Supplements to Member Lectures
GA 246
16 September 1922, Dornach
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Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge
79. Über Pädagogik I
79. Über Pädagogik I
Sehr geehrte Anwesende!
Sehr geehrte Anwesende!
[ 1 ] Die Gegenwart ist das Zeitalter des Intellektualismus. Die wissenschaftliche Entwicklung [des letzten] Jahrhunderts hat gerade unter dem Einfluss des Intellektualismus ihre großen Triumphe gefeiert. Und wenn es auch so ist, dass die eigentliche Wissenschaft heute noch gerade wegen ihrer Spezialisierung im Wesentlichen viel beantwortet hat, so muss man doch sagen, dass die Vorstellungsart aller Menschen — man kann heute schon sagen: aller Menschen - im Tiefsten beeinflusst ist von dem Intellektualismus. Wenn man diesen Intellektualismus charakterisieren will, so muss man sagen: Intellektualist wird der Mensch dadurch, dass er durch das bloße Denken und Vorstellen Gedanken ausbildet. - Scheinbar ist das ein Paradoxon; aber es bezeichnet doch eine Wirklichkeit. Man kann nämlich auch sagen, dass man in früheren Zeiten der menschlichen Entwicklung Gedanken hatte, die aus dem Inneren der Menschen sich herausrangen. Solche Gedanken galten vor Zeiten auch als «wissenschaftlich»; weil diese Gedanken sich aus dem Innern des Menschen an die Oberfläche des Seelischen rangen, so wurde einem immer etwas mitgegeben von der Menschenseele und deren inneren Erlebnissen selbst. Es wurde einem etwas gegeben von Seelenwärme, Seelenklarheit; es wurde etwas von dem [gegeben], was der Mensch in seinem innersten Wesen ist. Und hat man in diesen Zeiten eine Naturwissenschaft ausgebildet, so wurden in einer solchen die chemischen Vorgänge der Natur so beschrieben, dass in der Beschreibung etwas mitgenommen wurde von dem menschlichen Seelensein.
[ 1 ] Die Gegenwart ist das Zeitalter des Intellektualismus. Die wissenschaftliche Entwicklung [des letzten] Jahrhunderts hat gerade unter dem Einfluss des Intellektualismus ihre großen Triumphe gefeiert. Und wenn es auch so ist, dass die eigentliche Wissenschaft heute noch gerade wegen ihrer Spezialisierung im Wesentlichen viel beantwortet hat, so muss man doch sagen, dass die Vorstellungsart aller Menschen — man kann heute schon sagen: aller Menschen - im Tiefsten beeinflusst ist von dem Intellektualismus. Wenn man diesen Intellektualismus charakterisieren will, so muss man sagen: Intellektualist wird der Mensch dadurch, dass er durch das bloße Denken und Vorstellen Gedanken ausbildet. - Scheinbar ist das ein Paradoxon; aber es bezeichnet doch eine Wirklichkeit. Man kann nämlich auch sagen, dass man in früheren Zeiten der menschlichen Entwicklung Gedanken hatte, die aus dem Inneren der Menschen sich herausrangen. Solche Gedanken galten vor Zeiten auch als «wissenschaftlich»; weil diese Gedanken sich aus dem Innern des Menschen an die Oberfläche des Seelischen rangen, so wurde einem immer etwas mitgegeben von der Menschenseele und deren inneren Erlebnissen selbst. Es wurde einem etwas gegeben von Seelenwärme, Seelenklarheit; es wurde etwas von dem [gegeben], was der Mensch in seinem innersten Wesen ist. Und hat man in diesen Zeiten eine Naturwissenschaft ausgebildet, so wurden in einer solchen die chemischen Vorgänge der Natur so beschrieben, dass in der Beschreibung etwas mitgenommen wurde von dem menschlichen Seelensein.
[ 2 ] Man nennt das heute anthropomorph. Aber man gibt sich, indem man diese Bezeichnung vom Anthropomorphismus durchaus anwendet, wie man das heute tut, einem gewissen Irrtum hin im Denken. In alten Zeiten hätten die Menschen dieses aus ihrer Phantasie entnommen und hätten diese phantastischen [Inhalte in die] äußeren Naturvorgänge und -wesen hineingeträumt; die Menschen früherer Zeiten haben einmal eine grandiose Seelenverfassung gehabt und gerade so auf ganz elementare Art das, was Sie an Außendingen und Außenvorgängen der Natur [aufgenommen] haben mit dem, was uns heute nur seelisch [düngt], zusammengehalten. Wir haben heute die Farbe oder anderes Nichtwärmendes zu bieten. Aber das liegt in der Entwicklung der Menschheit und ist eigentlich erst mit der Überzeugung heraufgekommen, dass die Menschen innerlich dazu neigen, abstrakte Gedanken zu haben, Gedanken, die nur logisch denkend erarbeitet sind, die so erarbeitet sind, dass bei jeder Gedankenbildung eine Kopftätigkeit vorhanden ist. Diese Gedanken gehen nicht hervor aus dem tiefsten Inneren des Menschen, der Mensch gibt ihnen nichts mit von seiner Seele. Daher werden sie kalt. Man verspürt in diesen Gedanken nichts von Seelenwärme. Das ist das besondere Kennzeichen der menschlichen Entwicklung in der neueren Zeit, dass sie intellektualistisch ist.
[ 2 ] Man nennt das heute anthropomorph. Aber man gibt sich, indem man diese Bezeichnung vom Anthropomorphismus durchaus anwendet, wie man das heute tut, einem gewissen Irrtum hin im Denken. In alten Zeiten hätten die Menschen dieses aus ihrer Phantasie entnommen und hätten diese phantastischen [Inhalte in die] äußeren Naturvorgänge und -wesen hineingeträumt; die Menschen früherer Zeiten haben einmal eine grandiose Seelenverfassung gehabt und gerade so auf ganz elementare Art das, was Sie an Außendingen und Außenvorgängen der Natur [aufgenommen] haben mit dem, was uns heute nur seelisch [düngt], zusammengehalten. Wir haben heute die Farbe oder anderes Nichtwärmendes zu bieten. Aber das liegt in der Entwicklung der Menschheit und ist eigentlich erst mit der Überzeugung heraufgekommen, dass die Menschen innerlich dazu neigen, abstrakte Gedanken zu haben, Gedanken, die nur logisch denkend erarbeitet sind, die so erarbeitet sind, dass bei jeder Gedankenbildung eine Kopftätigkeit vorhanden ist. Diese Gedanken gehen nicht hervor aus dem tiefsten Inneren des Menschen, der Mensch gibt ihnen nichts mit von seiner Seele. Daher werden sie kalt. Man verspürt in diesen Gedanken nichts von Seelenwärme. Das ist das besondere Kennzeichen der menschlichen Entwicklung in der neueren Zeit, dass sie intellektualistisch ist.
[ 3 ] ‚Am meisten zu beklagen haben sich über diesen Intellektualismus die Künstler. Der artistische Mensch in einem schreckt geradezu zurück vor dem Intellektualisten, der seine Offenbarung nur «erklären» will. Denn durch ein solches Erklären, durch ein solches Hineintragen der kalten intellektualistischen Gedanken wird die Wärme, aus der heraus der Künstler wiedergeboren wird, geradezu zurückgestoßen. Der Künstler findet die Wärme in der kalten Klarheit nicht wieder! Und das, mit dem er lange Zeit seine Werke begleitet hat, die innere Seelenwärme, das, was er dem Werk an innerer Seele gegeben hat, das wird zurückgestoßen. Die Künstler lieben aus diesem Grund nicht die ästhetische Betrachtungsweise, wenn sie wissenschaftlich sein will. Sie lieben sie aus dem Grunde nicht, weil die Ästhetik erst entstanden ist in dem Zeitpunkt, als der Intellektualismus ausgebrochen ist, und weil diese Ästhetik dann auch durchaus einen intellektualistischen Charakter angenommen hat. Dem Künstler kommt es eigentlich darauf an, dass die Wärme, die das künstlerische Werk durchzieht, aus der es besteht, auch auf den Betrachter übergehen kann. Das kann sie nicht, wenn man ihm mit bloßer Kaltheit entgegenkommt.
[ 3 ] ‚Am meisten zu beklagen haben sich über diesen Intellektualismus die Künstler. Der artistische Mensch in einem schreckt geradezu zurück vor dem Intellektualisten, der seine Offenbarung nur «erklären» will. Denn durch ein solches Erklären, durch ein solches Hineintragen der kalten intellektualistischen Gedanken wird die Wärme, aus der heraus der Künstler wiedergeboren wird, geradezu zurückgestoßen. Der Künstler findet die Wärme in der kalten Klarheit nicht wieder! Und das, mit dem er lange Zeit seine Werke begleitet hat, die innere Seelenwärme, das, was er dem Werk an innerer Seele gegeben hat, das wird zurückgestoßen. Die Künstler lieben aus diesem Grund nicht die ästhetische Betrachtungsweise, wenn sie wissenschaftlich sein will. Sie lieben sie aus dem Grunde nicht, weil die Ästhetik erst entstanden ist in dem Zeitpunkt, als der Intellektualismus ausgebrochen ist, und weil diese Ästhetik dann auch durchaus einen intellektualistischen Charakter angenommen hat. Dem Künstler kommt es eigentlich darauf an, dass die Wärme, die das künstlerische Werk durchzieht, aus der es besteht, auch auf den Betrachter übergehen kann. Das kann sie nicht, wenn man ihm mit bloßer Kaltheit entgegenkommt.
[ 4 ] Dann zeigt sich dieser Intellektualismus im sozialen Leben der Menschen. Im sozialen Leben müssen ja die Menschen in der Gemeinschaft handeln, und die Art und Weise, wie der eine Einzelne handelt, sich betätigt, wirkt auf den andern Menschen. Das Wohl und Wehe des andern Menschen hängt davon ab, was der eine tut. In unserem intellektualistischen Zeitalter entspringen die Handlungen der Menschen, insbesondere die des öffentlichen Lebens, aber auch die Handlungen der weitaus größten Zahl der Menschen, auch des Intellektualisten, aus erdachten oder sonst dem bloßen Verstandesleben entsprungenen Impulsen. Der das so entwickelt aus eigenem Antrieb oder weil irgendwelche Gemeinschaft, aus der heraus er zu handeln hat, ihn dazu zwingt, der so aus bloßem kaltem Impuls heraus handelt, der gibt dann seinen Handlungen, seiner Betätigung nichts mit von sozialer Wärme. Die Handlungen bekommen dadurch selber einen kalten, nüchternen Charakter. Durch das intellektualistische Element wird das eigentliche Sozialleben, das sich nur zwischen Seele und Seele - nicht zwischen Verstand und Verstand - abspielen kann, untergraben! Menschen sondern sich voneinander ab, es entstehen Abgründe zwischen ihnen.
[ 4 ] Dann zeigt sich dieser Intellektualismus im sozialen Leben der Menschen. Im sozialen Leben müssen ja die Menschen in der Gemeinschaft handeln, und die Art und Weise, wie der eine Einzelne handelt, sich betätigt, wirkt auf den andern Menschen. Das Wohl und Wehe des andern Menschen hängt davon ab, was der eine tut. In unserem intellektualistischen Zeitalter entspringen die Handlungen der Menschen, insbesondere die des öffentlichen Lebens, aber auch die Handlungen der weitaus größten Zahl der Menschen, auch des Intellektualisten, aus erdachten oder sonst dem bloßen Verstandesleben entsprungenen Impulsen. Der das so entwickelt aus eigenem Antrieb oder weil irgendwelche Gemeinschaft, aus der heraus er zu handeln hat, ihn dazu zwingt, der so aus bloßem kaltem Impuls heraus handelt, der gibt dann seinen Handlungen, seiner Betätigung nichts mit von sozialer Wärme. Die Handlungen bekommen dadurch selber einen kalten, nüchternen Charakter. Durch das intellektualistische Element wird das eigentliche Sozialleben, das sich nur zwischen Seele und Seele - nicht zwischen Verstand und Verstand - abspielen kann, untergraben! Menschen sondern sich voneinander ab, es entstehen Abgründe zwischen ihnen.
[ 5 ] Das alles ist ja in der neueren Zeit in seiner /fehlendes Wort] gesehen worden, und insbesondere ist es empfunden worden bei höhergestellten Gelehrten des Unterrichts- und des Erziehungswesens. Seit Langem schon besteht daher bei Gelehrten des Unterrichts- und Erziehungswesens die Forderung: An das Kind müssen solche Unterrichts- und Erziehungsmethoden herankommen, welche nicht bloß appellieren an die Entwicklung des kindlichen Intellekts, sodass das Kind möglichst aus seinem Verstand heraus das vollziehen soll, was zu seiner Erziehung und zu seinem Unterricht gehört; man fordert vielmehr, dass das Kind so behandelt werde, dass sich neben seinem Kopf das Herz, neben dem Verstehen das Können ausbilde, dass das Kind aus dem ganzen Menschen heraus wird lernen, wird arbeiten lernen. Man will den Intellektualismus beim Kinde unterstützen durch Erziehungs- und Unterrichtsmethoden, welche an das Gemüt und an die Gemütsauffassung herankommen. Aber diese Auffassung, diese Forderung wird in einer Weise gestellt, dass man sagt: Das Kind soll nicht mit Abzielung auf seinen Intellektualismus hin erzogen und unterrichtet werden, das Kind solle eine Herzenserziehung auch für jegliche Gebiete des Lebens erhalten, die lange Zeit gestanden haben unter dem Einfluss einer Verstandes-, einer intellektualistischen Erziehung.
[ 5 ] Das alles ist ja in der neueren Zeit in seiner /fehlendes Wort] gesehen worden, und insbesondere ist es empfunden worden bei höhergestellten Gelehrten des Unterrichts- und des Erziehungswesens. Seit Langem schon besteht daher bei Gelehrten des Unterrichts- und Erziehungswesens die Forderung: An das Kind müssen solche Unterrichts- und Erziehungsmethoden herankommen, welche nicht bloß appellieren an die Entwicklung des kindlichen Intellekts, sodass das Kind möglichst aus seinem Verstand heraus das vollziehen soll, was zu seiner Erziehung und zu seinem Unterricht gehört; man fordert vielmehr, dass das Kind so behandelt werde, dass sich neben seinem Kopf das Herz, neben dem Verstehen das Können ausbilde, dass das Kind aus dem ganzen Menschen heraus wird lernen, wird arbeiten lernen. Man will den Intellektualismus beim Kinde unterstützen durch Erziehungs- und Unterrichtsmethoden, welche an das Gemüt und an die Gemütsauffassung herankommen. Aber diese Auffassung, diese Forderung wird in einer Weise gestellt, dass man sagt: Das Kind soll nicht mit Abzielung auf seinen Intellektualismus hin erzogen und unterrichtet werden, das Kind solle eine Herzenserziehung auch für jegliche Gebiete des Lebens erhalten, die lange Zeit gestanden haben unter dem Einfluss einer Verstandes-, einer intellektualistischen Erziehung.
[ 6 ] Aber so würde man die Frage nicht allein anfassen [können], denn: Soll im Kinde etwas anderes in Wirklichkeit, in Wahrheit entwickelt werden als das, was auf intellektualistischen Untergründen fußt, ja, dann ist es notwendig, dass vor allen Dingen die Pädagogik, die Methodik selber beseelt werden, sodass die Pädagogik, die Methodik selber Seele in sich haben, selber nicht bloß verständlich, intellektualistisch sind, sondern aus dem ganzen Menschen, aus den menschlichen Untergründen, sodass Seelen herauskommen. Dafür gibt es in der Gegenwart ganz beträchtliche Hindernisse. Schon die Eltern der Gegenwart haben einen schier unbesieglichen Glauben an die wissenschaftliche Autorität. Die Eltern geben sich [der Wissenschaft] willig hin, [demjenigen], was die heutige Wissenschaft, die im Grunde durchaus eine Sinneswissenschaft ist, über Gesundheit und Krankheit des Kindes sagt, was sie darüber sagt, wie sich entwickeln soll das Kind leiblich und seelisch. [Aber auch] der Lehrer, der hier berufsmäßig zum Lehrer sich ausbildet, verlangt ja selber einen höheren Unterricht, der dadurch geradezu gebildet wurde auf das, was allgemein anerkannt ist als Sinneswissenschaft.
[ 6 ] Aber so würde man die Frage nicht allein anfassen [können], denn: Soll im Kinde etwas anderes in Wirklichkeit, in Wahrheit entwickelt werden als das, was auf intellektualistischen Untergründen fußt, ja, dann ist es notwendig, dass vor allen Dingen die Pädagogik, die Methodik selber beseelt werden, sodass die Pädagogik, die Methodik selber Seele in sich haben, selber nicht bloß verständlich, intellektualistisch sind, sondern aus dem ganzen Menschen, aus den menschlichen Untergründen, sodass Seelen herauskommen. Dafür gibt es in der Gegenwart ganz beträchtliche Hindernisse. Schon die Eltern der Gegenwart haben einen schier unbesieglichen Glauben an die wissenschaftliche Autorität. Die Eltern geben sich [der Wissenschaft] willig hin, [demjenigen], was die heutige Wissenschaft, die im Grunde durchaus eine Sinneswissenschaft ist, über Gesundheit und Krankheit des Kindes sagt, was sie darüber sagt, wie sich entwickeln soll das Kind leiblich und seelisch. [Aber auch] der Lehrer, der hier berufsmäßig zum Lehrer sich ausbildet, verlangt ja selber einen höheren Unterricht, der dadurch geradezu gebildet wurde auf das, was allgemein anerkannt ist als Sinneswissenschaft.
[ 7 ] Und diese Sinneswissenschaft, sie bildet eben nur Gedanken aus, welche leer geworden sind von allem seelischen Inneren, welche ohne Seelenwärme sind. Sie, diese Gedanken, bekommen keinen Inhalt mit aus dem menschlichen Inneren heraus. Daher müssen sie sich ja auch ihren Inhalt anderswoher verschaffen als aus dem menschlichen Inneren heraus. Diese Gedanken müssen sich ihren Inhalt durch die [Wertschätzung] der Sinne, durch das Experiment verschaffen, was die [Wertschätzung] ist. Was das Experiment aussagt, das wird in die Gedanken eingekleidet, die geradezu befreit sind von alle dem, was aus dem menschlichen Seelischen quillt. Eine solche Behandlung der Gedankenwelt - oder eine solche seelisch befreite Behandlung der Gedankenwelt, sie ist besonders geeignet für das, was man heute Naturwissenschaft nennt. Denn man kommt zu einer naturwissenschaftlichen Erkenntnis, die nichts vom menschlichen Subjekt enthält, die nur das in Gedanken einfasst, was die Sinne selber sehen, durch das, was das Experiment [beweist]. Die Gedanken sind ganz entmenschlicht. Gegen diese Naturwissenschaft und gegen das, was sie anstrebt, und ihren vollbewussten Charakter kann ja nichts eingewendet werden. Menschlich gesehen, ist diese Naturwissenschaft rein intellektualistisch.
[ 7 ] Und diese Sinneswissenschaft, sie bildet eben nur Gedanken aus, welche leer geworden sind von allem seelischen Inneren, welche ohne Seelenwärme sind. Sie, diese Gedanken, bekommen keinen Inhalt mit aus dem menschlichen Inneren heraus. Daher müssen sie sich ja auch ihren Inhalt anderswoher verschaffen als aus dem menschlichen Inneren heraus. Diese Gedanken müssen sich ihren Inhalt durch die [Wertschätzung] der Sinne, durch das Experiment verschaffen, was die [Wertschätzung] ist. Was das Experiment aussagt, das wird in die Gedanken eingekleidet, die geradezu befreit sind von alle dem, was aus dem menschlichen Seelischen quillt. Eine solche Behandlung der Gedankenwelt - oder eine solche seelisch befreite Behandlung der Gedankenwelt, sie ist besonders geeignet für das, was man heute Naturwissenschaft nennt. Denn man kommt zu einer naturwissenschaftlichen Erkenntnis, die nichts vom menschlichen Subjekt enthält, die nur das in Gedanken einfasst, was die Sinne selber sehen, durch das, was das Experiment [beweist]. Die Gedanken sind ganz entmenschlicht. Gegen diese Naturwissenschaft und gegen das, was sie anstrebt, und ihren vollbewussten Charakter kann ja nichts eingewendet werden. Menschlich gesehen, ist diese Naturwissenschaft rein intellektualistisch.
[ 8 ] Mit reiner Beobachtung und im experimentellen Inhalt, [und in deren langem Zusammenwirken kam es zur Entwicklung ganz neuer Möglichkeiten]. Diese Möglichkeiten des modernen Lebens haben nun noch ein anderes geschafft. [Das Zeitalter der Bewusstseinsseelenentwicklung beginnt etwa mit der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts.] Aber mit diesem anderen wurde es geschafft, dass Seelenwärme ohne Bewusstsein der Menschen immer dumpf bleibt. /[Unklare Stelle im Stenogramm], das konnte eben erst errungen werden im intellektualistischen Zeitalter. Wirklich hat dieses intellektualistische Zeitalter den Menschen aufgerichtet, den Menschen die Naturwissenschaft gegeben, die die Grundlage der Technik ist, die ja nichts menschlich Subjektives braucht, und [damit auch] auf alle Zeit den Menschen die Weisheit gegeben, denn die Weisheit kann nur gedeihen, wenn die Gedanken nichts Triviales, nichts Instinktives, nichts von dem enthalten, was die Seele nicht in voller Bewusstheit aus sich selber heraussetzt, sondern wenn Gedanken enthalten sein werden, in die dann die moralischen Impulse hineingegossen werden, die rein geistig erschaffen werden.
[ 8 ] Mit reiner Beobachtung und im experimentellen Inhalt, [und in deren langem Zusammenwirken kam es zur Entwicklung ganz neuer Möglichkeiten]. Diese Möglichkeiten des modernen Lebens haben nun noch ein anderes geschafft. [Das Zeitalter der Bewusstseinsseelenentwicklung beginnt etwa mit der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts.] Aber mit diesem anderen wurde es geschafft, dass Seelenwärme ohne Bewusstsein der Menschen immer dumpf bleibt. /[Unklare Stelle im Stenogramm], das konnte eben erst errungen werden im intellektualistischen Zeitalter. Wirklich hat dieses intellektualistische Zeitalter den Menschen aufgerichtet, den Menschen die Naturwissenschaft gegeben, die die Grundlage der Technik ist, die ja nichts menschlich Subjektives braucht, und [damit auch] auf alle Zeit den Menschen die Weisheit gegeben, denn die Weisheit kann nur gedeihen, wenn die Gedanken nichts Triviales, nichts Instinktives, nichts von dem enthalten, was die Seele nicht in voller Bewusstheit aus sich selber heraussetzt, sondern wenn Gedanken enthalten sein werden, in die dann die moralischen Impulse hineingegossen werden, die rein geistig erschaffen werden.
[ 9 ] Man kann schon sagen: Von diesem Zeitalter gab es Großes als Menschheitsleistungen durch den Intellektualismus. Aber man hat eben gesehen, dass der Intellektualismus der Kindeserziehung schadet. Man hat sich aus der Betrachtung dieses Schädlichen [durchgerungen dazu], zu sagen, es darf eben das Kind nicht im Sinne des Intellektualismus erzogen werden. Aber man hatte nun eben nur eine sinneswissenschaftliche Denkweise. Aus dieser sinneswissenschaftlichen Denkweise lernt man den Menschen nur kennen, insofern er ein körperliches Wesen ist. Man lernt ihn erziehen, insofern ihn die Sinne beobachten können. Dann kann man nicht mit den Sinnen solch Geistiges entfalten, noch weniger das Geistige beobachten und so verfiel man [Lücke im Stenogramm]). Ich möchte sagen, [es ist vielleicht ein wenig extrem gesagt], man spricht es nicht immer aus, aber man meint es doch heute: Ja, sagt man, von wissenschaftlichen Inhalten hätte man doch nichts für die Erziehungs- und Unterrichtsmethoden, diese Wissenschaft könne intellektualistisch sein, das ist richtig. Aber was über den Menschen die wissenschaftliche Beobachtung sagt, [unklare Stelle im Stenogramm]
[ 9 ] Man kann schon sagen: Von diesem Zeitalter gab es Großes als Menschheitsleistungen durch den Intellektualismus. Aber man hat eben gesehen, dass der Intellektualismus der Kindeserziehung schadet. Man hat sich aus der Betrachtung dieses Schädlichen [durchgerungen dazu], zu sagen, es darf eben das Kind nicht im Sinne des Intellektualismus erzogen werden. Aber man hatte nun eben nur eine sinneswissenschaftliche Denkweise. Aus dieser sinneswissenschaftlichen Denkweise lernt man den Menschen nur kennen, insofern er ein körperliches Wesen ist. Man lernt ihn erziehen, insofern ihn die Sinne beobachten können. Dann kann man nicht mit den Sinnen solch Geistiges entfalten, noch weniger das Geistige beobachten und so verfiel man [Lücke im Stenogramm]). Ich möchte sagen, [es ist vielleicht ein wenig extrem gesagt], man spricht es nicht immer aus, aber man meint es doch heute: Ja, sagt man, von wissenschaftlichen Inhalten hätte man doch nichts für die Erziehungs- und Unterrichtsmethoden, diese Wissenschaft könne intellektualistisch sein, das ist richtig. Aber was über den Menschen die wissenschaftliche Beobachtung sagt, [unklare Stelle im Stenogramm]
[ 10 ] Aus der Physiologie, auch schließlich aus der experimentellen Psychologie hat sich ergeben: Das führt nicht hinein in das wirkliche Seelische, das wirkliche Geistige. Daher appelliert man wieder an die einfachen elementaren Erziehungsinstinkte des Menschen.
[ 10 ] Aus der Physiologie, auch schließlich aus der experimentellen Psychologie hat sich ergeben: Das führt nicht hinein in das wirkliche Seelische, das wirkliche Geistige. Daher appelliert man wieder an die einfachen elementaren Erziehungsinstinkte des Menschen.
[ 11 ] Vielleicht sagt man es schon, man sagt es nicht immer, aber man meint eigentlich: Man soll sich nicht verwirren lassen, von dem, was wissenschaftlich bewiesen, was wissenschaftlich anerkannt ist, sondern wende sich an das, was sich aus den Erziehungsinstrumenten heraus ergibt.
[ 11 ] Vielleicht sagt man es schon, man sagt es nicht immer, aber man meint eigentlich: Man soll sich nicht verwirren lassen, von dem, was wissenschaftlich bewiesen, was wissenschaftlich anerkannt ist, sondern wende sich an das, was sich aus den Erziehungsinstrumenten heraus ergibt.
[ 12 ] Man könnte einverstanden damit sein, wenn es möglich wäre. Aber es ist eben nicht möglich. Nicht ohne Grund ist eben der Intellektualismus in den Menschen heraufgekommen. Dass er heraufgekommen ist, hat darin seinen Grund, dass eben die Instinkte zurückgegangen sind in ihrer Stärke, dass der Mensch die Instinkte, die er einst hatte, eben nicht mehr hat. Der Mensch ist aus dem Stadium der Instinkttätigkeit in das Stadium der vollen Besonnenheit eingetreten, das [unleserliches Wort] können wird durch volle Besonnenheit. Doch das kann man nur, wenn nicht die Forderung aufgestellt wird, man sollte zu den Instinkten zurückkommen, zu seiner [unleserliches Wort] zurückkommen bis zu einer Unsicherheit, zu einem Tiefpunkt. Man will doch alles Mögliche und erachtet alles Mögliche für das Richtige.
[ 12 ] Man könnte einverstanden damit sein, wenn es möglich wäre. Aber es ist eben nicht möglich. Nicht ohne Grund ist eben der Intellektualismus in den Menschen heraufgekommen. Dass er heraufgekommen ist, hat darin seinen Grund, dass eben die Instinkte zurückgegangen sind in ihrer Stärke, dass der Mensch die Instinkte, die er einst hatte, eben nicht mehr hat. Der Mensch ist aus dem Stadium der Instinkttätigkeit in das Stadium der vollen Besonnenheit eingetreten, das [unleserliches Wort] können wird durch volle Besonnenheit. Doch das kann man nur, wenn nicht die Forderung aufgestellt wird, man sollte zu den Instinkten zurückkommen, zu seiner [unleserliches Wort] zurückkommen bis zu einer Unsicherheit, zu einem Tiefpunkt. Man will doch alles Mögliche und erachtet alles Mögliche für das Richtige.
[ 13 ] Sehen Sie sich einmal an, was da herauskommt heute, aus einer solchen Instinktpädagogik, bei der eigentlich jedermann bemerkt, was da herauskommt, aus allen möglichen Erziehungs- und Unterrichtsmethoden. Der eine probiert das aus in der Stadtschule. Der andere sagt: Mit den Stadtschulen ist nichts zu machen; man muss die Schule in das Landerziehungsheim heraus verlegen. Ein Dritter möchte das aber eben anders. So sucht jeder etwas aus seinen Instinkten heraus, was schön und niedlich sein kann, was aber nur zeigt, dass die Instinkte alle in Unsicherheit und Verwirrung gekommen sind.
[ 13 ] Sehen Sie sich einmal an, was da herauskommt heute, aus einer solchen Instinktpädagogik, bei der eigentlich jedermann bemerkt, was da herauskommt, aus allen möglichen Erziehungs- und Unterrichtsmethoden. Der eine probiert das aus in der Stadtschule. Der andere sagt: Mit den Stadtschulen ist nichts zu machen; man muss die Schule in das Landerziehungsheim heraus verlegen. Ein Dritter möchte das aber eben anders. So sucht jeder etwas aus seinen Instinkten heraus, was schön und niedlich sein kann, was aber nur zeigt, dass die Instinkte alle in Unsicherheit und Verwirrung gekommen sind.
[ 14 ] Es ist eben durchaus so, dass wir nicht mehr im Zeitalter des instinktiven Menschentums leben. Daher ist es nur ein Zeichen dafür, dass man eben sein Zeitalter nicht versteht, wenn man heute eine Instinktpädagogik fordert. Diesen Tatbestand durchschaut nun das, was hier anthroposophische Erziehung genannt wird. Diese anthroposophische Erziehung sagt einem: Die Instinkte seien abgeschwächt worden, und es müsse zur vollen Besonnenheit des Intellektualismus kommen. Man muss mit dieser Besonnenheit des Intellektualismus rechnen. Es ist unbequem, denn heute darf eigentlich jeder, ohne etwas zu lernen, irgendwo eine Gemeinschaft begründen, Programme aufstellen; und [jeder kann] sagen, was das Richtige ist. Ja, sehr verehrte Anwesende, man kann vollkommen davon überzeugt sein: Wenn heute zehn oder zwölf Menschen beisammen sind - intellektualistisch, gescheit sind ja alle, ich meine es gar nicht ironisch, heute sind die Menschen in ihrem Verstand ganz oftmals gescheit -, da können sie aufstellen einmal Erziehungsprogramme mit schönen Paragraphen. Paragraph 1, 2, 3 und so weiter. Man kann dann auch Gemeinschaften begründen und es zu vielen Anhängern bringen, und man posaunt es in die [Gesellschaft] hinein, sodass das jeder [unklare Stelle im Stenogramm].
[ 14 ] Es ist eben durchaus so, dass wir nicht mehr im Zeitalter des instinktiven Menschentums leben. Daher ist es nur ein Zeichen dafür, dass man eben sein Zeitalter nicht versteht, wenn man heute eine Instinktpädagogik fordert. Diesen Tatbestand durchschaut nun das, was hier anthroposophische Erziehung genannt wird. Diese anthroposophische Erziehung sagt einem: Die Instinkte seien abgeschwächt worden, und es müsse zur vollen Besonnenheit des Intellektualismus kommen. Man muss mit dieser Besonnenheit des Intellektualismus rechnen. Es ist unbequem, denn heute darf eigentlich jeder, ohne etwas zu lernen, irgendwo eine Gemeinschaft begründen, Programme aufstellen; und [jeder kann] sagen, was das Richtige ist. Ja, sehr verehrte Anwesende, man kann vollkommen davon überzeugt sein: Wenn heute zehn oder zwölf Menschen beisammen sind - intellektualistisch, gescheit sind ja alle, ich meine es gar nicht ironisch, heute sind die Menschen in ihrem Verstand ganz oftmals gescheit -, da können sie aufstellen einmal Erziehungsprogramme mit schönen Paragraphen. Paragraph 1, 2, 3 und so weiter. Man kann dann auch Gemeinschaften begründen und es zu vielen Anhängern bringen, und man posaunt es in die [Gesellschaft] hinein, sodass das jeder [unklare Stelle im Stenogramm].
[ 15 ] Anthroposophie aber sagt, die Menschheit ist eingetreten in das Zeitalter des Intellektualismus. Man muss damit rechnen, das heißt, man muss eine Geisteswissenschaft begründen, die ebenso sorgfältig begründet wird, wie es die intellektualistische, naturalistische Wissenschaft, wie es die intellektualistische Sinneswissenschaft ist. Da muss man erst etwas lernen. Da muss man sogar denken, um zu wissen, was man im Sinne einer solchen Geisteswissenschaft tun soll. Da muss man sich erst mit Lernen abgeben - das ist unbequemer, als ohne die Erziehung des Geistes. Der Geistesforscher sagt, was richtig ist und hat eine [unleserliche Stelle im Stenogramm].
[ 15 ] Anthroposophie aber sagt, die Menschheit ist eingetreten in das Zeitalter des Intellektualismus. Man muss damit rechnen, das heißt, man muss eine Geisteswissenschaft begründen, die ebenso sorgfältig begründet wird, wie es die intellektualistische, naturalistische Wissenschaft, wie es die intellektualistische Sinneswissenschaft ist. Da muss man erst etwas lernen. Da muss man sogar denken, um zu wissen, was man im Sinne einer solchen Geisteswissenschaft tun soll. Da muss man sich erst mit Lernen abgeben - das ist unbequemer, als ohne die Erziehung des Geistes. Der Geistesforscher sagt, was richtig ist und hat eine [unleserliche Stelle im Stenogramm].
[ 16 ] Man muss eine Geisteswissenschaft begründen für eine derartige Erziehung der Zukunft. Meist würde es sich ja auch herausstellen, dass, wenn die Menschen, die zuerst die Absicht haben, aus dem, was sie glauben, was das Richtige ist, um die Unterrichts- und Erziehungsmethoden der Zukunft zu begründen, wenn sie erst etwas lernen sollen, so würden sie das sein lassen. Und das kann sie zu einem unbewussten Zurückschrecken führen, dass sie dann das, was sie tun wollten, nicht mehr tun können, wenn sie aufgeweckt wurden. Und aus diesem unbewussten Zurückschrecken, wenn man nur etwas bewusst wissen könne über das Reale, was die Anthroposophie lehrt, dann hält man sich zurück und sagt: Die Anthroposophie ist phantastisch, sie phantasiert etwas zusammen, was gar nicht natürlich ist. Sie können das, was an Einwänden gegen die Anthroposophie gemacht wird, zugrunde legen, und dieses unbewusste Zurückschrecken macht ihnen Angst.
[ 16 ] Man muss eine Geisteswissenschaft begründen für eine derartige Erziehung der Zukunft. Meist würde es sich ja auch herausstellen, dass, wenn die Menschen, die zuerst die Absicht haben, aus dem, was sie glauben, was das Richtige ist, um die Unterrichts- und Erziehungsmethoden der Zukunft zu begründen, wenn sie erst etwas lernen sollen, so würden sie das sein lassen. Und das kann sie zu einem unbewussten Zurückschrecken führen, dass sie dann das, was sie tun wollten, nicht mehr tun können, wenn sie aufgeweckt wurden. Und aus diesem unbewussten Zurückschrecken, wenn man nur etwas bewusst wissen könne über das Reale, was die Anthroposophie lehrt, dann hält man sich zurück und sagt: Die Anthroposophie ist phantastisch, sie phantasiert etwas zusammen, was gar nicht natürlich ist. Sie können das, was an Einwänden gegen die Anthroposophie gemacht wird, zugrunde legen, und dieses unbewusste Zurückschrecken macht ihnen Angst.
[ 17 ] Wenn man das [unleserliches Wort], sehr verehrte Anwesende, es mag ja hingehen für das eine oder andere des Lebens. Aber für die Pädagogik genügt es nicht, Pädagoge zu sein, erziehen kann nur der, der den Menschen wirklich kennt. Und den Menschen kennenlernen kann man nur, wenn man ihn nicht mit wissenschaftlicher Anschauung und mit Verstandeslogik, nicht nur durch die Anschauung als Körperhaftes sieht, sondern insofern er ein seelisches und ein geistiges Wesen ist. Daher muss vor allen Dingen, bevor erfüllt werden kann die Forderung, die Kinder nicht intellektualistisch zu erziehen, muss ein anderes Studium aufgestellt werden: Die Lehrer so auszubilden, dass in ihrer Seele aufgebaut eine Pädagogik ist, die das Seelische und das Geistige des Menschen ebenso besonnen anschaut wie die intellektualistische Wissenschaft die Natur. Wie zu einer solchen Pädagogik hingestrebt werden muss, will ich mir erlauben weiter zu behandeln, wenn dieser erste Teil der Darstellung übersetzt ist.
[ 17 ] Wenn man das [unleserliches Wort], sehr verehrte Anwesende, es mag ja hingehen für das eine oder andere des Lebens. Aber für die Pädagogik genügt es nicht, Pädagoge zu sein, erziehen kann nur der, der den Menschen wirklich kennt. Und den Menschen kennenlernen kann man nur, wenn man ihn nicht mit wissenschaftlicher Anschauung und mit Verstandeslogik, nicht nur durch die Anschauung als Körperhaftes sieht, sondern insofern er ein seelisches und ein geistiges Wesen ist. Daher muss vor allen Dingen, bevor erfüllt werden kann die Forderung, die Kinder nicht intellektualistisch zu erziehen, muss ein anderes Studium aufgestellt werden: Die Lehrer so auszubilden, dass in ihrer Seele aufgebaut eine Pädagogik ist, die das Seelische und das Geistige des Menschen ebenso besonnen anschaut wie die intellektualistische Wissenschaft die Natur. Wie zu einer solchen Pädagogik hingestrebt werden muss, will ich mir erlauben weiter zu behandeln, wenn dieser erste Teil der Darstellung übersetzt ist.
[ 18 ] Wenn dann jemand, gezwungen durch die Beobachtung des Kindes, doch zugibt, dem Menschenwesen sei - ebenso wie ein Körperliches in ihm wohne - ein Seelisches inne, dann wird aber doch schon das Körperliche durch die Sinneswissenschaft an sich körperhaft bloß studiert. Aus der Beobachtung des Körperhaften wird dann eine Summe von Folgerungen darüber gebildet, was gesund, was krank ist, was psychisch tätig ist im physischen Kindesorganismus. Und dann denkt man, wenn man schon ein Seelisches zugibt, wenn man nach dieser Sinneswissenschaft richtig Sorge hat durch intellektualistische Ernährung, wie sie diese Wissenschaft angibt, durch intellektualistische körperliche Bewegung, Klima und dergleichen für die psychische Gesundheit des Kindes, dann kann man aus gewissen seelischen und [unleserliches Wort] Folgerungen heraus nun feststellen, was man dem Kinde durch den Unterricht beizubringen habe.
[ 18 ] Wenn dann jemand, gezwungen durch die Beobachtung des Kindes, doch zugibt, dem Menschenwesen sei - ebenso wie ein Körperliches in ihm wohne - ein Seelisches inne, dann wird aber doch schon das Körperliche durch die Sinneswissenschaft an sich körperhaft bloß studiert. Aus der Beobachtung des Körperhaften wird dann eine Summe von Folgerungen darüber gebildet, was gesund, was krank ist, was psychisch tätig ist im physischen Kindesorganismus. Und dann denkt man, wenn man schon ein Seelisches zugibt, wenn man nach dieser Sinneswissenschaft richtig Sorge hat durch intellektualistische Ernährung, wie sie diese Wissenschaft angibt, durch intellektualistische körperliche Bewegung, Klima und dergleichen für die psychische Gesundheit des Kindes, dann kann man aus gewissen seelischen und [unleserliches Wort] Folgerungen heraus nun feststellen, was man dem Kinde durch den Unterricht beizubringen habe.
[ 19 ] Man hätte dabei auch über das Seelische ganz andere Forderungen durchsetzen müssen, selbst wenn man es zugibt, wenn man sich bei dem, was erkannt worden ist, nur hingibt an die Aussage der Wissenschaft. Man redet dann untenrum Aussagen der Gelehrten nach, was die Wissenschaft über das Körperhafte aussagt, und man wird ungeheuer dilettantisch, wenn man über das Seelische redet. Und das Seelische ist-ja ein großer Teil unserer heutigen Lehre, unserer sogenannten seelischen Lehre - ganz dilettantisch geworden. So zum Beispiel wird von jenen, die ein Seelisches wohl gelten lassen, aber sich keine Methode aneignen wollen, dieses Seelische auch wirklich zu erkennen, von denen wird die Seele psychologisch [betrachtet], von dem man ja nachweisen kann, dass es ohne Körperhaftung existiert, da kommt [von jenen, die ein Seelisches psychologisch gelten lassen wollen] einer darauf, die auf der Grundlage der Tiefenpsychologie aufgebaute Psychologie zu fordern. Und für das, wofür man sich keine Beobachtungsmethoden im Geiste ausbilden will, das verlegt man alles in das große Reservoir des Unbewussten oder Unterbewussten. Es ist das keine besonders geistreiche Methode. Es ist ebenso, wie wenn jemand davon reden will, dass in der Stadt ein Museum ist, und er begnügt sich damit, anstatt in das Museum hineinzugehen und cs anzuschauen - um zu begreifen, warum die Bewohner der Stadt da hineingegangen sind, was sie durch die Beschauung des Inhalts des Museums in ihre Seele genommen haben - [er begnügt sich] damit zu sagen: Darauf lasse ich mich nicht ein, ich will nicht erst dort hineingehen, für mich ist das Museum dic Institution, die Anstalt. So ungefähr macht man es mit dem Seelischen. Das, was sich der äußerlichen Beobachtung darbietet, registriert man, das andere ist unbewusst und so fort.
[ 19 ] Man hätte dabei auch über das Seelische ganz andere Forderungen durchsetzen müssen, selbst wenn man es zugibt, wenn man sich bei dem, was erkannt worden ist, nur hingibt an die Aussage der Wissenschaft. Man redet dann untenrum Aussagen der Gelehrten nach, was die Wissenschaft über das Körperhafte aussagt, und man wird ungeheuer dilettantisch, wenn man über das Seelische redet. Und das Seelische ist-ja ein großer Teil unserer heutigen Lehre, unserer sogenannten seelischen Lehre - ganz dilettantisch geworden. So zum Beispiel wird von jenen, die ein Seelisches wohl gelten lassen, aber sich keine Methode aneignen wollen, dieses Seelische auch wirklich zu erkennen, von denen wird die Seele psychologisch [betrachtet], von dem man ja nachweisen kann, dass es ohne Körperhaftung existiert, da kommt [von jenen, die ein Seelisches psychologisch gelten lassen wollen] einer darauf, die auf der Grundlage der Tiefenpsychologie aufgebaute Psychologie zu fordern. Und für das, wofür man sich keine Beobachtungsmethoden im Geiste ausbilden will, das verlegt man alles in das große Reservoir des Unbewussten oder Unterbewussten. Es ist das keine besonders geistreiche Methode. Es ist ebenso, wie wenn jemand davon reden will, dass in der Stadt ein Museum ist, und er begnügt sich damit, anstatt in das Museum hineinzugehen und cs anzuschauen - um zu begreifen, warum die Bewohner der Stadt da hineingegangen sind, was sie durch die Beschauung des Inhalts des Museums in ihre Seele genommen haben - [er begnügt sich] damit zu sagen: Darauf lasse ich mich nicht ein, ich will nicht erst dort hineingehen, für mich ist das Museum dic Institution, die Anstalt. So ungefähr macht man es mit dem Seelischen. Das, was sich der äußerlichen Beobachtung darbietet, registriert man, das andere ist unbewusst und so fort.
[ 20 ] Es ist ja eben nicht so, dass man von dem Menschen als eine Realität hinnehmen kann, was man durch Wissenschaft erkundschaftet hat; das ist eine Abstraktion. Der Mensch ist ja nicht dieser physische Organismus, in dem irgendein oder in dem irgendwo auch noch ein Seelisches drinsitzt. Der Mensch ist eine Einheit von Seele, Leib und Geist- und das Seelische wirkt im Körperlichen. Wenn man dann nur das Körperhafte beurteilt, weiß man eben nichts von dem Seelischen. Denn das Seelische muss mit dem körperhaften Menschen gerade für eine wirkliche Menschenschule mitstudiert werden.
[ 20 ] Es ist ja eben nicht so, dass man von dem Menschen als eine Realität hinnehmen kann, was man durch Wissenschaft erkundschaftet hat; das ist eine Abstraktion. Der Mensch ist ja nicht dieser physische Organismus, in dem irgendein oder in dem irgendwo auch noch ein Seelisches drinsitzt. Der Mensch ist eine Einheit von Seele, Leib und Geist- und das Seelische wirkt im Körperlichen. Wenn man dann nur das Körperhafte beurteilt, weiß man eben nichts von dem Seelischen. Denn das Seelische muss mit dem körperhaften Menschen gerade für eine wirkliche Menschenschule mitstudiert werden.
[ 21 ] Das zeigt sich insbesondere, wenn es sich darum handelt, das Kind in verschiedenen Lebensaltern wirklich zu verstehen. Es ist ein bedeutungsvoller Abschnitt im kindlichen Leben mit dem Zahnwechsel gegeben. Der, der beobachten kann - schon auch nur äußerlich beobachten kann -, wird eben finden, dass sich im Kinde alles ändert mit dem Zahnwechsel um das siebente Lebensjahr herum. Im kindlichen Organismus konstatieren wir dann, dass eben die zweiten Zähne hervorgebrochen sind, die ersten Zähne abgestoßen sind, die zweiten hervorgebrochen sind. Man muss aber auch konstatieren, dass doch dasjenige, was diesem Hervortreiben der zweiten Zähne zugrunde liegt, gewisse Kräfte des psychischen Organismus sind. Diese Kräfte kommen nicht auf einmal zustande, wenn da ein zweiter Zahn hervorbricht. Sie sind in voller Entwicklung [tätig] seit der Geburt des Kindes, schon während des Embryonallebens; sie sind tätig im ganzen Organismus, und das Kind bekommt ja, wenn es weiter wächst, nicht dritte Zähne und vierte Zähne. Wenn dieselben Kräfte, die vom Embryonalleben bis zum Zahnwechsel da im Organismus tätig waren und dazu führten, die zweiten Zähne herauszustoßen, wenn die in der gleichen Weise weiter tätig bleiben, muss man ja auch dritte und vierte Zähne bekommen - und das tut man nicht. Also haben sie aufgehört, diese Kräfte, im Organismus das zu sein, was sie bis zum siebenten Jahr waren, aber sie verlieren sich nicht; sie werden etwas anderes.
[ 21 ] Das zeigt sich insbesondere, wenn es sich darum handelt, das Kind in verschiedenen Lebensaltern wirklich zu verstehen. Es ist ein bedeutungsvoller Abschnitt im kindlichen Leben mit dem Zahnwechsel gegeben. Der, der beobachten kann - schon auch nur äußerlich beobachten kann -, wird eben finden, dass sich im Kinde alles ändert mit dem Zahnwechsel um das siebente Lebensjahr herum. Im kindlichen Organismus konstatieren wir dann, dass eben die zweiten Zähne hervorgebrochen sind, die ersten Zähne abgestoßen sind, die zweiten hervorgebrochen sind. Man muss aber auch konstatieren, dass doch dasjenige, was diesem Hervortreiben der zweiten Zähne zugrunde liegt, gewisse Kräfte des psychischen Organismus sind. Diese Kräfte kommen nicht auf einmal zustande, wenn da ein zweiter Zahn hervorbricht. Sie sind in voller Entwicklung [tätig] seit der Geburt des Kindes, schon während des Embryonallebens; sie sind tätig im ganzen Organismus, und das Kind bekommt ja, wenn es weiter wächst, nicht dritte Zähne und vierte Zähne. Wenn dieselben Kräfte, die vom Embryonalleben bis zum Zahnwechsel da im Organismus tätig waren und dazu führten, die zweiten Zähne herauszustoßen, wenn die in der gleichen Weise weiter tätig bleiben, muss man ja auch dritte und vierte Zähne bekommen - und das tut man nicht. Also haben sie aufgehört, diese Kräfte, im Organismus das zu sein, was sie bis zum siebenten Jahr waren, aber sie verlieren sich nicht; sie werden etwas anderes.
[ 22 ] sehen Sie, in solche Stufen der Lebenserfahrung muss die anthroposophische Geisteswissenschaft einführen und zur bloßen Wissenschaftsbeobachtung die Beobachtung des seelischen und geistigen Lebens sachgemäß hinzufügen. Ich kann selbstverständlich in zwei Vorträgen das nur ganz skizzenhaft andeuten, was ich eigentlich in einem Vortrags-Kurs von vielen Vorträgen sagen wollen würde, wenn es nur einigermaßen klargelegt werden soll. Aber ich will doch die Prinzipien heute und morgen darlegen [Lücke im Stenogramm).
[ 22 ] sehen Sie, in solche Stufen der Lebenserfahrung muss die anthroposophische Geisteswissenschaft einführen und zur bloßen Wissenschaftsbeobachtung die Beobachtung des seelischen und geistigen Lebens sachgemäß hinzufügen. Ich kann selbstverständlich in zwei Vorträgen das nur ganz skizzenhaft andeuten, was ich eigentlich in einem Vortrags-Kurs von vielen Vorträgen sagen wollen würde, wenn es nur einigermaßen klargelegt werden soll. Aber ich will doch die Prinzipien heute und morgen darlegen [Lücke im Stenogramm).
[ 23 ] Wenn wir den kindlichen Organismus betrachten, so ist der schon ein menschlicher Organismus. Aber anthroposophische Geisteswissenschaft zeigt durch dienliche Beobachtungsmethoden, die ich ja heute [unleserliche Wörter im Stenogramm] darlegte, dass der menschlichen Physis eingegliedert sind ein ätherischer Organismus, darüber hinaus ein besonderer seelischer Organismus, den man auch astralischen Organismus nennen kann - und ohne diese kommen die Menschen eigentlich nicht aus. Und da zeigt sich, dass für das kindliche Leben bis zum siebenten Jahr es schon gut ist, den Zusammenhang des physischen Körpers mit dem ätherischen Organismus zu beobachten.
[ 23 ] Wenn wir den kindlichen Organismus betrachten, so ist der schon ein menschlicher Organismus. Aber anthroposophische Geisteswissenschaft zeigt durch dienliche Beobachtungsmethoden, die ich ja heute [unleserliche Wörter im Stenogramm] darlegte, dass der menschlichen Physis eingegliedert sind ein ätherischer Organismus, darüber hinaus ein besonderer seelischer Organismus, den man auch astralischen Organismus nennen kann - und ohne diese kommen die Menschen eigentlich nicht aus. Und da zeigt sich, dass für das kindliche Leben bis zum siebenten Jahr es schon gut ist, den Zusammenhang des physischen Körpers mit dem ätherischen Organismus zu beobachten.
[ 24 ] Da ist es so, wenn ich das Ganze skizzenhaft auf die Tafel zeichnen darf, dass der Mensch eingegliedert ist in eine Physis, in einen physischen Organismus. [Lücke im Stenogramm] [Es zeigt sich, dass er darüber hinaus] einen feineren Organismus hat, den ätherischen Organismus. Diesen ätherischen Organismus will ich skizzenhaft, wie er [Lücke im Stenogramm], wenn er in diesem Moment festgehalten wird, beobachtet werden kann, nun auch hinzeichnen. Ich sage, wenn er [Lücke im Stenogramm] skizzenhaft in diesem Moment festgehalten werden kann. Dieser ätherische Organismus ist nämlich nicht so etwas bleibend Räumliches wie der physische Organismus ein am Orte bleibendes Räumliches ist, sondern dieser ätherische Organismus ist in einem fortwährenden Werden, in einer fortwährenden Fluktuation, er ist eigentlich ein Zeitorganismus. Und man kann ihn ebenso wenig aufmalen, wie man einen Blitz aufmalen kann. Man kann nur einen Moment des Blitzes malerisch festhalten. Ebenso wie man den Blitz - trotzdem er ein Bewegtes ist - festhalten kann für einen Moment, kann man das auch mit einem ätherischen Organismus. Dieser ätherische Organismus durchzieht also den physischen Organismus des Menschen. Dieser ätherische Organismus entwickelt aus sich den Gedanken heraus, die eigentliche Wachstums- und Ernährungskraft. Er regt die Ernährung an, er [unleserliches Wort] in Wachstumskräfte [Lücke im Stenogramm]
[ 24 ] Da ist es so, wenn ich das Ganze skizzenhaft auf die Tafel zeichnen darf, dass der Mensch eingegliedert ist in eine Physis, in einen physischen Organismus. [Lücke im Stenogramm] [Es zeigt sich, dass er darüber hinaus] einen feineren Organismus hat, den ätherischen Organismus. Diesen ätherischen Organismus will ich skizzenhaft, wie er [Lücke im Stenogramm], wenn er in diesem Moment festgehalten wird, beobachtet werden kann, nun auch hinzeichnen. Ich sage, wenn er [Lücke im Stenogramm] skizzenhaft in diesem Moment festgehalten werden kann. Dieser ätherische Organismus ist nämlich nicht so etwas bleibend Räumliches wie der physische Organismus ein am Orte bleibendes Räumliches ist, sondern dieser ätherische Organismus ist in einem fortwährenden Werden, in einer fortwährenden Fluktuation, er ist eigentlich ein Zeitorganismus. Und man kann ihn ebenso wenig aufmalen, wie man einen Blitz aufmalen kann. Man kann nur einen Moment des Blitzes malerisch festhalten. Ebenso wie man den Blitz - trotzdem er ein Bewegtes ist - festhalten kann für einen Moment, kann man das auch mit einem ätherischen Organismus. Dieser ätherische Organismus durchzieht also den physischen Organismus des Menschen. Dieser ätherische Organismus entwickelt aus sich den Gedanken heraus, die eigentliche Wachstums- und Ernährungskraft. Er regt die Ernährung an, er [unleserliches Wort] in Wachstumskräfte [Lücke im Stenogramm]
[ 25 ] Nun ist es ja so, dass in einem Kinde bis zu dem Lebensalter, wenn der Zahnwechsel eintritt, also bis um das siebente Jahr herum, dieser ätherische Organismus gleichmäßig im physischen Organismus verteilt ist. Also, was im ätherischen Organismus ist, das erstreckt seine Tätigkeit auf den physischen Organismus. Alles, was im physischen Organismus ist, steht unter dem Einfluss des ätherischen Organismus. Das wird mit dem Lebensalter, das um das siebente Jahr herum liegt, mit dem Zahnwechsel-Lebensalter anders.
[ 25 ] Nun ist es ja so, dass in einem Kinde bis zu dem Lebensalter, wenn der Zahnwechsel eintritt, also bis um das siebente Jahr herum, dieser ätherische Organismus gleichmäßig im physischen Organismus verteilt ist. Also, was im ätherischen Organismus ist, das erstreckt seine Tätigkeit auf den physischen Organismus. Alles, was im physischen Organismus ist, steht unter dem Einfluss des ätherischen Organismus. Das wird mit dem Lebensalter, das um das siebente Jahr herum liegt, mit dem Zahnwechsel-Lebensalter anders.
[ 26 ] Es zeigt sich, dass der Mensch einen Teil seines ätherischen Organismus abgliedert von dem übrigen ätherischen Organismus. Der übrige ätherische Organismus bleibt so eingegliedert, wie er vorher war. Aber ein Teil des ätherischen Organismus wird selbstständig, emanzipiert sich von der Tätigkeit, die bisher am physischen Organismus ausgeübt wurde. Ich will diesen Teil in dieser Weise hier einzeichnen: Er ist stark im Kopf entwickelt, verläuft dann [unleserliches Wort] im übrigen Organismus. Als der ganze ätherische Organismus als eine den physischen Organismus gleichmäßig durchdringende Organisation tätig war, da waren in diesem ätherischen Organismus auch diejenigen Kräfte tätig, die die zweiten Zähne herausgestoßen haben. Diese Kräfte, die diese Zähne herausgestoßen haben im ätherischen Organismus, die reißen sich los vom physischen Organismus, mit dem wollen sie nichts mehr zu tun haben, daher sind sie nicht mehr als zahnbildende Kräfte da.
[ 26 ] Es zeigt sich, dass der Mensch einen Teil seines ätherischen Organismus abgliedert von dem übrigen ätherischen Organismus. Der übrige ätherische Organismus bleibt so eingegliedert, wie er vorher war. Aber ein Teil des ätherischen Organismus wird selbstständig, emanzipiert sich von der Tätigkeit, die bisher am physischen Organismus ausgeübt wurde. Ich will diesen Teil in dieser Weise hier einzeichnen: Er ist stark im Kopf entwickelt, verläuft dann [unleserliches Wort] im übrigen Organismus. Als der ganze ätherische Organismus als eine den physischen Organismus gleichmäßig durchdringende Organisation tätig war, da waren in diesem ätherischen Organismus auch diejenigen Kräfte tätig, die die zweiten Zähne herausgestoßen haben. Diese Kräfte, die diese Zähne herausgestoßen haben im ätherischen Organismus, die reißen sich los vom physischen Organismus, mit dem wollen sie nichts mehr zu tun haben, daher sind sie nicht mehr als zahnbildende Kräfte da.
[ 27 ] [Und hiernach kann dieser Teil, wenn das Kind einmal dann die zweiten Zähne bekommen hat, als Wachstums- und Ernährungskraft den physischen Organismus durchdringen.] Das ist der hier rötlich gemalte Teil, der jetzt selbstständig wird. Dieser Teil des ätherischen Organismus, der selbstständig wird, der kleidet sich jetzt aus mit einem höheren Teil der menschlichen Natur mit dem eigentlich seelischen Leben. Er ist frei geworden vom Physischen. Er durchdringt die Kopforgane und einen Teil der übrigen Organe. Mit dem haben wir es zu tun, wenn wir uns nach dem siebenten Lebensjahr an das Kind richten und mit seinem Seelischen irgendwelche Verrichtungen vollführen. Da wenden wir uns an das Seelische, das jetzt drinsteckt in diesem emanzipierten Teil des ätherischen Teiles. Wie früher der ganze ätherische Teil im physischen dringesteckt hat, so sehen wir also das Seelische jetzt so, dass sein Träger ist dieser frei gewordene Teil des ätherischen Leibes. In dem steckt jetzt das Seelische drin.
[ 27 ] [Und hiernach kann dieser Teil, wenn das Kind einmal dann die zweiten Zähne bekommen hat, als Wachstums- und Ernährungskraft den physischen Organismus durchdringen.] Das ist der hier rötlich gemalte Teil, der jetzt selbstständig wird. Dieser Teil des ätherischen Organismus, der selbstständig wird, der kleidet sich jetzt aus mit einem höheren Teil der menschlichen Natur mit dem eigentlich seelischen Leben. Er ist frei geworden vom Physischen. Er durchdringt die Kopforgane und einen Teil der übrigen Organe. Mit dem haben wir es zu tun, wenn wir uns nach dem siebenten Lebensjahr an das Kind richten und mit seinem Seelischen irgendwelche Verrichtungen vollführen. Da wenden wir uns an das Seelische, das jetzt drinsteckt in diesem emanzipierten Teil des ätherischen Teiles. Wie früher der ganze ätherische Teil im physischen dringesteckt hat, so sehen wir also das Seelische jetzt so, dass sein Träger ist dieser frei gewordene Teil des ätherischen Leibes. In dem steckt jetzt das Seelische drin.
[ 28 ] Mit dem Prinzip von diesen Dingen ist an sich noch nicht viel [erreicht] worden, sondern erst, wenn die Sache freie Lebenserziehung und Lebenskunst wird, das heißt, wenn durch eine Anthroposophie, die nicht bloß Anthropologie, die nicht bloß intellektualistisch ist, der Lehrende oder Unterrichtende so ausgebildet wird, dass er jetzt anschauen kann, was im physischen Organismus vor sich geht bis zum siebenten Jahre, wenn da drin der ätherische Organismus ganz tätig ist. Heute, unter dem Einfluss der Wissenschaft, lernt der Mensch eine Anatomie und Physiologie des Menschen, die eigentlich entstanden ist aus dem, was man nach dem Tode auf den Seziertisch legen kann, und aus dem, was man aus der Krankheit bekommen kann oder aus der Vergleichung des Menschen mit dem, was sich bei einem Tierversuch erzielen lässt und so weiter. Und daraus bildet man sich dann Vorstellungen, wie der Mensch zusammengesetzt ist aus Leber, Niere, Herz und so weiter.
[ 28 ] Mit dem Prinzip von diesen Dingen ist an sich noch nicht viel [erreicht] worden, sondern erst, wenn die Sache freie Lebenserziehung und Lebenskunst wird, das heißt, wenn durch eine Anthroposophie, die nicht bloß Anthropologie, die nicht bloß intellektualistisch ist, der Lehrende oder Unterrichtende so ausgebildet wird, dass er jetzt anschauen kann, was im physischen Organismus vor sich geht bis zum siebenten Jahre, wenn da drin der ätherische Organismus ganz tätig ist. Heute, unter dem Einfluss der Wissenschaft, lernt der Mensch eine Anatomie und Physiologie des Menschen, die eigentlich entstanden ist aus dem, was man nach dem Tode auf den Seziertisch legen kann, und aus dem, was man aus der Krankheit bekommen kann oder aus der Vergleichung des Menschen mit dem, was sich bei einem Tierversuch erzielen lässt und so weiter. Und daraus bildet man sich dann Vorstellungen, wie der Mensch zusammengesetzt ist aus Leber, Niere, Herz und so weiter.
[ 29 ] Ja, sehr geehrte Anwesende, diesen Menschen, den man sich da in der Vorstellung ausmalt, den gibt es ganz und gar nicht, der ist eine Abstraktion. Es gibt nur einen gewissen inneren menschlichen [Kosmos], der das abgibt bis zum siebenten Lebensjahr. Da ist alles - Leber und Magen, Lungen - in einer ganz anderen Weise vom Ätherischen durchsetzt als später, bis ein Teil vom ätherischen Leib sich losgerissen hat und Seelisches wird.
[ 29 ] Ja, sehr geehrte Anwesende, diesen Menschen, den man sich da in der Vorstellung ausmalt, den gibt es ganz und gar nicht, der ist eine Abstraktion. Es gibt nur einen gewissen inneren menschlichen [Kosmos], der das abgibt bis zum siebenten Lebensjahr. Da ist alles - Leber und Magen, Lungen - in einer ganz anderen Weise vom Ätherischen durchsetzt als später, bis ein Teil vom ätherischen Leib sich losgerissen hat und Seelisches wird.
[ 30 ] Da kommt wiederum die Angst, die die Leute haben, wenn nun die Anthroposophie nicht von der Anthropologie her kommt. Ja, jetzt haben sie es bequem, man lernt, was die Leber ist, was die Lunge ist. Und jetzt hört man von dieser schrecklichen (ironisch gemeint) Anthroposophie, man soll lernen, was die Leber ist bis zum siebenten Jahr, was sie dann wird bis zur Geschlechtsreife, dann weiter bis zum 21. Lebensjahr und so fort. Da soll man einmal richtig von den Physiologen lernen. Aber für die Lebenspraxis [fruchtbar wird das nur, wenn es lehrbar und erziehbar wird, wenn man nicht bei der Theorie stehen bleibt], sondern zur wirklichen Praxis kommt und sich das [unleserliche Passage im Stenogramm] ... was arbeitet hier an der Leber (er arbeitet ja nicht nur an den Zähnen). Auch mit der Leber ist etwas Ähnliches geschehen wie mit den Zähnen, auch der Stoffwechsel ist ein anderer geworden. Man muss allmählich lernen, den Menschen zu durchschauen, vom [unleserliches Wort im Stenogramm] herum, dass man nicht sagen kann: Der Mensch hat einen physischen Organismus, den studiere man nach der Wissenschaft rein körperlich, sondern man muss immer wissen, was da das Seelische und Geistige drin ist. An physisch-körperlicher Arbeit ist die Arbeit in jedem Lebensalter anders. Eine wirkliche Anthroposophie, nicht eine bloß auf Sinneswissenschaft begründete Anthropologie, muss zugrunde gelegt werden einer wahren Pädagogik. - Was dann noch darüber gesagt werden kann, kann vielleicht im dritten Teil nach der Übersetzung mitgeteilt werden.
[ 30 ] Da kommt wiederum die Angst, die die Leute haben, wenn nun die Anthroposophie nicht von der Anthropologie her kommt. Ja, jetzt haben sie es bequem, man lernt, was die Leber ist, was die Lunge ist. Und jetzt hört man von dieser schrecklichen (ironisch gemeint) Anthroposophie, man soll lernen, was die Leber ist bis zum siebenten Jahr, was sie dann wird bis zur Geschlechtsreife, dann weiter bis zum 21. Lebensjahr und so fort. Da soll man einmal richtig von den Physiologen lernen. Aber für die Lebenspraxis [fruchtbar wird das nur, wenn es lehrbar und erziehbar wird, wenn man nicht bei der Theorie stehen bleibt], sondern zur wirklichen Praxis kommt und sich das [unleserliche Passage im Stenogramm] ... was arbeitet hier an der Leber (er arbeitet ja nicht nur an den Zähnen). Auch mit der Leber ist etwas Ähnliches geschehen wie mit den Zähnen, auch der Stoffwechsel ist ein anderer geworden. Man muss allmählich lernen, den Menschen zu durchschauen, vom [unleserliches Wort im Stenogramm] herum, dass man nicht sagen kann: Der Mensch hat einen physischen Organismus, den studiere man nach der Wissenschaft rein körperlich, sondern man muss immer wissen, was da das Seelische und Geistige drin ist. An physisch-körperlicher Arbeit ist die Arbeit in jedem Lebensalter anders. Eine wirkliche Anthroposophie, nicht eine bloß auf Sinneswissenschaft begründete Anthropologie, muss zugrunde gelegt werden einer wahren Pädagogik. - Was dann noch darüber gesagt werden kann, kann vielleicht im dritten Teil nach der Übersetzung mitgeteilt werden.
[ 31 ] Wenn Sie das Künstlerische bedenken, so werden Sie sich sagen können: Durch die besondere Art, wie der gleichmäßig über den physischen Organismus ausgedehnte ätherische Organismus im Menschen tätig ist, muss alles, was mit dem Kinde vorgeht - auch in dem Kinde vorgeht, bis zum Zahnwechsel hin -, einen physisch körperhaften Ausdruck finden. Es gibt nur in einem eingeschränkten Sinn, den wir morgen kennenlernen werden, im Kinde etwas, was nicht einen körperhaften Ausdruck gewinnt. Mit anderen Worten: Das, was das Kind vollbringt bis zum Zahnwechsel hin, das vollbringt es nur, indem die Ergebnisse desjenigen, was auf es einen Eindruck macht, in ihm eine Bewegung oder Betätigung des Körpers werden. Das Kind wird dadurch zu einem nachahmenden Wesen, es nimmt wahr, das, was in seiner Umgebung ist. Und da es alles, was in seiner Umgebung ist, [wahrnimmt], und diese Wahrnehmung sich ausdrückt als ein Impuls eines ätherischen Organismus, dieser ätherische Organismus aber sogleich wegen seiner Verbindung mit dem Physischen sich überträgt auf irgendetwas, was im physischen Organismus vor sich gehen muss, so besteht diese ganze Betätigung des Kindes, die unter dem Einfluss der Umgebung stand, in Nachahmung desjenigen, was eben das Kind wahrnimmt, sieht. Eine andere, abgesonderte seelische Tätigkeit, die nicht eine Nachahmung ist desjenigen, was in der Umgebung geschieht, findet sich eben bei dem Kinde nur in ganz eingeschränktem Maße.
[ 31 ] Wenn Sie das Künstlerische bedenken, so werden Sie sich sagen können: Durch die besondere Art, wie der gleichmäßig über den physischen Organismus ausgedehnte ätherische Organismus im Menschen tätig ist, muss alles, was mit dem Kinde vorgeht - auch in dem Kinde vorgeht, bis zum Zahnwechsel hin -, einen physisch körperhaften Ausdruck finden. Es gibt nur in einem eingeschränkten Sinn, den wir morgen kennenlernen werden, im Kinde etwas, was nicht einen körperhaften Ausdruck gewinnt. Mit anderen Worten: Das, was das Kind vollbringt bis zum Zahnwechsel hin, das vollbringt es nur, indem die Ergebnisse desjenigen, was auf es einen Eindruck macht, in ihm eine Bewegung oder Betätigung des Körpers werden. Das Kind wird dadurch zu einem nachahmenden Wesen, es nimmt wahr, das, was in seiner Umgebung ist. Und da es alles, was in seiner Umgebung ist, [wahrnimmt], und diese Wahrnehmung sich ausdrückt als ein Impuls eines ätherischen Organismus, dieser ätherische Organismus aber sogleich wegen seiner Verbindung mit dem Physischen sich überträgt auf irgendetwas, was im physischen Organismus vor sich gehen muss, so besteht diese ganze Betätigung des Kindes, die unter dem Einfluss der Umgebung stand, in Nachahmung desjenigen, was eben das Kind wahrnimmt, sieht. Eine andere, abgesonderte seelische Tätigkeit, die nicht eine Nachahmung ist desjenigen, was in der Umgebung geschieht, findet sich eben bei dem Kinde nur in ganz eingeschränktem Maße.
[ 32 ] Daher kann alles Erziehen und alles Unterrichten des Kindes bis zum Zahnwechsel einzig und allein darin bestechen, dass man ihm vorgibt dasjenige, wovon man will, dass es sich hineinbilde in seinen Organismus. Jede Lehre nimmt das Kind seelisch auf. Das, was ihm vorgebildet wird, das regt den ätherischen Leib an und der sogleich den physischen; es wird nachgeahmt. Sehen Sie, der ganze Vorgang des Sprechenlernens zum Beispiel wird sogleich durchsichtig, wenn man diese [Einprägung] des ätherischen Leibes im Physischen des Kindes kennt und das Kind als nachahmendes Wesen versteht. Das Kind hört den Ausdruck des Lautes, der vibriert in seinem ätherischen Organismus, der regt den physischen Organismus zur Nachahmung an, das Kind ahmt den Laut in seiner Bildung nach, und so wird man auch alles, was man an das Kind hinbringt bis zum Zahnwechsel, auf die Nachahmung einstellen müssen.
[ 32 ] Daher kann alles Erziehen und alles Unterrichten des Kindes bis zum Zahnwechsel einzig und allein darin bestechen, dass man ihm vorgibt dasjenige, wovon man will, dass es sich hineinbilde in seinen Organismus. Jede Lehre nimmt das Kind seelisch auf. Das, was ihm vorgebildet wird, das regt den ätherischen Leib an und der sogleich den physischen; es wird nachgeahmt. Sehen Sie, der ganze Vorgang des Sprechenlernens zum Beispiel wird sogleich durchsichtig, wenn man diese [Einprägung] des ätherischen Leibes im Physischen des Kindes kennt und das Kind als nachahmendes Wesen versteht. Das Kind hört den Ausdruck des Lautes, der vibriert in seinem ätherischen Organismus, der regt den physischen Organismus zur Nachahmung an, das Kind ahmt den Laut in seiner Bildung nach, und so wird man auch alles, was man an das Kind hinbringt bis zum Zahnwechsel, auf die Nachahmung einstellen müssen.
[ 33 ] Das Kind erlebt sich selber ganz anders als der spätere Mensch. Ich möchte auf noch etwas gleich aufmerksam machen, wie sich das Kind erlebt in den allerersten Lebenszeiten. Man hat als erwachsener Mensch im Munde, im Gaumen den Geschmack von genossenen Speisen. Bei einem Kinde ist das nicht allein der Fall, sondern das Kind hat auch noch ein dumpfes, dunkles Gefühl von Geschmack, das sich erst im Magen bildet. Indem das Kind die Muttermilch einsaugt, setzt sich gewissermaßen die Geschmacksempfindung vom Mund in den Magen hinein fort, nur dass das Kind nicht ein so waches Seelenleben führt wie der erwachsene Mensch, sondern ein mehr traumhaftes Seelenleben.
[ 33 ] Das Kind erlebt sich selber ganz anders als der spätere Mensch. Ich möchte auf noch etwas gleich aufmerksam machen, wie sich das Kind erlebt in den allerersten Lebenszeiten. Man hat als erwachsener Mensch im Munde, im Gaumen den Geschmack von genossenen Speisen. Bei einem Kinde ist das nicht allein der Fall, sondern das Kind hat auch noch ein dumpfes, dunkles Gefühl von Geschmack, das sich erst im Magen bildet. Indem das Kind die Muttermilch einsaugt, setzt sich gewissermaßen die Geschmacksempfindung vom Mund in den Magen hinein fort, nur dass das Kind nicht ein so waches Seelenleben führt wie der erwachsene Mensch, sondern ein mehr traumhaftes Seelenleben.
[ 34 ] Aber in dieses traumhafte Seelenleben kommen Impulse hinein, die durchaus in der Seele des Kindes eine Rolle spielen, und dazu gehört, dass in dem Magen noch eine Geschmacksempfindung entwickelt wird. Das rührt davon her, dass eben im Kinde der ätherische Leib mit dem physischen in einer innigeren Verbindung ist als später. Das Kind ist gewissermaßen doch relativ anders, ganz ein Sinnesorgan. Es nimmt mit dem Körper gewisse Eindrücke wahr, und aus der Wahrnehmung heraus bildet es sie nach. Und das Kind nimmt in der feinsten Weise wahr. Man möchte sagen, da drin spielen außerordentlich intime Dinge in dieser nachahmenden Betätigung des Kindes. [Das geht so weit, dass das Wahrnehmen unserer späteren Jahre viel zu grob ist, um es sich vorstellen zu können.]
[ 34 ] Aber in dieses traumhafte Seelenleben kommen Impulse hinein, die durchaus in der Seele des Kindes eine Rolle spielen, und dazu gehört, dass in dem Magen noch eine Geschmacksempfindung entwickelt wird. Das rührt davon her, dass eben im Kinde der ätherische Leib mit dem physischen in einer innigeren Verbindung ist als später. Das Kind ist gewissermaßen doch relativ anders, ganz ein Sinnesorgan. Es nimmt mit dem Körper gewisse Eindrücke wahr, und aus der Wahrnehmung heraus bildet es sie nach. Und das Kind nimmt in der feinsten Weise wahr. Man möchte sagen, da drin spielen außerordentlich intime Dinge in dieser nachahmenden Betätigung des Kindes. [Das geht so weit, dass das Wahrnehmen unserer späteren Jahre viel zu grob ist, um es sich vorstellen zu können.]
[ 35 ] Von dem Kinde wird noch durchaus in einer traumhaften Weise wahrgenommen und auch nachgebildet. Wenn wir zugeben - das ist keine Übertreibung, sondern kann durch diejenige Wissenschaft, die ich hier Anthroposophie nenne, durchaus beobachtet werden -, wenn wir zu leichtfertige, zu unmoralische Gedanken hegen: Jeder solcher Gedanke lebt ja in einer Weise sich fort in- wenn auch mehr intimen — Vorgängen des physischen Organismus.
[ 35 ] Von dem Kinde wird noch durchaus in einer traumhaften Weise wahrgenommen und auch nachgebildet. Wenn wir zugeben - das ist keine Übertreibung, sondern kann durch diejenige Wissenschaft, die ich hier Anthroposophie nenne, durchaus beobachtet werden -, wenn wir zu leichtfertige, zu unmoralische Gedanken hegen: Jeder solcher Gedanke lebt ja in einer Weise sich fort in- wenn auch mehr intimen — Vorgängen des physischen Organismus.
[ 36 ] Der erwachsene Mensch hat ein grobes Wahrnehmungsvermögen. Er nimmt von all dem nichts wahr, was das Kind, das im ganzen Wesen ein Sinnesorgan ist, wahrnimmt. Es nimmt selbst dasjenige wahr, was in der Gedankenentfaltung seiner Umgebung liegt, und nimmt im Inneren auch den unausgesprochenen Gedanken wahr. Man möchte in diesem Sinne nicht äußere, sondern innere Gedanken hinein [unleserliche Passage im Stenogramm]
[ 36 ] Der erwachsene Mensch hat ein grobes Wahrnehmungsvermögen. Er nimmt von all dem nichts wahr, was das Kind, das im ganzen Wesen ein Sinnesorgan ist, wahrnimmt. Es nimmt selbst dasjenige wahr, was in der Gedankenentfaltung seiner Umgebung liegt, und nimmt im Inneren auch den unausgesprochenen Gedanken wahr. Man möchte in diesem Sinne nicht äußere, sondern innere Gedanken hinein [unleserliche Passage im Stenogramm]
[ 37 ] Man soll daher dem Kind ein solcher Erzieher sein, der nur noch im Unterricht solche Gedanken dem Kind gegenüber hat, die das Kind nachahmen darf, nachvollziehen kann, damit es im Leben ein rechter Mensch wird, wenn das Kind den Zahnwechsel überschreitet. Dann, sagte ich, emanzipiert sich ein Teil des Ätherischen vom Physischen, ist dann nicht mehr voll im physischen Körper tätig. Es wird dann also von diesem emanzipierten Teil des Ätherischen nicht die Anregung zur inneren Nachahmung [unleserliche Passage im Stenogramm], sondern dieser empfängliche Teil des ätherischen Organismus strömt jetzt wie in den Rezipienten einer Luftpumpe, wenn wir eine Öffnung machen, hinein das Seelische. Dadurch wird das Kind jetzt nicht nur nachmachen, was ich ihm vormache, sondern es fängt an, einen Eindruck zu empfangen von dem, was ich ihm durchaus nicht ausspreche, was [aber] in meinen Worten liegt.
[ 37 ] Man soll daher dem Kind ein solcher Erzieher sein, der nur noch im Unterricht solche Gedanken dem Kind gegenüber hat, die das Kind nachahmen darf, nachvollziehen kann, damit es im Leben ein rechter Mensch wird, wenn das Kind den Zahnwechsel überschreitet. Dann, sagte ich, emanzipiert sich ein Teil des Ätherischen vom Physischen, ist dann nicht mehr voll im physischen Körper tätig. Es wird dann also von diesem emanzipierten Teil des Ätherischen nicht die Anregung zur inneren Nachahmung [unleserliche Passage im Stenogramm], sondern dieser empfängliche Teil des ätherischen Organismus strömt jetzt wie in den Rezipienten einer Luftpumpe, wenn wir eine Öffnung machen, hinein das Seelische. Dadurch wird das Kind jetzt nicht nur nachmachen, was ich ihm vormache, sondern es fängt an, einen Eindruck zu empfangen von dem, was ich ihm durchaus nicht ausspreche, was [aber] in meinen Worten liegt.
[ 38 ] Bis zum Zahnwechsel ist das Kind ein nachahmendes Wesen. Vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, wo aber eine ähnliche Verwandlung vor sich geht, die ich morgen darstellen werde, ist das Kind so, dass es schon einen emanzipierten Teil des ätherischen Leibes mit einem seelischen Einschluss hat, der aber noch nicht hinreicht, um das, was in der Umgebung ist, durch die Urteilskraft aufzunehmen, aber hinreicht, um es in Bildern offen aufzunehmen, um es nach dem unmittelbaren Eindruck aufzunehmen, und jetzt nicht bloß dem Körper durch die Nachahmung einzuverleiben, sondern der Seele einzuverleiben /Lücke im Stenogramm], aber noch nicht, was an das Kind [herankommt], wenn wir in seine verständige Urteilskraft zu viel Wert legen, sondern das Kind verwandelt sich mit dem Zahnwechsel in ein Wesen, für das dasjenige gut ist, was es wahrnimmt, dass es ausgesprochen wird, Verbindlichkeit wird, hineingelegt wird von dem Lehrer, dem Erzieher in die Umgebung als das Gute.
[ 38 ] Bis zum Zahnwechsel ist das Kind ein nachahmendes Wesen. Vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, wo aber eine ähnliche Verwandlung vor sich geht, die ich morgen darstellen werde, ist das Kind so, dass es schon einen emanzipierten Teil des ätherischen Leibes mit einem seelischen Einschluss hat, der aber noch nicht hinreicht, um das, was in der Umgebung ist, durch die Urteilskraft aufzunehmen, aber hinreicht, um es in Bildern offen aufzunehmen, um es nach dem unmittelbaren Eindruck aufzunehmen, und jetzt nicht bloß dem Körper durch die Nachahmung einzuverleiben, sondern der Seele einzuverleiben /Lücke im Stenogramm], aber noch nicht, was an das Kind [herankommt], wenn wir in seine verständige Urteilskraft zu viel Wert legen, sondern das Kind verwandelt sich mit dem Zahnwechsel in ein Wesen, für das dasjenige gut ist, was es wahrnimmt, dass es ausgesprochen wird, Verbindlichkeit wird, hineingelegt wird von dem Lehrer, dem Erzieher in die Umgebung als das Gute.
[ 39 ] Ebenso sieht das Kind dasjenige als ein Schönes an, was in dieser Art von der Umgebung an es herangebracht wird. Und ebenso das Wahre. Das Kind vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife hält nicht etwas deshalb für wahr, weil es ihm bewiesen wird, sondern weil es in [seine] Organisation - die sich zusammensetzt aus dem emanzipierten ätherischen Organismus und dem Seelischen, das eingeströmt ist in diesen —, weil es in diesem Organismus das ganz Elementare herausschafft, [weil es] hier unter dem Eindruck der Autorität steht.
[ 39 ] Ebenso sieht das Kind dasjenige als ein Schönes an, was in dieser Art von der Umgebung an es herangebracht wird. Und ebenso das Wahre. Das Kind vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife hält nicht etwas deshalb für wahr, weil es ihm bewiesen wird, sondern weil es in [seine] Organisation - die sich zusammensetzt aus dem emanzipierten ätherischen Organismus und dem Seelischen, das eingeströmt ist in diesen —, weil es in diesem Organismus das ganz Elementare herausschafft, [weil es] hier unter dem Eindruck der Autorität steht.
[ 40 ] Aus einem nachahmenden Wesen wird das Kind ein solches, das die Teilhabe will, dass da seiner Seele eine Richtung gegeben wird in dem Sinne, wie es das erhält dadurch, dass die verehrten erzieherischen oder lehrenden Pädagogen irgendetwas für wahr, schön oder gut halten. Das ist das, was jetzt in dem charakterisierten ätherischen Organismus, der von dem Seelischen durchdrungen ist, sich entwickelt. Dasjenige, was einströmt nicht durch das, was der Lehrer sagt, sondern durch das, was er ist; und dadurch, dass das Kind eine Empfindung, ein Mitgefühl von dem erhält, was er ist. Dass er darlebt die Wahrheit, darlebt die Schönheit, darlebt die Güte.
[ 40 ] Aus einem nachahmenden Wesen wird das Kind ein solches, das die Teilhabe will, dass da seiner Seele eine Richtung gegeben wird in dem Sinne, wie es das erhält dadurch, dass die verehrten erzieherischen oder lehrenden Pädagogen irgendetwas für wahr, schön oder gut halten. Das ist das, was jetzt in dem charakterisierten ätherischen Organismus, der von dem Seelischen durchdrungen ist, sich entwickelt. Dasjenige, was einströmt nicht durch das, was der Lehrer sagt, sondern durch das, was er ist; und dadurch, dass das Kind eine Empfindung, ein Mitgefühl von dem erhält, was er ist. Dass er darlebt die Wahrheit, darlebt die Schönheit, darlebt die Güte.
[ 41 ] Es wird nicht mehr, man möchte sagen, automatisch nachgeahmt, es wird in das Seelische aufgenommen, und auf dem Umweg der inneren Seelenanregung richtet sich das Kind darnach. Es ist eine höhere Tätigkeit als die Nachahmung, aber es ist ein unmittelbarerer Vorgang als der, der sich ausbildet, wenn wir an die Urteilskraft des Kindes appellieren. [unleserliche Passage im Stenogramm]
[ 41 ] Es wird nicht mehr, man möchte sagen, automatisch nachgeahmt, es wird in das Seelische aufgenommen, und auf dem Umweg der inneren Seelenanregung richtet sich das Kind darnach. Es ist eine höhere Tätigkeit als die Nachahmung, aber es ist ein unmittelbarerer Vorgang als der, der sich ausbildet, wenn wir an die Urteilskraft des Kindes appellieren. [unleserliche Passage im Stenogramm]
[ 42 ] Daher ist es notwendig, dass das, was der Lehrer selber vor dem Kinde darstellt in dem Alter, [was er] lehrend ihm gibt zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife, das soll er auf artistische, auf künstlerische Weise [vorbringen]. Was das Kind also lernen oder anzuschauen hat, was in diesem Moment ätherisch lebt, [das soll] auf eine künstlerische Weise dargebracht werden. Der Unterricht muss aus einem unterrichtenden zu einem künstlerischen werden. In demselben Maße, als es gelingt, die Pädagogik von etwas, das auf intellektualistische Wissenschaft immerzu aufbauen will, herüberzubringen auf eine voll besonnene Kunst, sodass das Wahre, das Hinstellen von etwas, was sich vor dem Kinde entwickeln will, [unleserliche Passage im Stenogramm] ein Kunstwerk ist, das von dem Kind künstlerisch aufgefasst werden kann.
[ 42 ] Daher ist es notwendig, dass das, was der Lehrer selber vor dem Kinde darstellt in dem Alter, [was er] lehrend ihm gibt zwischen Zahnwechsel und Geschlechtsreife, das soll er auf artistische, auf künstlerische Weise [vorbringen]. Was das Kind also lernen oder anzuschauen hat, was in diesem Moment ätherisch lebt, [das soll] auf eine künstlerische Weise dargebracht werden. Der Unterricht muss aus einem unterrichtenden zu einem künstlerischen werden. In demselben Maße, als es gelingt, die Pädagogik von etwas, das auf intellektualistische Wissenschaft immerzu aufbauen will, herüberzubringen auf eine voll besonnene Kunst, sodass das Wahre, das Hinstellen von etwas, was sich vor dem Kinde entwickeln will, [unleserliche Passage im Stenogramm] ein Kunstwerk ist, das von dem Kind künstlerisch aufgefasst werden kann.
[ 43 ] Nur, wenn die Pädagogik in dieser Weise zu einer Kunst gemacht werden kann, dann kommt die Pädagogik ganz nahe jenem, was eigentlich unbewusst von vielen Menschen heute gefordert wird, was sie pädagogisch instinktiv mitfühlen, was aber nur auf eine wirkliche, das Geistige und das Seelische anschauende Anthroposophie gegründet werden kann.
[ 43 ] Nur, wenn die Pädagogik in dieser Weise zu einer Kunst gemacht werden kann, dann kommt die Pädagogik ganz nahe jenem, was eigentlich unbewusst von vielen Menschen heute gefordert wird, was sie pädagogisch instinktiv mitfühlen, was aber nur auf eine wirkliche, das Geistige und das Seelische anschauende Anthroposophie gegründet werden kann.
[ 44 ] Man mutet dem Menschen, der immer nur auf seine Uhr sieht, doch zu, dass der nun auch die Glieder der Uhr da drin sieht. Hernach soll aber mit der intellektualistischen Pädagogik immerzu in [unleserliche Worte].
[ 44 ] Man mutet dem Menschen, der immer nur auf seine Uhr sieht, doch zu, dass der nun auch die Glieder der Uhr da drin sieht. Hernach soll aber mit der intellektualistischen Pädagogik immerzu in [unleserliche Worte].
[ 45 ] Es muten sich die Menschen so etwas zu, dass sie mit dem Kinde so verfahren können wie mit der Uhr. Aber sie wissen von dem Kinde nicht viel mehr als von der Uhr. Man muss sich recht hineinfinden, was von Jahr zu Jahr, ja von Monat zu Monat der ätherische Organismus dem Kindesorganismus erarbeitet. Man muss dann aber wissen, wie im schulpflichtigen Alter von Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife die ganz andersartigen Organe von Monat zu Monat am Kind arbeiten. Dann kann man mit dem lebendigen Material etwas spielen; [dann kann,] was man aus Zuhören [Lücke im Stenogramm] durch Unterricht und Erziehung [gelernt hat], zu einem Kunstwerk verwendet werden, und das muss, wenn die Pädagogik in eine Richtung hineinkommen will, welche der Mensch der Zukunft [unleserliches Wort] Heilung [Lücke im Stenogramm] was der Mensch kann. Und wie sich die Pädagogik ausgestalten kann über das heute besprochene Alter hinaus, das will ich dann morgen auseinandersetzen.
[ 45 ] Es muten sich die Menschen so etwas zu, dass sie mit dem Kinde so verfahren können wie mit der Uhr. Aber sie wissen von dem Kinde nicht viel mehr als von der Uhr. Man muss sich recht hineinfinden, was von Jahr zu Jahr, ja von Monat zu Monat der ätherische Organismus dem Kindesorganismus erarbeitet. Man muss dann aber wissen, wie im schulpflichtigen Alter von Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife die ganz andersartigen Organe von Monat zu Monat am Kind arbeiten. Dann kann man mit dem lebendigen Material etwas spielen; [dann kann,] was man aus Zuhören [Lücke im Stenogramm] durch Unterricht und Erziehung [gelernt hat], zu einem Kunstwerk verwendet werden, und das muss, wenn die Pädagogik in eine Richtung hineinkommen will, welche der Mensch der Zukunft [unleserliches Wort] Heilung [Lücke im Stenogramm] was der Mensch kann. Und wie sich die Pädagogik ausgestalten kann über das heute besprochene Alter hinaus, das will ich dann morgen auseinandersetzen.
