Initiate Consciousness
True and False Paths of Spiritual Research
GA 243
21 August 1924, Torquay
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Initiate Consciousness, tr. SOL
10. Einflüsse des außerirdischen Kosmos auf das menschliche Bewußtsein
10. The Influence of the Extraterrestrial Cosmos on Human Consciousness
Sonnenwirkungen und Mondenwirkungen
The Effects of the Sun and the Moon
[ 1 ] Ich habe gestern darauf hingewiesen, wie die abnormen, die krankhaft auftretenden Wege in die geistige Welt — auf der einen Seite der Weg des innerlich-mystischen Vertiefens, des tieferen Hineingeratens in die Traumeswelt, und auf der anderen Seite der Weg, der mehr, ich möchte sagen, in einer karikaturhaft naturwissenschaftlichen Weise durch die Erscheinungen geht, welche sich äußerlich bei den Somnambulen, bei den Medien darbieten —, wie diese beiden Wege aufgegriffen und in fruchtbarer Weise fortgeführt werden müssen, wenn tatsächliche Initiationserkenntnis zustande kommen soll. Wir werden nun weiter in dieses Gebiet eindringen, wenn wir uns vor die Seele stellen, unter welchen Einflüssen von seiten des Kosmos das menschliche Bewußtsein und überhaupt mit dem menschlichen Bewußtsein zusammen die ganze menschliche Wesenheit steht.
[ 1 ] Yesterday I pointed out how the abnormal, pathological paths into the spiritual world—on the one hand, the path of inner, mystical deepening, of delving more deeply into the world of dreams, and on the other hand, the path that, I might say, in a caricatured, scientific manner through the phenomena that manifest externally in somnambulists and mediums—how these two paths must be taken up and fruitfully pursued if genuine initiatory knowledge is to be attained. We will now delve further into this area as we consider the influences from the cosmos to which human consciousness—and indeed the entire human being, together with human consciousness—is subject.
[ 2 ] Sie können ja leicht übersehen, wie unter allem, was außer den Erdenwirkungen an Wirkungen auf Menschen vorhanden ist, die Sonnenwirkungen und die Mondenwirkungen alles überragen. Man denkt gewöhnlich nicht darüber nach, allein es ist ja heute auch naturwissenschaftlich ganz evident, daß alles auf der Erde nicht wäre, wenn nicht die Sonnenwirkungen, die vom außerirdischen Kosmos auf die Erde herabkommen, da wären.
[ 2 ] It is easy to overlook how, among all the influences on human beings other than those of the Earth, the influences of the Sun and the Moon surpass everything else. People don’t usually think about this, but it is now quite evident from a scientific standpoint that nothing on Earth would exist if it weren’t for the effects of the Sun, which descend upon the Earth from the extraterrestrial cosmos.
[ 3 ] Die Sonnenwirkungen zaubern das ganze Pflanzenwesen hervor. Die Sonnenwirkungen sind notwendig für alles Tierische, aber auch für alles, was physisch und ätherisch im Menschen ist. Sonnenwirkung kann überall bemerkt werden, wo man sie nur bemerken will, und sie ist durchaus auch für die höheren Wesensglieder des Menschen bedeutsam. Die Mondenwirkung bemerkt man weniger. Sie lebt heute vielfach im Aberglauben, und was man über sie exakt wissen kann, ist entstellt dadurch, daß eben vielfach dem Aberglauben huldigende Vorstellungen über die Mondenwirkungen vorhanden sind, und daß diejenigen, die heute Wissenschaft treiben wollen, sich erhaben fühlen über allen Aberglauben und deshalb auch alles Bedeutsame der Mondenwirkungen zurückweisen und es nicht in die eigentliche Wissenschaft hereinlassen wollen. Da und dort ahnt man aber, nicht nur bei den Dichtern, die da wissen, wie anregend der Mondenzauber auf die Phantasie wirkt, nicht nur bei den Liebenden, die ihre Liebesaffären gern im Mondenlichte abmachen, sondern man ahnt schon bei den Erkennenden, daß durchaus, wenn auch ganz anders geartete, Wirkungen vom Monde aus auf die Erde stattfinden. Da kann man ja ganz besonders merkwürdige Dinge erfahren.
[ 3 ] The effects of the sun bring the entire plant kingdom into being. The effects of the sun are necessary for all animal life, but also for everything that is physical and etheric in human beings. The sun’s influence can be observed wherever one is willing to notice it, and it is certainly significant for the higher aspects of the human being as well. The moon’s influence is less readily observed. Today, it often lives on in superstition, and what can be known about it with precision is distorted by the fact that there are, in many cases, superstitious notions regarding the effects of the Moon, and that those who seek to pursue science today feel superior to all superstition and therefore reject everything significant about the Moon’s effects and refuse to admit it into science proper. Here and there, however, one senses—not only among poets, who know how stimulating the moon’s magic is to the imagination, not only among lovers, who like to arrange their romantic encounters in the moonlight—but one senses even among those who seek knowledge that effects from the moon on the Earth do indeed occur, albeit of a completely different nature. There, one can indeed experience some particularly remarkable things.
[ 4 ] Es gab in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland zwei Gelehrte. Der eine hieß Schleiden, der andere Gustav Theodor Fechner. Gustav Theodor Fechner ging von ganz exaktem Standpunkte aus gern an die geheimeren Naturwirkungen sowohl im Menschen wie draußen in der großen Natur heran. Er sammelte namentlich Daten darüber, eine Art Statistik stellte er auf, wie die Regenmenge, welche an irgendeinem Orte niederfällt, zusammenhängt mit Vollmond und Neumond. Und er bekam eben heraus, seiner Ansicht nach, daß bei gewissen Mondenphasen mehr Regenmenge für irgendeinen Ort da ist als bei anderen Mondenphasen. Das vertrat er. Er genierte sich nicht, gegenüber der landläufigen Wissenschaft auch eine solche Wissenschaft geltend zu machen. Allein sein Kollege an der Universität, Professor Schleiden, der große Botaniker, war anderer Meinung, machte diese Meinung Fechners lächerlich und sagte: Von Mondenwirkungen solcher Art kann überhaupt nicht die Rede sein.
[ 4 ] In the mid-19th century, there were two scholars in Germany. One was named Schleiden; the other was Gustav Theodor Fechner. Gustav Theodor Fechner liked to approach the more mysterious forces of nature—both within human beings and out in the wider natural world—from a highly precise standpoint. In particular, he collected data—compiling a kind of statistical analysis—on how the amount of rainfall at a given location correlates with the full moon and the new moon. And he discovered, in his view, that during certain lunar phases, a particular location receives more rainfall than during other lunar phases. He advocated this view. He was not shy about asserting such a theory in the face of mainstream science. However, his colleague at the university, Professor Schleiden—the great botanist—disagreed; he ridiculed Fechner’s opinion and said: “There can be no question whatsoever of lunar influences of this kind.”
[ 5 ] Das Merkwürdige aber war dieses: Die beiden Gelehrten waren verheiratet — es waren damals in der noch verhältnismäßig kleinen Universitätsstadt, die allerdings eine der großen Städte Deutschlands ist, noch patriarchalische Verhältnisse —, es war damals so, daß die Frauen das Regenwasser sammelten, weil sie meinten, daß das ganz besonders gut zum Wäschewaschen ist. Nun gab es also eine Frau Professor Fechner und eine Frau Professor Schleiden. Und es kam dahin, daß sich in dieser Frage nicht nur die beiden Professoren unterhielten, sondern daß auch die Frauen hinter diese Frage kamen. Und siehe da, der Professor Fechner sagte zu seiner Frau: Nun ja, der Professor Schleiden glaubt ja nicht, daß die Mondenphasen Einfluß auf die Regenmenge haben; also sag’ einfach du, du willst diese Mondenphasen benutzen, um das Regenwasser zu sammeln, und die Frau Professor Schleiden kann ja dann nach dir in einer anderen Phase das Regenwasser sammeln; da der Professor Schleiden nicht daran glaubt, daß die Mondenphasen Einfluß haben, so kann ja gar nichts dagegen einzuwenden sein. — Aber siehe da, die Frau Professor Schleiden wollte der Frau Professor Fechner diejenige Mondenphase nicht überlassen, von der ihr Mann nicht glaubte, daß in ihr mehr Regenwasser komme! Also es gab einen sehr netten Universitäts-Familienstreit über diese Sache. Aber er hat ja einen wissenschaftlichen Hintergrund. Und wenn wir, aber mit mehr geisteswissenschaftlichen Mitteln, an solche Wirkungen herangehen, dann kommen wir schon darauf, daß tatsächlich nicht bloß im Aberglauben, sondern in wirklich wissenschaftlicher Weise von starken Mondenwirkungen ebenso gesprochen werden kann wie von Sonnenwirkungen.
[ 5 ] But here’s the strange thing: The two scholars were married—at that time, in the still relatively small university town (which is, however, one of Germany’s major cities), conditions were still patriarchal— it was customary at the time for women to collect rainwater because they believed it was particularly good for doing laundry. So there was Mrs. Fechner and Mrs. Schleiden. And it came to pass that not only did the two professors discuss this matter, but their wives also got wind of it. And lo and behold, Professor Fechner said to his wife: “Well, Professor Schleiden doesn’t believe that the phases of the moon influence the amount of rainfall; so just say that you want to use these phases of the moon to collect rainwater, and Professor Schleiden’s wife can then collect rainwater after you during a different phase; since Professor Schleiden doesn’t believe that the phases of the moon have any influence, there can’t possibly be any objection to that. — But lo and behold, Professor Schleiden’s wife didn’t want to leave Professor Fechner’s wife the very lunar phase that her husband didn’t believe would bring more rainwater! So there was a very amusing university family feud over this matter. But it does have a scientific basis. And if we approach such effects—albeit using more humanities-based methods—we’ll come to realize that strong lunar effects can indeed be discussed not merely in terms of superstition, but in a truly scientific manner, just as we discuss solar effects.
[ 6 ] Aber damit haben wir gewissermaßen schon dasjenige erschöpft, was in die Tatsache hereinspielt, welche das gewöhnliche Bewußtsein des heutigen Menschen umfaßt. Der heutige Mensch lebt sozusagen unter dem Einflusse von Erde, Mond und Sonne. Der heutige Mensch ist auch in seinem Bewußtsein im wesentlichen abhängig von Erde und Mond und Sonne. Denn, wie ich schon angedeutet habe, das äußerlich Sichtbare der Sterne ist ja nicht das Wesentliche, auch nicht das äußerlich Sichtbare der Sonne und des Mondes. Wir haben ja ausdrücklich darüber gesprochen, wie die Mondensphäre diejenigen Wesenheiten in sich birgt, welche einstmals die großen Urlehrer der Menschheit waren. So birgt die Sonnensphäre eine große Summe von geistigen Wesenheiten. Jeder Stern ist eine Kolonie von Wesenheiten, wie die Erde die kosmische Kolonie des Menschentums ist. Aber wie gesagt, der Mensch, der heute seine Zeit zubringt zwischen der Geburt und dem Tode, er lebt fast ausschließlich unter dem Einfluß von Erde, Sonne und Mond. Und nun handelt es sich darum, genauer kennenzulernen, wie der Mensch mit seinem ganzen bewußten und auch leiblichen Zustande, also mit seinem geistigen, seelischen und physischen Zustande unter dem Einflusse von Sonne und Mond lebt.
[ 6 ] But with that, we have, in a sense, already exhausted the factors that play a role in the reality encompassed by the ordinary consciousness of modern human beings. Modern human beings live, so to speak, under the influence of the Earth, the Moon, and the Sun. Modern human beings are also, in their consciousness, essentially dependent on the Earth, the Moon, and the Sun. For, as I have already indicated, what is outwardly visible of the stars is not the essential, nor is what is outwardly visible of the Sun and the Moon. We have, after all, spoken explicitly about how the lunar sphere harbors within itself those beings who were once the great primordial teachers of humanity. Similarly, the solar sphere harbors a great multitude of spiritual beings. Every star is a colony of beings, just as the Earth is the cosmic colony of humanity. But as I said, the human being who today spends his time between birth and death lives almost exclusively under the influence of the Earth, the Sun, and the Moon. And now the task is to gain a more precise understanding of how the human being, with his entire conscious and physical state—that is, with his spiritual, soul, and physical state—lives under the influence of the Sun and the Moon.
[ 7 ] Nehmen wir da die extremsten Bewußtseinszustände, zwischen denen der Traumzustand liegt, nehmen wir das wache Tagesbewußtsein und das bewußtseinsleere — wenn ich den Widerspruch bilden darf —, das bewußtseinsleere Schlafbewußtsein, das traumlose Schlafbewußtsein. Wenn wir den Menschen verfolgen, wie er da sich befindet während des Schlafes — physischer Leib und Ätherleib sind getrennt vom astralischen Leib und Ich —, dann finden wir, wie der Mensch in dem, was er aus seinem physischen und aus seinem ätherischen Leibe als astralischen Leib und Ich herausgezogen hat, zwischen dem Einschlafen und Aufwachen innerlich die Sonnenwirkungen sorgsam bewahrt.
[ 7 ] Let us consider the most extreme states of consciousness, between which the dream state lies: let us consider waking daytime consciousness and the consciousness-empty—if I may use this contradiction—the consciousness-empty state of sleep, the dreamless state of sleep. If we observe the human being as he exists during sleep—the physical body and the etheric body are separated from the astral body and the “I”—then we find that, between falling asleep and waking up, the human being carefully preserves within himself the effects of the sun in what he has drawn out of his physical and etheric bodies as the astral body and the “I.”
[ 8 ] Wir schauen vom Aufwachen bis zum Einschlafen äußerlich auf die Sonne hin. Wir schauen ja auch auf ihre Wirkung hin, wenn eine vollständige Regendecke da ist; denn das, was wir von den anderen Dingen sehen, sind ja die zurückgeworfenen Sonnenstrahlen. Wir stehen während des ganzen Wachens unter dem Einflusse der die Dinge äußerlich bescheinenden Sonne. In dem Augenblicke, wo wir in den anderen Zustand hinüberschlafen, fängt an, für das geistige Auge schaubar, in unserem Ich und unserem astralischen Leibe das Sonnenlicht zu erglänzen. Da haben wir zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen Sonne in uns. Sie wissen ja, es gibt gewisse Mineralien, wenn man sie unter gewissen Verhältnissen bestrahlt und läßt dann den Raum finster werden, so bewahren sie das Licht und strahlen es dann im Finstern als Nachwirkung zurück. So ist es für das geistige Anschauen mit dem menschlichen Ich und dem menschlichen Astralleibe. Sie sind gewissermaßen übertönt von dem äußeren Sonnenlichte in dem Zustand des Wachens. Sie fangen an zu glimmen und zu leuchten, indem sie das Sonnenlicht nunmehr in sich tragen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen.
[ 8 ] From the moment we wake up until we fall asleep, we look outwardly at the sun. We also observe its effects when there is a thick blanket of rain; for what we see of other things is, after all, the sun’s rays reflected back. Throughout our waking hours, we are under the influence of the sun, which illuminates things externally. The moment we drift off into sleep, the sunlight begins to shine within our “I” and our astral body—visible to the spiritual eye. Thus, between falling asleep and waking up, we have the sun within us. As you know, there are certain minerals that, when exposed to sunlight under specific conditions and then placed in darkness, retain the light and reflect it back in the darkness as an afterglow. So it is, in spiritual perception, with the human “I” and the human astral body. They are, so to speak, overshadowed by the external sunlight in the waking state. They begin to glow and shine by now carrying the sunlight within them between falling asleep and waking up.
[ 9 ] So daß wir sagen können: Im Wachen ist der Mensch unter dem Einflusse der äußeren Sonnenwirkungen. Im Schlafe ist der Mensch unter dem Einflusse der Sonnenwirkung, die er nunmehr selber bis zum Aufwachen in sich trägt. — Wir haben Sonne in uns, wenn wir schlafen, und lassen in der Nacht nur den physischen und den ätherischen Leib zurück. Aber im Geistigen beleuchten wir selber mit dem, was wir jetzt als das aufbewahrte Sonnenlicht haben, während des Schlafes von außen unseren physischen und unseren ätherischen Leib. Und würden wir das nicht tun, würden wir nicht von außen mit unserem bewahrten Sonnenlichte unsere Haut und bis in das Innere der Sinnesorgane hinein uns bestrahlen, so würde der Mensch früh ganz trocken, verdorrt werden, verwelken. Wir leisten in der Tat für Frische und Wachstum und Vitalität unseres Organismus alles dadurch, daß wir während des Schlafens durch das bewahrte Sonnenlicht von außen gegen unsere Haut und gegen unsere Sinne strahlen. Und es ist wirklich so, daß während des Schlafens der Mensch, indem er draußen ist mit seinem Ich und seinem Astralleibe, erstens seine Haut bescheint durch das Sonnenlicht, zweitens aber das Sonnenlicht wirft durch Augen und Ohren bis zurückdringend in die Nerven. Das ist das Phänomen des menschlichen Schlafen, daß die Sonne scheint, vom menschlichen Ich und menschlichen Astralleibe aus selber in den Menschen hineingehend, auf die Haut aufstrahlend, da wo Sinnestore sind, in den Menschen hineinstrahlend (siehe Zeichnung «Schlafen» . 202, rot).
[ 9 ] So we can say: When awake, a person is under the influence of the sun’s external effects. During sleep, the human being is under the influence of the sun’s effect, which he now carries within himself until he awakens. — We have the sun within us when we sleep, and at night we leave behind only the physical and etheric bodies. But in the spiritual realm, we ourselves use what we now possess as stored sunlight to illuminate our physical and etheric bodies from the outside during sleep. And if we did not do this—if we did not radiate our stored sunlight from the outside onto our skin and deep into the interior of our sense organs—human beings would soon become completely dry, withered, and wither away. In fact, we do everything necessary for the freshness, growth, and vitality of our organism by radiating the stored sunlight from the outside onto our skin and our senses while we sleep. And it is truly the case that during sleep, as the human being is outside with their “I” and their astral body, first, sunlight shines upon their skin, and second, the sunlight penetrates through the eyes and ears, reaching deep into the nerves. This is the phenomenon of human sleep: the sun shines, emanating from the human “I” and the human astral body itself, entering the person, radiating onto the skin, and shining into the person through the sensory gates (see drawing “Sleep,” no. 202, red).
[ 10 ] Dann tritt, gleichgültig ob Neumond oder Vollmond ist — denn dadurch ändern sich die Wirkungen nur, aber sie sind da bei allen Mondenphasen —, dann tritt für die Mondenwirkungen das ein, daß sie von außen an den Menschen herankommen und sich erstrecken über den physischen und den Ätherleib. So daß wir also haben — ich müßte den ganzen Menschen zeichnen —: im physischen und Ätherleib während des Schlafens Sonnenwirkungen vom Ich und astralischen Leib; Mondenwirkungen von außen auf den physischen und Ätherleib. Sehen Sie, damit ist der Schlafzustand in bezug auf den Kosmos charakterisiert. Der Mensch steht durch sein Inneres mit der Sonne in Beziehung, steht nach außen mit dem Monde in Beziehung, denn astralischer Leib und Ich sind ja doch das Innere, wenn sie jetzt auch außen sind. (Siehe Zeichnung «Schlafen».)
[ 10 ] Then, regardless of whether it is a new moon or a full moon—for this merely alters the effects, but they are present in all phases of the moon—the lunar effects approach the human being from the outside and extend over the physical and etheric bodies. So we have—I would have to draw the whole human being—: in the physical and etheric bodies during sleep, solar influences from the ego and the astral body; lunar influences from the outside on the physical and etheric bodies. You see, this characterizes the state of sleep in relation to the cosmos. The human being is connected to the Sun through their inner being and to the Moon externally, for the astral body and the “I” are, after all, the inner being, even though they are now on the outside. (See drawing “Sleeping.”)


[ 11 ] Im Wachen ist es umgekehrt. Wenn wir aufwachen, tragen wir innerlich, ganz innerlich die Mondenwirkungen in uns, und die Sonnenwirkungen kommen von außen. So daß wir sagen können: Wenn wir wachen, so kommen die Sonnenwirkungen von außen unmittelbar an den physischen und Ätherleib heran, und das Ich und der astralische Leib im Inneren stehen unter dem Einflusse der bewahrten Mondenkräfte. Wenn wir also schematisch dieses zeichnen für das Wachen, so haben wir auf den physischen Leib und den Ätherleib die Sonnenwirkungen, also Sonnenwirkungen von außen (gelb), innerlich auf Ich und astralischen Leib Mondenwirkungen (grün). (Siehe Zeichnung: «Wachen».)
[ 11 ] When we are awake, it is the other way around. When we wake up, we carry the lunar influences within us, deep within, while the solar influences come from the outside. So we can say: When we are awake, the solar influences come from the outside and act directly upon the physical and etheric bodies, while the “I” and the astral body within are under the influence of the preserved lunar forces. So if we draw a schematic diagram of this for the waking state, we have the effects of the Sun—that is, effects of the Sun from the outside (yellow)—acting on the physical and etheric bodies, while internally, the “I” and the astral body are under the influence of the preserved lunar forces (green). (See diagram: “Waking.”)
[ 12 ] Wir tragen also, während wir wachen und uns von außen in bezug auf unseren physischen und Ätherleib die Sonnenwirkung bestrahlt, innerlich in uns während des Wachens die bewahrten Mondenwirkungen. Im Ich des Menschen und im astralischen Leibe lebt dieSonne während des Schlafens und der Mond während des Wachens. Im physischen und Ätherleib lebt die Sonne während des Wachens, der Mond während des Schlafens. Und dadurch, daß das so ist, auch dann ist, wenn der Mensch ein Nachtschwärmer wird und sich in der Nacht, statt zu schlafen, vorbereitet für den Kopfschmerz des nächsten Morgens, auch dann bleiben diese Wirkungen in derselben Weise vorhanden; denn wenn auch die äußere Konstellation nicht beachtet wird, diese Dinge sind so, daß sie durch die eigene Trägheit, durch das Beharrungsvermögen im Kosmos trotzdem für den Menschen so verlaufen.
[ 12 ] Thus, while we are awake and the Sun’s influence shines upon us from the outside in relation to our physical and etheric bodies, we carry within us, during wakefulness, the preserved effects of the Moon. In the human ego and in the astral body, the Sun lives during sleep and the Moon during wakefulness. In the physical and etheric bodies, the Sun lives during wakefulness, and the Moon during sleep. And because this is so—even when a person becomes a night owl and, instead of sleeping at night, sets themselves up for a headache the next morning—even then these influences remain present in the same way; for even if the external constellation is disregarded, these things are such that, through one’s own inertia and the persistence of cosmic forces, they unfold in this way for the person nonetheless.
[ 13 ] Der Mensch, auch wenn er bei Tag schläft und bei Nacht wacht, trägt auch während des nächtlichen Wachens in seinem Ich und in seinem astralischen Leib die Mondenwirkungen; und die Sonnenwirkungen kommen an ihn heran, nur daß sie dann in Form von Straßenlaternen, oder wenn er irgendwo auf dem Felde liegt, in Form des schwachen Sternenlichtes und dergleichen an ihn herankommen. Aber es sind überall die Sonnenwirkungen, welche der Mensch im Schlafe bewahrt, die Mondenwirkungen, die der Mensch im Wachen innerlich in sich trägt. Und umgekehrt ist es für den physischen und für den Ätherleib in bezug auf das Äußere des Menschen. Dieser Konstellation verdankt der Mensch sein gewöhnliches Bewußtsein zwischen Geburt und Tod. Wir werden nun sehen, wie das Aufsteigen zu anderen Bewußtseinsformen diese Sache ändert. Denn beim Initiaten wird das Verhältnis nun zu Sonne und Mond etwas geändert, immer mehr und mehr geändert, und in dieser Änderung des Verhältnisses zum Kosmos besteht der Weg in die geistige Welt hinein.
[ 13 ] Even if a person sleeps during the day and stays awake at night, they still carry the effects of the Moon within their “I” and their astral body while awake at night; and the effects of the Sun reach them, only in the form of streetlights, or—if they are lying somewhere in a field—in the form of faint starlight and the like. But everywhere it is the effects of the Sun that a person retains during sleep, and the effects of the Moon that a person carries within themselves while awake. And the reverse is true for the physical and etheric bodies in relation to the person’s outer appearance. It is to this constellation that a person owes their ordinary consciousness between birth and death. We shall now see how the ascent to other forms of consciousness changes this situation. For in the initiate, the relationship to the sun and moon is now altered, changing more and more, and in this change of relationship to the cosmos lies the path into the spiritual world.
[ 14 ] Das lebendige Erfassen der Mondensphäre als Ausgangspunkt eines Initiatenweges
[ 14 ] The Living Perception of the Lunar Sphere as the Starting Point of an Initiate’s Path
[ 15 ] Wie der Mensch drinnensteht in der Welt, wie er Sonne und Mond gegenübersteht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein, das brauche ich nicht zu schildern, das kann vor jeder Seele stehen, wenn sie sich darauf besinnt, wie der Tag ausschaut, wie man als Mensch im Tag, wie man als Mensch in der Nacht lebt. In dem Augenblicke, wo der Mensch beginnt, seine innere Seelenkraft zu verstärken für das sonst chaotische Traumbewußtsein, in dem Momente, wo er es dahin bringt, das sonst träumende Bewußtsein zu einem Werkzeug der Auffassung der Realität zu machen, in demselben Momente wird der Mensch schon gewahr, wie der im Wachzustande in seinem Ich bewahrte Mond dadrinnen ist. In dem Augenblicke, wo man wirklich den Traum durch Initiatenerkenntnis in Wirklichkeit verwandelt, fühlt man sich wie von einem zweiten Menschen durchdrungen. Aber man weiß, in diesem zweiten Menschen lebt die Kraft der Mondensphäre.
[ 15 ] I need not describe how a person stands within the world, how they face the sun and the moon with ordinary consciousness; this is something every soul can perceive for itself if it reflects on what the day looks like, how one lives as a human being during the day, and how one lives as a human being at night. At the very moment when a person begins to strengthen their inner soul power for the otherwise chaotic dream consciousness—at the moment when they succeed in transforming that otherwise dreaming consciousness into a tool for perceiving reality—at that very moment, the person becomes aware of how the Moon, which is preserved within their “I” during the waking state, is present within them. At the very moment when one truly transforms the dream into reality through the knowledge of the initiate, one feels as if one were permeated by a second human being. But one knows that within this second human being lives the power of the lunar sphere.
[ 16 ] Also im beginnenden Initiatenbewußstsein sagt man sich: In mir lebt die Kraft der Mondensphäre, und sie hat eigentlich immer die Tendenz, in mir einen zweiten Menschen auszubilden, den ich dann in meinem ersten Menschen wie in einer Hülle in mir trage. Und jetzt beginnt auch schon der Kampf, wenn nicht beim Tagbewußtsein, im wachen Bewußtsein, sondern im Schlafbewußtsein der Mond innerlich im Menschen zu wirken beginnt — in diesem zweiten Menschen, von dem ich jetzt gerade spreche, daß er normal durch die inneren Mondenwirkungen ausgelöst wird beim Menschen, wenn der durch den wirklichen Mond in der Nacht ausgelöst wird, wenn da dieser zweite Mensch sich geltend macht im dumpfen Schlafzustande, dann will dieser zweite Mensch, der im ersten, im gewöhnlichen Menschen drinnensteckt, im Mondenlichte herumwandeln und nimmt den ersten Menschen mit. Und jener somnambule Zustand entsteht, den wir bei den Mondenwandlern auftreten sehen.
[ 16 ] So, in the early stages of initiatory consciousness, one tells oneself: The power of the lunar sphere lives within me, and it actually always tends to form a second human being within me, whom I then carry within my first human being as if in a shell. And now the struggle begins—not in waking consciousness, but in the consciousness of sleep—as the Moon begins to work inwardly within the human being — in this second human being, of whom I am speaking right now, who is normally triggered in the human being by the inner lunar influences when these are set in motion by the actual moon at night; when this second human being asserts itself in the drowsy state of sleep, then this second human being, who is enclosed within the first, the ordinary human being, wants to wander about in the moonlight and takes the first human being along with it. And that somnambulistic state arises, which we see manifesting in the moonwalkers.
[ 17 ] Jetzt stellen Sie sich vor, wenn äußerlich der Mond scheint, kann auferweckt werden der zweite Mensch, der dann in besondere magische, das heißt außergewöhnliche, von Naturwirkungen abweichende Wirkungen hineinbringt. Der Mensch wandelt herum. Stellen Sie sich diesen Nachtwandler vor. Bei herabgedämpftem Bewußtsein tut der Mensch allerlei, was er bei gewöhnlichem Bewußtsein nicht tun würde. Er würde bei gewöhnlichem Bewußtsein ruhig im Bette liegenbleiben. Da ist sein Ort. Statt dessen wandelt er draußen herum, steigt auf Dächern herum. Er sucht dasjenige Gebiet auf, das eigentlich außer seinem physischen Leibe sein soll.
[ 17 ] Now imagine that when the moon is shining outside, the “second human” can be awakened, who then brings about special magical effects—that is, extraordinary effects that deviate from natural phenomena. The person wanders about. Imagine this sleepwalker. With his consciousness subdued, the person does all sorts of things he would not do in his normal state of consciousness. In his normal state of consciousness, he would simply stay quietly in bed. That is where he belongs. Instead, he wanders around outside, climbing onto rooftops. He seeks out the realm that is actually supposed to lie outside his physical body.
[ 18 ] Sehen Sie, ins Normale übersetzt, zur bewußten innerlichen Erfahrung gebracht, ist das der Fall im beginnenden Initiatenbewußstsein; nur daß man sich da nicht der Mondenwirkung nähert, der wirklichen Mondenwirkung von außen, sondern die innerlich getragene Mondenwirkung das Bewußtsein vom zweiten Menschen ausbilden läßt. Und man muß nun alle Kraft zusammenhalten, damit einem dieser zweite Mensch jetzt nicht weggeht. Mit dem ersten Menschen würde man ruhig bleiben. Aber dieser zweite Mensch, der könnte weggehen, wesenlos in die Irre wandeln, ganz falsche Wege gehen. Man muß ihn halten.
[ 18 ] You see, when translated into ordinary terms and brought into conscious inner experience, this is the case in the early stages of initiatory consciousness; except that here one does not approach the influence of the Moon—the actual influence of the Moon from without—but rather allows the inner influence of the Moon to develop the consciousness of the second human being. And one must now hold all one’s strength together so that this second human being does not slip away. With the first human, one could remain calm. But this second human—he could slip away, wander aimlessly astray, take entirely the wrong paths. One must hold him fast.
[ 19 ] Das ist eben dasjenige, was bei der Erwerbung des Initiatenbewußtseins unbedingt eintreten muß: innere Festigkeit und Haltung, damit dasjenige, was heraus will, in einem drinnenbleibt und man es verbunden erhält mit dem ganz gewöhnlichen, nüchternen Bewußtsein, das man in seinem physischen Leibe hat. Aber man muß fortwährend kämpfen dagegen, daß einem dieser zweite Mensch, der sich da durch das verstärkte innere Mondenwesen gebildet hat, nicht davongeht. Und dieser zweite innere Mensch, der sich da bildet, er hat eine sehr starke Anziehung zu allem, was da Stoffwechselwirkungen, Bewegungswirkungen sind im Menschen, zu allem, was vom Magen und anderen Organen ausgeht; zu all dem hat er eine sehr, sehr starke Anziehung. Und er nimmt diese Kräfte sehr, sehr stark in Anspruch.
[ 19 ] This is precisely what must happen when one attains the consciousness of an initiate: inner steadfastness and composure, so that what seeks to emerge remains within, and one keeps it connected to the very ordinary, down-to-earth consciousness one possesses in one’s physical body. But one must constantly struggle to prevent this second human being—who has been formed there through the intensified inner lunar being—from slipping away. And this second inner human being that is forming there has a very strong attraction to everything related to metabolic and motor processes in the human being, to everything emanating from the stomach and other organs; he has a very, very strong attraction to all of this. And he draws very, very heavily upon these forces.
[ 20 ] Das, sehen Sie, ist das Vorliegende, dasjenige, was zunächst Erfahrung ist für das beginnende Initiatenbewußtsein, daß es einen von den zwei Wegen geht, die gegangen werden müssen: den Weg durch die Ausgestaltung der Traumeswelt, durch die Realisierung, durch die Verwirklichung der Traumeswelt. Und besinnt man sich nun — und man muß sich eben besinnen, wie ich jetzt auseinandergesetzt habe —, dann kommt man darauf: äußerlich ist der Tag, doch innerlich trägt man die Nacht in sich; und es erwacht mitten im Tag etwas wie eine innerliche Nacht.
[ 20 ] That, you see, is the present reality—that which is, at first, an experience for the budding initiate’s consciousness—namely, that one follows one of the two paths that must be taken: the path through the shaping of the dream world, through its realization, through the bringing of the dream world into being. And if one now reflects—and one must indeed reflect, as I have just explained—then one comes to realize: outwardly it is day, yet inwardly one carries the night within oneself; and in the midst of the day, something like an inner night awakens.
[ 21 ] Tritt dieses Initiatenbewußtsein auf, dann, sehen Sie, dann ist da für die äußeren Augen der Tag, für das äußere Angreifen von Dingen der Tag; aber im Raume dieses Tages, da beginnt überall zu weben und zu leben das geistige Mondenlicht, das herumstrahlt, herumscheint, und das Geistige beginnt zu beleuchten. Also man weiß, man setzt durch seine eigene Seele in den Tag die Nacht hinein. Wenn das alles im vollen Bewußtsein geschieht, so geschieht, wie etwas anderes am Tage vom besonnenen Menschen verrichtet wird, wenn dieser besonnene Mensch in die Tageswirkungen die Monden-Nachtwirkungen hereinzuzaubern vermag, dann ist er auf dem richtigen Pfad. Wenn er aber irgend etwas in sich hereinbringt ohne das volle Bewußtsein, daß da im Tage die Nacht aufgeht durch seine innerlichen Kräfte, dann gerät er auf den falschen Weg, der zuletzt ins Mediumhafte führt.
[ 21 ] When this consciousness of the initiate arises, then—you see—to the outer eye it is day, for the outer perception of things it is day; but within the space of this day, the spiritual moonlight begins to weave and live everywhere, radiating and shining all around, and the spiritual begins to illuminate. So one knows that, through one’s own soul, one brings the night into the day. If all this happens in full consciousness—just as a level-headed person performs other tasks during the day—and if this level-headed person is able to conjure the lunar-night effects into the effects of the day, then he is on the right path. But if he brings anything into himself without the full awareness that night dawns within the day through his inner forces, then he strays onto the wrong path, which ultimately leads into the realm of mediumship.
[ 22 ] So ist also das volle Bewußtsein, die innerliche Beherrschung der Tatsache, in die man sich hineinlebt, dasjenige, was maßgebend ist, nicht die Erscheinung an sich, nicht die Tatsache an sich, sondern die Art, wie man sich in sie hineinlebt. Könnte der gewöhnliche Monden-Nachtwandler in dem Augenblicke, wo er auf dem Dache oben herumsteigt, seine volle Besonnenheit entwickeln, er wäre in diesem Moment ein Initiat. Das wird er nicht, sondern wenn Sie ihn anschreien, damit er erwacht, fällt er herunter. Wenn er nicht herunterfiele, sondern das volle Wachbewußtsein entwickelte und dann in diesem Zustand bleiben könnte, dann wäre er ein Initiat. Dasjenige, was da auf krankhafte Weise entwickelt wird, nicht bloß in gesunder, sondern in übergesunder Weise zu entwickeln, das ist die Aufgabe der Initiationserkenntnis. Sie sehen, wie haarscharf nebeneinander stehen Falsches und Richtiges in der geistigen Welt. In der physischen Welt kann man noch, weil man da ja die grobmaschige Logik, die grobmaschige Erfahrung hat, Falsches vom Richtigen leicht unterscheiden. Sobald man in die geistige Welt eindringt, ist diese Unterscheidung außerordentlich schwer, hängt ganz ab von der inneren Haltung, von der inneren Besonnenheit.
[ 22 ] Thus, full consciousness—the inner mastery of the reality into which one immerses oneself—is what is decisive; not the phenomenon in itself, not the reality in itself, but the way in which one immerses oneself in it. If the ordinary moonlit sleepwalker could develop his full composure at the very moment he is wandering around on the roof, he would be an initiate at that instant. He does not, however; instead, if you shout at him to wake him up, he falls down. If he did not fall but instead developed full waking consciousness and could then remain in that state, he would be an initiate. To develop what is being developed there in a pathological way—not merely in a healthy way, but in a super-healthy way—that is the task of initiatory knowledge. You see how closely wrong and right lie side by side in the spiritual world. In the physical world, because we have coarse-grained logic and coarse-grained experience, it is still possible to easily distinguish the false from the true. As soon as one enters the spiritual world, this distinction becomes extraordinarily difficult; it depends entirely on one’s inner attitude and inner composure.
[ 23 ] Und weiter, wenn der Mensch so die Nacht im Tag erweckt hat, dann verliert allmählich das Mondenlicht den Charakter des äußeren Scheinens. Es scheint nicht mehr so äußerlich. Es bewirkt nur ein allgemeines Lebensgefühl. Aber etwas anderes tritt auf. An diesem geistigen Nachthimmel erglänzt jetzt in wunderbarem glimmenden Lichte Merkur. Es geht der Stern Merkur in dieser in den Tag hineingezauberten Nacht wirklich auf, aber nicht so, wie man den Merkur durch das Teleskop sieht, sondern man wird gewahr: das ist etwas Lebendiges. Man kann noch nicht gleich die lebendigen Geistwesen, die den Merkur bewohnen, unterscheiden, aber man wird gewahr im allgemeinen an der Art und Weise, wie einem der Merkur entgegentritt, daß man es mit einer geistigen Welt zu tun hat.
[ 23 ] And furthermore, once a person has thus awakened the night within the day, the moonlight gradually loses its character as an external radiance. It no longer seems so external. It merely evokes a general sense of life. But something else occurs. In this spiritual night sky, Mercury now shines in a wondrous, glowing light. The planet Mercury truly rises in this night that has been magically brought into the day—but not as one sees Mercury through a telescope; rather, one becomes aware that this is something alive. One cannot yet immediately distinguish the living spiritual beings that inhabit Mercury, but one generally becomes aware, from the very way Mercury appears to one, that one is dealing with a spiritual world.
[ 24 ] Wird einem im Geiste das Mondenlicht zum allgemeinen Lebenselixier, in dem man sich drinnen fühlt, dann geht allmählich der Geiststern Merkur in dieser in den Tag hineingezauberten Nacht auf. Heraus tritt aus diesem funkelnden Dämmern und dämmernden Funkeln, in dem einem der Merkur entgegentritt, diejenige Wesenheit, die dann als das Götterwesen Merkur bezeichnet wird. Den braucht man. Den braucht man unbedingt, sonst kommt Verwirrung zustande. Man muß zunächst in der geistigen Welt dieses Wesen finden, von dem man genau weiß, es gehört zu den Merkurwesen. Und dadurch, daß man ihn kennenlernt, kann man den zweiten Menschen, der in einem belebt wird, nun beherrschen, willentlich beherrschen. Man braucht nicht mehr so wie ein Mondenwandler sich unbestimmten Wegen zu überlassen, sondern man kann an der Hand dieses Götterboten Merkur die bestimmten Wege in die geistige Welt hinein tun.
[ 24 ] When moonlight becomes, in one’s spirit, the universal elixir of life in which one feels immersed, then the spiritual star Mercury gradually rises in this night that has been magically conjured into the day. Emerging from this sparkling twilight and twilight-like sparkle, in which Mercury comes to meet one, is the being who is then designated as the divine being Mercury. One needs him. One absolutely needs him; otherwise, confusion arises. One must first find this being in the spiritual world, knowing full well that he belongs to the Mercury beings. And by getting to know him, one can now master—deliberately master—the second human being that is brought to life within oneself. One no longer needs to abandon oneself to indeterminate paths like a lunatic, but can, guided by this divine messenger Mercury, tread the definite paths into the spiritual world.
[ 25 ] Und so handelt es sich darum: Will man die richtigen Wege in die geistige Welt hinein finden, so muß man ganz bestimmte Erfahrungen zunächst machen, welche lenkend und leitend sind. Der gewöhnliche Mystiker vertieft sich in sein Inneres. Da kommt ein Gefühlsbrei zustande, in dem alles durcheinandergerührt ist; Gott und Welt und Engel und Teufel, sie sind ja bei dem gewöhnlichen Mystiker durcheinandergerührt. Höchstens kann es zu allgemeinen Träumen kommen, an denen man nicht unterscheiden kann, ob sie aus der Geschlechtssphäre oder aus der Kopfsphäre sind. Im allgemeinen sind sie durcheinandergebrodelt, die Erlebnisse, oder breiartig durcheinandergerührt. Das ist die unklare, die nebulose Mystik, die den Traum nicht durchhellt, die den Traum im Gegenteil mit größerem Chaos, das dann nur dem Initiaten verständlich ist, durchwirkt.
[ 25 ] And this is the point: If one wishes to find the right paths into the spiritual world, one must first have very specific experiences that serve as a guide and direction. The ordinary mystic delves deep into his inner self. This results in a jumble of feelings in which everything is mixed together; God and the world, angels and devils—for the ordinary mystic, they are all jumbled together. At best, this may lead to general dreams in which one cannot distinguish whether they originate from the sexual sphere or the mental sphere. In general, these experiences are jumbled together or mixed up like a porridge. This is the unclear, nebulous mysticism that does not illuminate the dream; on the contrary, it interweaves the dream with greater chaos, which is then understandable only to the initiate.
[ 26 ] Solche Erlebnisse, wie sie beschrieben werden, die so wunderbar sind, so großartig poetisch sind wie die von Katharina von Siena und ähnliche, die kann nur der Initiat verstehen, denn nur er weiß, was da eigentlich vorgeht. Und daher kann gesagt werden: Treibst du deine Initiation mit vollem Bewußtsein, das so klar und durchsichtig wie das Bewußtsein ist, wenn du rechnest oder Geometrie treibst, gehst du mit dieser ganzen vollen Besonnenheit in diese Dinge hinein, so findest du den rechten Weg. — Erst dadurch, daß du weißt, du zauberst die innerliche Nacht in den äußeren Tag hinein, findest du die wirkliche, reale geistige Welt. So wie niemand leugnen kann, daß der Mond aufgeht, daß der Merkur aufgeht in der äußeren Raumeswelt, daß das nicht erträumt, sondern real ist, so findet man das, wenn man mit vollem Bewußtsein hineingeht und Geistwesen begegnet, so, wie man in der physischen Welt Menschen begegnen kann. Und falsche Wege werden überall da gegangen, wo man den Geist suchen will, ohne sich bewußt zu werden dessen, was da in der geistigen Welt ist. Wenn man nur auf Erden bleibt und meinetwillen mit Medien experimentiert, ohne in die geistige Welt wirklich einzutreten, sondern nur an dem, was die Medien äußerlich auswirken, experimentieren will, nicht dem Geistigen wirklich begegnet, dann ist man auf falschem Wege. Alles, was nicht das Bewußtsein erweckt in der geistigen Welt, sondern im Schlafe weiterwandelt und nur die Wirkungen studieren will wie der äußerliche Okkultismus, ist auf falschem Wege. Alles dasjenige, was, indem es in die geistige Welt eintritt, sogleich der geistigen Welt als einer Realität entgegentritt, die aber geistig ist, ist auf richtigem Pfade.
[ 26 ] Experiences such as those described—which are so wondrous, so magnificently poetic, like those of Catherine of Siena and others like her—can only be understood by the initiate, for only he knows what is actually taking place. And so it can be said: If you pursue your initiation with full consciousness—a consciousness as clear and transparent as that which you use when doing math or geometry—and if you approach these matters with all this full composure, then you will find the right path. — Only by knowing that you are conjuring the inner night into the outer day will you find the true, real spiritual world. Just as no one can deny that the moon rises, that Mercury rises in the outer world of space—that this is not a dream but a reality—so too will you find this when you enter with full consciousness and encounter spiritual beings, just as you might encounter people in the physical world. And false paths are taken wherever one seeks the spirit without becoming aware of what actually exists in the spiritual world. If one remains only on Earth and, for my sake, experiments with mediums—without truly entering the spiritual world, but merely wishing to experiment with what the mediums outwardly manifest, without truly encountering the spiritual—then one is on the wrong path. Everything that does not awaken consciousness in the spiritual world, but instead remains in a state of slumber and seeks only to study the effects—such as external occultism—is on the wrong path. Everything that, upon entering the spiritual world, immediately encounters the spiritual world as a reality—albeit a spiritual one—is on the right path.
[ 27 ] Und, sehen Sie, so ist das innerliche, lebendig erkennende Erfassen der Mondensphäre der Ausgangspunkt des einen Initiationsweges. Und wir können sagen: Was sonst im Wachen, wo der menschliche Mond im Inneren wirkt, was sonst im Wachen nur mit Bezug auf Sonne und Mond auftritt, das tritt jetzt so auf beim Initiaten während des Wachens, wie es sonst im Schlafe auftritt. Der Mensch wird gewahr der Mondenwirkungen, wie wenn sie äußerlich wären. Er zaubert die Nacht in den Tag hinein. Und statt daß für die gewöhnliche Nachtbetrachtung der ganze Himmel gleich sternenbeglänzt wird, geht zuerst geistig der Stern Merkur auf. Und hat man dann nach dem Wege, wie ich es geschildert habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», hat man es dahin gebracht, Imaginationen auszubilden, zu wirklichen Imaginationen zu kommen, so tritt einem eben in dieser Mondenwelt während des Tages die Welt der Imaginationen als Wirklichkeit entgegen.
[ 27 ] And, you see, this inner, vividly perceptive grasp of the lunar sphere is the starting point of one path of initiation. And we can say: What otherwise occurs in wakefulness—where the human moon is at work within—and what otherwise occurs in wakefulness only in relation to the sun and moon—now occurs for the initiate during wakefulness just as it otherwise occurs in sleep. The human being becomes aware of the lunar influences as if they were external. He conjures the night into the day. And instead of the entire sky being instantly studded with stars, as in ordinary nighttime contemplation, the planet Mercury first rises spiritually. And once one has, following the method I described in How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?, succeeded in developing imaginations and arriving at true imaginations, the world of imaginations appears as reality to one precisely in this lunar world during the day.
[ 28 ] Aber indem man in die Merkurwirkungen eintritt, gehen diese Imaginationen zu ihren Wesenheiten über. Man stellt jetzt nicht mehr bloß Visionen dar, hinter denen nichts Reales ist, sondern man stellt jetzt Visionen wie Imaginationen vor — aber die gehen zu ihren entsprechenden Wesenheiten hin. Sie können daher, wenn Sie noch nicht weit genug gekommen sind in Ihrem Initiationsweg, die Vision des Archangelos, des Erzengels, haben, aber es bleibt eine Vision. Erst wenn Sie weiterdringen, dann geht diese Vision zum Erzengel wirklich hin, und Sie schauen dann die Vision des Erzengels, der darinnensteckt. Vorerst, beim bloßen Mondenscheine, braucht er nicht drinnenzustecken. Jetzt steckt er drinnen. Und so werden Sie sich der Merkurwirkungen bewußt, indem Ihre visionäre Welt in eine wahre Wahrnehmungswelt des Geistigen hineinfließt. Das alles kann nur — das muß immer wieder erwähnt werden — bei vollster Besonnenheit in richtiger Weise erreicht werden.
[ 28 ] But as one enters into the effects of Mercury, these imaginations merge with their corresponding entities. One no longer merely depicts visions with no reality behind them, but rather presents visions as imaginations—which then merge with their corresponding entities. Therefore, if you have not yet progressed far enough on your path of initiation, you may have a vision of the Archangel, but it remains a vision. Only when you advance further does this vision truly merge with the Archangel, and you then behold the vision of the Archangel who is present within it. For the time being, in the mere moonlight, he need not be present within it. Now he is present within it. And in this way you become aware of the effects of Mercury as your visionary world flows into a true world of spiritual perception. All of this can only—and this must be mentioned again and again—be achieved in the proper way with the utmost composure.
[ 29 ] Und dann, wenn der Mensch weiter seine Meditationen treibt, sein Inneres weiter erkraftet, aktiver und aktiver macht, dann erlangt er zu der Merkurwirkung hinzu die Venuswirkung. Und siehe da, wenn die Venuswirkung auftritt, wenn in dieser in den Tag hineingezauberten inneren Nacht die Venus aufgeht, da verlieren sich gegenüber den Wesenheiten, die da aufgetreten sind, die in den Bildern der Imagination, der realen Visionen erscheinen, da verlieren sich darinnen die Visionen, und man steht mit leerem Bewußtsein gegenüber der geistigen Welt. Man weiß, die geistigen Wesenheiten sind da. Man ist in der Venussphäre angelangt. Die geistigen Wesenheiten sind da. Man wartet, bis einem entgegenkommt die Sonnensphäre. Das ganze ist eine Vorbereitung, um nun die Sonne ein zweites Mal zu erleben. Man tut ja das alles während des Tagwachens, wo man in den Sonnenwirkungen von außen steht. Man macht diesen Weg durch, den ich beschrieben habe, durch Mond, Merkur, Venus. Da verlieren sich die Visionen. Man dringt weiter. Der ganze Weg war ein Weg von Erde zu Mond, zu Merkur, zu Venus, zur Sonne hin. Man dringt in das Innere der Sonne. Man schaut die Sonne ein zweites Mal, geistig. Sie bleibt noch nicht, ist undeutlich, aber man weiß: man schaut sie geistig. Man schaut in das Innere der Sonne hinein.
[ 29 ] And then, as the human being continues his meditations, further strengthens his inner being, and makes it more and more active, he attains the Venus effect in addition to the Mercury effect. And lo and behold, when the Venus effect occurs—when Venus rises in this inner night conjured into the day—the visions that appear in the images of imagination and real visions dissolve in the presence of the spiritual beings that have appeared; the visions dissolve within them, and one stands before the spiritual world with an empty consciousness. One knows that the spiritual beings are there. One has arrived in the sphere of Venus. The spiritual beings are there. One waits until the sphere of the Sun comes to meet one. The whole process is a preparation for now experiencing the Sun a second time. One does all this while awake during the day, when one stands outside the effects of the Sun. One travels this path I have described, through the Moon, Mercury, and Venus. There the visions fade away. One presses on. The entire path was a journey from Earth to the Moon, to Mercury, to Venus, and toward the Sun. One penetrates into the interior of the Sun. One beholds the Sun a second time, spiritually. It does not yet remain visible; it is indistinct, but one knows: one is beholding it spiritually. One looks into the interior of the Sun.
[ 30 ] Es ist so, wenn ich einen ganz groben Vergleich gebrauchen darf, wie wenn man sich sagen würde: Ich sehe dort etwas in der Ferne; ich nähere mich ihm, halte es zuerst für etwas künstlich Gemachtes, nähere mich ihm, greife es an, da fängt es mich in seinen Zähnen an der Hand. Jetzt weiß ich, das ist nicht künstlich gemacht, das ist ein wirklicher Hund. Ich werde gewahr, daß das ein Inneres war. Dieser grobe Vergleich kann Sie darauf aufmerksam machen, daß das etwas ist, was Realität hat. Man geht von der Erde durch die Mondenwirkungen, Merkurwirkungen, Venuswirkungen und kommt darauf, die Sonne zu schauen, so daß man merkt: sie ist ein lebendiges Geistwesen; da leben auch Wesen darinnen.
[ 30 ] It’s like this—if I may use a very rough comparison—as if one were to say to oneself: I see something over there in the distance; I approach it, at first thinking it’s something man-made, get closer, reach out to grab it, and then it seizes my hand in its teeth. Now I know that it isn’t man-made; it’s a real dog. I realize that it had an inner life. This rough comparison can draw your attention to the fact that this is something that has reality. One proceeds from the Earth through the influences of the Moon, Mercury, and Venus, and comes to gaze upon the Sun, so that one realizes: it is a living spiritual being; there are also beings living within it.
[ 31 ] Das ist zunächst der Weg, der ausgebildet werden kann und der durch und durch auf jedem seiner Schritte zeigt, wie der Initiat, indem er weiterschreitet, die volle Besonnenheit bewahren muß und dann auf richtigem Wege wandelt; und wie der Mensch, wenn er gar nicht gewahr wird, daß er, indem er in irgendeiner Weise aus sich herausgeht, in den Kosmos tritt und daß der Kosmos geistig wird vor seinem geistigen Blick, wie er da auf falschem Wege geht. Sehen Sie, innerlich muß man den Unterschied zwischen wahren und falschen Wegen in der geistigen Anschauung kennen.
[ 31 ] This is, first and foremost, the path that can be cultivated—a path that demonstrates, at every single step, how the initiate, as he proceeds, must maintain complete composure and thus walk the right path; and how, if a person is not at all aware that, by stepping outside of himself in any way, he enters the cosmos—and that the cosmos becomes spiritual before his spiritual gaze—he is walking on the wrong path. You see, inwardly one must know the difference between true and false paths in spiritual vision.
[ 32 ] Das Ergreifen der menschlichen Organisation in Imaginationen
[ 32 ] The Representation of Human Organization in the Imagination
[ 33 ] Nun habe ich bereits gestern angedeutet, wie aus einer Notwendigkeit der Zeit heraus von den verschiedensten psychisch-okkulten Gesellschaften, welche in einer karikaturhaften Nachahmung naturwissenschaftlicher Methoden arbeiten, gesucht wird, an äußeren Erscheinungen die geistige Welt zu erforschen. Mißverstehen Sie mich nicht, ich will nicht als Kritiker dieser Methoden auftreten, da ich zu genau weiß, wie stark die Sehnsucht sein kann, durch Beobachtung äußerer Tatsachen auf naturwissenschaftlichem Wege in das Wesen der geistigen Welt hineinzukommen. Ich will nur zeigen, wie diese Wege in Irrtum führen und wie sich dagegen die wahren Wege verhalten müssen. Es ist durchaus begreiflich heute, weil wir im naturwissenschaftlichen Zeitalter leben und weiterleben müssen, daß Menschen auftreten, die über die geistige Welt so forschen wollen, wie man in der Naturwissenschaft unmittelbar forscht, und die für unsicher halten andere, rein geistige Wege. Und so kommen sie darauf, zu sagen: Auf der einen Seite liegt eben die normale Welt vor; da gehen Menschen herum, die ihre Absichten ausführen, die ihnen vom äußerlichen sozialen Leben auferlegt sind; da gehen Menschen herum, die im Sinne dieses äußerlichen sozialen Lebens denken und wirken. Das hat weiter, weil man es gewohnt ist, nichts Besonderes. Darinnen forscht eben die Naturwissenschaft, die sich mit den äußeren Erscheinungen, mit Wärme-, Licht-, elektrischen, magnetischen Erscheinungen und so weiter befaßt.
[ 33 ] As I already hinted at yesterday, various psycho-occult societies—which operate by caricaturing scientific methods—are seeking to explore the spiritual world through external phenomena out of a necessity dictated by the times. Please do not misunderstand me; I do not wish to appear as a critic of these methods, for I know all too well how strong the longing can be to penetrate the essence of the spiritual world through the observation of external facts by scientific means. I merely wish to show how these paths lead to error and how the true paths must differ from them. It is entirely understandable today—because we live in the age of natural science and must continue to do so—that people emerge who wish to investigate the spiritual world in the same way that one directly investigates in natural science, and who regard other, purely spiritual paths as unreliable. And so they come to say: On the one hand, there is simply the ordinary world; there, people go about carrying out the tasks imposed on them by external social life; there, people go about thinking and acting in accordance with this external social life. Since we are accustomed to it, this is nothing out of the ordinary. It is precisely this realm that natural science investigates, dealing with external phenomena such as heat, light, electricity, magnetism, and so on.
[ 34 ] Nun treten aber auch im Leben abnorme Tatsachen auf. Menschen verhalten sich als automatische Schreiber, als Vollführer von diesem oder jenem, wozu sie in Hypnose, durch Suggestion veranlaßt werden. Man vermutet, auf diese Weise spricht eine unbekannte Welt herein in diese gewöhnliche Welt. Man will diese äußeren Zeichen, die man da bekommt, diese abnormen Tatsachen deuten. Man will deuten, wie es kommt, wenn in New York jemand irgend etwas lebhaft denkt und erlebt und ein mit ihm in Seelengemeinschaft in Europa lebender Mensch innerlich die Nachricht davon bekommt, es weiß, wie man sonst nur durch die drahtlose Telegraphie auf äußere Weise Nachricht bekommt. Solche Erscheinungen, die man zu Hunderten, zu Tausenden anführen könnte, sie werden auf naturwissenschaftlich-äußerem, statistischem Wege erforscht.
[ 34 ] But abnormal phenomena also occur in everyday life. People behave as if they were automatic writers, carrying out this or that action to which they are prompted under hypnosis or through suggestion. It is believed that in this way, an unknown world makes its way into this ordinary world. People seek to interpret these external signs they receive—these anomalous phenomena. They seek to understand how it is that when someone in New York vividly thinks and experiences something, a person living in Europe who is in spiritual communion with them receives the message inwardly—knowing it in the same way one would otherwise receive a message externally only through wireless telegraphy. Such phenomena—of which one could cite hundreds, even thousands—are investigated using scientific, external, and statistical methods.
[ 35 ] Der Weg kann deshalb nicht zu einem Ziele führen, weil man nicht eine geistige Richtung hat, in die man gehen soll, die aber in der geistigen Welt selber drinnenliegen muß. Dann bleiben alle diese Erscheinungen, so wunderbar sie sein mögen, als Aggregate in der äußeren Welt liegen, eines neben dem anderen. Man kommt überhaupt nicht zu einem Wissen, zu einer Erkenntnis, kann diese Erscheinungen nur registrieren, als etwas Wunderbares anschauen, Hypothesen ersinnen über die geistige Welt, die aber keine Bedeutung haben, weil die Erscheinungen selber in dieser äußeren Welt, in die sie ja hereingestellt sind, zu einer äußeren Welt eben nicht wirklich sprechen, was sie sind. Wir können noch so viel mit Medien, mit äußeren naturwissenschaftlichen Tatsachen uns abgeben, die geistige Welt offenbart sich hinein; aber sie spricht sich nicht aus über das, was sie eigentlich ist.
[ 35 ] The path cannot lead to a goal because one lacks a spiritual direction in which to proceed—a direction that must lie within the spiritual world itself. Consequently, all these phenomena, however wondrous they may be, remain as aggregates in the external world, one alongside the other. One does not arrive at any knowledge or insight at all; one can only register these phenomena, regard them as something marvelous, and devise hypotheses about the spiritual world—hypotheses that, however, have no meaning, because the phenomena themselves, in this external world into which they are placed, do not truly reveal what they are to that external world. No matter how much we engage with media or with external scientific facts, the spiritual world reveals itself within them; yet it does not express what it actually is.
[ 36 ] Sehen Sie, da tritt dann diejenige Forschung ein, von der ich gestern sagte, daß von Dr. Wegman mit mir zusammen nun versucht wird, auch exakt sie darzustellen. Diese Forschung geht ebensowenig wie die andere Forschung, die ich jetzt eben dargestellt habe, die das innere Traumleben zu erhellen sucht, so vor, daß sie die geistige Welt vermeidet; sondern sie geht so vor, daß sie direkt mit dem Ziele, das sich in der geistigen Welt selber eröffnet, die Erscheinungen nimmt, die sich darbieten für eine solche Forschung. Aber diese Erscheinungen liegen nicht in den zerstreuten wunderbaren Tatsachen, die uns auf die eben geschilderte Weise in der Außenwelt entgegentreten. Diese Erscheinungen liegen auf dem Gebiete, das der medizinisch, anatomisch und physiologisch Durchgebildete anschaut, wenn er von dem Begreifen der äußeren Form eines Menschenorgans, der Lunge oder der Leber oder irgendeines anderen Organs aufsteigt zu einem imaginativen Erfassen dieses Organs, wenn er allmählich beginnt, die menschliche Organisation in Imaginationen sich vor die Seele stellen zu können.
[ 36 ] You see, this is where the research comes in that I mentioned yesterday—the research that Dr. Wegman and I are now attempting to describe in precise terms. Just as with the other research I have just described—which seeks to shed light on the inner life of dreams—this research does not proceed by avoiding the spiritual world; rather, it proceeds by taking up the phenomena that present themselves for such research, with the direct aim of exploring what opens up in the spiritual world itself. But these phenomena do not lie in the scattered, wondrous facts that confront us in the external world in the manner just described. These phenomena lie within the realm that the medically, anatomically, and physiologically trained person contemplates when, having grasped the external form of a human organ—the lung, the liver, or any other organ—he ascends to an imaginative apprehension of that organ, when he gradually begins to be able to present the human organism to his soul in images.
[ 37 ] Sehen Sie, es ist das also möglich, wenn man die Organe des Menschen, die normalerweise nicht wie die äußeren Naturerscheinungen wirken, sondern die normalerweise so wirken wie die abnormen Erscheinungen, wenn man diese Organe zu studieren vermag, wenn man also von einer im Menschen liegenden, wissenschaftlich-anatomischen Erkenntnis ausgehen kann, die sich dann erhebt zum geistigen Durchschauen der menschlichen Organisation. Vom ganzen Menschen geht man aus bei der Methode, die ich vorhin geschildert habe. Von den einzelnen menschlichen Organen, die man durch eine geistige Anatomie ergreift und unmittelbar anschaut, geht man aus bei dem Wege, der zum Richtigen führen kann gegenüber dem Irrtümlichen, das die äußeren Erscheinungen auf statistisch karikiert naturwissenschaftliche Weise begreift. Daher können Sie verstehen, daß sich erst ein Mensch finden mußte, der in dieser Weise ganz regulär im Medizinischen drinnensteht, damit die Dinge dargestellt werden können.
[ 37 ] You see, this is possible if one is able to study the human organs—which normally do not function like external natural phenomena, but rather function like abnormal phenomena—if one can proceed from a scientific-anatomical understanding inherent in the human being, which then rises to a spiritual insight into the human organism. The method I described earlier takes the whole human being as its starting point. The approach that can lead to the truth—as opposed to the error of understanding external phenomena in a statistically caricatured, natural-scientific way—takes as its starting point the individual human organs, which are grasped and directly observed through spiritual anatomy. Therefore, you can understand that it was first necessary to find a person who is thoroughly grounded in medicine in this way, so that these things can be presented.
[ 38 ] Nun handelt es sich im weiteren darum, daß in dem Augenblicke, wo in dieser Weise ein menschliches Organ von einem Menschen geistig erfaßt wird, wo ein Mensch also dasteht, der in dieser Weise Anatomie anschaut, daß dann in seinen Gedanken dieses Ziel nicht als ein unbestimmtes Ziel lebt. Und jetzt geht nicht ein innerlicher Mensch auf, wie ich ihn früher beschrieben habe, sondern es geht ein äußerlicher Mensch auf, ein kosmischer Mensch, der allerdings noch nebulos erscheint, aber wie ein kosmischer Mensch, wie ein großer, gigantischer Mensch, der Mensch, wie er angeschaut wird nicht als Erdenganzes, sondern angeschaut wird dadurch, daß man seine Organe anschaut, innerlich geistig umfaßt. Dadurch, daß sich diese Organe im Geiste zeigen, steht nicht mehr der Erdenmensch bloß da, sondern der Mensch, der umfassend ist den Kosmos. Dann schaut man: Geradeso wie man früher hineingezaubert hat in die Tagwelt die Nachtwelt, die Mondenwelt, so zaubert man jetzt herein in den Menschen, in dasjenige, was jetzt nicht der ganze Mensch, der konturierte Mensch ist, sondern der aus seinen einzelnen Organen bestehende Mensch, in das zaubert man herein die Impulse der Saturnsphäre.
[ 38 ] Now, the point is that at the very moment when a human organ is mentally grasped in this way by a person—that is, when a person stands there viewing anatomy in this manner—this goal does not exist in their thoughts as an indefinite one. And now it is not an inner human being that emerges, as I have described him before, but an outer human being, a cosmic human being, who admittedly still appears nebulous, but as a cosmic human being, as a great, gigantic human being—the human being, as he is viewed, not as the whole of the Earth, but viewed by looking at his organs and embracing them inwardly and spiritually. Because these organs reveal themselves in the spirit, it is no longer merely the earthly human being who stands there, but the human being who encompasses the cosmos. Then one sees: just as one once conjured the world of night and the world of the moon into the world of day, so now one conjures into the human being—into that which is not the whole human being, the contoured human being, but the human being consisting of his individual organs—the impulses of the sphere of Saturn.
[ 39 ] Geradeso wie früher die Mondensphäre hereingezaubert worden ist in das gewöhnliche Tagesbewußtsein, so wird jetzt in das wissenschaftliche Bewußtsein die Saturnsphäre hereingezaubert, und man wird gewahr, daß die Kräfte des Saturn in jedem Organ auf besondere Art wirken, daß die Kräfte des Saturn wirken in der Leber zum Beispiel am allerstärksten, in der Lunge verhältnismäßig sehr schwach, im Kopfe am allerwenigsten. Man wird also das Ziel gewahr, das man so aussprechen lernt: Du hast den Saturn allüberall zu suchen. Und ebenso wie man früher vorgedrungen ist durch Meditation, so dringt man jetzt durch ein Sich-Hineinleben in dieses Suchen des Saturn, des innerlichen Geistgefüges in jedem Organe, so dringt man jetzt ein in die Jupitersphäre und lernt erkennen, wie jedes Organ eigentlich das irdische Abbild eines geistig-göttlichen Wesens ist. Der Mensch trägt innerlich in seinen Organen die Abbilder geistig-göttlicher Wesen. Der ganze Kosmos, der zuerst ein großer Mensch gewesen ist in der Saturnsphäre, der ganze Mensch wird als ein gigantisches kosmisches Wesen klar, aber indem er als die Summe, als das innerlich-organische Zusammenwirken von Göttergenerationen erscheint.
[ 39 ] Just as the lunar sphere was once conjured into ordinary everyday consciousness, so now the Saturnian sphere is being conjured into scientific consciousness, and one becomes aware that the forces of Saturn act in a particular way in every organ—that the forces of Saturn act most strongly in the liver, for example, relatively weakly in the lungs, and least of all in the head. One thus becomes aware of the goal, which one learns to express as follows: You must seek Saturn everywhere. And just as one previously penetrated through meditation, so now, by immersing oneself in this search for Saturn—the inner spiritual structure within each organ—one now penetrates into the sphere of Jupiter and learns to recognize how each organ is actually the earthly image of a spiritual-divine being. Human beings carry within their organs the images of spiritual-divine beings. The entire cosmos, which was first a great human being in the sphere of Saturn—the entire human being—becomes clear as a gigantic cosmic being, but it appears as the sum, as the inner-organic interplay of generations of gods.
[ 40 ] Wiederum ist notwendig, daß dieser Weg in voller Besonnenheit gegangen wird. Aber er muß so gegangen werden, daß in ihm die Kräfte wirken, die all das aufrechterhalten können. Sie müssen bedenken, das alles sind ja Wirkungen, die zunächst wie im Status nascendi leben, die da sind, aber indem sie da sind, sogleich wieder vergehen. So daß man sie ja schon leicht erfassen kann; aber es wird unmöglich, sie zu beschreiben, sie festzuhalten, sie irgendwie gedanklich-bildhaft zu gestalten, wenn man dem unterliegt, was hier die Gefahr ist, daß [nämlich], indem alles das, was ich Ihnen erzählt habe, hervortritt und alles gleich wiederum vor dem Bewußtsein vergeht, so daß man gar nicht dazu kommt, es anzuschauen. Sehen Sie, die modernen Menschen vom Psychical research, die denken ja gar nicht daran, da wirklich das Geistige heranzurufen. Sie möchten das alles laboratoriiumsmäßig machen, in beliebiger Weise, indem sie A, B, C, als Menschen in das Laboratorium hineinrufen und das ausführen. So lassen sich die geistigen Realitäten nicht an die für den Menschen erkennbare Welt heranbringen, vor allen Dingen nicht diese Realitäten, die in dieser Weise erfaßt und nach und nach wirklich wissenschaftlich beschrieben werden sollen.
[ 40 ] Once again, it is essential that this path be followed with the utmost prudence. But it must be followed in such a way that the forces capable of sustaining all of this are at work within it. You must bear in mind that these are all effects that initially exist as if in a state of becoming—they are there, but as soon as they are there, they immediately pass away. So that one can indeed grasp them easily; but it becomes impossible to describe them, to capture them, or to form them in any way as mental images if one succumbs to the danger here—namely, that as everything I have told you emerges and then immediately vanishes from consciousness again, one does not even get the chance to observe it. You see, modern practitioners of psychical research don’t even think of actually invoking the spiritual realm. They want to conduct all of this in a laboratory-like manner, in whatever way they please, by summoning A, B, and C—as human beings—into the laboratory and carrying it out. That is not how spiritual realities can be brought into the world perceptible to human beings—especially not those realities that are to be grasped in this way and gradually described in a truly scientific manner.
[ 41 ] Das, was ich gestern von dem medizinischen Buche gesagt habe, wird nur den allerersten, elementaren Anfang darstellen können, und das wird nach langer Zeit, wenn wir nicht mehr leben werden, die ausgebildete Wissenschaft erst werden. Aber so sehr diese Dinge auch in der geistigen Welt heute vorhanden sind, so sehr sie zum Beispiel unter den Wesen gang und gäbe sind, die nicht auf Erden, sondern in der Sonne leben, so sehr können sie auf die geschilderte Weise in das Erdenbewußtsein hereingebracht werden. Nur muß man eben nicht glauben, daß man laboratoriumsmäßig Versuche machen kann, und auch nicht glauben, daß man mit der abstrakten Anatomie und so weiter, wie sie in den Lehrbüchern steht, da weiterkommen könnte. Da handelt es sich darum, daß das alles durch den lebendigen Menschen geht. Warum?
[ 41 ] What I said yesterday about the medical book can only represent the very first, most elementary beginning, and it will only become a fully developed science after a long time, when we will no longer be alive. But just as much as these things exist in the spiritual world today—just as much as they are, for example, commonplace among beings who live not on Earth but in the Sun—so too can they be introduced into earthly consciousness in the manner described. One must simply not believe that one can conduct laboratory-style experiments, nor believe that one could make any progress with abstract anatomy and the like, as presented in textbooks. The point is that all of this must pass through the living human being. Why?
[ 42 ] Weil diese Dinge nur festgehalten werden können, wenn man sie mit denjenigen Kräften anfaßt, die auch aus dem gemeinsamen Zusammenstreben von Menschen zustande kommen, wenn sie sozusagen erfaßt werden mit den Kräften, die die Menschen aus ihren früheren Erdenleben in sich tragen, und diese Kräfte vor allen Dingen zum Halten, zum Festhalten dieser Dinge benutzt werden. Dann, wenn das geschieht, tritt in jene Welt der Saturn- und Jupitersphäre dasjenige ein, was man die Marssphäre nennen kann. Von da ab beginnen die Dinge zu sprechen. Von da ab werden die Dinge offenbar durch Inspiration. Und dann kommt man wiederum zurück zur Sonne mit dem inspirierten Bewußtsein. Das ist der andere Weg, der sich heute als derjenige ergibt, den die Naturwissenschaft fordert, den die Initiaten, von denen ich gestern gesprochen habe, gerne vermeiden möchten. Es ist ihnen unbehaglich, wenn sie auf diesen Weg kommen, der aber gegangen werden muß.
[ 42 ] Because these things can only be held fast if one grasps them with the forces that arise from the collective striving of human beings—if, so to speak, they are grasped with the forces that people carry within them from their previous earthly lives—and these forces are used above all to hold and keep these things in place. Then, when that happens, what might be called the Mars sphere enters the world of the Saturn and Jupiter spheres. From that point on, things begin to speak. From that point on, things become manifest through inspiration. And then one returns once more to the Sun with this inspired consciousness. This is the other path that presents itself today as the one demanded by natural science—the one that the initiates, of whom I spoke yesterday, would gladly avoid. They feel uneasy when they embark on this path, yet it must be taken.
[ 43 ] Denn der Weg durch die Mondensphäre — das wird Ihnen auch aus den heutigen Auseinandersetzungen klar sein —, der ist Ja gerade von den alten Initiaten wunderbar gegangen worden, und man hat auch wunderbare Dinge, namentlich in der «Secret Doctrine» von Helena Petrowna Blavatsky in bezug auf diesen Mondenweg. Man muß nur das Richtige vom Unrichtigen unterscheiden können; dann sind aber großartige Wahrheiten in dieser «Secret Doctrine». Aber es ist der Weg, welcher hinaufgeht durch das Mondenastrallicht, in dem Helena Petrowna Blavatsky in wunderbarer Weise leben konnte, und in dem ihr für ihre Interpretationen der Merkurbote ein ganz wunderbarer Führer geworden ist. Man kann das sehen, wenn man ihre Auseinandersetzungen verfolgt, wie sie überall die Imagination an die richtige Stelle hinleitet. Es ist ja wunderbar bei der Blavatsky: Wenn sie eine Imagination entwickelt, so ist diese Imagination da; der Merkurbote leitet sie; er leitet sie hinein da, wo eine verborgene Bibliothek ist. Die Idee entsteht in ihr; der Merkurbote leitet sie hin zu einem sorgfältig vom Vatikan bewahrten Buche; die Blavatsky liest darinnen. Und manches steht bei der Blavatsky, was sie sonst nicht hätte finden können, weil es der Vatikan sorgfältig bewahrte, weil es gut seit Jahrhunderten bewahrt ist! Dieser Weg ist tatsächlich derjenige, der viel, viel begangen ist, und den man sorgfältig unterscheiden muß von alledem, was an fester innerer Haltung gemacht wird, wie ich es erwähnt habe.
[ 43 ] For the path through the lunar sphere—as will be clear to you from today’s discussions—was indeed wonderfully traversed by the ancient initiates, and there are also marvelous things to be found, particularly in Helena Petrovna Blavatsky’s Secret Doctrine, regarding this lunar path. One must simply be able to distinguish the true from the false; but then there are magnificent truths in this Secret Doctrine. Yet it is the path that ascends through the light of the lunar ray, in which Helena Petrovna Blavatsky was able to live in a wondrous way, and in which the Messenger of Mercury became a truly wondrous guide for her interpretations. One can see this when following her discussions, as she consistently directs the imagination to the right place. It is truly marvelous with Blavatsky: when she develops an imagination, that imagination is there; the Mercury Messenger guides her; he leads her into a place where a hidden library exists. The idea arises within her; the Mercury Messenger guides her to a book carefully preserved by the Vatican; Blavatsky reads from it. And there are many things in Blavatsky’s writings that she otherwise could not have found, because the Vatican carefully preserved them—because they have been well preserved for centuries! This path is indeed the one that has been taken many, many times, and it must be carefully distinguished from everything that is achieved through a firm inner attitude, as I have mentioned.
[ 44 ] Und der andere Weg führt diejenige Bahn, die ich beschrieben habe, die rechnet mit dem modernen naturwissenschaftlichen Wege, den ja Helena Petrowna Blavatsky auch haßte wie die Nacht, das heißt, sie haßte die Nacht, aber der gewöhnliche Mensch fürchtet Gespenster. Das ist der Weg, der gegangen werden muß in der Weise, wie ich es Ihnen gekennzeichnet habe, der sich bewußt werden muß, daß er in den karmischen Kräfteentwickelungen der Menschen die Stütze, die Stärke findet, nicht so sehr um die Erinnerungen zu bekommen, sondern um sie festzuhalten, so daß sie beschrieben werden können. Da muß schon die gegenwärtige Wissenschaft menschlich vertieft werden, so wie ich das gestern an meiner Mitarbeiterin auf diesem Gebiete charakterisiert habe. Sie sehen also, an dem Exempel kann man am besten erörtern, wie sich die richtigen Wege und die falschen Wege ergeben. Nicht durch Definitionen erreicht man das, sondern man erreicht das dadurch, daß man an realen Beispielen die Dinge erörtert.
[ 44 ] And the other path follows the course I have described, which relies on the modern scientific approach—which Helena Petrovna Blavatsky, incidentally, hated as much as the night; that is to say, she hated the night, but the average person fears ghosts. This is the path that must be followed in the manner I have outlined for you; one must become aware that it finds its support and strength in the karmic development of human powers—not so much to obtain memories, but to retain them so that they can be described. Contemporary science must be deepened from a human perspective, just as I described yesterday in reference to my colleague in this field. So you see, this example is the best way to discuss how the right paths and the wrong paths emerge. This is not achieved through definitions, but by discussing things using real-life examples.
[ 45 ] So viel noch darüber gesagt werden kann in der kurzen Zeit, werde ich mir erlauben, morgen noch hinzuzufügen zu den Dingen, um in gewissem Sinne für diesen Kursus dann einen Abschluß zu haben.
[ 45 ] I will take the liberty of adding whatever else can be said on this topic in the short time available tomorrow, so that, in a sense, we can bring this course to a close.

