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The Occult Movement
in the Nineteenth Century
and its Relationship to World Culture
GA 254

24 October 1915, Stuttgart

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Versions Available:

The Occult Movement in the Nineteenth Century, tr. Osmond
  1. The Occult Movement, tr. SOL
  2. Die okkulte Bewegung

Neunter Vortrag

Lecture Nine

[ 1 ] Wenn Sie sich erinnern an das, was ich gestern versuchte auszuführen, dann werden Sie sich sagen können, im Grunde genommen hat das Heraufkommen des Materialismus — ich sage nicht der materialistischen Weltanschauung, sondern des Materialismus - seine recht guten Seiten. Das Schlimme besteht ja darin, daß der Materialismus zur Grundlage einer Weltanschauung gemacht wird. Das Gute des Materialismus besteht darin, daß er als Methode gebraucht wird, um die äußeren Erscheinungen der physisch-sinnlichen Welt zu untersuchen, die uns, wie Sie gesehen haben, während der Erdenzeit als mineralische Welt gegeben ist. Dazu ist der Materialismus ein vorzügliches Instrument, die mineralische Welt zu untersuchen. Diese mineralische Welt ist eben für die irdische Entwickelung ein besonders Wichtiges. Und wiederum ein Wichtiges für die Erdenentwickelung ist, daß der Mensch dieses Verkörpertsein in der materiell-mineralischen Welt durchmacht, daß er damit zugleich die Entwickelung derjenigen Fähigkeiten durchmacht, die wir nur erlangen können, wenn wir einen mineralisch-physischen Leib haben. Intelligenz und freier Wille müssen bis zu einem gewissen Grade angeeignet werden während der Erdenzeit. In der Jupiter-, Venus- und Vulkanzeit wird der Mensch diese Fähigkeiten handhaben können, aber es ist unmöglich für irgendein Wesen in der Welt, sie sich auf andere Weise zu erwerben als dadurch, daß ein solches Seelenwesen, wie der Mensch es ist, diese Erdenzeit so durchmacht, daß es in einem mineralisierten Leibe verkörpert ist.

[ 1 ] If you recall what was said in the lecture yesterday, it will be clear to you that, fundamentally speaking, the appearance of materialism—I do not say the materialistic conception of the world, but materialism itself—has its very good sides. The harm occurs when materialism is made the basis of a conception of the world. As a method for investigating the external phenomena of the physical world, materialism is good; it is a good instrument for investigating the mineral world in Earth-evolution. Again it is of importance that man is embodied in this mineral world, for thereby he develops those faculties which can be acquired only in the physical-mineral body. Intelligence and free will must be acquired to a certain degree during the Earth-period. In the Jupiter, Venus and Vulcan periods, man will possess these faculties, but a being of soul such as he is, can acquire them only by being incarnated during the Earth-period in a mineralised body.

[ 2 ] Ein Gegengewicht zu unserer Entwickelung im mineralisierten Erdenleibe wird im Menschen dadurch geschaffen, daß er immer wieder das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchmacht, das Leben der Seele ohne einen solchen mineralisierten Leib. Man kann sagen, daß der Mensch vieles nur dadurch mitmachen muß auf der Erde zwischen der Geburt und dem Tode, weil er einen mineralisierten Leib hat. Aber was er gewissermaßen zu seinem kosmischen Nachteile durch das Verkörpertsein in einem mineralisierten Leibe durchmacht, das wird alles aufgehoben durch das, was er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchmacht, wenn er nicht verleiblicht, sondern verseeligt ist, das Wort im richtigen Sinne gebraucht.

[ 2 ] A counterbalance to this evolution in mineralised earthly bodies is created by the fact that man passes ever and again, without a mineralised body, through the life of soul between death and a new birth. It can be said that man must undergo very much on the Earth, on account of the fact that between birth and death he has a mineralised body. But what he undergoes, as it were to his cosmic disadvantage, by being embodied in a mineralised body, is balanced out by what he lives through between death and a new birth, when he is not a corporeal being but entirely a being of soul—using the word in its right sense.

[ 3 ] Dasjenige zu untersuchen, was die Mineralien, Pflanzen, Tiere und Menschen an Mineralischem aufgenommen haben, das obliegt der materialistischen Methode; und indem der Mensch im Laufe von Jahrhunderten diese materialistische Methode ausübt, eignet er sich im Grunde genommen dasjenige an, was er sich während der Erdenzeit aneignen muß. Die Forschungsweisen, welche der materialistischen Methode vorangegangen sind, waren noch alle beeinflußt von dem hellseherischen Erbgut, das der Mensch aus seinen früheren Entwickelungszuständen mitbekommen hat. Und wenn der Mensch nach unserer fünften nachatlantischen Zeit und im Gange unserer gesamten nachatlantischen Epoche seine mineralische Entwickelung im wesentlichen wird durchgemacht haben, wenn er wieder eintreten wird in eine andere Entwickelung, dann wird er wieder der geistigen Welt so nahestehen müssen, daß er sich die Intelligenz, die ihm zugedacht ist, schon während der Erdenzeit wird angeeignet haben müssen. Und ebenso wird er sich das Maß von freiem Willen, das ihm zugedacht ist, schon angeeignet haben müssen, sonst würde er mit seiner Entwickelung nicht zurechtkommen können.

[ 3 ] To examine into the mineral element contained in stones, plants, animals and men is the task of materialism and its method; in practising this method in the course of the centuries man acquires that which, fundamentally speaking, he must acquire during the Earth-period. The modes of investigation preceding those of materialism were all still influenced by the clairvoyance inherited by man from his previous evolutionary states. And when, after our fifth postAtlantean, and the post-Atlantean epoch as a whole, he has passed through his mineral evolution and enters a different form of evolution, the closeness of his relationship to the spiritual world will depend upon whether he has already acquired, during the Earth-period, the intelligence and the measure of free will foreordained for him; otherwise he will not have fulfilled the purpose of his evolution.

[ 4 ] So betrachtet, bedeutet die materialistische Methode etwas sehr Bedeutsames; aber sie muß Methode bleiben, Methode zur Erforschung der äußeren physischen, materiellen Welt. Und sie hat da auch im höheren Sinne ihr Bedeutsames, ihr sehr Bedeutsames. Sie hat das Gute, daß der Mensch, indem er rein in der mineralischen Weit wahrnimmt und auch forscht und sich in der mineralischen Welt betätigt, seinen freien Willen nach und nach entwickelt. Denn indem der Mensch in der mineralischen Welt so darinnensteht, verdeckt sich für ihn, was der mineralisch-physischen Welt eigentlich zugrunde liegt, was sie eigentlich ist.

[ 4 ] Viewed in this light, the method of materialism assumes great significance; but it must remain “method”, a method for investigating the physical, material world. It is there that, even in the higher sense, it has its truly great significance. In that man observes and also investigates the purely mineral world, is active in the mineral world, he gradually unfolds his free will. For while he stands in the mineral world, what really underlies this world is veiled from him.

[ 5 ] Wir haben in diesen Wochen gesehen, worauf man kommt, wenn man theoretisch-spintisierend bleibt innerhalb der physisch-sinnlichen Wahrnehmungen. Man kommt zur Atomistik. Wir haben auch gesehen, daß die Atomistik nichts anderes ist als eine subjektive Täuschung der Menschen. Würde man aber hinausgehen in die wirkliche Welt, dahin, wo der Mensch, der sich täuschen läßt, die Atome sucht, so würde man Ahriman mit seinen Wesenheiten finden. Denn durch diejenigen geistigen Wesen, von denen ich gestern gesprochen habe und zu denen der Mensch gelangt, wenn er den Schleier der Natur durchstößt, wird der Mensch dazu kommen, zerstörende Kräfte zu entwickeln; das sind auch kosmische Wesen.

[ 5 ] We have heard during recent weeks what is the outcome if man limits himself to theoretical speculation within the perimeter of physical sense-perceptions. The outcome is atomism, and as we have also heard, atomism is nothing else than a subjective delusion. But if a man who allows himself to be thus deluded were to go out into the world where he looks for the atoms, he would find Ahriman and his beings. For through those spiritual beings of whom I spoke yesterday and whom man encounters when he breaks through the veil of nature, he will be led to develop forces of destruction. These beings, too, it must be remembered, are cosmic beings.

[ 6 ] So können wir sehen, wie es sich mit dieser materialistischen Methode verhält. Sie liefert dem Menschen eine Täuschung, eine Maja. Aber diese Täuschung ist für den Menschen sogar günstig, denn in jedem Augenblicke, wo er diese Täuschung durchschaut, dringt er zunächst ein in das Reich Ahrimans und seiner geistigen Wesenheiten, die auf Zerstörung, auf Töten ausgehen, die bewirken, daß sich in seiner eigenen menschlichen Natur bis zu einem gewissen Raffinement zerstörende Kräfte entwickeln. Namentlich der Verstand, die rein äußerliche Klugheit werden so ausgebildet durch die Mächte, in deren Bereich man da kommt, daß man raffiniert klug wird. Wenn man seine Erdenklugheit noch nicht so weit gebracht hat, diese Dinge zu durchschauen, so wird man eben unbewußt, aber raffiniert klug. Die materialistische Naturphilosophie stellt also gewissermaßen eine Schonzeit dar, während der der Mensch heranreifen kann, um später einmal ungefährdet in dieses Reich des Ahriman hineinzukommen.

[ 6 ] Thus we can understand what has to be said about materialistic methods. They provide man with illusion, maya. But this illusion is actually advantageous to man, for when he sees through it, he enters, to begin with, into the kingdom of Ahriman and his spiritual hosts—beings who are out for destruction and death and who cause him to develop certain subtly destructive forces in his own human nature. Intellect in particular, purely external cleverness, is developed in him by the powers into whose realm he enters, so that he becomes crafty, astute in a subtle way. If his earthly intelligence is not sufficiently developed to see through these things, he becomes unconsciously, but subtly cunning and crafty. It may therefore be said that materialistic philosophy represents a period during which man can mature and thus be able, later on, to enter this realm of Ahriman without danger.

[ 7 ] So kann man sagen, die materialistischen Naturgelehrten oder Naturphilosophen folgen einem gewiß sehr berechtigten Instinkte. Die Bewahrer der alten Symbole haben es aus dem Grunde nicht gewagt, das Esoterische zum Exoterischen zu machen und den Menschen die Geheimnisse auszuliefern. Die Naturgelehrten sagen sich, selbstverständlich nicht wirklich, aber man kann es symbolisch so ausdrücken: Wir tun etwas sehr Gutes, wenn wir den Menschen nur bis an den Vorhang führen und nicht dahinter. - Sie tun es natürlich nur instinktiv, aber sie tun es eben. Im Grunde leisten sie der Menschheit einen guten Dienst, denn würden die Naturgelehrten dahin kommen, den Schleier, den Vorhang zu durchstoßen, so würden sie die Menschen bekanntmachen mit den Kräften von jenen zerstörenden Wesen, von denen ich gestern gesprochen habe: Wesen im Dienste des Ahriman. Und die Folge davon würde sein, daß die noch unvorbereiteten Menschen sozusagen mit Kußhand die Kräfte übernehmen würden, die von dieser Seite herkommen. Und mit diesen Kräften würden die Menschen viel vermögen, aber alles im Dienste der Zerstörung, im Dienste der Ertötung des Guten. Also selbst die Unwissenheit, in welcher der Mensch durch die naturwissenschaftliche Weltanschauung gelassen werden soll, hat in gewisser Beziehung ein Gutes. Das ist die eine Seite der Sache. Die andere Seite der Sache ist aber diese.

[ 7 ] So it is evident that materialistic natural scientists or philosophers follow a certain justifiable instinct. The custodians of the ancient symbols had not dared to make esotericism public and so hand over the secrets to men. The natural scientists said to themselves—not literally, of course, but one can put it in this way—‘we do great good if we lead men only so far as the veil and not behind it.’ Naturally they do this instinctively, but they do it, nevertheless. Fundamentally speaking, they render humanity good service, for if the natural scientists were to succeed in piercing the veil, they would make man acquainted with the forces of those destructive beings of whom I spoke yesterday, beings who are in the service of Ahriman. And the consequence would be that men still unprepared would come into possession of the forces proceeding from that realm and would be able to bring about very much by their means—but it would all tend towards destruction, towards extermination of the good. Thus even the ignorance in which man is left through the natural scientific view of the world has in a certain sense something good about it. That is one side of the matter. But the other side is this.—

[ 8 ] Damit der Mensch in dieser Welt der Täuschung leben kann, in die er instinktiv durch die Naturgelehrten versetzt wird, muß er eine Zeitlang, Jahrhunderte hindurch, darinnen leben. Wir haben schon eine Anzahl von Jahrhunderten, in denen der Mensch in dieser Täuschung, in dieser Maja lebt. Aber das geht an der menschlichen Natur nicht ohne weiteres vorüber! Der Mensch lebt da doch, wenn er in der Täuschung in bezug auf eine Sache lebt, nicht in der Wirklichkeit, und so lebt sich der Mensch wirklich seit Jahrhunderten in eine Täuschung hinein. Diese Täuschung ergreift seine Seelenkraft nicht so stark, wie sie von der Wirklichkeit ergriffen würde; und die Folge davon ist, daß in der Menschenseele nach und nach Zweifel über Zweifel auftauchen, die, wie ich schon angedeutet habe, auch in diesem Zusammenhange sich geltend gemacht haben. Bedeutende Naturforscher haben das «Ignorabimus» aufgerichtet. Das 19. Jahrhundert hat in seiner zweiten Hälfte schon alles zutage gefördert, was man nennen kann: das Hineinleben in Zweifel über Zweifel. Aber die Wahrheit ist, daß eine Zeit bevorsteht, die dadurch herbeigeführt wird, daß der Mensch immer mehr und mehr in der Täuschung lebt und glaubt, daß er eine Realität in dem Vorhandenen hat. Immer mehr lebt er sich hinein in das Materialistische als Weltanschauung, immer mehr werden aber Zweifel dadurch herauskommen, und es würde nicht lange dauern, so würden überall in jeder Menschenseele durch die naturwissenschaftliche Philosophie lauter Zweifel leben. Die Menschen würden dann gar nichts mehr festhalten können, sie würden über jedes Problem, über jede Aufgabe Zweifel über Zweifel haben müssen. Der Skeptizismus würde ein ungeheures Meer werden, in dem die Menschenseele ertrinken müßte. Das ist die Aufgabe der Geistesforschung, daß so etwas erkannt werde; daß erkannt werde, wie ein ungeheures Meer hereinbrechen will von Skeptizismus, von Zweifelsucht, in dem die Menschenseele ertrinken würde. Und ihre weitere Aufgabe ist, Dämme aufzurichten, daß diese Zweifel, dieses Meer der Zweifelsucht, dieses Meer des Skeptizismus nicht hereinbrechen kann. Wir stehen da vor einer Perspektive von etwas, das ganz gewiß über die Menschen kommen wird, wenn die naturforscherische Lehre als Weltanschauung fortbesteht. Das ist die andere Seite.

[ 8 ] Man has been living, already for a number of centuries, in this world of illusions into which, instinctively, he is placed by the scientists. Yes—but this has not been without its effects on human nature! When a man is living in illusion he is not living in the world of reality. This illusion does not affect his forces of soul as strongly as reality would affect them, and the consequence is that doubt upon doubt heaps up in the soul—doubts which make themselves felt even in the domain of science. Natural scientists of great eminence have declared: Ignorabimus—we shall never know. The second half of the nineteenth century did everything to cause men to be beset by doubt upon doubt. But the truth is that we are facing the approach of an era brought about by the fact that man is living more and more in illusion, while believing he has reality. He steeps himself more and more deeply in the materialistic view of the world, but doubts about its validity constantly increase, and it would not take long for every human being to be living in a condition of unalloyed doubt as the outcome of scientific philosophy. People would then no longer be able to hold fast to anything; doubt would inevitably arise over every problem, every task. Scepticism would become a vast ocean in which the human soul would inevitably be engulfed. It is the task of Spiritual Science to make men realise that a great ocean of scepticism and doubt threatens to break in and engulf the human soul. And the further task of Spiritual Science is to erect dams which will hold back this flood of scepticism and doubt. We are here facing a vista of something that will inevitably befall man if natural scientific doctrine continues as a view of the world.

[ 9 ] Das, was ich jetzt sage, hängt mit einem tiefen Geheimnis zusammen, mit dem Geheimnis, daß in der äußeren sinnlichen Welt alles, was sich in ihr auslebt, in der Zweiheit sich ausleben muß. Die Zweizahl ist die Zahl der Offenbarung, habe ich einmal gesagt; die Zweizahl ist die Zahl, welche die ganze sinnliche Offenbarung beherrscht. Aber auch nur für die sinnliche Offenbarung hat die Zweizahl ihre Bedeutung. Es ist immer so in der Welt der Offenbarung, daß wir sagen müssen: es wird eine gewisse Evolution durchgemacht. Nehmen wir die Evolution der Naturmaja. Ich will das, was ich hier zeichne, die Naturmaja nennen, die sich allmählich heraufbewegte seit dem Heraufkommen der naturwissenschaftlichen Weltanschauung und im 19. Jahrhundert einen Höhepunkt erlangt hat. Aber daß man in dieser Maja lebt, hat zur Folge, daß in gewisser Beziehung unter dieser Anschauung, die in der Naturmaja lebt, sich etwas anderes vollzieht: die Vorbereitung für eine andere Anschauung, für ein Eindringen in die Wirklichkeit.

[ 9 ] What I am now saying is connected with a deep secret: the secret that everything in the outer, material world lives itself out in duality. Two is the number of manifestation; two is the number which governs all material manifestation—but material manifestation only. The world of material manifestation always passes through a certain process of evolution.—Let us think of the evolution of the maya presented by nature—nature-maya. Reaching its zenith in the nineteenth century, this nature-maya gradually emerged together with the natural scientific view of the world. But the consequence of man's living in maya is that underneath this view of the world, something else takes place, namely, the preparation for a different view, the preparation for penetrating into reality.

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[ 10 ] Im Unterbewußten bereitet sich das vor. Und es muß Vorsorge getroffen werden, daß nun die nächste Entwickelung in die Wirklichkeit einläuft, sonst geht die Naturmaja weiter als Skeptizismus, als die furchtbarste Zweifelsucht, welche die Menschenseele ertrinken macht. So daß wir einer Zeit entgegengehen, von der wir sagen können: Würde die Geisteswissenschaft nicht kommen, dann würde der Mensch immer mehr in die Zweifelsucht hineinkommen; kommt die Geisteswissenschaft, dann wird an die Stelle dessen, was in der Menschenseele die Zweifelsucht einnehmen würde, was die Menschenseele ertrinken machen würde, dasjenige treten, was die Menschen brauchen.

[ 10 ] This preparation is going on in the sub-consciousness; but timely care must be taken that the next phase of evolution is steered into reality—otherwise nature-maya will assert itself as scepticism, as the most terrible doubt which will engulf the human soul. Thus we are approaching a time of which it may be said that without Spiritual Science, man will fall more and more deeply into scepticism; but if Spiritual Science is accepted, then in the place of the doubt that would engulf the soul, there will come what men truly need.

[ 11 ] Sie sehen, es ist eine Zweiheit. Die Naturmaja geht weiter. Aber darunter ist das grüne Leben, die Vorbereitung für die Geisteswissenschaft. Alles in der sinnlichen Welt geht in der Zweiheit weiter. Daher sagt der Okkultist: die Zweizahl ist die Zahl der sinnlichen Offenbarung. In dem Augenblick, wo man von der sinnlichen Welt in eine andere Welt eintritt, hat die Zweizahl diese Bedeutung nicht, und man geht ganz falsch, wenn man höhere Welten unmittelbar mit der Zweiheit charakterisieren will. Nur das Grundgesetz der physisch-sinnlichen Welt kann man mit der Zweiheit charakterisieren. In der höheren Welt muß man, wenn man von der Zahl ausgehen will, sich klar sein darüber, daß man zum Beispiel von der Dreiheit auszugehen hat, und daß diese zunächst alles geradeso beherrscht, wie die sinnliche Welt von der Zweiheit beherrscht wird. Geradeso wie die sinnliche Welt von der Zweiheit beherrscht wird, so hat man es in den geistigen Welten gleich mit einer Dreiheit zu tun. Das ist zuweilen nicht unwichtig zu wissen. So zum Beispiel ist es gut zu wissen, daß alles, was im Sinne einer Zweiheit charakterisiert werden kann, überhaupt nur eine Bedeutung für die sinnliche Welt hat. Wenn einer sagt, die Magie zerfalle in eine weiße und schwarze Magie, so hat er eine Zweiheit aufgestellt. Eine solche Zweiheit kann aber nur für die sinnliche Welt Bedeutung haben. Er zeigt also sogleich, daß er keinen Begriff hat von den Grundgesetzen der geistigen Welt, denn in der geistigen Welt würde man niemals eine Zweizahl zugrundelegen können. So wahr es ist, daß man in der physisch-sinnlichen Welt die Zweizahl zugrunde legen muß, so wahr ist es, daß man es in der übersinnlichen Welt niemals mit der Zweizahl zu tun hat.

[ 11 ] There is duality, as you see. Nature-maya continues, but underneath it is the budding life, the preparation for Spiritual Science. In the material world, duality prevails everywhere. Therefore the occultist says: Two is the number of material manifestation. Directly one passes from the material world into another world, the number Two no longer has this significance, and it is entirely erroneous to characterise higher worlds as if duality also prevailed there. It is only the basic law of the material-physical world that can be so characterised. In the higher world, if we are to start from number, we must, for example, start from Three; this governs everything in that world, just as the material world is governed by duality. In the material world, duality prevails; in the spiritual world, threefoldness. There are circumstances when it is by no means unimportant to understand that if someone says that there is white magic and black magic, this implies duality. But duality can have meaning only in the material world; such a person therefore immediately shows that he has no notion of the fundamental laws of the spiritual world, for in the spiritual world duality can never be a basic principle. True as it is that duality lies at the basis of the physical-material world, it is also true that in the super-sensible world we never have to do with duality.

[ 12 ] Nun besteht ja eine Verwandtschaft des Menschen mit dem ganzen Kosmos. Der Mensch, so wie er einmal lebt als Erdenmensch, ist — wie wir oft betont haben — doch ein Mikrokosmos. Eine Verwandtschaft besteht mit dem ganzen Kosmos, und für gewisse Dinge, um sie zu erkennen, ist es notwendig, die Beziehung des Menschen zum Kosmos zu enthüllen. Wir haben auf ein Faktum, auf eine Tatsache hingewiesen, auf die Tatsache, daß der Mensch, wenn er den Vorhang der Natur durchstößt und in die Welt, die hinter ihr vorhanden ist, eintritt, auf ahrimanische Wesen trifft, auf Wesen, die einen zerstörerischen Charakter haben. Diese Wesen sind eigentlich zunächst in der Weltenordnung scharfe Feinde der menschlichen Erdennatur; so daß, wenn man sich mit ihnen durch Schwäche verbindet, was so geschehen kann, wie ich es angedeutet habe, man sich mit Feinden des Erdenmenschen verbindet. Man kommt wirklich in ein Bündnis hinein mit Feinden des Erdenmenschen, und dieses Bündnis wird durch ein gewisses Verhältnis des Menschen zum Kosmos ganz besonders begünstigt.

[ 12 ] Now the human being is related to the whole Cosmos; as earthly man he is a microcosm, and in order to understand certain matters it is necessary to learn more about this relationship. We have heard that when man breaks through the veil of nature and penetrates into the world lying behind nature, he encounters Ahrimanic beings, beings intent upon destruction. In the World Order these beings are bitter enemies of man's earthly nature, so that if, through weakness, he allies himself with them—and this is possible, as I have indicated—he is allying himself with the enemies of man on Earth. That is a fact, and a certain relationship existing between the human being and the Cosmos does much to promote such an alliance.

[ 13 ] Diese Wesenheiten, die hinter dem Vorhang der Natur sind, sind intelligent, sie haben ihre Intelligenz. Ich habe vorhin von des Menschen Intelligenz gesprochen, aber diese Wesen haben ihr Denken, ihre Intelligenz, sie haben ein Fühlen, wenn es auch anders ist als das menschliche Fühlen, ein Wollen, wenn es auch anders ist als das menschliche Wollen. Sie verrichten gewisse Taten, die sich äußerlich in Naturerscheinungen ausdrücken, deren ganz wesentliche Substantialität aber hinter dem Vorhang ist. Nun besteht aber eine merkwürdige Verwandtschaft zwischen etwas im Menschen und den höchsten Fähigkeiten dieser Wesen. Ich will das in folgender Weise klarmachen. Wenn derjenige, der die Schwelle der geistigen Welt überschreitet, herantritt an diese Wesen — mag es ihm vorkommen, wie wenn er in die Hölle käme oder wie immer er es sich vorstellen will, darauf kommt es aber nicht an; es handelt sich darum, daß man dieses Erlebnis in der richtigen Weise beurteilt —-, da muß einem solchen Menschen vor allem auffallen die hohe, die außerordentliche Intelligenz solcher Wesen. Sie sind außerordentlich gescheit, weise. Darin äußert sich ihre Seelenkraft. Aber diese Seelenkräfte, diese höheren Kräfte dieser Wesen sind alle verwandt mit den Kräften der niederen Natur des Menschen. Was die sinnlichen Triebe des Menschen sind, das sind bei diesen Wesen diejenigen Kräfte, welche einem besonders imponieren. Es besteht also eine Verwandtschaft zwischen den niedersten Kräften des Menschen und den höchsten dieser geistigen Wesen. Daher suchen sie sich zu identifizieren mit den niederen Kräften des Menschen. Wenn man in diese Welt eintritt, so stacheln sie Zerstörungs- und Haßinstinkte oder sonstige Instinkte auf, deshalb, weil solche Geister dasjenige, was das Niedere im Menschen ist, zu ihrem Höheren hinaufziehen, und mit ihrem Höheren durch das menschliche Niedere wirken. Man kann nicht gut einen Bund mit diesen Wesen schließen, ohne seine Natur zu erniedrigen, ohne gewisse sinnliche Triebe besonders stark auszubilden.

[ 13 ] These beings behind the veil of nature are highly intelligent. I have spoken of human intelligence, but these beings have their own kind of thinking and intelligence; they have feeling, although it is different from human feeling; they also have will, although it, too, is different from human will. They perform certain deeds which come to expression outwardly in manifestations of nature, but the essential substantiality of which lies behind the veil. Now there is a remarkable affinity between something in man and the highest faculties of these beings. I will make this clear in the following way. When man crosses the Threshold of the spiritual world and approaches these beings, it may seem to him as if he were entering a veritable inferno, or whatever he conceives it to be. What matters is that he shall understand the experience aright. What will strike him most forcibly is the remarkable intelligence of these beings. For they are extraordinarily clever, extraordinarily wise. Their faculties of soul come to expression in this cleverness. But the soul-forces, the higher forces of these beings are all related to the forces of man's lower nature. Sensuous urges in man are, in these beings, the very forces which strike one as so significant. Thus there is a relationship between the lowest forces of man and the highest forces of these spiritual beings. That is why they strive to identify themselves with the lower forces in man. When a man enters this other world, instincts of destruction or hatred, or the like, arise in him, because these beings draw up what constitutes man's lower nature to their own higher nature, and with their higher forces work through man's lower forces. Nobody can ally himself with these beings without debasing his own nature, without greatly enhancing the strength of certain sensuous urges and impulses.

[ 14 ] Das ist eine Tatsache, die ganz besonders in Betracht gezogen werden muß, denn sie zeigt uns so recht, wie wir uns unser Verhältnis zum Kosmos vorstellen müssen. Da sind in unserer eigenen Menschennatur niedere Triebe. Aber diese niederen Triebe sind Kräfte, die nur in uns Menschen niedere Triebe darstellen. Sobald jene geistigen Wesen diese Kräfte haben, so sind dieselben Triebe bei ihnen höhere Kräfte. Aber diese geistigen Wesen wirken immer in unserer Natur. Sie sind immer darinnen. Das Wesentliche des geisteswissenschaftlichen Fortschrittes besteht nur darin, daß wir sie erkennen, daß wir wissen, daß sie da sind, so daß wir sagen können, wir haben unsere höheren Kräfte und wir haben unsere niederen Kräfte, und wir erkennen als ein Drittes dazu: die Kräfte, die bei uns niedere Kräfte sind, sind bei den charakterisierten Wesen höhere Kräfte. Das ergänzt die Zweiheit unserer Welt, unserer höheren und niederen Kräfte, zu einer Dreiheit. Damit berühren wir schon die Schwelle der geistigen Welt, wenn wir, statt der Zweeiheit unserer niederen und höheren Kräfte, diese Dreiheit berühren.

[ 14 ] This is a fact of which special account must be taken, for it shows us unambiguously how we must picture our relation to the Cosmos. In our own human nature there are lower urges and impulses. But these lower urges are forces which represent lower impulses only in us, as human beings. These same urges are, in these spiritual beings, higher forces. But these beings are working all the time within us. They are always there within our nature. Our progress in Spiritual Science depends essentially upon our recognising them, knowing that they are there. This enables us to say: we have our higher forces and we have our lower forces, and, in addition, those forces which in us are lower forces but in these spiritual beings are higher forces.—This expands the duality of our higher and lower forces into a triad. We are already at the border of the Threshold of the spiritual world when, instead of the duality of our higher and lower forces, we recognise the triad.

[ 15 ] Nun habe ich Ihnen gesagt, daß es unmöglich ist in unserer Gegenwart, etwas ähnliches zu tun, wie es etwa Pater Antonius getan hat mit Paulus dem Einfältigen. Unmöglich ist es auch, manches zu tun, wie es manche Orden getan haben. Es ist eben einfach das alte Wissen nicht zu gebrauchen. Denn würde man es an die Menschen heranbringen, so würde man gerade das zustande bringen, was ich jetzt auseinandergesetzt habe: man würde im Menschen niedere Instinkte wachrufen. Es ist ganz ohne Zweifel, daß man das täte.

[ 15 ] Now as I said, in our age it is impossible to adopt the method employed by Father Antonius in dealing with Paul the Simpleton; it is also impossible to do many things in the way certain Orders have been wont to do them.—It amounts to this: the knowledge in its old form cannot be used. For if it were thus presented to men, it would bring about exactly what I have been speaking about. It would without any doubt arouse lower instincts in them.

[ 16 ] Es gibt zum Beispiel in der Welt sogar einen Orden, der die Menschen ohne weiteres zur Erkenntnis von jenen geheimnisvollen Wesen führt, von denen ich eben gesprochen habe. Solche Menschen bekommen aber alle zerstörerische Instinkte, so daß dieser Orden einfach in Wirklichkeit bedingt, daß Menschen mit zerstörerischen Instinkten von ihm ausgehen. Nietzsche weist einmal in seinen Schriften auf diesen Orden hin, ohne daß er den eigentlichen Tatbestand wirklich kennt und ihn bei seinem Vorgehen in Rechnung zieht.

[ 16 ] For example, there actually exists in the world an Order which leads men to knowledge of these mysterious beings without any preparation. In all such men, instincts of destruction are aroused, so that this Order is actually responsible for sending human beings with destructive instincts out into the world. In a passage in one of his writings Nietzsche hinted at the existence of this Order without knowing the actual circumstances.1Dr. Steiner may have been referring to a passage in The Genealogy of Morals, Section XXIV, page 287 in the translation (together with The Birth of Tragedy) by Francis Golffing. (Doubleday Anchor Books, New York). “When the Christian Crusaders in the East happened upon the invincible Society of Assassins, that order of free spirits par excellence, whose lower ranks observed an obedience stricter than that of any monastic order, they must have got some hint of the slogan reserved for the highest ranks, which ran, ‘Nothing is true, everything is permitted.’ ” See also Dr. Steiner's own work, Friedrich Nietzsche. Ein Kampfer gegen seine Zeit, page 25 in the Gesamtausgabe 1963 volume. (Bibl. No. 5).

[ 17 ] Also das ist das eine, worauf ich aufmerksam machen muß, daß wir hier einen Vorhang haben gegenüber den Naturgeheimnissen. Der Vorhang stellt alles, was durch die materialistischen Methoden gewonnen werden kann, dar. Dahinter liegt die wahre Welt. Diese zu betreten, ist zunächst keine so einfache Sache. Halten wir das auf der einen Seite fest. Auf der anderen Seite liegt unser menschliches Seelenleben mit dem Denken, Fühlen und Wollen. Aber so, wie es da vor das innere Auge tritt, so wie wir es da erleben, ist es ebenso eine Maja, wie die äußere Natur nur eine Maja ist. Das ist nicht die richtige Gestalt unseres inneren Lebens, das uns vor der Seele selber als Denken, Fühlen und Wollen erscheint; sondern hinter dem Denken, Fühlen und Wollen liegt erst wieder die wahre Wirklichkeit.

[ 17 ] That is the one side which I have felt it essential to bring to your attention. Here (drawing on the blackboard) is a veil covering the secrets behind nature. The veil represents everything that can be acquired by materialistic methods. The real world lies behind, and to enter this world is verily no simple matter. Let us hold this firmly in our minds. The other side is that of our life of soul, with its activities of thinking, feeling and willing. But in the form in which this life of soul appears to us inwardly as we actually experience it, it is maya, just as external nature is maya. The true form of our inner life is not that which appears to our own soul as thinking, feeling and willing; the true reality lies behind this thinking, feeling and willing.

[ 18 ] So wie nun die Naturgelehrten instinktiv heute die Anschauung entwickeln, daß die Natur schon selber die Wirklichkeit darbietet, aber höchstens zum Atomismus kommen, so sind die Vertreter gewisser Religionsgemeinschaften heute bemüht, dieSache gegenüber der Seele so darzustellen, als ob die Seele mit ihrem Denken, Fühlen und Wollen schon das Wirkliche wäre, und sie dann nach dem Tode mit diesem Denken, Fühlen und Wollen weiterleben würde. So wie die Naturgelehrten die Naturmaja beschreiben, so beschreiben die Vertreter gewisser Religionsgemeinschaften die Seelenmaja, und sie dienen mit diesen Anschauungen wiederum instinktiv in gewissem Sinne der Evolution der Menschheit.

[ 18 ] Just as the learned scientists today instinctively develop the view that nature herself presents the reality, but ultimately arrive at atomism, so are the representatives of certain religious bodies at pains to indicate that the thinking, feeling and willing of which the soul is aware in the ordinary way are the reality, and continue in human beings after their death. Just as the scientists describe naturemaya, so do the representatives of certain religious bodies describe the maya of the life of soul, and in so doing, again instinctively, bring a certain trend into the evolution of mankind.

[ 19 ] Sie wissen vielleicht, ich habe es öfter angedeutet, daß schon vom Mittelalter an in der historischen Form des Christentums die sogenannte Trichotomie, die Dreiteilung des Menschen in Leib, Seele und Geist, eine Ketzerei zu sein begann. Vom frühen Mittelalter ab begann sie eine Ketzerei zu sein. Ein verhältnismäßig frühes Konzil hat, wie Sie wissen, den Geist abgeschafft, und man teilt den Menschen nun ein in Leib und Seele. Man hat sich im Abendlande seit jener Zeit daran gewöhnt, den Menschen einzuteilen in Leib und Seele. Es war im Mittelalter etwas ganz Furchtbares, wenn einer von Geist, Seele und Leib, von einer Dreiheit sprach. Es war die ärgste Ketzerei, weil ja der Geist abgeschafft war, und weil Leib und Seele als eine Zweiheit aufgestellt waren. Das entspricht dem Instinkt, schon in der Zahl nur bei demjenigen zu bleiben, was nur für diese Welt hier eine Bedeutung hat. So daß wirklich diese Tendenz vorhanden ist, von der ich gesprochen habe: den Menschen darinnen zu halten in der Welt, die eigentlich doch nur eine Maja ist, weil man bei dem majahaften Denken, Fühlen und Wollen stehenbleibt. Dann faßt man eigentlich nur dasjenige ins Auge, was von der gegenwärtigen Inkarnation verbraucht wird in der nächsten Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Das, was im Menschen ausgebildet wird, um in der nächsten Inkarnation zu erscheinen, läßt man ganz aus dem Spiele.

[ 19 ] You know that already from the early Middle Ages onwards, trichotomy, as it was called—the division of man into body, soul and spirit—began to be a heresy in historical Christianity. As you know, a comparatively early Council abolished the Spirit and decreed that man was to be regarded as a being consisting only of body and soul. And since that time this has become customary in the West. In the Middle Ages it was a most terrible thing to speak of Spirit, of a trichotomy; it was deemed the worst of all heresies, because Spirit had been abolished and body and soul established as a duality. This is evidence of the endeavour to look, even in number as applied to the human being, for what has significance only for this earthly world. The tendency is to keep man within a world that is in truth only maya, because he stops short at the thinking, feeling and willing which are themselves of the same character. Attention is limited to those effects of the present incarnation which last only through the first period between death and a new birth. What is elaborated in man's being in order subsequently to come forth in the next incarnation is left entirely out of account.

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[ 20 ] Vielleicht zeichne ich das schematisch in der folgenden Weise. Nehmen Sie an, ich zeichne hier des Menschen Leib (rot). Wollte ich nun das, was hinter des Menschen Leib liegt, zeichnen, so müßte ich es so zeichnen. Das ist natürlich schematisch; es liegt gewissermaßen außerhalb des menschlichen Leibes. Ich müßte in Wahrheit hier zeichnen; das wäre nicht sichtbar. Das würde man sehen, wenn man durch die Nervenendigungen durchdringen würde. Wenn man nicht Atome der Welt zugrunde legen würde, sondern da hinausginge aus dem Leibe mit dem Schauen, so würde man dahin gelangen, wo die zerstörenden Wesen den ganzen Menschen besetzt halten. Und nun will ich darinnen zeichnen das Seelische, das der Mensch zunächst in der physischen Welt entwickelt (blau). Das Rote und das Blaue sind also dasjenige, was der Mensch hier wahrnimmt: seine Leiblichkeit und sein Seelisches. Aber während wir hier zwischen der Geburt und dem Tode leben, entwickelt sich das Unwahrnehmbare (gelb). Das bleibt uns ganz unwahrnehmbar. Nun sterben wir. Wenn wir sterben, entwickelt sich unser Denken, Fühlen und Wollen nicht weiter. Es wird verbraucht, und während das verbraucht wird, entwickelt sich das hier Gelbe, das Unwahrnehmbare. Dieses Unwahrnehmbare wird immer mächtiger und mächtiger zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und wird, indem es sich immer mächtiger entwickelt, zur Grundlage der neuen Verkörperung. Mit neuem Denken, Fühlen und Wollen, mit neuer Leiblichkeit werden wir wiederverkörpert.

[ 20 ] I may perhaps indicate this diagrammatically in the following way (see diagram). Here is the body (red) and here what lies behind it—which is not visible and could be perceived only by penetrating through the nerve endings. If atoms were not accepted as forming the basis of the world but one were to go out of the body with vision, one would come to the realm where the beings of destruction seize hold of the whole man. And now, within this, I draw the life of soul unfolded by man in the physical world (blue). Thus the red and the blue represent what man is aware of here, namely, his bodily nature and his life of soul. But while we are living between birth and death, the imperceptible (yellow) develops, and remains wholly imperceptible to us. When we die, our thinking, feeling and willing do not continue; they are exhausted, and in the process the yellow is elaborated (the imperceptible). This increases in power between death and a new birth and in so doing becomes the foundation of the new incarnation. We are reincarnated with new thinking, new feeling, new will, and a new bodily nature. Thus when we speak of what is revealed to our soul here on Earth, we are speaking of something that comes to an end, does not go with us into the next incarnation.

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[ 21 ] Wenn wir also von dem sprechen, was sich jetzt hier auf Erden unserer Seele offenbart, dann sprechen wir von etwas, was da aufhört, was gar nicht mitgeht in die nächste Inkarnation. Sprechen wir vom vollständigen Seelischen, dann müssen wir es lassen, so zu sprechen wie die Religionsvertreter: Der Mensch stirbt, geht in den Himmel ein oder in die Hölle, und weiter kümmern wir uns nicht mehr um ihn. - Das genügt nach der Ansicht gewisser Religionsvertreter, das ist schon unsterblich genug, das andere, das weitergeht zur nächsten Inkarnation, ist nicht so wichtig. Die Tatsache soll verhüllt werden, daß das Geistige in die geistigen Welten hineingeht und weiterlebt bis zur nächsten Inkarnation.

[ 21 ] Of the soul itself, the representatives of certain religious bodies say: the human being dies, goes either to heaven or to hell, and we concern ourselves no more with him. According to certain representatives of religion, this is enough; what passes on to the next incarnation is not important. The aim is to conceal the fact that the spirit in man passes into the spiritual world and lives on until the next incarnation. It can be said that representatives of certain religious bodies are intent upon not allowing man to become aware of the yellow (diagram) in his nature, upon preventing him from knowing anything of it. Here again, they are really obeying a certain sound instinct, but one which shows even more clearly than the instinct prompting the learned naturalists, that in our time it has really lost its value.

[ 22 ] Nun können wir sagen: Es sind die Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften stark darauf bedacht, den Menschen ja nicht auf das Gelbe seines Wesens kommen zu lassen, ihn ja nichts davon wissen zu lassen. Und sie dienen damit — so kann man auch wiederum sagen — einem gewissen richtigen Instinkte, der aber eigentlich noch deutlicher zeigt, daß er in unserer Zeit schon seinen Wert verloren hat, als es der andere Instinkt uns zeigt, dem die Naturgelehrten folgen.

[ 22 ] The efforts of the representatives of various religious communities all tend quite decisively in the direction of concealing the fact that there is a spiritual world to which belongs the inmost core of our being, which is destined to appear in repeated Earth-lives, and in the intervals between them to pass through an entirely spiritual form of existence; they try to conceal this by offering men the consolation that the life of soul which comes to expression in thinking, feeling and willing is, after all, sufficiently immortal.

[ 23 ] Alles Bestreben der Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften geht vorzugsweise ganz entschieden darauf hinaus, die Tatsache zu verhüllen, daß es eine geistige Welt gibt, der unser innerster Wesenskern angehört, welcher bestimmt ist, in wiederholten Erdenleben zu erscheinen und dazwischen ein wirklich geistiges Leben durchzumachen; sie dadurch zu verhüllen, indem man die Menschen damit tröstet, daß dasjenige der Seelenhaftigkeit, das sich im Denken, Fühlen und Wollen auslebt, schon genügend unsterblich sei.

[ 23 ] In their actions and trend of thinking these pastors of souls instinctively prevent men from coming into contact with certain beings. Man can never penetrate into the world of his true and innermost being without coming into contact with certain beings—just as in the way described he comes into contact with different beings if he desires or is actually able to break through the veil of nature. But the beings with whom he is related in this other world are of a Luciferic order.

[ 24 ] Was da die Seelenpfleger instinktiv tun und denken, ist, daß sie die Menschen davon abhalten, wiederum mit gewissen Wesen in Berührung zu kommen. Man kann nie in die Welt, die unser wahres Inneres ist, eindringen, ohne in ähnlicher Art mit gewissen Wesen in Berührung zu kommen, wie man in der geschilderten Art mit gewissen Wesen in Berührung kommt, wenn man den Schleier der Natur durchstoßen will und kann; nur sind diejenigen Wesen, mit denen man jetzt in Beziehung kommt, luziferischer Art.

[ 24 ] If, as the result of certain teachings having been imparted to him without the requisite caution, a man comes into contact with certain destructive beings behind the veil of nature, he will become one who values nothing in the world, and it will soon be apparent that he takes actual pleasure in destruction—which need not necessarily be destruction of external things.

[ 25 ] Sehen Sie, wenn der Mensch dadurch, daß man ihm ohne die nötige Vorsicht gewisse Lehren ausliefert, wirklich in Beziehung kommt mit gewissen zerstörenden Wesen hinter dem Schleier der Natur, dann wird er von solcher Art, daß er nichts schätzt in der Welt, und er wird bald zeigen, daß er Freude am Zerstören, am Vernichten hat. Es muß nicht immer Äußeres sein, was er vernichtet. Manche, bei denen das der Fall war, haben Freude gezeigt, andere Seelen zu quälen, zu schinden. Diese Eigenschaften treten da auf. Aber man kann nicht sagen, daß Menschen mit solchen Eigenschaften wegen des Bündnisses mit ahrimanischen Elementarmächten immer egoistisch sind. Sie brauchen gar keine Egoisten zu sein, sie sind es auch gewöhnlich nicht. Sie tun das aus einem ganz anderen Triebe, als aus einem egoistischen Triebe heraus. Sie tun es aus der Lust am Zerstören, und sie zerstören, auch wenn sie nicht das geringste davon haben. Die Wesen, in deren Sphäre man da kommt, sind wirklich zerstörende Wesen, und sie versuchen und verleiten einen zum Zerstören.

[ 25 ] Many men to whom this has happened have shown that they take pleasure in tormenting and oppressing other souls. These are the characteristics which come into evidence. But it can never be said that men who have such traits owing to their alliance with Ahrimanic elementary beings, are invariably egotistic. They need not be and indeed usually are not, egotists. They act out of an urge quite different from that of egotism. They act out of a lust for destruction, and they destroy without the slightest benefit accruing to themselves. The beings into whose sphere a man enters are essentially beings of destruction, and they tempt him, lure him, to destroy.

[ 26 ] Die anderen Wesen, in deren Sphäre man kommt, wenn man hinter den Schleier des Seelenlebens geht, sind ganz anderer Natur. Die haben gar keine besondere Lust am Zerstören. Eigentlich kennen sie das, was man Zerstören nennt, gar nicht. Sie haben eine wahre Wut, zu schaffen, etwas entstehen zu lassen; sie haben einen ungeheuren Tätigkeits- und Produktionstrieb. Und auch sie haben gewisse höhere Fähigkeiten, die jetzt weniger mit unserem Denken verwandt sind, dagegen aber mehr verwandt sind mit unserem Fühlen und namentlich mit unserem Wollen. Da kommen wir in eine Sphäre hinein, wo Wesen sind, die eminent verwandt sind mit unserem Wollen, aber mit den edelsten Seiten unseres Wollens, kurioserweise.

[ 26 ] The other beings into whose sphere man comes when he penetrates behind the veil of the life of soul have a quite different character. They have no particular lust for destruction. In point of fact, what we know as destruction does not enter their ken. They have a veritable passion for creating, for bringing something into being—a tremendous urge for activity, for productivity. And they too have certain higher faculties which are less closely related to our thinking than to our feeling, and especially to our will. We enter here into a sphere of beings preeminently related to our will, but—curiously enough—to the noblest sides of our will.

[ 27 ] Also wenn wir in der Welt zunächst, ohne daß wir etwas von dem wissen, was der Fingeweihte weiß — daß sowohl hinter der Naturwelt wie auch hinter der Seelenwelt eine geistige Welt ist -, wenn wir unser Wollen durchdringen, imprägnieren mit Idealen, wenn wir edles, vergeistigtes Wollen entwickeln und wir treten ein in diese Welt, dann wird dieses edle Wollen verbündet gerade mit den niederen Eigenschaften dieser Wesen, in deren Sphäre wir hineinkommen. Es ist ein geheimnisvolles Anziehungsband zwischen unserer edlen Willensseite und den niederen Trieben und Bedürfnissen dieser Wesenheiten.

[ 27 ] Thus if we enter this world without knowing anything of what the Initiate knows, namely, that behind the world of nature and also behind the world of soul there is a spiritual world, when we fill our will with ideals, when we unfold noble, spiritualised will, this will becomes allied precisely with the lower attributes of these beings into whose sphere we have entered. There is a mysterious bond of attraction between the noble side of our will and the lower urges and desires of these beings.

[ 28 ] Denken Sie nun, wenn ein Mensch einem Seelenpfleger gegenübersteht, der ihm zur Pflege seiner Seele den Trost der Unsterblichkeit gibt, den Wert der Menschenseele, den Wert des Göttlichen und so weiter, da kann es dazu kommen, daß durch einen geringfügigen Anstoß der Mensch, gerade wenn er ein edler Mensch war, das Seelenhäutchen an irgendeiner Stelle durchstößt und hinter die Geheimnisse des Denkens, Fühlens und Wollens kommt. Aber er kommt in die Region dieser Willenswesen hinein, und die Folge davon ist, daß wirklich nun gerade die ideale Seite des Wollens anfängt, einen sinnlichen Charakter anzunehmen. Und nun, bitte, lesen Sie mit diesen Geleitworten viele Beschreibungen von Mystikern und Mystikerinnen. Beachten Sie, wenn Sie Biographien von Mystikern und Mystikerinnen lesen, in welche schwüle Atmosphäre Sie da hineinkommen. Denken Sie nur, wie da die höchsten Ideale einen sinnlichen Charakter annehmen. Ich erinnere Sie nur an das starke Erleben von Mystikern und Mystikerinnen mit ihrer Seelenbraut und ihrem Seelenbräutigam, wo die mystische Vereinigung bei der Mystikerin wie eine sinnliche Vereinigung mit dem Heiland ist, oder bei dem Mystiker wie eine reale Verbindung mit der Seelenbraut, mit der Jungfrau Maria.

[ 28 ] And now think of it.—If a man's spiritual pastor gives him the consolation of immortality, laying stress on the dignity of the human soul, the majesty of the Divine and the like, it may happen that through some slight incitement, particularly if he was a noble character, he breaks through the membrane of his soul-activity at some point and penetrates behind the secrets of his thinking, feeling and willing. But he then comes into the region of these beings of will, and the consequence is that the idealistic side of his will actually begins to assume a sensuous character. And now, with this in mind, please read the descriptions given by certain mystics of either sex. As you read the biographies of these mystics, notice the sultry, voluptuous atmosphere which pervades them. The most sublime ideals assume a sensuous character. I would remind you of the rapture experienced by mystics in connection with their “soul-bride” or “soul-bridegroom”; in women mystics the mystical union is like a sensuous union with the Saviour, and in male mystics like an actual bond with the bride of the soul, with the Virgin Mary.

[ 29 ] Es ist das Bestreben dieser Willenswesen, in unser Denken, in unsere Ideale hineinzugießen, was wir sonst nur als Sinnlichkeit kennen. Es ist ein schweres Wort, das man damit ausspricht. Diese Wesen, in deren Regionen man da hineinkommt, haben das Bestreben — und das ist von ihrem Standpunkte auch ganz gut -, ihre sinnlichen Instinkte in unser idealisiertes Wollen hineinzugießen. Und es ist dann so, als wenn in dem Wollen unseres Kopfes, das sonst eine gewisse Kühle hatte, nun ein schwüles Empfinden der geistigen Welt leben würde, was oft als Charakter heißer, schwüler Mystik auftritt. Davon haben die Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften eine heillose Angst, und vor nichts fürchten sich die Vertreter gewisser Religionsgemeinschaften mehr als vor denen, die in ihrer gläubigen Gemeinde sich als Mystiker auftun.

[ 29 ] It is the endeavour of these beings of will to pour into man's thinking, into his ideals, what he otherwise knows as sensuousness. This is a hard saying. These beings into whose regions a man there enters, strive—and from their own standpoint it is a justified striving—to pour their sensuous instincts into his idealised will. And then the willing that goes out from the head, which otherwise has a certain quality of cool detachment about it, is pervaded by a sultry, voluptuous experience of the spiritual world, which often seems to have the character of fevered mysticism. The representatives of the various religious bodies have an infinite dread of this, and their greatest fear of all is aroused by those among their believers who come forward as mystics.

[ 30 ] Es ist wirklich ein Skylla und Charybdis. Wollen wir durch den Vorhang der Natur durch, wir kommen an die Skylla, an die ahrimanischen Intelligenzwesen, die uns reichlich ausstatten wollen mit zerstörenden Intelligenzkräften. Wollen wir durch den Schleier der Seelenwesen hindurch, wir kommen an die Charybdis der Willenswesen luziferischer Art, die uns reichlich ausstatten wollen mit spirituellem Dunst, spiritueller Schwüle und spirituellen Instinkten.

[ 30 ] Verily, we have here Scylla and Charybdis. If we desire to pierce through the veil of nature, we come to Scylla, to the Ahrimanic beings who wish to endow us abundantly with destructive forces of intelligence. If we desire to pierce through the veil of the life of soul, we come to Charybdis, to the Luciferic beings of will, who would fain pervade us with the fumes of spiritual ecstasy, spiritual rapture, spiritual instincts.

[ 31 ] Die geistlichen Orden, die das religiöse Leben besonders pflegen wollten, mußten daher mit einem gewissen Rechte darauf sehen, daß, wenn schon Mystiker in ihrer Mitte auftraten, diese Mystik wenigstens nicht mit ihren Schattenseiten auftrat. Daher richteten sie gewissermaßen auch Barrieren auf vor dem Eintreten in die geistigen Welten. Denken Sie nur einmal, wie gewisse religiöse Orden - ich meine nicht geheime Orden, sondern religiöse Orden - in Verbindung gebracht wurden mit äußerer Arbeit, mit solcher Arbeit, die in die Menschenseelen einziehen läßt die Freude an der Natur, die Freude an allem, was draußen in der Welt lebt, daß solche Orden, wenn sie das richtige Prinzip verstanden, äußere Handarbeit tun ließen. Denn diejenigen, die solche Orden gegründet haben, haben sich gesagt: Das Schlimmste, was wir tun können, ist, wenn wir die Menschen vereinsamen und in ihnen das mystische Leben sich entwickeln lassen, und dieses mystische Leben aus der Trägheit sich entwickelt, aus dem äußeren Nichtstun. — Lesen Sie die verschiedenen, aus den besseren Zeiten und aus den besseren Orden herrührenden Klosterregeln, so werden Sie überall sehen, wie auf das, was ich gesagt habe, voll Rücksicht genommen worden ist, wie da entgegengewirkt worden ist gegen die mystischen Dünste und gegen die mystische Schwüle durch äußere Arbeit. Jetzt werden Sie es auch begreifen, warum der Antonius den Paulus die Arbeit an sich schaffen ließ, selbst wenn sie auch keinen äußeren Zweck hatte. Denn hätte er den sich hinlegen und der Faulheit pflegen lassen durch Jahre hindurch, so wäre dieser Paulus der Einfältige ein ganz sinnlicher Mystiker geworden.

[ 31 ] Priestly Orders intent upon the cultivation of the religious life were therefore in a certain sense right to take care that when mystics appeared among them, at least the shadow-side of mysticism should not come to the fore. Hence in a certain sense they erected barriers against the entrance into the spiritual worlds. Just think how certain religious Orders—I am speaking, not of occult but of religious Orders—were associated with manual work, with labour that allows delight in nature, delight in what lives in the world around, to arise in the soul; just think how such Orders, if the right principles were understood, insisted upon outer, manual work. Those who founded such Orders said to themselves: “The worst thing we could do would be to isolate men and allow the mystic life to develop in them as the outcome of inertia and idleness.” Read the monastic rules originating in better times and in the better Orders, and you will everywhere see that full account was taken of what I have just mentioned, how mystic rapture and fevered ecstasy were counteracted by manual labour.—And now you will also understand why Father Antonius caused Paul the Simpleton to work, even if it served no useful purpose. Had he allowed him to cultivate idleness for years, Paul the Simpleton would have become a sensuous, ecstatic mystic.

[ 32 ] Sie sehen, mit einer Zweiheit haben wir es zu tun: mit dem objektiven Okkultismus, der, wenn er einfach den Menschen ausgeliefert wird, die nicht dazu vorbereitet sind, die Menschen zu zerstörerischen Wesen macht; und mit der subjektiven Mystik, die, wenn sie von den Menschen gepflegt wird, oder aufkommt, diese Menschen aus Idealisten zu Egoisten macht, zu Egoisten, wie sie uns entgegentreten in zahlreichen Mystikern, die nur einen raffinierteren Egoismus, eine raffiniertere Sucht, ihre Seele zu pflegen, entwickelten. Lesen Sie die Biographien der Mystiker, und Sie werden oftmals in der furchtbarsten Weise berührt sein von jenem seelischen Egoismus, der in solchen Mystikern lebt. Die Geister, die dem Ahriman dienen und in deren Sphäre wir hineingeraten, wenn wir nicht den Egoismus, sondern den Zerstörungssinn pflegen, sind die Skylla, in deren Bereich wir kommen. Pflegen wir die subjektive Mystik der luziferischen Willensgeister, in deren Bereich wir kommen, dann wird von der anderen Seite die Charybdis an uns herantreten; denn diese pflegen ganz besonders den inneren Egoismus, so daß unser eigenes Innere uns die Welt bildet. Das ist die Zweiheit in der sinnlichen Welt: objektiver Okkultismus — subjektive Mystik. Beide können ihre Abwege haben.

[ 32 ] We have, as you see, to do with a duality: with objective occultism which, if it is simply handed over to unprepared men, makes them destroyers; and with subjective mysticism, which if it is cultivated or suddenly appears in idealistic natures, makes men egotists—egotists such as are to be met with in numbers of mystics who have developed merely a subtle form of egotism, a subtle mania for fostering their own souls. If you read the biographies of the mystics, you will often be appalled by the egotism they display. The region of Scylla is that of the spirits who serve Ahriman. We come into their sphere if we cultivate, not egotism but the will for destruction. If we cultivate the subjective mysticism connected with the Luciferic spirits of will into whose sphere we enter, then Charybdis approaches us from the other side; for these spirits do everything to foster egotism, so that our own inner nature forms the world for us. This is the duality in the material world: objective occultism—subjective mysticism. In both realms there may be aberrations.

[ 33 ] Aber im Grunde genommen lebt in dem, was sich so durch Jahrhunderte hindurch entwickelt hat seit der neueren Zeit auf der einen Seite der objektive Okkultismus, in den geheimen Orden bewacht, aber nicht mehr richtig bewacht, weil die Leute nicht mehr richtig bewachen können, weil alles in die Öffentlichkeit dringt. Aber wir haben gesehen, welche Mühe die Leute gehabt haben, um irgendeinen Ausweg zu finden. Das habe ich in diesen Wochen gezeigt. Und auf der anderen Seite lebt die subjektive Mystik.

[ 33 ] Fundamentally speaking, in what has been developing for centuries there is present, on the one side, objective occultism, guarded in the Secret Societies and Orders but no longer effectively protected owing to the insistent trend towards publicity. We have heard of the efforts that were made to find a way out of the dilemma. And on the other side there is subjective mysticism.

[ 34 ] Was folgt daraus? Daraus erfolgt, daß, wenn wir eine Geisteswissenschaft begründen wollten, wir uns weder anziehen lassen durften von der Skylla noch von der Charybdis, sondern mitten durch mußten; daß wir weder pflegen konnten den alten, hergebrachten Okkultismus, noch pflegen durften die alten, hergebrachten Formen der Mystik. Und hier haben Sie noch tiefer erfaßt, was unserer geisteswissenschaftlichen Strömung die Richtung gibt. Beides, der objektive Okkultismus im alten Sinne wie die subjektive Mystik im alten Sinne, mußten vermieden werden, und unsere Geisteswissenschaft mußte einen Charakter haben, durch welchen sowohl die Skylla wie die Charybdis vermieden wird.

[ 34 ] It follows from this that when we wanted to lay the foundations of Spiritual Science, it behoved us not to allow ourselves to be enticed either by Scylla or Charybdis, but to steer between them; it behoved us neither to cultivate the old, traditional occultism, nor the old, traditional mysticism. And now you have a deeper conception of what gives our Movement its direction. Both objective occultism and subjective mysticism in the old sense had to be avoided. Our Spiritual Science had to be of a character ensuring that Scylla as well as Charybdis are avoided.

[ 35 ] Ich werde Ihnen nun auseinanderzusetzen haben den Grundcharakter unserer Geisteswissenschaft, den sie haben muß, weil sie beide Klippen vermeiden muß. Aber es kann selbstverständlich nicht vermieden werden in der Gegenwart, daß auf mißverständliche Weise einerseits Menschen in unsere Richtung hereinkommen, die eigentlich einen alten objektiven Okkultismus suchen, und auf der anderen Seite Menschen hereinkommen, welche die alte subjektive Mystik suchen. Beide finden bei uns kaum, was sie suchen. Aber sie glauben zu finden, was sie suchen, indem sie unsere Lehre einfach umdeuten. Wie unsere Lehre sein muß, und wie wir sie auffassen müssen, damit wir zurechtkommen auf unserem geistigen Lebensschiffe, damit wir durchkommen zwischen der Skylla und Charybdis, davon muß ich doch noch morgen sprechen.

[ 35 ] I have still to speak to you about the fundamental character which our Spiritual Science must bear in order that it may steer clear of both these dangers. But it obviously cannot be avoided that at the present time, out of mistaken notions, certain people come to us because some of them are looking for an old, objective occultism, while others are hankering after old, subjective mysticism. It is hardly likely that either the one type or the other will find among us what they are looking for. But they believe they find it by simply interpreting our teaching to suit their own liking. The form which our teaching must take, and what our attitude to it must be if our ship is to be steered between Scylla and Charybdis—of this I must speak again tomorrow.