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The Occult Movement
in the Nineteenth Century
and its Relationship to World Culture
GA 254

16 October 1915, Dornach

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Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
  1. The Occult Movement in the Nineteenth Century, tr. Osmond
  2. The Occult Movement, tr. SOL

Dritter Vortrag

Dritter Vortrag

[ 1 ] Ich will heute -— weil noch andere Dinge zur Besprechung vorliegen — nur eine kurze Episode zu den Betrachtungen einfügen, die wir in den vorangehenden Tagen gepflogen haben. Morgen werden wir dann noch einiges Genaueres zu sagen haben über die okkulte Bewegung im 19. Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltkultur. Ich muß aber eben einfügen dem ganzen Gang der Betrachtung eine Sache, die sehr wichtig ist. Wenn Sie sich erinnern an die verschiedenen Auseinandersetzungen, die wir gepflogen haben, namentlich an einzelne Bemerkungen, die ich habe machen können im Anschluß an die Broschüre des Herrn von Wrangell: «Wissenschaft und Theosophie» — ich muß das noch einmal sagen, obzwar ich es schon betont habe -, so werden Sie sehen, daß man genötigt war, gerade von dem Gesichtspunkte unserer Geisteswissenschaft aus, dem Heraufkommen des Materialismus, der materialistischen Weltanschauung im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung beizumessen, sich zu diesem Heraufkommen des Materialismus nicht bloß so zu stellen, daß man eben einfach sich kritisierend verhält.

[ 1 ] Ich will heute -— weil noch andere Dinge zur Besprechung vorliegen — nur eine kurze Episode zu den Betrachtungen einfügen, die wir in den vorangehenden Tagen gepflogen haben. Morgen werden wir dann noch einiges Genaueres zu sagen haben über die okkulte Bewegung im 19. Jahrhundert und ihre Beziehung zur Weltkultur. Ich muß aber eben einfügen dem ganzen Gang der Betrachtung eine Sache, die sehr wichtig ist. Wenn Sie sich erinnern an die verschiedenen Auseinandersetzungen, die wir gepflogen haben, namentlich an einzelne Bemerkungen, die ich habe machen können im Anschluß an die Broschüre des Herrn von Wrangell: «Wissenschaft und Theosophie» — ich muß das noch einmal sagen, obzwar ich es schon betont habe -, so werden Sie sehen, daß man genötigt war, gerade von dem Gesichtspunkte unserer Geisteswissenschaft aus, dem Heraufkommen des Materialismus, der materialistischen Weltanschauung im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung beizumessen, sich zu diesem Heraufkommen des Materialismus nicht bloß so zu stellen, daß man eben einfach sich kritisierend verhält.

[ 2 ] Kritisierend sich zu verhalten, ist immer das Allerleichteste, wenn man einer Sache gegenübersteht. Es ist also nötig, so sich zu verhalten, daß man begreift, daß gerade im 19. Jahrhundert jene Strömung heraufziehen mußte in der Menschheitsentwickelung, die man eben materialistische Weltanschauung nennen kann. Charakterisiert haben wir sie ja genügend. Wir können zunächst zwei Gesichtspunkte anführen, durch welche uns die ganze Bedeutung der materialistischen Weltanschauung klarwerden kann.

[ 2 ] Kritisierend sich zu verhalten, ist immer das Allerleichteste, wenn man einer Sache gegenübersteht. Es ist also nötig, so sich zu verhalten, daß man begreift, daß gerade im 19. Jahrhundert jene Strömung heraufziehen mußte in der Menschheitsentwickelung, die man eben materialistische Weltanschauung nennen kann. Charakterisiert haben wir sie ja genügend. Wir können zunächst zwei Gesichtspunkte anführen, durch welche uns die ganze Bedeutung der materialistischen Weltanschauung klarwerden kann.

[ 3 ] In der Form, in welcher der Materialismus im 19. Jahrhundert als Weltanschauung heraufgezogen ist, war er eigentlich vorher nicht vorhanden. Gewiß, es hat einzelne materialistische Philosophen wie Demokrit und andere gegeben — Sie können darüber nachlesen in den «Rätseln der Philosophie» -, die gewissermaßen die Vorläufer dieses Materialismus als Theorie sind. Aber wenn wir ihre Weltanschauung, so wie sie wirklich ist, vergleichen mit dem, was sich in dem Materialismus des 19. Jahrhunderts ausspricht, so müssen wir sagen: In der Form, in der der Materialismus im 19. Jahrhundert Weltanschauung geworden ist, war er früher nicht da. Insbesondere konnte er so nicht vorhanden sein, sagen wir im Mittelalter oder in den Jahrhunderten, die eben der Morgenröte des neuzeitlichen Geisteslebens vorangingen. Er konnte nicht vorhanden sein, denn die Menschen hatten in ihrer Seele viel zu viel Zusammenhang noch mit den Impulsen der geistigen Welt. Sich vorzustellen, daß die ganze Welt eigentlich nichts ist als eine Summe von sich bewegenden Atomen im Raum, die sich zu Molekülen ballen, durch welches Ballen dann alle Erscheinungen des Lebens und des Geistes zustande kommen, das war erst dem 19. Jahrhundert vorbehalten.

[ 3 ] In der Form, in welcher der Materialismus im 19. Jahrhundert als Weltanschauung heraufgezogen ist, war er eigentlich vorher nicht vorhanden. Gewiß, es hat einzelne materialistische Philosophen wie Demokrit und andere gegeben — Sie können darüber nachlesen in den «Rätseln der Philosophie» -, die gewissermaßen die Vorläufer dieses Materialismus als Theorie sind. Aber wenn wir ihre Weltanschauung, so wie sie wirklich ist, vergleichen mit dem, was sich in dem Materialismus des 19. Jahrhunderts ausspricht, so müssen wir sagen: In der Form, in der der Materialismus im 19. Jahrhundert Weltanschauung geworden ist, war er früher nicht da. Insbesondere konnte er so nicht vorhanden sein, sagen wir im Mittelalter oder in den Jahrhunderten, die eben der Morgenröte des neuzeitlichen Geisteslebens vorangingen. Er konnte nicht vorhanden sein, denn die Menschen hatten in ihrer Seele viel zu viel Zusammenhang noch mit den Impulsen der geistigen Welt. Sich vorzustellen, daß die ganze Welt eigentlich nichts ist als eine Summe von sich bewegenden Atomen im Raum, die sich zu Molekülen ballen, durch welches Ballen dann alle Erscheinungen des Lebens und des Geistes zustande kommen, das war erst dem 19. Jahrhundert vorbehalten.

[ 4 ] Nun kann man sagen: eines ist da, das immerzu wie eine Art roter Faden, dem man nachgehen kann, da sein wird, selbst in den allerschlimmsten Weltanschauungen. Und wenn man diesem roten Faden nachgeht, der sich so durch die Menschheitsentwickelung hindurchschlingt, dann wird man durch diesen roten Faden zum mindesten das Unmögliche der materialistischen Weltanschauung einsehen müssen. Und dieser rote Faden ist einfach in der Tatsache bestehend, daß die Menschen denken müssen. Ohne Denken ist es nämlich unmöglich, daß der Mensch auch nur zur materialistischen Weltanschauung kommt. Er hat sie ja ausgedacht, diese materialistische Weltanschauung! Nur daß man in der materialistischen Weltanschauung vergißt, Selbsterkenntnis zu üben, nämlich das bißchen Selbsterkenntnis: Du denkst ja, und die Atome können nicht denken. - Wenn man nur dieses bißchen Selbsterkenntnis übt, so hat man etwas, woran man sich halten kann. Und hält man sich daran, dann wird man immer finden, daß es mit dem Materialismus nicht geht.

[ 4 ] Nun kann man sagen: eines ist da, das immerzu wie eine Art roter Faden, dem man nachgehen kann, da sein wird, selbst in den allerschlimmsten Weltanschauungen. Und wenn man diesem roten Faden nachgeht, der sich so durch die Menschheitsentwickelung hindurchschlingt, dann wird man durch diesen roten Faden zum mindesten das Unmögliche der materialistischen Weltanschauung einsehen müssen. Und dieser rote Faden ist einfach in der Tatsache bestehend, daß die Menschen denken müssen. Ohne Denken ist es nämlich unmöglich, daß der Mensch auch nur zur materialistischen Weltanschauung kommt. Er hat sie ja ausgedacht, diese materialistische Weltanschauung! Nur daß man in der materialistischen Weltanschauung vergißt, Selbsterkenntnis zu üben, nämlich das bißchen Selbsterkenntnis: Du denkst ja, und die Atome können nicht denken. - Wenn man nur dieses bißchen Selbsterkenntnis übt, so hat man etwas, woran man sich halten kann. Und hält man sich daran, dann wird man immer finden, daß es mit dem Materialismus nicht geht.

[ 5 ] Aber um so recht zu finden, daß es mit dem Materialismus nicht geht, mußte er erst in seiner eigentlichen Gestalt ausgearbeitet sein. Bedenken Sie doch nur: solange man gewissermaßen ein verfälschtes Bild des Materialismus hatte, ein Bild, in dem immer noch geistige Impulse mitgedacht waren, da konnte man sich an das bißchen Geist, das man noch in den Naturerscheinungen und so weiter suchte, halten. Erst dann, als man allen Geist herausgeworfen hatte - durch den Geist, denn das Denken ist nur dem Geiste möglich -, erst als man durch den Geist den Geist im Weltenbilde herausgeworfen hatte, konnte einem die ganze Ode der materialistischen Weltanschauung entgegentreten. Es mußte überhaupt den Menschen einmal entgegentreten diese ganze Ode des materialistischen Weltbildes. Aber Sie sehen, notwendig ist nun dazu die Selbstbesinnung auf das Denken. Ohne das geht es nicht. Aber sobald wir nur ein wenig hinschauen auf die Selbstbesinnung des Denkens, dann müssen wir uns sagen: Es mußte einmal in der Entwickelung das ganze öde Bild des Materialismus heraufkommen, damit die Menschen gewahr werden, was sie darin haben.

[ 5 ] Aber um so recht zu finden, daß es mit dem Materialismus nicht geht, mußte er erst in seiner eigentlichen Gestalt ausgearbeitet sein. Bedenken Sie doch nur: solange man gewissermaßen ein verfälschtes Bild des Materialismus hatte, ein Bild, in dem immer noch geistige Impulse mitgedacht waren, da konnte man sich an das bißchen Geist, das man noch in den Naturerscheinungen und so weiter suchte, halten. Erst dann, als man allen Geist herausgeworfen hatte - durch den Geist, denn das Denken ist nur dem Geiste möglich -, erst als man durch den Geist den Geist im Weltenbilde herausgeworfen hatte, konnte einem die ganze Ode der materialistischen Weltanschauung entgegentreten. Es mußte überhaupt den Menschen einmal entgegentreten diese ganze Ode des materialistischen Weltbildes. Aber Sie sehen, notwendig ist nun dazu die Selbstbesinnung auf das Denken. Ohne das geht es nicht. Aber sobald wir nur ein wenig hinschauen auf die Selbstbesinnung des Denkens, dann müssen wir uns sagen: Es mußte einmal in der Entwickelung das ganze öde Bild des Materialismus heraufkommen, damit die Menschen gewahr werden, was sie darin haben.

[ 6 ] So wäre der eine Punkt gekennzeichnet. Aber man versteht ihn doch nicht recht, wenn man ihn nicht auch von seiner anderen Seite aus noch kennzeichnet. Von der anderen Seite gekennzeichnet, sehen Sie: materialistisches Weltbild - Raum - im Raum Atome, die in Bewegung sind — dieses das All. Es wäre im Grunde genommen alles nur eine äußere Folgeerscheinung, ein Blendwerk der einseitigen Wirklichkeit des Raumes und der sich in ihm bewegenden Atome, also jener kleinsten Teile, von denen wir schon in den vorigen Vorträgen gezeigt haben, daß das Denken es nicht leidet, daß sie eigentlich sind. Aber man kommt immer wieder auf diese Atome zurück. Wie findet man sie eigentlich? Wie kommt der Mensch eigentlich zu der Annahme von Atomen?

[ 6 ] So wäre der eine Punkt gekennzeichnet. Aber man versteht ihn doch nicht recht, wenn man ihn nicht auch von seiner anderen Seite aus noch kennzeichnet. Von der anderen Seite gekennzeichnet, sehen Sie: materialistisches Weltbild - Raum - im Raum Atome, die in Bewegung sind — dieses das All. Es wäre im Grunde genommen alles nur eine äußere Folgeerscheinung, ein Blendwerk der einseitigen Wirklichkeit des Raumes und der sich in ihm bewegenden Atome, also jener kleinsten Teile, von denen wir schon in den vorigen Vorträgen gezeigt haben, daß das Denken es nicht leidet, daß sie eigentlich sind. Aber man kommt immer wieder auf diese Atome zurück. Wie findet man sie eigentlich? Wie kommt der Mensch eigentlich zu der Annahme von Atomen?

[ 7 ] Gesehen kann sie keiner haben, denn sie sind erdacht, sie sind richtig erdacht. Es muß also der Mensch eine Veranlassung haben, abgesehen von der Wirklichkeit, sich eine atomistische Welt auszudenken. Er muß durch irgend etwas veranlaßt, geneigt sein, sich eine atomistische Welt auszudenken. Die Natur selbst führt den Menschen wahrhaftig nicht dazu, sie sich atomistisch vorzustellen. Man kann gerade mit dem Physiker — ich rede hier nicht hypothetisch von etwas Ausgedachtem, sondern ich habe wirklich mit Physikern solche Gespräche geführt -, man kann gerade mit dem Physiker sich darüber unterhalten, weil er die äußere Physik kennt. Er könnte eigentlich gar nicht auf den Atomismus verfallen! Und man müßte sagen, wie auch tatsächlich schon in den achtziger Jahren die gescheiteren Physiker darauf gekommen sind: der Atomismus ist eine Annahme, eine Arbeitshypothese, damit man darin eine Abbreviatur, eine Rechenmünze habe, aber man muß sich klar sein, daß man es mit keiner Wirklichkeit zu tun hat. Denkende Physiker möchten am liebsten bei dem bleiben, was sie mit den Sinnen wahrnehmen. Aber sie fallen doch immer wieder, wie die Katze auf die Pfoten, auf den Atomismus.

[ 7 ] Gesehen kann sie keiner haben, denn sie sind erdacht, sie sind richtig erdacht. Es muß also der Mensch eine Veranlassung haben, abgesehen von der Wirklichkeit, sich eine atomistische Welt auszudenken. Er muß durch irgend etwas veranlaßt, geneigt sein, sich eine atomistische Welt auszudenken. Die Natur selbst führt den Menschen wahrhaftig nicht dazu, sie sich atomistisch vorzustellen. Man kann gerade mit dem Physiker — ich rede hier nicht hypothetisch von etwas Ausgedachtem, sondern ich habe wirklich mit Physikern solche Gespräche geführt -, man kann gerade mit dem Physiker sich darüber unterhalten, weil er die äußere Physik kennt. Er könnte eigentlich gar nicht auf den Atomismus verfallen! Und man müßte sagen, wie auch tatsächlich schon in den achtziger Jahren die gescheiteren Physiker darauf gekommen sind: der Atomismus ist eine Annahme, eine Arbeitshypothese, damit man darin eine Abbreviatur, eine Rechenmünze habe, aber man muß sich klar sein, daß man es mit keiner Wirklichkeit zu tun hat. Denkende Physiker möchten am liebsten bei dem bleiben, was sie mit den Sinnen wahrnehmen. Aber sie fallen doch immer wieder, wie die Katze auf die Pfoten, auf den Atomismus.

[ 8 ] Wenn Sie verfolgen, was wir im Laufe der Jahre uns erarbeitet haben - es ist schon sehr oft über diese Dinge gesprochen worden, seit ich in München die Vorträge über die «Theosophie des Rosenkreuzers» gehalten habe —, wenn Sie das verfolgen, werden Sie sehen, daß der Mensch die Anlage zu dem physischen Körper auf dem alten Saturn erhalten hat, daß er dann nach und nach durch die Sonnen- und Mondenentwickelung hindurchgegangen ist und dann in der alten Mondenzeit eingegliedert bekommen hat in seinen Organismus, in das, was da_ zumal von seinem physischen Organismus vorhanden war, sein Nervensystem.

[ 8 ] Wenn Sie verfolgen, was wir im Laufe der Jahre uns erarbeitet haben - es ist schon sehr oft über diese Dinge gesprochen worden, seit ich in München die Vorträge über die «Theosophie des Rosenkreuzers» gehalten habe —, wenn Sie das verfolgen, werden Sie sehen, daß der Mensch die Anlage zu dem physischen Körper auf dem alten Saturn erhalten hat, daß er dann nach und nach durch die Sonnen- und Mondenentwickelung hindurchgegangen ist und dann in der alten Mondenzeit eingegliedert bekommen hat in seinen Organismus, in das, was da_ zumal von seinem physischen Organismus vorhanden war, sein Nervensystem.

[ 9 ] Nun stellt man sich aber die Sache ganz falsch vor, wenn man meinen würde, das Nervensystem wäre während der alten Mondenzeit so gewesen, wie es sich heute einem Anatomen oder Physiologen darstellt. Das Nervensystem war in der Mondenzeit eigentlich nur als Urbild, als Imagination vorhanden. Physisch, oder besser mineralisch, so wie es physisch-chemisch ist, ist es erst während der Erdenzeit geworden. Und die ganze Gliederung, wie sie jetzt in unserem Körper sitzt, ist ein Ergebnis der Erdenorganisation. Während der Erdenorganisation wurde das Mineralische, die Materie, in die imaginativen Urbilder unseres Nervensystems wie auch in die anderen Urbilder hineingegliedert. Und dadurch entstand unser jetziges Nervensystem.

[ 9 ] Nun stellt man sich aber die Sache ganz falsch vor, wenn man meinen würde, das Nervensystem wäre während der alten Mondenzeit so gewesen, wie es sich heute einem Anatomen oder Physiologen darstellt. Das Nervensystem war in der Mondenzeit eigentlich nur als Urbild, als Imagination vorhanden. Physisch, oder besser mineralisch, so wie es physisch-chemisch ist, ist es erst während der Erdenzeit geworden. Und die ganze Gliederung, wie sie jetzt in unserem Körper sitzt, ist ein Ergebnis der Erdenorganisation. Während der Erdenorganisation wurde das Mineralische, die Materie, in die imaginativen Urbilder unseres Nervensystems wie auch in die anderen Urbilder hineingegliedert. Und dadurch entstand unser jetziges Nervensystem.

[ 10 ] Nun, der Materialist sagt sich: Mit diesem Nervensystem denke ich oder nehme ich wahr. - Wir wissen, daß das ein Unsinn ist. Denn wenn wir uns den Vorgang wirklich vorstellen wollen, so können wir uns irgendeinen Nerven vorstellen, der im Organismus verläuft. Stellen wir uns nun aber verschiedene Nerven vor, die im Organismus verlaufen. Diese verlaufen dann so, daß sie Verzweigungen wie Äste aussenden. Ein Nerv verläuft gewissermaßen so, daß er einen Stamm hat und dann Äste aussendet; es ist sogar so, daß Äste in die Nähe von anderen Ästen kommen und daß dann da ein anderer Strang weitergeht. Das ist ja nur schematisch und ungenau gezeichnet.

[ 10 ] Nun, der Materialist sagt sich: Mit diesem Nervensystem denke ich oder nehme ich wahr. - Wir wissen, daß das ein Unsinn ist. Denn wenn wir uns den Vorgang wirklich vorstellen wollen, so können wir uns irgendeinen Nerven vorstellen, der im Organismus verläuft. Stellen wir uns nun aber verschiedene Nerven vor, die im Organismus verlaufen. Diese verlaufen dann so, daß sie Verzweigungen wie Äste aussenden. Ein Nerv verläuft gewissermaßen so, daß er einen Stamm hat und dann Äste aussendet; es ist sogar so, daß Äste in die Nähe von anderen Ästen kommen und daß dann da ein anderer Strang weitergeht. Das ist ja nur schematisch und ungenau gezeichnet.

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[ 11 ] Wie verläuft denn eigentlich nun das menschliche Seelenleben innerhalb dieses Nervensystems? Das ist die Frage, die wir vor allen Dingen aufstellen müssen. Man gelangt zu keiner Vorstellung davon, wie das Seelenleben im Nervensystem verläuft, wenn man nur das tagwache Bewußtsein ins Auge faßt. Sobald der Mensch aber den Moment ins Auge faßt, wo er mit seinem Ich und mit seinem astralischen Leibe aus dem Nervensystem herausschlüpft -— herausschlüpft aus dem ganzen Leibe und damit also auch aus dem Nervensystem -, und insbesondere den Moment, wo er beim Aufwachen wiederum hineinschlüpft, dann merkt er die eigentümliche Erscheinung: man ist eigentlich während des Schlafes außerhalb seiner Nerven gewesen, das heißt mit seinem astralischen Leibe und seinem Ich. Man schlüpft wieder in seine Nerven hinein, man steckt dann wirklich darinnen. Erst fühlt man sich außerhalb gestellt und dann wie in die Nerven hineinfließend. Also besonders beim Aufwachen schlüpft man so in seine Nerven hinein.

[ 11 ] Wie verläuft denn eigentlich nun das menschliche Seelenleben innerhalb dieses Nervensystems? Das ist die Frage, die wir vor allen Dingen aufstellen müssen. Man gelangt zu keiner Vorstellung davon, wie das Seelenleben im Nervensystem verläuft, wenn man nur das tagwache Bewußtsein ins Auge faßt. Sobald der Mensch aber den Moment ins Auge faßt, wo er mit seinem Ich und mit seinem astralischen Leibe aus dem Nervensystem herausschlüpft -— herausschlüpft aus dem ganzen Leibe und damit also auch aus dem Nervensystem -, und insbesondere den Moment, wo er beim Aufwachen wiederum hineinschlüpft, dann merkt er die eigentümliche Erscheinung: man ist eigentlich während des Schlafes außerhalb seiner Nerven gewesen, das heißt mit seinem astralischen Leibe und seinem Ich. Man schlüpft wieder in seine Nerven hinein, man steckt dann wirklich darinnen. Erst fühlt man sich außerhalb gestellt und dann wie in die Nerven hineinfließend. Also besonders beim Aufwachen schlüpft man so in seine Nerven hinein.

[ 12 ] Der Prozeß des Aufwachens ist viel komplizierter, als man zunächst ihn schematisch darstellen kann. Und so ist man eigentlich den Tag über mit seiner Seele so in seinem Leibe darinnen, daß man außerdem, wie man sonst mit seinem astralischen Leibe ausfüllt seinen physischen Leib, die Nerven ausfüllt. Dieses Ausfüllen ist nicht so, daß man wie mit einer Art Nebel den physischen Leib ausfüllt, sondern man füllt ihn organisierend aus. Indem man sich in die verschiedenen Organe hineinbegibt, schlüpft man auch wie mit Fühlfäden bis in die äußersten Verzweigungen der Nerven hinein.

[ 12 ] Der Prozeß des Aufwachens ist viel komplizierter, als man zunächst ihn schematisch darstellen kann. Und so ist man eigentlich den Tag über mit seiner Seele so in seinem Leibe darinnen, daß man außerdem, wie man sonst mit seinem astralischen Leibe ausfüllt seinen physischen Leib, die Nerven ausfüllt. Dieses Ausfüllen ist nicht so, daß man wie mit einer Art Nebel den physischen Leib ausfüllt, sondern man füllt ihn organisierend aus. Indem man sich in die verschiedenen Organe hineinbegibt, schlüpft man auch wie mit Fühlfäden bis in die äußersten Verzweigungen der Nerven hinein.

[ 13 ] Stellen Sie sich das bitte ganz lebhaft vor. Ich will es noch einmal schematisch zeichnen, ich kann es aber nur so zeichnen, daß es gewissermaßen verkehrt, wie eine Art Spiegelbild ist. Ich muß von außen zeichnen, müßte aber von innen zeichnen. Nehmen wir an, das wäre der astralische Leib und das wären die Fühlfäden, die er ausstreckt (rot). Das ist alles astralischer Leib, was ich jetzt zeichne. Hier streckt er gewisse Fühlfäden in die Nervenstränge hinein. Das zeichne ich so.

[ 13 ] Stellen Sie sich das bitte ganz lebhaft vor. Ich will es noch einmal schematisch zeichnen, ich kann es aber nur so zeichnen, daß es gewissermaßen verkehrt, wie eine Art Spiegelbild ist. Ich muß von außen zeichnen, müßte aber von innen zeichnen. Nehmen wir an, das wäre der astralische Leib und das wären die Fühlfäden, die er ausstreckt (rot). Das ist alles astralischer Leib, was ich jetzt zeichne. Hier streckt er gewisse Fühlfäden in die Nervenstränge hinein. Das zeichne ich so.

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[ 14 ] Also wirklich, hier schlüpft er in die Nervenstränge hinein. Denken Sie sich, mein Rockärmel wäre da vorne zugenäht und ich würde mit meinem Arm wie in einen Sack hineinschlüpfen. Denken Sie sich, ich würde hundert Arme haben und würde sie so in Säcke hineinstecken, dann würde ich mit den hundert Armen da so anstoßen, wo die Ärmel zugenäht sind. So schlüpfen wir also hinein bis dahin, wo der Nervenstrang endet. Das kann man im physischen Leibe verfolgen, wo der Nervenstrang endigt, und bis dahin schlüpft man hinein. Solange ich da hineinschlüpfe, fühle ich nichts. Ich fühle nur, wenn ich dahin komme, wo der Ärmel zugenäht ist. Ebenso ist es mit den Nerven: wir fühlen den Nerv nur da, wo er endet. Wir stecken den ganzen Tag in der Nervenmaterie und berühren immer die Enden unserer Nerven. Das bringt sich der Mensch zwar nicht zum Bewußtsein, aber es kommt in seinem Bewußtsein zum Ausdrucke, ohne daß er es will. Wenn er nun denkt - und er denkt ja mit seinem Ich und astralischen Leibe -, so können wir sagen: das Denken ist eine Tätigkeit, die da ausgeübt wird und sich vom Ich und astralischen Leib auf den Ätherleib überträgt. Vom Ätherleib schlüpft auch noch etwas da hinein, wenigstens seine Bewegung. Das, was die Ursache des Bewußtseins ist, das ist, daß ich immer mit dem Denken an einen Punkt komme, wo ich anstoße. An unendlich viele Punkte stoße ich an, wenn ich da hineinschlüpfe, nur kommt es mir nicht zum Bewußtsein. Zum Bewußtsein kommt es nur dem, der den Prozeß des Aufwachens bewußt erlebt: Wenn er bewußt hineintaucht in den Nervenmantel, dann spürt er, daß es ihm überall entgegensticht.

[ 14 ] Also wirklich, hier schlüpft er in die Nervenstränge hinein. Denken Sie sich, mein Rockärmel wäre da vorne zugenäht und ich würde mit meinem Arm wie in einen Sack hineinschlüpfen. Denken Sie sich, ich würde hundert Arme haben und würde sie so in Säcke hineinstecken, dann würde ich mit den hundert Armen da so anstoßen, wo die Ärmel zugenäht sind. So schlüpfen wir also hinein bis dahin, wo der Nervenstrang endet. Das kann man im physischen Leibe verfolgen, wo der Nervenstrang endigt, und bis dahin schlüpft man hinein. Solange ich da hineinschlüpfe, fühle ich nichts. Ich fühle nur, wenn ich dahin komme, wo der Ärmel zugenäht ist. Ebenso ist es mit den Nerven: wir fühlen den Nerv nur da, wo er endet. Wir stecken den ganzen Tag in der Nervenmaterie und berühren immer die Enden unserer Nerven. Das bringt sich der Mensch zwar nicht zum Bewußtsein, aber es kommt in seinem Bewußtsein zum Ausdrucke, ohne daß er es will. Wenn er nun denkt - und er denkt ja mit seinem Ich und astralischen Leibe -, so können wir sagen: das Denken ist eine Tätigkeit, die da ausgeübt wird und sich vom Ich und astralischen Leib auf den Ätherleib überträgt. Vom Ätherleib schlüpft auch noch etwas da hinein, wenigstens seine Bewegung. Das, was die Ursache des Bewußtseins ist, das ist, daß ich immer mit dem Denken an einen Punkt komme, wo ich anstoße. An unendlich viele Punkte stoße ich an, wenn ich da hineinschlüpfe, nur kommt es mir nicht zum Bewußtsein. Zum Bewußtsein kommt es nur dem, der den Prozeß des Aufwachens bewußt erlebt: Wenn er bewußt hineintaucht in den Nervenmantel, dann spürt er, daß es ihm überall entgegensticht.

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[ 15 ] Ich habe sogar einmal einen interessanten Menschen kennengelernt, der in abnormer Weise dies in sein Bewußtsein bekommen hat, was ich in der folgenden Weise darstellen möchte. Der Mensch war ein ausgezeichneter Mathematiker und bewandert in dem ganzen damaligen Stande der höheren Mathematik. Er hatte sich natürlich auch viel beschäftigt mit Differential- und Integralrechnung. Differential ist in der Mathematik das Atomistische, das Kleinste, das, was noch als Kleinstes vorgestellt werden kann. Mehr kann ich heute darüber nicht sagen. Da kam nun, ohne daß es so eigentlich über die Schwelle des Bewußtseins herauftauchte, dem Manne das zum Bewußtsein, daß er da überall gestochen wird, wenn er so hineinfährt. Wenn es nicht regelrecht zum Bewußtsein kommt, wie es durch die Übungen in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» zum Bewußtsein gebracht werden kann, so können dabei ungewöhnliche Dinge auftreten. So glaubte er überall bei sich zu empfinden die Differentiale, er war voll von Differentialen, überall fühlte er die Differentiale. Ich bin voller Differentiale — sagte er -—, ich bin überhaupt nicht integral. — Das bewies er auch auf eine sehr scharfsinnige Weise, daß er überall von Differentialen strotze.

[ 15 ] Ich habe sogar einmal einen interessanten Menschen kennengelernt, der in abnormer Weise dies in sein Bewußtsein bekommen hat, was ich in der folgenden Weise darstellen möchte. Der Mensch war ein ausgezeichneter Mathematiker und bewandert in dem ganzen damaligen Stande der höheren Mathematik. Er hatte sich natürlich auch viel beschäftigt mit Differential- und Integralrechnung. Differential ist in der Mathematik das Atomistische, das Kleinste, das, was noch als Kleinstes vorgestellt werden kann. Mehr kann ich heute darüber nicht sagen. Da kam nun, ohne daß es so eigentlich über die Schwelle des Bewußtseins herauftauchte, dem Manne das zum Bewußtsein, daß er da überall gestochen wird, wenn er so hineinfährt. Wenn es nicht regelrecht zum Bewußtsein kommt, wie es durch die Übungen in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» zum Bewußtsein gebracht werden kann, so können dabei ungewöhnliche Dinge auftreten. So glaubte er überall bei sich zu empfinden die Differentiale, er war voll von Differentialen, überall fühlte er die Differentiale. Ich bin voller Differentiale — sagte er -—, ich bin überhaupt nicht integral. — Das bewies er auch auf eine sehr scharfsinnige Weise, daß er überall von Differentialen strotze.

[ 16 ] Stellen Sie sich lebendig diese Stiche vor. Was tut der Mensch damit, wenn sie nicht in sein Bewußtsein heraufkommen? Er projiziert sie in den Raum und füllt den Raum damit aus, und das sind dann die Atome. Das ist in Wahrheit der Ursprung des Atomismus. Gerade so macht es der Mensch, wie Sie es machen würden, wenn da vor uns ein Spiegel wäre und Sie keine Ahnung hätten, daß da ein Spiegel ist. Sie würden sicherlich glauben, da draußen wäre noch eine Versammlung von Menschen. Deshalb stellt der Mensch sich den ganzen Raum erfüllt vor von dem, was er da hineinprojiziert. Dieser ganze Nervenprozeß spiegelt sich in den Menschen zurück wegen des Umstandes, daß er da anstößt. Aber das ist dem Menschen nicht bewußt, daß er da anstößt, und der ganze Raum ist ihm daher ringsumher scheinbar erfüllt mit Atomen. Die Atome sind die Stiche, die seine Nervenendigungen ausüben. Die Natur nötigt uns nirgends, Atome anzunehmen, aber die Menschennatur nötigt uns dazu. In dem Augenblicke, wo man im Erwachen zu sich selbst kommt, taucht man in sich unter und man wird in sich gewahr eine unzählige Anzahl von Raumpunkten. In diesem Augenblicke ist man gerade in derselben Lage, in der man sich befindet, wenn man einem Spiegel entgegengeht, man stößt daran an und weiß dann, daß man nicht dahinter kann. Ähnlich ist es beim Aufwachen. In demselben Momente, wo man aufwacht, stößt man an seine Nerven an, und man weiß: da kannst du nicht hinüber, darüber kannst du nicht hinauskommen. — Es ist also das ganze Atombild so, als ob es eine Spiegelwand wäre: in dem Augenblick, wo man merkt, daß man nicht darüber hinauskommt, weiß man die Sache.

[ 16 ] Stellen Sie sich lebendig diese Stiche vor. Was tut der Mensch damit, wenn sie nicht in sein Bewußtsein heraufkommen? Er projiziert sie in den Raum und füllt den Raum damit aus, und das sind dann die Atome. Das ist in Wahrheit der Ursprung des Atomismus. Gerade so macht es der Mensch, wie Sie es machen würden, wenn da vor uns ein Spiegel wäre und Sie keine Ahnung hätten, daß da ein Spiegel ist. Sie würden sicherlich glauben, da draußen wäre noch eine Versammlung von Menschen. Deshalb stellt der Mensch sich den ganzen Raum erfüllt vor von dem, was er da hineinprojiziert. Dieser ganze Nervenprozeß spiegelt sich in den Menschen zurück wegen des Umstandes, daß er da anstößt. Aber das ist dem Menschen nicht bewußt, daß er da anstößt, und der ganze Raum ist ihm daher ringsumher scheinbar erfüllt mit Atomen. Die Atome sind die Stiche, die seine Nervenendigungen ausüben. Die Natur nötigt uns nirgends, Atome anzunehmen, aber die Menschennatur nötigt uns dazu. In dem Augenblicke, wo man im Erwachen zu sich selbst kommt, taucht man in sich unter und man wird in sich gewahr eine unzählige Anzahl von Raumpunkten. In diesem Augenblicke ist man gerade in derselben Lage, in der man sich befindet, wenn man einem Spiegel entgegengeht, man stößt daran an und weiß dann, daß man nicht dahinter kann. Ähnlich ist es beim Aufwachen. In demselben Momente, wo man aufwacht, stößt man an seine Nerven an, und man weiß: da kannst du nicht hinüber, darüber kannst du nicht hinauskommen. — Es ist also das ganze Atombild so, als ob es eine Spiegelwand wäre: in dem Augenblick, wo man merkt, daß man nicht darüber hinauskommt, weiß man die Sache.

[ 17 ] Und jetzt nehmen Sie einen Ausspruch, den ich Ihnen schon angeführt habe als von Saint-Martin herrührend. Was sagt der Naturforscher? Der Naturforscher sagt: Analysiere die Naturerscheinungen und du findest die atomistische Welt. - Wir wissen, die atomistische Welt ist nicht da. In Wahrheit sind nur unsere Nervenendigungen da. Was ist denn da, wo die atomistische Welt vermutet wird? Da ist nichts! Wir müssen stehenbleiben bei dem Spiegel, bei den Nervenendigungen. Der Mensch ist da, und der Mensch ist ein Spiegelapparat. Wenn man nicht erkennt, daß er ein Spiegelapparat ist, so vermutet man hinter ihm allerlei Zeug: nämlich die materialistische Weltanschauung, in Wahrheit muß man aber den Menschen finden. Das kann man aber nicht, wenn man sagt: Analysiere die Naturerscheinungen -, denn die geben einem ja den Atomismus. Da muß man schon sagen: Versuche, über den bloßen Schein hinwegzukommen! — Man muß also sagen: Versuche den Schein zu durchschauen! - Dann kann man aber nicht sagen: Und du findest die atomistische Welt -, sondern man muß sagen: Du findest den Menschen! - Und jetzt erinnern Sie sich an das, was wie aus einer Prophetie heraus, die er selber noch nicht völlig verstanden hat, Saint-Martin gesagt hat mit dem Satze, den ich Ihnen aufgeschrieben habe: «Dissipez vos ténèbres matérielles et vous trouverez l’homme.» Es ist derselbe Satz, es ist ganz dasselbe, nur kann es mit Hilfe der Betrachtung, die wir angestellt haben, erst verstanden werden.

[ 17 ] Und jetzt nehmen Sie einen Ausspruch, den ich Ihnen schon angeführt habe als von Saint-Martin herrührend. Was sagt der Naturforscher? Der Naturforscher sagt: Analysiere die Naturerscheinungen und du findest die atomistische Welt. - Wir wissen, die atomistische Welt ist nicht da. In Wahrheit sind nur unsere Nervenendigungen da. Was ist denn da, wo die atomistische Welt vermutet wird? Da ist nichts! Wir müssen stehenbleiben bei dem Spiegel, bei den Nervenendigungen. Der Mensch ist da, und der Mensch ist ein Spiegelapparat. Wenn man nicht erkennt, daß er ein Spiegelapparat ist, so vermutet man hinter ihm allerlei Zeug: nämlich die materialistische Weltanschauung, in Wahrheit muß man aber den Menschen finden. Das kann man aber nicht, wenn man sagt: Analysiere die Naturerscheinungen -, denn die geben einem ja den Atomismus. Da muß man schon sagen: Versuche, über den bloßen Schein hinwegzukommen! — Man muß also sagen: Versuche den Schein zu durchschauen! - Dann kann man aber nicht sagen: Und du findest die atomistische Welt -, sondern man muß sagen: Du findest den Menschen! - Und jetzt erinnern Sie sich an das, was wie aus einer Prophetie heraus, die er selber noch nicht völlig verstanden hat, Saint-Martin gesagt hat mit dem Satze, den ich Ihnen aufgeschrieben habe: «Dissipez vos ténèbres matérielles et vous trouverez l’homme.» Es ist derselbe Satz, es ist ganz dasselbe, nur kann es mit Hilfe der Betrachtung, die wir angestellt haben, erst verstanden werden.

[ 18 ] Sie sehen, wir erfüllen durch die Art und Weise, wie wir zusammenbringen unsere Geisteswissenschaft mit der Naturwissenschaft und mit den Irrtümern der Naturwissenschaft, ein Programm, das in der menschlichen Sehnsucht lebt, seit es Menschen gibt, die etwas ahnten von der Unmöglichkeit der modernen materialistischen Weltanschauung. Das ist eben das unendlich Bedeutsame, das einen überkommt in seinen Wirkungen, wenn man die ganze Eigenart unserer Weltanschauung ins Auge faßt: Geisteswissenschaft ist da, weil sie ersehnt worden ist von denjenigen, die ein Gefühl hatten für das Wahre, für das, was kommen muß als die Wahrheit, die einzig und allein der Menschheit bringen kann, was die Menschheit in der neueren Zeit braucht.

[ 18 ] Sie sehen, wir erfüllen durch die Art und Weise, wie wir zusammenbringen unsere Geisteswissenschaft mit der Naturwissenschaft und mit den Irrtümern der Naturwissenschaft, ein Programm, das in der menschlichen Sehnsucht lebt, seit es Menschen gibt, die etwas ahnten von der Unmöglichkeit der modernen materialistischen Weltanschauung. Das ist eben das unendlich Bedeutsame, das einen überkommt in seinen Wirkungen, wenn man die ganze Eigenart unserer Weltanschauung ins Auge faßt: Geisteswissenschaft ist da, weil sie ersehnt worden ist von denjenigen, die ein Gefühl hatten für das Wahre, für das, was kommen muß als die Wahrheit, die einzig und allein der Menschheit bringen kann, was die Menschheit in der neueren Zeit braucht.

[ 19 ] Morgen werde ich Ihnen zu zeigen haben, warum gerade der Irrtum entstehen mußte, als die Probe gemacht wurde mit dem Spiritismus im 19. Jahrhundert. Wie ich Ihnen so vielfach gezeigt habe, hatte man es mit Suggestionen von lebenden Menschen zu tun, während man glaubte, daß man es zu tun habe mit Einflüssen von seiten der Toten. Diese sind nur dann zu erlangen, wenn man sich auf denjenigen Teil des psychischen Menschen zurückzieht, welcher herausgehoben werden kann aus dem physischen Leibe. Alles das, was der Mensch durchlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, kann nur erkundet werden durch das, was der Mensch außerhalb des physischen Leibes erleben kann; so daß man dazu nicht eigentlich Medien, im richtigen Sinne des Wortes, gebrauchen kann. Doch davon morgen weiter. Und das wird auch zusammenhängen mit dem Kapitel über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, worüber ich schon bei einer der letzten Besprechungen eine Andeutung gemacht habe, daß darüber noch einiges kommen soll.

[ 19 ] Morgen werde ich Ihnen zu zeigen haben, warum gerade der Irrtum entstehen mußte, als die Probe gemacht wurde mit dem Spiritismus im 19. Jahrhundert. Wie ich Ihnen so vielfach gezeigt habe, hatte man es mit Suggestionen von lebenden Menschen zu tun, während man glaubte, daß man es zu tun habe mit Einflüssen von seiten der Toten. Diese sind nur dann zu erlangen, wenn man sich auf denjenigen Teil des psychischen Menschen zurückzieht, welcher herausgehoben werden kann aus dem physischen Leibe. Alles das, was der Mensch durchlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, kann nur erkundet werden durch das, was der Mensch außerhalb des physischen Leibes erleben kann; so daß man dazu nicht eigentlich Medien, im richtigen Sinne des Wortes, gebrauchen kann. Doch davon morgen weiter. Und das wird auch zusammenhängen mit dem Kapitel über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, worüber ich schon bei einer der letzten Besprechungen eine Andeutung gemacht habe, daß darüber noch einiges kommen soll.