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Supplements to Member Lectures
GA 246

9 October 1910, Stuttgart

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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
  1. Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge

31. Vom Leben nach dem Tod

31. Life After Death

[ 1 ] Zu Beginn seines Vortrages erinnerte Doktor Steiner an das vor Kurzem erfolgte Ableben unseres Mitgliedes Frau [Frentzel] und führte dann weiter aus, wie wir unsere Liebe nicht davon abhängig machen sollen, ob ein Mensch noch auf dem physischen Plan weilt oder nicht. Wir müssen vielmehr das als Ideal anstreben, dass unsere Liebe unabhängig wird von unserm Verkehr auf dem physischen Plan, denn dann werden wir die Kraft gewinnen, die Liebe über das physische Dasein [hinaus] wirken zu lassen; sie ist dann auch eine große Hilfe für [den] andern. Denn mehr können wir ihm nicht geben, als wenn wir sagen können: Die Liebe setzt sich so fort über den Tod hinaus, wie sie im Leben war. Nur die Liebe ist unsterblich, die den Tod überwinden kann. Liebesgefühle, die mit dem Tod ihr Ende nehmen, sie sterben mit dem zeitlichen Dasein. Alles, was uns die Theosophie gibt, soll doch nur erzieherisch auf uns wirken und uns zu dieser Art Liebe führen: Zusammenbleiben mit denen, die die Todespforte überschritten haben. Das werden wir immer mehr und mehr lernen, und wir werden empfinden, dass Theosophie uns den Blick so weitet, dass wir sagen können: Wir sind mit diesem oder jenem Menschen deshalb zusammengetroffen, damit wir Gelegenheit haben, ein Band mit ihm zu spinnen nicht nur für diese Zeit, sondern für Ewigkeiten.

[ 1 ] At the beginning of his lecture, Dr. Steiner recalled the recent passing of our member, Mrs. [Frentzel], and went on to explain how we should not make our love dependent on whether a person is still on the physical plane or not. Rather, we must strive toward the ideal that our love becomes independent of our interactions on the physical plane, for then we will gain the strength to let love work [beyond] physical existence; it will then also be a great help to [the] other. For we cannot give them more than when we can say: Love continues beyond death just as it was in life. Only love that can overcome death is immortal. Feelings of love that come to an end with death die along with temporal existence. Everything that Theosophy gives us is meant only to have an educational effect on us and to lead us to this kind of love: remaining united with those who have crossed the threshold of death. We will learn this more and more, and we will feel that theosophy broadens our perspective so much that we can say: We have met this or that person so that we may have the opportunity to forge a bond with them—not only for this life, but for all eternity.

[ 2 ] Für eine äußere Anschauung bedeutet der Tod etwas, was tief einschneidet in das menschliche Leben; aber ein logischer Einwand kann diese Ansicht wesentlich modifizieren. Denn wodurch unterscheidet sich der Mensch vor und nach dem Tode? Alles, was der Mensch über den Tod erfährt, ist ja das, dass er, solange er auf dem physischen Plane weilt, von den andern erlebt, gesehen wird, nachher aber nicht mehr. Aber ist es denn logisch richtig, die Existenz eines Dinges davon abhängig zu machen, ob wir es sehen oder ob wir es nicht sehen? Schon dieser Schluss reicht für den entwickelten Menschen hin, die Unsterblichkeit der menschlichen Seele zu beweisen.

[ 2 ] From an external perspective, death is something that profoundly affects human life; but a logical objection can significantly modify this view. For what distinguishes a person before and after death? All that a person experiences regarding death is that, as long as he remains on the physical plane, he is experienced and seen by others, but afterward he is no longer. But is it logically correct to make the existence of a thing dependent on whether we see it or not? This conclusion alone is sufficient for the developed human being to prove the immortality of the human soul.

[ 3 ] Wodurch unterscheidet sich der Mensch vor und nach dem Tode, und was weiß der Okkultismus darüber zu sagen? Viel finden wir hierüber in theosophischen Büchern; aber wenn wir das nehmen, was in den Büchern steht, so finden wir, dass alles mehr auf das individuelle Leben hin geschrieben ist. Nun gibt es im Leben Dinge, die uns allen gemeinschaftlich sind, und andere, die uns nur individuell betreffen. Diese individuellen Schicksale sind bei jedem Menschen verschieden; aber was wir gemeinschaftlich erleben, das besteht darin, dass wir um uns herum Sachen sehen und mit solchen verkehren, die den vier Reichen der Natur angehören. Diese sind für uns alle gemeinschaftlich. Wenn wir nun durch die Pforte des Todes gegangen sind, wird alles Individuelle viel bedeutsamer als vorher, denn wie gut, wie weise und so weiter wir waren, das gibt nach dem Tode unser persönliches Schicksal, während im Leben das Gemeinsame weitaus überwiegt. Unser persönliches Erlebnis bedeutet dabei immer nur einen kleinen Ausschnitt.

[ 3 ] How does a human being differ before and after death, and what does occultism have to say about this? We find much on this subject in theosophical books; but if we take what is written in those books, we find that it is all written more with a focus on individual life. Now, there are things in life that are common to all of us, and others that concern us only individually. These individual destinies differ from person to person; but what we experience in common is that we see things around us and interact with those that belong to the four kingdoms of nature. These are common to all of us. Once we have passed through the gate of death, everything individual becomes far more significant than before, for how good, how wise, and so on we were determines our personal destiny after death, whereas in life the communal aspect far predominates. Our personal experience always represents only a small part of the whole.

[ 4 ] Nun müssen wir uns doch fragen: Gibt es nicht auch nach dem Tode Gemeinsames, Ähnliches wie auf dem physischen Plan, gibt es auch dort Reiche, wo wir gemeinsam darinnen sind? Ja, es gibt auch dort Reiche, wo wir gemeinsam sind, und zwar zunächst die Wahrnehmung des Menschen von sich selbst. - Gibt es nun auch eine Verbindung des Menschen mit unserem Tierreiche hier auf Erden? Nein, das einzelne Tier kann nach dem Tode nicht wahrgenommen werden, wenn wir unsere physischen Werkzeuge verlassen haben. Mit dem Eintritt des Todes beginnt sich das Tierreich zurückzuziehen. Es ist so, wie wenn wir aufs Meer hinausschauen [und dort Schiffe mit roten und solche mit weißen Flaggen sehen] und dann alle Schiffe mit den roten Flaggen plötzlich verschwinden, untergehen würden. Die Gestalten der Menschen verschwinden nicht. Aber in demselben Maße wie die Tiergestalten verschwinden, beginnt der Mensch das Reich der Angeloi, der Engel, wahrzunehmen. Der Mensch muss also den Zwang, das Tierische zu sehen, abwerfen, dann sieht er das Nächsthöhere, die Engel.

[ 4 ] Now we must ask ourselves: Isn’t there also, after death, something in common, something similar to what exists on the physical plane—are there realms there as well where we are together? Yes, there are realms there where we are together, and first and foremost, there is a person’s perception of themselves. - Is there also a connection between human beings and our animal kingdom here on Earth? No, individual animals cannot be perceived after death once we have left our physical bodies behind. With the onset of death, the animal kingdom begins to withdraw. It is as if we were looking out to sea [and seeing ships with red flags and others with white flags] and then all the ships with red flags suddenly disappeared, as if they were sinking. Human forms do not disappear. But to the same extent that animal forms disappear, humans begin to perceive the realm of the Angeloi, the angels. Humans must therefore cast off the compulsion to see the animal realm; then they will see the next higher realm—the angels.

[ 5 ] Und nun gehen wir weiter. Erst gehen uns verloren die Pflanzen, die noch weniger Nachgefühl hinterlassen als die Tiere. Sobald aber die Pflanzlichkeit verschwindet, erscheinen die Erzengel; und verschwindet gar das Mineralische, so erscheinen die Geister der Persönlichkeit. So lebt sich der Mensch in drei andere Reiche hinein. Das ist also das, was wir gemeinsam haben, wie wir bei unserer Geburt in die vier Reiche der Natur hineinwachsen.

[ 5 ] And now let us move on. First, we lose the plants, which leave behind even less of a lingering impression than the animals. But as soon as the plant realm disappears, the archangels appear; and when even the mineral realm disappears, the spirits of personality appear. In this way, the human being lives into three other realms. This, then, is what we have in common: the way we grow into the four realms of nature at our birth.

[ 6 ] Die Umgebung, in die wir nach dem Tode hineinwachsen, steht uns indessen ebenso in einer Art Maja gegenüber, wie sich uns auch hier alles durch den Nebel der Illusion zeigt. Maja breitet sich aus über dem Dasein der physischen Welt. Diese Maja kommt, wie wir das schon öfters gesehen haben, von den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen. Diese wirken zusammen, um uns das zu geben, was wir die Illusion des physischen Planes nennen. Es ist das wieder etwas, was uns allen gemeinsam ist; denn alle Menschen sind hier der gleichen Maja unterworfen. Und wer hier auf dem physischen Plane aus der Maja herauswächst, für den tritt das ein, dass er zunächst von seinem Nebenmenschen nicht mehr verstanden wird.

[ 6 ] The environment into which we grow after death, however, appears to us just as much as a kind of maya as everything here appears to us through the mist of illusion. Maya spreads over the existence of the physical world. This maya, as we have seen many times before, stems from the Luciferic and Ahrimanic influences. These work together to give us what we call the illusion of the physical plane. This, too, is something we all have in common; for all human beings here are subject to the same maya. And for those who, here on the physical plane, grow out of maya, the result is that, at first, they are no longer understood by their fellow human beings.

[ 7 ] Nach dem Tode gibt es nun auch wieder Maja; und unser Eigenes, unser Persönliches ist es, das uns hindert, den Schleier der devachanischen Maja zu zerreißen. Wir weben uns diesen Schleier selbst durch unsere Leidenschaften und Begierden. Und so ist die Maja nach dem Tode keine gemeinschaftliche, sondern eine individuelle Angelegenheit; und Kamaloka ist das Sich-Befreien von diesem Schleier.

[ 7 ] After death, maya returns once again; and it is our own self, our personal self, that prevents us from tearing away the veil of Devachanic maya. We weave this veil ourselves through our passions and desires. And so, after death, maya is not a collective but an individual matter; and Kamaloka is the liberation from this veil.

[ 8 ] Nach dem Tode ist also der Mensch vorhanden. Wie ist es nun aber mit den Tieren? Diese hören wir auf zu sehen, sobald wir mit den Augen des Geistes schauen; und dies beweist uns das Illusorische der Tiergestalt, denn diese hat vor dem Blick der Ewigkeit überhaupt keine Wahrheit und keine Bedeutung. Zum besseren Verständnis der Dinge soll uns die hier folgende Zeichnung dienen.

[ 8 ] So, after death, human beings continue to exist. But what about animals? We cease to see them as soon as we look with the eyes of the spirit; and this proves to us the illusory nature of the animal form, for it has no truth and no meaning whatsoever in the eyes of eternity. The drawing that follows should help us better understand these matters.

[ 9 ] Was unterhalb der Linie A B liegt, stellt die Sinnenwelt, was darüber, die geistige Welt dar. Wie müssen wir nun den Anteil des Menschen an diesen beiden Welten in unsere Figur einzeichnen? Dabei müssen wir beachten, dass ja das Physische stets nur ein Spiegelbild des wahren, des geistigen Menschen ist. In unserer Zeichnung überschneidet sich deshalb auch das wahre und das Spiegelbild des Menschen, denn dieser nimmt aus der physischen Welt immer etwas mit; er lebt nicht umsonst in ihr.

[ 9 ] What lies below the line A B represents the sensory world; what lies above it, the spiritual world. How, then, should we depict the human being’s share in these two worlds in our diagram? In doing so, we must bear in mind that the physical is always merely a reflection of the true, spiritual human being. In our diagram, therefore, the true human being and his reflection overlap, for he always takes something with him from the physical world; he does not live in it in vain.

[ 10 ] Was ist nun die Tiergestalt? Beim Tier sehen wir oben das Geistige, unten das Physische. Es erscheint etwas von oben, und es spiegelt sich bloß etwas in der physischen Welt. Es spiegelt sich die Engelwelt in der Tierwelt. Nun werden Sie sagen: Schrecklich, dass wir die Tiere als Spiegelbild der Engel sehen sollen! Nein, es ist nicht schrecklich; denn was da stattfindet, ist das, dass der Spiegel durch den luziferischen Einfluss verdorben wurde, sodass wir hier in der physischen Welt statt der edlen Gestalten der Engel die Tiergestalten erblicken.

[ 10 ] What, then, is the animal form? In animals, we see the spiritual above and the physical below. Something appears from above, and it is merely reflected in the physical world. The angelic world is reflected in the animal world. Now you will say: How terrible that we are to see animals as a reflection of the angels! No, it is not terrible; for what is happening here is that the mirror has been corrupted by the Luciferic influence, so that here in the physical world, instead of the noble forms of the angels, we behold the forms of animals.

[ 11 ] Ebenso haben wir in den Pflanzen die durch Ahriman verdorbenen Gestalten der Erzengel und im Mineralreich durch den asurischen Einfluss die widergespiegelten Bilder der Geister der Persönlichkeit. So haben wir also im Tier-, Pflanzen- und Mineralreich die verzerrten Spiegelbilder der höheren Welt.

[ 11 ] Similarly, in the plant kingdom we find the forms of the archangels, corrupted by Ahriman, and in the mineral kingdom we find the reflected images of the spirits of personality, resulting from the Asuric influence. Thus, in the animal, plant, and mineral kingdoms, we find the distorted mirror images of the higher world.

[ 12 ] In den Lehrstätten der Universitäten hören wir in der Psychologie Sätze wie den: Wenn der Mensch hungrig ist, so will er das Sättigungsgefühl, nicht diese oder jene Speise. - Aber der Mensch will nicht bloß das Sättigungsgefühl, er will auch das Lustgefühl an den Speisen, und dieses Gefühl verdanken wir dem luziferischen Einfluss. Durch ihn ist dem Menschen die Gaumenlust eingepflanzt; und diese lässt ihm Dinge als wünschenswert erscheinen, die ihm gar nicht zuträglich sind. Ohne dieses Gefühl würde der Mensch nur diejenigen Dinge, diejenige Nahrung zu sich nehmen, die ihm am besten bekommt.

[ 12 ] In university psychology courses, we hear statements such as this: When a person is hungry, they want the feeling of satiety, not this or that particular food. — But a person does not merely want the feeling of satiety; they also want the pleasure derived from food, and we owe this feeling to the Luciferic influence. Through this influence, the pleasure of the palate has been instilled in human beings; and this makes things seem desirable to them that are not at all beneficial to them. Without this feeling, human beings would consume only those things—that food—that are best for them.

[ 13 ] Nach dem Tode ist es aber wichtig, ob wir uns vor dem Tode mit dem bekannt gemacht haben, was einen Ewigkeitswert hat, oder ob wir dies unterlassen haben. Und mitnehmen können wir dann nur das, was wir hinauftragen können in die geistige Welt, wenn wir erstens etwas von dem kennengelernt haben, was wir Wahrheit, und zweitens etwas von dem, was wir Kunst nennen - denn alle ihre Werke stehen der geistigen Welt näher als die Formen der physischen Welt.

[ 13 ] After death, however, what matters is whether we familiarized ourselves with what has eternal value before we died, or whether we failed to do so. And we can then take with us only what we are able to carry up into the spiritual world—provided, first, that we have become acquainted with what we call truth, and second, with what we call art—for all of art’s works are closer to the spiritual world than the forms of the physical world.

[ 14 ] An dem Schönen kann uns entgegentreten, dass es etwas gibt, was über die physische Welt hinausweist. Wahrheit ist nur dann vorhanden, wenn uns eine Sache in der Erinnerung dasselbe sagt wie damals, als sie vor uns stand, und wenn die Sache selbst auch Tausende von Jahren entschwunden ist. Das Schöne kann nur wirken, wenn es unmittelbar vor uns ist; denn in der Erinnerung wirkt es nicht mit der gleichen Intensität. Schön ist das, was ohne Interesse unser Gefallen erregt. Der Besitz darum muss uns ganz gleichgültig sein. Der Triumph des Schönen ist, dass es in der Gegenwart wie ein Ewiges zu uns spricht.

[ 14 ] What we may encounter in beauty is that there is something that points beyond the physical world. Truth exists only when a thing, in our memory, tells us the same thing it did when it stood before us, even if the thing itself has long since vanished—even thousands of years ago. Beauty can only have an effect when it is directly before us; for in memory it does not have the same intensity. Beauty is that which arouses our delight without any ulterior motive. We must therefore be completely indifferent to its possession. The triumph of beauty is that it speaks to us in the present as if it were eternal.

[ 15 ] Hierzu kommt das Dritte, das Gute, die Tugend. An ihr ist das Bedeutsame, dass sie uns gefällt, dass wir uns mit ihr verbinden müssen, bevor sie physisch gegenwärtig ist. Wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, so verhalten sich also das Wahre, das Schöne und das Gute. [Warum haben diese drei Worte einen so guten Klang? Weil die Menschen gefühlt haben, dass es etwas gibt, das einen ewigen, einen dauernden Wert hat.]

[ 15 ] To this we add the third: the Good, the Virtue. What is significant about it is that it appeals to us, that we must connect with it even before it is physically present. Just as with the past, present, and future, so too do the True, the Beautiful, and the Good relate to one another. [Why do these three words sound so good? Because people have sensed that there is something that has an eternal, enduring value.]

[ 16 ] Was wir erkennen als das Wahre, das Schöne, das Gute, so viel Fäden knüpfen wir hier schon für die Ewigkeit. Das Wahre können wir aber nicht hier sehen, weil wir nur die Welt der Illusion erblicken; das Wahre müssen wir vielmehr selbst entwickeln. Heute sehen wir nur den physischen Menschen, früher aber sah der Mensch in die geistige Welt hinein und sah den geistigen Menschen, wenn auch nur in einer Wolke. Dieses Ineinander-Übergreifen der physischen und der geistigen Welt bringt die alte Kunst im Kentauren zum Ausdruck. Theosophie, die uns sagt, was die Dinge sind, gibt nicht bloß Theorien, sie sagt uns auch, dass wir überall von Maja umgeben sind; und lernen müssen wir, über den physischen Plan hinaus zu fühlen. Andere Gefühle müssen wir uns anzueignen versuchen, ja, in eine ganz andere Gefühlswelt müssen wir uns einleben. Wenn Theosophie so unser Gefühlsleben erregt, so werden wir mehr an uns herausgestalten von Gefühlen, als es sonst der Fall wäre.

[ 16 ] Whatever we recognize as the True, the Beautiful, and the Good, we are already weaving that many threads here for eternity. But we cannot see the True here, because we perceive only the world of illusion; rather, we must develop the True ourselves. Today we see only the physical human being, but in the past, human beings looked into the spiritual world and saw the spiritual human being, even if only as a vague vision. This intertwining of the physical and spiritual worlds is expressed in ancient art through the figure of the centaur. Theosophy, which tells us what things are, does not merely offer theories; it also tells us that we are surrounded by maya everywhere; and we must learn to feel beyond the physical plane. We must try to acquire different feelings; indeed, we must acclimate ourselves to an entirely different emotional world. When Theosophy stirs our emotional life in this way, we will develop more of our emotional capacities than would otherwise be the case.

[ 17 ] Wenn wir in jedem äußerlichen Ding nur ein Zerrbild eines Geistigen sehen, dann wachsen die seelischen Kräfte; und sie werden etwas entwickeln, was der geistigen Welt angehört. Von dieser Art ist die Liebe im Geiste; da vermuten wir das Geistige, lange bevor wir es schauen können. Alle Theosophie bedeutet Saat für dasjenige, was wir die Liebe nennen. Sie ist die hohe Schule von dem, was wir als Liebe bezeichnen. Durch das Wahre, Schöne, Gute entwickeln wir das, was aus der Erde in den Weltenraum übergehen soll, nämlich die Liebe. Diese Liebe verjüngt den Menschen; die egoistische, die sinnliche lässt ihn altern. [Die verjüngende] Liebe soll werden die Ernte unseres Erdendaseins. Streuen wir dazu die Saat durch die Weisheit. Atmen wir Weisheit ein, um Liebe ausatmen zu können!

[ 17 ] When we see in every external thing only a distorted image of something spiritual, then the powers of the soul grow; and they will develop something that belongs to the spiritual world. Love in the spirit is of this nature; there we sense the spiritual long before we can see it. All theosophy is a seed for what we call love. It is the highest school of what we term love. Through the True, the Beautiful, and the Good, we develop that which is to pass from the earth into the cosmos—namely, love. This love rejuvenates the human being; selfish, sensual love causes him to age. [This rejuvenating] love is to become the harvest of our earthly existence. Let us therefore sow the seed through wisdom. Let us breathe in wisdom so that we may breathe out love!