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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240

12 August 1924, Torquay

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Die Vertiefung des Christentums durch die Sonnenkräfte Michaels I

The Deepening of Christianity Through the Solar Powers of Michael I

[ 1 ] Es ist heute das erste Mal nach der Weihnachtstagung am Goetheanum, daß ich wiederum unter Ihnen sprechen darf. Und vor dem Beginn weiterer Auseinandersetzungen muß das ausgesprochen werden, was mit jenem Impuls zusammenhängt, der durch die letzte Weihnachtstagung am Goetheanum in die anthroposophische Bewegung hineingekommen ist. Wir haben ja die Freude gehabt, bei dieser Weihnachtstagung eine Reihe von Mitgliedern der Englischen Landesgesellschaft in Dornach begrüßen zu können, vor allen Dingen unseren lieben altbewährten Freund Mr. Collison, den Vorsitzenden hier in England. Und ich möchte in diesem Augenblick jenen Gruß, den ich ihm dazumal in Dornach als dem Repräsentanten der Englischen Landesgesellschaft dargebracht habe, hier erneuern.

[ 1 ] Today is the first time since the Christmas Conference at the Goetheanum that I have had the opportunity to speak to you again. And before we embark on further discussions, it is necessary to address what relates to the impulse that entered the anthroposophical movement through the last Christmas Conference at the Goetheanum. We had the pleasure, during that Christmas Conference, of welcoming a number of members of the English National Society to Dornach, above all our dear, long-standing friend Mr. Collison, the chairman here in England. And I would like to take this opportunity to renew the greeting I extended to him at that time in Dornach as the representative of the English National Society.

[ 2 ] Was durch die Weihnachtstagung in die Anthroposophische Gesellschaft als Impuls hineingekommen ist, soll in der Tat etwas Tiefgehendes darstellen, so daß manches, worüber vor der Weihnachtstagung das eine oder andere Wort charakterisierend ausgesprochen worden ist, jetzt im gegensätzlichen Sinn besprochen werden muß. Es ist ja über diese Gesellschaft auch innerlich im okkulten Sinne eine schwere Zeit gekommen, namentlich dadurch, daß in der Nachkriegszeit von verschiedenen Seiten her aus dem Schoß der Anthroposophischen Gesellschaft heraus die verschiedensten Dinge versucht wurden, und es ist notwendig geworden, eine Art Erneuerung für die Gesellschaft eintreten zu lassen.

[ 2 ] What has been introduced into the Anthroposophical Society as an impulse through the Christmas Conference is indeed meant to represent something profound, so that many things about which a word or two had been said in a characterizing way before the Christmas Conference must now be discussed in the opposite sense. Indeed, a difficult time has come for this Society, even internally in the occult sense, particularly because in the postwar period, a wide variety of initiatives were attempted from various quarters from within the bosom of the Anthroposophical Society, and it has become necessary to bring about a kind of renewal for the Society.

[ 3 ] Diese Erneuerung war für mich selber — und ich darf das wohl hier erwähnen — mit etwas sehr, sehr Bedeutungsvollem verknüpft.

[ 3 ] For me personally—and I think it’s okay to mention this here—this renewal was linked to something very, very meaningful.

[ 4 ] Es trat einige Zeit vor Weihnachten eine Frage vor mich hin, nachdem lange die Absicht bestanden hat, die Gesellschaft in einer gewissen Weise zu Weihnachten neu — oder wenigstens in neuer Form — zu begründen.

[ 4 ] Some time before Christmas, a question arose in my mind, after I had long intended to reestablish the society in a certain way for Christmas—or at least in a new form.

[ 5 ] Es trat an mich die Notwendigkeit heran, mich zu entschließen, dasjenige zu tun, was ich zu jener Zeit, als die Anthroposophische Gesellschaft sich aus der Theosophischen herausgegliedert hatte, aus guten Gründen abgelehnt hatte. Damals ging ich von der Voraussetzung aus, daß wenn ich mich von allem Verwaltungsmäßigen, von aller Leitung der Gesellschaft zurückziehe, um bloß im Lehramt zu verbleiben, gewisse Dinge weniger schwer zu gestalten sein würden, als wenn der Lehrende zu gleicher Zeit ein verwaltendes Amt hat.

[ 5 ] I was faced with the necessity of deciding to do what I had, for good reasons, refused to do at the time when the Anthroposophical Society had split off from the Theosophical Society. At that time, I assumed that if I withdrew from all administrative matters and from all leadership of the Society in order to remain solely in the teaching profession, certain things would be less difficult to manage than if the teacher were to hold an administrative office at the same time.

[ 6 ] Aber diese Dinge, die dazumal vorausgesetzt wurden, in den Jahren 1912, 1913, als die Anthroposophische Gesellschaft herausgegliedert worden ist aus der Theosophischen, diese Dinge sind eben nicht eingetreten. Die Voraussetzungen haben sich innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft nicht erfüllt. Und so wurde es denn für mich notwendig, wirklich ernstlich die Frage zu erwägen, ob ich nun den Vorsitz der Anthroposophischen Gesellschaft übernehmen solle oder nicht. — Und ich sah die Notwendigkeit ein, diesen Vorsitz zu übernehmen.

[ 6 ] But these things, which were taken for granted back then—in 1912 and 1913, when the Anthroposophical Society was separated from the Theosophical Society—simply did not come to pass. The conditions did not materialize within the Anthroposophical Society. And so it became necessary for me to seriously consider the question of whether or not I should assume the presidency of the Anthroposophical Society. — And I recognized the necessity of assuming this presidency.

[ 7 ] Ich möchte aber ganz scharf, auch im Kreis unserer lieben englischen Freunde, etwas betonen, was in Verbindung mit jenem Entschluß, den Vorsitz für die Anthroposophische Gesellschaft zu übernehmen, zu betonen durchaus notwendig ist. Es war gegenüber der ganzen Bewegung ein absolutes Wagnis, dies auszuführen, denn man stellte sich damit vor eine ganz bestimmte Eventualität.

[ 7 ] However, I would like to emphasize very strongly—even among our dear English friends—something that is absolutely essential to highlight in connection with that decision to assume the presidency of the Anthroposophical Society. To carry this out was an absolute risk for the entire movement, for it meant facing a very specific possibility.

[ 8 ] Die anthroposophische Bewegung beruht ja darauf, daß aus der geistigen Welt reale Offenbarungen über den Inhalt der geistigen Erkenntnisse herunterfließen. Wenn man das Werk der anthroposophischen Bewegung tun will, so kann man nicht allein Menschenwerk tun. Man muß offen sein für das, was herunterfließt aus den geistigen Welten. Die Gesetze der geistigen Welten sind ganz bestimmte, nicht anzutastende. Sie müssen streng eingehalten werden.

[ 8 ] The anthroposophical movement is based on the fact that real revelations regarding the content of spiritual knowledge flow down from the spiritual world. If one wishes to carry out the work of the anthroposophical movement, one cannot rely solely on human effort. One must be open to what flows down from the spiritual worlds. The laws of the spiritual worlds are very specific and inviolable. They must be strictly observed.

[ 9 ] Und es ist schwierig, das, was in unserer heutigen Zeit ein äußeres Amt verlangt, und sei es auch dasjenige des Vorsitzenden der Anthroposophischen Gesellschaft, zu vereinigen mit den okkulten Pflichten gegenüber den Offenbarungen der geistigen Welt. So daß man schon die Frage dazumal sich vor die Seele zu stellen hatte: Werden die geistigen Mächte, welche die Anthroposophische Gesellschaft bisher begnadet haben mit demjenigen, was herunterfließen kann von ihnen, werden diese geistigen Mächte auch weiter, ich möchte sagen, in dieser Weise die anthroposophische Bewegung begnaden?

[ 9 ] And it is difficult to reconcile what an external office demands in our present age—even that of the chairperson of the Anthroposophical Society—with the occult duties toward the revelations of the spiritual world. So that even back then, one had to ask oneself the question: Will the spiritual powers that have blessed the Anthroposophical Society thus far—with what can flow down from them—will these spiritual powers continue, I might say, to bless the anthroposophical movement in this way?

[ 10 ] Sie können gewiß die ganze Bedeutung einer solchen Eventualität würdigen, Man mußte sich vor die Möglichkeit hinstellen, daß die geistigen Mächte gesagt hätten: Das geht nicht, ein äußeres Amt kann nicht angenommen werden.

[ 10 ] You can certainly appreciate the full significance of such a possibility. One would have to face the possibility that the spiritual powers might have said: “That is not possible; an external office cannot be accepted.”

[ 11 ] Nun darf heute wirklich, ich möchte sagen im Angesicht all der geistigen Mächte, die zusammenhängen mit der anthroposophischen Bewegung, gesagt werden, daß jene Verbindungen, die bestehen zwischen den spirituellen Welten und den Offenbarungen, die durch die anthroposophische Bewegung fließen sollen, intimer, einschneidender, reichlicher geflossen sind, als das vorher der Fall war, daß also tatsächlich von den beiden Eventualitäten, die haben eintreten können, die eine, die so günstig wie möglich ist für den weiteren Fortgang der anthroposophischen Bewegung, wirklich eingetreten ist. Man darf sagen: Mit vollem Wohlwollen sehen unausgesetzt seit der Begründung der Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum jene geistigen Mächte, von denen wir unsere Offenbarungen haben, mit einem noch größeren Wohlwollen sehen sie auf uns herab, als das früher der Fall war. So daß nach dieser Richtung schon seit längerer Zeit ein schwerer Alp von der Anthroposophischen Gesellschaft genommen werden konnte.

[ 11 ] Now, today, it can truly be said—I would say in the presence of all the spiritual powers associated with the anthroposophical movement—that the connections existing between the spiritual worlds and the revelations that are to flow through the anthroposophical movement have become more intimate, more profound, abundant than was previously the case; that is to say, of the two possible outcomes that could have occurred, the one that is as favorable as possible for the further progress of the anthroposophical movement has indeed come to pass. One may say: Ever since the founding of the Anthroposophical Society at the Goetheanum, those spiritual powers from whom we receive our revelations have been looking down upon us with full benevolence—and with even greater benevolence than was previously the case. Thus, in this regard, a heavy burden has been lifted from the Anthroposophical Society for quite some time now.

[ 12 ] Ich habe es ja oftmals, bevor diese Weihnachtstagung am Goetheanum war, betonen müssen, daß man zu unterscheiden habe zwischen der anthroposophischen Bewegung, die eine spirituelle Strömung in ihrer Spiegelung auf Erden darlebt, und zwischen der Anthroposophischen Gesellschaft, die eben eine Gesellschaft ist, die in einer äußerlichen Weise verwaltet wurde, indem man ihre Funktionäre wählte oder auf eine andere Weise bestimmte.

[ 12 ] I had to emphasize many times before this Christmas conference at the Goetheanum that a distinction must be made between the anthroposophical movement, which embodies a spiritual current as it is reflected on Earth, and the Anthroposophical Society, which is simply a society that was administered in an external manner by electing its officials or appointing them in some other way.

[ 13 ] Seit Weihnachten muß das Gegenteil gesagt werden. Nicht mehr kann man unterscheiden die anthroposophische Bewegung von der Anthroposophischen Gesellschaft. Sie sind beide eins: Denn damit, daß ich selber Vorsitzender der Gesellschaft geworden bin, ist die anthroposophische Bewegung eins geworden mit der Anthroposophischen Gesellschaft.

[ 13 ] Since Christmas, the opposite must be said. It is no longer possible to distinguish the anthroposophical movement from the Anthroposophical Society. They are one and the same: for with my becoming chairman of the Society, the anthroposophical movement has become one with the Anthroposophical Society.

[ 14 ] Das machte notwendig, daß zu Weihnachten in Dornach nicht ein Vorstand eingesetzt worden ist, der im äußeren exoterischen Sinn ein Vorstand ist, sondern ein Vorstand wurde eingesetzt, der als esoterischer Vorstand zu betrachten ist, der für dasjenige, was er tut, nur den geistigen Mächten gegenüber verantwortlich ist, der nicht gewählt, der gebildet worden ist. All die Dinge, die sich sonst bei Gründungsversammlungen zutragen, haben sich anders zugetragen zu Weihnachten. Und dieser Vorstand ist dasjenige, was ich einen Initiativvorstand nennen möchte, ein Vorstand, der seine Aufgaben in dem sieht, was er tut. Daher sind auch nicht auf der Weihnachtstagung Statuten ausgearbeitet worden, wie sonst Statuten lauten, sondern es ist einfach gesagt worden, was da für ein Verhältnis sein soll von Mensch zu Mensch, zwischen Vorstand und anderen Mitgliedern, den einzelnen Mitgliedern untereinander und so weiter. Was der Vorstand beabsichtigen wird, das steht in demjenigen darinnen, was kein Statut ist, was nur die Form von Statuten angenommen hat, was aber eigentlich eine Erzählung von dem ist, was man tun will. Alles war eben anders, als es sonst bei Gesellschaften ist.

[ 14 ] This made it necessary that, at Christmas in Dornach, a board of directors was not appointed in the external, exoteric sense of the term, but rather a board was appointed that is to be regarded as an esoteric board—one that is accountable only to the spiritual powers for what it does, one that was not elected but rather formed. All the things that usually take place at founding meetings unfolded differently at Christmas. And this executive committee is what I would like to call an “initiative committee”—a committee that sees its tasks in what it does. For this reason, no bylaws were drafted at the Christmas conference in the usual sense; rather, it was simply stated what kind of relationship should exist from person to person—between the executive committee and other members, among the individual members themselves, and so on. What the executive board intends to do is set forth in that document—which is not a bylaw, but has merely taken the form of a bylaw, and is actually a narrative of what we intend to do. Everything was simply different from what is usually the case in associations.

[ 15 ] Und das ist das Wesentliche, daß eben in die ganze Anthroposophische Gesellschaft nunmehr ein esoterischer Zug hineingekommen ist. Die ganze Bewegung, wie sie nunmehr durch die Gesellschaft fließt, muß einen esoterischen Charakter haben.

[ 15 ] And this is the essential point: an esoteric element has now entered the entire Anthroposophical Society. The entire movement, as it now flows through the Society, must have an esoteric character.

[ 16 ] Das muß man ganz ernst nehmen. Dem Vorstand am Goetheanum werden nur die Impulse rein menschlichen Wirkens aus der geistigen Welt heraus maßgebend sein. Nicht Paragraph 1, Paragraph 2 und so weiter, sondern dasjenige, was wirkliches geistiges Leben ist, soll gefördert werden, rückhaltlos, ohne irgend etwas anderes dabei zu beabsichtigen.

[ 16 ] This must be taken very seriously. The Executive Council at the Goetheanum will be guided solely by the impulses of purely human activity emanating from the spiritual world. It is not Paragraph 1, Paragraph 2, and so on, but that which is true spiritual life that is to be promoted—unreservedly, without any other ulterior motive.

[ 17 ] Sehen Sie, ein scheinbar ganz Unbedeutendes darf ich dabei anführen. Es wurden und werden weiter die Mitgliederzertifikate für alle Mitglieder erneuert. Da wir jetzt doch zwölftausend Mitglieder in der Welt haben, mußten zwölftausend Mitgliedszertifikate ausgegeben werden. Die alle sind zu unterzeichnen nunmehr von mir selbst. Natürlich hat mancher gefunden, man könnte ja auch einen Stempel machen lassen und den daraufdrücken. Aber in der anthroposophischen Bewegung soll fortan alles einen unmittelbar individuellen, menschlichen Charakter haben. Daher muß ich auch in einer solchen Kleinigkeit das einhalten. Jedes Mitgliedszertifikat muß vor meinen Augen liegen, ich den Namen lesen, mit eigener Hand meinen Namen darunterschreiben: So ist zunächst allerdings eine kleine, aber eine menschlich-reale Beziehung zu jedem einzelnen Mitglied geschaffen. Es wäre natürlich einfacher, durch irgend jemanden einen Stempel auf die zwölftausend Mitgliedszertifikate setzen zu lassen, es soll aber nicht geschehen.

[ 17 ] You see, I would like to mention one seemingly quite insignificant detail in this regard. Membership certificates for all members have been and continue to be renewed. Since we now have twelve thousand members worldwide, twelve thousand membership certificates had to be issued. All of them must now be signed by me personally. Of course, some have suggested that we could simply have a stamp made and press it onto the certificates. But in the anthroposophical movement, everything is to have a directly individual, human character from now on. That is why I must adhere to this principle even in such a small matter. Each membership certificate must be laid out before my eyes; I must read the name and sign my own name beneath it: In this way, a small but genuine human connection is established with each individual member. It would, of course, be easier to have someone else stamp the twelve thousand membership certificates, but that is not to be done.

[ 18 ] Das soll eben zunächst, ich möchte sagen, symbolisch andeuten, daß es in der Zukunft nur auf dasjenige ankommen wird, was als Menschliches durch die Gesellschaft waltet.

[ 18 ] This is meant, I would say, to symbolically suggest that, in the future, what will matter most is what prevails in society as a human quality.

[ 19 ] Wenn man in dieser Art dem Vorstand am Goetheanum Verständnis entgegenbringt, dann wird man sehen — natürlich wird alles langsam gehen, Sie müssen Geduld haben, meine lieben Freunde, aber wenn es auch langsam gehen wird —, es wird doch nach und nach alles einzelne der Weihnachtsabsichten ausgeführt werden. Nur muß man mit Verständnis auch dem Vorstand am Goetheanum entgegenkommen, er kann nicht den fünften Schritt vor dem zweiten machen, den zweiten nicht einmal vor dem ersten, und wenn er bis jetzt auch nur bei einem halben Schritt angekommen ist, es wird schon gehen, es wird schon die Zeit kommen, wo er auch beim fünften Schritt angekommen sein wird. Denn wenn die Dinge menschlich geführt werden sollen, dann kann man nicht beim Abstrakten stehenbleiben, dann muß man überall in das Konkrete eintreten.

[ 19 ] If you show understanding toward the Executive Council at the Goetheanum in this way, then you will see—of course, everything will proceed slowly; you must be patient, my dear friends, but even if it does proceed slowly—every single one of the Christmas intentions will be carried out little by little. But we must also meet the Executive Council at the Goetheanum with understanding; it cannot take the fifth step before the second, nor even the second before the first, and even if it has only reached half a step so far, it will work out; the time will come when it will have reached the fifth step as well. For if things are to be managed in a human way, one cannot remain at the abstract level; one must enter into the concrete in every respect.

[ 20 ] Und so wird die anthroposophische Bewegung wirklich einen neuen Zug bekommen. Sie wird esoterisch sein dem Geist nach, nicht mehr in Außerlichkeiten das Esoterische suchen. Esoterisch werden gewisse Wahrheiten sein, die allein in ihr verkündigt werden können, weil nur derjenige, der alles lebendig mitmacht, was in der Gesellschaft ist, solche Wahrheiten wird in sich herzlich verarbeiten können. Aber man wird nicht mehr auf Zyklen Siegel anlegen gegenüber der Außenwelt, wie es bisher geschehen ist. Man wird die Zyklen zwar nicht durch Buchhändler verkaufen, aber derjenige, der sie wird haben wollen, wird sie haben können. Nur werden wir, wie das ja schon angedeutet worden ist, eine spirituelle Grenze ziehen: Wir werden sagen, daß wir gar keine Einwände, keine Kritik irgendwie anerkennen können, als nur von denjenigen, die auch auf dem Boden stehen, auf dem die Zyklen stehen. Mögen die Leute nunmehr in der Zukunft reden, was sie wollen, im Okkulten arbeitet man im Positiven, nicht im Negativen.

[ 20 ] And so the anthroposophical movement will truly take on a new character. It will be esoteric in spirit, no longer seeking the esoteric in outward appearances. Certain truths will be esoteric—truths that can be proclaimed only within the movement, because only those who actively participate in everything that takes place within the Society will be able to truly internalize such truths. But we will no longer seal these cycles off from the outside world, as has been the case until now. The cycles will not be sold through bookstores, but anyone who wishes to have them will be able to obtain them. However, as has already been indicated, we will draw a spiritual line: We will say that we cannot accept any objections or criticism whatsoever except from those who stand on the same ground as the cycles do. Let people say whatever they want in the future; in the occult, one works with the positive, not the negative.

[ 21 ] Diese Dinge müssen alle nach und nach verstanden werden. Werden sie verstanden, dann wird ein ganz neuer Zug in die anthroposophische Bewegung hineinkommen. Dann wird man verstehen, wie der Vorstand am Goetheanum sich allein dem Wesen der geistigen Welt gegenüber verantwortlich fühlt; man wird sich aber auch innerhalb der ganzen Gesellschaft mit diesem Vorstand verbunden fühlen.

[ 21 ] All these things must be understood step by step. Once they are understood, a whole new dynamic will enter the anthroposophical movement. Then people will understand how the Executive Council at the Goetheanum feels accountable solely to the nature of the spiritual world; but people throughout the entire Society will also feel connected to this Executive Council.

[ 22 ] Und dann wird vielleicht durch diesen neuen Zug dasjenige erreicht werden können, was mit der anthroposophischen Bewegung erreicht werden muß, wenn sie zu dem werden soll, was ich noch aus dem Inneren des geistigen Lebens heraus im Verlauf dieser Vorträge hier darstellen werde.

[ 22 ] And then, perhaps, this new development will make it possible to achieve what the anthroposophical movement must achieve if it is to become what I will describe here, drawing from the innermost depths of spiritual life, in the course of these lectures.

[ 23 ] Ich möchte mit dieser kurzen Andeutung die Vorträge, die ich hier vor Ihnen zu halten habe, eingeleitet wissen und werde, nachdem dies übersetzt ist, mit den eigentlichen Auseinandersetzungen beginnen.1Rudolf Steiner unterbrach hier und es folgte die englische Übersetzung. Diese Unterbrechungen sind in diesem Bande jeweils durch einen größeren Zwischenraum im Text angedeutet.

[ 23 ] I would like to use this brief introduction to set the stage for the lectures I am to deliver here before you, and once this has been translated, I will begin the actual discussions. 1Rudolf Steiner paused here, and the English translation followed. These pauses are indicated in this volume by a larger space in the text.



[ 24 ] Es ist durch Jahrhunderte hindurch die Menschheit dazu gekommen, immer weniger und weniger hinzuschauen auf die geistige Welt. Wir reden mit Recht davon, daß die letzten Jahrhunderte eine materialistische Zeit eingeleitet haben, daß diese materialistische Zeit nicht nur das menschliche Denken ergriffen hat, sondern auch das menschliche Wollen, das menschliche Tun, daß das ganze Leben nach und nach in das Zeichen des Materialismus eingetreten ist. Und wir werden uns dann bewußt innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft, daß diese der Erwecker von Kräften sein möchte, welche die Menschen wiederum herausführen aus dem Haften am Materiellen, an demjenigen, was das Geistige verleugnet.

[ 24 ] Over the centuries, humanity has come to pay less and less attention to the spiritual world. We are right to say that the last few centuries have ushered in a materialistic age, that this materialistic age has taken hold not only of human thought but also of human will and human action, and that life as a whole has gradually come under the influence of materialism. And we then become aware within the Anthroposophical Society that it seeks to be the awakener of forces that will lead people out once again from their attachment to the material—to that which denies the spiritual.

[ 25 ] Allein, soll die anthroposophische Bewegung der Impuls innerhalb der Gesamtentwickelung der Menschheit werden, der notwendig ist, dann muß mit alledem, was jetzt schon seit Jahren an Lehren, an Weisheitsgütern durch die anthroposophische Bewegung geflossen ist, voller Ernst gemacht werden. Dann muß zum Beispiel einmal ganz ernsthaftig ins Auge gefaßt werden: Wie lebt denn der gegenwärtige Mensch innerhalb der Welt?

[ 25 ] However, if the anthroposophical movement is to become the necessary impulse within the overall development of humanity, then everything—the teachings and the treasures of wisdom that have been flowing through the anthroposophical movement for years now—must be taken with the utmost seriousness. Then, for example, we must seriously consider the question: How does the modern human being live in the world?

[ 26 ] Er lebt sich herein durch die Geburt, indem er die von Eltern und Voreltern vererbten Merkmale annimmt, indem er sich erziehen läßt nach den Anschauungen, die nun schon einmal üblich sind in der Gegenwart, indem er in einer gewissen Zeit seines Lebens sich bewußt wird, gewissermaßen aufwacht zum äußeren Leben. Dann schaut er wohl auch hin auf dasjenige, was in seiner Umgebung an Anschauungen, an Gedanken, an Taten, Impulsen und so weiter vorhanden ist. Er versucht sich zu verstehen als ein Glied seiner Nation, versucht sich zu verstehen als ein Glied der gegenwärtigen Menschheit und so weiter.

[ 26 ] He becomes part of life through birth by adopting the traits inherited from his parents and ancestors, by being raised according to the views that are already customary in the present, and by becoming conscious—or, so to speak, awakening—to external life at a certain point in his life. Then he also turns his attention to the views, thoughts, actions, impulses, and so on that exist in his surroundings. He tries to understand himself as a member of his nation, tries to understand himself as a member of present-day humanity, and so on.

[ 27 ] In der anthroposophischen Bewegung nehmen wir die leuchtende, feurige Wahrheit auf: So, wie wir hier sitzen, so sind wir in diesem Leben — in der Wiederholung früherer Erdenleben. Wir tragen herein aus früheren Erdenleben in dieses jetzige die Ergebnisse der früheren Erdenleben. Und wir müßten uns eigentlich so fühlen, daß wir nicht nur zurückschauen auf dasjenige, was wir innerhalb unserer gegen‚wärtigen Nation, innerhalb der gegenwärtigen Menschheit sind, wir müßten uns fühlen als tastend herankommend an dieses Leben, indem wir durchgegangen sind durch eine Reihe von Erdenleben und in anderen Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt an unserem Selbst gearbeitet haben, an unserem Ich, an unserer Individualität, um uns zu dem zu machen, was wir heute sind.

[ 27 ] In the anthroposophical movement, we embrace this radiant, fiery truth: Just as we sit here, so are we in this life—in the repetition of previous earthly lives. We bring with us into this present life the results of our earlier earthly lives. And we should actually feel not only that we are looking back on what we are within our present nation, within present-day humanity, but we should feel as though we are tentatively approaching this life, having passed through a series of earthly lives and, in other lives between death and a new birth, having worked on our selves, on our “I,” on our individuality, to make ourselves what we are today.

[ 28 ] Aber wie weit ist eigentlich noch das alltägliche Bewußtsein des Menschen entfernt davon, ganz Ernst zu machen mit dem: Ja, ich bin durchgegangen durch frühere Erdenleben, ich rechne mit diesen früheren Erdenleben! Man wird das aber bei sich nicht können, wenn man nicht alle Lebensbetrachtung in den Gesichtspunkt des Karma rückt, der Schicksalsbildung, die von Erdenleben zu Erdenleben geht. Vor allen Dingen muß dann ja aber das geschichtliche Leben der Menschheit in einen solchen Gesichtspunkt gerückt werden, Wir müssen uns dann sagen: Da oder dort ist eine maßgebende Persönlichkeit aufgetreten, die Wichtiges gewirkt hat in der Menschheit. Verstehen wir sie denn, wenn wir sie nur geboren werden sehen in einem bestimmten Zeitpunkt, das Erdenleben durchlaufend, nur sie betrachtend nach denjenigen Inhalten, die sie in diesem einen Erdenleben hatte? Müssen wir denn nicht vielmehr, wenn wir Ernst machen wollen mit den Lehren, die durch die anthroposophische Bewegung fließen, uns sagen: Wir schauen hin auf eine Persönlichkeit; die stellt ja in ihrem heutigen oder in ihrem letzten Erdenleben die Wiederholung früherer Erdenleben dar, und wir können sie nicht verstehen, wenn wir sie nicht so auffassen, wie sie sich darstellt.mit den Ergebnissen früherer Erdenleben.

[ 28 ] But just how far is human everyday consciousness actually from taking this completely seriously: “Yes, I have lived through previous earthly lives; I take these previous earthly lives into account!” But one will not be able to do this for oneself unless one views all of life from the perspective of karma—the shaping of destiny that extends from one earthly life to the next. Above all, however, the historical life of humanity must be viewed from this perspective. We must then say to ourselves: Here or there, a significant figure has appeared who has had a profound impact on humanity. Do we truly understand them, however, if we merely see them being born at a specific point in time, passing through an earthly life, and consider them only in terms of the experiences they had in that one earthly life? Must we not rather, if we wish to take seriously the teachings flowing through the anthroposophical movement, say to ourselves: We are looking at a personality who, in their present or previous earthly life, represents the repetition of earlier earthly lives, and we cannot understand them unless we perceive them as they present themselves—with the results of their earlier earthly lives.

[ 29 ] Wenn wir aber mit einer solchen Auffassung, mit einem solchen Gesichtspunkt Ernst machen, müssen wir ja eine ganz andere Geschichtsbetrachtung eintreten lassen als diejenige, die heute allgemein üblich ist. Heute erzählt man die Tatsachen der verschiedenen Epochen der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit. Man kommt zu einem Staatsmann, zu einem Maler, zu irgendeiner sonstigen bedeutenden Persönlichkeit. Man erzählt, was sie seit ihrer Geburt getan hat auf Erden. Aber man macht nicht Ernst damit, die Sache so aufzufassen: Diese Persönlichkeit ist da; frühere Erdenleben leuchten in das Gegenwärtige dieser Persönlichkeit herein. Man wird aber die Geschichte erst dann verstehen, wenn man wissen wird: Dasjenige, was in einer späteren Epoche geschieht, tragen ja die Menschen selber aus früheren Epochen in die späteren herüber. Die Menschen, die heute leben oder die vor Jahrhunderten gelebt haben, haben auch schon früher gelebt und tragen aus alten Zeiten dasjenige, was sie dort gedacht, erlebt haben, herüber in die neueren Zeiten. Auf diesen Zusammenhang muß hingeblickt werden.

[ 29 ] But if we take such a view, such a perspective, seriously, we must adopt a completely different approach to history than the one that is generally accepted today. Today, people recount the facts of the various epochs in the historical development of humanity. We focus on a statesman, a painter, or some other significant figure. We recount what they have done on Earth since their birth. But we do not seriously consider the matter in this way: This person exists; past earthly lives shine into this person’s present existence. Yet we will only understand history when we realize: What happens in a later epoch is, in fact, carried over by human beings themselves from earlier epochs into the later ones. The people who live today or who lived centuries ago have also lived in earlier times and carry over into more recent times what they thought and experienced in those ancient times. One must look at this connection.

[ 30 ] Wie soll man zum Beispiel das Folgende verstehen, das durch unsere Zeit erschütternd geht? Auf der einen Seite haben wir seit fast zwei Jahrtausenden dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha begründet worden ist, haben den Christus-Impuls waltend und webend durch die neuere Zivilisation in europäischen, in westlichen Gegenden. Da drinnen haben wir aber in demselben Leben, durch das dieser christliche Impuls herzerwärmend, geist-erleuchtend geht, zugleich ein anderes Element. Wir haben da drinnen alles das, was schon unsere Kinder in der Volksschule aus der modernen Wissenschaft heraus bekommen, was wir einsaugen als moderne Bildung jeden Morgen, wenn wir beim Kaffee die Zeitung lesen. Denn nehmen Sie die heutige Anschauung über den Menschen: Alles, was die Wissenschaft ins öffentliche Leben hineinbringt, was vielfach die Kunst leistet, was andere Zweige des Lebens leisten, nehmen Sie das alles — man kann nicht sagen, daß das durchdrungen ist von dem Christus-Impuls. Es geht neben dem ChristusImpuls her. Ja, viele Leute sind sogar sehr darauf aus, nur ja nicht den Christus-Impuls in die Anatomie, in die Physiologie, in die Biologie, in die Geschichte hineinfließen zu lassen, sondern das alles getrennt zu halten.

[ 30 ] How, for example, are we to understand the following, which has had such a profound impact on our time? On the one hand, for nearly two millennia we have had what was established through the Mystery of Golgotha; we have seen the Christ impulse at work, weaving its way through modern civilization in Europe and the West. But within that same life—through which this Christian impulse flows, warming the heart and enlightening the spirit—we also find another element. We find there everything that even our children learn in elementary school from modern science, everything we absorb as part of our modern education every morning as we read the newspaper over coffee. Take, for example, today’s view of humanity: everything that science brings into public life, what art often accomplishes, what other branches of life accomplish—take all of that—one cannot say that it is permeated by the Christ impulse. It runs parallel to the Christ impulse. Indeed, many people are even very keen not to let the Christ impulse flow into anatomy, physiology, biology, or history, but rather to keep all of that separate.

[ 31 ] Woher kommt das? Solange wir nur sagen: Da steht diese Persönlichkeit, sie wirkt als Wissenschafter, sie hat solch eine Erziehung genossen, sie wuchs auf, machte diese oder jene wissenschaftliche Forschung, solange wir nur sagen: Da ist ein Staatsmann, er hat diese oder jene Erziehung genossen, er hat diese oder jene liberale oder konservative Gesinnung in seinen politischen Maßnahmen vertreten —, solange verstehen wir nicht, wie durch dieselbe Zivilisation der Gegenwart auf der einen Seite der christliche Impuls fließen kann und auf der anderen Seite etwas, was gar nichts zu tun haben braucht mit dem Christentum. Woher kommt das? Verstehen werden wir eine solche Sache dann, wenn wir auf die wiederholten Erdenleben der maßgebenden Persönlichkeiten hinblicken. Da werden wir verstehen, wie aus früheren Zivilisationen die Menschen dasjenige, was sie in ihren früheren Erdenleben an Gedanken, an Willensimpulsen aufgenommen haben, in spätere Erdenepochen herübertragen.

[ 31 ] Where does this come from? As long as we merely say: Here is this figure, he comes across as a scientist, he received such-and-such an education, he grew up, conducted this or that scientific research—as long as we merely say: ‘Here is a statesman; he received this or that education; he represented this or that liberal or conservative outlook in his political actions’—as long as we do that, we do not understand how the same contemporary civilization can, on the one hand, be imbued with the Christian impulse and, on the other hand, with something that need not have anything to do with Christianity at all. Where does this come from? We will understand such a thing when we look at the repeated earthly lives of the leading figures. Then we will understand how people carry over into later earthly epochs from earlier civilizations what they have absorbed in their previous earthly lives in terms of thoughts and impulses of the will.

[ 32 ] Wir sehen Persönlichkeiten auftreten in demjenigen, was maßgeblich geworden ist in unserem Zeitalter. Nehmen wir zum Beispiel eine Persönlichkeit, die für das äußere Leben, namentlich für alles, was von der Wissenschaft influenziert ist, außerordentlich maßgebend geworden ist in der neueren Zeit: Lord Bacon, Baco von Verulam. Diese Persönlichkeit, sie tritt auf, wir lernen ihr Leben kennen. Wir betrachten diese Persönlichkeit innerhalb der christlichen Zivilisation. Nichts erinnert in demjenigen, was die äußere Schriftstellerei des Baco von Verulam ist, an christliche Impulse. Er könnte ebensogut aus einer nichtchristlichen Zivilisation herausgewachsen sein. Was er über das Christentum sagt, nimmt sich sehr äußerlich aus neben dem, was sein eigentlicher Herzensimpuls ist. Wir bemerken diese Charaktereigentümlichkeit bei ihm als Wissenschafter, als Philosoph und als Staatsmann.

[ 32 ] We see personalities emerge in what has become influential in our age. Let us take, for example, a personality who has become extraordinarily influential in recent times in regard to external life—namely, everything influenced by science: Lord Bacon, Bacon of Verulam. This figure emerges, and we come to know his life. We consider this figure within the context of Christian civilization. Nothing in the external writings of Bacon of Verulam suggests Christian impulses. He might just as well have emerged from a non-Christian civilization. What he says about Christianity seems very superficial compared to what is actually in his heart. We observe this characteristic trait in him as a scientist, as a philosopher, and as a statesman.

[ 33 ] Oder sehen wir uns eine Persönlichkeit wie Darwin an. Was hat Darwins Christentum — er war ein guter Christ —, aber was hat Darwins Christentum im geringsten zu tun mit dem, was Darwin gedacht hat über die Entstehung der Tiere und des Menschen? Gar nichts. Da lebt ein ganz anderer Zug, ein ganz anderer Impuls, als der christliche Impuls es ist. Wir kommen nicht zurecht, wenn wir uns nicht fragen: Wie stand es mit den früheren Erdenleben, sagen wir, bei Baco von Verulam oder bei Darwin? Was trugen sie aus ihren früheren Erdenleben in dieses Erdenleben herüber?

[ 33 ] Or let’s consider a figure like Darwin. What about Darwin’s Christianity—he was a good Christian—but what does Darwin’s Christianity have to do, in the slightest, with what Darwin thought about the origin of animals and humans? Nothing at all. There is a completely different impulse at work here than the Christian impulse. We won’t get anywhere unless we ask ourselves: What about past earthly lives—say, in the case of Bacon of Verulam or Darwin? What did they carry over from their past earthly lives into this one?

[ 34 ] Diese Frage nach den wiederholten Erdenleben muß fortan, wenn die Anthroposophische Gesellschaft ihren rechten Sinn erhalten soll, nicht bloß abstrakt aufgeworfen werden. Daß wir wissen: wir leben wiederholt auf Erden, dieses oder jenes lebt sich hinüber aus einem Erdenleben in das andere, diese Betrachtungen sind ja gewiß sehr schön, aber doch verhältnismäßig harmlos, denn sie werden nur zu einem allgemeinen Bekenntnis, zum Glauben. Ernsthaftig fängt die Sache erst an, wenn wir hinschauen auf den ganz konkreten Menschen und wenn wir sein konkretes Leben in irgendeinem späteren Zeitalter verstehen aus seinem konkreten Leben in früheren Zeitaltern.

[ 34 ] From now on, if the Anthroposophical Society is to retain its true purpose, this question of repeated earthly lives must not be raised merely in the abstract. The fact that we know we live repeatedly on Earth, that this or that aspect of our being carries over from one earthly life into the next—these considerations are certainly very beautiful, but they are relatively harmless, for they amount only to a general profession of faith. The matter only begins in earnest when we look at a specific human being and when we understand his or her concrete life in some later age in light of his or her concrete life in earlier ages.

[ 35 ] Mit solchen Betrachtungen wollen wir jetzt einmal beginnen, wollen zunächst einmal etwas Historisches ins Auge fassen, um mit den Karmabetrachtungen völlig Ernst zu machen, um den Fortschritt in der Entwickelung der Menschheit in bezug auf die Zivilisation und alles dasjenige, was die Menschheit tut, so einzusehen, daß wir wahrnehmen können, wie aus einem Zeitalter die Menschen hinübertragen in das andere Zeitalter dasjenige, was sie in früheren Zeiten aufgegriffen haben.

[ 35 ] Let us now begin with such reflections; let us first consider a historical perspective in order to take our examination of karma completely seriously, so that we can view the progress of human development in terms of civilization and all that humanity does, in such a way that we can perceive how people carry over from one era into the next what they have taken up in earlier times.

[ 36 ] Wir sehen in einem Zeitalter, sagen wir, Baco von Verulam auftreten, wir sehen später Darwin auftreten: wir sehen etwas Verwandtes in ihnen. Wenn man oberflächlich ist, studiert man, wie Bacon, wie Darwin zu ihren Ansichten gekommen sind. Wenn man tiefer gehen will, dann findet man, wie sie in die christliche Zivilisation etwas hereinstellen, was man zunächst gar nicht aus der christlichen Zivilisation begreifen kann. Die Frage muß auftauchen, wenn wir zurückschauen: Muß Bacon nicht, muß Darwin nicht ein früheres Erdenleben gehabt haben?

[ 36 ] We see Bacon of Verulam emerge in one era, let’s say, and later we see Darwin emerge: we see something similar in them. If one takes a superficial approach, one studies how Bacon and Darwin arrived at their views. If one wishes to go deeper, one discovers how they introduce into Christian civilization something that, at first glance, cannot be understood as coming from Christian civilization at all. The question must arise when we look back: Must not Bacon, must not Darwin have had a previous earthly life?

[ 37 ] Aus diesen früheren Erdenleben haben sie herübergetragen, was uns aus ihren späteren Erdenleben vor Augen tritt. Dann erst verstehen wir sie geschichtlich, wenn wir sie individuell verstehen. Denn die Geschichte löst sich auf, wenn man das Karma ernst nimmt, in Menschentaten, in Menschenlebensströmungen aus fernen Vergangenheiten in die Gegenwart herein, in die Zukunft hinüber.

[ 37 ] From these earlier earthly lives, they have carried over what we perceive from their later earthly lives. Only then do we understand them historically, when we understand them individually. For history dissolves—when one takes karma seriously—into human deeds, into the currents of human life flowing from distant pasts into the present and onward into the future.

[ 38 ] Von diesen Dingen soll von jetzt ab, ich möchte sagen, nicht mehr in einer zurückhaltenden Weise gesprochen werden; es soll so gesprochen werden, wie die Tatsachen im geistigen Leben liegen, so daß die äußere Welt der Geschichte und der Natur so vor uns hintritt, daß sich in dieser äußeren Welt der Geschichte und der Natur dasjenige offenbart, was dahinter als spirituelle Tatsache strömt.

[ 38 ] From now on, I would say, we should no longer speak of these things in a reserved manner; we should speak of them as they are in spiritual life, so that the outer world of history and nature appears before us in such a way that what flows behind it as a spiritual reality is revealed within this outer world of history and nature.



[ 39 ] Unter allen Umständen wird der Mensch zunächst das Aufwerfen und Behandeln solcher Fragen, wie ich sie hier eben angedeutet habe, leichter nehmen, als es gegenüber den geistigen und physischen Welten, in denen wir leben, aufzufassen ist. Denn sehen Sie, so wie man über die Dinge des gewöhnlichen Lebens denkt, wie man Entscheidungen trifft über die Dinge des gewöhnlichen Lebens, so kann man solchen Dingen gegenüber nicht Entscheidungen treffen. Und ich darf, um Sie bekannt zu machen mit all den Untergründen, die für solche Fragen in Betracht kommen, heute am Schluß der ersten Betrachtung, die über solche Dinge angestellt wird, bevor wir übergehen zur Beantwortung der Fragen: Wer war Bacon im vorhergehenden Leben? Wer war Darwin im vorhergehenden Leben? — eine Art persönlicher Bemerkung machen, die aber dennoch ganz objektiv gemeint ist.

[ 39 ] Under any circumstances, people will initially find it easier to raise and address questions such as those I have just alluded to here than to come to terms with the spiritual and physical worlds in which we live. For you see, just as one thinks about the matters of ordinary life and makes decisions regarding them, one cannot make decisions regarding such matters. And in order to familiarize you with all the underlying factors relevant to such questions, I would like to conclude today’s first reflection on these matters—before we move on to answering the questions: Who was Bacon in his previous life? Who was Darwin in his previous life?—with a sort of personal remark, which is nevertheless intended to be entirely objective.

[ 40 ] Es wird ja jetzt im Verlauf der Nummern des «Goetheanum» von mir mein Lebensgang geschildert. Aber in einer Schrift, die auch für die Außenwelt zu lesen ist, läßt sich nicht alles, was in Betracht kommt, darstellen, und da und dort ist natürlich eine Ergänzung notwendig für diejenigen, die im Ernst ihren Weg hineinfinden wollen innerhalb unserer Bewegung in die geistige Welt. Und so möchte ich denn heute, bevor ich nun im nächsten Vortrag an die Beantwortung solcher Fragen gehe, wie die hier aufgeworfene, eben diese persönliche, individuelle Bemerkung machen.

[ 40 ] My life story is, after all, being recounted by me in the current issues of Goetheanum. But in a text intended for a wider audience, it is not possible to present everything that is relevant, and here and there, of course, further explanation is necessary for those who seriously wish to find their way into the spiritual world within our movement. And so today, before I proceed in the next lecture to answer questions such as the one raised here, I would like to make this personal, individual remark.

[ 41 ] Sehen Sie, lebte man sich so herauf wie ich selber aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart, so lebte man ja in derjenigen Zeit, die ich Ihnen öfter charakterisiert habe als die Zeit, in der die Michael-Herrschaft in der menschlichen Zivilisation eintrat, gegenüber der vorher dreieinhalb Jahrhunderte dauernden GabrielHerrschaft. Die Michael-Herrschaft, das heißt das Einfließen des sonnenhaften Michael-Impulses in die ganze Zivilisation im Fortschreiten der Menschheit, trat mit dem Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts ein. Wenn man in der Zeit, die unmittelbar auf das Hereinbrechen des Michael-Einflusses folgte und mit solchen Jugendgenossen lebte, daß man damals, also in den achtziger, neunziger Jahren, wo die Michael-Herrschaft begonnen hat, hinter den Kulissen des äußeren Geschehens sich geltend zu machen, seine Gemüts- oder Verstandesseele auszubilden hatte — Sie wissen, die bildet man aus so zwischen dem achtundzwanzigsten und fünfunddreißigsten Jahr —, so lebte man ja, wenn man so recht in dieser Gemüts- und Verstandesseele lebte, außerhalb der physischen Welt. Am meisten ist der Mensch, wenn er sich erlebt, bewußt erlebt in der Gemüts- oder Verstandesseele, außerhalb der physischen Welt.

[ 41 ] You see, if one lived through the period from the 1860s to the present, as I myself have, then one lived during the time I have often described to you as the era in which the Michael era began in human civilization, following the Gabriel era that had lasted for three and a half centuries. The Michael era—that is, the infusion of the sun-like Michael impulse into the entire civilization as humanity progressed—began at the end of the 1870s. If one lived during the time immediately following the onset of the Michael influence, and lived with such youthful companions that back then—that is, in the 1880s and 1890s, when the Michael era began to assert itself behind the scenes of external events—one had to develop one’s emotional or intellectual soul — as you know, this is developed between the ages of twenty-eight and thirty-five — then, if one truly lived within this soul of feeling and understanding, one lived outside the physical world. It is in the soul of feeling and understanding, when one experiences oneself consciously, that a human being is most fully outside the physical world.

[ 42 ] Wir gliedern den Menschen in physischen Leib, Ätherleib und Empfindungsleib. Mit dem physischen Leib steht er deutlich darinnen in der physischen Welt. Mit dem Ätherleib lebt er auch noch in der äußeren Welt, mit dem Empfindungsleib lebt er ebenfalls stark in der äußeren Welt. In der Empfindungsseele lebt er noch in ihr. Aber ganz außerhalb der äußeren Welt kann der Mensch leben, wenn er in der Verstandes- oder Gemütsseele — vor dem Erwachen der Bewußtseinsseele, die ja im fünfunddreißigsten Jahr erwacht —, wenn er also in der Verstandes- oder Gemütsseele ganz bewußt drinnenlebt. Man kann da ganz ins Seelische hineinkommen. Daher war damals, so in den achtziger, neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, die Gelegenheit gegeben für jemanden, der die Anlage dazu hatte, mit seiner Verstandes- oder Gemütsseele mehr oder weniger außerhalb der physischen Welt zu leben.

[ 42 ] We divide the human being into the physical body, the etheric body, and the sensory body. Through the physical body, the human being is clearly situated within the physical world. Through the etheric body, the human being also lives in the outer world, and through the sensory body, the human being likewise lives intensely in the outer world. In the soul of sensation, they still live within it. But a person can live entirely outside the outer world if they live fully and consciously within the soul of understanding or the soul of feeling—before the awakening of the soul of consciousness, which, after all, awakens in the thirty-fifth year—that is, if they live fully and consciously within the soul of understanding or the soul of feeling. One can enter fully into the realm of the soul there. That is why, back then—in the 1880s and 1890s—the opportunity existed for someone with the predisposition to do so to live, with their intellectual or emotional soul, more or less outside the physical world.

[ 43 ] Was heißt das? Das heißt, man konnte dadurch, daß man mit der Verstandes- oder Gemütsseele außerhalb der physischen Welt lebte, in der Region, in der Sphäre leben, in die hinein gerade Michael ins irdische Leben eintrat.

[ 43 ] What does that mean? It means that by living outside the physical world with the intellectual or emotional soul, one could live in the region, in the sphere, into which Michael himself entered earthly life.

[ 44 ] Denn sehen Sie, in den achtziger, neunziger Jahren, da verlief so manches, was die Menschen bewunderten, worinnen sie erzogen wurden, woran sie sich selbst erzogen. Nun, in vielen hochtrabenden Worten wird ja gerade von den neueren Literaten dieses Zeitalter geschildert. Nehmen Sie alles, was Zeitschriften gebracht haben, was die Kunst gebracht hat, was da aufgetreten ist in den achtziger, neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, das verfließt so: 1879, 1880, 1890 und so weiter. Aber gerade in diesen Jahren gab es noch ein anderes Geschehen. Da war ein dünner Schleier, und hinter diesem dünnen Schleier, da war eine an unsere physische Welt stark angrenzende Welt. Das war das Eigentümliche vom Ende des 19. Jahrhunderts. Das war das Eigentümliche der Zeit vor dem Ablauf des Kali Yuga — das Kali Yuga lief ja mit dem 19. Jahrhundert ab —, wie durch einen spinnwebendünnen Schleier, den nur das gewöhnliche Bewußtsein nicht durchdringen kann, war da angrenzend eine Welt: da spielte sich das ab, was immer mehr und mehr herauskommen muß in die physische Welt und was in der physischen Welt in seinen Wirkungen sich zeigen muß.

[ 44 ] You see, in the 1880s and 1890s, many things that people admired—things they were raised on, things they used to educate themselves—came to an end. Well, this era is being described in all sorts of high-flown language, especially by the newer writers. Take everything that magazines published, everything that art produced, everything that emerged in the 1880s and 1890s of the previous century—it all flows by like this: 1879, 1880, 1890, and so on. But it was precisely during these years that something else was taking place. There was a thin veil, and behind this thin veil lay a world closely adjacent to our physical world. That was the distinctive feature of the late 19th century. That was the distinctive feature of the time before the end of the Kali Yuga—the Kali Yuga, after all, came to an end with the 19th century—as if through a gossamer-thin veil that ordinary consciousness alone cannot penetrate, there was a world right next to ours: that is where what must increasingly emerge into the physical world—and what must manifest its effects in the physical world—was taking place.

[ 45 ] Es war in der Tat etwas Geheimnisvolles mit diesem Zeitalter vom Ende des 19. Jahrhunderts. Hinter einem Schleier spielten sich gewaltige Erscheinungen ab, die sich alle herumgruppierten um das Geistwesen, das wir alsMichael bezeichnen. Da waren mächtige Anhänger Michaels, Menschenseelen, die dazumal nicht im physischen Leib waren, sondern zwischen dem Tod und einer neuen Geburt standen, aber auch mächtige dämonische Gewalten, die sich auflehnten unter ahrimanischen Einflüssen gegen das, was durch Michael in die Welt kommen sollte.

[ 45 ] There was indeed something mysterious about this era at the end of the 19th century. Behind a veil, powerful phenomena were unfolding, all centered around the spiritual being we call Michael. There were powerful followers of Michael—human souls who were not in physical bodies at that time but were standing between death and a new birth—but there were also powerful demonic forces that, under Ahrimanic influences, rebelled against what was to come into the world through Michael.

[ 46 ] Sehen Sie, wenn ich da eben eine persönliche Bemerkung machen darf, so ist es diese: Ich selber wuchs so heran, daß ich eigentlich niemals Schwierigkeiten hatte in der Auffassung der geistigen Welt. Was die geistige Welt mir entgegenbrachte, das ging in meine Seele herein, bildete sich zu Ideen aus, konnte sich in Gedanken formen. Dasjenige, was den anderen Menschen so leicht wurde, wurde mir schwer. Ich konnte naturwissenschaftliche Zusammenhänge rasch fassen, dagegen einzelne Tatsachen wollten nicht im Gedächtnis bleiben, gingen nicht herein. Ich konnte die Undulationstheorie, die Anschauungen der Mathematiker, Physiker, Chemiker mit Leichtigkeit erfassen; ein Mineral dagegen mußte ich nicht wie mancher einmal, zweimal sehen, um es, wenn es wiederum vor mich hintrat, zu erkennen, sondern das mußte dreißig-, vierzigmal geschehen. Die Tatsachen der äußeren physischen Welt boten mir Widerstand in bezug auf das Halten, das Auffassen. Ich konnte nicht leicht heraus in diese physisch-sinnliche Welt.

[ 46 ] You see, if I may make a personal remark here, it is this: I myself grew up in such a way that I actually never had any difficulty in comprehending the spiritual world. Whatever the spiritual world offered me entered my soul, developed into ideas, and took shape in my thoughts. What came so easily to other people was difficult for me. I could grasp scientific concepts quickly, but individual facts would not stick in my memory; they simply wouldn’t sink in. I could grasp the theory of undulations and the views of mathematicians, physicists, and chemists with ease; but with a mineral, I did not need to see it once or twice—as some do—to recognize it when it appeared before me again; rather, I had to see it thirty or forty times. The facts of the external physical world presented me with resistance in terms of retaining and comprehending them. I could not easily step out into this physical, sensory world.

[ 47 ] Dadurch mußte ich drinnenstehen in dieser Welt hinter dem Schleier, mit der ganzen Verstandes- und Gemütsseele, in dieser Region des Michael, mußte mit durchmachen, was sich da abspielte. Da traten eben die großen Forderungen auf, nun einmal mit dem geistigen Leben Ernst zu machen, Fragen aufzuwerfen von solcher Größe. Das äußere Leben bot dazu keinen Anlaß. Das äußere Leben schrieb die alte philiströse Biographie von Darwin und Bacon weiter. Aber da, hinter den Kulissen, hinter diesem dünnen Schleier, in der Region des Michael, da wurden die großen Lebensfragen aufgeworfen. Und da lernte man vor allen Dingen das eine kennen: Was für ein großer Unterschied es ist, in seinem Herzen diese Frage aufzuwerfen — und in Worten darüber zu sprechen.

[ 47 ] As a result, I had to stand within this world behind the veil, with my entire intellectual and emotional soul, in this region of Michael; I had to endure whatever was taking place there. That was precisely when the great demands arose to finally take spiritual life seriously, to raise questions of such magnitude. Outer life offered no occasion for this. Outer life continued to write the old philistine biography of Darwin and Bacon. But there, behind the scenes, behind this thin veil, in the region of Michael, the great questions of life were raised. And there, above all else, one came to realize one thing: what a great difference it makes to raise this question in one’s heart—and to speak about it in words.

[ 48 ] Der heutige Mensch meint: Über das, was man weiß, kann man in Worten sprechen. Es wird ja auch so schnell wie möglich alles, was der heutige Mensch erfährt, in Worte umgesetzt und in Worten ausgesprochen. Die Fragen, die in der Region des Michael gerade in den achtziger, neunziger Jahren spielten, diese Fragen wirkten weiter, wenn sie sich auf einen Menschen ablagerten, sie wirkten weiter in das 20. Jahrhundert herein. Und jedesmal, wenn man schon jahrzehntelang unter dem Einfluß dieser Fragen stand und lebte, dann war es dennoch so, wenn man die Dinge aussprechen wollte, als ob die Feinde des Michael immer kämen und einem die Zunge festhielten, denn es sollte über gewisse Dinge nicht gesprochen werden.

[ 48 ] People today believe that whatever one knows can be expressed in words. Indeed, everything that people today experience is translated into words and spoken as quickly as possible. The questions that were at the forefront in Michael’s region, particularly in the 1980s and 1990s—these questions continued to have an effect as they settled within a person; they continued to have an effect well into the 20th century. And every time—even after living under the influence of these questions for decades—when one wanted to speak about these things, it was as if Michael’s enemies were always coming to hold one’s tongue, for certain things were not to be spoken of.

[ 49 ] Und, sehen Sie, auch im Schoße der anthroposophischen Bewegung mußte vieles noch weiter fortgetragen werden, was gewissermaßen Michael-Geheimnis geblieben ist. Dazu gehörten vor allen Dingen diejenigen Wahrheiten, die sich auf solche historischen Zusammenhänge bezogen. Seit einiger Zeit kann über diese Dinge rückhaltlos gesprochen werden. Es sind nun seit Monaten Möglichkeiten vorhanden — gerade auch für mich ist es möglich geworden —, über diese Dinge rückhaltlos zu sprechen. Daher geschieht es und ist geschehen und soll auch hier geschehen, daß über die Zusammenhänge in den Erdenleben nunmehr rückhaltlos gesprochen werden kann. Denn das hängt zusammen mit der Enthüllung der Michael-Geheimnisse, die in dieser Weise, wie ich es Ihnen beschrieben habe, sich abspielten.

[ 49 ] And, you see, even within the bosom of the anthroposophical movement, much had to be kept hidden—things that, in a sense, remained part of the Mystery of Michael. These included, above all, those truths that related to such historical contexts. For some time now, it has been possible to speak openly about these matters. For months now, opportunities have existed—and it has become possible for me in particular—to speak openly about these matters. Therefore, it is happening, has happened, and will also happen here that the connections in the Earth lives can now be discussed openly. For this is connected with the revelation of the Michael mysteries, which unfolded in the manner I have described to you.

[ 50 ] Das ist eines von den konkreten Dingen, von denen ich vorher abstrakt gesprochen habe. Ich sagte im ersten Teil mit Bezug auf eine Eventualität: daß die geistige Welt sich hätte versagen können. Sie hat sich nicht versagt. In der Tat, durch alles dasjenige, was namentlich seit der Weihnachtstagung der Anthroposophischen Gesellschaft zu geben möglich geworden ist, durch die Art und Weise, wie es mir gestattet ist, seit jener Zeit selber okkult zu arbeiten — es sind ja nicht neue Dinge, man kann im Okkulten nicht Dinge, die man gestern entdeckt hat, sofort heute mitteilen, es sind alte Dinge, Dinge, die erlebt worden sind in der Weise, wie ich es Ihnen dargestellt habe —, aber hinzugekommen ist, daß die Dämonen schweigen müssen, welche vorher die Dinge nicht haben aussprechen lassen.

[ 50 ] This is one of the concrete things I spoke about in abstract terms earlier. In the first part, I mentioned a possibility: that the spiritual world might have failed to manifest itself. It did not fail to manifest itself. In fact, through everything that has become possible, particularly since the Christmas Conference of the Anthroposophical Society, and through the way in which I have been permitted to engage in occult work myself since that time—these are not new things, for in the occult one cannot immediately share today things that were discovered yesterday; these are old things, things that have been experienced in the way I have described to you—but what has been added is that the demons who previously prevented these things from being spoken must now remain silent.

[ 51 ] Damit ist auf einen solchen Umschwung hingewiesen, und ich erzähle Ihnen diese Sache aus dem Grunde, damit Sie mit dem nötigen Ernst es erfassen, wenn von konkreten wiederholten Erdenleben bei bedeutenden und unbedeutenden Persönlichkeiten in der Zukunft gesprochen wird. Man darf diese Dinge nicht leicht nehmen, man darf sie nur hinnehmen, indem man vor ihnen den nötigen Respekt hat.

[ 51 ] This points to such a shift, and I am telling you this so that you will take it with the necessary seriousness when, in the future, there is talk of specific, repeated earthly lives involving both significant and insignificant individuals. One must not take these things lightly; one can only accept them by treating them with the necessary respect.

[ 52 ] Nun, ich habe diese Andeutungen machen wollen; sie werden im Lauf der weiteren Vorträge ergänzt, es wird weiteres aus ihnen herauskommen. Aber ich wollte, bevor ich nun über frühere Verkörperungen von Darwin und von anderen spreche, erst darauf aufmerksam machen, in welcher geistigen Atmosphäre, von welchem geistigen Licht beleuchtet man solche Dinge zu sehen habe. Wir wollen dann das nächste Mal, wenn wir hier in der Mitgliederversrammlung zusammenkommen, von diesen Dingen weiter sprechen.2Es folgte die englische Übersetzung und die Beantwortung von Fragen, die sich auf die Sektionen beziehen.

[ 52 ] Well, I wanted to make these points; they will be expanded upon in the course of the subsequent lectures, and more will come out of them. But before I speak about earlier incarnations of Darwin and others, I wanted first to draw attention to the spiritual atmosphere—the spiritual light—in which one must view such things. We will then continue to discuss these matters the next time we gather here at the general meeting.2This was followed by the English translation and a Q&A session regarding the sections.

[ 53 ] Ich habe noch zu sagen, daß wir ja nun eingegliedert haben in die anthroposophische Bewegung eine esoterische Bewegung im engeren Sinn, die gegliedert ist in verschiedene Sektionen. Vor allen Dingen ist vorhanden die allgemeine Sektion, die das Esoterische für alle Menschenseelen enthalten wird. Dann haben wir die pädagogische Sektion — die Dinge werden schon noch bekannt werden —, und wir haben die medizinische Sektion. Wir haben zwei künstlerische Sektionen, die eine für bildende Künste, die andere für musikalische und redende Künste. Wir haben eine naturwissenschaftliche Sektion. Wir haben eine astronomisch-mathematische Sektion. Über diese Dinge werde ich ja dann noch bei entsprechender Gelegenheit Mitteilung zu machen haben.

[ 53 ] I would also like to add that we have now incorporated into the anthroposophical movement an esoteric movement in the narrower sense, which is organized into various sections. First and foremost, there is the General Section, which will encompass the esoteric for all human souls. Then we have the Pedagogical Section—details will become known in due course—and we have the Medical Section. We have two artistic sections: one for the visual arts, the other for the musical and spoken arts. We have a section for the natural sciences. We have a section for astronomy and mathematics. I will, of course, have more to say about these matters when the appropriate opportunity arises.

[ 54 ] Die allgemeine Sektion wird nun als Klasse zunächst durch ihre erste Klasse repräsentiert vor der Welt, und es werden ja schon die Klassenstunden seit längerer Zeit in Dornach gehalten, sind auch schon in verschiedenen anderen Orten, zum Beispiel in Prag, Breslau, Paris von mir gehalten worden. Nun soll in diejenigen Dinge, die hier unter uns behandelt werden, auch diese Klassenstunde eintreten, und es ist ja für nächsten Dienstag für hier eine Klassenstunde in Aussicht genommen. Dazu ist notwendig, daß diejenigen Freunde, die in der Lage sind, Mitglieder dieser Klasse zu werden, überhaupt der esoterischen Bewegung, daß diese aufgenommen werden.

[ 54 ] The General Section is now represented to the world, for the time being, by its first class, and class sessions have indeed been held in Dornach for quite some time; I have also held them in various other places, for example in Prague, Breslau, and Paris. Now these class sessions are to be incorporated into the topics we discuss here among ourselves, and a class session is indeed planned for next Tuesday here. For this to happen, it is necessary that those friends who are in a position to become members of this class—and indeed of the esoteric movement as a whole—be admitted.

[ 55 ] Ich werde über die strengen Bedingungen dann bei der ersten Klassenstunde zu sprechen haben. Zunächst wird es sich aber darum handeln, daß nur diejenigen Freunde um die Aufnahme in die Erste Klasse nachsuchen sollen, die schon mindestens zwei Jahre der anthroposophischen Bewegung angehören. Ausnahmen können nur in seltenen Fällen gemacht werden. Außerdem aber behält sich die Leitung der Schule am Goetheanum vor, die Mitgliedschaft zu erteilen oder die Mitgliedschaft auch abzulehnen.

[ 55 ] I will have to discuss the strict requirements during the first class session. For now, however, the rule is that only those friends who have been members of the anthroposophical movement for at least two years should apply for admission to the First Class. Exceptions can be made only in rare cases. Furthermore, the administration of the School at the Goetheanum reserves the right to grant or deny membership.

[ 56 ] Und es ist von vornherein zu sagen, daß in der Zukunft ja jedermann, der ein Interesse und eine Sehnsucht nach den spirituellen Welten hat, an die Anthroposophische Gesellschaft wird herankommen können. Man wird sozusagen zu nichts anderem verpflichtet als zu demjenigen, zu dem eigentlich jeder anständig denkende Mensch verpflichtet ist.

[ 56 ] And it must be said from the outset that, in the future, anyone who has an interest in and a longing for the spiritual worlds will be able to join the Anthroposophical Society. One will be obligated, so to speak, to nothing more than what every decent, thinking person is actually obligated to do.

[ 57 ] Dagegen muß die Schule, die den Weg in die geistige Welt selber hinein eröffnen soll, ihre sehr seriösen Ansprüche machen. Derjenige, der Mitglied der Schule sein will, muß auch ein wirklicher Repräsentant der anthroposophischen Sache vor der Welt sein.

[ 57 ] In contrast, the School—which is meant to open the way into the spiritual world itself—must set very high standards. Anyone who wishes to be a member of the School must also be a true representative of the anthroposophical cause in the world.

[ 58 ] Nennen Sie das nicht eine Beeinträchtigung der menschlichen Freiheit! Die Freiheit muß ja gegenseitig sein. Derjenige, der ein Mitglied der Schule wird, ist zunächst ein freier Mensch, aber die Leitung der Schule muß auch frei sein. Es muß ihr freistehen, zu entscheiden, an wen sie die Geistesgüter der Schule heranbringen will. Es ist sozusagen ein spiritueller Vertrag, der zwischen der Leitung der Schule und ihren einzelnen Mitgliedern geschlossen wird. Daher muß sich die Schule auch vorbehalten, wenn es sich herausstellen sollte, daß irgend jemand, der Mitglied der Schule geworden ist, nicht in Einklang mit dem, was die Impulse der Schule geben wollen, handelt, nicht so im Leben handelt, daß er sich als Repräsentant der Schule darstellt, daher muß es der Schule auch freistehen, zu entscheiden: der kann nicht mehr Mitglied der Schule sein oder für Zeiten es nicht mehr sein.

[ 58 ] Don’t call that a restriction on human freedom! Freedom must, after all, be mutual. Anyone who becomes a member of the school is, first and foremost, a free person, but the school’s leadership must also be free. It must be free to decide to whom it wishes to impart the school’s spiritual treasures. It is, so to speak, a spiritual contract concluded between the school’s leadership and its individual members. Therefore, the school must also reserve the right—should it turn out that anyone who has become a member of the school is not acting in harmony with the school’s guiding principles, or is not conducting their life in a way that represents the school—to decide that this person can no longer be a member of the school, or may be suspended from membership for a certain period.

[ 59 ] Daß diese Dinge streng genommen werden, mag Ihnen daraus hervorgehen, daß, ehe es möglich geworden ist, eine Klassenstunde hier in Ihrer Mitte zu halten — was am nächsten Dienstag zum erstenmal geschehen soll und dann weiter —, daß im Verlauf des Wirkens der Schule schon die Notwendigkeit war, über sechzehn, siebzehn Mitglieder aus der Schule auszuschließen. Die Dinge, die auf das okkulte Leben sich beziehen, müssen eben in ihrer vollen Wirklichkeit genommen werden.

[ 59 ] That these matters are taken seriously may be evident to you from the fact that, even before it became possible to hold a class session here among you—which is scheduled to take place for the first time next Tuesday and will continue thereafter—it had already become necessary, in the course of the school’s work, to expel sixteen or seventeen members from the school. Matters relating to the occult life must simply be taken in all their reality.

[ 60 ] Wenn also jemand die Meinung hat, er könne nun wirklich als Repräsentant der anthroposophischen Sache vor der Welt seinen Beitritt zur Schule suchen, so möge er sich dazu melden. Äußere Bedingung ist zunächst, daß man wenigstens zwei Jahre Mitglied ist. Die Freunde, die länger als zwei Jahre Mitglied sind, können sich melden, insofern sie noch nicht ihr blaues Zertifikat erhalten haben. Man wird künftig das rote Zertifikat als Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft haben, und man wird das blaue Zertifikat haben als Mitglied der Schule.

[ 60 ] So if anyone believes they are truly qualified to seek admission to the School as a representative of the anthroposophical cause before the world, they are invited to apply. The primary requirement is that one has been a member for at least two years. Friends who have been members for longer than two years may apply, provided they have not yet received their blue certificate. In the future, one will hold the red certificate as a member of the Anthroposophical Society, and the blue certificate as a member of the School.

[ 61 ] Diejenigen Freunde also, die Mitglieder der Schule werden wollen, die, wie ich schon sagte, noch nicht ein Zertifikat erhalten haben, auch wenn sie schon geschrieben haben und ihr Schreiben noch nicht erledigt werden konnte, also wenn sie noch nicht das blaue Zertifikat gesandt erhalten haben, bitte ich, heute abend oder wenigstens in den nächsten Tagen, am besten so schnell wie möglich, hier bei Dr. Wachsmuth sich zu melden. Wir werden dadurch ein Verzeichnis derjenigen bekommen, die sich noch melden, und dann werden diejenigen, welche zur Schule zugelassen werden können, ihr blaues Zertifikat zur ersten Klassenstunde bekommen, die, wie gesagt, für den nächsten Dienstag vorgesehen ist.

[ 61 ] So, those friends who wish to become members of the school—who, as I already mentioned, have not yet received a certificate, even though they have already written in and their application has not yet been processed, that is, if they have not yet received the blue certificate by mail—I ask that they report to Dr. Wachsmuth here tonight or at least within the next few days, preferably as soon as possible. This will allow us to compile a list of those who still register, and then those who can be admitted to the school will receive their blue certificate at the first class session, which, as I said, is scheduled for next Tuesday.