Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240
1 June 1924, Stuttgart
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Esoteric Considerations of Karmic Connections VI, tr. SOL
Karmischer Betrachtungen im geschichtlichen Werden der Menschheit II
Karmic Reflections on the Historical Development of Humanity II
[ 1 ] Den Worten des Herrn Dr. Unger sage ich meinen besten Dank. Sie werden es mir glauben, daß es mich sehr befriedigt, wiederum unter Stuttgarter Freunden sprechen zu können.
[ 1 ] I would like to express my sincere thanks to Dr. Unger for his kind words. You can be sure that I am very pleased to have the opportunity to speak once again before my friends in Stuttgart.
[ 2 ] Das letzte Mal, als ich gelegentlich unserer Waldorfschultagung hier sprechen durfte, betrachtete ich vor Ihnen einiges, das sich auf Zusammenhänge karmischer Natur in der Menschheit und ihrer Entwickelung bezieht. Ich möchte heute gerade einiges in Fortsetzung jenes Vortrages sagen, dabei von mehr oder weniger Ihnen Bekanntem ausgehen, um dann zu Unbekanntem überzugehen.
[ 2 ] The last time I had the opportunity to speak here at our Waldorf School conference, I discussed with you some aspects related to karmic connections within humanity and its evolution. Today I would like to say a few things as a continuation of that lecture, starting with material that is more or less familiar to you, and then moving on to the unknown.
[ 3 ] Wir wissen ja, daß der Mensch, wenn er durch die Todespforte tritt, zunächst durchzumachen hat die Tatsache der Zerstreuung seines ätherischen Leibes in den Kosmos, nachdem er im Todesaugenblicke selbst den physischen Leib abgelegt hat. Nun, diese erste Etappe nach dem Tode, die Ablegung oder eigentlich Zerstreuung des ätherischen Leibes in den Kosmos, wollen wir heute nicht betrachten, sondern dasjenige, was darauf folgt. Und das kann am besten verstanden werden, wenn wir zunächst einen Blick auf das menschliche Erdenleben werfen, wie es sich abspielt zwischen der Geburt und dem Tode. Dieses menschliche Erdenleben durchläuft ja zwei scharf voneinander getrennte Zustände: das Wachen, das Schlafen. Nun wissen Sie aus den verschiedenen anthroposophischen Betrachtungen, daß der Wachzustand dadurch entsteht, daß die vier für den heutigen Menschen wesentlichen Glieder — der physische Leib, der ätherische Leib, der astralische Leib und das Ich — ineinandergefügt sind, in ihren Tätigkeiten gegenseitig sich anregen und stützen; daß aber der Schlafzustand dadurch entsteht, daß im Bette liegenbleiben der physische Leib und der ätherische Leib, die gewissermaßen provisorisch, vorübergehend ein Pflanzendasein führen, während der astralische Leib und die Ich-Organisation selbständig in der geistigen Welt, losgetrennt vom physischen und ätherischen Leibe, leben. Nun wissen Sie aber aus der gewöhnlichen Lebenserfahrung, daß der Mensch, wenn er die Erinnerung zurückschickt in sein Erdenleben, eigentlich diese Erinnerung in einem gewissen Sinne fälscht. Denn wenn wir zurückblicken mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in unser Erdenleben, dann erscheint uns der Rückblick wie ein kontinuierlich fortwirkender Strom; ein Ereignis geht aus dem anderen hervor, und wir geben dabei zumeist nicht acht, daß wir es ja gar nicht zu tun haben mit einem solchen fortwirkenden Strom von Erinnerungen, sondern daß der Erinnerungslauf fortwährend unterbrochen ist durch die Nächte, so daß wir eigentlich die Erinnerung so sehen müßten: Tag, Nacht, Tag, Nacht; immer sozusagen ein Helles, gewissermaßen fortgesetzt in einem Dunklen, dieses wieder fortgesetzt in einem Hellen und so weiter. Unbewußt zum größten Teile, mit Ausnahme der Träume, die aufsteigen aus dem nächtlichen Schlafe, bleibt derjenige Teil des Erdenlebens, den wir verschlafen: es ist in der Regel ein Drittel des Erdenlebens, wenn der Mensch nicht gerade eine Schlafratte ist. Man kann durchaus zusammenzählen — auch wenn man in Betracht zieht, wieviel mehr das Kind schläft —, was geschlafen wird: man bekommt ungefähr ein Drittel der Lebenszeit auf der Erde heraus.
[ 3 ] We know, of course, that when a person passes through the gate of death, the first thing they must undergo is the dispersion of their etheric body into the cosmos, after having shed their physical body at the very moment of death. Now, we will not consider this first stage after death—the shedding, or rather the dispersal, of the etheric body into the cosmos—today, but rather what follows it. And this can best be understood if we first take a look at human life on earth as it unfolds between birth and death. This human life on earth, after all, passes through two states that are sharply distinct from one another: waking and sleeping. Now you know from various anthroposophical considerations that the waking state arises because the four members essential to modern human beings—the physical body, the etheric body, the astral body, and the ego—are interwoven, stimulating and supporting one another in their activities; but that the state of sleep arises when, while lying in bed, the physical body and the etheric body lead, so to speak, a provisional, temporary plant-like existence, while the astral body and the “I” organization live independently in the spiritual world, separated from the physical and etheric bodies. Now, however, you know from ordinary life experience that when a person sends a memory back into their earthly life, they are actually, in a certain sense, distorting that memory. For when we look back on our earthly life with ordinary consciousness, the retrospective view appears to us as a continuously flowing stream; one event follows from another, and in doing so we usually fail to notice that we are not at all dealing with such a continuous stream of memories, but rather that the flow of memory is constantly interrupted by the nights, so that we should actually view the memory as follows: day, night, day, night; always, so to speak, a period of light, followed by a period of darkness, which in turn is followed by a period of light, and so on. For the most part unconscious—with the exception of the dreams that arise from nighttime sleep—is the portion of our earthly life that we spend asleep: this is generally one-third of our earthly life, unless a person is a real sleepyhead. One can certainly add up—even taking into account how much more a child sleeps—the total time spent sleeping: the result is roughly one-third of one’s lifetime on Earth.
[ 4 ] Zunächst können wir uns fragen: Was machen die Ich-Organisation und der astralische Leib während dieser Schlafenszeit? Sie befinden sich ja in der geistigen Welt. Aber sie nehmen in der geistigen Welt nicht wahr, sie bleiben, wie gesagt, mit Ausnahme der Träume, unbewußt. Der Mensch würde auch, wenn er, so wie er nun einmal mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein auf der Erde beschaffen ist, im Schlafe immer wahrnehmen würde, nach der einen oder anderen Seite beirrt werden: entweder nach der Seite, daß sein Bewußtsein wie von Ohnmacht befallen erschiene während des Tages, daß er in einer Art Lähmung des Bewußtseins herumginge, wenn er ein mehr ahrimanisch veranlagter Mensch ist, oder aber, daß er mit verworrenem Bewußtsein herumginge, mit einem Bewußtsein, in dem sich die Gedanken und Empfindungen überschlagen, wenn er ein mehr luziferisch veranlagter Mensch ist.
[ 4 ] First of all, we might ask ourselves: What do the “I”-organization and the astral body do during this time of sleep? They are, after all, in the spiritual world. But they do not perceive anything in the spiritual world; as mentioned, with the exception of dreams, they remain unconscious. If a person—given the nature of his ordinary consciousness on Earth—were to perceive everything even while asleep, he would be led astray in one direction or another: either toward a state where his consciousness would seem to be overcome by a kind of fainting spell during the day, so that he would go about in a sort of paralysis of consciousness, if they are of a more Ahrimanic disposition; or, if they are of a more Luciferic disposition, they would go about with a confused consciousness, in which thoughts and feelings jostle one another.
[ 5 ] Der Mensch ist im allgemeinen durch das, was man den «Hüter der Schwelle» nennt, behütet davor, in der Nacht die um ihn liegende geistige Welt wahrzunehmen. Allein wenn der Mensch durch die Todespforte gegangen ist und die ersten Tage verbracht hat, in denen er den Ätherleib abgelegt hat, dann tritt er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in ein Dasein, das rückwärtslaufend ist, wo wir mit dem Todestage beginnen, weitergehen zum vorhergehenden Tage und so weiter, und so das Leben noch einmal durchleben, doch jetzt in der Richtung vom Tode bis zur Geburt hin. Nun aber durchleben wir nicht die Tage, sondern wir durchleben die Nächte. Daher nimmt auch die Zeit, in der wir in dieser Weise rückwärts das Leben verbringen, ungefähr ein Drittel unserer Lebenszeit in Anspruch. Bei einem Menschen, der sechzig Jahre alt geworden ist und dann stirbt, dauert diese Rückwärtswanderung etwa zwanzig Jahre. Dreimal so schnell wird also dieses Leben durchlebt als das Erdenleben. Und dann durchleben wir dieses Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so, daß wir hinschauen auf die Nächte, in denen sich, allerdings unbewußt, Bilder erzeugt haben, die in einer gewissen Weise negative Abbilder des Lebens sind.
[ 5 ] In general, human beings are protected by what is called the “Keeper of the Threshold” from perceiving the spiritual world that surrounds them at night. But once a person has passed through the gate of death and spent the first few days after shedding the etheric body, they enter—between death and a new birth—a state of existence that proceeds in reverse: we begin with the day of death, move on to the preceding day, and so on, thus reliving life once more, but now in the direction from death to birth. But now we do not relive the days; rather, we relive the nights. Therefore, the time during which we spend our lives in this backward manner takes up about one-third of our lifetime. For a person who has lived to the age of sixty and then dies, this backward journey lasts about twenty years. This life is thus lived through three times as quickly as earthly life. And then we live through this life between death and a new birth in such a way that we look back upon the nights in which—albeit unconsciously—images have been formed that are, in a certain sense, negative reflections of life.
[ 6 ] Wäre der Mensch nicht durch den «Hüter der Schwelle» behütet, so würde er jede Nacht — aber in einer Art, die er nicht ertragen kann, von der er solche Folgen haben würde, wie ich sie eben beschrieben habe —, jede Nacht würde er so erleben, wenn er jemandem etwas Böses getan hat, wie wenn er sich hineinversetzen müßte in den anderen Menschen, in das, was der empfindet und erlebt durch das Böse, das er ihm zugefügt hat. Der Mensch ist dann während des Schlafes richtig in demjenigen Wesen darinnen, dem er das eine oder das andere zugefügt hat. Nur durchleben wir aus dem angegebenen Grunde das während des Schlafes nicht. Aber nach dem Tode erleben wir es in der gekennzeichneten Zeit, und wir erleben es sehr, sehr stark. Wir leben da das Erdenleben zurück und erleben überall die Ausgleichserlebnisse für dasjenige, was wir getan oder unterlassen haben. Wodurch erleben wir diese Ausgleichserlebnisse?
[ 6 ] If humans were not protected by the “Guardian of the Threshold,” they would experience every night—but in a way they could not bear, resulting in consequences such as those I have just described— every night, if they had done something evil to someone, they would experience it as if they had to put themselves in the other person’s shoes—feeling and experiencing what that person feels and goes through because of the evil they have inflicted upon them. During sleep, the person is then truly inside the being to whom they have inflicted one thing or another. But for the reason stated, we do not experience this during sleep. But after death, we experience it during the period described, and we experience it very, very intensely. There we relive our earthly life and experience everywhere the compensatory experiences for what we have done or failed to do. Through what do we experience these compensatory experiences?
[ 7 ] Um diese Frage zu beantworten, müssen wir auf ein kosmisches Erlebnis hinweisen. Sie erinnern sich ja, daß ich Ihnen öfters ausgeführt habe, wie im Laufe der Erdenentwickelung sich der Mond, der ursprünglich ein Glied in der Erdenentwickelung war, von der Erde getrennt hat. Ich habe das erst vor kurzem hier dargestellt, wie der Mond aus der Erde herausgegangen ist und ein selbständiges physisches Dasein gebildet hat. Aber auch das habe ich schon erwähnt, daß einige Zeit nachdem der Mond seine physische Natur von der Erde getrennt hat, nachgezogen sind die ganz alten Urlehrer der Menschheit, die, solange sie auf der Erde waren, nicht in einem physischen Leib verkörpert waren, sondern nur in einem ätherischen Leib. Sie wirken daher imaginierend, inspirierend auf die Menschen ein. Und alle die wunderbaren Lehren, die in ein mehr poetisches Gewand gehüllt sind, die in den Sagen der Völker enthalten sind, die rühren her von einer auf der Erde vorhandenen großartigen, majestätischen Urweisheit, die von den Urlehrern der Menschheit erteilt wurde. Aber diese Urlehrer konnten sich vermöge ihrer Natur zurückziehen nach dem Monde, und da leben sie seither.
[ 7 ] To answer this question, we must refer to a cosmic experience. You will recall that I have often explained to you how, in the course of Earth’s evolution, the Moon—which was originally a part of Earth’s evolution—separated from the Earth. I described this here only recently—how the Moon emerged from the Earth and formed an independent physical existence. But I have also already mentioned that some time after the Moon separated its physical nature from the Earth, the very ancient primordial teachers of humanity followed—teachers who, as long as they were on Earth, were not embodied in a physical body but only in an etheric body. They therefore influence people through imagination and inspiration. And all those wonderful teachings, clothed in a more poetic guise and contained in the legends of the peoples, stem from a magnificent, majestic primordial wisdom that existed on Earth and was imparted by the primordial teachers of humanity. But by virtue of their nature, these primordial teachers were able to withdraw to the Moon, and they have lived there ever since.
[ 8 ] Wenn nun der Mensch durch die Pforte des Todes geht, durchlebt er tatsächlich den Kosmos. Und er durchlebt tatsächlich den Kosmos so, daß er sich mit seinem Dasein immer mehr und mehr vergrößert. Zunächst wächst er in die Mondensphäre hinein. Aber indem der Mensch nach seinem Tode zunächst in die Mondensphäre hineinwächst, kommt er zusammen mit dem, was diese großen Urlehrer jetzt sind. Diese großen Urlehrer bewahren gewissermaßen einen naiv-instinktiven unschuldigen Zustand des Menschengeschlechtes. Bevor die Menschen in die Möglichkeit, Böses zu tun, verfallen sind, waren diese Urlehrer auf der Erde da. Daher sind sie es, welche dasjenige aufnehmen, was während der Nächte, die wir innerhalb des Erdendaseins durchleben, in die Akasha-Chronik hineingeschrieben wird; sie durchdringen es mit ihrer eigenen Wesenheit und lassen es uns dann in dem ersten Drittel beim Rücklauf durch das Leben nach dem Tode stärker erleben als die Ereignisse des Lebens hier auf der Erde. Wer hineinschauen kann in das, was ein Toter in diesen ersten Jahrzehnten nach dem Tode durchlebt, der weiß, daß die Erdenerlebnisse ja robust genug sind, sie stoßen und sie treiben uns, was aber da durchlebt wird durch dieMacht magisch wirkender Lehrer, die auf dem Monde ihre Kolonie aufgeschlagen haben, das wirkt viel stärker, das übertönt, das überfärbt die irdischen Erlebnisse. Und wir machen wirklich das durch. Sagen wir, Sie haben einem Menschen eine Ohrfeige gegeben: wenn Sie zurückleben, so erfahren Sie nicht das Wohlbehagen, den Zorn oder Groll, dem die Ohrfeige entsprungen ist, sondern Sie kriechen in den anderen hinein, erleben, wie es ihm wehgetan hat, wie es sein Gemüt erschüttert hat, Sie spüren genau das, was er durchlebt hat. Die Ereignisse mitzumachen mit einem Toten, hat schon etwas, man kann nicht sagen Erschütterndes, aber etwas einen außerordentlich stark Berührendes.
[ 8 ] When a human being passes through the gate of death, he truly experiences the cosmos. And he truly experiences the cosmos in such a way that his being expands more and more. At first, he grows into the lunar sphere. But as the human being first grows into the lunar sphere after death, they come into contact with those who are now the great primordial teachers. These great primordial teachers preserve, so to speak, a naive, instinctive, and innocent state of the human race. Before human beings fell into the capacity to do evil, these primordial teachers were present on Earth. Therefore, it is they who take in what is written into the Akashic Records during the nights we experience within our earthly existence; they imbue it with their own being and then allow us, in the first third of our journey back through life after death, to experience it more intensely than the events of life here on Earth. Anyone who can look into what a deceased person experiences during these first decades after death knows that earthly experiences are indeed robust enough—they jostle and drive us—but what is experienced there through the power of magically active teachers who have established their colony on the Moon has a much stronger effect; it drowns out and overshadows the earthly experiences. And we truly go through this. Let’s say you slapped someone: when you relive the experience, you do not feel the satisfaction, anger, or resentment that gave rise to the slap, but rather you slip into the other person’s skin, experience how it hurt them, how it shook their spirit—you feel exactly what they went through. There is something special about reliving events with a deceased person—not something you would call shocking, but something that moves you deeply.
[ 9 ] Sehen Sie, ich möchte dafür ein Beispiel anführen. Die meisten von Ihnen werden sich erinnern, daß ich unter den Gestalten meiner Mysterien diejenige des Strader gezeichnet habe. Diese Gestalt des Strader ist so wie die meisten Gestalten der Mysterien der Wirklichkeit abgelesen. Eine Persönlichkeit hat es gegeben, die fast genau so gelebt hat, wie Strader in meinen Mysterien dargestellt worden ist. Sie können sich auch denken, daß ich für diese Persönlichkeit in ihrem physischen Erdendasein ein großes Interesse hatte. Nun ist sie 1912 gestorben. Von da ab fing mein Interesse an für ihr Erleben nach dem Tode. Alles, was diese Persönlichkeit, die ein theologisch-rationalistischer Schriftsteller zuletzt geworden ist, hier auf der Erde erlebt hat, erschien in viel stärkerem Maße, indem er selber die Wirkung seiner Bücher, seines theologischen Rationalismus und so weiter erlebte. Nachdem ich einige Zeit dasjenige mitgemacht hatte, was er erlebte, war es mir nicht mehr möglich, in den Mysterien die Gestalt des Strader fortzuführen: er stirbt im Drama, weil das Interesse nicht mehr für das Erdenleben aufzubringen war, das ausgelöscht war gegenüber dem Interesse an dem, was er nach dem Tode erlebte.
[ 9 ] You see, I’d like to give an example of this. Most of you will recall that among the characters in my Mysteries, I depicted the character of Strader. This character of Strader, like most of the characters in the Mysteries, is based on reality. There was a person who lived almost exactly as Strader is portrayed in my Mysteries. You can also imagine that I took a great interest in this person during his physical life on Earth. He died in 1912. From that point on, my interest turned to his experiences after death. Everything this individual—who ultimately became a theological-rationalist writer—experienced here on Earth manifested itself to a much greater degree as he himself experienced the effects of his books, his theological rationalism, and so on. After I had spent some time sharing in what he was experiencing, it was no longer possible for me to continue the character of Strader in The Mysteries: he dies in the drama because it was no longer possible to muster interest in his earthly life, which had been eclipsed by interest in what he experienced after death.
[ 10 ] Es stellte sich noch ein kleines Nebenereignis ein: Einige Freunde interessierten sich sehr stark für den Nachlaß jenes Vorbildes des Strader, setzten sich dafür ein, wollten mir das vorführen. Ich konnte kein Interesse dafür gewinnen. Ich mußte vorbeigehen, mußte alles überhören aus dem einfachen Grunde, weil das Interesse an dem Toten ein viel vehementeres ist, alles andere auslöscht. Ich will nur darauf hinweisen, wie der Mensch in diesem Rücklauf des Lebens viel stärker, viel intensiver erlebt, als er auf der Erde erlebt. Es ist das Erdenleben fast wie ein Traum gegenüber diesem Erleben. Aber es ist eben das negative Erleben, das Erleben der Folgen in dem anderen von dem, was wir getan und unterlassen haben. Daher darf es auch nicht als ein bloß schauderhaftes Leben dargestellt werden. Aber immerhin, der Mensch muß schon gewahr werden, welche von seinen Taten, welche seiner Gedanken, Empfindungen gerecht waren, welche ungerecht.
[ 10 ] A minor side event occurred: Some friends were very interested in the estate of that role model of Strader’s; they were committed to the cause and wanted to show it to me. I couldn’t muster any interest in it. I had to walk past, had to ignore it all, for the simple reason that interest in the dead is far more intense and overshadows everything else. I merely wish to point out how, in this return journey of life, a person experiences things much more strongly and intensely than they do on Earth. Compared to this experience, earthly life is almost like a dream. But it is precisely the negative experience—the experience of the consequences in the other world of what we have done and failed to do. Therefore, it must not be portrayed as merely a horrifying existence. Nevertheless, a person must become aware of which of their deeds, thoughts, and feelings were just, and which were unjust.
[ 11 ] Nun können Sie sich denken, daß da der erste Keim gebildet wird zu dem Karma. Denn wenn der Mensch sieht, wie es zugeht zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, urteilt er anders als wir. Ich habe es vielleicht schon einmal erwähnt, wie ich vor vielen Jahren eine Dame kennenlernte, die sich ein Gespräch anhörte, das in ihrer Gegenwart über die wiederholten Erdenleben geführt wurde. Sie sagte: Nachdem sie das eine gekostet habe, möchte sie nicht weitere Erdenleben haben, und hat sehr gewettert gegen die Möglichkeit, immer wiederzukommen. Da habe ich ihr sagen müssen: Ja, es mag sein, daß Sie hier auf der Erde dieses Urteil haben; aber darauf kommt es nicht an, sondern es kommt auf das Urteil an zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. — Das hat sie zunächst für die Zeit, die sie da war, eingesehen, dann aber eine Karte von der Reise geschrieben: sie gäbe doch nicht die wiederholten Erdenleben zu!
[ 11 ] Now you can imagine that this is where the first seed of karma is sown. For when a person sees what happens between death and a new birth, they judge things differently than we do. I may have mentioned this before: many years ago, I met a woman who overheard a conversation taking place in her presence about repeated earthly lives. She said that, having experienced one such life, she did not want any more earthly lives, and she railed vehemently against the possibility of having to return again and again. So I had to tell her: “Yes, it may be that you hold this view here on Earth; but that is not what matters—what matters is the judgment that takes place between death and a new birth.” — She accepted this for the time she was there, but then wrote a postcard from her trip: “I still don’t believe in repeated earthly lives!”
[ 12 ] Der Mensch, wenn er dieses intensive Erleben nach dem Tode hat, faßt dann eben den Entschluß, der etwa sich so ausdrücken läßt: Du bist durch dieses und jenes unvollkommen geworden, ein minderwertiges Menschenwesen; du mußt das wiederum ausgleichen! Damit ist der Vorsatz zum Karma gegeben. Und Vorsätze in der geistigen Welt, im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, sind Realitäten. Geradeso wie es hier eine Realität ist, daß Sie sich verbrennen, wenn Sie mit dem Finger in die Flamme greifen, so bedeutet es in der geistigen Welt, wenn Sie einen Vorsatz fassen, eine Realität, die sich verwirklicht. Und Sie fassen den Vorsatz sicher!
[ 12 ] When a person has this intense experience after death, they make a resolution that can be expressed something like this: “You have become imperfect—an inferior human being—because of this and that; you must make up for it!” This establishes the intention that becomes karma. And resolutions in the spiritual world—in the life between death and a new birth—are realities. Just as it is a reality here that you will burn yourself if you stick your finger into a flame, so too in the spiritual world, when you make a resolution, it is a reality that comes to pass. And you certainly do make that resolution!
[ 13 ] Das alles aber erlebt der Mensch in der Mondensphäre. Durch die nächsten Sphären, die Merkur- und Venussphäre, gelangt er dann allmählich dahin, in die Sonnensphäre kommen zu müssen. Die Merkur- und Venussphäre bilden für ihn den Übergang, um in die Sonnensphäre zu kommen. Aber da kann man zunächst nicht hinein, wenn man den ganzen Anhang, die ganze Last des Bösen, das sich einem während der Mondensphäre auf die Seele gelegt hat, mitschleppen wollte. Da ist denn die Einrichtung im Kosmos getroffen, daß beim Weggehen aus der Mondensphäre das Böse zurückbleibt. Das wartet, bis wir zurückkommen: da gehen wir wieder durch die Mondensphäre zurück. Aber mit dem Bösen lassen wir ein gutes Stück von uns selbst zurück, denn der Mensch ist ja eins mit seinen Taten. Wenn ich irgend etwas Böses vollbracht habe hier auf der Erde, werde ich dadurch nur minderwertig; beim Durchgang durch den Mond auf die geschilderte Weise verliere ich ein Stück meiner selbst, ich lasse ein Stück meiner selbst zurück. Ein Mensch, der ein ausgepichter Bösewicht wäre, wie es solche gar nicht gibt, der niemals etwas Gutes getan hätte, würde in der Mondensphäre ganz zurückgelassen werden. Nun, das gibt es nicht: die Leute kommen weiter.
[ 13 ] But a person experiences all of this in the lunar sphere. Through the next spheres—the Mercury and Venus spheres—he then gradually reaches the point where he must enter the solar sphere. The Mercury and Venus spheres form the transition for him to enter the solar sphere. But one cannot enter it at first if one were to carry along the entire baggage—the entire burden of evil—that has settled upon one’s soul during the lunar sphere. The cosmic order is such that when we leave the lunar sphere, the evil remains behind. It waits until we return: then we pass through the lunar sphere once more. But along with the evil, we leave a good part of ourselves behind, for the human being is, after all, one with his or her deeds. If I have done anything evil here on Earth, I thereby become inferior; when passing through the Moon in the manner described, I lose a part of myself—I leave a part of myself behind. A person who were a thoroughly evil villain—though such people do not actually exist—who had never done anything good, would be left behind entirely in the lunar sphere. Well, that doesn’t happen: people move on.
[ 14 ] Dann tritt man als mehr oder weniger vollständiger oder unvollständiger Mensch zunächst in die Merkursphäre ein. Auch in der Merkursphäre erlebt man zwischen dem Tod und einer neuen Geburt etwas Besonderes; etwas, was aber schon zu dem Sonnendasein vorbereitet. Sehen Sie, hier im physischen Erdenleben wird man ja auch in der einen oder anderen Weise krank. In die Sonnensphäre muß man ganz gesund an Seele und Geist kommen. Daher wird man in der Merkursphäre von alledem, was die Seele von ihren Krankheiten an sich trägt, befreit. Daher ist es auch so, daß wirkliche Medizin nur gelernt werden kann, wenn man sich anschaut, wie die Toten in der Merkursphäre von den Krankheiten befreit werden. Daraus kann man entnehmen, was man auf der Erde für die Menschen zu tun hat, um sie von Krankheiten zu befreien. Deshalb war immer in den Zeiten, wo es Mysterien und instinktives Hellsehen gab, die Medizin angesehen worden als etwas, was aus der Merkursphäre herunter durch die Mysterien geoffenbart wird. Denn sehen Sie: Was ist für die heutigen Menschen ein Gott? Ein Gott istein Wesen, das man niemals auf der Erde sehen kann. Das war es für die Menschen der instinktiv hellsehenden Urzeiten nicht. Merkur hatte seine Mysterien. Es gab Merkurmysterien, Sie können das nachlesen in meiner «Geheimwissenschaft». Ja, der allererste Hauptpriester der Merkurmysterien war Merkur selber. Das war dadurch bewerkstelligt worden, daß ein Mensch geboren wurde, dessen Geist durch einen übermenschlichen Vorgang befreit wurde, um auf eine andere Weise eine Verleiblichung zu suchen. Der Körper war da: diesen Körper benutzte der Gott Merkur, sich auf der Erde zu verkörpern, das heißt, sich in den Mysterien zu zeigen. Es waren schon die Götter in den alten Mysterien die Lehrer. So ist es für alle Götter Griechenlands, sie waren alle auf der Erde. Und dieser Gott Merkur hat den Menschen die Medizin gelehrt. Hippokrates hat eine spätere Tradition davon noch bewahrt.
[ 14 ] Then, as a more or less complete or incomplete human being, one first enters the Mercury sphere. In the Mercury sphere, too, one experiences something special between death and a new birth—something that already prepares one for life in the Sun. You see, here in physical earthly life, one does indeed fall ill in one way or another. One must enter the solar sphere with a soul and spirit that are completely healthy. That is why, in the Mercury sphere, one is freed from everything the soul carries within itself in the form of illnesses. That is also why true medicine can only be learned by observing how the dead are freed from their illnesses in the Mercury sphere. From this, one can deduce what must be done on Earth for human beings to free them from illness. That is why, in times when there were mysteries and instinctive clairvoyance, medicine was always regarded as something revealed from the sphere of Mercury through the mysteries. For you see: What is a god to people today? A god is a being that can never be seen on Earth. That was not the case for the people of the instinctively clairvoyant primeval times. Mercury had its mysteries. There were Mercury mysteries; you can read about them in my Occult Science. Yes, the very first high priest of the Mercury mysteries was Mercury himself. This was accomplished through the birth of a human being whose spirit was liberated through a superhuman process in order to seek incarnation in a different way. The body was there: the god Mercury used this body to incarnate on Earth—that is, to reveal himself in the mysteries. The gods themselves were already the teachers in the ancient mysteries. This is true of all the gods of Greece; they were all on Earth. And this god Mercury taught medicine to humankind. Hippocrates preserved a later tradition of this.
[ 15 ] Dann kommt der Mensch in die Venussphäre. In der Venussphäre ist es so, daß der Mensch ganz gewahr wird, wie er unvollständig ist; aber dieses Unvollständige wird nun gerade in der Venussphäre für das Sonnendasein bereitet, wo man am längsten darinnen ist. Man ist zweimal darin, doch brauchen wir nur von dem einen Mal zu sprechen. Man ist am längsten im Sonnendasein darinnen. In diesem Sonnendasein ist man erstens mit den Seelen zusammen, mit denen man irgendeine karmische Gemeinschaft hat und die jetzt in der geistigen Welt sind, die ebenso Gestorbene sind wie man selbst; man ist aber auch zusammen mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien, mit Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter. Was geschieht da? Da arbeitet der Mensch, indem er sein Unvollständiges in seinem Bewußtsein gewahr wird, mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien zusammen an dem Muster und Urbild seines folgenden Erdendaseins, und zwar arbeitet er in der ersten Hälfte des Sonnendaseins mehr das Urbild der physischen Körperlichkeit aus, in der zweiten Hälfte mehr das Urbild seines moralischen Erdendaseins. Diese Arbeit während des Sonnendaseins, sie ist tatsächlich nicht etwa so einförmig, wie es scheint, wenn man sie schildern muß, sondern sie ist ungeheuer viel reicher, viel großartiger und gewaltiger als alles, was der Mensch auf der Erde erleben kann. Der Mensch erlebt hier auf der Erde nicht das, was unmittelbar in seiner Haut eingeschlossen ist, sondern das, was um ihn ist. Während des Sonnendaseins ist es gerade umgekehrt: da erlebt der Mensch alles, was im Kosmos ist. Wie wir hier sagen: Dies ist mein Magen —, so sagen wir dann: Da draußen ist meine Venus —; wie wir hier sagen: Dies ist mein Herz —, so sagen wir: Dies ist meine Sonne. — Die Wesen des Weltenalls werden unsere Organe. Wir werden selber wie das Weltenall, und der Mensch, der hier auf der Erde steht — aber im Geiste erfaßt —, der nur ausgefüllt ist von der irdischen Erdensubstanz, der ist dann unsere Welt. Und diese innere Welt des Menschen, sie ist wahrhaftig umfassender, grandioser als der außermenschliche Kosmos hier auf Erden. Was der Mensch alles in sich birgt, das ist auf Erden dem Menschen unbewußt. Aber es ist viel größer als das, was der Mensch auf der Erde sieht. Und was er hier auf der Erde in sich birgt, es wird ihm offenbar während des Sonnendaseins. Und aus dem, was da seine Welt ist, arbeitet er heraus die Gestaltung seines physischen und moralischen Wesens für das nächste Erdendasein. Da wird nun auch für das Karma gearbeitet. Nachdem wir kennengelernt haben, wie wir zu arbeiten haben in den ersten Jahrzehnten nach dem Tode, wird hier an dem Zustandekommen dieses Karma gearbeitet. Ich möchte sagen: der letzte Schliff kommt erst zustande, wenn wir unser Böses beim zweiten Durchgang durch die Mondensphäre wiederfinden und dann zu dem, was Vorsatz ist, zu dem, was Ausarbeitung ist im Urbilde, auch die Kraft hinzubringen, auf der Erde uns in einem neuen Erdenleben in das Karma hineinzustürzen.
[ 15 ] Then the human being enters the Venus sphere. In the Venus sphere, a person becomes fully aware of their own incompleteness; but it is precisely in the Venus sphere that this incompleteness is prepared for the solar existence, where one spends the longest time. One is there twice, but we need only speak of one of those times. One spends the longest time in the solar existence within it. In this solar existence, one is, first of all, together with the souls with whom one has some karmic connection and who are now in the spiritual world—who are just as much the deceased as oneself; but one is also together with the beings of the higher hierarchies: the Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, and so on. What happens there? There, as the human being becomes aware of the incompleteness within their consciousness, they work together with the beings of the higher hierarchies on the pattern and archetype of their next earthly life; specifically, in the first half of the solar life they work more on the archetype of their physical form, and in the second half more on the archetype of their moral earthly life. This work during the Solar Life is in fact not nearly as monotonous as it seems when one has to describe it; rather, it is immeasurably richer, far more magnificent, and more powerful than anything a human being can experience on Earth. Here on Earth, a human being does not experience what is immediately enclosed within their own body, but rather what surrounds them. During the solar existence, it is exactly the opposite: there, the human being experiences everything that exists in the cosmos. Just as we say here, “This is my stomach”—so we will then say, “Out there is my Venus”—; just as we say here, “This is my heart”—so we will say, “This is my Sun.” — The beings of the universe become our organs. We ourselves become like the universe, and the human being who stands here on Earth—but is perceived in spirit—who is filled only with earthly substance, that person is then our world. And this inner world of the human being is truly more comprehensive, more magnificent than the extra-human cosmos here on Earth. Everything that a human being harbors within is unconscious to them here on Earth. But it is far greater than what a human being sees on Earth. And what a person harbors within themselves here on Earth is revealed to them during their solar existence. And from what constitutes their world there, they shape their physical and moral being for their next earthly existence. This is also where work is done on karma. Now that we have learned how we must work in the first decades after death, work is done here on the formation of this karma. I would like to say: the final touch is only achieved when, during our second passage through the lunar sphere, we rediscover our evil and then bring the power to what is intention—to what is the outworking in the archetype—so that we may plunge into our karma on Earth in a new earthly life.
[ 16 ] Nun, um noch genauer einzusehen, wie das Karma eigentlich ausgearbeitet wird, müssen wir folgendes beachten. Sterne, was sind sie denn eigentlich? Die physischen Wissenschafter reden von den Sternen, als ob das brennende Gaskugeln oder dergleichen wären. Das ist aber alles nicht der Fall. Denken Sie sich nur, Sie wären auf der Venus. Dann würde Ihnen die Erde ungefähr so erscheinen, wie Ihnen jetzt die Venus erscheint, und Sie würden halt dann die Erde so beschreiben, wie Sie jetzt die Venus beschreiben, würden übersehen, daß hier auf der Erde, die der Schauplatz der Menschen ist, so und so viele Menschenseelen sind. Geradeso sind da, wo jeder andere Stern leuchtet, Seelen. Es sind Seelen auf dem Monde: die Seelen der großen Urlehrer, und diese schon etwas untermischt mit den Seelen der Angeloi. Auf dem Merkur: Seelen der Archangeloi; mit denen lebt man zusammen, wenn man die Sphäre der Archangeloi durcheilt — Gott Merkur ist ein Erzengelwesen. Dann auf der Venus die Archai. Während der Sonne — Exusiai, Dynamis, Kyriotetes: namentlich mit denen zusammen formt man sich sein Karma. Man muß das, was da in den Sternen leuchtet, nur ansehen als das äußere Zeichen für Geisterkolonien, die im Kosmos sind. In der Richtung, wo wir einen Stern sehen, müssen wir wissen, daß eine Geisterkolonie da ist.
[ 16 ] Now, to gain an even clearer understanding of how karma actually works, we must consider the following. Stars—what are they, really? Physical scientists speak of stars as if they were burning balls of gas or something similar. But that is not the case at all. Just imagine you were on Venus. Then the Earth would appear to you much as Venus appears to you now, and you would simply describe the Earth the way you now describe Venus, overlooking the fact that here on Earth—which is the stage for human beings—there are so many human souls. In exactly the same way, wherever any other star shines, there are souls. There are souls on the Moon: the souls of the great primordial teachers, already somewhat intermingled with the souls of the Angeloi. On Mercury: souls of the Archangeloi; one lives together with them when one passes through the sphere of the Archangeloi—the god Mercury is an archangelic being. Then, on Venus, the Archai. Around the Sun—Exusiai, Dynamis, Kyriotetes: it is specifically with them that one shapes one’s karma. One must regard what shines there in the stars merely as the outward sign of spirit colonies that exist in the cosmos. In the direction where we see a star, we must know that a spirit colony is there.
[ 17 ] Nachdem der Mensch das Sonnendasein durchgemacht hat, kommt er in die Marssphäre, in die Jupitersphäre, in die Saturnsphäre. Da hat er ja schon angefangen, in der Sonnensphäre, an seinem Karma zu arbeiten. Aber er bedarf außerdem — damit er nachher sein Böses findet, wenn er zurückgeht durch die Mondensphäre —, er bedarf, um das Karma so vorzubereiten, daß es sich auf der Erde realisieren kann, der Geister, die in diesen Planetensphären leben, der Geister, die auf dem Mars, der Geister, die auf dem Jupiter, der Geister, die auf dem Saturn leben. Und namentlich wenn es sich darum handelt, recht charakteristische Menschenschicksale auszuarbeiten, dann ist es schon so, daß das letzte an der Ausarbeitung dieser karmischen Zusammenhänge gerade in der Marssphäre, Jupitersphäre oder Saturnsphäre geschieht. Allerdings, es kann auch an dem Karma noch gearbeitet werden, wenn der Mensch wieder zurückkommt in die Venussphäre, auch in der Merkursphäre. Der Mensch arbeitet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit den Wesenheiten des Planetensystems an seinem Karma. Und dieses zu verfolgen, wie da an dem Karma gearbeitet wird, das ist außerordentlich interessant.
[ 17 ] After a human being has passed through the solar sphere, he enters the sphere of Mars, the sphere of Jupiter, and the sphere of Saturn. He has, of course, already begun to work on his karma in the solar sphere. But in order to later confront their evil deeds when they return through the lunar sphere—and to prepare their karma so that it can be realized on Earth—they also require the spirits who dwell in these planetary spheres: the spirits on Mars, the spirits on Jupiter, and the spirits on Saturn. And especially when it comes to shaping very characteristic human destinies, it is indeed the case that the final stages of shaping these karmic connections take place precisely in the sphere of Mars, the sphere of Jupiter, or the sphere of Saturn. However, work on karma can also continue when the human being returns to the sphere of Venus, and even to the sphere of Mercury. Between death and a new birth, a person works on their karma together with the beings of the planetary system. And it is extraordinarily interesting to observe how this work on karma is carried out.
[ 18 ] Es ist heute nun einmal die Zeit gekommen — wie ich von dieser Stelle aus schon einmal hier ausführte —, wo in einer offeneren, freieren Weise, unverhüllt von manchen geistigen Tatsachen gesprochen werden soll. Die Weihnachtstagung am Goetheanum war dazu da, um diesen Zug von Esoterik einzuleiten, der in der Gegenwart durch die ganze Anthroposophische Gesellschaft gehen soll. Daher habe ich, als ich das letzte Mal unter Ihnen sprechen durfte, schon begonnen mit der Erklärung von allerlei karmischen Zusammenhängen. Man soll nicht glauben, daß man gewissermaßen mit grober Hand hineingreift in das Menschenleben, wenn man sich bemüht, gerade interessanten menschlichen Erscheinungen gegenüber von den karmischen Zusammenhängen zu sprechen. Dadurch wird die Welt erst durchsichtig, lichtvoll, und damit wahrhaftig nicht ärmer, sondern reicher, großartiger.
[ 18 ] The time has now come—as I have already explained here on this occasion—when we must speak more openly and freely, without veiling certain spiritual facts. The Christmas Conference at the Goetheanum was intended to initiate this current of esotericism that is to flow through the entire Anthroposophical Society at the present time. That is why, the last time I had the privilege of speaking to you, I had already begun to explain various karmic connections. One should not think that one is, so to speak, meddling crudely in human life when one endeavors to speak of karmic connections in relation to particularly interesting human phenomena. It is through this that the world becomes transparent and luminous—and thereby truly not poorer, but richer and more magnificent.
[ 19 ] So möchte ich Sie denn heute hinweisen auf eine Menschenindividualität, die mit einem ungeheuer offenen Sinn etwa im zweiten nachchristlichen Jahrhundert in dem heutigen Italien, also dem damaligen Rom inkarniert war, dazumal alles das mitgemacht hat, was an opferwilligem Märtyrertum von denjenigen durchgemacht worden ist, die als Christen sich im Römischen Reiche allmählich durchsetzen wollten, die auch durchgemacht hat die grausamen Ungerechtigkeiten, die Verderbtheiten, die Versumpfungen, an denen das Römische Reich dazumal schon so reich war. Eine Fülle von Gutem und Bösem hatte sich auf die Empfindungen dieser Individualität ergossen. Und wenn man hinschaut mit den Mitteln der Geistesforschung, durch die man so etwas erkennen kann, dann findet man diese Individualität wirklich wie, ich möchte sagen, in Lebensstürmen hineingezogen in dasjenige, was dazumal in der zweiten Hälfte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts im Römischen Reiche bei der Ausbreitung des Christentums erlebt wurde. Und gerade bei dieser Individualität liegt etwas außerordentlich Ergreifendes vor, wenn man den geistigen Blick auf sie richtet in der Art, wie ich es das letzte Mal für andere menschliche Individualitäten in ihren wiederholten Erdenleben auseinandergesetzt habe.
[ 19 ] So today I would like to draw your attention to a human individuality who, with an immensely open spirit, was incarnated in what is now Italy—that is, in Rome at that time—around the second century A.D., and who at that time endured all that was endured in terms of self-sacrificing martyrdom by those who, as Christians, sought to gradually establish themselves in the Roman Empire—an individual who also endured the cruel injustices, the depravities, and the moral decay in which the Roman Empire was already so steeped at that time. A wealth of good and evil had poured into the feelings of this individual. And when one looks at it through the means of spiritual research, by which such things can be recognized, one finds this individuality truly—I would say—drawn into the storms of life, into what was experienced at that time in the second half of the 2nd century A.D. in the Roman Empire during the spread of Christianity. And there is something extraordinarily moving about this particular individuality when one directs one’s spiritual gaze toward it in the manner I explained last time regarding other human individualities in their repeated earthly lives.
[ 20 ] Gerade bei dieser Individualität, die im hohen Alter ihr Leben beschloß, liegt das vor, daß sie, nachdem sie soviel, ich möchte sagen, eines höchsten opferwilligen Guten bei dem aufkeimenden Christentum gesehen hatte und unendlich viel Böses, Schlechtes in dem damaligen Römertum, zu etwas kam wie zu einem Urteil und einer Frage: Wo ist denn das Mittelmaß? Gibt es nur ganz Gutes und ganz Böses in der Welt? — Man kann deutlich mit dem imaginativen, inspirierten Bewußtsein verfolgen, wie diese Individualität dann im 11. nachchristlichen Jahrhundert als Frau wiedergeboren wurde. Durch die Erlebnisse in der Frauenpersönlichkeit glich sich auf der einen Seite das Scharfe, Eckige wieder aus, zu dem diese Persönlichkeit während ihres römischen Lebens in hohem Alter gekommen war, wurde weich, wurde zum inneren sinnenden Betrachten des Guten und Bösen. Dann kam sie wieder, diese Persönlichkeit, im 18. Jahrhundert und wurde geboren als der deutsche Dichter Friedrich Schiller. Und nun versuchen Sie einzudringen in Schillers Leben, wie es sich herausarbeiter: erst zu einem Mittelmaß der Lebensauffassung; wie er dann Goethe dazu brauchte, um abzustreifen alles dasjenige, was er mitgebracht hat von der Überzeugung: es gibt nur Gutes, es gibt nur Böses. Lesen Sie seine Dramen, und Sie werden sie verstehen, wenn Sie in dieser Weise zurückblicken auf sein früheres Erdenleben. Aber welchem Umstande haben wir das zuzuschreiben? Wir haben das dem Umstande zuzuschreiben, daß Schiller, in dem noch dasjenige lebendig war, was er im römischen Leben durchgemacht hatte, nachdem er aber schon durchgegangen war durch die Fraueninkarnation im Mittelalter, dann sein Karma in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt besonders ausgestaltete in der Saturnsphäre.
[ 20 ] It is precisely in this individual, whose life came to an end in old age, that we see how—having witnessed so much, I would say, of the highest self-sacrificing goodness in the burgeoning Christian faith and an infinite amount of evil and wickedness in the Roman Empire of that time—she arrived at something akin to a judgment and a question: Where, then, is the middle ground? Is there only absolute good and absolute evil in the world? — With imaginative, inspired awareness, one can clearly trace how this individuality was then reborn as a woman in the 11th century A.D. Through the experiences in her life as a woman, the sharp, angular qualities—which this personality had developed during her Roman life in old age—were balanced out; they softened and became an inner, contemplative observation of good and evil. Then this personality returned in the 18th century and was born as the German poet Friedrich Schiller. And now try to delve into Schiller’s life as it unfolded: first toward a mediocre outlook on life; how he then needed Goethe to help him shed everything he had brought with him from the conviction that there is only good, there is only evil. Read his dramas, and you will understand them if you look back in this way on his earlier earthly life. But to what circumstance do we owe this? We owe it to the fact that Schiller, in whom what he had experienced in his Roman life was still alive—but who had already passed through the female incarnation in the Middle Ages—then shaped his karma in a special way in the Saturn sphere during the time between death and a new birth.
[ 21 ] Diese Saturnsphäre in ihrer besonderen Eigentümlichkeit und Wesenheit kennenzulernen, dazu ist eigentlich die Initiationswissenschaft eines höheren Alters notwendig. Denn sehen Sie, Sie können die Frage aufwerfen: Wie lernt man denn überhaupt kennen, was da auf den Sternen und so weiter lebt? Nun, ich habe Ihnen geschildert: Wenn der Mensch aufsteigt zum imaginativen Bewußtsein, dann schaut er in einem großen Tableau sein ganzes Leben, aber er schaut es auch in Epochen geteilt. Erlangt man die Inspiration und kommt wieder zum leeren Bewußtsein, so daß man auslöschen kann dieses Tableau, dann leuchtet aus jeder Epoche etwas auf. Statt daß man sein eigenes Leben zwischen der Geburt und dem siebenten Lebensjahre schaut, erblickt man an dieser Stelle des Lebenstableaus die Geschehnisse des Mondes: da kann man hineinblicken in die Geschehnisse des Mondes. — In der zweiten Lebensepoche glänzt gewissermaßen durch alles dasjenige, was sich abspielt zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, das Merkurdasein. Dieses Leben der Schulzeit in diesem Tableau nach rückwärts gesehen, führt einen eben in das Merkurdasein. Bedenken Sie, wie geistreich eigentlich in der Zeit der instinktiven Weisheit auf der Erde den einzelnen Planeten ihre Funktionen zuerteilt waren! Die Statistik lehrt, daß der Mensch am gesündesten ist nicht in den Jahren zwischen Geburt und Zahnwechsel, auch nicht nach der Geschlechtsreife, sondern während der Schulzeit, weil da die Zeit ist, wo Merkur in den Menschen am meisten hereinwirkt, auch in das Erdendasein. — In der nächsten Epoche, zwischen der Geschlechtsreife und dem einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Jahre ungefähr, sieht man die Vorgänge und Wesenheiten der Venus. Wieder ist es geistreich, daß der Geschlechtssphäre, wenn sie zu wirken beginnt, die Venussphäre zugeteilt wurde. — Zwischen dem einundzwanzigsten und zweiundvierzigsten Jahre das Sonnendasein; zwischen dem zweiundvierzigsten und neunundvierzigsten Jahre das Marsdasein; zwischen dem neunundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre das Jupiterdasein und zwischen dem sechsundfünfzigsten und dreiundsechzigsten Lebensjahre das Saturndasein. Und eigentlich kann man alle Zusammenhänge, die sich abspielen, an denen der Saturn beteiligt ist, für das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt auch als Initiierter erst sehen, wenn man über das dreiundsechzigste Lebensjahr hinaus ist. Vorher kann man auf die verschiedenste Weise von diesem Dasein erfahren; aber aus eigener Anschauung im Zusammenhang die Dinge sehen kann man erst, wenn man das dreiundsechzigste Lebensjahr überschritten hat. Nun werden Sie begreifen, warum ich erst jetzt spreche über etwas, was mit dem Saturndasein zusammenhängt.
[ 21 ] To come to know this sphere of Saturn in its particular nature and essence, the initiatory science of a higher age is actually necessary. For, you see, you might ask: How does one even come to know what lives on the stars and so on? Well, I have described to you: When a person ascends to imaginative consciousness, they see their entire life as a vast tableau, but they also see it divided into epochs. If one attains inspiration and returns to a state of empty consciousness—so that one can erase this tableau—then something from each epoch shines forth. Instead of seeing one’s own life between birth and the age of seven, one beholds at this point in the tableau of life the events of the Moon: there one can look into the events of the Moon. — In the second epoch of life, what shines through everything, so to speak, is the Mercury phase—that which takes place between the change of teeth and sexual maturity. Looking back at this tableau of one’s school years leads one precisely into the Mercury phase. Consider how ingeniously the individual planets were assigned their functions on Earth during the time of instinctive wisdom! Statistics show that a person is at their healthiest not in the years between birth and the change of teeth, nor after reaching sexual maturity, but during school years, because that is the time when Mercury exerts its greatest influence on human beings, including on earthly existence. — In the next epoch, between puberty and the ages of twenty-one or twenty-two, one observes the processes and entities of Venus. Again, it is ingenious that the sphere of Venus was assigned to the sexual sphere when it begins to take effect. — Between the ages of twenty-one and forty-two, the solar phase; between forty-two and forty-nine, the Martian phase; between forty-nine and fifty-six, the Jovian phase; and between fifty-six and sixty-three, the Saturnian phase. And in fact, even as an initiate, one can only perceive all the interrelationships in which Saturn is involved—those pertaining to life between death and a new birth—once one has passed the age of sixty-three. Before that, one can gain experience of this existence in a wide variety of ways; but one can only see things in their context from one’s own perspective once one has passed the age of sixty-three. Now you will understand why I am only now speaking about something related to the Saturn phase.
[ 22 ] Also, Schiller arbeitete sich sein Karma ganz besonders in der Sphäre des Saturn aus. Dieses Saturndasein zu schauen, auf diese Weise, wie ich es hier angedeutet habe, das gibt nun allerdings einen, ich möchte sagen, im höchsten Grade bestürzenden Eindruck, weil es so verschieden ist von dem, was man auf der Erde erleben kann. Auf dem Saturn ist in dem Bewußtsein der dortigen Wesenheiten nur Vergangenheit, gar nicht Gegenwart. Aber die Vergangenheit ist in einer großartigen Weise da. Sehen Sie, wenn ich es vergleichen soll mit etwas, was auf der Erde geschehen könnte — es geschieht natürlich nicht, aber hypothetisch geschehen könnte —, so müßte ich sagen: Denken Sie sich einmal, Sie haben keine Ahnung, wie Sie ausschauen, Sie wissen nur, daß Sie sind. Sie handeln, Sie tun: Sie sehen das auch nicht, erst wenn es vergangen ist. Denken Sie sich, Sie gehen: Sie sehen Ihre eigenen Schritte nicht, die Bewegungen nicht; aber gleich hinterher verwandeln sich diese Bewegungen in ein Schneemännchen, und Sie ziehen die ganze Bewegung nach, wenn Sie sich umblicken, und schauen, was Sie getan haben. So ist das Leben dieser besonderen Geister auf dem Saturn. Sie nehmen nie dasjenige wahr, was sie aus dem unmittelbaren Entschluß der Gegenwart tun, sondern sie sehen es erst, wenn es vergangen ist. Es ist für das gewöhnliche Bewußtsein schwer vorzustellen, aber es ist so. In einem solchen Dasein sind auch die Individualitäten, die mit einer solchen Individualität wie der Schillerschen das Karma formen. Solche Individualitäten nehmen dann auf ein wunderbares Hineinschauen in Vergangenheiten. So daß die Schillersche Seele, bevor sie 1759 geboren worden ist, in der Tat in der geistigen Welt mit einem grandiosen Rückblick auf alles Vergangene war, das mit dem eigenen Karma zusammenhängt. Beim Hereingehen auf die Erde verwandelt sich das in die Reaktion: das Schauen des Vergangenen verwandelt sich in das Fassen, in das enthusiastische Fassen von Zukunftsidealen. Und so entstanden die Schillerschen Zukunftsideale aus seiner karmischen Arbeit im Saturndasein.
[ 22 ] So, Schiller worked through his karma particularly in the sphere of Saturn. To view this Saturnian existence in the way I have indicated here does, however, make an impression that I would describe as deeply unsettling, because it is so different from what one can experience on Earth. On Saturn, in the consciousness of the beings there, there is only the past; there is no present at all. But the past is present in a magnificent way. You see, if I were to compare it to something that could happen on Earth—it doesn’t happen, of course, but hypothetically it could—I would have to say: Imagine for a moment that you have no idea what you look like; you only know that you exist. You act, you do things: you don’t see that either, not until it has passed. Imagine that you are walking: you don’t see your own steps, not the movements; but immediately afterward, these movements transform into a little snowman, and you retrace the entire movement when you look back and see what you have done. Such is the life of these particular spirits on Saturn. They never perceive what they do out of the immediate decision of the present moment; rather, they see it only once it has passed. It is difficult for ordinary consciousness to imagine, but it is so. In such an existence are also the individualities that, together with an individuality such as Schiller’s, shape karma. Such individualities are then capable of a wondrous insight into the past. So that Schiller’s soul, before being born in 1759, was in fact in the spiritual world with a magnificent retrospective view of everything past that is connected to its own karma. Upon entering the Earth, this transforms into a reaction: the contemplation of the past transforms into the grasping—the enthusiastic grasping—of future ideals. And thus Schiller’s future ideals arose from his karmic work during his Saturn existence.
[ 23 ] Nehmen wir ein anderes Leben, ein Leben, das einmal in einem Erdendasein in Griechenland vorhanden war, dort viel zusammengekommen ist mit plastischer griechischer Kunst, aber auch mit platonischer Philosophie, namentlich mit riesigem Enthusiasmus in einem Jünglingsdasein aufgenommen hat plastische Kunst, die zu gleicher Zeit geistig geschaut werden kann, wobei das geistig Geschaute wiederum mit ungeheurem innerem Künstlertum in Künstlerisches übersetzt werden kann: Wir haben, nachdem sie auch durch andere Inkarnationen gegangen war, diese Individualität beim Ausbilden des Karma zu verfolgen in der Jupitersphäre. Die Jupiterwesen sind anderer Art als die Saturnwesen. Die Jupiterwesen sind nicht so wie zum Beispiel die Erdenmenschen. Wenn der Erdenmensch weise werden will, dann muß er eine innerliche Entwickelung durchmachen, ringen, innerlich kämpfen, Überwindungen durchmachen, kurz, in Zeiten, die von Entwickelung erfüllt sind, rankt sich der Mensch auf der Erde zu einer bescheidenen Weisheit hinauf. Bei den Jupiterwesen ist es anders; die werden überhaupt nicht so geboren wie die Erdenwesen, sondern sie gestalten sich heraus aus dem Kosmos. So wie Sie eine Wolke anschauen, die sich herausformt, so formen sich die Jupiterwesen auf eine ätherisch-astralische Art aus dem Kosmos heraus. Dann sterben sie nicht, sie durchdringen einander, darum haben sie Platz. Aber sie sind sozusagen realisierte Weisheit. Sie werden mit der Weisheit geboren und können gar nicht anders als weise sein. Geradeso wie wir Blutzirkulation haben, haben sie Weisheit. Es ist ihre Natur; so sind nun einmal diese Jupiterwesen. Unter denen kann nun wiederum das Karma geformt werden. Diese Individualität, die eines der wichtigsten Erdenleben hatte im alten Griechenland, ging durch die Jupitersphäre, wurde berührt von alledem, was Weisheit des Jupiter ist, bildete sich da ihr Karma und wurde wiederum geboren im 18. Jahrhundert als Goethe. Daher dieser wunderbare Zusammenschluß von Griechentum und Weisheit bei Goethe.
[ 23 ] Let us consider another life, a life that once existed in an earthly existence in Greece, where it came into close contact with Greek plastic arts, but also with Platonic philosophy—namely, in its youth it embraced with immense enthusiasm a form of plastic art that could simultaneously be perceived spiritually, and what was perceived spiritually could in turn be translated into artistic expression with tremendous inner artistic sensibility: After it had also passed through other incarnations, we were able to trace this individuality as it developed its karma in the sphere of Jupiter. The Jupiter beings are of a different nature than the Saturn beings. The Jupiter beings are not like, for example, Earth humans. If an Earth human wishes to become wise, he must undergo inner development, struggle, fight inwardly, and overcome obstacles; in short, during periods filled with development, the human on Earth climbs his way up to a modest wisdom. It is different with the Jupiter beings; they are not born at all like Earth beings, but rather they take shape out of the cosmos. Just as you watch a cloud taking shape, so the Jupiter beings take shape in an etheric-astral way out of the cosmos. Then they do not die; they interpenetrate one another, which is why they have space. But they are, so to speak, realized wisdom. They are born with wisdom and cannot help but be wise. Just as we have blood circulation, they have wisdom. It is their nature; that is simply how these Jupiter beings are. Within this context, karma can in turn take shape. This individual, who had one of the most significant earthly lives in ancient Greece, passed through the sphere of Jupiter, was touched by all that constitutes the wisdom of Jupiter, formed their karma there, and was reborn in the 18th century as Goethe. Hence this wonderful fusion of Hellenism and wisdom in Goethe.
[ 24 ] Ich glaube nicht, daß, wenn wir Geschichte so studieren, daß wir das, was auf der Erde geschieht, aus den Mysterien, aus den Geheimnissen des Kosmos heraus begreifen, die Erdengeschichte an Wert verliert. Mögen da immerhin trockene Professoren kommen und sagen: Nun ja, es ist doch viel lebensvoller, den Menschen Goethe zu nehmen, wie er sich darbietet, als ihn so hinaufzuheben in eine höhere Sphäre! — In besseren Zeiten der Menschheitsentwickelung, als es noch ein instinktives Hellsehen gegeben hat, da redeten die Menschen auch offen von der Art und Weise, wie sich durch Menschenhandlungen, Menschendasein hier auf der Erde das Himmelsdasein offenbart. Wir müssen zurückkommen, wir müssen aus dieser Abstraktheit herauskommen, wo wir glauben, wir seien solche Regenwürmer, die da auf der Erde stehen und hinaufschauen und nur dasjenige sehen, was die Astronomen und Astrophysiker von den Sternen sagen. Und dieser Kampf wird schon unbedingt verstanden werden müssen, der in unserer so schwergeprüften Zivilisation und Kultur vor sich geht zwischen den Menschen, die nach dem Geiste ringen, um den Kosmos in seiner Geistgesetzmäßigkeit zu durchschauen, und denjenigen Menschen, die nichts wissen wollen davon; die sich auf die Erde beschränken nicht nur in Naturwissenschaft, sondern auch in dem, was die Leute an den Universitäten Geisteswissenschaft nennen: da studiert man Dokumente, also auch dasjenige, was nur physisch-sinnlich da ist. Es wird schon eine Entscheidung kommen im Laufe der Erdentwickelung. Entweder geht unser Niedergang im Geistigen immer weiter und weiter vor sich, und eine Krankheit, von der ich seit Jahren spreche, auch in öffentlichen Vorträgen gesprochen habe, eine Krankheit wird sich immer mehr und mehr ausbreiten — es steht noch nicht viel von ihr in medizinischen Büchern, aber um so mehr im Leben: die «dementia professoralis» —, oder aber der Mensch wird sich bequemen müssen, aufzunehmen in seinen Enthusiasmus die Erkenntnisse des Übersinnlichen. Damit dringt er auch in den Zusammenhang zwischen dem Kosmos und dem menschlichen Leben ein.
[ 24 ] I do not believe that studying history in such a way that we understand what happens on Earth through the mysteries and secrets of the cosmos diminishes the value of Earth’s history. Let dry-as-dust professors come along and say: Well, it’s certainly much more vibrant to take Goethe as he presents himself than to elevate him to such a higher sphere!” — In better times in human development, when instinctive clairvoyance still existed, people also spoke openly about the way in which heavenly existence reveals itself through human actions and human existence here on Earth. We must return; we must emerge from this abstractness, where we believe ourselves to be like earthworms standing here on Earth, looking up and seeing only what astronomers and astrophysicists say about the stars. And this struggle—which is taking place in our sorely tested civilization and culture—between those who strive spiritually to comprehend the cosmos in accordance with its spiritual laws, and those who want to know nothing of it; who limit themselves to the Earth—not only in the natural sciences, but also in what people at universities call the humanities: there one studies documents, that is, only what exists in a physical, sensory sense. A decision will surely come in the course of Earth’s evolution. Either our decline in the spiritual realm will continue further and further, and a disease—of which I have been speaking for years, including in public lectures—will spread more and more; there is not yet much about it in medical books, but all the more so in life: “dementia professoralis” — or else humanity will have to bring itself to incorporate insights into the supersensible into its enthusiasm. In doing so, it will also penetrate the connection between the cosmos and human life.
[ 25 ] Ich möchte Ihnen noch ein drittes Beispiel vorführen, das etwas komplizierter ist. Da hat man es zu tun mit einer Individualität, die in einem früheren Erdenleben verkörpert war in Indien, als Indien schon im Niedergange war, und in diesem Erdenleben allerlei aufgenommen hat, was sie aufnehmen konnte bei einem außerordentlich schlechten physischen Sehvermögen. Man muß schon auf solche Einzelheiten eingehen. Und Einzelheiten sind es zumeist — ich habe darauf das letzte Mal aufmerksam gemacht —, wodurch man in die Zusammenhänge schauend hineinkommt. Diese Individualität hat dann auch verschiedene andere Erdenleben durchgemacht, die aber weniger maßgebend waren als dasjenige, was veranlagt in ihr war gerade dadurch, daß sie in Indien mit einem wegen des schlechten Sehens etwas oberflächlichen Blick die Lotosblumen und -blüten mehr sehnsuchtsvoll im Nebel gesehen hat als in deutlicher Klarheit, überhaupt das Leben so kennengelernt hat, wie man es kennenlernt, wenn man so drüber hinwegschaut, wenn man nicht eingeht auf die Dinge. Diese Individualität hat dann ihr Karma auf eine komplizierte Weise ausgebildet. Zunächst wurde in der Marssphäre alles dasjenige ausgebildet, was diese Persönlichkeit zu einer Art Kampfhahn auf geistigem Gebiete machte. Dann hat diese Persönlichkeit sehr viel an ihrem Karma gearbeitet in der Merkursphäre, aufgenommen Witz, Satire in der Merkursphäre. Und denken Sie sich im Hintergrunde eine nichteuropäische Welt: die Individualität tendiert dazu, in Europa wiedergeboren zu werden, sie geht aber durch die Marssphäre durch: Kampf; durch die Merkursphäre: schneidendes kritisches Denken und Empfinden. Nachdem sie dann noch besondere Eigenschaften ausgebildet hat in der Venussphäre — es ist ein ganz besonders kompliziertes Karma — und über das Physische wie hinwegschaut, aber doch außerordentlich stark durchgeistigt ist, wird diese Persönlichkeit im 19. Jahrhundert Heinrich Heine. Nun versuchen Sie sich einmal recht hineinzuversetzen in das Verständnis, das man für jede Strophe bei Heinrich Heine gewinnt bis in die Sprache, bis in die Gestaltung, bis in die Worte, wenn man weiß: das ist eigentlich in der Merkur-, Venus-, Marssphäre erzeugt, stammt eigentlich alles aus dem Kosmos. Im Kosmos wird eben das Karma gebildet und geformt; hier auf der Erde wird es ausgelebt. Und wenn man so zurückblickt auf dieses Lebenstableau: man schaut die Mondensphäre, Merkursphäre; von der Geschlechtsreife bis zum einundzwanzigsten, zweiundzwanzigsten Jahre die Venussphäre; vom einundzwanzigsten bis zum zweiundvierzigsten Jahre die Sonnensphäre, dann die Marssphäre, Jupitersphäre, Saturnsphäre — auf die folgenden Jahre kann ich nicht eingehen, da sieht man schon auch etwas, aber ich kann jetzt nicht darauf eingehen —, da erblickt man, daß diese Sphären etwas zu tun haben mit dem Karma. Das gewöhnliche Bewußtsein weiß nicht, daß das im Menschen ist: Merkursphäre, Mondensphäre und so weiter. Doch wird von dem, was da im Menschen ist, das Karma bewirkt; da wird der Mensch hingetrieben zu der Art, wie sich das Karma auslebt. Wenn also Heinrich Heine drüben durch Venus-, Merkur-, Marswesen sein Karma ausgestaltet hat, so sind es dieselben Venus-, Merkur-, Marswesen, die durch seine irdische Leiblichkeit wirken, damit sie ihm helfen, dieses Karma zu erfüllen. So steht der Mensch — gerade durch sein Karma — seiner ganzen Wesenheit nach in dem Kosmos darinnen, lebt hier auf der Erde den Kosmos aus. Narürlich der eine so, der andere so.
[ 25 ] I would like to present a third example to you, one that is somewhat more complicated. Here we are dealing with an individual who was incarnated in India during a previous earthly life, at a time when India was already in decline, and who, in that earthly life, took in all sorts of things that she was able to absorb despite having exceptionally poor physical eyesight. One really must go into such details. And it is usually these details—as I pointed out last time—that allow one to gain insight into the broader context. This individuality also went through various other earthly lives, but these were less significant than what was inherent in her precisely because, in India—with a somewhat superficial gaze due to her poor eyesight—she saw the lotus flowers and blossoms more longingly through the mist than with clear distinctness, and came to know life in the way one does when looking at it from a distance, without delving into the details. This individuality then developed its karma in a complex manner. First, in the sphere of Mars, everything that made this personality a sort of fighting cock in the spiritual realm was formed. Then this personality worked extensively on their karma in the sphere of Mercury, absorbing wit and satire there. And imagine, in the background, a non-European world: the individuality tends to be reborn in Europe, but it passes through the sphere of Mars—struggle—and through the sphere of Mercury—sharp, critical thinking and feeling. After developing specific qualities in the sphere of Venus—it is a particularly complex karma—and looking beyond the physical while remaining extraordinarily spiritual, this personality became Heinrich Heine in the 19th century. Now try to really put yourself in the position of understanding what one gains from each stanza of Heinrich Heine—down to the language, the structure, and the very words—when one knows: this is actually generated in the spheres of Mercury, Venus, and Mars; it all actually originates from the cosmos. It is in the cosmos that karma is formed and shaped; here on Earth, it is lived out. And when one looks back at this tableau of life: one sees the lunar sphere, the Mercury sphere; from sexual maturity to the age of twenty-one or twenty-two, the Venus sphere; from the twenty-first to the forty-second year, the solar sphere; then the Martian sphere, the Jovian sphere, the Saturnian sphere—I cannot go into detail about the subsequent years, though one can already see something there, but I cannot elaborate on that now—one can see that these spheres have something to do with karma. Ordinary consciousness is unaware that these exist within the human being: the Mercury sphere, the Moon sphere, and so on. Yet it is what is within the human being that brings about karma; it is this that drives the human being toward the way in which karma plays out. So if Heinrich Heine over there shaped his karma through Venusian, Mercurian, and Martian beings, it is these same Venusian, Mercurian, and Martian beings who work through his earthly physicality to help him fulfill this karma. Thus, precisely through his karma, a human being stands within the cosmos with his entire being, living out the cosmos here on Earth. Naturally, one person does so in one way, another in another.
[ 26 ] Diese Dinge müssen mit einem freien, umfassenden Sinne beobachtet werden. Wenn ich Ihnen sage: Goethe hat das, was er im alten Griechenland veranlagt hatte, umgewandelt in der Jupitersphäre in das instinktiv Weisheitsvolle, das kommt ja aus allem hervor, was er geschaffen hat, durch die Wesen, die dort wirken, so geschieht das bei einem anderen wieder anders. Da lebte, als die mexikanische Kultur sehr im Niedergange war, eine Individualität; es waren noch die Nachklänge und auch der Kultus aus den Mysterien da. Sehr stark lebte darinnen, in all dem Magischen, Dekadenten einer Mysterienzeit Mexikos eine Individualität, die sehr genau wußte, wie es sich mit der Lebendigkeit von Quetsalkoatl, Tetzkatlipoka, Taotl verhält. Die gewöhnlichen Kulturhistorien enthalten gewöhnlich kaum mehr als die Namen. Aber von all diesen Göttern, Quetsalkoatl, Tetzkatlipoka, Taotl, gab es ganz lebendige Vorstellungen, Beziehungen des Menschen zu überirdischen Wesenheiten. Das durchschaute die Individualität, die ich meine, wurde dann verhältnismäßig schnell ohne ein Zwischenerdenleben wiederum geboren, lebte im 19, Jahrhundert als der magischokkulte Eliphas Levi, nachdem er im Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durch die Jupitersphäre gegangen war. Zauberisches, Magisches, Abgelebtes hat er im alten Mexiko aufgenommen. Das hat sich in der Jupitersphäre so umgestaltet, daß sich dieses Eigentümliche, aber Weisheitsvoll-Primitive — eine Weisheit minderer Sorte ergeben hat, wie es in den Büchern von Eliphas L£vi ist. Dasselbe, was bei Goethe in der Jupitersphäre dieses milde olympische Feuer, diese überragende Weisheit hervorgebracht hat wegen des früheren Erdenlebens, das bringt bei Eliphas Levi ein etwas scharlatanhaftes Herumreden in allerlei Zaubersprüchen hervor. Maßgebend für das, was die Sterne aus unserem Karma machen, sind schon die Erdenleben. Aber die Sterne — das heißt die Wesen, die da sind, wo die Sterne das Dasein dieser Wesen anzeigen -, sie gestalten dasjenige zum Karma um, was sich auf der Erde hier zum Karma veranlagt.
[ 26 ] These things must be observed with a free, comprehensive sense. When I tell you that Goethe transformed what he had instilled in ancient Greece into instinctive wisdom within the sphere of Jupiter—which is evident in everything he created through the beings active there—this process unfolds differently in another person. At a time when Mexican culture was in sharp decline, there lived an individual; the echoes and even the cult practices of the Mysteries were still present. Amid all the magic and decadence of Mexico’s Mysteries era, there lived a very strong individual who knew precisely the nature of the vitality of Quetzalcoatl, Tezcatlipoca, and Taotl. Ordinary cultural histories usually contain little more than the names. But of all these gods—Quetzalcoatl, Tezcatlipoca, Taotl—there were very vivid conceptions and relationships between human beings and supernatural beings. The individuality I am referring to, having grasped this, was then reborn relatively quickly without an intermediate earthly life; he lived in the 19th century as the magical-occultist Eliphas Levi, after having passed through the Jupiter sphere during the life between death and a new birth. He absorbed the enchanting, magical, and bygone elements of ancient Mexico. These were transformed in the sphere of Jupiter in such a way that this peculiar yet wisdom-filled primitivism—a wisdom of a lesser sort—emerged, as found in the books of Eliphas Levi. The very same thing that, in Goethe’s case, produced that gentle Olympian fire and that towering wisdom in the Jupiter sphere—due to his earlier earthly life—gives rise, in Eliphas Levi’s case, to somewhat charlatan-like rambling in all manner of incantations. It is our earthly lives that determine what the stars make of our karma. But the stars—that is, the beings who are present where the stars indicate the existence of these beings—they transform into karma that which is predisposed to become karma here on Earth.
[ 27 ] Sehen Sie, in dieser Art wird nun versucht, Anthroposophie immer mehr und mehr zu vertiefen. Und es wird schon hingenommen werden müssen, daß manches paradox klingt, befremdend klingt. Aber das Paradoxe und Befremdende ist eben die wirkliche Wahrheit. Denn das Menschenleben ist tiefer und komplizierter gegründet, als man gewöhnlich meint. Um es zu verstehen, darf man nicht auf der Erde bleiben mit seinen Gedanken, muß von der Erde hinausschweifen in die Weiten des Kosmos. Und wie man auf der Erde nur zu leicht den Geist vergißt und die Materie schaut, so ist das Gegenteil der Fall, sobald man wirklich nur mit ein wenig imaginativer Erkenntnis in den Sternenhimmel kommt. Da vergißt man ganz sicher die Materie und schaut allmählich die Geister, wie es schließlich in der alten primitiven Zeit die armen Hirten getan haben, wie es bis in das Mittelalter herein war, wo man nicht bloß äußere Zeichen hingezeichnet hat auf die Himmelssphäre, sondern Figuren, weil man in der Tat diese Figuren in imaginativer Erkenntnis schaute. Anthroposophie vertieft schon auch die Empfindung, wie ich öfters sagte. Denn denken Sie einmal: wenn man es mit solcher Erkenntnis versucht, wie ich sie geschildert habe, dann schaut man auf das Schicksal eines Menschen hin. Was sieht man da alles! Da beginnt man eigentlich auf das Schicksal eines jeden Menschen mit heiliger Scheu zu schauen. Denn was wirkt in dem Schicksale eines jeden Menschen? Umfassende Sternenweisheit! Ganz umfassende Sternenweisheit! Durch nichts schaut man in einer so ergreifenden, in die Seele tief einschneidenden Weise das Wirken der Götter im Weltenall, als wenn man es schaut im Schicksale des Menschen, in dieser durch das Ewige hindurch wellenden, umfassenden Weltgerechtigkeit, die eigentlich das hinter dem Menschenwesen webende Dasein, Tun und Handeln und Denken der Götter ist. Das wollte ich Ihnen heute vom Karma sagen. Das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft und der Inhalt der anthroposophischen Bewegung.
[ 27 ] You see, this is the approach now being taken to delve deeper and deeper into anthroposophy. And we will simply have to accept that some things sound paradoxical or strange. But it is precisely the paradoxical and the strange that constitute the real truth. For human life is founded on a deeper and more complex basis than is commonly thought. To understand it, one must not keep one’s thoughts confined to the earth; one must let them wander beyond the earth into the vastness of the cosmos. And just as one all too easily forgets the spirit on earth and focuses only on matter, the opposite is true as soon as one enters the starry sky with even a little imaginative insight. There, one is sure to forget matter and gradually begin to see the spirits, just as the poor shepherds did in ancient, primitive times, and as was the case well into the Middle Ages, when people did not merely draw external symbols on the celestial sphere, but figures—because they actually saw these figures through imaginative insight. Anthroposophy also deepens one’s sense of feeling, as I have often said. For just think: when one approaches it with the kind of insight I have described, one looks upon the destiny of a human being. What a wealth of things one sees there! One actually begins to view the destiny of every human being with sacred awe. For what is at work in the destiny of every human being? All-encompassing stellar wisdom! Utterly all-encompassing stellar wisdom! Nothing allows one to see the workings of the gods in the universe in such a moving way—a way that cuts deep into the soul—as when one sees it in the destiny of human beings, in this all-encompassing cosmic justice that surges through the eternal, which is, in fact, the existence, activity, and thought of the gods weaving behind the human being. That is what I wanted to tell you today about karma. The karma of the Anthroposophical Society and the essence of the anthroposophical movement.
