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The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250

3 June 1906, Paris

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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
  1. Zur Geschichte der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

27. Der Kongress der Föderation Europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft

27. The Congress of the Federation of European Sections of the Theosophical Society

Bericht von Rudolf Steiner in «Lucifer - Gnosis» Nr. 31/1906

Article by Rudolf Steiner in “Lucifer - Gnosis,” No. 31/1906

[ 1 ] In den ersten Junitagen [1906] (am 3., 4. und 5.) fand in Paris der dritte Kongress der föderierten europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft statt. Es waren ungefähr 450 Mitglieder aus den verschiedensten Ländern Europas anwesend. Die Begrüßungsreden, welche die Vertreter der einzelnen Nationen in ihren Sprachen gelegentlich der ersten offiziellen Versammlung hielten, brachten daher ein gemeinsames menschliches Interesse in den mannigfaltigsten äußeren Formen zum Ausdruck. Man konnte dieses Interesse in englischer, französischer, schwedischer, italienischer, niederländischer, deutscher, russischer, spanischer, tschechischer Sprache vernehmen; man konnte es von einem Hindu und einem Parsen hören. Von deutschen Mitgliedern waren über zwanzig anwesend.

[ 1 ] In the first days of June [1906] (on the 3rd, 4th, and 5th), the third congress of the federated European sections of the Theosophical Society took place in Paris. Approximately 450 members from a wide variety of European countries were in attendance. The welcoming addresses, which the representatives of the individual nations delivered in their own languages during the first official session, thus expressed a shared human interest in the most diverse outward forms. This interest could be heard in English, French, Swedish, Italian, Dutch, German, Russian, Spanish, and Czech; it could be heard from a Hindu and a Parsi. More than twenty German members were present.

[ 2 ] Den Vorsitz führte der Präsident-Gründer der Theosophischen Gesellschaft: H. S. Olcott. Die vorbereitenden Arbeiten waren von den Mitgliedern der französischen Sektion in hingebungsvoller und opferwilliger Art gemacht worden. Es ist natürlich unmöglich, alle diejenigen verehrten Mitglieder der Gesellschaft aufzuzählen, die sich bei dieser Gelegenheit Verdienste erworben haben. Wer einigermaßen weiß, wie groß die Arbeiten bei einer solchen Gelegenheit sind, der kann auch ermessen, was gerade diejenigen Mitglieder zu leisten haben, die in einer solchen Zeit am Orte der Versammlung sind. Insbesondere aber soll gedacht werden der Damen Aimee Blech und Zelma Blech, der Herren Commandant Courmes, Charles Blech, P. E. Bernard, M. Bailly, Jules Siegfried fils, A. Ostermann und vor allem des Generalsekretärs der französischen Sektion, Dr. Th. Pascal.

[ 2 ] The meeting was presided over by the founding president of the Theosophical Society: H. S. Olcott. The preparatory work had been carried out by the members of the French Section with great dedication and self-sacrifice. It is, of course, impossible to list all those esteemed members of the Society who rendered distinguished service on this occasion. Anyone who has even a rough idea of the magnitude of the work involved in such an event can appreciate the burden borne by those members who are present at the venue during such a time. In particular, however, we should remember Ms. Aimée Blech and Ms. Zelma Blech, Commandant Courmes, Mr. Charles Blech, Mr. P. E. Bernard, Mr. M. Bailly, Mr. Jules Siegfried fils, Mr. A. Ostermann, and above all, the Secretary-General of the French Section, Dr. Th. Pascal.

[ 3 ] Durch die Bemühungen und die Opferwilligkeit der französischen Freunde besitzt die Gesellschaft in Paris (Avenue de la Bourdonnais 59) ein schön eingerichtetes, für Vortrags- und Besuchszwecke vortreffliches französisches Hauptquartier. In diesem befindet sich nicht nur ein geräumiger freundlicher Vortragssaal, sondern es sind da auch gute Räumlichkeiten für die Arbeiten, für eine Bibliothek und ein Bücherlager von theosophischen Werken in französischer Sprache. In diesem Hauptquartier wird rege gearbeitet. Der Generalsekretär empfängt da am ersten und dritten Sonntag im Monat von 10½ bis 11½ früh. Am ersten Sonntag im Monat (4 Uhr) und an jedem Donnerstag um 8% Uhr abends finden öffentliche Vorträge statt. Für die Mitglieder findet jeden dritten Sonntag im Monat um 4 Uhr eine Versammlung statt, außerdem wird ein Kursus am Dienstag um 4 Uhr in französischer und ein solcher am Montag um 4 Uhr in englischer Sprache gehalten.

[ 3 ] Thanks to the efforts and willingness to make sacrifices of our French friends, the Society has a beautifully furnished French headquarters in Paris (59 Avenue de la Bourdonnais) that is ideal for lectures and visits. It features not only a spacious, welcoming lecture hall, but also excellent facilities for work, a library, and a book storage area for theosophical works in French. Work at this headquarters is brisk. The General Secretary receives visitors there on the first and third Sundays of the month from 10:30 to 11:30 a.m. Public lectures are held on the first Sunday of the month (4:00 p.m.) and every Thursday at 8:00 p.m. A meeting for members takes place every third Sunday of the month at 4:00 p.m.; in addition, a course is held on Tuesdays at 4:00 p.m. in French and another on Mondays at 4:00 p.m. in English.

[ 4 ] In diesen Räumen war während des Kongresses auch die «Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe» untergebracht, die am Sonnabend, dem 4. Juni (4 Uhr), durch den Präsidenten H. S. Olcott eröffnet wurde. Viele Mühe haben sich die französischen Freunde gegeben, um in geschmackvoller Art solche Kunstwerke und Kunstgegenstände zusammenzustellen, welche von dem Bestreben zeugen, das theosophische Interesse auch im Bilde darzustellen.

[ 4 ] These rooms also housed the “Exhibition of Art and Arts and Crafts” during the Congress, which was opened on Saturday, June 4 (at 4:00 p.m.) by President H. S. Olcott. Our French friends went to great lengths to tastefully curate a collection of works of art and art objects that reflect the desire to express theosophical interests through visual art.

[ 5 ] Die eigentlichen Versammlungen des Kongresses fanden in dem prächtigen Saale des Washington Palace (Rue Magellan 14) statt. Die erste offizielle Sitzung wurde um 10 Uhr am Sonntag, dem 3. Juni [1906], eröffnet. M. Ed. Bailly hatte zu diesem Zwecke einen Eröffnungschor gedichtet und komponiert: «Ode an die Sonne». Das gab eine schöne, stimmungsvolle Einleitung. - Nun folgte ein herzlicher Willkommengruß durch den Generalsekretär der französischen Sektion, Dr. Th. Pascal.- Das Nächste war eine längere Ansprache des Präsidenten-Gründers H. S. Olcott. Man konnte daraus entnehmen, wie die Gesellschaft in einem fortwährenden Wachstum begriffen ist (sie hat nun ihre Zweige über vierundvierzig verschiedene Ländergebiete der Erde verbreitet). Insbesondere wurde hervorgehoben, wie erfreulich die Bewegung in Frankreich zugenommen hat, wenn man ihren gegenwärtigen Stand vergleicht mit den kleinen Anfängen, die 1884 zu bemerken waren, als er, der Präsident, und H. P. Blavatsky sich zuerst bemühten, von Paris aus das Interesse für die Theosophie anzuregen. Olcott führte die Art der theosophischen Arbeit in den wichtigsten Punkten vor die Seele der Versammelten. Er charakterisierte die Bedeutung des Hauptquartiers in Adyar, die daselbst befindliche Bibliothek mit alten Manuskriptschätzen und einer reichen Büchersammlung, in denen man schätzenswertestes Material findet für das Studium des Okkultismus, der verschiedenen Religionen und so weiter. - In seiner Rede war es Olcott insbesondere darum zu tun, den allgemein-menschlichen Charakter der Gesellschaft zu betonen. Sie wolle sich fernhalten von allem, was irgendwie zu einer Disharmonie zwischen Mensch und Mensch Anlass geben könnte. In ihre Bestrebungen solle nichts aufgenommen werden, was mit den einseitigen, speziellen Interessen des Geschlechtes, der Rasse, des Standes, des Bekenntnissen und so weiter etwas zu tun habe. Die Gesellschaft als Ganzes solle über den Leistungen, dem Ansehen und so weiter einzelner Führer und Lehrer derselben stehen. Man solle einzelne Personen nicht auf ein Piedestal stellen und von ihnen absolute Vollkommenheit erwarten, und man solle nicht gleich enttäuscht sein, wenn man Fehler findet bei solchen, bei denen man sie nicht erwartet habe. Gegen besondere Fragen, Richtungen und Anschauungen solle man sich so verhalten, dass niemals die breite Grundlage der Gesellschaft aus dem Auge verloren gehen kann. Esoterische, freimaurerische und so weiter Strömungen gehen die Gesellschaft nichts an. Diese könne sich nur mit dem umfassenden Ziele, das zur menschlichen Bruderschaft führt, beschäftigen und dürfe sich nicht mit der der genannten Richtungen identifizieren.1Es wird hier ausdrücklich bemerkt, dass im obigen ein objektiver Bericht gegeben werden soll, dass also die Ausführungen des Präsidenten sachlich wiedergegeben werden, und dass der Berichterstatter seine eigenen Anschauungen nicht in den Bericht einmischt.

[ 5 ] The actual sessions of the congress took place in the magnificent hall of the Washington Palace (14 Rue Magellan). The first official session opened at 10 a.m. on Sunday, June 3 [1906]. Mr. Ed. Bailly had written and composed an opening chorus for this occasion: “Ode to the Sun.” It provided a beautiful, atmospheric introduction. - This was followed by a warm welcome from the Secretary-General of the French Section, Dr. Th. Pascal. - Next came a lengthy address by the President and Founder, H. S. Olcott. From it, one could gather how the Society is in a state of continuous growth (it has now spread its branches across forty-four different countries around the world). In particular, he emphasized how gratifying it was to see the movement’s growth in France, especially when comparing its current state to the modest beginnings observed in 1884, when he, the President, and H. P. Blavatsky first endeavored to stimulate interest in Theosophy from Paris. Olcott outlined the main aspects of theosophical work for the assembly. He described the significance of the headquarters in Adyar, including the library there with its treasures of ancient manuscripts and a rich collection of books, in which one finds invaluable material for the study of the occult, the various religions, and so on. - In his speech, Olcott was particularly concerned with emphasizing the universal, human character of the Society. It sought to distance itself from anything that might in any way give rise to disharmony between people. Nothing should be included in its endeavors that had anything to do with the one-sided, particular interests of gender, race, social class, religious denomination, and so on. The Society as a whole should stand above the achievements, reputation, and so on of its individual leaders and teachers. One should not place individual persons on a pedestal and expect absolute perfection from them, nor should one be immediately disappointed when one finds faults in those from whom one did not expect them. One should approach specific issues, movements, and viewpoints in such a way that the broad foundation of society is never lost sight of. Esoteric, Masonic, and similar movements are none of society’s concern. Society can concern itself only with the overarching goal that leads to human brotherhood and must not identify with the aforementioned movements. 1It is expressly noted here that the above is intended to be an objective report, meaning that the President’s remarks are reproduced factually, and that the reporter does not interject his own views into the report.

[ 6 ] Der Präsident las seine Ansprache in englischer Sprache. Sie wurde in französischer Sprache durch Herrn Jules Siegfried fils wiederholt. Nach dieser «Präsidialadresse» folgten die Begrüßungen der Repräsentanten der einzelnen Gegenden in den entsprechenden Sprachen, wie das oben bereits geschildert worden ist.

[ 6 ] The president read his address in English. It was repeated in French by Mr. Jules Siegfried Jr. This “presidential address” was followed by greetings from the representatives of the various regions in their respective languages, as described above.

[ 7 ] Um die Geschäfte des Kongresses machte sich auch in diesem Jahre der ständige Sekretär der Föderation Johan van Manen verdient. Es muss gesagt werden, dass J. van Manen den besonderen Dank der Gesellschaft verdient für seine hingebungsvolle Arbeit. Er muss ja schon viele Monate vor der Versammlung jedes Jahr die umfangreichen Korrespondenzen mit allen Sektionsleitungen und vielen einzelnen Mitgliedern führen. Er muss die schwierigen Arrangements besorgen. Und J. van Manen hat sich nun bereits zum dritten Male in seiner gefälligen und sympathischen Art dieser Aufgabe unterzogen.

[ 7 ] Once again this year, the Federation’s permanent secretary, Johan van Manen, rendered outstanding service in managing the affairs of the Congress. It must be said that J. van Manen deserves the Society’s special thanks for his dedicated work. Every year, many months before the meeting, he must handle the extensive correspondence with all section leaders and many individual members. He must take care of the difficult arrangements. And J. van Manen has now undertaken this task for the third time with his usual amiable and personable manner.

[ 8 ] Am Nachmittage des 3. Juni, von 2% bis 5 Uhr, fand die erste der allgemeinen Debatten statt. Es wurde da über zwei Fragen debattiert:

[ 8 ] On the afternoon of June 3, from 2% to 5 o'clock, the first of the general debates took place. Two issues were debated there:

[ 9 ] 1. «In welchem Maße ist die Theosophische Gesellschaft nur eine Gruppe von Menschen, welche nach der Wahrheit suchen; in welchem Maße vereinigt sie in sich Lernende oder solche, die eine bestimmte Richtung der Geisteswissenschaft propagieren oder ihr anhängen?»

[ 9 ] 1. “To what extent is the Theosophical Society merely a group of people seeking the truth; to what extent does it bring together students or those who promote or adhere to a particular branch of Spiritual Science?”

[ 10 ] 2. «Wenn die Theosophische Gesellschaft keinerlei Dogmen hat, so werden in ihr - mit vollem Recht - doch Autoritäten anerkannt. Ist der relative Wert dieser Autoritäten lediglich eine Frage der individuellen Annahme? Auf welche Eigenschaften oder Fähigkeiten hin sollten solche ‚Autoritäten gelten?»

[ 10 ] 2. “While the Theosophical Society has no dogmas whatsoever, authorities are nonetheless recognized within it—and quite rightly so. Is the relative value of these authorities merely a matter of individual acceptance? On the basis of what qualities or abilities should such ‘authorities’ be regarded as such?”

[ 11 ] In der Debatte kamen die verschiedensten Ansichten zum Ausdruck, von der strikten Ablehnung jeglicher Autorität bis zur Betonung der Notwendigkeit einer solchen. Augenblicklich scheint, das war in der Debatte zu bemerken, eine starke Strömung nach der Ansicht hin zu gehen, dass es gefährlich sei, zu sehr auf Autoritäten zu bauen. Doch auch diejenigen meldeten sich zum Worte, welche anerkennen, dass jene notwendige Autorität nicht missachtet werden dürfe, welche sich überall da ergibt, wo diejenigen, die schon in irgendeiner Erkenntnis vorgeschritten sind, auf solche wirken sollen, die erst noch in der einen oder andern Beziehung zu lernen haben. Die Beteiligung an der Debatte war eine sehr rege; die dritte in Aussicht genommene Frage konnte gar nicht mehr in Angriff genommen werden. Sie sollte nach dem Programm lauten: «Soll der moralische Charakter eines Menschen von Einfluss sein bei seiner Zulassung zur Theosophischen Gesellschaft? Können Personen, deren Moralität mit den herrschenden gesellschaftlichen Anschauungen nicht übereinstimmt, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft sein? Kann es in dieser Richtung irgendwelche allgemeinen Regeln geben?» - Bertram Keightley führte bei dieser Debatte in seiner sympathischen und umsichtigen Art den Vorsitz.

[ 11 ] A wide variety of views were expressed in the debate, ranging from the strict rejection of all authority to an emphasis on the necessity of such authority. At the moment—as was evident in the debate—there appears to be a strong trend toward the view that it is dangerous to rely too heavily on authority. However, those who spoke also acknowledged that the necessary authority—which arises wherever those who have already advanced in some area of knowledge are called upon to influence those who still have much to learn in one respect or another—must not be disregarded. Participation in the debate was very lively; the third question on the agenda could not even be addressed. According to the program, it was to read: “Should a person’s moral character be a factor in their admission to the Theosophical Society? Can individuals whose morality does not conform to prevailing social views be members of the Theosophical Society? Can there be any general rules in this regard?”—Bertram Keightley presided over this debate in his characteristic friendly and judicious manner.

[ 12 ] Am Abend desselben Tages fanden zwei Vorträge statt. Den ersten hielt Mr G. R. S. Mead, der gelehrte Kenner der Gnosis. Er sprach über «Die Religion des Geistes». Er ging von seinen viele Jahre seines arbeitsreichen Lebens umfassenden Studien über die theosophisch-gnostischen Lebensauffassungen zur Zeit der Entstehung des Christentums aus. Er erklärte das Wesen der Lehren des Hermes Trismegistus und seiner Bekenner. Durch diese Lehren sollte eine Weisheit gefunden werden, die unter vollkommener Harmonie von Kopf und Herz die Seele des Menschen bis zu ihrer Vereinigung mit dem «höheren göttlichen Selbst» führt. Eine Religionsart, die, auf Wissenschaft begründet, bis zu den höchsten Stufen des Erlebens führt, wurde skizziert als diejenige gewisser Vorfahren und Zeitgenossen des entstehenden Christentums. — Ein französischer Auszug dieser in englischer Sprache gehaltenen Rede wurde unter den Zuhörern verteilt. - Den zweiten Vortrag hielt in französischer Sprache M. Bernard über «Probleme des gegenwärtigen Augenblicks». Er sprach über die augenblicklichen Aufgaben, die im Schoße der Gesellschaft vorhanden sind, über die Gesinnungen, welche bei den Mitgliedern erforderlich sind, und über die Art, wie die Ziele der Theosophischen Gesellschaft am besten erreicht werden können.

[ 12 ] That evening, two lectures were held. The first was given by Mr. G. R. S. Mead, the learned scholar of Gnosticism. He spoke on “The Religion of the Spirit.” He drew upon his many years of study—spanning his entire productive life—of the theosophical-Gnostic views of life at the time of Christianity’s origins. He explained the essence of the teachings of Hermes Trismegistus and his followers. Through these teachings, one was to find a wisdom that, through the perfect harmony of mind and heart, would guide the human soul to its union with the “higher divine Self.” A form of religion—grounded in science and leading to the highest levels of experience—was outlined as that practiced by certain ancestors and contemporaries of early Christianity. — A French summary of this speech, delivered in English, was distributed among the audience. - The second lecture was delivered in French by M. Bernard on “Problems of the Present Moment.” He spoke about the immediate tasks facing the Society, the attitudes required of its members, and the best way to achieve the goals of the Theosophical Society.

[ 13 ] Am Montag, dem 4. Juni, fanden in den Vormittagsstunden in zwei Sektionen Vorträge von Mitgliedern statt. Die eine der Sektionen, welche sich zu beschäftigen hatte mit Religion, Mystik, Mythenkunde, Volkskunde, hatte in dem Mitgliede der holländischen Sektion Dr. Koopmans den Vorsitzenden. Die zweite Sektion beschäftigte sich mit Philosophie, Vorsitzender war Dr. Steiner, und später, als dieser in der ersten Sektion selbst zu sprechen hatte, Fräulein M. von Sivers. Als Schriftführer fungierten in der ersten Sektion Herr Becker aus London, in der zweiten Herr Max Gysi aus London. - In der ersten Sektion las zuerst Mrs Sharpe einen Aufsatz vor von Edward E. Long über einen «Einblick in den Islam». Es handelte sich darum, die moralischen Grundlagen und Schönheiten und die erhabenen Lehren dieser Religion darzustellen, die so vielfach missverstanden werden. Es wurde gezeigt, in welcher besonderen Art die Bekenner dieser Religion die «Vereinigung mit Gott» anstreben, um zur inneren Harmonie und zum Seelenfrieden zu kommen. Es wurde die ursprüngliche Hoheit dieser Religion und ihr späterer Verfall in Götzendienst und Aberglauben dargestellt, aber auch die neueren Bemühungen um diesen Glauben, und die theosophischen Gesichtspunkte, die in ihm zu finden sind. - Weiter sprach Georg Doe über «Einige Forschungsergebnisse der Volkskunde, besonders mit Bezug auf Devonshire». - Diesem Vortrage folgte ein solcher des Mitgliedes der italienischen Sektion, Frau von Ulrich, über «Die alten slawischen Religionen». Die Vortragende sprach über die einfachen Linien der litauischen und lettischen Religionsformen, innerhalb welcher eine Art Anbetung der Naturkräfte herrschend ist. Man hat da keine Priester und Tempel; jeder Hausvater ist Priester. Sie führte weiter von den Russen aus, dass sie von ähnlichen Religionsarten ausgegangen sind, später aber germanische Götter angenommen und ihnen slawische Namen gegeben haben. Dann wurde gezeigt, wie von dieser Religionsform der Übergang zum Christentum stattfand. Auch wurde von jenem Teile der Russen gesprochen, welche den Norden der germanischen Gebiete eingenommen und im elften und zwölften Jahrhundert ihren Glauben geändert haben, von ihren reichlich ausgestatteten Tempeln und Götterbildern. Den Beschluss in dieser Sektion bildete ein Vortrag Dr. Rudolf Steiners über «Theosophie in Deutschland vor hundert Jahren». Der Vortragende führte aus, dass in der geistigen Bewegung Deutschlands am Ende des achtzehnten und am Anfange des neunzehnten Jahrhunderts, die sich an die Namen Schiller, Goethe, Fichte, Schelling, Novalis, Hegel und so weiter knüpft, eine bedeutsame Unterströmung enthalten ist, deren Ursprünge man in esoterischen, okkulten Brüderschaften zu suchen habe. Solche okkulte Verbrüderungen habe es in deutschen Gebieten seit dem vierzehnten Jahrhundert gegeben. Persönlichkeiten wie Paracelsus und Jakob Böhme stehen zwar nicht innerhalb solcher Gesellschaften; allein, was sie lehrten, strömte aus diesen auf eine gewisse Art ihnen zu. Im Besonderen zeigte der Redner, wie Schiller nur ganz zu verstehen ist, wenn man in den Grundlagen seines Denkens wie Dichtens diese geheimnisvollen Grundlagen enthüllt. Die Kenntnis des deutschen Okkultismus enthält nicht nur den Schlüssel zu seinem Jugendaufsatz «Theosophie des Julius», sondern auch zu seinem späteren Schaffen. Dann wurde in der Philosophie J. G. Fichtes die okkulte Grundlage aufgedeckt. Endlich wies der Redner auf den intimen Esoterismus des Novalis hin, auf die eigentlich psychischen Studien von Ennemoser, [Eckartshausen], Justinus Kerner, insbesondere aber auf einen gar nicht mehr gekannten Theosophen, der seine Theosophie nur «Biosophie» nannte, nämlich Troxler, der zum Beispiel über den «Astralkörper» die schönsten Auseinandersetzungen gab. Den Beschluss machte der Redner mit einer Auseinandersetzung darüber, warum innerhalb dieser «deutschen Theosophie» die Idee der Reinkarnation fehlen musste und welches Verhältnis diese Idee zu jener Weltauffassung hat. Fräulein Kamensky aus Petersburg gab dann ein Resümee dieses Vortrags in französischer Sprache.

[ 13 ] On Monday, June 4, members gave presentations in two sections during the morning hours. One of the sections, which dealt with religion, mysticism, mythology, and folklore, was chaired by Dr. Koopmans, a member of the Dutch section. The second section dealt with philosophy; it was chaired by Dr. Steiner, and later—when he had to speak in the first section himself—by Miss M. von Sivers. Mr. Becker from London served as secretary for the first section, and Mr. Max Gysi from London for the second. —In the first section, Mrs. Sharpe first read an essay by Edward E. Long titled “An Insight into Islam.” The aim was to present the moral foundations, the beauties, and the sublime teachings of this religion, which are so often misunderstood. It was shown in what a unique way the adherents of this religion strive for “union with God” in order to attain inner harmony and peace of mind. The original nobility of this religion and its later decline into idolatry and superstition were described, as well as the more recent efforts to revitalize this faith and the theosophical perspectives found within it. - Next, Georg Doe spoke on “Some Findings in Folklore Research, Particularly with Reference to Devonshire.” - This lecture was followed by one given by a member of the Italian Section, Mrs. von Ulrich, on “The Ancient Slavic Religions.” The speaker discussed the simple characteristics of Lithuanian and Latvian religious practices, within which a form of worship of the forces of nature predominates. There are no priests or temples; every head of household is a priest. She went on to explain, with reference to the Russians, that they originated from similar religious traditions but later adopted Germanic gods and gave them Slavic names. She then demonstrated how the transition from this form of religion to Christianity took place. Mention was also made of that segment of the Russians who settled in the northern Germanic regions and converted to Christianity in the eleventh and twelfth centuries, as well as of their richly adorned temples and statues of the gods. The session concluded with a lecture by Dr. Rudolf Steiner on “Theosophy in Germany a Hundred Years Ago.” The speaker explained that within the spiritual movement in Germany at the end of the eighteenth and the beginning of the nineteenth centuries—associated with figures such as Schiller, Goethe, Fichte, Schelling, Novalis, Hegel, and so on—there was a significant undercurrent whose origins lay in esoteric, occult brotherhoods. Such occult brotherhoods had existed in German regions since the fourteenth century. Although figures such as Paracelsus and Jakob Böhme were not members of such societies, what they taught flowed to them in a certain way from these groups. In particular, the speaker demonstrated that Schiller can only be fully understood if one uncovers these mysterious foundations in the very basis of his thinking and poetry. Knowledge of German occultism holds the key not only to his early essay “The Theosophy of Julius,” but also to his later works. The speaker then revealed the occult foundation underlying the philosophy of J. G. Fichte. Finally, the speaker pointed to the intimate esotericism of Novalis, to the truly psychological studies of Ennemoser, [Eckartshausen], and Justinus Kerner, but especially to a theosophist who is virtually unknown today, who called his theosophy simply “biosophy”—namely, Troxler, who, for example, offered the most beautiful discussions on the “astral body.” The speaker concluded with a discussion of why the idea of reincarnation was necessarily absent from this “German theosophy” and what relationship this idea has to that worldview. Miss Kamensky from St. Petersburg then summarized this lecture in French.

[ 14 ] In der zweiten Sektion, die sich mit Philosophie zu beschäftigen hatte, sprach zuerst Herbert Whyte über «Agvaghosha’s Awakening of Faith in the Mahayana». Er führte aus, dass das Wesentliche im Mahayana gleich ist dem in den Upanishaden und in der Bhagavad Gita, und er zeigte die Ähnlichkeiten zwischen Agvaghoshas Lehren und den Ausführungen über die Erweiterung des Selbstbewusstseins, wie sie Annie Besant in den «Studien über das Bewusstsein» gibt. Wahre Erleuchtung kann nicht erlangt werden durch irgendetwas Äußerliches, sondern allein durch inneres Leben des Geistes. Der Geist ist eine Quelle, aus dem das höhere Leben fließen muss. Und es müssen ihn folgende Kräfte unterstützen: Mitgefühl, Geduld, Sammlung, Tatkraft, innere Harmonie und Ruhe. - Darnach las M. Xifré einen Auszug vor aus einer längeren Arbeit von Rafael Urbano, die über die spanische Mystik handelte und diese an Beispielen erläuterte, wie die heilige Theresa, den heiligen Johann vom Kreuze und so weiter. Alsdann wurde ein Aufsatz im Auszuge wiedergegeben, den die Studiengruppe «Yoga» in Algier gearbeitet hatte über «Devotion und Weisheit». Es wird darinnen dargestellt, wie für vieles, was der noch unwissende Mensch vornimmt, die «Meister» auf den höheren Planen die Leiter sind. Dann, wenn sich der Mensch weiterentwickelt, tritt er in Beziehung zu diesen Meistern. Diese Vereinigung mit ihnen führt zur Weisheit und zur «Yoga». - Mr Wallace sprach sodann über «Diagramme und Symbole». Er unterscheidet zwischen statischen Symbolen, welche von dem nichts Wesentliches enthalten, was durch sie dargestellt wird, und dynamischen Symbolen, die in ihrer ganzen Anlage das Wesentliche der Naturgesetze wiedergeben. Er sprach die Forderung aus, dass wahre Symbolik dem Wesen der Dinge entnommen sein müsse. - Nach diesem Vortrage sprach Louis Desaint über die «Philosophie Bergsons in ihrer Beziehung zu der alten Philosophie der Inder». In Gemäßheit dieser Philosophie wird der Geist als eine vom Stoffe unabhängige Wesenheit aufgefasst. - Maurice Largeris gab einen Auszug aus seiner Arbeit «Der angebliche Pessimismus der Inder und die moralische Theorie vom Glück». Er stellte dar, wie unrichtig die vielfach verbreiteten Ansichten über diesen Pessimismus sind. Sie finden ihre Korrektur in der Idee jener «Freiheit», die durch die Vereinigung mit dem «eigenen göttlichen Selbst» erlangt wird. Zum Schluss führte Eugene Levy in einem Vortrage «Versuch einer Lebensführung» eine Reihe von Regeln an, welche für das alltägliche Leben derjenigen Anwendung haben, die einer höheren geistigen Entwicklung zustreben.

[ 14 ] In the second section, which focused on philosophy, Herbert Whyte was the first to speak on “Agvaghosha’s *Awakening of Faith in the Mahayana*.” He explained that the essence of Mahayana is the same as that found in the Upanishads and the Bhagavad Gita, and he highlighted the similarities between Agvaghosha’s teachings and the discussions on the expansion of self-consciousness as presented by Annie Besant in *Studies on Consciousness*. True enlightenment cannot be attained through anything external, but solely through the inner life of the spirit. The spirit is a source from which higher life must flow. And it must be supported by the following forces: compassion, patience, concentration, energy, inner harmony, and tranquility. - Afterward, M. Xifré read an excerpt from a longer work by Rafael Urbano, which dealt with Spanish mysticism and illustrated it with examples such as Saint Teresa, Saint John of the Cross, and so on. Then an excerpt was presented from an essay that the “Yoga” study group in Algiers had prepared on “Devotion and Wisdom.” It describes how, for much of what the still-uninformed human being undertakes, the “Masters” on the higher planes serve as guides. Then, as the human being continues to develop, he enters into a relationship with these Masters. This union with them leads to wisdom and to “Yoga.” - Mr. Wallace then spoke on “Diagrams and Symbols.” He distinguished between static symbols, which contain nothing essential of what they represent, and dynamic symbols, which in their entire structure reflect the essence of the laws of nature. He asserted that true symbolism must be derived from the essence of things. - Following this lecture, Louis Desaint spoke on “Bergson’s Philosophy in Relation to Ancient Indian Philosophy.” According to this philosophy, the mind is conceived as an entity independent of matter. - Maurice Largeris presented an excerpt from his work “The Alleged Pessimism of the Indians and the Moral Theory of Happiness.” He demonstrated how erroneous the widely held views on this pessimism are. These views are corrected by the idea of that “freedom” which is attained through union with one’s “own divine self.” Finally, in a lecture titled “An Attempt at a Way of Life,” Eugene Levy presented a series of rules applicable to the daily lives of those striving for higher spiritual development.

[ 15 ] Am Nachmittag des 4. Juni 1906 fand die zweite allgemeine Debatte unter dem Vorsitz von le Commandant D. A. Courmes statt, der sie in geschmackvoller und umsichtiger Art führte. Diskutiert wurden die folgenden Fragen:

[ 15 ] On the afternoon of June 4, 1906, the second general debate took place, presided over by Commandant D. A. Courmes, who conducted it in a tasteful and judicious manner. The following issues were discussed:

[ 16 ] 1. Ist die Propaganda ein wesentliches Ziel der Theosophischen Gesellschaft?

[ 16 ] 1. Is propaganda a primary goal of the Theosophical Society?

[ 17 ] 2. Wie kommt es, dass trotz des langen Bestandes der Theosophischen Gesellschaft und trotz der getriebenen Propaganda die Zahl der Mitglieder heute doch noch eine verhältnismäßig geringe ist (13000 im Jahre 1905)? Kann man davon sprechen, dass der Theosophischen Gesellschaft eine Methode oder ein System fehle? Wenn es der Fall wäre, müsste man dies bedauern? Wenn es der Fall wäre, wie kann abgeholfen werden?

[ 17 ] 2. How is it that, despite the Theosophical Society’s long history and despite its vigorous propaganda, the number of members today is still relatively small (13,000 in 1905)? Can we say that the Theosophical Society lacks a method or a system? If that were the case, should we regret it? If that were the case, how could the situation be remedied?

[ 18 ] Auch an dieser Debatte, die wieder von 2% bis 5 Uhr dauerte, beteiligten sich viele Mitglieder, und wieder kamen die mannigfaltigsten Anschauungen zutage. Es wurde sowohl über die Nützlichkeit, sowie auch über die beste Art der Propaganda gesprochen. Warner fanden sich, welche davon sprachen, dass manche Ungeschicklichkeit passiert, wenn einzelne übereifrige Mitglieder Propaganda treiben. Es wurde gesagt, dass vor allem eine gewisse Art des Denkens und Fühlens den Theosophisten mache, weniger aber die Aufnahme bestimmter Dogmen und Lehren.

[ 18 ] Many members also participated in this debate, which again lasted from 2:00 to 5:00, and once again a wide variety of views came to light. The discussion covered both the usefulness of propaganda and the best methods for carrying it out. Some warned that blunders can occur when individual, overzealous members engage in propaganda. It was said that what makes one a Theosophist is, above all, a certain way of thinking and feeling, rather than the acceptance of specific dogmas and teachings.

[ 19 ] Eine weitere Frage, die man diskutierte, war: «Soll die Theosophische Gesellschaft oder ihre Teile (Sektionen, Zweige usw.) in einer offiziellen Art alles auf den Gang der Bewegung Bezügliche zur Kenntnis der Mitglieder bringen?» Man kam in Bezug auf diese Frage darin überein, dass der Präsident jedes Jahr einen detaillierten Bericht über die Vorgänge an die Sektionen gelangen lasse, der auf diese Art auch zu den Mitgliedern gelangt. Wenig Zeit blieb nur noch für die vierte Frage: «Sind Maßnahmen für eine materielle Hilfeleistung unter den Mitgliedern nötig?»

[ 19 ] Another question that was discussed was: “Should the Theosophical Society or its constituent parts (sections, branches, etc.) officially bring to the attention of the members everything pertaining to the progress of the movement?” Regarding this question, it was agreed that the President would send a detailed annual report on the proceedings to the sections, which would then be passed on to the members. There was little time left for the fourth question: “Are measures necessary to provide material assistance among the members?”

[ 20 ] Am Abend desselben Tages fand ein interessantes Konzert statt, an dem in anerkennenswerter Art die französischen Mitglieder mitwirkten: Mme Revel, M. Gaston Revel und M. Louis Revel, Mme Pauline Smith, Mme Andre-Gedalge, Mme Lasneret, Mile Roberty, Mme Strohl und Mme Alice-Heres, Mlle Jeanne Bussiere, M. Rene Billa und M. Henry Farre.

[ 20 ] That same evening, an interesting concert took place, in which the French members participated in a commendable manner: Mme Revel, Mr. Gaston Revel and Mr. Louis Revel, Mrs. Pauline Smith, Mrs. Andre-Gedalge, Mrs. Lasneret, Miss Roberty, Mrs. Strohl and Mrs. Alice-Heres, Miss Jeanne Bussiere, Mr. Rene Billa, and Mr. Henry Farre.

[ 21 ] Am Dienstag, morgens um 10 Uhr begannen wieder die Vorträge der einzelnen Mitglieder. Man war in folgenden Sektionen tätig: 1. Vorschläge, Diskussionen, Kritiken, Anträge, Resolutionen und so weiter; 2. Kunst; 3. Geschichte der Theosophischen Gesellschaft und der theosophischen Bewegung; 4. Wissenschaft und Grenzgebiete nach den verschiedenen Richtungen hin; 5. Bruderschaft; 6. Verwaltung, Propaganda, Arbeitsmethoden und so weiter.

[ 21 ] On Tuesday at 10 a.m., the presentations by individual members began again. Work was carried out in the following sections: 1. Suggestions, discussions, critiques, motions, resolutions, and so on; 2. Art; 3. History of the Theosophical Society and the Theosophical Movement; 4. Science and related fields across various disciplines; 5. Brotherhood; 6. Administration, publicity, working methods, and so on.

[ 22 ] In der ersten Sektion wurde über eine einheitliche Weltsprache, «Esperanto», deren Möglichkeit und Zweckmäßigkeit verhandelt. In der zweiten Sektion gab Ed. Bailly eine Ausführung über altägyptische Musik, die von Gesangproben begleitet war. Es handelte sich um eine «Anrufung der Planetengeister»; die Beziehung der sieben Vokale zu den Planetengeistern wurde dabei erörtert. Weiter entwickelte Madame Andre-Gedalge eine mystische Deutung von Mozarts «Zauberflöte». Sie führte aus, wie Mozart, Beethoven und Haydn durch ihre Einweihung in die Freimaurerei vom «schottischen Ritus» ihren Musikwerken eine okkulte Grundlage geben konnten. - In der dritten Sektion sprach P. C. [Taraporewalla] über die theosophische Bewegung in Indien und deren Bedeutung für das religiöse Leben in diesem Lande. In der vierten Sektion fand ein Vortrag Dr. Th. Pascals statt über: «Le mécanisme du rêve cérébral». Es ist kaum möglich, die feinsinnigen Auseinandersetzungen des französischen theosophischen Forschers wiederzugeben, der sich bemüht, eine echt wissenschaftliche Grundlage für gewisse theosophische Ansichten zu gewinnen. —Danach gab F. Bligh Bond eine Auseinandersetzung über «Rhythmische Energien und Formgestaltung mit Illustrationen». Durch die Kombination von Pendeln, die in verschiedenen Richtungen und mit verschiedenen Geschwindigkeiten schwingen und welche die Bewegung auf einem Blatte mit einem angehängten Stift fixieren, werden sehr komplizierte Schwingungsbilder erzeugt. Dadurch kann eine Vorstellung von den in der Materie tätigen Kräften hervorgebracht werden. - Miss Ward sprach dann davon, dass es wünschenswert wäre, wenn an den verschiedensten Orten sich geeignete Personen fänden, welche alles sammelten, was die neuere naturwissenschaftliche und sonstige Forschung als Beleg für die in H. P. Blavatskys «Geheimlehre» enthaltenen Theorien aufzubringen vermag. Die Wissenschaft habe seit dem Erscheinen dieses Buches viel Neues gefunden. Würde man es sammeln und mit der «Geheimlehre» in entsprechender Art vergleichen, so würde man erst sehen, welch einen Schatz von Weisheit in dem genannten Werke die Menschheit erhalten hat. Monsieur le Commandant D. A. Courmes sprach in der fünften Sektion über den «Materiellen Beistand innerhalb der theosophischen Bewegung». In der sechsten Sektion gab Ré Levie eine Auseinandersetzung über das systematische Studium der Kabbalah mithilfe des theosophischen Schlüssels.

[ 22 ] In the first session, the feasibility and practicality of a universal world language, “Esperanto,” were discussed. In the second section, Ed. Bailly gave a presentation on ancient Egyptian music, accompanied by vocal samples. It was an “invocation of the planetary spirits”; the relationship between the seven vowels and the planetary spirits was discussed. Madame Andre-Gedalge then presented a mystical interpretation of Mozart’s “Magic Flute.” She explained how Mozart, Beethoven, and Haydn were able to give their musical works an occult foundation through their initiation into Freemasonry of the “Scottish Rite.”—In the third session, P. C. [Taraporewalla] spoke about the Theosophical Movement in India and its significance for religious life in that country. In the fourth section, Dr. Th. Pascal gave a lecture on “Le mécanisme du rêve cérébral.” It is hardly possible to convey the subtle arguments of this French theosophical researcher, who strives to establish a genuinely scientific foundation for certain theosophical views. —Following this, F. Bligh Bond presented a discussion on “Rhythmic Energies and Form Creation with Illustrations.” By combining pendulums that swing in different directions and at different speeds—and which record their movement on a sheet of paper using an attached pen—very complex oscillation patterns are produced. This helps create a mental image of the forces at work within matter. - Miss Ward then spoke of how desirable it would be if, in various locations, suitable individuals could be found to collect all that recent scientific and other research can provide as evidence for the theories contained in H. P. Blavatsky’s *The Secret Doctrine*. Science has discovered much that is new since the publication of this book. If one were to collect this information and compare it appropriately with the *Esoteric Doctrine*, one would then see what a treasure trove of wisdom humanity has received in the aforementioned work. Monsieur le Commandant D. A. Courmes spoke in the fifth section on “Material Assistance within the Theosophical Movement.” In the sixth section, Ré Levie presented a discussion on the systematic study of Kabbalah using the theosophical key.

[ 23 ] Am Nachmittag fand die Schlusssitzung des Kongresses statt. Bedauerlicherweise konnte der Präsident Olcott nicht an dieser Sitzung teilnehmen; Unwohlsein verhinderte ihn daran. Zunächst wurde verkündet, dass ein Begrüßungstelegramm an Mrs Besant abgehen solle und dass der Kongress im nächsten Jahre in Deutschland stattfinden solle.

[ 23 ] The closing session of the convention took place in the afternoon. Unfortunately, President Olcott was unable to attend this session; he was prevented from doing so by illness. First, it was announced that a telegram of greeting would be sent to Mrs. Besant and that the convention would be held in Germany the following year.

[ 24 ] Dann sprachen die Generalsekretäre der verschiedenen Länder im Namen ihrer Sektionen die Schlussworte, und zwar: Dr. Th. Pascal für die französische, Arvid Knös für die skandinavische, Miss Kate Spink für die britische, W. B. Fricke für die holländische, Professor Dr. O. Penzig für die italienische und Dr. Rudolf Steiner für die Deutsche Sektion. Der Sekretär der Föderation, Johan van Manen, gab geschäftliche Mitteilungen. In erhebender Weise wurde der Kongress abgeschlossen durch einen «Schluss-Chor», der von Rita Strohl komponiert ist.

[ 24 ] Then the general secretaries of the various countries delivered the closing remarks on behalf of their respective sections, namely: Dr. Th. Pascal for the French Section, Arvid Knös for the Scandinavian Section, Miss Kate Spink for the British Section, W. B. Fricke for the Dutch Section, Professor Dr. O. Penzig for the Italian Section, and Dr. Rudolf Steiner for the German Section. The Federation’s secretary, Johan van Manen, delivered administrative announcements. The congress concluded on a uplifting note with a “Closing Chorus” composed by Rita Strohl.

[ 25 ] Im Besonderen soll auch noch hervorgehoben werden, dass sich während der Debatten die Herren P. E. Bernhard, Johan van Manen und Xifré der Mühe unterzogen, die in verschiedenen Sprachen vorgebrachten Ausführungen in französischer Sprache wiederzugeben.

[ 25 ] In particular, it should also be noted that during the debates, Messrs. P. E. Bernhard, Johan van Manen, and Xifré took the trouble to translate the remarks made in various languages into French.

[ 26 ] Am Mittwoch fand eine Exkursion nach Meudon statt, zu Schiff auf der Seine. Die liebenswürdige Art, in der an diesem Nachmittage die französischen Freunde sich der auswärtigen Besucher annahmen, gab einen schönen Abschluss des ganzen Kongresses.

[ 26 ] On Wednesday, an excursion to Meudon took place by boat on the Seine. The gracious manner in which our French friends looked after the visiting guests that afternoon provided a lovely conclusion to the entire congress.