Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240
24 August 1924, London
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Esoteric Considerations of Karmic Connections VI, tr. SOL
Das Karma im einzelnen Menschen und in der Menschheitsentwickelung I
Karma in the Individual and in the Evolution of Humanity I
[ 1 ] Vorerst gibt es mir eine angenehme Befriedigung, herzlichst zu danken für die freundlichen Worte, die der Vorsitzende der Englischen Anthroposophischen Gesellschaft, Mr. Collison, soeben ausgesprochen hat. Sie können ja immer überzeugt sein, daß es mir tief befriedigend ist, wieder unter Ihnen sein zu können und einiges von unserer anthroposophischen Arbeit hier sich entwickeln zu lassen. In diesem Augenblicke kann man ja mit dieser anthroposophischen Arbeit unter zwei Eindrücken stehen, zuerst unter demjenigen, der bewirkt wird dadurch, daß wir eben von Torquay kommen, wo wir eine Zeitlang leben durften in Darstellungen aus der geistigen Welt, die in dem Zeichen standen, das ich vorgestern dadurch charakterisiert habe, daß die beiden Sommerveranstaltungen, die aus dem Impuls unseres Freundes Dunlop und unserer Freundin Mrs. Merry hervorgegangen sind, daß diese Veranstaltungen einen, wie ich sagen möchte, eben okkult anheimeln, daß man aus dem ganzen Milieu der Veranstaltungen, aus dem Umgebensein mit der elementarisch, auch geistig elementarisch wirkenden Natur, oder wenigstens dem Nahesein solcher Natur, auch eine gewisse innere impulsive Veranlassung hatte, mit dem, was auseinandergesetzt wurde, stehenzubleiben innerhalb derjenigen Impulse, die durchaus an die Lokalität gebunden sind.
[ 1 ] For now, it gives me great pleasure to express my heartfelt thanks for the kind words just spoken by Mr. Collison, the president of the English Anthroposophical Society. You can always be assured that it gives me deep satisfaction to be among you once more and to see some of our anthroposophical work take shape here. At this moment, one can indeed view this anthroposophical work through two lenses: first, the impression created by the fact that we have just come from Torquay, where we were able to spend some time immersed in manifestations from the spiritual world that were marked by which I characterized the day before yesterday as follows: the two summer events that arose from the impulse of our friend Dunlop and our friend Mrs. Merry—these events, as I would like to say, have an occult charm; one feels, from the entire atmosphere of the events, from being surrounded by nature that acts in an elemental, and spiritually elemental nature—or at least the proximity to such nature—one also derived a certain inner, impulsive inclination to engage with what was being discussed, remaining within those impulses that are thoroughly bound to the locality.
[ 2 ] Das zweite ist, daß es mir ja zum ersten Male gegönnt ist, nach der bedeutungsvollen Weihnachtstagung am Goetheanum hier unter Ihnen, meine lieben Freunde, zu sprechen. Diese Weihnachtstagung in ihrer Bedeutung ist ja wohl, denn das lag in Ihren Absichten, hier im Zweige unserer englischen Freunde durchgesprochen, durchgedacht, durchempfunden worden, Es ist ja richtig, meine lieben Freunde, daß der ganze, volle Impuls dieser Weihnachtstagung auf der einen Seite, soviel es sich nun gezeigt hat, da ich ja an verschiedenen Orten sprechen durfte nach dieser Weihnachtstagung, daß dieser ganze volle Impuls der Weihnachtstagung — da mehr, dort weniger — verstanden wird, daß er sich beginnt einzuleben, daß er aber auch manches Befremden noch hervorruft innerhalb der Herzen unserer lieben anthroposophischen Freunde.
[ 2 ] The second point is that this is, in fact, the first time I have had the privilege of speaking here among you, my dear friends, following the significant Christmas Conference at the Goetheanum. The significance of this Christmas Conference is indeed clear, for—as was your intention—it has been thoroughly discussed, thought through, and deeply felt here among our English friends, It is indeed true, my dear friends, that the full, complete impulse of this Christmas Conference—on the one hand, as much as has now become apparent, since I have had the opportunity to speak in various places following this Christmas Conference—that this full, complete impulse of the Christmas Conference—while it is understood more here, less there—is being understood, that it is beginning to take root, but that it also still evokes a certain sense of alienation within the hearts of our dear anthroposophical friends.
[ 3 ] Es war dieser Weihnachtsimpuls dadurch notwendig geworden, daß eben die Entwickelung der Anthroposophischen Gesellschaft, seit sie selbständig geworden ist, sich losgelöst hat, herausgegliedert hat aus ihrem früheren äußeren Verbundensein mit der Theosophischen Gesellschaft, nicht jene Gestalt angenommen hat, von der ich gedacht habe, namentlich 1913, daß sie angenommen werden würde.
[ 3 ] This Christmas message had become necessary because the development of the Anthroposophical Society, ever since it became independent, had broken away from and separated itself from its former external association with the Theosophical Society, and had not taken on the form that I had envisioned—particularly in 1913—that it would assume.
[ 4 ] Und dann hat sich mancherlei aus der Anthroposophischen Gesellschaft heraus entwickelt, was nicht in organischer innerer Lebenskraft dessen stand, was die anthroposophische Bewegung geistig, spirituell darstellt. Das alles habe ich ja während der Weihnachtstagung auseinandergesetzt, möchte hier nur darauf verweisen. Es war in gewissem Sinne ein Wagnis, in den Wochen vor der Weihnachtstagung zu dem Entschlusse zu kommen, daß ich selbst den Vorsitz der Anthroposophischen Gesellschaft, wie sienun vom Goetheanum aus begründet worden ist, übernehmen konnte. Denn bisher war es ja so, daß ich durchaus nur im Hintergrunde als Lehrer innerhalb der anthroposophischen Bewegung gelten wollte und offiziell kein Amt annahm. Es ist schwierig, mit all demjenigen, was in der geistigen Welt als Verpflichtung dem Lehrenden auferlegt ist, mit all den Verantwortlichkeiten gegenüber der geistigen Welt gerade in der heutigen Zeit die äußere Verwaltung der Gesellschaft zu übernehmen, die nun einmal die Verwaltung des Geistesgutes, des Weisheitsgutes der Anthroposophie zu ihrer Aufgabe hat. Allein, es mußte geschehen. Es war aber insofern ein Wagnis, als man natürlich vor der Eventualität stand, daß auch dadurch manches verlorengehen könnte von jenen spirituellen Strömungen, die einmal aus der geistigen Welt heute in die Menschenwelt hereinwollen, und deren Empfangen die Aufgabe der anthroposophischen Bewegung ist.
[ 4 ] And then various things developed out of the Anthroposophical Society that were not rooted in the organic inner life force of what the anthroposophical movement represents spiritually. I discussed all of this in detail during the Christmas Conference; I would just like to refer to it here. In a certain sense, it was a risk to come to the decision in the weeks leading up to the Christmas Conference that I myself could assume the chairmanship of the Anthroposophical Society, as it has now been established from the Goetheanum. For up until then, I had always wished to be regarded solely as a teacher in the background within the anthroposophical movement and had not officially accepted any office. It is difficult, given all that is imposed on the teacher as a duty in the spiritual world—and all the responsibilities toward the spiritual world—especially in this day and age, to take on the external administration of the Society, whose very task is the stewardship of the spiritual heritage, the heritage of wisdom, of anthroposophy. Yet it had to be done. It was, however, a risk insofar as there was, of course, the possibility that, as a result, some of those spiritual currents might be lost—currents that once flowed from the spiritual world into the human world and whose reception is the task of the anthroposophical movement.
[ 5 ] Nun darf aber gesagt werden, daß durchaus die Sache sich so dargestellt hat, daß nicht nur etwa seit der Weihnachtstagung kein Zurückstauen der Offenbarungen aus der geistigen Welt vorliegt, sondern im Gegenteil, daß sogar die geistige Welt mit einer viel größeren Wohlgefälligkeit herabsieht auf dasjenige, was durch die anthroposophische Bewegung in der Anthroposophischen Gesellschaft geschieht, und daß die Gaben aus der geistigen Welt eigentlich seit dieser Weihnachtstagung wesentlich reicher geworden sind, so daß wir also auch in dieser esoterischen Beziehung durchaus mit voller Befriedigung auf die Weihnachtstagung zurückblicken dürfen.
[ 5 ] Now, however, it may be said that the situation has indeed unfolded in such a way that not only has there been no backlog of revelations from the spiritual world since the Christmas Conference, but on the contrary, the spiritual world is looking down with much greater favor upon what is taking place through the anthroposophical movement within the Anthroposophical Society, and that the gifts from the spiritual world have in fact become considerably richer since that Christmas Conference, so that we may look back on the Christmas Conference with complete satisfaction in this esoteric regard as well.
[ 6 ] Dasjenige, was mit dem Worte gesagt ist: die esoterische Bedeutung der anthroposophischen Bewegung, das, meine lieben Freunde, soll immer wahrer und wahrer, immer wirklicher und wirklicher werden. Der Zug, der durch die anthroposophische Bewegung geht, soll immer esoterischer und esoterischer sich gestalten. Das wird nur dann richtig verstanden werden, wenn man die volle esoterische Aufgabe des Vorstandes am Goetheanum verstehen wird, wenn man dasjenige verstehen wird, was ich bei der Weihnachtstagung gemeint habe, als ich sagte, er muß ein Initiativvorstand sein, er muß ergreifen die Aufgaben, die der anthroposophischen Bewegung aus der geistigen Welt gestellt werden, muß diese aufnehmen, muß sie in die Welt leiten, darf nicht bloß ein Verwaltungsvorstand sein.
[ 6 ] What is expressed by these words—the esoteric significance of the anthroposophical movement—that, my dear friends, is to become ever truer and truer, ever more real and more real. The current running through the anthroposophical movement should take on an ever more esoteric character. This will only be properly understood when one grasps the full esoteric task of the Executive Council at the Goetheanum, when one understands what I meant at the Christmas Conference when I said that it must be an Executive Council that takes the initiative, it must take on the tasks set for the anthroposophical movement from the spiritual world, must accept them, must guide them into the world, and must not merely be an administrative board.
[ 7 ] Nun, meine lieben Freunde, man hat gesehen, daß die Herzen das Esoterische, das auch durch alles Vortragswesen seit der Weihnachtstagung am Goetheanum fließt, mit einer großen Empfänglichkeit aufnehmen. Und es steht zu hoffen, daß das auch in der Zukunft der Fall sein wird, wenn auch vielleicht die Dinge so liegen, daß wegen des konservativen Sinnes in England noch immer ein leiser Zug bemerkbar ist hier, daß man es lieben würde, das alte Verhältnis fortzusetzen, wie es war, ohne Einschaltung desjenigen, was vom Goetheanum ganz durch den Willen der anthroposophischen Bewegung selbst ausgehen soll. Aber es wird ja auch etwas vielleicht Progressives in diesen Konservativismus nach und nach sich hingewöhnen. Und wir dürfen hoffen, daß dasjenige, was heute vielleicht da ist, aber noch nicht bemerkt wird, überhaupt nicht bemerkt wird, vorübergehe, ohne daß es bemerkt wird und abgewöhnt wird, ohne daß man erst weiß, daß es da ist. Ich weiß, wie sehr man hängt an demjenigen, was sich einmal eingebürgert hat. Aber man muß durchaus die Empfindungen erheben können, meine lieben Freunde, dazu, daß ja anthroposophische Bewegung überhaupt gegenüber allem in der Welt etwas Neues ist und daß es außerordentlich schwierig, ja auf vielen Gebieten unmöglich ist, in den alten Formen dieses Neue fortzupflegen. Es ist natürlich dem Menschen auf der anderen Seite schwierig, die neue Form für den neuen Inhalt zu finden.
[ 7 ] Well, my dear friends, we have seen that people’s hearts are receiving the esoteric teachings—which have also been flowing through all the lectures since the Christmas Conference at the Goetheanum—with great receptivity. And it is to be hoped that this will also be the case in the future, even if circumstances may be such that, due to the conservative spirit in England, a faint tendency is still noticeable here—a desire to continue the old relationship as it was, without the involvement of that which is meant to emanate from the Goetheanum entirely through the will of the anthroposophical movement itself. But perhaps something progressive will gradually take root within this conservatism as well. And we may hope that what may be present today but has not yet been noticed—indeed, has not been noticed at all—will pass without being noticed and will be outgrown without people even realizing it is there. I know how deeply one clings to what has once become established. But we must certainly be able to raise our consciousness, my dear friends, to the fact that the anthroposophical movement is, after all, something new in relation to everything else in the world, and that it is extraordinarily difficult—indeed, in many areas impossible—to carry on this newness within the old forms. On the other hand, it is naturally difficult for human beings to find the new form for the new content.
[ 8 ] Nun, meine lieben Freunde, von da ausgehend möchte ich auch darauf aufmerksam machen, daß im Grunde genommen die anthroposophische Bewegung, wie sie jetzt sich gestalten will, gestalten ja namentlich in ihren spirituellen Strömungen, eine Art Zurückkehren ist zu demjenigen, was ursprünglich in den Absichten lag. In diesen Absichten lag ja nicht nur dies, was sich dazumal in Berlin abspielte, als die deutsche Sektion in der Theosophischen Gesellschaft begründet worden ist, wo während der Begründung dieser deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft von mir in einem Vortragszyklus gesprochen worden ist, der den Titel «Anthroposophie» hatte, so daß sozusagen damals neben der Begründung der theosophischen deutschen Sektion stand die anthroposophische Bewegung; aber dasjenige, was innerhalb der Theosophical Society von unserer Seite sich abgespielt hat, war nie etwas anderes als Anthroposophisches.
[ 8 ] Well, my dear friends, building on that, I would also like to point out that, fundamentally speaking, the anthroposophical movement—as it is now seeking to take shape, particularly in its spiritual currents—is a kind of return to what was originally intended. These original intentions encompassed not only what took place back then in Berlin when the German Section of the Theosophical Society was founded—during the founding of this German Section, I gave a series of lectures titled “Anthroposophy,” so that, so to speak, the anthroposophical movement existed alongside the founding of the German Theosophical Section at that time; but what took place on our part within the Theosophical Society was never anything other than anthroposophical.
[ 9 ] Und nicht nur dieses war vorhanden, sondern es war auch das vorhanden, daß schon dazumal stark bei mir die Absicht war, den esoterischen Zug in die anthroposophische Bewegung hineinzubringen. Daher trug der erste Vortrag, den ich dazumal hielt innerhalb des Rahmens dessen, was gesprochen werden sollte in der Deutschen Sektion der Theosophical Society, den Titel: «Praktische Karma-Übungen.»
[ 9 ] And not only was this the case, but I also already had a strong intention at that time to introduce the esoteric aspect into the anthroposophical movement. That is why the first lecture I gave at that time, within the framework of what was to be discussed in the German Section of the Theosophical Society, was titled: “Practical Karma Exercises.”
[ 10 ] Aber die Persönlichkeiten, die dazumal mit bei der Begründung waren, bekamen einen furchtbaren Schreck, als sie diesen Titel vernahmen, und ich könnte heute noch mit voller Anschaulichkeit die astralischen Wellen des Bebens und Zitterns schildern, welche namentlich die alten Herren an sich zeigten, die dazumal, herausgewachsen aus der theosophischen Bewegung, hörten, ich wollte sprechen über praktisches Karma. Und Worte immerhin wie dieses wurden mir entgegengebracht: Wollen Sie denn an einem Tage unsere ganze jahrzehntelange Arbeit — denn die Leute glaubten ja, jahrzehntelange Arbeit geleistet zuhaben —, unsere ganze jahrzehntelange Arbeit einsargen! — Und es fanden sozusagen fortwährend Privatsitzungen, Councils statt, in denen man mir begreiflich machte, das könne so nicht gehen. Und ich verspürte dann nicht nur den astralischen und Ich-Eindruck von den Bebe- und Zitterwellen, sondern ich verspürte auch den fröstelnden Eindruck der astralischen Gänsehaut, welche die alten Herren bekamen.
[ 10 ] But the figures who had been involved in its founding at the time were utterly shocked when they heard this title, and even today I could vividly describe the astral waves of trembling and quivering that were evident especially in the elderly gentlemen who, having grown out of the Theosophical Movement, heard I wanted to speak about practical karma. And words such as these were directed at me: “Do you intend to bury all our decades of work in a single day—for people believed, after all, that they had accomplished decades of work—all our decades of work!” — And there were, so to speak, constant private meetings, “councils,” in which they made it clear to me that this could not go on like this. And I then felt not only the astral and egoic impression of the tremors and shivers, but I also felt the chilling sensation of the astral goosebumps that the old gentlemen were getting.
[ 11 ] Und da war es denn ganz unmöglich, bei dem Programm zu bleiben, weil es aussichtslos gewesen wäre. Und so kam eben die theosophische Bewegung in Deutschland in ein mehr theoretisches Fahrwasser, wie sie ja überhaupt in der Theosophical Society es hat, und das eigentlich Esoterische mußte warten.
[ 11 ] And so it was simply impossible to stick with that program, because it would have been a lost cause. And that is how the Theosophical Movement in Germany took a more theoretical turn—as it generally does within the Theosophical Society—and the truly esoteric aspects had to wait.
[ 12 ] Und das war ihm vielleicht gut. Denn es vergingen ja mittlerweile reichlich dreimal sieben Jahre, in denen konnte sich manches im Unbewußten und Unterbewußten einleben, was ins Bewußtsein nicht recht hineinwollte. Und das ist auch geschehen. Und so kann jetzt durchaus in jener esoterischen Weise gerade für den Anfang des Einlebens des Goetheanischen Weihnachtsimpulses, dasjenige, was dazumal nicht gehen konnte, es kann der Anfang dieses Einlebens damit beginnen, daß die okkulten Entwickelungsimpulse der Welt, des Kosmos und der Menschheit gesucht werden auf dem karmischen Gebiete. Gefragt wird, und die Antworten werden gegeben, wenn sie heute aus der geistigen Welt heraus schon gegeben werden können, nach Menschheits-, nach einzelnem, individuellem Karma und so weiter. Daran werden anschaulich werden können die Impulse, die hereinwollen, mit aller Kraft hereinwollen aus der übersinnlichen Welt in die Welt der Menschheit in der Gegenwart.
[ 12 ] And perhaps that was for the best. For in the meantime, a good three times seven years had passed, during which many things that did not quite want to enter consciousness were able to take root in the unconscious and subconscious. And that is indeed what happened. And so, in that esoteric sense—especially at the very beginning of the process of internalizing the Goethean Christmas impulse—what could not be achieved back then can now begin: the process of internalization can start by seeking the occult developmental impulses of the world, the cosmos, and humanity in the realm of karma. Questions are asked—and answers are given, insofar as they can already be provided today from the spiritual world—regarding the karma of humanity, the karma of the individual, and so on. Through this, the impulses that are striving to enter—striving with all their might from the supersensible world into the world of humanity in the present—will become vividly apparent.
[ 13 ] Und mit einer entsprechenden Auseinandersetzung in dieser Richtung wollen wir deshalb auch heute beginnen, nachdem diese Einleitung übersetzt sein wird.
[ 13 ] And so, once this introduction has been translated, we would like to begin today with a discussion along these lines.
[ 14 ] Wie Karma im einzelnen Menschen und in der Menschheitsentwickelung auch heute verankert ist und wie sich einzelne karmische Tatsachen daraus besprechen lassen, es wird uns vor die Seele treten können, wenn wir dieser Besprechung eine Einleitung vorangehen lassen über die Entwickelung des menschlichen Bewußtseins aus Zuständen heraus, in denen die Menschen noch im gewöhnlichen Leben eine unmittelbare, elementare Wahrnehmung vom Karma hatten, zu anderen Zuständen des Bewußtseins, zu denen sie später kamen und in denen die unmittelbare Einsicht in das Karma verlorenging. Denn heute ist es ja so, daß der Mensch von seinem Karma innerhalb des Bewußtseins, das er nun einmal hat als waches Tagesbewußtsein, nichts weiß. Die Welt, in der er lebt vom Aufwachen bis zum Einschlafen, hält ihn davon ab, von seinem Karma unmittelbar elementarisch etwas zu wissen. Aber die Menschheit lebte nicht immer in diesem Bewußtseinszustande, der heute der sogenannte normale ist, sondern die Menschheit lebte in früheren Zeiten, auch in der nachatlantischen Erdenentwickelung, auch im alltäglichen Leben, in anderen Bewußtseinszuständen. Wir leben heute mit dem normalen Bewußtsein in drei Bewußtseinszuständen, die ich öfter charakterisiert habe: erstens das Wachbewußtsein, zweitens das Traumbewußtsein, wo noch einzelne Stücke der Tageserlebnisse reminiszenzenhaft vor dem Bewußtsein auftauchen, aber auch hineinspielen mancherlei Einschläge der geistigen Welt; und endlich als Drittes das völlige Schlafbewußtsein, in dem für die menschliche Seele ringsherum Dumpfheit, Dämmernis, Finsternis ist und das Bewußtsein sozusagen in die Bewußtlosigkeit hinuntersinkt. (Es wird an die Tafel geschrieben:)
[ 14 ] How karma is rooted in the individual human being and in the evolution of humanity even today, and how individual karmic realities can be discussed in this context, this will become clear to us if we begin this discussion with an introduction to the development of human consciousness—from states in which people still had a direct, elemental perception of karma in their ordinary lives, to other states of consciousness that they later reached, in which this direct insight into karma was lost. For today it is indeed the case that human beings know nothing of their karma within the consciousness they possess as waking daytime consciousness. The world in which they live—from waking up until falling asleep—prevents them from having any direct, elemental knowledge of their karma. But humanity did not always live in this state of consciousness, which is today considered “normal”; rather, in earlier times—including during the post-Atlantean phase of Earth’s evolution—humanity lived in other states of consciousness, even in everyday life. Today, with our normal consciousness, we live in three states of consciousness that I have often described: first, waking consciousness; second, dream consciousness, in which individual fragments of the day’s experiences still surface before the consciousness in a reminiscence-like manner, but in which various influences from the spiritual world also play a role; and finally, third, the state of deep sleep, in which the human soul is surrounded by dullness, twilight, and darkness, and consciousness sinks, so to speak, into unconsciousness. (Written on the board:)
[ 15 ] 1. Wachbewußtsein
2. Traumbewußtsein
3. Schlafbewußtsein.
[ 15 ] 1. Waking consciousness
2. Dream consciousness
3. Sleep consciousness.
[ 16 ] So war es nicht immer in der Menschheit. Es gab Zeiten in der menschlichen Entwickelung, wo das alltägliche Bewußtsein in ganz anderer Weise verlief. Und wenn wir weit, ganz, ganz weit zurückgehen in die Zeiten, die unmittelbar folgten auf die atlantische Katastrophe, wo die Landoberflächen der Erde entstanden an den Stellen, wo früher Meer war, wo das Meer auftauchte an den Stellen, wo früher Land war, wo die Erde durchgehen mußte durch eine Periode der Vereisung, wenn wir diese Zeit nehmen, die unmittelbar auf die alte atlantische Katastrophe folgte, in der ausgebreitete alte Kulturen zugrunde gingen, wenn wir also zurückblicken in eine Zeit, die etwa acht- bis zehntausend Jahre hinter uns liegt, dann finden wir allerdings eine Menschheit, welche drei andere Bewußtseinszustände hatte. Jene Menschheit, welche die alte atlantische Katastrophe überlebte, sie hatte auch drei Bewußtseinszustände, aber diese waren wesentlich anderer Art. Dieses nüchterne Alltagsbewußtsein vom Aufwachen bis zum Einschlafen, wie es der heutige Mensch hat, wo er jeden anderen Menschen mit scharfen Konturen sieht, wo er auch die übrigen Wesen der Natur und Vorgänge der Natur mit scharfen Konturen sieht, diesen wachen Tagesbewußtseinszustand gab es allerdings in jenen alten Zeiten nicht; sondern man sah den Menschen ohne scharfe Konturen sich fortsetzen nach allen Seiten ins Geistige, ins Aurische, und man sah im Aurischen auf seine Seele hin. Und auch die Tiere sah man mit mächtiger Aura. Man sah in der Aura ihre innerlichen Vorgänge, das Verdauen, das Atmen. Man sah die Pflanzen wie mit der Blüte heraufstrebend in eine Art Wolke, welche die Erde immerfort einhüllte. Alles war in verglimmendes astralisches Licht für dieses Bewußtsein getaucht. Und man kann schon davon sprechen, daß dieser Tagesbewußtseinszustand für jene alte, auf die atlantische Katastrophe folgende Menschheit der einer . verglimmenden Astralanschauung der physischen Welt war.
[ 16 ] It was not always this way for humanity. There were times in human development when everyday consciousness functioned in a completely different way. And if we go back far—very, very far—to the times immediately following the Atlantean catastrophe, when the Earth’s landmasses emerged where there had once been sea, and the sea appeared where where there had once been land, where the Earth had to undergo a period of glaciation—if we consider this time, which immediately followed the ancient Atlantean catastrophe, during which widespread ancient cultures perished—if, then, we look back to a time that lies some eight to ten thousand years behind us, we do indeed find a humanity that possessed three different states of consciousness. That humanity which survived the ancient Atlantean catastrophe also had three states of consciousness, but these were of a fundamentally different nature. This sober, everyday consciousness from waking to falling asleep—as experienced by modern humans, who see every other person with sharp contours, and who also perceive the rest of nature’s beings and natural processes with sharp contours—this waking state of daily consciousness did not, however, exist in those ancient times; rather, people saw human beings extending without sharp contours in all directions into the spiritual and into the auric, and in the auric they looked toward the soul. Animals, too, were seen with a powerful aura. One could see their inner processes—digestion, breathing—within the aura. Plants were seen as if striving upward with their blossoms into a kind of cloud that constantly enveloped the earth. Everything was bathed in a smoldering astral light for this consciousness. And one can indeed say that this state of daytime consciousness for that ancient humanity, following the Atlantean catastrophe, was one of a smoldering astral perception of the physical world.
[ 17 ] Ich sage verglimmend, das heißt in seiner Leuchtekraft sich allmählich abschwächend, weil eben vor der atlantischen Katastrophe dieses Schauen in einem astralischen Leuchten viel stärker und intensiver war als heute. Aber das Hineinkommen in diesen Bewußtseinszustand, jenes Hinein-Aufwachen in diesen Bewußtseinszustand, denn mit einem Hinein-Aufwachen, wie es ja auch das heutige Aufwachen ist, läßt sich das vergleichen, jenes Hinein-Aufwachen in diesen Bewußtseinszustand des verglimmenden Astralschauens, das war anders als das Sich-Herauswinden des heutigen Menschen aus dem Schlafzustand, wo die chaotischen Träume zunächst vor der Seele stehen, bevor der Mensch in den Tag eintritt.
[ 17 ] I say “fading,” that is, gradually diminishing in its luminosity, because just before the Atlantean catastrophe, this vision in an astral glow was much stronger and more intense than it is today. But entering this state of consciousness—that “awakening into” this state of consciousness, for it can be compared to an “awakening into,” just as today’s waking is—that “awakening into” this state of consciousness of the fading astral vision, was different from the way people today emerge from the state of sleep, where chaotic dreams first stand before the soul before the person enters the day.
[ 18 ] Wenn diese Leute der alten Zeit aufwachten, dann war es so, als ob sich ihnen im Bewußtsein nachschöbe nun nicht bloß eine Traumeswelt, sondern eine Welt der Wirklichkeit, in die sie untergetaucht waren, von der sie auch wußten, daß sie aus ihr herauskommen und daß sie darinnen Umgang hatten mit Geistwesen, mit Geistwesen höherer Hierarchien, mit Geistwesen elementarischer Art. Es war wirklich dieses Aufwachen so, wie es ist, wenn der Mensch heute von einem Orte, an dem er vieles erlebt hat, an einen anderen Ort kommt, wo er sich im Umkreise von neuen Erlebnissen an all das erinnert, was er erlebt hat. Trat man in den Tag ein in jenen alten Zeiten, dann hatte man die neuen Tageserlebnisse, aber man hatte die geschilderte Erinnerung: man war an einem anderen Orte gewesen, wo man nur mit anderen Wesen zusammen war, wo man nicht unmittelbar mit den physischen Menschen zusammen war, die einen sonst mit den Tieren und Pflanzen umgeben, wo man umgeben war von den entkörperten Menschenseelen, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt leben, wo man zusammen war mit anderen Wesen, die niemals auf der Erde in irgendeiner Inkarnation leben.
[ 18 ] When these people of old awoke, it was as if a world of reality—not merely a dream world—was now dawning in their consciousness, a world into which they had immersed themselves, a world from which they knew they could emerge, and within which they had interacted with spiritual beings—beings of higher hierarchies and beings of an elemental nature. This awakening was truly like what happens today when a person moves from one place, where they have experienced many things, to another place, where, surrounded by new experiences, they recall everything they have lived through. When one entered the day in those ancient times, one had the new experiences of the day, but one also had the memory described: one had been in another place where one was only together with other beings, where one was not directly among the physical human beings who otherwise surround one along with the animals and plants, where one was surrounded by the disembodied human souls living between death and a new birth, where one was together with other beings who never live on Earth in any incarnation.
[ 19 ] Nachdem man eine gewisse Art von Bewohnern des Weltenalls verlassen hatte, fühlte man sich dann hereingestellt in eine andere Welt, in die Welt des physischen Erlebens zwischen Geburt und Tod. Aber man fühlte auch deutlich die Erinnerung an die geistige Welt, an jene Welt, die der Mensch durchläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Man kann sagen: da trat herein in die verglimmende Astralanschauung die Anschauung der geistigen Welt.
[ 19 ] After leaving behind a certain kind of inhabitant of the cosmos, one then felt as if one had been placed into another world—the world of physical experience between birth and death. But one also clearly felt the memory of the spiritual world, of that world through which a human being passes between death and a new birth. One might say: the vision of the spiritual world entered into the fading astral vision.
[ 20 ] So daß eigentlich dieser Bewußtseinszustand, wo der Mensch wie heute so zwischen rein physischen Wesenheiten steht, damals gar nicht vorhanden war. Es hatten damals schon die Menschen nicht bloß in einer Art von Träumen, sondern in einer sehr realen Wirklichkeitsvorstellung die Empfindung: sie sehen, wenn sie herauskommen in das Tagesbewußtsein, Bäume und Tiere und Berge und Felsen und Wolken, aber es ist dieselbe Welt, in der auch jene Geisteswesen und jene Menschenseelen leben, die nicht auf Erden verkörpert sind, die in der geistigen Welt leben, mit denen man zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt. Und dann bekamen sie die reale Vorstellung, diese Menschen: in jeden Baum, in jeden bemerkenswerten Felsen, in die Tiefe der Berge hinein und zu den Höhen der Wolken hinauf bewegen sich, während der Mensch aufwacht, diese Wesen hin, schlüpfen hinein, tauchen unter in die einzelnen Wesenheiten, in die Geschöpfe der äußeren physischen Natur.
[ 20 ] So, in fact, this state of consciousness—in which human beings, as they do today, stand between purely physical entities—did not exist at all back then. Even back then, people had the sensation—not merely in a kind of dream, but in a very real conception of reality—that: when they emerge into waking consciousness, they see trees, animals, mountains, rocks, and clouds—but it is the same world in which those spiritual beings and human souls also live who are not incarnated on Earth, who dwell in the spiritual world, and with whom one lives between death and a new birth. And then these people gained a real sense of it: as a person awakens, these beings move into every tree, into every remarkable rock, into the depths of the mountains, and up to the heights of the clouds; they slip into and submerge themselves within the individual entities, within the creatures of the outer physical world.
[ 21 ] Man ging in den Wald, man sah einen besonderen Baum. Man wußte dazumal: dahinein ist ein Nachtwesen geschlüpft, mit dem man zusammen war, und man sah deutlich, wie das der Initiierte heute noch sehen kann: in die physischen Lokalitäten hinein schlüpfen die geistigen Wesenheiten wie in ihre Häuser. Kein Wunder daher, daß dann alle diese Dinge in den Mythus übergingen und die Menschen davon sprachen, daß es Baumgeister, Quellengeister, Wolkengeister, Bergesgeister gibt. Sie sahen ja das, womit sie nächtlich zusammen waren, in die Berge, in die Wellen, in die Wolken, in die Pflanzen, in die Bäume hineinschlüpfen.
[ 21 ] People went into the forest and saw a special tree. Back then, they knew that a night creature—with whom they had been in communion—had slipped inside it, and they saw clearly what the initiated can still see today: spiritual beings slip into physical places just as they would into their own homes. No wonder, then, that all these things became part of mythology and that people spoke of tree spirits, spring spirits, cloud spirits, and mountain spirits. After all, they saw the beings with whom they had spent the night slipping into the mountains, the waves, the clouds, the plants, and the trees.
[ 22 ] Das war die seelische Morgendämmerung, die damals dieses Hineinschlüpfen der Geistwelt in die physisch-sinnliche Welt sah. Von den hervorragenden, erhabenen Geistern sagte man würdevoll: sie haben in diesen physischen Lokalitäten ihre Ruhesitze während des Tages. Von den minderwertigeren Elementarwesen, die unter den Menschen, ja oftmals unter den Tieren leben in ihrer Evolutionsepoche, von denen sagte man: sie verstecken sich darinnen. Da drückte man die Sache neckisch aus. Aber das, was man da auf der einen Seite im Erhabenen, auf der anderen Seite in Ohnmacht, in Neckischheit ausdrückte, das entsprach genau dem Gefühle, das man gegenüber dieser seelischen Morgendämmerung hatte.
[ 22 ] That was the spiritual dawn that, at that time, witnessed the spirit world slipping into the physical-sensory world. Of the outstanding, sublime spirits, it was said with dignity: they have their resting places in these physical locations during the day. Of the lesser elemental beings, who live among humans—and indeed often among animals—during their evolutionary epoch, it was said: “They hide within them.” This was expressed in a playful manner. But what was expressed there—on the one hand in sublimity, on the other in powerlessness and playfulness—corresponded exactly to the feeling people had toward this spiritual dawn.
[ 23 ] Nun aber stellen Sie sich vor, meine lieben Freunde, ein Mensch war in einer solchen geistigen Welt im letzten Teil des Schlafes da drinnen, und morgens ging es ihm auf; ganz klar, daß er drinnen war, wurde es ihm erst beim Aufwachen. Warum war das? Warum sah er eigentlich erst beim Aufwachen, als die Geister verschwanden, diese geistig-übersinnliche Welt, mit der er zusammen lebte zwischen dem Tode und einer neuen Geburt? Deshalb, weil -— während dieser Zustand da war, während also der Mensch im letzten Teil des Schlafes in diesem Zustande der Anschauung der geistigen Welt war — der Mensch noch in einem dritten Zustande des Bewußtseins lebte. Da lebte er in einem Bewußtseinszustand, der nun wieder eine ganz andere Welt vor die. Seele zauberte. Und zwar sah da der Mensch, während er sich während seines Erdendaseins im Schlafe anschauend in der geistigen Welt befand, zurück auf die Evolution seines Karma.
[ 23 ] But now imagine, my dear friends, that a person was present in such a spiritual world during the final stage of sleep, and in the morning it dawned on him; it only became completely clear to him that he had been there when he woke up. Why was that? Why did he actually see this spiritual-supernatural world—with which he lived between death and a new birth—only upon waking, when the spirits had vanished? Because—while this state existed, that is, while the person was in the final phase of sleep in this state of perceiving the spiritual world—the person was still living in a third state of consciousness. There he lived in a state of consciousness that now conjured up yet another entirely different world before his soul. Specifically, while he was in the spiritual world, contemplating it in his sleep during his earthly existence, the human being looked back upon the evolution of his karma.
[ 24 ] Dieser dritte Bewußtseinszustand der Menschen, die unmittelbar auf die atlantische Katastrophe folgten, war die Anschauung des Karma. Die war ihnen eben in dieser Zeit einfach eine Realität. (Fortsetzung der Tafelanschrift:)
[ 24 ] This third state of consciousness among the people who lived immediately after the Atlantean catastrophe was the belief in karma. For them, at that time, it was simply a reality. (Continuation of the inscription on the tablet:)
1. Wachbewußtsein: verglimmende Astralanschauung
2. Traumbewußtsein: Anschauung der geistigen Welt
3. Schlafbewußtsein: Anschauung des Karma.
1. Waking consciousness: fading astral vision
2. Dream consciousness: vision of the spiritual world
3. Sleep consciousness: vision of karma.
[ 25 ] Und wie heute die drei Bewußtseinszustände: Wachbewußtsein, Traumbewußtsein, Schlafbewußtsein, im täglichen Leben abwechseln, so wechselten dazumal für den Menschen die Zustände der verglimmenden Astralanschauung, der Anschauung der geistigen Welt, der Anschauung der Karma-Entwickelung ab.
[ 25 ] And just as today the three states of consciousness— waking consciousness, dream consciousness, and sleeping consciousness alternate in daily life, so too did the states of fading astral vision, vision of the spiritual world, and vision of karmic development alternate for human beings at that time.
[ 26 ] Ja, es ist so, meine lieben Freunde, daß in diesen alten Zeiten die Anschauung des Karma einfach eine Bewußtseinsrealität für die Menschen war und daß man daher mit Recht sagen kann: es gab einmal eine Art von Bewußtsein in der Menschheit, durch das man einfach hinschaute auf die Realität des Karma.
[ 26 ] Yes, my dear friends, it is true that in those ancient times the concept of karma was simply a reality of consciousness for people, and that one can therefore rightly say: there was once a kind of consciousness among humanity through which people simply perceived the reality of karma.
[ 27 ] Dann ging die Entwickelung in der folgenden Art weiter: Zuerst hörte dieser Schlaf, der aber dann ja kein Schlaf war, denn während man schlief, schaute man auf das Karma zurück — zuerst hörte also diese Anschauung in bezug auf das Karma auf. Sie verdunkelte sich. Und von dem Tatsächlichen des Karma blieben nur die Erkenntnisse der Eingeweihten, der Initiierten in den Mysterien zurück. Da wurde dann das, was früher geschaut wurde bei den Menschen als KarmaErfahrung, es wurde dann Gelehrsamkeit. Was also eine alte Erfahrung war, meine lieben Freunde, wurde dann in späteren Zeiten Gelehrtheit. Denn es dämpfte sich, dumpfte sich ab innerhalb des altertümlichen Bewußtseins, und es verblieb der Menschheit nur — und so war es etwa in der Zeit, die uns als die alte chaldäische oder babylonische oder ägyptische geschildert wird — das Hinschauen auf die geistige Welt. So daß man um diese Zeit, also in den Jahrtausenden, die der christlichen Entwickelung vorangingen, in einem Menschheitsbewußtsein lebte, dem die Anschauung der übersinnlichen Welt noch durchaus natürlich war, in der aber vom Karma nur gelehrt wurde. Und begreiflich ist es daher, daß gerade in dieser Zeit, die der christlichen Entwickelung voranging, weil noch ein intensives Bewußtsein vorhanden war von der geistigen Welt, von der Welt, in welcher der Mensch ist zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und weil verglommen und verdumpft war das Karmabewußtsein, begreiflich ist, daß man das Karmabewußtsein in der allgemeinen Menschheit ganz verlor, daß es sozusagen nicht da war, als die christliche Entwickelung einsetzte, und daß dann besonders stark der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt betont wurde, wenn der Mensch entkörpert ist. Das verspüren wir ja so ganz besonders stark in dem, was uns als die alte ägyptische Anschauung entgegentritt: ein ungeheuer starkes Bewußtsein von der geistigen Welt, ein geläutertes, feines Bewußtsein von der Welt, in die der Mensch eintritt durch die Pforte des Todes, wenn er Osiris wird, aber kein Bewußtsein mehr von den wiederholten Erdenleben.
[ 27 ] Then the development continued in the following way: First, this sleep—which, however, was not really sleep, for while one slept, one looked back upon one’s karma—came to an end; that is, this insight into karma ceased. It became obscured. And of the reality of karma, only the insights of the initiates, those initiated into the Mysteries, remained. What had formerly been perceived by human beings as the experience of karma then became scholarship. So what was once an ancient experience, my dear friends, became scholarship in later times. For it subsided and grew dull within the ancient consciousness, and all that remained for humanity—and this was roughly the case in the era described to us as the ancient Chaldean, Babylonian, or Egyptian period—was the contemplation of the spiritual world. So that around this time—that is, in the millennia preceding Christian development—humanity lived in a state of consciousness in which the perception of the supersensible world was still entirely natural, but in which karma was merely taught. And it is therefore understandable that precisely during this period preceding Christian development—because there was still an intense awareness of the spiritual world, of the world in which the human being exists between death and a new birth, and because the awareness of karma had faded and become dulled, it is understandable that humanity as a whole completely lost this awareness of karma—that it was, so to speak, absent—when Christian development began, and that the connection between human beings and the spiritual world was then emphasized particularly strongly when the human being is disembodied. We sense this particularly strongly in what we encounter as the ancient Egyptian worldview: an immensely strong awareness of the spiritual world, a purified, subtle awareness of the world into which a human being enters through the gate of death when he becomes Osiris, but no longer any awareness of repeated earthly lives.
[ 28 ] Dann kam allmählich die Zeit heran, die heute in der Menschheitsentwickelung ihren Höhepunkt hat, die eigentlich der Menschheit heute eigen ist. Die Astralanschauung ist zu unserem nüchtern-prosaischen Bewußtsein herabgesunken, das wir im normalen Leben zwischen dem Aufwachen und dem Einschlafen haben, wo wir nur das unbedeutende Stück Mensch zum Beispiel sehen, das innerhalb der Haut eingeschlossen ist in Fleisch und Knochen und Gefäßen, was so, wie es von dem heutigen Tagesbewußtsein gesehen werden kann, das unbedeutendste Stück Mensch ist. Ganz begreiflich, daß doch bei sehr vielen die Tendenz entsteht, dieses unbedeutende Stück Mensch mit allerlei sogenannten schönen äußeren Bekleidungsstücken zu umhängen, damit es doch noch etwas sei, während man im tiefen Unterbewußtsein das Gefühl hat, daß es eigentlich unbedeutend ist und hineingehört in die leuchtend wärmende Bekleidung des Aurischen, des Astralischen, des Ich-Wesens.
[ 28 ] Then, gradually, the time drew near that has now reached its peak in human development—the time that is, in fact, characteristic of humanity today. Astral perception has descended into our sober, prosaic consciousness—the state we experience in normal life between waking and sleeping—where we see, for example, only that insignificant part of the human being enclosed within the skin, in flesh, bones, and blood vessels; as perceived by today’s everyday consciousness, this is the most insignificant part of the human being. It is quite understandable that many people develop a tendency to adorn this insignificant part of the human being with all sorts of so-called beautiful outer garments, so that it might still amount to something, while deep in the subconscious they have the feeling that it is actually insignificant and belongs within the luminous, warming garments of the auric, the astral, and the I-being.
[ 29 ] Und als man zuerst diesen Übergang gefühlt hat vom Schauen des Menschen mit seiner Aura zum Schauen des gegenwärtigen unbedeutenden Menschen, da hat man schon in der Bekleidung nachzuahmen versucht, wie das ausschaut, was an dem Menschen aurisch ist; so daß die alten Moden — wenn ich das Wort gebrauchen darf — in gewissem Sinne Abbilder sind des Aurischen. Von den neueren Moden kann ich Ihnen die Versicherung geben, daß sie es gar nicht sind.
[ 29 ] And when people first began to sense this transition from seeing a person with their aura to seeing the ordinary, insignificant person of the present, they already tried to imitate, through their clothing, the appearance of what is auric in a person; so that the old fashions—if I may use that word—are, in a certain sense, reflections of the auric. As for the newer fashions, I can assure you that they are not at all.
[ 30 ] Das Bewußtsein der übersinnlichen Welt hat die Form angenommen, daß der Mensch es in den chaotischen Träumen verträumt. Und das Karmabewußtsein verschläft er vollständig. Er würde das Karmabewußtsein haben, wenn der Teil des Bewußtseins, der traumlos ist zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, plötzlich ins Bewußtsein schießen würde. Dann wäre das Karmabewußtsein da.
[ 30 ] Awareness of the supernatural world has taken the form of what a person dreams about in chaotic dreams. And he completely sleeps through his karmic consciousness. He would possess karmic consciousness if the part of consciousness that is dreamless—between falling asleep and waking up—were to suddenly burst into consciousness. Then karmic consciousness would be present.
[ 31 ] So ist im Laufe der Menschheitsentwickelung seit der Zeit, die ich charakterisiert habe, im Laufe von zehntausend Jahren etwa, die Verwandlung vor sich gegangen, daß der Mensch das in der physischen Welt Geistige «verwacht» — denn wir «verwachen» auch das Geistige, nicht bloß, daß wir es verschlafen —, daß der Mensch das Geistige verwacht, die eigentliche geistige Welt verträumt, und das Karma verschläft.
[ 31 ] Thus, in the course of human evolution since the period I have described—over the course of about ten thousand years—a transformation has taken place whereby human beings “oversleep” the spiritual in the physical world — for we also “sleep through” the spiritual, not merely “sleep through” it — so that human beings “sleep through” the spiritual, “dream away” the actual spiritual world, and “sleep through” karma.
[ 32 ] Das ist etwas, was einmal zum Heraufkommen des Freiheitsbewußtseins notwendig geworden ist, wie ich öfter ausgeführt habe. Aber es muß die Menschheit aus ihrem gegenwärtigen Zustande wiederum herauskommen.
[ 32 ] This is something that once became necessary for the emergence of a sense of freedom, as I have often explained. But humanity must once again break free from its current state.
[ 33 ] Man kann sagen, daß dasjenige, was, allerdings in einer sehr traumhaften Art, ein natürlicher Bewußtseinszustand in alten Zeiten war — das Wissen von der übersinnlichen Welt und vom Karma —, allmählich sich abgedämmert, abgedämpft hat, und das, was von der übersinnlichen Welt an die Menschen herantreten sollte, dann Lehre der Mysterien geworden ist, während es sich innerhalb des neueren materialistischen Zeitalters ganz verloren hat. Aber innerhalb dieses materialistischen Zeitalters muß wiederum die Möglichkeit aufgehen, sowohl zu dem Bewußtsein der übersinnlichen Welt wie zu dem Bewußtsein von Karma die Brücke zu schaffen.
[ 33 ] One could say that what, albeit in a very dreamlike way, was a natural state of consciousness in ancient times—knowledge of the supersensible world and of karma—has gradually faded and been dampened, and that which was meant to bring the supersensible world to humanity then became the teaching of the mysteries, whereas within the more recent materialistic age it has been completely lost. But within this materialistic age, the possibility must once again arise to build a bridge both to an awareness of the supersensible world and to an awareness of karma.
[ 34 ] Das heißt aber mit anderen Worten, wenn man sich vor Augen stellt, wie mit dem seelischen Morgendämmern in uralten Zeiten jene geistigen Wesenheiten, in deren Gesellschaft man vom Einschlafen bis zum Aufwachen war, hineinschlüpften in Bäume und Wolken und Berge und Felsen, und der Mensch sich dann während des Tages sagen konnte, wenn er zu einem solchen Baum, zu einem solchen Felsen, zu einem solchen Quell ging: Da drinnen ist verzaubert ein geistiges Wesen, mit dem ich aber in meinem Schlafbewußtsein beisammen bin — so muß der Mensch zunächst durch das Aufnehmen der neueren Initiationswissenschaft dazu kommen, mit dem während des Tagwachens vorhandenen Bewußtsein gewissermaßen geist-erkennend im Anschauen aus jedem Felsen, aus jedem Baum, aus jeder Wolke, aus jedem Stern, aus Sonne und Mond die verschiedenartigsten Geistwesen wieder herauszulocken.
[ 34 ] But in other words, this means that if one imagines how, in the dawn of the soul in ancient times, those spiritual beings—in whose company one was from falling asleep until waking up—slipped into trees and clouds and mountains and rocks, and how a person could then say to themselves during the day, when they went to such a tree, such a rock, or such a spring: “There, within, is an enchanted spiritual being with whom I am united in my sleeping consciousness” — this is how human beings must first, through the assimilation of the newer science of initiation, come to be able—with the consciousness present during waking hours—to, as it were, spiritually perceive and, through contemplation, draw forth the most diverse spiritual beings from every rock, every tree, every cloud, every star, the sun, and the moon.
[ 35 ] Auf diesen Weg müssen wir uns heute begeben, uns vorbereiten dazu, daß ebenso, wie für die alten Menschen mit dem Aufwachen das Geistwesen, mit dem der Mensch in der Nacht beisammen war, in den Baum, in den Felsen hineingeschlüpft ist, so für die neuere Menschheit herausschlüpft aus Baum und Quell dasjenige, was an geistigem Wesen in Baum und Quelle verborgen ist. Und das kann sein. Das kann dadurch sein, daß der Mensch einfach den Standpunkt des gewohnten Vorurteiles ablegt, in den er sich eingelebt hat, in den die Kinder heute schon bis in dieKindergartenerziehung hinunter eingeführt werden, daß der Mensch ablegt diese Befangenheit, daß man mit dem gesunden Menschenverstand nicht hineinschauen kann in die geistige Welt. Wenn der Initiierte kommt und erzählt die Dinge, die in der geistigen Welt sind, und die Vorgänge, die in der geistigen Welt stattfinden, und wenn der Mensch auch heute noch nicht hineinschauen kann mit dem gewöhnlichen Bewußtsein: wenn er sich seines unbefangenen Menschenverstandes bedient, so kann dieser Menschenverstand durchleuchtet werden durch die Mitteilung von der geistigen Welt. Und das ist unter allen Umständen für jeden der erste rechte Schritt heute,
[ 35 ] We must set out on this path today, preparing ourselves so that—just as, for the people of old, the spiritual being with whom a person had been together during the night slipped into the tree or the rock upon waking—so too, for the new humanity, that which is hidden in the tree and the spring as a spiritual being will emerge from the tree and the spring. And this is possible. It can happen when people simply cast aside the perspective of habitual prejudice into which they have become accustomed—a perspective into which children are already being introduced today, even as far back as kindergarten—and when they shed the preconception that one cannot look into the spiritual world with common sense. When the initiate comes and describes the things that exist in the spiritual world and the processes that take place there—and even if people today still cannot see into it with their ordinary consciousness—if they make use of their unbiased human reason, that human reason can be illuminated by the message from the spiritual world. And that is, under all circumstances, the first true step for everyone today,
[ 36 ] Dagegen spricht freilich vieles. Sehen Sie, nach einem der Vorträge, die ich über das Schauen der geistigen Welt in dem verflossenen Jahre hielt, erschien in einer nicht ganz unangesehenen Zeitung eine wohlwollende Besprechung — was eben «wohlwollend» und «angesehen» genannt werden kann mit Bezug auf die vehemente Gegnerschaft gegen die Anthroposophie in der Gegenwart. Nun hatte ich auch in diesem Vortrage darauf aufmerksam gemacht, daß man ja nicht gleich ein Hellseher zu sein braucht, um wirklich zu wissen von der geistigen Welt, sondern daß man mit seinem gesunden Menschenverstand durchaus die Dinge begreifen kann, wenn sie der Hellsehende mitteilt. Ich hatte das sehr stark betont. Und der Mann, der durchaus wohlwollend die Sache besprach, der schrieb den folgenden Satz. Er sagte: Den gesunden Menschenverstand, den will der Steiner anwenden auf die Erkenntnis der übersinnlichen Welt. Solange dieser gesunde Menschenverstand gesund bleibt, so sagte der Mann, so lange weiß er sicher nichts von einer übersinnlichen Welt, und sobald er von einer übersinnlichen Welt weiß, dann ist er schon sicher nicht mehr gesund!
[ 36 ] Of course, there are many arguments against this. You see, after one of the lectures I gave last year on perceiving the spiritual world, a favorable review appeared in a newspaper of some standing—though what can really be called “favorable” and “respected” is debatable, given the vehement opposition to anthroposophy today. Now, in that very lecture, I had also pointed out that one does not need to be a clairvoyant to truly know about the spiritual world, but that one can certainly grasp these things with common sense when a clairvoyant communicates them. I had emphasized this very strongly. And the man who reviewed the matter quite favorably wrote the following sentence. He said: “Steiner wants to apply common sense to the knowledge of the supersensible world. As long as this common sense remains sound,” the man said, “he certainly knows nothing of a supersensible world, and as soon as he knows of a supersensible world, then he is certainly no longer sound!”
[ 37 ] Ich habe vielleicht niemals mit einer solchen ehrlichen inneren Aufrichtigkeit aussprechen gehört, was eigentlich jeder, der heute vom «gesunden Menschenverstand» aus die Erkenntnis der übersinnlichen Welt ablehnt und von Grenzen der Erkenntnis in gewohntem Sinne spricht, behaupten müßte, wenn er ehrlich ist, innerlich ehrlich ist; denn entweder muß man die heutige Anschauung aufgeben, oder man muß dieses behaupten; anderes ist nicht innerlich ehrlich.
[ 37 ] I have perhaps never heard anyone express with such honest inner sincerity what, in fact, everyone who today, on the basis of “common sense,” rejects the knowledge of the supersensible world and speaks of the limits of knowledge in the usual sense would have to assert if they were honest—truly honest within themselves; for one must either abandon today’s view or assert this; anything else is not truly honest within oneself.
[ 38 ] Der heutige Initiierte weiß eben durchaus zu sagen, wie aus jedem Stein erkennend im Bewußtsein erlöst wird ein Geisteswesen, wie andere Geisteswesen aus den Pflanzen erlöst werden. Sie treten einem entgegen, wenn man nicht bei der äußeren Sinnesanschauung stehenbleibt. Und jedes Mal, wenn man in die Natur geht, wenn man zum Beispiel zunächst, aus ihren Steinbehausungen hervorgehend, die koboldartigen Elementarwesen schaut, die überall, wo die Natur anfängt ein wenig elementar zu werden, drinnen stecken — dann, wenn man sich so bekannt macht und befreundet mit diesen Elementarwesen, dann sieht man bald auch hinter diesen Elementarwesen, namentlich hinter den Elementarwesen der mineralischen Welt, höhere Wesenheiten, die zuletzt hinaufführen bis zur ersten Hierarchie, bis zu den Seraphim, Cherubim und Thronen.
[ 38 ] Today’s initiate is well aware of how a spiritual being is liberated from every stone into consciousness, just as other spiritual beings are liberated from plants. They come to meet you if you do not limit yourself to outward sensory perception. And every time one goes out into nature—for example, when one first emerges from its stony dwellings and beholds the goblin-like elemental beings that are found everywhere nature begins to take on a slightly elemental character— — then, when one becomes acquainted with and befriends these elemental beings, one soon sees, beyond these elemental beings—namely, beyond the elemental beings of the mineral world—higher beings that ultimately lead upward to the first hierarchy, to the Seraphim, Cherubim, and Thrones.
[ 39 ] Und wenn konsequent die Übungen durchgeführt werden, die ich in dem Buche: «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», das ins Englische unter dem Titel «Initiation» übersetzt ist, angegeben habe, wenn man diese Übungen konsequent, mit großer innerer Energie, Opferwilligkeit und Hingabe macht, dann ist es eigentlich schon so, daß man, wenn man den gehörigen inneren Mut bekommt, zunächst auf so etwas kommt, daß in besonderen mineralischen Einschlägen draußen im Gebirge in einem Stück Stein ganze Welten von Elementarwesen verborgen sind. Die kommen nur so heraus, nach allen Seiten schlüpfen sie heraus, werden groß, und bezeugen, daß sie eigentlich nur zusammengerollt, zusammengeschoben in den Partien der elementarischen Welt sind. Es sind Wesenheiten zunächst innerhalb des mineralischen Naturgebietes, namentlich wo die Erde in den Zustand des «Grunelns» kommt, daß sie sich so frisch anfühlt, daß sie Erdenaroma hat, daß die Pflanzen auch Erdenaroma haben. Wenn man da eintritt in diese Welt der Elementarwesen, da ist es so, daß diese Elementarwesen schon einem angst und bange machen können. Und diese Elementarwesen, die da herauskommen, sind von einer unglaublichen Gescheitheit. Man muß die Bescheidenheit haben, wenn die Zwerge da heraus sich lösen aus den Naturtatsachen und Naturobjekten, sich zu sagen: Da stehst du nun, du dummer Mensch, wie gescheit ist doch diese Elementarwelt! — Und weil im Ernste das doch viele Menschen nicht sagen mögen, weil sie ja nicht einmal sagen mögen, daß ein kleines Kind, das eben geboren worden ist, viel gescheiter ist als derjenige, der viel gelernt hat — wenn man es innerlich anschaut —, deshalb entziehen sich zunächst diese Elementarwesen dem Anblick des Menschen. Kann man aber auf sie eingehen, dann erweitert sich sozusagen der Horizont, und das, was vorne diese neckischen, einen mit ihrer Gescheitheit und Klugheit neckenden Zwerge eröffnen als Vordergrund, das trägt in einen Hintergrund hinein, der bis zu der ersten Hierarchie, bis zu den Seraphim, Cherubim und Thronen kommt.
[ 39 ] And if one consistently performs the exercises I have described in the book How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?, which has been translated into English under the title Initiation—if one performs these exercises consistently, with great inner energy, a spirit of sacrifice, and devotion—then it is actually the case that, once one gains the necessary inner courage, one first comes to realize that in certain mineral formations out in the mountains, entire worlds of elemental beings are hidden within a single piece of stone. They simply emerge—slipping out in all directions, growing large—and bear witness to the fact that they are actually only coiled up and compressed within the realms of the elemental world. These beings are initially found within the mineral realm of nature, particularly where the earth enters a state of “rumbling”—where it feels so fresh, where it has an earthy aroma, and where the plants, too, have an earthy aroma. When one enters this world of elemental beings, it is true that these beings can actually fill one with fear and trepidation. And these elemental beings that emerge from there possess an incredible intelligence. One must have the humility—when the gnomes detach themselves from natural phenomena and objects—to say to oneself: “There you stand, you foolish human; how intelligent this elemental world really is!” — And because, in all seriousness, many people are unwilling to say this—since they are not even willing to admit that a small child who has just been born is far more intelligent than someone who has studied extensively—if one looks at it inwardly—that is why these elemental beings initially elude human sight. But if one can engage with them, then one’s horizon expands, so to speak, and what these mischievous little beings—teasing one with their cleverness and wisdom—reveal as the foreground leads into a background that extends all the way to the first hierarchy, to the Seraphim, Cherubim, and Thrones.
[ 40 ] Und wenn man sich das Bewußtsein schärft mit dem, was die Menschheit gelernt hat gerade durch die Naturwissenschaft in dem letzten Jahrhundert, dann kann man in diese Welt der Elementarwesen und von da aus in eine höhere Welt mit Hilfe der angegebenen Übungen erst recht eintreten. Und erwirbt man sich so an der Natur, an dem liebevoll sich Versenken in die Natur ein Bewußtsein, das nicht angekränkelt ist von dem, was heute anerkanntes autoritatives Wissen ist, dann steigt man allmählich wieder auf in der Initiationserkenntnis zu jenem Erkennen, das der Menschheit verlorengegangen ist.
[ 40 ] And if one sharpens one’s awareness through what humanity has learned—precisely through the natural sciences—over the past century, then one can enter this world of elemental beings, and from there into a higher world, all the more effectively with the help of the exercises described. And if, through nature—through lovingly immersing oneself in nature—one acquires a consciousness that is not tainted by what is today recognized as authoritative knowledge, then one gradually ascends once more in the knowledge of initiation to that insight which has been lost to humanity.
[ 41 ] Wer schließlich heute dazu kommt, daß ihm aus den Bäumen entgegentritt der Baumgeist, der für die Alten hineingeschlüpft ist am Morgen in der seelischen Morgendämmerung, der am Abend in der seelischen Abenddämmerung wiederum herabgesprüht ist, der kann dann auch in einer entsprechenden Weise an den Menschen herantreten und aus dem Menschen der Gegenwart hervorgehend schauen seine Gestaltungen in früheren Erdenleben mit der Evolution des Karma. Denn für den Menschen mündet dieses Anschauen in das Karma hinein.
[ 41 ] Whoever today comes to the point where the tree spirit—which, for the ancients, slipped into the trees in the morning during the spiritual dawn and then descended again in the evening during the spiritual twilight—comes to meet him from the trees, can then also approach human beings in a corresponding way and, emerging from the human being of the present, behold his incarnations in earlier earthly lives alongside the evolution of karma. For the human being, this contemplation leads into karma.
[ 42 ] Für die mineralische Welt, wo zunächst die mit ihrer Klugheit nekkenden Zwerge herauskommen, mündet das Anschauen bei den Seraphim, Cherubim und Thronen.
[ 42 ] In the mineral world, where the dwarves—who initially taunt us with their cleverness—first appear, contemplation leads to the Seraphim, Cherubim, and Thrones.
[ 43 ] Für die Pflanzen mündet das Anschauen bei den Exusiai, Dynamis, Kyriotetes.
[ 43 ] For plants, this examination culminates in the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes.
[ 44 ] Für die Tiere mündet dieses Anschauen, wenn man ihre geistigen Wesen aus ihnen so hervorkommen sieht, in Archai, Archangeloi, Angeloi.
[ 44 ] For animals, this contemplation—when one sees their spiritual beings emerging from them in this way—leads to the Archai, Archangeloi, and Angeloi.
[ 45 ] Für den Menschen mündet das in das Karma.
[ 45 ] For human beings, this leads to karma.
[ 46 ] Hinter den in der Welt erscheinenden Seraphim, Cherubim und Thronen und hinter allen übrigen Wesen der höheren Hierarchien, hinter allen Elementarwesen, welche einen aus den Mineralien durch ihre Gescheitheit schockieren, einen aus den Pflanzenwesen durch ihre süße Zudringlichkeit vielleicht schockieren oder auch nicht schockieren, hinter dem, was aus dem Wüsten, zuweilen mit Vehemenz, mit Feuerglut, aber auch mit Fröstelndem aus den Tieren entgegentritt, hinter all dem, was da als Vordergrund erschienen ist, tritt dann die überwältigend großartige Erscheinung des Karma auf. Denn eigentlich liegt erst hinter all den Geheimnissen der Welt das Geheimnis des Karma für den Menschen.
[ 46 ] Behind the seraphim that appear in the world, the Cherubim, and the Thrones—and behind all other beings of the higher hierarchies; behind all elemental beings who may or may not startle one from among the minerals with their cleverness, or from among the plant beings with their sweet intrusiveness; behind that which emerges from the wilderness, at times with vehemence, with fiery fervor, but also with a chilling presence from the animal kingdom, behind all that has appeared in the foreground, the overwhelmingly magnificent phenomenon of karma then emerges. For in truth, it is only behind all the mysteries of the world that the mystery of karma for human beings lies.
[ 47 ] Und wenn wir unsere Empfindung in der entsprechenden Weise so vorbereitet haben, werden wir nun in den nächsten Vorträgen, die ich noch hier an demselben Orte vor Ihnen halten kann, zu der Besprechung einzelner karmischer Tatsachen gehen können.
[ 47 ] And once we have prepared our perception in this way, we will be able to move on to discussing specific karmic facts in the next lectures that I will be able to give to you here in this same place.

