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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240

14 August 1924, Torquay

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Die Vertiefung des Christentums durch die Sonnenkräfte Michaels II

The Deepening of Christianity Through the Solar Powers of Michael II

[ 1 ] Die Frage habe ich aufgeworfen: Wie finden wir für manche historische und auch nichthistorische Persönlichkeit, die aber unser Interesse durch ihre Wirksamkeit in Anspruch nehmen kann, die Erklärung eines späteren Erdenlebens durch die früheren Erdenleben? Und nun möchte ich heute zunächst, um für weitere Betrachtungen die Grundlagen zu schaffen, auf gewisse Zusammenhänge hinweisen, die bestanden in den aufeinanderfolgenden Erdenleben verschiedener Persönlichkeiten. Ich werde heute einmal zunächst dasjenige vor Sie hinstellen, was Ergebnis gewisser geistiger Forschung ist, um dann gerade auf der Grundlage, die heute zunächst erzählend gegeben wird, eine Art von Erkenntnis aufzubauen, wie man dazu kommt, die aufeinanderfolgenden Erdenleben von Persönlichkeiten ins Auge fassen zu können.

[ 1 ] I have raised the following question: How can we explain, for certain historical and even non-historical figures—who nevertheless capture our interest through their influence—that their later earthly lives are the result of their earlier earthly lives? And now, in order to lay the groundwork for further considerations, I would like to begin today by pointing out certain connections that existed in the successive earthly lives of various personalities. Today I will first present to you the results of certain spiritual research, and then, based precisely on what is presented here today in narrative form, build a kind of understanding of how one can come to grasp the successive earthly lives of individuals.

[ 2 ] Wir wollen einmal eben solche charakteristische Persönlichkeiten nehmen, wie die sind, deren Namen ich das letzte Mal erwähnt habe. Solche Persönlichkeiten machen uns ja zunächst darauf aufmerksam, wie hereinragen in unsere gegenwärtige Zivilisation verschiedene geistige Impulse. Durch fast zwei Jahrtausende — so sagte ich schon in der vorigen Betrachtung — ging über das Abendland und einen großen Teil seines kolonialen Anhangs das Christentum hin, das Christentum, das, mehr als man glaubt, hineingeflossen ist in alle Zivilisationen. Und es ist schon so, daß man vieles von dem, bei dem man nicht sogleich sieht, daß christliche Impulse in ihm leben, dennoch, wenn man es genau studiert, ganz durchsetzt finden wird von durchaus christlichen Impulsen. Aber es ist eben nicht zu leugnen — auch das habe ich schon angedeutet —, daß etwas in unsere Zivilisation hereinragt, was nicht einen unmittelbaren direkten Zusammenhang mit dem Christentum verrät.

[ 2 ] Let us take, for example, such distinctive figures as those whose names I mentioned last time. Such figures first and foremost draw our attention to how various spiritual impulses permeate our present-day civilization. For nearly two millennia—as I already noted in my previous reflection—Christianity spread throughout the West and a large part of its colonial territories; a Christianity that, more than one might think, has permeated all civilizations. And it is indeed the case that much of what does not immediately appear to be imbued with Christian impulses is, upon closer study, found to be thoroughly permeated by distinctly Christian impulses. But it simply cannot be denied—as I have already hinted—that there is something in our civilization that does not reveal a direct connection to Christianity.

[ 3 ] Gewisse Anschauungen, auch gewisse Lebenspraktiken, stellen sich herein in unsere Zivilisation, die nicht einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Christentum verraten. Und da sieht sich dann derjenige, der nun aus tieferen inneren Ursachen heraus den Verlauf des geschichtlichen Werdens unseres Geisteslebens begreifen will und die geistige Forschung zu diesem Begreifen zu Hilfe nehmen will, zu einer Erscheinung hingedrängt, die viel zu wenig beachtet wird, wenn von dem Werden der abendländischen Zivilisation gesprochen wird. Er sieht sich gedrängt, hinzuschauen nach jener historischen Erscheinung, die parallel ging dem Auftreten und Wirken Karls des Großen im Abendland. Er sieht sich gedrängt, hinzublicken nach jenem Hof im Morgenland, dem vorstand mit einem, man darf schon sagen, wirklich morgenländischen Glanz Harun al Raschid, der Zeitgenosse Karls des Großen. Alles, was Karl der Große im Abendland geleistet hat, nimmt sich schwach und matt aus gegen den ungeheuren Glanz und die Majestät dessen, was zu gleicher Zeit von dem Hof Harun al Raschids ausgegangen ist.

[ 3 ] Certain views, and even certain ways of life, have found their way into our civilization that do not reveal a direct connection to Christianity. And so, anyone who, for deeper inner reasons, wishes to understand the course of the historical development of our spiritual life and seeks to use spiritual research to aid in this understanding finds himself compelled to turn his attention to a phenomenon that is given far too little consideration when discussing the development of Western civilization. They find themselves compelled to look toward that historical phenomenon that ran parallel to the emergence and influence of Charlemagne in the West. They find themselves compelled to look toward that court in the East, presided over with—one might well say—truly Eastern splendor by Harun al-Rashid, the contemporary of Charlemagne. Everything Charlemagne accomplished in the West pales in comparison to the immense splendor and majesty that emanated from the court of Harun al-Rashid at the same time.

[ 4 ] Man muß nur bedenken, was an Geistesleben zusammengeflossen ist an diesem vorderasiatischen Hof. Wir müssen daran denken, wie in alten Zeiten durch die Alexanderzüge die griechische Kultur in einer Form nach Asien hinübergebracht worden ist, von der man heute nur noch wenig Ahnung hat. Alles, was auf dem Grunde griechischer Kultur gelebt hat, hat in genialer Art Alexander der Große nach Asien hinübergebracht. Und es war an vielen gelehrten Stätten des Ostens durch die Einrichtungen, die durch Alexander den Großen nach Asien hinübergetragen worden sind, eine Lebens- und Weltanschauung üblich, die vieles vom Alten treu bewahrte und vieles ablehnte, was dann im Abendland über das Alte hinflutete.

[ 4 ] One need only consider the wealth of intellectual life that converged at this Near Eastern court. We must remember how, in ancient times, Greek culture was brought to Asia through Alexander’s campaigns in a form of which we have only a faint inkling today. Everything that was rooted in Greek culture was brilliantly transmitted to Asia by Alexander the Great. And in many centers of learning in the East, thanks to the institutions brought to Asia by Alexander the Great, a way of life and worldview prevailed that faithfully preserved much of the ancient tradition while rejecting much of what later flooded into the West from the ancient world.

[ 5 ] Vor allen Dingen war eine rationelle, gesunde, wissenschaftliche Mystik durch Alexander den Großen nach Asien hinübergekommen, so daß diejenigen, die sich mehr zu der philosophischen Anschauung bekannten, die so nach Asien hinübergekommen war, überall in der Welt kosmische Intelligenz ausgebreitet sahen. Alles in der Welt ist durchdrungen von kosmischer Intelligenz. In Asien drüben sagte man nicht als Mensch: Ich denke mir etwas aus, ich bin ein intelligentes Wesen —, sondern man sagte sich: Alles, was gedacht wird, denken Götter, denkt vor allen Dingen der einige Gott, der ja schon im Aristotelismus eine Rolle spielte. Das, was die einzelne menschliche Intelligenz ist, das ist ein Tropfen aus der All-Intelligenz und offenbart sich herein in das Wesen des einzelnen, so daß der einzelne sich fühlte, ich möchte sagen, mit seinem Kopf und mit seinem Herzen wie drinnensteckend in der All-Intelligenz. Das war die Stimmung.

[ 5 ] Above all, a rational, sound, scientific mysticism had been brought to Asia by Alexander the Great, so that those who adhered more closely to the philosophical view that had thus reached Asia saw cosmic intelligence spreading throughout the world. Everything in the world is permeated by cosmic intelligence. Over in Asia, people did not say as human beings, “I think something up; I am an intelligent being”—but rather they said to themselves: Everything that is thought is thought by the gods, and above all by the one God, who already played a role in Aristotelianism. What constitutes individual human intelligence is a drop from universal intelligence, revealing itself within the being of the individual, so that the individual felt—I might say—as if his head and heart were immersed within universal intelligence. That was the prevailing mood.

[ 6 ] Diese Stimmung herrschte auch am Hof Harun al Raschids. Im 8. und 9. nachchristlichen Jahrhundert herrschte sie noch. Und dann waren jene griechischen Gelehrten hinübergekommen, die die Flucht ergreifen mußten, weil die griechische Philosophie in Europa ausgerottet wurde. Vieles war an orientalischer Weisheit geblieben. All das floß zusammen, was dazumal an mystisch starker Astronomie, an gewaltiger, von innerlicher Bildsamkeit durchtränkter Architektur und anderer Kunst, auch Dichtkunst möglich war, was möglich war an anderen Wissenschaften und an praktischen Kundgebungen des Lebens, all das floß zusammen am Hof Harun al Raschids, weil dieser glanzliebende, aber auch in gewisser Beziehung für alles Organisatorische außerordentlich begabte Mensch an seinem Hof diejenigen Menschen versammelte, die in der damaligen Zeit das meiste wußten, die noch vieles bewahrten von alter Mysterienweisheit, die nicht mehr unmittelbar Initiierte waren, aber die vieles bewahrten von alter Mysterienweisheit und noch lebendig lebten in dieser Mysterienweisheit.

[ 6 ] This atmosphere also prevailed at the court of Harun al-Rashid. It still prevailed in the 8th and 9th centuries A.D. And then those Greek scholars had come over, forced to flee because Greek philosophy was being eradicated in Europe. Much of Eastern wisdom had been preserved. Everything that was possible at that time—in the realm of mystically powerful astronomy, of magnificent architecture imbued with inner plasticity, and other arts, including poetry; everything that was possible in other sciences and in the practical expressions of life—all of this converged at the court of Harun al-Rashid, because this man, who loved splendor, yet in a certain sense also extraordinarily gifted in all matters of organization, gathered at his court those people who knew the most at that time, who still preserved much of the ancient wisdom of the mysteries—people who were no longer directly initiated but who preserved much of that ancient wisdom and still lived vividly within it.

[ 7 ] Insbesondere war eine Persönlichkeit da, ein sehr weiser Ratgeber Harun al Raschids, den wir etwas näher ins Auge fassen wollen. Sein Name tut nichts zur Sache, der Name ist nicht besonders auf die Nachwelt gekommen. Allein es war eine sehr weise Persönlichkeit. Um sie zu begreifen, muß man auf etwas hinschauen, was gerade die Kenner der Geisteswissenschaft bewundern könnten.

[ 7 ] In particular, there was one figure—a very wise advisor to Harun al-Rashid—whom we would like to examine a little more closely. His name is irrelevant; it has not been particularly well-known to posterity. Yet he was a very wise figure. To understand him, one must look at something that those familiar with spiritual science in particular might admire.

[ 8 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, Sie können ja alle eine gewisse Frage aufwerfen. Sie können sagen: Uns erzählt die Geisteswissenschaft, die Anthroposophie, daß es einstmals Eingeweihte gegeben hat. Da und dort waren Eingeweihte. Diese Eingeweihten beherrschten ein umfängliches großes Wissen, eine ungeheure Weisheit. Da aber die Menschen im Leben wiederkehren in wiederholten Erdenleben, wie kommt es dann, daß man zum Beispiel heute nicht bemerkt, daß wiedergekommene alte Initiierte da sind? — Es ist eine berechtigte Frage, die Sie aufwerfen können.

[ 8 ] You see, my dear friends, you can all raise a certain question. You might say: Spiritual science, anthroposophy, tells us that there were once initiates. Here and there were initiates. These initiates possessed vast knowledge and immense wisdom. But since human beings return in repeated earthly lives, how is it, for example, that we do not notice today that old initiates have returned? — It is a legitimate question that you may raise.

[ 9 ] Wer aber die Bedingungen des Erdenlebens kennt, der weiß auch, daß eine Menschenindividualität, die aus vorirdischem Dasein in ein gewisses Zeitalter hinein nach ihrem Karma geboren werden muß, eben die vererbten Eigenschaften auf sich nehmen muß, die man in diesem Zeitalter haben kann, auf sich nehmen muß alles das, was in den vorhandenen Erziehungsmöglichkeiten liegt. Und so kann durchaus für eine Individualität die Sache so liegen, daß sie in alten Zeiten ein Initiierter war, daß aber dasjenige, was sie als Initiierter gewußt hat, für ein bestimmtes Zeitalter im Unterbewußten drunten bleibt und das Oberbewußtsein, das Tagesbewußtsein zwar auch etwas Bedeutsames im Leben zeigt, aber nicht unmittelbar eine Offenbarung dessen ist, was in einem früheren Erdenleben diese Persönlichkeit als Initiierter in ihrer Seele besessen hat.

[ 9 ] But anyone who understands the conditions of earthly life also knows that a human individuality—which, according to its karma, must be born from a pre-earthly existence into a specific age—must take upon itself the inherited qualities that are possible in that age, and must take upon itself everything that lies within the existing educational possibilities. And so it may well be the case for an individual that they were an initiate in ancient times, but that what they knew as an initiate remains buried in the subconscious for a particular age, and while the conscious mind—the everyday consciousness—does indeed reveal something significant in their life, it is not an immediate revelation of what this personality possessed in their soul as an initiate in a previous earthly life.

[ 10 ] Solch eine Persönlichkeit war es, die ich meine als weisen Ratgeber Harun al Raschids. Er war in alten Mysterien, in sehr alten Mysterien, ein Eingeweihter. Er war wiedergeboren worden und lebte auch als wiedergeborener Eingeweihter am Hof Harun al Raschids wieder als ein Eingeweihter, dessen früherer Initiationsbesitz als geniale Organisationsgabe, als großartige Verwaltungsgabe für die anderen Wissenschafter, die am Hof Harun al Raschids lebten, sich kundtat; aber den unmittelbaren Eindruck eines Eingeweihten machte er nicht. Er bewahrte durch seine eigene Wesenheit, nicht bloß durch Initiation, die alte Initiatenwissenschaft, aber er machte nicht selber den Eindruck eines Initiierten.

[ 10 ] It was such a figure that I mean when I speak of Harun al-Rashid’s wise advisor. He was an initiate into the ancient mysteries—the very ancient mysteries. He had been reborn and, as a reborn initiate at the court of Harun al-Rashid, lived once more as an initiate whose prior initiatory knowledge manifested itself as a brilliant gift for organization and a magnificent gift for administration for the other scholars living at the court of Harun al-Rashid; yet he did not give the immediate impression of being an initiate. Through his own nature—not merely through initiation—he preserved the ancient science of the initiates, but he himself did not give the impression of being an initiate.

[ 11 ] Aber Harun al Raschid hielt sehr viel auf diesen weisen Mann. Er übertrug ihm die Organisation alles dessen, was als Wissenschaften, als Künste am Hof Harun al Raschids glänzte. Er war froh, diesen Mann zu haben, und fühlte sich sozusagen unmittelbar als Freund dieses Mannes.

[ 11 ] But Harun al-Rashid held this wise man in very high regard. He entrusted him with organizing everything that shone as science and the arts at Harun al-Rashid’s court. He was glad to have this man and felt, so to speak, an immediate friendship toward him.

[ 12 ] Diese beiden Persönlichkeiten, Harun al Raschid und seinen weisen Ratgeber, wollen wir nun betrachten, wollen ins Auge fassen, daß im 8. und 9. Jahrhundert der nachchristlichen Zeit in Europa in der christlichen Kultur am Hof Karls des Großen eben begonnen worden war damit, ich möchte sagen, daß die sozial höchststehenden Menschen soeben ihre ersten Schreibversuche machten, ja, daß Karl der Große selber die ersten Schreibversuche machte und Eginhart am Hof Karls des Großen die ersten Versuche machte, das Sprachliche in Grammatik zu bringen. Als da in Europa alles primitiv war, da war drüben in Asien in dem Herrscher, den Karl der Große außerordentlich verehrte, in Harun al Raschid, eine mächtige, blendende Geisteskultur verkörpert, aber eine Geisteskultur, die nichts wußte von Christus, die auch nichts wissen wollte vom Christentum, in der die besten Elemente des Mohammedanismus, die besten Elemente des Arabismus lebten, in der auch alte Formen des Aristotelismus lebten, jene Formen, die gar nicht in Europa sich ausgebreitet hatten, denn in Europa hatte sich mehr die Logik ausgebreitet, die Dialektik des Aristotelismus. Sie wurde von den christlichen Kirchenvätern und später von den Scholastikern verarbeitet.

[ 12 ] Let us now consider these two figures, Harun al-Rashid and his wise advisor, and bear in mind that in the 8th and 9th centuries of the Christian era in Europe, within Christian culture at the court of Charlemagne, the process had just begun, I would say that the most socially prominent people were just making their first attempts at writing—indeed, that Charlemagne himself was making his first attempts at writing, and that Einhard, at Charlemagne’s court, was making his first attempts to systematize the language into grammar. At a time when everything in Europe was still primitive, over in Asia, in the ruler whom Charlemagne revered immensely—Harun al-Rashid—a powerful, dazzling intellectual culture was embodied, but an intellectual culture that knew nothing of Christ, that also wanted nothing to do with Christianity, in which the finest elements of Islam and the finest elements of Arab culture thrived, and in which ancient forms of Aristotelianism also flourished—those forms that had not at all spread throughout Europe, for in Europe it was logic, the dialectic of Aristotelianism, that had prevailed. It was developed by the Christian Church Fathers and later by the Scholastics.

[ 13 ] Drüben in Asien hatte man mehr durch alles das, was Alexander der Große getan hatte, die inneren mystisch-naturwissenschaftlichen Erkenntnisse des Aristoteles getrieben. Und das alles hatte man unter dem Einfluß der ungeheuer starken, aber als geoffenbart, als inspiriert genommenen Intelligenz des Arabismus ausgebildet. Es war so am Hof Harun al Raschids, daß man da wußte vom Christentum, daß man aber das Christentum so, wie es in der damaligen Gegenwart war, als primitiv auffaßte gegenüber dem ungeheuren geistigen Glanz, den man selber pflegen konnte.

[ 13 ] Over in Asia, the inner mystical and scientific insights of Aristotle had been further advanced by all that Alexander the Great had accomplished. And all of this had been developed under the influence of the immensely powerful intelligence of Arabism, which was regarded as revealed and inspired. At the court of Harun al-Rashid, people were aware of Christianity, but they regarded it—as it existed at that time—as primitive compared to the immense spiritual splendor they themselves were able to cultivate.

[ 14 ] Gehen wir nun einmal von diesen beiden Persönlichkeiten aus, von Harun al Raschid und seinem weisen Ratgeber, und verfolgen wir das Geschichtliche weiter.

[ 14 ] Let us now take these two figures—Harun al-Rashid and his wise advisor—as our starting point and continue our exploration of history.



[ 15 ] Diese zwei Individualitäten, Harun al Raschid und sein weiser Ratgeber, sie gingen, nachdem sie in der Art tätig waren, wie ich es geschildert habe, durch die Pforte des Todes, indem sie hinauftrugen den starken Impuls, dafür zu sorgen, daß diejenige Empfindungsweise, Weltanschauung, Geistesart, die an diesem Hof gepflegt worden war, weiter in die Welt dringe.

[ 15 ] These two individuals, Harun al-Rashid and his wise advisor, having acted in the manner I have described, passed through the gate of death, carrying with them the strong impulse to ensure that the sensibility, worldview, and spirit that had been cultivated at this court would continue to spread throughout the world.

[ 16 ] Wollen wir uns nun das, was da geschah, in möglichster Ruhe und in möglichstem Ernst vor die Seele stellen. Wir sehen also von Asien ausgehend zwei Individualitäten: den weisen Ratgeber und Harun al Raschid, seinen Herrscher. Sie gehen eine Weile miteinander. Sie haben das, was sie in ihre Seele aufgenommen haben, dem Alexandrinismus, dem Aristotelismus zu verdanken. Aber sie haben auch alles dasjenige in sich aufgenommen, was in der späteren Zeit in der Umformung des Aristotelismus, des Alexandrinismus geschehen war. Man versteht die Welt wirklich nur zum kleinsten Teile, wenn man nicht ins Auge fassen kann, was in der geistigen Welt geschieht, während hier unten im Erdenleben die gewöhnlichen Ereignisse der physischen Welt vor sich gehen.

[ 16 ] Let us now reflect on what happened there with the greatest possible calm and the greatest possible seriousness. So, starting from Asia, we see two individuals: the wise counselor and Harun al-Rashid, his ruler. They journey together for a while. They owe what they have absorbed into their souls to Alexandrianism and Aristotelianism. But they have also absorbed everything that took place in later times in the transformation of Aristotelianism and Alexandrianism. One truly understands only the smallest part of the world if one cannot take into account what is happening in the spiritual world while, down here in earthly life, the ordinary events of the physical world are unfolding.

[ 17 ] Auf das Zeitalter Karls des Großen, Harun al Raschids folgte anderes, was Sie aus der Geschichte kennen. Aber während all das vor sich geht, was die Geschichte erzählt, von Asien, von Europa, für das 9. und 10. Jahrhundert und weiter hinein ins Mittelalter, spielte sich über diesem physischen Leben in der geistigen Welt ein mächtiges anderes Geschehen ab. Und man darf nicht vergessen, wenn das physische Leben hier unten fortfließt (es wird gezeichnet) und das geistige Leben hier oben fortfließt, daß dann von den Seelen, die nicht auf Erden leben, sondern die in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sind, fortwährend Einflüsse auf das Erdenleben stattfinden. So daß wir also sagen können: Wichtig ist auch, was die in einem solchen Zeitalter, in dem sie nicht auf Erden leben, droben in der geistigen Welt befindlichen Seelen, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt sind, erleben und verrichten. Ganz klar und lichtvoll kann einem das Menschenleben erst werden, namentlich in seinem geschichtlichen Verlauf, wenn man auf das hinsieht, was gewissermaßen hinter den Kulissen der äußeren Weltgeschichte in der geistigen Welt vor sich geht.

[ 17 ] The era of Charlemagne and Harun al-Rashid was followed by others, as you know from history. But while all that history recounts—about Asia, about Europe, during the 9th and 10th centuries and further into the Middle Ages—was unfolding, a powerful different event was taking place in the spiritual world above this physical life. And we must not forget that as physical life flows on down here (it is recorded) and spiritual life flows on up here, the souls who do not live on Earth—but who are in the life between death and a new birth—are constantly exerting influences on earthly life. So we can say: What is also important is what the souls—who, in such an age, do not live on Earth but are up there in the spiritual world, between death and a new birth—experience and accomplish. Human life can only become truly clear and luminous—especially in its historical course—when one looks at what is taking place in the spiritual world, so to speak, behind the scenes of external world history.

[ 18 ] Ja, die Eindrücke, welche die Seelen durch die Pforte des Todes tragen, unterscheiden sich oftmals außerordentlich stark von den Eindrücken, die diese Seelen hier im Erdenleben gehabt haben. Und für denjenigen, der nicht Unbefangenheit in der Betrachtung des geistigen Lebens hat, ist manchmal ein Erdenmensch, der durch die Pforte des Todes gegangen ist und sich dann dem geistig beobachtenden Blick zeigt, nicht leicht wieder erkennbar. Aber es gibt eben die geistigen Mittel, durch die man nicht nur jenes geistige Leben verfolgen kann, das sich unmittelbar an das Erdenleben anschließt. Darüber habe ich ja schon in den anderen Vorträgen, die vormittags gehalten worden sind, gesprochen. Ich werde dann weiter sprechen in diesen Vorträgen über den ferneren Verlauf des Lebens zwischen dem ’Iod und einer neuen Geburt; da wird man sehen, wie die Mittel sind, um die sogenannten Toten auch weiter zu verfolgen.

[ 18 ] Yes, the impressions that souls carry through the gate of death often differ extraordinarily from the impressions those souls had here in earthly life. And for those who lack objectivity in their view of spiritual life, an earthly human being who has passed through the gate of death and then reveals themselves to the spiritually observing gaze is sometimes not easily recognizable. But there are indeed spiritual means through which one can trace not only that spiritual life that immediately follows earthly life. I have already spoken about this in the other lectures held this morning. I will then continue in these lectures to speak about the further course of life between death and a new birth; there one will see what means are available to continue following the so-called dead.

[ 19 ] Und eben mit diesen Mitteln kann man dann solche Leben wie das des Harun al Raschid und seines weisen Ratgebers verfolgen. Gerade bei diesen beiden Persönlichkeiten ist es, um ein Verständnis zu eröffnen für spätere Ereignisse in der Zivilisation Europas, außerordentlich wichtig, vor allen Dingen die innige Verbundenheit in der Denkweise, in der Wirkensweise, die Harun al Raschid und sein weiser Ratgeber hatten, zu beachten. Mit den ihnen jahrhundertelang im Erdenleben vorangegangenen Individualitäten Alexander und Aristoteles trugen Harun al Raschid und sein weiser Ratgeber durch die Pforte des Todes eine außerordentlich starke Affinität, eine außerordentlich starke Sehnsucht nach einem Wiedertreffen, nach einem wirklichen Treffen gegenüber Alexander und Aristoteles. Und dieses Sich-wieder-Treffen geschah, und es ist in der Tat von ungeheurer Bedeutung, daß es geschehen ist.

[ 19 ] And it is precisely through these sources that one can then trace the lives of figures such as Harun al-Rashid and his wise advisor. Especially with regard to these two figures, in order to gain an understanding of later events in European civilization, it is extraordinarily important to pay particular attention to the deep connection in their ways of thinking and acting that Harun al-Rashid and his wise advisor shared. Harun al-Rashid and his wise counselor shared an extraordinarily strong affinity with Alexander and Aristotle—individuals who had preceded them by centuries in earthly life—and an extraordinarily strong longing to meet them again, to have a genuine encounter with Alexander and Aristotle. And this reunion took place, and it is indeed of immense significance that it did so.

[ 20 ] Also Harun al Raschid und sein weiser Ratgeber machten eine Weile in der übersinnlichen Welt ihre Wanderung, indem sie hauptsächlich vom Übersinnlichen herunterschauten auf das, was in der Zivilisation, die weiter gegen Westen hinüber liegt, vor sich ging, auf dasjenige, was in Griechenland und was in einigen Gegenden, die nördlich von dem heutigen Schwarzen Meer liegen, an Zivilisation vor sich ging. Ich möchte sagen, sie schauten auf diese Zivilisation herab, und unter den Ereignissen, auf die da ihr Blick fiel, war dann auch dasjenige, von dem ich in anderem Zusammenhang in anthroposophischen Vorträgen vielfach gesprochen habe: jenes Ereignis, das sich auslebte im Jahre 869 als achtes allgemeines ökumenisches Konzil in Konstantinopel.

[ 20 ] So Harun al-Rashid and his wise counselor wandered for a while in the supersensible world, looking down from the supersensible realm primarily at what was taking place in the civilization lying further to the west—at what was happening in Greece and in certain regions north of what is now the Black Sea. I would like to say that they looked down upon this civilization, and among the events upon which their gaze fell was the one I have spoken of many times in other contexts in anthroposophical lectures: that event which took place in the year 869 as the Eighth Ecumenical Council in Constantinople.

[ 21 ] Dieses achte ökumenische Konzil in Konstantinopel hat ja eine große Bedeutung für die Zivilisation des Abendlandes, denn da wurde beschlossen, daß die Trichotomie, die Anschauung, daß der Mensch aus Leib, Seele und Geist bestehe, ketzerisch, häretisch sei, daß man nur davon sprechen dürfe — wenn man ein rechter Christ sei —, daß der Mensch aus zwei Wesenheiten bestünde, aus Körper und Seele, und daß die Seele einige geistige Eigenschaften habe. Deshalb war ja so wenig zu spüren von einer Hinneigung der abendländisch-christlichen Zivilisation zur Spiritualität, zur Geistigkeit, weil die Erkenntnis des Geistes auf dem achten allgemeinen ökumenischen Konzil 869 für ketzerisch erklärt worden ist.

[ 21 ] This Eighth Ecumenical Council in Constantinople is, after all, of great significance for Western civilization, for it was decided there that the trichotomy—the view that human beings consist of body, soul, and spirit—was heretical, and that one might speak only—if one were a true Christian—of human beings consisting of two entities, body and soul, and that the soul possessed certain spiritual qualities. That is why there was so little evidence of a tendency toward spirituality in Western Christian civilization, because the recognition of the spirit had been declared heretical at the Eighth Ecumenical Council in 869.

[ 22 ] Es war ein bedeutendes, ein einschneidendes Ereignis. Man kann sagen: Damals wurde der Geist abgeschafft, und der Mensch sollte nur aus Leib und Seele bestehen. Man sieht nicht stark genug hin auf ein so einschneidendes, bedeutsames Ereignis. Aber das Erschütternde für den Beobachter des geistigen Lebens und namentlich für den Erleber des geistigen Lebens ist, daß, gerade als hier auf Erden 869 diese Abschaffung des Geistes stattfand, droben in der geistigen Welt die Begegnung Harun al Raschids und seines Ratgebers mit Alexander dem Großen und Aristoteles stattfand, das heißt mit deren Seelen in der geistigen Welt.

[ 22 ] It was a significant, a watershed event. One could say: At that time, the spirit was abolished, and human beings were to consist only of body and soul. People do not pay close enough attention to such a watershed, significant event. But what is truly shocking for the observer of spiritual life—and especially for those who experience spiritual life—is that, just as this abolition of the spirit was taking place here on earth in 869, up in the spiritual world the encounter between Harun al-Rashid and his advisor with Alexander the Great and Aristotle took place—that is, with their souls in the spiritual world.

[ 23 ] Nun müssen Sie das Folgende bedenken, und Sie müssen sich daran gewöhnen, daß nunmehr auf anthroposophischem Felde über die übersinnlichen Ereignisse mit derselben Selbstverständlichkeit gesprochen werden wird wie über die Ereignisse der physischen Welt. Sie müssen bedenken: Das Leben Alexanders des Großen, das Leben des Aristoteles in jener Alexander- und Aristoteles-Inkarnation war ja so, daß es einen gewissen Abschluß bedeutete, daß sozusagen der Impuls, der mit den alten Kulturen gegeben war, der sich dann auf der einen Seite ausgelebt hat in Griechenland, durch Aristoteles in Begriffe gefaßt worden ist, die lange Zeit hindurch als Ideen das Abendland und überhaupt die menschliche Zivilisation beherrschten.

[ 23 ] Now you must bear the following in mind, and you must get used to the fact that, from now on, in the field of anthroposophy, supersensible events will be discussed with the same matter-of-factness as events in the physical world. You must bear in mind: The life of Alexander the Great, the life of Aristotle in those incarnations of Alexander and Aristotle was such that it marked a certain conclusion—that, so to speak, the impulse that had been given with the ancient cultures, which then found its full expression in Greece, was formulated by Aristotle into concepts that, for a long time, dominated the Western world and human civilization as a whole as ideas.

[ 24 ] Sie müssen bedenken, daß Alexander der Große, der Zeitgenosse, Schüler und Freund des Aristoteles, mit ungeheurer Kraft den Impuls, der da gegeben war durch den Aristoteles, über einen großen Teil der damals zur Alexanderzeit bekannten Welt verbreitet hat, was dann weitergewirkt hat bis hinein in die Harun-al-Raschid-Zeit in Asien, was lange Zeit in Alexandrien einen glänzenden Mittelpunkt gehabt hat, was aber gleichzeitig durch zahlreiche verborgene Kanäle die ganze orientalische Kultur bestimmend beeinflußt hat.

[ 24 ] You must bear in mind that Alexander the Great, a contemporary, student, and friend of Aristotle, spread with tremendous force the impulse that Aristotle had provided, across a large part of the world known at the time of Alexander, an influence that continued to have an impact well into the era of Harun al-Rashid in Asia—an influence that for a long time had a brilliant center in Alexandria, but which at the same time exerted a decisive influence on the entire Eastern culture through numerous hidden channels.

[ 25 ] Damit aber war eine Art von Abschluß gegeben. Zusammengeflossen waren die verschiedenartigsten Impulse alter Geistigkeit im Alexandrinismus und im Aristotelismus. Das Christentum schlug ein. Das Mysterium von Golgatha fand statt. Es fand statt in einer Zeit, als die Individualitäten, die Seelen Alexanders und Aristoteles’ nicht auf der Erde waren, sondern in der geistigen Welt und dort im innigen Verein waren mit dem, was man die Herrschaft des Michael nennt, dessen Herrschaft auf der Erde damals auch abgelaufen war, denn der herrschende Zeitgeist war dazumal Oriphiel. Und weitere Jahrhunderte waren vergangen seit dem Mysterium von Golgatha. Dasjenige, was Alexander und Aristoteles auf Erden begründet hatten, wofür sie mit ihrem ganzen Sein sich eingesetzt hatten, der eine denkerisch, der andere mit umfassenden intensiven Herrscherkräften, das alles hatte unten auf der Erde gewirkt. Das alles sahen die beiden in der geistigen Welt durch die Jahrhunderte hindurch, die da folgten, in denen ja das Mysterium von Golgatha stattfand; und sie sahen auf alles hin, was dann zur Ausbreitung der Lehre des Mysteriums von Golgatha weiter geschah. Durch alle jene Jahrhunderte hindurch sahen sie unten ihr Werk sich ausbreiten, sich ausbreiten auch durch solche Genies wie Harun al Raschid und seinen weisen Ratgeber.

[ 25 ] This, however, marked a kind of conclusion. The most diverse impulses of ancient spirituality had converged in Alexandrianism and Aristotelianism. Christianity dawned. The Mystery of Golgotha took place. It took place at a time when the individualities—the souls of Alexander and Aristotle—were not on Earth, but in the spiritual world, where they were in intimate union with what is called the reign of Michael, whose reign on Earth had also come to an end by then, for the ruling spirit of the age at that time was Oriphiel. And further centuries had passed since the Mystery of Golgotha. That which Alexander and Aristotle had established on Earth—for which they had dedicated their entire beings, one through thought, the other through comprehensive and intense powers of rulership—all of this had taken effect down on Earth. The two of them witnessed all of this in the spiritual world throughout the centuries that followed—the very centuries in which the Mystery of Golgotha took place—and they observed everything that subsequently occurred in the spread of the teaching of the Mystery of Golgotha. Throughout all those centuries, they watched their work spread below, spreading also through such geniuses as Harun al-Rashid and his wise advisor.

[ 26 ] Aber für das, was diese beiden Individualitäten — Alexander und Aristoteles — selber waren, für das war durchaus die Forderung nach etwas Neuem da, die Forderung, in einer ganz neuen Weise anzufangen, nicht das fortzusetzen, was auf der Erde war, sondern in einer neuen Weise anzufangen. Dadurch ergibt sich natürlich auch eine Art von Fortsetzung. Es wird nicht das Alte aus der Welt geschafft, aber ein mächtiger neuer Impuls, das Christentum auf eine besondere Weise in die Erdenzivilisation einzuführen, das war es, womit sich Alexander und Aristoteles durchsetzt hatten.

[ 26 ] But as for what these two individuals—Alexander and Aristotle—themselves were, there was certainly a call for something new, a call to begin in an entirely new way—not to continue what already existed on Earth, but to start anew. This, of course, also results in a kind of continuation. The old is not swept away, but a powerful new impulse—to introduce Christianity into earthly civilization in a special way—was what Alexander and Aristotle had brought to fruition.

[ 27 ] Da sie dann ihr Karma heruntertrug in das Erdenleben, noch bevor dieses Ereignis der Begegnung mit Harun al Raschid stattgefunden hatte, lebten sie eigentlich als unbeachtete, unbekannte, früh hinsterbende Persönlichkeiten in einem allerdings für die Anthroposophie wichtigen Winkel Europas, aber eben, ich möchte sagen, nur wie kurze Zeit durch ein Fenster hereinschauend in die abendländische Zivilisation, Eindrücke, Impulse mitnehmend, aber nicht irgendwie bedeutsame Impulse gebend. Das mußten sie sich aufsparen für später.

[ 27 ] Since they had already carried their karma into their earthly lives even before this encounter with Harun al-Rashid took place, they actually lived as unnoticed, unknown individuals who died young in a corner of Europe that is, admittedly, important for anthroposophy—but, I would say, only briefly peering through a window into Western civilization, taking in impressions and impulses, but not imparting any significant impulses of their own. They had to save that for later.

[ 28 ] Sie waren dann wiederum zurückgegangen. Aber da waren sie in der geistigen Welt, als 869 dieses Ereignis, dieses achte allgemeine ökumenische Konzil auf Erden stattfand. Gerade in diesem Zeitpunkt fand jene Begegnung statt zwischen Aristoteles und Alexander auf der einen Seite, Harun al Raschid und seinem weisen Ratgeber auf der anderen Seite. Es war eine Auseinandersetzung von großer überragender Bedeutung in den übersinnlichen Welten, denn man muß sich vorstellen, daß Auseinandersetzungen in der übersinnlichen Welt nicht nur Diskussionen in Worten sind. Wenn man so die Menschen auf der Erde zusammensitzen und diskutieren sieht, wenn Worte hin- und herschießen, ohne daß sie einander sehr weh tun, so ist das nicht einmal ein schattenhaftes Abbild dessen, was geschieht, wenn in übersinnlichen Welten die großen Entscheidungen auch im geistigen Leben getroffen werden.

[ 28 ] They had then returned once more. But they were in the spiritual world when, in 869, this event—the Eighth Ecumenical Council—took place on Earth. It was precisely at this moment that the encounter took place between Aristotle and Alexander on the one hand, and Harun al-Rashid and his wise advisor on the other. It was a confrontation of immense, transcendent significance in the supersensible worlds, for one must realize that confrontations in the supersensible world are not merely verbal discussions. When one sees people on Earth sitting together and discussing, with words flying back and forth without causing each other much harm, this is not even a faint reflection of what happens when major decisions—including those concerning spiritual life—are made in the supersensible worlds.

[ 29 ] Und so war es dazumal, daß Aristoteles und Alexander auf der einen Seite sich dahin geltend machten, daß sie sagten: Was früher begründet worden ist, das muß hineingeleitet werden im strengsten Sinn des Wortes in die Michael-Herrschaft. — Denn man wußte ja, die Michael-Herrschaft der Welt wird wieder beginnen im 19. Jahrhundert.

[ 29 ] And so it was back then that Aristotle and Alexander, on the one hand, asserted that what had been established earlier must be incorporated—in the strictest sense of the word—into the Michaelic Kingdom. — For it was well known that the Michaelic reign of the world would begin again in the 19th century.

[ 30 ] Verstehen wir uns in diesem Punkt recht, meine lieben Freunde! Die Entwickelung der Menschheit verläuft so, daß immer durch drei bis dreieinhalb Jahrhunderte einer der Erzengel der hauptsächlichste Regent der Erdenzivilisation ist. Zur Zeit, als Alexander der Große die Aristoteles-Kultur nach Asien und Afrika verpflanzt hatte, zu jener Zeit, als mit starkem internationalen Sinn diese Verbreitung der Kultur stattfand, war eine Michael-Herrschaft, das heißt, das geistige Leben wurde beherrscht durch die Macht Michaels. Zur Alexanderzeit war die Michael-Herrschaft auf der Erde. Dann wird die Michael-Herrschaft abgelöst von der Oriphiel-Herrschaft. Es kommt dann die AnaelHerrschaft, die Zachariel-Herrschaft, alles so durch drei bis vier Jahrhunderte gehend, die Raphael-Herrschaft, dann Samael, bis heraufkommend in das Zeitalter des 14. Jahrhunderts. Im 15. bis 18. nachchristlichen Jahrhundert, da kommt die Gabriel-Herrschaft, und im 19. Jahrhundert, im letzten Drittel, tritt wiederum die Michael-Herrschaft ein. Sieben der Erzengel wechseln sich ab. Nachdem auf die Michael-Herrschaft zur Alexanderzeit sechs andere Erzengel gefolgt sind, folgte wiederum am Ende des 19. Jahrhunderts die Michael-Herrschaft. Sie ist die herrschende in unserer Zeit. Wir stehen unmittelbar, wenn wir das geistige Leben recht verstehen, unter dem Impuls der Michael-Herrschaft.

[ 30 ] Let us be clear on this point, my dear friends! The development of humanity proceeds in such a way that, for three to three and a half centuries at a time, one of the archangels is the principal ruler of earthly civilization. At the time when Alexander the Great had transplanted Aristotelian culture to Asia and Africa—at that time, when this spread of culture took place with a strong sense of internationalism—there was a Michael reign; that is to say, spiritual life was governed by the power of Michael. During the time of Alexander, the Michael reign was on Earth. Then the Michael reign is succeeded by the Oriphiel reign. Next comes the Anael reign, the Zachariel reign—each lasting three to four centuries—followed by the Raphael reign, then Samael, leading up to the era of the 14th century. From the 15th to the 18th centuries A.D., the reign of Gabriel began, and in the 19th century, during its final third, the reign of Michael returned. Seven of the archangels take turns. After the Michael reign was followed by six other archangels during the time of Alexander, the Michael reign returned at the end of the 19th century. It is the ruling reign in our time. If we understand spiritual life correctly, we are directly under the impulse of the Michael reign.

[ 31 ] So also sahen in diesem Jahrhundert, in dem die Begegnung mit Harun al Raschid stattfand, Alexander und Aristoteles hin auf die alte Michael-Herrschaft, unter der sie gewirkt hatten, sie sahen hin auf das Mysterium von Golgatha, das sie vereint mit der Michael-Gemeinschaft, aber nicht von der Erde aus, sondern von der Sonnensphäre aus erlebt hatten, denn da war die Michael-Herrschaft zu Ende. Michael und die Seinen, zu denen eben auch Alexander und Aristoteles gehörten, erlebten ja das Mysterium von Golgatha nicht vom Erdengesichtspunkt aus. Sie sahen den Christus nicht ankommen auf Erden; sie sahen ihn Abschied nehmen von der Sonne. Aber all dasjenige, was sie erlebten, gestaltete sich bei ihnen zu jenem Impuls: Unter allen Umständen muß dahin gearbeitet werden, daß die neue Michael-Herrschaft, der Alexander und Aristoteles mit allen Fasern ihrer Seele haben treu bleiben wollen, daß die neue Michael-Herrschaft ein nicht nur tief begründetes, sondern auch ein intensives Christentum bringen sollte. 1879 sollte sie beginnen, drei bis vier Jahrhunderte dauern. Wir leben nun in dem Zeitalter dieser Michael-Herrschaft, und Anthroposophen sollten vor allen Dingen verstehen, was es heißt, in dem Zeitalter dieser Michael-Herrschaft zu leben.

[ 31 ] Thus, in this century, during which the encounter with Harun al-Rashid took place, Alexander and Aristotle looked back upon the ancient Michael reign under which they had worked; they looked back upon the Mystery of Golgotha, which they had experienced in union with the Michael community—not from the earth, but from the solar sphere—for that was where the Michael reign had come to an end. Michael and his followers—among whom Alexander and Aristotle were included—did not, after all, experience the Mystery of Golgotha from an earthly perspective. They did not see Christ arrive on Earth; they saw him take his leave of the Sun. But everything they experienced crystallized within them into this impulse: Under all circumstances, efforts must be made to ensure that the new Michael reign—to which Alexander and Aristotle had resolved to remain faithful with every fiber of their being—would bring about a Christianity that was not only deeply grounded but also intensely lived. It was to begin in 1879 and last for three to four centuries. We now live in the age of this Michaelic era, and anthroposophists should, above all, understand what it means to live in the age of this Michaelic era.

[ 32 ] Davon wollte weder Harun al Raschid — eher noch sein weiser Ratgeber, aber eigentlich auch der nicht — etwas hören. Sie wollten vor allen Dingen, daß jene Impulse weltbeherrschend würden, die im Mohammedanismus stark Wurzel gefaßt hatten. Intensiv standen sich gegenüber unter anderen, die teilnahmen an diesem Geisteskampf im 9. nachchristlichen Jahrhundert, stark standen sich gegenüber auf der einen Seite Harun al Raschid und sein Ratgeber, auf der anderen Seite Aristoteles und Alexander, das heißt, die Individualitäten, die in beiden gelebt haben.

[ 32 ] Neither Harun al-Rashid—nor, even less so, his wise advisor, though in truth not even he—wanted to hear anything about this. Above all, they wanted the ideas that had taken deep root in Islam to come to dominate the world. Among others who took part in this intellectual struggle in the 9th century CE, there was an intense confrontation: on one side stood Harun al-Rashid and his advisor, and on the other, Aristotle and Alexander—that is, the individualities that lived within both of them.

[ 33 ] Was sich da abspielte als Geisteskampf, das wirkte nach in der europäischen Zivilisation, wirkt bis heute nach. Denn was da oben geschieht, das wirkt auf das Irdische ein. Und gerade aus jenem Widerstand, den Harun al Raschid und sein weiser Ratgeber dazumal gegenüber Aristoteles und Alexander geleistet haben, verstärkte sich in einer gewissen Weise der Impuls, so daß gerade von jener Begegnung ausging das Wirken zweier Strömungen: einer, die im Arabismus verläuft, und einer, die den Aristotelismus und das Alexandertum ins Christentum durch die Impulse der Michael-Herrschaft herüberführt.

[ 33 ] What unfolded there as a spiritual struggle had a lasting impact on European civilization, an impact that continues to this day. For what happens up there affects the earthly realm. And it was precisely from that resistance which Harun al-Rashid and his wise advisor offered at that time against Aristotle and Alexander that the impulse was strengthened in a certain way, so that from that very encounter emerged the influence of two currents: one that flows into Arabism, and one that carries Aristotelianism and Alexandrianism into Christianity through the impulses of the Michaelic reign.

[ 34 ] Beide, sowohl Harun al Raschid wie sein weiser Ratgeber, setzten den Weg, nachdem sie diese Begegnung durchgemacht hatten, nach dem Westen fort, immerfort beobachtend, was im Erdenleben geschieht. Der einenahm vom übersinnlichen Sein aus intensiv teil an alledem, was im Norden von Afrika, im Süden von Europa, in Spanien, Frankreich sich abspielte. Ungefähr in derselben Zeit war der andere durchgegangen durch alles das, was im östlichen Geistesleben, am Schwarzen Meer, weiter herüber durch die Gegenden Europas bis Holland und auch nach England herüber sich abspielte. Und zur gleichen Zeit kamen diese beiden dann an in der europäischen Kultur, wurden wiedergeboren.

[ 34 ] Both Harun al-Rashid and his wise advisor continued their journey westward after this encounter, constantly observing what was happening in earthly life. One of them, from the realm of the supersensible, took an active part in everything that was unfolding in North Africa, Southern Europe, Spain, and France. At roughly the same time, the other had passed through everything that was unfolding in the spiritual life of the East—from the Black Sea, across the regions of Europe as far as Holland, and even over to England. And at the same time, these two then arrived in European culture and were reborn.

[ 35 ] Bei solchem Wiedergeborenwerden brauchte nicht eine äußere Ähnlichkeit zu sein. Man geht in der Regel ganz falsch, wenn man glaubt, daß derjenige, der eine gewisse Geistigkeit hat, mit derselben Geistigkeit wiedergeboren werde. Man muß tiefer gehen, tiefer hineinschauen in die Grundimpulse der menschlichen Seele, wenn man von Wiedergeburten und von wiederholten Erdenleben in der rechten Weise sprechen will. So zum Beispiel hat man einen Papst, den berühmten Gregor VII., der aus dem mitteleuropäischen Mönch Hildebrand hervorgegangen ist, diesen starken, im intensivsten Katholizismus wirkenden Papst, der das Papsttum im Mittelalter besonders groß gemacht hat. Er erschien in Wiedergeburt im 19. Jahrhundert als Ernst Haeckel, der Kämpfer gegen das Papsttum. Haeckel ist der wiedergeborene Abt Hildebrand, Gregor VII. Ich will daran nur zeigen, daß nicht die äußere Ähnlichkeit der Geistesverfassung, sondern die innerlichen seelischen Impulse dasjenige sind, was der Mensch hinüberträgt von einem Erdenleben ins andere.

[ 35 ] Such rebirth does not necessarily involve an outward resemblance. It is generally a mistake to believe that a person who possesses a certain spiritual quality will be reborn with that same spiritual quality. One must go deeper, look more deeply into the fundamental impulses of the human soul, if one wishes to speak correctly about rebirths and repeated earthly lives. Take, for example, the famous Pope Gregory VII, who emerged from the Central European monk Hildebrand—this powerful pope, active within the most intense form of Catholicism, who made the papacy particularly great in the Middle Ages. He reappeared in the 19th century as Ernst Haeckel, the champion against the papacy. Haeckel is the reincarnated Abbot Hildebrand, Gregory VII. I wish only to demonstrate that it is not the outward similarity of one’s state of mind, but rather the inner spiritual impulses that a person carries over from one earthly life to the next.

[ 36 ] So wurden auch die beiden, Harun al Raschid und sein weiser Ratgeber, dazu veranlagt, zunächst, als noch die Araberkämpfe hinüberschlugen über Afrika nach Spanien, schützend, protegierend teilzunehmen an diesen Araberzügen. Der Mohammedanismus ging ja dann als äußere Erscheinung zugrunde, aber seine innere Seelenhaftigkeit trugen diese beiden Geister durch das geistige Leben bei ihrem Durchgehen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt von der Vergangenheit in die Zukunft hinein.

[ 36 ] Thus, the two of them—Harun al-Rashid and his wise advisor—were also led, at first, while the Arab campaigns were still spreading across Africa into Spain, to participate in these Arab expeditions in a protective and supportive capacity. Islam, as an outward manifestation, did indeed perish, but its inner spiritual essence was carried by these two spirits through their spiritual journey as they passed between death and a new birth, from the past into the future.

[ 37 ] Harun al Raschid wurde wiedergeboren, und er wurde in seinem wiedergeborenen Leben Baco von Verulam. Er erscheint als Baco von Verulam. Sein weiser Ratgeber wird wiedergeboren, er erscheint fast gleichzeitig als Amos Comenius, der Pädagoge.

[ 37 ] Harun al-Rashid was reborn, and in his reborn life he became Baco of Verulam. He appears as Baco of Verulam. His wise advisor is also reborn; he appears almost simultaneously as Amos Comenius, the educator.

[ 38 ] Sehen Sie sich an, was auf der einen Seite durch Baco von Verulam herauskommt, der ja nur äußerlich ein Christ gewesen ist, der durchaus das Abstrakte des Arabismus in die europäische Wissenschaft hereinbringt, und sehen Sie sich dasjenige an, was in die Pädagogik an äußerer materieller Anschaulichkeit des Unterrichts und der ganzen Behandlung des Unterrichtsstoffes Amos Comenius hineingebracht hat. Es ist ein Element, das direkt nichts mit dem Christentum zu tun hat. Wenn auch Amos Comenius unter den Mährischen Brüdern und so weiter wirkt, das, was er direkt bewirkt hat, das wird auf der einen Seite dadurch beleuchtet, daß er in einem vorigen Leben so zu der ganzen Entwickelung der Menschheit gestanden hat wie die am Hof Harun al Raschids blühende Geisteskultur.

[ 38 ] Consider, on the one hand, the contributions of Bacon of Verulam—who was, after all, only outwardly a Christian—and who introduced the abstract elements of Arab thought into European science; and consider, on the other hand, what Amos Comenius brought to pedagogy in terms of the outward, material clarity of instruction and the overall approach to teaching the curriculum. It is an element that has nothing to do with Christianity per se. Even though Amos Comenius was active among the Moravian Brethren and so on, what he directly brought about is illuminated, on the one hand, by the fact that in a previous life he stood in relation to the entire development of humanity in the same way as the intellectual culture that flourished at the court of Harun al-Rashid.

[ 39 ] Und auf der anderen Seite nehmen Sie jede Zeile Bacons, Lord Bacons, nehmen Sie alles das, was in der sogenannten Anschaulichkeit des Amos Comenius wirkt: Sie haben darinnen ein Rätsel, Sie finden sich nicht zurecht. Man nehme nur diesen Lord Bacon. Es herrscht in ihm ein wahrer Furor in der Bekämpfung des Aristotelismus. In allem ist ein wahrer Furor, von dem man sieht, es geht bis tief in die Seele hinein. Der Geistesforscher, der die Dinge geistig durchschaut und durchleuchtet, der schaut hin auf Baco von Verulam, auf Amos Comenius, verfolgt zurück das Leben aber auch in die übersinnliche Welt hinein, wo der Mensch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt lebt. Man hat die Schriften des Baco von Verulam vor sich, man hat die Schriften von Amos Comenius vor sich, man findet im Ton, man findet in allem ein Sich-Auflehnen gegen den Aristotelismus. Wie ist das zu erklären?

[ 39 ] And on the other hand, take every line by Bacon—Lord Bacon—take everything that comes across as so-called “vividness” in Amos Comenius: you’ll find a mystery there; you won’t be able to make sense of it. Take Lord Bacon, for example. He is driven by a true fervor in his fight against Aristotelianism. In everything there is a true fervor that one can see reaches deep into the soul. The spiritual researcher, who spiritually penetrates and illuminates things, looks at Bacon of Verulam, at Amos Comenius, and traces their lives back into the supersensible world, where the human being lives between death and a new birth. One has the writings of Bacon of Verulam before one, one has the writings of Amos Comenius before one; in their tone, in everything, one finds a rebellion against Aristotelianism. How can this be explained?

[ 40 ] Man muß nun bedenken: Als Bacon herabkam in sein Erdenleben, als Amos Comenius herabkam in sein Erdenleben, da war ja die Zeit schon wiederum vorüber, wo auch Alexander und auch Aristoteles wieder inkarniert waren in der mittelalterlichen Zivilisation, wo sie ihrerseits schon dasjenige ausgeführt hatten, was für den Aristotelismus zu tun war, wo schon ein anderer Aristotelismus da war als der, den Bacon respektive Harun al Raschid, denn das sind dieselben Persönlichkeiten, ihrerseits gepflegt haben.

[ 40 ] One must now consider: When Bacon descended into his earthly life, when Amos Comenius descended into his earthly life, that time had already passed again—the time when Alexander and Aristotle had also been reincarnated into medieval civilization, where they, for their part, had already accomplished what needed to be done for Aristotelianism, and where a form of Aristotelianism already existed that was different from the one cultivated by Bacon and Harun al-Rashid, respectively—for these are the same figures.

[ 41 ] Und jetzt stellen Sie sich die ganze Situation vor. Nehmen Sie jenes Interview, wenn ich mich so ausdrücken darf, das 869 stattgefunden hat, bedenken Sie, wie unter diesem Einfluß in Harun al Raschid sich Seelenimpulse ausgebildet haben, die jetzt dasjenige antreffen, was sich auf Erden schon zum Teil verwirklicht hat, weil Alexander und Aristoteles schon wieder da gewesen waren, und weil das, was sie verwirklichen wollten, nicht im Anschluß an das verwirklicht worden ist, was sie als Erdenmenschen in der vorchristlichen Zeit waren. Wenn Sie das bedenken, dann begreifen Sie durchaus jene Seelenimpulse, die sich bildeten bei jener Begegnung. Und aus dem Umstand, daß jetzt Bacon und Amos Comenius sehen konnten, was aus dem Aristotelismus und aus dem Alexandrinismus geworden war, können Sie begreifen, daß jener gewisse Ton in ihren Schriften herrscht, namentlich bei Bacon, aber auch bei Amos Comenius.

[ 41 ] And now imagine the whole situation. Take that interview—if I may put it that way—that took place in 869; consider how, under this influence, soul impulses developed within Harun al-Rashid that now encounter what has already been partially realized on Earth, because Alexander and Aristotle had already been there again, and because what they sought to realize was not realized in continuation of what they had been as earthly human beings in pre-Christian times. If you consider this, then you will fully understand those soul impulses that arose during that encounter. And from the fact that Bacon and Amos Comenius were now able to see what had become of Aristotelianism and Alexandrianism, you can understand why that particular tone prevails in their writings—especially in Bacon’s, but also in Amos Comenius’s.

[ 42 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, wirkliche Geschichtsbetrachtung führt von der Erde zum Himmel hinauf. Man muß die Ereignisse mitnehmen, die sich nur im Übersinnlichen offenbaren können. Wollen Sie Baco von Verulam verstehen, wollen Sie Amos Comenius verstehen, so müssen Sie sie zurück verfolgen bis zu demjenigen zunächst, was sie früher auf Erden waren, müssen also den durch Scholastik verbreiteten Aristotelismus zurück verfolgen bis zu jenem Interview,das um das Jahr 869, zur Zeit des ökumenischen Konzils stattgefunden hat, zurückverfolgen bis dahin,woHarunalRaschid und sein weiser Ratgeber den Aristotelismus und Alexandrinismus pflegten, der eben dazumal gepflegt werden konnte. In diesem Hereinwirken der übersinnlichen Welt in die sinnlich-physische wird erst verständlich, was im Erdenleben sich zuträgt. Das ist es, was ich anführen möchte, um Sie darauf hinzuweisen, wie in der Tat die Verfolgung der wiederholten Erdenleben erst das, was in solchen Persönlichkeiten auf der Erde sich auslebt, verständlich machen kann.

[ 42 ] You see, my dear friends, a true contemplation of history leads from earth up to heaven. One must take into account the events that can only be revealed in the supersensible realm. If you wish to understand Bacon of Verulam, if you wish to understand Amos Comenius, you must trace them back first to what they once were on earth; you must therefore trace Aristotelianism, as propagated by Scholasticism, back to that meeting that took place around the year 869, at the time of the Ecumenical Council, and back to the time when Harun al-Rashid and his wise advisor cultivated Aristotelianism and Alexandrianism, which could indeed be cultivated at that time. It is only through this interplay of the supersensible world with the sensory-physical world that what takes place in earthly life becomes comprehensible. This is what I would like to point out to you, to show how, in fact, only by tracing back through repeated earthly lives can we understand what unfolds in such personalities on Earth.



[ 43 ] Die Zeit ist zu weit vorgeschritten, um schon heute weiteres auf diesem Gebiet auszuführen, und ich werde nur noch in wenigen Worten andeuten, was die Betrachtungen runden und abschließen soll.

[ 43 ] It is too late in the day to go into further detail on this subject today, so I will merely touch briefly on what is intended to round out and conclude these remarks.

[ 44 ] Wenn wir in der Art, wie es eben geschehen ist, den Fortgang der Zivilisation der Menschheit betrachten, so finden wir, daß in die christliche Entwickelung sich gerade durch solche Individualitäten, wie die des Harun al Raschid und desjenigen, der später dann Amos Comenius geworden ist, etwas hereingeschoben hat, was nicht aufgehen will im Christentum, was stark hinneigt zum Arabismus. So haben wir ja in unserer Gegenwart auf der einen Seite, ich möchte sagen, den geradlinigen Fortgang des Christianismus, auf der anderen Seite hereinragend, insbesondere aber in der abstrakten Wissenschaft, den Arabismus.

[ 44 ] When we consider the progress of human civilization in the way we have just done, we find that something has crept into Christian development—precisely through such individuals as Harun al-Rashid and the man who later became Amos Comenius—that does not fit into Christianity and that leans strongly toward Arabism. Thus, in our present time, we have, on the one hand—I would say—the straightforward progression of Christianity, and on the other hand, particularly in abstract science, the influence of Arabism.

[ 45 ] Was ich Ihnen besonders ans Herz legen möchte, ist dieses: Wenn wir diese beiden Strömungen verfolgen, so finden wir uns gedrängt, wenn wir spirituelle Betrachtungen anstellen, den Blick hinaufzulenken zu allerlei, was auch im Übersinnlichen geschehen ist, wie zum Beispiel zu so etwas wie die Begegnung Aristoteles-Alexanders, Harun al Raschids und seines weisen Ratgebers. In solcher Art hat sich vieles zugetragen, was dann Impuls geworden ist auf der einen Seite zur Ausbreitung des wahren Christentums, auf der anderen Seite wiederum zum Ausbilden von Hemmnissen, von Widerständen für dieses wahre Christentum. Aber dadurch, daß in der spirituellen Welt die Michael-Entwickelung jenen Verlauf genommen hat, den ich Ihnen angedeutet habe, stellt sich herein eine starke Aussicht und Perspektive für die Zukunft, daß gerade unter dem Zeichen der Michael-Impulse das Christentum seine wahre Gestalt bekommen wird. Denn unter dem Zeichen der Michael-Impulse sind auch im Übersinnlichen die Auseinandersetzungen mit anderen Strömungen gepflogen worden.

[ 45 ] What I would particularly like to urge you to consider is this: If we follow these two currents, we find ourselves compelled, when engaging in spiritual contemplation, to turn our gaze upward to all manner of events that have also taken place in the supersensible realm—such as the encounter between Aristotle and Alexander, or that between Harun al-Rashid and his wise advisor. In this way, many events have taken place that have subsequently served as impulses—on the one hand, for the spread of true Christianity, and on the other hand, for the formation of obstacles and resistance to this true Christianity. But because the Michael development in the spiritual world has taken the course I have indicated to you, a strong prospect and perspective for the future emerges: that it is precisely under the sign of the Michael impulses that Christianity will take on its true form. For under the sign of the Michael impulses, confrontations with other currents have also been waged in the supersensible realm.

[ 46 ] Nun möchte ich nur das sagen: In der Anthroposophischen Gesellschaft sind mancherlei Persönlichkeiten vereinigt. Auch diese Persönlichkeiten haben ihr Karma, das zurückführt in frühere Zeiten, das in der verschiedensten Weise sich ausnimmt, wenn wir zunächst zu dem Leben zurückgehen, das im Vorirdischen vollbracht worden ist, und dann zurückgehen zu früheren Erdenleben. Es können nur wenige gefunden werden von denen, die ehrlich herankommen an die anthroposophische Bewegung, die nicht beteiligt wären in ihrem Karma an solchen Vorgängen, wie ich sie Ihnen nun geschildert habe. In der einen oder in der anderen Weise sind diejenigen, die in ehrlicher Weise den Drang bekommen, in die Anthroposophische Gesellschaft hereinzukommen, verbunden mit dem, was so stattgefunden hat wie die Begegnungen Alexanders und Aristoteles’ mit Harun al Raschid und seinem weisen Ratgeber oder dergleichen. Irgend so etwas hat das Karma bestimmt, das dann so auftritt im gegenwärtigen Erdenleben, daß der Drang entsteht, das Spirituelle in der Weise zu bekommen, wie es gerade in der anthroposophischen Bewegung gepflegt wird.

[ 46 ] Now I would just like to say this: The Anthroposophical Society brings together all kinds of personalities. These individuals, too, have their own karma, which traces back to earlier times and manifests itself in the most diverse ways—if we first go back to the life that was lived in the pre-earthly realm, and then go back to earlier earthly lives. There are very few among those who approach the anthroposophical movement in good faith who are not, in their karma, involved in events such as those I have just described to you. In one way or another, those who sincerely feel the urge to join the Anthroposophical Society are connected to events such as the encounters between Alexander and Aristotle with Harun al-Rashid and his wise advisor, or similar occurrences. Karma has determined something like this, which then manifests in the present earthly life in such a way that the urge arises to receive the spiritual in the manner in which it is currently cultivated within the anthroposophical movement.

[ 47 ] Mit dem ist aber ein anderes verknüpft. Verknüpft damit ist dieses, daß durch die besondere Gestaltung, die die Michael-Herrschaft annimmt, diejenigen Persönlichkeiten, die jetzt durch ihr Karma in ihrer Verbundenheit mit der Michael-Herrschaft in die anthroposophische Bewegung hereintreten, unter Durchbrechung von mancherlei Wiederverkörperungsgesetzen mit der Wende des 20., 21. Jahrhunderts — also in einer geringeren Anzahl von Jahren, als ein Jahrhundert beträgt wiedererscheinen werden, um dann dasjenige, was sie jetzt tun können im anthroposophischen Dienst der Michael-Herrschaft, zur Kulmination, zum vollen Ausdruck zu bringen. In dem Interesse, das man für solche Dinge haben kann, wie sie heute vorgebracht worden sind, drückt sich, wenn dieses Interesse intensiv genug ist, der innere Drang aus, wirklich Anthroposoph zu sein. Gerade damit aber, daß man diese Dinge versteht, nimmt man auch in sich den Impuls auf, in weniger als einem Jahrhundert schon wieder auf der Erde zu erscheinen, um dasjenige voll zu machen, was Anthroposophie will.

[ 47 ] However, this is linked to something else. Linked to this is the fact that, due to the particular form that the Michael Kingdom is taking, those individuals who are now entering the anthroposophical movement through their karma and their connection to the Michael Kingdom will reappear—in defiance of various laws of reincarnation—at the turn of the 20th, 21st centuries—that is, in fewer years than a century—in order to bring to culmination and full expression what they can now accomplish in the anthroposophical service of the Michael Kingdom. The interest one may have in such matters as have been presented today, if this interest is intense enough, expresses the inner urge to truly be an anthroposophist. But it is precisely by understanding these things that one also takes within oneself the impulse to reappear on Earth in less than a century in order to bring to fulfillment what anthroposophy aims for.

[ 48 ] Denken Sie nach, meine lieben Freunde, empfinden Sie die wenigen orientierenden Worte, die ich an die heutige Betrachtung hiermit angeschlossen habe. Sie werden unter Umständen gerade in diesen wenigen Worten vieles finden von dem, was Sie in der richtigen Weise in die anthroposophische Bewegung hineinstellen kann, was Ihnen in der richtigen Weise die Orientierung geben kann, so daß Sie Ihre Zugehörigkeit zu dieser Bewegung tief mit Ihrem Karma verbunden fühlen können.

[ 48 ] Reflect, my dear friends, and take to heart the few guiding words I have appended here to today’s meditation. You may well find in these few words much of what can properly ground you within the anthroposophical movement, what can provide you with the right kind of guidance, so that you can feel your affiliation with this movement deeply connected to your karma.