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The Occult Movement
in the Nineteenth Century
and its Relationship to World Culture
GA 254

25 October 1915, Stuttgart

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Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
  1. The Occult Movement in the Nineteenth Century, tr. Osmond
  2. The Occult Movement, tr. SOL

Zehnter Vortrag

Zehnter Vortrag

[ 1 ] Wollen wir auf diejenigen Dinge eingehen, die uns jetzt interessieren müssen, so ist es notwendig, daß wir einmal von einer gewissen Seite her den Begriff des menschlichen Bewußtseins, so wie es heute einmal ist, klar ins Auge fassen. Bringen wir uns einige Eigentümlichkeiten dieses Bewußtseins, von denen wir in den letzten Tagen und Wochen gesprochen haben, vor die Seele. Wir wissen, daß dieses menschliche Bewußtsein zunächst so eingerichtet ist, daß es den Menschen, so wie er gegenwärtig ist, auf dem Gebiete hält, das wir in diesen Tagen in einer gewissen Weise umgrenzt haben. Dieses Bewußtsein hält den Menschen innerhalb eines Gebietes, das auf der einen Seite abgeschlossen ist durch den Schleier, den die Naturerscheinungen vor uns hinstellen — hinter diesen Schleier kann zunächst das menschliche Bewußtsein nicht dringen -, auf der anderen Seite ist der Schleier unserer eigenen Seelenerlebnisse: unseres Denkens, Fühlens und Wollens. Unser Bewußtsein ist nun so eingerichtet, daß wir in der Lage sind, wenn wir uns innerlich anblicken, unser Denken, Fühlen und Wollen bis zu einem gewissen Grade menschlich zu erleben, bewußt zu erleben. Aber hinter den Schleier können wir wiederum nicht dringen. Dahinter liegt dann eine wirkliche Welt. So daß wir sagen können: Wenn wir den Schleier der Naturerscheinungen auf die eine Seite stellen und uns dahinter die objektive Wirklichkeit gesetzt denken, so ist unser Bewußtsein nach dem Schleier hin gerichtet, der zunächst nicht durchstoßen werden soll. Auf der anderen Seite sind die Seelenerscheinungen (siehe Zeichnung Seite 173); dahinter liegt die subjektive Wirklichkeit. Da blicken wir hinein, aber wir können den Schleier nicht ohne weiteres durchstoßen. — Innerhalb dieser Grenzen, innerhalb dieser zwei parallelen Linien liegt also unser gegenwärtiges Bewußtsein, dem auf der einen Seite, indem es hinausblickt durch die Sinnesorgane, die Naturwelt, auf der anderen Seite, indem es in sich hineinblickt, die Seelenwelt gegeben ist; von der Naturwelt also das, was sich als Vorhang zeigt; von der Seelenwelt das, was sich dem unmittelbaren inneren Anblick darbietet. So ist unser Bewußtsein, welches wir als Menschen gegenwärtig haben, eben eingerichtet.

[ 1 ] Wollen wir auf diejenigen Dinge eingehen, die uns jetzt interessieren müssen, so ist es notwendig, daß wir einmal von einer gewissen Seite her den Begriff des menschlichen Bewußtseins, so wie es heute einmal ist, klar ins Auge fassen. Bringen wir uns einige Eigentümlichkeiten dieses Bewußtseins, von denen wir in den letzten Tagen und Wochen gesprochen haben, vor die Seele. Wir wissen, daß dieses menschliche Bewußtsein zunächst so eingerichtet ist, daß es den Menschen, so wie er gegenwärtig ist, auf dem Gebiete hält, das wir in diesen Tagen in einer gewissen Weise umgrenzt haben. Dieses Bewußtsein hält den Menschen innerhalb eines Gebietes, das auf der einen Seite abgeschlossen ist durch den Schleier, den die Naturerscheinungen vor uns hinstellen — hinter diesen Schleier kann zunächst das menschliche Bewußtsein nicht dringen -, auf der anderen Seite ist der Schleier unserer eigenen Seelenerlebnisse: unseres Denkens, Fühlens und Wollens. Unser Bewußtsein ist nun so eingerichtet, daß wir in der Lage sind, wenn wir uns innerlich anblicken, unser Denken, Fühlen und Wollen bis zu einem gewissen Grade menschlich zu erleben, bewußt zu erleben. Aber hinter den Schleier können wir wiederum nicht dringen. Dahinter liegt dann eine wirkliche Welt. So daß wir sagen können: Wenn wir den Schleier der Naturerscheinungen auf die eine Seite stellen und uns dahinter die objektive Wirklichkeit gesetzt denken, so ist unser Bewußtsein nach dem Schleier hin gerichtet, der zunächst nicht durchstoßen werden soll. Auf der anderen Seite sind die Seelenerscheinungen (siehe Zeichnung Seite 173); dahinter liegt die subjektive Wirklichkeit. Da blicken wir hinein, aber wir können den Schleier nicht ohne weiteres durchstoßen. — Innerhalb dieser Grenzen, innerhalb dieser zwei parallelen Linien liegt also unser gegenwärtiges Bewußtsein, dem auf der einen Seite, indem es hinausblickt durch die Sinnesorgane, die Naturwelt, auf der anderen Seite, indem es in sich hineinblickt, die Seelenwelt gegeben ist; von der Naturwelt also das, was sich als Vorhang zeigt; von der Seelenwelt das, was sich dem unmittelbaren inneren Anblick darbietet. So ist unser Bewußtsein, welches wir als Menschen gegenwärtig haben, eben eingerichtet.

[ 2 ] Wir wissen ja, daß sich dieses Bewußtsein unterscheidet von dem früheren Bewußtsein, das noch als altes hellseherisches Erbstück hereinragt; aber wir wissen auch, daß diese alten hellseherischen Erbstücke dem Menschen immer mehr abhanden gekommen sind, daß jetzt unser Bewußtsein, wenn es normal funktioniert auf dem physischen Plane, so beschaffen ist, wie wir es charakterisieren konnten.

[ 2 ] Wir wissen ja, daß sich dieses Bewußtsein unterscheidet von dem früheren Bewußtsein, das noch als altes hellseherisches Erbstück hereinragt; aber wir wissen auch, daß diese alten hellseherischen Erbstücke dem Menschen immer mehr abhanden gekommen sind, daß jetzt unser Bewußtsein, wenn es normal funktioniert auf dem physischen Plane, so beschaffen ist, wie wir es charakterisieren konnten.

[ 3 ] Nun kann die Frage aufgeworfen werden: Warum haben wir als Menschen denn gegenwärtig gerade dieses so besonders geartete Bewußtsein? Aus dem Grunde, weil wir während unseres gegenwärtigen Entwickelungszyklus neben alledem, was schon charakterisiert worden ist, uns das richtige Verhältnis anzueignen haben, in dem eine Menschenseele zu der anderen Menschenseele im Weltall stehen soll. Also diese Bewußtseinsform hat eine ganz bestimmte Aufgabe.

[ 3 ] Nun kann die Frage aufgeworfen werden: Warum haben wir als Menschen denn gegenwärtig gerade dieses so besonders geartete Bewußtsein? Aus dem Grunde, weil wir während unseres gegenwärtigen Entwickelungszyklus neben alledem, was schon charakterisiert worden ist, uns das richtige Verhältnis anzueignen haben, in dem eine Menschenseele zu der anderen Menschenseele im Weltall stehen soll. Also diese Bewußtseinsform hat eine ganz bestimmte Aufgabe.

[ 4 ] Sie wissen, wir sind früher in der Sonnen- und Mondenzeit und so weiter durch andere Bewußtseine durchgegangen und wir werden später, in der Jupiter-, in der Venuszeit durch andere Bewußtseine durchgehen. Wir bereiten uns nach und nach zu den verschiedenen Bewußtseinen vor. Jetzt, im gegenwärtigen Entwickelungszyklus, sollen wir durch die Art, wie wir mit der Welt leben, diese Bewußtseinsform in uns entwickeln; und neben alledem, wozu diese Bewußtseinsform in bezug auf das Moralische herangebildet werden soll, ist auch das, daß wir durch diese Bewußtseinsform in das richtige Verhältnis von Menschenseele zu Menschenseele kommen können, in dem wir vor dem Beginn der Erdenzeit noch nicht waren, und ohne das wir, wenn wir es uns während der Erdenzeit nicht angeeignet haben, während der Jupiter-, Venus-, Vulkanzeit nicht bestehen können. Also wir müssen uns durch diese Bewußtseinsform noch aneignen das richtige Verhältnis von Mensch zu Mensch.

[ 4 ] Sie wissen, wir sind früher in der Sonnen- und Mondenzeit und so weiter durch andere Bewußtseine durchgegangen und wir werden später, in der Jupiter-, in der Venuszeit durch andere Bewußtseine durchgehen. Wir bereiten uns nach und nach zu den verschiedenen Bewußtseinen vor. Jetzt, im gegenwärtigen Entwickelungszyklus, sollen wir durch die Art, wie wir mit der Welt leben, diese Bewußtseinsform in uns entwickeln; und neben alledem, wozu diese Bewußtseinsform in bezug auf das Moralische herangebildet werden soll, ist auch das, daß wir durch diese Bewußtseinsform in das richtige Verhältnis von Menschenseele zu Menschenseele kommen können, in dem wir vor dem Beginn der Erdenzeit noch nicht waren, und ohne das wir, wenn wir es uns während der Erdenzeit nicht angeeignet haben, während der Jupiter-, Venus-, Vulkanzeit nicht bestehen können. Also wir müssen uns durch diese Bewußtseinsform noch aneignen das richtige Verhältnis von Mensch zu Mensch.

[ 5 ] Nehmen wir die Entwickelung, wie sie unserer Erdenzeit voranging in der Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit. Da war der Mensch noch nicht in diesem Sinne im richtigen Verhältnisse zu den anderen Menschen. Er stand in gewissem Sinne den anderen Menschen zu nahe. Noch während der Mondenzeit war es so — Sie können das aus verschiedenen Schilderungen, die ich gegeben habe, entnehmen -, daß, wenn einer etwas wollte, das auf den anderen Menschen weiterwirkte. Der andere Mensch verspürte gewissermaßen den Willen seines Nebenmenschen. Und daß es in der richtigen Weise geschah, das regelten die Geister der höheren Hierarchien.

[ 5 ] Nehmen wir die Entwickelung, wie sie unserer Erdenzeit voranging in der Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit. Da war der Mensch noch nicht in diesem Sinne im richtigen Verhältnisse zu den anderen Menschen. Er stand in gewissem Sinne den anderen Menschen zu nahe. Noch während der Mondenzeit war es so — Sie können das aus verschiedenen Schilderungen, die ich gegeben habe, entnehmen -, daß, wenn einer etwas wollte, das auf den anderen Menschen weiterwirkte. Der andere Mensch verspürte gewissermaßen den Willen seines Nebenmenschen. Und daß es in der richtigen Weise geschah, das regelten die Geister der höheren Hierarchien.

[ 6 ] Diese Regelung durch die Geister der höheren Hierarchien würde, wenn sie fortdauerte, den Menschen niemals im Kosmischen ganz zur Freiheit kommen lassen. Es mußte einmal diese Regelung aufhören. Daher mußte eine solche Bewußtseinsform eintreten, die möglich machte, daß zwischen Mensch und Mensch gewissermaßen eine Grenze da war. Dadurch, daß wir auf der einen Seite nicht durch die Natur, auf der anderen Seite nicht durch die Seelenwelt durchschauen, dadurch ist das Verhältnis von einer Seele zur anderen Seele wirklich so, daß auch zwischen zwei Seelen eine gewisse Grenze geschaffen wird. Diese Grenze ist gerade durch unsere gegenwärtige Bewußtseinsform vorhanden. Es ist ja eine besondere, charakteristische Eigenschaft unserer gegenwärtigen Bewußtseinsform, daß wir eigentlich Spiegelungen empfinden. Das gilt natürlich auch für unseren Verkehr zwischen Mensch und Mensch. Dadurch, daß wir, wenn wir dem Menschen gegenübertreten, für unsere gegenwärtige Bewußtseinsform namentlich eine Spiegelung des Bewußtseins in sich selbst haben, können wir nicht so brutal an den Menschen herantreten, daß wir den Inhalt unseres Bewußtseins in seine Seele hineinergießen. Ist also unser Bewußtsein normal gut entwickelt, so verhindert es uns daran, daß wir dem Bewußtsein der anderen zu nahe treten. Ich könnte auch sagen: unsere Bewußtseins- und Intelligenzkräfte sind so angeordnet, daß wir weder einen zu großen Einfluß auf den anderen Menschen nehmen können, noch daß der andere Mensch einen zu großen Einfluß auf uns nehmen kann, weil wir durch die Spiegelung unseres Bewußtseins von dem anderen Menschen getrennt. sind.

[ 6 ] Diese Regelung durch die Geister der höheren Hierarchien würde, wenn sie fortdauerte, den Menschen niemals im Kosmischen ganz zur Freiheit kommen lassen. Es mußte einmal diese Regelung aufhören. Daher mußte eine solche Bewußtseinsform eintreten, die möglich machte, daß zwischen Mensch und Mensch gewissermaßen eine Grenze da war. Dadurch, daß wir auf der einen Seite nicht durch die Natur, auf der anderen Seite nicht durch die Seelenwelt durchschauen, dadurch ist das Verhältnis von einer Seele zur anderen Seele wirklich so, daß auch zwischen zwei Seelen eine gewisse Grenze geschaffen wird. Diese Grenze ist gerade durch unsere gegenwärtige Bewußtseinsform vorhanden. Es ist ja eine besondere, charakteristische Eigenschaft unserer gegenwärtigen Bewußtseinsform, daß wir eigentlich Spiegelungen empfinden. Das gilt natürlich auch für unseren Verkehr zwischen Mensch und Mensch. Dadurch, daß wir, wenn wir dem Menschen gegenübertreten, für unsere gegenwärtige Bewußtseinsform namentlich eine Spiegelung des Bewußtseins in sich selbst haben, können wir nicht so brutal an den Menschen herantreten, daß wir den Inhalt unseres Bewußtseins in seine Seele hineinergießen. Ist also unser Bewußtsein normal gut entwickelt, so verhindert es uns daran, daß wir dem Bewußtsein der anderen zu nahe treten. Ich könnte auch sagen: unsere Bewußtseins- und Intelligenzkräfte sind so angeordnet, daß wir weder einen zu großen Einfluß auf den anderen Menschen nehmen können, noch daß der andere Mensch einen zu großen Einfluß auf uns nehmen kann, weil wir durch die Spiegelung unseres Bewußtseins von dem anderen Menschen getrennt. sind.

[ 7 ] Das ist eine sehr bedeutsame Sache, die man recht sehr ins Auge fassen sollte zum Verständnis der menschlichen Entwickelung. Wenn irgendwo ein Defekt im normalen Bewußtsein auftritt, so sehen Sie gleich, wie die Dinge eigentlich stehen. Denken Sie sich einmal nur einen Menschen, dessen Bewußtsein nicht ganz normal entwickelt ist, der, sagen wir, ein bißchen von dem hat, was man vielleicht mit einem ärgerlichen, aber manchmal recht zutreffenden Worte in den letzten Wochen «mystische» oder sonstige «Verschrobenheit» genannt hat. Nehmen wir an, das Bewußtsein wäre nicht ganz normal, sondern neigte zu allerlei Phantasien, die gestützt wären durch gewisse abnorme Bewußtseinserlebnisse, abnorm für unsere Zeit: Sie werden immer wieder erleben, daß solche abnorme Bewußtseine auf andere Seelen einen viel größeren Einfluß haben als das normale Bewußtsein. Ein Mensch, der, wenn ich es etwas grob ausdrücken soll, ein wenig verrückt ist nach irgendeiner Richtung hin, hat auf seine Mitmenschen einen viel größeren Einfluß als ein normaler Mensch; und der Normale muß sich schützen durch Verstärkung seines Bewußtseins, um nicht einen Einfluß von dem Abnormen zu erfahren. Der Abnorme bedeutet immer, solange er nicht erkannt ist, eine gewisse Gefahr für seine Mitmenschen, weil sie sich zu stark von ihm beeinflussen lassen, weil sie ihn zu leicht für etwas Besonderes halten. Gerade da, wo der Spiegel des Bewußtseins etwas durchlöchert ist, wo das Bewußtsein nicht klar sieht, da geht durch das Loch des Bewußtseins ein zu starker Einfluß hinüber auf den anderen Menschen.

[ 7 ] Das ist eine sehr bedeutsame Sache, die man recht sehr ins Auge fassen sollte zum Verständnis der menschlichen Entwickelung. Wenn irgendwo ein Defekt im normalen Bewußtsein auftritt, so sehen Sie gleich, wie die Dinge eigentlich stehen. Denken Sie sich einmal nur einen Menschen, dessen Bewußtsein nicht ganz normal entwickelt ist, der, sagen wir, ein bißchen von dem hat, was man vielleicht mit einem ärgerlichen, aber manchmal recht zutreffenden Worte in den letzten Wochen «mystische» oder sonstige «Verschrobenheit» genannt hat. Nehmen wir an, das Bewußtsein wäre nicht ganz normal, sondern neigte zu allerlei Phantasien, die gestützt wären durch gewisse abnorme Bewußtseinserlebnisse, abnorm für unsere Zeit: Sie werden immer wieder erleben, daß solche abnorme Bewußtseine auf andere Seelen einen viel größeren Einfluß haben als das normale Bewußtsein. Ein Mensch, der, wenn ich es etwas grob ausdrücken soll, ein wenig verrückt ist nach irgendeiner Richtung hin, hat auf seine Mitmenschen einen viel größeren Einfluß als ein normaler Mensch; und der Normale muß sich schützen durch Verstärkung seines Bewußtseins, um nicht einen Einfluß von dem Abnormen zu erfahren. Der Abnorme bedeutet immer, solange er nicht erkannt ist, eine gewisse Gefahr für seine Mitmenschen, weil sie sich zu stark von ihm beeinflussen lassen, weil sie ihn zu leicht für etwas Besonderes halten. Gerade da, wo der Spiegel des Bewußtseins etwas durchlöchert ist, wo das Bewußtsein nicht klar sieht, da geht durch das Loch des Bewußtseins ein zu starker Einfluß hinüber auf den anderen Menschen.

[ 8 ] Also unser Bewußtsein erwerben wir uns in der gegenwärtigen Entwickelungszeit, um in das richtige Verhältnis von Menschenseele zu

[ 8 ] Also unser Bewußtsein erwerben wir uns in der gegenwärtigen Entwickelungszeit, um in das richtige Verhältnis von Menschenseele zu

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[ 9 ] Nun können wir sagen — aus dem, was ich Ihnen in den letzten Tagen erläutert habe, geht das klärlich hervor: Da, jenseits des Schleiers der Natur, liegt die ahrimanische Welt mit all den Wesenheiten, die ich Ihnen geschildert habe. Da, jenseits des Schleiers des Seelenlebens, liegt die luziferische Welt mit all den Eigentümlichkeiten, die ich Ihnen geschildert habe. Der Mensch ist also gewissermaßen eingeschlossen zwischen der ahrimanischen und luziferischen Welt. Geht er nur ein wenig über sein Bewußtsein hinaus gegen die Natur zu, dann kann er gar nicht anders, als mit der ahrimanischen Welt Bekanntschaft zu machen. Geht er mit seinem Bewußtsein heraus gegen die Seelenwelt hin, so kann er nicht anders, als mit der luziferischen Welt Bekanntschaft zu machen.

[ 9 ] Nun können wir sagen — aus dem, was ich Ihnen in den letzten Tagen erläutert habe, geht das klärlich hervor: Da, jenseits des Schleiers der Natur, liegt die ahrimanische Welt mit all den Wesenheiten, die ich Ihnen geschildert habe. Da, jenseits des Schleiers des Seelenlebens, liegt die luziferische Welt mit all den Eigentümlichkeiten, die ich Ihnen geschildert habe. Der Mensch ist also gewissermaßen eingeschlossen zwischen der ahrimanischen und luziferischen Welt. Geht er nur ein wenig über sein Bewußtsein hinaus gegen die Natur zu, dann kann er gar nicht anders, als mit der ahrimanischen Welt Bekanntschaft zu machen. Geht er mit seinem Bewußtsein heraus gegen die Seelenwelt hin, so kann er nicht anders, als mit der luziferischen Welt Bekanntschaft zu machen.

[ 10 ] Nun haben wir eine gewisse Zeit hinter uns, in der die Menschen davor geschützt waren, nach der einen oder anderen Seite zu stark vorzustoßen. Aber wir leben jetzt wieder in einer Übergangszeit, wo es gar nicht anders sein kann, als daß die Menschenseelen nach der einen oder anderen Seite vorstoßen. Es geht gar nicht anders, als daß solch ein Vorstoß nach der einen oder anderen Seite geschieht. Das läßt sich nicht anders machen; das muß geschehen. Das fordert wieder die Zeitenentwickelung von den Menschen, denn die Sache ist die folgende.

[ 10 ] Nun haben wir eine gewisse Zeit hinter uns, in der die Menschen davor geschützt waren, nach der einen oder anderen Seite zu stark vorzustoßen. Aber wir leben jetzt wieder in einer Übergangszeit, wo es gar nicht anders sein kann, als daß die Menschenseelen nach der einen oder anderen Seite vorstoßen. Es geht gar nicht anders, als daß solch ein Vorstoß nach der einen oder anderen Seite geschieht. Das läßt sich nicht anders machen; das muß geschehen. Das fordert wieder die Zeitenentwickelung von den Menschen, denn die Sache ist die folgende.

[ 11 ] Wir leben jetzt in der Entwickelung der Bewußtseinsseele, wie Sie wissen, und gehen entgegen der Entwickelung des Geistselbst. Solch eine Entwickelung bereitet sich lange vor. Wenn sich dieses Geistselbst einmal vollständig entwickelt haben wird in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode, dann wird das menschliche Seelenleben in vieler Beziehung ein anderes sein als jetzt. Es wird der menschliche Intellekt eine viel objektivere Macht haben, als er sie jetzt hat. Er wird viel objektiver leben. Die Menschen gehen schon diesem viel objektiveren Leben des Intellekts entgegen. Man kann das überall sehen. Ich habe das an verschiedenen Stellen meiner Vorträge immer wieder und wieder charakterisiert. Die Menschen gehen einem Seelenleben entgegen, von dem man sagen kann, daß der Intellekt sich wie eine Art öffentlicher Macht unter den Menschen ausbreitet; wirklich wie eine Art öffentlicher Macht, der sich die Menschen fügen sollen, wie eine Art objektiver, außer den Menschenseelen wirkender Macht.

[ 11 ] Wir leben jetzt in der Entwickelung der Bewußtseinsseele, wie Sie wissen, und gehen entgegen der Entwickelung des Geistselbst. Solch eine Entwickelung bereitet sich lange vor. Wenn sich dieses Geistselbst einmal vollständig entwickelt haben wird in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode, dann wird das menschliche Seelenleben in vieler Beziehung ein anderes sein als jetzt. Es wird der menschliche Intellekt eine viel objektivere Macht haben, als er sie jetzt hat. Er wird viel objektiver leben. Die Menschen gehen schon diesem viel objektiveren Leben des Intellekts entgegen. Man kann das überall sehen. Ich habe das an verschiedenen Stellen meiner Vorträge immer wieder und wieder charakterisiert. Die Menschen gehen einem Seelenleben entgegen, von dem man sagen kann, daß der Intellekt sich wie eine Art öffentlicher Macht unter den Menschen ausbreitet; wirklich wie eine Art öffentlicher Macht, der sich die Menschen fügen sollen, wie eine Art objektiver, außer den Menschenseelen wirkender Macht.

[ 12 ] Wir leben jetzt noch in einer Zeit, in der eine ganze Anzahl von Menschen sich durch eine gewisse starke Ausprägung ihrer Individualität vor dieser objektiven Macht schützen. Aber das wird immer weniger und weniger möglich sein, je mehr wir dem sechsten nachatlantischen Zeitraume entgegengehen. Es wird wirklich eine Zeit kommen, in der Erscheinungen, die jetzt erst im Anfange sind, viel, viel stärker auftreten werden. Jetzt schon kann man, wenn man in der Lage ist, die Welterlebnisse in der richtigen Weise zu taxieren in bezug auf diesen Punkt, sich einige richtige Urteile bilden. Man kann zum Beispiel jetzt schon beobachten, wie da oder dort dieses oder jenes geschrieben wird. Man weiß ganz genau, daß die Schreiber gewisser Journale eigentlich weit entfernt davon sind, nur das zu sagen, was aus ihrer Seele entspringt. Sie vertreten die Intelligenz gewisser Kreise, die Intelligenz, die so objektiv wuchert und deren Sprachrohr sie nur sind. Es ist außerordentlich bedeutsam, daß man das ins Auge faßt, denn das ist eine Erscheinung, die immer mehr überhandnehmen wird.

[ 12 ] Wir leben jetzt noch in einer Zeit, in der eine ganze Anzahl von Menschen sich durch eine gewisse starke Ausprägung ihrer Individualität vor dieser objektiven Macht schützen. Aber das wird immer weniger und weniger möglich sein, je mehr wir dem sechsten nachatlantischen Zeitraume entgegengehen. Es wird wirklich eine Zeit kommen, in der Erscheinungen, die jetzt erst im Anfange sind, viel, viel stärker auftreten werden. Jetzt schon kann man, wenn man in der Lage ist, die Welterlebnisse in der richtigen Weise zu taxieren in bezug auf diesen Punkt, sich einige richtige Urteile bilden. Man kann zum Beispiel jetzt schon beobachten, wie da oder dort dieses oder jenes geschrieben wird. Man weiß ganz genau, daß die Schreiber gewisser Journale eigentlich weit entfernt davon sind, nur das zu sagen, was aus ihrer Seele entspringt. Sie vertreten die Intelligenz gewisser Kreise, die Intelligenz, die so objektiv wuchert und deren Sprachrohr sie nur sind. Es ist außerordentlich bedeutsam, daß man das ins Auge faßt, denn das ist eine Erscheinung, die immer mehr überhandnehmen wird.

[ 13 ] Nun aber besteht eine ganz bestimmte Perspektive. Wenn sich die Intelligenz einiger Menschen objektiviert — und sie objektiviert sich schon, seitdem es eine öffentliche Literatur gibt -, dann bekommt Ahriman immer mehr und mehr die Möglichkeit, sich der Intelligenz der Menschen zu bemächtigen. Das ist eine Perspektive, die uns die Geisteswissenschaft vor die Seele stellen muß, denn Ahriman hat immer das intensivste Bestreben, die Menschen um ihren individuellen Verstand zu bringen und ihn sich selbst anzueignen, so daß der menschliche Verstand nach der Meinung Ahrimans in ahrimanische Gewalt übergehen sollte. Ahriman hat eigentlich — wie ich Ihnen das gesagt habe bei seinen Dienern, deren höhere Intelligenzkräfte mit den nie deren Menschenkräften eine geheimnisvolle Verbindung haben — immer das Bestreben, den Menschenverstand sich anzueignen und den Menschen nicht darauf kommen zu lassen, was alles sein Verstand kann. Nehmen Sie die letzte Szene zwischen Benedictus und Ahriman, in dem Mysteriendrama «Der Seelen Erwachen». Bevor Ahriman verschwindet, sagt er die Worte:

[ 13 ] Nun aber besteht eine ganz bestimmte Perspektive. Wenn sich die Intelligenz einiger Menschen objektiviert — und sie objektiviert sich schon, seitdem es eine öffentliche Literatur gibt -, dann bekommt Ahriman immer mehr und mehr die Möglichkeit, sich der Intelligenz der Menschen zu bemächtigen. Das ist eine Perspektive, die uns die Geisteswissenschaft vor die Seele stellen muß, denn Ahriman hat immer das intensivste Bestreben, die Menschen um ihren individuellen Verstand zu bringen und ihn sich selbst anzueignen, so daß der menschliche Verstand nach der Meinung Ahrimans in ahrimanische Gewalt übergehen sollte. Ahriman hat eigentlich — wie ich Ihnen das gesagt habe bei seinen Dienern, deren höhere Intelligenzkräfte mit den nie deren Menschenkräften eine geheimnisvolle Verbindung haben — immer das Bestreben, den Menschenverstand sich anzueignen und den Menschen nicht darauf kommen zu lassen, was alles sein Verstand kann. Nehmen Sie die letzte Szene zwischen Benedictus und Ahriman, in dem Mysteriendrama «Der Seelen Erwachen». Bevor Ahriman verschwindet, sagt er die Worte:

[ 14 ] Es ist jetzt Zeit, daß ich aus seinem Kreise
Mich schnellstens wende; denn sobald sein Schauen
Mich auch in meiner Wahrheit denken kann,
Erschafft sich mir in seinem Denken bald
Ein Teil der Kraft, die langsam mich vernichtet.

[ 14 ] Es ist jetzt Zeit, daß ich aus seinem Kreise
Mich schnellstens wende; denn sobald sein Schauen
Mich auch in meiner Wahrheit denken kann,
Erschafft sich mir in seinem Denken bald
Ein Teil der Kraft, die langsam mich vernichtet.

[ 15 ] Darin liegt ein tiefes Geheimnis, das derjenige, der sich für die Geisteswissenschaft interessiert, erkennen soll. Die Menschen müssen sich bestreben, gegen die Zukunft hin ihren Verstand individuell, richtig individuell handhaben zu lernen, ihren Verstand nicht unbewacht zu lassen; ja, ja niemals ihren Verstand unbewacht zu lassen. Das ist sehr notwendig, und es ist gut, wenn man weiß, in wie schönen, starken, vollen Worten Ahriman an die Menschen herantritt und versucht, wenn es auch der Mensch sich nicht gefallen lassen will, aber wie doch Ahriman versucht, den Menschen den Verstand - verzeihen Sie den Ausdruck — wie die Würmer aus der Nase herauszuziehen.

[ 15 ] Darin liegt ein tiefes Geheimnis, das derjenige, der sich für die Geisteswissenschaft interessiert, erkennen soll. Die Menschen müssen sich bestreben, gegen die Zukunft hin ihren Verstand individuell, richtig individuell handhaben zu lernen, ihren Verstand nicht unbewacht zu lassen; ja, ja niemals ihren Verstand unbewacht zu lassen. Das ist sehr notwendig, und es ist gut, wenn man weiß, in wie schönen, starken, vollen Worten Ahriman an die Menschen herantritt und versucht, wenn es auch der Mensch sich nicht gefallen lassen will, aber wie doch Ahriman versucht, den Menschen den Verstand - verzeihen Sie den Ausdruck — wie die Würmer aus der Nase herauszuziehen.

[ 16 ] Immer mehr werden die Menschen es nötig haben, auf solche Momente zu achten. Denn gerade solche Momente benutzt Ahriman zu seinem Handwerk, wo der Mensch bei vollem Tagwachen in eine Art von Schwindelzustand kommt, in eine Art von bewußtem Dämmerungszustand, wo er sich nicht recht heimisch fühlt in der physischen Welt, wo er beginnt, sich dem Zirkeltanz des Universums zu überlassen, wo er nicht mehr gehörig als Individualität auf seinen Beinen und Füßen stehen will. Das sind die Momente, wo man sich hüten muß, denn da bekommt Ahriman leicht Oberwasser in unserer Umgebung.

[ 16 ] Immer mehr werden die Menschen es nötig haben, auf solche Momente zu achten. Denn gerade solche Momente benutzt Ahriman zu seinem Handwerk, wo der Mensch bei vollem Tagwachen in eine Art von Schwindelzustand kommt, in eine Art von bewußtem Dämmerungszustand, wo er sich nicht recht heimisch fühlt in der physischen Welt, wo er beginnt, sich dem Zirkeltanz des Universums zu überlassen, wo er nicht mehr gehörig als Individualität auf seinen Beinen und Füßen stehen will. Das sind die Momente, wo man sich hüten muß, denn da bekommt Ahriman leicht Oberwasser in unserer Umgebung.

[ 17 ] Wir schützen uns am besten dadurch, wenn wir uns immer mehr und mehr bestreben, ein klares und genaues Denken zu entfalten, so genau wie möglich zu denken, nicht einfach so hinzuhuschen im Denken über die Dinge, wie das heute gerade gesellschaftlicher Usus ist. Nicht hinwegspringen über die Dinge, sondern klar denken. Man sollte sogar noch weiter gehen: Man sollte versuchen, sich immer mehr und mehr zu hüten, gangbare Redensarten und Worte zu gebrauchen. Denn in dem Augenblick, wo man gangbare Worte gebraucht, die man nicht aus dem Gedanken, sondern aus der Sprachgewohnheit heraus hat, wird man, wenn auch nur für einen kurzen Moment, gedankenlos. Und das sind ganz besonders gefährliche Momente, weil man nicht darauf achtet. Man sollte darauf achten, daß man es vermeidet, solche Worte, bei denen man nicht genügend nachdenkt, zu gebrauchen. Eine solche Selbsterziehung sollte derjenige, der es mit den Aufgaben der Zeit ernst nimmt, gerade in solchen Intimitäten in ganz hervorragendem Maße in Angriff nehmen, und Sie werden das dazu Nötige leicht zusammendenken können nach dem, was ich in diesen Tagen zum Ausdruck gebracht habe.

[ 17 ] Wir schützen uns am besten dadurch, wenn wir uns immer mehr und mehr bestreben, ein klares und genaues Denken zu entfalten, so genau wie möglich zu denken, nicht einfach so hinzuhuschen im Denken über die Dinge, wie das heute gerade gesellschaftlicher Usus ist. Nicht hinwegspringen über die Dinge, sondern klar denken. Man sollte sogar noch weiter gehen: Man sollte versuchen, sich immer mehr und mehr zu hüten, gangbare Redensarten und Worte zu gebrauchen. Denn in dem Augenblick, wo man gangbare Worte gebraucht, die man nicht aus dem Gedanken, sondern aus der Sprachgewohnheit heraus hat, wird man, wenn auch nur für einen kurzen Moment, gedankenlos. Und das sind ganz besonders gefährliche Momente, weil man nicht darauf achtet. Man sollte darauf achten, daß man es vermeidet, solche Worte, bei denen man nicht genügend nachdenkt, zu gebrauchen. Eine solche Selbsterziehung sollte derjenige, der es mit den Aufgaben der Zeit ernst nimmt, gerade in solchen Intimitäten in ganz hervorragendem Maße in Angriff nehmen, und Sie werden das dazu Nötige leicht zusammendenken können nach dem, was ich in diesen Tagen zum Ausdruck gebracht habe.

[ 18 ] Aber auch Luzifer hat das Bestreben, den Menschen durch seinen Willen dahin zu bringen, daß er nicht aus durchdachten, durchgeistigten Impulsen heraus handelt, sondern aus Impulsen, die dem bloßen Temperament, den bloßen Neigungen entspringen. Da wieder greift Luzifer ein und macht uns zu seiner Beute. Und er wird seine Beute am besten finden, wenn möglichst viele Menschen Neigungs-, Temperamentsimpulse entwickeln, die in den dunklen Untergründen des Seelenlebens wirbeln und wurzeln, die nicht in der individuellen Sphäre sind. Wenn wir Temperamentsimpulse und andere dunkle Neigungen in uns gegenwärtig sein lassen, die uns in Zusammenhang bringen mit Menschengruppen, die also sich dadurch charakterisieren, daß man sich als Angehöriger einer Menschengruppe fühlt, dann kommt man gleich in einen Wirbel hinein, in dem einem das individuelle Willensurteil entrissen wird. Und das darf einem nicht entrissen werden, sonst bekommt Luzifer eine zu große Macht über uns. Wir müssen versuchen, uns objektiv zu machen in dieser Beziehung.

[ 18 ] Aber auch Luzifer hat das Bestreben, den Menschen durch seinen Willen dahin zu bringen, daß er nicht aus durchdachten, durchgeistigten Impulsen heraus handelt, sondern aus Impulsen, die dem bloßen Temperament, den bloßen Neigungen entspringen. Da wieder greift Luzifer ein und macht uns zu seiner Beute. Und er wird seine Beute am besten finden, wenn möglichst viele Menschen Neigungs-, Temperamentsimpulse entwickeln, die in den dunklen Untergründen des Seelenlebens wirbeln und wurzeln, die nicht in der individuellen Sphäre sind. Wenn wir Temperamentsimpulse und andere dunkle Neigungen in uns gegenwärtig sein lassen, die uns in Zusammenhang bringen mit Menschengruppen, die also sich dadurch charakterisieren, daß man sich als Angehöriger einer Menschengruppe fühlt, dann kommt man gleich in einen Wirbel hinein, in dem einem das individuelle Willensurteil entrissen wird. Und das darf einem nicht entrissen werden, sonst bekommt Luzifer eine zu große Macht über uns. Wir müssen versuchen, uns objektiv zu machen in dieser Beziehung.

[ 19 ] Auch das kann für Luzifer günstige Momente entwickeln, wo das Gemüt gewissermaßen aus der Sphäre des normalen Bewußtseins etwas abirrt. Das sind dann radikale Erscheinungen. Aber die intimeren Erscheinungen sind schon diejenigen, wenn wir uns aus dunklen Zusammengehörigkeitsgefühlen und dergleichen bestimmen lassen. Die auffälligeren, radikaleren Abirrungen des Bewußtseins sind diejenigen, wenn der Wille defekt wird, irgendwie schwach wird, wo der Mensch nicht mehr anders kann, als sich seinem Seelenleben hinzugeben, ich möchte sagen, mit partiellem Ausschluß seines Willens.

[ 19 ] Auch das kann für Luzifer günstige Momente entwickeln, wo das Gemüt gewissermaßen aus der Sphäre des normalen Bewußtseins etwas abirrt. Das sind dann radikale Erscheinungen. Aber die intimeren Erscheinungen sind schon diejenigen, wenn wir uns aus dunklen Zusammengehörigkeitsgefühlen und dergleichen bestimmen lassen. Die auffälligeren, radikaleren Abirrungen des Bewußtseins sind diejenigen, wenn der Wille defekt wird, irgendwie schwach wird, wo der Mensch nicht mehr anders kann, als sich seinem Seelenleben hinzugeben, ich möchte sagen, mit partiellem Ausschluß seines Willens.

[ 20 ] Diese besonders radikalen Erscheinungen haben die neueren Ärzte sogar schon auf gewisse Termini gebracht. So sprechen die neueren Ärzte schon von Zwangsvorstellungen. Solche Zwangsvorstellungen treten bei den Menschen auf, die ihr Bewußtsein nicht in einer geregelten Form eingerichtet haben, wie es für den physischen Plan sein soll. Wenn nicht das genügende Quantum Wille im Bewußtsein ist, dann treten Vorstellungen auf, die der Mensch nicht aus dem Bewußtsein fortschaffen kann. Zwangsvorstellungen, wie man sie nennt, treten auf. Sagen wir zum Beispiel — ich will ein Beispiel anführen, das in Kliniken beobachtet worden ist —, ein Mensch hat einmal gesehen, wie ein mit Gesichtskarzinom behafteter Mensch in ein Haus gegangen ist. Er hat die Geschwulst im Gesicht gesehen und ist ein schwacher Mensch in bezug auf den Willen; seine Willensimpulse sind nicht stark genug. Seitdem er nun diesen Menschen mit dem Gesichtskrebs gesehen hat, glaubt er, daß überall Krebskeime vorhanden sind, und er kann nicht anders, als überall, wo er hinkommt, Krebskeime zu vermuten, das heißt, er hat nicht genug starken Willen, um diese Vorstellung, die dazumal erregt worden ist, ins Unterbewußtsein hinunterzudrücken. Das ist ein besonderer Fall von Zwangsvorstellung. Aber so etwas tritt in großer Mannigfaltigkeit bei Menschen auf, die in der Willenssphäre nicht genügend entwickelt sind. Da bekommt Luzifer dann leicht über sie Gewalt. Eine andere Abirrung des Bewußtseins haben die neueren Ärzte die Berührungsfurcht genannt, die sich dadurch ausdrückt, daß Menschen, deren Willenssphäre zu wenig stark entwickelt ist, vor jeder Berührung mit anderen Menschen oder Gegenständen zurückschrecken, also nicht berührt sein wollen von anderen Menschen oder Gegenständen. Die Berührungsfurcht ist ein ganz bestimmter Terminus der neueren Psychiatrie.

[ 20 ] Diese besonders radikalen Erscheinungen haben die neueren Ärzte sogar schon auf gewisse Termini gebracht. So sprechen die neueren Ärzte schon von Zwangsvorstellungen. Solche Zwangsvorstellungen treten bei den Menschen auf, die ihr Bewußtsein nicht in einer geregelten Form eingerichtet haben, wie es für den physischen Plan sein soll. Wenn nicht das genügende Quantum Wille im Bewußtsein ist, dann treten Vorstellungen auf, die der Mensch nicht aus dem Bewußtsein fortschaffen kann. Zwangsvorstellungen, wie man sie nennt, treten auf. Sagen wir zum Beispiel — ich will ein Beispiel anführen, das in Kliniken beobachtet worden ist —, ein Mensch hat einmal gesehen, wie ein mit Gesichtskarzinom behafteter Mensch in ein Haus gegangen ist. Er hat die Geschwulst im Gesicht gesehen und ist ein schwacher Mensch in bezug auf den Willen; seine Willensimpulse sind nicht stark genug. Seitdem er nun diesen Menschen mit dem Gesichtskrebs gesehen hat, glaubt er, daß überall Krebskeime vorhanden sind, und er kann nicht anders, als überall, wo er hinkommt, Krebskeime zu vermuten, das heißt, er hat nicht genug starken Willen, um diese Vorstellung, die dazumal erregt worden ist, ins Unterbewußtsein hinunterzudrücken. Das ist ein besonderer Fall von Zwangsvorstellung. Aber so etwas tritt in großer Mannigfaltigkeit bei Menschen auf, die in der Willenssphäre nicht genügend entwickelt sind. Da bekommt Luzifer dann leicht über sie Gewalt. Eine andere Abirrung des Bewußtseins haben die neueren Ärzte die Berührungsfurcht genannt, die sich dadurch ausdrückt, daß Menschen, deren Willenssphäre zu wenig stark entwickelt ist, vor jeder Berührung mit anderen Menschen oder Gegenständen zurückschrecken, also nicht berührt sein wollen von anderen Menschen oder Gegenständen. Die Berührungsfurcht ist ein ganz bestimmter Terminus der neueren Psychiatrie.

[ 21 ] So könnten wir noch viele solcher Abirrungen des Bewußtseins anführen. In diesen Abirrungen zeigt sich gerade, wie unser Bewußtsein normalerweise beschaffen sein muß für den physischen Plan. Nun sind wir aber einmal in einer Zeit, in der es nicht anders möglich ist, als daß sich uns gewisse Wesen enthüllen, sowohl von der Seite hinter dem Schleier der Natur als auch von der Seite hinter dem Schleier der Seelenwelt. Es müssen sich uns die Dinge enthüllen, denn gerade wenn sich uns die Dinge nicht enthüllen, so wird das für die weitere Entwickelung der Menschen gefährlich. Gerade wenn Ahriman und Luzifer nicht in ihrem Zusammenhange mit der menschlichen Entwickelung bemerkt werden, so wird das eine gefährliche Sache für die Menschen werden. Dann nämlich, wenn sie nicht bemerkt werden, können sie am besten wirtschaften. Ich will Ihnen das in bezug auf das ahrimanische Wirtschaften durch eine kleine Anekdote klarmachen, die wahrer ist als wahr, da sie wahrhaft ist.

[ 21 ] So könnten wir noch viele solcher Abirrungen des Bewußtseins anführen. In diesen Abirrungen zeigt sich gerade, wie unser Bewußtsein normalerweise beschaffen sein muß für den physischen Plan. Nun sind wir aber einmal in einer Zeit, in der es nicht anders möglich ist, als daß sich uns gewisse Wesen enthüllen, sowohl von der Seite hinter dem Schleier der Natur als auch von der Seite hinter dem Schleier der Seelenwelt. Es müssen sich uns die Dinge enthüllen, denn gerade wenn sich uns die Dinge nicht enthüllen, so wird das für die weitere Entwickelung der Menschen gefährlich. Gerade wenn Ahriman und Luzifer nicht in ihrem Zusammenhange mit der menschlichen Entwickelung bemerkt werden, so wird das eine gefährliche Sache für die Menschen werden. Dann nämlich, wenn sie nicht bemerkt werden, können sie am besten wirtschaften. Ich will Ihnen das in bezug auf das ahrimanische Wirtschaften durch eine kleine Anekdote klarmachen, die wahrer ist als wahr, da sie wahrhaft ist.

[ 22 ] In einem Dorfe kam einmal ein Fremder an, der ein Bekannter des Bürgermeisters war. Er kam zu Pferde an und ritt in das Dorf hinein. Dem Dorfe war das eine interessante Erscheinung. Die Leute liefen auf die Straße und sahen dem Fremden nach. Der stellte sein Pferd in dem Stalle des Bürgermeisters ein und verweilte vom Sonnabend über den Sonntag im Hause des Bürgermeisters. Am Montag wollte er abreisen und verlangte sein Pferd. Da sagte der Bürgermeister: Du bist doch zu Fuß gekommen, du hast doch kein Pferd gehabt. — Alle Einwände dagegen wurden von dem Bürgermeister mit den Worten beantwortet: Du hast doch kein Pferd gehabt. — Endlich sagte er: Dann fragen wir doch einmal die Leute im Dorfe, die müssen dich doch gesehen haben, als du ins Dorf hineinrittest. — Er ließ also alle Leute im Dorfe kommen und fragte sie, ob sie den Mann nicht zu Fuß haben kommen sehen, und alle sagten: Ja. - Nachdem alle dieses Zugeständnis gemacht hatten, sagte er: Nun schwört mir alle, daß der Mann zu Fuß gekommen ist. -— Und alle schworen, daß dieser Mann zu Fuß gekommen sei. Er mußte also zu Fuß und ohne Pferd das Dorf wieder verlassen. Nach einiger Zeit ritt der Bürgermeister ihm nach und brachte ihm sein Pferd. Darauf sagte der Mann: Wozu war denn nun diese ganze Komödie? Darauf erwiderte der Bürgermeister: Ich wollte dir nur meine Gemeinde vorstellen!

[ 22 ] In einem Dorfe kam einmal ein Fremder an, der ein Bekannter des Bürgermeisters war. Er kam zu Pferde an und ritt in das Dorf hinein. Dem Dorfe war das eine interessante Erscheinung. Die Leute liefen auf die Straße und sahen dem Fremden nach. Der stellte sein Pferd in dem Stalle des Bürgermeisters ein und verweilte vom Sonnabend über den Sonntag im Hause des Bürgermeisters. Am Montag wollte er abreisen und verlangte sein Pferd. Da sagte der Bürgermeister: Du bist doch zu Fuß gekommen, du hast doch kein Pferd gehabt. — Alle Einwände dagegen wurden von dem Bürgermeister mit den Worten beantwortet: Du hast doch kein Pferd gehabt. — Endlich sagte er: Dann fragen wir doch einmal die Leute im Dorfe, die müssen dich doch gesehen haben, als du ins Dorf hineinrittest. — Er ließ also alle Leute im Dorfe kommen und fragte sie, ob sie den Mann nicht zu Fuß haben kommen sehen, und alle sagten: Ja. - Nachdem alle dieses Zugeständnis gemacht hatten, sagte er: Nun schwört mir alle, daß der Mann zu Fuß gekommen ist. -— Und alle schworen, daß dieser Mann zu Fuß gekommen sei. Er mußte also zu Fuß und ohne Pferd das Dorf wieder verlassen. Nach einiger Zeit ritt der Bürgermeister ihm nach und brachte ihm sein Pferd. Darauf sagte der Mann: Wozu war denn nun diese ganze Komödie? Darauf erwiderte der Bürgermeister: Ich wollte dir nur meine Gemeinde vorstellen!

[ 23 ] Selbstverständlich war da Ahriman im Spiele, und er hat als objektive Macht gewirkt; ganz gut hat er gewirtschaftet. Die Anekdote ist wahrer als wahr, denn sie vollzieht sich fortwährend unter uns. Das ganze menschliche Leben tendiert dahin, die Leute, die auf das Nichtvorhandensein des Pferdes schwören, immer zahlreicher zu machen.

[ 23 ] Selbstverständlich war da Ahriman im Spiele, und er hat als objektive Macht gewirkt; ganz gut hat er gewirtschaftet. Die Anekdote ist wahrer als wahr, denn sie vollzieht sich fortwährend unter uns. Das ganze menschliche Leben tendiert dahin, die Leute, die auf das Nichtvorhandensein des Pferdes schwören, immer zahlreicher zu machen.

[ 24 ] Wir müssen also streng darauf achten, daß wir das konkreteste Bewußtsein haben, weil nur das ein gutes, richtiges Bewußtsein für unser Erdenleben jetzt ist. Wenn Sie alles das zusammennehmen, was Sie verfolgen können aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», aus den acht Meditationen «Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen», aus dem Buche «Die Schwelle der geistigen Welt», aus dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und aus manchen Vortragszyklen, dann werden Sie sehen, daß da Wege angegeben werden, um in die entsprechenden Gebiete schon hineinzukommen. Die Wege werden so angegeben, damit die Menschen in der richtigen Weise, gut vorbereitet, hinter die Natur und hinter die Seele kommen. Da werden die Wege beschrieben, durch die man in der richtigen Weise hinter die Kulissen des Daseins kommen kann. Aber die Tendenz, das subjektive Streben sehr vieler Leute geht eigentlich nicht darauf aus, dahin zu gelangen, wohin man gelangen wollen sollte, wenn ich so sagen darf, wenn man das in diesen Schriften Angedeutete treulich befolgt. Denn in diesen Schriften wird klärlich angedeutet, daß man eigentlich aus der normalen Bewußtseinsform herausgehen soll, wenn man in die andere Welt hineingehen will, daß man aus diesen normalen Bewußtseinsformen heraus und zu einer anderen Bewußtseinsform kommen muß.

[ 24 ] Wir müssen also streng darauf achten, daß wir das konkreteste Bewußtsein haben, weil nur das ein gutes, richtiges Bewußtsein für unser Erdenleben jetzt ist. Wenn Sie alles das zusammennehmen, was Sie verfolgen können aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», aus den acht Meditationen «Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen», aus dem Buche «Die Schwelle der geistigen Welt», aus dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und aus manchen Vortragszyklen, dann werden Sie sehen, daß da Wege angegeben werden, um in die entsprechenden Gebiete schon hineinzukommen. Die Wege werden so angegeben, damit die Menschen in der richtigen Weise, gut vorbereitet, hinter die Natur und hinter die Seele kommen. Da werden die Wege beschrieben, durch die man in der richtigen Weise hinter die Kulissen des Daseins kommen kann. Aber die Tendenz, das subjektive Streben sehr vieler Leute geht eigentlich nicht darauf aus, dahin zu gelangen, wohin man gelangen wollen sollte, wenn ich so sagen darf, wenn man das in diesen Schriften Angedeutete treulich befolgt. Denn in diesen Schriften wird klärlich angedeutet, daß man eigentlich aus der normalen Bewußtseinsform herausgehen soll, wenn man in die andere Welt hineingehen will, daß man aus diesen normalen Bewußtseinsformen heraus und zu einer anderen Bewußtseinsform kommen muß.

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[ 25 ] Das ist wichtig zu wissen. Denn es besteht eine Tendenz bei den meisten Menschen, auch bei sehr vielen unserer Freunde, nur nicht aus dieser Bewußtseinsform hinauszugehen, sondern darinnen zu bleiben und dennoch die geistige Welt in das gewöhnliche Bewußtsein hereinzubringen: also nicht das Ich hinauszutragen, sondern in das Ich hineinzutragen die geistige Welt. In das gewöhnliche Bewußtsein soll man das Wissen von der geistigen Welt, nicht diese selbst hereintragen wollen. Wenn Sie nun treulich befolgen, was in den angedeuteten Schriften enthalten ist, so geht das so vor sich, daß Sie in Zustände versetzt werden, durch die Sie die geistige Welt erleben, und durch die Sie Erlebnisse aus dieser geistigen Welt in das Normalbewußtsein hereinnehmen können. Und dann erleben Sie nicht, während Sie in einem anderen Bewußtsein sind, dasjenige, worum es sich handelt, in Ihrem Normalbewußtsein, sondern sie erleben es da vielleicht zu einer ganz anderen Zeit. Aber viele wollen das nicht; sie wollen das, um was es sich handelt, einfach im normalen Bewußtsein erleben. Es soll aber aus einem anderen Bewußtsein in das normale treten. Bei vielen unserer Freunde ist aber das Bestreben vorhanden, Visionen im normalen Bewußtsein zu haben und nicht etwas wie eine Art Rückerinnerung an ein anderes Bewußtsein. Haben Sie aber im normalen Bewußtsein Visionen, das heißt, wollen Sie im Grunde genommen nicht ein anderes Bewußtsein entwickeln, sondern das gewöhnliche Bewußtsein beibehalten, aber trotzdem in die geistigen Welten hineinschauen, so bedeutet das: man will eigentlich nicht ernsthaft aus seinem Bewußtsein heraus, sondern man will darinnen bleiben, und da sollen sich einem Gestalten darstellen, die eigentlich so ausschauen wie Gestalten der sinnlichen Welt. Das heißt, es streben viele danach, Geister oder Geistertaten zu sehen, aber diese gar nicht anders zu sehen, als wie sie die sinnlichen Dinge auch sehen. Sie möchten einen Geist sehen, aber dieser Geist soll ein Mann, eine Frau oder ein Tier, zum Beispiel ein Pudel sein. Ein Pudel, ein Mann oder eine Frau, die sind hier in der physischen Welt für das physische Bewußtsein. Aber in der anderen Welt ist es nicht so, daß man eine Frau, einen Mann oder einen Pudel sieht. Da muß man sich klar sein: der eigentliche Vorgang liegt außerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins. Das, was ins Bewußtsein eintritt, ist höchstens ein Bildliches, ein Nachbild, das hinterher erscheint. Kurz, man darf nicht das Bestreben haben, in der geistigen Welt gleichsam nur eine Art feinerer Sinnenwelt haben zu wollen. Auf der anderen Seite darf man nicht das Bestreben haben, in der geistigen Welt etwas zu haben, was so spricht, wie Menschenworte auch sprechen, nur daß sie aus der geistigen Welt herauskommen. Die Freunde möchten oftmals nur so zuhören den Stimmen, die zu ihnen sprechen; aber diese Stimmen sollen ähnlich sein denen der physischen Welt, es sollen auch diese nur eine andere Ausgabe, eine feinere Ausgabe der physischen Welt sein. Also es möchten die Freunde hineinkommen in diesem gewöhnlichen Bewußtsein, das nur für die physische Welt ist, in die geistige Welt.

[ 25 ] Das ist wichtig zu wissen. Denn es besteht eine Tendenz bei den meisten Menschen, auch bei sehr vielen unserer Freunde, nur nicht aus dieser Bewußtseinsform hinauszugehen, sondern darinnen zu bleiben und dennoch die geistige Welt in das gewöhnliche Bewußtsein hereinzubringen: also nicht das Ich hinauszutragen, sondern in das Ich hineinzutragen die geistige Welt. In das gewöhnliche Bewußtsein soll man das Wissen von der geistigen Welt, nicht diese selbst hereintragen wollen. Wenn Sie nun treulich befolgen, was in den angedeuteten Schriften enthalten ist, so geht das so vor sich, daß Sie in Zustände versetzt werden, durch die Sie die geistige Welt erleben, und durch die Sie Erlebnisse aus dieser geistigen Welt in das Normalbewußtsein hereinnehmen können. Und dann erleben Sie nicht, während Sie in einem anderen Bewußtsein sind, dasjenige, worum es sich handelt, in Ihrem Normalbewußtsein, sondern sie erleben es da vielleicht zu einer ganz anderen Zeit. Aber viele wollen das nicht; sie wollen das, um was es sich handelt, einfach im normalen Bewußtsein erleben. Es soll aber aus einem anderen Bewußtsein in das normale treten. Bei vielen unserer Freunde ist aber das Bestreben vorhanden, Visionen im normalen Bewußtsein zu haben und nicht etwas wie eine Art Rückerinnerung an ein anderes Bewußtsein. Haben Sie aber im normalen Bewußtsein Visionen, das heißt, wollen Sie im Grunde genommen nicht ein anderes Bewußtsein entwickeln, sondern das gewöhnliche Bewußtsein beibehalten, aber trotzdem in die geistigen Welten hineinschauen, so bedeutet das: man will eigentlich nicht ernsthaft aus seinem Bewußtsein heraus, sondern man will darinnen bleiben, und da sollen sich einem Gestalten darstellen, die eigentlich so ausschauen wie Gestalten der sinnlichen Welt. Das heißt, es streben viele danach, Geister oder Geistertaten zu sehen, aber diese gar nicht anders zu sehen, als wie sie die sinnlichen Dinge auch sehen. Sie möchten einen Geist sehen, aber dieser Geist soll ein Mann, eine Frau oder ein Tier, zum Beispiel ein Pudel sein. Ein Pudel, ein Mann oder eine Frau, die sind hier in der physischen Welt für das physische Bewußtsein. Aber in der anderen Welt ist es nicht so, daß man eine Frau, einen Mann oder einen Pudel sieht. Da muß man sich klar sein: der eigentliche Vorgang liegt außerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins. Das, was ins Bewußtsein eintritt, ist höchstens ein Bildliches, ein Nachbild, das hinterher erscheint. Kurz, man darf nicht das Bestreben haben, in der geistigen Welt gleichsam nur eine Art feinerer Sinnenwelt haben zu wollen. Auf der anderen Seite darf man nicht das Bestreben haben, in der geistigen Welt etwas zu haben, was so spricht, wie Menschenworte auch sprechen, nur daß sie aus der geistigen Welt herauskommen. Die Freunde möchten oftmals nur so zuhören den Stimmen, die zu ihnen sprechen; aber diese Stimmen sollen ähnlich sein denen der physischen Welt, es sollen auch diese nur eine andere Ausgabe, eine feinere Ausgabe der physischen Welt sein. Also es möchten die Freunde hineinkommen in diesem gewöhnlichen Bewußtsein, das nur für die physische Welt ist, in die geistige Welt.

[ 26 ] Es sind wirklich die meisten Visionen oder Stimmen, von denen einem erzählt wird, von dieser Art, die ich eben charakterisiert habe. Da liegt aber eine bestimmte Tatsache vor: Wenn wir solche Visionen haben oder solche Stimmen hören, dann haben immer Luzifer und Ahriman ein leichtes Spiel mit uns, dann bemächtigen sie sich dieser Dinge und nehmen sie für sich in Anspruch, denn die Menschen haben das Bestreben, alles das eigentlich ins Unrichtige hinein zu interpretieren. Werden diese Dinge in der richtigen Weise interpretiert, dann haben Luzifer und Ahriman nichts davon.

[ 26 ] Es sind wirklich die meisten Visionen oder Stimmen, von denen einem erzählt wird, von dieser Art, die ich eben charakterisiert habe. Da liegt aber eine bestimmte Tatsache vor: Wenn wir solche Visionen haben oder solche Stimmen hören, dann haben immer Luzifer und Ahriman ein leichtes Spiel mit uns, dann bemächtigen sie sich dieser Dinge und nehmen sie für sich in Anspruch, denn die Menschen haben das Bestreben, alles das eigentlich ins Unrichtige hinein zu interpretieren. Werden diese Dinge in der richtigen Weise interpretiert, dann haben Luzifer und Ahriman nichts davon.

[ 27 ] Sie sehen, da liegen Unterscheidungen vor, die wirklich richtig beachtet werden müssen. Wir müssen also uns ganz bewußt bleiben der Möglichkeit: sobald wir ins gewöhnliche Bewußtsein, das eigentlich nur für die physische Welt geartet ist, irgend etwas anderes hereinbringen, kommen wir zu der Skylla und Charybdis von Ahriman und Luzifer. Ahriman und Luzifer in dieser Beziehung als reale Mächte anzuerkennen, dazu müssen wir uns schon durchringen. Daher wurde ein so großes Gewicht gelegt auf die Beziehung zwischen Ahriman und Luzifer, und deshalb wurde auch unsere Statue so aufgebaut, damit das auch bildlich richtig vorgeführt werde.

[ 27 ] Sie sehen, da liegen Unterscheidungen vor, die wirklich richtig beachtet werden müssen. Wir müssen also uns ganz bewußt bleiben der Möglichkeit: sobald wir ins gewöhnliche Bewußtsein, das eigentlich nur für die physische Welt geartet ist, irgend etwas anderes hereinbringen, kommen wir zu der Skylla und Charybdis von Ahriman und Luzifer. Ahriman und Luzifer in dieser Beziehung als reale Mächte anzuerkennen, dazu müssen wir uns schon durchringen. Daher wurde ein so großes Gewicht gelegt auf die Beziehung zwischen Ahriman und Luzifer, und deshalb wurde auch unsere Statue so aufgebaut, damit das auch bildlich richtig vorgeführt werde.

[ 28 ] Nun könnten Sie sagen: Wenn die Dinge so stehen, wäre es denn wirklich nicht gescheiter, daß man es machen würde wie die Naturforscher, welche die Dinge so darstellen, daß Ahriman zwar in dem darinnen ist, was sie sagen, aber trotzdem Ahriman nicht gelten lassen wollen? Oder es machen wie die gewöhnlichen Seelenpfleger der einzelnen Religionsgemeinschaften, die die Sache so darstellen, daß Luzifer überall darinnen ist, aber es auch nicht sagen? Sie betrachten es als etwas Schlimmes, wenn man erfährt, daß da das Tor ist für Luzifer. - Aber wer so sagt in unserer Zeit, der spricht nicht sehr klug. Denn zu sagen: Dann ist es gescheiter, man macht es so, wie die Naturphilosophen und die Seelsorger der einzelnen Religionsgemeinschaften —, das käme in bezug auf das Seelische dem Verlangen gleich, jemandem, der einen Abgrund überqueren soll auf einem Brett, das nicht sehr breit ist und der eine ziemliche Strecke über dieses Brett gehen soll, nicht zu sagen, daß er sich in Gefahr begibt. Das zu sagen, stellt sich aber als Notwendigkeit heraus. Sonst ist es so, wie wenn man sagen würde: Es ist richtig, daß der Mann in Gefahr kommen kann, es ist aber gescheiter, ihm davon nichts zu sagen. — Dadurch, daß man von den Dingen weiß - und man wird davon wissen müssen -, wird die Gefahr nicht größer und nicht kleiner.

[ 28 ] Nun könnten Sie sagen: Wenn die Dinge so stehen, wäre es denn wirklich nicht gescheiter, daß man es machen würde wie die Naturforscher, welche die Dinge so darstellen, daß Ahriman zwar in dem darinnen ist, was sie sagen, aber trotzdem Ahriman nicht gelten lassen wollen? Oder es machen wie die gewöhnlichen Seelenpfleger der einzelnen Religionsgemeinschaften, die die Sache so darstellen, daß Luzifer überall darinnen ist, aber es auch nicht sagen? Sie betrachten es als etwas Schlimmes, wenn man erfährt, daß da das Tor ist für Luzifer. - Aber wer so sagt in unserer Zeit, der spricht nicht sehr klug. Denn zu sagen: Dann ist es gescheiter, man macht es so, wie die Naturphilosophen und die Seelsorger der einzelnen Religionsgemeinschaften —, das käme in bezug auf das Seelische dem Verlangen gleich, jemandem, der einen Abgrund überqueren soll auf einem Brett, das nicht sehr breit ist und der eine ziemliche Strecke über dieses Brett gehen soll, nicht zu sagen, daß er sich in Gefahr begibt. Das zu sagen, stellt sich aber als Notwendigkeit heraus. Sonst ist es so, wie wenn man sagen würde: Es ist richtig, daß der Mann in Gefahr kommen kann, es ist aber gescheiter, ihm davon nichts zu sagen. — Dadurch, daß man von den Dingen weiß - und man wird davon wissen müssen -, wird die Gefahr nicht größer und nicht kleiner.

[ 29 ] Es wird eine Zeit kommen, wo sich Ahriman des Verstandes und Luzifer des Willens der Menschen wird bemächtigen wollen, und dem kann nur dadurch entgegengearbeitet werden, daß diese Dinge erkannt werden; und erkannt werden können sie nur durch eine entsprechende geisteswissenschaftliche Bewegung. Es ist sehr merkwürdig zu sehen, wie Ahriman und Luzifer am Werke sind, wie sie Dinge vollführen, durch die sie nicht bemerkt werden. Interessant ist es, wenn man die neuere Psychiatrie von diesem Gesichtspunkte aus studiert. Diese moderne Psychiatrie hat wirklich viele Dinge erkannt, die als Tatsachen vorliegen, die aber nicht in der richtigen Weise charakterisiert werden können, weil man nicht in Betracht zieht, daß diese geistigen Gewalten, die hinter der Schwelle liegen, an den Menschen herankommen. Sehen Sie, da will ich Ihnen eine Stelle, die sehr interessant ist, vorlesen aus einem Buche von Cullerre. Der sagt, mit Bezug auf eine gewisse Tendenz der modernen Psychiatrie, eine sehr merkwürdige Sache. Nicht wahr, die moderne Psychiatrie geht darauf aus, alles, was im Menschen nicht ganz durchschnittlich normal ist, was ein gewisses Niveau nach der einen oder anderen Seite verläßt, in die Nähe des Irrsinns zu bringen. So gibt es zahlreiche Abhandlungen, welche in der Jungfrau von Orleans nur eine hysterische Persönlichkeit sehen. Jetzt häufen sich nach und nach auch solche Abhandlungen, welche in dem Christus Jesus einen nicht ganz normalen Menschen sehen. Cullerre sagt also: Es gibt noch Menschen, «die außer sich sind vor Entrüstung bei dem Gedanken, daß die Wissenschaft, welche doch nichts, was sie berührt, entweihen kann, sich imstande glaubt, den Teil Narrheit abzuwägen, welcher sich der Weisheit eines Sokrates oder dem Genie eines Pascal beigemischt finden kann.» Es gibt auch Abhandlungen, die Goethes Narrheit nachweisen und dergleichen.

[ 29 ] Es wird eine Zeit kommen, wo sich Ahriman des Verstandes und Luzifer des Willens der Menschen wird bemächtigen wollen, und dem kann nur dadurch entgegengearbeitet werden, daß diese Dinge erkannt werden; und erkannt werden können sie nur durch eine entsprechende geisteswissenschaftliche Bewegung. Es ist sehr merkwürdig zu sehen, wie Ahriman und Luzifer am Werke sind, wie sie Dinge vollführen, durch die sie nicht bemerkt werden. Interessant ist es, wenn man die neuere Psychiatrie von diesem Gesichtspunkte aus studiert. Diese moderne Psychiatrie hat wirklich viele Dinge erkannt, die als Tatsachen vorliegen, die aber nicht in der richtigen Weise charakterisiert werden können, weil man nicht in Betracht zieht, daß diese geistigen Gewalten, die hinter der Schwelle liegen, an den Menschen herankommen. Sehen Sie, da will ich Ihnen eine Stelle, die sehr interessant ist, vorlesen aus einem Buche von Cullerre. Der sagt, mit Bezug auf eine gewisse Tendenz der modernen Psychiatrie, eine sehr merkwürdige Sache. Nicht wahr, die moderne Psychiatrie geht darauf aus, alles, was im Menschen nicht ganz durchschnittlich normal ist, was ein gewisses Niveau nach der einen oder anderen Seite verläßt, in die Nähe des Irrsinns zu bringen. So gibt es zahlreiche Abhandlungen, welche in der Jungfrau von Orleans nur eine hysterische Persönlichkeit sehen. Jetzt häufen sich nach und nach auch solche Abhandlungen, welche in dem Christus Jesus einen nicht ganz normalen Menschen sehen. Cullerre sagt also: Es gibt noch Menschen, «die außer sich sind vor Entrüstung bei dem Gedanken, daß die Wissenschaft, welche doch nichts, was sie berührt, entweihen kann, sich imstande glaubt, den Teil Narrheit abzuwägen, welcher sich der Weisheit eines Sokrates oder dem Genie eines Pascal beigemischt finden kann.» Es gibt auch Abhandlungen, die Goethes Narrheit nachweisen und dergleichen.

[ 30 ] Da haben wir direkt ahrimanische Wissenschaft, aber falsche ahrimanische Wissenschaft, eine Wissenschaft, die sich bemüht zu zeigen, wie Goethe in gewisser Beziehung zwar ein moralisches Genie ist, aber wie er dazu nur dadurch kommen konnte, daß seinem Wesen ein gewisses Quantum Narrheit beigemischt war. Sokrates hat das besser gewußt: er hat von seinem Dämon gesprochen, er wußte, daß seine Seele angrenzt an objektive geistige Mächte. Für ihn war das klar. Aber der moderne Gelehrte, der moderne Psychiater möchte das so charakterisieren, daß Narrheit beigemischt ist dem Sokrates oder irgendeinem anderen. Ahriman soll verborgen werden, und er will verborgen sein! Und in ähnlicher Weise ist es auch bei Luzifer.

[ 30 ] Da haben wir direkt ahrimanische Wissenschaft, aber falsche ahrimanische Wissenschaft, eine Wissenschaft, die sich bemüht zu zeigen, wie Goethe in gewisser Beziehung zwar ein moralisches Genie ist, aber wie er dazu nur dadurch kommen konnte, daß seinem Wesen ein gewisses Quantum Narrheit beigemischt war. Sokrates hat das besser gewußt: er hat von seinem Dämon gesprochen, er wußte, daß seine Seele angrenzt an objektive geistige Mächte. Für ihn war das klar. Aber der moderne Gelehrte, der moderne Psychiater möchte das so charakterisieren, daß Narrheit beigemischt ist dem Sokrates oder irgendeinem anderen. Ahriman soll verborgen werden, und er will verborgen sein! Und in ähnlicher Weise ist es auch bei Luzifer.

[ 31 ] Nun ist es so: Würde man ohne weiteres heute pflegen, was in gewissen okkulten Orden als Geheimwissen figuriert mit all der Symbolik, so würde man sehr leicht, wie ich das schon gestern ausgeführt habe, in die Hände Ahrimans überliefern, was bisher als Okkultismus getrieben worden ist. Würde man das, was bisher als Mystik getrieben worden ist, heute für den Menschen verwenden, so würde man leicht die Mystik den Händen Luzifers überliefern. Zwischen beiden Klippen muß das Schiff der Geisteswissenschaft hindurchgesteuert werden. Das ist außerordentlich wichtig. Es muß also die Geisteswissenschaft so geformt werden, daß weder die mystischen noch die okkulten Abirrungen wirklich Platz greifen können.

[ 31 ] Nun ist es so: Würde man ohne weiteres heute pflegen, was in gewissen okkulten Orden als Geheimwissen figuriert mit all der Symbolik, so würde man sehr leicht, wie ich das schon gestern ausgeführt habe, in die Hände Ahrimans überliefern, was bisher als Okkultismus getrieben worden ist. Würde man das, was bisher als Mystik getrieben worden ist, heute für den Menschen verwenden, so würde man leicht die Mystik den Händen Luzifers überliefern. Zwischen beiden Klippen muß das Schiff der Geisteswissenschaft hindurchgesteuert werden. Das ist außerordentlich wichtig. Es muß also die Geisteswissenschaft so geformt werden, daß weder die mystischen noch die okkulten Abirrungen wirklich Platz greifen können.

[ 32 ] Nun habe ich Ihnen gestern gesagt, daß, wenn man den Schleier der Natur durchstößt, man hineinkommt in eine Region, wo Wesen auftreten, die Zerstörungssinn haben. Aber dieser Zerstörungssinn ist gerade verwandt mit dem menschlichen Intellekte. Ich habe geschildert, wie der Mensch werden kann, wenn er diesen Wesen verfällt. Das darf nicht sein. Ich habe Ihnen auch geschildert, wie der Mensch brünstig werden kann in bezug auf seine geistigen Angelegenheiten, wenn er einer falschen Mystik verfällt, also gewissen religiösen Übeln verfallen würde. Beides darf nicht sein. Ich sagte, daß die Esoteriker unter den Okkultisten sich besonders angestrengt haben, die Menschen dazu zu zwingen, ihren Verstand auf die Entzifferung von Symbolen zu verwenden, so daß sie nicht in einer unberechtigten Weise da durchkommen und mißbraucht werden von den Mächten, die einem in diesen Grenzregionen so furchtbar entgegentreten. Man kann diese Wesen dadurch abhalten, daß man in einer solchen Weise den Verstand anwendet, wie es etwa bei der Entzifferung der Symbole geschieht. Das hat man früher getan. Aber es reicht eben für die gegenwärtige Zeit nicht aus. Es ist eigentlich nicht recht anwendbar für die gegenwärtige Zeit.

[ 32 ] Nun habe ich Ihnen gestern gesagt, daß, wenn man den Schleier der Natur durchstößt, man hineinkommt in eine Region, wo Wesen auftreten, die Zerstörungssinn haben. Aber dieser Zerstörungssinn ist gerade verwandt mit dem menschlichen Intellekte. Ich habe geschildert, wie der Mensch werden kann, wenn er diesen Wesen verfällt. Das darf nicht sein. Ich habe Ihnen auch geschildert, wie der Mensch brünstig werden kann in bezug auf seine geistigen Angelegenheiten, wenn er einer falschen Mystik verfällt, also gewissen religiösen Übeln verfallen würde. Beides darf nicht sein. Ich sagte, daß die Esoteriker unter den Okkultisten sich besonders angestrengt haben, die Menschen dazu zu zwingen, ihren Verstand auf die Entzifferung von Symbolen zu verwenden, so daß sie nicht in einer unberechtigten Weise da durchkommen und mißbraucht werden von den Mächten, die einem in diesen Grenzregionen so furchtbar entgegentreten. Man kann diese Wesen dadurch abhalten, daß man in einer solchen Weise den Verstand anwendet, wie es etwa bei der Entzifferung der Symbole geschieht. Das hat man früher getan. Aber es reicht eben für die gegenwärtige Zeit nicht aus. Es ist eigentlich nicht recht anwendbar für die gegenwärtige Zeit.

[ 33 ] Und nun werden Sie finden, daß bei der Art und Weise, wie unsere Geisteswissenschaft vor die Menschheit hintritt, in einer anderen Weise die Abirrung in die Region des Ahriman vermieden wird. Da müssen Sie auf eine Eigentümlichkeit in dem Leben unserer Gesellschaft eingehen, insofern unsere Gesellschaft Geisteswissenschaft betreiben will. Es ist ein sehr, sehr häufiges Wort, das einem begegnet, wenn die Geisteswissenschaft an den oder jenen herankommt, das Wort: Begreifen kann ich diese Dinge nicht, bevor ich sie selber hellseherisch sehe. Ich nehme sie auf Treu und Glauben hin. — Ich habe oft betont: Vom richtigen Gesichtspunkte aus gesehen, ist die Sache doch nicht so. Die Menschen haben gegenwärtig dasjenige Maß von Intellekt, durch das alles, was gegeben wird, wirklich erkannt werden kann. Die ganze Geisteswissenschaft, wie sie gegeben ist, kann verstanden werden mit dem Maße von Intellekt, der gegenwärtig unter den Menschen ist. Gefunden kann sie damit nicht werden, aber verstanden werden kann sie. Und wie oft wird an diesen Intellekt appelliert, meine lieben Freunde. Er ist da, dieser Intellekt, er kann aufgebracht werden; und wer das nicht zugeben will, der irrt. Wenn dasjenige, was in der Geisteswissenschaft gegeben ist, so verarbeitet wird, daß der Intellekt auch angewendet wird, dann wird er in der richtigen Weise angewendet. Dann ist es ganz unmöglich, in einer unrechtmäßigen Weise in das ahrimanische Gebiet hineinzukommen. Man kann durch die Geisteswissenschaft, wie sie gegeben wird, nicht auf eine unrechtmäßige Weise in das ahrimanische Gebiet hineinkommen. Denn, es sind nur zwei Fälle möglich. Entweder die Menschen strengen sich an, sie zu verstehen, dann verwenden sie den Intellekt, der mißbraucht werden kann von den ahrimanischen Geistern, auf das Verständnis der Geisteswissenschaft, und dann kann er ihnen nicht entrissen werden. Ahriman kann machen, was er will: den Verstand, den die Menschen in der Gegenwart oder Zukunft anwenden auf das Studium der Geisteswissenschaft, den kriegt er nicht. Dessen können Sie sicher sein. Oder wenn die Menschen nicht darauf ausgehen, die Geisteswissenschaft zu verstehen, dann verwenden sie keinen Intellekt darauf, dann ist aber die Geisteswissenschaft nicht schuld an irgend etwas. Dann kann nur die Trägheit gegenüber der Geisteswissenschaft schuld sein.

[ 33 ] Und nun werden Sie finden, daß bei der Art und Weise, wie unsere Geisteswissenschaft vor die Menschheit hintritt, in einer anderen Weise die Abirrung in die Region des Ahriman vermieden wird. Da müssen Sie auf eine Eigentümlichkeit in dem Leben unserer Gesellschaft eingehen, insofern unsere Gesellschaft Geisteswissenschaft betreiben will. Es ist ein sehr, sehr häufiges Wort, das einem begegnet, wenn die Geisteswissenschaft an den oder jenen herankommt, das Wort: Begreifen kann ich diese Dinge nicht, bevor ich sie selber hellseherisch sehe. Ich nehme sie auf Treu und Glauben hin. — Ich habe oft betont: Vom richtigen Gesichtspunkte aus gesehen, ist die Sache doch nicht so. Die Menschen haben gegenwärtig dasjenige Maß von Intellekt, durch das alles, was gegeben wird, wirklich erkannt werden kann. Die ganze Geisteswissenschaft, wie sie gegeben ist, kann verstanden werden mit dem Maße von Intellekt, der gegenwärtig unter den Menschen ist. Gefunden kann sie damit nicht werden, aber verstanden werden kann sie. Und wie oft wird an diesen Intellekt appelliert, meine lieben Freunde. Er ist da, dieser Intellekt, er kann aufgebracht werden; und wer das nicht zugeben will, der irrt. Wenn dasjenige, was in der Geisteswissenschaft gegeben ist, so verarbeitet wird, daß der Intellekt auch angewendet wird, dann wird er in der richtigen Weise angewendet. Dann ist es ganz unmöglich, in einer unrechtmäßigen Weise in das ahrimanische Gebiet hineinzukommen. Man kann durch die Geisteswissenschaft, wie sie gegeben wird, nicht auf eine unrechtmäßige Weise in das ahrimanische Gebiet hineinkommen. Denn, es sind nur zwei Fälle möglich. Entweder die Menschen strengen sich an, sie zu verstehen, dann verwenden sie den Intellekt, der mißbraucht werden kann von den ahrimanischen Geistern, auf das Verständnis der Geisteswissenschaft, und dann kann er ihnen nicht entrissen werden. Ahriman kann machen, was er will: den Verstand, den die Menschen in der Gegenwart oder Zukunft anwenden auf das Studium der Geisteswissenschaft, den kriegt er nicht. Dessen können Sie sicher sein. Oder wenn die Menschen nicht darauf ausgehen, die Geisteswissenschaft zu verstehen, dann verwenden sie keinen Intellekt darauf, dann ist aber die Geisteswissenschaft nicht schuld an irgend etwas. Dann kann nur die Trägheit gegenüber der Geisteswissenschaft schuld sein.

[ 34 ] Sie sehen, in welche Region von zerstörerischen Geistern man da hineinkommen kann. Das zeigt sich am besten, wenn man eine Seele beobachtet unmittelbar in dem Moment, wo sie durch die Pforte des Todes gegangen ist. In diesem Moment schwirren sie ganz besonders heran, diese geistigen Wesenheiten. Da sind sie in Fülle da, und es ist nicht zu verwundern, daß sie da sind, denn sie sind ja die Geister der Zerstörung. Ihre regelmäßige Tätigkeit ist es, daß sie an der Zerstörung der physischen Organisation arbeiten. Das gehört zu ihrem Handwerk. Sie dürfen nur nicht zu lange dableiben.

[ 34 ] Sie sehen, in welche Region von zerstörerischen Geistern man da hineinkommen kann. Das zeigt sich am besten, wenn man eine Seele beobachtet unmittelbar in dem Moment, wo sie durch die Pforte des Todes gegangen ist. In diesem Moment schwirren sie ganz besonders heran, diese geistigen Wesenheiten. Da sind sie in Fülle da, und es ist nicht zu verwundern, daß sie da sind, denn sie sind ja die Geister der Zerstörung. Ihre regelmäßige Tätigkeit ist es, daß sie an der Zerstörung der physischen Organisation arbeiten. Das gehört zu ihrem Handwerk. Sie dürfen nur nicht zu lange dableiben.

[ 35 ] Die Menschen nun, welche geistiges Verständnis in sich aufgenommen haben, halten sich diese Wesenheiten vom Leibe. Aber viel Macht haben diese Geister über die materialistisch denkenden Seelen, über die Seelen, die sich kein Verständnis aneignen für die geistige Welt. Und viel leiden von Ahriman diejenigen Seelen, welche es im Leben verschmäht haben, sich geistiges Verständnis anzueignen. Die griechische Mythe hat dieses Verschmähen des Verständnisses der geistigen Welt sehr schön dargestellt in der Gestalt des Tantalus. Das ist derjenige, dem die Götter Speisen vorgesetzt haben, aber so, daß er sie nicht erreichen konnte, und dann zusahen, wie er dadurch Qualen auszustehen hatte.

[ 35 ] Die Menschen nun, welche geistiges Verständnis in sich aufgenommen haben, halten sich diese Wesenheiten vom Leibe. Aber viel Macht haben diese Geister über die materialistisch denkenden Seelen, über die Seelen, die sich kein Verständnis aneignen für die geistige Welt. Und viel leiden von Ahriman diejenigen Seelen, welche es im Leben verschmäht haben, sich geistiges Verständnis anzueignen. Die griechische Mythe hat dieses Verschmähen des Verständnisses der geistigen Welt sehr schön dargestellt in der Gestalt des Tantalus. Das ist derjenige, dem die Götter Speisen vorgesetzt haben, aber so, daß er sie nicht erreichen konnte, und dann zusahen, wie er dadurch Qualen auszustehen hatte.

[ 36 ] Solche Tantalusse kann man heute viele sehen. Es sind dies alles materialistische Seelen, die sich kein Verständnis aneignen wollen für die geistige Welt. Das sind alles Tantalusse. Sie sind es in dem Sinne, als ihnen nach dem Tode während der Kamalokazeit, wenn sie ihre Lebenszeit durchgehen - rückwärts in einem Drittel, wie Sie wissen -, alles weggeschnappt wird. Dann haben sie überall, indem sie sehen, in was sie gelebt haben, das Gefühl: Wozu habe ich dies oder das getan? Sie sehen, da kommt gleich einer der zerstörenden Geister und schnappt es ihnen weg, so daß sie finden: Ich habe es eigentlich für nichts getan! - Es ist das natürlich eine Täuschung, aber sie leiden die Tantalusqualen, weil die Geister der Zerstörung in ihrer Nähe sind. Weil sie sich kein Verständnis erworben haben, können sie nicht sehen, daß allerdings unser ganzes Erdenleben von der Geburt bis zum Tode sinnlos wäre, wenn es nicht durchdrungen wäre von den Geistern der höheren Hierarchien. Aber diese Geister der höheren Hierarchien können sienicht sehen beim Zurückleben, und so muß ihnen alles sinnlos erscheinen.

[ 36 ] Solche Tantalusse kann man heute viele sehen. Es sind dies alles materialistische Seelen, die sich kein Verständnis aneignen wollen für die geistige Welt. Das sind alles Tantalusse. Sie sind es in dem Sinne, als ihnen nach dem Tode während der Kamalokazeit, wenn sie ihre Lebenszeit durchgehen - rückwärts in einem Drittel, wie Sie wissen -, alles weggeschnappt wird. Dann haben sie überall, indem sie sehen, in was sie gelebt haben, das Gefühl: Wozu habe ich dies oder das getan? Sie sehen, da kommt gleich einer der zerstörenden Geister und schnappt es ihnen weg, so daß sie finden: Ich habe es eigentlich für nichts getan! - Es ist das natürlich eine Täuschung, aber sie leiden die Tantalusqualen, weil die Geister der Zerstörung in ihrer Nähe sind. Weil sie sich kein Verständnis erworben haben, können sie nicht sehen, daß allerdings unser ganzes Erdenleben von der Geburt bis zum Tode sinnlos wäre, wenn es nicht durchdrungen wäre von den Geistern der höheren Hierarchien. Aber diese Geister der höheren Hierarchien können sienicht sehen beim Zurückleben, und so muß ihnen alles sinnlos erscheinen.

[ 37 ] Den falschen Okkultismus vermeidet unsere Geisteswissenschaft dadurch, daß sie wirklich das immer stärker und stärker werdende Quantum von Intellekt, das unter die Menschen kommt, dazu verwendet, eine Wissenschaft zu begründen, zu der eben ein größeres Quantum von Intellekt notwendig ist, als es bisher nötig war. Es muß unsere Wissenschaft so sein, daß sie mehr Verstand notwendig macht, als man bisher anzuwenden gewohnt ist. Wenn man sagt, die Geisteswissenschaft kann man nicht verstehen, so liegt es aber nicht daran, daß man nicht genug Verstand hat, sondern daß man nicht genügend Verstand anwenden will. Darüber möchte man sich gerne täuschen. Würde man so viel Verstand anwenden, wie der Mensch heute schon aufbringen kann, so würde man die Geisteswissenschaft schon verstehen. Und es muß so sein, daß die Geisteswissenschaft mit diesem Verstande rechnet: Dadurch vermeidet man mit unserer Geisteswissenschaft auf der einen Seite die Skylla; dadurch, daß soviel Verstand aufgebracht wird, überwinden wir die Skylla. Der Geisteswissenschafter weiß, warum die Menschen nicht geneigt sind, sich auf die Geisteswissenschaft einzulassen. Es ist deshalb so, weil sie nicht genügend Verstand anwenden wollen, weil sie träge sind. Deshalb habe ich vorhin von der Trägheit gesprochen.

[ 37 ] Den falschen Okkultismus vermeidet unsere Geisteswissenschaft dadurch, daß sie wirklich das immer stärker und stärker werdende Quantum von Intellekt, das unter die Menschen kommt, dazu verwendet, eine Wissenschaft zu begründen, zu der eben ein größeres Quantum von Intellekt notwendig ist, als es bisher nötig war. Es muß unsere Wissenschaft so sein, daß sie mehr Verstand notwendig macht, als man bisher anzuwenden gewohnt ist. Wenn man sagt, die Geisteswissenschaft kann man nicht verstehen, so liegt es aber nicht daran, daß man nicht genug Verstand hat, sondern daß man nicht genügend Verstand anwenden will. Darüber möchte man sich gerne täuschen. Würde man so viel Verstand anwenden, wie der Mensch heute schon aufbringen kann, so würde man die Geisteswissenschaft schon verstehen. Und es muß so sein, daß die Geisteswissenschaft mit diesem Verstande rechnet: Dadurch vermeidet man mit unserer Geisteswissenschaft auf der einen Seite die Skylla; dadurch, daß soviel Verstand aufgebracht wird, überwinden wir die Skylla. Der Geisteswissenschafter weiß, warum die Menschen nicht geneigt sind, sich auf die Geisteswissenschaft einzulassen. Es ist deshalb so, weil sie nicht genügend Verstand anwenden wollen, weil sie träge sind. Deshalb habe ich vorhin von der Trägheit gesprochen.

[ 38 ] Auf der anderen Seite muß auch die Klippe der falschen Mystik vermieden werden. Das kann dadurch geschehen, daß vermieden wird dieses, ich möchte sagen Zusammenkauern in das bloße menschliche Innere. Dieses fortwährende nur in seiner eigenen Seele leben und spinnen, dieses fortwährende in der eigenen Seele spintisieren, muß überwunden werden. Die eigene Seele muß aus sich herausgehen und auf die tieferen Zusammenhänge im äußeren Leben liebevoll hinschauen.

[ 38 ] Auf der anderen Seite muß auch die Klippe der falschen Mystik vermieden werden. Das kann dadurch geschehen, daß vermieden wird dieses, ich möchte sagen Zusammenkauern in das bloße menschliche Innere. Dieses fortwährende nur in seiner eigenen Seele leben und spinnen, dieses fortwährende in der eigenen Seele spintisieren, muß überwunden werden. Die eigene Seele muß aus sich herausgehen und auf die tieferen Zusammenhänge im äußeren Leben liebevoll hinschauen.

[ 39 ] Daher wurde versucht, die Möglichkeit zu bieten, auf solche Zusammenhänge, die auch äußerlich gesehen werden können, hinschauen zu können; dazu wurden die Mysteriendramen gegeben. Darin zeigen sich Ihnen immer innere Seelenvorgänge. Indem Sie das, was zum Beispiel bei Capesius vorgeht, verstehen lernen und sehen, wie Capesius von Ereignis zu Ereignis geht, dadurch spannen Sie das Innenleben vermöge der gestaltend schaffenden und plastischen Tätigkeit an. Und das ist auch das Wesen unserer Kunst. Das liegt unserem ganzen Bau zugrunde, daß die Seelen von sich loskommen, daß sie nicht in eine falsche Mystik hineinkommen. Es ist nötig, daß dieses ins Auge gefaßt wird, und so werden wir dann auch die Charybdis der falschen Mystik vermeiden.

[ 39 ] Daher wurde versucht, die Möglichkeit zu bieten, auf solche Zusammenhänge, die auch äußerlich gesehen werden können, hinschauen zu können; dazu wurden die Mysteriendramen gegeben. Darin zeigen sich Ihnen immer innere Seelenvorgänge. Indem Sie das, was zum Beispiel bei Capesius vorgeht, verstehen lernen und sehen, wie Capesius von Ereignis zu Ereignis geht, dadurch spannen Sie das Innenleben vermöge der gestaltend schaffenden und plastischen Tätigkeit an. Und das ist auch das Wesen unserer Kunst. Das liegt unserem ganzen Bau zugrunde, daß die Seelen von sich loskommen, daß sie nicht in eine falsche Mystik hineinkommen. Es ist nötig, daß dieses ins Auge gefaßt wird, und so werden wir dann auch die Charybdis der falschen Mystik vermeiden.

[ 40 ] Alles das, was wir tun, um die geheimen Zusammenhänge des Menschenlebens außer uns zu deuten, das bewahrt uns vor falscher Mystik. Wenn wir so Capesius verfolgen, dann leben wir im seelischen Leben und Weben, aber wir spinnen nicht an unserem eigenen seelischen Leben und Weben, wir gehen aus uns heraus. Zu dem, wozu der Mystiker sonst kommt, kommen wir schon auch. Also es muß wirklich in einer zielbewußten Weise zwischen den beiden Klippen das Schiffchen der Geisteswissenschaft hindurchgeführt werden. Es muß gerade das gegeben werden, was falschen Okkultismus und falsche Mystik vermeidet.

[ 40 ] Alles das, was wir tun, um die geheimen Zusammenhänge des Menschenlebens außer uns zu deuten, das bewahrt uns vor falscher Mystik. Wenn wir so Capesius verfolgen, dann leben wir im seelischen Leben und Weben, aber wir spinnen nicht an unserem eigenen seelischen Leben und Weben, wir gehen aus uns heraus. Zu dem, wozu der Mystiker sonst kommt, kommen wir schon auch. Also es muß wirklich in einer zielbewußten Weise zwischen den beiden Klippen das Schiffchen der Geisteswissenschaft hindurchgeführt werden. Es muß gerade das gegeben werden, was falschen Okkultismus und falsche Mystik vermeidet.

[ 41 ] So lebt unsere Geisteswissenschaft wirklich im Einklange mit den Bedürfnissen, mit den Anforderungen unserer Zeit. Es ist wirklich sehr wichtig, daß wir das ins Auge fassen, und deshalb mußte ich mich oftmals wenden gegen eine falsche Popularisierung der Geisteswissenschaft, gegen eine solche Popularisierung, die nicht ein genügend anstrengendes Denken erfordern würde. Und ebenso mußte ich mich wenden gegen alles, was auf eine brünstige, egoistische Mystik hinarbeitet, was immer nur schwimmt in dem, das bezeichnet werden kann mit dem Ausdrucke: In deinem Inneren findest du das Wirkliche, das Göttliche und so weiter -, das nicht das Göttliche suchen will im äußeren Verlaufe des Lebens, indem man liebevoll den Erscheinungen folgt.

[ 41 ] So lebt unsere Geisteswissenschaft wirklich im Einklange mit den Bedürfnissen, mit den Anforderungen unserer Zeit. Es ist wirklich sehr wichtig, daß wir das ins Auge fassen, und deshalb mußte ich mich oftmals wenden gegen eine falsche Popularisierung der Geisteswissenschaft, gegen eine solche Popularisierung, die nicht ein genügend anstrengendes Denken erfordern würde. Und ebenso mußte ich mich wenden gegen alles, was auf eine brünstige, egoistische Mystik hinarbeitet, was immer nur schwimmt in dem, das bezeichnet werden kann mit dem Ausdrucke: In deinem Inneren findest du das Wirkliche, das Göttliche und so weiter -, das nicht das Göttliche suchen will im äußeren Verlaufe des Lebens, indem man liebevoll den Erscheinungen folgt.

[ 42 ] Ich habe neulich zu jemandem gesagt, daß die Geisteswissenschaft als etwas sehr Nützliches betrachtet werden könne. Ich sagte es nicht, um in irgendeiner unbescheidenen Weise die Verdienste der geisteswissenschaftlichen Bewegung hervorzuheben, sondern lediglich um zu zeigen, daß in dieser Bewegung wirklich das Positive genommen werden könnte. Ich sagte: Selbst wenn man nur jenes Positive nimmt, das man zugeben kann, und alles andere links liegen läßt, was einen nicht interessiert, könnte unsere Geisteswissenschaft doch als etwas außerordentlich Nützliches angesehen werden. Verfolgen Sie die Art und Weise, wie wir unsere Geisteswissenschaft während eineinhalb Jahrzehnt betrieben haben, dann werden Sie sehen, daß wir neben alledem, was wir geisteswissenschaftlich gegeben haben, mitten darinnen in dem Geisteswissenschaftlichen, eine große Summe von naturwissenschaftlichen Wahrheiten, von kunstgeschichtlichen Wahrheiten gegeben haben, eine ganze Menge solcher Dinge. Man nehme nur einmal hypothetisch an, wir würden gar nichts Geisteswissenschaftliches geben, sondern nur das, was wir an naturwissenschaftlichen und kunstwissenschaftlichen Wahrheiten bringen, so würde man das allein schon als etwas Positives nehmen können. Daß aber Positives geboten wird, das geschieht auch wiederum absichtlich und wohl erwogen, denn dadurch bekommt man eben das menschliche Gemüt von dieser Spintisiererei frei. - Und so wurde in jeder Art gesucht, unsere geisteswissenschaftliche Bewegung so zu gestalten, daß sie in der richtigen Weise vorwärtsrückt. So wurde diese geisteswissenschaftliche Bewegung wirklich als eine Art Organismus aufgefaßt. Und wenn wir sie als einen Organismus auffassen, dann können wir vielleicht auch so denken: dann muß sie auch so heranwachsen wie ein Organismus, wie ein menschlicher Organismus, der gegen das siebente Jahr die zweiten Zähne bekommt. Er muß sich der zweiten Zähne bedienen, seiner individuellen Zähne, die er da bekommt.

[ 42 ] Ich habe neulich zu jemandem gesagt, daß die Geisteswissenschaft als etwas sehr Nützliches betrachtet werden könne. Ich sagte es nicht, um in irgendeiner unbescheidenen Weise die Verdienste der geisteswissenschaftlichen Bewegung hervorzuheben, sondern lediglich um zu zeigen, daß in dieser Bewegung wirklich das Positive genommen werden könnte. Ich sagte: Selbst wenn man nur jenes Positive nimmt, das man zugeben kann, und alles andere links liegen läßt, was einen nicht interessiert, könnte unsere Geisteswissenschaft doch als etwas außerordentlich Nützliches angesehen werden. Verfolgen Sie die Art und Weise, wie wir unsere Geisteswissenschaft während eineinhalb Jahrzehnt betrieben haben, dann werden Sie sehen, daß wir neben alledem, was wir geisteswissenschaftlich gegeben haben, mitten darinnen in dem Geisteswissenschaftlichen, eine große Summe von naturwissenschaftlichen Wahrheiten, von kunstgeschichtlichen Wahrheiten gegeben haben, eine ganze Menge solcher Dinge. Man nehme nur einmal hypothetisch an, wir würden gar nichts Geisteswissenschaftliches geben, sondern nur das, was wir an naturwissenschaftlichen und kunstwissenschaftlichen Wahrheiten bringen, so würde man das allein schon als etwas Positives nehmen können. Daß aber Positives geboten wird, das geschieht auch wiederum absichtlich und wohl erwogen, denn dadurch bekommt man eben das menschliche Gemüt von dieser Spintisiererei frei. - Und so wurde in jeder Art gesucht, unsere geisteswissenschaftliche Bewegung so zu gestalten, daß sie in der richtigen Weise vorwärtsrückt. So wurde diese geisteswissenschaftliche Bewegung wirklich als eine Art Organismus aufgefaßt. Und wenn wir sie als einen Organismus auffassen, dann können wir vielleicht auch so denken: dann muß sie auch so heranwachsen wie ein Organismus, wie ein menschlicher Organismus, der gegen das siebente Jahr die zweiten Zähne bekommt. Er muß sich der zweiten Zähne bedienen, seiner individuellen Zähne, die er da bekommt.

[ 43 ] Ich habe in früheren Vorträgen auseinandergesetzt, daß wir anknüpfen mußten an die theosophische Bewegung. Im Jahre 1902 begründeten wir die Deutsche Sektion und knüpften damit an die theosophische Bewegung an. Wir konnten anfangs weiterschreiten, indem wir uns durchaus selbständig entwickelten, wie ich es Ihnen gezeigt habe, doch so, daß wir in der theosophischen Bewegung darinnen lebten. Aber dann mußten wir eigene Zähne bekommen. Wir hatten sie sehr notwendig. Im Jahre 1909, 1902 + 7 = 1909, da war es notwendig, auch eigene Zähne zu bekommen. Erinnern Sie sich, daß damals gerade die Jahre waren, in denen die Leadbeater-Affäre alles unsicher machte. Sie sehen, da war es schon notwendig, die eigenen Zähne nach und nach zu entwickeln. Das Jahr 1916 ist nicht mehr weit. Da werden wir dann die zweiten sieben Jahre hinter uns haben. Wenn wir diese zweiten sieben Jahre hinter uns haben und ernstlich an einen Organismus denken, dann muß dieser Organismus reif werden. Nun soll die geisteswissenschaftliche Bewegung, wenn sie ein richtiger Organismus ist, zeigen, daß sie reif geworden ist. Wirklich reif soll sie sein, soll aus sich selbst heraus etwas leisten können. Nach allem, was gegeben worden ist, sollte man nun so weit sein, daß man auch ohne den Lehrer weiter etwas sein könnte, bestehen und wirken könnte. So etwas wollte vorbereitet sein. Ich habe oftmals darauf aufmerksam gemacht, daß so etwas notwendig ist. Und in der Tat, wir müssen ins Auge fassen, daß so etwas notwendig ist. Ich habe es auch früher schon in Berlin gesagt: Die Gesellschaft für theosophische Art und Kunst sollte etwas sein, was sich von mir ablöst und ein eigenes Leben führt. — Das aber wird immer mehr und mehr notwendig sein: das Ablösen von mir und das Ein-eigenes-Leben-Führen, wenigstens der Möglichkeit nach. Wir müssen die Gefahr überwinden, die darin liegt, daß die Dinge eigentlich nur gut gehen, insofern dasjenige, was von mir begründet ist, von Woche zu Woche einfließt. Wir sind jetzt in den Jahren, wo die Gesellschaft für sich zeigen müßte, daß sie ebenso friedlich untereinander alles das pflegen könnte, was einmal da ist, es wirklich pflegen könnte so, als ob ich nicht mehr da wäre.

[ 43 ] Ich habe in früheren Vorträgen auseinandergesetzt, daß wir anknüpfen mußten an die theosophische Bewegung. Im Jahre 1902 begründeten wir die Deutsche Sektion und knüpften damit an die theosophische Bewegung an. Wir konnten anfangs weiterschreiten, indem wir uns durchaus selbständig entwickelten, wie ich es Ihnen gezeigt habe, doch so, daß wir in der theosophischen Bewegung darinnen lebten. Aber dann mußten wir eigene Zähne bekommen. Wir hatten sie sehr notwendig. Im Jahre 1909, 1902 + 7 = 1909, da war es notwendig, auch eigene Zähne zu bekommen. Erinnern Sie sich, daß damals gerade die Jahre waren, in denen die Leadbeater-Affäre alles unsicher machte. Sie sehen, da war es schon notwendig, die eigenen Zähne nach und nach zu entwickeln. Das Jahr 1916 ist nicht mehr weit. Da werden wir dann die zweiten sieben Jahre hinter uns haben. Wenn wir diese zweiten sieben Jahre hinter uns haben und ernstlich an einen Organismus denken, dann muß dieser Organismus reif werden. Nun soll die geisteswissenschaftliche Bewegung, wenn sie ein richtiger Organismus ist, zeigen, daß sie reif geworden ist. Wirklich reif soll sie sein, soll aus sich selbst heraus etwas leisten können. Nach allem, was gegeben worden ist, sollte man nun so weit sein, daß man auch ohne den Lehrer weiter etwas sein könnte, bestehen und wirken könnte. So etwas wollte vorbereitet sein. Ich habe oftmals darauf aufmerksam gemacht, daß so etwas notwendig ist. Und in der Tat, wir müssen ins Auge fassen, daß so etwas notwendig ist. Ich habe es auch früher schon in Berlin gesagt: Die Gesellschaft für theosophische Art und Kunst sollte etwas sein, was sich von mir ablöst und ein eigenes Leben führt. — Das aber wird immer mehr und mehr notwendig sein: das Ablösen von mir und das Ein-eigenes-Leben-Führen, wenigstens der Möglichkeit nach. Wir müssen die Gefahr überwinden, die darin liegt, daß die Dinge eigentlich nur gut gehen, insofern dasjenige, was von mir begründet ist, von Woche zu Woche einfließt. Wir sind jetzt in den Jahren, wo die Gesellschaft für sich zeigen müßte, daß sie ebenso friedlich untereinander alles das pflegen könnte, was einmal da ist, es wirklich pflegen könnte so, als ob ich nicht mehr da wäre.

[ 44 ] Das ist ein durchaus notwendiger Gedanke. Die Dinge liegen schon so, daß, wenn sie jetzt in den Seelen wirken, doch schon so mancherlei abgelöst werden könnte, wozu man mich nicht mehr braucht. Ich will damit nicht sagen, daß ich nicht dabeibleiben werde. Aber die Probe des Bestehens liegt darin, daß gewissermaßen ich immer mehr überflüssig werde. Wir müssen absolut die Möglichkeit überwinden, die vorhanden ist: daß unsere Mitglieder als solche sich selber untereinander, gewissermaßen einer dem anderen gegenüber, nicht anerkennen! Denn Sie brauchen nur die Hypothese zu setzen und sich klarzumachen, welchen schlimmen Dienst man leisten würde, wenn immer alle so lebten, daß man sagte: Der ist Vorstand, dem muß man folgen -, oder: Der ist Vorstand, der wird die Dinge schon machen. — Das geht nicht. Wohin würde man kommen, wenn ich eines Tages nicht mehr dabei wäre? Da würde ja die Gesellschaft gleich zersplittern. Aber dann nur erreichen wir, was wir erreichen sollen, wenn wir nach vierzehn Jahren wirklich so weit sind, daß wir ein eigenes Leben in uns haben, das wieder ein weiteres hervorbringen kann. Und das ist kein Unmögliches, wenn wir nur auf unser Wollen uns besinnen. Gewiß, es sind jetzt einzelne Jahre schwierig; aber wir müssen auch solche Schwierigkeiten überwinden. Und wir werden manches, was ich Ihnen selber zu bringen habe, in anderer Weise verwerten können, wenn das verwirklicht ist, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe. Manches ist jetzt schwierig. Ich will es durch ein Paradoxon sagen, was schwierig ist, worauf aber hingewiesen werden muß: Es gibt gewisse Dinge — das ist schon so —, die man nicht so ohne weiteres sagen kann, so daß ich in den letzten vier Tagen gerne einen kleinen, engeren Kreis zusammengerufen hätte, um gewisse Dinge zu sagen, die ich nicht vor dem ganzen Auditorium sagen kann. Aber ich mußte es wiederum unterlassen, weil wir in einer Zeit leben, wo es eben nicht geht, so etwas zu arrangieren. Es läßt sich nicht machen.

[ 44 ] Das ist ein durchaus notwendiger Gedanke. Die Dinge liegen schon so, daß, wenn sie jetzt in den Seelen wirken, doch schon so mancherlei abgelöst werden könnte, wozu man mich nicht mehr braucht. Ich will damit nicht sagen, daß ich nicht dabeibleiben werde. Aber die Probe des Bestehens liegt darin, daß gewissermaßen ich immer mehr überflüssig werde. Wir müssen absolut die Möglichkeit überwinden, die vorhanden ist: daß unsere Mitglieder als solche sich selber untereinander, gewissermaßen einer dem anderen gegenüber, nicht anerkennen! Denn Sie brauchen nur die Hypothese zu setzen und sich klarzumachen, welchen schlimmen Dienst man leisten würde, wenn immer alle so lebten, daß man sagte: Der ist Vorstand, dem muß man folgen -, oder: Der ist Vorstand, der wird die Dinge schon machen. — Das geht nicht. Wohin würde man kommen, wenn ich eines Tages nicht mehr dabei wäre? Da würde ja die Gesellschaft gleich zersplittern. Aber dann nur erreichen wir, was wir erreichen sollen, wenn wir nach vierzehn Jahren wirklich so weit sind, daß wir ein eigenes Leben in uns haben, das wieder ein weiteres hervorbringen kann. Und das ist kein Unmögliches, wenn wir nur auf unser Wollen uns besinnen. Gewiß, es sind jetzt einzelne Jahre schwierig; aber wir müssen auch solche Schwierigkeiten überwinden. Und wir werden manches, was ich Ihnen selber zu bringen habe, in anderer Weise verwerten können, wenn das verwirklicht ist, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe. Manches ist jetzt schwierig. Ich will es durch ein Paradoxon sagen, was schwierig ist, worauf aber hingewiesen werden muß: Es gibt gewisse Dinge — das ist schon so —, die man nicht so ohne weiteres sagen kann, so daß ich in den letzten vier Tagen gerne einen kleinen, engeren Kreis zusammengerufen hätte, um gewisse Dinge zu sagen, die ich nicht vor dem ganzen Auditorium sagen kann. Aber ich mußte es wiederum unterlassen, weil wir in einer Zeit leben, wo es eben nicht geht, so etwas zu arrangieren. Es läßt sich nicht machen.

[ 45 ] Um klar zu sehen, müssen wir gerade diese Dinge, die ich in diesen Tagen auseinanderzusetzen versuchte, recht gut ins Auge fassen. Wir müssen versuchen, auch den inneren Charakter der Geisteswissenschaft uns recht gut vor Augen zu stellen, dann werden wir schon einsehen, warum wir auf der einen Seite in den Naturgelehrten, die aus der Naturgelehrsamkeit eine Weltanschauung machen möchten, Gegner haben müssen, und auf der anderen Seite in denjenigen Seelenpflegern Gegner haben müssen, die durchaus verhüllt lassen wollen, was hinter dem gewöhnlichen Seelenleben liegt.

[ 45 ] Um klar zu sehen, müssen wir gerade diese Dinge, die ich in diesen Tagen auseinanderzusetzen versuchte, recht gut ins Auge fassen. Wir müssen versuchen, auch den inneren Charakter der Geisteswissenschaft uns recht gut vor Augen zu stellen, dann werden wir schon einsehen, warum wir auf der einen Seite in den Naturgelehrten, die aus der Naturgelehrsamkeit eine Weltanschauung machen möchten, Gegner haben müssen, und auf der anderen Seite in denjenigen Seelenpflegern Gegner haben müssen, die durchaus verhüllt lassen wollen, was hinter dem gewöhnlichen Seelenleben liegt.

[ 46 ] Treu festhalten müssen wir an unserer Lehre, wir müssen sie tief in ihrer Eigenart auch durchdringen wollen. Fassen wir zum Beispiel einmal ins Auge, wie wir das Mysterium von Golgatha in die Mitte unserer Bestrebungen gerückt haben und wie wir betonen mußten, daß der Christus in den Jesus von Nazareth auf. die oft geschilderte Weise eingegangen ist, also aus anderen Bewußtseinssphären gerade in die Bewußtseinssphäre, die für das physische Erdenleben des Menschen die richtige Bewußtseinssphäre ist. Damit aber ist schon gegeben, daß der Christus zwar eine kosmische Macht ist, daß aber der Christus Jesus eine irdische Macht ist, die fortlebt in dem irdischen Bewußtsein der Menschen, überhaupt in den irdischen Geschehnissen. Daher kann das Neue Testament keine Naturwissenschaft sein, denn dasjenige, was hinter der Natur liegt, muß, wenn es auf die Wirklichkeit geht, außerhalb unseres Bewußtseins sein; es kann aber auch keine Geisteswissenschaft sein, denn da muß auch hinübergegangen werden nach der anderen Seite. Das ist gerade das wunderbar Große, das Bedeutsame des Neuen Testaments, daß es weder eine Naturwissenschaft noch eine Geisteswissenschaft sein will, daher darf es aber auch nicht gebraucht werden zur Polemik gegen die Geisteswissenschaft.

[ 46 ] Treu festhalten müssen wir an unserer Lehre, wir müssen sie tief in ihrer Eigenart auch durchdringen wollen. Fassen wir zum Beispiel einmal ins Auge, wie wir das Mysterium von Golgatha in die Mitte unserer Bestrebungen gerückt haben und wie wir betonen mußten, daß der Christus in den Jesus von Nazareth auf. die oft geschilderte Weise eingegangen ist, also aus anderen Bewußtseinssphären gerade in die Bewußtseinssphäre, die für das physische Erdenleben des Menschen die richtige Bewußtseinssphäre ist. Damit aber ist schon gegeben, daß der Christus zwar eine kosmische Macht ist, daß aber der Christus Jesus eine irdische Macht ist, die fortlebt in dem irdischen Bewußtsein der Menschen, überhaupt in den irdischen Geschehnissen. Daher kann das Neue Testament keine Naturwissenschaft sein, denn dasjenige, was hinter der Natur liegt, muß, wenn es auf die Wirklichkeit geht, außerhalb unseres Bewußtseins sein; es kann aber auch keine Geisteswissenschaft sein, denn da muß auch hinübergegangen werden nach der anderen Seite. Das ist gerade das wunderbar Große, das Bedeutsame des Neuen Testaments, daß es weder eine Naturwissenschaft noch eine Geisteswissenschaft sein will, daher darf es aber auch nicht gebraucht werden zur Polemik gegen die Geisteswissenschaft.

[ 47 ] Darin sehen wir aber auch die Gründe angedeutet, warum immer wieder und wieder gerade die Vertreter dieser oder jener Religionsgemeinschaften sich gegenüber der Geisteswissenschaft auflehnen werden, ganz begreiflicherweise auflehnen werden, weil sie eben den Menschen eigentlich niemals hineinlassen wollen in die Welt, vor der sie sich ungeheuer fürchten. Sie fürchten sich davor, daß der Mensch da hineinkommt und entdecken könnte, was wirklich in ihm als ewige Seelensubstanz liegt. Sie wollen dem Menschen nur klarmachen, daß das, was der Mensch von sich schon weiß, in ihm ewig lebt. Sehen Sie, gestern habe ich schon gesagt: Wenn wirklich eine materialistische Weltanschauung begründet würde, wenn diese allein bestehen würde und keine Geisteswissenschaft unter die Menschen träte, so würde es dahin kommen, daß die Menschen in Skeptizismus und Zweifelsucht ertrinken müßten, denn diese würde etwas wie ein geistiges Meer erzeugen, in dem die Seelen ertrinken müßten. Das aber, was erzeugt werden muß, wenn die Menschen abgehalten werden sollen, den Schleier der Seelenwelten zu durchdringen, das ist die Unwissenheit. Unwissenheit in der der Mensch zuletzt ersticken würde, müßte sich ausbreiten, wenn diejenigen, die heute vielfach die Vertreter der einzelnen Religionsgemeinschaften sind, siegen würden. Würden die Naturgelehrten siegen, so würde sich ein Meer des Zweifels ausbreiten, in dem die Menschen ertrinken würden. Würden diejenigen siegen, die in der angedeuteten Weise denken, Seelenpfleger der einzelnen Religionsgemeinschaften zu sein, so würde sich eine Atmosphäre von Unwissenheit ausbreiten, in der die Menschenseelen ersticken würden. So ernst ist nun einmal die Aufgabe, die der Geisteswissenschaft gestellt ist. Und diesen Ernst der Aufgabe müssen wir ins Auge fassen. Wir müssen uns gewissermaßen als Menschen ansehen, die durch ihr Karma an die Geisteswissenschaft herangeführt werden können, um das, was sie an Intellekt haben, und auch das, was sie an Gemütsinnigkeit haben, zur Verfügung zu stellen, nicht der Geisteswissenschaft, sondern dem allgemeinen Menschenfortschritt. Und die Welt braucht das, braucht das gar sehr.

[ 47 ] Darin sehen wir aber auch die Gründe angedeutet, warum immer wieder und wieder gerade die Vertreter dieser oder jener Religionsgemeinschaften sich gegenüber der Geisteswissenschaft auflehnen werden, ganz begreiflicherweise auflehnen werden, weil sie eben den Menschen eigentlich niemals hineinlassen wollen in die Welt, vor der sie sich ungeheuer fürchten. Sie fürchten sich davor, daß der Mensch da hineinkommt und entdecken könnte, was wirklich in ihm als ewige Seelensubstanz liegt. Sie wollen dem Menschen nur klarmachen, daß das, was der Mensch von sich schon weiß, in ihm ewig lebt. Sehen Sie, gestern habe ich schon gesagt: Wenn wirklich eine materialistische Weltanschauung begründet würde, wenn diese allein bestehen würde und keine Geisteswissenschaft unter die Menschen träte, so würde es dahin kommen, daß die Menschen in Skeptizismus und Zweifelsucht ertrinken müßten, denn diese würde etwas wie ein geistiges Meer erzeugen, in dem die Seelen ertrinken müßten. Das aber, was erzeugt werden muß, wenn die Menschen abgehalten werden sollen, den Schleier der Seelenwelten zu durchdringen, das ist die Unwissenheit. Unwissenheit in der der Mensch zuletzt ersticken würde, müßte sich ausbreiten, wenn diejenigen, die heute vielfach die Vertreter der einzelnen Religionsgemeinschaften sind, siegen würden. Würden die Naturgelehrten siegen, so würde sich ein Meer des Zweifels ausbreiten, in dem die Menschen ertrinken würden. Würden diejenigen siegen, die in der angedeuteten Weise denken, Seelenpfleger der einzelnen Religionsgemeinschaften zu sein, so würde sich eine Atmosphäre von Unwissenheit ausbreiten, in der die Menschenseelen ersticken würden. So ernst ist nun einmal die Aufgabe, die der Geisteswissenschaft gestellt ist. Und diesen Ernst der Aufgabe müssen wir ins Auge fassen. Wir müssen uns gewissermaßen als Menschen ansehen, die durch ihr Karma an die Geisteswissenschaft herangeführt werden können, um das, was sie an Intellekt haben, und auch das, was sie an Gemütsinnigkeit haben, zur Verfügung zu stellen, nicht der Geisteswissenschaft, sondern dem allgemeinen Menschenfortschritt. Und die Welt braucht das, braucht das gar sehr.

[ 48 ] Sehen Sie doch, wie auf der einen Seite wirklich eine materialistische Weltanschauung Boden fassen will, und wie alles nichts hilft, was sich dagegen auflehnt! Und sehen Sie, wie auf der anderen Seite an der Verbreitung der Unwissenheit gearbeitet wird, wie immer mehr und mehr verwischt wird, was Tatsachen der geistigen Welt sind! Sehen Sie doch, wie von seiten gewisser Pfleger der oder jener Religionsgemeinschaft jede positive Mitteilung aus der geistigen Welt sogar mit einem gewissen Haß verfolgt wird!

[ 48 ] Sehen Sie doch, wie auf der einen Seite wirklich eine materialistische Weltanschauung Boden fassen will, und wie alles nichts hilft, was sich dagegen auflehnt! Und sehen Sie, wie auf der anderen Seite an der Verbreitung der Unwissenheit gearbeitet wird, wie immer mehr und mehr verwischt wird, was Tatsachen der geistigen Welt sind! Sehen Sie doch, wie von seiten gewisser Pfleger der oder jener Religionsgemeinschaft jede positive Mitteilung aus der geistigen Welt sogar mit einem gewissen Haß verfolgt wird!

[ 49 ] Ich habe diese Vorträge gehalten, um auf die Richtung hinzuweisen, welche die Geisteswissenschaft zu nehmen hat; um Ihr Bewußtsein darauf hinzuweisen, daß wir einsehen lernen: jene Naturgelehrten, wir müssen sie bekämpfen; aber sie können nicht anders, denn Ahriman hat sie, und der möchte ihnen verbergen, was die Triebfeder ihres Wirkens ist. Und die anderen, ja, wir müssen sie bekämpfen, aber sie können auch nicht anders, denn Luzifer hat sie. Wir erreichen wirklich das Richtige, wenn wir in positiver Weise auf das eingehen, was die Geisteswissenschaft uns geben kann. Wenn es doch nur einmal eine Anzahl von Menschen gäbe, die dieses Einzigartige der Geisteswissenschaft einsehen würden, die einsehen würden, daß die Geisteswissenschaft nicht verwechselt werden darf mit dem oder jenem; dann genügt das schon wirklich, meine lieben Freunde.

[ 49 ] Ich habe diese Vorträge gehalten, um auf die Richtung hinzuweisen, welche die Geisteswissenschaft zu nehmen hat; um Ihr Bewußtsein darauf hinzuweisen, daß wir einsehen lernen: jene Naturgelehrten, wir müssen sie bekämpfen; aber sie können nicht anders, denn Ahriman hat sie, und der möchte ihnen verbergen, was die Triebfeder ihres Wirkens ist. Und die anderen, ja, wir müssen sie bekämpfen, aber sie können auch nicht anders, denn Luzifer hat sie. Wir erreichen wirklich das Richtige, wenn wir in positiver Weise auf das eingehen, was die Geisteswissenschaft uns geben kann. Wenn es doch nur einmal eine Anzahl von Menschen gäbe, die dieses Einzigartige der Geisteswissenschaft einsehen würden, die einsehen würden, daß die Geisteswissenschaft nicht verwechselt werden darf mit dem oder jenem; dann genügt das schon wirklich, meine lieben Freunde.

[ 50 ] Man kann auch von Irrtümern viel lernen und sich von diesem Gesichtspunkte aus auch mit Irrtümern befassen. Das ist noch wichtiger, als sich zu diesen Irrtümern kritisch zu stellen, was ja zuweilen auch notwendig ist. Ich sagte: Ahriman hat eigentlich, trocken ausgedrückt, das Bestreben, den Menschen in der Zukunft um seinen Verstand zu bringen. — Aber damit verknüpft er — weil seine Geister mit ihren höheren Kräften zu den niederen Kräften des Menschen in Beziehung stehen — noch etwas anderes, indem er einen Bund stiften will zwischen den höheren und niederen Kräften. Ahriman hat normalerweise diejenigen Dinge in der Welt zu leiten, welche Krankheiten hervorbringen. Wir wissen, daß sie auch da sein müssen, da sie den Tod in der physischen Welt hervorbringen. Alles Zerstören in der physischen Welt ist ihm übertragen. Man muß aber nun den Zusammenhang erkennen. Wenn man das, was in der niederen Sphärenwelt ist, heraufhebt in das Höhere, so verbindet man es mit den Wesen, die dahinter sind, mit diesen zerstörenden Wesen. Dann liefert man von sich aus an Ahriman und seine Geister allerlei aus. Und wenn man so an Ahriman und seine Geister mancherlei ausliefert, merkt man schon, daß gewisse niedrigere Partien des Organismus so zu wirken anfangen, wie sonst höhere Partien des Organismus wirken.

[ 50 ] Man kann auch von Irrtümern viel lernen und sich von diesem Gesichtspunkte aus auch mit Irrtümern befassen. Das ist noch wichtiger, als sich zu diesen Irrtümern kritisch zu stellen, was ja zuweilen auch notwendig ist. Ich sagte: Ahriman hat eigentlich, trocken ausgedrückt, das Bestreben, den Menschen in der Zukunft um seinen Verstand zu bringen. — Aber damit verknüpft er — weil seine Geister mit ihren höheren Kräften zu den niederen Kräften des Menschen in Beziehung stehen — noch etwas anderes, indem er einen Bund stiften will zwischen den höheren und niederen Kräften. Ahriman hat normalerweise diejenigen Dinge in der Welt zu leiten, welche Krankheiten hervorbringen. Wir wissen, daß sie auch da sein müssen, da sie den Tod in der physischen Welt hervorbringen. Alles Zerstören in der physischen Welt ist ihm übertragen. Man muß aber nun den Zusammenhang erkennen. Wenn man das, was in der niederen Sphärenwelt ist, heraufhebt in das Höhere, so verbindet man es mit den Wesen, die dahinter sind, mit diesen zerstörenden Wesen. Dann liefert man von sich aus an Ahriman und seine Geister allerlei aus. Und wenn man so an Ahriman und seine Geister mancherlei ausliefert, merkt man schon, daß gewisse niedrigere Partien des Organismus so zu wirken anfangen, wie sonst höhere Partien des Organismus wirken.

[ 51 ] Wenn man eine Scheu davor hat, ordentlich exakt zu denken, und trotzdem in die geistige Welt hineingehen will, so ist es so: Man geht hinein in die geistige Welt. Gewiß, man kann objektiv da erleben, man lebt wirklich in diesem Geistgebiete, wo die zerstörerischen Mächte sind, man überschreitet die Schwelle. Man kommt dann wieder zurück in seinen Leib hinein; man hat ein Bündnis geschlossen mit diesen zerstörenden Mächten und weiß nichts davon. Man kennt sich nicht darin aus, wenn man den eigenen Intellekt nicht richtig entfaltet hat. Dann kommt es, daß man diese zerstörerischen Gewalten in sich darinnen fühlt. Und statt daß man denkt, statt daß man mit den Ohren hört und mit den Augen sieht, fangen da allerlei geheime Mächte in unserem untergeordneten Organismus an zu sehen und zu hören. Unser Leib ist uns nicht mehr so gegeben, wie er uns sonst gegeben ist. Wir finden, wenn wir zurückkehren in den Leib, ihn ausgefüllt mit allerlei Ingredienzien. Er ist uns ein neues Wesen.

[ 51 ] Wenn man eine Scheu davor hat, ordentlich exakt zu denken, und trotzdem in die geistige Welt hineingehen will, so ist es so: Man geht hinein in die geistige Welt. Gewiß, man kann objektiv da erleben, man lebt wirklich in diesem Geistgebiete, wo die zerstörerischen Mächte sind, man überschreitet die Schwelle. Man kommt dann wieder zurück in seinen Leib hinein; man hat ein Bündnis geschlossen mit diesen zerstörenden Mächten und weiß nichts davon. Man kennt sich nicht darin aus, wenn man den eigenen Intellekt nicht richtig entfaltet hat. Dann kommt es, daß man diese zerstörerischen Gewalten in sich darinnen fühlt. Und statt daß man denkt, statt daß man mit den Ohren hört und mit den Augen sieht, fangen da allerlei geheime Mächte in unserem untergeordneten Organismus an zu sehen und zu hören. Unser Leib ist uns nicht mehr so gegeben, wie er uns sonst gegeben ist. Wir finden, wenn wir zurückkehren in den Leib, ihn ausgefüllt mit allerlei Ingredienzien. Er ist uns ein neues Wesen.

[ 52 ] Diese Unbekanntschaft mit dem eigenen Leibe, dieses Hineinkommen in den Leib wie in ein besonderes Wesen, in dem etwas Unbekanntes sitzt, das ist etwas, das dem passieren kann, der nicht treulich an dem Wege festhält. Denn Ahriman hat das Bestreben, sich festzusetzen in dem menschlichen Leibe und gewisse Organe zu Erkenntnisorganen umzugestalten. Aber Luzifer hat wiederum das Bestreben, daß seine Geister, die so brünstige Geister des Willens sind, gewisse Dinge aus uns herausnehmen, um sie selbständig zu machen; so daß, wenn man nach der luziferischen Seite hin die Schwelle überschreitet und wieder zurückkommt, man sich für gewisse Partien hohl fühlt, wie wenn einem etwas weggenommen wäre. Ahriman gibt einem etwas dazu, weil er hineingeht in einen; er stopft einen voll. Luzifer nimmt die Organe weg und macht selbständig, was sonst zu einem gehört.

[ 52 ] Diese Unbekanntschaft mit dem eigenen Leibe, dieses Hineinkommen in den Leib wie in ein besonderes Wesen, in dem etwas Unbekanntes sitzt, das ist etwas, das dem passieren kann, der nicht treulich an dem Wege festhält. Denn Ahriman hat das Bestreben, sich festzusetzen in dem menschlichen Leibe und gewisse Organe zu Erkenntnisorganen umzugestalten. Aber Luzifer hat wiederum das Bestreben, daß seine Geister, die so brünstige Geister des Willens sind, gewisse Dinge aus uns herausnehmen, um sie selbständig zu machen; so daß, wenn man nach der luziferischen Seite hin die Schwelle überschreitet und wieder zurückkommt, man sich für gewisse Partien hohl fühlt, wie wenn einem etwas weggenommen wäre. Ahriman gibt einem etwas dazu, weil er hineingeht in einen; er stopft einen voll. Luzifer nimmt die Organe weg und macht selbständig, was sonst zu einem gehört.

[ 53 ] Das ist wirklich ein luziferisches Bestreben: selbständig zu machen, was zu uns gehört. Daher ist es auch bei dem, was ich ungerechtfertigte Mystik genannt habe, so leicht, daß solche Mystiker, indem sie ihren freien Willen umwandeln in visionäres Hellsehen, ihr Wissen für Luzifer zubereiten, der es dann herausnehmen kann. Es ist wirklich so: Da ist der Mensch und da kommt Luzifer an, und aus dem Gehirn wird etwas herausgenommen: der Verstand. Der Verstand wird wie ein Stück Äthergehirn herausgenommen, oder aus dem Herzen wird ein Stück ätherisch herausgenommen und verselbständigt, und dann wird man sich da hohl fühlen. Es hat die Tendenz, sich selbständig zu machen, sich von ihm abzusondern. Es ist das wirklich eine Erscheinung bei recht egoistischen Geistern, die eine gewisse Höhe der Entwickelung erlangt haben. Da kann man sehen, wie gewisse Teile ihrer Kräfte losgelöst werden, die dann wie in der Welt draußen sind. Luzifer raubt dem Menschen gewisse Kräfte, durch die er dann wirkt. Das ist seine Neigung. Das muß selbstverständlich verhindert werden, und es wird verhindert durch ein treuliches Befolgen des richtigen Weges. Aber luziferisch bleibt die Anschauung, daß man dem Menschen etwas wegnehmen und es dann wie etwas außer ihm Vorhandenes verwerten kann, zum Beispiel, daß man einem Lehrer seine Lehre wegnimmt und sie objektiv in der Welt verwerten würde. Da haben Sie aber die Region, in der diese Dinge zu suchen sind. Man kann von einem Irrtum sehr viel lernen, von dem Irrtum nämlich, daß losgelöst werden könne die Lehre vom Lehrer. Es kann durch die Beobachtung dieser Tatsachen noch etwas ganz anderes gelernt werden, als was man durch eine gewiß sehr berechtigte Kritik lernen kann. Man kann lernen, welche Gefahr darin liegt, wenn so etwas in der Zukunft der Menschheitsentwickelung mehr usuell würde. Und diese Gefahr besteht!

[ 53 ] Das ist wirklich ein luziferisches Bestreben: selbständig zu machen, was zu uns gehört. Daher ist es auch bei dem, was ich ungerechtfertigte Mystik genannt habe, so leicht, daß solche Mystiker, indem sie ihren freien Willen umwandeln in visionäres Hellsehen, ihr Wissen für Luzifer zubereiten, der es dann herausnehmen kann. Es ist wirklich so: Da ist der Mensch und da kommt Luzifer an, und aus dem Gehirn wird etwas herausgenommen: der Verstand. Der Verstand wird wie ein Stück Äthergehirn herausgenommen, oder aus dem Herzen wird ein Stück ätherisch herausgenommen und verselbständigt, und dann wird man sich da hohl fühlen. Es hat die Tendenz, sich selbständig zu machen, sich von ihm abzusondern. Es ist das wirklich eine Erscheinung bei recht egoistischen Geistern, die eine gewisse Höhe der Entwickelung erlangt haben. Da kann man sehen, wie gewisse Teile ihrer Kräfte losgelöst werden, die dann wie in der Welt draußen sind. Luzifer raubt dem Menschen gewisse Kräfte, durch die er dann wirkt. Das ist seine Neigung. Das muß selbstverständlich verhindert werden, und es wird verhindert durch ein treuliches Befolgen des richtigen Weges. Aber luziferisch bleibt die Anschauung, daß man dem Menschen etwas wegnehmen und es dann wie etwas außer ihm Vorhandenes verwerten kann, zum Beispiel, daß man einem Lehrer seine Lehre wegnimmt und sie objektiv in der Welt verwerten würde. Da haben Sie aber die Region, in der diese Dinge zu suchen sind. Man kann von einem Irrtum sehr viel lernen, von dem Irrtum nämlich, daß losgelöst werden könne die Lehre vom Lehrer. Es kann durch die Beobachtung dieser Tatsachen noch etwas ganz anderes gelernt werden, als was man durch eine gewiß sehr berechtigte Kritik lernen kann. Man kann lernen, welche Gefahr darin liegt, wenn so etwas in der Zukunft der Menschheitsentwickelung mehr usuell würde. Und diese Gefahr besteht!

[ 54 ] Auf der anderen Seite geht die Menschheit der Gefahr entgegen, daß bei der selbständigen Entwickelung des Geistselbst Ahriman sich dieses Geistselbstes bemächtigt. Man kann jetzt schon, wenn man eine Empfindung dafür hat, sehen, wie die Menschen unselbständig werden, und wie eigentlich Ahriman ihre Hand führt, wenn sie dies oder jenes schreiben. Das ist die eine Seite und die andere ist diese, daß wiederum die Dinge genommen und verwertet werden und der Glaube besteht, daß man sie abtrennen könnte von ihrem Urheber. Diese beiden Gefahren bestehen.

[ 54 ] Auf der anderen Seite geht die Menschheit der Gefahr entgegen, daß bei der selbständigen Entwickelung des Geistselbst Ahriman sich dieses Geistselbstes bemächtigt. Man kann jetzt schon, wenn man eine Empfindung dafür hat, sehen, wie die Menschen unselbständig werden, und wie eigentlich Ahriman ihre Hand führt, wenn sie dies oder jenes schreiben. Das ist die eine Seite und die andere ist diese, daß wiederum die Dinge genommen und verwertet werden und der Glaube besteht, daß man sie abtrennen könnte von ihrem Urheber. Diese beiden Gefahren bestehen.

[ 55 ] Das aber wird der rechte und einzig richtige Weg sein, daß die Leitlinien der Geisteswissenschaft von den Menschen angenommen werden: Daß auf der einen Seite die Natur so wird beleuchtet werden, daß man mit den Leitlinien der Geisteswissenschaft die Natur, den Naturvorhang durchstößt. Aufblühen wird müssen eine Zoologie, eine Botanik, eine Landwirtschaft nach den Leitlinien der Geisteswissenschaft. Alles, auch die Medizin, wird von den Leitlinien der Geisteswissenschaft befruchtet werden müssen. Aber nur diejenigen werden die Medizin in richtiger Weise von den Leitlinien der Geisteswissenschaft befruchten können, welche es nicht scheuen, den Schleier der Natur zu durchdringen, so daß man in die ahrimanische Welt hineinkommt und kämpfen muß gegen die Geister der Zerstörung. Um das zu finden, was den Menschen heilsam ist, muß man in die Region derjenigen Geister gehen, die alles Menschenleben auflösen, die Krankheit und Tod bewirken, denn nur da, wo die tieferen Ursachen von Tod und Krankheit sind, können die Heilmittel gesucht werden.

[ 55 ] Das aber wird der rechte und einzig richtige Weg sein, daß die Leitlinien der Geisteswissenschaft von den Menschen angenommen werden: Daß auf der einen Seite die Natur so wird beleuchtet werden, daß man mit den Leitlinien der Geisteswissenschaft die Natur, den Naturvorhang durchstößt. Aufblühen wird müssen eine Zoologie, eine Botanik, eine Landwirtschaft nach den Leitlinien der Geisteswissenschaft. Alles, auch die Medizin, wird von den Leitlinien der Geisteswissenschaft befruchtet werden müssen. Aber nur diejenigen werden die Medizin in richtiger Weise von den Leitlinien der Geisteswissenschaft befruchten können, welche es nicht scheuen, den Schleier der Natur zu durchdringen, so daß man in die ahrimanische Welt hineinkommt und kämpfen muß gegen die Geister der Zerstörung. Um das zu finden, was den Menschen heilsam ist, muß man in die Region derjenigen Geister gehen, die alles Menschenleben auflösen, die Krankheit und Tod bewirken, denn nur da, wo die tieferen Ursachen von Tod und Krankheit sind, können die Heilmittel gesucht werden.

[ 56 ] Ebenso darf derjenige, welcher kennenlernen will, was in den menschlichen Seelen fruchtet, sich nicht davor scheuen, den Kampf mit den luziferischen Wesenheiten einzugehen. Er muß moralischen Mut bewahren, wenn er die Schwelle überschreiten will, muß wissen, daß er in eine Region von geistigen Wesen hineinkommt, wo ihn jeder Gedanke fortwährend wie zu einer leisen Ohnmacht geneigt machen will, weil er ihm entrissen werden soll, weil der Gedanke nur so hinhuscht, daß man ihn rasch fassen muß, damit er nicht entschlüpft. Man wird nicht in diese Region eindringen, ohne wirklich in aller Gelassenheit den Kampf aufzunehmen mit alledem, was, wenn es einseitig herauskommt, den Menschen eben zu der einseitig subjektiven Mystik verführt.

[ 56 ] Ebenso darf derjenige, welcher kennenlernen will, was in den menschlichen Seelen fruchtet, sich nicht davor scheuen, den Kampf mit den luziferischen Wesenheiten einzugehen. Er muß moralischen Mut bewahren, wenn er die Schwelle überschreiten will, muß wissen, daß er in eine Region von geistigen Wesen hineinkommt, wo ihn jeder Gedanke fortwährend wie zu einer leisen Ohnmacht geneigt machen will, weil er ihm entrissen werden soll, weil der Gedanke nur so hinhuscht, daß man ihn rasch fassen muß, damit er nicht entschlüpft. Man wird nicht in diese Region eindringen, ohne wirklich in aller Gelassenheit den Kampf aufzunehmen mit alledem, was, wenn es einseitig herauskommt, den Menschen eben zu der einseitig subjektiven Mystik verführt.

[ 57 ] Aber die Geisteswissenschaft steuert uns so, daß, wenn wir sie verstehen, wir wirklich die Kraft finden, in jeder Lage die ahrimanischen zerstörenden Mächte zu bekämpfen. Und wenn wir die Geisteswissenschaft anwenden auf das sich entfaltende Menschenleben, wie wir es in den Mysteriendramen tun, und auf das sich entfaltende Naturleben, wie wir es tun, indem wir in unseren Säulen- und Architravformen den Kräften der Natur nachgehen, oder den Geheimnissen der Weltentwickelung nachgehen, indem wir Christus dem Luzifer und Ahriman gegenüberstellen in unserer plastischen Gruppe, wenn wir so an die Dinge herangehen, daß die geistigen Mächte uns gegenständlich werden, so daß sie in der Realität leben, dann finden wir die Kraft, die der einseitige Mystiker zumeist nicht hat: gegen die luziferischen Geister zu kämpfen.

[ 57 ] Aber die Geisteswissenschaft steuert uns so, daß, wenn wir sie verstehen, wir wirklich die Kraft finden, in jeder Lage die ahrimanischen zerstörenden Mächte zu bekämpfen. Und wenn wir die Geisteswissenschaft anwenden auf das sich entfaltende Menschenleben, wie wir es in den Mysteriendramen tun, und auf das sich entfaltende Naturleben, wie wir es tun, indem wir in unseren Säulen- und Architravformen den Kräften der Natur nachgehen, oder den Geheimnissen der Weltentwickelung nachgehen, indem wir Christus dem Luzifer und Ahriman gegenüberstellen in unserer plastischen Gruppe, wenn wir so an die Dinge herangehen, daß die geistigen Mächte uns gegenständlich werden, so daß sie in der Realität leben, dann finden wir die Kraft, die der einseitige Mystiker zumeist nicht hat: gegen die luziferischen Geister zu kämpfen.

[ 58 ] Daraus sehen Sie, daß die Geisteswissenschaft schon gerade so sein mußte, wie sie unter Sie gebracht worden ist, und daß auch dasjenige, was die Geisteswissenschaft noch neben ihrer theoretischen Formierung schafft nach der einen oder anderen Seite, notwendigerweise zu ihr dazu gehört. Versuchen wir immer mehr und mehr unser Denken so zu lenken, wie das geisteswissenschaftliche Denken gelenkt werden muß. Denn nur, wenn wir uns freihalten von den Vorurteilen, die in der äußeren Welt herrschen, können wir richtig in der Geisteswissenschaft stehen.

[ 58 ] Daraus sehen Sie, daß die Geisteswissenschaft schon gerade so sein mußte, wie sie unter Sie gebracht worden ist, und daß auch dasjenige, was die Geisteswissenschaft noch neben ihrer theoretischen Formierung schafft nach der einen oder anderen Seite, notwendigerweise zu ihr dazu gehört. Versuchen wir immer mehr und mehr unser Denken so zu lenken, wie das geisteswissenschaftliche Denken gelenkt werden muß. Denn nur, wenn wir uns freihalten von den Vorurteilen, die in der äußeren Welt herrschen, können wir richtig in der Geisteswissenschaft stehen.