Supplements to Member Lectures
GA 246
12 January 1908, Leipzig
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Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge
10. Okkulte Zeichen und Symbole der astralischen Welt
10. Okkulte Zeichen und Symbole der astralischen Welt
[ 1 ] Wenn ich heute von den okkulten Zeichen der astralen und geistigen Welt spreche, so ist «geistige Welt» in dem Sinn vom Devachan gemeint und gebraucht. Unser physischer Plan ist durchstrahlt von der astralischen Welt und von noch höheren Welten. Das, was der Okkultist von diesen höheren Welten kennenlernt, wird durch allerlei Sinnbilder oftmals ausgedrückt. Wir brauchen nicht zu denken an besonders künstliche Bilder, sondern wir müssen das sinnbildlich gesprochen nehmen, wie wir zum Beispiel sprechen vom «Licht der Erkenntnis», «Licht der Weisheit». Jeder, der dichterische Sprache verfolgt, der religiöse Urkunden untersucht, wird Sinnbilder finden. Der Okkultist braucht aber solche Bilder nie im ausspekulierten Sinn, denn okkultistische Zeichen sind nicht ausspekuliert. So können Sie auch nicht durch bloßes Nachdenken in den Sinn der Bilder eindringen. Der einzige Weg ist durch die Geheimwissenschaft selber, und derselbe Weg muss auch angewendet werden für die Sagen und Märchen der Völker. Sie müssen festhalten, dass ein wahres okkultistisches Symbol etwas wirklich zu Sehendes in einer höheren Welt ist.
[ 1 ] Wenn ich heute von den okkulten Zeichen der astralen und geistigen Welt spreche, so ist «geistige Welt» in dem Sinn vom Devachan gemeint und gebraucht. Unser physischer Plan ist durchstrahlt von der astralischen Welt und von noch höheren Welten. Das, was der Okkultist von diesen höheren Welten kennenlernt, wird durch allerlei Sinnbilder oftmals ausgedrückt. Wir brauchen nicht zu denken an besonders künstliche Bilder, sondern wir müssen das sinnbildlich gesprochen nehmen, wie wir zum Beispiel sprechen vom «Licht der Erkenntnis», «Licht der Weisheit». Jeder, der dichterische Sprache verfolgt, der religiöse Urkunden untersucht, wird Sinnbilder finden. Der Okkultist braucht aber solche Bilder nie im ausspekulierten Sinn, denn okkultistische Zeichen sind nicht ausspekuliert. So können Sie auch nicht durch bloßes Nachdenken in den Sinn der Bilder eindringen. Der einzige Weg ist durch die Geheimwissenschaft selber, und derselbe Weg muss auch angewendet werden für die Sagen und Märchen der Völker. Sie müssen festhalten, dass ein wahres okkultistisches Symbol etwas wirklich zu Sehendes in einer höheren Welt ist.
[ 2 ] Der Mensch in seinem astralischen Leib kann gerade solche Erkenntnis- und Wahrnehmungsorgane haben wie der physische Leib. Wenn der Astralleib den physischen und Ätherleib verlässt, tritt Bewusstlosigkeit ein, aber nicht weil die physischen Sinne fehlen, sondern weil größere und ganz andere Welten um ihn herum sind und weil [der Mensch] seine astralischen Organe noch nicht entwickelt hat. Sie sind sehr verschieden von den sinnlichen Organen. Nach ihrer Form nennt man sie Lotusblumen oder Räder. Es sind Lichtbewegungen, die da aufblitzen. Wenn wir diese Lichtbewegungen in den Hauptlinien zeichnen, besonders die schnell sich bewegende zweiblättrige, so kommt die sogenannte Swastika heraus. Damit kennt man den Sinn dieser Zeichnung eben so wenig, als wie man weiß, was ein Auge ist, wenn man nur dessen Zeichnung sieht. Man kann den Sinn jenes Zeichens nicht durch Nachsinnen erkennen, sondern allein durch das Wissen der geheimwissenschaftlichen Tatsachen.
[ 2 ] Der Mensch in seinem astralischen Leib kann gerade solche Erkenntnis- und Wahrnehmungsorgane haben wie der physische Leib. Wenn der Astralleib den physischen und Ätherleib verlässt, tritt Bewusstlosigkeit ein, aber nicht weil die physischen Sinne fehlen, sondern weil größere und ganz andere Welten um ihn herum sind und weil [der Mensch] seine astralischen Organe noch nicht entwickelt hat. Sie sind sehr verschieden von den sinnlichen Organen. Nach ihrer Form nennt man sie Lotusblumen oder Räder. Es sind Lichtbewegungen, die da aufblitzen. Wenn wir diese Lichtbewegungen in den Hauptlinien zeichnen, besonders die schnell sich bewegende zweiblättrige, so kommt die sogenannte Swastika heraus. Damit kennt man den Sinn dieser Zeichnung eben so wenig, als wie man weiß, was ein Auge ist, wenn man nur dessen Zeichnung sieht. Man kann den Sinn jenes Zeichens nicht durch Nachsinnen erkennen, sondern allein durch das Wissen der geheimwissenschaftlichen Tatsachen.


[ 3 ] So ist auch das Pentagramm nichts anderes als ein Organ des Ätherleibes. Es bedeutet den Menschen, weil es seinem Ätherleib eingezeichnet ist. Die Linien dieses Pentagrammes folgen aber den Bewegungen des menschlichen Körpers, sind deshalb nicht immer gradlinig.
[ 3 ] So ist auch das Pentagramm nichts anderes als ein Organ des Ätherleibes. Es bedeutet den Menschen, weil es seinem Ätherleib eingezeichnet ist. Die Linien dieses Pentagrammes folgen aber den Bewegungen des menschlichen Körpers, sind deshalb nicht immer gradlinig.


[ 4 ] Heute wollen wir aus der großen Reihe dieser Zeichen einige herausgreifen, und zwar solche, die in einer gewissen Beziehung dem Menschen nahcliegen, und wollen hinweisen auf das, was ihnen als Wirklichkeit zugrunde liegt.
[ 4 ] Heute wollen wir aus der großen Reihe dieser Zeichen einige herausgreifen, und zwar solche, die in einer gewissen Beziehung dem Menschen nahcliegen, und wollen hinweisen auf das, was ihnen als Wirklichkeit zugrunde liegt.
[ 5 ] Wenn wir die vier Glieder der menschlichen Wesenheit nach ihrer Vollkommenheit betrachten, so ist der physische Leib der vollkommenste, weniger der Ätherleib, noch weniger der Astralleib und am wenigsten das Ich. Der physische Leib ist deshalb der vollkommenste, weil der Mensch ihn schon entwickelte, als die Erde noch Saturn war. Nun ist die Erde noch Sonne und Mond geworden und hat auf diesen Stufen ihn weiter vervollkommnet. Der Ätherleib bildete sich erst auf der Sonne, deshalb erreichte er einen dreifachen Grad der Vollkommenheit: Sonne, Mond, Erde.
[ 5 ] Wenn wir die vier Glieder der menschlichen Wesenheit nach ihrer Vollkommenheit betrachten, so ist der physische Leib der vollkommenste, weniger der Ätherleib, noch weniger der Astralleib und am wenigsten das Ich. Der physische Leib ist deshalb der vollkommenste, weil der Mensch ihn schon entwickelte, als die Erde noch Saturn war. Nun ist die Erde noch Sonne und Mond geworden und hat auf diesen Stufen ihn weiter vervollkommnet. Der Ätherleib bildete sich erst auf der Sonne, deshalb erreichte er einen dreifachen Grad der Vollkommenheit: Sonne, Mond, Erde.
[ 6 ] Der Astralleib erreichte erst einen zweifachen Grad der Vollkommenheit: Mond und Erde. Das Ich ist jetzt noch im Anfang, wird aber später ein sehr vollkommenes Wesen werden. Der Okkultist sieht nur erst den Menschen seinem physischen Leibe nach als vollkommenen Menschen, während er hinsichtlich seines Ätherleibes den Wert eines Tieres, hinsichtlich des Astralleibes den Wert einer Pflanze und hinsichtlich des Ich nur den Wert eines Minerals hat.
[ 6 ] Der Astralleib erreichte erst einen zweifachen Grad der Vollkommenheit: Mond und Erde. Das Ich ist jetzt noch im Anfang, wird aber später ein sehr vollkommenes Wesen werden. Der Okkultist sieht nur erst den Menschen seinem physischen Leibe nach als vollkommenen Menschen, während er hinsichtlich seines Ätherleibes den Wert eines Tieres, hinsichtlich des Astralleibes den Wert einer Pflanze und hinsichtlich des Ich nur den Wert eines Minerals hat.
[ 7 ] Was ist das Wesen des Ich? Es ist ein wahrnehmendes und begreifendes Ding. Jetzt aber kann das Ich nur die mineralische Welt begreifen. Deshalb versteht der Mensch nur erst, das Mineral sich dienstbar zu machen; er benutzt es zu seinen Maschinen und so weiter. Das Ich kann erst das Mineral in sich aufnehmen und sich zum Beispiel mit mechanischer Wirksamkeit eine Uhr machen. Einen Keim, eine Pflanze kann der Mensch nicht ins Dasein rufen. Einst wird er auch Lebendiges hervorbringen, nicht nur die Pflanze, sondern sogar sich selbst ins Dasein rufen können.
[ 7 ] Was ist das Wesen des Ich? Es ist ein wahrnehmendes und begreifendes Ding. Jetzt aber kann das Ich nur die mineralische Welt begreifen. Deshalb versteht der Mensch nur erst, das Mineral sich dienstbar zu machen; er benutzt es zu seinen Maschinen und so weiter. Das Ich kann erst das Mineral in sich aufnehmen und sich zum Beispiel mit mechanischer Wirksamkeit eine Uhr machen. Einen Keim, eine Pflanze kann der Mensch nicht ins Dasein rufen. Einst wird er auch Lebendiges hervorbringen, nicht nur die Pflanze, sondern sogar sich selbst ins Dasein rufen können.
[ 8 ] Eine okkultistische Regel ist, dass der Mensch erst aus sich heraus wird schaffen können, wenn des Menschen Wirken auf dem Laboratoriumstisch sakramental geworden ist. Wenn erst der Laboratoriumstisch Altar geworden ist, dann werden erst von den höheren Wesenheiten Wesen ins Dasein gerufen werden.
[ 8 ] Eine okkultistische Regel ist, dass der Mensch erst aus sich heraus wird schaffen können, wenn des Menschen Wirken auf dem Laboratoriumstisch sakramental geworden ist. Wenn erst der Laboratoriumstisch Altar geworden ist, dann werden erst von den höheren Wesenheiten Wesen ins Dasein gerufen werden.
[ 9 ] Jetzt ist erst der physische Leib Gott ähnlich; das ist der Mensch. Der Ätherleib ist noch im Wesentlichen auf der Tierstufe stehend, hat mehr oder weniger Tiergestalt und zwar kommen vier ganz bestimmte Tiergestalten zum Ausdruck. Diese bekamen ihre Namen nach verwandten Tieren, denen sie nur ähnlich sind. Die eine (typische) vorbildliche Form ist: Mensch; die andere, weil sie ähnlich wie ein Huftier ist, ist Stier; eine andere Löwe; und endlich die vierte Form, welche den Drang nach dem Idealischen hat: Adler.
[ 9 ] Jetzt ist erst der physische Leib Gott ähnlich; das ist der Mensch. Der Ätherleib ist noch im Wesentlichen auf der Tierstufe stehend, hat mehr oder weniger Tiergestalt und zwar kommen vier ganz bestimmte Tiergestalten zum Ausdruck. Diese bekamen ihre Namen nach verwandten Tieren, denen sie nur ähnlich sind. Die eine (typische) vorbildliche Form ist: Mensch; die andere, weil sie ähnlich wie ein Huftier ist, ist Stier; eine andere Löwe; und endlich die vierte Form, welche den Drang nach dem Idealischen hat: Adler.
[ 10 ] Im Tode treten ganz genau diese Gestalten hervor. Für den heutigen Menschen ist es noch schwer, diese vorbildliche Äthergestalt zu erkennen. In der atlantischen Zeit, als des Menschen Ätherleib noch nicht von ihm Besitz ergriffen hatte, noch nicht in ihn hineingekrochen war, also noch keine ausgeprägte Individualität vorhanden war, da war die Ähnlichkeit mit den vier Tierformen vorhanden. Damals gab es vier Gruppenseelen: Mensch, Stier, Löwe, Adler. Das sind nicht willkürlich ausgedachte Symbole. Heute gibt es für den Okkultisten diese vier Gruppen zu unterscheiden: Mensch-Mensch, Stier-Mensch, Löwen-Mensch, Adler-Mensch. So sind diese Bilder auf ihre Wirklichkeit zurückgeführt.
[ 10 ] Im Tode treten ganz genau diese Gestalten hervor. Für den heutigen Menschen ist es noch schwer, diese vorbildliche Äthergestalt zu erkennen. In der atlantischen Zeit, als des Menschen Ätherleib noch nicht von ihm Besitz ergriffen hatte, noch nicht in ihn hineingekrochen war, also noch keine ausgeprägte Individualität vorhanden war, da war die Ähnlichkeit mit den vier Tierformen vorhanden. Damals gab es vier Gruppenseelen: Mensch, Stier, Löwe, Adler. Das sind nicht willkürlich ausgedachte Symbole. Heute gibt es für den Okkultisten diese vier Gruppen zu unterscheiden: Mensch-Mensch, Stier-Mensch, Löwen-Mensch, Adler-Mensch. So sind diese Bilder auf ihre Wirklichkeit zurückgeführt.
[ 11 ] Das, was für viele Menschen heute nur ein Name ist, das gibt es wirklich: Stammesseele, Volksseele. Ich möchte Sie hier erinnern an das in der alten germanischen Geschichte auftretende Volk der Cherusker. Es entsteht, erreicht eine Höhe, steigt wieder herab und verschwindet in der Geschichte, wie ein Mensch verschwindet von diesem Plan, nachdem sein Leben mit dem Tode vergeht. In dem Volke haben wir etwas, was eine wirkliche Volksseele ist; und jeder einzelne Cherusker - äußerlich völlig unterschieden -, war doch in der allgemeinen astralischen Cheruskerseele eingebettet. Die Cheruskerseele hat bestanden; sie ist ein wirkliches astralisches Wesen.
[ 11 ] Das, was für viele Menschen heute nur ein Name ist, das gibt es wirklich: Stammesseele, Volksseele. Ich möchte Sie hier erinnern an das in der alten germanischen Geschichte auftretende Volk der Cherusker. Es entsteht, erreicht eine Höhe, steigt wieder herab und verschwindet in der Geschichte, wie ein Mensch verschwindet von diesem Plan, nachdem sein Leben mit dem Tode vergeht. In dem Volke haben wir etwas, was eine wirkliche Volksseele ist; und jeder einzelne Cherusker - äußerlich völlig unterschieden -, war doch in der allgemeinen astralischen Cheruskerseele eingebettet. Die Cheruskerseele hat bestanden; sie ist ein wirkliches astralisches Wesen.
[ 12 ] Denken Sie sich, ein Hellseher hätte heruntergeschaut und hätte diese Entwicklung verfolgt. Er würde nicht jeden einzelnen Cherusker angeschaut haben, aber er hätte auf die Volksseele sein Augenmerk gerichtet. Er würde sehen, wie die Seele entsteht und sich entwickelt, dann würde er aber etwas anderes sehen. Wenn wir einen Menschen verfolgen hinauf ins Devachan seit seinem letzten Tode, so verfolgen wir sein Leben weiter in jenen höheren Welten, bis er wieder hinunter in das Erdenleben tritt und so fort. Eine solche Volksseele sehen wir nicht verschwinden und auf ihrem Plan auftauchen, sondern wie sie sich einst aus einer anderen Seele verwandelte, so gestaltet sie sich auf ihrem eigenen Plan von Neuem heran. Die Cheruskerseele hatte sich aus einer anderen Volksseele umgestaltet und gestaltet sich nun wieder in eine andere hinein. Eine Volksseele besteht aus Empfindungen, Trieben, Begierden, wie der Mensch aus Nerven, Muskeln und so weiter und entsteht aus sich selbst immer wieder aufs Neue, erzeugt sich immer wieder aus dem ewigen Feuer, und ein solches Volks-Ich geht nicht aus seiner Welt heraus. Solche Wesen gibt es heute; sie erscheinen nie auf der Erde. Und weil sie manchen Menschen in Gestalt eines Vogels erschienen sind, nannte man solche Wesen «Vogel Phönix». Es ist eine Tatsache und ist einfach nachgebildet aus dem astralischen Erlebnis, Ereignis. So haben wir denn ein wichtiges Sinnbild angeführt.
[ 12 ] Denken Sie sich, ein Hellseher hätte heruntergeschaut und hätte diese Entwicklung verfolgt. Er würde nicht jeden einzelnen Cherusker angeschaut haben, aber er hätte auf die Volksseele sein Augenmerk gerichtet. Er würde sehen, wie die Seele entsteht und sich entwickelt, dann würde er aber etwas anderes sehen. Wenn wir einen Menschen verfolgen hinauf ins Devachan seit seinem letzten Tode, so verfolgen wir sein Leben weiter in jenen höheren Welten, bis er wieder hinunter in das Erdenleben tritt und so fort. Eine solche Volksseele sehen wir nicht verschwinden und auf ihrem Plan auftauchen, sondern wie sie sich einst aus einer anderen Seele verwandelte, so gestaltet sie sich auf ihrem eigenen Plan von Neuem heran. Die Cheruskerseele hatte sich aus einer anderen Volksseele umgestaltet und gestaltet sich nun wieder in eine andere hinein. Eine Volksseele besteht aus Empfindungen, Trieben, Begierden, wie der Mensch aus Nerven, Muskeln und so weiter und entsteht aus sich selbst immer wieder aufs Neue, erzeugt sich immer wieder aus dem ewigen Feuer, und ein solches Volks-Ich geht nicht aus seiner Welt heraus. Solche Wesen gibt es heute; sie erscheinen nie auf der Erde. Und weil sie manchen Menschen in Gestalt eines Vogels erschienen sind, nannte man solche Wesen «Vogel Phönix». Es ist eine Tatsache und ist einfach nachgebildet aus dem astralischen Erlebnis, Ereignis. So haben wir denn ein wichtiges Sinnbild angeführt.
[ 13 ] Eine tiefe Bedeutung hat das Kreuz und spielt im Mittelalter eine große Rolle. Wohl [einem Schüler im Mittelalter], der dem Rosenkreuzer zur Erziehung übergeben wurde. [In der Form eines Zwiegespräches] will ich Ihnen sagen - was vielleicht Wochen und Monate lang sich hinzog - wie der Rosenkreuzer mit dem Schüler verkehrte: «Sieh dir die Pflanze an; sie treibt die Wurzel, den Stängel, bringt Blume und Frucht hervor. Stelle neben diese Pflanze dich selbst. Nun darfst du nicht die Blüte der Pflanze mit dem Kopf des Menschen vergleichen, sondern was für die Pflanze die Wurzel, ist für den Menschen der Kopf. Die Pflanze wendet zur Sonne nach oben die Fruchtorgane; genau das Umgekehrte ist bei dem Menschen der Fall. Beim Tier liegen sie horizontal, weil das Tier erst zur Hälfte seinen Entwicklungsweg zurücklegte. Zichen wir eine Linie für des Menschen Haupteskraft nach oben, für die Pflanze nach unten und für das Tier horizontal, so entsteht durch diese Linien das Kreuz.
[ 13 ] Eine tiefe Bedeutung hat das Kreuz und spielt im Mittelalter eine große Rolle. Wohl [einem Schüler im Mittelalter], der dem Rosenkreuzer zur Erziehung übergeben wurde. [In der Form eines Zwiegespräches] will ich Ihnen sagen - was vielleicht Wochen und Monate lang sich hinzog - wie der Rosenkreuzer mit dem Schüler verkehrte: «Sieh dir die Pflanze an; sie treibt die Wurzel, den Stängel, bringt Blume und Frucht hervor. Stelle neben diese Pflanze dich selbst. Nun darfst du nicht die Blüte der Pflanze mit dem Kopf des Menschen vergleichen, sondern was für die Pflanze die Wurzel, ist für den Menschen der Kopf. Die Pflanze wendet zur Sonne nach oben die Fruchtorgane; genau das Umgekehrte ist bei dem Menschen der Fall. Beim Tier liegen sie horizontal, weil das Tier erst zur Hälfte seinen Entwicklungsweg zurücklegte. Zichen wir eine Linie für des Menschen Haupteskraft nach oben, für die Pflanze nach unten und für das Tier horizontal, so entsteht durch diese Linien das Kreuz.


[ 14 ] Wenn wir die Entwicklung des Menschen verfolgen, so werden wir sagen, der Mensch hat sich etwas geholt, was höher ist als das Pflanzendasein, und auch etwas, was niederer ist. In der Pflanze ist nichts von Trieben und Sinnlichkeit enthalten. Der Mensch hatte diese reine Art nicht behalten, weil er den astralischen Leib und damit die Begierde in sich aufnahm. Dadurch kam er einerseits zum Tagesbewusstsein und andererseits zur Begierde. Wird die Pflanze mit astralischem Stoff durchsetzt, da wird sich das Chlorophyll oder Blattgrün in Rot, [in] die Farbe des Blutes färben und mit Begierden durchpulst werden. Auf einer höheren Stufe des Bewusstseins wird aber der Mensch seine Triebe und Begierden gereinigt, seine Begierdennatur abgestoßen haben und zur keuschen Pflanzensubstanz zurückgekehrt sein. Da wird er das Niedere in seiner Natur abtöten, die begierdevolle Natur seines Blutes. Hier ist Ihnen ein Zukunftsideal des Menschen dargestellt. Denken Sie sich das Kreuz als Todeszeichen und das rote Blut gereinigt zurückgekehrt zur reinen Natur, dann verstehen Sie den Kranz roter Rosen um das Kreuz, das Sinnbild des Rosenkreuzers.
[ 14 ] Wenn wir die Entwicklung des Menschen verfolgen, so werden wir sagen, der Mensch hat sich etwas geholt, was höher ist als das Pflanzendasein, und auch etwas, was niederer ist. In der Pflanze ist nichts von Trieben und Sinnlichkeit enthalten. Der Mensch hatte diese reine Art nicht behalten, weil er den astralischen Leib und damit die Begierde in sich aufnahm. Dadurch kam er einerseits zum Tagesbewusstsein und andererseits zur Begierde. Wird die Pflanze mit astralischem Stoff durchsetzt, da wird sich das Chlorophyll oder Blattgrün in Rot, [in] die Farbe des Blutes färben und mit Begierden durchpulst werden. Auf einer höheren Stufe des Bewusstseins wird aber der Mensch seine Triebe und Begierden gereinigt, seine Begierdennatur abgestoßen haben und zur keuschen Pflanzensubstanz zurückgekehrt sein. Da wird er das Niedere in seiner Natur abtöten, die begierdevolle Natur seines Blutes. Hier ist Ihnen ein Zukunftsideal des Menschen dargestellt. Denken Sie sich das Kreuz als Todeszeichen und das rote Blut gereinigt zurückgekehrt zur reinen Natur, dann verstehen Sie den Kranz roter Rosen um das Kreuz, das Sinnbild des Rosenkreuzers.
[ 15 ] Solche Sinnbilder sind nachzuempfinden, dann sind sie Kraft, sind Nahrung für Ihren Geist und Ihre Seele. Für uns geht etwas auf, wenn wir das Rosenkreuz vor uns haben.
[ 15 ] Solche Sinnbilder sind nachzuempfinden, dann sind sie Kraft, sind Nahrung für Ihren Geist und Ihre Seele. Für uns geht etwas auf, wenn wir das Rosenkreuz vor uns haben.
[ 16 ] Wenn in dem Märchen erzählt wird, dass eine Biene an dem Blut des gekreuzigten Erlösers wie an einer Pflanze sog, so ist etwas Besonderes gemeint; dieses Blut ist damals schon auf jener Höhe, ist schon das geläuterte Rosenblut gewesen. So ist viel Weisheit in Sagen und Märchen eingeflossen.
[ 16 ] Wenn in dem Märchen erzählt wird, dass eine Biene an dem Blut des gekreuzigten Erlösers wie an einer Pflanze sog, so ist etwas Besonderes gemeint; dieses Blut ist damals schon auf jener Höhe, ist schon das geläuterte Rosenblut gewesen. So ist viel Weisheit in Sagen und Märchen eingeflossen.
[ 17 ] Wenn wir noch höher den Weg verfolgen über die astralische Welt hinaus, so kommen wir zur sogenannten geistigen Welt. Die astrale Welt zeigt vor allem in ihrer mittleren Stufe Stille, flutendes Licht mit wunderbaren Lichterscheinungen, aber bald verstummt der Lärm der physischen Welt. Nach dieser Ruhe ertönt die geistige Welt, welches Tönen in dieser [geistigen] Welt der Geheimschüler des Pythagoras «Sphärenmusik» genannt hat. Goethe meinte das Gleiche, als er im Anfang des «Faust» sagte:
[ 17 ] Wenn wir noch höher den Weg verfolgen über die astralische Welt hinaus, so kommen wir zur sogenannten geistigen Welt. Die astrale Welt zeigt vor allem in ihrer mittleren Stufe Stille, flutendes Licht mit wunderbaren Lichterscheinungen, aber bald verstummt der Lärm der physischen Welt. Nach dieser Ruhe ertönt die geistige Welt, welches Tönen in dieser [geistigen] Welt der Geheimschüler des Pythagoras «Sphärenmusik» genannt hat. Goethe meinte das Gleiche, als er im Anfang des «Faust» sagte:
Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang;
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
(Prolog im Himmel)
Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang;
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
(Prolog im Himmel)
[ 18 ] Und dann an der Stelle im zweiten Teil des «Faust» - auch Anfang lässt er Ariel sprechen:
[ 18 ] Und dann an der Stelle im zweiten Teil des «Faust» - auch Anfang lässt er Ariel sprechen:
Tönend wird für Geistes-Ohren
Schon der neue Tag geboren,
Felsentore knarren rasselnd,
Phöbus’ Räder rollen prasselnd:
Welch Getöse bringt das Licht!
Es trommeter, es posaunet,
Auge blinzt und Ohr erstaunet,
Unerhörtes hört sich nicht.
Tönend wird für Geistes-Ohren
Schon der neue Tag geboren,
Felsentore knarren rasselnd,
Phöbus’ Räder rollen prasselnd:
Welch Getöse bringt das Licht!
Es trommeter, es posaunet,
Auge blinzt und Ohr erstaunet,
Unerhörtes hört sich nicht.
[ 19 ] Hierin ist Wirkliches beschrieben; große Künstler sprechen keine Phrasen aus. Wenn der Mensch in dieser geistigen Welt wahrzunehmen lernt, dann treten ihm sinnbildlich die Töne entgegen; es klingt und tönt geistig aus den Himmelsräumen, schneller oder langsamer. Ein anderes Tönen ist es; Sphärenmusik ist kein Bild, es ist eine Wirklichkeit, die man erlebt.
[ 19 ] Hierin ist Wirkliches beschrieben; große Künstler sprechen keine Phrasen aus. Wenn der Mensch in dieser geistigen Welt wahrzunehmen lernt, dann treten ihm sinnbildlich die Töne entgegen; es klingt und tönt geistig aus den Himmelsräumen, schneller oder langsamer. Ein anderes Tönen ist es; Sphärenmusik ist kein Bild, es ist eine Wirklichkeit, die man erlebt.
[ 20 ] Sie wissen, [Jupiter] macht eine gewisse Bewegung im Weltenraum; [Saturn] bewegt sich langsamer. Die wahren Verhältniszahlen sind so: [Jupiter] bewegt sich zweieinhalb Mal so schnell als [Saturn]; wenn sich Saturn abhebt vom Sternenhimmel, der sich weiter bewegt, so bewegt sich Saturn 1200 Mal schneller als dieser. Die Bewegung des Jupiter zum Mars ist wie fünf zu eins. Mars mit [...], Venus, Merkur verglichen: Verhältnis [von zirka drei und acht] zu [eins]. So kann man die Tonverhältnisse angeben in der großen Weltenharmonie.
[ 20 ] Sie wissen, [Jupiter] macht eine gewisse Bewegung im Weltenraum; [Saturn] bewegt sich langsamer. Die wahren Verhältniszahlen sind so: [Jupiter] bewegt sich zweieinhalb Mal so schnell als [Saturn]; wenn sich Saturn abhebt vom Sternenhimmel, der sich weiter bewegt, so bewegt sich Saturn 1200 Mal schneller als dieser. Die Bewegung des Jupiter zum Mars ist wie fünf zu eins. Mars mit [...], Venus, Merkur verglichen: Verhältnis [von zirka drei und acht] zu [eins]. So kann man die Tonverhältnisse angeben in der großen Weltenharmonie.
[ 21 ] [Es gibt aber solche Verhältnisse auch in] unserer Welt - Erde, Wasser, Luft und Feuer - stehen in ganz besonderen Zahlenverhältnissen. Der Eingeweihte lernt die Verhältnisse hören.
[ 21 ] [Es gibt aber solche Verhältnisse auch in] unserer Welt - Erde, Wasser, Luft und Feuer - stehen in ganz besonderen Zahlenverhältnissen. Der Eingeweihte lernt die Verhältnisse hören.
[ 22 ] Darauf beruht etwas sehr Wichtiges. Die ersten alten Eingeweihten stimmten darnach ihre Musikinstrumente. Den Basston der Lyra gab der Ton der Erde, D-Saite des Wassers, F-Saite des Feuers, A-Saite der Luft. So sind die Instrumente aus den Mysterien des Kosmos aufgebaut; in ihnen tönt, was Eingeweihte hörten. Das weist darauf hin, dass vieles in unserer Welt symbolischer Art ist. - Richard Wagner mit seinem genialen Tiefblick tat einst die Äußerung: Im Zusammenklingen der Instrumente kann man etwas hören von der Musik höherer Welten.
[ 22 ] Darauf beruht etwas sehr Wichtiges. Die ersten alten Eingeweihten stimmten darnach ihre Musikinstrumente. Den Basston der Lyra gab der Ton der Erde, D-Saite des Wassers, F-Saite des Feuers, A-Saite der Luft. So sind die Instrumente aus den Mysterien des Kosmos aufgebaut; in ihnen tönt, was Eingeweihte hörten. Das weist darauf hin, dass vieles in unserer Welt symbolischer Art ist. - Richard Wagner mit seinem genialen Tiefblick tat einst die Äußerung: Im Zusammenklingen der Instrumente kann man etwas hören von der Musik höherer Welten.
[ 23 ] So sehen Sie, wie aus dem geistigen Tönen heraus manches geboren wird, was für uns Sinnbild ist. Auch könnten wir viele Dinge aufführen, die zeigen könnten, wie sogar in der Kunst manches Abbild ist aus der geistigen Welt.
[ 23 ] So sehen Sie, wie aus dem geistigen Tönen heraus manches geboren wird, was für uns Sinnbild ist. Auch könnten wir viele Dinge aufführen, die zeigen könnten, wie sogar in der Kunst manches Abbild ist aus der geistigen Welt.
[ 24 ] Heute mag uns diese kleine Auslese lehren: Unsere Welt der Sinne um uns herum ist in einer gewissen Weise starr; aber, wenn wir in die höheren Welten hinaufkommen, da wird alles beweglich, verwandlungsfähig - und da braucht der Mensch etwas, um es auszudrücken, und so weist uns das Sinnbild auf die Wahrheit der geistigen Welt hin. Jedes Wesen der Welt, ob es Stein oder Pflanze oder Sonne ist, ist Gleichnis. Was wir erstehen und vergehen sehen, was um uns herum im Kosmos ausgebreitet ist, ist ein Gleichnis für das Ewige. Wahr ist der Ausspruch Goethes (Schluss des zweiten Teils [von Faust II]):
[ 24 ] Heute mag uns diese kleine Auslese lehren: Unsere Welt der Sinne um uns herum ist in einer gewissen Weise starr; aber, wenn wir in die höheren Welten hinaufkommen, da wird alles beweglich, verwandlungsfähig - und da braucht der Mensch etwas, um es auszudrücken, und so weist uns das Sinnbild auf die Wahrheit der geistigen Welt hin. Jedes Wesen der Welt, ob es Stein oder Pflanze oder Sonne ist, ist Gleichnis. Was wir erstehen und vergehen sehen, was um uns herum im Kosmos ausgebreitet ist, ist ein Gleichnis für das Ewige. Wahr ist der Ausspruch Goethes (Schluss des zweiten Teils [von Faust II]):
Chorus mysticus:
Alles Vergängliche
ist nur ein Gleichnis.
Chorus mysticus:
Alles Vergängliche
ist nur ein Gleichnis.
[ 25 ] So lernen wir die Welt selbst als ein Gleichnis auffassen. Wenn wir erst lernen, unsere Leiblichkeit als ein Gleichnis des höheren Menschen anzuschen, dann haben wir es in Bezug auf die Anschauung des Höchsten am höchsten gebracht; wenn der Mensch sein Vergängliches wichtig genug anzuschen vermag, aber es ihm nicht überwichtig ist, wenn es ihm das Gleichnis ist von dem Unvergänglichen.
[ 25 ] So lernen wir die Welt selbst als ein Gleichnis auffassen. Wenn wir erst lernen, unsere Leiblichkeit als ein Gleichnis des höheren Menschen anzuschen, dann haben wir es in Bezug auf die Anschauung des Höchsten am höchsten gebracht; wenn der Mensch sein Vergängliches wichtig genug anzuschen vermag, aber es ihm nicht überwichtig ist, wenn es ihm das Gleichnis ist von dem Unvergänglichen.
