Supplements to Member Lectures
GA 246
9 October 1910, Stuttgart
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Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge
31. Vom Leben nach dem Tod
31. Vom Leben nach dem Tod
[ 1 ] Zu Beginn seines Vortrages erinnerte Doktor Steiner an das vor Kurzem erfolgte Ableben unseres Mitgliedes Frau [Frentzel] und führte dann weiter aus, wie wir unsere Liebe nicht davon abhängig machen sollen, ob ein Mensch noch auf dem physischen Plan weilt oder nicht. Wir müssen vielmehr das als Ideal anstreben, dass unsere Liebe unabhängig wird von unserm Verkehr auf dem physischen Plan, denn dann werden wir die Kraft gewinnen, die Liebe über das physische Dasein [hinaus] wirken zu lassen; sie ist dann auch eine große Hilfe für [den] andern. Denn mehr können wir ihm nicht geben, als wenn wir sagen können: Die Liebe setzt sich so fort über den Tod hinaus, wie sie im Leben war. Nur die Liebe ist unsterblich, die den Tod überwinden kann. Liebesgefühle, die mit dem Tod ihr Ende nehmen, sie sterben mit dem zeitlichen Dasein. Alles, was uns die Theosophie gibt, soll doch nur erzieherisch auf uns wirken und uns zu dieser Art Liebe führen: Zusammenbleiben mit denen, die die Todespforte überschritten haben. Das werden wir immer mehr und mehr lernen, und wir werden empfinden, dass Theosophie uns den Blick so weitet, dass wir sagen können: Wir sind mit diesem oder jenem Menschen deshalb zusammengetroffen, damit wir Gelegenheit haben, ein Band mit ihm zu spinnen nicht nur für diese Zeit, sondern für Ewigkeiten.
[ 1 ] Zu Beginn seines Vortrages erinnerte Doktor Steiner an das vor Kurzem erfolgte Ableben unseres Mitgliedes Frau [Frentzel] und führte dann weiter aus, wie wir unsere Liebe nicht davon abhängig machen sollen, ob ein Mensch noch auf dem physischen Plan weilt oder nicht. Wir müssen vielmehr das als Ideal anstreben, dass unsere Liebe unabhängig wird von unserm Verkehr auf dem physischen Plan, denn dann werden wir die Kraft gewinnen, die Liebe über das physische Dasein [hinaus] wirken zu lassen; sie ist dann auch eine große Hilfe für [den] andern. Denn mehr können wir ihm nicht geben, als wenn wir sagen können: Die Liebe setzt sich so fort über den Tod hinaus, wie sie im Leben war. Nur die Liebe ist unsterblich, die den Tod überwinden kann. Liebesgefühle, die mit dem Tod ihr Ende nehmen, sie sterben mit dem zeitlichen Dasein. Alles, was uns die Theosophie gibt, soll doch nur erzieherisch auf uns wirken und uns zu dieser Art Liebe führen: Zusammenbleiben mit denen, die die Todespforte überschritten haben. Das werden wir immer mehr und mehr lernen, und wir werden empfinden, dass Theosophie uns den Blick so weitet, dass wir sagen können: Wir sind mit diesem oder jenem Menschen deshalb zusammengetroffen, damit wir Gelegenheit haben, ein Band mit ihm zu spinnen nicht nur für diese Zeit, sondern für Ewigkeiten.
[ 2 ] Für eine äußere Anschauung bedeutet der Tod etwas, was tief einschneidet in das menschliche Leben; aber ein logischer Einwand kann diese Ansicht wesentlich modifizieren. Denn wodurch unterscheidet sich der Mensch vor und nach dem Tode? Alles, was der Mensch über den Tod erfährt, ist ja das, dass er, solange er auf dem physischen Plane weilt, von den andern erlebt, gesehen wird, nachher aber nicht mehr. Aber ist es denn logisch richtig, die Existenz eines Dinges davon abhängig zu machen, ob wir es sehen oder ob wir es nicht sehen? Schon dieser Schluss reicht für den entwickelten Menschen hin, die Unsterblichkeit der menschlichen Seele zu beweisen.
[ 2 ] Für eine äußere Anschauung bedeutet der Tod etwas, was tief einschneidet in das menschliche Leben; aber ein logischer Einwand kann diese Ansicht wesentlich modifizieren. Denn wodurch unterscheidet sich der Mensch vor und nach dem Tode? Alles, was der Mensch über den Tod erfährt, ist ja das, dass er, solange er auf dem physischen Plane weilt, von den andern erlebt, gesehen wird, nachher aber nicht mehr. Aber ist es denn logisch richtig, die Existenz eines Dinges davon abhängig zu machen, ob wir es sehen oder ob wir es nicht sehen? Schon dieser Schluss reicht für den entwickelten Menschen hin, die Unsterblichkeit der menschlichen Seele zu beweisen.
[ 3 ] Wodurch unterscheidet sich der Mensch vor und nach dem Tode, und was weiß der Okkultismus darüber zu sagen? Viel finden wir hierüber in theosophischen Büchern; aber wenn wir das nehmen, was in den Büchern steht, so finden wir, dass alles mehr auf das individuelle Leben hin geschrieben ist. Nun gibt es im Leben Dinge, die uns allen gemeinschaftlich sind, und andere, die uns nur individuell betreffen. Diese individuellen Schicksale sind bei jedem Menschen verschieden; aber was wir gemeinschaftlich erleben, das besteht darin, dass wir um uns herum Sachen sehen und mit solchen verkehren, die den vier Reichen der Natur angehören. Diese sind für uns alle gemeinschaftlich. Wenn wir nun durch die Pforte des Todes gegangen sind, wird alles Individuelle viel bedeutsamer als vorher, denn wie gut, wie weise und so weiter wir waren, das gibt nach dem Tode unser persönliches Schicksal, während im Leben das Gemeinsame weitaus überwiegt. Unser persönliches Erlebnis bedeutet dabei immer nur einen kleinen Ausschnitt.
[ 3 ] Wodurch unterscheidet sich der Mensch vor und nach dem Tode, und was weiß der Okkultismus darüber zu sagen? Viel finden wir hierüber in theosophischen Büchern; aber wenn wir das nehmen, was in den Büchern steht, so finden wir, dass alles mehr auf das individuelle Leben hin geschrieben ist. Nun gibt es im Leben Dinge, die uns allen gemeinschaftlich sind, und andere, die uns nur individuell betreffen. Diese individuellen Schicksale sind bei jedem Menschen verschieden; aber was wir gemeinschaftlich erleben, das besteht darin, dass wir um uns herum Sachen sehen und mit solchen verkehren, die den vier Reichen der Natur angehören. Diese sind für uns alle gemeinschaftlich. Wenn wir nun durch die Pforte des Todes gegangen sind, wird alles Individuelle viel bedeutsamer als vorher, denn wie gut, wie weise und so weiter wir waren, das gibt nach dem Tode unser persönliches Schicksal, während im Leben das Gemeinsame weitaus überwiegt. Unser persönliches Erlebnis bedeutet dabei immer nur einen kleinen Ausschnitt.
[ 4 ] Nun müssen wir uns doch fragen: Gibt es nicht auch nach dem Tode Gemeinsames, Ähnliches wie auf dem physischen Plan, gibt es auch dort Reiche, wo wir gemeinsam darinnen sind? Ja, es gibt auch dort Reiche, wo wir gemeinsam sind, und zwar zunächst die Wahrnehmung des Menschen von sich selbst. - Gibt es nun auch eine Verbindung des Menschen mit unserem Tierreiche hier auf Erden? Nein, das einzelne Tier kann nach dem Tode nicht wahrgenommen werden, wenn wir unsere physischen Werkzeuge verlassen haben. Mit dem Eintritt des Todes beginnt sich das Tierreich zurückzuziehen. Es ist so, wie wenn wir aufs Meer hinausschauen [und dort Schiffe mit roten und solche mit weißen Flaggen sehen] und dann alle Schiffe mit den roten Flaggen plötzlich verschwinden, untergehen würden. Die Gestalten der Menschen verschwinden nicht. Aber in demselben Maße wie die Tiergestalten verschwinden, beginnt der Mensch das Reich der Angeloi, der Engel, wahrzunehmen. Der Mensch muss also den Zwang, das Tierische zu sehen, abwerfen, dann sieht er das Nächsthöhere, die Engel.
[ 4 ] Nun müssen wir uns doch fragen: Gibt es nicht auch nach dem Tode Gemeinsames, Ähnliches wie auf dem physischen Plan, gibt es auch dort Reiche, wo wir gemeinsam darinnen sind? Ja, es gibt auch dort Reiche, wo wir gemeinsam sind, und zwar zunächst die Wahrnehmung des Menschen von sich selbst. - Gibt es nun auch eine Verbindung des Menschen mit unserem Tierreiche hier auf Erden? Nein, das einzelne Tier kann nach dem Tode nicht wahrgenommen werden, wenn wir unsere physischen Werkzeuge verlassen haben. Mit dem Eintritt des Todes beginnt sich das Tierreich zurückzuziehen. Es ist so, wie wenn wir aufs Meer hinausschauen [und dort Schiffe mit roten und solche mit weißen Flaggen sehen] und dann alle Schiffe mit den roten Flaggen plötzlich verschwinden, untergehen würden. Die Gestalten der Menschen verschwinden nicht. Aber in demselben Maße wie die Tiergestalten verschwinden, beginnt der Mensch das Reich der Angeloi, der Engel, wahrzunehmen. Der Mensch muss also den Zwang, das Tierische zu sehen, abwerfen, dann sieht er das Nächsthöhere, die Engel.
[ 5 ] Und nun gehen wir weiter. Erst gehen uns verloren die Pflanzen, die noch weniger Nachgefühl hinterlassen als die Tiere. Sobald aber die Pflanzlichkeit verschwindet, erscheinen die Erzengel; und verschwindet gar das Mineralische, so erscheinen die Geister der Persönlichkeit. So lebt sich der Mensch in drei andere Reiche hinein. Das ist also das, was wir gemeinsam haben, wie wir bei unserer Geburt in die vier Reiche der Natur hineinwachsen.
[ 5 ] Und nun gehen wir weiter. Erst gehen uns verloren die Pflanzen, die noch weniger Nachgefühl hinterlassen als die Tiere. Sobald aber die Pflanzlichkeit verschwindet, erscheinen die Erzengel; und verschwindet gar das Mineralische, so erscheinen die Geister der Persönlichkeit. So lebt sich der Mensch in drei andere Reiche hinein. Das ist also das, was wir gemeinsam haben, wie wir bei unserer Geburt in die vier Reiche der Natur hineinwachsen.
[ 6 ] Die Umgebung, in die wir nach dem Tode hineinwachsen, steht uns indessen ebenso in einer Art Maja gegenüber, wie sich uns auch hier alles durch den Nebel der Illusion zeigt. Maja breitet sich aus über dem Dasein der physischen Welt. Diese Maja kommt, wie wir das schon öfters gesehen haben, von den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen. Diese wirken zusammen, um uns das zu geben, was wir die Illusion des physischen Planes nennen. Es ist das wieder etwas, was uns allen gemeinsam ist; denn alle Menschen sind hier der gleichen Maja unterworfen. Und wer hier auf dem physischen Plane aus der Maja herauswächst, für den tritt das ein, dass er zunächst von seinem Nebenmenschen nicht mehr verstanden wird.
[ 6 ] Die Umgebung, in die wir nach dem Tode hineinwachsen, steht uns indessen ebenso in einer Art Maja gegenüber, wie sich uns auch hier alles durch den Nebel der Illusion zeigt. Maja breitet sich aus über dem Dasein der physischen Welt. Diese Maja kommt, wie wir das schon öfters gesehen haben, von den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen. Diese wirken zusammen, um uns das zu geben, was wir die Illusion des physischen Planes nennen. Es ist das wieder etwas, was uns allen gemeinsam ist; denn alle Menschen sind hier der gleichen Maja unterworfen. Und wer hier auf dem physischen Plane aus der Maja herauswächst, für den tritt das ein, dass er zunächst von seinem Nebenmenschen nicht mehr verstanden wird.
[ 7 ] Nach dem Tode gibt es nun auch wieder Maja; und unser Eigenes, unser Persönliches ist es, das uns hindert, den Schleier der devachanischen Maja zu zerreißen. Wir weben uns diesen Schleier selbst durch unsere Leidenschaften und Begierden. Und so ist die Maja nach dem Tode keine gemeinschaftliche, sondern eine individuelle Angelegenheit; und Kamaloka ist das Sich-Befreien von diesem Schleier.
[ 7 ] Nach dem Tode gibt es nun auch wieder Maja; und unser Eigenes, unser Persönliches ist es, das uns hindert, den Schleier der devachanischen Maja zu zerreißen. Wir weben uns diesen Schleier selbst durch unsere Leidenschaften und Begierden. Und so ist die Maja nach dem Tode keine gemeinschaftliche, sondern eine individuelle Angelegenheit; und Kamaloka ist das Sich-Befreien von diesem Schleier.
[ 8 ] Nach dem Tode ist also der Mensch vorhanden. Wie ist es nun aber mit den Tieren? Diese hören wir auf zu sehen, sobald wir mit den Augen des Geistes schauen; und dies beweist uns das Illusorische der Tiergestalt, denn diese hat vor dem Blick der Ewigkeit überhaupt keine Wahrheit und keine Bedeutung. Zum besseren Verständnis der Dinge soll uns die hier folgende Zeichnung dienen.
[ 8 ] Nach dem Tode ist also der Mensch vorhanden. Wie ist es nun aber mit den Tieren? Diese hören wir auf zu sehen, sobald wir mit den Augen des Geistes schauen; und dies beweist uns das Illusorische der Tiergestalt, denn diese hat vor dem Blick der Ewigkeit überhaupt keine Wahrheit und keine Bedeutung. Zum besseren Verständnis der Dinge soll uns die hier folgende Zeichnung dienen.
[ 9 ] Was unterhalb der Linie A B liegt, stellt die Sinnenwelt, was darüber, die geistige Welt dar. Wie müssen wir nun den Anteil des Menschen an diesen beiden Welten in unsere Figur einzeichnen? Dabei müssen wir beachten, dass ja das Physische stets nur ein Spiegelbild des wahren, des geistigen Menschen ist. In unserer Zeichnung überschneidet sich deshalb auch das wahre und das Spiegelbild des Menschen, denn dieser nimmt aus der physischen Welt immer etwas mit; er lebt nicht umsonst in ihr.
[ 9 ] Was unterhalb der Linie A B liegt, stellt die Sinnenwelt, was darüber, die geistige Welt dar. Wie müssen wir nun den Anteil des Menschen an diesen beiden Welten in unsere Figur einzeichnen? Dabei müssen wir beachten, dass ja das Physische stets nur ein Spiegelbild des wahren, des geistigen Menschen ist. In unserer Zeichnung überschneidet sich deshalb auch das wahre und das Spiegelbild des Menschen, denn dieser nimmt aus der physischen Welt immer etwas mit; er lebt nicht umsonst in ihr.


[ 10 ] Was ist nun die Tiergestalt? Beim Tier sehen wir oben das Geistige, unten das Physische. Es erscheint etwas von oben, und es spiegelt sich bloß etwas in der physischen Welt. Es spiegelt sich die Engelwelt in der Tierwelt. Nun werden Sie sagen: Schrecklich, dass wir die Tiere als Spiegelbild der Engel sehen sollen! Nein, es ist nicht schrecklich; denn was da stattfindet, ist das, dass der Spiegel durch den luziferischen Einfluss verdorben wurde, sodass wir hier in der physischen Welt statt der edlen Gestalten der Engel die Tiergestalten erblicken.
[ 10 ] Was ist nun die Tiergestalt? Beim Tier sehen wir oben das Geistige, unten das Physische. Es erscheint etwas von oben, und es spiegelt sich bloß etwas in der physischen Welt. Es spiegelt sich die Engelwelt in der Tierwelt. Nun werden Sie sagen: Schrecklich, dass wir die Tiere als Spiegelbild der Engel sehen sollen! Nein, es ist nicht schrecklich; denn was da stattfindet, ist das, dass der Spiegel durch den luziferischen Einfluss verdorben wurde, sodass wir hier in der physischen Welt statt der edlen Gestalten der Engel die Tiergestalten erblicken.
[ 11 ] Ebenso haben wir in den Pflanzen die durch Ahriman verdorbenen Gestalten der Erzengel und im Mineralreich durch den asurischen Einfluss die widergespiegelten Bilder der Geister der Persönlichkeit. So haben wir also im Tier-, Pflanzen- und Mineralreich die verzerrten Spiegelbilder der höheren Welt.
[ 11 ] Ebenso haben wir in den Pflanzen die durch Ahriman verdorbenen Gestalten der Erzengel und im Mineralreich durch den asurischen Einfluss die widergespiegelten Bilder der Geister der Persönlichkeit. So haben wir also im Tier-, Pflanzen- und Mineralreich die verzerrten Spiegelbilder der höheren Welt.
[ 12 ] In den Lehrstätten der Universitäten hören wir in der Psychologie Sätze wie den: Wenn der Mensch hungrig ist, so will er das Sättigungsgefühl, nicht diese oder jene Speise. - Aber der Mensch will nicht bloß das Sättigungsgefühl, er will auch das Lustgefühl an den Speisen, und dieses Gefühl verdanken wir dem luziferischen Einfluss. Durch ihn ist dem Menschen die Gaumenlust eingepflanzt; und diese lässt ihm Dinge als wünschenswert erscheinen, die ihm gar nicht zuträglich sind. Ohne dieses Gefühl würde der Mensch nur diejenigen Dinge, diejenige Nahrung zu sich nehmen, die ihm am besten bekommt.
[ 12 ] In den Lehrstätten der Universitäten hören wir in der Psychologie Sätze wie den: Wenn der Mensch hungrig ist, so will er das Sättigungsgefühl, nicht diese oder jene Speise. - Aber der Mensch will nicht bloß das Sättigungsgefühl, er will auch das Lustgefühl an den Speisen, und dieses Gefühl verdanken wir dem luziferischen Einfluss. Durch ihn ist dem Menschen die Gaumenlust eingepflanzt; und diese lässt ihm Dinge als wünschenswert erscheinen, die ihm gar nicht zuträglich sind. Ohne dieses Gefühl würde der Mensch nur diejenigen Dinge, diejenige Nahrung zu sich nehmen, die ihm am besten bekommt.
[ 13 ] Nach dem Tode ist es aber wichtig, ob wir uns vor dem Tode mit dem bekannt gemacht haben, was einen Ewigkeitswert hat, oder ob wir dies unterlassen haben. Und mitnehmen können wir dann nur das, was wir hinauftragen können in die geistige Welt, wenn wir erstens etwas von dem kennengelernt haben, was wir Wahrheit, und zweitens etwas von dem, was wir Kunst nennen - denn alle ihre Werke stehen der geistigen Welt näher als die Formen der physischen Welt.
[ 13 ] Nach dem Tode ist es aber wichtig, ob wir uns vor dem Tode mit dem bekannt gemacht haben, was einen Ewigkeitswert hat, oder ob wir dies unterlassen haben. Und mitnehmen können wir dann nur das, was wir hinauftragen können in die geistige Welt, wenn wir erstens etwas von dem kennengelernt haben, was wir Wahrheit, und zweitens etwas von dem, was wir Kunst nennen - denn alle ihre Werke stehen der geistigen Welt näher als die Formen der physischen Welt.
[ 14 ] An dem Schönen kann uns entgegentreten, dass es etwas gibt, was über die physische Welt hinausweist. Wahrheit ist nur dann vorhanden, wenn uns eine Sache in der Erinnerung dasselbe sagt wie damals, als sie vor uns stand, und wenn die Sache selbst auch Tausende von Jahren entschwunden ist. Das Schöne kann nur wirken, wenn es unmittelbar vor uns ist; denn in der Erinnerung wirkt es nicht mit der gleichen Intensität. Schön ist das, was ohne Interesse unser Gefallen erregt. Der Besitz darum muss uns ganz gleichgültig sein. Der Triumph des Schönen ist, dass es in der Gegenwart wie ein Ewiges zu uns spricht.
[ 14 ] An dem Schönen kann uns entgegentreten, dass es etwas gibt, was über die physische Welt hinausweist. Wahrheit ist nur dann vorhanden, wenn uns eine Sache in der Erinnerung dasselbe sagt wie damals, als sie vor uns stand, und wenn die Sache selbst auch Tausende von Jahren entschwunden ist. Das Schöne kann nur wirken, wenn es unmittelbar vor uns ist; denn in der Erinnerung wirkt es nicht mit der gleichen Intensität. Schön ist das, was ohne Interesse unser Gefallen erregt. Der Besitz darum muss uns ganz gleichgültig sein. Der Triumph des Schönen ist, dass es in der Gegenwart wie ein Ewiges zu uns spricht.
[ 15 ] Hierzu kommt das Dritte, das Gute, die Tugend. An ihr ist das Bedeutsame, dass sie uns gefällt, dass wir uns mit ihr verbinden müssen, bevor sie physisch gegenwärtig ist. Wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, so verhalten sich also das Wahre, das Schöne und das Gute. [Warum haben diese drei Worte einen so guten Klang? Weil die Menschen gefühlt haben, dass es etwas gibt, das einen ewigen, einen dauernden Wert hat.]
[ 15 ] Hierzu kommt das Dritte, das Gute, die Tugend. An ihr ist das Bedeutsame, dass sie uns gefällt, dass wir uns mit ihr verbinden müssen, bevor sie physisch gegenwärtig ist. Wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, so verhalten sich also das Wahre, das Schöne und das Gute. [Warum haben diese drei Worte einen so guten Klang? Weil die Menschen gefühlt haben, dass es etwas gibt, das einen ewigen, einen dauernden Wert hat.]
[ 16 ] Was wir erkennen als das Wahre, das Schöne, das Gute, so viel Fäden knüpfen wir hier schon für die Ewigkeit. Das Wahre können wir aber nicht hier sehen, weil wir nur die Welt der Illusion erblicken; das Wahre müssen wir vielmehr selbst entwickeln. Heute sehen wir nur den physischen Menschen, früher aber sah der Mensch in die geistige Welt hinein und sah den geistigen Menschen, wenn auch nur in einer Wolke. Dieses Ineinander-Übergreifen der physischen und der geistigen Welt bringt die alte Kunst im Kentauren zum Ausdruck. Theosophie, die uns sagt, was die Dinge sind, gibt nicht bloß Theorien, sie sagt uns auch, dass wir überall von Maja umgeben sind; und lernen müssen wir, über den physischen Plan hinaus zu fühlen. Andere Gefühle müssen wir uns anzueignen versuchen, ja, in eine ganz andere Gefühlswelt müssen wir uns einleben. Wenn Theosophie so unser Gefühlsleben erregt, so werden wir mehr an uns herausgestalten von Gefühlen, als es sonst der Fall wäre.
[ 16 ] Was wir erkennen als das Wahre, das Schöne, das Gute, so viel Fäden knüpfen wir hier schon für die Ewigkeit. Das Wahre können wir aber nicht hier sehen, weil wir nur die Welt der Illusion erblicken; das Wahre müssen wir vielmehr selbst entwickeln. Heute sehen wir nur den physischen Menschen, früher aber sah der Mensch in die geistige Welt hinein und sah den geistigen Menschen, wenn auch nur in einer Wolke. Dieses Ineinander-Übergreifen der physischen und der geistigen Welt bringt die alte Kunst im Kentauren zum Ausdruck. Theosophie, die uns sagt, was die Dinge sind, gibt nicht bloß Theorien, sie sagt uns auch, dass wir überall von Maja umgeben sind; und lernen müssen wir, über den physischen Plan hinaus zu fühlen. Andere Gefühle müssen wir uns anzueignen versuchen, ja, in eine ganz andere Gefühlswelt müssen wir uns einleben. Wenn Theosophie so unser Gefühlsleben erregt, so werden wir mehr an uns herausgestalten von Gefühlen, als es sonst der Fall wäre.
[ 17 ] Wenn wir in jedem äußerlichen Ding nur ein Zerrbild eines Geistigen sehen, dann wachsen die seelischen Kräfte; und sie werden etwas entwickeln, was der geistigen Welt angehört. Von dieser Art ist die Liebe im Geiste; da vermuten wir das Geistige, lange bevor wir es schauen können. Alle Theosophie bedeutet Saat für dasjenige, was wir die Liebe nennen. Sie ist die hohe Schule von dem, was wir als Liebe bezeichnen. Durch das Wahre, Schöne, Gute entwickeln wir das, was aus der Erde in den Weltenraum übergehen soll, nämlich die Liebe. Diese Liebe verjüngt den Menschen; die egoistische, die sinnliche lässt ihn altern. [Die verjüngende] Liebe soll werden die Ernte unseres Erdendaseins. Streuen wir dazu die Saat durch die Weisheit. Atmen wir Weisheit ein, um Liebe ausatmen zu können!
[ 17 ] Wenn wir in jedem äußerlichen Ding nur ein Zerrbild eines Geistigen sehen, dann wachsen die seelischen Kräfte; und sie werden etwas entwickeln, was der geistigen Welt angehört. Von dieser Art ist die Liebe im Geiste; da vermuten wir das Geistige, lange bevor wir es schauen können. Alle Theosophie bedeutet Saat für dasjenige, was wir die Liebe nennen. Sie ist die hohe Schule von dem, was wir als Liebe bezeichnen. Durch das Wahre, Schöne, Gute entwickeln wir das, was aus der Erde in den Weltenraum übergehen soll, nämlich die Liebe. Diese Liebe verjüngt den Menschen; die egoistische, die sinnliche lässt ihn altern. [Die verjüngende] Liebe soll werden die Ernte unseres Erdendaseins. Streuen wir dazu die Saat durch die Weisheit. Atmen wir Weisheit ein, um Liebe ausatmen zu können!
