The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250
22 October 1905, Berlin
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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
23. Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft
23. General Assembly of the German Section of the Theosophical Society
Berlin, am 22. Oktober 1905, Motzstr. 17 Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Hauptquartier Adyar) herausgegeben von Mathilde Scholl», Nr. 1/1905
Berlin, October 22, 1905, Motzstr. 17 Report in the “Communications for the Members of the German Section of the Theosophical Society (Headquarters: Adyar), published by Mathilde Scholl,” No. 1/1905
[ 1 ] Gegen halb elf Uhr eröffnete Herr Dr. Rudolf Steiner als Generalsekretär der Deutschen Sektion die dritte ordentliche Generalversammlung und begrüßte die Vertreter der auswärtigen Zweige und sämtliche anderen Gäste.
[ 1 ] At around half past ten, Dr. Rudolf Steiner, Secretary General of the German Section, opened the third regular general assembly and welcomed the representatives of the foreign branches and all other guests.
[ 2 ] Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolls der Generalversammlung vom 30. Oktober 1904 erfolgt Feststellung der Stimmenanzahl der verschiedenen Zweige mit nachstehendem Ergebnis:
[ 2 ] Following the reading and approval of the minutes of the General Meeting held on October 30, 1904, the number of votes cast by the various branches was determined, with the following results:
| Mitglieder | Stimmen | |
|---|---|---|
| Besant Zweig | 83 | 5 |
| Berliner Zweig | 18 | 2 |
| Charlottenburger Zweig | 5 | 2 |
| Zweig Weimar | 11 | 2 |
| Zweig München | 33 | 2 |
| Zweig Stuttgart I | 9 | 2 |
| Zweig Stuttgart II | 11 | 2 |
| Zweig Stuttgart III | 11 | 2 |
| Zweig Freiburg i.Br. | 10 | 2 |
| Zweig Lugano | 9 | 2 |
| Zweig Karlsruhe | 9 | 2 |
| Zweig Köln | 22 | 2 |
| Zweig Düsseldorf | 15 | 2 |
| Zweig Hamburg | 21 | 2 |
| Zweig Hannover | 25 | 2 |
| Zweig Leipzig | 26 | 2 |
| Zweig Dresden | 9 | 2 |
| Zweig Nürnberg | 18 | 2 |
| 41 |
| Members | Votes | |
|---|---|---|
| Besant Branch | 83 | 5 |
| Berlin Branch | 18 | 2 |
| Charlottenburg Branch | 5 | 2 |
| Weimar Branch | 11 | 2 |
| Munich Branch | 33 | 2 |
| Stuttgart I Branch | 9 | 2 |
| Stuttgart II Branch | 11 | 2 |
| Stuttgart III Branch | 11 | 2 |
| Freiburg i.Br. Branch | 10 | 2 |
| Lugano Branch | 9 | 2 |
| Karlsruhe Branch | 9 | 2 |
| Cologne Branch | 22 | 2 |
| Düsseldorf Branch | 15 | 2 |
| Hamburg Branch | 21 | 2 |
| Hanover Branch | 25 | 2 |
| Leipzig Branch | 26 | 2 |
| Dresden Branch | 9 | 2 |
| Nuremberg Branch | 18 | 2 |
| 41 |
[ 3 ] Absolute Majorität 21 Stimmen
Zwei Drittel Majorität 28 Stimmen.
[ 3 ] Absolute majority: 21 votes
Two-thirds majority: 28 votes.
[ 4 ] Es wird folgender Geschäftsordnungsantrag durch Herrn Hubo gestellt: Die Generalversammlung wolle beschließen, das Recht der Veröffentlichung über die Generalversammlung ausschließlich dem Generalsekretär zuzugestehen; jede andere Veröffentlichung aber als unzulässig zu erklären. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren Dr. Löhnis, Ahner, Krojanker, Arenson, Stübing, Kieser, Dr. Paulus, Dr. Steiner beteiligen, wird nach Schluss derselben auf Antrag Wagner der Antrag Hubo wie nachstehend mit allen gegen zwei Stimmen angenommen:
[ 4 ] Mr. Hubo submitted the following motion of procedure: The General Assembly should resolve to grant the right to publish information about the General Assembly exclusively to the Secretary General; any other publication, however, should be declared inadmissible. After a lengthy debate, in which Dr. Löhnis, Ahner, Krojanker, Arenson, Stübing, Kieser, Dr. Paulus, and Dr. Steiner participated, the debate concluded, and upon a motion by Wagner, Hubo’s motion was adopted as follows, with all in favor and two against:
[ 5 ] «Der Bericht über die Generalversammlung ist vom Generalsekretär zu vervielfältigen und vertraulich den sämtlichen Mitgliedern zu übersenden: Er darf sonst nicht veröffentlicht noch versandt werden.»
[ 5 ] “The report on the General Assembly shall be reproduced by the Secretary-General and sent confidentially to all members; it may not otherwise be published or distributed.”
[ 6 ] Zum ersten Punkt der Tagesordnung - Rechenschaftsbericht des Generalsekretärs - spricht Dr. Rudolf Steiner Folgendes:
[ 6 ] Regarding the first item on the agenda—the Secretary-General’s report—Dr. Rudolf Steiner made the following remarks:
[ 7 ] «Die theosophische Bewegung hat innerhalb Deutschlands und der Schweiz eine extensive und intensive Verbreitung gefunden. Der theosophische Gedanke scheint mehr und mehr verstanden zu werden. Bei meinen Besuchen in München, Nürnberg, Regensburg, Stuttgart, Frankfurt am Main, Bonn, Köln, Düsseldorf, Weimar, Zürich, Basel, Kassel und so weiter hat sich gezeigt, dass viel Sehnsucht nach einer geistigen Vertiefung des Lebens in den Herzen wurzelt. In diesen Städten haben wir entweder schon Zweige oder es ist deren Gründung in Aussicht. So sind in Freiburg im Breisgau und Karlsruhe Zweige entstanden, und in anderen Städten: Sankt Gallen, Frankfurt am Main und so weiter dürften demnächst solche entstehen. In Basel und Heidelberg sind die Verhältnisse schwieriger; da muss erst noch das Verständnis hervorgerufen werden, dass durch unsere Gesellschaft der hohe Geist fließt, welcher in die Welt vor dreißig Jahren gesandt worden ist. Es ist. da noch viel Missverständnis aufzuklären, das durch die abgespaltenen theosophischen Bewegungen hervorgerufen worden ist.
[ 7 ] “The Theosophical Movement has spread extensively and deeply throughout Germany and Switzerland. Theosophical ideas seem to be gaining a wider understanding. During my visits to Munich, Nuremberg, Regensburg, Stuttgart, Frankfurt am Main, Bonn, Cologne, Düsseldorf, Weimar, Zurich, Basel, Kassel, and so on, it has become clear that a deep longing for spiritual enrichment is rooted in people’s hearts. In these cities, we either already have branches or are planning to establish them. Branches have thus been established in Freiburg im Breisgau and Karlsruhe, and in other cities—such as St. Gallen, Frankfurt am Main, and so on—such branches are likely to be established soon. In Basel and Heidelberg, conditions are more difficult; there, we must first foster an understanding that the high spirit, which was sent into the world thirty years ago, flows through our Society. There is still much misunderstanding to be cleared up there, which has been caused by the splinter theosophical movements.
[ 8 ] Diese Sehnsucht soll uns Kraft geben. Alles kommt darauf an, dass wir nicht bloß theosophische Lehren, sondern theosophisches Leben pflegen. Erst wenn einmal aus Kunst, Wissenschaft und allen anderen Zweigen des Lebens Theosophie herausstrahlt, erst dann hat diese ihre Mission ganz ergriffen. Was die theosophische Bewegung bedeutet, hat sich in schöner Weise auf dem Kongress der Föderation europäischer Sektionen in London wieder gezeigt. Man mag gegen solche Kongresse einwenden, was man will; Vollkommenes ist nicht vom Himmel gefallen; hier handelt es sich aber um Absichten. Wir müssen uns das Ideal stellen, was verbesserungsbedürftig ist, besser zu machen, mitzuarbeiten und nicht zu kritisieren.
[ 8 ] This longing should give us strength. It all depends on our cultivating not merely Theosophical teachings, but a Theosophical way of life. Only when Theosophy radiates from art, science, and all other branches of life—only then will it have fully embraced its mission. The significance of the Theosophical Movement was beautifully demonstrated once again at the Congress of the Federation of European Sections in London. One may object to such congresses as one pleases; perfection did not fall from the sky; but what matters here are intentions. We must set ourselves the ideal of improving what needs improvement, of working together, and of refraining from criticism.
[ 9 ] Bevor ich zum Kongressbericht übergehe, möchte ich eine Tatsache erwähnen, die Beziehung hat zu gewissen Vorgängen der letzten Zeit. Am Vorabend des Kongresses sprach Frau Besant in der Blavatsky-Lodge über die Erfordernisse der Schülerschaft im Zusammenhange mit Helena Petrovna Blavatsky. Alle, welche damals zugegen waren, werden nicht widersprechen, wenn ich sage, dass dies eine Stunde innigen theosophischen Zusammenlebens war, von der man einen bleibenden Herzens- und Geisteseindruck mitnehmen konnte. Ich habe Frau Besant selten in so innerlicher und herzlicher Weise sprechen gehört. Im englischen «Vâhan» war einige Zeit vorher zum Ausdruck gekommen, dass die Eigenschaften von Helena Petrovna Blavatsky im Widerspruch mit der Schülerschaft ständen, und es war die Frage aufgeworfen worden: Kann jemand die Eigenschaften besitzen und doch von solchen Fehlern, wie Rauchen, zeitweiligem leidenschaftlichem Aufbrausen und so weiter nicht frei sein? Frau Besant knüpfte an diese Bemerkung des «Vâhan» an und sagte, dass Helena Petrovna Blavatsky eine Persönlichkeit gewesen sei, die für sie der Lichtbringer war; sie sei es, die sie aus der Dunkelheit dem Lichte entgegengeführt habe. Nun ja, es ist wahr, Frau Helena Petrovna Blavatsky hat geraucht, ist aufgebraust; wissen solche Fragesteller aber, was es heißt, die Stürme und Kämpfe durchzumachen, die jemand zu bestehen hat, bis er sich zu dieser Stufe der Erkenntnis durchgearbeitet hat? Auch die Sonne hat Sonnenflecken, aber wir sollten sie nicht nach diesen Flecken beurteilen, sondern als die Bringerin von Licht und Wärme. Die jüngeren Mitglieder sollten die älteren Mitglieder, die sie nicht in ihrer Größe erkennen können, erst zu verstehen trachten, ehe sie zu kritisieren beginnen.
[ 9 ] Before I move on to the congress report, I would like to mention a fact that relates to certain recent events. On the eve of the congress, Mrs. Besant spoke at the Blavatsky Lodge about the needs of the discipleship in connection with Helena Petrovna Blavatsky. All who were present at that time will agree with me when I say that this was an hour of heartfelt Theosophical fellowship, from which one could take away a lasting impression on both heart and mind. I have rarely heard Mrs. Besant speak in such a sincere and heartfelt manner. Some time earlier, the English edition of *Vâhan* had suggested that Helena Petrovna Blavatsky’s character traits were at odds with discipleship, and the question had been raised: Can someone possess such qualities and yet not be free from faults such as smoking, occasional passionate outbursts, and so on? Mrs. Besant took up this remark from *Vâhan* and said that Helena Petrovna Blavatsky had been a personality who was, for her, the bringer of light; it was she who had led her out of darkness toward the light. Well, yes, it is true that Helena Petrovna Blavatsky smoked and lost her temper; but do those who ask such questions know what it means to endure the storms and struggles that one must face until one has worked one’s way up to this level of knowledge? Even the sun has sunspots, but we should not judge it by these spots, but rather as the bringer of light and warmth. The younger members should first seek to understand the older members—whose greatness they cannot yet recognize—before they begin to criticize them.
[ 10 ] Daran lassen Sie uns einige Worte anknüpfen über Personenkultus und Autoritätsglauben, weil über derartiges auch in unserer Sektion gesprochen worden ist. Es könnte scheinen, dass ich hier jetzt selber solchen Personenkultus und Autoritätsglauben in Bezug auf Frau Besant treiben wollte. Mir lag es in der Zeit, bevor ich Frau Besant kannte, so fern wie nur irgend möglich, Personenkultus zu treiben; mir lag es näher, mich weiter in der Welt nach der Wahrheit umzuschauen. Da lernte ich Frau Besant kennen. Nicht aus Personenkultus, sondern aus dem geistigen Inhalte der Persönlichkeit heraus wurde mir die Überzeugung, dass in ihr das lebt, was zu den höheren spirituellen Welten führt. Vor Helena Petrovna Blavatsky stand ich noch vor fünfzehn Jahren wie vor einem Rätsel, aber durch Frau Besant habe ich auch den Weg zu Helena Petrovna Blavatsky gefunden. Frau Besant verlangt am wenigsten Personenkultus; nichts ist ihr unangenehmer als dieser. Von mir hat Frau Besant niemals den geringsten Personenkultus verlangt.
[ 10 ] Let us take this opportunity to say a few words about the cult of personality and blind faith in authority, since such matters have also been discussed in our section. It might seem that I myself am now attempting to promote such a cult of personality and blind faith in authority with regard to Mrs. Besant. In the time before I knew Mrs. Besant, I was as far removed as possible from engaging in a cult of personality; I was more inclined to continue searching the world over for the truth. Then I met Mrs. Besant. It was not out of a cult of personality, but rather based on the spiritual substance of her personality, that I became convinced that within her lives that which leads to the higher spiritual worlds. Fifteen years ago, Helena Petrovna Blavatsky was still a mystery to me, but through Mrs. Besant I also found my way to Helena Petrovna Blavatsky. Mrs. Besant is the last person to demand a cult of personality; nothing is more distasteful to her than that. Mrs. Besant has never demanded the slightest bit of a cult of personality from me.
[ 11 ] Auf dem Kongresse spielte sich eine Szene ab, die den Weltberuf der Theosophischen Gesellschaft symbolisch zum Ausdruck zu bringen scheint. Da waren außer Frau Besant die Vertreter der verschiedenen Sektionen und Länder. Jeder sprach in seiner Muttersprache. Man hörte da in der Sprache der verschiedensten Völker der Erde die allen gemeinsame Idee der Theosophie; Holländisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Schwedisch, Russisch, Finnisch, Ungarisch, Indisch. Der Verlauf des Kongresses war der gebräuchliche. Es gab eine Ausstellung, insbesondere von kunstgewerblichen Arbeiten unserer Mitglieder. Von deutschen Ausstellern möchte ich hervorheben Lauweriks (Düsseldorf), Seydewitz (München), Boyer (Düsseldorf), Fräulein Stinde (München), Fräulein Schmidt (Stuttgart). Erwähnt sollen werden die Bilder des Irländers Russell, der versucht hat, inneres astrales Leben im Milieu und auch in der Symbolik in seinen Landschaften und Personen zum Ausdruck zu bringen. Frau Besant hat auch darauf hingewiesen, dass, wer in der Kunst Theosophie suchen will, sie zum Beispiel bei Richard Wagner finden könne. Auch auf das plastische Werk eines Bildhauers Ezekiel wurde hingewiesen, der in Italien lebt. Frau Besant meinte, dass es gut wiedergebe, was ein Theosoph von Christus sich vorstellen kann.
[ 11 ] A scene unfolded at the Congress that seemed to symbolically express the global mission of the Theosophical Society. In addition to Mrs. Besant, representatives from various sections and countries were present. Everyone spoke in their native language. There, in the languages of the most diverse peoples of the earth, one could hear the idea of Theosophy common to all; Dutch, English, Spanish, French, German, Italian, Swedish, Russian, Finnish, Hungarian, and Indian. The course of the congress followed the usual pattern. There was an exhibition, particularly of arts and crafts by our members. Among the German exhibitors, I would like to highlight Lauweriks (Düsseldorf), Seydewitz (Munich), Boyer (Düsseldorf), Miss Stinde (Munich), and Miss Schmidt (Stuttgart). Worth mentioning are the paintings by the Irish artist Russell, who attempted to express inner astral life through the atmosphere and symbolism in his landscapes and figures. Mrs. Besant also pointed out that anyone seeking Theosophy in art could find it, for example, in the work of Richard Wagner. Reference was also made to the sculptural work of a sculptor named Ezekiel, who lives in Italy. Mrs. Besant remarked that it well reflects the mental image a Theosophist might have of Christ.
[ 12 ] Zu erwähnen ist noch der Vortrag von Frau Besant am Sonntag-Abend über okkulte Forschung, ihre Methoden und Gefahren. Niemand sollte auf guten Glauben oder auf Autorität hin irgendetwas annehmen, was von der okkulten Forschung behauptet wird, sondern er soll es nur zunächst als Anregung betrachten. Das, was da zutage tritt, wird auf schwierigen Wegen erforscht. Daher darf der, welcher solche Forschungen treibt, nur anregen wollen.
[ 12 ] It is also worth mentioning Ms. Besant’s lecture on Sunday evening about occult research, its methods, and its dangers. No one should accept anything claimed by occult research on the basis of good faith or authority, but should instead regard it initially only as a point of inspiration. What comes to light in this field is explored through difficult means. Therefore, those who conduct such research should aim only to inspire.
[ 13 ] Mir selbst war es gestattet, einen Vortrag über die okkulte Grundlage in Goethes Werken zu halten.
[ 13 ] I myself was given the opportunity to give a lecture on the occult foundations of Goethe's works.
[ 14 ] Wegen des Jahrbuchs der Föderation vom vorigen Jahre bemerke ich, dass dasselbe Anfang Juli fertiggestellt war bis auf das Register, welches wohl in diesen Tagen beendet sein dürfte.
[ 14 ] Regarding last year’s Federation Yearbook, I note that it was completed in early July, with the exception of the index, which should likely be finished in the next few days.
[ 15 ] Diesmal dürfte das Jahrbuch wohl in kürzerer Zeit fertig werden.
[ 15 ] This time, the yearbook should be completed in less time.
[ 16 ] Der Ort des Kongresses von 1906 ist Paris. Er findet voraussichtlich im Monat Mai statt.
[ 16 ] The 1906 convention will be held in Paris. It is expected to take place in May.
[ 17 ] Hiermit wären die sachlichen Ausführungen zu Ende. Ich möchte aber, dass diese Ausführungen so aufgefasst werden, wie sie gemeint sind, und dass diese Mitteilungen nicht anders verstanden werden, als dass alle theosophischen Lehren, Dogmen und Gedanken nur dann Wert haben, wenn sie in das unmittelbare Leben einfließen.
[ 17 ] This concludes the factual remarks. However, I would like these remarks to be taken as intended, and I hope that these statements are understood to mean that all theosophical teachings, dogmas, and ideas have value only when they are integrated into everyday life.
[ 18 ] Diejenigen, welche in die Theosophische Gesellschaft eintreten, sollten wissen, dass jeder, der da sitzt, eine Kraftbatterie sein sollte für den Geist. Wir sind klar über das lebendige Weben und Leben des Geistes. Wir wollen nicht durch bloße Worte auf dem physischen Plan die Lehren verbreiten. Wir wissen, dass der Geist hinausflutet, wie der Strom einer elektrischen Kraftquelle. Wo Theosophen zusammensitzen, soll eine solche Kraftquelle sein. Dann werden sich auch die finden, welche diese Wellen aufnehmen. Man sollte sich fühlen als Mitglieder einer spirituellen Gemeinschaft.»
[ 18 ] Those who join the Theosophical Society should know that everyone sitting there should be a source of spiritual energy. We are clear about the living interweaving and life of the Spirit. We do not wish to spread the teachings through mere words on the physical plane. We know that the Spirit flows out like the current from an electrical power source. Where Theosophists gather, there should be such a power source. Then those who receive these waves will also be found. One should feel like a member of a spiritual community.”
Nunmehr folgt der Rechenschaftsbericht des Kassierers Herrn Seiler:
Die Gesamteinnahmen im vergangenen
Geschäftsjahre betrugen 1462 Mark
Die Gesamtausgaben 936,67 Mark
somit Überschuss 525,33 Mark
The following is the financial report from the treasurer, Mr. Seiler:
Total revenue for the past
fiscal year amounted to 1,462 marks
Total expenses were 936.67 marks
resulting in a surplus of 525.33 marks
[ 19 ] Dazu kommen noch auf der Bank befindliche 1000 Mark, sodass sich ein Barvermögen von zusammen 1525,33 Mark ergibt.
[ 19 ] In addition, there are 1,000 marks in the bank, bringing the total cash assets to 1,525.33 marks.
[ 20 ] Hierzu teilt Dr. Steiner mit, dass ihm von der Gräfin Wachtmeister für die theosophische Arbeit in Deutschland 50 Pfund zur Verfügung gestellt worden sind. Er bitte, dieselben ausschließlich der Propaganda zuzuwenden und mit Fräulein von Sivers zusammen verwalten zu dürfen. Die Generalversammlung stimmte dem zu.
[ 20 ] In this regard, Dr. Steiner reported that Countess Wachtmeister had made 50 pounds available to him for theosophical work in Germany. He requested that these funds be used exclusively for propaganda and that he be permitted to administer them jointly with Miss von Sivers. The General Assembly approved this request.
[ 21 ] Fräulein von Sivers, als Sekretär der Deutschen Sektion, gibt folgenden Bericht über den Gang des theosophischen Lebens im verflossenen Jahr:
[ 21 ] Miss von Sivers, as secretary of the German Section, provides the following report on the course of theosophical life over the past year:
[ 22 ] Die Zahl der Zweige ist 18 gegenüber dem vorigen Jahr 13, Zuwachs 5 (Besant-Zweig, Stuttgart II und III, Freiburg, Karlsruhe).
[ 22 ] The number of branches is 18, compared to 13 last year, an increase of 5 (Besant Branch, Stuttgart II and III, Freiburg, Karlsruhe).
Absolute Zahl der Mitglieder 377 gegen Vorjahr 256, Zuwachs 121.
Ausgetreten 8.
Gestorben 3.
Neu eingetreten 132 gegen 121 im Vorjahr.Mitglieder in den einzelnen Zweigen:
Besant-Zweig [neu gegründet] 83
Berliner Zweig [DTG] 18
Charlottenburg 5
Weimar 11 München 33
Stuttgart I 9
Stuttgart II (Kerning-Loge) 11
Stuttgart III 11
Freiburg i. Br. 10
Lugano 9
Karlsruhe 9
Köln a.Rh. 22
Düsseldorf 15
Hamburg 21
Hannover 25
Leipzig 26
Dresden 9
Nürnberg 18Sektionsmitglieder 22
Total number of members: 377, compared to 256 the previous year; an increase of 121.
Resigned: 8.
Deceased: 3.
New members: 132, compared to 121 the previous year.Members in the individual branches:
Besant Branch [newly founded] 83
Berlin Branch [DTG] 18
Charlottenburg 5
Weimar 11 Munich 33
Stuttgart I 9
Stuttgart II (Kerning Lodge) 11
Stuttgart III 11
Freiburg im Breisgau 10
Lugano 9
Karlsruhe 9
Cologne on the Rhine 22
Düsseldorf 15
Hamburg 21
Hanover 25
Leipzig 26
Dresden 9
Nuremberg 18Section members 22
[ 23 ] Berichte der einzelnen Zweige:
[ 23 ] Reports from the individual branches:
[ 24 ] Herr Ahner berichtet über Dresden, dass es in der theosophischen Bewegung dort viel Kampf gegeben habe, besonders mit der Sezession. Die Verhältnisse hätten dazu geführt, eine Adyar-Loge zu gründen, der es jedoch sehr schwerfalle, ihren Mitgliederbestand aufrechtzuerhalten, da Mittel sehr wenig vorhanden seien. Es könne daher nur Arbeit in kleinerem Kreise verrichtet werden. Herr Ahner schließt mit einem allgemeinen Appell an die Freigiebigkeit der bemittelten Mitglieder. Herr Hubo fordert auf, solche freiwillige Gaben gleich im Anschlusse an die Generalversammlung zu leisten.
[ 24 ] Mr. Ahner reports from Dresden that there has been much strife within the Theosophical Movement there, particularly with the Secession. These circumstances led to the founding of an Adyar Lodge, which, however, is finding it very difficult to maintain its membership, as funds are very limited. Work could therefore only be carried out within a smaller circle. Mr. Ahner concludes with a general appeal to the generosity of the well-to-do members. Mr. Hubo urges that such voluntary contributions be made immediately following the General Assembly.
[ 25 ] Nach dem Berichte des Kassenrevisors, Herrn Krojanker, wird dem Kassierer Decharge erteilt, ebenso nachher diese auch den übrigen Vorstandsmitgliedern.
[ 25 ] According to the report by the treasury auditor, Mr. Krojanker, the treasurer is granted discharge, as are the other members of the board thereafter.
[ 26 ] Der nächste Punkt der Tagesordnung ist Wahl des Vorstandes:
[ 26 ] The next item on the agenda is the election of the Executive Board:
[ 27 ] Zur Wahl des Generalsekretärs nimmt Herr Bresch das Wort und sagt etwa Folgendes: Er sei gegen die Wiederwahl Dr. Steiners. Vor drei Jahren habe er selbst diesen aufgefordert, den Posten anzunehmen. Damals war Dr. Steiner als Gelehrter anzusehen. Seither wirke er als Okkultist, und da müsse gesagt werden, dass solche Persönlichkeiten in Verwaltungsstellen nicht die geeigneten wären. Dr. Steiner könne seine Dienste als Lehrer besser leisten, wenn er nicht mit dem Posten des Generalsekretärs belastet sei. Außerdem sei es gefährlich, Menschen mit okkulten Prätentionen in solchen Stellen zu haben. Das habe der Fall Judge bewiesen. Okkultes Leben hänge nur zu leicht mit Schwindel, Hochstapelei, Täuschung und so weiter zusammen. Herr Bresch möchte daher Dr. Steiner ersuchen, selbst auf eine Wiederwahl zu verzichten.
[ 27 ] Regarding the election of the Secretary-General, Mr. Bresch takes the floor and says something to the following effect: He is opposed to Dr. Steiner’s reelection. Three years ago, he himself had urged Dr. Steiner to accept the position. At that time, Dr. Steiner was regarded as a scholar. Since then, however, he has been acting as an occultist, and it must be said that such individuals are not suited for administrative positions. Dr. Steiner would be better able to perform his duties as a teacher if he were not burdened with the position of Secretary-General. Furthermore, it is dangerous to have people with occult pretensions in such positions. The Judge case proved this. An occult lifestyle is all too easily associated with fraud, imposture, deception, and so on. Mr. Bresch would therefore like to ask Dr. Steiner to voluntarily decline re-election.
[ 28 ] Dr. Steiner bemerkt zunächst, dass ja noch gar nicht Antrag auf Wiederwahl gestellt sei. Er würdige die Gründe des Herrn Bresch bis zu einem gewissen Grade; allein wie die Dinge heute stehen, müsse er sich verpflichtet halten, die Wahl anzunehmen, falls er gewählt würde.
[ 28 ] Dr. Steiner first notes that no motion for reelection has even been filed yet. He acknowledges Mr. Bresch’s reasons to a certain extent; however, as things stand today, he feels obligated to accept the election should he be elected.
[ 29 ] Antrag Arenson: Dr. Steiner soll zum Generalsekretär wiedergewählt werden.
[ 29 ] Arenson's motion: Dr. Steiner should be reelected as Secretary-General.
[ 30 ] Für die Zeit dieser Wahl übergibt Dr. Steiner den Vorsitz an Fräulein Scholl.
[ 30 ] For the duration of this election, Dr. Steiner will hand over the chairmanship to Miss Scholl.
[ 31 ] Herr Stübing fragt an, ob es nicht möglich sei, dass Dr. Steiner seine Tätigkeit ganz der Propaganda widme.
[ 31 ] Mr. Stübing asks whether it might be possible for Dr. Steiner to devote his work entirely to propaganda.
[ 32 ] Dr. Steiner erwidert, dass das schon längst von ihm erwünscht werde, aber nach Lage der Dinge würde er im Augenblick seine Pflicht gegenüber der Theosophischen Bewegung verletzen, wenn er die Wahl nicht annähme.
[ 32 ] Dr. Steiner replies that this has long been his wish, but given the current circumstances, he would be failing in his duty to the Theosophical Movement if he did not accept the election.
[ 33 ] Herr Hubo schlägt den Mittelweg vor, Dr. Steiner wiederzuwählen, ihm aber durch besoldete Hilfskräfte mechanische Arbeiten abzunehmen. Zur Geschäftsordnung bittet Dr. Steiner diese Anträge getrennt zu behandeln. Nach längerer Debatte, an der sich die Herren Ahner, Dr. Paulus, Arenson beteiligen, wird nach Antrag auf Schluss der Debatte Dr. Steiner in namentlicher Abstimmung mit allen gegen zwei Stimmen wiedergewählt.
[ 33 ] Mr. Hubo proposes a middle ground: to re-elect Dr. Steiner, but to relieve him of mechanical tasks by providing him with paid assistants. On a point of order, Dr. Steiner requests that these motions be considered separately. After a lengthy debate, in which Messrs. Ahner, Dr. Paulus, and Arenson participate, a motion to close the debate is made, and Dr. Steiner is reelected by a roll call vote with all in favor and two against.
[ 34 ] Derselbe übernimmt wieder den Vorsitz.
[ 34 ] He once again assumes the chair.
[ 35 ] Es folgt die Wahl der übrigen zwölf Vorstandsmitglieder; dieselben werden einzeln in namentlicher Abstimmung gewählt.
[ 35 ] Next, the remaining twelve members of the Executive Board will be elected; they will be elected individually by roll call.
Es gehen aus der Wahl hervor:
1. Fräulein von Sivers,
2. Fräulein Scholl,
3. Frau Lübke,
4. Fräulein Stinde,
5. Herr Arenson,
6. Herr Kolbe,
7. Herr Kiem,
8. Herr Wagner,
9. Herr Deinhardt,
10. Herr Bauer,
11. Herr Hubo,
12. Herr Ahner.
The election results are as follows:
1. Miss von Sivers,
2. Miss Scholl,
3. Mrs. Lübke,
4. Miss Stinde,
5. Mr. Arenson,
6. Mr. Kolbe,
7. Mr. Kiem,
8. Mr. Wagner,
9. Mr. Deinhardt,
10. Mr. Bauer,
11. Mr. Hubo,
12. Mr. Ahner.
[ 36 ] Hierauf erfolgt Wahl des Schatzmeisters. Auf Antrag von Herrn Wagner wird Herr Seiler wiedergewählt. Zu Kassenrevisoren werden, da Herr Krojanker die Wiederwahl ablehnt, Fräulein Motzkus und Herr Tessmar vorgeschlagen und gewählt. Antrag des Generalsekretärs: Aus Billigkeitsgründen sollten auch die Sektionsmitglieder, deren wir in Deutschland gegenwärtig 22 haben und die keinem Zweige angehören, eine Vertretung in der Generalversammlung haben. Er schlage im Namen des Vorstandes vor, dass sie zusammen wie ein Zweig behandelt werden sollen, das heißt, außer einem gemeinsamen Delegierten noch für je 25 (angefangene 25 zählen voll) je einen weiteren Delegierten haben sollen. Wird angenommen.
[ 36 ] This is followed by the election of the treasurer. At the request of Mr. Wagner, Mr. Seiler is reelected. Since Mr. Krojanker declines reelection, Miss Motzkus and Mr. Tessmar are nominated and elected as auditors. Motion by the Secretary General: For reasons of fairness, the section members—of whom we currently have 22 in Germany and who do not belong to any branch—should also have representation in the General Assembly. On behalf of the Executive Board, he proposes that they be treated collectively as a single branch; that is, in addition to one joint delegate, they should each have one additional delegate for every 25 members (with fractions of 25 counting as a full 25). The motion is accepted.
[ 37 ] Dr. Steiner erbittet den Auftrag, die Generalsekretäre der übrigen Sektionen im Namen der Generalversammlung zu begrüßen. Angenommen.
[ 37 ] Dr. Steiner requests permission to greet the general secretaries of the other sections on behalf of the General Assembly. Approved.
[ 38 ] Antrag Bresch und Dr. Löhnis, betreffend die Fuente-Angelegenheit, Leipzig, 30. August 1905: Antrag: Die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft wolle beschließen, wie folgt:
[ 38 ] Motion by Bresch and Dr. Löhnis regarding the Fuente affair, Leipzig, August 30, 1905: Motion: The General Assembly of the German Section of the Theosophical Society be resolved as follows:
[ 39 ] 1. Dem Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft, Mr H. 8. Olcott, wird das Missfallen der Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft deshalb ausgedrückt, weil er es gestattete, dass Mrs Besant die Hälfte des Vermögensnachlasses des Don Salvador de la Fuente zu Zwecken des Central-Hindu-College verwendete, obwohl dieses laut schiedsrichterlichen Gutachtens in den Papieren des Erblassers nicht erwähnt wird, dort vielmehr gesagt ist, dass das Vermächtnis für Zwecke der Theosophischen Gesellschaft Verwendung finden sollte.
[ 40 ] 2. Dem Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft wird das Missfallen fernerhin deshalb ausgedrückt, weil er auf sachlich begründete Beschwerden einzelner Mitglieder diesen mit persönlichen Beleidigungen («impertinences» und «selfishness», laut «Theosophist», July 1905, p. 622) geantwortet hat.
[ 41 ] 3. Der Präsident der Theosophischen Gesellschaft wird aufgefordert, die in seinem Besitze befindlichen, ihm als Stellvertreter der Theosophischen Gesellschaft ausgehändigten Stiftungen und Vermächtnisse, da nunmehr die Theosophische Gesellschaft Korporationsrechte erlangt hat, dieser selbst zu übergeben.
[ 42 ] 4. Der Präsident wird weiterhin aufgefordert, bei der Verwendung von Stiftungen und Vermächtnissen, die für Zwecke der Theosophischen Gesellschaft bestimmt sind, stets die vorherige Zustimmung des Zentralvorstandes einzuholen, da er selbst laut Paragraf 11 der Satzungen der Theosophischen Gesellschaft nur als Mitverwalter, nicht als alleiniger Verwalter des Gesellschaftseigentums fungiert.
[ 43 ] 5. Dem Vizepräsidenten sowie den Generalsekretären der verschiedenen Sektionen wird als Mitgliedern des Zentralvorstandes das Missfallen der Mitglieder der Deutschen Sektion ausgedrückt, weil sie es unterlassen haben, gegen das von Mr Olcott und Mrs Besant geübte widerrechtliche Verfahren in Sachen des Fuente-Vermächtnisses Einspruch zu erheben.
[ 44 ] 6. Der Zentralvorstand wird aufgefordert, sich die Dokumente des Fuente-Vermächtnisses vom Präsidenten vorlegen zu lassen, und diese Angelegenheit unter Hinzuziehung eines ordentlichen Gerichtes ordnungsgemäß zu erledigen.
[ 45 ] 7. Seitens des Generalsekretärs der Deutschen Sektion sind die unter No. 1 bis 6 angeführten Beschlüsse innerhalb vier Wochen in der erforderlichen Anzahl von Exemplaren auszufertigen und danach sofort in je einem Exemplar dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten sowie den Generalsekretären sämtlicher Sektionen der Theosophischen Gesellschaft eingeschrieben zuzusenden.
[ 46 ] Richard Bresch, Dr. F. Löhnis
[ 47 ] Dr. Steiner teilt mit, dass dazu vorliege:
[ 48 ] 1. Gegenantrag der Loge München und mehrerer anderer Logen: «An den Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft.» In Nummer 3 des «Vâhan», Jahrgang VII, veröffentlicht Herr Bresch einen Antrag an die Generalversammlung der Deutschen Scktion der Theosophischen Gesellschaft, nach welchem diese beschließen wolle: Dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten sowie den Generalsckretären der verschiedenen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft das Missfallen der Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft auszudrücken, weil sie es gestattet bezichungsweise keinen Einspruch dagegen erhoben haben, dass Mrs Besant die Hälfte des Certral-Hindu-College verwendete.
[ 49 ] Obwohl der Schiedsrichter Sir Subramania Iyer in seinem Schiedsspruch erkannte: «dass Mrs Besant an eine Hälfte des von Fuente Colonel Olcott und ihr vermachten Vermögens Anrecht ha, obwohl andererseits Herr Bresch schon einmal einen gegen Präsident Olcott und Mrs Besant in dieser Angelegenheit von ihm erhobenen Vorwurf als gegenstandslos und hinfällig erkennen musste («Vâhan» No. 12, Jahrgang VI, Seite 280), möchten doch Herr Bresch und seine Freunde Mrs Besant vor Gericht stellen, weil Herr Bresch das Geld verteilt wissen möchte, und weil Herr Bresch und seine Freunde zu keinem Führer unserer Bewegung Vertrauen haben. Herr Dr. F. Löhnis, der Mitunterzeichnete des erwähnten Antrages, wirft in einem Artikel, welcher der Begründung dieses Antrages vorausgeht («Vâhan» No. 3, Jahrgang VII), Mr Mcad Unwahrhaftigkeit, Mr Olcott Parteilichkeit, Mrs Besant Stolz und der Mehrzahl der Mitglieder Servilismus vor. Die unterzeichneten Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft halten den Antrag des Herrn Bresch und seiner Freunde für ungerechtfertigt und erblicken in der Beweisführung des Herrn Dr. Löhnis eine ungerechtfertigte Beleidigung der hochgeachteten Führer unserer Bewegung und der Mehrzahl der Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft. Um dem Vertrauen der Mitglieder der Deutschen Sektion zu den verehrten Führern der Bewegung Ausdruck zu verleihen, bitten die unterzeichneten Mitglieder: Die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft wolle den erwähnten Antrag ablchnen und folgenden zu Beschluss erheben:
[ 50 ] Antrag: «Die Generalversammlung der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft spricht Mr H. S. Olcott und Mrs Besant in dankbarer Anerkennung der großen Dienste, welche sie der Gesellschaft erwiesen, das vollste Vertrauen der Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft aus. Die Generalversammlung spricht die Überzeugung aus, dass Mrs Besant in Verwendung der Hälfte des von Don Salvador de la Fuente Colonel Olcott und ihr vermachten Vermögens vollberechtigt handelte.»
München, den 22. September 1905.
Rosa von Hofstetten, 1. Vorsitzende der Münchener Loge.
Sophie Stinde, 2. Vorsitzende der Münchener Loge.
Heinrich Hiernickel.
Gräfin Pauline von Kalckreuth.
Emmy von Rumpler.
Harriet Vacano.
Marie von Seydewitz.
M. M. von Scherpenberg.
Hermine von Scherpenberg.
Max von Seydewitz.
Emmy von Gumppenberg.
Gertrud von Tschirschky geb. Scholtz.[ 51 ] 2. Antrag des Zweiges Hannover: Hannover, den 12. Oktober 1905. Betreffend Antrag von Bresch und Genossen. Entgegen dem Antrage der Herren Bresch und Genossen (abgedruckt im «Vâhan» vom September dieses Jahres) hat der Zweig Hannover in seiner Sitzung am 9. Oktober dieses Jahres beschlossen, folgenden Antrag der Generalversammlung am 22. Oktober diesen Jahres vorzulegen:
[ 52 ] Antrag: «In Sachen des vom Zweige Leipzig bezichungsweise der Herren Bresch und Genossen gestellten Antrages laut «Vâhan» vom September dieses Jahres beantragt der Zweig Hannover, über diesen Gegenstand zur Tagesordnung überzugehen mit der Begründung, dass cs - ganz abgesehen von der Frage, ob die einzelnen Beschwerden sachlich zu rechtfertigen seien oder nicht - formell durchaus unzweckmäßig ist, dergleichen Angelegenheiten der Gesellschaft in einem öffentlichen Blatte zu verhandeln und sie dann noch gar vonseiten einer Sektion aus zu vertreten. Dieses muss das Ansehen unserer Gesellschaft schädigen und den Einfluss unserer Bewegung beeinträchtigen. Derartige Meinungsäußerungen sollten nur persönlich und privatim aufgrund sachkundiger Untersuchung mehr als formeller Beurteilung vorgebracht werden, und sie sollten niemals vor der Öffentlichkeit, sondern höchstens in geschlossenen Ver handlungen der Beteiligten erledigt werden.» Der Vorstand des Zweiges Hannover der Theosophischen Gesellschaft.
[ 53 ] Wilhelm Eggers.
[ 39 ] 1. The President of the Theosophical Society, Mr. H. 8. Olcott, the members of the German Section of the Theosophical Society express their displeasure because he permitted Mrs. Besant to use half of the estate of Don Salvador de la Fuente for the purposes of the Central Hindu College, even though, according to the arbitral award, this is not mentioned in the deceased’s papers, but rather states that the bequest was to be used for the purposes of the Theosophical Society.
[ 40 ] 2. The President of the Theosophical Society is further criticized for responding to factually substantiated complaints from individual members with personal insults (“impertinences” and “selfishness,” according to *The Theosophist*, July 1905, p. 622).
[ 41 ] 3. The President of the Theosophical Society is requested to transfer to the Theosophical Society itself the endowments and bequests in his possession—which were entrusted to him as the Society’s representative—since the Theosophical Society has now obtained corporate status.
[ 42 ] 4. The President is further requested to always obtain the prior approval of the Central Executive Committee when utilizing foundations and bequests intended for the purposes of the Theosophical Society, since, according to Paragraph 11 of the Bylaws of the Theosophical Society, he himself acts only as a co-administrator, not as the sole administrator, of the Society’s property.
[ 43 ] 5. The displeasure of the members of the German Section is expressed to the Vice President and the Secretaries-General of the various sections, as members of the Central Executive Committee, because they failed to object to the unlawful conduct of Mr. Olcott and Mrs. Besant in the matter of the Fuente bequest.
[ 44 ] 6. The Central Executive Committee is requested to have the President present the documents pertaining to the Fuente estate and to resolve this matter properly through the regular courts.
[ 45 ] 7. The Secretary-General of the German Section shall prepare the resolutions listed under Nos. 1 through 6 in the required number of copies within four weeks and then immediately send one copy each by registered mail to the President, the Vice President, and the Secretaries-General of all sections of the Theosophical Society.
[ 46 ] Richard Bresch, Dr. F. Löhnis
[ 47 ] Dr. Steiner reports that the following is available on this subject:
[ 48 ] 1. Counter-motion by the Munich Lodge and several other lodges: “To the Secretary-General of the German Section of the Theosophical Society.” In Issue 3 of *Vâhan*, Volume VII, Mr. Bresch published a motion to the General Assembly of the German Section of the Theosophical Society, according to which the Assembly was to resolve: To express the displeasure of the members of the German Section of the Theosophical Society to the President, the Vice President, and the General Secretaries of the various sections of the Theosophical Society, because they permitted—or, respectively, raised no objection to—Mrs. Besant’s use of half of the Central Hindu College.
[ 49 ] Although the arbitrator, Sir Subramania Iyer, acknowledged in his award: “that Mrs. Besant is entitled to half of the estate bequeathed to her by Colonel Olcott, although, on the other hand, Mr. Bresch has already had to acknowledge that a charge he once brought against President Olcott and Mrs. Besant in this matter was groundless and invalid (‘Vâhan’ No. 12, Vol. VI, p. 280)), Mr. Bresch and his friends nevertheless wish to take Mrs. Besant to court because Mr. Bresch wants the money distributed, and because Mr. Bresch and his friends have no trust in any leader of our movement. Dr. F. Löhnis, a co-signatory of the aforementioned motion, accuses Mr. McAd of dishonesty, Mr. Olcott of partiality, Mrs. Besant of pride, and the majority of the members of servility in an article preceding the justification for this motion (“Vâhan” No. 3, Vol. VII). The undersigned members of the Theosophical Society consider the motion by Mr. Bresch and his friends to be unjustified and view Dr. Löhnis’s line of argument as an unwarranted insult to the highly respected leaders of our movement and to the majority of the members of the Theosophical Society. To express the confidence of the members of the German Section in the revered leaders of the movement, the undersigned members request that the General Assembly of the German Section of the Theosophical Society reject the aforementioned motion and adopt the following resolution:
[ 50 ] Motion: “The General Assembly of the German Section of the Theosophical Society expresses to Mr. H. S. Olcott and Mrs. Besant, in grateful recognition of the great services they have rendered to the Society, the fullest confidence of the members of the German Section of the Theosophical Society. The General Assembly expresses its conviction that Mrs. Besant acted with full authority in using half of the estate bequeathed to Colonel Olcott and her by Don Salvador de la Fuente.”
Munich, September 22, 1905.
Rosa von Hofstetten, First Chairwoman of the Munich Lodge.
Sophie Stinde, Second Chairwoman of the Munich Lodge.
Heinrich Hiernickel.
Countess Pauline von Kalckreuth.
Emmy von Rumpler.
Harriet Vacano.
Marie von Seydewitz.
M. M. von Scherpenberg.
Hermine von Scherpenberg.
Max von Seydewitz.
Emmy von Gumppenberg.
Gertrud von Tschirschky, née Scholtz.[ 51 ] 2. Motion by the Hanover Branch: Hanover, October 12, 1905. Regarding the motion by Bresch and comrades. Contrary to the motion submitted by Mr. Bresch and his comrades (published in *Vâhan* in September of this year), the Hanover Branch resolved at its meeting on October 9 of this year to submit the following motion to the General Assembly on October 22 of this year:
[ 52 ] Motion: “Regarding the motion submitted by the Leipzig branch—specifically by Mr. Bresch and his colleagues—as reported in *Vâhan* in September of this year, the Hanover branch moves to remove this item from the agenda on the grounds that—quite apart from the question of whether the individual complaints are objectively justified or not— —it is formally entirely inappropriate to discuss such matters of the Society in a public publication and, moreover, to have them represented by a branch. This must damage the reputation of our Society and impair the influence of our movement. Such expressions of opinion should only be made personally and privately, based on expert investigation rather than mere formal judgment, and they should never be addressed in public but, at most, settled in closed-door discussions among the parties involved.” The Executive Committee of the Hanover Branch of the Theosophical Society.
[ 53 ] Wilhelm Eggers.
[ 54 ] Der Generalsekretär teilt mit, dass sich dem Antrage München folgende Zweige angeschlossen haben:
[ 54 ] The Secretary-General reports that the following branches have endorsed the Munich proposal:
Es unterzeichneten die
Kölner Loge,
Weimaraner Loge,
amburger Loge,
Hannoversche Loge,
Lugano-Loge,
Düsseldorfer Loge,
Nürnberger Loge,
Münchener Loge
und der Besant-Zweig in Berlin.
The following signed:
the Cologne Lodge,
the Weimar Lodge,
the Hamburg Lodge,
the Hanover Lodge,
the Lugano Lodge,
the Düsseldorf Lodge,
the Nuremberg Lodge,
the Munich Lodge
and the Besant Branch in Berlin.
[ 55 ] Hierauf teilen die Delegierten Bauer (Nürnberg), Mücke (BesantZweig), Lübke (Weimar), Arenson (Zweig III., Stuttgart) die Beschlüsse ihrer Zweige mit: Dem Antrag von Hannover auf Übergang zur Tagesordnung beizutreten. Derselbe wird als der weitestgehende zuerst behandelt.
[ 55 ] The delegates Bauer (Nuremberg), Mücke (Besant Branch), Lübke (Weimar), and Arenson (Branch III, Stuttgart) then reported the resolutions of their respective branches: to support the motion from Hanover to move on to the agenda. This motion, being the most far-reaching, is addressed first.
[ 56 ] Gegen den Antrag sprechen die Herren Krojanker, Jahn und Stübing, welch letztere beiden hervorheben, dass die Herren Bresch und Löhnis missverstanden werden. Außerdem sei bereits ein neuer Antrag in weniger scharfer Form ausgearbeitet; man sollte schon im Interesse der Gerechtigkeit die Herren zu Worte kommen lassen. Es wäre Intoleranz und untheosophisch gehandelt, wenn man den Antrag Hannover annehme. Die Delegierten Arenson, Bauer, Huchthausen, Hubo, von Sivers sprechen für den Antrag, der wohldurchdacht sei. Von Intoleranz könne keine Rede sein. Eine Aussprache würde schwerlich Neues zutage fördern, und die Versammlung hätte Besseres zu tun, als all das, was in den letzten Wochen nach dieser Richtung gesagt worden ist, nochmals anzuhören. Die Form und der Inhalt des Antrages Bresch seien so schwer beleidigend, dass auch mit Rücksicht auf das in der Vorstandssitzung BekanntGewordene die Annahme des Antrages Hannover das einzig Würdige sei.
[ 56 ] Messrs. Krojanker, Jahn, and Stübing spoke against the motion, with the latter two emphasizing that Messrs. Bresch and Löhnis had been misunderstood. Furthermore, a new motion had already been drafted in a less harsh form; in the interest of fairness, the gentlemen should be allowed to speak. It would be intolerant and un-theosophical to adopt the Hanover motion. Delegates Arenson, Bauer, Huchthausen, Hubo, and von Sivers spoke in favor of the motion, which they described as well-thought-out. There could be no question of intolerance. A debate would hardly bring anything new to light, and the assembly had better things to do than listen once again to everything that had been said along these lines in recent weeks. The form and content of Bresch’s motion were so deeply offensive that, even taking into account what had come to light at the Executive Committee meeting, the adoption of the Hanover motion was the only dignified course of action.
[ 57 ] Nach Annahme eines Antrages auf Schluss der Debatte wird der Antrag Hannover mit überwiegender Mehrheit angenommen, worauf die Herren Bresch und Löhnis und ein Anhänger derselben die Versammlung demonstrativ verlassen.
[ 57 ] After a motion to close the debate was adopted, the Hanover motion was approved by an overwhelming majority, whereupon Messrs. Bresch and Löhnis and one of their supporters demonstratively left the assembly.
[ 58 ] Es wird nun ein Schreiben der Herren Dr. Hübbe-Schleiden und Deinhard über die in den letzten Wochen von Leipzig aus verbreitete Broschüre des Herrn Dr. Hensoldt verlesen; dasselbe lautet:
[ 58 ] A letter from Dr. Hübbe-Schleiden and Mr. Deinhard regarding the pamphlet by Dr. Hensoldt, which has been distributed from Leipzig in recent weeks, is now read aloud; it reads as follows:
«An die Jahresversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Berlin, am 22. Oktober 1905. Zu den Anträgen der Herren Bresch und Genossen, betreffend die Verwendung des De-la-FuenteVermächtnisses, erbitten die Unterzeichneten die Erlaubnis, ihre persönliche Ansicht äußern zu dürfen: Es liegt uns eine Schrift von Dr. Heinrich Hensoldt «Annie Besant, eine wunderliche Heilige» vor, die uns von Leipzig aus zugesandt worden ist. Uns drängt sich die Vermutung auf, dass diese Schrift, die Veranlassung der von dort ausgegangenen Agitation gegen die Leiter unserer Gesellschaft war. Diese Schrift verfolgt allein den Zweck, unsere Gesellschaft zu bekämpfen und zu unterdrücken. Es sind darin unrichtige Angaben von Tatsachen mit einer gehässigen Entstellung wirklicher Verhältnisse vermischt. Die Schilderung des Charakters und des Strebens von Frau Besant und von Oberst Olcott (Seite 42 und folgende) ist in der Hauptsache das gerade Gegenteil der Wirklichkeit. Das von ihnen gezeichnete Bild widerspricht dem Urteil, welches alle ihnen Nächststehenden von ihrem sittlichen und intellektuellen Werte haben; und um solche Persönlichkeiten stichhaltig beurteilen zu können, muss man sie jahrzehntelang gekannt haben. Ein gleiches Erfordernis gilt für die Beurteilung der sachlichen Verhältnisse.
Was nun besonders die Verwendung des de Ia Fuente’schen Vermächtnisses betrifft, so hat diese im Sinne des Erblassers stattgefunden. Dr. Hensoldt beanstandet (Seite 46) dabei nur die Zuwendung an die große Adyar-Bibliothek. Unzweifelhaft ist aber gerade diese die bedeutendste Schöpfung unserer Bewegung. Daher musste deren Unterstützung schon in erster Linie in Betracht kommen. Unter der Oberleitung des Herrn Dr. Otto Schrader, eines hervorragenden deutschen Sanskrit- und Paligelchrten, steht nun diese Sammlung seltener Bücher und einziger Handschriften im Begriffe, sich zu einer Weltbibliothek ersten Ranges zu entwickeln. Dazu dient der Kapitalbeitrag jenes Vermächtnisses als notwendige Vorbedingung. Wäre dieses also selbst nicht der Wunsch des Erblassers gewesen, so hätte doch dessen Schenkung keine segensreichere Verwendung finden können. Im Übrigen sind wir älteren Mitglieder mit der Tatsache vertraut, dass unsere Gesellschaft alle zehn Jahre durch eine Krisis hindurchzugehen pflegt, in der stets ganz dieselben Einwendungen gegen sie erhoben werden. Ihre Gründung fand im Jahre [1875] statt, die Coulomb-Krisis 1885, die Judge-Krisis [1895], die gegenwärtige Krisis 1905: Die Wirkung aller dieser Krisen aber ist bisher stets die gewesen, dass alle diejenigen, die das Wesen unserer Gesellschaft nur intellektuell beurteilen, von ihr abfallen, weil sie nicht die nötige Intuition besitzen, um den Geist zu spüren, welcher durch die Leiter unserer Gesellschaft wirksam ist.»
Döhren bei Hannover, den 12. Oktober 1905.
Hübbe-Schleiden.
Ludwig Deinhard.
“To the Annual Meeting of the German Section of the Theosophical Society in Berlin, on October 22, 1905. Regarding the motions submitted by Mr. Bresch and his colleagues concerning the use of the De la Fuente bequest, the undersigned request permission to express their personal views: We have in our possession a pamphlet by Dr. Heinrich Hensoldt titled “Annie Besant, a Peculiar Saint,” which was sent to us from Leipzig. We cannot help but suspect that this pamphlet was the catalyst for the agitation originating there against the leaders of our Society. This pamphlet serves the sole purpose of combating and suppressing our Society. It contains inaccurate statements of fact mixed with a malicious distortion of the actual circumstances. The description of the character and aspirations of Mrs. Besant and Colonel Olcott (page 42 and following) is, for the most part, the exact opposite of reality. The picture they paint contradicts the judgment held by all those closest to them regarding their moral and intellectual worth; and to be able to make a sound assessment of such personalities, one must have known them for decades. The same requirement applies to the assessment of the factual circumstances.
As for the use of de Ia Fuente’s bequest in particular, it was carried out in accordance with the testator’s wishes. Dr. Hensoldt objects (page 46) only to the allocation to the great Adyar Library. Undoubtedly, however, this is precisely the most significant achievement of our movement. Therefore, support for it had to be given top priority. Under the overall direction of Dr. Otto Schrader, an outstanding German scholar of Sanskrit and Pali, this collection of rare books and unique manuscripts is now on the verge of developing into a world-class library of the highest order. The capital contribution from that bequest serves as a necessary prerequisite for this. Even if this had not been the testator’s own wish, his bequest could not have been put to a more beneficial use. Incidentally, we older members are familiar with the fact that our Society tends to go through a crisis every ten years, during which the very same objections are always raised against it. It was founded in [1875], the Coulomb crisis occurred in 1885, the Judge crisis in [1895], and the current crisis in 1905: The effect of all these crises, however, has always been that all those who judge the nature of our society purely intellectually fall away from it, because they lack the necessary intuition to sense the spirit that is at work through the leaders of our society.”
Döhren near Hanover, October 12, 1905.
Hübbe-Schleiden.
Ludwig Deinhard.
[ 59 ] Dr. Steiner erklärt die Broschüre für ein schlimmes Pamphlet und teilt mit, dass Herr Bresch in der Vorstandssitzung gesagt habe, Druck- und Adressenmaterial habe er Herrn Hensoldt zur Verfügung gestellt.
[ 59 ] Dr. Steiner describes the brochure as a terrible pamphlet and states that Mr. Bresch said at the board meeting that he had provided Mr. Hensoldt with printing materials and mailing lists.
[ 60 ] Als Vertreter der Leipziger Loge wendet sich Herr Jahn hiergegen. Er ist der Meinung, dass in der Verurteilung der Herren Bresch und Löhnis zu weit gegangen werde. Obgleich er selbst gegen die im «Vâhan» gemachten Angriffe sei, müsse er die Herren doch in Schutz nehmen, da er der Meinung sei, Herr Bresch sei zwar ein Fanatiker, aber ihn leiten keine schlechten Motive. Von diesem Standpunkte aus bitte er, ihn zu beurteilen.
[ 60 ] As a representative of the Leipzig Lodge, Mr. Jahn objects to this. He believes that the condemnation of Messrs. Bresch and Löhnis goes too far. Although he himself opposes the attacks made in the “Vâhan,” he feels compelled to defend these gentlemen, as he believes that while Mr. Bresch may be a fanatic, he is not driven by malicious motives. He asks that he be judged from this perspective.
[ 61 ] Dr. Steiner bemerkt hierzu, dass niemand das [subjektive] Gefühl, für die Wahrheit zu kämpfen, abgestritten werden soll. Hier fehle aber jegliches Gefühl für eine Unterlage der Wahrheit. Dies beweise die Art, wie der «Vâhan» sich gegenüber Augenzeugen wahrer Tatsachen, die er entstellt gebracht habe, verhalten habe. Das Verhalten gegen Fräulein Scholl, Frau Lübke und Dr. Vollrath beweise klar, dass Herrn Bresch und Herrn Dr. Löhnis ein Gefühl für die notwendige Tatsachengrundlage der Wahrheit einfach abginge.
[ 61 ] Dr. Steiner notes in this regard that no one should be denied the [subjective] feeling of fighting for the truth. However, there is a complete lack of any sense of the factual basis of the truth here. This is demonstrated by the way the “Vâhan” behaved toward eyewitnesses of true facts, which it had distorted. Their conduct toward Miss Scholl, Mrs. Lübke, and Dr. Vollrath clearly demonstrates that Mr. Bresch and Dr. Löhnis simply lacked any sense of the necessary factual basis for truth.
[ 62 ] Dr. Paulus stellt den Antrag, zur Tagesordnung überzugehen, da es sich wirklich nicht lohne, über solch Elaborat eines Nichtmitgliedes sich noch in längere Debatten einzulassen. Herr Stübing bemerkt, dass die Broschüre nicht im Zusammenhange mit dem Antrag Bresch-Löhnis aufzufassen sei.
[ 62 ] Dr. Paulus moves to proceed with the agenda, as it is truly not worth engaging in any further lengthy debates over such a lengthy treatise by a non-member. Mr. Stübing notes that the brochure should not be viewed in connection with Bresch-Löhnis’s motion.
[ 63 ] Herr Ahner ist anderer Meinung. Wer «Vâhan» und Broschüre liest, erkennt den Zusammenhang. Hensoldt wird im «Vâhan» gewissermaßen auf den Schild gehoben.
[ 63 ] Mr. Ahner disagrees. Anyone who reads *Vâhan* and the brochure will see the connection. Hensoldt is, in a sense, held up as a model in *Vâhan*.
[ 64 ] Nachdem noch Fräulein von Sivers gegen die Ansicht von Her Stübing spricht und Frau Geheimrat Lübke noch bekannt macht, dass Herr Bresch in der Vorstandssitzung erklärt habe, Herrn Hensoldt für die Enthüllung zu Dank verpflichtet zu sein, wird der Antrag auf Übergang zur Tagesordnung angenommen.
[ 64 ] After Miss von Sivers spoke out against Ms. Stübing’s view and Mrs. Lübke, Privy Councilor, announced that Mr. Bresch had stated at the board meeting that he was indebted to Mr. Hensoldt for the unveiling, the motion to proceed with the agenda was approved.
[ 65 ] Hierauf folgt ein Antrag des Herrn Dr. Paulus für den Zweig Stuttgart I. Der Antragsteller bezieht sich auf das Rundschreiben des Stuttgarter Zweiges vom 27. Juni des Jahres und stellt den Antrag, ein «Nachrichtenblatt» für die Deutsche Sektion zu begründen, in folgender Form:
[ 65 ] This is followed by a motion from Dr. Paulus on behalf of the Stuttgart I branch. The proposer refers to the circular from the Stuttgart branch dated June 27 of this year and moves to establish a “newsletter” for the German Section in the following form:
«Die Generalversammlung wolle die Herausgabe eines Nachrichtenblattes für die Mitglieder beschließen und dasselbe tunlichst bald erscheinen lassen, und zwar als Beiblatt zum «Luzifer> auf Rechnung und Gefahr der Sektion, da ein Bedürfnis hierfür vorhanden ist.»
“The General Assembly resolved to publish a newsletter for the members and to have it appear as soon as possible, specifically as a supplement to *Luzifer*, at the section’s expense and risk, since there is a need for it.”
[ 66 ] Hierzu wird ein weiterer Antrag gestellt:
[ 66 ] A further motion is being filed in this regard:
«Gleich ein Mitglied zu bitten, die Herausgabe dieses Nachrichtenblattes in die Hand zu nehmen. Die Kosten hierfür aber durch freiwillige Beiträge zu decken.»
“To ask a member to take charge of publishing this newsletter. The costs for this, however, are to be covered by voluntary contributions.”
[ 67 ] An der Debatte beteiligen sich Herr Hubo, Fräulein Stinde, Herr Bauer und Herr Dr. Paulus.
[ 67 ] Mr. Hubo, Miss Stinde, Mr. Bauer, and Dr. Paulus are participating in the debate.
[ 68 ] Dr. Steiner beantragt, «das Nachrichtenblatt offiziell erscheinen zu lassen und getrennt vom «Luzifer» jedem Mitgliede obligatorisch und umsonst zuzusenden».
[ 68 ] Dr. Steiner proposes “to publish the newsletter officially and to send it to every member separately from *Luzifer*, on a mandatory basis and free of charge.”
[ 69 ] Nach weiterer Debatte der Mitglieder Ahner, Peipers, Bauer, Hubo, Arenson, von Sivers stellt es sich als zweckmäßig heraus, die ganze Angelegenheit in die Hände eines geeigneten Mitgliedes zu legen, das nach eigener Einsicht die Sache in die Wege leiten möge.
[ 69 ] Following further discussion among members Ahner, Peipers, Bauer, Hubo, Arenson, and von Sivers, it was deemed appropriate to entrust the entire matter to a suitable member, who may proceed as he or she sees fit.
[ 70 ] Es wird der Antrag gestellt: Fräulein Scholl möchte sich zunächst mit der Herausgabe eines Nachrichtenblattes befassen und sich hierzu mit ihr geeignet erscheinenden Persönlichkeiten in Verbindung setzen. Der Antrag wird angenommen.
[ 70 ] The following motion is made: Miss Scholl would like to begin by working on the publication of a newsletter and to contact individuals she deems suitable for this purpose. The motion is approved.
[ 71 ] Antrag der Loge Leipzig:
[ 71 ] Motion by the Leipzig Lodge:
«Die Generalversammlung wolle beschließen: «Alle Anträge, welche bis zum Termine der Absendung der Einladungen zur Generalversammlung eingehen, mit dieser Einladung allen Mitgliedern zugehen zu lassen.»
“The General Assembly resolved: ‘All motions received by the deadline for sending out invitations to the General Assembly shall be sent to all members along with this invitation.’”
[ 72 ] Der Antrag wird angenommen.
[ 72 ] The motion is approved.
[ 73 ] Antrag Scholl:
[ 73 ] Scholl's motion:
«Die Generalversammlung wolle beschließen: Herrn Bresch und Doktor Löhnis zu ersuchen, aus der Gesellschaft auszutreten.»
“The General Assembly resolves: To request that Mr. Bresch and Dr. Löhnis resign from the company.”
[ 74 ] Herr Jahn sagt hierauf, man wolle die beiden Herrn in Bezug auf die Beurteilung nicht gleich behandeln, da sie sicher von verschiedenen Motiven ausgehen.
[ 74 ] Mr. Jahn responds by saying that the two gentlemen should not be treated equally in this assessment, since they are certainly acting on different motives.
[ 75 ] Gegen diesen Antrag sprechen die Herren Engel, Stübing, Krojanker, Feldner. Herr Ahner bittet Fräulein Scholl, diesen Antrag zurückzuziehen. Fräulein Scholl bemerkt, dass sie sich die Sache wohl überlegt habe und keineswegs dieser Aufforderung nachkommen könne.
[ 75 ] Messrs. Engel, Stübing, Krojanker, and Feldner oppose this motion. Mr. Ahner asks Miss Scholl to withdraw this motion. Miss Scholl remarks that she has given the matter careful consideration and cannot possibly comply with this request.
[ 76 ] Herr Stübing beantragt: «Über den Antrag Scholl zur Tagesordnung überzugehen.»
[ 76 ] Mr. Stübing moved: “To move on to the agenda following Mr. Scholl’s motion.”
[ 77 ] Dieser Antrag wird abgelehnt.
[ 77 ] This motion is denied.
[ 78 ] Der Antrag Scholl wird abgelehnt.
[ 78 ] Scholl's motion is denied.
[ 79 ] Es wird nun noch beantragt, die bisher in der Leitung des «Berliner Zweiges» und im Besitz einiger Privatpersonen befindliche «Theosophische Bibliothek» in die Leitung der Deutschen Sektion übergehen zu lassen. Die Generalversammlung spricht im Allgemeinen ihre Zustimmung zu diesem Antrage aus.
[ 79 ] A motion is now being made to transfer the “Theosophical Library”—which has thus far been under the management of the “Berlin Branch” and in the possession of several private individuals—to the management of the German Section. The General Assembly generally expresses its approval of this motion.
[ 80 ] Die Vorarbeiten für den eventuell in Deutschland stattfindenden Kongress europäischer Sektionen werden dem Vorstand übertragen.
[ 80 ] The Executive Board is tasked with the preparatory work for the congress of European sections, which may take place in Germany.
[ 81 ] Vonseiten des Münchener Zweiges wird abermals das schon im vorigen Jahre gestellte Ersuchen um Verlegung des Generalsekretariats nach München vorgebracht. Die Sache wird neuerdings zur Kenntnis genommen.
[ 81 ] The Munich branch has once again raised the request, already made last year, to relocate the General Secretariat to Munich. The matter has been noted once again.
[ 82 ] Hierauf schließt Dr. Steiner um halb vier Uhr den geschäftlichen Teil und ladet die Mitglieder ein, um halb fünf Uhr zum sachlichen Teil der Generalversammlung zu erscheinen. In Bezug auf einen in der Nummer vom November 1905 des «Vâhan» enthaltenen Bericht über die Generalversammlung der Deutschen Sektion bemerken wir, dass es unmöglich ist und auch ganz nutzlos, sich mit Personen, die solche Kampfesart zu der ihrigen machen, in eine Polemik einzulassen. Wir wollen arbeiten und nicht streiten. Nur die doch gar zu «objektiven Unwahrheiten» wollen wir hier lediglich registrieren:
[ 82 ] At half past three, Dr. Steiner concluded the business portion of the meeting and invited the members to attend the substantive portion of the General Assembly at half past four. With regard to a report on the General Assembly of the German Section contained in the November 1905 issue of *Vâhan*, we note that it is impossible—and also entirely pointless—to engage in a polemic with people who have made this style of combat their own. We want to work, not argue. We merely wish to note here the “objective untruths” that are all too prevalent:
[ 83 ] 1. Herr Dr. Löhnis schreibt: «Anstelle des vom Generalsekretär pflichtgemäß zu erstattenden sachlichen Jahresberichtes bot Dr. Steiner seiner gläubigen Anhängerschar eine glänzende Apotheose Mrs Besants dar, und seinen eigenen Nimbus erhöhte er gleich noch dadurch, dass er erklärte, schon seit langer Zeit verkehre er «auf höheren Planen» mit Frau Blavatsky, der «großen Lehrerin, zu der alle, die «wissen, «aus wahrer Erkenntnis aufschauen.»
[ 83 ] 1. Dr. Löhnis writes: “Instead of the factual annual report that the Secretary-General was duty-bound to submit, Dr. Steiner presented his devoted followers with a glittering glorification of Mrs. Besant, and he further enhanced his own aura by declaring that for a long time he had been associating “on higher planes” with Madame Blavatsky, the “great teacher to whom all who ‘know’ look up with true insight.”
[ 84 ] Dies ist eine objektive Unwahrheit. Wahr ist vielmehr, dass der Bericht vollständig zum Teil von Dr. Steiner, zum Teil von Fräulein von Sivers gegeben worden ist, und dass die angebliche «Apotheose» zu diesem sachlichen Berichte über den Kongress europäischer Sektionen notwendig gehörte. Bezüglich Frau Blavatsky sagte Dr. Steiner nur, dass sich ihm durch Mrs Besant das Verständnis für sie eröffnet habe. Nichts war dabei von «höheren Planen» gesagt.
[ 84 ] This is objectively untrue. The truth is rather that the report was given in its entirety, partly by Dr. Steiner and partly by Miss von Sivers, and that the alleged “apotheosis” was a necessary part of this factual report on the congress of European sections. Regarding Mrs. Blavatsky, Dr. Steiner merely said that Mrs. Besant had helped him come to understand her. Nothing was said about “higher plans.”
[ 85 ] 2. Herr Dr. Löhnis schreibt mit allerlei hier als für uns zu gleichgültigen Kombinationen seiner Phantasie, dass Gräfin Wachtmeister «einen ansehnlichen Betrag zur Förderung der theosophischen Bewegung in Deutschland gestiftet habe. Genauere Angaben über die Höhe der Summe zu machen, wurde für überflüssig erachtet. Nur so viel wurde mitgeteilt, dass circa 1000 Mark jährlich zur Verfügung stehen.»
[ 85 ] 2. Dr. Löhnis writes, using all sorts of fanciful combinations that are of no concern to us here, that Countess Wachtmeister “had donated a substantial amount to promote the Theosophical Movement in Germany. It was deemed unnecessary to provide more precise details regarding the amount. All that was disclosed was that approximately 1,000 marks are available annually.”
[ 86 ] Dies ist wieder eine objektive Unwahrheit. Genau wurde gesagt, dass 1000 Mark einmal (nicht jährlich) von der Gräfin Wachtmeister gegeben worden seien.
[ 86 ] This is yet another objective falsehood. It was specifically stated that Countess Wachtmeister had given 1,000 marks on one occasion (not annually).
[ 87 ] 3. Eine objektive Unwahrheit ist ferner, dass Dr. Steiner selbst für seine Wahl zum Generalsekretär eingetreten ist; er hat lediglich nach Herrn Breschs Rede gegen diese Wahl mit ein paar Worten gesagt, dass er die Wahl annehme, wenn er gewählt würde, weil er es so gegenwärtig noch als seine Pflicht betrachte.
[ 87 ] 3. It is also objectively untrue that Dr. Steiner himself advocated for his election as General Secretary; following Mr. Bresch’s speech opposing this election, he merely remarked in a few words that he would accept the position if elected, because he still considered it his duty at this time.
[ 88 ] 4. Objektiv unwahr ist, dass Fräulein Scholl den Antrag gestellt habe, die Herren Bresch und Dr. Löhnis auszuschließen. Vielmehr ist wahr, dass der Antrag lautete, die genannten Herren zu ersuchen, auszutreten. Damit genug; wer den Grundsatz «Kein Gesetz steht über der Wahrheit» durch solche «objektiven Unwahrheiten» illustriert, der darf ihn wohl mit Recht alle Augenblicke im Munde führen oder aus der Feder fließen lassen!!!
[ 88 ] 4. It is objectively untrue that Miss Scholl made a motion to expel Mr. Bresch and Dr. Löhnis. Rather, the truth is that the motion called for requesting the aforementioned gentlemen to resign. Enough said; anyone who illustrates the principle “No law stands above the truth” with such “objective untruths” is indeed justified in constantly repeating it or letting it flow from their pen!!!
[ 89 ] Ihren Austritt aus der Theosophischen Gesellschaft haben erklärt:
[ 89 ] have announced their resignation from the Theosophical Society:
[ 90 ] Herr Richard Bresch, Herr Dr. Löhnis, Herr Haase, Herr Heyne, Herr Emil Hubricht.
[ 90 ] Mr. Richard Bresch, Dr. Löhnis, Mr. Haase, Mr. Heyne, Mr. Emil Hubricht.
[ 91 ] Neu eingetreten sind:
[ 91 ] New members include:
[ 92 ] Fräulein Clara Rettich, Herr Paul Weiß, Herr Eduard Bachmann, Frau Helene von [Gillhaußen], Frau Anna Werner, Frau Eliza von Moltke, Herr Ludwig Weiß.
[ 92 ] Miss Clara Rettich, Mr. Paul Weiß, Mr. Eduard Bachmann, Mrs. Helene von [Gillhaußen], Mrs. Anna Werner, Mrs. Eliza von Moltke, Mr. Ludwig Weiß.
