Supplements to Member Lectures
GA 246
9 February 1909, Stuttgart
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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
17. Rhythmen in der Menschennatur
17. Rhythms in Human Nature
[ 1 ] Die Wechselwirkung zwischen astralischem Leib und Ätherleib kann man sich durch die Zeiger einer Uhr versinnbildlichen. Ihre Wirkung erkennen wir in der Tatsache, dass bei einer Lungenentzündung der Eintritt und das Nachlassen des Fiebers vom Rhythmus bestimmt wird, indem nach sieben Fiebertagen die Krisis eintritt. Der Ätherleib leitet als Heilungsprozess das Fieber ein. Nach sieben Tagen steht der Astralleib über einem Viertel des Ätherleibes, und diese Viertel bewirken die Einwirkung der beiden Leiber aufeinander. Ist es dem Fieber nach sieben Tagen nicht gelungen, die Schädigung der Lunge zu überwinden, so ist das eine Todesursache.
[ 1 ] The interaction between the astral body and the etheric body can be symbolized by the hands of a clock. We recognize its effect in the fact that, in the case of pneumonia, the onset and subsiding of the fever are determined by this rhythm, such that the crisis sets in after seven days of fever. The etheric body initiates the fever as a healing process. After seven days, the astral body occupies one-quarter of the etheric body, and these quarters bring about the interaction of the two bodies. If, after seven days, the fever has not succeeded in overcoming the damage to the lungs, this is a cause of death.
[ 2 ] Einen noch längeren Kreislauf macht der physische Leib durch. Dieser Kreislauf entspricht dem alten Sonnen-Jahr (Mondenjahr?), dem Umlauf der Erde (des Mondes?) um die Sonne (Erde?) in 280 Tagen, in zehn siderischen Monaten, an die der Mensch noch heute gebunden ist. In 10 mal 4 mal 7 Tagen hat der physische Leib gleichzeitig mit der Erde (dem Monde) einen Kreislauf beendet. Den Zeitraum der alten Jahreslänge braucht der Mensch sowohl zur Regeneration wie zur Verdoppelung seines Körpers. Zehn siderische Monate - wie die Wissenschaft in Reminiszenz an die vergangenen kosmischen Verhältnisse sagt - liegen zwischen Empfängnis und Geburt des Menschen.
[ 2 ] The physical body undergoes an even longer cycle. This cycle corresponds to the ancient solar year (lunar year?), the orbit of the Earth (the Moon?) around the Sun (Earth?) in 280 days, in ten sidereal months, to which human beings are still bound today. In 10 times 4 times 7 days, the physical body completes a cycle simultaneously with the Earth (the Moon). Human beings require the duration of the ancient year both for regeneration and for the doubling of their bodies. Ten sidereal months—as science terms them in reminiscence of past cosmic conditions—lie between conception and birth.
[ 3 ] Der Atlantier besonders war noch so sehr an den Weltenrhythmus gebunden, dass die Empfängnis im Mutterleibe nur zu bestimmter Zeit des Jahres erfolgen konnte. Wie heute das Tier, so war der Rhythmus 10 mal 4 mal 7 abhängig. Anstatt der Zahl 10 müsste freilich beim Manne, um den Rhythmus seines physischen Leibes auszudrücken, die Zahl 12 stehen. Der Ätherleib des Mannes ist weiblich, der des Weibes männlich.
[ 3 ] The Atlanteans, in particular, were still so closely bound to the rhythm of the world that conception in the womb could only take place at certain times of the year. Just as with animals today, the rhythm was based on 10 times 4 times 7. Instead of the number 10, however, the number 12 would have to be used for a man to express the rhythm of his physical body. A man’s etheric body is feminine, while a woman’s is masculine.
[ 4 ] Beim Atlantier, der so sehr den Rhythmus in sich empfand, trat auch ein rhythmischer Zustand seines Gefühlslebens ein. Dieser hing also von den wechselnden Mondphasen ab (Vollmond - Neumond). Der Vollmond erweckte das Liebesgefühl. Unsere Mondscheinpoesie erinnert lebhaft daran. Heute würde man einen Menschen krank nennen, dessen Gemütszustände sich rhythmisch abspielen.
[ 4 ] For the Atlantean, who felt rhythm so deeply within himself, a rhythmic state also emerged in his emotional life. This was thus dependent on the changing phases of the moon (full moon—new moon). The full moon awakened feelings of love. Our moonlight poetry vividly reminds us of this. Today, a person whose moods fluctuate rhythmically would be considered ill.
[ 5 ] Alte Bauernkalender, wie man sie in der Schweiz noch häufig verblasst und vergilbt in Schaufenstern findet, bewahren wichtige, sehr interessante Anweisungen für den landwirtschaftlichen Haushalt, welche auf der Bedeutung der Jahreszeiten fußen.
[ 5 ] Old farmers' almanacs, the kind still frequently found in Switzerland—faded and yellowed—in store windows, contain important and very interesting guidelines for the agricultural household, which are based on the significance of the seasons.
[ 6 ] Heute machen wir die Nacht zum Tage, ohne uns wesentlich zu schaden. In uralter Zeit konnte jedoch, wie das Maiglöckchen im Mai, auch der Mensch nur in einer bestimmten Zeit des Jahres geboren werden. Der innere Rhythmus ist geblieben, aber er hat sich herausgeschoben aus dem Rhythmus der Weltenkörper. Der Mensch ist ja eine kleine Welt für sich, ein Mikrokosmos, und braucht seinen Rhythmus unbedingt. Dass der Rhythmus sich verschoben hat, hat dem Menschen seine Freiheit gegeben. Der Verschiebung verdankt es der Mensch, dass sein Ich selbstständig geworden ist. Seit der Mitte der atlantischen Zeit ist das Sonnenjahr länger geworden und damit trat die Abweichung des menschlichen und kosmischen Rhythmus im gleichen Verhältnis ein.
[ 6 ] Today we turn night into day without causing ourselves any significant harm. In ancient times, however, just like the lily of the valley in May, humans could only be born at a specific time of year. The inner rhythm has remained, but it has shifted away from the rhythm of the celestial bodies. After all, a human being is a small world unto themselves, a microcosm, and absolutely needs their own rhythm. The fact that this rhythm has shifted has given humans their freedom. It is thanks to this shift that the human “I” has become independent. Since the middle of the Atlantean epoch, the solar year has grown longer, and with it, the divergence between the human and cosmic rhythms has increased in the same proportion.
[ 7 ] Ganz frei vom kosmischen Rhythmus sind wir noch lange nicht, aber der Mensch ist bestimmt, sich aus den Naturverhältnissen heraus zu entwickeln. Die Zusammenstimmung wird mehr und mehr schwinden. In Verkennung dieser notwendigen Entwicklungsbedingung treten heute Ansichten auf, die den Menschen zurückzwingen wollen zum Angliedern an den kosmischen Rhythmus. Wohl ist der Rhythmus unentbehrlich. Ohne Rhythmus kein Leben, ohne Rhythmus keine Möglichkeit des Lebens. Wenn der Kosmos den Menschen entlässt, was muss da entstehen? Er muss eine andere Möglichkeit finden, sich einen inneren Rhythmus einzupflanzen. Woher kommt der Zukunftsrhythmus? Das Zahlengeheimnis des Lebens ist tief bedeutungsvoll!
[ 7 ] We are still far from being completely free of the cosmic rhythm, but humanity is destined to evolve beyond the constraints of nature. This harmony will gradually fade away. Out of a failure to recognize this necessary condition for evolution, views are emerging today that seek to force humanity back into alignment with the cosmic rhythm. True, rhythm is indispensable. Without rhythm, there is no life; without rhythm, there is no possibility of life. If the cosmos releases humanity, what must emerge? Humanity must find another way to instill an inner rhythm within itself. Where does the rhythm of the future come from? The numerical mystery of life is deeply meaningful!
[ 8 ] Mitte des neunzehnten Jahrhunderts begann ein besonders starkes sich Hinwegsetzen über den kosmischen Rhythmus. Dieser Umschwung bedeutet einen der Gründe, warum der Materialismus aufgetreten ist. Aus dem Heraustreten aus dem Rhythmus, aus dem Auftreten des Materialismus, welches die geistigen Führer der Menschheit erkannten, entwickelte sich die Notwendigkeit des Auftretens der theosophischen Bewegung. Das war auch eines der Zeichen der Zeit. Hier musste die spirituelle Lehre einsetzen, um den neuen Rhythmus anzubahnen.
[ 8 ] In the mid-nineteenth century, a particularly strong disregard for the cosmic rhythm began. This shift is one of the reasons why materialism emerged. The departure from the rhythm and the emergence of materialism—which humanity’s spiritual leaders recognized—gave rise to the necessity for the Theosophical Movement. This was also one of the signs of the times. This was where spiritual teaching had to step in to initiate the new rhythm.
[ 9 ] Was heute gesagt wird, lässt sich kaum mit dem Abe der Sprache vergleichen, denn es kann auch das meiste nicht gesagt werden obwohl in der Art, wie die Theosophie wirkt, schon viel liegt, was seine rhythmische Wirkung ausübt, wie der an die Glastafel angelegte Bogen den aufgestreuten Sand zu Figuren gruppiert. Der Vortrag des theosophischen Führers ist nach dem Zukunftsrhythmus angelegt. In der Anordnung der Sätze und Worte herrscht wirkliche Wahrheit und Weisheit. Das Wissen wird nach dem Rhythmus gegliedert.
[ 9 ] What is said today can hardly be compared to the “Abe” of language, for even most of it cannot be put into words, although there is already much in the way theosophy operates that exerts its rhythmic effect—just as the arc traced on the glass plate groups the scattered sand into figures. The lecture by the theosophical leader is structured according to the rhythm of the future. True truth and wisdom prevail in the arrangement of sentences and words. Knowledge is organized according to this rhythm.
[ 10 ] So muss ein Gedankenrhythmus der Ausgangspunkt sein für den Zukunftsrhythmus. Der Rhythmus von 4:7 liegt wie im menschlichen Astral- und Ätherleib so auch im Vortrag des theosophischen Lehrers. Die Aufgabe des Ich-Menschen liegt im Rhythmus von 4:7(?) von 7:4(?), welcher als Vatergrund wirkt. Rhythmisches Denken muss gepflegt werden, um das Zahlengeheimnis offenbar zu machen. Die Überwindung der Materie liegt im Rhythmus. Die Materie wird beherrscht durch den Rhythmus, wie uns das Bild der Klangfiguren eine Vorstellung davon gibt. Das ist ein Teil der groRen Aufgabe. Die theosophische Bewegung geht zu den Quellen des Lebens zurück, auf die Quellen alles Seins.
[ 10 ] Thus, a rhythm of thought must be the starting point for the rhythm of the future. The 4:7 rhythm is present not only in the human astral and etheric bodies but also in the lecture of the theosophical teacher. The task of the “I”-human lies in the rhythm of 4:7(?) or 7:4(?), which acts as the primal principle. Rhythmic thinking must be cultivated in order to reveal the mystery of numbers. The overcoming of matter lies in rhythm. Matter is governed by rhythm, as the image of the sound figures gives us a mental image of this. This is part of the great task. The Theosophical Movement goes back to the sources of life, to the sources of all being.
Nachtrag:
Addendum:
[ 11 ] Als Heilmittel - außer der äußerlichen - werden bei Erkenntnis und Beobachtung der Bedürfnisse der unsichtbaren Glieder der menschlichen Natur Farben, Töne, Gedanken und so weiter angewandt werden. Durch das Wahrnehmen bestimmter Farben werden heilende Prozesse eingeleitet. Außer der beruhigenden Wirkung des Blau und der erregenden Wirkung des Rot sieht der astralische Leib durch Erregung der Vorstellung, der Empfindung, welche die Farbe bewirkt, in gewisse geistige Zustände. Es ist wesentlich, welchen Vorstellungen sich der Mensch in Bezug auf die Außenwelt hingibt. Bewegen sich seine Vorstellungen nur in Fotografien der äußeren Wirklichkeit, so untergräbt dies die geistige Gesundheit, während die Vorstellungen, die durch den menschlichen Geist produziert werden, innere harmonische Gesetzmäßigkeit bewirken, welche die Bedingungen der Gesundheit enthalten. Es kommt auf die Lenkung der Interessen und Aufmerksamkeiten an, denn wer sich für das Richtige in der Welt interessiert, kann nicht krank werden. In diesem Sinn ist Geisteswissenschaft ein Urheilmittel. Wer in sich den Quell für alle Interessen findet, macht sich darin frei von der Außenwelt. Es gibt nur einen Mittelpunkt der Welt, und dieser ist die Geisteswissenschaft.
[ 11 ] As remedies—in addition to external ones—colors, sounds, thoughts, and so on will be applied based on an understanding and observation of the needs of the invisible aspects of human nature. The perception of certain colors initiates healing processes. In addition to the calming effect of blue and the stimulating effect of red, the astral body enters certain spiritual states through the stimulation of mental images and the sensations evoked by color. It is essential which ideas a person allows themselves to be drawn into with regard to the external world. If one’s mental images are confined solely to photographs of external reality, this undermines spiritual health, whereas the mental images produced by the human spirit bring about an inner, harmonious order that contains the conditions for health. It all comes down to the direction of one’s interests and attention, for whoever is interested in what is right in the world cannot become ill. In this sense, Spiritual Science is a fundamental remedy. Whoever finds within themselves the source of all interests frees themselves from the external world. There is only one center of the world, and that is Spiritual Science.
[ 12 ] Gesetz: Alles das, was der Mensch nur als sinnlichen Genuss empfindet und anschaut, wirkt auf die verdorrenden Kräfte in ihm. Alles dasjenige, was der Mensch genießt als Geistiges, wirkt auf die bleibenden, wachsenden, regsamen Kräfte.
[ 12 ] Law: Everything that a person perceives and regards merely as sensory pleasure affects the withering forces within them. Everything that a person enjoys as spiritual affects the enduring, growing, and active forces.
