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The Rudolf Steiner Archive

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The Occult Movement
in the Nineteenth Century
and its Relationship to World Culture
GA 254

23 October 1915, Stuttgart

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Achter Vortrag

Eighth Lecture

[ 1 ] Ich habe gestern am Schlusse darauf aufmerksam gemacht, daß - gewissermaßen selbstverständlich - von zwei Seiten her sich Gegner der geisteswissenschaftlichen Bewegung ergeben. Auf der einen Seite vom naturwissenschaftlichen Gebiete, indem gerade der Aufbau, die ganze Ausprägung des Naturwissenschaftlichen in der Gegenwart bis zu einem gewissen Grade so sein muß, daß derjenige, der durch eine naturwissenschaftliche Bildung durchgeht und glaubt, sich aus dieser naturwissenschaftlichen Bildung heraus eine Weltanschauung aufbauen zu können, zu dürfen oder zu müssen, sich gedrängt fühlt zu einer Weltanschauung, die durch ihre materialistische Färbung gewissermaßen gegnerisch sein muß dem gegenüber, was unsere Geisteswissenschaft sein will. Man muß auf diesem Gebiete richtig denken. Man muß sich klar sein darüber, daß ein Mensch, der heranwächst in der naturwissenschaftlich-materialistischen Methode unserer Zeit, die wir als Notwendigkeit erkannt haben, in vielen Fällen eigentlich gar nichts dafür kann, daß er durch die Gedanken, die in ihm angeregt werden, zum Gegner wird. Das kann natürlich niemanden davon freisprechen, diese Gegnerschaft, wenn sie auftritt, bekämpfen zu müssen. Aber man wird sie nur richtig bekämpfen, wenn man das, was ich eben gesagt habe, in Erwägung zieht.

[ 1 ] Yesterday, at the end of my remarks, I pointed out that—in a sense, as a matter of course—opponents of the Spiritual Science movement arise from two sides. On the one hand, from the realm of the natural sciences, in that the very structure and the entire character of the natural sciences today must, to a certain extent, be such that anyone who undergoes a scientific education and believes they can construct a worldview based on that education is allowed or even obliged to do so—feels compelled to adopt a worldview that, due to its materialistic character, must in a sense be opposed to what our Spiritual Science aims to be. One must think clearly in this area. One must be clear that a person who grows up within the natural-scientific, materialistic method of our time—which we have recognized as a necessity—is in many cases actually not at all to blame for becoming an opponent as a result of the thoughts that are stirred within them. Of course, this does not absolve anyone of the obligation to combat this opposition when it arises. But one will only combat it properly if one takes into account what I have just said.

[ 2 ] Auf der anderen Seite ergibt sich in ähnlicher Weise eine Gegnerschaft, die ausgeht von den Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften. So wie gewissermaßen das naturwissenschaftliche Gebiet der Gegenwart ein Interesse daran hat, das Geistige, das hinter der Natur ist, zu verbergen, so haben die heutigen Vertreter einer Religionsgemeinschaft zumeist ein Interesse daran, das Geistige, das hinter der Seele ist, zu verbergen. So daß man sagen kann: Von seiten der Naturwissenschaft kann eine Geisteswissenschaft nicht aufkommen, weil das Geistige hinter der Natur verborgen werden soll; von seiten der Religionsgemeinschaften kann eine Geisteswissenschaft nicht aufkommen, weil der Geist hinter den Seelenerscheinungen verborgen gehalten werden soll. Hier ist es genau wieder so, So wie nun einmal die Religionsgemeinschaften sind, werden sie immer dazu neigen, das, was aus der Geisteswissenschaft heraus an die Öffentlichkeit tritt, zu bekämpfen, weil sie kein Interesse daran haben, den Geist hinter den Seelenerscheinungen zu zeigen, sondern weil sie eigentlich ein Interesse daran haben, den Geist hinter den Seelenerscheinungen zu verbergen. Das muß man wissen, und es soll wiederum nicht begründen, daß man ’'die Gegnerschaft unberücksichtigt läßt, sondern daß man die richtige Stellung dazu findet.

[ 2 ] On the other hand, a similar opposition arises from the representatives of various religious communities. Just as, in a sense, the contemporary field of natural science has an interest in concealing the spiritual that lies behind nature, so too do today’s representatives of religious communities generally have an interest in concealing the spiritual that lies behind the soul. So one can say: A Spiritual Science cannot emerge from the realm of natural science because the spiritual realm behind nature is to be concealed; a Spiritual Science cannot emerge from the realm of religious communities because the spirit behind the phenomena of the soul is to be kept hidden. Here, too, the situation is exactly the same: given the nature of religious communities, they will always tend to oppose whatever emerges from Spiritual Science and enters the public sphere, not because they have no interest in revealing the spirit behind the manifestations of the soul, but because they actually have an interest in concealing the spirit behind the manifestations of the soul. One must be aware of this, and it should not serve as a reason to “ignore the opposition,” but rather to find the correct stance toward it.

[ 3 ] Nun ist es außerordentlich schwierig, gerade über dieses Kapitel zu sprechen. Denn man berührt da im Grunde genommen Dinge, auf die jeder kommen müßte durch das, was er zwischen den Zeilen liest in geisteswissenschaftlichen Schriften, was er fühlt in den Mitteilungen der Geisteswissenschaft. Denn es liegt den Dingen, die ich damit berührt habe, eigentlich etwas sehr Tiefes zugrunde, etwas sehr Bedeutungsvolles. Es liegt diesen Dingen zugrunde, daß es aus gewissen Gründen eigentlich gefährlich ist, so ohne weiteres von der Natur, ich möchte sagen, von der Naturoberfläche aus hinzuweisen auf dasjenige, was hinter der Natur liegt. Und weil es gewissermaßen gefährlich ist, gibt es ja das, was ich mehr oder weniger symbolisch bezeichnet habe, indem ich sagte: Die sogenannten geheimen Gesellschaften oder Orden haben überall eine Art «Rechte»: diejenigen Esoteriker, die streng festhalten wollen an dem Verschweigen alles dessen, was mit den höheren Geheimnissen zusammenhängt. Solche Orden haben alle - aber wie gesagt, die Ausdrücke sind symbolisch gemeint — eine Art Rechte, eine Art Mittelpartei und eine Art Linke. Die Linke ist immer geneigt, gewisse Dinge der Esoterik zu veröffentlichen. Diejenigen aber, welche auf der rechten Seite stehen, sind eigentlich ganz und gar abgeneigt, irgendwie etwas von dem, wovon sie glauben, daß es durch die geheimen Orden zu bewahren ist, an die Öffentlichkeit zu bringen. Denn sie halten dasjenige Wissen, von dem sie glauben, daß es bewahrt werden soll durch die Orden, für gefährlich, wenn es in den Händen von nicht zulänglichen Personen ist, wenn es in der Öffentlichkeit von Personen vertreten werden könnte, welche nicht genügend vorbereitet sind zu dieser Vertretung.

[ 3 ] Now, it is extremely difficult to speak about this particular chapter. For in doing so, one is essentially touching upon things that everyone should come to realize through what they read between the lines in writings of Spiritual Science, and what they sense in the communications of Spiritual Science. For underlying the matters I have touched upon here is actually something very profound, something very significant. Underlying these matters is the fact that, for certain reasons, it is actually dangerous to point out so casually—from nature, or rather, from the surface of nature—what lies beyond nature. And because it is, so to speak, dangerous, there exists what I have described more or less symbolically when I said: The so-called secret societies or orders have everywhere a kind of “right wing”: those esotericists who wish to strictly adhere to keeping secret everything connected with the higher mysteries. Such orders all have—but as I said, the terms are meant symbolically—a sort of “right,” a sort of “center,” and a sort of “left.” The Left is always inclined to publish certain aspects of esotericism. Those on the Right, however, are actually completely averse to bringing anything they believe should be preserved by the secret orders into the public domain. For they consider the knowledge they believe should be preserved by the orders to be dangerous if it falls into the hands of unworthy individuals, or if it were to be presented to the public by people who are not sufficiently prepared for such a role.

[ 4 ] Nun ist es deshalb so schwierig, über dieses Thema zu sprechen, weil man in dem Augenblick, wo man darüber spricht, auch schon genötigt ist, gewisse Andeutungen zu geben, die sozusagen die Sache öffentlich machen. Die geheimen Orden, die wirklich mehr oder weniger mit oder ohne Grund glauben ein höheres Wissen zu bewahren, wählen selbstverständlich eine Methode, durch die sie das Hinausdringen ihres wirklichen oder vermeintlichen Wissens in die Offentlichkeit mit gewissen Vorsichtsmaßregeln versehen.

[ 4 ] The reason it is so difficult to talk about this subject is that the moment one speaks of it, one is already compelled to make certain allusions that, so to speak, bring the matter into the open. The secret orders, which—with or without good reason—truly believe they preserve a higher knowledge, naturally choose a method by which they take certain precautions to prevent their real or supposed knowledge from leaking into the public domain.

[ 5 ] Solche Orden haben gewöhnlich Grade, und die Grade sind so, daß es drei untere Grade gibt und drei obere Grade. Die drei unteren Grade bekommen in der Regel nicht dasjenige Wissen, von dem die höher Graduierten die Meinung haben, daß sie im Rechte sind, wenn sie sagen: Dieses Wissen ist gefährlich in den Händen unvorbereiteter Personen -; sondern man bemüht sich, in diesen drei unteren Graden das wirkliche oder vermeintliche Wissen in Symbole einzukleiden, in allerlei Symbole, und ich habe ja von solchen symbolischen Mitteilungen in den Vorträgen der verflossenen Woche gesprochen.

[ 5 ] Such orders usually have degrees, and the structure is such that there are three lower degrees and three higher degrees. As a rule, those in the three lower degrees do not receive the knowledge that the higher-ranking members believe justifies their claim that: “This knowledge is dangerous in the hands of the unprepared”—but rather, in these three lower degrees, an effort is made to clothe the actual or supposed knowledge in symbols—all manner of symbols—and I have, in fact, spoken of such symbolic communications in the lectures of the past week.

[ 6 ] Nun, von diesen Symbolen muß man vielleicht das Folgende sagen: Die Symbole sind so, daß, wenn sie wirklich treu bewahrt sind aus älteren Zeiten und nicht verballhornt worden sind durch allerlei Machinationen späterer Nichtswisser, sie für denjenigen, der diese Symbole durchdringt, eine Art von Sprache darstellen, welche nach und nach begriffen werden kann. Und wenn diese Sprache begriffen wird, dann übermittelt sie ein gewisses Wissen. Allerdings könnte man noch sagen, daß diese Symbole eine vorsichtig in Szene gesetzte Mitteilung sind, eine ganz vorsichtig in Szene gesetzte Mitteilung. Man stellt sich nicht auf den egoistischen Standpunkt, die Schätze des Wissens im engsten Kreise zu behalten. Man gibt sie gewissermaßen denjenigen, die man in den äußeren Kreis aufnimmt. Aber indem man sie gibt, verbirgt man sie zugleich in der Symbolik, so daß nur derjenige, der die Symbole aufzulösen in der Lage ist, zu den Wahrheiten vordringen kann. Es gibt solche Orden, die streng darüber wachen, daß theoretische Erklärungen der Symbole gar nicht gegeben werden, sondern daß die Symbole nur gelehrt oder geübt werden; so daß eigentlich jeder, der die Symbole lesen will, wenn er von ihnen als von einer Sprache spricht, eben selber darauf kommen muß.

[ 6 ] Well, perhaps the following should be said about these symbols: The symbols are such that, if they have truly been faithfully preserved from earlier times and have not been distorted by all sorts of machinations by later ignoramuses, they represent a kind of language for those who penetrate them—a language that can be gradually understood. And when this language is understood, it conveys a certain knowledge. However, one could also say that these symbols are a carefully staged message—a very carefully staged message. One does not adopt the selfish stance of keeping the treasures of knowledge within the innermost circle. One gives them, so to speak, to those whom one admits into the outer circle. But in giving them, one simultaneously conceals them within the symbolism, so that only those capable of deciphering the symbols can penetrate to the truths. There are orders that strictly ensure that no theoretical explanations of the symbols are given at all, but that the symbols are only taught or practiced; so that, in fact, anyone who wants to read the symbols—if they speak of them as a language—must figure it out for themselves.

[ 7 ] Nun könnte man sagen: Ist das auch wirklich ein Schutz? Kommt denn dadurch das Wissen nicht doch in unrechte Hände? — Nun, wenigstens bis ins 14., 15. Jahrhundert hinein konnte man sagen: die Orden, die also mit der Symbolik gearbeitet haben, brachten dadurch das Wissen nicht in unrechte Hände. Seit jener Zeit aber ist das allerdings anders geworden, wesentlich anders. Ich werde gleich sagen warum. Also bitte, halten Sie zunächst daran fest: Wenn okkulte Orden entstanden sind vor dem 14., 15., 16. Jahrhundert, so konnten die drei niederen Grade, denen als dem weiteren Kreise das Wissen in Symbolen gegeben wurde, im Grunde genommen keinen Mißbrauch damit treiben, eben weil man sich darauf beschränkte, nur die Symbole zu geben und alles weitere denjenigen zu überlassen, die die Symbole zu durchdringen hatten. Das war also im Grunde genommen ein Schutz, weil das Durchdringen der Symbole eine gewisse Geistesarbeit erforderte,

[ 7 ] Now one might ask: Is this really protection? Doesn’t this mean the knowledge ends up in the wrong hands after all? — Well, at least up through the 14th and 15th centuries, one could say that the orders—which worked with symbolism—did not allow the knowledge to fall into the wrong hands. Since that time, however, things have changed—significantly so. I’ll explain why in a moment. So please, keep this in mind for now: When occult orders emerged before the 14th, 15th, and 16th centuries, the three lower degrees—to whom, as the wider circle, the knowledge was imparted in symbols—could not, in essence, abuse it, precisely because the orders limited themselves to providing only the symbols and leaving everything else to those who had to penetrate their meaning. So this was essentially a safeguard, because comprehending the symbols required a certain amount of mental effort,

[ 8 ] Nehmen Sie also an, jemand trat in einen niederen Grad eines okkulten Ordens ein. Da bekam er Symbole, die entweder gelehrt oder geübt wurden. Er bekam nur diese Symbole, er bekam nichts anderes, und er war darauf angewiesen, diese Symbole so auf sich wirken zu lassen wie Naturerscheinungen. Wollte er weiterdringen, wollte er den geheimen Sinn der Symbole erforschen, dann mußte er eben forschen, dann mußte er eine geistige Kraft anwenden. Hätte man ihm geholfen, dann hätte er diese geistige Kraft nicht anzuwenden gebraucht. Man half ihm aber nicht; er mußte also diese geistige Kraft selber anwenden, und er verbrauchte diese geistige Kraft für die Entzifferung der Symbole.

[ 8 ] So suppose someone joined a lower degree of an occult order. There he was given symbols that were either taught or practiced. He was given only these symbols; he received nothing else, and he was dependent on allowing these symbols to affect him just as natural phenomena do. If he wanted to go further, if he wanted to explore the secret meaning of the symbols, then he simply had to investigate; he had to apply a spiritual power. If he had been helped, he would not have needed to apply this spiritual power. But he was not helped; so he had to apply this spiritual power himself, and he expended this spiritual power in deciphering the symbols.

[ 9 ] Nun handelt es sich darum zu fragen: Was ist das für eine geistige Kraft, die er für die Entzifferung der Symbole brauchte? Das ist dieselbe geistige Kraft, die, wenn er sie nicht für die Entzifferung der Symbole verwendet hätte, sondern für ein Durchdringen der Naturerscheinungen, ihm dazu gedient haben würde, ein raffinierter Mensch zu werden, so daß er gewisse Fähigkeiten in einem Dienste angewendet hätte, die er nicht in diesem Dienste hätte anwenden sollen. Es war also eine Aufgabe der Symbolik, dafür zu sorgen, daß diejenigen Kräfte, die hätten gefährlich werden können, abgelenkt wurden auf die Entzifferung der Symbole. Dadurch wurden die Kräfte abgelenkt davon, Schaden anzurichten.

[ 9 ] The question now is: What kind of intellectual power did he need to decipher the symbols? It is the same mental power that, had he not used it to decipher the symbols but instead to penetrate natural phenomena, would have served to make him a more sophisticated person—so that he would have applied certain abilities to a purpose for which they were not intended. It was therefore a task of symbolism to ensure that those powers, which could have become dangerous, were diverted toward deciphering the symbols. In this way, the powers were diverted from causing harm.

[ 10 ] Ein Zweites, was zu beachten ist bei diesen Symbolen, ist, daß die menschliche Natur veranlagt ist, solche Symbole moralisch zu betrachten. Es muß noch besonders gesagt werden, daß diese Symbole auch so angeordnet waren, daß sie moralisch betrachtet werden mußten. Aber wenn man Naturerscheinungen betrachtet, so kann man sie nicht moralisch betrachten. Man kann nicht die Lilie, weil sie blüht, mit moralischen Grundsätzen messen, sondern man muß ganz objektiv und unbeteiligt zu Werke gehen. Die Symbole sind nicht so, sondern sie erregen moralische Gefühle. Und diese moralischen Gefühle, die bei der Betrachtung auftauchen in der Seele, die waren geeignet, ungesunde Mystik in der Seele zu bekämpfen. So wurde auch die Kraft der ungesunden Mystik abgeleitet durch die inneren Wirkungen des Eindruckes der Symbole. Diese Symbolik hatte also ihre sehr guten Gründe.

[ 10 ] A second point to note regarding these symbols is that human nature is predisposed to view such symbols in moral terms. It must also be specifically noted that these symbols were arranged in such a way that they had to be viewed morally. But when one observes natural phenomena, one cannot view them in moral terms. One cannot judge the lily by moral principles simply because it blooms; rather, one must approach it entirely objectively and dispassionately. Symbols are not like that; rather, they evoke moral feelings. And these moral feelings, which arise in the soul upon contemplation, were suited to combating unhealthy mysticism in the soul. Thus, the power of unhealthy mysticism was also deflected by the inner effects of the impression made by the symbols. This symbolism, therefore, had its very good reasons.

[ 11 ] Nun wirken aber seit dem 14., 15., 16. Jahrhundert diese Gründe nicht mehr recht, sie lassen sich nicht mehr recht vertreten. Daher haben okkulte Orden seit jener Zeit auch lange nicht mehr die Bedeutung, die sie früher gehabt haben. Sie sind sogar in vieler Beziehung zu Gesellschaften geworden, die alle möglichen Endzwecke, alle möglichen Sonderzwecke betreiben. Sie sind mehr Gesellschaften zur Pflege besonderer Eitelkeiten und dergleichen mehr; sie sind oftmals durchaus nicht so, daß sie noch ein besonderes Wissen bergen, sondern höchstens noch ein leeres Formelwesen besitzen.

[ 11 ] However, since the 14th, 15th, and 16th centuries, these reasons have ceased to hold much weight; they can no longer be adequately defended. Consequently, occult orders have long since ceased to hold the significance they once had. In many respects, they have even become societies that pursue all manner of ulterior motives and special purposes. They are more like societies dedicated to indulging particular vanities and the like; they often do not possess any special knowledge at all, but at most a hollow set of formulas.

[ 12 ] Daß dieses so ist, daran hat eigentlich die naturwissenschaftliche Entwickelung seit den Zeiten Galileis, Kopernikus’ und so weiter einen wesentlichen Anteil. Denn dadurch, daß diese naturwissenschaftlichen Methoden heraufgekommen sind und gepflegt werden, verliert die Menschenseele nach und nach die Möglichkeit, sich mit der alten Hingebung an die Symbolik zu halten. Die Symbole sind eigentlich alle geeignet, das Geistige hinter der Natur an den Tag zu bringen. Die Naturwissenschaft aber mit ihren materialistischen Methoden, wie sie ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert erreicht hat, präpariert die Menschenseele so, daß sie das Interesse verliert für das, worauf die Symbolik geht. Das zeigt sich praktisch darin, daß derjenige, der da glaubt, sich aus der Naturwissenschaft heraus eine Weltanschauung aufbauen zu können, keine richtige Neigung mehr hat, sich mit Ernst und voller Würde auf die Symbolik einzulassen. Und so ist eine Erscheinung gekommen, die, ich möchte sagen, heute sich in ihrer vollen Bedeutung zeigt.

[ 12 ] The development of the natural sciences since the time of Galileo, Copernicus, and others has actually played a significant role in this. For as these scientific methods have emerged and been cultivated, the human soul is gradually losing the ability to maintain its former devotion to symbolism. Symbols are, in fact, all suited to revealing the spiritual reality behind nature. Scientific research, however, with its materialistic methods—as they reached their peak in the 19th century—prepares the human soul in such a way that it loses interest in what symbolism is all about. This is evident in practice in that anyone who believes they can construct a worldview based solely on the natural sciences no longer has a genuine inclination to engage with symbolism with seriousness and dignity. And so a phenomenon has arisen which, I would say, is now revealing its full significance.

[ 13 ] Wenn man die Symbole der geheimen Gesellschaften ins Auge faßt, die bis ins 14., 15., 16. Jahrhundert den niederen Graden überliefert wurden, so sind es lauter Ausdrücke für tiefe, tiefe Wahrheiten. Aber sie drücken diese Wahrheiten auf eine solche Art aus, wie man eben dazumal diese Wahrheiten ausdrückte. Unter dem Einflusse der naturwissenschaftlichen Denkungsweise, namentlich der Neigungen, die durch die naturwissenschaftliche Denkungsweise gekommen sind, hat man nicht daran gearbeitet, diese Symbole fortschrittlich zu gestalten. Man hätte seit dem 14., 15., 16. Jahrhundert eine etwas freiere Arbeit in der Symbolik entfalten müssen; die Gestaltung der Symbole hätte müssen fortschreiten. So aber rechneten sie nicht mit dem, was die Menschheit einfach äußerlich in der Welt erlebt hatte. Daher erscheinen sie einem Menschen, der den Horizont unserer Zeitbildung beherrscht, als antiquiert. Sie sind auch zum weitaus größten Teil antiquiert. Es hat sich aber, gerade bei denen, die von einem gewissen Gesichtspunkte aus an das Okkulte herangehen wollen, eine Neigung herausgebildet, die ich oftmals getadelt habe: die Neigung, ja recht viele solcher Symbole, die recht alt sind, auszugraben. Und wenn man dann von einem Symbol sagen kann, das kann man abstempeln mit dieser oder jener alten Vignette, so ist man ungeheuer froh. Man geht nicht auf die Symbolik als solche los, sondern darauf, daß sie irgendwo einmal in alter Zeit aus etwas entsprungen ist. Man verzichtet sogar oft auf das Verständnis. Man begnügt sich damit, daß man eine sehr alte Symbolik aufgegabelt hat. Also an der Fortbildung der Symbolik war seit den gekennzeichneten Jahrhunderten recht wenig gearbeitet worden, so daß in der Tat, wenn heute in den Nachzüglern der alten okkulten Orden - man kann sie eigentlich nur Nachzügler nennen — Symbolik überliefert wird, diese meist antiquiert ist, und keine Bemühungen obwalten, diese Symbolik weiterzuführen gemäß dem Fortschritt der Menschheit in den letzten Jahrhunderten.

[ 13 ] When one considers the symbols of the secret societies—which were handed down to the lower degrees as far back as the 14th, 15th, and 16th centuries—they are all expressions of profound, profound truths. But they express these truths in the manner in which such truths were expressed at that time. Under the influence of the scientific way of thinking—namely, the tendencies that arose from it—no effort was made to develop these symbols in a progressive way. Starting in the 14th, 15th, and 16th centuries, a somewhat freer approach to symbolism should have been developed; the design of the symbols should have evolved. Instead, however, they failed to take into account what humanity had simply experienced outwardly in the world. Consequently, to a person who has mastered the perspective of our modern era, they appear antiquated. And for the most part, they are indeed antiquated. However, especially among those who wish to approach the occult from a certain perspective, a tendency has emerged that I have often criticized: the tendency to unearth quite a number of such symbols that are quite old. And when one can then say of a symbol, “This can be labeled with this or that old vignette,” one is immensely pleased. One does not engage with the symbolism as such, but rather with the fact that it once sprang from something somewhere in ancient times. One often even forgoes seeking to understand it. One is content merely to have unearthed a very ancient symbolism. Thus, very little work had been done on the further development of symbolism since the centuries in question, so that in fact, when symbolism is handed down today among the stragglers of the old occult orders—one can really only call them stragglers—it is mostly antiquated, and no effort is made to carry this symbolism forward in accordance with the progress of humanity over the last few centuries.

[ 14 ] Nun sind eben die Anschauungen der Menschen andere geworden. In derselben Weise, wie man früher etwas hat geheimhalten können, läßt sich heute nach unserer Anschauung gar nichts mehr geheimhalten. Man versuche nur einmal wirklich, ganz echte ältere Symbolik zu erhaschen. Man wird schon sehen, wie wenig schwierig das ist. Unsere Zeit ist die Zeit der Veröffentlichung, unsere Zeit duldet nicht recht Geheimnisvolles in dieser Art, ich meine künstlich Geheimnisvolles, also zum Geheimnis Gemachtes. Das duldet unsere Zeit nicht recht, unsere Zeit will alles gleich veröffentlichen. Daher kann man auf der anderen Seite auch sagen, daß für jemanden, der die Literatur kennt, die man da veröffentlicht hat über allerlei Symbolik, kaum noch etwas Unveröffentlichtes mehr existiert. Es ist im Grunde genommen alles schon in die Bücher übergegangen, und manche Orden machen es heute so, daß sie einfach ihre Mitglieder nicht darauf aufmerksam machen, wo dies oder jenes zu lesen ist; so daß dasjenige, was längst in Büchern zu lesen ist, von den Mitgliedern so hingenommen wird, als ob es nur ihre Oberen als Geheimnis wissen dürften. Denn auf keinem Gebiete wird so viel Schwindelwesen getrieben als gerade auf dem Gebiete der okkultistischen Orden!

[ 14 ] Well, people’s views have simply changed. Just as it used to be possible to keep something secret, today—according to our way of thinking—nothing can be kept secret anymore. Just try, for once, to truly grasp some genuine, ancient symbolism. You’ll see how easy it is. Our age is the age of publication; our age does not really tolerate mystery of this kind—I mean artificial mystery, that is, things made into secrets. Our age does not really tolerate that; our age wants to publish everything immediately. Consequently, one could also say that for anyone familiar with the literature that has been published on all manner of symbolism, there is hardly anything left that remains unpublished. Essentially, everything has already found its way into books, and some orders today operate in such a way that they simply do not inform their members where this or that can be read; so that what has long been available in books is accepted by the members as if only their superiors were permitted to know it as a secret. For in no other field is there as much deception as in the field of occult orders!

[ 15 ] Ich sage, es geht nicht mehr recht, dieses Prinzip des Geheimhaltens und der Verbarrikadierung durch die Symbolik weiter aufrechtzuerhalten. Man versteht diese Dinge aber nur dann ganz richtig, wenn man versucht, in die Gründe einzudringen, warum in früheren Zeiten gewisse Dinge geheimgehalten worden sind. Nun, aus den angedeuteten Ursachen heraus ist es schwierig, über diese Dinge zu sprechen, wie ich schon sagte, weil, wenn man darüber spricht, man manche Dinge sagen müßte, die nicht so ohne weiteres gesagt werden können. Daher werde ich versuchen, heute und morgen einen anderen Weg zu wählen. Ich werde Ihnen gewisse Dinge sagen, durch deren konsequente Verfolgung Sie dahin kommen können, manches über die Geheimnisse der Welt zu ahnen, was doch nicht rätlich ist, in der Gegenwart unmittelbar auszusprechen. Ich werde heute und morgen auf die Dinge weiter eingehen. Ich werde heute zunächst gewisse Dinge sagen, welche konsequent weiterverfolgt werden können in Ihrem eigenen Denken und Empfinden, und die auch in Ihrem inneren Leben weiterverfolgt werden können. Und wenn Sie sie weiterverfolgen, so werden diese Dinge Sie gewissermaßen weit bringen. Weil es an der Zeit ist, die Dinge zu sagen, will ich versuchen, sie so zu sagen, wie es eben möglich ist.

[ 15 ] I say that it is no longer really possible to continue upholding this principle of secrecy and barricading oneself behind symbolism. However, one can only truly understand these things by trying to get to the bottom of why certain matters were kept secret in earlier times. Well, for the reasons I’ve hinted at, it is difficult to speak about these things, as I’ve already said, because if one were to speak about them, one would have to say certain things that cannot be said so readily. Therefore, I will try to take a different approach today and tomorrow. I will tell you certain things which, if you follow them consistently, will enable you to gain some insight into the mysteries of the world—things that it is not advisable to express directly at the present time. I will go into these matters in greater detail today and tomorrow. Today, I will begin by saying certain things that can be consistently pursued in your own thinking and feeling, and that can also be pursued in your inner life. And if you pursue them, these things will, in a sense, take you a long way. Because the time has come to say these things, I will try to say them as best I can.

[ 16 ] Ich will ein Beispiel nehmen. Carlyle, der große englische Schriftsteller, sagte in einer seiner Reden in einer, man könnte sagen nicht gerade sehr bedeutungsvollen Aussage, etwas über Dante, den Verfasser der «Göttlichen Komödie». Ich sagte also: nicht so Bedeutungsvolles sagte Carlyle an dieser Stelle über Dante. Die Rede handelte über Dante und Shakespeare. Er sagte aber doch etwas, was merkwürdig ist. Wer diese Rede wie ein gewöhnlicher Leser liest — und die meisten Leute unterscheiden heute kaum zwischen dem Lesen einer Rede von Carlyle und dem Lesen eines Zeitungsartikels -, dem wird nichts besonders auffallend sein. Derjenige aber, der etwas von der Geisteswissenschaft nicht bloß in seine Theorie, sondern in sein Gemüt aufgenommen hat, der wird gerade bei dieser Stelle auf etwas aufmerksam werden können. Carlyle weist nämlich darauf hin, wie merkwürdig es doch sei, daß aus Dingen heraus, die äußerlich wie ein Zufall oder gar als noch etwas anderes erscheinen, wie etwas, das nicht nach Wunsch der Menschen gegangen ist, doch etwas ungeheuer GroRes entstanden ist. Carlyle zeigt das an dem Schicksal Dantes. Dante war wegen seiner politischen Richtung aus seiner Vaterstadt verbannt worden. Er mußte den Wanderstab ergreifen. Dadurch, daß er verbannt worden ist, daß er den Wanderstab ergreifen mußte, ist er zu dem geworden, was er heute ist. Dadurch, also als ein Verbannter, ist er dazu gedrängt worden, die «Göttliche Komödie» zu schreiben. Nun sagt Carlyle: Das hat doch Dante nicht gewünscht, aus seiner Vaterstadt verbannt zu werden! Aber wenn er dageblieben wäre, so würde er in Florenz so etwas wie ein Lord Mayor geworden sein, er würde sehr viel zu tun gehabt haben als eines der Häupter von Florenz, und die «Göttliche Komödie» würde nicht geschrieben worden sein. So mußte Dante leiden, Dante mußte etwas ganz Unerwünschtes passieren, damit die Menschheit die «Göttliche Komödie» bekam. Also die Menschheit verdankt die «Göttliche Komödie» einem Geschicke von Dante, das sich Dante sicher nicht herbeigewünscht haben würde. — Und damit hat Carlyle sicher recht. Diese Bemerkung ist geistreich. Für einen, der die Rede im gewöhnlichen Sinne liest, ist sie nicht so sehr bedeutend; aber dem, welcher die Rede aufmerksam liest, könnte dabei doch etwas auffallen. Er wird sich vielleicht nicht klarmachen, warum sein Gefühl da haltmacht, warum sein Gefühl da etwas Besonderes empfindet an dieser Stelle. Carlyle selbst hat das auch nicht gefühlt, er hat diese Bemerkung gemacht, weil er ein sehr geistreicher Mann war. Aber er hat nichts gefühlt von dem, was ich jetzt meine. Was ich meine, muß ich auf einem Umwege klarmachen.

[ 16 ] Let me give an example. Carlyle, the great English writer, said something in one of his speeches—in a remark that, one might say, was not exactly very significant—about Dante, the author of *The Divine Comedy*. So I said: Carlyle did not say anything particularly significant about Dante at this point. The speech was about Dante and Shakespeare. Yet he did say something that is curious. Anyone who reads this speech as an ordinary reader—and most people today hardly distinguish between reading a speech by Carlyle and reading a newspaper article—will not find anything particularly striking. But anyone who has taken Spiritual Science to heart—not merely as theory but as a part of their very being—will be able to notice something precisely at this point. Carlyle points out, in fact, how remarkable it is that something immensely great has arisen from circumstances that outwardly appear to be a coincidence or even something else entirely—something that did not go according to human wishes. Carlyle illustrates this through Dante’s fate. Dante had been banished from his hometown because of his political views. He was forced to take up the pilgrim’s staff. It was precisely because he was banished—because he was forced to take up the pilgrim’s staff—that he became what he is today. It was through this—that is, as an exile—that he was compelled to write *The Divine Comedy*. Now Carlyle says: Surely Dante did not wish to be exiled from his hometown! But if he had stayed, he would have become something like a Lord Mayor in Florence; he would have had a great deal to do as one of the leaders of Florence, and the *Divine Comedy* would never have been written. So Dante had to suffer; something entirely undesirable had to happen to him so that humanity could receive the *Divine Comedy*. Thus, humanity owes the *Divine Comedy* to a fate that befell Dante—one that Dante certainly would not have wished upon himself. — And Carlyle is certainly right about that. This remark is witty. For someone reading the speech in the ordinary sense, it is not particularly significant; but to the one who reads the speech attentively, something might nevertheless catch their attention. They may not realize why their intuition pauses there, why their intuition senses something special at this point. Carlyle himself did not sense this either; he made this remark because he was a very witty man. But he did not sense anything of what I now mean. I must explain what I mean by taking a roundabout approach.

[ 17 ] Nehmen wir an, Dante wäre nicht vertrieben worden, sondern er wäre so etwas wie ein Rat oder wie ein Haupt von Florenz geworden; er hätte alles erreicht, wozu er nach seinen Anlagen hätte kommen können. Er hätte Prior werden können. Wäre er es geworden, so wäre er ein bedeutender Prior geworden und so weiter. Kurz, es wäre sehr viel durch Dante geschehen, aber, es gäbe keine «Göttliche Komödie».

[ 17 ] Let’s suppose Dante had not been exiled, but had instead become something like a councilor or the ruler of Florence; he would have achieved everything he was capable of achieving given his talents. He could have become a prior. Had he become one, he would have been a prominent prior, and so on. In short, a great deal would have been accomplished through Dante, but there would be no “Divine Comedy.”

[ 18 ] So einfach liegt aber dieSache nicht. Nehmen wir wirklich an, Dante hätte sein Ziel erreicht, wäre nicht entwurzelt worden in Florenz, wäre eines der Stadt- oder Kirchenhäupter geworden, was ziemlich verwandt ist in der öffentlichen Wirksamkeit. Da Dante — das werden Sie nach dem, was in der «Göttlichen Komödie» vorliegt, zugeben bedeutende Fähigkeiten hatte, wäre er ein bedeutender Lord Mayor geworden, er hätte etwas ungeheuer Bedeutendes dargestellt. Also die Geschichte würde ganz anders aussehen. Florenz hätte ein sehr bedeutendes Stadt- und Staatsoberhaupt gehabt. Ja, nicht nur das! Sondern denken Sie sich hinein in dieses Florenz, das von all den Räten nun verwaltet worden wäre mit den Fähigkeiten, die dann in die «Göttliche Komödie» geflossen sind. Diese Verwaltung in einer so genialen Weise, sie würde bedeuten, daß viele, viele Kräfte, die da waren, unterbunden worden wären in ihrem geheimnisvollen Wirken. Es ist das allerdümmste, wenn behauptet wird, daß es nicht geniale Menschen in der Welt gäbe. Davon gibt es sehr viele. Sie gehen nur zugrunde, weil sie nicht erweckt werden. Wenn Dante Stadtoberhaupt geworden wäre, so hätte er auch einen Nachfolger gehabt, der sehr bedeutungsvoll gewesen wäre, und solche Nachfolger hätte er sieben gehabt. Just sieben Leute wären hintereinander gekommen - diese Dinge werden wir schon einmal begründen -, sieben bedeutende Leute hätten hintereinander als Oberhäupter von Florenz regiert. Etwas ganz Grandioses wäre entstanden, aber eine «Göttliche Komödie» würde es nicht geben. Im Jahre 1265 ist Dante geboren. Wir leben jetzt in einer Zeit, wo wir, wenn alle diese sieben Leute dazumal in Florenz gewirkt hätten, in Florenz die Nachwirkungen noch immer spüren würden, denn sieben Jahrhunderte hätten sie gedauert! Sieben Jahrhunderte würden ganz anders verflossen sein, als sie verflossen sind. Das alles ist nicht geschehen. Die katholische Kirche ist noch da, aber die «Göttliche Komödie» ist auch da.

[ 18 ] But the matter is not quite that simple. Let us really assume that Dante had achieved his goal, had not been uprooted from Florence, and had become one of the city’s or the Church’s leaders—which is quite similar in terms of public influence. Since Dante—as you will admit, given what is presented in the *Divine Comedy*—had remarkable abilities, he would have become a prominent lord mayor; he would have been a figure of immense significance. So history would have looked quite different. Florence would have had a very prominent city and state leader. Yes, and not only that! But imagine this Florence, which would have been governed by all those councilors with the abilities that later found their way into the *Divine Comedy*. Such brilliant governance would have meant that many, many forces that existed there would have been thwarted in their mysterious workings. It is utterly foolish to claim that there are no brilliant people in the world. There are very many of them. They simply perish because they are not awakened. If Dante had become head of the city, he would also have had a successor who would have been very significant, and he would have had seven such successors. Exactly seven people would have succeeded one another—we will explain the reasoning behind this at a later time—seven significant figures would have ruled Florence in succession as its leaders. Something truly magnificent would have emerged, but there would be no *Divine Comedy*. Dante was born in 1265. We now live in a time when, if all seven of those people had been active in Florence back then, we would still be feeling the repercussions in Florence today, for they would have lasted seven centuries! Seven centuries would have passed quite differently than they actually did. None of that happened. The Catholic Church is still here, but so is the *Divine Comedy*.

[ 19 ] Ich habe Ihnen ein Beispiel gegeben, wie Kräfte umgewandelt werden draußen in der großen Ordnung der Weltgeschichte. Ich habe ein Beispiel von dem gegeben, womit man es eigentlich zu tun hat draußen in der großen Umwandlung der Weltgeschichte. Ungeheuer bedeutungsvolle Sachen, wenn wir sie so betrachten, liegen vor uns, ungeheuer bedeutungsvolle Dinge stehen vor uns!

[ 19 ] I have given you an example of how forces are transformed out there in the grand order of world history. I have given an example of what we are actually dealing with out there in the great transformation of world history. Things of immense significance—when we look at them this way—lie before us; things of immense significance stand before us!

[ 20 ] Ich gebrauchte dieses Beispiel, weil ich Sie aufmerksam machen will darauf, daß es zuweilen in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit notwendig ist, daß Kräfte umgewandelt werden, daß Kräfte sich in einen ganz anderen Strom hineinergießen als in den Strom, in den sie sich so nach dem nächsten äußeren Anschein ergießen wollen. Dieses Beispiel hat scheinbar gar nichts zu tun mit dem, was ich eigentlich sagen will, und doch hat es alles damit zu tun. Denn wenn Sie das, was in diesem Beispiele ist, konsequent verfolgen, so werden Sie darauf kommen, warum es schwierig ist, gewisse Wahrheiten, die sich auf das, was hinter der äußeren Natur steht, beziehen, ohne weiteres der Öffentlichkeit preiszugeben. Es ist schon notwendig, eben manches so an die Menschen heranzubringen, daß es Kräfte bindet, so daß gewisse Kräfte nicht gefährlich werden können.

[ 20 ] I used this example because I want to draw your attention to the fact that, at times in the history of human development, it is necessary for forces to be transformed—for forces to flow into a completely different current than the one into which, at first glance, they seem to be flowing. This example seems to have nothing at all to do with what I actually want to say, and yet it has everything to do with it. For if you follow through on what is contained in this example, you will come to understand why it is difficult to readily reveal to the public certain truths that relate to what lies behind external nature. It is indeed necessary to present certain things to people in such a way that it binds forces, so that certain forces cannot become dangerous.

[ 21 ] Mit diesem Beispiel habe ich hingedeutet auf diejenigen Kräfte, welche sich in der Menschennatur entwickeln werden, wenn der Mensch den Schleier der Naturerscheinungen durchdringt. Aber auch dann, wenn die Menschen nicht diesen Schleier der Naturerscheinungen durchdringen, sondern darauf ausgehen, den Schleier der Seelenerlebnisse zu durchdringen, wenn sie in die Tiefen der Seele hinein wollen, auch dann liegen gewisse Gefahren vor. Und auch da will ich durch eine Erzählung Ihnen die Möglichkeit bieten, auf gewisse Dinge zu kommen, die man eben sonst nicht auseinandersetzen könnte. Ich will an eine Erzählung anknüpfen, die ja bekannt ist, von der aber gewöhnlich nicht gewußt wird, daß sie noch etwas so Tiefes zum Ausdrucke bringt.

[ 21 ] With this example, I have alluded to those forces that will develop within human nature when a person penetrates the veil of natural phenomena. But even when people do not penetrate this veil of natural phenomena, but instead set out to penetrate the veil of soul experiences—when they wish to delve into the depths of the soul—even then certain dangers exist. And here, too, I would like to use a story to offer you the opportunity to explore certain things that otherwise could not be fully elucidated. I would like to build upon a story that is well known, but about which people usually do not realize that it expresses something so profound.

[ 22 ] Zu dem Pater Antonius kam einmal ein Mann, Paulus mit Namen. Dieser Mann wollte sein Schüler werden. So wie er sich darstellte, war dieser Mann ein recht einfältiger Mensch. Aber Antonius nahm doch den einfältigen Menschen, nennen wir ihn Paulus den Einfältigen, als Schüler an und ließ ihn gewisse Arbeiten Jahre um Jahre verrichten. Ich glaube nicht, daß sehr viele von Ihnen Freude daran hätten, diese Arbeiten zu verrichten, die Antonius dem Schüler aufgetragen hat. Es mußte nämlich der Schüler Wasser tragen, aber in durchlöcherten Gefäßen, so daß, wenn er am Ziele ankam, nichts mehr darinnen war. Und das mußte der Mann Jahre um Jahre tun. Er mußte Kleider nähen, und wenn er sie genäht hatte, mußte er sie wieder aufschneiden. Er mußte Steine auf Berge hinauftragen, und wenn er sie oben hatte, mußte er sie wieder hinunterrollen lassen, damit sie wieder an ihrem ursprünglichen Orte waren. Das mußte er Jahre um Jahre tun. Die Folge davon war, daß Paulus der Einfältige eine ungeheure Vertiefung seines Gemütes durchmachte und er bemerkte, wie aus seinem Unterbewußten herauf bedeutende Seelenkräfte kamen, und wie diese Seelenkräfte nach und nach ihn zu einem weisen Menschen machten. Aus Paulus dem Einfältigen wurde Paulus der Weise.

[ 22 ] A man named Paulus once came to Father Antonius. This man wanted to become his student. From the way he presented himself, this man seemed to be quite a simple-minded person. But Antonius nevertheless accepted this simple-minded man—let’s call him Paulus the Simple—as a student and had him perform certain tasks year after year. I don’t think many of you would enjoy doing the tasks that Antonius assigned to his apprentice. The apprentice had to carry water, but in vessels full of holes, so that by the time he reached his destination, there was nothing left inside. And the man had to do this year after year. He had to sew clothes, and once he had sewn them, he had to cut them open again. He had to carry stones up mountains, and once he had them at the top, he had to let them roll back down so that they were back where they had started. He had to do this year after year. As a result, Paul the Simple underwent a profound deepening of his spirit, and he noticed how significant spiritual powers rose up from his subconscious, and how these spiritual powers gradually transformed him into a wise man. Paul the Simple became Paul the Wise.

[ 23 ] Ich möchte das Beispiel des Antonius, das dieser mit Paulus dem Einfältigen gemacht hat, nicht zur Nachahmung empfehlen. Aber als eine Tatsache mußte ich es erzählen. Nehmen Sie einmal an, Antonius hätte nicht diese Methode gewählt, Steine auf Berge hinauftragen und sie wieder herunterrollen zu lassen, Wasser in Gefäßen tragen zu lassen, durch welche das Wasser wieder heraussickerte, sondern er hätte es Paulus dem Einfältigen leichter gemacht. Was würde geschehen sein? Paulus der Einfältige würde eines Tages gesagt haben: Ja, Antonius, deine Lehre ist ganz gut, aber du bist eigentlich ein ganz böser Mensch. Deine Lehre muß ich jetzt nehmen und muß in die Welt mit ihr hinausgehen. Ich muß dich mit deiner eigenen Lehre bekämpfen, denn ich habe erkannt, daß du ein ganz böser Mensch bist. Und außerdem tust du mir ja gar nicht, was ich berechtigt bin zu wollen. Du hast mir versprochen, daß von einem gewissen Zeitpunkte an du erklären wirst, daß von Anfang an, als ich zu dir gekommen bin, ich nur dem Scheine nach der Einfältige war, und daß ich dazumal schon viel höher stand. Dann hast du mir versprochen zu erklären, daß deine ganze Lehre von mir inspiriert ist. — Zu solchen Dingen hätte der Schüler kommen können. Aber er ist bewahrt geblieben davor durch die Methode, die Antonius angewendet hat, die aber, wie gesagt, jetzt nicht mehr so anwendbar ist, obgleich nicht etwa behauptet werden soll, daß diese Methode bei gewissen Naturen, wenn sie angewendet würde, nicht ganz gute Früchte tragen würde.

[ 23 ] I do not wish to recommend that anyone follow the example set by Anthony with Paul the Simple. But I had to recount it as a fact. Suppose, for a moment, that Antonius had not chosen this method—carrying stones up mountains and letting them roll back down, carrying water in vessels through which the water seeped out again—but had instead made things easier for Paul the Simple. What would have happened? Paul the Simple-Minded would one day have said: “Yes, Anthony, your teaching is quite good, but you are actually a very wicked person. I must now take your teaching and go out into the world with it. I must fight you with your own teaching, for I have realized that you are a very wicked person. And besides, you are not doing for me at all what I am entitled to demand.” You promised me that, at a certain point, you would explain that from the very beginning, when I first came to you, I was only seemingly the Simple One, and that I was already on a much higher level back then. Then you promised to explain that your entire teaching is inspired by me. — The student could have come to such realizations. But he was spared from them by the method that Antonius employed—a method which, as I said, is no longer quite applicable today, although this is not to say that, if applied to certain temperaments, this method would not bear quite good fruit.

[ 24 ] Aus diesen zwei Beispielen, die ich angeführt habe, können Sie, wenn Sie sie konsequent verfolgen, auf gewisse Gefahren kommen, die dem Menschen drohen, wenn er sich einläßt mit den Kräften, die hinter der äußeren Natur als geistige Kräfte der Natur stehen. Sie können aus dem Beispiel, das ich Ihnen in bezug auf Dante gegeben habe, ersehen, welchen grandiosen, welch ungeheuer bedeutungsvollen Dingen man eigentlich gegenübersteht.

[ 24 ] From these two examples I have cited, if you follow them through consistently, you can discern certain dangers that threaten human beings when they become involved with the forces that lie behind external nature as the spiritual forces of nature. From the example I gave you regarding Dante, you can see what magnificent, what immensely significant things one is actually facing.

[ 25 ] Nun, warum kommt denn die Naturwissenschaft, so können wir jetzt die Frage aufwerfen, die doch eine wirklich gute Methode hat, eine ausgezeichnete, eine glänzende Methode, warum kommt sie nicht auf gewisse Dinge, die hinter der Natur stehen? Die Frage kann sehr einfach beantwortet werden. Es fehlen der Naturwissenschaft die Kräfte dazu, die Erkenntniskräfte. Sie arbeitet nicht daran, die Erkenntniskräfte auszubilden. Nicht wahr, so wie die Dinge bei der äußeren Naturwissenschaft sind, wird einfach nicht daran gearbeitet, weil, was ich öfter erwähnt habe, man eine gewisse Furcht hat vor dem, was hinter den Naturerscheinungen steckt.

[ 25 ] Well, why is it, then—and we can now pose this question—that natural science, which does have a truly good method, an excellent, brilliant method, why doesn’t it get to the bottom of certain things that lie behind nature? The question can be answered very simply. Natural science lacks the powers to do so—the powers of cognition. It does not work to develop these powers of cognition. Isn’t it true that, as things stand in the field of external natural science, no effort is made in this direction because—as I have often mentioned—there is a certain fear of what lies behind natural phenomena.

[ 26 ] Aber - so könnte man auf der anderen Seite fragen —, warum finden sich nicht diejenigen, welche etwas wissen über das Geistige in der Natur, dennoch bereit, in einem ausreichenderen Maße als es in der Gegenwart geschieht, die Methoden und Wege zu eröffnen, damit der Mensch die Erkenntniskräfte ausbilden kann, die ihn hinter die Natur führen, die ihn gleichsam die Schwelle überschreiten lassen, die ihn drängen zu dem, was hinter der Natur ist?

[ 26 ] But—one might ask, on the other hand—why are those who know something about the spiritual aspect of nature nevertheless willing, to a greater extent than is currently the case, to open up the methods and paths so that human beings can develop the powers of cognition that lead them beyond nature, that allow them, as it were, to cross the threshold, that impel them toward what lies beyond nature?

[ 27 ] Sehen Sie, sobald man die Schwelle überschreitet, die zu den geistigen Wesenheiten hinter der Natur führt, kommt man in Zusammenhang mit geistigen Wesen. Das sehen Sie aus all den Darstellungen, die ich in den letzten Wochen gegeben habe. Solche passive Naturerscheinungen, wie sie heute die Naturwissenschaft studiert, hat man nur in dieser physischen Welt. Sobald man die Schwelle überschreitet, kommt man in eine Welt geistiger, lebender Wesen hinein. Das Eigentümliche ist dabei, daß die Wesen, die man zuerst trifft, lauter Wesen sind, die eigentlich einen viel befähigter machen in bezug auf klares Denken und so weiter, als man vorher es war. Es ist wirklich so: Wenn ich die Summe der Naturerscheinungen, wie sie heute von der materialistischen Naturwissenschaft gebraucht werden, als einen Vorhang betrachte, auf den die Naturgesetze geschrieben sind, so liegt hinter ihm ein Quirlen von geistigen Wesenheiten. Da muß man durch als Mensch. Aber mit jenen Fähigkeiten, die man hat, um Naturwissenschaft zu studieren, kann man nicht durchstoßen durch den Vorhang. Könnte man es, so täte man es schon nach den heutigen Neigungen. Früher war das anders. Aber man kann nicht durchstoßen.

[ 27 ] You see, as soon as one crosses the threshold that leads to the spiritual beings beyond nature, one comes into contact with spiritual beings. You can see this from all the descriptions I have given over the past few weeks. Such passive natural phenomena, as studied by modern science, exist only in this physical world. As soon as one crosses the threshold, one enters a world of spiritual, living beings. What is remarkable about this is that the beings one first encounters are all beings who actually make one much more capable in terms of clear thinking and so on than one was before. It is truly the case: If I regard the sum total of natural phenomena, as they are used today by materialistic natural science, as a curtain upon which the laws of nature are written, then behind it lies a swarm of spiritual beings. As a human being, one must pass through this. But with the abilities one possesses to study natural science, one cannot pierce through the curtain. If one could, one would already be doing so, given today’s tendencies. It used to be different. But one cannot pierce through it.

[ 28 ] Es gibt allerdings Menschen, welche durch eine wirkliche Interpretation von Symbolen die Leute dahin bringen könnten, durchzustoßen. Dann würden die Leute natürlich mit geistigen Wesen in Zusammenhang kommen, und zwar mit Wesen, die im eminentesten Sinne ein Interesse daran haben, den Menschen sehr scharfsinnig, sehr spitzfindig, raffiniert scharfsinnig zu machen: das sind gewisse elementarische Wesenheiten, die ihr ganzes Bestreben darein setzen, dem Menschen gewisse Erkenntnisfähigkeiten beizubringen, die ihn wirklich anders machen, als er ist, bevor er da durchstößt. Und außerdem ist der Mensch dadurch mit diesen Wesen in Zusammenhang. Nun haben aber diese Wesen noch eine ganz besondere Eigenschaft: sie machen den Menschen scharfsinnig, bringen ihm gewisse Erkenntnisfähigkeiten bei, sie sind aber keine menschenfreundlichen Wesen. Sie sind menschen- und tierfeindliche Wesen im eminentesten Sinne, so daß man, indem man da durchstößt, einbüßt an der gewöhnlichen, allgemeinen Menschen- und Tierfreundlichkeit. Ohne Einbuße an Menschen- und Tierfreundlichkeit kommt man nicht leicht durch, wenn man unvorbereitet da durchgeht. Man bekommt geradezu die Neigung, alles mögliche zu tun, was nicht menschenfreundlich ist, und man bekommt sogar eine gewisse Fertigkeit im Tun von nichtmenschenfreundlichen Dingen.

[ 28 ] There are, however, people who, through a genuine interpretation of symbols, could lead others to break through. Then, of course, people would come into contact with spiritual beings—beings who, in the most profound sense, have an interest in making humans very astute, very subtle, and ingeniously astute: these are certain elemental beings who devote all their efforts to imparting to human beings certain cognitive abilities that truly transform them from what they were before they break through. Moreover, through this process, human beings come into contact with these beings. Now, however, these beings possess a very special characteristic: they make human beings astute and teach them certain cognitive abilities, yet they are not benevolent toward humans. They are beings hostile to humans and animals in the truest sense, so that by breaking through to that realm, one loses one’s usual, general benevolence toward humans and animals. It is not easy to pass through without losing this friendliness toward humans and animals if one goes through unprepared. One actually develops a tendency to do all sorts of things that are not friendly toward humans, and one even acquires a certain skill in doing things that are unfriendly toward humans.

[ 29 ] Kurz, Sie werden daraus ersehen, daß es nicht gerade ratsam ist, so ohne weiteres die Menschen da durchstoßen zu lassen; daß es schon seine Gefahr hat, weil eben die Wesen, auf die man zunächst auftrifft, durchaus nicht menschenfreundlich sind. Nun würde aber derjenige, der auf jenem Wege durchstoßen würde, auf dem man eben durchstoßen könnte, wenn man die heutige Methode der Naturwissenschaft fortsetzte, im eminentesten Sinne mit diesen menschenfeindlichen Wesen zusammentreffen, und er würde diese, übrigens nicht nur menschenfeindlichen, sondern geradezu naturfeindlichen Wesen kennenlernen und eine ganz große Summe von Kräften, durch die man wirklich vieles zerstören kann.

[ 29 ] In short, you will see from this that it is not exactly advisable to simply let people pass through there; that it does carry its own dangers, precisely because the beings one first encounters are by no means friendly toward humans. Now, anyone who were to pass through that path—the one through which one could indeed pass if today’s methods of natural science were continued—would, in the most profound sense, encounter these hostile beings, and would come to know these beings, who, incidentally, are not only hostile to humans but downright hostile to nature itself, as well as a vast array of forces through which one can truly destroy a great deal.

[ 30 ] Es ist also nicht wünschenswert, diejenigen Menschen durchzulassen, welche noch die Neigung haben, diese zerstörenden Kräfte wirklich anzuwenden, denn vieles an zerstörenden Kräften würde sozusagen in die Hände geliefert werden. Sondern man muß trachten, nur solche Menschen durchzulassen, die durch ihre Zucht so weit gekommen sind, daß sie, wenn sich ihnen diese Zerstörungswesenheiten anbieten, keinen Gebrauch machen von solchen Zerstörungshilfen. Gerade in dieser Richtung wirkte die Entzifferung der Symbole außerordentlich bedeutsam. Diese Kräfte braucht man dann nämlich auf, man verbraucht die Kräfte, die jene Wesen hätten verwenden können, um die Menschen zu Zerstörern zu machen. Es war also eine Neigung, die Menschen nicht dazu gelangen zu lassen, sich den Wesen der Zerstörung zu überliefern, und diejenigen, die für das Geheimhalten eines gewissen hohen Teiles des esoterischen Wissens waren, hatten nun folgenden Gedankengang. Sie sagten: Wenn wir unser Wissen und die Art des Wissens, wie es in geheimen Orden und dergleichen da war, den Leuten so ohne weiteres zugänglich machen, so daß ihnen die Arbeit des Selbstdurchdringens der Symbole erspart bleibt, dann machen wir diese Menschen zu Empörern gegenüber der Natur, dann machen wir sie zu Trägern von zerstörenden Kräften. Das war die Tendenz. Sie sagten: Wir haben ein Wissen, das unweigerlich das bewirken würde, also können wir dieses Wissen nicht exoterisch machen. Wir müssen streng auf dem Boden stehen, daß wir die Menschen, die man heranbringt, zuerst zur absolutesten Menschenliebe erziehen, zur absolutesten Pflanzen-, Tier- und Menschenliebe; daß wir sie also zuerst einer sorgfältigen Zucht unterwerfen.

[ 30 ] It is therefore not desirable to allow those people to pass through who still have the inclination to actually use these destructive forces, for much of that destructive power would, so to speak, be handed over to them. Rather, one must strive to admit only those people who, through their self-discipline, have progressed to the point where, even if these destructive entities offer themselves to them, they make no use of such means of destruction. It was precisely in this regard that the deciphering of the symbols proved extraordinarily significant. For in doing so, one actually absorbs these forces—one consumes the forces that those beings could have used to turn people into destroyers. There was, therefore, a desire to prevent people from surrendering themselves to the beings of destruction, and those who favored keeping a certain high portion of esoteric knowledge secret now followed this line of reasoning. They said: If we make our knowledge—and the kind of knowledge that existed in secret orders and the like—readily accessible to people, so that they are spared the work of penetrating the symbols for themselves, then we turn these people into rebels against nature; then we make them bearers of destructive forces. That was the tendency. They said: We possess knowledge that would inevitably bring this about; therefore, we cannot make this knowledge exoteric. We must stand firmly on the principle that we first educate the people we bring into our fold to the most absolute love of humanity, to the most absolute love of plants, animals, and human beings; that we must first subject them to careful discipline.

[ 31 ] Nun aber, diese Zucht lassen sich die Menschen von heute nicht gefallen. Sie lassen sie sich einfach nicht gefallen, sie wehren sich dagegen. Die Menschheit ist vorwärtsgeschritten. Was tut sie dann? Nehmen wir einmal an, diese Zucht sollte ausgeübt werden, man würde die Menschen in die betreffenden Orden tun und würde schon dasjenige, was den meisten geradezu vorgeschrieben werden muß, ganz ernst nehmen! Was wäre die Folge? Nun, insbesondere die Frauen würden in drei Monaten vollständig davongelaufen sein. Sie würden es sich ganz und gar nicht gefallen lassen. Gewisse Orden haben daher, um bestehen zu können, darauf verzichtet, diese Zucht auszuüben. Daher ist dasjenige, was einmal tiefes Wissen war, ausgeartet in bloßes Stroh, was gar nichts enthält. Auf der anderen Seite aber bestand die Neigung fort bei jenen, die wirklich etwas wußten, die Sache geheimzuhalten.

[ 31 ] But today’s people will not put up with this discipline. They simply will not tolerate it; they resist it. Humanity has progressed. So what does it do? Let’s suppose this discipline were to be enforced; people would be placed in the relevant orders, and even what must be virtually imposed on most of them would be taken very seriously! What would be the result? Well, women in particular would have completely run away within three months. They would not put up with it at all. Certain orders have therefore, in order to survive, refrained from enforcing this discipline. Consequently, what was once profound knowledge has degenerated into mere straw, containing nothing at all. On the other hand, however, the tendency persisted among those who truly knew something to keep the matter secret.

[ 32 ] Sie sehen, die Sache ergänzt sich mit dem, was ich gesagt habe: daß, als die Hochflut des Materialismus kam, man die Methode des Mediumismus wählte. Man dachte, das, was der Mensch sonst gehabt hätte von der theoretischen Erklärung der Symbole, das würde man ja sehen bei der Methode des Mediumismus.

[ 32 ] You see, this ties in with what I said: that when the flood of materialism came, people turned to mediumship. They thought that what people would otherwise have gained from a theoretical explanation of the symbols would become clear through the practice of mediumship.

[ 33 ] Aus alledem werden Sie begreifen, daß es für diejenigen, die auf diesem Gebiete etwas wissen, schon gewisse Gründe gibt, nicht so einfach den Schleier der Naturgeheimnisse durchdringen zu lassen. Daraus wird sich Ihnen aber etwas ganz Bestimmtes ergeben. Daraus wird sich Ihnen ergeben, daß unsere geistige Bewegung nicht darin bestehen kann, etwa irgendwelche Ordensgeheimnisse zu nehmen, so wie sie aufbewahrt waren, und sie exoterisch zu machen. Würde man einfach das tun, was ja darin bestehen würde, daß ich irgendwelche alten Ordensgeheimnisse nehmen würde und sie vor der Öffentlichkeit - so wie wir lehren müssen - lehrte, dann würden wir mit diesen Ordensgeheimnissen allerlei kuriose Dinge von Magie und so weiter aufnehmen, die nichts Gutes stiften würden. Das bedeutet also nichts anderes, als daß ausgeschlossen ist in unserer Bewegung ein Heraustragen von irgendwelchen alten Ordensgeheimnissen. Wir können nicht alte Ordensgeheimnisse zur Enträtselung der Geheimnisse der Natur verwenden. Morgen werde ich Ihnen zeigen, daß wir auch nicht so einfach religiöse Wahrheiten nehmen können, weil dadurch wieder eine andere Gefahr heraufbeschworen würde. So daß sich uns ergeben wird, warum wir weder das eine noch das andere konnten, warum wir einen besonderen Weg einschlagen mußten. Und gerade dieser besondere Weg bringt uns nun auch die Gegnerschaft von beiden Seiten her, von der Naturwissenschaft und der Religion. Das werde ich morgen ausführen.

[ 33 ] From all this, you will understand that there are already certain reasons why those who are knowledgeable in this field do not so readily allow the veil of nature’s mysteries to be lifted. However, something very specific will become clear to you from this. It will become clear to you that our spiritual movement cannot consist of simply taking some secrets of the Order, as they were preserved, and making them exoteric. If we were simply to do that—which would mean that I would take some old secrets of the Order and teach them to the public, just as we must teach—then we would be incorporating all sorts of curious elements of magic and the like into these secrets of the Order, which would do no good. This therefore means nothing other than that it is out of the question in our movement to reveal any old secrets of the Order. We cannot use old secrets of the Order to unravel the mysteries of nature. Tomorrow I will show you that we cannot simply take religious truths either, because that would in turn conjure up yet another danger. Thus it will become clear to us why we could do neither one nor the other, why we had to take a special path. And it is precisely this special path that now brings us opposition from both sides—from natural science and from religion. I will elaborate on that tomorrow.