Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240
20 July 1924, Arnheim
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Esoteric Considerations of Karmic Connections VI, tr. SOL
Das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft und der Inhalt der anthroposophischen Bewegung III
The Karma of the Anthroposophical Society and the Essence of the Anthroposophical Movement III
[ 1 ] Aus dem, was ich gestern über die Michael-Herrschaft im geistigen, kosmischen Zusammenhange auseinandergesetzt habe, konnten Sie ersehen, daß Michael eine besondere Stellung unter denjenigen geistigen Wesenheiten einnimmt, welche wir, nach der vor alten Zeiten schon innerhalb der christlichen Gemeinschaften entstandenen Benennung, zuzählen den Archangeloi. Und zwar wird uns gerade für das, was uns in diesen Tagen wichtig ist, bedeutsam erscheinen müssen, daß Michael in den Jahrhunderten vor der Begründung des Christentums durchaus noch von der Sonne, von der Region des Sonnenhaften aus seine Impulse auf die Erde schickte, seine, wenn ich mich so ausdrücken darf, kosmopolitischen Impulse; daß dann diese kosmopolitischen Impulse verlorengehen, daß die kosmische Intelligenz gewissermaßen Michael entsinkt und im 8. nachchristlichen Jahrhundert in der Erdenregion ankommt. So daß wir dann Menschen innerhalb der Erdenentwickelung finden, die Eigendenken haben, daß dann dieses Eigendenken auf die Weise gepflegt, pflegend erkämpft wurde für eine weitere MichaelHerrschaft, wie ich das gestern angeführt habe, indem einträchtig zusammenwirken die Weisen der Schule von Chartres mit denjenigen, die geradezu herstammen aus der alten Michael-Herrschaft und dazu prädestiniert sind, das Prinzip der früher kosmischen, Jetzt irdischen Intelligenz weiter fortzupflegen, bis im 19. Jahrhundert die Möglichkeit eingetreten ist, daß zunächst innerhalb der geistigen Welt durch jenen Kultus von Imaginationen, den ich Ihnen beschrieben habe, dasjenige vorbereitet wird, was einstmals mit der anthroposophischen Bewegung gewollt werden soll. Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, insbesondere aber in unserer Zeit, stehen wir im Beginne der neuen Michael-Herrschaft; durch diese Michael-Herrschaft wird dasjenige vorbereitet, was noch in diesem Jahrhundert eintreten muß, nämlich daß eine größere Anzahl von Menschen — eben diejenigen, die zu einem wirklichen Verständnis des Anthroposophischen kommen — vor dem Ende des Jahrhunderts beschleunigt durchmachen die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und jetzt wieder auf der Erde vereinigt werden unter der Führung sozusagen der beiden Arten von geistigen Wesenheiten, der Lehrer von Chartres und derjenigen, die unmittelbar mit der Michael-Herrschaft vereinigt geblieben sind, um unter der Führung dieser beiden Arten von geistigen Wesenheiten dann den letzten, wenn ich mich so ausdrücken darf, geheiligten Impuls zu geben für die weitereEntwickelung des geistigen, des spirituellen Lebens auf der Erde.
[ 1 ] From what I discussed yesterday regarding Michael’s reign in the spiritual, cosmic context, you could see that Michael occupies a special position among those spiritual beings whom we—following the designation that arose within Christian communities even in ancient times—count among the Archangeloi. And indeed, it must seem significant to us—especially in light of what is important to us these days—that in the centuries before the founding of Christianity, Michael was still sending his impulses to Earth from the Sun, from the solar realm—his, if I may put it that way, cosmopolitan impulses; that these cosmopolitan impulses were then lost, that the cosmic intelligence, so to speak, descended from Michael and arrived in the earthly region in the 8th century A.D. So that we then find people within Earth’s evolution who possess independent thought, and that this independent thought was cultivated and fought for—as I mentioned yesterday—to sustain Michael’s reign, through the harmonious collaboration of the sages of the School of Chartres with those who were directly descended from the old Michaelic reign and were predestined to continue nurturing the principle of what was once cosmic, now earthly, intelligence, until, in the 19th century, the possibility arose that—initially within the spiritual world, through that cult of imaginations I have described to you—the groundwork would be laid for what was once intended to be realized through the anthroposophical movement. Since the last third of the 19th century, but especially in our own time, we have been at the beginning of the new Michaelic era; through this Michael reign, the groundwork is being laid for what must still come to pass in this century, namely that a greater number of people—precisely those who come to a true understanding of anthroposophy—will, before the end of the century, pass through the time between death and a new birth at an accelerated pace and will now be reunited on Earth under the guidance, so to speak, of the two kinds of spiritual beings, the Teacher of Chartres and those who have remained directly united with the Michael reign—so that, under the guidance of these two kinds of spiritual beings, they may then give the final, if I may put it that way, sanctified impulse for the further development of spiritual life on Earth.
[ 2 ] Anthroposophie wird für diejenigen, die an ihr teilnehmen wollen, nur dann eine wirkliche Bedeutung gewinnen können, wenn sie mit einem gewissen inneren heiligen Eifer sich bewußt werden, daß sie ja in einem solchen Zusammenhange drinnenstehen können, der so charakterisiert werden kann, wie das gestern geschehen ist. Das wird inneren Enthusiasmus geben, das wird aber auch Kraft geben. Das wird wissen lassen, daß man hinarbeiten soll, immer mehr und mehr Fortsetzer desjenigen zu werden, was einstmals in den alten Mysterien gelebt hat.
[ 2 ] Anthroposophy will only be able to take on real significance for those who wish to participate in it if, with a certain inner, sacred zeal, they become aware that they can indeed stand within such a context, one that can be characterized as it was yesterday. This will inspire inner enthusiasm, but it will also provide strength. It will make it clear that one should strive to become, more and more, a successor to what once lived in the ancient mysteries.
[ 3 ] Ein solches Bewußtsein muß aber nach allen Seiten hin vertieft werden. Und es kann vertieft werden. Denn im Sinne des gestern Auseinandergesetzten blicken wir zurück auf diejenige Zeit, wo Michael im geistigen Sonnenbereich vereint war mit einer Anzahl von überirdischen Wesenheiten, wo er von diesem geistigen Sonnenbereiche aus solche Zeichen auf die Erde heruntergeschickt hat, daß sie auf der einen Seite zu den Alexandertaten, auf der anderen Seite zur aristotelischen Philosophie begeistern konnten; daß sie sozusagen die letzte Phase von inspirierter, von spiritueller Intelligenz auf der Erde bewirken konnten; daß dann mit denjenigen Menschenseelen zusammen, die sozusagen in seinem Auftrage solches auf der Erde ausgeführt haben, Michael mit seinen geistigen Scharen und mit den Scharen jener Menschenseelen zusammen, die um solche führenden Menschenseelen herum waren, von der Sonne aus das Mysterium von Golgatha beobachtet hat. Und man kann sich schon durchdringen mit etwas, das in der Seele wirkt, wenn man sich den Moment vor Augen stellt, wo Michael mit einer Anzahl von Engeln, Erzengeln und Menschenseelen den Christus fortziehen sieht von der Sonne, um in das körperliche Gehäuse eines Menschen einzutreten und sich durch das, was er im Menschenleibe auf der Erde erleben kann, mit der Fortentwickelung der Menschheit auf der Erde zu verbinden. Das war aber zugleich für Michael das Zeichen, daß nunmehr die von ihm bis dahin bewahrte himmlische Intelligenz auf die Erde gewissermaßen als ein heiliger Regen herunterströmen müsse, nach und nach der Sonne entsinken müsse. Und im 8. nachchristlichen Jahrhundert war es ja so, daß diejenigen, die um Michael waren, sahen, wie das Substantielle, das Michael bis dahin bewahrte, nunmehr unten auf der Erde ist.
[ 3 ] Such an awareness, however, must be deepened in every respect. And it can be deepened. For in the spirit of what was discussed yesterday, we look back to that time when Michael was united in the spiritual solar realm with a number of superterrestrial beings, when he sent down such signs to Earth from this spiritual solar realm that they could inspire, on the one hand, the deeds of Alexander and, on the other hand, Aristotelian philosophy; that they were able, so to speak, to bring about the final phase of inspired, spiritual intelligence on Earth; that Michael, together with those human souls who, so to speak, carried out such work on Earth on his behalf—together with his spiritual hosts and the hosts of those human souls who surrounded such leading human souls—observed the Mystery of Golgotha from the Sun. And one can already be deeply moved by something that works within the soul when one pictures the moment when Michael, together with a host of angels, archangels, and human souls, sees Christ departing from the sun to enter the physical body of a human being and, through what he can experience in the human body on Earth, to connect with the further development of humanity on Earth. But at the same time, this was a sign for Michael that the heavenly intelligence he had preserved until then must now, as it were, stream down to Earth like a holy rain, gradually descending from the Sun. And in the 8th century A.D., those around Michael saw how the substantial essence that Michael had preserved until then was now down here on Earth.
[ 4 ] Nun handelt es sich darum, daß im vollen Einklange mit der MichaelHerrschaft alles dasjenige geschah, was durch die Meister von Chartres, aber auch alles, was durch die dazu Auserwählten aus dem Dominikaner-Orden in die Welt kam: so daß, kurz gesagt, diejenige Entwickelung der Menschheit herbeigeführt wurde, die vom Beginne des 15. Jahrhunderts aus die Bewußtseins-Seelenentwickelung in der Menschheit inaugurieren konnte, jene Entwickelung, in der wir jetzt drinnen stehen. Denn ungefähr im ersten Drittel der vorangehenden Entwickelung, das heißt im ersten Drittel des Zeitalters der Entwickelung der Verstandesoder Gemütsseele, haben wir ja die Ausbreitung der überirdischen Intelligenz über Asien, Afrika und einen Teil von Europa durch den Alexandrinismus. Nun tritt aber eine besondere Zeit ein, eine Zeit, welche uns Michael, den hervorragendsten Erzengelgeist der Sonne, innerhalb dieser Sonne so zeigt, daß er seine Verwaltung der kosmischen Intelligenz von der Sonne fortgegangen weiß; daß er weiß: auch die Angelegenheiten sind geordnet, welche die weitere Entwickelung dieser Intelligenz auf der Erde fortführen können. Diese Zeit tritt etwa im 16., 17. nachchristlichen Jahrhundert ein. Da ist sozusagen Michael frei von seinen früheren Obliegenheiten im Kosmos. Die irdischen Entwickelungen verwaltet, auf die Art,wie ich es gestern beschrieben habe, Gabriel.
[ 4 ] The point is that, in full harmony with the Michael Kingdom, everything that came into the world through the Masters of Chartres—as well as everything that came through those chosen from the Dominican Order—took place: so that, in short, the development of humanity was brought about that, beginning in the early 15th century, was able to inaugurate the development of the consciousness-soul in humanity—the very development in which we now find ourselves. For roughly in the first third of the preceding phase of development—that is, in the first third of the age of the development of the intellectual or emotional soul—we see the spread of superterrestrial intelligence across Asia, Africa, and part of Europe through Alexandrianism. Now, however, a special time is dawning—a time in which Michael, the most outstanding Archangel Spirit of the Sun, reveals himself to us within this Sun in such a way that he knows his administration of cosmic intelligence has departed from the Sun; that he knows: the affairs necessary to continue the further development of this intelligence on Earth are also in order. This time begins around the 16th and 17th centuries A.D. At that point, Michael is, so to speak, free from his former duties in the cosmos. Earthly developments are administered by Gabriel, in the manner I described yesterday.
[ 5 ] Michael ist jetzt in einer besonderen Lage. Wenn sonst ein Erzengel nicht gerade der regierende Fürst der irdischen Angelegenheiten ist, so läßt er seine Impulse dennoch in das einfließen, was die anderen tun. Denn fortwährend fließen von allen sieben aufeinander folgenden Erzengel-Herrschaften die Impulse ein; einer ist nur immer der vorzüglichste. Wenn also zum Beispiel Gabriel in früheren Epochen der Menschheitsentwickelung der führende Geist war, so floß von ihm vorzugsweise das, was er zu regieren hatte, in die irdische Entwickelung ein; aber die anderen Erzengel wirkten mit. Jetzt aber, da Gabriel seine Herrschaft ausübte, war Michael in der besonderen Lage, von der Sonne aus bei den irdischen Angelegenheiten nicht mitwirken zu können. Das ist für einen führenden Erzengel eine ganz besondere Lage: zu sehen, daß seine Tätigkeit, die durch lange Zeiträume hindurch ausgeübt worden ist, sozusagen aufgehört hat. Und so kam es, daß Michael zu den Seinigen sagte: Es ist notwendig, daß wir für die Zeit, in der wir nicht Impulse auf die Erde schicken können — für die Zeit, die mit dem Jahre 1879 etwa endet —, uns eine besondere Aufgabe suchen, eine Aufgabe suchen innerhalb der Sonnenregion. — Es sollte für diejenigen Seelen, die ihr Karma in die anthroposophische Bewegung hineingeführt hat, die Möglichkeit vorhanden sein, in der Sonnenregion auf dasjenige hinblicken zu können, was Michael und die Seinen in der Zeit taten, die auf Erden die Zeit der Gabriel-Herrschaft war.
[ 5 ] Michael is now in a special situation. Even when an archangel is not the ruling prince of earthly affairs, he nevertheless allows his impulses to flow into what the others are doing. For impulses flow continuously from all seven successive archangelic reigns; only one is always the foremost. So, for example, when Gabriel was the leading spirit in earlier epochs of human development, what he was charged with governing flowed primarily from him into earthly development; but the other archangels also played a part. Now, however, since Gabriel was exercising his dominion, Michael found himself in the unique position of being unable to participate in earthly affairs from the Sun. This is a very special situation for a leading archangel: to see that his activity, which had been carried out over long periods of time, has, so to speak, ceased. And so it came to pass that Michael said to his own: It is necessary that, for the time during which we cannot send impulses to the Earth—for the time that ends around the year 1879—we seek a special task for ourselves, a task within the solar region. — There should be an opportunity for those souls whose karma has led them into the anthroposophical movement to look back within the solar region upon what Michael and his companions did during the time that corresponded on Earth to the era of Gabriel’s reign.
[ 6 ] Das war etwas, was sozusagen herausfiel aus all den sonstigen, regelmäßig fortgehenden Taten unter Göttern und Menschen. Die mit Michael verbundenen Seelen — die führenden Menschenseelen der Alexanderzeit, diejenigen der großen Dominikanerzeit und die, welche sich als weniger führende um sie geschart hatten, und eine große Anzahl von strebenden, sich entwickelnden Menschen im Verein mit führenden Geistern —, sie fühlten sich wie herausgerissen aus dem althergebrachten Zusammenhange mit der geistigen Welt. Da wurde von den Menschenseelen, die prädestiniert waren, Anthroposophen zu werden, im Übersinnlichen etwas erlebt, was früher niemals in den überirdischen Regionen von Menschenseelen zwischen Tod und neuer Geburt erlebt worden ist. Früher wurde eben erlebt, daß in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt von den Menschenseelen im Verein mit führenden geistigen Wesenheiten das Karma für die künftige Erdenexistenz ausgearbeitet worden ist. Aber so ausgearbeitet wurde früher kein Karma, wie jetzt das Karma derjenigen, die durch die angegebenen Dinge prädestiniert waren, Anthroposophen zu werden. Niemals arbeitete man in der Sonnenregion früher zwischen Tod und neuer Geburt so, wie jetzt unter der von Erdenangelegenheiten frei gewordenen Herrschaft des Michael gearbeitet werden konnte,
[ 6 ] This was something that, so to speak, stood out from all the other, regularly recurring events among gods and humans. The souls connected with Michael—the leading human souls of the Alexandrian era, those of the great Dominican era, and those who had gathered around them in a less prominent capacity, along with a large number of striving, evolving human beings in union with leading spirits—felt as if they had been torn away from their traditional connection with the spiritual world. Then, the human souls who were predestined to become anthroposophists experienced something in the supersensible realm that had never before been experienced by human souls in the superterrestrial regions between death and rebirth. Previously, it was simply experienced that, in the time between death and rebirth, human souls, in union with leading spiritual beings, worked out the karma for their future earthly existence. But karma was not worked out in the past in the same way as it is now for those who, through the aforementioned events, were predestined to become anthroposophists. Never before was work carried out in the solar region between death and rebirth in the same way as it can now be done under the rule of Michael, who has been freed from earthly concerns,
[ 7 ] Da geschah dann etwas, was in den übersinnlichen Regionen damals Ereignis war, etwas, was heute im tiefsten Herzensinneren der meisten Anthroposophen, wenn auch unbewußt, schlafend, träumerisch ruht. Und der Anthroposoph kann recht tun, wenn er, an sein Herz greifend, sich sagt: Da drinnen ist ein mir heute vielleicht unbewußtes Geheimnis, das ein Abglanz ist der Michael-Taten aus dem 16.,17.,18. Jahrhundert in den überirdischen Regionen, wo ich vor meinem jetzigen Abstieg in die Erdenregion unter Michael gearbeitet habe, der etwas Besonderes arbeiten konnte, weil er sozusagen von seinen fortfließenden Aufgaben frei geworden war. Und Michael versammelte seine Scharen, versammelte diejenigen, die als übersinnliche Wesen zu ihm gehörten aus der Region der Angeloi und Archangeloi, er versammelte aber auch die Menschenseelen, die in irgendeine Verbindung mit ihm gekommen waren. Und es entstand so etwas wie eine gewaltig sich ausbreitende übersinnliche Schule. Wie im Beginne des 13. Jahrhunderts von denjenigen, die als Platoniker und Aristoteliker zusammenwirken konnten, sozusagen eine Art himmlischen Konzils stattgefunden hat, so fand jetzt unmittelbar unter der Führung Michaels vom 15. bis ins 18. Jahrhundert herein eine übersinnliche Schulung statt, als deren großen Lehrer die Weltenordnung Michael selber auserwählt hat. Demjenigen also, was ich Ihnen erzählt habe von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von jenem in mächtigen Imaginationen verfließenden übersinnlichen Kultus, ging voran eine übersinnliche Schulung für zahlreiche Menschenseelen, eine Schulung, deren Resultate diese Menschenseelen jetzt in ihrem Inneren tragen, unbewußt. Das Resultat dieser Schulung kommt nur dadurch heraus, daß diese Menschenseelen den Drang zur Anthroposophie verspüren. Dieser Drang zur Anthroposophie ist das Resultat dieser Schulung. Und man kann sagen: Einstmals, am Ende des 15. Jahrhunderts, versammelte Michael seine Götter- und Menschenscharen in der Sonnenregion und sprach zu ihnen in einer Rede, die über lange Zeiträume ausgedehnt war, etwa folgendermaßen:
[ 7 ] Then something happened that was a significant event in the supersensible realms at that time—something that today lies dormant, dreamlike, and unconscious in the deepest recesses of the hearts of most anthroposophists. And the anthroposophist does well to lay his hand on his heart and say to himself: “There, within me, lies a mystery—perhaps unconscious to me today—that is a reflection of Michael’s deeds from the 16th, 17th, and 18th centuries in the supermundane regions, where I worked under Michael before my present descent into the earthly realm; Michael was able to carry out something special because he had, so to speak, been freed from his ongoing tasks.” And Michael gathered his hosts, gathering those who, as supersensible beings, belonged to him from the region of the Angeloi and Archangeloi; but he also gathered the human souls who had come into some connection with him. And thus something like a vast, expanding supersensible school came into being. Just as at the beginning of the 13th century a sort of heavenly council took place, so to speak, among those who were able to collaborate as Platonists and Aristotelians, so now, from the 15th through the 18th century, a supersensible training took place directly under Michael’s leadership, with Michael himself chosen by the world order as its great teacher. Thus, what I have told you about the first half of the 19th century—that supersensible cult flowing into powerful imaginations—was preceded by a supersensible training for numerous human souls, a training whose results these human souls now carry within themselves, unconsciously. The result of this training comes to light only through these human souls’ feeling an urge toward anthroposophy. This urge toward anthroposophy is the result of this training. And one can say: Once, at the end of the 15th century, Michael gathered his hosts of gods and human beings in the solar region and spoke to them in a discourse that spanned long periods of time, something like this:
[ 8 ] Seitdem das Menschengeschlecht in menschlicher Gestalt die Erde bevölkert, hat es auf der Erde Mysterien gegeben: Sonnenmysterien, Merkurmysterien, Venusmysterien, Marsmysterien, Jupitermysterien, Saturnmysterien. In diese Mysterien haben die Götter ihre Geheimnisse hineingesendet; dort sind dazu geeignete Menschen eingeweiht worden. So daß man auf der Erde wissen konnte, was auf Saturn, Jupiter, Mars und so weiter vor sich geht und wie dieses, was dort vor sich geht, in die Menschheitsentwickelung auf der Erde hineinwirkt. Eingeweihte, Initiierte, die in den Mysterien mit den Göttern verkehrten, hat es immer gegeben. In instinktiver alter hellseherischer Weise haben die Initiierten das aufgenommen, was in den Mysterien durch Impulse an sie herangekommen ist. Das ist — so sagte Michael zu den Seinen — bis auf wenige Traditionen hin auf der Erde verschwunden, das ist nicht mehr da. Die Impulse können nicht mehr in die Erde hineinfließen. Einzig und allein in der untergeordnetsten Region, in der Fortpflanzungsregion, hat noch Gabriel die Macht, die Mondeneinflüsse in die Entwickelung der Menschheit hineinkommen zu lassen. Mehr oder weniger sind die alten Traditionen von der Erde verschwunden und damit die Möglichkeit, die ins Unterbewußtsein und damit in die verschiedenen Leiblichkeiten der Menschen hineingehenden Impulse zu pflegen. Wir aber schauen nunmehr zurück auf alles das, was einstmals wie eine Gabe des Himmels in den Mysterien an Menschen herangebracht worden ist, wir überblicken einmal dieses wunderbare Tableau, wir schauen in den Zeitenlauf hinunter: Wir finden da die Mysterienstätten, wir sehen, wie die himmlische Weisheit in diese Mysterien hineingeströmt ist, wie Menschen von ihr initiiert worden sind, wie gerade von unserer geweihten Sonnenstätte aus die kosmische Intelligenz über die Menschen so heruntergekommen ist, daß die großen Lehrer der Menschheit Ideen, Gedanken, Begriffe gehabt haben, die spirituell waren, die ihnen aber eininspiriert waren von unserer geweihten Sonnenstätte aus. Das ist von der Erde verschwunden. Wir sehen es, indem wir auf alte Epochen der Erde zurückschauen, wir sehen es nach und nach von der Erdenentwikkelung verschwinden in der Alexanderzeit und ihrer Nachwirkung, und unten sehen wir, unter den Menschen, allmählich die irdisch gewordene Intelligenz sich ausbreiten. Aber wir haben ja diesen Anblick, der uns geblieben ist: wir schauen hin auf die Geheimnisse, in die einstmals die Initiierten der Mysterien eingeweiht worden sind. Bringen wir sie uns zum Bewußtsein! Bringen wir es denjenigen geistigen Wesenheiten, die um mich herum niemals in einem Erdenleibe erscheinen, sondern nur in ätherischer Art leben, zum Bewußtsein. Bringen wir es aber auch denjenigen Seelen, die in Erdenleibern oftmals auf der Erde waren, jetzt aber gerade da sind und zur Michael-Gemeinschaft gehören, bringen wir es diesen Menschenseelen zum Bewußtsein. Entwerfen wir die große Initiatenlehre, die einstmals auf die alte Art auf die Erde durch die Mysterien niedergeströmt ist, entwerfen wir sie vor den Seelen derjenigen, die auf intelligente Art mit Michael verbunden waren.
[ 8 ] Ever since the human race has inhabited the Earth in human form, there have been mysteries on Earth: mysteries of the Sun, mysteries of Mercury, mysteries of Venus, mysteries of Mars, mysteries of Jupiter, and mysteries of Saturn. The gods have imparted their secrets into these mysteries; there, suitable individuals have been initiated. Thus, it has been possible to know on Earth what is taking place on Saturn, Jupiter, Mars, and so on, and how these events influence the development of humanity on Earth. There have always been initiates who communed with the gods within the Mysteries. In an instinctive, ancient, clairvoyant way, the initiates absorbed what came to them through impulses within the Mysteries. This—as Michael said to his own—has disappeared from the Earth, save for a few traditions; it is no longer there. The impulses can no longer flow into the Earth. Only in the lowest region—the reproductive region—does Gabriel still have the power to allow the lunar influences to enter into the development of humanity. To a greater or lesser extent, the ancient traditions have vanished from the Earth, and with them the possibility of nurturing the impulses that enter the subconscious and thus into the various physical bodies of human beings. But we now look back on all that was once brought to people in the mysteries as a gift from heaven; we survey this wondrous tableau; we look down through the course of time: there we find the mystery sites, we see how heavenly wisdom flowed into these mysteries, how people were initiated into it, how—precisely from our consecrated solar sanctuary—cosmic intelligence descended upon humanity in such a way that the great teachers of humanity possessed ideas, thoughts, and concepts that were spiritual, yet were inspired within them from our consecrated solar sanctuary. This has vanished from the Earth. We see this as we look back on ancient epochs of the Earth; we see it gradually disappearing from Earth’s development during the time of Alexander and its aftermath, and below, among human beings, we see the intelligence that has become earthly gradually spreading. But we do have this vision that has remained with us: we look upon the mysteries into which the initiates of the Mysteries were once initiated. Let us bring them to our consciousness! Let us bring them to the consciousness of those spiritual beings who never appear in an earthly body around me, but live only in an ethereal form. But let us also bring it to the awareness of those souls who have often been on Earth in physical bodies, but are here now and belong to the Michael Community; let us bring it to the awareness of these human souls. Let us unfold the great teaching of the Initiates, which once flowed down to Earth in the ancient way through the Mysteries; let us unfold it before the souls of those who were intelligently connected to Michael.
[ 9 ] Und da wurde «durchgenommen» — wenn ich mich eines irdischen, in einem solchen Zusammenhange fast trivial klingenden Ausdruckes bedienen darf —, da wurde durchgenommen die alte Initiationsweisheit. Eine große, umfassende himmlische Schule gab es. In ihr wurde von Michael das gelehrt, was er jetzt nicht mehr selbst verwalten konnte. Es war etwas Ungeheueres, etwas, was die ahrimanischen Dämonen auf der Erde, gerade im 15., 16., 17. bis ins 18. Jahrhundert herein, in allertiefster Weise beunruhigte, was sie in furchtbare Erregung brachte, so daß sich etwas Merkwürdiges abspielte. Das spielte sich ab, was einen polarischen Gegensatz zwischen himmlischen Taten in dieser Zeit und irdischen Taten in dieser Zeit zeitigte: Oben in der Geistigen Welt eine hohe Schule, die auf eine neue Art im Übersinnlichen zusammenfaßt die alte Initiatenweisheit, die den zunächst dazu prädestinierten Menschenseelen zwischen Tod und neuer Geburt ins intelligente Bewußtsein, in die Bewußtseinsseele das heraufhob, was früher in alten Zeiten in der Verstandes- oder Gemütsseele, in der Empfindungsseele und so weiter Weisheitseigentum der Menschen war. Auf die Art, wie im inneren Worte, das ja in vieler Beziehung zugleich hart ist, gesprochen werden kann, setzte Michael den Seinen auseinander die Weltenzusammenhänge, die kosmischen Zusammenhänge, die anthroposophischen Zusammenhänge. Diese Seelen bekamen eine Lehre, welche die Weltengeheimnisse enthüllte. Unten auf der Erde wirkten die ahrimanischen Geister. Und es ist notwendig, an dieser Stelle in ganz unverhohlener Weise auf ein Wahrheitsgeheimnis hinzudeuten, das ganz gewiß, äußerlich angesehen, gegenüber der gegenwärtigen Zivilisation sich etwas deplaciert ausnimmt, das aber doch ein göttliches Geheimnis ist, das die Anthroposophen wissen müssen, um die Zivilisation in der rechten Art, so wie ich es angedeutet habe, gegen das Ende des 20. Jahrhunderts hinzuführen.
[ 9 ] And there, the ancient wisdom of initiation was “worked through”—if I may use an earthly expression that sounds almost trivial in such a context—it was worked through. There was a great, all-encompassing heavenly school. In it, Michael taught what he could no longer administer himself. It was something monstrous, something that deeply unsettled the Ahrimanic demons on Earth—particularly during the 15th, 16th, 17th, and into the 18th centuries—and threw them into a terrible agitation, so that something strange took place. What took place gave rise to a polar opposition between heavenly deeds of that time and earthly deeds of that time: Above, in the spiritual world, a high school that synthesized the ancient wisdom of the initiates in a new way within the supersensible realm, lifting it up into the intelligent consciousness—into the soul of consciousness—of those human souls initially predestined for it between death and new birth, which in ancient times had been the wisdom possessed by human beings in the intellectual or emotional soul, in the feeling soul, and so on. In the manner in which the inner Word—which is, in many respects, harsh—can be spoken, Michael expounded to his own the interrelationships of the worlds, the cosmic interrelationships, and the anthroposophical interrelationships. These souls received a teaching that unveiled the mysteries of the worlds. Down on Earth, the Ahrimanic spirits were at work. And it is necessary at this point to point out quite openly a mystery of truth that, appears somewhat out of place, viewed from the outside, in relation to present-day civilization—but which is nonetheless a divine mystery that anthroposophists must know in order to guide civilization in the right way, as I have indicated, toward the end of the 20th century.
[ 10 ] Während Michael oben seine Scharen schulte, wurde eine Art unterirdischer, unmittelbar unter der Oberfläche der Erde liegender ahrimanischer Schule gegründet. Daher kann man davon sprechen, daß im Überirdischen die Michael-Schule ist; unmittelbar in der Region, auf der wir stehen — denn auch im Unterirdischen ist Geistiges tätig und wirksam —, wurde die ahrimanische Gegenschule begründet. Und wenn von Michael jetzt gerade in dieser Zeit keine Impulse herunterströmten, um die Intelligenz himmlisch zu inspirieren, wenn die Intelligenz auf der Erde sich zunächst selbst überlassen war, so bemühten sich um so mehr die ahrimanischen Scharen, von unten herauf Impulse in die intelligente Menschheitsentwickelung hineinzusenden. Es ist ein gewaltiges Bild, das einem da vor Augen stehen kann. Man stelle sich vor: die Erdoberfläche, oben Michael, seine Scharen belehrend, ihnen mit großen gewaltigen Weltenworten das enthüllend, was die alte Initiatenweisheit war; dem gegenüberstehend die ahrimanische Schule in den Untergründen der Erde. Auf der Erde sich entwickelnd die vom Himmel herabgefallene Intelligenz; Michael zunächst gegenüber dem Irdischen in himmlischer Einsamkeit Schule haltend — keine Strömungen gehen von oben nach unten —, die ahrimanischen Mächte um so mehr ihre Impulse nach oben sendend.
[ 10 ] While Michael was training his hosts above, a kind of Ahrimanic school was established underground, lying immediately beneath the Earth’s surface. Therefore, one can say that the Michael School exists in the supersensible realm; immediately in the region where we stand—for spiritual forces are also active and at work in the subterranean realm—the Ahrimanic counter-school was established. And if, at this very time, no impulses were flowing down from Michael to inspire human intelligence from above—if human intelligence on Earth was initially left to its own devices—then the Ahrimanic hosts strove all the more to send impulses upward from below into the intelligent development of humanity. It is a powerful image that can come to mind here. Imagine: the Earth’s surface, with Michael above, instructing his hosts, revealing to them with great and mighty cosmic words what the ancient wisdom of the initiates was; opposite him, the Ahrimanic school in the depths of the Earth. On Earth, the intelligence that has fallen from heaven is developing; Michael, at first in heavenly solitude, teaching in contrast to the earthly realm—no currents flow from above to below—while the Ahrimanic powers send their impulses upward all the more intensely.
[ 11 ] Es hat immerhin auf der Erde verkörperte Seelen gegeben, die in den angedeuteten Jahrhunderten das Unheimliche dieser Lage gespürt haben. Wer die Geistesgeschichte, namentlich Europas, aus dieser Zeit kennt, der findet überall die merkwürdige Tatsache, daß da und dort manchmal ganz einfache Menschen leben, welche das Unheimliche dieser Lage verspüren: dieses Verlassensein der Menschheit von der Michael-Herrschaft und diese von unten mit dämonischen geistigen Dünsten aufsteigenden Impulse, welche die Intelligenz erobern wollen.
[ 11 ] After all, there have been souls incarnated on Earth who, during the centuries in question, sensed the eeriness of this situation. Anyone familiar with the intellectual history of this period—particularly in Europe—will find everywhere the curious fact that here and there, sometimes quite simple people live who sense the uncanniness of this situation: this abandonment of humanity by Michael’s rule and these impulses rising from below with demonic spiritual mists, which seek to conquer the intellect.
[ 12 ] Es ist merkwürdig, wie eng mit dem Menschen verbunden, wenn alles daraus Entsprießende gut werden soll, die Offenbarungen des Weisheitslebens sein müssen. Das ist eben das Wahrheitsgeheimnis, das hier berührt werden muß. Denn derjenige, der die Michael-Weisheit zu verkündigen hat, der fühlt in einer gewissen Beziehung, daß er an seiner rechten Stelle steht, wenn er ringt, den Ausdruck, die Wortformulierung zu finden für das, was Michaels Weisheit ist. Er fühlt sich sogar noch an der rechten Stelle stehend, wenn er, von seinen Händen ausgehend, diese Michael-Weisheit niederschreibt; denn da fließt das, was vom Spirituellen her mit dem Menschen verbunden ist, sozusagen in die Form des Geschriebenen hinein, in das, was er tut. Aber trotzdem es ertragen werden muß, trotzdem es in unsere Zeit gehört, ist ein unheimliches Gefühl damit verbunden, wenn man das, was Michael-Weisheit ist, was man gerne noch aufschreibt und als zu Lesendes meinetwillen den Leuten mitteilt, wenn man das auf mechanische Art vervielfältigt sieht in gedruckten Büchern. Dieses unheimliche Gefühl gegenüber dem gedruckten Buche ist durchaus bei demjenigen vorhanden, der mit dem, was er zu verkündigen hat, im Geistesleben drinnen steht.
[ 12 ] It is remarkable how closely the revelations of the life of wisdom must be connected to human beings if everything that springs from them is to be good. That is precisely the mystery of truth that must be touched upon here. For the one who is to proclaim Michael’s wisdom feels, in a certain sense, that he is in the right place when he struggles to find the expression, the right wording, for what Michael’s wisdom is. He even feels that he is in the right place when, through his hands, he writes down this Michael wisdom; for there, what is connected to the human being from the spiritual realm flows, so to speak, into the form of the written word, into what he is doing. But even though it must be endured, even though it is a part of our time, there is an eerie feeling associated with seeing what Michael’s wisdom is—what one still likes to write down and share with people as something to be read—reproduced mechanically in printed books. This eerie feeling toward the printed book is certainly present in those who are deeply immersed in spiritual life with what they have to proclaim.
[ 13 ] Ich bin im Anschlusse an den gestrigen Vortrag von jemandem gefragt worden, ob denn nicht — worauf etwas schon Swedenborg hiingedeutet hat — der Buchstabe der letzte Ausfluß des geistigen Lebens ist. Das ist er! Er ist es so lange, als er im kontinuierlichen Fortgange durch einen Menschen aus dem Geistigen fließt. Er wird ahrimanische geistige Macht, wenn er durch das Mechanische fixiert wird, gewissermaßen von der anderen Seite der Welt aus fixiert wird, wenn er als gedruckter Buchstabe vor die Augen der Menschen tritt. Denn das ist ja das Eigentümliche, daß es jene ahrimanische Schule ist, die als Gegenschule der Michael-Schule begründet worden ist und im 15., 16., 17.,18. Jahrhundert gewirkt hat, die in Europa die Buchdruckerkunst heraufgebracht hat, mit allem Gefolge der Buchdruckerkunst. Aus der Buchdruckerkunst können die dämonischen Gewalten aufsprießen, die gerade dazu geeignet sind, Michaels Herrschaft zu bekämpfen.
[ 13 ] Following yesterday’s lecture, someone asked me whether—as Swedenborg had already hinted at—the letter is not the ultimate expression of spiritual life. It is! It is so as long as it flows continuously from the spiritual realm through a human being. It becomes an Ahrimanic spiritual power when it is fixed by the mechanical—fixed, as it were, from the other side of the world—when it appears before people’s eyes as a printed letter. For that is indeed the peculiar thing: it is that Ahrimanic school which was founded as a counter-school to the Michael School and was active in the 15th, 16th, 17th, and 18th centuries, that brought about the art of printing in Europe, with all that the art of printing entails. From the art of printing can spring the demonic forces that are particularly suited to combating Michael’s dominion.
[ 14 ] Man muß das, was real ist im Leben, in seiner wirklichen Bedeutung durchschauen, wenn man Anthroposoph ist. Man muß in der Druckkunst zwar eine geistige Macht sehen, aber eben die geistige Macht, die von Ahriman dem Michael entgegengestellt worden ist. Daher diese fortdauernde Mahnung Michaels an diejenigen, die er nun in seiner Schule dazumal unterrichtete, die fortdauernde Mahnung: Wenn ihr wieder auf die Erde herunterkommt, um das auszuführen, was hier veranlagt ist, dann sammelt die Menschen um euch, verkündigt das Wichtigste von Mund zu Ohr und seht nicht das Wichtigste darin, daß nur durch das gedruckte Buch in der Welt «literarisch» gewirkt werde. — Daher ist die intimere Art, von Mensch zu Mensch zu wirken, diejenige, die vorzugsweise in der Richtung des Wirkens Michaels ist. Und wenn wir uns, statt bloß durch Bücher zu wirken, vereinigen und die wichtigsten Impulse menschlich-persönlich aufnehmen und — weil es so sein muß, weil sonst wieder Ahriman eine ungeheure Herrschaft bekommen würde, wenn wir uns seiner Kunst nicht auch bemächtigten — das andere dann nur benützen, um gewissermaßen «Gedächtnishilfen» zu haben, um das zu haben, was mit dem ahrimanischen Zeitgeist rechnet: pflegen wir dies in solcher Weise, daß wir nicht etwa das gedruckte Buch ausmerzen, aber ihm das richtige Verhältnis geben zu dem, was unmittelbar menschlich wirkt, dann inaugurieren wir das, was zunächst imponderabel als Michael-Strömung durch die Anthroposophische Gesellschaft fließen soll. Denn nicht richtig wäre es, von so etwas ausgehend, wie ich es jetzt dargestellt habe, nun etwa zu sagen: Also schaffen wir die anthroposophischen Bücher ab! Dadurch würden wir gerade die Druckkunst an die stärksten Feinde der Michael-Weisheit ausliefern; da würden wir die Fortsetzung unserer anthroposophischen Arbeit, die ja gerade bis zum Ende des Jahrhunderts hin gedeihen soll, unmöglich machen. Aber wir müssen durch heilige Gesinnung gegenüber dem, was da in der Michael-Weisheit lebt, die Druckkunst adeln! Denn was will Ahriman gegenüber dem Michael durch die Druckkunst? Er will — Sie sehen es heute überall aufsprießen — die Eroberung der Intelligenz, jene Eroberung der Intelligenz, welche überall dort besonders eingreifen will, wo die Verhältnisse dazu günstig sind. Worinnen besteht denn das hauptsächlichste Wirken der ahrimanischen Geister in ihrer Bekämpfung des kommenden Michael-Zeitalters? Das Wirksame besteht darin, daß diese ahrimanischen Geister in Zeiten, wo die Bewußtseine der Menschen heruntergedämpft sind, gewissermaßen die Menschen von sich «besessen» machen, daß sie eingreifen in die menschlichen Bewußtseine. So sind ja viele Menschen, die 1914 herabgedämmerte Bewußtseine hatten, hineinverflochten gewesen in die Entstehung des furchtbaren Weltkrieges. Und in ihren gedämpften Bewußtseinen haben den Weltkrieg die Scharen des Ahriman gemacht — durch die Menschen. Und man wird die Ursachen dieses Krieges nicht auf äußerliche dokumentarische Weise aus den Archiven je enthüllen; sondern man muß hineinschauen in die Geschichte und muß sehen: da war eine maßgebende Persönlichkeit, dort war wieder eine, dort wieder eine andere, die ihr Bewußtsein heruntergedämpft hatten. Das war die Gelegenheit, daß Ahriman die Menschen von sich besessen machte. Und wenn man wissen will, wie leicht es geschehen kann, daß in unserem Zeitalter die Menschen von Ahriman besessen werden können, dann braucht man nur an so etwas zu denken, wie es sich zutrug, als die Europäer nach Amerika kamen mit den gedruckten Werken, die sie mitgebracht hatten, zu der Zeit, als es im Osten von Nordamerika noch Indianer gab. Als die Indianer bei den Europäern diese merkwürdigen Schriftzeichen sahen, da haben sie sie angesehen als kleine Dämonen. Sie hatten den richtigen Blick dafür; sie fürchteten sich außerordentlich vor all diesen kleinen Dämonen a, b und so weiter, wie sie in den gedruckten Buchstaben ausschauen. Denn in diesen, in der verschiedensten Weise reproduzierten Buchstaben liegt für die heutigen Menschen etwas Faszinierendes; und nur die gute Michael-Gesinnung, die das Menschliche in der Weisheitsverkündigung schauen kann, die kann über dieses Faszinierende hinausführen.
[ 14 ] If one is an anthroposophist, one must see through to the true meaning of what is real in life. One must indeed see a spiritual power in the art of printing, but precisely the spiritual power that Ahriman has set against Michael. Hence Michael’s constant admonition to those he taught in his school back then—the constant admonition: When you return to Earth to carry out what has been laid out here, gather people around you, proclaim the most important things from mouth to ear, and do not regard it as most important that a “literary” impact be made in the world solely through the printed book. — Therefore, the more intimate way of working from person to person is the one that is most in line with Michael’s way of working. And if, instead of working merely through books, we unite and take in the most important impulses on a human and personal level—and, because it must be so, for otherwise Ahriman would once again gain immense dominion if we did not also master his art—we then use the other only, so to speak, “memory aids,” to have what is needed to counter the Ahrimanic spirit of the age: if we cultivate this in such a way that we do not, for example, eliminate the printed book, but give it the proper relationship to what acts directly upon the human being, then we will inaugurate what is to flow, at first imperceptibly, as a Michaelic current through the Anthroposophical Society. For it would not be right, based on what I have just described, to say, for example: “So let’s do away with anthroposophical books!” By doing so, we would be handing the art of printing over to the strongest enemies of Michaelic wisdom; we would be making the continuation of our anthroposophical work—which is, after all, meant to flourish right up to the end of the century—impossible. But we must ennoble the art of printing through a sacred attitude toward what lives in Michael Wisdom! For what does Ahriman seek to achieve against Michael through the art of printing? He seeks—as you see sprouting up everywhere today—the conquest of the intellect, that conquest of the intellect which seeks to intervene particularly wherever conditions are favorable for it. In what, then, does the primary activity of the Ahrimanic spirits consist in their struggle against the coming Michaelic Age? Their activity consists in the fact that, in times when human consciousness is subdued, these Ahrimanic spirits, so to speak, “possess” people, intervening in human consciousness. Thus, many people whose consciousness had become dulled in 1914 were entangled in the outbreak of the terrible World War. And in their dulled states of consciousness, the hosts of Ahriman brought about the World War—through human beings. And the causes of this war will never be revealed in an external, documentary manner from the archives; rather, one must look deeply into history and see: there was one influential figure, then another, and yet another, whose consciousness had been dulled. That was the opportunity for Ahriman to take possession of these people. And if one wants to know how easily people in our age can become possessed by Ahriman, one need only think of what happened when the Europeans came to America with the printed works they had brought with them, at a time when there were still Native Americans in the eastern part of North America. When the Native Americans saw these strange written symbols among the Europeans, they regarded them as little demons. They had the right insight into this; they were extremely afraid of all these little demons—a, b, and so on—as they appear in the printed letters. For in these letters, reproduced in the most varied ways, there lies something fascinating for people today; and only a good Michaelic disposition—one that can see the human element in the proclamation of wisdom—can lead us beyond this fascination.
[ 15 ] Aber es kann auf diesem Wege Arges geschehen. Ich möchte Ihnen da das Folgende sagen. Es gibt ja gewisse Geheimnisse der Weltenanschauung, die nur zu durchschauen sind, wenn man ein ziemlich hohes Alter erreicht hat. Die einzelnen Lebensalter lassen den Menschen, wenn man im Besitze der Initiationswissenschaft ist, hinschauen auf die einzelnen Geheimnisse des Daseins. So kann man zwischen dem einundzwanzigsten und zweiundvierzigsten Lebensjahre hineinschauen in die Sonnenverhältnisse — vorher nicht. So kann man zwischen dem zweiundvierzigsten und neunundvierzigsten Jahre in die Marsgeheimnisse hineinschauen; so zwischen dem neunundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre in die Jupitergeheimnisse. Will man aber die Weltengeheimnisse im Zusammenhange schauen, dann muß man das dreiundsechzigste Lebensjahr überschritten haben. Daher würde ich gewisse Dinge, die ich jetzt unverhohlen ausspreche, vorher nicht haben sagen können, bevor ich eben in dieser Lage war. Denn will man das durchschauen, was sich gerade auf die Michael-Geheimnisse bezieht, was ja von der geistigen Region der Sonne aus wirkt, dann muß man von der Erde aus in die Weltengeheimnisse hinaufschauen durch die Saturnweisheit. Dann muß man jene Dämmerung in der geistigen Welt verspüren können, in ihr leben können, die von dem den Saturn beherrschenden Oriphiel herrührt, der zur Zeit des Mysteriums von Golgatha der führende Erzengel war und der wieder der führende Erzengel sein wird, nachdem die Michael-Zeit abgelaufen sein wird.
[ 15 ] But harm can come about in this way. I would like to say the following to you. There are, after all, certain mysteries of the worldview that can only be understood once one has reached a fairly advanced age. The different stages of life allow a person—if they possess the knowledge of initiation—to look into the various mysteries of existence. Thus, between the ages of twenty-one and forty-two, one can look into the mysteries of the Sun—not before. Similarly, between the ages of forty-two and forty-nine, one can look into the mysteries of Mars; and between the ages of forty-nine and fifty-six, into the mysteries of Jupiter. But if one wishes to view the mysteries of the worlds in their interconnected context, one must have passed the age of sixty-three. That is why I could not have spoken openly about certain things I am now expressing before I was in this very situation. For if one wishes to penetrate what pertains specifically to the Michael mysteries—which, after all, work from the spiritual region of the Sun—one must look up from the Earth into the mysteries of the worlds through the wisdom of Saturn. Then one must be able to sense that twilight in the spiritual world—and live within it—which originates from Oriphiel, the ruler of Saturn, who was the leading archangel at the time of the Mystery of Golgotha and who will once again be the leading archangel after the Michael era has come to an end.
[ 16 ] Dann enthüllen sich aber für die heutige Zeit erschütternde Wahrheiten, ganz erschütternde Wahrheiten! Denn dadurch, daß durch diese ahrimanische Gegenschule zur Schule des Michael die Druckkunst sich auf der Erde verbreitet hat, ist ja auf der Erde aufgetreten die «Schriftstellerei» im weiteren Umfange. Wer war denn früher Schriftsteller, als man noch nicht druckte? Solche waren es, die eigentlich nur im engsten Kreise ihre Schriften verbreiten konnten, in Kreisen, die übrigens dazu vorbereitet waren. Denn in wie viele Hände kam denn ein Buch, bevor die Druckkunst verbreitet war? Wie es damit eigentlich ist, das kann man so recht ermessen, wenn man folgendes bedenkt: Eine Art Surrogat der Druckkunst, bis zu einer hohen Vollkommenheit gediehen, war ja schon in der alten chinesischen Kultur vorhanden. Da gab es schon eine Art Druckkunst, auch zu einer Zeit begründet, in der eine MichaelHerrschaft oben war und unten eine ahrimanische Gegenherrschaft. Aber es ist zu nichts Besonderem gekommen; Ahriman war dazumal noch nicht mächtig. Er konnte noch nicht besondere Versuche machen, um dem Michael wirklich die Herrschaft über die Intelligenz abzukämpfen. Es wurde dieser Versuch ja erneuert zur Alexanderzeit, aber da gelang er wieder nicht.
[ 16 ] But then, truths that are shocking for our time are revealed—truly shocking truths! For it is precisely because the art of printing spread across the Earth through this Ahrimanic counter-school to the School of Michael that “writing” has emerged on Earth on a much broader scale. Who, then, were the writers in earlier times, before printing existed? They were people who could actually only circulate their writings within the narrowest of circles—circles that, incidentally, were prepared for this. For how many hands did a book actually pass through before the art of printing became widespread? One can truly appreciate how things actually stood by considering the following: A kind of surrogate for the art of printing, developed to a high degree of perfection, already existed in ancient Chinese culture. There was already a form of printing there, established even at a time when a Michaelic dominion reigned above and an Ahrimanic counter-dominion below. But nothing significant came of it; Ahriman was not yet powerful at that time. He was not yet able to make any serious attempts to wrest dominion over the intellect from Michael. This attempt was renewed in the time of Alexander, but it failed again.
[ 17 ] Nun hat aber der Ahrimanismus in der Druckkunst der neueren Zeit seine große Bedeutung gehabt. Das Schriftstellertum ist sozusagen populär geworden. Und eins ist möglich geworden, eines, das ebenso wunderbar, glänzend und blendend ist, wie es auf der anderen Seite zwar aufgenommen werden muß im vollen Gleichmaß der Seelenkräfte, aber doch in seiner richtigen Bedeutung gewürdigt werden muß. Erste Versuche sind da, die aus der Region des Michael heraus bezeichnet werden können als: es ist Ahriman als Schriftsteller aufgetreten! In Michael-Kreisen bildet es heute ein bedeutsames Ereignis. Ahriman als Schriftsteller! Nicht nur, daß Menschen von ihm besessen worden sind, wie ich es angedeutet habe für den Kriegsausbruch, sondern Ahriman ist, indem er sich durch Menschenseelen auf der Erde kundgab, selber als Schriftsteller aufgetreten. Daß er ein glänzender Schriftsteller ist, braucht nicht weiter zu verwundern; denn Ahriman ist ein großer, ein umfassender, ein gewaltiger Geist. Er ist nur eben derjenige Geist, der nicht zur Fortentwickelung der Menschheit auf der Erde im Sinne der guten Götter geeignet ist, sondern zu ihrer Bekämpfung. Auf seinem Gebiete ist er eine nicht nur durchaus brauchbare, sondern wohltätige Macht; denn diejenigen Wesenheiten, die auf einem Niveau des Weltgeschehens wohltätig sind, die sind auf einem anderen außerordentlich schädlich. Deshalb braucht nicht vorausgesetzt zu werden, wenn man die Werke Ahrimans charakterisieren will, daß diese Werke besonders abzukanzeln wären. Man kann sie sogar, wenn man sich dessen bewußt ist, was da vorliegt, bewundern. Aber man muß eben den ahrimanischen Charakter erkennen!
[ 17 ] Ahrimanism, however, has played a major role in the art of printing in modern times. Writing has, so to speak, become popular. And one thing has become possible—something that is just as wondrous, brilliant, and dazzling as it is, on the other hand, something that must be received with the full balance of the soul’s powers, yet must still be appreciated in its true significance. The first attempts are already evident, which, from the perspective of the Michael region, can be described as follows: Ahriman has appeared as a writer! In Michael circles, this is a significant event today. Ahriman as a writer! Not only have people been possessed by him, as I hinted at in connection with the outbreak of war, but Ahriman, by manifesting himself through human souls on Earth, has himself appeared as a writer. That he is a brilliant writer need not come as a surprise; for Ahriman is a great, all-encompassing, and mighty spirit. He is simply the spirit who is not suited to the further development of humanity on Earth in the sense of the good gods, but rather to opposing it. In his own realm, he is a power that is not only thoroughly useful but also beneficial; for those beings who are beneficial at one level of world events are, at another, extraordinarily harmful. Therefore, when characterizing Ahriman’s works, one need not assume that these works are particularly worthy of condemnation. One can even admire them, provided one is aware of what is at stake. But one must recognize the Ahrimanic character!
[ 18 ] Michael lehrt dies heute erkennen, wenn man auf ihn hinhören will. Denn die Michael-Schulung hat nachgewirkt, und man kann heute noch an sie herankommen. Dann lehrt sie, wie Ahriman als Schriftsteller zunächst einmal die Versuche gemacht hat, erste Versuche tief erschütternden, tragischen Charakters, die natürlich aufgetreten sind durch einen Menschen: «Der Antichrist» von Nietzsche, «Ecce homo», die Selbstbiographie Nietzsches, und alles das, was Notizen sind im «Willen zur Macht» — die glänzendsten Kapitel modernen Schriftstellertums, mit ihrem oftmals so teuflischen Inhalt! Ahriman hat sie geschrieben, seine Herrschaft über das ausübend, was in Buchstaben auf Erden durch die Druckkunst seiner Herrschaft unterworfen werden kann. Es hat Ahriman bereits so begonnen, als Schriftsteller aufzutreten, und er wird seine Arbeit fortsetzen. Und notwendig ist es in der Zukunft auf der Erde, Wachsamkeit haben zu können, damit man nicht alles, was einem in der Schriftstellerei entgegentritt, als gleichartig hinnimmt. Menschenwerke werden herauskommen, aber wissen müssen einzelne Menschen, daß einer sich schult, um einer der glänzendsten Schriftsteller in der nächsten Zukunft zu werden: Ahriman! Menschenhände werden die Werke schreiben, aber Ahriman wird der Schriftsteller sein. Wie einstmals die alten Evangelisten inspiriert waren und die Werke ihrer übersinnlichen Wesenheiten, die sie begeisterten, niedergeschrieben haben, so werden Ahrimans Werke von Menschen geschrieben werden.
[ 18 ] Michael teaches us to recognize this today, if we are willing to listen to him. For the Michael training has had a lasting effect, and we can still access it today. It then teaches how Ahriman, as a writer, first made his attempts—initial attempts of a deeply unsettling, tragic nature—which naturally emerged through a human being: Nietzsche’s The Antichrist, Ecce Homo (Nietzsche’s autobiography), and all those notes in The Will to Power — the most brilliant chapters of modern literature, with their often diabolical content! Ahriman wrote them, exercising his dominion over whatever on earth can be subjected to his rule through the art of printing. Ahriman has already begun to appear in this way as a writer, and he will continue his work. And in the future on Earth, it will be necessary to remain vigilant so that one does not accept everything one encounters in literature as being of the same kind. Human works will be published, but individual people must know that one is training to become one of the most brilliant writers in the near future: Ahriman! Human hands will write the works, but Ahriman will be the writer. Just as the ancient evangelists were once inspired and wrote down the works of the supersensible beings who inspired them, so too will Ahriman’s works be written by human beings.
[ 19 ] Und zweierlei wird es in der ferneren Entwickelungsgeschichte der Menschheit geben. Da wird die Bemühung sein müssen, dasjenige, was einstmals von Michael den prädestinierten Seelen in überirdischen Schulen gelehrt worden ist, fortzupflanzen in der irdischen Region, soweit es möglich sein kann, in der Anthroposophischen Gesellschaft andächtig in diesen Kenntnissen zu sein, und die, welche in den folgenden Inkarnationen nachkommen werden, darin zu unterrichten, bis das Ende des 20. Jahrhunderts da sein wird. Dann werden manche von denen, die diese Dinge heute zum ersten Mal erfahren, wieder zur Erde niedersteigen, was also bald sein wird. Auf der Erde aber wird mittlerweile vieles erscheinen, zahlreiches, was von Ahriman geschrieben sein wird. — Die eine Aufgabe der Anthroposophen wird sein: treulich die Michael-Weisheit zu pflegen, mit wohlmütigen Herzen zur MichaelWeisheit zu stehen und die erste Durchdringung der irdischen Intelligenz mit dem geistigen Michael-Schwert darin zu sehen, daß nun dieses geistige Michael-Schwert gehandhabt wird von den Herzen, in welche die Michael-Weisheit eingezogen ist, so, daß das Michael-Bild wie ein die einzelnen Anthroposophen begeisterndes Bild in einer neuen Gestalt erscheint: dastehend Michael in den Herzen der Menschen, unter seinen Füßen das, was ahrimanische Schriftstellerei sein wird. Es wird nicht jener äußeren Malerei bedürfen, die in der Dominikanerzeit oftmals das Bild fixiert hat: Oben die scholastischen Dominikaner mit ihren Büchern dastehend, unten die heidnische Weisheit, dargestellt durch Averroës, Avicenna und so weiter, die zu ihren Füßen zertreten werden — man sieht diese Bilder überall da, wo die Bekämpfung des Heidentums durch die christliche Scholastik im Bilde veranschaulicht werden sollte —, aber im Geiste wird man dieses Bild haben müssen: Ergebenheit gegenüber dem in die Welt hereinziehenden, auf der Erde die Intelligenz ergreifenden Michael, und Wachsamkeit — so daß man sich über sie erheben kann — gegenüber der glänzenden, blendenden, durch das ganze 20. Jahrhundert hindurch wirkenden Arbeit von Ahriman als Schriftsteller. Er wird an den sonderbarsten Stellen seine Werke schreiben, sie werden aber da sein, diese Werke, und seine Schüler bildet er sich heraus. Es erscheint gar manches schon in unserer Zeit, was zunächst die unterbewußten Seelen heranbildet, damit sie schnell sich wieder verkörpern und Werkzeuge werden können für Ahriman als Schriftsteller. Auf allen Gebieten wird er schreiben: Schreiben wird er in der Philosophie, schreiben wird er in der Poesie, schreiben wird er auf dem Gebiete der Dramatik und der Epik; schreiben wird er auf dem Gebiete der Medizin, der Jurisprudenz, der Soziologie! Auf allen Gebieten wird Ahriman schreiben!
[ 19 ] And there will be two aspects to the future history of humanity’s development. There will be the effort to carry forward into the earthly realm what was once taught by Michael to the predestined souls in superterrestrial schools—to the extent that this is possible—to remain devoted to this knowledge within the Anthroposophical Society, and to instruct those who will come in subsequent incarnations in this knowledge until the end of the 20th century arrives. Then some of those who are experiencing these things for the first time today will descend to Earth again—which will happen soon. On Earth, however, much will appear in the meantime—numerous writings that will be authored by Ahriman. — One task of the anthroposophists will be to faithfully cultivate the wisdom of Michael, to stand by this wisdom with good-natured hearts, and to see the first penetration of earthly intelligence by the spiritual sword of Michael in the fact that this spiritual sword of Michael is now wielded by the hearts into which the wisdom of Michael has entered, so that the image of Michael appears in a new form, inspiring each individual anthroposophist: Michael standing in the hearts of human beings, with what will be Ahrimanic writings at his feet. There will be no need for that external depiction which, in the Dominican era, often fixed the image: Above, the scholastic Dominicans standing with their books; below, pagan wisdom, represented by Averroes, Avicenna, and so on, trampled under their feet—one sees these images everywhere where the struggle against paganism by Christian scholasticism was to be illustrated—but in the spirit, one must hold this image: Surrender to Michael, who is drawing into the world and seizing intelligence on earth, and vigilance—so that one may rise above it—toward the brilliant, dazzling work of Ahriman as a writer, which has been at work throughout the entire 20th century. He will write his works in the most unusual places, but they will be there—these works—and he will cultivate his disciples. Much is already appearing in our time that initially shapes the subconscious souls so that they may quickly reincarnate and become instruments for Ahriman as a writer. He will write in all fields: he will write in philosophy, he will write in poetry, he will write in the fields of drama and epic poetry; he will write in the fields of medicine, jurisprudence, and sociology! Ahriman will write in all fields!
[ 20 ] Das wird die Situation sein, welcher die Menschheit wird entgegenzuleben haben mit dem Ende des Jahrhunderts. Und diejenigen, die heute noch jünger sind, werden manches sehen von dem, wie Ahriman als Schriftsteller auftritt. Auf allen Gebieten wird Wachsamkeit gebraucht werden und heiliger Enthusiasmus für die Michael-Weisheit.
[ 20 ] This will be the situation humanity will have to face as the century draws to a close. And those who are still young today will witness much of how Ahriman manifests himself as a writer. Vigilance will be needed in all areas, along with sacred enthusiasm for the wisdom of Michael.
[ 21 ] Meine lieben Freunde, können wir uns mit so etwas durchdringen, können wir in der Lage sein, im geistigen Leben uns so drinnenstehend zu fühlen, wie es im Sinne dieser Andeutungen liegt, dann werden wir uns als rechte Anthroposophen in die gegenwärtige Zivilisation hineinstellen. Dann werden wir vielleicht doch immer mehr und mehr verspüren, daß eben ein neuer Zug von der Weihnachtstagung am Goetheanum ausgeht, daß im Grunde genommen der Anthroposophischen Gesellschaft jetzt erst dasjenige vorgehalten wird, worin sie sich wie in einem «Weltenspiegel» selber sehen kann, und daß auch der einzelne mit seinem ihn in die Anthroposophische Gesellschaft hineinführenden Karma sich gespiegelt sehen kann.
[ 21 ] My dear friends, if we can take such things to heart, if we can feel so deeply immersed in spiritual life as these hints suggest, then we will take our place in today’s civilization as true anthroposophists. Then perhaps we will increasingly sense that a new impulse is indeed emanating from the Christmas Conference at the Goetheanum, that, in essence, the Anthroposophical Society is now finally being presented with that in which it can see itself as in a “mirror of the worlds,” and that the individual, too, with the karma that has led him or her into the Anthroposophical Society, can see himself or herself reflected there.
[ 22 ] Das ist das, was ich Ihnen zunächst habe durch diese Vorträge ans Herz legen wollen. Denn zu den Herzen soll vorzugsweise gesprochen werden. Die Herzen müssen die Helfer des Michael werden in der Eroberung der vom Himmel auf die Erde gefallenen Intelligenz. Wie die alte Schlange von Michael zertreten werden mußte, so muß die zur Schlange gewordene Intelligenz von Michael erobert werden, spiritualisiert werden. Und überall, wo sie als Widerpart auftritt — nicht spiritualisiert, sondern ins Geistige ahrimanisiert —, da muß sie in der richtigen Weise erkannt werden durch die an der Michael-Gesinnung heranerzogene Wachsamkeit des anthroposophischen Geistes.
[ 22 ] This is what I first wanted to impress upon you through these lectures. For it is to the hearts that we must speak above all else. The hearts must become Michael’s helpers in the conquest of the intelligence that has fallen from heaven to earth. Just as the ancient serpent had to be crushed by Michael, so too must the intelligence that has become a serpent be conquered by Michael and spiritualized. And wherever it appears as an adversary—not spiritualized, but Ahrimanized into the spiritual realm—it must be recognized in the proper way through the vigilance of the anthroposophical spirit, nurtured by the Michaelic attitude.
