Initiate Consciousness
True and False Paths of Spiritual Research
GA 243
15 August 1924, Torquay
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Initiate Consciousness, tr. SOL
5. Das innere Beleben der Seele durch die Eigenschaften des Metallischen
5. Revitalizing the Soul from Within Through the Qualities of Metal
Der Kupferzustand des Menschen
Copper Status in Humans
[ 1 ] Ich habe versucht, auf der einen Seite zu zeigen, wie der Mensch zu anderen Bewußtseinszuständen kommt, als diejenigen sind, die er im gewöhnlichen Leben des heutigen Alltags hat. Und ich hatte dann versucht zu zeigen, wie der historische Gang der Menschheitsentwikkelung aufweist, daß die Menschheit nicht immer in demselben Bewußtseinszustande erkennend und handelnd gelebt hat, in dem sie heute lebt. Ich habe dann Ihren Blick versucht hinzulenken auf die Bewußtseinszustände der Erkennenden im 10., 11., 12. Jahrhundert im Zusammenhange mit der Art und Weise, wie damals die Erkenntnis gepflegt worden ist, zum Beispiel von der Schule von Chartres, und ich habe darauf hingewiesen, wie im Zusammenhange damit Erkenntnisse entstanden sind, die nicht den heutigen Bewußtseinszuständen angehören, etwa bei einer Persönlichkeit wie dem großen Lehrer Dantes, bei Brunetto Latini. Ich habe dann gestern versucht, weiter zurück den Blick zu lenken auf die besondere Art und Weise, wie sich der Mensch zur Welt verhalten hat etwa in den Mysterien von Ephesus. Wir sehen da, wie die Menschen durchaus in anderen Bewußtseinszuständen gelebt haben, wenn auch diese ziemlich verwandt sind dem gegenwärtigen alltäglichen und wissenschaftlichen Bewußtsein.
[ 1 ] On the one hand, I have tried to show how human beings arrive at states of consciousness different from those they experience in their ordinary, everyday lives today. And I then tried to show how the historical course of human development demonstrates that humanity has not always lived, in terms of cognition and action, in the same state of consciousness in which it lives today. I then tried to direct your attention to the states of consciousness of the thinkers of the 10th, 11th, 12th centuries in connection with the way knowledge was cultivated at that time—for example, by the School of Chartres—and I pointed out how, in connection with this, insights arose that do not belong to today’s states of consciousness, as seen, for instance, in figures such as Dante’s great teacher, Brunetto Latini. Yesterday I then attempted to cast my gaze further back in time to the particular way in which human beings related to the world, for example, in the Mysteries of Ephesus. There we see how people lived in entirely different states of consciousness, even if these are quite closely related to present-day everyday and scientific consciousness.
[ 2 ] Nun möchte ich heute in jener Betrachtung fortfahren, in welche das Historische zunächst eine Art von Episode hineingebracht hat. Ich habe bemerkt, wie die Metallität, die eigentliche Substantialität des Mineralischen im Verhältnisse zum Menschen und zu seinen Bewußtseinszuständen steht. Aus der Verwandtschaft des Menschen mit dem, was man als das Metall Kupfer bezeichnet, habe ich jenen Bewußtseinszustand des Menschen ersichtlich gemacht, der erreicht werden kann so, wie ich es beschrieben habe, der dann zu der Möglichkeit führt, die Erlebnisse des Toten, des sogenannten Toten, über den Zeitpunkt hinaus zu verfolgen, da er durch die Pforte des Todes gegangen ist.
[ 2 ] Today I would like to continue the reflection in which historical considerations initially introduced a sort of digression. I have noted how metallicity—the very substance of the mineral realm—relates to the human being and to the states of human consciousness. From the kinship between the human being and what is called the metal copper, I have elucidated that state of consciousness which can be attained as I have described it—a state that then leads to the possibility of following the experiences of the dead, the so-called dead, beyond the moment when they have passed through the gate of death.
[ 3 ] Nun müssen wir uns darüber klar sein, daß durch jenes halbpathologische Erlebnis, das ich Ihnen angedeutet habe, durch eine Art Sonnenstich, Brunetto Latini etwa in eine solche Art der Erkenntnis, wie ich sie Ihnen ja vorgestern beschrieben habe, hineingekommen ist. Und in der Tat, was er beschreibt, was ihm durch die Inspiration der Göttin Natura geworden ist, das kann ja erreicht werden in diesem unserem gewöhnlichen Zustande nächstverwandten Bewußtseinszustand — denn es ist ein unserem gewöhnlichen Bewußtseinszustand sehr verwandter —, der da verfolgt die Erlebnisse, die die Toten unmittelbar in den Jahren durchmachen, nachdem sie durch des Todes Pforte gegangen sind. Und ich sagte, es ist ein viel realerer Zustand. Man steht da drinnen in einer Welt, die stärker drückt, stärker leuchtet, die alles stärker vollbringt als unsere gewöhnliche physische Welt. Nur dadurch, daß das so ist, kann man dasjenige mitmachen, was der durchmacht, der vor kurzem durch des Todes Pforte gegangen ist.
[ 3 ] Now we must be clear that through that semi-pathological experience I have hinted at—a sort of sunstroke—Brunetto Latini entered into a state of insight similar to the one I described to you the day before yesterday. And in fact, what he describes—what came to him through the inspiration of the goddess Natura—can indeed be attained in this state of consciousness most closely related to our ordinary state—for it is very similar to our ordinary state of consciousness—which traces the experiences that the dead undergo immediately in the years following their passage through the gate of death. And I said, it is a much more real state. One stands there in a world that exerts a stronger pull, shines more brightly, and accomplishes everything more intensely than our ordinary physical world. It is only because this is so that one can share in what one who has recently passed through the gate of death is experiencing.
[ 4 ] Aber diese Welt, sie zeigt ja zugleich etwas ganz Besonderes. Wenn man sich in dieser Welt, die ich so beschrieben habe, befindet, dann kann man in dem Augenblicke, in dem man in diesem Bewußtseinszustande ist, nicht hinschauen auf seine gewöhnlichen Tageserlebnisse, auf dasjenige, was man im gewöhnlichen Leben durchmacht, sondern man sieht von seinem eigenen Leben nur das, was unmittelbar dem Betreten des Erdenlebens vorangegangen ist, was man durchgemacht hat noch in der geistigen Welt, bevor man das Erdenleben betreten hat. So daß man also sagen muß: Mit diesem Bewußtseinszustande ist man für den Menschen gar nicht in derselben Welt, in der man gewöhnlich ist.
[ 4 ] But this world also reveals something quite special. When one finds oneself in this world, which I have described in this way, then, in the very moment one is in this state of consciousness, one cannot look upon one’s ordinary daily experiences—upon what one goes through in ordinary life—but rather one sees of one’s own life only what immediately preceded one’s entry into earthly life, what one experienced while still in the spiritual world before entering earthly life. So one must say: In this state of consciousness, one is not at all in the same world as human beings usually are.
[ 5 ] Stellen Sie sich das graphisch vor. Wenn man in diesem Zeitpunkt geboren ist (es wird gezeichnet) und nun weiterlebt: In dem Augenblicke, wo man, wenn ich es so nennen darf, in den Kupferzustand kommt — Sie verstehen das nach dem vorgestrigen Vortrage —, ist man nicht, wenn man zum Beispiel vierzig Jahre alt geworden ist, mit seinem Erkennen in der Gegenwart. Man ist aber auch nicht mit seinem Erkennen etwa im fünfunddreißigsten oder dreißigsten Jahre, sondern man kann nur zurückgehen zu dem, was man in der geistigen Welt vor seiner Geburt unmittelbar erlebt hat. Man kann das für sich, man kann das für andere Menschen, man kann aber nicht dasjenige erfassen, in dem man im Alltag drinnensteht. Das gilt aber nur wiederum für den Menschen.
[ 5 ] Imagine this visually. If you were born at this point in time (it is drawn) and continue living: At the moment when you, if I may call it that, enter the “copper state”—you understand this from the lecture the day before yesterday—you are not, for example, at the age of forty, in the present with your awareness. Nor, however, is one’s awareness situated, say, at the age of thirty-five or thirty; rather, one can only go back to what one directly experienced in the spiritual world before one’s birth. One can do this for oneself, one can do this for other people, but one cannot grasp that which one is immersed in during everyday life. But this, again, applies only to human beings.
[ 6 ] Für die Tiere gilt das, daß man zwar nicht dasjenige, was sie physisch sind in der physischen Welt, so sieht wie sonst, sondern man sieht hinauf in die nächste Welt und sieht das, was ich Gattungs- oder Artenseele genannt habe. Man sieht gewissermaßen die Aura der Tiergattungen. Aber man sieht überhaupt, wenn man dann hinausschaut in die Welt, diese Welt verändert, und man lernt etwas erkennen, was eigentlich recht wichtig ist für die Menschheit, aber im gegenwärtigen, materialistisch gesonnenen Zeitalter gar nicht berücksichtigt wird.
[ 6 ] In the case of animals, although one does not perceive what they physically are in the physical world in the usual way, one looks up into the next world and perceives what I have called the “genus soul” or “species soul.” In a sense, one sees the aura of the animal genera. But when one looks out into the world, one sees that this world has changed, and one begins to recognize something that is actually quite important for humanity, yet is completely overlooked in the present, materialistically minded age.
[ 7 ] Wenn man mit alledem, was man heute lernen kann bis hinauf in die höchste Universitätswissenschaft aller Fakultäten, vor dasjenige Wesen hintritt, das ja noch da ist als Göttin Natura, von dem im lebendigen Sinne die Lehrer der Schule von Chartres gesprochen haben, gesprochen hat Bernardus Silvestris, Alanus ab Insulis und andere, wenn man vor dieses Wesen hintritt, dann fühlt man sich gerade mit seinem heutigen Erkennen in einer recht unwissenden Stimmung. Denn man sagt sich: Du weißt ja eigentlich nach dem heutigen Wissen und Erkennen nur etwas, was auf diejenige Welt, die du zwischen Geburt und Tod durchlebst, Bezug hat, und was schon nicht mehr wahr ist, wenn du nur in die nächste spirituelle Welt mit deinem Bewußtsein so untertauchst, daß du den Toten noch über den Tod hinaus verfolgen kannst.
[ 7 ] When one approaches, with all that one can learn today—right up to the highest levels of university scholarship across all faculties—that being which still exists as the Goddess Nature, of whom the teachers of the School of Chartres spoke in a living sense, of whom Bernardus Silvestris spoke, Alanus ab Insulis, and others—when one stands before this being, one feels, precisely with one’s present-day knowledge, in a state of profound ignorance. For one says to oneself: According to today’s knowledge and understanding, you actually know only what pertains to the world you experience between birth and death—and what is no longer true the moment you immerse your consciousness in the next spiritual world to such an extent that you can follow the dead even beyond death.
[ 8 ] Wir lernen Chemie. Aber das, was wir in der Chemie lernen, das gilt nur für die Welt, in der wir leben zwischen Geburt und Tod. Die ganze Chemie hat keine Bedeutung in der Welt, in der man den Toten nach dem Tode verfolgt. Alles, was man hier lernt in der physischen Welt, hat für jene Welt gar keine Bedeutung, es ist nur eine Erinnerung, wenn man darinnen ist in jener Welt. Und diese Welt, in der man dann darinnen ist, die geht einem eben sogleich auf, und man fühlt, die Welt, in der man so viel gelernt hat, diese alltägliche Welt, die schwindet. Die andere Welt geht sogleich auf.
[ 8 ] We study chemistry. But what we learn in chemistry applies only to the world in which we live between birth and death. All of chemistry has no meaning in the world where the dead are pursued after death. Everything one learns here in the physical world has no meaning at all for that world; it is merely a memory once one is in that world. And this world—the one one then finds oneself in—immediately reveals itself, and one feels that the world in which one has learned so much—this everyday world—is fading away. The other world immediately reveals itself.
[ 9 ] Nehmen wir an, wir haben in dieser Welt, in der wir zwischen der Geburt und dem Tode stehen, einen Berg. Der Berg ist uns für diese Welt recht dicht. Wir schauen ihn zunächst von der Ferne. Er wirft uns das Licht zurück, das ihm die Sonne gibt. Wir sehen ihn in seinen Formen, in seinen Konturen. Wir gehen hin. Wir kommen ihm näher und immer näher. Wir fühlen, daß er uns Widerstand bietet, wenn wir ihn betreten. Er macht auf uns den Eindruck des Realen. Jetzt sind wir in einer anderen Welt. Alles das, wovon wir gesagt haben, es ist fest, das hört auf, scheint es, eine Bedeutung zu haben, und es ist etwas, was wie aus dem Berg herauskommt, immer größer und größer wird, was uns den Eindruck macht einer anderen Realität.
[ 9 ] Let’s suppose we have a mountain in this world, in which we exist between birth and death. The mountain appears quite close to us in this world. At first, we look at it from a distance. It reflects back to us the light that the sun casts upon it. We see it in its shapes, in its contours. We walk toward it. We get closer and closer to it. We feel that it offers resistance when we step onto it. It gives us the impression of being real. Now we are in a different world. Everything we said was solid seems to cease to have any meaning, and there is something that emerges from the mountain, growing larger and larger, which gives us the impression of a different reality.
[ 10 ] Und weiter, wir sehen, wenn wir hier in der alltäglichen Welt stehen, über dem Berg die Wolke. Wir sind überzeugt, die ist da oben als zusammengedichteter Dunst. Sie hört ebenso auf, ihre Realität zu haben. Wiederum etwas ganz anderes kommt heraus aus dieser Wolke. Was da herauskommt, verbindet sich mit dieser nach und nach verschwindenden Wolke und dem Berg, und etwas Neues kommt heraus, eine neue Realität ist da, was nicht etwa bloß ein Nebel ist, sondern was Gestalt hat. Und so mit allen Dingen. Wir sehen eine Menge Dinge hier, zum Beispiel viele Menschen. In dem Augenblick, wo sie in die geistige Welt eintreten, verschwinden die scharfen Konturen. Sie müssen sich schon zu dem Gedanken bequemen, meine Damen, daß man all Ihre schönen Kleider dann nicht mehr sieht. Dagegen ersteht aus alledem, was da sitzt, das Seelisch-Geistige. Aber aus der Umgebung kommt dasjenige heran, was geheimnisvoll in Luft und in der ganzen Umgebung waltet. Das kommt heran. Fine neue Welt entsteht. Und in dieser Welt ist der Tote nach dem Tode.
[ 10 ] And furthermore, when we stand here in the everyday world, we see the cloud above the mountain. We are convinced that it is up there as a mass of mist. It, too, ceases to have its own reality. Once again, something entirely different emerges from this cloud. What emerges from it merges with this gradually disappearing cloud and the mountain, and something new emerges—a new reality is there, which is not merely a mist, but something that has form. And so it is with all things. We see a great many things here, for example, many people. The moment they enter the spiritual world, their sharp contours disappear. You must resign yourselves to the thought, ladies, that all your beautiful clothes will no longer be visible. In contrast, the soul-spiritual emerges from all that is seated there. But from the surroundings comes that which mysteriously reigns in the air and throughout the entire environment. That draws near. A fine new world comes into being. And in this world is the dead person after death.
[ 11 ] Aber nun werden wir ein anderes gewahr. Wir bemerken ein anderes. Wenn diese Welt nicht wäre, in die wir jetzt eingetreten sind, wenn diese Welt nicht überall auch vorhanden wäre, wo die Welt vorhanden ist, die wir zwischen Geburt und Tod durchblicken, dann hätten wir keine Augen und keine Ohren, überhaupt keine Sinne als Menschen. Denn die Welt, die der Chemiker beschreibt, der Physiker beschreibt, die kann uns keine Sinne geben. Wir wären ganz ohne Sinne, wir wären blind und taub. Die Sinne würden sich nicht in uns bilden.
[ 11 ] But now we become aware of something else. We notice something else. If this world—the one we have now entered—did not exist, if this world were not present everywhere that the world we perceive between birth and death is present, then we would have no eyes and no ears—no senses at all as human beings. For the world described by the chemist and the physicist cannot give us any senses. We would be completely without senses; we would be blind and deaf. Our senses would not develop within us.
[ 12 ] Sehen Sie, das ist das Überraschende gewesen, als dieser Brunetto Latini von Spanien herübergekommen ist, in die Nähe seiner Vaterstadt Florenz gekommen ist und diesen leisen Sonnenstich hatte und dadurch versetzt wurde in diese andere Welt. Da merkte er: Deine Sinne hast du aus dieser anderen Welt. Du wärest als Mensch sinnenlos, wenn diese andere Welt nicht durchdränge die gewöhnliche Welt, die du sonst siehst. Du stehst also als Mensch dadurch, daß dir deine Sinne eingesetzt sind in deinen Körper, im Zusammenhang mit dieser zweiten Welt.
[ 12 ] You see, that was the surprising thing: when Brunetto Latini came over from Spain, approached his hometown of Florence, and suffered this mild sunstroke that transported him into this other world. Then he realized: Your senses come from this other world. As a human being, you would be senseless if this other world did not permeate the ordinary world that you otherwise see. Thus, as a human being, you are connected to this second world through the fact that your senses are embedded in your body.
[ 13 ] Und zu allen Zeiten hat man diese zweite Welt — wir können den Ausdruck beibehalten — die Welt der Elemente genannt. Da drinnen hat es keinen Sinn, zu sprechen von Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff und so weiter. Davon können wir reden zwischen Geburt und Tod. Da drinnen hat es nur einen Sinn, zu sprechen von den Elementen Erde, Wasser, Luft, Feuer und Licht und so weiter. Denn das Spezifische von Wasserstoff, Sauerstoff und so weiter hat gar keinen Bezug zu unseren Sinnen. Was der Chemiker findet an dem Geruch von Veilchen oder von Asa foetida, daß das eine einen sehr sympathischen, das andere einen höchst unsympathischen Geruch hat, was da chemisch gefunden wird, mit Namen von Stoffen bezeichnet wird, hat keine Bedeutung. Dagegen ist das alles, was da wirkt als Geruch, durchgeistigt. Luftförmig müßte man es bezeichnen im Sinne der Welt, in die der Tote unmittelbar nach dem Tode eintritt, aber differenzierte Luft, überall durchgeistigte Luft. So daß unsere Sinne wurzeln in der Elementenwelt, in der Welt, wo es noch einen Sinn hat, von Erde, Wasser, Feuer, Luft zu sprechen.
[ 13 ] And throughout history, this second world—we can stick with that term—has been called the world of the elements. Within it, it makes no sense to speak of oxygen, hydrogen, nitrogen, and so on. We can speak of those between birth and death. Within it, it makes sense only to speak of the elements earth, water, air, fire, and light, and so on. For the specific properties of hydrogen, oxygen, and so on have absolutely no relation to our senses. What the chemist finds in the scent of violets or of Asa foetida—that one has a very pleasant scent and the other a highly unpleasant one—what is discovered chemically and designated by the names of substances has no significance. In contrast, everything that acts as a scent there is spiritualized. In the sense of the world into which the dead enter immediately after death, one would have to describe it as air-like—but differentiated air, air that is spiritualized throughout. Thus, our senses are rooted in the world of the elements, in the world where it still makes sense to speak of earth, water, fire, and air.
[ 14 ] Sehen Sie, da kommt uns gegenüber einem falschen Gedanken der richtige Gedanke. Wie verhält sich der moderne Philosoph, der ja, wie er selber sagt, verständig, vernünftig geworden ist, der die Naivität der Anschauungen früherer Zeiten überwunden hat? Er sagt: Nun, die Anschauungen früherer Zeiten waren grob. Die haben nur von den groben Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft gesprochen. Wir wissen, daß es siebzig bis achtzig Elemente gibt, nicht vier oder fünf. — Würde ein Grieche auferstehen — so wie er damals war, nicht in Wiederverkörperung — und würde sich das sagen lassen müssen, dann würde er sagen: Ja, ganz gewiß, ihr habt ja Sauerstoff, Wasserstoff und so weiter, das sind eure Elemente. Aber ihr habt vergessen, was wir in unseren vier Elementen hatten. Das seht ihr nicht mehr. Von dem wißt ihr nichts mehr. Aber mit all euren zweiundsiebzig oder fünfundsiebzig Elementen würden niemals Sinne entstehen, denn die entstehen aus den vier Elementen. Wir kannten den Menschen daher besser. Wir wußten, wie sich dieses Äußere, Peripherische, das von Sinnen durchsetzt ist, im Menschen bildet.
[ 14 ] You see, when we encounter a false idea, the correct idea comes to us. How does the modern philosopher behave—one who, as he himself says, has become sensible and rational, and who has overcome the naivety of the views of earlier times? He says: Well, the views of earlier times were crude. They spoke only of the crude elements—earth, water, fire, and air. We know that there are seventy to eighty elements, not four or five.” —If a Greek were to rise from the dead—just as he was back then, not in reincarnation—and were forced to hear this, he would say: “Yes, certainly, you have oxygen, hydrogen, and so on; those are your elements. But you have forgotten what we had in our four elements. You no longer see that. You know nothing more about it. But with all your seventy-two or seventy-five elements, the senses would never arise, for they arise from the four elements. We therefore knew human beings better. We knew how this outer, peripheral aspect—which is permeated by the senses—forms within the human being.
[ 15 ] Die Eindrücke, die von solchen alten, an die Initiation nahe herangekommenen Menschen, wie Brunetto Latini einer war, empfangen wurden, die können wir ja nur würdigen, wenn wir sie auf ihre Gemütstatsache hin würdigen, wenn wir das Überraschende, Frappierende, das die Seele Aufregende und Hinnehmende ins Auge fassen. Natürlich, wenn jemand bis dahin geglaubt hat, was seine Augen hier sehen, seine Ohren hier hören, das sei das Reale, und er kommt dann darauf, daß dieses Reale nicht einmal Auge und Ohr hervorbringen könnte, sondern daß da dasjenige dahinter sein muß hinter diesem Realen, was ich hier beschrieben habe, dann wirkt das natürlich zunächst erschütternd.
[ 15 ] We can only truly appreciate the impressions received by such ancient individuals—who, like Brunetto Latini, had come close to initiation—if we consider them in terms of their emotional impact, if we take into account what is surprising, striking, and what stirs and captivates the soul. Of course, if someone has believed up to that point that what their eyes see here and their ears hear here is reality, and they then come to realize that this reality could not even be produced by the eye or the ear—but that there must be something behind this reality, something like what I have described here—then this naturally has a shattering effect at first.
[ 16 ] Und das wiederum ist das Wesentliche, daß wir zu keiner solchen Erkenntnis kommen können, wenn wir in der gewöhnlichen toten Weise der Natur gegenüberstehen und bleiben, wie wir es sonst tun. Es beginnt sogleich alles zu leben, wenn wir in diese Welt eintreten. Wir sagen uns: Ja, der Berg, den wir kennen, er ist tot. Wir haben gar nicht gewußt, daß in dem etwas lebt. Aber es lebt etwas in ihm. Jetzt ist es da. Die Wolke erschien uns früher tot; jetzt erscheint das Lebende, das in ihr ist, das wir früher nicht gesehen haben. Alles wird lebendig. Aber in diesem lebendigen Weben offenbart sich eben auch wiederum Wesenhaftes.
[ 16 ] And that, in turn, is the crux of the matter: we cannot arrive at such an insight if we approach nature in the usual, lifeless way and remain as we otherwise do. Everything immediately comes to life when we enter this world. We say to ourselves: Yes, the mountain we know—it is dead. We had no idea that anything was alive within it. But something is alive within it. Now it is there. The cloud used to seem dead to us; now the life within it—which we did not see before—becomes apparent. Everything comes to life. But within this living movement, the essential nature of things is also revealed.
[ 17 ] Da drücken wir nicht aus unserem Gehirn Naturgesetze heraus, sondern da stehen wir einer geistigen, einer spirituellen Wesenheit, eben der Wesenheit Natura gegenüber, die uns sagt dieses, die uns zeigt dieses, die uns reale Mitteilungen macht. Und es wird eine Tatsache, daß man sich über die Tatsachen, die da sind in unserer Umgebung, mit Wesen einer übersinnlichen Welt verständigt. So tritt man eben ein aus dem bloß Abstrakten der Gesetzhaftigkeit der Welt in das Wesenhafte, wo man sich, statt daß man Naturgesetze durch Experiment und Nachdenken zusammenbringt, Wesen einer anderen Welt gegenüberfühlt, die für die Erkenntnis Mitteilungen machen, weil sie das wissen, was wir als Menschen erst lernen sollen.
[ 17 ] There, we do not extract the laws of nature from our own minds, but rather we stand face to face with a spiritual being—the very being of Nature—who tells us this, shows us this, and conveys real messages to us. And it becomes a fact that we communicate with beings from a supersensible world through the facts that exist in our surroundings. In this way, one moves from the purely abstract realm of the world’s laws into the realm of essence, where, instead of deriving natural laws through experimentation and reflection, one senses the presence of beings from another world who convey knowledge to us because they know what we, as human beings, have yet to learn.
[ 18 ] Und so kommt man hinein auf einem rechten Wege in die geistigen Welten. Man kommt dann dahinter: Würdest du nur Sinne haben, würde nur das Auge mit seinen Sehnerven, die Nase mit ihren Riechnerven, das Ohr mit den Gehörnerven da sein, und würden sich diese Nerven alle bloß verbinden nach rückwärts, so würdest du gar nicht darauf kommen, daß es Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff und so weiter gibt, daß es alle diese Dinge gibt, die man zwischen Geburt und Tod als Mensch wahrnimmt. Man würde hineinschauen in die Welt der Elemente. Überall würde man Erde, Wasser, Luft, Feuer schauen. Und dasjenige, was als weitere Differenzierung des Festen, Erdigen, des Flüssigen, Wässerigen da wäre, würde einen so wenig interessieren wie den Millionär das kleine Geld. Man würde sich einfach nicht dafür interessieren. Aus unseren Nerven, die von den Sinnen ausgehen, als Sinnesmenschen wissen wir von der elementarischen Welt. Und in dem Augenblicke, wo wir dies, was ich erzählt habe, gewahr werden, werden wir auch gewahr, daß ja bei uns als Menschen die Sinnesnerven zurückgehen, sich mehr differenzieren, mehr vervollkommnen, da etwas darinnen noch ausbilden wie Gehirn. Dadurch kommen wir nicht mehr in uns hinein, sondern mehr aus uns heraus, und wir fügen zu dem Wesen der vier Elemente: Erde, Feuer, Wasser, Luft, das andere hinzu, was wir eben sonst lernen zwischen Geburt und Tod.
[ 18 ] And this is how one enters the spiritual worlds by the right path. One then realizes: If you had only your senses—if only the eye with its optic nerves, the nose with its olfactory nerves, and the ear with its auditory nerves were present—and if all these nerves were connected only backward, you would never even occur to think that oxygen, hydrogen, nitrogen, and so on exist, that all these things exist which one perceives as a human being between birth and death. You would look into the world of the elements. Everywhere you would see earth, water, air, and fire. And whatever further differentiation existed between the solid, earthy, and the liquid, watery would interest you as little as small change interests a millionaire. One would simply not be interested in it. Through our nerves, which extend from the senses, we as sensory beings know of the elemental world. And the moment we become aware of what I have described, we also become aware that, in us as human beings, the sensory nerves recede, become more differentiated, more perfected, as something within us—such as the brain—is still developing. As a result, we no longer turn inward but rather outward, and we add to the essence of the four elements—earth, fire, water, air—that other aspect which we otherwise learn between birth and death.
[ 19 ] Aber dieses ganze Gehirn, das sich aufstülpt aus den nach rückwärts gehenden Sehnerven, Gehörnerven und so weiter, dieses ganze Gehirn, das uns so wertvoll ist als Menschen, das hat ja nur eine Bedeutung zwischen Geburt und Tod. Was da in der Schädeldecke drinnen noch besonders aufgestülpt ist beim Menschen, hat nur eine Bedeutung für das irdische Leben. Das Gehirn ist das Allerunbedeutendste für die geistige Welt. Daher muß man schon das Gehirn wieder ausschalten, wenn man nur in die erste Welt, die an die unsere angrenzt, hineinkommen will. Das Gehirn muß man ausschalten. Das ist ein furchtbar störendes Organ für die höhere Anschauung. Und man muß mit dem ausgeschalteten Gehirn gleich wiederum in den Sinnen leben, aber jetzt in die Sinne hineingedrückt haben das erweckte Spirituelle; dann bekommt man die Imagination. Die Sinne nehmen sonst Sinnesbilder wahr in der äußeren physischen Welt und die setzt das Gehirn um in die abstrakten Gedanken, in diese toten, abstrakten Gedanken. Schaltet man das Gehirn aus, lebt man wiederum in den Sinnen, dann empfindet man alles wiederum in Imaginationen. Das wird man gewahr. Dann eben weiß man auch, daß das Untertauchen in tiefere Lebenszustände verbunden ist mit dem Entwickeln höherer geistiger Bewußtseinszustände als wir sie im gewöhnlichen Leben haben.
[ 19 ] But this entire brain, which protrudes from the backward-extending optic nerves, auditory nerves, and so on—this entire brain, which is so precious to us as human beings—has significance only between birth and death. What is particularly protruding inside the skull in human beings has significance only for earthly life. The brain is the most insignificant thing of all for the spiritual world. Therefore, one must switch off the brain again if one wishes to enter even the first world, the one adjacent to ours. One must switch off the brain. It is a terribly disruptive organ for higher perception. And with the brain switched off, one must immediately return to living through the senses, but now with the awakened spiritual imprinted upon the senses; then one attains imagination. Otherwise, the senses perceive sensory images in the outer physical world, and the brain transforms these into abstract thoughts—those dead, abstract thoughts. If one shuts down the brain, one lives once again in the senses, and then one perceives everything once again in images of the imagination. One becomes aware of this. Then one also knows that immersing oneself in deeper states of life is connected with the development of higher spiritual states of consciousness than we have in ordinary life.


[ 20 ] Unsere Sinne, die ja an unserer Oberfläche sind, Auge, Ohr, die nehmen fortwährend diese Welt wahr (siehe Zeichnung, rot). Da stehen wir, meine sehr verehrten Anwesenden. Unsere Sinne, die an unserer Oberfläche sind, die schauen diese elementarische Welt. Die schauen auch noch die Toten darinnen, Jahre nachdem sie gestorben sind. Daß das alles ausgelöscht ist, das rührt davon her, daß hinter den Sinnen das Gehirn ist (orange). Jetzt stehe ich da mit meinem Gehirn, meinen Sinnen. Dieser Mensch, der an meiner äußeren Oberfläche liegt, der schaut darinnen die geistige Welt, der schaut darinnen die Toten in den Jahren nach dem Tode. Aber mein Gehirn, das löscht das alles aus, löscht aus Erde, Wasser, Feuer, Luft; und ich schaue hin auf das, was in scharfen Konturen da ist als physische Welt, was nur da ist für die Welt, die ich zwischen Geburt und Tod durchlebe. Es ist eine Welt da ganz anderer Art. Ich lösche sie durch mein Gehirn aus und schaue auf die Welt, die eben dem Menschen als die Welt des gewöhnlichen Bewußtseins bekannt ist.
[ 20 ] Our senses, which are, of course, on our surface—the eye, the ear—constantly perceive this world (see drawing, red). That is where we stand, my esteemed audience. Our senses, which are located on our surface, perceive this elemental world. They also perceive the dead within it, years after they have died. The fact that all of this is erased stems from the fact that behind the senses lies the brain (orange). Now I stand here with my brain and my senses. This human being, who lies on my outer surface, perceives the spiritual world within it; he perceives the dead within it in the years following their death. But my brain erases all of that—it erases earth, water, fire, and air—and I look upon what is there in sharp contours as the physical world, which exists only for the world I experience between birth and death. There is a world there of a completely different kind. I erase it through my brain and look upon the world that is known to human beings as the world of ordinary consciousness.
[ 21 ] Und so besteht ja für den neueren Menschen jene Meditation, von der ich gestern gesprochen habe. Für den älteren Menschen bestand nach jener Meditation auch noch der Genuß von solchen Metallitäten, wie ich es gestern auseinandergesetzt habe. So besteht ja das Versetzen zunächst in den nächsten Bewußtseinszustand darin, daß man das Gehirnbewußtsein ausschaltet und mit dem Geiste untertaucht in das Bewußtsein, das unsere Augen, Ohren haben. Die Tiere haben das auch, denn die haben physisch das Gehirn hinter den Sinnen nicht entwickelt. Nur haben sie nicht in sich die Ich-begabte Seele, so daß sie in ihre Sinne nicht untertauchen können mit dem Geiste. Sie tauchen nur mit dem Grob-Seelischen unter, sehen daher nicht dasjenige, was der Mensch, wenn er mit dem Geiste in seine Sinne untertaucht, in der Umgebung sehen kann. Aber in derselben Art sehen die Tiere; niedrig, nicht individuell hoch, sehen die Tiere.
[ 21 ] And so, for the modern person, there is that form of meditation I spoke of yesterday. For the older person, that meditation was followed by the enjoyment of such “metallic states,” as I explained yesterday. Thus, the transition into the next state of consciousness consists, first of all, in switching off brain consciousness and, with the spirit, immersing oneself in the consciousness of our eyes and ears. Animals have this as well, for they have not physically developed the brain behind the senses. However, they do not possess the soul endowed with the “I,” so they cannot immerse themselves in their senses with the spirit. They immerse themselves only with the gross-soul aspect and therefore do not see what a human being can see in their surroundings when they immerse themselves in their senses with the spirit. But animals see in the same way; they see at a low level, not at a high, individual level.
[ 22 ] Das Mysterium des Merkur
[ 22 ] The Mystery of Mercury
[ 23 ] Was ich nun weiter über die Metallität, also über das eigentlich Substantielle des Mineralischen sagen werde, bitte ich Sie, meine verehrten Damen und Herren, mit all der Reserve ausgestattet zu betrachten, auf die ich gestern aufmerksam gemacht habe, und die ich zusammengefaßt habe in den Satz: Das innere Beleben der Seele durch die Eigenschaften des Metallischen, also das Ausbilden gewissermaßen eines inneren Zusammenlebens mit der Metallität in einem moralischen Sinne, das gehört für den heutigen Menschen der wirklichen spirituellen Entwickelung an. Das Beibringen von Metallität an den menschlichen Organismus, das gehört in den Bereich des Arztes. Also mit dieser Reserve bitte ich Sie, alles das aufzunehmen, was ich nun noch zu sagen haben werde über das Mysterium von anderen Metallen als die, welche ich schon besprochen habe.
[ 23 ] What I am about to say next regarding metallicity—that is, the very essence of the mineral realm—I ask you, ladies and gentlemen, to consider with all the caution to which I drew your attention yesterday and which I summarized in the following sentence: The inner enlivening of the soul through the properties of the metallic—that is, the development, so to speak, of an inner coexistence with metallicity in a moral sense—is part of true spiritual development for people today. The introduction of metallic qualities into the human organism belongs to the realm of the physician. So, with this reservation in mind, I ask you to take in everything I am about to say regarding the mystery of metals other than those I have already discussed.
[ 24 ] Vor allen Dingen steht derjenige, der die Welt geistig betrachtet, das heißt, der die Physis, die physischen Substanzen auch so betrachten kann, daß er in ihnen das dahinter wirkende Spirituelle sieht, in einer für ihn sehr bedeutsamen Weise vor dem Mysterium des Merkur. Das Metall Merkur ist ja nur ein Teil dessen, was man in der Geisteswissenschaft im allgemeinen das Merkuriale nennt; Metallisch-Flüssiges, alles, was metallisch-flüssig ist, ist das Merkuriale, nur daß in unserem Naturzustande eben nur das eine Metall Quecksilber metallisch-flüssig ist und daher merkurial ist. Aber das ist ja nur ein Individuum aus der Gattung des Merkurialen. Wenn man in der Geisteswissenschaft von dem Merkurialen spricht, so spricht man von allem Merkurialen, betrachtet das Quecksilber nur als den Repräsentanten des Merkurialen. Dieses Quecksilber, beziehungsweise das Merkur, gibt in der Tat ein bedeutsames Mysterium. Seine Wirksamkeit auf den Menschen ist so, daß es überhaupt alles das vom Menschen ausschaltet, was der Mensch an Wirkungen aus der physischen Welt erfährt, und auch noch aus der Welt, die ich eben jetzt beschrieben habe, aus der elementarischen Welt.
[ 24 ] Above all, the person who views the world spiritually—that is, who can also view the physical realm and physical substances in such a way as to perceive the spiritual forces at work behind them—stands before the mystery of Mercury in a way that is of great significance to him. The metal mercury is, after all, only a part of what is generally called the “Mercurial” in spiritual science; anything metallic and liquid—everything that is metallic and liquid—is the Mercurial, except that in our natural state, only the one metal, mercury, is metallic and liquid and is therefore Mercurial. But this is, of course, only one individual member of the Mercurial genus. When we speak of the Mercurial in spiritual science, we are referring to all that is Mercurial, viewing mercury merely as the representative of the Mercurial. This mercury—or rather, the element Mercury—does indeed present a significant mystery. Its effect on human beings is such that it completely eliminates everything that a person experiences as effects from the physical world—and also from the world I have just described, the elemental world.
[ 25 ] Wir Menschen stehen ja so in der Welt da, daß wir einmal solche Organe wie unser Gehirn aus der physischen Welt heraus gebildet haben. Viele andere Organe im Menschen sind noch aus der physischen Welt heraus gebildet, namentlich eine ganze Anzahl von wichtigen, für das physische Leben wichtigen Drüsenorganen. Ferner sind eine ganze Anzahl von Organen — ich habe ja eben die Sinne angeführt — herausgebildet aus der Welt, die ich als die des zweiten Bewußtseins beschrieben habe. Kupfer, Eisen, sie versetzen den Menschen in diese zweite Welt.
[ 25 ] We humans exist in the world in such a way that we have formed organs such as our brain from the physical world. Many other organs in the human being are also formed from the physical world, namely a whole number of glandular organs that are important for physical life. Furthermore, a whole number of organs—I have just mentioned the senses—are formed from the world that I have described as that of the second consciousness. Copper and iron transport the human being into this second world.
[ 26 ] Anders das Merkur. Das Merkur muß da sein in der Welt. Und es ist in feiner Dosierung überall da. Wir leben, wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf, in einer Atmosphäre von Merkur. Aber in dem Augenblicke, wo der Mensch etwas mehr als dieses normale Merkur in sich aufnimmt, strebt sein Organismus dahin, alle Organe auszuschalten, die aus der physischen Welt und aus der elementarischen Welt sind. Der Astralleib des Menschen wird sozusagen angeregt, nur diejenigen Organe im Menschen in Anspruch zu nehmen, die herausgebildet sind aus der Welt der Sterne. Daher wird der Mensch sogleich, wenn sein Bewußtsein sich auf die Metallität Merkur konzentriert, auf die Eigenschaften des Merkur, auf das Metallisch-Flüssige, das eigentümlich Unberührbare und doch wiederum Menschenverwandte, das im Merkurialen liegt, innerlich noch mit einem dritten Menschen ausgefüllt.
[ 26 ] Mercury is different. Mercury must be present in the world. And it is present everywhere in minute quantities. We live, if I may use that expression, in an atmosphere of mercury. But the moment a person takes in more than this normal amount of Mercury, their organism strives to shut down all organs that originate from the physical world and the elemental world. The human astral body is, so to speak, stimulated to make use only of those organs within the person that have been formed from the world of the stars. Therefore, as soon as a person’s consciousness concentrates on the metallic nature of Mercury—on the properties of Mercury, on the metallic-liquid quality, on that which is peculiarly intangible and yet, at the same time, akin to humanity, which lies within the Mercurial—the person is inwardly filled with a third human being.
[ 27 ] Ich sagte, durch die Beziehung zum Kupfer wird der Mensch ausgefüllt mit einem zweiten Menschen, der innerlich preßt und drängt, der auch herausgehen kann aus dem gewöhnlichen physischen Leib, und dann folgen kann, wie ich charakterisiert habe, den Toten in den nächsten Jahren nach dem Tode. Das Quecksilber zieht sogleich alles dasjenige an sich, was im Menschen einen viel, viel dichteren inneren seelischen Organismus hervorruft. Der Mensch fühlt, wie wenn er ergreifen würde mit alledem, was ihm jetzt durch das Quecksilber wird, den ganzen Stoffwechsel seiner Organe. Wie durch die verschiedenen Gefäße die Säfte im Menschen fließen, das nimmt den Menschen plötzlich in Anspruch, wenn er den starken Einfluß der Metallität des Quecksilbers erfährt.
[ 27 ] I said that, through the connection with copper, a person is filled with a second human being who presses and urges from within, who can also leave the ordinary physical body and then, as I have described, follow the deceased in the years immediately following death. Mercury immediately draws to itself everything that gives rise to a much, much denser inner soul organism within the human being. The human being feels as if, through all that is now brought about by the mercury, he were grasping the entire metabolism of his organs. Just as the fluids flow through the various vessels in the human body, this suddenly engulfs the human being when he experiences the powerful influence of the metallic nature of mercury.
[ 28 ] Es ist zunächst nicht etwas, was man als wunderbar und angenehm beschreiben kann, denn der Mensch fühlt, wie wenn er kein Gehirn hätte, keine Sinne hätte, aber wie wenn alles in ihm in Regsamkeit und Bewegung wäre, wie wenn alles in ihm in Kribbelndem und Krabbelndem, in innerem Rühren und Tun und Weben und Leben wäre. Da ist plötzlich alles in uns in innerer Regsamkeit. Und wir fühlen dieses, was in uns in innerer Regsamkeit ist, verbunden mit einer Regsamkeit im Äußeren.
[ 28 ] At first, it is not something one can describe as wonderful or pleasant, for a person feels as if they had no brain, no senses—but as if everything within them were in a state of activity and movement, as if everything within them were tingling and crawling, in an inner stirring, activity, weaving, and life. Suddenly, everything within us is in a state of inner activity. And we feel this inner activity within us, connected to an activity on the outside.
[ 29 ] Das alles nach Trainierung der Seele bewußt durchgemacht, wie ich es beschrieben habe, stellt sich grob schematisch so dar (siehe Zeichnung $. 102). Durch den Einfluß des Quecksilbers, durch den Impuls des Quecksilbers fühlt der Mensch nicht sein Gehirn; das ist ein Loch. Das ist auch gut für die Wahrnehmung der spirituellen Welt; das Gehirn taugt nicht dazu. Andere Organe werden auch noch nicht gefühlt. Aber gefühlt wird das Durchgehen von Bewegung durch den ganzen Organismus (rot). Und alle diese Bewegungen tun zunächst so weh, schmerzen so, wie wenn man innerlich müde wäre.
[ 29 ] All of this, when consciously experienced through training of the soul as I have described, can be roughly schematized as follows (see Figure $102). Under the influence of mercury—through the impulse of mercury—a person does not feel their brain; it is a void. This is also beneficial for perceiving the spiritual world; the brain is not suited for this. Other organs are not yet perceived either. But what is perceived is the passage of movement through the entire organism (red). And at first, all these movements cause pain, just as if one were inwardly tired.


[ 30 ] Diese Bewegungen, sie stehen mit äußeren Bewegungen überall in Verbindung (orange). Es verbindet sich die innere Regsamkeit mit der äußeren Regsamkeit. Man hat den Eindruck, man hat da unter sich gelassen die Welt der Erde, die Welt der Elemente, das ist alles unten. Das qualmt und dampft. Aber in diesem qualmenden, dampfigen, luftigen Bewegen, da sind eben geistige Wesenheiten. Die göttliche Natur, von der Brunetto Latini noch so lebensvoll spricht, hat sich umgedreht.
[ 30 ] These movements are connected everywhere with external movements (orange). Inner activity is linked to external activity. One gets the impression that the world of the Earth, the world of the elements, has been left behind—it is all down below. It smolders and steams. But within this smoldering, steaming, airy movement, there are spiritual beings. The divine nature, of which Brunetto Latini speaks so vividly, has turned away.
[ 31 ] Sie ist ja dasselbe wie die griechische Persephone, wie ich gestern ausgeführt habe. Vorher wandte sie ihr Antlitz mehr der Erde zu, erklärte einem dasjenige, was noch mit dem Irdischen zusammenhängt, wie das Leben, das der Mensch zuerst nach dem Tode zubringt. Jetzt dreht sie sich um, und man hat das Irdische und Elementarische unter sich, über sich die Welt der Sterne. Die Sternenwelten werden so die Umgebung, wie man vorher von Pflanzen und Tieren auf Erden umgeben war. Und man hat nicht etwa das Gefühl: Was bist du für ein kleiner Knirps gegenüber der großen Sternenwelt! — sondern man fühlt sich in seiner Größe gegenüber der großen Sternenwelt so, wie man sich der nächsten Umgebung auf Erden gegenüber fühlt. Man ist eben auch groß geworden. Man ist hineingewachsen mit seiner Größe in die Sternenwelten. Aber die Sterne sind nicht so Sterne, wie wir sie gesehen haben, als wir auf der Erde standen und sie mit Augen sahen, die Sterne enthüllen sich als Kolonien geistiger Wesenheiten. Wir sind wiederum in der Welt, die ich Ihnen schon beschrieben habe, die ich Ihnen beschrieben habe als hervorgerufen im Menschen durch seine Verwandtschaft mit der Metallität des Zinnes. Denn zwischen dem Merkur und dem Zinn ist eine innere Verwandtschaft nach der angedeuteten Richtung. Einen gewissen Teil unserer Menschenwesenheit nimmt das Merkur in Anspruch, hebt ihn heraus aus der übrigen Menschenwesenheit, trägt diesen Teil der Menschenwesenheit in jene geistige Welt hinein, deren äußere physische Offenbarung die Sternenwelt ist.
[ 31 ] She is, after all, the same as the Greek Persephone, as I explained yesterday. Before, she turned her face more toward the earth, explaining to us those things still connected to the earthly realm, such as the life that a person first experiences after death. Now she turns around, and one has the earthly and elemental realms below, and the world of the stars above. The starry worlds thus become one’s surroundings, just as one was previously surrounded by plants and animals on Earth. And one does not have the feeling: “What a tiny little speck you are compared to the vast starry world!” — but rather, one feels, in one’s own greatness, toward the vast starry world just as one feels toward one’s immediate surroundings on Earth. One has, after all, also grown great. One has grown into the starry worlds with one’s own greatness. But the stars are not the stars we saw when we stood on Earth and viewed them with our eyes; the stars reveal themselves as colonies of spiritual beings. We are once again in the world I have already described to you—the one I described as being evoked in the human being through their affinity with the metallic nature of tin. For there is an inner kinship between mercury and tin in the direction I have indicated. Mercury claims a certain part of our human being, lifts it out from the rest of our human being, and carries this part of our human being into that spiritual world whose outer physical manifestation is the world of the stars.
[ 32 ] Aber wir sind jetzt wiederum woanders, dadurch, daß unser Bewußtseinszustand sich geändert hat, daß wir nicht mehr durch die Sinne, durch das Gehirn unseren Bewußtseinszustand haben, sondern durch dasjenige, was jetzt aus unserem Organismus herausgehoben hat die Metallität des Merkur. Dadurch sind wir in einer ganz anderen Welt. Wir sind jetzt in der Welt der Sterne. Aber ich könnte auch anders sagen. Welt der Sterne, das bedeutet die Sache räumlich; in Wirklichkeit aber wandern wir aus der Welt, in der wir räumlich sind zwischen Geburt und Tod, mit der Entwickelung des genannten Bewußtseinszustandes heraus und sind nun in der Welt, die wir durchleben als Mensch zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 32 ] But now we are somewhere else again, because our state of consciousness has changed; our state of consciousness no longer arises through the senses or the brain, but through that which has now been extracted from our organism—the metallic nature of Mercury. As a result, we are in a completely different world. We are now in the world of the stars. But I could also put it another way. “World of the stars” refers to the spatial aspect; in reality, however, with the development of this state of consciousness, we emerge from the world in which we exist spatially between birth and death, and are now in the world that we experience as human beings between death and a new birth.
[ 33 ] Es ist in der Tat das Mysterium des Merkur, daß das Merkur den Menschen herausträgt aus der Welt, in der er als der physisch-sinnlichen Welt ist, daß es ihn hineinträgt in die Welt, in der er zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ist, weil das Quecksilber, das Merkur, eine innere Verwandtschaft zu dem im Menschenwesen hat, was gar nicht von dieser Erde ist, sondern was hereingetragen ist aus der Welt, die wir durchleben zwischen Tod und neuer Geburt. Unser Säftekreislauf, dasjenige, was wir jetzt spüren, das ist nicht von dieser Welt, das ist hereinbestimmt aus der Welt, die wir durchlaufen zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 33 ] It is indeed the mystery of Mercury that Mercury carries the human being out of the world in which he exists as the physical-sensory world, and carries him into the world in which he exists between death and a new birth, because mercury, has an inner kinship with that part of the human being which is not at all of this earth, but which has been brought in from the world we pass through between death and a new birth. Our circulatory system—that which we now feel—is not of this world; it is determined by the world we pass through between death and a new birth.
[ 34 ] Und jetzt werden wir ein anderes gewahr, wiederum etwas, was Brunetto Latini unter dem Einflusse der Göttin Natura bemerkte. Wir werden gewahr: Wir leben in unserem Säftekreislauf, der sich aber verbindet mit dem Säftekreislauf des ganzen Kosmos; wir sind aus uns heraus und wir sind in jenem Land, das wir durchleben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber wir lernen die Natur dieses Säftekreislaufes jetzt kennen und lernen erkennen, wie in dieser inneren Regsamkeit, in diesem Säftekreislauf aus dem Lande heraus, das wir durchlaufen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, unser Temperament gebildet ist; so gebildet ist, daß wir entweder ein sanguinischer oder ein cholerischer oder ein melancholischer oder ein phlegmatischer Mensch geworden sind. Wir begreifen uns jetzt noch tiefer denn als Sinnesmensch. Wenn wir als Phlegmatiker durch die Welt gehen, müssen wir uns sagen: Unser Phlegma ist bedingt von dem, was wir durchgemacht haben zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt. Ebenso das Cholerische, das Melancholische und Sanguinische.
[ 34 ] And now we become aware of something else—again, something that Brunetto Latini observed under the influence of the goddess Natura. We become aware: We live within our own circulation of vital fluids, which, however, is connected to the circulation of vital fluids of the entire cosmos; we are outside of ourselves, and we are in that realm we pass through between death and a new birth. But we are now coming to understand the nature of this circulation of humors and are learning to recognize how, within this inner activity—this circulation of humors emerging from the realm we traverse between death and a new birth—our temperament is formed; formed in such a way that we have become either a sanguine, a choleric, a melancholic, or a phlegmatic person. We now understand ourselves even more deeply than as sensory beings. When we go through the world as phlegmatic people, we must tell ourselves: Our phlegmatic nature is determined by what we have gone through between our last death and this birth. The same applies to the choleric, melancholic, and sanguine temperaments.
[ 35 ] Aber in dieses Temperament, in das, was da im Säftekreislauf seinen physischen Ausdruck hat, in das ist noch etwas anderes hineingemischt. Bedenken Sie nur, was Sie in diesem Säftekreislauf haben. Gehen Sie als Anatom, als Physiologe vor, so haben Sie zunächst etwas Physisches. Das Physische ist nur der Ausdruck eines Geistigen. Aber das Geistige ist in bezug auf diesen Säftekreislauf gar nicht von dieser Welt, sondern es ist von der Welt, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in den Menschen hineinwirkt.
[ 35 ] But something else is mixed into this temperament—into that which finds its physical expression in the circulation of humors. Just consider what you have in this circulation of humors. If you approach this as an anatomist or physiologist, you are dealing first and foremost with something physical. The physical is merely the expression of something spiritual. But with regard to this circulation of bodily fluids, the spiritual is not of this world at all; rather, it is of the world that works within human beings between death and a new birth.
[ 36 ] So daß, wenn wir auf unser Temperament zurückschauen — und das war auch das Allerfrappierendste für Brunetto Latini, als ihm die Göttin Natura die Temperamente erklärte —, man sagt sich: Da, in diesen Temperamenten, die im Säftekreislauf liegen, da hinein hat das Leben zwischen Tod und neuer Geburt das Siegel gedrückt. — Aber geht man jetzt tiefer, so ist dem beigemischt dasjenige, was man Karma nennt, was man die Schicksalsprüfung nennt. Schaut man dieses merkwürdige metallisch fließende Merkur in seinem physikalischen Dasein an, so lernt man es eben nur dann recht erkennen, wenn man weiß, daß dieses Geheimnis darinnen liegt: In einem Tröpfchen hinfließenden Quecksilbers offenbart sich dem Initiierten ein tiefgehender Zusammenhang. Und dieses Tröpfchen des dahinfließenden Quecksilbers, es ist imstande, des Menschen Geistiges zusammenzuziehen mit denjenigen Organen, die da stammen in ihren Formungen, in ihrem Ursprung aus dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 36 ] So that, when we look back at our temperament—and this was also the most striking thing for Brunetto Latini when the goddess Natura explained the temperaments to him—we say to ourselves: There, in these temperaments, which lie within the circulation of the humors, life has imprinted its seal between death and new birth. — But if one now delves deeper, one finds mixed in with this what is called karma, what is called the trial of fate. If one observes this strange, metallically flowing mercury in its physical existence, one learns to recognize it properly only when one knows that this mystery lies within: In a single droplet of flowing mercury, a profound connection is revealed to the initiate. And this droplet of flowing mercury is capable of drawing together the human spirit with those organs whose forms and origins stem from the life between death and rebirth.
[ 37 ] So ist alles in der Welt miteinander verbunden, ineinander verwoben. Das Physische ist nur die Illusion, eine physische Illusion. Das Geistige ist nur für das Physische eine Illusion, eine abstrakte Illusion. In Wahrheit ist Physisches in Geistiges, Geistiges in Physisches verwoben. Und hat man beim schadhaft gewordenen menschlichen Organismus die Bemerkung gemacht, dieser menschliche Organismus ist dadurch schadhaft geworden, daß jene Organe angegriffen sind, welche eigentlich gebildet sind aus dem Lande herein, das wir durchleben zwischen Tod und neuer Geburt, dann muß man Kräfte im menschlichen Organismus wachrufen, die diese Schäden ausbessern.
[ 37 ] Thus, everything in the world is interconnected, interwoven. The physical is merely an illusion—a physical illusion. The spiritual is merely an illusion for the physical—an abstract illusion. In truth, the physical is interwoven with the spiritual, and the spiritual with the physical. And if, in the case of a human organism that has become impaired, one observes that this human organism has become impaired because those organs have been affected which are actually formed from the realm we pass through between death and rebirth, then one must awaken forces within the human organism that will repair this damage.
[ 38 ] Nehmen Sie an, ein Mensch zeigt dem Arzte, er hat diejenige Organisation — den Säftekreislauf — schadhaft, der eigentlich aus dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt heraus impulsiert wird. Ich stehe also vor einem Kranken, dessen Säftekreislauf sich von der geistigen Welt losgerissen hat. Das ist das Phänomen. Man diagnostiziert spirituell in der Sache. Immer ist das Spirituelle im Verhältnis zur physischen Diagnose so aufzufassen, wie ich das gestern auch angedeutet habe. Ich betone das immer wieder, damit keine Mißverständnisse entstehen. Man diagnostiziert, der Mensch hat einen Säftekreislauf, der sich zu stark losgerissen hat von der spirituellen Welt, die wir durchleben zwischen Tod und neuer Geburt. Was muß man tun?
[ 38 ] Suppose a person shows the doctor that the system—the circulation of vital fluids—which is actually driven by the life between death and rebirth, is impaired. I am thus faced with a patient whose circulation of vital fluids has become detached from the spiritual world. That is the phenomenon. One makes a spiritual diagnosis in this case. The spiritual aspect must always be understood in relation to the physical diagnosis, just as I indicated yesterday. I emphasize this again and again so that no misunderstandings arise. One diagnoses that the person has a circulatory system that has become too severely detached from the spiritual world we experience between death and rebirth. What must be done?
[ 39 ] Man muß therapeutisch diejenige Metallität dem Körper in der geeignetesten Weise zuführen, welche den Säftekreislauf wiederum in Kontakt bringt mit der spirituellen Welt. So wirkt das Merkur auf den Menschen. Das Merkur wirkt auf den Menschenorganismus so, daß es diejenigen Organe, die nur herausgebildet werden können aus der spirituellen Welt, wenn sie sich losgerissen haben, wiederum in Kontakt bringt mit dieser spirituellen Welt. Da sehen Sie, welche, ich möchte sagen, gefährliche, zu gleicher Zeit aber selbstverständlich notwendige Beziehung herrscht zwischen der Erkenntnis der Bewußtseinszustände im Menschen und der Erkenntnis der Krankheiten. Das eine geht in das andere über.
[ 39 ] Therapeutically, one must introduce into the body, in the most appropriate way, the metallic quality that restores the circulation of the humors to contact with the spiritual world. This is how Mercury acts on human beings. Mercury acts on the human organism in such a way that it restores contact with the spiritual world to those organs that can only be formed from the spiritual world once they have broken away from it. Here you can see the—I would say—dangerous, yet at the same time, of course, necessary relationship that exists between the understanding of states of consciousness in human beings and the understanding of diseases. The one flows into the other.
[ 40 ] Diese Dinge, die spielten ja eine so große Rolle in den alten Mysterien. Und diese Dinge klären uns auch auf über so etwas, wie ich es gestern erzählt habe. Denken Sie sich, in einer Zeit, in der die Menschheit längst nicht mehr ein solches spirituelles Schauen hatte, daß die Göttin Natura erkannt wurde in ihrer belehrenden Art über die Naturgeheimnisse, kehrt in einer gewissen Aufregung Dantes Lehrer, Brunetto Latini, von seinem Gesandtenposten in Spanien zurück, kommt in die Nähe seiner Vaterstadt, wird weiter aufgeregt, weil er hört, wie es seiner eigenen Partei, der Welfenpartei, ergangen ist. Das alles vollbringt er in der Verfassung, daß etwas wie ein leiser Sonnenstich in ihm zustande kommt. Die Metallität des Merkur hat einfach auf ihn aus der Umgebung gewirkt.
[ 40 ] These things played such a major role in the ancient mysteries. And they also shed light on matters such as what I described yesterday. Just imagine: at a time when humanity had long since lost such spiritual insight—when the goddess Natura was recognized for her instructive role in revealing the mysteries of nature—Dante’s teacher, Brunetto Latini, returns from his post as an envoy in Spain, approaches his hometown, and becomes even more agitated upon hearing what has befallen his own faction, the Guelphs. He experiences all of this in a state of mind in which something like a mild sunstroke takes hold of him. The metallic nature of Mercury has simply affected him from his surroundings.
[ 41 ] Denn, was heißt es: Wir bekommen einen leisen Sonnenstich? Das heißt, wir bekommen eine Wirkung aus dem überall in der feinsten Weise in unserer Umgebung im Kosmos dosierten Merkur. Diese Wirkung hat Brunetto Latini bekommen. Dadurch hat er in einer Zeit, in der sonst es dem Menschen unmöglich war, so an die geistige Welt heranzutreten, wie er herangetreten ist, dadurch hat er die Möglichkeit bekommen, an diese geistige Welt heranzutreten.
[ 41 ] For what does it mean when we say, “We’re getting a mild case of sunstroke”? It means we are experiencing an effect from the mercury that is distributed in the most subtle way throughout our surroundings in the cosmos. Brunetto Latini experienced this effect. As a result, at a time when it was otherwise impossible for human beings to approach the spiritual world in the way he did, he was given the opportunity to approach this spiritual world.
[ 42 ] Das weist Sie aber darauf hin, meine sehr verehrten Anwesenden, daß im Menschen, so wie er vor uns steht, etwas ist, was eine Verwandtschaft hat nicht nur zu dem, was der Naturforscher vor uns ausbreitet, was eine Verwandtschaft hat nicht nur zu dem, was der vor uns ausbreitet, der schon den Toten verfolgen kann auf seinem nächsten Schritte nach dem Tode, sondern daß die menschliche Wesenheit, wie sie in uns ist, eine Beziehung, eine Relation hatzunoch weit Höherem, zu ganz Geistigem, wie wir es durchleben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Sie mögen die Form der Leber begreifen, die Form der Lunge begreifen, wenn Sie mit der gewöhnlichen Wissenschaft vorgehen. Sie mögen den Bau der Sinnesorgane begreifen, wenn Sie das nächste Wissen zu Hilfe nehmen; aber das nimmt unsere heutige Physik nur in grober Weise in Anspruch. Sie lernen aber nie die Zirkulation des aufgerichteten Menschen kennen in ihrer Eigenart, wenn Sie nicht mit der Initiationswissenschaft herangehen. Und Sie lernen auch nie die Geheimnisse der Metallität kennen, wenn Sie nicht wiederum mit der Initiationswissenschaft herangehen.
[ 42 ] But this points out to you, my esteemed audience, that there is something in the human being, as he stands before us, that is related not only to what the natural scientist lays out before us—that is related not only to what he lays out before us, who can already follow the dead on their next step after death, but that the human being, as it is within us, has a connection, a relationship to something far higher, to the purely spiritual, as we experience it between death and a new birth. You may understand the form of the liver, understand the form of the lung, if you proceed according to conventional science. You may understand the structure of the sense organs if you draw on the next level of knowledge; but modern physics only addresses this in a very general way. However, you will never come to know the circulation of the upright human being in its true nature unless you approach it through the science of initiation. Nor will you ever come to know the mysteries of metallicity unless you, again, approach it through the science of initiation.
[ 43 ] Damit aber ist auch gesagt, daß Sie nie das Wesen der Krankheiten im Sinne des Ausgeführten kennenlernen, wenn Sie nicht mit der Initiationswissenschaft an sie herangehen, denn Sie können ja mit der physischen Eigenschaft der Metalle nicht helfen. Mit den physischen Eigenschaften der Metalle können Sie Gehirne heilen, wenn man sie erst kennt. Sie können nicht einen Kreislauf der Säfte heilen. Aber das, was ich Ihnen da sage, ist auch uneigentlich gesprochen, denn Sie können nur die gröbste Masse des Gehirnes heilen. Aber im Gehirn ist auch Säftekreislauf. Daher können Sie in Wirklichkeit auch nicht Gehirne heilen mit den Metallen, sondern nur mit der spirituellen Erkenntnis. Sie können sagen: Ja, warum heilt denn die heutige Medizin doch? Sie heilt mit dem, was an Tradition ihr noch geblieben ist aus alten Zeiten. Man weiß noch, was die Alten gewußt haben über die Spiritualität der Metalle. Das wendet man an. Das wendet man zwischen dem an, was man rein physisch entdeckt hat und was nicht viel hilft. Und wenn einmal der Materialismus gesiegt haben würde und alles vergessen sein würde, dann würde kein Heilmittel mehr etwas helfen, das nur auf physischem Wege gefunden ist.
[ 43 ] This also means, however, that you will never come to understand the nature of diseases in the sense described above unless you approach them through the science of initiation, for you cannot help by relying on the physical properties of metals. With the physical properties of metals, you can heal the brain—once you understand them. You cannot heal the circulation of the humors. But what I am telling you here is also not entirely accurate, for you can only heal the coarsest substance of the brain. But there is also a circulation of humors in the brain. Therefore, in reality, you cannot heal the brain with metals either, but only with spiritual insight. You might say: “But why does modern medicine heal, then?” It heals with what remains of the tradition from ancient times. People still know what the ancients knew about the spirituality of metals. That is what is applied. It is applied as a bridge between what has been discovered purely physically and what does not help much. And if materialism were ever to prevail and everything were to be forgotten, then no remedy found solely through physical means would be of any help.
[ 44 ] Wir stehen schon an dem Punkte der Menschheitsentwickelung, wo, weil allmählich die alten Traditionen aus dem ursprünglichen Hellsehen geschwunden sind, auf neue Weise das Spirituelle gefunden werden muß.
[ 44 ] We have already reached a point in human development where, because the old traditions rooted in original clairvoyance have gradually faded away, the spiritual must be rediscovered in a new way.
[ 45 ] Das Mysterium des Silbers
[ 45 ] The Mystery of Silver
[ 46 ] Von einer ganz besonderen Art ist wiederum jenes Mysterium, das hinter der Metallität des Silbers steckt. Kann man sagen, hinter dem Kupfer steht diejenige kosmische Impulsivität, welche zunächst den ersten höheren Menschen in das Menschenwesen hereinzaubert; hinter dem Merkur steht eine zweite kosmische Kraft, welche einen zweiten Menschen hereinzaubert, der mit der Sternenwelt und damit mit der spirituellen Welt, die wir durchleben zwischen Tod und neuer Geburt, zusammenhängt, so muß man von der Metallität des Silbers noch etwas ganz anderes sagen.
[ 46 ] The mystery underlying the metallic nature of silver, in turn, is of a very special kind. If we can say that behind copper lies the cosmic impulsiveness that initially conjures the first higher human being into the human existence; and that behind mercury lies a second cosmic force that conjures a second human being connected to the world of the stars—and thus to the spiritual world we experience between death and rebirth—then we must say something entirely different about the metallic nature of silver.
[ 47 ] Wenn der Mensch eben in einer solchen Weise seine Verwandtschaft zum Silber steigert, größer macht, wie wir das für die Metallität des Kupfers, für die Metallität des Merkur gesehen haben, dann wendet er sich wiederum an eine noch tiefere Organisation in sich. Mit dem Merkur hat er sich an die Gefäßorganisation gewandt, die ihn in Zusammenhänge bringt mit einer Zirkulation im ganzen Kosmos, in Zusammenhang bringt mit der Spiritualität des Kosmos. Dadurch, daß er die Silberrelation steigert, bringt sich der Mensch in unmittelbaren Kontakt mit demjenigen, was herüberkraftet, herüberimpulsiert aus früheren Erdenleben.
[ 47 ] When a person deepens and expands his connection to silver in this way—as we have seen with regard to the metallic nature of copper and the metallic nature of mercury—he then turns his attention to an even deeper organization within himself. With mercury, he has turned to the vascular system, which connects him to a circulation throughout the entire cosmos and to the spirituality of the cosmos. By intensifying the silver relationship, the human being brings himself into direct contact with that which flows and impels him from earlier earthly lives.
[ 48 ] So daß wir sagen können: Konzentriert sich der Mensch auf die besonderen Eigenschaften des Silbers, was lange dauert, bis es wirksam wird, zieht der Mensch diejenigen Kräfte in sich zusammen, die damit zusammenhängen, daß jetzt nicht nur seine Gefäße Flüssigkeiten zirkulieren lassen, Säfte zirkulieren lassen, sondern daß Wärme durch die Zirkulation des Blutes kreist. Dann stellt sich für den Menschen die Wahrheit ein, daß in dem, was als Wärme in seinem Blute kreist, was ihn erst zum menschlichen Wesen dadurch macht, daß er eine gewisse Wärme und dadurch Blutstofflichkeit, aber auch Blutgeistigkeit, Blutspiritualität in sich empfindet, wirksam ist dasjenige, was aus früheren Inkarnationen herüberwirkt. — Und in der Verwandtschaft mit dem Silber drückt sich unmittelbar dasjenige aus, was auf die Wärmeimpulsivität des Blutes wirken kann. Damit aber drückt sich auch aus, was uns spirituell hinüberleitet zu früheren Erdenleben.
[ 48 ] So we can say: If a person concentrates on the specific properties of silver—which takes a long time to take effect—that person draws into themselves the forces associated with the fact that now it is not only their vessels that circulate fluids and vital juices, but that warmth circulates through the circulation of the blood. Then the truth dawns on the person that what circulates as warmth in their blood—which is what makes them a human being in the first place, in that they feel within themselves a certain warmth and, through this, the materiality of blood, but also the spiritual nature of blood—is the result of forces acting from previous incarnations. — And in the connection with silver, that which can act upon the warmth and impulsiveness of the blood is directly expressed. But this also expresses what leads us spiritually back to earlier earthly lives.
[ 49 ] Denken Sie, man erhält in dem Silber diejenige Metallität, die gewissermaßen den Menschen aufmerksam macht auf das, was in ihm jetzt in diesem Erdenleben noch aus früheren Erdenleben ist. Denn unser Blutkreislauf mit seinen wunderbaren Wärmedifferenzierungen, er ist nicht aus dieser physischen Welt heraus. Er ist auch nicht aus der elementarischen Welt heraus, die ich Ihnen geschildert habe. Er ist auch nicht einmal allein aus der Welt der Sterne heraus. Aus der Welt der Sterne heraus sind die Richtungen des Blutkreislaufes. Aber in dem, was im Blute eigentlich als Wärme unser Leben in der richtigen Weise durchpulsiert, wirkt dasjenige, was aus früheren Erdenleben heraus kraftet.
[ 49 ] Do you think that silver possesses a certain metallic quality that, in a sense, draws a person’s attention to what remains within them in this earthly life from previous earthly lives? For our blood circulation, with its marvelous variations in temperature, does not originate from this physical world. Nor does it originate solely from the elemental world I have described to you. Nor does it originate solely from the world of the stars. The directions of the blood circulation originate from the world of the stars. But what actually pulses through our life in the proper way as warmth within the blood is the force that stems from previous earthly lives.
[ 50 ] Unmittelbar an das appelliert man, wenn man an die Silberkräfte in ihrer Beziehung zum Menschen appelliert. So steht das Mysterium des Silbers im Zusammenhange mit den wiederholten Erdenleben. Das Silber ist eines der erschütterndsten Beispiele dafür, daß überall Spiritualität lebt, auch in dem Physischen. Wer das Silber mit rechten Augen anzusehen vermag, der weiß, daß das Silber das äußere Götterzeichen ist für die Kreisläufe des menschlichen Erdenlebens. Daher hängt auch das Mysterium des Silbers mit der Fortpflanzung zusammen, mit all jenen Geheimnissen, die sich auf die Fortpflanzung beziehen, aus dem Grunde, weil der Mensch ja durch die Fortpflanzung sein Wesen hinüberleitet zu den früheren Erdenleben. Das Wesen, das in früheren Erdenleben vorhanden war, dringt durch die Fortpflanzung in das physische Leben herein. Aber das ist dasselbe Geheimnis wie das Geheimnis des Blutes. Und das Geheimnis des Blutes, das Mysterium des Blutes, ist das Mysterium des Silbers. Man kann hier sagen: Das Geheimnis der Blutwärme ist das Geheimnis, das Mysterium des Silbers.
[ 50 ] This is precisely what one appeals to when one appeals to the powers of silver in their relationship to human beings. Thus, the mystery of silver is connected to repeated earthly lives. Silver is one of the most profound examples of the fact that spirituality is alive everywhere, even in the physical realm. Anyone who is able to view silver with the right eyes knows that silver is the outward divine sign of the cycles of human life on Earth. Therefore, the mystery of silver is also connected to procreation—to all those mysteries related to procreation—because through procreation, human beings carry their essence over into their previous earthly lives. The being that existed in previous earthly lives enters physical life through procreation. But this is the same mystery as the mystery of blood. And the mystery of blood, the mystery of blood, is the mystery of silver. One can say here: The mystery of the warmth of blood is the mystery, the mystery of silver.
[ 51 ] Wiederum zieht sich der Strom des Erkennens hinüber von diesem normalen Verlauf im Menschen zu dem pathologischen. Denken Sie, es wird im Menschen durch Umstände, die gerade in der gegenwärtigen Welt liegen, aus der das Blut nicht erwärmt werden darf — denn es muß erwärmt werden durch die Welten, die wir durchgemacht haben in früheren Erdenleben —, denken Sie, es wird das Blut in seiner Wärme beeinträchtigt von der gegenwärtigen Welt, nicht impulsiert von dem, woran wir durch ein spirituelles Band an den früheren Erdenleben hängen. Dann entstehen diejenigen Krankheitszustände, von denen wir sagen können, sie sind dadurch da, daß alles, was mit unserer Blutwärme zusammenhängt, losgerissen ist von dem, womit es eigentlich zusammenhängen sollte, von den früheren Erdenleben.
[ 51 ] Once again, the current of cognition shifts from this normal course in human beings to the pathological one. Do you think that, in human beings, due to circumstances that lie specifically in the present world—from which the blood must not be warmed, for it must be warmed by the worlds we have passed through in earlier earthly lives—do you think that the warmth of the blood is impaired by the present world, rather than being stimulated by that to which we are bound through a spiritual link to our earlier earthly lives. Then those states of illness arise of which we can say they exist because everything connected with the warmth of our blood has been torn away from that with which it should actually be connected—from our earlier earthly lives.
[ 52 ] Was ist Fieber? Fieber, in spirituellem Sinne aufgefaßt, ist das Ergebnis des Losreißens der menschlichen Organisation von der normalen Einordnung in die fortwirkenden früheren Erdenleben. Kann der Arzt diagnostizieren, daß bei irgendeinem Krankheitsfall dieses vorliegt: Hier ist der Mensch; die Außenwelt hat auf ihn so gewirkt durch irgend etwas, daß er droht, seine Organisation loszureißen von früheren Erdenleben —, dann schreitet der Arzt zur Therapie durch Silber. Und ein sehr schönes Beispiel kann gerade in bezug darauf erzählt werden, das sich vor nicht zu langer Zeit in dem Klinisch-Therapeutischen Institut der Frau Dr. Wegman in Arlesheim zugetragen hat. Solch ein Zustand, der spirituell, so wie ich es angedeutet habe, eintreten kann, daß sich durch äußere Umstände plötzlich der menschliche Organismus in seiner Bluteigentümlichkeit von vorigen Erdenleben loszureißen droht, der kann ganz plötzlich eintreten. Und das ist in einem besonderen Krankheitsfall eben vor kurzer Zeit im Klinisch-Therapeutischen Institut von Frau Dr. Wegman eingetreten, dasjenige, was man in der materialistischen Medizin nennt «okkulte Fieber»: plötzliche hohe Temperatur bei einem schon Genesenden, die man gar nicht erwartet hat. Frau Dr. Wegman stand plötzlich vor diesem Falle. Aus ihrer inspirierten medizinischen Erkenntnis heraus wandte sie eine Silberkur momentan an. Als sie mir das erzählte, stand der ganze Fall in seinem wunderschönen kosmischen Zusammenhang da. Man sieht daraus, wie die Dinge herüber und hinüber spielen aus demjenigen, was mit der Entwickelung des Menschen in die Spiritualität hinein zusammenhängt, und was auf der anderen Seite mit dem zusammenhängt, was ins Pathologische und dann ins Therapeutische hineinführt.
[ 52 ] What is fever? Fever, understood in a spiritual sense, is the result of the human organism being torn away from its normal integration with the ongoing influences of previous earthly lives. If the physician can diagnose that this is the case in any given illness—that is, the person is here; the external world has affected him in such a way—through some cause—that he is in danger of having his organism torn away from previous earthly lives—then the physician proceeds with therapy using silver. And a very fine example of this can be recounted, one that took place not too long ago at Dr. Wegman’s Clinical-Therapeutic Institute in Arlesheim. Such a condition—which, as I have indicated, can arise spiritually, whereby external circumstances suddenly cause the human organism to threaten to tear itself away from the blood characteristics of previous earthly lives—can occur quite suddenly. And this is precisely what occurred quite recently in a specific medical case at Dr. Wegman’s Clinical-Therapeutic Institute—what materialistic medicine calls “occult fever”: a sudden high fever in a patient who was already recovering, something that was completely unexpected. Dr. Wegman was suddenly confronted with this case. Drawing on her inspired medical insight, she immediately administered a silver cure. When she told me this, the entire case stood before me in its beautiful cosmic context. From this, one can see how things interplay—on the one hand, what is connected to humanity’s development toward spirituality, and on the other hand, what leads into the pathological and then into the therapeutic.
[ 53 ] Worauf beruht es denn, daß der Inituerte frühere Erdenleben überblicken kann? Solange man so wie im gewöhnlichen Leben mit ihnen zusammenhängt, daß man eben durch sein Karma marschiert und einfach die früheren Erdenleben wirken, kann man nicht hinschauen auf die früheren Erdenleben. Hier ist man im gegenwärtigen Erdenleben. Man hängt mit den früheren Erdenleben zusammen; die wirken herüber. Ja, sie wirken so herüber, daß Sie unter ihrem Einfluß Ihr Karma ausüben, daß Sie im Sinne Ihres Karma durch die Welt marschieren. Aber Sie können nicht zurückschauen. Sie können ja nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein zurückschauen. Wollen Sie zurückschauen, so müssen Sie den Faden erst für Augenblicke zerreißen, müssen sich losreißen. Wenn Sie sich losgerissen haben, wenn objektiv geworden sind die früheren Erdenleben, dann können Sie zurückschauen.
[ 53 ] On what basis is it that the initiate can survey past earthly lives? As long as one is connected to them as in ordinary life—that is, as one simply moves through one’s karma and past earthly lives are simply at work—one cannot look back on those past earthly lives. Here you are in your present earthly life. You are connected to your past earthly lives; they exert their influence here. Yes, they exert such an influence that, under their influence, you carry out your karma, that you move through the world in accordance with your karma. But you cannot look back. After all, you cannot look back with ordinary consciousness. If you want to look back, you must first break the thread for a few moments; you must detach yourself. Once you have detached yourself, once your past earthly lives have become objective, then you can look back.
[ 54 ] Sie müssen natürlich sich die Fähigkeit erwerben — ich werde davon noch sprechen —, nachher den Faden wiederum in aller Normalität anzuknüpfen. Wenn Sie den Faden nicht wieder anknüpfen, werden Sie ein Geistesgestörter, nicht ein Initierter.
[ 54 ] Of course, you must acquire the ability—I will speak more about this later—to pick up the thread again afterward as if nothing had happened. If you do not pick up the thread again, you will become mentally disturbed, not an initiate.
[ 55 ] Sehen Sie, hier haben Sie eine Erscheinung, die eintritt in der spirituellen Entwickelung: das Losreißen von den spirituellen Fäden, die einen an frühere Erdenleben knüpfen. Die Krankheit macht das im abnormen Fall. Die Krankheit macht das auf pathologische Weise. Die Krankheit erweist sich als abnormes Auftreten desjenigen, was man in einer höheren Sphäre normal herbeiführen muß zum spirituellen Schauen, zu anderen Bewußtseinszuständen. Wenn sich das Blut, abgesondert vom übrigen Organismus des Menschen, hingibt seinem Bewußtsein — denn das Blut hat ein besonderes Bewußtsein, wie ich Ihnen von solchen besonderen Bewußtseinen gewisser Körperorgane schon gesprochen habe —, wenn sich das Blut emanzipiert von dem übrigen Organismus, dann schaut es in anormalem Zustande zurück in die früheren Erdenleben. Aber es bleibt unterbewußt. Zum bewußten Zurückschauen muß der Faden erst abreißen. Zum krankhaften Zurückschauen muß der Faden nicht abreißen.
[ 55 ] You see, here you have a phenomenon that occurs during spiritual development: the breaking away from the spiritual threads that bind one to previous earthly lives. Illness does this in an abnormal way. Illness does this in a pathological manner. Illness manifests as an abnormal occurrence of that which, in a higher sphere, must be brought about normally in order to attain spiritual vision and other states of consciousness. When the blood, separated from the rest of the human organism, surrenders to its own consciousness—for the blood possesses a distinct consciousness, as I have already told you regarding such distinct consciousnesses of certain bodily organs—when the blood emancipates itself from the rest of the organism, it then, in an abnormal state, looks back into past earthly lives. But this remains subconscious. For conscious looking back, the thread must first break. For pathological looking back, the thread need not break.
[ 56 ] So führt uns die Betrachtung von so etwas wie die Metallität des Silbers, das sich eigentlich wie ein wunderbares Heilmittel erweist gerade bei allen Erkrankungen, die irgendwie auf Karmisches zurückgehen, so führt uns das Mysterium des Silbers tief hinein in andere Mysterien der Welt, und wir haben damit zunächst ungefähr diejenigen Metallitäten erschöpft, welche in bezug auf die anderen Bewußtseinszustände des Menschen zu erwähnen wären.
[ 56 ] Thus, when we consider something like the metallic nature of silver—which actually proves to be a wonderful remedy, especially for all illnesses that can be traced back in some way to karmic causes—the mystery of silver leads us deep into other mysteries of the world, and with this we have, for the time being, covered roughly those metallic qualities that are worth mentioning in relation to the other states of human consciousness.
[ 57 ] Wir werden nun weiterschreiten in der Betrachtung dieser Bewußtseinszustände und in der Beziehung, die der Mensch herstellen kann durch diese Bewußtseinszustände zu anderen Welten; wir werden mit anderen Worten in den nächsten Vorträgen auf den rechten Wegen zur Spiritualität in der Betrachtung weiterschreiten.
[ 57 ] We will now continue our examination of these states of consciousness and the connection that human beings can establish with other worlds through them; in other words, in the next lectures we will continue our exploration of the true paths to spirituality.

