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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240

21 August 1924, Torquay

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Die Vertiefung des Christentums durch die Sonnenkräfte Michaels III

The Deepening of Christianity Through the Solar Powers of Michael III

[ 1 ] Ich möchte, da uns diese Stunde heute noch geschenkt wird, einiges Ergänzende sagen zu dem schon hier Vorgebrachten, einzelne Dinge besprechen, die gerade dadurch heute leichter verständlich sein werden, weil teils in den Vormittagsstunden, teils in den letzten Mitgliederversammlungen die vorbereitenden Dinge dazu ja schon berührt worden sind. Es wird sich darum handeln, daß einiges gesagt werden soll heute abend über Dinge, die mit dem Karma der Anthroposophischen Gesellschaft zusammenhängen. Weiter ausführen werde ich ja solche’Themata dann in den nächsten Tagen in London.

[ 1 ] Since we have been granted this hour today, I would like to add a few points to what has already been said here and discuss certain matters that will be easier to understand today precisely because the preparatory groundwork for them has already been laid—partly during the morning sessions and partly at the most recent general meetings. The focus this evening will be on discussing matters related to the karma of the Anthroposophical Society. I will, of course, elaborate further on these topics in the coming days in London.

[ 2 ] Aus den Vorträgen, die ich hier gehalten habe, geht ja hervor, daß wir für unsere Zeit die Auffassung haben müssen, daß die geistige Führung der Menschheit, der zivilisierten Menschheit, unter dem Impuls der Wesenheit steht, die wir mit dem christlichen Namen Michael bezeichnen. Diese besondere, wenn wir es so nennen wollen, Herrschaft des geistigen Lebens hat ja in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begonnen. Ihr ging, wie ich schon gesagt habe, die GabrielHerrschaft voran. Nun möchte ich einiges bemerken über die Dinge, die mit dieser Michael-Herrschaft, wie sie heute ist, zusammenhängen.

[ 2 ] It is clear from the lectures I have given here that, in our time, we must hold the view that the spiritual guidance of humanity—of civilized humanity—is driven by the being we refer to by the Christian name Michael. This particular—if we may call it that—era of spiritual life began in the 1870s. As I have already mentioned, it was preceded by the era of Gabriel. Now I would like to make a few remarks about matters related to this era of Michael, as it is today.

[ 3 ] Michael ist immer, wenn er innerhalb des irdischen Lebens seine Impulse durch die Entwickelung der Menschheit leitet, der Geist, der die Sonnenkräfte, die geistigen Sonnenkräfte, in die menschliche Entwickelung hineinleitet. Damit hängt ja zusammen, daß der Mensch, wie Sie heute morgen in den allgemeinen Vorträgen hören konnten, während seines Tagwachens in seinen physischen und in seinen Ätherleib diese Sonnenkräfte hereinbekommt.

[ 3 ] Whenever Michael channels his impulses through the evolution of humanity during earthly life, he is the spirit who channels the solar forces—the spiritual solar forces—into human evolution. This is connected to the fact that, as you heard this morning in the general lectures, during the waking hours of the day, human beings receive these solar forces into their physical and etheric bodies.

[ 4 ] Nun bedeutet die diesmalige Herrschaft Michaels, die eben vor kurzem begonnen hat und drei bis vier Jahrhunderte dauern wird, daß endgültig in den physischen und in den Ätherleib des Menschen die kosmischen Sonnenkräfte übergehen. Wir müssen uns da vor allen Dingen fragen: Was für Kräfte, was für Impulse stellen diese kosmischen Sonnenkräfte dar? Michael ist vorzugsweise Sonnengeist. Daher ist er auch derjenige Geist, der in unserer Epoche namentlich die Aufgabe hat, das Christentum nach seiner Wahrheit wesentlich zu vertiefen. Man kann geradezu sagen, Christus stamme aus der Sonne. Das Sonnenwesen Christi — ich habe das ja oftmals ausgeführt — hat durch den Leib des Jesus auf Erden gelebt, lebt in übersinnlicher Art seither mit der Menschenwelt zusammen. Die Menschheit muß aber erst allmählich reif werden, das ganze Mysterium, das mit dem Christus zusammenhängt, in die Seele aufzunehmen. Ein wesentlicher Teil dieser Vertiefung wird in unserem Michael-Zeitalter eintreten müssen.

[ 4 ] Now, Michael’s reign this time—which has just begun and will last three to four centuries—means that the cosmic solar forces will finally pass into the physical and etheric bodies of human beings. Above all, we must ask ourselves: What kinds of forces, what kinds of impulses do these cosmic solar forces represent? Michael is, above all, a solar spirit. That is why he is also the spirit who, in our epoch, has the specific task of profoundly deepening Christianity in accordance with its truth. One might even say that Christ originates from the sun. The solar being of Christ—as I have often explained—lived on Earth through the body of Jesus and has since lived together with the human world in a supersensible way. Humanity, however, must first gradually mature to be able to take the entire mystery connected with Christ into its soul. An essential part of this deepening will have to take place in our Michael Age.

[ 5 ] Nun bestanden die Sonnenkräfte, wenn sie auf die Erde wirken, immer darinnen, daß sie zusammenhängen mit einer Impulswelle, die sich strömend in die Erdenzivilisation ergießt und die wir charakterisieren können als intellektuelle Welle. Denn alles, was der Mensch an Intellekt, was die Welt überhaupt an Intellekt hat, soweit unsere Welt in Betracht kommt, stammt von der Sonne. Die Sonne ist Quell alles Intellektuellen.

[ 5 ] Now, when the forces of the Sun act upon the Earth, they always consist in being connected to a wave of impulse that flows into Earth’s civilization, a wave we can characterize as an intellectual wave. For all the intellect that humanity possesses, indeed all the intellect that exists in the world—as far as our world is concerned—originates from the Sun. The Sun is the source of all that is intellectual.

[ 6 ] Wenn man diese Wahrheit ausspricht, so kann man vielleicht sogar bei den Menschen der Gegenwart einigen Gefühlswiderstand wahrnehmen, denn es ist ganz richtig, von der heutigen Form des Intellekts nicht allzuviel zu halten, Und gerade derjenige, der mit dem spirituellen Leben bekannt wird, kann allerdings von der heutigen Intellektualität nicht viel halten. Sie ist eine abstrakt logische; sie ist etwas, was den Menschen mit schattenhaften Begriffen und Ideen anfüllt, die weit, weit weggehen von der lebensvollen Wirklichkeit, die kalt und trocken und nüchtern sind gegenüber dem, was als warmes, leuchtendes Leben durch die Welt und durch den Menschen pulsiert.

[ 6 ] When this truth is spoken, one may even perceive some emotional resistance among people today, for it is quite right not to think too highly of the current form of the intellect. And it is precisely those who become acquainted with the spiritual life who, in fact, cannot think much of today’s intellectualism. It is an abstract, logical kind of intellect; it is something that fills people with shadowy concepts and ideas that are far, far removed from vibrant reality—ideas that are cold, dry, and sober in comparison to what pulsates through the world and through human beings as warm, radiant life.

[ 7 ] Aber so ist es nur heute mit der Intelligenz, weil das, was wir heute als Intelligenz haben, im allgemeinen Bewußtsein der Menschheit eben erst im Anfang ist, wie wir ja auch erst im Anfang des Michael-Zeitalters stehen. Diese Intelligenz wird einmal etwas ganz, ganz anderes werden. Und wenn man sich eine Vorstellung davon machen will, was diese Intelligenz anderes noch werden kann im Lauf der Menschheitsentwickelung, dann muß man daran denken, wie noch Thomas Aquinas in der mittelalterlichen christlichen Philosophie jene Wesen, die die Sterne bewohnen, mit dem Namen Intelligenzen bezeichnet hat. Nicht wahr, wir mußten ja auch gegenüber der heutigen materialistischen Auffassung sagen, daß die Sterne Kolonien von geistigen Wesenheiten sind. Das berührt den heutigen Menschen fremdartig, weil er gar nicht daran denkt, daß er, wenn er zu den Sternen aufblickt, zu Wesen aufblickt, die mit seinem eigenen Leben etwas zu tun haben und die eben Sterne bewohnen, wie wir Menschen die Erde bewohnen.

[ 7 ] But this is only the case with intelligence today because what we consider intelligence today is still in its infancy in the general consciousness of humanity—just as we, too, are still at the beginning of the Michael Age. This intelligence will one day become something completely, completely different. And if one wants to form an idea of what else this intelligence might become in the course of human development, then one must recall how Thomas Aquinas, in medieval Christian philosophy, referred to the beings that inhabit the stars as “intelligences.” Isn’t it true that we, too, had to counter today’s materialistic view by saying that the stars are colonies of spiritual beings? This strikes modern people as strange, because they do not even consider that when they look up at the stars, they are looking up at beings who have something to do with their own lives and who simply inhabit the stars, just as we humans inhabit the Earth.

[ 8 ] Thomas von Aguino bezeichnet im 13., mittelalterlichen Jahrhundert die Wesen, welche Sternenbewohner sind, obwohl er bei einem Stern noch immer mehr von einem einheitlichen Wesen spricht, so, wie man von der Menschheit der Erde als einem einheitlichen Wesen sprechen würde, wenn man von einem fremden Stern aus sie betrachtete. Also obwohl er nicht immer sagt, daß einzelne Wesen oder viele Wesen, wie wir ja wissen, die Sterne bewohnen, so daß wir die Sterne als Kolonien im Kosmos anzusprechen haben, wenn er also auch von einem einheitlichen Sternwesen spricht, so redet er doch von den Intelligenzen der Sterne. Und damit steht dieser christliche Kirchenlehrer des Mittelalters, des 13. Jahrhunderts, noch innerhalb jener Tradition, die damals schon im Verglimmen, im Abnehmen, in der Dekadenz war, die aber deutlich noch darauf hinweist, daß alles, was wir mit dem Namen Intelligenz zusammenfassen, einmal etwas anderes war, als es heute ist.

[ 8 ] In the 13th century, Thomas Aquinas referred to the beings that inhabit the stars, although when speaking of a star, he still spoke more of it as a unified entity—just as one would speak of humanity on Earth as a unified entity if viewed from an alien star. So although he does not always state that individual beings or many beings—as we know—inhabit the stars, such that we must regard the stars as colonies in the cosmos, and although he speaks of a unified stellar being, he nevertheless speaks of the intelligences of the stars. And in this, this Christian Church Father of the Middle Ages—of the 13th century—still stands within that tradition which was already fading, waning, and in decline at that time, but which clearly still points to the fact that everything we summarize under the name “intelligence” was once something different from what it is today.

[ 9 ] Wenn wir in uralte Zeiten der Menschheitsentwickelung zurückgehen — ich habe darauf schon hingewiesen hier in den Vorträgen —, so ist es beim Menschen nicht so, daß er die Gedanken aus sich heraus erzeugt, daß er über die Dinge durch seine eigene Kraft denkt. Denn diese innere Seelenfähigkeit des Denkens, diese innere Aktivität des Gedankenbildens ist ja eigentlich erst vollständig entwickelt seit dem 15. Jahrhundert, seit dem Eindringen der Bewußtseinsseele in die Menschheitsentwickelung. Und wenn wir in vorchristliche Zeiten zurückgehen, in alte Zeiten, so finden wir überall, daß die Menschen noch gar nicht das Bewußtsein haben, daß sie selbst denken; sie fühlen gar nicht, daß sie Gedanken haben, sondern sie empfinden: die Gedanken werden ihnen aus den Dingen geoffenbart. Die Intelligenz ist kosmisch überall ausgebreitet. In den Dingen ist die Intelligenz. Und wie man die Farben wahrnimmt, so nimmt man auch den intelligenten Inhalt, den Gedankeninhalt der Dinge wahr. Die Welt ist voller Intelligenz. Allüberall ist intelligentes Wesen. Der Mensch hat diese Intelligenz sich gewissermafßen im Lauf der neuesten Zeit angeeignet. Man möchte sagen: Die Intelligenz ist etwas, was im weiten Weltenall ausgebreitet ist, wovon der Mensch in der neueren Zeit überall einen Tropfen bekommen hat. Das ist dann der Mensch.

[ 9 ] If we go back to the very earliest times of human development—as I have already pointed out here in these lectures—it is not the case that human beings generate thoughts from within themselves, that they think about things through their own power. For this inner soul capacity for thinking, this inner activity of forming thoughts, has in fact only been fully developed since the 15th century, since the entry of the consciousness soul into human development. And when we go back to pre-Christian times, to ancient times, we find everywhere that people did not yet have the awareness that they were thinking at all; they do not feel at all that they have thoughts, but rather they sense that thoughts are revealed to them through things. Intelligence is spread throughout the cosmos. Intelligence is present in things. And just as one perceives colors, so too does one perceive the intelligent content, the thought content, of things. The world is full of intelligence. Intelligent beings are everywhere. Human beings have, so to speak, appropriated this intelligence in the course of recent times. One might say: Intelligence is something that is spread throughout the vast universe, of which human beings have received a drop here and there in recent times. That, then, is the human being.

[ 10 ] Beim alten Menschen war es aber so, daß er in jedem Augenblick, wo er dachte, sich dessen bewußt war, daß die Gedanken ihm inspiriert werden, geoffenbart werden. Er schrieb nur dem Weltenall Intelligenz zu, nicht sich.

[ 10 ] In the case of the ancient man, however, whenever he thought, he was aware that his thoughts were being inspired and revealed to him. He attributed intelligence only to the universe, not to himself.

[ 11 ] Nun war zu allen Zeiten der Verwalter dieser kosmischen Intelligenz, die sich von der Sonne wie das Licht ausstrahlend über die ganze Welt verbreitet, eben der Geist, der mit dem Namen Michael bezeichnet wird. Michael ist der Verwalter der kosmischen Intelligenz. In der neueren nachchristlichen Zeit trat aber nun die bedeutsame Tatsache auf, daß nach dem Mysterium von Golgatha allmählich Michael die Verwaltung über die Intelligenz entfiel, daß sie ihm verlorenging. Solange die Erde besteht, hat Michael die kosmische Intelligenz verwalter. Und wenn ein Mensch Gedanken, das heißt intelligenten Inhalt, in sich gefühlt hat, noch in der Alexander-, in der Aristoteleszeit, dann betrachtete er diese Gedanken nicht als seine eigenen Gedankeninhalte, sondern als die ihm durch die Michael-Macht geoffenbarten Gedanken, wenn man auch in jener heidnischen Zeit dieses Wesen anders bezeichnet hat. Aber dieser Gedankeninhalt entfiel Michael nach und nach. Und wir sehen, wenn wir in die geistige Welt hineinschauen, dieses Heruntersinken der Intelligenz von der Sonne auf die Erde, das sich vollzieht so bis gegen das 8. nachchristliche Jahrhundert hin. Im 9. nachchristlichen Jahrhundert, da beginnen die Menschen schon, ich möchte sagen, als Vorläufer der späteren, Eigenintelligenz zu entwickeln, da faßt die Intelligenz ihren Sitz in den Seelen der Menschen. Und Michael und die Seinen schauen hinunter von der Sonne auf die Erde und können sagen: Was wir durch Äonen verwaltet haben, das ist uns entsunken, das ist uns verlorengegangen, das ist hinuntergeströmt und ist jetzt in den Seelen der Menschen auf Erden.

[ 11 ] Throughout all ages, the steward of this cosmic intelligence—which radiates from the sun like light and spreads throughout the entire world—has been none other than the spirit known as Michael. Michael is the steward of cosmic intelligence. In more recent post-Christian times, however, a significant development occurred: following the Mystery of Golgotha, Michael gradually lost his stewardship over this intelligence; it slipped from his grasp. As long as the Earth exists, Michael has been the steward of cosmic intelligence. And when a person felt thoughts—that is, intelligent content—within themselves, even in the time of Alexander or Aristotle, they did not regard these thoughts as their own mental content, but as thoughts revealed to them by the power of Michael, even though this being was designated by a different name in those pagan times. But this mental content gradually slipped away from Michael. And when we look into the spiritual world, we see this descent of intelligence from the Sun to Earth, a process that continued until around the 8th century A.D. In the 9th century A.D., people began—I would say—to develop the precursors of their later, independent intelligence; that is when intelligence took root in human souls. And Michael and his companions look down from the Sun upon the Earth and can say: What we have administered for eons has sunk away from us, has been lost to us, has flowed downward, and is now in the souls of human beings on Earth.

[ 12 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, das war die Stimmung innerhalb der Michael-Gemeinschaft auf der Sonne. Zur Alexanderzeit und Jahrhunderte vorher war es so, daß die vorige Herrschaft des Michael auf der Erde war. Zur Zeit des Mysteriums von Golgatha war aber Michael mit den Seinen in der Sonne. Und man sah nicht nur den Christus zur Zeit des Mysteriums von Golgatha die Sonne verlassen, die MichaelAnhänger sahen ja nicht so wie die Erdenbewohner den Christus herankommen, sie sahen ihn fortgehen von der Sonne, aber sie sahen zugleich, wie ihnen die Herrschaft über die Intelligenz allmählich entsank.

[ 12 ] You see, my dear friends, that was the atmosphere within the Michael Community on the Sun. During the time of Alexander and for centuries before that, Michael’s previous reign had been on Earth. At the time of the Mystery of Golgotha, however, Michael was in the Sun with his followers. And not only did people see Christ leave the Sun at the time of the Mystery of Golgotha—the Michael followers did not see Christ approaching as the inhabitants of Earth did; they saw him departing from the Sun—but at the same time, they saw how their dominion over the intelligence gradually slipped away from them.

[ 13 ] So haben wir im Lauf der neueren Menschheitsentwickelung die Erscheinung, daß vom Mysterium von Golgatha aus die Entwickelung so fortgeht: wenn hier die geistig-himmlische Linie ist und hier die irdische (s. Zeichnung: rot und gelb), daß der Christus zur Erde kommt und mit der Erde weiter sich entwickelt, daß das intelligente Wesen nach und nach auf die Erde heruntersteigt, bis ins 8., 9. Jahrhundert (grün). Da beginnen die Menschen in dem, was sie Wissenschaft nennen, was sie in ihren Gedanken entwickeln, sich die eigene individuelle, persönliche Intelligenz zuzuschreiben. Michael sieht unter den Menschen dasjenige, was er durch Äonen verwaltet hat. Und es ist die Stimmung innerhalb der Michael-Gemeinschaft: Wir müssen bei unserer nächsten Herrschaft — die eben im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts beginnen sollte-, wenn wir wiederum die Erdenzivilisation mit unseren Impulsen durchdringen, wir müssen die Intelligenz, die vom Himmel auf die Erde gesunken ist, dort wieder finden, um in den Herzen, in den Seelen der Menschen das zu verwalten, was wir von der Sonne, vom Kosmos aus durch Äonen verwaltet haben.

[ 13 ] Thus, in the course of humanity’s recent development, we see that, starting from the Mystery of Golgotha, development proceeds as follows: with the spiritual-heavenly line here and the earthly line here (see diagram: red and yellow)—that Christ comes to Earth and continues to develop with the Earth, and that the intelligent being gradually descends to Earth, down to the 8th, 9th centuries (green). There, in what they call science—what they develop in their thoughts—people begin to attribute their own individual, personal intelligence to themselves. Michael sees among humanity that which he has administered for eons. And the sentiment within the Michael community is: During our next reign—which was to begin in the last third of the 19th century—when we once again permeate Earth’s civilization with our impulses, we must rediscover there the intelligence that has descended from heaven to Earth, in order to administer within the hearts and souls of human beings that which we have administered for eons from the Sun and the cosmos.

[ 14 ] Und so ist in dieser Zeit eine Vorbereitung, um in den Herzen der Menschen von seiten der Michael-Gemeinschaft das wiederzufinden, was verlorengegangen ist, was gewissermaßen unter dem Einfluß des Mysteriums von Golgatha auch den Zug, wenn auch einen längeren Zug, vom Himmel zur Erde durchgemacht hat. Wie das zuging im weiteren, daß Michael und die Seinen anstrebten, die ihnen im Sonnenhimmel entfallene Intelligenz in den Herzen der Menschen von diesem Michael-Zeitalter an, vom Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts beginnend, wieder zu erobern, das möchte ich Ihnen ein wenig beschreiben. Michael, der von der Sonne auf die Erde gestrebt hat für diejenigen, die Geistiges im Kosmos schauen, Michael will in der Zukunft seinen Sitz aufschlagen in den Herzen, in den Seelen der Erdenmenschen. Und das soll beginnen mit unserem Zeitalter, das soll sein eine Führung des Christentums in tiefere Wahrheiten hinein, indem Christus seine Erklärung, sein Einleben in die Menschheit als Sonnenwesen finden soll durch jenen Sonnengeist — Michael —, der das Begreifen, das heißt die Intelligenz, immer verwaltet hat, der es nun nicht im Kosmos verwalten kann, der es aber in Zukunft durch die Herzen der Menschen verwalten will.

[ 14 ] And so, during this time, the Michael Community is preparing to rediscover in the hearts of human beings that which has been lost—that which, under the influence of the Mystery of Golgotha, has also undergone a journey, albeit a lengthy one, from heaven to earth. I would like to describe to you a little of how this unfolded further—how Michael and his followers sought, beginning with this Michael Age—starting at the end of the 1870s—to reclaim in the hearts of human beings the intelligence they had lost in the solar heavens. Michael, who strove from the Sun to Earth—for those who perceive the spiritual in the cosmos—Michael intends to establish his abode in the future in the hearts and souls of Earth’s human beings. And this is to begin with our age; it is to be a guidance of Christianity into deeper truths, in which Christ is to find his explanation—his embodiment in humanity as a solar being—through that Solar Spirit—Michael—who has always governed understanding, that is, intelligence; who can no longer govern it in the cosmos, but who wishes to govern it in the future through the hearts of human beings.



[ 15 ] Wenn man heute Intelligenz irgendwie geoffenbart findet und man will ihrem Ursprung nachgehen, dann wendet man sich an einen menschlichen Kopf, weil eben die Intelligenz sozusagen vom Himmel auf die Erde heruntergekommen ist, in der menschlichen Seele webt und innerlich durch das Haupt des Menschen, durch den Kopf, sich manifestiert. So war es nicht immer, wenn man Intelligenz anstrebte, wenn man das anstrebte, was als intelligentes Wesen aus dem Kosmos sich offenbarte. Auch der Mensch strebte nicht durch eine Entwickelung seines Hauptes in früheren Zeiten Intelligenz an, sondern er strebte sie dadurch an, daß er die Inspiration durch die Kräfte des Kosmos suchte.

[ 15 ] If one encounters intelligence in some revealed form today and wishes to trace its origin, one turns to the human head, because intelligence has, so to speak, descended from heaven to earth, weaves within the human soul, and manifests itself internally through the human head. It was not always this way when people sought intelligence—when they sought that which revealed itself as an intelligent being from the cosmos. Nor did human beings in earlier times seek intelligence through the development of their heads; rather, they sought it by seeking inspiration from the forces of the cosmos.

[ 16 ] Ich möchte sagen: Ein Beispiel davon, wie die kosmische Intelligenz gesucht werden kann, wie sie heute nicht mehr gesucht wird, wie sie aber einmal gesucht wurde, bekommt man, wenn man — wie es uns gegönnt war am letzten Sonntag — in Tintagel an der Stelle steht, wo einstmals das Artusschloß gestanden hat, wo Artus seine Herrschaft geführt hat, diese sonderbare, für die europäische Welt bedeutungsvolle Herrschaft geführt hat mit seinen zwölf Genossen.

[ 16 ] I would like to say: An example of how cosmic intelligence can be sought—how it is no longer sought today, but how it was once sought—can be found when one—as we were fortunate enough to do last Sunday — in Tintagel at the site where Arthur’s castle once stood, where Arthur ruled—that strange reign, so significant for the European world—along with his twelve companions.

[ 17 ] Man wird aus dem, was geschichtliche Dokumente von Artus und seiner Tafelrunde berichten, nicht leicht eine Vorstellung bekommen davon, was eigentlich die Aufgaben dieser sogenannten Tafelrunde des Artus waren. Aber man bekommt eine Vorstellung, wenn man mit geistigem Auge an der Stelle steht, wo einstmals das Schloß stand, und hinschaut auf das Stück Meer, das man da überblickt, über jenes Stück Meer, das durch einen Gebirgskogel gewissermaßen in zwei Teile geteilt wird. Da kann man in verhältnismäßig kurzer Zeit ein wunderbares Spiel zwischen Licht und Luft, aber auch zwischen den Elementargeistern, die in Licht und Luft leben, schauen. Da kann man schauen, wie jene geistigen Wesenheiten, die bald mit den Sonnenstrahlen sich auf die Erde ergießen, bald im flimmernd-fließenden, flüssigen Regenguß sich spiegeln und ihre Spiegelung auffangen, dasjenige, was den Schwerkräften der Erde unterliegt, in der Luft sich in den dichteren Luftgeistern äußert. Da kann man wiederum schauen, wenn der Regen sich auslöscht und die Sonnenstrahlen die Luft in Reinheit durchdringen, wie auf eine ganz andere Art das Spiel der Elementargeister da stattfindet. Da schaut man Sonnenwirkung im Erdenstoffe. Da wird man, wenn man das schaut, vorzugsweise von einer solchen Stätte aus, wie diese ist, da wird man «heidnisch-andächtig» — man kann nicht recht «christlich-andächtig» werden, heidnisch andächtig ist etwas anderes als christliche Andacht —, man wird dann heidnisch andächtig. Heidnisch andächtig sein, heißt, sich hingeben mit Herz und Gemüt an die in den Naturwirkungen anwesenden geistigen Wesenheiten, zu der Vielheit der in den Naturwirkungen vorhandenen geistigen Wesenheiten.

[ 17 ] It is not easy to get a sense of what the actual duties of this so-called Round Table of Arthur were based on what historical documents report about Arthur and his Round Table. But one can get an idea if one stands, in one’s mind’s eye, at the spot where the castle once stood and looks out over the stretch of sea that can be seen from there—that stretch of sea which is, so to speak, divided into two parts by a mountain peak. There, in a relatively short time, one can witness a wondrous interplay between light and air—and also between the elemental spirits that dwell in light and air. There one can observe how those spiritual beings—who at times pour down upon the earth with the sun’s rays, and at other times are reflected in the shimmering, flowing, liquid downpour and catch their own reflection—manifest in the air as the denser air spirits, which are subject to the Earth’s gravitational forces. There, one can also observe, when the rain ceases and the sun’s rays penetrate the air in purity, how the interplay of the elemental spirits takes place there in an entirely different way. There one observes the sun’s effect in the earthly substance. There, when one observes this—especially from a place such as this one—one becomes “pagan-devout”—one cannot truly become “Christian-devout,” for pagan devotion is something other than Christian devotion—one then becomes pagan-devout. To be pagan-devout means to surrender oneself, with heart and soul, to the spiritual beings present in the forces of nature, to the multitude of spiritual beings existing within the forces of nature.

[ 18 ] Nun ist es im allgemeinen für den heutigen Menschen bei unseren sozialen Einrichtungen nicht möglich, diese Wirkungen, die sich da äußern im Spiel der Naturkräfte, festzuhalten. Nur der Initiationserkenntnis ist es möglich, in diese Dinge einzudringen. Aber sehen Sie, zu allem, was im Geist erlangt werden soll, gehört ja immer etwas, was Grundbedingung ist. Ich sagte Ihnen heute morgen bei jenem Beispiel, durch das ich zunächst erläutert habe, was für die Erkenntnis äußerer Erscheinungen getan werden muß, daß dazu das sich harmonisierende Karma von zwei Menschen wirken muß. Damit in der rechten Weise in die Mission, in die Aufgabe des Königs Artus und der Seinen damals das einfließen konnte, was sich vom Meer herein in einer so wunderbaren Weise geisterhaft offenbart, mußte damals etwas Besonderes da sein.

[ 18 ] Now, given our current social structures, it is generally impossible for people today to grasp these effects, which manifest themselves in the interplay of natural forces. Only initiatory knowledge is capable of penetrating these matters. But you see, everything that is to be attained in the spirit always requires a fundamental condition. I told you this morning, in the example I used to explain what must be done to gain insight into external phenomena, that the harmonizing karma of two people must be at work for this to happen. In order for what was revealed in such a wondrous, spirit-like manner from the sea to flow in the right way into the mission and the task of King Arthur and his followers at that time, something special had to be present then.

[ 19 ] Es ist ja durchaus so, als ob heute noch das Spiel, das da über den sich kräuselnden, den schäumenden Meereswellen in der Luftregion, von der Sonne durchleuchtet und durchglänzt, sich fortsetzt, als ob heute noch die Natur über diesem Meer, an diesen Bergen überall geisterte. Aber um das festzuhalten, was da in den Naturwirkungen geisterte, dazu gehörte, daß nicht nur ein Mensch dies aufnahm. Dazu gehörte eine Gruppe von Menschen, eine Gruppe von Menschen, von der sich einer als Sonne im Mittelpunkt fühlte und dessen zwölf Genossen stets so erzogen wurden, daß sie in ihrem Temperament, in ihrem Gemüt, in ihrer ganzen Wesensäußerung zusammen eine Zwölfheit ergaben, die man ebenso gruppieren konnte als einzelne zwölf sich gruppierende Menschen, wie die Bilder des Tierkreises um die Sonne herum sind. So daß eben auch die Tafelrunde darin bestand, daß der König Artus den Mittelsitz hatte und ringsherum zwölf angeordnet waren, die da, wo sie sozusagen in ihrem Consilium zusammen waren, über sich die Tierkreisbilder als ihr Emblem, als ihr Signum hatten, um zu zeigen, unter welchem kosmischen Einfluß sie standen. Von diesem Ort ging sozusagen die Zivilisation Europas aus. Da nahmen der König Artus und seine Zwölf die Kräfte auf, die sie sich von der Sonne holten, um ihre mächtigen Züge durch das übrige Europa zu machen und dafür zu kämpfen, daß die alten wilden dämonischen Gewalten, die zum großen Teil damals noch in der europäischen Bevölkerung waren, aus den Menschen herauskamen. Für die äußere Zivilisation kämpften diese zwölf Genossen des Königs Artus, der sie dirigierte.

[ 19 ] It is indeed as if even today the play that unfolds there—over the rippling, foaming waves of the sea in the air, illuminated and radiant with sunlight—continues, as if even today nature were still haunting this sea and these mountains everywhere. But in order to capture what was present in those natural phenomena, it was necessary that more than just one person perceive it. It required a group of people—a group in which one felt himself to be the sun at the center, and whose twelve companions were always brought up in such a way that, in their temperament, their disposition, and their entire expression of being, they together formed a “twelveness” that could be grouped just as the twelve signs of the zodiac are arranged around the sun. Thus, the Round Table itself consisted of King Arthur occupying the central seat, with twelve arranged around him; when they were gathered together, so to speak, in their council, they had the signs of the zodiac above them as their emblem, as their symbol, to show under what cosmic influence they stood. From this place, so to speak, European civilization emanated. There, King Arthur and his Twelve drew upon the forces they received from the Sun to make their mighty forays throughout the rest of Europe and to fight to drive out of people the ancient, wild, demonic forces that were still largely present among the European population at that time. These twelve companions of King Arthur, whom he led, fought for external civilization.

[ 20 ] Wenn wir uns nun fragen: Wie fühlten sich denn die Zwölf? Als was fühlten sie sich? Ja, wir verstehen nur, was da war, wenn wir auf das zurückgehen, was ich eben ausgeführt habe. Intelligenz fühlten die Menschen nicht in sich. Sie sagten nicht: Ich erarbeite mir meine Gedanken, meine intelligenten Gedanken —, sondern sie empfanden die Intelligenz als das Geoffenbarte, und sie suchten die Offenbarungen durch eine solche Gruppe, wie ich sie geschildert habe, zu zwölf oder dreizehn. Da sogen sie die Intelligenz herein, jene Intelligenz, die sie brauchten, um die zivilisatorischen Impulse zu formen. Und sie fühlten sich wiederum unter der Macht, dieman mit dem christlich-hebräischen Namen Michael bezeichnen kann. Im eminentesten Sinn ist sogar — die ganze Konfiguration des Artusschlosses zeigt es — die Schar der Zwölf unter der Direktion des Königs Artus eine Michael-Schar, eine MichaelSchar aus jener Zeit, da Michael noch die kosmische Intelligenz verwaltete.

[ 20 ] If we now ask ourselves: How did the Twelve feel? What did they feel themselves to be? Yes, we can only understand what was happening there if we go back to what I have just explained. People did not feel intelligence within themselves. They did not say, “I develop my own thoughts, my intelligent thoughts”—rather, they perceived intelligence as something revealed, and they sought these revelations through a group such as the one I have described, consisting of twelve or thirteen. There they drew in intelligence—the very intelligence they needed to shape the impulses of civilization. And they, in turn, felt themselves under the power that can be designated by the Christian-Hebrew name Michael. In the most eminent sense—as the entire configuration of Arthur’s castle demonstrates—the band of the Twelve under the leadership of King Arthur is a Michaelic band, a Michaelic band from that time when Michael still administered the cosmic intelligence.

[ 21 ] Ja, diese Schar ist es sogar, die am längsten daran festgehalten hat, Michael die Herrschaft über die kosmische Intelligenz zu sichern. Und man möchte sagen: Wenn man heute hinschaut auf die Trümmer des Artusschlosses, so fühlt man heute noch aus der Akasha-Chronik die Steine herunterfallen von dem, was einstmals mächtige Schloßpforten waren, und mit dem Herunterfallen dieser Steine fühlt man etwas wie ein irdisches Bild des Heruntersinkens der Intelligenz, der kosmischen Intelligenz aus den Händen des Michael in die Gemüter der Menschen hinein.

[ 21 ] Yes, it is indeed this group that has held fast the longest to securing Michael’s dominion over the cosmic intelligence. And one might say: When one looks today at the ruins of Arthur’s castle, one can still feel, even today, from the Akashic Records, the stones falling from what were once mighty castle gates; and as these stones fall, one senses something like an earthly image of the descent of intelligence—cosmic intelligence—from Michael’s hands into the minds of human beings.

[ 22 ] Und es ersteht neben der Artus-Michael-Strömung eine polarische Gegenströmung, diejenige Strömung an einem anderen Ort, an einem Ort, wohin sich mehr das innerliche Christentum dann geflüchtet hat, es entsteht die Gralsströmung. Jene Kommunikation besteht, die Sie angedeutet finden in der Parzivalsage. Die Gralsströmung findet sich. Auch in dieser Gralsströmung finden wir die zwölf um den einen, aber so, daß nun durchaus gerechnet wird damit, daß vom Himmel zur Erde herunterfließend sich nicht mehr offenbart die Intelligenz, Gedanken intelligenter Art, sondern daß jetzt dasjenige, was herunterfließt, sich wie der reine Tor — Parzival — ausnimmt gegenüber den Erdengedanken. Das fließt also nun vom Himmel herunter, und es wird auf die Intelligenz nur noch innerhalb des Irdischen gerechnet.

[ 22 ] And alongside the Arthur-Michael current, a polar opposing current arises—that current in another place, a place to which inner Christianity has largely taken refuge; the Grail current comes into being. That connection exists, as you will find hinted at in the Parzival legend. The Grail current is found. In this Grail current, too, we find the twelve gathered around the one; but in such a way that it is now fully anticipated that what flows down from heaven to earth no longer reveals intelligence—thoughts of an intelligent nature—but rather that what flows down now appears, like the pure fool—Parzival—in contrast to earthly thoughts. So this now flows down from heaven, and intelligence is expected only within the earthly realm.

[ 23 ] Da ist im Norden hier herüben die Artusburg, wo man noch denkt an die kosmische Intelligenz, wo man die Intelligenz des Weltenalls zur Zivilisation der Erde einführen will. Da ist die Gegenburg, die Gralsburg, wo vom Himmel herunter nicht mehr die Intelligenz geholt wird, wo voll gerechnet wird damit, daß, was weise ist vor den Menschen, töricht ist vor Gott, und was weise ist vor Gott, töricht ist vor den Menschen, Da fließt aus von dem Schloß mehr im Süden dasjenige, was sich mit Ausschluß der Intelligenz in die Intelligenz erst hineinergießen will.

[ 23 ] Up here in the north is Arthur’s Castle, where people still believe in cosmic intelligence, where they seek to introduce the intelligence of the universe into Earth’s civilization. There is the opposing castle, the Grail Castle, where intelligence is no longer drawn down from heaven, where it is fully reckoned with that what is wise among men is foolish before God, and what is wise before God is foolish among men. From the castle further south flows that which, by excluding intelligence, seeks first to pour itself into intelligence.

[ 24 ] Und so haben wir in älteren Zeiten, die aber noch durchaus hinaufgehen bis in jene Zeiten, wo da drüben in Asien das Mysterium von Golgatha stattfindet, da haben wir in jenen alten Zeiten, wenn wir uns so recht hineinstellen in das, was geschieht, auf der einen Seite die vehemente Bestrebung, Michaels kosmische Herrschaft über die Intelligenz zu sichern durch das Artusprinzip, auf der anderen Seite von Spanien aus in dem Gralsprinzip das Bestreben, damit zu rechnen, daß die Intelligenz in der Zukunft auf der Erde gefunden werden müsse, daß sie nicht mehr vom Himmel herunterströmt. Die ganze Gralssage atmet den Sinn dessen, was ich eben ausgesprochen habe.

[ 24 ] And so, in earlier times—times that extend all the way back to the era when the Mystery of Golgotha took place over there in Asia—in those ancient times, when we truly immerse ourselves in what is happening, we see, on the one hand, the vehement striving to to secure Michael’s cosmic dominion over the intelligence through the Arthurian principle; and on the other hand, emanating from Spain in the Grail principle, the endeavor to reckon with the fact that intelligence would have to be found on Earth in the future, that it would no longer stream down from heaven. The entire Grail legend embodies the meaning of what I have just expressed.

[ 25 ] So finden wir, indem wir diese zwei Strömungen gewissermaßen nebeneinanderstellen, das große Problem, das dazumal gestellt worden ist, ich möchte sagen, durch dasjenige, was historisch vor den Menschen stand: die Nachwirkungen des Artusprinzips und die Nachwirkungen des Gralsprinzips. Das Problem war gestellt: Wie findet nicht nur ein Mensch wie Parzival, sondern wie findet auch Michael selber den Weg von seinen Artusprotektoren, die seine kosmische Herrschaft sichern wollen, zu seinen Gralsprotektoren, die ihm den Weg hinein in die Herzen bahnen wollen, in die Gemüter der Menschen, damit er die Intelligenz dort ergreifen kann? Und es schließt sich uns zusammen, was wie das große Problem unseres Zeitalters vor uns steht: daß durch die Michael-Herrschaft das Christentum in einem tieferen Sinn erfaßt werden soll. Es steht gewaltig vor uns, dieses Problem, hingeschrieben durch die beiden Gegensätze, durch jene Burg, deren Trümmerhaufen in Tintagel zu sehen sind, und in jener Burg, die ja von den Menschen nicht so leicht gesehen wird, weil sie überall umrankt ist von dem Geisterwalde, der sechzig Meilen im Umkreis sich erstreckt. Zwischen diesen beiden Burgen aber steht die mächtige Frage: Wie wird Michael der neue Impulsgeber für die Erfassung der Wahrheit des Christentums?

[ 25 ] Thus, by juxtaposing these two currents, so to speak, we encounter the great problem that was posed at that time—I would say, by what historically stood before humanity: the aftereffects of the Arthurian principle and the aftereffects of the Grail principle. The problem was posed: How does not only a person like Parzival, but also Michael himself, find the path from his Arthurian protectors—who seek to secure his cosmic dominion—to his Grail protectors, who seek to pave the way for him into the hearts and minds of human beings, so that he may grasp the intelligence there? And it all comes together for us in what stands before us as the great problem of our age: that through Michael’s reign, Christianity is to be grasped in a deeper sense. This problem stands before us in all its magnitude, embodied by the two opposites: that castle whose ruins can be seen at Tintagel, and that castle which is not so easily seen by people because it is entwined everywhere by the spirit forest that stretches sixty miles in every direction. But between these two castles stands the momentous question: How will Michael become the new source of inspiration for grasping the truth of Christianity?

[ 26 ] Man kann nun nicht sagen, daß die Ritter des Königs Artus nicht gekämpft hätten für den Christus und im Sinn des Christus-Impulses. Nur lag in ihnen das, daß sie den Christus noch in der Sonne suchten und nicht aufhören wollten, das Christus-Wesen in der Sonne zu suchen. Darin gerade lag das, wodurch sie fühlten, daß sie den Himmel auf die Erde heruntertrugen, daß sie für den aus den Sonnenstrahlen wirkenden Christus ihre Michael-Kämpfe führten. Nun, in einem anderen Sinn wirkte dann innerhalb der Gralsströmung der Christus-Impuls mit vollem Bewußtsein, daß er heruntergekommen ist auf die Erde, daß er durch die Herzen der Menschen getragen werden muß, daß er gewissermaßen das Geistigste der Sonne mit der Erdenevolution der Menschen vereinigt.

[ 26 ] One cannot say that King Arthur’s knights did not fight for Christ and in the spirit of the Christ impulse. It was simply that they were still seeking Christ in the sun and did not want to stop seeking the Christ-being in the sun. It was precisely in this that they felt they were bringing heaven down to earth, that they were waging their Michaelic battles for the Christ working through the sun’s rays. Now, in another sense, the Christ impulse was at work within the Grail movement with the full awareness that it had come down to Earth, that it must be carried through the hearts of human beings, and that it unites, so to speak, the most spiritual aspect of the sun with the earthly evolution of humankind.

[ 27 ] Nun habe ich Ihnen in diesen Tagen von jenen Individualitäten, Persönlichkeiten, erzählen können, die im 12. Jahrhundert noch in der von hoher Geistigkeit getragenen Schule von Chartres gewirkt haben. Ich habe Sie aufmerksam gemacht auf solche Lehrer der Schule von Chartres wie Bernardus Sylvestris, Bernardus von Chartres selber, Alanus ab Insulis, auch einige andere haben da gelehrt und eine große Schülerschaft um sich gehabt. Wenn man all das nimmt, was ich Ihnen ja schon charakterisiert habe, was eigen war diesen großen Lehrern von Chartres, so kann man sagen: Sie hatten noch etwas in sich von den alten Traditionen einer lebendig wesenhaften Natur, nicht der abstrakten Natur, die materiell war. Und deshalb war es denn auch, daß, ich möchte sagen, über der Schule von Chartres noch etwas schwebte von jenem Sonnenchristentum, das als Michaels-Ritter die Helden der Artustafelrunde als Impulse in die Welt zu setzen versuchten.

[ 27 ] Over the past few days, I have been able to tell you about those individuals and personalities who were still active in the 12th century at the School of Chartres, which was characterized by a high level of spiritual depth. I have drawn your attention to teachers of the School of Chartres such as Bernardus Sylvestris, Bernard of Chartres himself, Alanus ab Insulis, and several others who taught there and had a large following of students. If one considers all that I have already described to you—what was distinctive about these great teachers of Chartres—one can say: They still possessed within themselves something of the ancient traditions of a living, essential nature—not the abstract, material nature. And that is why, I would say, there was still something hovering over the School of Chartres from that “Solar Christianity,” which, as the Knights of St. Michael, sought to send the heroes of the Round Table of King Arthur out into the world as sources of inspiration.

[ 28 ] Sie ist schon in einer merkwürdigen Weise, diese Schule von Chartres, ich möchte sagen, hereingestellt mitten zwischen dem nordischen Artusprinzip und dem südlichen Christus-Prinzip. Und wie die Schatten der Artusburg und die Schatten der Gralsburg wirken herein die übersinnlichen unsichtbaren Impulse, nicht so sehr in den Inhalt der Lehre als vielmehr in den ganzen Ton, in die Haltung, in die Stimmung dessen, was in den — wir würden heute sagen — Hörsälen von Chartres an begeisterten Schülern da war.

[ 28 ] This School of Chartres is, in a strange way, situated—I would say—right in the middle between the northern Arthurian principle and the southern Christ principle. And just as the shadows of Arthur’s castle and the shadows of the Grail castle cast their influence, so do the supersensible, invisible impulses—not so much on the content of the teaching as on the overall tone, the attitude, and the atmosphere of what was present in what we would today call the lecture halls of Chartres, filled with enthusiastic students.

[ 29 ] Es war das die Zeit, in der namentlich von diesen Lehrern von Chartres das Christentum durchaus so vertreten wurde, daß überall geschaut wurde in dem Christus, der in Jesus von Nazareth erschienen ist, das hohe Sonnenwesen. So daß man, ich möchte sagen, gleichzeitig, wenn man von dem Christus sprach, den nach dem Sinn der Gralsanschauung innerhalb der Erdenevolution fortwirkenden Christus-Impuls sah, aber auch zu gleicher Zeit das Herabströmen des Sonnenimpulses in dem Christus.

[ 29 ] It was a time when, particularly among these teachers of Chartres, Christianity was understood in such a way that the Christ who appeared in Jesus of Nazareth was universally regarded as the exalted solar being. So that, I would say, when one spoke of Christ, one saw both the Christ impulse—which, according to the Grail vision, continues to work within the evolution of the Earth—and, at the same time, the outpouring of the solar impulse in Christ.

[ 30 ] Was sich da der geistigen Anschauung darbot als der Grundton der Lehre von Chartres, das ist heute nicht aus den literarischen Dokumenten zu gewinnen, die von den einzelnen Lehrern der Schule von Chartres vorhanden sind. Die nehmen sich aus für den Menschen, der sie heute liest, fast wie Namenskataloge. Aber wer sie mit spiritueller Einsicht liest, der sieht gerade in den kurzen Zwischensätzen, die sich zwischen den so reichlich angeführten Namen und Terminologien und Definitionen finden, die tiefe Einsicht, die spirituelle Einsicht, die noch diese Lehrer von Chartres gehabt haben.

[ 30 ] What presented itself to the spiritual eye as the fundamental tone of the Chartres doctrine cannot be gleaned today from the literary documents that have survived from the individual teachers of the School of Chartres. To the modern reader, these texts seem almost like lists of names. But anyone who reads them with spiritual insight will see, precisely in the brief interludes found among the abundance of names, terminology, and definitions, the profound insight—the spiritual insight—that these teachers of Chartres still possessed.

[ 31 ] Nun gingen diese Lehrer von Chartres dann gegen das Ende des 12. Jahrhunderts hin durch die Pforte des Todes, in die geistige Welt hinein. Dort trafen sie zusammen mit jener anderen Strömung, die an die alte Michaels-Zeit anknüpfte, die aber durchaus mit dem vollen Christentum rechnete: mit dem vom Himmel auf die Erde herabgekommenen Christus-Impuls. In der geistigen Welt trafen sie zusammen mit alledem, was an Vorbereitung des Christentums in alter Zeit durch die Aristoteliker geleistet wurde dadurch, daß Alexander der Große seinen Zug nach Asien hinüber unternommen hatte, sie trafen zusammen aber auch mit dem ja damals in der geistigen Welt befindlichen Aristoteles und Alexander selber. Was diese beiden in sich trugen, konnte damals nicht auf der Erde sein, weil es durchaus mit einem Aufgeben des alten naturhaften Christentums rechnete, wie es noch im Abglanz in der Lehre von Chartres vorhanden war, wo eben noch so etwas nachwirkte wie, ich möchte sagen, das heidnische Christentum, das vorchristliche Christentum, das auch in der Artusrunde vorhanden war. In dieser Zeit, als die Lehrer von Chartres wirkten, konnten die Aristoteliker, konnten diejenigen, die den Alexandrinismus begründeten und förderten, nicht auf der Erde sein. Ihre Zeit kam etwas später, erst vom 13. Jahrhundert ab.

[ 31 ] Toward the end of the 12th century, these teachers from Chartres passed through the Gate of Death and entered the spiritual world. There they joined forces with that other current that drew upon the ancient Michaelic era, yet fully reckoned with Christianity in its entirety: with the Christ impulse that had descended from heaven to earth. In the spiritual world, they encountered all that had been accomplished in preparation for Christianity in ancient times by the Aristotelians as a result of Alexander the Great’s campaign into Asia; they also encountered Aristotle and Alexander themselves, who were indeed present in the spiritual world at that time. What these two carried within them could not exist on Earth at that time, because it fully anticipated a renunciation of the old, naturalistic Christianity, as it was still present in a faint reflection in the teachings of Chartres, where something was still lingering that I would describe as pagan Christianity, pre-Christian Christianity—the kind also found in the Arthurian legend. During this period, when the teachers of Chartres were active, the Aristotelians—those who founded and promoted Alexandrianism—could not have been on Earth. Their time came somewhat later, beginning in the 13th century.

[ 32 ] Aber da trat etwas sehr Bedeutsames ein in der Zwischenzeit. Diejenigen, die die Lehrer von Chartres waren, und alle, die dazu gehörten, trafen, als sie eben durch die Pforte des Todes gegangen waren, hinaufgestiegen waren in die geistige Welt, mit denen zusammen, die sich gerade vorbereiteten, um herunterzusteigen in die physische Welt, und die gemäß ihrem Karma dazumal hinstrebten zu dem vorzugsweise den Aristotelismus und Alexandrinismus pflegenden Dominikaner-Orden. Also mit diesen sich für den Herunterstieg vorbereitenden Seelen trafen sie zusammen. Und wenn ich in heutigen trivialen Worten sprechen soll, so möchte ich sagen, es fand da statt an der Zeitenwende zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert, im Beginn des 13. Jahrhunderts, eine Art von Besprechung zwischen den eben angekommenen und den herabsteigenden Seelen. Und in dieser Besprechung fand statt der große Ausgleich, indem vereinigt werden sollte das Wirken des Sonnenchristentums, wie es sich zum Beispiel im Gralsprinzip offenbart, wie es sich dann auch in den Lehren von Chartres offenbart, mit dem, was Aristotelismus, Alexandrinismus war. Und die Alexandriner stiegen herunter, begründeten die heute gar nicht genug gewürdigte, geistig bedeutsame Scholastik, innerhalb der erkämpft wurde das, was nur zunächst durch das Radikale eines Extrems erkämpft werden konnte: die Einsicht in die persönliche Unsterblichkeit des Menschen im christlichen Sinn, diese persönliche Unsterblichkeit, die die Lehrer von Chartres nicht so streng vertraten. Sie hatten durchaus noch etwas von dem in sich, daß sie sagten: Die Seele, wenn sie durch die Pforte des Todes geht, kehrt in den Schoß des Göttlichen zurück. Sie sprachen viel weniger von der persönlichen, individuellen Unsterblichkeit als die Dominikanerlehrer, die Scholastiker.

[ 32 ] But in the meantime, something very significant occurred. Those who were the teachers of Chartres, and all who belonged to that group, met—just as they had passed through the gate of death and ascended into the spiritual world—those who were just preparing to descend into the physical world, and who, in accordance with their karma at that time, were drawn to the Dominican Order, which primarily cultivated Aristotelianism and Alexandrianism. So they met with these souls who were preparing for their descent. And if I am to speak in today’s colloquial terms, I would say that at the turn of the 12th and 13th centuries, at the beginning of the 13th century, a kind of discussion took place between the newly arrived souls and those descending. And in this meeting, the great reconciliation took place, in which the work of Solar Christianity—as revealed, for example, in the Grail principle and later in the teachings of Chartres—was to be united with what Aristotelianism and Alexandrianism represented. And the Alexandrians descended, founding Scholasticism—a spiritually significant movement that is not nearly appreciated enough today—within which was fought for what could initially be achieved only through the radicalism of an extreme: the insight into the personal immortality of the human being in the Christian sense, this personal immortality that the teachers of Chartres did not advocate so strictly. They still retained something of the belief that “when the soul passes through the gate of death, it returns to the bosom of the Divine.” They spoke far less of personal, individual immortality than the Dominican teachers, the Scholastics.

[ 33 ] Manches Bedeutsame spielte sich da ab. Es war zum Beispiel, als einer der Scholastikerlehrer heruntergestiegen war aus der geistigen Welt, um dann den Aristotelismus im christlichen Sinn zu verbreiten, bei diesem Herunterstieg — das Karma wollte es so — noch nicht möglich, im vollen Sinn dasjenige zu verbinden mit der Seele, was der tiefere Inhalt des Gralsprinzips war. Aus diesem Grunde wurde ja verhältnismäßig spät die Gralsauffassung des Wolfram von Eschenbach bewirkt. Da brachte ein anderer, der etwas später herunterkam, das Entsprechende nach, und innerhalb des Dominikaner-Ordens wurde von einem älteren und einem jüngeren Dominikaner verhandelt über die vollständige Verbindung zwischen dem Aristotelismus und demjenigen, was ein mehr naturhaftes Christentum war, wie es in der Artusrunde lebte. Dann gingen auch die Individualitäten, die da als die Dominikanerlehrer vorhanden waren, hinauf in die geistige Welt. Und jetzt fand jener reale große Ausgleich statt unter der Führung des Michael selber, der herunterschaute auf die nunmehr auf der Erde befindliche Intelligenz, der aber jetzt die Seinen sammelte: Geistige Wesenheiten der überirdischen Welt, eine große Summe von Elementarwesen und viele, viele entkörperte Menschenseelen, deren innerer seelischer Zug hindrängte nach einer Erneuerung des Christentums. Dies konnte noch nicht gleich stattfinden in der physischen Welt, weil die Zeiten dafür noch nicht erfüllt waren. Es wurde aber eine große mächtige, übersinnliche Weisheitsinstitution unter der Führung Michaels selber gegründet, wo alle die Seelen vereinigt wurden, die noch heidnisch angehaucht waren, die aber nach dem Christentum strebten, auch diejenigen Seelen, die in den ersten christlichen Jahrhunderten schon einmal mit dem Christentum im Herzen, wie es damals vorhanden war, auf der Erde gelebt hatten. Eine Michael-Schar bildete sich aus, die in übersinnlichen Regionen, in der geistigen Welt aufnahm jene Lehren der Michael-Lehrer aus der alten Alexanderzeit, der Michael-Lehrer aus der Zeit der Gralstradition, der Michael-Lehrer auch, wie sie in solchen Impulsen wie dem Artusimpuls vorhanden waren.

[ 33 ] Some significant events took place there. For example, when one of the Scholastic teachers descended from the spiritual world to spread Aristotelianism in a Christian sense, it was not yet possible—as karma would have it—during that descent to fully connect to the soul what constituted the deeper content of the Grail principle. For this reason, Wolfram von Eschenbach’s conception of the Grail was developed relatively late. Then another, who came down somewhat later, brought the corresponding insight, and within the Dominican Order, an older and a younger Dominican discussed the complete integration of Aristotelianism with what was a more natural form of Christianity, as it lived on in the Arthurian Court. Then the individualities who had been present there as Dominican teachers also ascended into the spiritual world. And now that great, real reconciliation took place under the leadership of Michael himself, who looked down upon the intelligence now present on Earth, but who was now gathering his own: Spiritual beings from the supermundane world, a vast host of elemental beings, and many, many disembodied human souls whose inner spiritual impulse was striving for a renewal of Christianity. This could not yet take place immediately in the physical world, because the time for it had not yet come. However, a great and powerful, supersensory institution of wisdom was founded under Michael’s own leadership, where all the souls were united—those who were still tinged with paganism but who were striving toward Christianity, as well as those souls who had already lived on Earth during the first Christian centuries with Christianity in their hearts, as it existed at that time. A Michael host took shape, which, in supersensible regions—in the spiritual world—absorbed the teachings of the Michael teachers from the ancient Alexandrian era, the Michael teachers from the time of the Grail tradition, and also the Michael teachers as they were present in impulses such as the Arthurian impulse.

[ 34 ] Alle möglichen christlich nuancierten Seelen fühlten sich hingezogen zu dieser Michaels-Gemeinschaft, wo auf der einen Seite bedeutsam gelehrt wurde über die alten Mysterien, über alle alten Impulse spiritueller Art, wo aber auch hingewiesen wurde auf die Zukunft, auf das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts, wo Michael wieder auf der Erde wirken sollte und wo alle diejenigen Lehren, die nun, ich möchte sagen, in einer himmlischen Schule unter der Führung des Michael im 15.,16. Jahrhundert entwickelt wurden, heruntergetragen werden sollten auf die Erde.

[ 34 ] All kinds of souls with Christian sensibilities were drawn to this Michael community, where, on the one hand, significant teachings were given about the ancient mysteries and all the ancient spiritual impulses, but where attention was also directed toward the future—toward the last third of the 19th century—when Michael was to work on Earth once more and when all those teachings that had now, I would say, were developed in a heavenly school under Michael’s guidance in the 15th and 16th centuries, were to be brought down to Earth.

[ 35 ] Und wenn Sie nach denjenigen Seelen suchen, die sich dazumal um die Schule des Michael selber scharten, sich vorbereitend für die spätere Erdenzeit, dann finden Sie eben darunter zahlreiche Seelen, die heute den Drang fühlen nach der anthroposophischen Bewegung. Das Karma hat diese Seelen so geführt, daß sie sich dazumal in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt um Michael scharten, um wiederum ein kosmisches Christentum auf die Erde herunterzutragen.

[ 35 ] And if you look for those souls who once gathered around Michael’s school itself, preparing for their later time on Earth, you will find among them numerous souls who today feel a longing for the anthroposophical movement. Karma has guided these souls in such a way that, back then, during the life between death and a new birth, they gathered around Michael in order to bring a cosmic Christianity down to Earth once again.

[ 36 ] Daß aber das Karma eine große Reihe von Seelen, diejenigen, die ehrlich in die anthroposophische Bewegung hereingekommen sind, mit solchen Antezedenzien, mit solchen Vorbedingungen vereinigt hat, das macht die anthroposophische Bewegung zu der eigentlichen MichaelBewegung, zu der das Christentum in Wahrheit erneuernden Bewegung. Das liegt im Karma der anthroposophischen Bewegung. Das liegt aber auch in dem Karma vieler einzelner von denen, die in ehrlicher Weise an die anthroposophische Bewegung herangekommen sind. Diesen Michael-Impuls, der auf diese Weise konkret erfaßt werden kann, der in zahlreichen Denkmälern hier auf der Erde zu verfolgen ist, der einem auch frappierend entgegentritt, wenn man die wunderbaren Naturspiele um das zerstörte Artusschloß sieht, diesen Michael-Impuls in die Welt zu tragen — denn er muß im Lauf der Jahrhunderte in die Zivilisation hineinkommen, wenn diese nicht ganz zugrunde gehen soll —, das ist insbesondere die Aufgabe der anthroposophischen Bewegung.

[ 36 ] But the fact that karma has united a large group of souls—those who have joined the anthroposophical movement in good faith—with such antecedents and such preconditions is what makes the anthroposophical movement the true Michael Movement, the movement that is truly renewing Christianity. This lies in the karma of the anthroposophical movement. But it also lies in the karma of many individuals who have approached the anthroposophical movement in an honest way. To carry this Michael impulse—which can be concretely grasped in this way, which can be traced in numerous monuments here on Earth, and which strikes one with remarkable force when one sees the wondrous plays of nature surrounding the ruined Arthur’s Castle—to carry this Michael impulse out into the world — for it must find its way into civilization over the course of the centuries if civilization is not to perish entirely — is, in particular, the task of the anthroposophical movement.

[ 37 ] Dies wollte ich zunächst in diesem heutigen Vortrag, der uns geschenkt worden ist, noch einmal in Ihre Herzen einschreiben.

[ 37 ] That is what I wanted to impress upon your hearts once again at the start of today’s lecture, which has been given to us as a gift.