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The Occult Movement
in the Nineteenth Century
and its Relationship to World Culture
GA 254

10 October 1915, Dornach

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Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
  1. The Occult Movement in the Nineteenth Century, tr. Osmond
  2. The Occult Movement, tr. SOL

Erster Vortrag

Erster Vortrag

[ 1 ] Wenn Sie solche Auseinandersetzungen nehmen, wie wir sie in der letzten Zeit gepflogen haben, so werden Sie einsehen, wie in unserer Zeit, nicht aus menschlicher Willkür heraus, sondern gewissermaßen aus einer geschichtlichen Notwendigkeit, eine materialistische Weltanschauung, ein materialistisches Denken herrscht.

[ 1 ] Wenn Sie solche Auseinandersetzungen nehmen, wie wir sie in der letzten Zeit gepflogen haben, so werden Sie einsehen, wie in unserer Zeit, nicht aus menschlicher Willkür heraus, sondern gewissermaßen aus einer geschichtlichen Notwendigkeit, eine materialistische Weltanschauung, ein materialistisches Denken herrscht.

[ 2 ] Wer die Entwickelung der Menschheit in bezug auf deren geistige Angelegenheiten kennt, der weiß, daß im Grunde genommen alle früheren Jahrhunderte und Jahrtausende eine größere Teilnahme der Menschheit an dem spirituellen Leben zeigten als die letzten vier bis fünf Jahrhunderte. Wir wissen ja, mit welcher allgemeinen Erscheinung dies zusammenhängt. Wir wissen, daß ganz ursprünglich in der Erdenentwickelung die Menschheit die Erbschaft des alten Mondenhellsehens hatte. Wir können uns auch eine Vorstellung darüber machen, daß in den ersten Zeiten der Erdenentwickelung dieses alte Hellsehen sehr bedeutend, sehr rege war, so daß dazumal die Menschen außerordentlich viel gewissermaßen spirituell überschauen konnten. Dann wurde das alte Hellsehen geringer und geringer, es traten die Zeiten ein, in denen für die große Mehrzahl der Menschen die Fähigkeit, in die geistige Welt hineinzuschauen, hingeschwunden war, und es trat die Zeit ein, in der für die menschliche Seelenentwickelung als Ersatz das Mysterium von Golgatha eintrat. Aber es blieb immer noch ein gewisser Rest der alten menschlichen Seelenfähigkeiten zurück, und diesen Rest finden wir, wenn wir zum Beispiel den Blick auf dasjenige richten, was bis ins 14., 15., auch noch bis ins 16., 17. Jahrhundert hinein Naturwissenschaft war. Denn diese war etwas ganz anderes als die heutige Naturwissenschaft; es war eine Naturwissenschaft, die zum Teil noch, wenn auch nicht mit einem klaren imaginativen Hellsehen, so doch mit den Überresten alter Inspirationen und Intuitionen rechnen konnte, die dann verarbeitet wurden von den sogenannten Alchimisten. Solch ein Alchimist, wenn er ehrlich war und nicht auf egoistischen Gewinn ausging, arbeitete in gewisser Beziehung noch mit den alten Inspirationen und Intuitionen. Indem er äußerlich hantierte, wirkten in ihm, wenn auch nicht mehr mit einem starken Wissen, doch noch die alten Reste des Hellsehens. Aber immer geringer wurde die Zahl der Menschen, welche solche alte hellseherische Reste hatten. Ich habe schon oft angedeutet: diese hellseherischen Reste können heute sehr leicht herausgeholt werden aus dem menschlichen Gemüte in dem atavistisch-visionären Hellsehen. Wir haben in der verschiedensten Weise gezeigt, wie in unserer heutigen Zeit dieses atavistisch-visionäre Hellsehen auftreten kann.

[ 2 ] Wer die Entwickelung der Menschheit in bezug auf deren geistige Angelegenheiten kennt, der weiß, daß im Grunde genommen alle früheren Jahrhunderte und Jahrtausende eine größere Teilnahme der Menschheit an dem spirituellen Leben zeigten als die letzten vier bis fünf Jahrhunderte. Wir wissen ja, mit welcher allgemeinen Erscheinung dies zusammenhängt. Wir wissen, daß ganz ursprünglich in der Erdenentwickelung die Menschheit die Erbschaft des alten Mondenhellsehens hatte. Wir können uns auch eine Vorstellung darüber machen, daß in den ersten Zeiten der Erdenentwickelung dieses alte Hellsehen sehr bedeutend, sehr rege war, so daß dazumal die Menschen außerordentlich viel gewissermaßen spirituell überschauen konnten. Dann wurde das alte Hellsehen geringer und geringer, es traten die Zeiten ein, in denen für die große Mehrzahl der Menschen die Fähigkeit, in die geistige Welt hineinzuschauen, hingeschwunden war, und es trat die Zeit ein, in der für die menschliche Seelenentwickelung als Ersatz das Mysterium von Golgatha eintrat. Aber es blieb immer noch ein gewisser Rest der alten menschlichen Seelenfähigkeiten zurück, und diesen Rest finden wir, wenn wir zum Beispiel den Blick auf dasjenige richten, was bis ins 14., 15., auch noch bis ins 16., 17. Jahrhundert hinein Naturwissenschaft war. Denn diese war etwas ganz anderes als die heutige Naturwissenschaft; es war eine Naturwissenschaft, die zum Teil noch, wenn auch nicht mit einem klaren imaginativen Hellsehen, so doch mit den Überresten alter Inspirationen und Intuitionen rechnen konnte, die dann verarbeitet wurden von den sogenannten Alchimisten. Solch ein Alchimist, wenn er ehrlich war und nicht auf egoistischen Gewinn ausging, arbeitete in gewisser Beziehung noch mit den alten Inspirationen und Intuitionen. Indem er äußerlich hantierte, wirkten in ihm, wenn auch nicht mehr mit einem starken Wissen, doch noch die alten Reste des Hellsehens. Aber immer geringer wurde die Zahl der Menschen, welche solche alte hellseherische Reste hatten. Ich habe schon oft angedeutet: diese hellseherischen Reste können heute sehr leicht herausgeholt werden aus dem menschlichen Gemüte in dem atavistisch-visionären Hellsehen. Wir haben in der verschiedensten Weise gezeigt, wie in unserer heutigen Zeit dieses atavistisch-visionäre Hellsehen auftreten kann.

[ 3 ] Aus alledem aber wird Ihnen hervorgehen, daß, je mehr wir uns in der Menschheitsentwickelung unserer Zeit nähern, wir es doch zu tun haben mit einer Abnahme alter Seelenkräfte und mit einem Heraufkommen von solchen Neigungen der menschlichen Seele, die mehr auf die Beobachtung der äußeren sinnlichen Welt gehen. Es bereitete sich das langsam vor und hat wirklich im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt erlangt, gerade in der Mitte des 19. Jahrhunderts. So wenig klar dies auch heute noch dem Menschen ist, der sich mit diesen Dingen weniger beschäftigt, so klar wird es dem Menschen der Zukunft sein, daß wirklich in bezug auf die materialistischen Neigungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, namentlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts, ein Höhepunkt war. Die stärksten materialistischen Neigungen entwickelten sich da. Aber jede Neigung hat zur gleichen Zeit zur Folge, daß sich gewisse Talente ausbilden. Und das Große, das Gewaltige, das sich in der materialistischen wissenschaftlichen Methode ausgebildet hat, das rührt eben davon her, daß diese Neigungen der Seele, sich an die äußere sinnliche Welt zu halten, damals aufgetaucht sind.

[ 3 ] Aus alledem aber wird Ihnen hervorgehen, daß, je mehr wir uns in der Menschheitsentwickelung unserer Zeit nähern, wir es doch zu tun haben mit einer Abnahme alter Seelenkräfte und mit einem Heraufkommen von solchen Neigungen der menschlichen Seele, die mehr auf die Beobachtung der äußeren sinnlichen Welt gehen. Es bereitete sich das langsam vor und hat wirklich im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt erlangt, gerade in der Mitte des 19. Jahrhunderts. So wenig klar dies auch heute noch dem Menschen ist, der sich mit diesen Dingen weniger beschäftigt, so klar wird es dem Menschen der Zukunft sein, daß wirklich in bezug auf die materialistischen Neigungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, namentlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts, ein Höhepunkt war. Die stärksten materialistischen Neigungen entwickelten sich da. Aber jede Neigung hat zur gleichen Zeit zur Folge, daß sich gewisse Talente ausbilden. Und das Große, das Gewaltige, das sich in der materialistischen wissenschaftlichen Methode ausgebildet hat, das rührt eben davon her, daß diese Neigungen der Seele, sich an die äußere sinnliche Welt zu halten, damals aufgetaucht sind.

[ 4 ] Nun müssen wir uns aber das, was eben gewissermaßen als Entwickelungsmoment der Menschheit angegeben worden ist, begleitet denken von einer anderen Erscheinung. Wenn Sie sich im Geiste zurückversetzen in die Urzeiten der geistigen Menschheitsentwickelung, so werden Sie finden: Dazumal waren, namentlich in bezug auf spirituelles Wissen, die Menschen in einer verhältnismäßig glücklichen Lage. Die meisten, fast alle Menschen wußten von der geistigen Welt durch unmittelbare Anschauung. So wie die heutigen Menschen von den Mineralien, Pflanzen und Tieren Wahrnehmungen haben, so wie sie von Tönen und Farben wissen, so wußten diese Menschen von der geistigen Welt. Sie wußten auch ganz im Konkreten von dieser geistigen Welt, so daß es in diesen alten Zeiten niemand eigentlich gab, der nicht in der Zeit, in der das volle Wachbewußtsein für die äußere sinnliche Welt schlafend oder träumend herabgedämmert war, mit den in seinem Leben ihm nahegestandenen Toten einen Zusammenhang gehabt hätte. Man konnte gewissermaßen während des Wachzustandes mit den Lebenden, während des Schlaf- oder Traumzustandes mit den Toten verkehren. Eine Lehre darüber, daß es eine Unsterblichkeit der Seele gibt, wäre in den Urzeiten der Menschheit selbstverständlich eine überflüssige Sache gewesen, so wie es heute eine überflüssige Sache wäre, zu beweisen, daß es Pflanzen gibt. Denken Sie, wie das wäre, wenn heute jemand beweisen wollte: es gibt Pflanzen. So aber wäre es in den Urzeiten gewesen, wenn jemand hätte beweisen wollen: es gibt ein Seelenleben auch nach dem Tode.

[ 4 ] Nun müssen wir uns aber das, was eben gewissermaßen als Entwickelungsmoment der Menschheit angegeben worden ist, begleitet denken von einer anderen Erscheinung. Wenn Sie sich im Geiste zurückversetzen in die Urzeiten der geistigen Menschheitsentwickelung, so werden Sie finden: Dazumal waren, namentlich in bezug auf spirituelles Wissen, die Menschen in einer verhältnismäßig glücklichen Lage. Die meisten, fast alle Menschen wußten von der geistigen Welt durch unmittelbare Anschauung. So wie die heutigen Menschen von den Mineralien, Pflanzen und Tieren Wahrnehmungen haben, so wie sie von Tönen und Farben wissen, so wußten diese Menschen von der geistigen Welt. Sie wußten auch ganz im Konkreten von dieser geistigen Welt, so daß es in diesen alten Zeiten niemand eigentlich gab, der nicht in der Zeit, in der das volle Wachbewußtsein für die äußere sinnliche Welt schlafend oder träumend herabgedämmert war, mit den in seinem Leben ihm nahegestandenen Toten einen Zusammenhang gehabt hätte. Man konnte gewissermaßen während des Wachzustandes mit den Lebenden, während des Schlaf- oder Traumzustandes mit den Toten verkehren. Eine Lehre darüber, daß es eine Unsterblichkeit der Seele gibt, wäre in den Urzeiten der Menschheit selbstverständlich eine überflüssige Sache gewesen, so wie es heute eine überflüssige Sache wäre, zu beweisen, daß es Pflanzen gibt. Denken Sie, wie das wäre, wenn heute jemand beweisen wollte: es gibt Pflanzen. So aber wäre es in den Urzeiten gewesen, wenn jemand hätte beweisen wollen: es gibt ein Seelenleben auch nach dem Tode.

[ 5 ] Diese Fähigkeit, mit der geistigen Welt zusammenzuleben, hat sich nach und nach in der Menschheit verloren. Gewiß waren immer einzelne da, die das Sehertum ausbildeten, die die Gelegenheit benutzten, welche der Menschheit noch gegeben war, ein besonderes Sehertum auszubilden. Aber auch das wurde immer schwieriger. Wie bildete man in alten Zeiten ein besonderes Sehertum aus? Sehen Sie, wenn man zum Beispiel heute noch mit Innigkeit die Philosophie Platos oder das, was von der Philosophie Feraklits vorhanden ist, durcharbeitet, so muß man diese Philosophien, insbesondere die älteren griechischen Philosophien ganz anders nehmen als die Philosophien der späteren Zeit. Versuchen Sie einmal das erste Kapitel der «Rätsel der Philosophie» zu lesen, wo ich dargestellt habe, wie diese alten Philosophen, Thales und Parmenides, Anaximenes und Heraklit noch zusammenhängen mit ihrem "Temperament. Das ist bisher noch nicht dargestellt worden. Es ist das zum erstenmal in meinem Buche «Die Rätsel der Philosophie» dargestellt. Es wird daher noch eine lange Zeit brauchen, bis es geglaubt werden wird. Das macht aber nichts. Bis zu Plato hat man das Gefühl, die Philosophie, die da geboten wird, ergreift noch den ganzen Menschen. Das hört auf bei Aristoteles. Bei dem hat man das Gefühl, daß man es mit einer gelernten, einer Gelehrtenphilosophie zu tun hat. Daher gehört auch noch etwas mehr dazu, Plato zu verstehen, als der heutige Philosoph gewöhnlich aufzubringen vermag. Daher kommt es auch, daß zwischen Plato und Aristoteles eine Kluft besteht. Aristoteles ist schon Gelehrter im neueren Sinne, Plato ist der letzte Philosoph im alten griechischen Sinne, er ist ein Philosoph, der noch etwas von den lebendigen Begriffen hat. Solange man solch eine Philosophie hat, geht der Zusammenhang mit der geistigen Welt nicht verloren, und sie hat sich lange, bis ins Mittelalter hinein, fortgepflanzt. Das Mittelalter hat die Philosophie nicht fortgebildet, sondern hat die aristotelische Philosophie übernommen. Und es tat in bezug auf seine Zeit gut daran, diese aristotelische Philosophie bis zu einer gewissen Zeit einfach zu übernehmen. Auch die platonische Philosophie wurde übernommen. | Nun, solange in alten Zeiten wenigstens die Anlagen da waren zu einem gewissen Hellsehen, da geschah etwas sehr Bedeutsames, wenn die Menschen diese Philosophie auf sich wirken ließen. Heute wirkt eine Philosophie nur auf den Kopf, nur auf das Denken. Daher meiden so viele die Philosophie, weil sie das Denken nicht lieben. Und besonders weil es keine Sensationen bietet, wollen sie Philosophie nicht studieren. Die alte Philosophie aber, hereingenommen in die menschliche Seele, befruchtete noch durch ihre größere lebendige Gewalt die zurückgebliebenen Reste der seherischen Anlagen. Eine solche Philosophie war noch die platonische, selbst noch die aristotelische. Sie waren noch nicht so abstrakt wie die heutigen Philosophien, sie befruchteten noch die seherischen Anlagen. Und so geschah es, daß diejenigen Menschen, die sich solcher Philosophie hingaben, die sonst unter das Niveau hinuntersinkenden seherischen Anlagen befruchteten. So entstanden die Seher. Weil nun das, was man über die physische Welt lernen mußte — und auch die Philosophie -, nur für den physischen Plan Bedeutung hatte, aber immer mehr an Bedeutung gewann, entfernte man sich mehr und mehr von den Resten des alten Hellsehens. Da konnte man nicht mehr hinunter. Es gab immer mehr Schwierigkeiten, ein Seher zu werden. Das wird erst wieder möglich sein, wenn die neue Methode, deren Anfang gemacht worden ist mit «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», der Menschheit plausibel erscheinen wird.

[ 5 ] Diese Fähigkeit, mit der geistigen Welt zusammenzuleben, hat sich nach und nach in der Menschheit verloren. Gewiß waren immer einzelne da, die das Sehertum ausbildeten, die die Gelegenheit benutzten, welche der Menschheit noch gegeben war, ein besonderes Sehertum auszubilden. Aber auch das wurde immer schwieriger. Wie bildete man in alten Zeiten ein besonderes Sehertum aus? Sehen Sie, wenn man zum Beispiel heute noch mit Innigkeit die Philosophie Platos oder das, was von der Philosophie Feraklits vorhanden ist, durcharbeitet, so muß man diese Philosophien, insbesondere die älteren griechischen Philosophien ganz anders nehmen als die Philosophien der späteren Zeit. Versuchen Sie einmal das erste Kapitel der «Rätsel der Philosophie» zu lesen, wo ich dargestellt habe, wie diese alten Philosophen, Thales und Parmenides, Anaximenes und Heraklit noch zusammenhängen mit ihrem "Temperament. Das ist bisher noch nicht dargestellt worden. Es ist das zum erstenmal in meinem Buche «Die Rätsel der Philosophie» dargestellt. Es wird daher noch eine lange Zeit brauchen, bis es geglaubt werden wird. Das macht aber nichts. Bis zu Plato hat man das Gefühl, die Philosophie, die da geboten wird, ergreift noch den ganzen Menschen. Das hört auf bei Aristoteles. Bei dem hat man das Gefühl, daß man es mit einer gelernten, einer Gelehrtenphilosophie zu tun hat. Daher gehört auch noch etwas mehr dazu, Plato zu verstehen, als der heutige Philosoph gewöhnlich aufzubringen vermag. Daher kommt es auch, daß zwischen Plato und Aristoteles eine Kluft besteht. Aristoteles ist schon Gelehrter im neueren Sinne, Plato ist der letzte Philosoph im alten griechischen Sinne, er ist ein Philosoph, der noch etwas von den lebendigen Begriffen hat. Solange man solch eine Philosophie hat, geht der Zusammenhang mit der geistigen Welt nicht verloren, und sie hat sich lange, bis ins Mittelalter hinein, fortgepflanzt. Das Mittelalter hat die Philosophie nicht fortgebildet, sondern hat die aristotelische Philosophie übernommen. Und es tat in bezug auf seine Zeit gut daran, diese aristotelische Philosophie bis zu einer gewissen Zeit einfach zu übernehmen. Auch die platonische Philosophie wurde übernommen. | Nun, solange in alten Zeiten wenigstens die Anlagen da waren zu einem gewissen Hellsehen, da geschah etwas sehr Bedeutsames, wenn die Menschen diese Philosophie auf sich wirken ließen. Heute wirkt eine Philosophie nur auf den Kopf, nur auf das Denken. Daher meiden so viele die Philosophie, weil sie das Denken nicht lieben. Und besonders weil es keine Sensationen bietet, wollen sie Philosophie nicht studieren. Die alte Philosophie aber, hereingenommen in die menschliche Seele, befruchtete noch durch ihre größere lebendige Gewalt die zurückgebliebenen Reste der seherischen Anlagen. Eine solche Philosophie war noch die platonische, selbst noch die aristotelische. Sie waren noch nicht so abstrakt wie die heutigen Philosophien, sie befruchteten noch die seherischen Anlagen. Und so geschah es, daß diejenigen Menschen, die sich solcher Philosophie hingaben, die sonst unter das Niveau hinuntersinkenden seherischen Anlagen befruchteten. So entstanden die Seher. Weil nun das, was man über die physische Welt lernen mußte — und auch die Philosophie -, nur für den physischen Plan Bedeutung hatte, aber immer mehr an Bedeutung gewann, entfernte man sich mehr und mehr von den Resten des alten Hellsehens. Da konnte man nicht mehr hinunter. Es gab immer mehr Schwierigkeiten, ein Seher zu werden. Das wird erst wieder möglich sein, wenn die neue Methode, deren Anfang gemacht worden ist mit «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», der Menschheit plausibel erscheinen wird.

[ 6 ] Sie sehen, es geht also zunächst durchaus abwärts, um bei einer materialistischen Periode anzukommen, die, wie wir sahen, ihren Höhepunkt, man könnte auch sagen Tiefpunkt, in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat. Es ist sicher: Die Verhältnisse werden immer schwieriger und schwieriger, aber es dürfen doch nicht gewissermaßen die Fäden zerrissen werden mit den früheren Entwickelungsimpulsen der Menschheit.

[ 6 ] Sie sehen, es geht also zunächst durchaus abwärts, um bei einer materialistischen Periode anzukommen, die, wie wir sahen, ihren Höhepunkt, man könnte auch sagen Tiefpunkt, in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat. Es ist sicher: Die Verhältnisse werden immer schwieriger und schwieriger, aber es dürfen doch nicht gewissermaßen die Fäden zerrissen werden mit den früheren Entwickelungsimpulsen der Menschheit.

[ 7 ] Wenn wir uns die Linien aufzeichnen, wie sich das Sehertum entwickelt hat, dann ist es so:

[ 7 ] Wenn wir uns die Linien aufzeichnen, wie sich das Sehertum entwickelt hat, dann ist es so:

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[ 8 ] Hier (gelb) ist das Sehertum noch vorhanden in voller Blüte, es schwindet immer mehr und mehr (grün); hier hätten wir die Mitte des 19. Jahrhunderts, den Tiefpunkt, und da müßte es wieder hinaufgehen.

[ 8 ] Hier (gelb) ist das Sehertum noch vorhanden in voller Blüte, es schwindet immer mehr und mehr (grün); hier hätten wir die Mitte des 19. Jahrhunderts, den Tiefpunkt, und da müßte es wieder hinaufgehen.

[ 9 ] Aber wenn wir nun das Verstehen der geistigen Welt nehmen - ja, das Verstehen der geistigen Welt ist wieder etwas anderes als das Sehertum. So wie die Wissenschaft für die Welt etwas anderes ist als bloße Sinneswahrnehmung, so ist das Hellsehen etwas anderes als das Verstehen des Gesehenen. So kommt es, daß in den ältesten Zeiten die Menschen sich zum großen Teile mit dem Sehen begnügt haben, daß sie überhaupt nicht dazu kamen, viel nachzudenken; sie hatten alles in ihrem Sehertum gegeben. Aber immer mehr und mehr kam auch das Denken herauf. So daß ich die Linie des Denkens über die geistigen Welten so ziehen kann (siehe Zeichnung): Das wäre die Linie des Schauens, des Sehens: a-b, und das wäre die Linie des Denkens: c-d.

[ 9 ] Aber wenn wir nun das Verstehen der geistigen Welt nehmen - ja, das Verstehen der geistigen Welt ist wieder etwas anderes als das Sehertum. So wie die Wissenschaft für die Welt etwas anderes ist als bloße Sinneswahrnehmung, so ist das Hellsehen etwas anderes als das Verstehen des Gesehenen. So kommt es, daß in den ältesten Zeiten die Menschen sich zum großen Teile mit dem Sehen begnügt haben, daß sie überhaupt nicht dazu kamen, viel nachzudenken; sie hatten alles in ihrem Sehertum gegeben. Aber immer mehr und mehr kam auch das Denken herauf. So daß ich die Linie des Denkens über die geistigen Welten so ziehen kann (siehe Zeichnung): Das wäre die Linie des Schauens, des Sehens: a-b, und das wäre die Linie des Denkens: c-d.

[ 10 ] In den alten Zeiten des Sehens ist der Mensch mit seinem Sehen beschäftigt, da liegt das Denken gewissermaßen im Unterbewußten der Seele. Die alten Seher denken nicht. Es ist ihnen alles durch ihr Sehen unmittelbar gegeben. Erst in den Zeiten um das 3. bis 4. Jahrtausend ergreift das Denken das Sehen. Da gab es eine Blütezeit in der indischen, persischen, ägyptisch-chaldäischen und auch in der ganz alten griechischen Kultur; eine Blütezeit, in welcher in der Menschenseele das noch ganz frische Denken sich vermählte mit dem Schauen. Da war das Denken noch nicht so ausspintisiert wie in unserer Zeit. Da hatte man einige große, umfassende Begriffe und dazu das Schauen (e). So etwas war, wenn auch da schon abgeschwächt, zum Beispiel besonders heimisch bei den Sehern, welche die samothrakischen Mysterien gründeten und darin brachten die große, monumentale Lehre von den vier Göttern: Axieros, Axiokersos, Axiokersa und Kadmillos. Diese große, monumentale Lehre von den vier kabirischen Göttern, die einstmals vorhanden war auf der thrakischen Insel Samos, in Samothrakien, war so, daß derjenige, der in sie eingeweiht wurde, einige große Begriffe bekam und damit dann verbinden konnte, was noch an Ergebnissen des alten Sehertums vorhanden war. Vielleicht können wir auch solche Dinge noch einmal genauer schildern.

[ 10 ] In den alten Zeiten des Sehens ist der Mensch mit seinem Sehen beschäftigt, da liegt das Denken gewissermaßen im Unterbewußten der Seele. Die alten Seher denken nicht. Es ist ihnen alles durch ihr Sehen unmittelbar gegeben. Erst in den Zeiten um das 3. bis 4. Jahrtausend ergreift das Denken das Sehen. Da gab es eine Blütezeit in der indischen, persischen, ägyptisch-chaldäischen und auch in der ganz alten griechischen Kultur; eine Blütezeit, in welcher in der Menschenseele das noch ganz frische Denken sich vermählte mit dem Schauen. Da war das Denken noch nicht so ausspintisiert wie in unserer Zeit. Da hatte man einige große, umfassende Begriffe und dazu das Schauen (e). So etwas war, wenn auch da schon abgeschwächt, zum Beispiel besonders heimisch bei den Sehern, welche die samothrakischen Mysterien gründeten und darin brachten die große, monumentale Lehre von den vier Göttern: Axieros, Axiokersos, Axiokersa und Kadmillos. Diese große, monumentale Lehre von den vier kabirischen Göttern, die einstmals vorhanden war auf der thrakischen Insel Samos, in Samothrakien, war so, daß derjenige, der in sie eingeweiht wurde, einige große Begriffe bekam und damit dann verbinden konnte, was noch an Ergebnissen des alten Sehertums vorhanden war. Vielleicht können wir auch solche Dinge noch einmal genauer schildern.

[ 11 ] Dann sehen wir gewissermaßen das Sehertum versinken unter die Schwelle des Bewußtseins. Es wurde immer schwieriger, heraufzubringen aus den Tiefen der Seele das Sehertum. Aber natürlich konnte man einige der Begriffe behalten, sogar weiter ausbilden, und so kam endlich eine Zeit herauf, in der es Eingeweihte gab, die nicht notwendigerweise Seher zu sein brauchten; also wohlgemerkt, Eingeweihte, die nicht notwendigerweise Seher zu sein brauchten.

[ 11 ] Dann sehen wir gewissermaßen das Sehertum versinken unter die Schwelle des Bewußtseins. Es wurde immer schwieriger, heraufzubringen aus den Tiefen der Seele das Sehertum. Aber natürlich konnte man einige der Begriffe behalten, sogar weiter ausbilden, und so kam endlich eine Zeit herauf, in der es Eingeweihte gab, die nicht notwendigerweise Seher zu sein brauchten; also wohlgemerkt, Eingeweihte, die nicht notwendigerweise Seher zu sein brauchten.

[ 12 ] An den verschiedenen Orten, an denen diese Eingeweihten Vereinigungen hatten, in den Eingeweihtenschulen, nahm man einfach das, was zum Teil von alten. Zeiten her aufbewahrt war, von dem also gesagt werden konnte, alte Seher haben es gesehen, zum Teil nahm man auch dasjenige, was heraufgeholt werden konnte von Menschen, die noch die atavistischen Anlagen des Hellsehens hatten. Davon überzeugte man sich zum Teil durch historische Überlieferungen, zum Teil durch Experimente. Man überzeugte sich davon, daß es wahr ist, was man dachte. Aber nach und nach gab es in diesen Vereinigungen immer weniger Menschen, die noch in die geistige Welt hineinschauen konnten, und immer mehr solche, die die Theorie von der geistigen Welt hatten und diese in Symbolen und dergleichen ausdrückten.

[ 12 ] An den verschiedenen Orten, an denen diese Eingeweihten Vereinigungen hatten, in den Eingeweihtenschulen, nahm man einfach das, was zum Teil von alten. Zeiten her aufbewahrt war, von dem also gesagt werden konnte, alte Seher haben es gesehen, zum Teil nahm man auch dasjenige, was heraufgeholt werden konnte von Menschen, die noch die atavistischen Anlagen des Hellsehens hatten. Davon überzeugte man sich zum Teil durch historische Überlieferungen, zum Teil durch Experimente. Man überzeugte sich davon, daß es wahr ist, was man dachte. Aber nach und nach gab es in diesen Vereinigungen immer weniger Menschen, die noch in die geistige Welt hineinschauen konnten, und immer mehr solche, die die Theorie von der geistigen Welt hatten und diese in Symbolen und dergleichen ausdrückten.

[ 13 ] Denken Sie nur einmal darüber nach, was sich daraus ergeben mußte in der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts, wo die materialistischen Neigungen der Menschen auf einem Tiefpunkte angelangt waren. Es gab selbstverständlich Leute, die wußten, daß es eine geistige Welt gibt und die auch wußten, was in der geistigen Welt darinnen ist, die aber die geistige Welt nie gesehen hatten. Ja, gerade die hervorragendsten Wissenden im 19. Jahrhundert waren solche Menschen, die eigentlich gar nichts irgendwie gesehen haben von der geistigen Welt, die aber wußten, daß es eine geistige Welt gibt und die nachdenken konnten über die geistige Welt, die auch neue Wahrheiten finden konnten mit Hilfe gewisser Methoden, mit Hilfe einer gewissen Symbolik, die in der alten Tradition aufbewahrt waren. Wenn man zum Beispiel, um nur eines zu sagen, einen Menschen aufzeichnet, so kann man nichts: Besonderes daraus gewinnen, wenn man das Bild anschaut. Wenn man aber eine menschliche Gestalt mit einem Löwenkopf aufzeichnet und eine andere mit einem Stierkopf, dann kann derjenige, der gelernt hat solche Dinge auszudeuten, sehr vieles aus einer solchen symbolischen Darstellung entnehmen. Oder wenn man einen Stier mit einem Menschenkopf oder einen Löwen mit einem Menschenkopf malt, so kann derjenige, der in solche Dinge eingeweiht ist, sehr viel daraus lernen. Solche Symbole wurden sehr viel aufgezeichnet und es gab dann ernsthafte Vereinigungen, bei denen man die symbolische Sprache lernen konnte, über die ich nicht mehr sagen will, als ich gesagt habe, da die Eingeweihtenschulen diese Symbole sehr streng behütet und sie niemand mitgeteilt haben, der sich nicht verpflichtet hatte, über diese Dinge zu schweigen. Man brauchte, um ein guter Wissender zu sein, überhaupt nur diese symbolische Sprache, das heißt eine gewisse symbolische Schrift.

[ 13 ] Denken Sie nur einmal darüber nach, was sich daraus ergeben mußte in der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts, wo die materialistischen Neigungen der Menschen auf einem Tiefpunkte angelangt waren. Es gab selbstverständlich Leute, die wußten, daß es eine geistige Welt gibt und die auch wußten, was in der geistigen Welt darinnen ist, die aber die geistige Welt nie gesehen hatten. Ja, gerade die hervorragendsten Wissenden im 19. Jahrhundert waren solche Menschen, die eigentlich gar nichts irgendwie gesehen haben von der geistigen Welt, die aber wußten, daß es eine geistige Welt gibt und die nachdenken konnten über die geistige Welt, die auch neue Wahrheiten finden konnten mit Hilfe gewisser Methoden, mit Hilfe einer gewissen Symbolik, die in der alten Tradition aufbewahrt waren. Wenn man zum Beispiel, um nur eines zu sagen, einen Menschen aufzeichnet, so kann man nichts: Besonderes daraus gewinnen, wenn man das Bild anschaut. Wenn man aber eine menschliche Gestalt mit einem Löwenkopf aufzeichnet und eine andere mit einem Stierkopf, dann kann derjenige, der gelernt hat solche Dinge auszudeuten, sehr vieles aus einer solchen symbolischen Darstellung entnehmen. Oder wenn man einen Stier mit einem Menschenkopf oder einen Löwen mit einem Menschenkopf malt, so kann derjenige, der in solche Dinge eingeweiht ist, sehr viel daraus lernen. Solche Symbole wurden sehr viel aufgezeichnet und es gab dann ernsthafte Vereinigungen, bei denen man die symbolische Sprache lernen konnte, über die ich nicht mehr sagen will, als ich gesagt habe, da die Eingeweihtenschulen diese Symbole sehr streng behütet und sie niemand mitgeteilt haben, der sich nicht verpflichtet hatte, über diese Dinge zu schweigen. Man brauchte, um ein guter Wissender zu sein, überhaupt nur diese symbolische Sprache, das heißt eine gewisse symbolische Schrift.

[ 14 ] So war also der Stand in der Mitte des 19. Jahrhunderts, daß die allgemeine Menschheit, gerade die zivilisierte Menschheit, tief im Unterbewußtsein alles Schauen des Geistigen hatte, daß diese Menschheit jedoch nur materialistische Neigungen hatte. Aber es gab eine große Anzahl von Leuten, welche wußten, daß es eine geistige Welt gibt, welche wußten, daß ebenso wie wir von der Luft umgeben sind, wir von einer geistigen Welt umgeben sind. Diese Menschen waren aber zugleich mit einer gewissen Verantwortlichkeit belastet, denn sie konnten auf keine unmittelbar vorhandenen Fähigkeiten verweisen, um zu zeigen, daß es eine geistige Welt gibt, und doch wollten sie die Welt draußen nicht versinken lassen in ihre materialistischen Neigungen. So standen diejenigen, die eingeweiht waren, im 19. Jahrhundert einer ganz besonderen Situation gegenüber, der Situation, daß sie sich sagen mußten: Sollen wir ferner bloß in den engen Kreisen, in Kreisen von Vereinigungen bewahren, was uns von alten Zeiten überkommen ist, und sollen wir zusehen, wie die ganze Menschheit samt ihrer Kultur und Philosophie in den Materialismus versinkt? Sollen wir da zuschauen? — Sie durften gar nicht gleichgültig zuschauen, insbesondere diejenigen nicht, die die Dinge ganz ernst nahmen.

[ 14 ] So war also der Stand in der Mitte des 19. Jahrhunderts, daß die allgemeine Menschheit, gerade die zivilisierte Menschheit, tief im Unterbewußtsein alles Schauen des Geistigen hatte, daß diese Menschheit jedoch nur materialistische Neigungen hatte. Aber es gab eine große Anzahl von Leuten, welche wußten, daß es eine geistige Welt gibt, welche wußten, daß ebenso wie wir von der Luft umgeben sind, wir von einer geistigen Welt umgeben sind. Diese Menschen waren aber zugleich mit einer gewissen Verantwortlichkeit belastet, denn sie konnten auf keine unmittelbar vorhandenen Fähigkeiten verweisen, um zu zeigen, daß es eine geistige Welt gibt, und doch wollten sie die Welt draußen nicht versinken lassen in ihre materialistischen Neigungen. So standen diejenigen, die eingeweiht waren, im 19. Jahrhundert einer ganz besonderen Situation gegenüber, der Situation, daß sie sich sagen mußten: Sollen wir ferner bloß in den engen Kreisen, in Kreisen von Vereinigungen bewahren, was uns von alten Zeiten überkommen ist, und sollen wir zusehen, wie die ganze Menschheit samt ihrer Kultur und Philosophie in den Materialismus versinkt? Sollen wir da zuschauen? — Sie durften gar nicht gleichgültig zuschauen, insbesondere diejenigen nicht, die die Dinge ganz ernst nahmen.

[ 15 ] So geschah es denn auch, daß in der Mitte des 19. Jahrhunderts unter denjenigen Menschen, die eingeweiht waren, die Worte «Esoteriker» und «Exoteriker», wenn sie so untereinander waren, eine von der früheren abweichende Bedeutung erhielten. Es teilten sich geradezu die Okkultisten in zwei Parteien, in Exoteriker und Esoteriker. Wenn man vergleichsweise die Ausdrücke der heutigen Parlamente benützen will, die natürlich im Grunde ungeeignet sind, so könnte man vergleichen die Exoteriker mit den in den Parlamenten links sitzenden Parteien, und die Esoteriker mit den rechts sitzenden Parteien. Die Esoteriker waren nämlich diejenigen, welche auf dem strengen Standpunkte weiter fortbestehen wollten, nichts in die Öffentlichkeit kommen zu lassen von dem, was heiliges überliefertes Wissen ist, und nichts in die Offentlichkeit kommen zu lassen von dem, was für den denkenden Menschen zum Eindringen führen könnte in die symbolische Sprache. Die Esoteriker waren also gewissermaßen die Konservativen unter den Okkultisten. Und die Exoteriker — ja, man kann fragen, was sind denn die Exoteriker? Das sind eigentlich diejenigen, welche einen Teil des Esoterischen exoterisch machen wollen. Im Grunde waren die Exoteriker nichts anderes als die Esoteriker, nur waren sie geneigt, auf ihr Verantwortlichkeitsgefühl zu hören und einen Teil des esoterischen Wissens zu veröffentlichen.

[ 15 ] So geschah es denn auch, daß in der Mitte des 19. Jahrhunderts unter denjenigen Menschen, die eingeweiht waren, die Worte «Esoteriker» und «Exoteriker», wenn sie so untereinander waren, eine von der früheren abweichende Bedeutung erhielten. Es teilten sich geradezu die Okkultisten in zwei Parteien, in Exoteriker und Esoteriker. Wenn man vergleichsweise die Ausdrücke der heutigen Parlamente benützen will, die natürlich im Grunde ungeeignet sind, so könnte man vergleichen die Exoteriker mit den in den Parlamenten links sitzenden Parteien, und die Esoteriker mit den rechts sitzenden Parteien. Die Esoteriker waren nämlich diejenigen, welche auf dem strengen Standpunkte weiter fortbestehen wollten, nichts in die Öffentlichkeit kommen zu lassen von dem, was heiliges überliefertes Wissen ist, und nichts in die Offentlichkeit kommen zu lassen von dem, was für den denkenden Menschen zum Eindringen führen könnte in die symbolische Sprache. Die Esoteriker waren also gewissermaßen die Konservativen unter den Okkultisten. Und die Exoteriker — ja, man kann fragen, was sind denn die Exoteriker? Das sind eigentlich diejenigen, welche einen Teil des Esoterischen exoterisch machen wollen. Im Grunde waren die Exoteriker nichts anderes als die Esoteriker, nur waren sie geneigt, auf ihr Verantwortlichkeitsgefühl zu hören und einen Teil des esoterischen Wissens zu veröffentlichen.

[ 16 ] Das gab damals wirklich eine ausgebreitete Diskussion, von der die äußere Welt freilich nichts weiß, die aber gerade besonders heftig war in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Wahrhaftig, viel heftiger als in den Parlamenten die Streitigkeiten zwischen den Konservativen und Liberalen waren die Streitigkeiten und Diskussionen zwischen den Esoterikern und Exoterikern. Die Esoteriker stellten sich auf den Standpunkt, nur für diejenigen, welche die strengste Schweigepflicht übernehmen und einer Gesellschaft angehören wollten, irgend etwas zu sprechen von der geistigen Welt, ein Wissen von der geistigen Welt zu übergeben. Die Exoteriker sagten: Auf diesem Wege versinken diejenigen Menschen, die sich nicht einer solchen Gesellschaft, nicht einem solchen Bunde anschließen, in den Materialismus.

[ 16 ] Das gab damals wirklich eine ausgebreitete Diskussion, von der die äußere Welt freilich nichts weiß, die aber gerade besonders heftig war in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Wahrhaftig, viel heftiger als in den Parlamenten die Streitigkeiten zwischen den Konservativen und Liberalen waren die Streitigkeiten und Diskussionen zwischen den Esoterikern und Exoterikern. Die Esoteriker stellten sich auf den Standpunkt, nur für diejenigen, welche die strengste Schweigepflicht übernehmen und einer Gesellschaft angehören wollten, irgend etwas zu sprechen von der geistigen Welt, ein Wissen von der geistigen Welt zu übergeben. Die Exoteriker sagten: Auf diesem Wege versinken diejenigen Menschen, die sich nicht einer solchen Gesellschaft, nicht einem solchen Bunde anschließen, in den Materialismus.

[ 17 ] Und nun schlugen die Exoteriker einen Weg vor, und ich kann Ihnen das heute sagen: den Weg, den dazumal die Exoteriker vorgeschlagen haben, gehen wir heute. Der Weg, den wir gehen, das ist der Weg, den die Exoteriker vorgeschlagen haben, nämlich einen bestimmten Teil des esoterischen Wissens populär zu machen. Sie sehen auch, wie wir gearbeitet haben mit Zuhilfenahme dessen, was man finden kann in populären Schriften, so daß man allmählich aufsteigen kann in die geistigen Welten.

[ 17 ] Und nun schlugen die Exoteriker einen Weg vor, und ich kann Ihnen das heute sagen: den Weg, den dazumal die Exoteriker vorgeschlagen haben, gehen wir heute. Der Weg, den wir gehen, das ist der Weg, den die Exoteriker vorgeschlagen haben, nämlich einen bestimmten Teil des esoterischen Wissens populär zu machen. Sie sehen auch, wie wir gearbeitet haben mit Zuhilfenahme dessen, was man finden kann in populären Schriften, so daß man allmählich aufsteigen kann in die geistigen Welten.

[ 18 ] In der Mitte des 19. Jahrhunderts war man noch nicht so weit, daß irgend jemand aus den Anschauungen heraus so etwas zuzugeben wagte. Selbstverständlich geht es in solchen Kreisen nicht so zu, daß Abstimmungen stattfinden. Es ist, wenn man das Folgende sagt, auch schon symbolisch, aber man kann doch sagen: bei der ersten Abstimmung hatten die Esoteriker gesiegt, und die Exoteriker mußten sich fügen. Man widerstrebte nicht der Gemeinschaft, weil man die alten guten Gebote der Zusammengehörigkeit hatte. Erst in der neueren Zeit ist man so weit gekommen, daß man Mitglieder ausschließt, oder daß Mitglieder austreten. So etwas gab es früher nicht, weil man verstand, was zusammenzustehen hat in Bruderschaft. So konnten selbstverständlich die Exoteriker nichts anderes tun, als sich fügen. Aber es lastete auf ihnen ihre Verantwortlichkeit, die Verantwortlichkeit gegenüber der ganzen Menschheit. Sie fühlten sich gewissermaßen als Hüter der Evolution. Das lastete auf ihnen, und so kam es, daß es bei der ersten Abstimmung, wenn ich noch einmal das Wort gebrauchen darf, nicht blieb, sondern daß man zu dem schritt - ich werde wieder ein Wort gebrauchen, das von der Außenwelt genommen, also symbolisch ist -, was man Kompromiß nennt, zu einer Art Kompromiß. Das bedeutet das Folgende.

[ 18 ] In der Mitte des 19. Jahrhunderts war man noch nicht so weit, daß irgend jemand aus den Anschauungen heraus so etwas zuzugeben wagte. Selbstverständlich geht es in solchen Kreisen nicht so zu, daß Abstimmungen stattfinden. Es ist, wenn man das Folgende sagt, auch schon symbolisch, aber man kann doch sagen: bei der ersten Abstimmung hatten die Esoteriker gesiegt, und die Exoteriker mußten sich fügen. Man widerstrebte nicht der Gemeinschaft, weil man die alten guten Gebote der Zusammengehörigkeit hatte. Erst in der neueren Zeit ist man so weit gekommen, daß man Mitglieder ausschließt, oder daß Mitglieder austreten. So etwas gab es früher nicht, weil man verstand, was zusammenzustehen hat in Bruderschaft. So konnten selbstverständlich die Exoteriker nichts anderes tun, als sich fügen. Aber es lastete auf ihnen ihre Verantwortlichkeit, die Verantwortlichkeit gegenüber der ganzen Menschheit. Sie fühlten sich gewissermaßen als Hüter der Evolution. Das lastete auf ihnen, und so kam es, daß es bei der ersten Abstimmung, wenn ich noch einmal das Wort gebrauchen darf, nicht blieb, sondern daß man zu dem schritt - ich werde wieder ein Wort gebrauchen, das von der Außenwelt genommen, also symbolisch ist -, was man Kompromiß nennt, zu einer Art Kompromiß. Das bedeutet das Folgende.

[ 19 ] Man sagte sich, das gaben auch die Esoteriker zu: Es ist dringend notwendig, daß die allgemeine Menschheit erfährt, daß es nicht bloß Materie und nicht bloß materielle Gesetze und nichts Geistiges in der Umgebung gibt, sondern daß die allgemeine Menschheit erfährt, daß wir ebenso, wie wir von Materiellem umgeben sind, von Geistigem umgeben sind, und daß der Mensch nicht nur das ist, als was er uns entgegentritt, wenn wir ihn im materiellen Sinne anschauen, sondern daß er noch etwas in sich hat, was geistig-seelischer Natur ist. Man muß der Menschheit die Möglichkeit retten, so etwas zu wissen. Darüber kam man überein, das war der Kompromiß.

[ 19 ] Man sagte sich, das gaben auch die Esoteriker zu: Es ist dringend notwendig, daß die allgemeine Menschheit erfährt, daß es nicht bloß Materie und nicht bloß materielle Gesetze und nichts Geistiges in der Umgebung gibt, sondern daß die allgemeine Menschheit erfährt, daß wir ebenso, wie wir von Materiellem umgeben sind, von Geistigem umgeben sind, und daß der Mensch nicht nur das ist, als was er uns entgegentritt, wenn wir ihn im materiellen Sinne anschauen, sondern daß er noch etwas in sich hat, was geistig-seelischer Natur ist. Man muß der Menschheit die Möglichkeit retten, so etwas zu wissen. Darüber kam man überein, das war der Kompromiß.

[ 20 ] Aber das esoterische Wissen preiszugeben, dazu fanden sich die Esoteriker des 19. Jahrhunderts nicht bereit. Das esoterische Wissen sollte nicht preisgegeben werden. Daher mußte man eine andere Methode zulassen, die in der Welt auftrat. Wie sie zustande kam, ist eine komplizierte Geschichte. Ich habe davon öfter gesprochen; namentlich bei Gelegenheit der Gründung einzelner Zweige habe ich öfter gesprochen von den Tatsachen, die da geschehen sind. Man sagte also: Das esoterische Wissen veröffentlichen, das wollen wir nicht; aber wir wollen einmal mit dem Materialismus des Zeitalters rechnen. — Gewissermaßen war es ein begründeter Erfahrungssatz, von dem namentlich die Esoteriker ausgingen. Denn wenn wir immerhin sehen, wie in der Gegenwart das esoterische Wissen vielfach entgegengenommen wird, dann können wir schon Verständnis und Mitgefühl haben mit denjenigen, die dazumal als Esoteriker sagten: Wir wollen nichts wissen von einer Veröffentlichung esoterischen Wissens. — Wir müssen uns nur klarmachen, daß wir es immer wieder und wieder beobachten können, wie die Veröffentlichung des esoterischen Wissens geradezu zu einer Kalamität wird, und wie diejenigen, die das esoterische Wissen bekommen, selber Hemmnisse und Hindernisse aufwerfen gegen die Verbreitung des esoterischen Wissens. Wir haben ja in den letzten Wochen vielfach davon gesprochen, Solche Hemmnisse und Hindernisse, die da aufgeworfen werden, werden noch viel zu wenig berücksichtigt. Man muß wirklich die schlimmsten Erfahrungen machen, wenn es sich darum handelt, das esoterische Wissen zu veröffentlichen. Wenn man den besten Willen hat, auch dem einzelnen Hilfe zu leisten: schon in den elementarsten Dingen ergeben sich Kalamitäten! Sie glauben gar nicht, wie oft es immer wieder vorkommt, daß dem einzelnen dieser oder jener Rat gegeben wird. Der Rat gefällt ihm aber nicht. Wenn die Außenwelt davon spricht, daß ein Okkultist, der so wirkt, wie hier gewirkt wird, eine große Autorität habe, so ist das nur eine Rederei. Solange Ratschläge gegeben werden, die gefallen, kommt der Okkultist meist durch. Aber wenn Ratschläge gegeben werden, die nicht mehr gefallen, so nimmt man sie nicht an. Die Menschen drohen sogar und sagen: Wenn du mir nicht andere Ratschläge gibst, so komme ich mit mir nicht zurecht. — Bis zu Drohungen geht das, und dabei liegt nichts anderes vor, als daß man das,was dem Betreffenden gut ist, gesagt hat. Da er aber etwas anderes haben will, so sagt er: Ich habe jetzt lange genug gewartet, sage mir jetzt, um was es sich handelt! Es wurde ihm das schon längst gesagt, aber das gefällt ihm nicht. Das führt dann immer weiter und endlich dazu, daß diejenigen, welche zuerst die allerautoritätsgläubigsten Anhänger waren, die allererbittertsten Feinde werden. Sie erwarten nämlich Ratschläge, die sie haben möchten, und sobald sie andere erhalten als die, welche sie haben wollen, verwandeln sie sich in erbitterte Feinde. Gerade unsere Zeit also lehrt uns, daß wir nicht einfach verurteilen können die Esoteriker, die da sagten, sie lassen sich nicht ein auf eine Popularisierung der esoterischen Wahrheiten.

[ 20 ] Aber das esoterische Wissen preiszugeben, dazu fanden sich die Esoteriker des 19. Jahrhunderts nicht bereit. Das esoterische Wissen sollte nicht preisgegeben werden. Daher mußte man eine andere Methode zulassen, die in der Welt auftrat. Wie sie zustande kam, ist eine komplizierte Geschichte. Ich habe davon öfter gesprochen; namentlich bei Gelegenheit der Gründung einzelner Zweige habe ich öfter gesprochen von den Tatsachen, die da geschehen sind. Man sagte also: Das esoterische Wissen veröffentlichen, das wollen wir nicht; aber wir wollen einmal mit dem Materialismus des Zeitalters rechnen. — Gewissermaßen war es ein begründeter Erfahrungssatz, von dem namentlich die Esoteriker ausgingen. Denn wenn wir immerhin sehen, wie in der Gegenwart das esoterische Wissen vielfach entgegengenommen wird, dann können wir schon Verständnis und Mitgefühl haben mit denjenigen, die dazumal als Esoteriker sagten: Wir wollen nichts wissen von einer Veröffentlichung esoterischen Wissens. — Wir müssen uns nur klarmachen, daß wir es immer wieder und wieder beobachten können, wie die Veröffentlichung des esoterischen Wissens geradezu zu einer Kalamität wird, und wie diejenigen, die das esoterische Wissen bekommen, selber Hemmnisse und Hindernisse aufwerfen gegen die Verbreitung des esoterischen Wissens. Wir haben ja in den letzten Wochen vielfach davon gesprochen, Solche Hemmnisse und Hindernisse, die da aufgeworfen werden, werden noch viel zu wenig berücksichtigt. Man muß wirklich die schlimmsten Erfahrungen machen, wenn es sich darum handelt, das esoterische Wissen zu veröffentlichen. Wenn man den besten Willen hat, auch dem einzelnen Hilfe zu leisten: schon in den elementarsten Dingen ergeben sich Kalamitäten! Sie glauben gar nicht, wie oft es immer wieder vorkommt, daß dem einzelnen dieser oder jener Rat gegeben wird. Der Rat gefällt ihm aber nicht. Wenn die Außenwelt davon spricht, daß ein Okkultist, der so wirkt, wie hier gewirkt wird, eine große Autorität habe, so ist das nur eine Rederei. Solange Ratschläge gegeben werden, die gefallen, kommt der Okkultist meist durch. Aber wenn Ratschläge gegeben werden, die nicht mehr gefallen, so nimmt man sie nicht an. Die Menschen drohen sogar und sagen: Wenn du mir nicht andere Ratschläge gibst, so komme ich mit mir nicht zurecht. — Bis zu Drohungen geht das, und dabei liegt nichts anderes vor, als daß man das,was dem Betreffenden gut ist, gesagt hat. Da er aber etwas anderes haben will, so sagt er: Ich habe jetzt lange genug gewartet, sage mir jetzt, um was es sich handelt! Es wurde ihm das schon längst gesagt, aber das gefällt ihm nicht. Das führt dann immer weiter und endlich dazu, daß diejenigen, welche zuerst die allerautoritätsgläubigsten Anhänger waren, die allererbittertsten Feinde werden. Sie erwarten nämlich Ratschläge, die sie haben möchten, und sobald sie andere erhalten als die, welche sie haben wollen, verwandeln sie sich in erbitterte Feinde. Gerade unsere Zeit also lehrt uns, daß wir nicht einfach verurteilen können die Esoteriker, die da sagten, sie lassen sich nicht ein auf eine Popularisierung der esoterischen Wahrheiten.

[ 21 ] Und so kam es in der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht dazu, eine solche Popularisierung zu geben, sondern man wollte rechnen mit den materialistischen Neigungen des Zeitalters. Ja, es ist schwierig, das auszusprechen, was zu sagen ist, ich kann es nur in Worte, die nie so gesprochen worden sind, fassen, sie sind aber wahr. Dazumal sagte der Esoteriker: Was soll ich mit dieser Menschheit! Ich könnte ihr lange vorreden von den eigentlichen Lehren der Esoterik, da werden sie mich und euch höchstens auslachen. Ihr werdet höchstens einige Leichtgläubige bekommen, einige leichtgläubige Frauen, wenige leichtgläubige Männer, aber die, welche auf Wissenschaftlichkeit halten, die werdet ihr nicht gewinnen können. Ihr müßt rechnen mit den Neigungen der Zeit!

[ 21 ] Und so kam es in der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht dazu, eine solche Popularisierung zu geben, sondern man wollte rechnen mit den materialistischen Neigungen des Zeitalters. Ja, es ist schwierig, das auszusprechen, was zu sagen ist, ich kann es nur in Worte, die nie so gesprochen worden sind, fassen, sie sind aber wahr. Dazumal sagte der Esoteriker: Was soll ich mit dieser Menschheit! Ich könnte ihr lange vorreden von den eigentlichen Lehren der Esoterik, da werden sie mich und euch höchstens auslachen. Ihr werdet höchstens einige Leichtgläubige bekommen, einige leichtgläubige Frauen, wenige leichtgläubige Männer, aber die, welche auf Wissenschaftlichkeit halten, die werdet ihr nicht gewinnen können. Ihr müßt rechnen mit den Neigungen der Zeit!

[ 22 ] Die Folge davon war, daß man versuchte eine Methode aufzufinden, durch die man auf die geistige Welt aufmerksam gemacht werden konnte, und zwar ganz so, wie man materialistisch aufmerksam gemacht wird auf so etwas wie die Tatsache, daß beim Verbrecher der Hinterhauptlappen das Kleinhirn gar nicht oder nicht ganz bedeckt. So kam es, daß bewußt in Szene gesetzt wurde der Mediumismus. Gewissermaßen waren die Medien die Agenten derjenigen, die auf diesem Wege den Menschen die Überzeugung von einer geistigen Welt beibringen wollten, weil man durch sie mit äußeren Augen sehen konnte, was aus der geistigen Welt stammte, weil sie etwas hervorbrachten, was man auf dem physischen Plane zeigen konnte. Der Mediumismus war ein Mittel, um dem Menschen beizubringen, daß es eine geistige Welt gibt. Es hatten sich die Exoteriker und Esoteriker geeinigt, den Mediumismus zu protegieren, um dem Hang des Zeitalters entgegenzukommen.

[ 22 ] Die Folge davon war, daß man versuchte eine Methode aufzufinden, durch die man auf die geistige Welt aufmerksam gemacht werden konnte, und zwar ganz so, wie man materialistisch aufmerksam gemacht wird auf so etwas wie die Tatsache, daß beim Verbrecher der Hinterhauptlappen das Kleinhirn gar nicht oder nicht ganz bedeckt. So kam es, daß bewußt in Szene gesetzt wurde der Mediumismus. Gewissermaßen waren die Medien die Agenten derjenigen, die auf diesem Wege den Menschen die Überzeugung von einer geistigen Welt beibringen wollten, weil man durch sie mit äußeren Augen sehen konnte, was aus der geistigen Welt stammte, weil sie etwas hervorbrachten, was man auf dem physischen Plane zeigen konnte. Der Mediumismus war ein Mittel, um dem Menschen beizubringen, daß es eine geistige Welt gibt. Es hatten sich die Exoteriker und Esoteriker geeinigt, den Mediumismus zu protegieren, um dem Hang des Zeitalters entgegenzukommen.

[ 23 ] Nehmen Sie - denn in gewisser Beziehung ist das nicht schlecht -, was Herr von Wrangell geschrieben hat auf Seite 41 seiner Broschüre: «Es genügt, an Namen wie Zöllner, Wallace, du Prel, Crookes, Butlerow, Rochas, Oliver Lodge, Flammarion, Morselli, Schiaparelli, Ochorowicz, James und andere zu erinnern.» Wodurch sind sie zu der Überzeugung einer geistigen Welt gekommen? Dadurch, daß sie Kundgebungen aus der geistigen Welt erhalten hatten und sie vielleicht erhalten mußten. Aber alles, was durch die geistige Welt und durch die Eingeweihtenwelt getan werden kann, sind zunächst eigentlich Versuche mit der Menschenwelt. Man muß immer prüfen, wozu die Menschheit schon reif ist. Es war also auch dieses Protegieren des Mediumismus, des Spiritismus, gewissermaßen ein Versuch. Und dieser Versuch ist dann eigentlich auch so gewesen, daß sie nur sagen konnten, beide, die Exoteriker und die Esoteriker, die den Kompromiß geschlossen haben: Wir wollen sehen, was da herauskommt. — Und was ist da herausgekommen?

[ 23 ] Nehmen Sie - denn in gewisser Beziehung ist das nicht schlecht -, was Herr von Wrangell geschrieben hat auf Seite 41 seiner Broschüre: «Es genügt, an Namen wie Zöllner, Wallace, du Prel, Crookes, Butlerow, Rochas, Oliver Lodge, Flammarion, Morselli, Schiaparelli, Ochorowicz, James und andere zu erinnern.» Wodurch sind sie zu der Überzeugung einer geistigen Welt gekommen? Dadurch, daß sie Kundgebungen aus der geistigen Welt erhalten hatten und sie vielleicht erhalten mußten. Aber alles, was durch die geistige Welt und durch die Eingeweihtenwelt getan werden kann, sind zunächst eigentlich Versuche mit der Menschenwelt. Man muß immer prüfen, wozu die Menschheit schon reif ist. Es war also auch dieses Protegieren des Mediumismus, des Spiritismus, gewissermaßen ein Versuch. Und dieser Versuch ist dann eigentlich auch so gewesen, daß sie nur sagen konnten, beide, die Exoteriker und die Esoteriker, die den Kompromiß geschlossen haben: Wir wollen sehen, was da herauskommt. — Und was ist da herausgekommen?

[ 24 ] Der größte Teil der Medien berichtete von einer Welt, in der die Toten wohnen. Lesen Sie nur die diesbezügliche Literatur. Was da herausgekommen ist, das war für diejenigen, die eingeweiht waren, im höchsten Maße betrübend. Das schlimmste Resultat, das man hat erzielen können, war herausgekommen. Denn, sehen Sie, zwei Dinge waren möglich. Das eine war: Man benützte Medien. Die Medien teilen irgend etwas mit. Das, was sie mitteilen, können sie nur beziehen auf die gewöhnliche Umwelt, die ja auch in ihren sinnlichen Elementen Geist enthält. Es haben nun die Leute erwartet, daß die Medien allerlei geheime Naturgesetze, elementare Naturgesetze zutage fördern werden. Etwas anderes konnte zunächst auch nicht kommen, aus dem Grunde nicht, der sich aus dem Folgenden ergibt.

[ 24 ] Der größte Teil der Medien berichtete von einer Welt, in der die Toten wohnen. Lesen Sie nur die diesbezügliche Literatur. Was da herausgekommen ist, das war für diejenigen, die eingeweiht waren, im höchsten Maße betrübend. Das schlimmste Resultat, das man hat erzielen können, war herausgekommen. Denn, sehen Sie, zwei Dinge waren möglich. Das eine war: Man benützte Medien. Die Medien teilen irgend etwas mit. Das, was sie mitteilen, können sie nur beziehen auf die gewöhnliche Umwelt, die ja auch in ihren sinnlichen Elementen Geist enthält. Es haben nun die Leute erwartet, daß die Medien allerlei geheime Naturgesetze, elementare Naturgesetze zutage fördern werden. Etwas anderes konnte zunächst auch nicht kommen, aus dem Grunde nicht, der sich aus dem Folgenden ergibt.

[ 25 ] Wir wissen, der Mensch besteht aus physischem Leib, ätherischem Leib, astralischem Leib und Ich. Der eigentliche Mensch ist also vom Einschlafen bis zum Aufwachen im Ich und astralischen Leibe. Da ist er aber zugleich auch in der Welt, in der die Toten sind. Aber das Medium, das da sitzt, das ist nicht ein Ich und ein astralischer Leib. Bei diesem Medium, das da sitzt, dämpft man das Ich-Bewußtsein und auch das astralische Bewußtsein herunter; man macht gerade recht regsam den physischen und den ätherischen Leib. Dadurch kann es dann in Beziehung treten zu einem Hypnotiseur oder zu einem Inspirator, also zu einem anderen Menschen. Das Ich eines anderen Menschen oder auch die Umgebung kann dann auf das Medium wirken. Eigentlich fehlt dem Medium die Möglichkeit, in das Reich der Toten hineinzugehen, weil es gerade dasjenige ausgelöscht hat, was im Bereiche der Toten ist. Also die Medien haben versagt. Sie haben Berichte gegeben angeblich gerade aus jenem Reiche, in dem die Toten darinnen sind. Man hat also gesehen, daß man mit diesem Versuche nichts anderes erreicht hatte, als daß man einen großen Irrtum verbreitete. Man konnte sich also eines schönen Tages sagen, daß man einen Weg gegangen war, der die Menschen in einen Irrtum hineinführte, denn er führte sie hinein in eine rein luziferische Lehre, die verbunden war mit rein ahrimanischen Beobachtungen. Man hatte also einen Irrtum verbreitet, und es konnte nichts Gutes dabei herauskommen. Das hat man nach und nach eingesehen.

[ 25 ] Wir wissen, der Mensch besteht aus physischem Leib, ätherischem Leib, astralischem Leib und Ich. Der eigentliche Mensch ist also vom Einschlafen bis zum Aufwachen im Ich und astralischen Leibe. Da ist er aber zugleich auch in der Welt, in der die Toten sind. Aber das Medium, das da sitzt, das ist nicht ein Ich und ein astralischer Leib. Bei diesem Medium, das da sitzt, dämpft man das Ich-Bewußtsein und auch das astralische Bewußtsein herunter; man macht gerade recht regsam den physischen und den ätherischen Leib. Dadurch kann es dann in Beziehung treten zu einem Hypnotiseur oder zu einem Inspirator, also zu einem anderen Menschen. Das Ich eines anderen Menschen oder auch die Umgebung kann dann auf das Medium wirken. Eigentlich fehlt dem Medium die Möglichkeit, in das Reich der Toten hineinzugehen, weil es gerade dasjenige ausgelöscht hat, was im Bereiche der Toten ist. Also die Medien haben versagt. Sie haben Berichte gegeben angeblich gerade aus jenem Reiche, in dem die Toten darinnen sind. Man hat also gesehen, daß man mit diesem Versuche nichts anderes erreicht hatte, als daß man einen großen Irrtum verbreitete. Man konnte sich also eines schönen Tages sagen, daß man einen Weg gegangen war, der die Menschen in einen Irrtum hineinführte, denn er führte sie hinein in eine rein luziferische Lehre, die verbunden war mit rein ahrimanischen Beobachtungen. Man hatte also einen Irrtum verbreitet, und es konnte nichts Gutes dabei herauskommen. Das hat man nach und nach eingesehen.

[ 26 ] So sehen Sie, wie ein Versuch seinen Weg genommen hat, mit den materialistischen Neigungen des Zeitalters zu rechnen und dennoch den Menschen ein Bewußtsein beizubringen davon, daß eine geistige Welt um uns herum ist. Der Weg führte zunächst zu einem Irrtum, wie wir gesehen haben. Daraus aber können Sie entnehmen, wie notwendig es ist, den anderen Weg wirklich zu gehen. Dieser Weg, wirklich damit zu beginnen, einen Teil des esoterischen Wissens exoterisch zu machen, muß eben gegangen werden, und man muß ihn selbst dann gehen, wenn er Kalamität über Kalamität bringt. Die Tatsache, daß wir eben Geisteswissenschaft treiben, ist sozusagen eine Anerkennung der Notwendigkeit, daß das Prinzip der Exoteriker von der Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt werde. Und nichts anderes ist die Art und das Streben der Geisteswissenschaft, die wir treiben wollen, als dieses Prinzip in einer gewissen Weise durchzuführen, ehrlich durchzuführen.

[ 26 ] So sehen Sie, wie ein Versuch seinen Weg genommen hat, mit den materialistischen Neigungen des Zeitalters zu rechnen und dennoch den Menschen ein Bewußtsein beizubringen davon, daß eine geistige Welt um uns herum ist. Der Weg führte zunächst zu einem Irrtum, wie wir gesehen haben. Daraus aber können Sie entnehmen, wie notwendig es ist, den anderen Weg wirklich zu gehen. Dieser Weg, wirklich damit zu beginnen, einen Teil des esoterischen Wissens exoterisch zu machen, muß eben gegangen werden, und man muß ihn selbst dann gehen, wenn er Kalamität über Kalamität bringt. Die Tatsache, daß wir eben Geisteswissenschaft treiben, ist sozusagen eine Anerkennung der Notwendigkeit, daß das Prinzip der Exoteriker von der Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt werde. Und nichts anderes ist die Art und das Streben der Geisteswissenschaft, die wir treiben wollen, als dieses Prinzip in einer gewissen Weise durchzuführen, ehrlich durchzuführen.

[ 27 ] Aus alledem aber ersehen Sie, daß wir in dem Materialismus es zu tun haben mit etwas, worüber man nicht bloß spintisieren kann, sondern was man verstehen muß in der Notwendigkeit seines Heraufkommens, insbesondere seines Höhepunktes oder Tiefpunktes um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Begonnen hat die Sache allerdings schon vor längerer Zeit, schon vor drei, vier, fünf Jahrhunderten. Da gingen immer mehr und mehr ins Unterbewußte jene spirituellen Neigungen der Menschen hinunter. Es war also in der Mitte des 19. Jahrhunderts nur der Höhepunkt erreicht. Aber das war auch notwendig, damit sich, ungehindert von okkulten Fähigkeiten, die rein materialistischen Talente der Menschen ausbilden konnten. Ein materialistischer Philosoph wie Kant, ein materialistischer Philosoph von dem Standpunkte der Idealisten des 19. Jahrhunderts — Sie können das leicht nachlesen in meinem Buche «Die Rätsel der Philosophie» —, wäre nie möglich gewesen, wenn nicht die okkulten Fähigkeiten zurückgetreten wären. Gewisse Fähigkeiten bilden sich im Menschen aus, wenn andere zurücktreten. Aber während gewissermaßen die eine Art der Fähigkeiten, der Talente, nach außen sich ausbildet, geht die andere Art ihren inneren Weg. Diese drei, vier, fünf Jahrhunderte der materialistischen Entwickelung, sie waren deshalb für die spirituelle Entwickelung der Menschheit nicht etwa verloren. Unter der Schwelle des Bewußtseins hat sich das Spirituelle fortentwickelt; und wenn die Menschen das überdenken, was ich angedeutet habe in der Besprechung über Herrn von Wrangells Broschüre, über das, was er genannt hat das Traumhafte, so werden Sie heraufholen können die nur auf ihre Entfaltung wartenden okkulten Fähigkeiten. Sie sind da, sie sind in den Seelen der Menschen reichlich vorhanden, sie müssen nur heraufgeholt werden, in der richtigen Weise heraufgeholt werden.

[ 27 ] Aus alledem aber ersehen Sie, daß wir in dem Materialismus es zu tun haben mit etwas, worüber man nicht bloß spintisieren kann, sondern was man verstehen muß in der Notwendigkeit seines Heraufkommens, insbesondere seines Höhepunktes oder Tiefpunktes um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Begonnen hat die Sache allerdings schon vor längerer Zeit, schon vor drei, vier, fünf Jahrhunderten. Da gingen immer mehr und mehr ins Unterbewußte jene spirituellen Neigungen der Menschen hinunter. Es war also in der Mitte des 19. Jahrhunderts nur der Höhepunkt erreicht. Aber das war auch notwendig, damit sich, ungehindert von okkulten Fähigkeiten, die rein materialistischen Talente der Menschen ausbilden konnten. Ein materialistischer Philosoph wie Kant, ein materialistischer Philosoph von dem Standpunkte der Idealisten des 19. Jahrhunderts — Sie können das leicht nachlesen in meinem Buche «Die Rätsel der Philosophie» —, wäre nie möglich gewesen, wenn nicht die okkulten Fähigkeiten zurückgetreten wären. Gewisse Fähigkeiten bilden sich im Menschen aus, wenn andere zurücktreten. Aber während gewissermaßen die eine Art der Fähigkeiten, der Talente, nach außen sich ausbildet, geht die andere Art ihren inneren Weg. Diese drei, vier, fünf Jahrhunderte der materialistischen Entwickelung, sie waren deshalb für die spirituelle Entwickelung der Menschheit nicht etwa verloren. Unter der Schwelle des Bewußtseins hat sich das Spirituelle fortentwickelt; und wenn die Menschen das überdenken, was ich angedeutet habe in der Besprechung über Herrn von Wrangells Broschüre, über das, was er genannt hat das Traumhafte, so werden Sie heraufholen können die nur auf ihre Entfaltung wartenden okkulten Fähigkeiten. Sie sind da, sie sind in den Seelen der Menschen reichlich vorhanden, sie müssen nur heraufgeholt werden, in der richtigen Weise heraufgeholt werden.

[ 28 ] Das sind die Dinge, die ich zunächst sagen mußte, um dann morgen überzugehen zu der Frage, welche Aussichten sich mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Lebenden und Toten ergeben, wenn man berücksichtigt, wie aufklärend einerseits doch der falsche Weg gewesen ist, der sich aus dem Kompromiß der Exoteriker und Esoteriker ergeben hat. Gerade um den Zusammenhang des Wesens dieses Kompromisses zu erkennen, müssen wir die Betrachtungen über Geburt und Tod anstellen und dann den Zusammenhang mit den materialistischen Methoden zeigen.

[ 28 ] Das sind die Dinge, die ich zunächst sagen mußte, um dann morgen überzugehen zu der Frage, welche Aussichten sich mit Bezug auf das Verhältnis zwischen Lebenden und Toten ergeben, wenn man berücksichtigt, wie aufklärend einerseits doch der falsche Weg gewesen ist, der sich aus dem Kompromiß der Exoteriker und Esoteriker ergeben hat. Gerade um den Zusammenhang des Wesens dieses Kompromisses zu erkennen, müssen wir die Betrachtungen über Geburt und Tod anstellen und dann den Zusammenhang mit den materialistischen Methoden zeigen.