Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240
24 August 1924, London
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Karmic Relationships VI, tr. Osmond
Das Karma im einzelnen Menschen und in der Menschheitsentwickelung I
Lecture IV
[ 1 ] Vorerst gibt es mir eine angenehme Befriedigung, herzlichst zu danken für die freundlichen Worte, die der Vorsitzende der Englischen Anthroposophischen Gesellschaft, Mr. Collison, soeben ausgesprochen hat. Sie können ja immer überzeugt sein, daß es mir tief befriedigend ist, wieder unter Ihnen sein zu können und einiges von unserer anthroposophischen Arbeit hier sich entwickeln zu lassen. In diesem Augenblicke kann man ja mit dieser anthroposophischen Arbeit unter zwei Eindrücken stehen, zuerst unter demjenigen, der bewirkt wird dadurch, daß wir eben von Torquay kommen, wo wir eine Zeitlang leben durften in Darstellungen aus der geistigen Welt, die in dem Zeichen standen, das ich vorgestern dadurch charakterisiert habe, daß die beiden Sommerveranstaltungen, die aus dem Impuls unseres Freundes Dunlop und unserer Freundin Mrs. Merry hervorgegangen sind, daß diese Veranstaltungen einen, wie ich sagen möchte, eben okkult anheimeln, daß man aus dem ganzen Milieu der Veranstaltungen, aus dem Umgebensein mit der elementarisch, auch geistig elementarisch wirkenden Natur, oder wenigstens dem Nahesein solcher Natur, auch eine gewisse innere impulsive Veranlassung hatte, mit dem, was auseinandergesetzt wurde, stehenzubleiben innerhalb derjenigen Impulse, die durchaus an die Lokalität gebunden sind.
[ 1 ] Not translated
[ 2 ] Das zweite ist, daß es mir ja zum ersten Male gegönnt ist, nach der bedeutungsvollen Weihnachtstagung am Goetheanum hier unter Ihnen, meine lieben Freunde, zu sprechen. Diese Weihnachtstagung in ihrer Bedeutung ist ja wohl, denn das lag in Ihren Absichten, hier im Zweige unserer englischen Freunde durchgesprochen, durchgedacht, durchempfunden worden, Es ist ja richtig, meine lieben Freunde, daß der ganze, volle Impuls dieser Weihnachtstagung auf der einen Seite, soviel es sich nun gezeigt hat, da ich ja an verschiedenen Orten sprechen durfte nach dieser Weihnachtstagung, daß dieser ganze volle Impuls der Weihnachtstagung — da mehr, dort weniger — verstanden wird, daß er sich beginnt einzuleben, daß er aber auch manches Befremden noch hervorruft innerhalb der Herzen unserer lieben anthroposophischen Freunde.
[ 2 ] Not translated
[ 3 ] Es war dieser Weihnachtsimpuls dadurch notwendig geworden, daß eben die Entwickelung der Anthroposophischen Gesellschaft, seit sie selbständig geworden ist, sich losgelöst hat, herausgegliedert hat aus ihrem früheren äußeren Verbundensein mit der Theosophischen Gesellschaft, nicht jene Gestalt angenommen hat, von der ich gedacht habe, namentlich 1913, daß sie angenommen werden würde.
[ 3 ] Not translated
[ 4 ] Und dann hat sich mancherlei aus der Anthroposophischen Gesellschaft heraus entwickelt, was nicht in organischer innerer Lebenskraft dessen stand, was die anthroposophische Bewegung geistig, spirituell darstellt. Das alles habe ich ja während der Weihnachtstagung auseinandergesetzt, möchte hier nur darauf verweisen. Es war in gewissem Sinne ein Wagnis, in den Wochen vor der Weihnachtstagung zu dem Entschlusse zu kommen, daß ich selbst den Vorsitz der Anthroposophischen Gesellschaft, wie sienun vom Goetheanum aus begründet worden ist, übernehmen konnte. Denn bisher war es ja so, daß ich durchaus nur im Hintergrunde als Lehrer innerhalb der anthroposophischen Bewegung gelten wollte und offiziell kein Amt annahm. Es ist schwierig, mit all demjenigen, was in der geistigen Welt als Verpflichtung dem Lehrenden auferlegt ist, mit all den Verantwortlichkeiten gegenüber der geistigen Welt gerade in der heutigen Zeit die äußere Verwaltung der Gesellschaft zu übernehmen, die nun einmal die Verwaltung des Geistesgutes, des Weisheitsgutes der Anthroposophie zu ihrer Aufgabe hat. Allein, es mußte geschehen. Es war aber insofern ein Wagnis, als man natürlich vor der Eventualität stand, daß auch dadurch manches verlorengehen könnte von jenen spirituellen Strömungen, die einmal aus der geistigen Welt heute in die Menschenwelt hereinwollen, und deren Empfangen die Aufgabe der anthroposophischen Bewegung ist.
[ 4 ] Not translated
[ 5 ] Nun darf aber gesagt werden, daß durchaus die Sache sich so dargestellt hat, daß nicht nur etwa seit der Weihnachtstagung kein Zurückstauen der Offenbarungen aus der geistigen Welt vorliegt, sondern im Gegenteil, daß sogar die geistige Welt mit einer viel größeren Wohlgefälligkeit herabsieht auf dasjenige, was durch die anthroposophische Bewegung in der Anthroposophischen Gesellschaft geschieht, und daß die Gaben aus der geistigen Welt eigentlich seit dieser Weihnachtstagung wesentlich reicher geworden sind, so daß wir also auch in dieser esoterischen Beziehung durchaus mit voller Befriedigung auf die Weihnachtstagung zurückblicken dürfen.
[ 5 ] Not translated
[ 6 ] Dasjenige, was mit dem Worte gesagt ist: die esoterische Bedeutung der anthroposophischen Bewegung, das, meine lieben Freunde, soll immer wahrer und wahrer, immer wirklicher und wirklicher werden. Der Zug, der durch die anthroposophische Bewegung geht, soll immer esoterischer und esoterischer sich gestalten. Das wird nur dann richtig verstanden werden, wenn man die volle esoterische Aufgabe des Vorstandes am Goetheanum verstehen wird, wenn man dasjenige verstehen wird, was ich bei der Weihnachtstagung gemeint habe, als ich sagte, er muß ein Initiativvorstand sein, er muß ergreifen die Aufgaben, die der anthroposophischen Bewegung aus der geistigen Welt gestellt werden, muß diese aufnehmen, muß sie in die Welt leiten, darf nicht bloß ein Verwaltungsvorstand sein.
[ 6 ] Not translated
[ 7 ] Nun, meine lieben Freunde, man hat gesehen, daß die Herzen das Esoterische, das auch durch alles Vortragswesen seit der Weihnachtstagung am Goetheanum fließt, mit einer großen Empfänglichkeit aufnehmen. Und es steht zu hoffen, daß das auch in der Zukunft der Fall sein wird, wenn auch vielleicht die Dinge so liegen, daß wegen des konservativen Sinnes in England noch immer ein leiser Zug bemerkbar ist hier, daß man es lieben würde, das alte Verhältnis fortzusetzen, wie es war, ohne Einschaltung desjenigen, was vom Goetheanum ganz durch den Willen der anthroposophischen Bewegung selbst ausgehen soll. Aber es wird ja auch etwas vielleicht Progressives in diesen Konservativismus nach und nach sich hingewöhnen. Und wir dürfen hoffen, daß dasjenige, was heute vielleicht da ist, aber noch nicht bemerkt wird, überhaupt nicht bemerkt wird, vorübergehe, ohne daß es bemerkt wird und abgewöhnt wird, ohne daß man erst weiß, daß es da ist. Ich weiß, wie sehr man hängt an demjenigen, was sich einmal eingebürgert hat. Aber man muß durchaus die Empfindungen erheben können, meine lieben Freunde, dazu, daß ja anthroposophische Bewegung überhaupt gegenüber allem in der Welt etwas Neues ist und daß es außerordentlich schwierig, ja auf vielen Gebieten unmöglich ist, in den alten Formen dieses Neue fortzupflegen. Es ist natürlich dem Menschen auf der anderen Seite schwierig, die neue Form für den neuen Inhalt zu finden.
[ 7 ] Not translated
[ 8 ] Nun, meine lieben Freunde, von da ausgehend möchte ich auch darauf aufmerksam machen, daß im Grunde genommen die anthroposophische Bewegung, wie sie jetzt sich gestalten will, gestalten ja namentlich in ihren spirituellen Strömungen, eine Art Zurückkehren ist zu demjenigen, was ursprünglich in den Absichten lag. In diesen Absichten lag ja nicht nur dies, was sich dazumal in Berlin abspielte, als die deutsche Sektion in der Theosophischen Gesellschaft begründet worden ist, wo während der Begründung dieser deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft von mir in einem Vortragszyklus gesprochen worden ist, der den Titel «Anthroposophie» hatte, so daß sozusagen damals neben der Begründung der theosophischen deutschen Sektion stand die anthroposophische Bewegung; aber dasjenige, was innerhalb der Theosophical Society von unserer Seite sich abgespielt hat, war nie etwas anderes als Anthroposophisches.
[ 8 ] Not translated
[ 9 ] Und nicht nur dieses war vorhanden, sondern es war auch das vorhanden, daß schon dazumal stark bei mir die Absicht war, den esoterischen Zug in die anthroposophische Bewegung hineinzubringen. Daher trug der erste Vortrag, den ich dazumal hielt innerhalb des Rahmens dessen, was gesprochen werden sollte in der Deutschen Sektion der Theosophical Society, den Titel: «Praktische Karma-Übungen.»
[ 9 ] Not translated
[ 10 ] Aber die Persönlichkeiten, die dazumal mit bei der Begründung waren, bekamen einen furchtbaren Schreck, als sie diesen Titel vernahmen, und ich könnte heute noch mit voller Anschaulichkeit die astralischen Wellen des Bebens und Zitterns schildern, welche namentlich die alten Herren an sich zeigten, die dazumal, herausgewachsen aus der theosophischen Bewegung, hörten, ich wollte sprechen über praktisches Karma. Und Worte immerhin wie dieses wurden mir entgegengebracht: Wollen Sie denn an einem Tage unsere ganze jahrzehntelange Arbeit — denn die Leute glaubten ja, jahrzehntelange Arbeit geleistet zuhaben —, unsere ganze jahrzehntelange Arbeit einsargen! — Und es fanden sozusagen fortwährend Privatsitzungen, Councils statt, in denen man mir begreiflich machte, das könne so nicht gehen. Und ich verspürte dann nicht nur den astralischen und Ich-Eindruck von den Bebe- und Zitterwellen, sondern ich verspürte auch den fröstelnden Eindruck der astralischen Gänsehaut, welche die alten Herren bekamen.
[ 10 ] Not translated
[ 11 ] Und da war es denn ganz unmöglich, bei dem Programm zu bleiben, weil es aussichtslos gewesen wäre. Und so kam eben die theosophische Bewegung in Deutschland in ein mehr theoretisches Fahrwasser, wie sie ja überhaupt in der Theosophical Society es hat, und das eigentlich Esoterische mußte warten.
[ 11 ] Not translated
[ 12 ] Und das war ihm vielleicht gut. Denn es vergingen ja mittlerweile reichlich dreimal sieben Jahre, in denen konnte sich manches im Unbewußten und Unterbewußten einleben, was ins Bewußtsein nicht recht hineinwollte. Und das ist auch geschehen. Und so kann jetzt durchaus in jener esoterischen Weise gerade für den Anfang des Einlebens des Goetheanischen Weihnachtsimpulses, dasjenige, was dazumal nicht gehen konnte, es kann der Anfang dieses Einlebens damit beginnen, daß die okkulten Entwickelungsimpulse der Welt, des Kosmos und der Menschheit gesucht werden auf dem karmischen Gebiete. Gefragt wird, und die Antworten werden gegeben, wenn sie heute aus der geistigen Welt heraus schon gegeben werden können, nach Menschheits-, nach einzelnem, individuellem Karma und so weiter. Daran werden anschaulich werden können die Impulse, die hereinwollen, mit aller Kraft hereinwollen aus der übersinnlichen Welt in die Welt der Menschheit in der Gegenwart.
[ 12 ] Not translated
[ 13 ] Und mit einer entsprechenden Auseinandersetzung in dieser Richtung wollen wir deshalb auch heute beginnen, nachdem diese Einleitung übersetzt sein wird.
[ 13 ] Not translated
[ 14 ] Wie Karma im einzelnen Menschen und in der Menschheitsentwickelung auch heute verankert ist und wie sich einzelne karmische Tatsachen daraus besprechen lassen, es wird uns vor die Seele treten können, wenn wir dieser Besprechung eine Einleitung vorangehen lassen über die Entwickelung des menschlichen Bewußtseins aus Zuständen heraus, in denen die Menschen noch im gewöhnlichen Leben eine unmittelbare, elementare Wahrnehmung vom Karma hatten, zu anderen Zuständen des Bewußtseins, zu denen sie später kamen und in denen die unmittelbare Einsicht in das Karma verlorenging. Denn heute ist es ja so, daß der Mensch von seinem Karma innerhalb des Bewußtseins, das er nun einmal hat als waches Tagesbewußtsein, nichts weiß. Die Welt, in der er lebt vom Aufwachen bis zum Einschlafen, hält ihn davon ab, von seinem Karma unmittelbar elementarisch etwas zu wissen. Aber die Menschheit lebte nicht immer in diesem Bewußtseinszustande, der heute der sogenannte normale ist, sondern die Menschheit lebte in früheren Zeiten, auch in der nachatlantischen Erdenentwickelung, auch im alltäglichen Leben, in anderen Bewußtseinszuständen. Wir leben heute mit dem normalen Bewußtsein in drei Bewußtseinszuständen, die ich öfter charakterisiert habe: erstens das Wachbewußtsein, zweitens das Traumbewußtsein, wo noch einzelne Stücke der Tageserlebnisse reminiszenzenhaft vor dem Bewußtsein auftauchen, aber auch hineinspielen mancherlei Einschläge der geistigen Welt; und endlich als Drittes das völlige Schlafbewußtsein, in dem für die menschliche Seele ringsherum Dumpfheit, Dämmernis, Finsternis ist und das Bewußtsein sozusagen in die Bewußtlosigkeit hinuntersinkt. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
[ 14 ] We shall best understand how karma is anchored in the individual and in the evolution of humanity, and how the single facts of karma lend themselves to description, if we begin by considering how human consciousness has evolved since the time when, even in his ordinary life, man had a direct, elementary perception of his karma. To-day it is a fact that in his waking consciousness man knows nothing of his karma. The world in which he lives from awaking to falling asleep prevents him from having any direct knowledge of his karma. But humanity has not always lived in the state of consciousness that is considered normal to-day. In olden times, moreover during the earlier Post-Atlantean periods of evolution, quite different states of consciousness prevailed, even in the everyday life of man. There are three states or conditions of normal consciousness to-day—I have often described them to you. Firstly, there is waking consciousness; secondly, dream-consciousness into which scattered reminiscences of the day's experiences make their way but mingled, too, with influences from the spiritual world; and lastly, sleep-consciousness proper, in which dimness and darkness surround the human soul and consciousness sinks away, so to speak, into unconsciousness.
[ 15 ] 1. Wachbewußtsein
2. Traumbewußtsein
3. Schlafbewußtsein.
[ 15 ] Waking consciousness.
Dream consciousness.
Sleep consciousness.
[ 16 ] So war es nicht immer in der Menschheit. Es gab Zeiten in der menschlichen Entwickelung, wo das alltägliche Bewußtsein in ganz anderer Weise verlief. Und wenn wir weit, ganz, ganz weit zurückgehen in die Zeiten, die unmittelbar folgten auf die atlantische Katastrophe, wo die Landoberflächen der Erde entstanden an den Stellen, wo früher Meer war, wo das Meer auftauchte an den Stellen, wo früher Land war, wo die Erde durchgehen mußte durch eine Periode der Vereisung, wenn wir diese Zeit nehmen, die unmittelbar auf die alte atlantische Katastrophe folgte, in der ausgebreitete alte Kulturen zugrunde gingen, wenn wir also zurückblicken in eine Zeit, die etwa acht- bis zehntausend Jahre hinter uns liegt, dann finden wir allerdings eine Menschheit, welche drei andere Bewußtseinszustände hatte. Jene Menschheit, welche die alte atlantische Katastrophe überlebte, sie hatte auch drei Bewußtseinszustände, aber diese waren wesentlich anderer Art. Dieses nüchterne Alltagsbewußtsein vom Aufwachen bis zum Einschlafen, wie es der heutige Mensch hat, wo er jeden anderen Menschen mit scharfen Konturen sieht, wo er auch die übrigen Wesen der Natur und Vorgänge der Natur mit scharfen Konturen sieht, diesen wachen Tagesbewußtseinszustand gab es allerdings in jenen alten Zeiten nicht; sondern man sah den Menschen ohne scharfe Konturen sich fortsetzen nach allen Seiten ins Geistige, ins Aurische, und man sah im Aurischen auf seine Seele hin. Und auch die Tiere sah man mit mächtiger Aura. Man sah in der Aura ihre innerlichen Vorgänge, das Verdauen, das Atmen. Man sah die Pflanzen wie mit der Blüte heraufstrebend in eine Art Wolke, welche die Erde immerfort einhüllte. Alles war in verglimmendes astralisches Licht für dieses Bewußtsein getaucht. Und man kann schon davon sprechen, daß dieser Tagesbewußtseinszustand für jene alte, auf die atlantische Katastrophe folgende Menschheit der einer . verglimmenden Astralanschauung der physischen Welt war.
[ 16 ] It was not always thus. There was a time in man's evolution when the experiences of his everyday consciousness took quite different forms. Let us look back some eight or ten thousand years to the epoch immediately following the Atlantean catastrophe whereby many widespread forms of civilisation and culture were wiped out of existence. It was an epoch when land began to arise where formerly there had been sea, and sea to cover tracts that had once been land, a time moreover when the earth was destined to pass through a period of intense cold. We discover there a humanity which had survived the Atlantean catastrophe and was also endowed with three distinct kinds of consciousness but of an essentially different character from those of to-day. The prosaic, everyday consciousness of modern man in his waking hours, by which he sees other human beings and the creatures and happenings of nature in sharp outlines—this the men of those ancient times did not possess. They saw the human being without sharp contours, extending in all directions into the Spiritual, spreading out into the aura; and in this aura they saw his soul. Animals too were seen in great and mighty auras; in their case it was the inner processes—digestion, breathing and so forth—that became visible in the aura. Plants reached up with their blossoms into a sort of cloud which permanently surrounded the Earth. Everything was bathed in a dying astral light. The day-consciousness of men who lived directly after the Atlantean Flood was a gradually fading astral vision of the physical world. I say “fading,” for in its power of giving light it was gradually waning away; before the Atlantean catastrophe this power of vision in astral light had been much stronger and more intense.
[ 17 ] Ich sage verglimmend, das heißt in seiner Leuchtekraft sich allmählich abschwächend, weil eben vor der atlantischen Katastrophe dieses Schauen in einem astralischen Leuchten viel stärker und intensiver war als heute. Aber das Hineinkommen in diesen Bewußtseinszustand, jenes Hinein-Aufwachen in diesen Bewußtseinszustand, denn mit einem Hinein-Aufwachen, wie es ja auch das heutige Aufwachen ist, läßt sich das vergleichen, jenes Hinein-Aufwachen in diesen Bewußtseinszustand des verglimmenden Astralschauens, das war anders als das Sich-Herauswinden des heutigen Menschen aus dem Schlafzustand, wo die chaotischen Träume zunächst vor der Seele stehen, bevor der Mensch in den Tag eintritt.
[ 17 ] Not translated
[ 18 ] Wenn diese Leute der alten Zeit aufwachten, dann war es so, als ob sich ihnen im Bewußtsein nachschöbe nun nicht bloß eine Traumeswelt, sondern eine Welt der Wirklichkeit, in die sie untergetaucht waren, von der sie auch wußten, daß sie aus ihr herauskommen und daß sie darinnen Umgang hatten mit Geistwesen, mit Geistwesen höherer Hierarchien, mit Geistwesen elementarischer Art. Es war wirklich dieses Aufwachen so, wie es ist, wenn der Mensch heute von einem Orte, an dem er vieles erlebt hat, an einen anderen Ort kommt, wo er sich im Umkreise von neuen Erlebnissen an all das erinnert, was er erlebt hat. Trat man in den Tag ein in jenen alten Zeiten, dann hatte man die neuen Tageserlebnisse, aber man hatte die geschilderte Erinnerung: man war an einem anderen Orte gewesen, wo man nur mit anderen Wesen zusammen war, wo man nicht unmittelbar mit den physischen Menschen zusammen war, die einen sonst mit den Tieren und Pflanzen umgeben, wo man umgeben war von den entkörperten Menschenseelen, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben, wo man zusammen war mit anderen Wesen, die niemals auf der Erde in irgendeiner Inkarnation leben.
[ 18 ] The awakening to this condition of consciousness—for the entering into it may be compared to an awakening—was very different from the awakening of normal man to-day, where the soul is confronted with chaotic dreams before passing into the waking consciousness of day. When these people of antiquity awakened it was no mere world of dreams that invaded their consciousness; they were within a world of reality of which they knew also that therein they had been among spiritual Beings of the higher Hierarchies and elementary spirit-beings. “Waking up” was for them as it might be with a man of to-day who leaves a place in which he has had many experiences and goes somewhere else where in a sphere of new experiences he remembers the others. When in those ancient times a man entered waking life, he had the new experiences of day; but the remembrances remained with him of how he had been in another world, with other beings, not with the physical human beings who together with the plants and animals are generally around him, but with disembodied human souls living between death and a new birth, and with other beings, too, who never incarnate on the earth.
[ 19 ] Nachdem man eine gewisse Art von Bewohnern des Weltenalls verlassen hatte, fühlte man sich dann hereingestellt in eine andere Welt, in die Welt des physischen Erlebens zwischen Geburt und Tod. Aber man fühlte auch deutlich die Erinnerung an die geistige Welt, an jene Welt, die der Mensch durchläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Man kann sagen: da trat herein in die verglimmende Astralanschauung die Anschauung der geistigen Welt.
[ 19 ] Man felt that he had departed from beings dwelling in the cosmos and was now placed into another world, into the world of physical experience between birth and death, Nevertheless he still preserved a memory of the spiritual world, the world through which human beings pass between death and a new birth. Vision of the spiritual world still streamed into his already fading astral vision.
[ 20 ] So daß eigentlich dieser Bewußtseinszustand, wo der Mensch wie heute so zwischen rein physischen Wesenheiten steht, damals gar nicht vorhanden war. Es hatten damals schon die Menschen nicht bloß in einer Art von Träumen, sondern in einer sehr realen Wirklichkeitsvorstellung die Empfindung: sie sehen, wenn sie herauskommen in das Tagesbewußtsein, Bäume und Tiere und Berge und Felsen und Wolken, aber es ist dieselbe Welt, in der auch jene Geisteswesen und jene Menschenseelen leben, die nicht auf Erden verkörpert sind, die in der geistigen Welt leben, mit denen man zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt. Und dann bekamen sie die reale Vorstellung, diese Menschen: in jeden Baum, in jeden bemerkenswerten Felsen, in die Tiefe der Berge hinein und zu den Höhen der Wolken hinauf bewegen sich, während der Mensch aufwacht, diese Wesen hin, schlüpfen hinein, tauchen unter in die einzelnen Wesenheiten, in die Geschöpfe der äußeren physischen Natur.
[ 20 ] The condition of consciousness in which man to-day lives among purely physical beings did not then exist at all. In those times men had the following experience—it was not a dream but a picture that was graphic and real: when they passed into the day-consciousness and looked at trees, animals, mountains, rocks and clouds, they felt that this was the same world in which were living those spirit-beings and human souls who were not incarnate on the earth but living in the spiritual world that is man's habitation between death and a new birth. And then there came to these men a concretely real picture of how these beings pass into the trees and rocks while man is in his waking consciousness, how they disappear into the depths of the mountains or rise up to the heights of the clouds, steal away into all the created things of outer physical nature.
[ 21 ] Man ging in den Wald, man sah einen besonderen Baum. Man wußte dazumal: dahinein ist ein Nachtwesen geschlüpft, mit dem man zusammen war, und man sah deutlich, wie das der Initiierte heute noch sehen kann: in die physischen Lokalitäten hinein schlüpfen die geistigen Wesenheiten wie in ihre Häuser. Kein Wunder daher, daß dann alle diese Dinge in den Mythus übergingen und die Menschen davon sprachen, daß es Baumgeister, Quellengeister, Wolkengeister, Bergesgeister gibt. Sie sahen ja das, womit sie nächtlich zusammen waren, in die Berge, in die Wellen, in die Wolken, in die Pflanzen, in die Bäume hineinschlüpfen.
[ 21 ] On going into a forest, a man would, for example, notice a tree and know that it was the hiding place of a being with whom he had been together in the night. Men then saw clearly, as an Initiate can still see to-day, how spirit-beings made their way into physical habitations as though into their homes. No wonder that all these things passed over into the myths and that men talked of tree-spirits, water-spirits, spirits of clouds and mountains, for they saw their companions of the night disappearing into the mountains, into the waves, into the clouds, into the plants and the trees.
[ 22 ] Das war die seelische Morgendämmerung, die damals dieses Hineinschlüpfen der Geistwelt in die physisch-sinnliche Welt sah. Von den hervorragenden, erhabenen Geistern sagte man würdevoll: sie haben in diesen physischen Lokalitäten ihre Ruhesitze während des Tages. Von den minderwertigeren Elementarwesen, die unter den Menschen, ja oftmals unter den Tieren leben in ihrer Evolutionsepoche, von denen sagte man: sie verstecken sich darinnen. Da drückte man die Sache neckisch aus. Aber das, was man da auf der einen Seite im Erhabenen, auf der anderen Seite in Ohnmacht, in Neckischheit ausdrückte, das entsprach genau dem Gefühle, das man gegenüber dieser seelischen Morgendämmerung hatte.
[ 22 ] Such was early dawn in the experience of the soul: men saw the spirit-world disappearing into the physical world of sense. They spoke reverently of the great and lofty Spirits as taking rest by day in these physical habitations; they spoke of the lesser, elementary beings who live among men and often among animals, as lurking in the things of nature. They expressed it even roguishly. But whether expressed in sublime and reverent language or in pleasantries, it was exactly what they felt about this condition of early dawn in the soul's experience.
[ 23 ] Nun aber stellen Sie sich vor, meine lieben Freunde, ein Mensch war in einer solchen geistigen Welt im letzten Teil des Schlafes da drinnen, und morgens ging es ihm auf; ganz klar, daß er drinnen war, wurde es ihm erst beim Aufwachen. Warum war das? Warum sah er eigentlich erst beim Aufwachen, als die Geister verschwanden, diese geistig-übersinnliche Welt, mit der er zusammen lebte zwischen dem Tode und einer neuen Geburt? Deshalb, weil -— während dieser Zustand da war, während also der Mensch im letzten Teil des Schlafes in diesem Zustande der Anschauung der geistigen Welt war — der Mensch noch in einem dritten Zustande des Bewußtseins lebte. Da lebte er in einem Bewußtseinszustand, der nun wieder eine ganz andere Welt vor die. Seele zauberte. Und zwar sah da der Mensch, während er sich während seines Erdendaseins im Schlafe anschauend in der geistigen Welt befand, zurück auf die Evolution seines Karma.
[ 23 ] Picture it to yourselves. A human being had been in a spiritual world during the last phase of his sleep; it was when he awoke, and only then, that he clearly remembered having been in this spiritual world. How was this? Why did he only see this spiritual, super-sensible world as he awoke, when the spirits were already disappearing? Why did he only then see this spiritual, super-sensible world in which he lived between death and birth? It was because in those days, when during the last phase of his sleep man was able to see the spirit-world, he experienced yet a third condition of consciousness which conjured up another, an entirely different world before his soul. For it was so that during the time he was “asleep” in his earthly existence and present with power of vision in the spiritual world, he looked back on the evolution of his own karma.
[ 24 ] Dieser dritte Bewußtseinszustand der Menschen, die unmittelbar auf die atlantische Katastrophe folgten, war die Anschauung des Karma. Die war ihnen eben in dieser Zeit einfach eine Realität. (Fortsetzung der Tafelanschrift:)
[ 24 ] This third state of consciousness experienced by men during the epoch immediately following the Atlantean catastrophe, consisted in a vision of karma. This vision of their own karma was an absolute reality to them.
1. Wachbewußtsein: verglimmende Astralanschauung
2. Traumbewußtsein: Anschauung der geistigen Welt
3. Schlafbewußtsein: Anschauung des Karma.
- Waking consciousness .... Fading astral vision.
- Dream consciousness ..... Vision of the spiritual world.
- Sleep consciousness ....... Vision of karma.
[ 25 ] Und wie heute die drei Bewußtseinszustände: Wachbewußtsein, Traumbewußtsein, Schlafbewußtsein, im täglichen Leben abwechseln, so wechselten dazumal für den Menschen die Zustände der verglimmenden Astralanschauung, der Anschauung der geistigen Welt, der Anschauung der Karma-Entwickelung ab.
[ 25 ] As the three states of consciousness alternate in the life of man to-day, so did ancient man experience successively the three conditions of a darkening astral vision, a vision of spiritual worlds and a vision of karma.
[ 26 ] Ja, es ist so, meine lieben Freunde, daß in diesen alten Zeiten die Anschauung des Karma einfach eine Bewußtseinsrealität für die Menschen war und daß man daher mit Recht sagen kann: es gab einmal eine Art von Bewußtsein in der Menschheit, durch das man einfach hinschaute auf die Realität des Karma.
[ 26 ] It is a fact that in olden times a vision of karma was a reality of consciousness for man; we can truly say that man once had a consciousness by means of which he beheld the reality of karma.
[ 27 ] Dann ging die Entwickelung in der folgenden Art weiter: Zuerst hörte dieser Schlaf, der aber dann ja kein Schlaf war, denn während man schlief, schaute man auf das Karma zurück — zuerst hörte also diese Anschauung in bezug auf das Karma auf. Sie verdunkelte sich. Und von dem Tatsächlichen des Karma blieben nur die Erkenntnisse der Eingeweihten, der Initiierten in den Mysterien zurück. Da wurde dann das, was früher geschaut wurde bei den Menschen als KarmaErfahrung, es wurde dann Gelehrsamkeit. Was also eine alte Erfahrung war, meine lieben Freunde, wurde dann in späteren Zeiten Gelehrtheit. Denn es dämpfte sich, dumpfte sich ab innerhalb des altertümlichen Bewußtseins, und es verblieb der Menschheit nur — und so war es etwa in der Zeit, die uns als die alte chaldäische oder babylonische oder ägyptische geschildert wird — das Hinschauen auf die geistige Welt. So daß man um diese Zeit, also in den Jahrtausenden, die der christlichen Entwickelung vorangingen, in einem Menschheitsbewußtsein lebte, dem die Anschauung der übersinnlichen Welt noch durchaus natürlich war, in der aber vom Karma nur gelehrt wurde. Und begreiflich ist es daher, daß gerade in dieser Zeit, die der christlichen Entwickelung voranging, weil noch ein intensives Bewußtsein vorhanden war von der geistigen Welt, von der Welt, in welcher der Mensch ist zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und weil verglommen und verdumpft war das Karmabewußtsein, begreiflich ist, daß man das Karmabewußtsein in der allgemeinen Menschheit ganz verlor, daß es sozusagen nicht da war, als die christliche Entwickelung einsetzte, und daß dann besonders stark der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt betont wurde, wenn der Mensch entkörpert ist. Das verspüren wir ja so ganz besonders stark in dem, was uns als die alte ägyptische Anschauung entgegentritt: ein ungeheuer starkes Bewußtsein von der geistigen Welt, ein geläutertes, feines Bewußtsein von der Welt, in die der Mensch eintritt durch die Pforte des Todes, wenn er Osiris wird, aber kein Bewußtsein mehr von den wiederholten Erdenleben.
[ 27 ] Evolution then took the following course. First of all this vision of karma ceased in the sleep that was of course no sleep as we understand it. The vision of karma began to grow dim. Of the facts of karma there only remained the knowledge possessed by the Initiates in the Mysteries. That which had once been vision and actual experience became a matter of learning and erudition. The ancient consciousness darkened and there only remained—so it was in the old Chaldean-Babylonian-Egyptian period—the power to look up into the spiritual world. Thus, in the centuries which preceded the Christian epoch, a vision of the super-sensible world still came about quite naturally, but the facts about karma were only taught, they were no longer seen. In the times immediately preceding the Christian era there was still an intense consciousness of the spiritual world, of the world in which man lives between death and a new birth, although the consciousness of karma had faded and was simply not there for humanity in general when the Christian era began. It is therefore understandable that special emphasis was laid upon man's connection with the spiritual world while he is in the disembodied state. Especially in the ancient Egyptian conception we can discern this intensely strong consciousness of the spiritual world, a purified, and clear-sighted consciousness of the world which man enters through the gate of death, when he becomes Osiris. But there is no consciousness any longer of repeated earthly lives.
[ 28 ] Dann kam allmählich die Zeit heran, die heute in der Menschheitsentwickelung ihren Höhepunkt hat, die eigentlich der Menschheit heute eigen ist. Die Astralanschauung ist zu unserem nüchtern-prosaischen Bewußtsein herabgesunken, das wir im normalen Leben zwischen dem Aufwachen und dem Einschlafen haben, wo wir nur das unbedeutende Stück Mensch zum Beispiel sehen, das innerhalb der Haut eingeschlossen ist in Fleisch und Knochen und Gefäßen, was so, wie es von dem heutigen Tagesbewußtsein gesehen werden kann, das unbedeutendste Stück Mensch ist. Ganz begreiflich, daß doch bei sehr vielen die Tendenz entsteht, dieses unbedeutende Stück Mensch mit allerlei sogenannten schönen äußeren Bekleidungsstücken zu umhängen, damit es doch noch etwas sei, während man im tiefen Unterbewußtsein das Gefühl hat, daß es eigentlich unbedeutend ist und hineingehört in die leuchtend wärmende Bekleidung des Aurischen, des Astralischen, des Ich-Wesens.
[ 28 ] Then came the gradual approach of the time which has now reached its apex and properly belongs to the humanity of our day. Astral vision has sunk into the prosaic, matter-of-fact consciousness we have in ordinary life between awaking and falling asleep, when we only perceive, for example, that insignificant part of man which is enclosed by his skin and consists in flesh and bones and different vessels; that is all we see in our day-consciousness. One can well understand that people want to array it in all kinds of so-called beautiful clothes in an attempt to give it some importance, since deep down in the sub-consciousness there is a feeling that in itself it is of no significance and belongs, rightly, in the radiant, glowing garment of the aura, of the astral and Ego nature.
[ 29 ] Und als man zuerst diesen Übergang gefühlt hat vom Schauen des Menschen mit seiner Aura zum Schauen des gegenwärtigen unbedeutenden Menschen, da hat man schon in der Bekleidung nachzuahmen versucht, wie das ausschaut, was an dem Menschen aurisch ist; so daß die alten Moden — wenn ich das Wort gebrauchen darf — in gewissem Sinne Abbilder sind des Aurischen. Von den neueren Moden kann ich Ihnen die Versicherung geben, daß sie es gar nicht sind.
[ 29 ] And when men became aware of the change from the vision that sees the human being in his aura to the vision that sees only the unimportant, bodily part of him, they endeavoured to imitate in the clothing what had once been seen as the aura; so that the fashions of old—if I may put it so—were in a certain sense copies of the aura. As for modern fashions, well, I can assure you they are no such thing!
[ 30 ] Das Bewußtsein der übersinnlichen Welt hat die Form angenommen, daß der Mensch es in den chaotischen Träumen verträumt. Und das Karmabewußtsein verschläft er vollständig. Er würde das Karmabewußtsein haben, wenn der Teil des Bewußtseins, der traumlos ist zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, plötzlich ins Bewußtsein schießen würde. Dann wäre das Karmabewußtsein da.
[ 30 ] The consciousness of the super-sensible world has taken on the form of chaotic dreaming. Man dreams it away! And in respect of the karma-consciousness, man is fast asleep. He would have the consciousness of karma if that part of his consciousness which is dreamless between falling asleep and awakening were suddenly to awake. Then he would have the consciousness of karma.
[ 31 ] So ist im Laufe der Menschheitsentwickelung seit der Zeit, die ich charakterisiert habe, im Laufe von zehntausend Jahren etwa, die Verwandlung vor sich gegangen, daß der Mensch das in der physischen Welt Geistige «verwacht» — denn wir «verwachen» auch das Geistige, nicht bloß, daß wir es verschlafen —, daß der Mensch das Geistige verwacht, die eigentliche geistige Welt verträumt, und das Karma verschläft.
[ 31 ] Thus in the course of ten thousand years or thereabouts, the great change has taken place. Man “wakes” away—not only “sleeps” away—the spiritual reality in the physical world. He “wakes” away the Spiritual in nature, he “dreams” away the true spiritual world, he “sleeps” away his karma.
[ 32 ] Das ist etwas, was einmal zum Heraufkommen des Freiheitsbewußtseins notwendig geworden ist, wie ich öfter ausgeführt habe. Aber es muß die Menschheit aus ihrem gegenwärtigen Zustande wiederum herauskommen.
[ 32 ] This development was necessary, as I have often told you, in order that the consciousness of freedom might arise. But humanity must now again emerge from its present condition of consciousness.
[ 33 ] Man kann sagen, daß dasjenige, was, allerdings in einer sehr traumhaften Art, ein natürlicher Bewußtseinszustand in alten Zeiten war — das Wissen von der übersinnlichen Welt und vom Karma —, allmählich sich abgedämmert, abgedämpft hat, und das, was von der übersinnlichen Welt an die Menschen herantreten sollte, dann Lehre der Mysterien geworden ist, während es sich innerhalb des neueren materialistischen Zeitalters ganz verloren hat. Aber innerhalb dieses materialistischen Zeitalters muß wiederum die Möglichkeit aufgehen, sowohl zu dem Bewußtsein der übersinnlichen Welt wie zu dem Bewußtsein von Karma die Brücke zu schaffen.
[ 33 ] We have heard that what was a natural, albeit a dreamlike state of consciousness in olden times, namely knowledge of the super-sensible world and of karma, gradually grew dim and then became Mystery-teaching, while in the modern age of materialism it has been entirely lost. But in this age the possibility must again be found of building a bridge to consciousness both of the super-sensible world and of karma.
[ 34 ] Das heißt aber mit anderen Worten, wenn man sich vor Augen stellt, wie mit dem seelischen Morgendämmern in uralten Zeiten jene geistigen Wesenheiten, in deren Gesellschaft man vom Einschlafen bis zum Aufwachen war, hineinschlüpften in Bäume und Wolken und Berge und Felsen, und der Mensch sich dann während des Tages sagen konnte, wenn er zu einem solchen Baum, zu einem solchen Felsen, zu einem solchen Quell ging: Da drinnen ist verzaubert ein geistiges Wesen, mit dem ich aber in meinem Schlafbewußtsein beisammen bin — so muß der Mensch zunächst durch das Aufnehmen der neueren Initiationswissenschaft dazu kommen, mit dem während des Tagwachens vorhandenen Bewußtsein gewissermaßen geist-erkennend im Anschauen aus jedem Felsen, aus jedem Baum, aus jeder Wolke, aus jedem Stern, aus Sonne und Mond die verschiedenartigsten Geistwesen wieder herauszulocken.
[ 34 ] This means, in other words: When we picture to ourselves how in olden times at early dawn, the spirit-beings with whom man lived from falling asleep to awakening hid themselves in trees and clouds, in mountains and rocks, so that in the day man could say to himself when he saw a tree or a rock or a spring: “A spirit has been enchanted into it, a spirit with whom I was together during my sleep-consciousness”—so now, by accepting the new Initiation-Science, we must learn in our present day-consciousness to recognise the spirit and as we look at every rock or tree or cloud or star, or sun or moon, to recognise the spiritual beings in all their diversity.
[ 35 ] Auf diesen Weg müssen wir uns heute begeben, uns vorbereiten dazu, daß ebenso, wie für die alten Menschen mit dem Aufwachen das Geistwesen, mit dem der Mensch in der Nacht beisammen war, in den Baum, in den Felsen hineingeschlüpft ist, so für die neuere Menschheit herausschlüpft aus Baum und Quell dasjenige, was an geistigem Wesen in Baum und Quelle verborgen ist. Und das kann sein. Das kann dadurch sein, daß der Mensch einfach den Standpunkt des gewohnten Vorurteiles ablegt, in den er sich eingelebt hat, in den die Kinder heute schon bis in dieKindergartenerziehung hinunter eingeführt werden, daß der Mensch ablegt diese Befangenheit, daß man mit dem gesunden Menschenverstand nicht hineinschauen kann in die geistige Welt. Wenn der Initiierte kommt und erzählt die Dinge, die in der geistigen Welt sind, und die Vorgänge, die in der geistigen Welt stattfinden, und wenn der Mensch auch heute noch nicht hineinschauen kann mit dem gewöhnlichen Bewußtsein: wenn er sich seines unbefangenen Menschenverstandes bedient, so kann dieser Menschenverstand durchleuchtet werden durch die Mitteilung von der geistigen Welt. Und das ist unter allen Umständen für jeden der erste rechte Schritt heute,
[ 35 ] We must set out on the path that leads to this. We must prepare for the time when it shall be even so. As truly as a man of olden time, on awakening, saw the spirit-beings with whom he had lived during the night steal into the trees and rocks, so truly for modern man shall the spirit-beings steal forth again from tree and rock and spring! It can really happen, and in this way. A man can lay aside the standpoint of ordinary prejudice in which he has been living, into which even children in the kindergarten are led to-day; he can put aside the prejudices that make him imagine he cannot with healthy human understanding see into the spiritual world. And when the Initiate comes and tells of things of the spiritual world and of events that happen there, then, although he cannot yet himself see, nevertheless by making use of his unprejudiced human understanding, he can be enlightened by the communications that are given concerning the spiritual worlds. This is indeed, and under all circumstances, the right first step for each one to-day.
[ 36 ] Dagegen spricht freilich vieles. Sehen Sie, nach einem der Vorträge, die ich über das Schauen der geistigen Welt in dem verflossenen Jahre hielt, erschien in einer nicht ganz unangesehenen Zeitung eine wohlwollende Besprechung — was eben «wohlwollend» und «angesehen» genannt werden kann mit Bezug auf die vehemente Gegnerschaft gegen die Anthroposophie in der Gegenwart. Nun hatte ich auch in diesem Vortrage darauf aufmerksam gemacht, daß man ja nicht gleich ein Hellseher zu sein braucht, um wirklich zu wissen von der geistigen Welt, sondern daß man mit seinem gesunden Menschenverstand durchaus die Dinge begreifen kann, wenn sie der Hellsehende mitteilt. Ich hatte das sehr stark betont. Und der Mann, der durchaus wohlwollend die Sache besprach, der schrieb den folgenden Satz. Er sagte: Den gesunden Menschenverstand, den will der Steiner anwenden auf die Erkenntnis der übersinnlichen Welt. Solange dieser gesunde Menschenverstand gesund bleibt, so sagte der Mann, so lange weiß er sicher nichts von einer übersinnlichen Welt, und sobald er von einer übersinnlichen Welt weiß, dann ist er schon sicher nicht mehr gesund!
[ 36 ] But difficulties are always cropping up ... Last year, after one of my lectures on how to attain knowledge of the spiritual worlds, a well-meaning paragraph appeared in a newspaper of some standing. We can really call it “well-meaning” and even “respectable” as compared with many vehement expressions of opposition to Anthroposophy to-day! In this lecture I had pointed out that there is no need to become clairvoyant in order to have knowledge of the spiritual world, but that when the seer imparts the knowledge it can be received and understood by the healthy human intellect. I had emphasised this very strongly. The man who wrote the paragraph said in all good faith: “Steiner wants to apply the healthy human intellect to knowledge of the super-sensible world. But so long as the human intellect remains healthy it can certainly know nothing of a super-sensible world; as soon as it does, it is no longer healthy.”
[ 37 ] Ich habe vielleicht niemals mit einer solchen ehrlichen inneren Aufrichtigkeit aussprechen gehört, was eigentlich jeder, der heute vom «gesunden Menschenverstand» aus die Erkenntnis der übersinnlichen Welt ablehnt und von Grenzen der Erkenntnis in gewohntem Sinne spricht, behaupten müßte, wenn er ehrlich ist, innerlich ehrlich ist; denn entweder muß man die heutige Anschauung aufgeben, oder man muß dieses behaupten; anderes ist nicht innerlich ehrlich.
[ 37 ] I think I have never heard it put so honestly before! For it is after all what everyone is bound to say if he denies to the healthy human intellect a knowledge of the super-sensible world, and if he speaks in the usual way of the boundaries of knowledge. Either he must give up the present point of view, or he must agree with this assertion; no other way is really honest.
[ 38 ] Der heutige Initiierte weiß eben durchaus zu sagen, wie aus jedem Stein erkennend im Bewußtsein erlöst wird ein Geisteswesen, wie andere Geisteswesen aus den Pflanzen erlöst werden. Sie treten einem entgegen, wenn man nicht bei der äußeren Sinnesanschauung stehenbleibt. Und jedes Mal, wenn man in die Natur geht, wenn man zum Beispiel zunächst, aus ihren Steinbehausungen hervorgehend, die koboldartigen Elementarwesen schaut, die überall, wo die Natur anfängt ein wenig elementar zu werden, drinnen stecken — dann, wenn man sich so bekannt macht und befreundet mit diesen Elementarwesen, dann sieht man bald auch hinter diesen Elementarwesen, namentlich hinter den Elementarwesen der mineralischen Welt, höhere Wesenheiten, die zuletzt hinaufführen bis zur ersten Hierarchie, bis zu den Seraphim, Cherubim und Thronen.
[ 38 ] A modern Initiate can speak from clear and conscious knowledge of how from every star a spirit-being is released, of how other spirit-beings are released from plants. They come forward to meet us as soon as we pass beyond external sense-observation. Every time we go out into nature we may see all around where nature begins to be a little elemental, kobold-like elementary beings coming out of their stony shelters; if we become friendly with them, especially with the elementary beings of the mineral world, we can see behind them higher Beings who finally lead up to the First Hierarchy, to the Seraphim, Cherubim and Thrones.
[ 39 ] Und wenn konsequent die Übungen durchgeführt werden, die ich in dem Buche: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», das ins Englische unter dem Titel «Initiation» übersetzt ist, angegeben habe, wenn man diese Übungen konsequent, mit großer innerer Energie, Opferwilligkeit und Hingabe macht, dann ist es eigentlich schon so, daß man, wenn man den gehörigen inneren Mut bekommt, zunächst auf so etwas kommt, daß in besonderen mineralischen Einschlägen draußen im Gebirge in einem Stück Stein ganze Welten von Elementarwesen verborgen sind. Die kommen nur so heraus, nach allen Seiten schlüpfen sie heraus, werden groß, und bezeugen, daß sie eigentlich nur zusammengerollt, zusammengeschoben in den Partien der elementarischen Welt sind. Es sind Wesenheiten zunächst innerhalb des mineralischen Naturgebietes, namentlich wo die Erde in den Zustand des «Grunelns» kommt, daß sie sich so frisch anfühlt, daß sie Erdenaroma hat, daß die Pflanzen auch Erdenaroma haben. Wenn man da eintritt in diese Welt der Elementarwesen, da ist es so, daß diese Elementarwesen schon einem angst und bange machen können. Und diese Elementarwesen, die da herauskommen, sind von einer unglaublichen Gescheitheit. Man muß die Bescheidenheit haben, wenn die Zwerge da heraus sich lösen aus den Naturtatsachen und Naturobjekten, sich zu sagen: Da stehst du nun, du dummer Mensch, wie gescheit ist doch diese Elementarwelt! — Und weil im Ernste das doch viele Menschen nicht sagen mögen, weil sie ja nicht einmal sagen mögen, daß ein kleines Kind, das eben geboren worden ist, viel gescheiter ist als derjenige, der viel gelernt hat — wenn man es innerlich anschaut —, deshalb entziehen sich zunächst diese Elementarwesen dem Anblick des Menschen. Kann man aber auf sie eingehen, dann erweitert sich sozusagen der Horizont, und das, was vorne diese neckischen, einen mit ihrer Gescheitheit und Klugheit neckenden Zwerge eröffnen als Vordergrund, das trägt in einen Hintergrund hinein, der bis zu der ersten Hierarchie, bis zu den Seraphim, Cherubim und Thronen kommt.
[ 39 ] It is a fact that if the exercises given in my book Knowledge of the Higher Worlds and its Attainment are practised regularly with strong inner energy, selflessness and devotion, they will lead—provided we have the necessary courage—to a new power of perception. We become able to see, for instance, in certain strata of the mountains, whole worlds of elemental beings lying hidden in rock and stone. They come forth on every side, they steal out, they grow big—and we discover that they have only been as it were rolled up and packed tight into these fragments of the elementary world. Beings are present in the mineral kingdom of nature, especially where the earth begins to grow green, and feels so fresh that we can scent its aroma and the aroma of the plants that cover it. But when we enter this sphere of elemental beings, we find that they can indeed inspire us with fear. For the beings we thus encounter are incredibly clever. We must be humble enough to say to ourselves, when we see these little dwarf-like beings emerging from the objects of nature: “How stupid man is! and how clever is this elemental world!” And because many do not like to say this in earnest, do not like even to admit that judged by spiritual perception a little new-born child is much wiser than a learned scholar, therefore these elementary beings withdraw from man's vision. If however we can discern them, the horizon is widened and the foreground opened up to us by these clever, playful little sprites leads away into a background that reaches right up to the Seraphim, Cherubim and Thrones.
[ 40 ] Und wenn man sich das Bewußtsein schärft mit dem, was die Menschheit gelernt hat gerade durch die Naturwissenschaft in dem letzten Jahrhundert, dann kann man in diese Welt der Elementarwesen und von da aus in eine höhere Welt mit Hilfe der angegebenen Übungen erst recht eintreten. Und erwirbt man sich so an der Natur, an dem liebevoll sich Versenken in die Natur ein Bewußtsein, das nicht angekränkelt ist von dem, was heute anerkanntes autoritatives Wissen ist, dann steigt man allmählich wieder auf in der Initiationserkenntnis zu jenem Erkennen, das der Menschheit verlorengegangen ist.
[ 40 ] Thus by means of the exercises to which I referred, a man whose consciousness has been made clear and quick by the study of what humanity has learned through modern natural science, can enter this world of elemental beings, and thence a higher world. If by a loving surrender to nature we thus acquire a consciousness that is not “sicklied o'er” by the authority-ridden knowledge that holds the ground to-day, we may gradually rise through Initiation-knowledge to that knowledge which humanity has lost.
[ 41 ] Wer schließlich heute dazu kommt, daß ihm aus den Bäumen entgegentritt der Baumgeist, der für die Alten hineingeschlüpft ist am Morgen in der seelischen Morgendämmerung, der am Abend in der seelischen Abenddämmerung wiederum herabgesprüht ist, der kann dann auch in einer entsprechenden Weise an den Menschen herantreten und aus dem Menschen der Gegenwart hervorgehend schauen seine Gestaltungen in früheren Erdenleben mit der Evolution des Karma. Denn für den Menschen mündet dieses Anschauen in das Karma hinein.
[ 41 ] And he who eventually attains the faculty to see the tree-spirits come forth from the trees—the same that the ancients saw stealing away in the dawn, and darting out again in the evening twilight—he will also be able, as he approaches a human being, to see emerge from him the figures of his earlier lives together with the evolution of his karma. For this kind of vision leads on to a vision of karma.
[ 42 ] Für die mineralische Welt, wo zunächst die mit ihrer Klugheit nekkenden Zwerge herauskommen, mündet das Anschauen bei den Seraphim, Cherubim und Thronen.
[ 42 ] In the mineral world, where at first we perceive the clever, mischievous little dwarfs, the vision leads us to the Seraphim, Cherubim and Thrones.
[ 43 ] Für die Pflanzen mündet das Anschauen bei den Exusiai, Dynamis, Kyriotetes.
[ 43 ] In the plant world, the vision leads us to the Exusiai, Dynamis and Kyriotetes.
[ 44 ] Für die Tiere mündet dieses Anschauen, wenn man ihre geistigen Wesen aus ihnen so hervorkommen sieht, in Archai, Archangeloi, Angeloi.
[ 44 ] In the animal world (when we see emerge from the animals their own spiritual beings) we are led to a vision of the Archai, Archangels and Angels.
[ 45 ] Für den Menschen mündet das in das Karma.
[ 45 ] And in the human kingdom the vision leads to karma.
[ 46 ] Hinter den in der Welt erscheinenden Seraphim, Cherubim und Thronen und hinter allen übrigen Wesen der höheren Hierarchien, hinter allen Elementarwesen, welche einen aus den Mineralien durch ihre Gescheitheit schockieren, einen aus den Pflanzenwesen durch ihre süße Zudringlichkeit vielleicht schockieren oder auch nicht schockieren, hinter dem, was aus dem Wüsten, zuweilen mit Vehemenz, mit Feuerglut, aber auch mit Fröstelndem aus den Tieren entgegentritt, hinter all dem, was da als Vordergrund erschienen ist, tritt dann die überwältigend großartige Erscheinung des Karma auf. Denn eigentlich liegt erst hinter all den Geheimnissen der Welt das Geheimnis des Karma für den Menschen.
[ 46 ] Behind the manifestations of the Seraphim, Cherubim and Thrones, behind all the other Beings of the higher Hierarchies, behind all the elemental nature-spirits who startle us by their cleverness when they dart forth from the minerals, or who come to meet us with their gentle importunities from the plant world, behind all that comes from the animals—fierce, passionate and violent as that may be at times, and also icy cold—behind all that stands here so to speak as a foreground, we face the overwhelming, the sublime manifestations of karma. For behind all the mysteries of the world there lies, in truth, the great mystery of human karma.
[ 47 ] Und wenn wir unsere Empfindung in der entsprechenden Weise so vorbereitet haben, werden wir nun in den nächsten Vorträgen, die ich noch hier an demselben Orte vor Ihnen halten kann, zu der Besprechung einzelner karmischer Tatsachen gehen können.
[ 47 ] Having thus prepared our hearts and minds in the right way, we shall pass on in the remaining lectures to speak of particular facts of karma.

