchsichtig, lichtvoll, und damit wahrhaftig nicht ärmer, sondern reicher, großartiger.

[ 18 ] Es ist heute nun einmal die Zeit gekommen — wie ich von dieser Stelle aus schon einmal hier ausführte —, wo in einer offeneren, freieren Weise, unverhüllt von manchen geistigen Tatsachen gesprochen werden soll. Die Weihnachtstagung am Goetheanum war dazu da, um diesen Zug von Esoterik einzuleiten, der in der Gegenwart durch die ganze Anthroposophische Gesellschaft gehen soll. Daher habe ich, als ich das letzte Mal unter Ihnen sprechen durfte, schon begonnen mit der Erklärung von allerlei karmischen Zusammenhängen. Man soll nicht glauben, daß man gewissermaßen mit grober Hand hineingreift in das Menschenleben, wenn man sich bemüht, gerade interessanten menschlichen Erscheinungen gegenüber von den karmischen Zusammenhängen zu sprechen. Dadurch wird die Welt erst durchsichtig, lichtvoll, und damit wahrhaftig nicht ärmer, sondern reicher, großartiger.

[ 19 ] So möchte ich Sie denn heute hinweisen auf eine Menschenindividualität, die mit einem ungeheuer offenen Sinn etwa im zweiten nachchristlichen Jahrhundert in dem heutigen Italien, also dem damaligen Rom inkarniert war, dazumal alles das mitgemacht hat, was an opferwilligem Märtyrertum von denjenigen durchgemacht worden ist, die als Christen sich im Römischen Reiche allmählich durchsetzen wollten, die auch durchgemacht hat die grausamen Ungerechtigkeiten, die Verderbtheiten, die Versumpfungen, an denen das Römische Reich dazumal schon so reich war. Eine Fülle von Gutem und Bösem hatte sich auf die Empfindungen dieser Individualität ergossen. Und wenn man hinschaut mit den Mitteln der Geistesforschung, durch die man so etwas erkennen kann, dann findet man diese Individualität wirklich wie, ich möchte sagen, in Lebensstürmen hineingezogen in dasjenige, was dazumal in der zweiten Hälfte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts im Römischen Reiche bei der Ausbreitung des Christentums erlebt wurde. Und gerade bei dieser Individualität liegt etwas außerordentlich Ergreifendes vor, wenn man den geistigen Blick auf sie richtet in der Art, wie ich es das letzte Mal für andere menschliche Individualitäten in ihren wiederholten Erdenleben auseinandergesetzt habe.

[ 19 ] So möchte ich Sie denn heute hinweisen auf eine Menschenindividualität, die mit einem ungeheuer offenen Sinn etwa im zweiten nachchristlichen Jahrhundert in dem heutigen Italien, also dem damaligen Rom inkarniert war, dazumal alles das mitgemacht hat, was an opferwilligem Märtyrertum von denjenigen durchgemacht worden ist, die als Christen sich im Römischen Reiche allmählich durchsetzen wollten, die auch durchgemacht hat die grausamen Ungerechtigkeiten, die Verderbtheiten, die Versumpfungen, an denen das Römische Reich dazumal schon so reich war. Eine Fülle von Gutem und Bösem hatte sich auf die Empfindungen dieser Individualität ergossen. Und wenn man hinschaut mit den Mitteln der Geistesforschung, durch die man so etwas erkennen kann, dann findet man diese Individualität wirklich wie, ich möchte sagen, in Lebensstürmen hineingezogen in dasjenige, was dazumal in der zweiten Hälfte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts im Römischen Reiche bei der Ausbreitung des Christentums erlebt wurde. Und gerade bei dieser Individualität liegt etwas außerordentlich Ergreifendes vor, wenn man den geistigen Blick auf sie richtet in der Art, wie ich es das letzte Mal für andere menschliche Individualitäten in ihren wiederholten Erdenleben auseinandergesetzt habe.

[ 20 ] Gerade bei dieser Individualität, die im hohen Alter ihr Leben beschloß, liegt das vor, daß sie, nachdem sie soviel, ich möchte sagen, eines höchsten opferwilligen Guten bei dem aufkeimenden Christentum gesehen hatte und unendlich viel Böses, Schlechtes in dem damaligen Römertum, zu etwas kam wie zu einem Urteil und einer Frage: Wo ist denn das Mittelmaß? Gibt es nur ganz Gutes und ganz Böses in der Welt? — Man kann deutlich mit dem imaginativen, inspirierten Bewußtsein verfolgen, wie diese Individualität dann im 11. nachchristlichen Jahrhundert als Frau wiedergeboren wurde. Durch die Erlebnisse in der Frauenpersönlichkeit glich sich auf der einen Seite das Scharfe, Eckige wieder aus, zu dem diese Persönlichkeit während ihres römischen Lebens in hohem Alter gekommen war, wurde weich, wurde zum inneren sinnenden Betrachten des Guten und Bösen. Dann kam sie wieder, diese Persönlichkeit, im 18. Jahrhundert und wurde geboren als der deutsche Dichter Friedrich Schiller. Und nun versuchen Sie einzudringen in Schillers Leben, wie es sich herausarbeiter: erst zu einem Mittelmaß der Lebensauffassung; wie er dann Goethe dazu brauchte, um abzustreifen alles dasjenige, was er mitgebracht hat von der Überzeugung: es gibt nur Gutes, es gibt nur Böses. Lesen Sie seine Dramen, und Sie werden sie verstehen, wenn Sie in dieser Weise zurückblicken auf sein früheres Erdenleben. Aber welchem Umstande haben wir das zuzuschreiben? Wir haben das dem Umstande zuzuschreiben, daß Schiller, in dem noch dasjenige lebendig war, was er im römischen Leben durchgemacht hatte, nachdem er aber schon durchgegangen war durch die Fraueninkarnation im Mittelalter, dann sein Karma in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt besonders ausgestaltete in der Saturnsphäre.

[ 20 ] Gerade bei dieser Individualität, die im hohen Alter ihr Leben beschloß, liegt das vor, daß sie, nachdem sie soviel, ich möchte sagen, eines höchsten opferwilligen Guten bei dem aufkeimenden Christentum gesehen hatte und unendlich viel Böses, Schlechtes in dem damaligen Römertum, zu etwas kam wie zu einem Urteil und einer Frage: Wo ist denn das Mittelmaß? Gibt es nur ganz Gutes und ganz Böses in der Welt? — Man kann deutlich mit dem imaginativen, inspirierten Bewußtsein verfolgen, wie diese Individualität dann im 11. nachchristlichen Jahrhundert als Frau wiedergeboren wurde. Durch die Erlebnisse in der Frauenpersönlichkeit glich sich auf der einen Seite das Scharfe, Eckige wieder aus, zu dem diese Persönlichkeit während ihres römischen Lebens in hohem Alter gekommen war, wurde weich, wurde zum inneren sinnenden Betrachten des Guten und Bösen. Dann kam sie wieder, diese Persönlichkeit, im 18. Jahrhundert und wurde geboren als der deutsche Dichter Friedrich Schiller. Und nun versuchen Sie einzudringen in Schillers Leben, wie es sich herausarbeiter: erst zu einem Mittelmaß der Lebensauffassung; wie er dann Goethe dazu brauchte, um abzustreifen alles dasjenige, was er mitgebracht hat von der Überzeugung: es gibt nur Gutes, es gibt nur Böses. Lesen Sie seine Dramen, und Sie werden sie verstehen, wenn Sie in dieser Weise zurückblicken auf sein früheres Erdenleben. Aber welchem Umstande haben wir das zuzuschreiben? Wir haben das dem Umstande zuzuschreiben, daß Schiller, in dem noch dasjenige lebendig war, was er im römischen Leben durchgemacht hatte, nachdem er aber schon durchgegangen war durch die Fraueninkarnation im Mittelalter, dann sein Karma in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt besonders ausgestaltete in der Saturnsphäre.

[ 21 ] Diese Saturnsphäre in ihrer besonderen Eigentümlichkeit und Wesenheit kennenzulernen, dazu ist eigentlich die Initiationswissenschaft eines höheren Alters notwendig. Denn sehen Sie, Sie können die Frage aufwerfen: Wie lernt man denn überhaupt kennen, was da auf den Sternen und so weiter lebt? Nun, ich habe Ihnen geschildert: Wenn der Mensch aufsteigt zum imaginativen Bewußtsein, dann schaut er in einem großen Tableau sein ganzes Leben, aber er schaut es auch in Epochen geteilt. Erlangt man die Inspiration und kommt wieder zum leeren Bewußtsein, so daß man auslöschen kann dieses Tableau, dann leuchtet aus jeder Epoche etwas auf. Statt daß man sein eigenes Leben zwischen der Geburt und dem siebenten Lebensjahre schaut, erblickt man an dieser Stelle des Lebenstableaus die Geschehnisse des Mondes: da kann man hineinblicken in die Geschehnisse des Mondes. — In der zweiten Lebensepoche glänzt gewissermaßen durch alles dasjenige, was sich abspielt zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, das Merkurdasein. Dieses Leben der Schulzeit in diesem Tableau nach rückwärts gesehen, führt einen eben in das Merkurdasein. Bedenken Sie, wie geistreich eigentlich in der Zeit der instinktiven Weisheit auf der Erde den einzelnen Planeten ihre Funktionen zuerteilt waren! Die Statistik lehrt, daß der Mensch am gesündesten ist nicht in den Jahren zwischen Geburt und Zahnwechsel, auch nicht nach der Geschlechtsreife, sondern während der Schulzeit, weil da die Zeit ist, wo Merkur in den Menschen am meisten hereinwirkt, auch in das Erdendasein. — In der nächsten Epoche, zwischen der Geschlechtsreife und dem einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Jahre ungefähr, sieht man die Vorgänge und Wesenheiten der Venus. Wieder ist es geistreich, daß der Geschlechtssphäre, wenn sie zu wirken beginnt, die Venussphäre zugeteilt wurde. — Zwischen dem einundzwanzigsten und zweiundvierzigsten Jahre das Sonnendasein; zwischen dem zweiundvierzigsten und neunundvierzigsten Jahre das Marsdasein; zwischen dem neunundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre das Jupiterdasein und zwischen dem sechsundfünfzigsten und dreiundsechzigsten Lebensjahre das Saturndasein. Und eigentlich kann man alle Zusammenhänge, die sich abspielen, an denen der Saturn beteiligt ist, für das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt auch als Initiierter erst sehen, wenn man über das dreiundsechzigste Lebensjahr hinaus ist. Vorher kann man auf die verschiedenste Weise von diesem Dasein erfahren; aber aus eigener Anschauung im Zusammenhang die Dinge sehen kann man erst, wenn man das dreiundsechzigste Lebensjahr überschritten hat. Nun werden Sie begreifen, warum ich erst jetzt spreche über etwas, was mit dem Saturndasein zusammenhängt.

[ 21 ] Diese Saturnsphäre in ihrer besonderen Eigentümlichkeit und Wesenheit kennenzulernen, dazu ist eigentlich die Initiationswissenschaft eines höheren Alters notwendig. Denn sehen Sie, Sie können die Frage aufwerfen: Wie lernt man denn überhaupt kennen, was da auf den Sternen und so weiter lebt? Nun, ich habe Ihnen geschildert: Wenn der Mensch aufsteigt zum imaginativen Bewußtsein, dann schaut er in einem großen Tableau sein ganzes Leben, aber er schaut es auch in Epochen geteilt. Erlangt man die Inspiration und kommt wieder zum leeren Bewußtsein, so daß man auslöschen kann dieses Tableau, dann leuchtet aus jeder Epoche etwas auf. Statt daß man sein eigenes Leben zwischen der Geburt und dem siebenten Lebensjahre schaut, erblickt man an dieser Stelle des Lebenstableaus die Geschehnisse des Mondes: da kann man hineinblicken in die Geschehnisse des Mondes. — In der zweiten Lebensepoche glänzt gewissermaßen durch alles dasjenige, was sich abspielt zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, das Merkurdasein. Dieses Leben der Schulzeit in diesem Tableau nach rückwärts gesehen, führt einen eben in das Merkurdasein. Bedenken Sie, wie geistreich eigentlich in der Zeit der instinktiven Weisheit auf der Erde den einzelnen Planeten ihre Funktionen zuerteilt waren! Die Statistik lehrt, daß der Mensch am gesündesten ist nicht in den Jahren zwischen Geburt und Zahnwechsel, auch nicht nach der Geschlechtsreife, sondern während der Schulzeit, weil da die Zeit ist, wo Merkur in den Menschen am meisten hereinwirkt, auch in das Erdendasein. — In der nächsten Epoche, zwischen der Geschlechtsreife und dem einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Jahre ungefähr, sieht man die Vorgänge und Wesenheiten der Venus. Wieder ist es geistreich, daß der Geschlechtssphäre, wenn sie zu wirken beginnt, die Venussphäre zugeteilt wurde. — Zwischen dem einundzwanzigsten und zweiundvierzigsten Jahre das Sonnendasein; zwischen dem zweiundvierzigsten und neunundvierzigsten Jahre das Marsdasein; zwischen dem neunundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre das Jupiterdasein und zwischen dem sechsundfünfzigsten und dreiundsechzigsten Lebensjahre das Saturndasein. Und eigentlich kann man alle Zusammenhänge, die sich abspielen, an denen der Saturn beteiligt ist, für das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt auch als Initiierter erst sehen, wenn man über das dreiundsechzigste Lebensjahr hinaus ist. Vorher kann man auf die verschiedenste Weise von diesem Dasein erfahren; aber aus eigener Anschauung im Zusammenhang die Dinge sehen kann man erst, wenn man das dreiundsechzigste Lebensjahr überschritten hat. Nun werden Sie begreifen, warum ich erst jetzt spreche über etwas, was mit dem Saturndasein zusammenhängt.

[ 22 ] Also, Schiller arbeitete sich sein Karma ganz besonders in der Sphäre des Saturn aus. Dieses Saturndasein zu schauen, auf diese Weise, wie ich es hier angedeutet habe, das gibt nun allerdings einen, ich möchte sagen, im höchsten Grade bestürzenden Eindruck, weil es so verschieden ist von dem, was man auf der Erde erleben kann. Auf dem Saturn ist in dem Bewußtsein der dortigen Wesenheiten nur Vergangenheit, gar nicht Gegenwart. Aber die Vergangenheit ist in einer großartigen Weise da. Sehen Sie, wenn ich es vergleichen soll mit etwas, was auf der Erde geschehen könnte — es geschieht natürlich nicht, aber hypothetisch geschehen könnte —, so müßte ich sagen: Denken Sie sich einmal, Sie haben keine Ahnung, wie Sie ausschauen, Sie wissen nur, daß Sie sind. Sie handeln, Sie tun: Sie sehen das auch nicht, erst wenn es vergangen ist. Denken Sie sich, Sie gehen: Sie sehen Ihre eigenen Schritte nicht, die Bewegungen nicht; aber gleich hinterher verwandeln sich diese Bewegungen in ein Schneemännchen, und Sie ziehen die ganze Bewegung nach, wenn Sie sich umblicken, und schauen, was Sie getan haben. So ist das Leben dieser besonderen Geister auf dem Saturn. Sie nehmen nie dasjenige wahr, was sie aus dem unmittelbaren Entschluß der Gegenwart tun, sondern sie sehen es erst, wenn es vergangen ist. Es ist für das gewöhnliche Bewußtsein schwer vorzustellen, aber es ist so. In einem solchen Dasein sind auch die Individualitäten, die mit einer solchen Individualität wie der Schillerschen das Karma formen. Solche Individualitäten nehmen dann auf ein wunderbares Hineinschauen in Vergangenheiten. So daß die Schillersche Seele, bevor sie 1759 geboren worden ist, in der Tat in der geistigen Welt mit einem grandiosen Rückblick auf alles Vergangene war, das mit dem eigenen Karma zusammenhängt. Beim Hereingehen auf die Erde verwandelt sich das in die Reaktion: das Schauen des Vergangenen verwandelt sich in das Fassen, in das enthusiastische Fassen von Zukunftsidealen. Und so entstanden die Schillerschen Zukunftsideale aus seiner karmischen Arbeit im Saturndasein.

[ 22 ] Also, Schiller arbeitete sich sein Karma ganz besonders in der Sphäre des Saturn aus. Dieses Saturndasein zu schauen, auf diese Weise, wie ich es hier angedeutet habe, das gibt nun allerdings einen, ich möchte sagen, im höchsten Grade bestürzenden Eindruck, weil es so verschieden ist von dem, was man auf der Erde erleben kann. Auf dem Saturn ist in dem Bewußtsein der dortigen Wesenheiten nur Vergangenheit, gar nicht Gegenwart. Aber die Vergangenheit ist in einer großartigen Weise da. Sehen Sie, wenn ich es vergleichen soll mit etwas, was auf der Erde geschehen könnte — es geschieht natürlich nicht, aber hypothetisch geschehen könnte —, so müßte ich sagen: Denken Sie sich einmal, Sie haben keine Ahnung, wie Sie ausschauen, Sie wissen nur, daß Sie sind. Sie handeln, Sie tun: Sie sehen das auch nicht, erst wenn es vergangen ist. Denken Sie sich, Sie gehen: Sie sehen Ihre eigenen Schritte nicht, die Bewegungen nicht; aber gleich hinterher verwandeln sich diese Bewegungen in ein Schneemännchen, und Sie ziehen die ganze Bewegung nach, wenn Sie sich umblicken, und schauen, was Sie getan haben. So ist das Leben dieser besonderen Geister auf dem Saturn. Sie nehmen nie dasjenige wahr, was sie aus dem unmittelbaren Entschluß der Gegenwart tun, sondern sie sehen es erst, wenn es vergangen ist. Es ist für das gewöhnliche Bewußtsein schwer vorzustellen, aber es ist so. In einem solchen Dasein sind auch die Individualitäten, die mit einer solchen Individualität wie der Schillerschen das Karma formen. Solche Individualitäten nehmen dann auf ein wunderbares Hineinschauen in Vergangenheiten. So daß die Schillersche Seele, bevor sie 1759 geboren worden ist, in der Tat in der geistigen Welt mit einem grandiosen Rückblick auf alles Vergangene war, das mit dem eigenen Karma zusammenhängt. Beim Hereingehen auf die Erde verwandelt sich das in die Reaktion: das Schauen des Vergangenen verwandelt sich in das Fassen, in das enthusiastische Fassen von Zukunftsidealen. Und so entstanden die Schillerschen Zukunftsideale aus seiner karmischen Arbeit im Saturndasein.

[ 23 ] Nehmen wir ein anderes Leben, ein Leben, das einmal in einem Erdendasein in Griechenland vorhanden war, dort viel zusammengekommen ist mit plastischer griechischer Kunst, aber auch mit platonischer Philosophie, namentlich mit riesigem Enthusiasmus in einem Jünglingsdasein aufgenommen hat plastische Kunst, die zu gleicher Zeit geistig geschaut werden kann, wobei das geistig Geschaute wiederum mit ungeheurem innerem Künstlertum in Künstlerisches übersetzt werden kann: Wir haben, nachdem sie auch durch andere Inkarnationen gegangen war, diese Individualität beim Ausbilden des Karma zu verfolgen in der Jupitersphäre. Die Jupiterwesen sind anderer Art als die Saturnwesen. Die Jupiterwesen sind nicht so wie zum Beispiel die Erdenmenschen. Wenn der Erdenmensch weise werden will, dann muß er eine innerliche Entwickelung durchmachen, ringen, innerlich kämpfen, Überwindungen durchmachen, kurz, in Zeiten, die von Entwickelung erfüllt sind, rankt sich der Mensch auf der Erde zu einer bescheidenen Weisheit hinauf. Bei den Jupiterwesen ist es anders; die werden überhaupt nicht so geboren wie die Erdenwesen, sondern sie gestalten sich heraus aus dem Kosmos. So wie Sie eine Wolke anschauen, die sich herausformt, so formen sich die Jupiterwesen auf eine ätherisch-astralische Art aus dem Kosmos heraus. Dann sterben sie nicht, sie durchdringen einander, darum haben sie Platz. Aber sie sind sozusagen realisierte Weisheit. Sie werden mit der Weisheit geboren und können gar nicht anders als weise sein. Geradeso wie wir Blutzirkulation haben, haben sie Weisheit. Es ist ihre Natur; so sind nun einmal diese Jupiterwesen. Unter denen kann nun wiederum das Karma geformt werden. Diese Individualität, die eines der wichtigsten Erdenleben hatte im alten Griechenland, ging durch die Jupitersphäre, wurde berührt von alledem, was Weisheit des Jupiter ist, bildete sich da ihr Karma und wurde wiederum geboren im 18. Jahrhundert als Goethe. Daher dieser wunderbare Zusammenschluß von Griechentum und Weisheit bei Goethe.

[ 23 ] Nehmen wir ein anderes Leben, ein Leben, das einmal in einem Erdendasein in Griechenland vorhanden war, dort viel zusammengekommen ist mit plastischer griechischer Kunst, aber auch mit platonischer Philosophie, namentlich mit riesigem Enthusiasmus in einem Jünglingsdasein aufgenommen hat plastische Kunst, die zu gleicher Zeit geistig geschaut werden kann, wobei das geistig Geschaute wiederum mit ungeheurem innerem Künstlertum in Künstlerisches übersetzt werden kann: Wir haben, nachdem sie auch durch andere Inkarnationen gegangen war, diese Individualität beim Ausbilden des Karma zu verfolgen in der Jupitersphäre. Die Jupiterwesen sind anderer Art als die Saturnwesen. Die Jupiterwesen sind nicht so wie zum Beispiel die Erdenmenschen. Wenn der Erdenmensch weise werden will, dann muß er eine innerliche Entwickelung durchmachen, ringen, innerlich kämpfen, Überwindungen durchmachen, kurz, in Zeiten, die von Entwickelung erfüllt sind, rankt sich der Mensch auf der Erde zu einer bescheidenen Weisheit hinauf. Bei den Jupiterwesen ist es anders; die werden überhaupt nicht so geboren wie die Erdenwesen, sondern sie gestalten sich heraus aus dem Kosmos. So wie Sie eine Wolke anschauen, die sich herausformt, so formen sich die Jupiterwesen auf eine ätherisch-astralische Art aus dem Kosmos heraus. Dann sterben sie nicht, sie durchdringen einander, darum haben sie Platz. Aber sie sind sozusagen realisierte Weisheit. Sie werden mit der Weisheit geboren und können gar nicht anders als weise sein. Geradeso wie wir Blutzirkulation haben, haben sie Weisheit. Es ist ihre Natur; so sind nun einmal diese Jupiterwesen. Unter denen kann nun wiederum das Karma geformt werden. Diese Individualität, die eines der wichtigsten Erdenleben hatte im alten Griechenland, ging durch die Jupitersphäre, wurde berührt von alledem, was Weisheit des Jupiter ist, bildete sich da ihr Karma und wurde wiederum geboren im 18. Jahrhundert als Goethe. Daher dieser wunderbare Zusammenschluß von Griechentum und Weisheit bei Goethe.

[ 24 ] Ich glaube nicht, daß, wenn wir Geschichte so studieren, daß wir das, was auf der Erde geschieht, aus den Mysterien, aus den Geheimnissen des Kosmos heraus begreifen, die Erdengeschichte an Wert verliert. Mögen da immerhin trockene Professoren kommen und sagen: Nun ja, es ist doch viel lebensvoller, den Menschen Goethe zu nehmen, wie er sich darbietet, als ihn so hinaufzuheben in eine höhere Sphäre! — In besseren Zeiten der Menschheitsentwickelung, als es noch ein instinktives Hellsehen gegeben hat, da redeten die Menschen auch offen von der Art und Weise, wie sich durch Menschenhandlungen, Menschendasein hier auf der Erde das Himmelsdasein offenbart. Wir müssen zurückkommen, wir müssen aus dieser Abstraktheit herauskommen, wo wir glauben, wir seien solche Regenwürmer, die da auf der Erde stehen und hinaufschauen und nur dasjenige sehen, was die Astronomen und Astrophysiker von den Sternen sagen. Und dieser Kampf wird schon unbedingt verstanden werden müssen, der in unserer so schwergeprüften Zivilisation und Kultur vor sich geht zwischen den Menschen, die nach dem Geiste ringen, um den Kosmos in seiner Geistgesetzmäßigkeit zu durchschauen, und denjenigen Menschen, die nichts wissen wollen davon; die sich auf die Erde beschränken nicht nur in Naturwissenschaft, sondern auch in dem, was die Leute an den Universitäten Geisteswissenschaft nennen: da studiert man Dokumente, also auch dasjenige, was nur physisch-sinnlich da ist. Es wird schon eine Entscheidung kommen im Laufe der Erdentwickelung. Entweder geht unser Niedergang im Geistigen immer weiter und weiter vor sich, und eine Krankheit, von der ich seit Jahren spreche, auch in öffentlichen Vorträgen gesprochen habe, eine Krankheit wird sich immer mehr und mehr ausbreiten — es steht noch nicht viel von ihr in medizinischen Büchern, aber um so mehr im Leben: die «dementia professoralis» —, oder aber der Mensch wird sich bequemen müssen, aufzunehmen in seinen Enthusiasmus die Erkenntnisse des Übersinnlichen. Damit dringt er auch in den Zusammenhang zwischen dem Kosmos und dem menschlichen Leben ein.

[ 24 ] Ich glaube nicht, daß, wenn wir Geschichte so studieren, daß wir das, was auf der Erde geschieht, aus den Mysterien, aus den Geheimnissen des Kosmos heraus begreifen, die Erdengeschichte an Wert verliert. Mögen da immerhin trockene Professoren kommen und sagen: Nun ja, es ist doch viel lebensvoller, den Menschen Goethe zu nehmen, wie er sich darbietet, als ihn so hinaufzuheben in eine höhere Sphäre! — In besseren Zeiten der Menschheitsentwickelung, als es noch ein instinktives Hellsehen gegeben hat, da redeten die Menschen auch offen von der Art und Weise, wie sich durch Menschenhandlungen, Menschendasein hier auf der Erde das Himmelsdasein offenbart. Wir müssen zurückkommen, wir müssen aus dieser Abstraktheit herauskommen, wo wir glauben, wir seien solche Regenwürmer, die da auf der Erde stehen und hinaufschauen und nur dasjenige sehen, was die Astronomen und Astrophysiker von den Sternen sagen. Und dieser Kampf wird schon unbedingt verstanden werden müssen, der in unserer so schwergeprüften Zivilisation und Kultur vor sich geht zwischen den Menschen, die nach dem Geiste ringen, um den Kosmos in seiner Geistgesetzmäßigkeit zu durchschauen, und denjenigen Menschen, die nichts wissen wollen davon; die sich auf die Erde beschränken nicht nur in Naturwissenschaft, sondern auch in dem, was die Leute an den Universitäten Geisteswissenschaft nennen: da studiert man Dokumente, also auch dasjenige, was nur physisch-sinnlich da ist. Es wird schon eine Entscheidung kommen im Laufe der Erdentwickelung. Entweder geht unser Niedergang im Geistigen immer weiter und weiter vor sich, und eine Krankheit, von der ich seit Jahren spreche, auch in öffentlichen Vorträgen gesprochen habe, eine Krankheit wird sich immer mehr und mehr ausbreiten — es steht noch nicht viel von ihr in medizinischen Büchern, aber um so mehr im Leben: die «dementia professoralis» —, oder aber der Mensch wird sich bequemen müssen, aufzunehmen in seinen Enthusiasmus die Erkenntnisse des Übersinnlichen. Damit dringt er auch in den Zusammenhang zwischen dem Kosmos und dem menschlichen Leben ein.

[ 25 ] Ich möchte Ihnen noch ein drittes Beispiel vorführen, das etwas komplizierter ist. Da hat man es zu tun mit einer Individualität, die in einem früheren Erdenleben verkörpert war in Indien, als Indien schon im Niedergange war, und in diesem Erdenleben allerlei aufgenommen hat, was sie aufnehmen konnte bei einem außerordentlich schlechten physischen Sehvermögen. Man muß schon auf solche Einzelheiten eingehen. Und Einzelheiten sind es zumeist — ich habe darauf das letzte Mal aufmerksam gemacht —, wodurch man in die Zusammenhänge schauend hineinkommt. Diese Individualität hat dann auch verschiedene andere Erdenleben durchgemacht, die aber weniger maßgebend waren als dasjenige, was veranlagt in ihr war gerade dadurch, daß sie in Indien mit einem wegen des schlechten Sehens etwas oberflächlichen Blick die Lotosblumen und -blüten mehr sehnsuchtsvoll im Nebel gesehen hat als in deutlicher Klarheit, überhaupt das Leben so kennengelernt hat, wie man es kennenlernt, wenn man so drüber hinwegschaut, wenn man nicht eingeht auf die Dinge. Diese Individualität hat dann ihr Karma auf eine komplizierte Weise ausgebildet. Zunächst wurde in der Marssphäre alles dasjenige ausgebildet, was diese Persönlichkeit zu einer Art Kampfhahn auf geistigem Gebiete machte. Dann hat diese Persönlichkeit sehr viel an ihrem Karma gearbeitet in der Merkursphäre, aufgenommen Witz, Satire in der Merkursphäre. Und denken Sie sich im Hintergrunde eine nichteuropäische Welt: die Individualität tendiert dazu, in Europa wiedergeboren zu werden, sie geht aber durch die Marssphäre durch: Kampf; durch die Merkursphäre: schneidendes kritisches Denken und Empfinden. Nachdem sie dann noch besondere Eigenschaften ausgebildet hat in der Venussphäre — es ist ein ganz besonders kompliziertes Karma — und über das Physische wie hinwegschaut, aber doch außerordentlich stark durchgeistigt ist, wird diese Persönlichkeit im 19. Jahrhundert Heinrich Heine. Nun versuchen Sie sich einmal recht hineinzuversetzen in das Verständnis, das man für jede Strophe bei Heinrich Heine gewinnt bis in die Sprache, bis in die Gestaltung, bis in die Worte, wenn man weiß: das ist eigentlich in der Merkur-, Venus-, Marssphäre erzeugt, stammt eigentlich alles aus dem Kosmos. Im Kosmos wird eben das Karma gebildet und geformt; hier auf der Erde wird es ausgelebt. Und wenn man so zurückblickt auf dieses Lebenstableau: man schaut die Mondensphäre, Merkursphäre; von der Geschlechtsreife bis zum einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Jahre die Venussphäre; vom einundzwanzigsten bis zum zweiundvierzigsten Jahre die Sonnensphäre, dann die Marssphäre, Jupitersphäre, Saturnsphäre — auf die folgenden Jahre kann ich nicht eingehen, da sieht man schon auch etwas, aber ich kann jetzt nicht darauf eingehen —, da erblickt man, daß diese Sphären etwas zu tun haben mit dem Karma. Das gewöhnliche Bewußtsein weiß nicht, daß das im Menschen ist: Merkursphäre, Mondensphäre und so weiter. Doch wird von dem, was da im Menschen ist, das Karma bewirkt; da wird der Mensch hingetrieben zu der Art, wie sich das Karma auslebt. Wenn also Heinrich Heine drüben durch Venus-, Merkur-, Marswesen sein Karma ausgestaltet hat, so sind es dieselben Venus-, Merkur-, Marswesen, die durch seine irdische Leiblichkeit wirken, damit sie ihm helfen, dieses Karma zu erfüllen. So steht der Mensch — gerade durch sein Karma — seiner ganzen Wesenheit nach in dem Kosmos darinnen, lebt hier auf der Erde den Kosmos aus. Narürlich der eine so, der andere so.

[ 25 ] Ich möchte Ihnen noch ein drittes Beispiel vorführen, das etwas komplizierter ist. Da hat man es zu tun mit einer Individualität, die in einem früheren Erdenleben verkörpert war in Indien, als Indien schon im Niedergange war, und in diesem Erdenleben allerlei aufgenommen hat, was sie aufnehmen konnte bei einem außerordentlich schlechten physischen Sehvermögen. Man muß schon auf solche Einzelheiten eingehen. Und Einzelheiten sind es zumeist — ich habe darauf das letzte Mal aufmerksam gemacht —, wodurch man in die Zusammenhänge schauend hineinkommt. Diese Individualität hat dann auch verschiedene andere Erdenleben durchgemacht, die aber weniger maßgebend waren als dasjenige, was veranlagt in ihr war gerade dadurch, daß sie in Indien mit einem wegen des schlechten Sehens etwas oberflächlichen Blick die Lotosblumen und -blüten mehr sehnsuchtsvoll im Nebel gesehen hat als in deutlicher Klarheit, überhaupt das Leben so kennengelernt hat, wie man es kennenlernt, wenn man so drüber hinwegschaut, wenn man nicht eingeht auf die Dinge. Diese Individualität hat dann ihr Karma auf eine komplizierte Weise ausgebildet. Zunächst wurde in der Marssphäre alles dasjenige ausgebildet, was diese Persönlichkeit zu einer Art Kampfhahn auf geistigem Gebiete machte. Dann hat diese Persönlichkeit sehr viel an ihrem Karma gearbeitet in der Merkursphäre, aufgenommen Witz, Satire in der Merkursphäre. Und denken Sie sich im Hintergrunde eine nichteuropäische Welt: die Individualität tendiert dazu, in Europa wiedergeboren zu werden, sie geht aber durch die Marssphäre durch: Kampf; durch die Merkursphäre: schneidendes kritisches Denken und Empfinden. Nachdem sie dann noch besondere Eigenschaften ausgebildet hat in der Venussphäre — es ist ein ganz besonders kompliziertes Karma — und über das Physische wie hinwegschaut, aber doch außerordentlich stark durchgeistigt ist, wird diese Persönlichkeit im 19. Jahrhundert Heinrich Heine. Nun versuchen Sie sich einmal recht hineinzuversetzen in das Verständnis, das man für jede Strophe bei Heinrich Heine gewinnt bis in die Sprache, bis in die Gestaltung, bis in die Worte, wenn man weiß: das ist eigentlich in der Merkur-, Venus-, Marssphäre erzeugt, stammt eigentlich alles aus dem Kosmos. Im Kosmos wird eben das Karma gebildet und geformt; hier auf der Erde wird es ausgelebt. Und wenn man so zurückblickt auf dieses Lebenstableau: man schaut die Mondensphäre, Merkursphäre; von der Geschlechtsreife bis zum einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Jahre die Venussphäre; vom einundzwanzigsten bis zum zweiundvierzigsten Jahre die Sonnensphäre, dann die Marssphäre, Jupitersphäre, Saturnsphäre — auf die folgenden Jahre kann ich nicht eingehen, da sieht man schon auch etwas, aber ich kann jetzt nicht darauf eingehen —, da erblickt man, daß diese Sphären etwas zu tun haben mit dem Karma. Das gewöhnliche Bewußtsein weiß nicht, daß das im Menschen ist: Merkursphäre, Mondensphäre und so weiter. Doch wird von dem, was da im Menschen ist, das Karma bewirkt; da wird der Mensch hingetrieben zu der Art, wie sich das Karma auslebt. Wenn also Heinrich Heine drüben durch Venus-, Merkur-, Marswesen sein Karma ausgestaltet hat, so sind es dieselben Venus-, Merkur-, Marswesen, die durch seine irdische Leiblichkeit wirken, damit sie ihm helfen, dieses Karma zu erfüllen. So steht der Mensch — gerade durch sein Karma — seiner ganzen Wesenheit nach in dem Kosmos darinnen, lebt hier auf der Erde den Kosmos aus. Narürlich der eine so, der andere so.

[ 26 ] Diese Dinge müssen mit einem freien, umfassenden Sinne beobachtet werden. Wenn ich Ihnen sage: Goethe hat das, was er im alten Griechenland veranlagt hatte, umgewandelt in der Jupitersphäre in das instinktiv Weisheitsvolle, das kommt ja aus allem hervor, was er geschaffen hat, durch die Wesen, die dort wirken, so geschieht das bei einem anderen wieder anders. Da lebte, als die mexikanische Kultur sehr im Niedergange war, eine Individualität; es waren noch die Nachklänge und auch der Kultus aus den Mysterien da. Sehr stark lebte darinnen, in all dem Magischen, Dekadenten einer Mysterienzeit Mexikos eine Individualität, die sehr genau wußte, wie es sich mit der Lebendigkeit von Quetsalkoatl, Tetzkatlipoka, Taotl verhält. Die gewöhnlichen Kulturhistorien enthalten gewöhnlich kaum mehr als die Namen. Aber von all diesen Göttern, Quetsalkoatl, Tetzkatlipoka, Taotl, gab es ganz lebendige Vorstellungen, Beziehungen des Menschen zu überirdischen Wesenheiten. Das durchschaute die Individualität, die ich meine, wurde dann verhältnismäßig schnell ohne ein Zwischenerdenleben wiederum geboren, lebte im 19, Jahrhundert als der magischokkulte Eliphas Levi, nachdem er im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durch die Jupitersphäre gegangen war. Zauberisches, Magisches, Abgelebtes hat er im alten Mexiko aufgenommen. Das hat sich in der Jupitersphäre so umgestaltet, daß sich dieses Eigentümliche, aber Weisheitsvoll-Primitive — eine Weisheit minderer Sorte ergeben hat, wie es in den Büchern von Eliphas L£vi ist. Dasselbe, was bei Goethe in der Jupitersphäre dieses milde olympische Feuer, diese überragende Weisheit hervorgebracht hat wegen des früheren Erdenlebens, das bringt bei Eliphas Levi ein etwas scharlatanhaftes Herumreden in allerlei Zaubersprüchen hervor. Maßgebend für das, was die Sterne aus unserem Karma machen, sind schon die Erdenleben. Aber die Sterne — das heißt die Wesen, die da sind, wo die Sterne das Dasein dieser Wesen anzeigen -, sie gestalten dasjenige zum Karma um, was sich auf der Erde hier zum Karma veranlagt.

[ 26 ] Diese Dinge müssen mit einem freien, umfassenden Sinne beobachtet werden. Wenn ich Ihnen sage: Goethe hat das, was er im alten Griechenland veranlagt hatte, umgewandelt in der Jupitersphäre in das instinktiv Weisheitsvolle, das kommt ja aus allem hervor, was er geschaffen hat, durch die Wesen, die dort wirken, so geschieht das bei einem anderen wieder anders. Da lebte, als die mexikanische Kultur sehr im Niedergange war, eine Individualität; es waren noch die Nachklänge und auch der Kultus aus den Mysterien da. Sehr stark lebte darinnen, in all dem Magischen, Dekadenten einer Mysterienzeit Mexikos eine Individualität, die sehr genau wußte, wie es sich mit der Lebendigkeit von Quetsalkoatl, Tetzkatlipoka, Taotl verhält. Die gewöhnlichen Kulturhistorien enthalten gewöhnlich kaum mehr als die Namen. Aber von all diesen Göttern, Quetsalkoatl, Tetzkatlipoka, Taotl, gab es ganz lebendige Vorstellungen, Beziehungen des Menschen zu überirdischen Wesenheiten. Das durchschaute die Individualität, die ich meine, wurde dann verhältnismäßig schnell ohne ein Zwischenerdenleben wiederum geboren, lebte im 19, Jahrhundert als der magischokkulte Eliphas Levi, nachdem er im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durch die Jupitersphäre gegangen war. Zauberisches, Magisches, Abgelebtes hat er im alten Mexiko aufgenommen. Das hat sich in der Jupitersphäre so umgestaltet, daß sich dieses Eigentümliche, aber Weisheitsvoll-Primitive — eine Weisheit minderer Sorte ergeben hat, wie es in den Büchern von Eliphas L£vi ist. Dasselbe, was bei Goethe in der Jupitersphäre dieses milde olympische Feuer, diese überragende Weisheit hervorgebracht hat wegen des früheren Erdenlebens, das bringt bei Eliphas Levi ein etwas scharlatanhaftes Herumreden in allerlei Zaubersprüchen hervor. Maßgebend für das, was die Sterne aus unserem Karma machen, sind schon die Erdenleben. Aber die Sterne — das heißt die Wesen, die da sind, wo die Sterne das Dasein dieser Wesen anzeigen -, sie gestalten dasjenige zum Karma um, was sich auf der Erde hier zum Karma veranlagt.

[ 27 ] Sehen Sie, in dieser Art wird nun versucht, Anthroposophie immer mehr und mehr zu vertiefen. Und es wird schon hingenommen werden müssen, daß manches paradox klingt, befremdend klingt. Aber das Paradoxe und Befremdende ist eben die wirkliche Wahrheit. Denn das Menschenleben ist tiefer und komplizierter gegründet, als man gewöhnlich meint. Um es zu verstehen, darf man nicht auf der Erde bleiben mit seinen Gedanken, muß von der Erde hinausschweifen in die Weiten des Kosmos. Und wie man auf der Erde nur zu leicht den Geist vergißt und die Materie schaut, so ist das Gegenteil der Fall, sobald man wirklich nur mit ein wenig imaginativer Erkenntnis in den Sternenhimmel kommt. Da vergißt man ganz sicher die Materie und schaut allmählich die Geister, wie es schließlich in der alten primitiven Zeit die armen Hirten getan haben, wie es bis in das Mittelalter herein war, wo man nicht bloß äußere Zeichen hingezeichnet hat auf die Himmelssphäre, sondern Figuren, weil man in der Tat diese Figuren in imaginativer Erkenntnis schaute. Anthroposophie vertieft schon auch die Empfindung, wie ich öfters sagte. Denn denken Sie einmal: wenn man es mit solcher Erkenntnis versucht, wie ich sie geschildert habe, dann schaut man auf das Schicksal eines Menschen hin. Was sieht man da alles! Da beginnt man eigentlich auf das Schicksal eines jeden Menschen mit heiliger Scheu zu schauen. Denn was wirkt in dem Schicksale eines jeden Menschen? Umfassende Sternenweisheit! Ganz umfassende Sternenweisheit! Durch nichts schaut man in einer so ergreifenden, in die Seele tief einschneidenden Weise das Wirken der Götter im Weltenall, als wenn man es schaut im Schicksale des Menschen, in dieser durch das Ewige hindurch wellenden, umfassenden Weltgerechtigkeit, die eigentlich das hinter dem Menschenwesen webende Dasein, Tun und Handeln und Denken der Götter ist. Das wollte ich Ihnen heute vom Karma sagen. Das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft und der Inhalt der anthroposophischen Bewegung.

[ 27 ] Sehen Sie, in dieser Art wird nun versucht, Anthroposophie immer mehr und mehr zu vertiefen. Und es wird schon hingenommen werden müssen, daß manches paradox klingt, befremdend klingt. Aber das Paradoxe und Befremdende ist eben die wirkliche Wahrheit. Denn das Menschenleben ist tiefer und komplizierter gegründet, als man gewöhnlich meint. Um es zu verstehen, darf man nicht auf der Erde bleiben mit seinen Gedanken, muß von der Erde hinausschweifen in die Weiten des Kosmos. Und wie man auf der Erde nur zu leicht den Geist vergißt und die Materie schaut, so ist das Gegenteil der Fall, sobald man wirklich nur mit ein wenig imaginativer Erkenntnis in den Sternenhimmel kommt. Da vergißt man ganz sicher die Materie und schaut allmählich die Geister, wie es schließlich in der alten primitiven Zeit die armen Hirten getan haben, wie es bis in das Mittelalter herein war, wo man nicht bloß äußere Zeichen hingezeichnet hat auf die Himmelssphäre, sondern Figuren, weil man in der Tat diese Figuren in imaginativer Erkenntnis schaute. Anthroposophie vertieft schon auch die Empfindung, wie ich öfters sagte. Denn denken Sie einmal: wenn man es mit solcher Erkenntnis versucht, wie ich sie geschildert habe, dann schaut man auf das Schicksal eines Menschen hin. Was sieht man da alles! Da beginnt man eigentlich auf das Schicksal eines jeden Menschen mit heiliger Scheu zu schauen. Denn was wirkt in dem Schicksale eines jeden Menschen? Umfassende Sternenweisheit! Ganz umfassende Sternenweisheit! Durch nichts schaut man in einer so ergreifenden, in die Seele tief einschneidenden Weise das Wirken der Götter im Weltenall, als wenn man es schaut im Schicksale des Menschen, in dieser durch das Ewige hindurch wellenden, umfassenden Weltgerechtigkeit, die eigentlich das hinter dem Menschenwesen webende Dasein, Tun und Handeln und Denken der Götter ist. Das wollte ich Ihnen heute vom Karma sagen. Das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft und der Inhalt der anthroposophischen Bewegung.