The Occult Movement
in the Nineteenth Century
and its Relationship to World Culture
GA 254
25 October 1915, Stuttgart
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The Occult Movement, tr. SOL
Zehnter Vortrag
Tenth Lecture
[ 1 ] Wollen wir auf diejenigen Dinge eingehen, die uns jetzt interessieren müssen, so ist es notwendig, daß wir einmal von einer gewissen Seite her den Begriff des menschlichen Bewußtseins, so wie es heute einmal ist, klar ins Auge fassen. Bringen wir uns einige Eigentümlichkeiten dieses Bewußtseins, von denen wir in den letzten Tagen und Wochen gesprochen haben, vor die Seele. Wir wissen, daß dieses menschliche Bewußtsein zunächst so eingerichtet ist, daß es den Menschen, so wie er gegenwärtig ist, auf dem Gebiete hält, das wir in diesen Tagen in einer gewissen Weise umgrenzt haben. Dieses Bewußtsein hält den Menschen innerhalb eines Gebietes, das auf der einen Seite abgeschlossen ist durch den Schleier, den die Naturerscheinungen vor uns hinstellen — hinter diesen Schleier kann zunächst das menschliche Bewußtsein nicht dringen -, auf der anderen Seite ist der Schleier unserer eigenen Seelenerlebnisse: unseres Denkens, Fühlens und Wollens. Unser Bewußtsein ist nun so eingerichtet, daß wir in der Lage sind, wenn wir uns innerlich anblicken, unser Denken, Fühlen und Wollen bis zu einem gewissen Grade menschlich zu erleben, bewußt zu erleben. Aber hinter den Schleier können wir wiederum nicht dringen. Dahinter liegt dann eine wirkliche Welt. So daß wir sagen können: Wenn wir den Schleier der Naturerscheinungen auf die eine Seite stellen und uns dahinter die objektive Wirklichkeit gesetzt denken, so ist unser Bewußtsein nach dem Schleier hin gerichtet, der zunächst nicht durchstoßen werden soll. Auf der anderen Seite sind die Seelenerscheinungen (siehe Zeichnung Seite 173); dahinter liegt die subjektive Wirklichkeit. Da blicken wir hinein, aber wir können den Schleier nicht ohne weiteres durchstoßen. — Innerhalb dieser Grenzen, innerhalb dieser zwei parallelen Linien liegt also unser gegenwärtiges Bewußtsein, dem auf der einen Seite, indem es hinausblickt durch die Sinnesorgane, die Naturwelt, auf der anderen Seite, indem es in sich hineinblickt, die Seelenwelt gegeben ist; von der Naturwelt also das, was sich als Vorhang zeigt; von der Seelenwelt das, was sich dem unmittelbaren inneren Anblick darbietet. So ist unser Bewußtsein, welches wir als Menschen gegenwärtig haben, eben eingerichtet.
[ 1 ] If we are to address the matters that must now concern us, it is necessary that we first clearly examine, from a certain perspective, the concept of human consciousness as it exists today. Let us bring to mind some of the characteristics of this consciousness that we have discussed in recent days and weeks. We know that this human consciousness is, to begin with, structured in such a way that it confines human beings, as they are at present, to the realm that we have, in a certain sense, delineated in recent days. This consciousness confines human beings within a realm that is bounded on one side by the veil that natural phenomena place before us—beyond which human consciousness cannot initially penetrate—and on the other side by the veil of our own soul experiences: our thinking, feeling, and willing. Our consciousness is now structured in such a way that, when we look inward, we are able to experience our thinking, feeling, and willing to a certain degree—to experience them consciously as human experiences. But we cannot penetrate beyond this veil. Behind it lies a real world. So we can say: If we set aside the veil of natural phenomena on one side and imagine objective reality lying behind it, then our consciousness is directed toward the veil, which, for the time being, is not to be penetrated. On the other side are the phenomena of the soul (see illustration on page 173); behind them lies subjective reality. We look into it, but we cannot simply pierce the veil. — Within these boundaries, within these two parallel lines, lies our present consciousness, to which, on the one hand, as it looks out through the sense organs, the natural world is given, and on the other hand, as it looks inward, the world of the soul is given; from the natural world, then, that which appears as a curtain; from the world of the soul, that which presents itself to immediate inner vision. This is precisely how our consciousness—which we possess as human beings at present—is structured.
[ 2 ] Wir wissen ja, daß sich dieses Bewußtsein unterscheidet von dem früheren Bewußtsein, das noch als altes hellseherisches Erbstück hereinragt; aber wir wissen auch, daß diese alten hellseherischen Erbstücke dem Menschen immer mehr abhanden gekommen sind, daß jetzt unser Bewußtsein, wenn es normal funktioniert auf dem physischen Plane, so beschaffen ist, wie wir es charakterisieren konnten.
[ 2 ] We know, of course, that this consciousness differs from the earlier consciousness, which still lingers as an old clairvoyant legacy; but we also know that these old clairvoyant legacies have increasingly been lost to humankind, and that now, when our consciousness functions normally on the physical plane, it is of the nature we have described.
[ 3 ] Nun kann die Frage aufgeworfen werden: Warum haben wir als Menschen denn gegenwärtig gerade dieses so besonders geartete Bewußtsein? Aus dem Grunde, weil wir während unseres gegenwärtigen Entwickelungszyklus neben alledem, was schon charakterisiert worden ist, uns das richtige Verhältnis anzueignen haben, in dem eine Menschenseele zu der anderen Menschenseele im Weltall stehen soll. Also diese Bewußtseinsform hat eine ganz bestimmte Aufgabe.
[ 3 ] Now the question may be raised: Why do we, as human beings, currently possess this very particular kind of consciousness? The reason is that, during our present cycle of development—in addition to everything that has already been described—we must acquire the proper relationship that one human soul should have to another human soul in the universe. Thus, this form of consciousness has a very specific purpose.
[ 4 ] Sie wissen, wir sind früher in der Sonnen- und Mondenzeit und so weiter durch andere Bewußtseine durchgegangen und wir werden später, in der Jupiter-, in der Venuszeit durch andere Bewußtseine durchgehen. Wir bereiten uns nach und nach zu den verschiedenen Bewußtseinen vor. Jetzt, im gegenwärtigen Entwickelungszyklus, sollen wir durch die Art, wie wir mit der Welt leben, diese Bewußtseinsform in uns entwickeln; und neben alledem, wozu diese Bewußtseinsform in bezug auf das Moralische herangebildet werden soll, ist auch das, daß wir durch diese Bewußtseinsform in das richtige Verhältnis von Menschenseele zu Menschenseele kommen können, in dem wir vor dem Beginn der Erdenzeit noch nicht waren, und ohne das wir, wenn wir es uns während der Erdenzeit nicht angeeignet haben, während der Jupiter-, Venus-, Vulkanzeit nicht bestehen können. Also wir müssen uns durch diese Bewußtseinsform noch aneignen das richtige Verhältnis von Mensch zu Mensch.
[ 4 ] You know, we have previously passed through other states of consciousness during the Sun and Moon eras and so on, and we will later pass through other states of consciousness during the Jupiter and Venus eras. We are gradually preparing ourselves for these various states of consciousness. Now, in the current cycle of development, we are to develop this form of consciousness within ourselves through the way we live in the world; and in addition to everything else this form of consciousness is meant to cultivate in terms of morality, there is also the fact that through this form of consciousness we can attain the proper relationship between human soul and human soul—a relationship we did not yet possess before the beginning of the Earth era, and without which, if we have not acquired it during the Earth era, we will not be able to exist during the Jupiter, Venus, and Vulcan eras.
[ 5 ] Nehmen wir die Entwickelung, wie sie unserer Erdenzeit voranging in der Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit. Da war der Mensch noch nicht in diesem Sinne im richtigen Verhältnisse zu den anderen Menschen. Er stand in gewissem Sinne den anderen Menschen zu nahe. Noch während der Mondenzeit war es so — Sie können das aus verschiedenen Schilderungen, die ich gegeben habe, entnehmen -, daß, wenn einer etwas wollte, das auf den anderen Menschen weiterwirkte. Der andere Mensch verspürte gewissermaßen den Willen seines Nebenmenschen. Und daß es in der richtigen Weise geschah, das regelten die Geister der höheren Hierarchien.
[ 5 ] Let us consider the evolution that preceded our Earth era—the Saturn, Sun, and Moon eras. At that time, human beings were not yet in the proper relationship to one another in this sense. In a certain sense, they were too close to one another. Even during the Lunar Age—as you can gather from various descriptions I have given—if one person wanted something, it had a further effect on others. The other person, so to speak, sensed the will of the person next to them. And the spirits of the higher hierarchies ensured that this happened in the proper way.
[ 6 ] Diese Regelung durch die Geister der höheren Hierarchien würde, wenn sie fortdauerte, den Menschen niemals im Kosmischen ganz zur Freiheit kommen lassen. Es mußte einmal diese Regelung aufhören. Daher mußte eine solche Bewußtseinsform eintreten, die möglich machte, daß zwischen Mensch und Mensch gewissermaßen eine Grenze da war. Dadurch, daß wir auf der einen Seite nicht durch die Natur, auf der anderen Seite nicht durch die Seelenwelt durchschauen, dadurch ist das Verhältnis von einer Seele zur anderen Seele wirklich so, daß auch zwischen zwei Seelen eine gewisse Grenze geschaffen wird. Diese Grenze ist gerade durch unsere gegenwärtige Bewußtseinsform vorhanden. Es ist ja eine besondere, charakteristische Eigenschaft unserer gegenwärtigen Bewußtseinsform, daß wir eigentlich Spiegelungen empfinden. Das gilt natürlich auch für unseren Verkehr zwischen Mensch und Mensch. Dadurch, daß wir, wenn wir dem Menschen gegenübertreten, für unsere gegenwärtige Bewußtseinsform namentlich eine Spiegelung des Bewußtseins in sich selbst haben, können wir nicht so brutal an den Menschen herantreten, daß wir den Inhalt unseres Bewußtseins in seine Seele hineinergießen. Ist also unser Bewußtsein normal gut entwickelt, so verhindert es uns daran, daß wir dem Bewußtsein der anderen zu nahe treten. Ich könnte auch sagen: unsere Bewußtseins- und Intelligenzkräfte sind so angeordnet, daß wir weder einen zu großen Einfluß auf den anderen Menschen nehmen können, noch daß der andere Mensch einen zu großen Einfluß auf uns nehmen kann, weil wir durch die Spiegelung unseres Bewußtseins von dem anderen Menschen getrennt. sind.
[ 6 ] If this regulation by the spirits of the higher hierarchies were to continue, it would never allow human beings to attain complete freedom in the cosmos. This regulation had to come to an end at some point. Therefore, a form of consciousness had to emerge that made it possible for a certain boundary to exist, so to speak, between one human being and another. Because, on the one hand, we cannot see through nature, and on the other hand, we cannot see through the world of souls, the relationship between one soul and another is such that a certain boundary is created even between two souls. This boundary exists precisely because of our present form of consciousness. It is, after all, a distinctive, characteristic feature of our present form of consciousness that we actually perceive reflections. This naturally applies to our interactions with one another as well. Because, when we encounter another person, our current form of consciousness involves—in particular—a reflection of consciousness within ourselves, we cannot approach others so brutally as to pour the contents of our consciousness into their souls. Thus, if our consciousness is normally well-developed, it prevents us from encroaching too closely upon the consciousness of others. I could also say: our powers of consciousness and intelligence are arranged in such a way that we can neither exert too great an influence on another person, nor can another person exert too great an influence on us, because we are separated from the other person by the reflection of our consciousness.
[ 7 ] Das ist eine sehr bedeutsame Sache, die man recht sehr ins Auge fassen sollte zum Verständnis der menschlichen Entwickelung. Wenn irgendwo ein Defekt im normalen Bewußtsein auftritt, so sehen Sie gleich, wie die Dinge eigentlich stehen. Denken Sie sich einmal nur einen Menschen, dessen Bewußtsein nicht ganz normal entwickelt ist, der, sagen wir, ein bißchen von dem hat, was man vielleicht mit einem ärgerlichen, aber manchmal recht zutreffenden Worte in den letzten Wochen «mystische» oder sonstige «Verschrobenheit» genannt hat. Nehmen wir an, das Bewußtsein wäre nicht ganz normal, sondern neigte zu allerlei Phantasien, die gestützt wären durch gewisse abnorme Bewußtseinserlebnisse, abnorm für unsere Zeit: Sie werden immer wieder erleben, daß solche abnorme Bewußtseine auf andere Seelen einen viel größeren Einfluß haben als das normale Bewußtsein. Ein Mensch, der, wenn ich es etwas grob ausdrücken soll, ein wenig verrückt ist nach irgendeiner Richtung hin, hat auf seine Mitmenschen einen viel größeren Einfluß als ein normaler Mensch; und der Normale muß sich schützen durch Verstärkung seines Bewußtseins, um nicht einen Einfluß von dem Abnormen zu erfahren. Der Abnorme bedeutet immer, solange er nicht erkannt ist, eine gewisse Gefahr für seine Mitmenschen, weil sie sich zu stark von ihm beeinflussen lassen, weil sie ihn zu leicht für etwas Besonderes halten. Gerade da, wo der Spiegel des Bewußtseins etwas durchlöchert ist, wo das Bewußtsein nicht klar sieht, da geht durch das Loch des Bewußtseins ein zu starker Einfluß hinüber auf den anderen Menschen.
[ 7 ] This is a very significant point that should be given serious consideration in order to understand human development. Whenever a defect occurs in normal consciousness, you can immediately see how things really are. Just imagine a person whose consciousness is not fully developed—someone who, let’s say, has a bit of what has perhaps been called, in recent weeks, with an irritating but sometimes quite accurate term, “mystical” or other forms of “eccentricity.” Let’s assume that this person’s consciousness is not entirely normal, but rather tends toward all sorts of fantasies supported by certain abnormal experiences of consciousness—abnormal by today’s standards: You will find time and again that such abnormal states of consciousness have a much greater influence on other souls than normal consciousness does. A person who—to put it somewhat bluntly—is a little crazy in some way has a much greater influence on those around him than a normal person; and the normal person must protect himself by strengthening his consciousness so as not to be influenced by the abnormal. As long as the abnormal person remains unrecognized, they always pose a certain danger to those around them, because they allow themselves to be influenced too strongly by that person, because they too easily regard them as something special. Precisely where the mirror of consciousness is somewhat perforated—where consciousness does not see clearly—an excessive influence passes through the hole in consciousness and affects the other person.
[ 8 ] Also unser Bewußtsein erwerben wir uns in der gegenwärtigen Entwickelungszeit, um in das richtige Verhältnis von Menschenseele zu
[ 8 ] So we acquire our consciousness during the present stage of development in order to establish the proper relationship between the human soul and


[ 9 ] Nun können wir sagen — aus dem, was ich Ihnen in den letzten Tagen erläutert habe, geht das klärlich hervor: Da, jenseits des Schleiers der Natur, liegt die ahrimanische Welt mit all den Wesenheiten, die ich Ihnen geschildert habe. Da, jenseits des Schleiers des Seelenlebens, liegt die luziferische Welt mit all den Eigentümlichkeiten, die ich Ihnen geschildert habe. Der Mensch ist also gewissermaßen eingeschlossen zwischen der ahrimanischen und luziferischen Welt. Geht er nur ein wenig über sein Bewußtsein hinaus gegen die Natur zu, dann kann er gar nicht anders, als mit der ahrimanischen Welt Bekanntschaft zu machen. Geht er mit seinem Bewußtsein heraus gegen die Seelenwelt hin, so kann er nicht anders, als mit der luziferischen Welt Bekanntschaft zu machen.
[ 9 ] Now we can say—as is clearly evident from what I have explained to you over the past few days—that there, beyond the veil of nature, lies the Ahrimanic world with all the beings I have described to you. There, beyond the veil of soul life, lies the Luciferic world with all the characteristics I have described to you. Human beings are thus, in a sense, enclosed between the Ahrimanic and Luciferic worlds. If they step even slightly beyond their consciousness toward nature, they cannot help but come into contact with the Ahrimanic world. If they step out with their consciousness toward the world of the soul, they cannot help but come into contact with the Luciferic world.
[ 10 ] Nun haben wir eine gewisse Zeit hinter uns, in der die Menschen davor geschützt waren, nach der einen oder anderen Seite zu stark vorzustoßen. Aber wir leben jetzt wieder in einer Übergangszeit, wo es gar nicht anders sein kann, als daß die Menschenseelen nach der einen oder anderen Seite vorstoßen. Es geht gar nicht anders, als daß solch ein Vorstoß nach der einen oder anderen Seite geschieht. Das läßt sich nicht anders machen; das muß geschehen. Das fordert wieder die Zeitenentwickelung von den Menschen, denn die Sache ist die folgende.
[ 10 ] We have now left behind a certain period in which people were protected from veering too strongly in one direction or the other. But we are now living once again in a transitional period in which it is inevitable that human souls will veer in one direction or the other. It is simply inevitable that such a movement toward one side or the other will occur. There is no other way; it must happen. This is once again what the course of history demands of people, for the situation is as follows.
[ 11 ] Wir leben jetzt in der Entwickelung der Bewußtseinsseele, wie Sie wissen, und gehen entgegen der Entwickelung des Geistselbst. Solch eine Entwickelung bereitet sich lange vor. Wenn sich dieses Geistselbst einmal vollständig entwickelt haben wird in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode, dann wird das menschliche Seelenleben in vieler Beziehung ein anderes sein als jetzt. Es wird der menschliche Intellekt eine viel objektivere Macht haben, als er sie jetzt hat. Er wird viel objektiver leben. Die Menschen gehen schon diesem viel objektiveren Leben des Intellekts entgegen. Man kann das überall sehen. Ich habe das an verschiedenen Stellen meiner Vorträge immer wieder und wieder charakterisiert. Die Menschen gehen einem Seelenleben entgegen, von dem man sagen kann, daß der Intellekt sich wie eine Art öffentlicher Macht unter den Menschen ausbreitet; wirklich wie eine Art öffentlicher Macht, der sich die Menschen fügen sollen, wie eine Art objektiver, außer den Menschenseelen wirkender Macht.
[ 11 ] As you know, we are now in the stage of the development of the conscious soul and are moving toward the development of the Spirit-Self. Such a development takes a long time to prepare. Once this Spirit-Self has fully developed in the sixth post-Atlantean cultural epoch, human soul life will be different in many respects from what it is now. The human intellect will possess a much more objective power than it does now. It will function in a much more objective way. People are already moving toward this much more objective life of the intellect. This can be seen everywhere. I have described this time and again in various parts of my lectures. People are moving toward a soul life in which one can say that the intellect spreads among them like a kind of public authority; truly like a kind of public authority to which people are to submit, like a kind of objective power acting outside the human soul.
[ 12 ] Wir leben jetzt noch in einer Zeit, in der eine ganze Anzahl von Menschen sich durch eine gewisse starke Ausprägung ihrer Individualität vor dieser objektiven Macht schützen. Aber das wird immer weniger und weniger möglich sein, je mehr wir dem sechsten nachatlantischen Zeitraume entgegengehen. Es wird wirklich eine Zeit kommen, in der Erscheinungen, die jetzt erst im Anfange sind, viel, viel stärker auftreten werden. Jetzt schon kann man, wenn man in der Lage ist, die Welterlebnisse in der richtigen Weise zu taxieren in bezug auf diesen Punkt, sich einige richtige Urteile bilden. Man kann zum Beispiel jetzt schon beobachten, wie da oder dort dieses oder jenes geschrieben wird. Man weiß ganz genau, daß die Schreiber gewisser Journale eigentlich weit entfernt davon sind, nur das zu sagen, was aus ihrer Seele entspringt. Sie vertreten die Intelligenz gewisser Kreise, die Intelligenz, die so objektiv wuchert und deren Sprachrohr sie nur sind. Es ist außerordentlich bedeutsam, daß man das ins Auge faßt, denn das ist eine Erscheinung, die immer mehr überhandnehmen wird.
[ 12 ] We are still living in a time when a great many people protect themselves from this objective power through a certain strong expression of their individuality. But this will become less and less possible the closer we get to the sixth post-Atlantean epoch. A time will indeed come when phenomena that are only just beginning to emerge will manifest themselves much, much more strongly. Even now, if one is able to assess world events correctly in relation to this point, one can form some accurate judgments. For example, one can already observe how this or that is being written here and there. One knows quite precisely that the writers of certain journals are actually far from speaking only what springs from their own souls. They represent the intelligentsia of certain circles—an intelligentsia that proliferates so objectively and of which they are merely the mouthpiece. It is extraordinarily significant to bear this in mind, for this is a phenomenon that will become increasingly prevalent.
[ 13 ] Nun aber besteht eine ganz bestimmte Perspektive. Wenn sich die Intelligenz einiger Menschen objektiviert — und sie objektiviert sich schon, seitdem es eine öffentliche Literatur gibt -, dann bekommt Ahriman immer mehr und mehr die Möglichkeit, sich der Intelligenz der Menschen zu bemächtigen. Das ist eine Perspektive, die uns die Geisteswissenschaft vor die Seele stellen muß, denn Ahriman hat immer das intensivste Bestreben, die Menschen um ihren individuellen Verstand zu bringen und ihn sich selbst anzueignen, so daß der menschliche Verstand nach der Meinung Ahrimans in ahrimanische Gewalt übergehen sollte. Ahriman hat eigentlich — wie ich Ihnen das gesagt habe bei seinen Dienern, deren höhere Intelligenzkräfte mit den nie deren Menschenkräften eine geheimnisvolle Verbindung haben — immer das Bestreben, den Menschenverstand sich anzueignen und den Menschen nicht darauf kommen zu lassen, was alles sein Verstand kann. Nehmen Sie die letzte Szene zwischen Benedictus und Ahriman, in dem Mysteriendrama «Der Seelen Erwachen». Bevor Ahriman verschwindet, sagt er die Worte:
[ 13 ] But there is a very specific perspective here. When the intelligence of some people becomes objectified—and it has been doing so ever since public literature came into existence—then Ahriman gains more and more opportunity to take control of human intelligence. This is a perspective that Spiritual Science must bring to our attention, for Ahriman always has the most intense desire to deprive people of their individual intellect and to appropriate it for himself, so that, in Ahriman’s view, the human intellect should fall under Ahrimanic control. Ahriman actually—as I have told you regarding his servants, whose higher intellectual powers have a mysterious connection with their human powers—always strives to appropriate human reason and to prevent people from realizing the full extent of what their reason is capable of. Consider the final scene between Benedictus and Ahriman in the Mystery Drama *The Awakening of the Soul*. Before Ahriman disappears, he utters the words:
[ 14 ] Es ist jetzt Zeit, daß ich aus seinem Kreise
Mich schnellstens wende; denn sobald sein Schauen
Mich auch in meiner Wahrheit denken kann,
Erschafft sich mir in seinem Denken bald
Ein Teil der Kraft, die langsam mich vernichtet.
[ 14 ] It is now time for me to turn away from his circle
as quickly as possible; for as soon as his gaze
can conceive of me in my truth,
it soon creates within his mind
a part of the power that is slowly destroying me.
[ 15 ] Darin liegt ein tiefes Geheimnis, das derjenige, der sich für die Geisteswissenschaft interessiert, erkennen soll. Die Menschen müssen sich bestreben, gegen die Zukunft hin ihren Verstand individuell, richtig individuell handhaben zu lernen, ihren Verstand nicht unbewacht zu lassen; ja, ja niemals ihren Verstand unbewacht zu lassen. Das ist sehr notwendig, und es ist gut, wenn man weiß, in wie schönen, starken, vollen Worten Ahriman an die Menschen herantritt und versucht, wenn es auch der Mensch sich nicht gefallen lassen will, aber wie doch Ahriman versucht, den Menschen den Verstand - verzeihen Sie den Ausdruck — wie die Würmer aus der Nase herauszuziehen.
[ 15 ] Therein lies a profound mystery that anyone interested in Spiritual Science should come to recognize. People must strive, as they look toward the future, to learn to use their intellect individually—truly individually—and not to leave their intellect unguarded; indeed, indeed, never to leave their intellect unguarded. This is very necessary, and it is good to know in what beautiful, powerful, and rich words Ahriman approaches people and tries—even if people do not want to put up with it—to, as it were, pull their intellect out of their noses—forgive the expression—like worms.
[ 16 ] Immer mehr werden die Menschen es nötig haben, auf solche Momente zu achten. Denn gerade solche Momente benutzt Ahriman zu seinem Handwerk, wo der Mensch bei vollem Tagwachen in eine Art von Schwindelzustand kommt, in eine Art von bewußtem Dämmerungszustand, wo er sich nicht recht heimisch fühlt in der physischen Welt, wo er beginnt, sich dem Zirkeltanz des Universums zu überlassen, wo er nicht mehr gehörig als Individualität auf seinen Beinen und Füßen stehen will. Das sind die Momente, wo man sich hüten muß, denn da bekommt Ahriman leicht Oberwasser in unserer Umgebung.
[ 16 ] People will increasingly need to pay attention to such moments. For it is precisely such moments that Ahriman exploits for his purposes—moments when a person, while fully awake during the day, enters a kind of dizzying state, a kind of conscious twilight state, in which they do not quite feel at home in the physical world, in which they begin to surrender to the circular dance of the universe, in which they no longer wish to stand firmly on their own two feet as an individual. These are the moments when one must be on guard, for that is when Ahriman easily gains the upper hand in our surroundings.
[ 17 ] Wir schützen uns am besten dadurch, wenn wir uns immer mehr und mehr bestreben, ein klares und genaues Denken zu entfalten, so genau wie möglich zu denken, nicht einfach so hinzuhuschen im Denken über die Dinge, wie das heute gerade gesellschaftlicher Usus ist. Nicht hinwegspringen über die Dinge, sondern klar denken. Man sollte sogar noch weiter gehen: Man sollte versuchen, sich immer mehr und mehr zu hüten, gangbare Redensarten und Worte zu gebrauchen. Denn in dem Augenblick, wo man gangbare Worte gebraucht, die man nicht aus dem Gedanken, sondern aus der Sprachgewohnheit heraus hat, wird man, wenn auch nur für einen kurzen Moment, gedankenlos. Und das sind ganz besonders gefährliche Momente, weil man nicht darauf achtet. Man sollte darauf achten, daß man es vermeidet, solche Worte, bei denen man nicht genügend nachdenkt, zu gebrauchen. Eine solche Selbsterziehung sollte derjenige, der es mit den Aufgaben der Zeit ernst nimmt, gerade in solchen Intimitäten in ganz hervorragendem Maße in Angriff nehmen, und Sie werden das dazu Nötige leicht zusammendenken können nach dem, was ich in diesen Tagen zum Ausdruck gebracht habe.
[ 17 ] The best way to protect ourselves is by striving more and more to develop clear and precise thinking—to think as precisely as possible—rather than simply skimming over things in our thoughts, as is currently the social norm. We should not gloss over things, but think clearly. We should even go a step further: we should try to be increasingly careful not to use common phrases and words. For the moment we use common words—words that come not from thought but from linguistic habit—we become thoughtless, even if only for a brief moment. And these are particularly dangerous moments, because we do not pay attention to them. One should take care to avoid using such words without giving them sufficient thought. Anyone who takes the tasks of our time seriously should undertake this kind of self-discipline to a very high degree, especially in such intimate matters, and you will easily be able to piece together what is necessary for this based on what I have expressed in recent days.
[ 18 ] Aber auch Luzifer hat das Bestreben, den Menschen durch seinen Willen dahin zu bringen, daß er nicht aus durchdachten, durchgeistigten Impulsen heraus handelt, sondern aus Impulsen, die dem bloßen Temperament, den bloßen Neigungen entspringen. Da wieder greift Luzifer ein und macht uns zu seiner Beute. Und er wird seine Beute am besten finden, wenn möglichst viele Menschen Neigungs-, Temperamentsimpulse entwickeln, die in den dunklen Untergründen des Seelenlebens wirbeln und wurzeln, die nicht in der individuellen Sphäre sind. Wenn wir Temperamentsimpulse und andere dunkle Neigungen in uns gegenwärtig sein lassen, die uns in Zusammenhang bringen mit Menschengruppen, die also sich dadurch charakterisieren, daß man sich als Angehöriger einer Menschengruppe fühlt, dann kommt man gleich in einen Wirbel hinein, in dem einem das individuelle Willensurteil entrissen wird. Und das darf einem nicht entrissen werden, sonst bekommt Luzifer eine zu große Macht über uns. Wir müssen versuchen, uns objektiv zu machen in dieser Beziehung.
[ 18 ] But Lucifer, too, strives to lead human beings, through his will, to act not out of well-considered, spiritually inspired impulses, but out of impulses that spring from mere temperament and mere inclinations. There, once again, Lucifer intervenes and makes us his prey. And he will find his prey most easily when as many people as possible develop impulses of inclination and temperament that swirl and take root in the dark depths of the soul’s life—impulses that do not belong to the individual sphere. If we allow temperamental impulses and other dark inclinations to be present within us—ones that connect us to groups of people, that is, groups characterized by the feeling of belonging to them—then we are immediately drawn into a vortex in which our individual volitional judgment is snatched away from us. And that must not be snatched away from us; otherwise, Lucifer gains too much power over us. We must strive to maintain objectivity in this regard.
[ 19 ] Auch das kann für Luzifer günstige Momente entwickeln, wo das Gemüt gewissermaßen aus der Sphäre des normalen Bewußtseins etwas abirrt. Das sind dann radikale Erscheinungen. Aber die intimeren Erscheinungen sind schon diejenigen, wenn wir uns aus dunklen Zusammengehörigkeitsgefühlen und dergleichen bestimmen lassen. Die auffälligeren, radikaleren Abirrungen des Bewußtseins sind diejenigen, wenn der Wille defekt wird, irgendwie schwach wird, wo der Mensch nicht mehr anders kann, als sich seinem Seelenleben hinzugeben, ich möchte sagen, mit partiellem Ausschluß seines Willens.
[ 19 ] This, too, can create favorable moments for Lucifer, when the mind, so to speak, strays somewhat from the sphere of normal consciousness. These are then radical manifestations. But the more intimate manifestations are those in which we allow ourselves to be guided by obscure feelings of belonging and the like. The more conspicuous, more radical deviations of consciousness are those in which the will becomes defective, weakens in some way, and the person can do nothing but surrender to his or her inner life—I would say, with a partial suspension of the will.
[ 20 ] Diese besonders radikalen Erscheinungen haben die neueren Ärzte sogar schon auf gewisse Termini gebracht. So sprechen die neueren Ärzte schon von Zwangsvorstellungen. Solche Zwangsvorstellungen treten bei den Menschen auf, die ihr Bewußtsein nicht in einer geregelten Form eingerichtet haben, wie es für den physischen Plan sein soll. Wenn nicht das genügende Quantum Wille im Bewußtsein ist, dann treten Vorstellungen auf, die der Mensch nicht aus dem Bewußtsein fortschaffen kann. Zwangsvorstellungen, wie man sie nennt, treten auf. Sagen wir zum Beispiel — ich will ein Beispiel anführen, das in Kliniken beobachtet worden ist —, ein Mensch hat einmal gesehen, wie ein mit Gesichtskarzinom behafteter Mensch in ein Haus gegangen ist. Er hat die Geschwulst im Gesicht gesehen und ist ein schwacher Mensch in bezug auf den Willen; seine Willensimpulse sind nicht stark genug. Seitdem er nun diesen Menschen mit dem Gesichtskrebs gesehen hat, glaubt er, daß überall Krebskeime vorhanden sind, und er kann nicht anders, als überall, wo er hinkommt, Krebskeime zu vermuten, das heißt, er hat nicht genug starken Willen, um diese Vorstellung, die dazumal erregt worden ist, ins Unterbewußtsein hinunterzudrücken. Das ist ein besonderer Fall von Zwangsvorstellung. Aber so etwas tritt in großer Mannigfaltigkeit bei Menschen auf, die in der Willenssphäre nicht genügend entwickelt sind. Da bekommt Luzifer dann leicht über sie Gewalt. Eine andere Abirrung des Bewußtseins haben die neueren Ärzte die Berührungsfurcht genannt, die sich dadurch ausdrückt, daß Menschen, deren Willenssphäre zu wenig stark entwickelt ist, vor jeder Berührung mit anderen Menschen oder Gegenständen zurückschrecken, also nicht berührt sein wollen von anderen Menschen oder Gegenständen. Die Berührungsfurcht ist ein ganz bestimmter Terminus der neueren Psychiatrie.
[ 20 ] Modern physicians have even assigned specific terms to these particularly radical manifestations. For example, they already speak of obsessive thoughts. Such obsessive mental images occur in people who have not organized their consciousness in an orderly manner, as is appropriate for the physical plane. If there is not a sufficient measure of will in the consciousness, then mental images arise that the person cannot banish from their consciousness. Obsessive mental images, as they are called, arise. Let’s say, for example—I’ll cite an example that has been observed in clinics—a person once saw someone with facial cancer enter a house. He saw the tumor on the person’s face, and he is a person of weak will; his volitional impulses are not strong enough. Ever since he saw this person with facial cancer, he believes that cancerous cells are present everywhere, and he cannot help but suspect the presence of cancerous cells wherever he goes; that is, he lacks the willpower to push this mental image, which was aroused at that time, down into the subconscious. This is a specific case of an obsessive thought. But such phenomena occur in a wide variety of forms among people whose sphere of the will is not sufficiently developed. Then Lucifer easily gains power over them. Modern physicians have termed another distortion of consciousness “fear of touch,” which manifests in people whose sphere of the will is insufficiently developed recoiling from any contact with other people or objects—that is, they do not want to be touched by other people or objects. “Fear of touch” is a specific term in modern psychiatry.
[ 21 ] So könnten wir noch viele solcher Abirrungen des Bewußtseins anführen. In diesen Abirrungen zeigt sich gerade, wie unser Bewußtsein normalerweise beschaffen sein muß für den physischen Plan. Nun sind wir aber einmal in einer Zeit, in der es nicht anders möglich ist, als daß sich uns gewisse Wesen enthüllen, sowohl von der Seite hinter dem Schleier der Natur als auch von der Seite hinter dem Schleier der Seelenwelt. Es müssen sich uns die Dinge enthüllen, denn gerade wenn sich uns die Dinge nicht enthüllen, so wird das für die weitere Entwickelung der Menschen gefährlich. Gerade wenn Ahriman und Luzifer nicht in ihrem Zusammenhange mit der menschlichen Entwickelung bemerkt werden, so wird das eine gefährliche Sache für die Menschen werden. Dann nämlich, wenn sie nicht bemerkt werden, können sie am besten wirtschaften. Ich will Ihnen das in bezug auf das ahrimanische Wirtschaften durch eine kleine Anekdote klarmachen, die wahrer ist als wahr, da sie wahrhaft ist.
[ 21 ] We could cite many more such aberrations of consciousness. These aberrations reveal precisely how our consciousness must normally be constituted for the physical plane. But we now find ourselves in a time when it is inevitable that certain beings will reveal themselves to us, both from the side beyond the veil of nature and from the side beyond the veil of the soul world. These things must reveal themselves to us, for if they do not, it will become dangerous for the further development of humanity. Precisely when Ahriman and Lucifer are not recognized in their connection to human development, this becomes a dangerous matter for humanity. For it is precisely when they go unnoticed that they are most effective. I want to illustrate this to you with regard to Ahrimanic activity through a little anecdote that is truer than true, for it is truly so.
[ 22 ] In einem Dorfe kam einmal ein Fremder an, der ein Bekannter des Bürgermeisters war. Er kam zu Pferde an und ritt in das Dorf hinein. Dem Dorfe war das eine interessante Erscheinung. Die Leute liefen auf die Straße und sahen dem Fremden nach. Der stellte sein Pferd in dem Stalle des Bürgermeisters ein und verweilte vom Sonnabend über den Sonntag im Hause des Bürgermeisters. Am Montag wollte er abreisen und verlangte sein Pferd. Da sagte der Bürgermeister: Du bist doch zu Fuß gekommen, du hast doch kein Pferd gehabt. — Alle Einwände dagegen wurden von dem Bürgermeister mit den Worten beantwortet: Du hast doch kein Pferd gehabt. — Endlich sagte er: Dann fragen wir doch einmal die Leute im Dorfe, die müssen dich doch gesehen haben, als du ins Dorf hineinrittest. — Er ließ also alle Leute im Dorfe kommen und fragte sie, ob sie den Mann nicht zu Fuß haben kommen sehen, und alle sagten: Ja. - Nachdem alle dieses Zugeständnis gemacht hatten, sagte er: Nun schwört mir alle, daß der Mann zu Fuß gekommen ist. -— Und alle schworen, daß dieser Mann zu Fuß gekommen sei. Er mußte also zu Fuß und ohne Pferd das Dorf wieder verlassen. Nach einiger Zeit ritt der Bürgermeister ihm nach und brachte ihm sein Pferd. Darauf sagte der Mann: Wozu war denn nun diese ganze Komödie? Darauf erwiderte der Bürgermeister: Ich wollte dir nur meine Gemeinde vorstellen!
[ 22 ] A stranger, who was an acquaintance of the mayor, once arrived in a village. He arrived on horseback and rode into the village. This was quite a sight for the villagers. People ran out into the street to watch the stranger go by. He stabled his horse in the mayor’s stable and stayed at the mayor’s house from Saturday through Sunday. On Monday, he wanted to leave and asked for his horse. Then the mayor said, “But you came on foot; you didn’t have a horse.” — The mayor answered all objections with the words, “But you didn’t have a horse.” — Finally, he said: “Then let’s ask the people in the village—they must have seen you when you rode into the village.” — So he summoned everyone in the village and asked them if they hadn’t seen the man arrive on foot, and they all said, “Yes.” — After everyone had made this admission, he said: “Now, all of you, swear to me that the man came on foot.” — And everyone swore that this man had come on foot. So he had to leave the village on foot, without a horse. After some time, the mayor rode after him and brought him his horse. The man then said, “What was the point of all this drama?” The mayor replied, “I just wanted to introduce you to my community!”
[ 23 ] Selbstverständlich war da Ahriman im Spiele, und er hat als objektive Macht gewirkt; ganz gut hat er gewirtschaftet. Die Anekdote ist wahrer als wahr, denn sie vollzieht sich fortwährend unter uns. Das ganze menschliche Leben tendiert dahin, die Leute, die auf das Nichtvorhandensein des Pferdes schwören, immer zahlreicher zu machen.
[ 23 ] Of course, Ahriman was at work here, and he acted as an objective force; he managed things quite well. The anecdote is truer than true, for it is constantly unfolding among us. The whole of human life tends to increase the number of people who swear that the horse does not exist.
[ 24 ] Wir müssen also streng darauf achten, daß wir das konkreteste Bewußtsein haben, weil nur das ein gutes, richtiges Bewußtsein für unser Erdenleben jetzt ist. Wenn Sie alles das zusammennehmen, was Sie verfolgen können aus meiner «Geheimwissenschaft im Umriß», aus den acht Meditationen «Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen», aus dem Buche «Die Schwelle der geistigen Welt», aus dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und aus manchen Vortragszyklen, dann werden Sie sehen, daß da Wege angegeben werden, um in die entsprechenden Gebiete schon hineinzukommen. Die Wege werden so angegeben, damit die Menschen in der richtigen Weise, gut vorbereitet, hinter die Natur und hinter die Seele kommen. Da werden die Wege beschrieben, durch die man in der richtigen Weise hinter die Kulissen des Daseins kommen kann. Aber die Tendenz, das subjektive Streben sehr vieler Leute geht eigentlich nicht darauf aus, dahin zu gelangen, wohin man gelangen wollen sollte, wenn ich so sagen darf, wenn man das in diesen Schriften Angedeutete treulich befolgt. Denn in diesen Schriften wird klärlich angedeutet, daß man eigentlich aus der normalen Bewußtseinsform herausgehen soll, wenn man in die andere Welt hineingehen will, daß man aus diesen normalen Bewußtseinsformen heraus und zu einer anderen Bewußtseinsform kommen muß.
[ 24 ] We must therefore take great care to ensure that we have the most concrete consciousness, because only that is a good, true consciousness for our earthly life at this time. If you take together everything you can glean from my *Outline of Esoteric Science*, from the eight meditations in *A Path to Self-Knowledge*, from the book *The Threshold of the Spiritual World*, from the book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?* and from various lecture series, you will see that paths are outlined there for entering the corresponding realms. These paths are described so that people may, in the right way and well prepared, penetrate beyond nature and beyond the soul. The paths are described through which one can, in the right way, go behind the scenes of existence. But the tendency—the subjective striving—of very many people does not actually aim to reach where one ought to go, if I may put it that way, when faithfully following what is indicated in these writings. For these writings clearly indicate that one must actually step out of the normal form of consciousness if one wishes to enter the other world—that one must step out of these normal forms of consciousness and arrive at a different form of consciousness.


[ 25 ] Das ist wichtig zu wissen. Denn es besteht eine Tendenz bei den meisten Menschen, auch bei sehr vielen unserer Freunde, nur nicht aus dieser Bewußtseinsform hinauszugehen, sondern darinnen zu bleiben und dennoch die geistige Welt in das gewöhnliche Bewußtsein hereinzubringen: also nicht das Ich hinauszutragen, sondern in das Ich hineinzutragen die geistige Welt. In das gewöhnliche Bewußtsein soll man das Wissen von der geistigen Welt, nicht diese selbst hereintragen wollen. Wenn Sie nun treulich befolgen, was in den angedeuteten Schriften enthalten ist, so geht das so vor sich, daß Sie in Zustände versetzt werden, durch die Sie die geistige Welt erleben, und durch die Sie Erlebnisse aus dieser geistigen Welt in das Normalbewußtsein hereinnehmen können. Und dann erleben Sie nicht, während Sie in einem anderen Bewußtsein sind, dasjenige, worum es sich handelt, in Ihrem Normalbewußtsein, sondern sie erleben es da vielleicht zu einer ganz anderen Zeit. Aber viele wollen das nicht; sie wollen das, um was es sich handelt, einfach im normalen Bewußtsein erleben. Es soll aber aus einem anderen Bewußtsein in das normale treten. Bei vielen unserer Freunde ist aber das Bestreben vorhanden, Visionen im normalen Bewußtsein zu haben und nicht etwas wie eine Art Rückerinnerung an ein anderes Bewußtsein. Haben Sie aber im normalen Bewußtsein Visionen, das heißt, wollen Sie im Grunde genommen nicht ein anderes Bewußtsein entwickeln, sondern das gewöhnliche Bewußtsein beibehalten, aber trotzdem in die geistigen Welten hineinschauen, so bedeutet das: man will eigentlich nicht ernsthaft aus seinem Bewußtsein heraus, sondern man will darinnen bleiben, und da sollen sich einem Gestalten darstellen, die eigentlich so ausschauen wie Gestalten der sinnlichen Welt. Das heißt, es streben viele danach, Geister oder Geistertaten zu sehen, aber diese gar nicht anders zu sehen, als wie sie die sinnlichen Dinge auch sehen. Sie möchten einen Geist sehen, aber dieser Geist soll ein Mann, eine Frau oder ein Tier, zum Beispiel ein Pudel sein. Ein Pudel, ein Mann oder eine Frau, die sind hier in der physischen Welt für das physische Bewußtsein. Aber in der anderen Welt ist es nicht so, daß man eine Frau, einen Mann oder einen Pudel sieht. Da muß man sich klar sein: der eigentliche Vorgang liegt außerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins. Das, was ins Bewußtsein eintritt, ist höchstens ein Bildliches, ein Nachbild, das hinterher erscheint. Kurz, man darf nicht das Bestreben haben, in der geistigen Welt gleichsam nur eine Art feinerer Sinnenwelt haben zu wollen. Auf der anderen Seite darf man nicht das Bestreben haben, in der geistigen Welt etwas zu haben, was so spricht, wie Menschenworte auch sprechen, nur daß sie aus der geistigen Welt herauskommen. Die Freunde möchten oftmals nur so zuhören den Stimmen, die zu ihnen sprechen; aber diese Stimmen sollen ähnlich sein denen der physischen Welt, es sollen auch diese nur eine andere Ausgabe, eine feinere Ausgabe der physischen Welt sein. Also es möchten die Freunde hineinkommen in diesem gewöhnlichen Bewußtsein, das nur für die physische Welt ist, in die geistige Welt.
[ 25 ] This is important to know. For there is a tendency among most people—including many of our friends—not to step out of this form of consciousness, but to remain within it while nevertheless bringing the spiritual world into ordinary consciousness: that is, not to carry the “I” out, but to carry the spiritual world into the “I.” One should seek to bring the knowledge of the spiritual world into ordinary consciousness, not the spiritual world itself. If you now faithfully follow what is contained in the works mentioned, the process will unfold in such a way that you will be brought into states through which you experience the spiritual world, and through which you can bring experiences from this spiritual world into your normal consciousness. And then, while you are in a different state of consciousness, you do not experience what is at issue in your normal consciousness; rather, you may experience it there at a completely different time. But many do not want this; they simply want to experience what is at issue in normal consciousness. Yet it is meant to enter normal consciousness from a different state of consciousness. Many of our friends, however, aspire to have visions in their normal consciousness rather than something like a recollection of another state of consciousness. But if you have visions in your normal consciousness—that is, if you do not, in essence, wish to develop another state of consciousness but rather to retain your ordinary consciousness while still looking into the spiritual worlds—this means: you do not actually want to step seriously outside your own consciousness, but rather remain within it, and there you wish to see beings that actually look like beings in the sensory world. In other words, many people strive to see spirits or spiritual phenomena, but they do not want to see them any differently than they see physical objects. They want to see a spirit, but this spirit is supposed to be a man, a woman, or an animal—for example, a poodle. A poodle, a man, or a woman—these exist here in the physical world for physical consciousness. But in the other world, it is not the case that one sees a woman, a man, or a poodle. One must be clear about this: the actual process lies outside ordinary consciousness. What enters consciousness is, at most, an image—an afterimage that appears afterward. In short, one must not aspire to have, in the spiritual world, merely a kind of finer sensory world, as it were. On the other hand, one must not aspire to have, in the spiritual world, something that speaks just as human words do, only that they come from the spiritual world. Friends often wish simply to listen to the voices that speak to them; but these voices are supposed to be similar to those of the physical world—they, too, are supposed to be merely another version, a more subtle version, of the physical world. Thus, friends wish to enter the spiritual world through this ordinary consciousness that is intended solely for the physical world.
[ 26 ] Es sind wirklich die meisten Visionen oder Stimmen, von denen einem erzählt wird, von dieser Art, die ich eben charakterisiert habe. Da liegt aber eine bestimmte Tatsache vor: Wenn wir solche Visionen haben oder solche Stimmen hören, dann haben immer Luzifer und Ahriman ein leichtes Spiel mit uns, dann bemächtigen sie sich dieser Dinge und nehmen sie für sich in Anspruch, denn die Menschen haben das Bestreben, alles das eigentlich ins Unrichtige hinein zu interpretieren. Werden diese Dinge in der richtigen Weise interpretiert, dann haben Luzifer und Ahriman nichts davon.
[ 26 ] Most of the visions or voices that people tell us about are indeed of the kind I have just described. But there is a certain fact here: When we have such visions or hear such voices, Lucifer and Ahriman always have an easy time with us; they take control of these things and claim them for themselves, because people tend to interpret all of this in the wrong way. If these things are interpreted correctly, then Lucifer and Ahriman gain nothing from them.
[ 27 ] Sie sehen, da liegen Unterscheidungen vor, die wirklich richtig beachtet werden müssen. Wir müssen also uns ganz bewußt bleiben der Möglichkeit: sobald wir ins gewöhnliche Bewußtsein, das eigentlich nur für die physische Welt geartet ist, irgend etwas anderes hereinbringen, kommen wir zu der Skylla und Charybdis von Ahriman und Luzifer. Ahriman und Luzifer in dieser Beziehung als reale Mächte anzuerkennen, dazu müssen wir uns schon durchringen. Daher wurde ein so großes Gewicht gelegt auf die Beziehung zwischen Ahriman und Luzifer, und deshalb wurde auch unsere Statue so aufgebaut, damit das auch bildlich richtig vorgeführt werde.
[ 27 ] As you can see, there are distinctions here that really must be taken into account. We must therefore remain fully aware of the possibility that as soon as we introduce anything else into ordinary consciousness—which is actually suited only for the physical world—we find ourselves caught between the Scylla and Charybdis of Ahriman and Lucifer. We must bring ourselves to recognize Ahriman and Lucifer as real forces in this regard. That is why such great emphasis was placed on the relationship between Ahriman and Lucifer, and why our statue was designed in such a way as to depict this relationship accurately.
[ 28 ] Nun könnten Sie sagen: Wenn die Dinge so stehen, wäre es denn wirklich nicht gescheiter, daß man es machen würde wie die Naturforscher, welche die Dinge so darstellen, daß Ahriman zwar in dem darinnen ist, was sie sagen, aber trotzdem Ahriman nicht gelten lassen wollen? Oder es machen wie die gewöhnlichen Seelenpfleger der einzelnen Religionsgemeinschaften, die die Sache so darstellen, daß Luzifer überall darinnen ist, aber es auch nicht sagen? Sie betrachten es als etwas Schlimmes, wenn man erfährt, daß da das Tor ist für Luzifer. - Aber wer so sagt in unserer Zeit, der spricht nicht sehr klug. Denn zu sagen: Dann ist es gescheiter, man macht es so, wie die Naturphilosophen und die Seelsorger der einzelnen Religionsgemeinschaften —, das käme in bezug auf das Seelische dem Verlangen gleich, jemandem, der einen Abgrund überqueren soll auf einem Brett, das nicht sehr breit ist und der eine ziemliche Strecke über dieses Brett gehen soll, nicht zu sagen, daß er sich in Gefahr begibt. Das zu sagen, stellt sich aber als Notwendigkeit heraus. Sonst ist es so, wie wenn man sagen würde: Es ist richtig, daß der Mann in Gefahr kommen kann, es ist aber gescheiter, ihm davon nichts zu sagen. — Dadurch, daß man von den Dingen weiß - und man wird davon wissen müssen -, wird die Gefahr nicht größer und nicht kleiner.
[ 28 ] Now you might say: If that is the case, wouldn’t it really be wiser to do as the natural scientists do, who present things in such a way that, although Ahriman is indeed present in what they say, they nevertheless refuse to acknowledge Ahriman? Or to do as the ordinary spiritual guides of the various religious communities do, who present the matter in such a way that Lucifer is present everywhere, yet do not actually say so? They regard it as a bad thing when people learn that this is the gateway for Lucifer. — But anyone who speaks this way in our time is not speaking very wisely. For to say, “Then it is wiser to do as the natural philosophers and the spiritual leaders of the various religious communities do”—that would, in regard to spiritual matters, be tantamount to not telling someone who is to cross an abyss on a plank that is not very wide, and who must walk a considerable distance across that plank, that he is putting himself in danger. Yet saying this turns out to be a necessity. Otherwise, it would be like saying: “It is true that the man may be in danger, but it is wiser not to tell him about it.”—The fact that one knows about these things—and one will have to know about them—does not make the danger any greater or any smaller.
[ 29 ] Es wird eine Zeit kommen, wo sich Ahriman des Verstandes und Luzifer des Willens der Menschen wird bemächtigen wollen, und dem kann nur dadurch entgegengearbeitet werden, daß diese Dinge erkannt werden; und erkannt werden können sie nur durch eine entsprechende geisteswissenschaftliche Bewegung. Es ist sehr merkwürdig zu sehen, wie Ahriman und Luzifer am Werke sind, wie sie Dinge vollführen, durch die sie nicht bemerkt werden. Interessant ist es, wenn man die neuere Psychiatrie von diesem Gesichtspunkte aus studiert. Diese moderne Psychiatrie hat wirklich viele Dinge erkannt, die als Tatsachen vorliegen, die aber nicht in der richtigen Weise charakterisiert werden können, weil man nicht in Betracht zieht, daß diese geistigen Gewalten, die hinter der Schwelle liegen, an den Menschen herankommen. Sehen Sie, da will ich Ihnen eine Stelle, die sehr interessant ist, vorlesen aus einem Buche von Cullerre. Der sagt, mit Bezug auf eine gewisse Tendenz der modernen Psychiatrie, eine sehr merkwürdige Sache. Nicht wahr, die moderne Psychiatrie geht darauf aus, alles, was im Menschen nicht ganz durchschnittlich normal ist, was ein gewisses Niveau nach der einen oder anderen Seite verläßt, in die Nähe des Irrsinns zu bringen. So gibt es zahlreiche Abhandlungen, welche in der Jungfrau von Orleans nur eine hysterische Persönlichkeit sehen. Jetzt häufen sich nach und nach auch solche Abhandlungen, welche in dem Christus Jesus einen nicht ganz normalen Menschen sehen. Cullerre sagt also: Es gibt noch Menschen, «die außer sich sind vor Entrüstung bei dem Gedanken, daß die Wissenschaft, welche doch nichts, was sie berührt, entweihen kann, sich imstande glaubt, den Teil Narrheit abzuwägen, welcher sich der Weisheit eines Sokrates oder dem Genie eines Pascal beigemischt finden kann.» Es gibt auch Abhandlungen, die Goethes Narrheit nachweisen und dergleichen.
[ 29 ] A time will come when Ahriman will seek to take control of human reason and Lucifer of human will, and this can only be countered by recognizing these things; and they can only be recognized through a corresponding movement in Spiritual Science. It is very remarkable to see how Ahriman and Lucifer are at work, how they carry out actions through which they remain unnoticed. It is interesting to study modern psychiatry from this perspective. This modern psychiatry has indeed recognized many things that are factual, but which cannot be properly characterized because it does not take into account that these spiritual forces, which lie beyond the threshold, are approaching human beings. You see, I’d like to read you a passage—one that’s very interesting—from a book by Cullerre. Referring to a certain tendency in modern psychiatry, he says something quite remarkable. Isn’t it true that modern psychiatry tends to classify everything in a person that isn’t quite average or normal—anything that deviates from a certain standard in one direction or another—as bordering on insanity? Thus, there are numerous treatises that see in the Maid of Orleans nothing more than a hysterical personality. Now, little by little, there is also a growing number of such treatises that view Jesus Christ as a person who was not entirely normal. Cullerre therefore says: There are still people “who are beside themselves with indignation at the thought that science—which, after all, cannot desecrate anything it touches—believes itself capable of weighing out the element of folly that may be found mingled with the wisdom of a Socrates or the genius of a Pascal.” There are also treatises that demonstrate Goethe’s folly and the like.
[ 30 ] Da haben wir direkt ahrimanische Wissenschaft, aber falsche ahrimanische Wissenschaft, eine Wissenschaft, die sich bemüht zu zeigen, wie Goethe in gewisser Beziehung zwar ein moralisches Genie ist, aber wie er dazu nur dadurch kommen konnte, daß seinem Wesen ein gewisses Quantum Narrheit beigemischt war. Sokrates hat das besser gewußt: er hat von seinem Dämon gesprochen, er wußte, daß seine Seele angrenzt an objektive geistige Mächte. Für ihn war das klar. Aber der moderne Gelehrte, der moderne Psychiater möchte das so charakterisieren, daß Narrheit beigemischt ist dem Sokrates oder irgendeinem anderen. Ahriman soll verborgen werden, und er will verborgen sein! Und in ähnlicher Weise ist es auch bei Luzifer.
[ 30 ] Here we have Ahrimanic science in its purest form—but false Ahrimanic science, a science that strives to show how Goethe, in a certain sense, is indeed a moral genius, but how he could only have attained this because a certain measure of folly was mixed into his nature. Socrates knew better: he spoke of his daemon; he knew that his soul was in contact with objective spiritual powers. That was clear to him. But the modern scholar, the modern psychiatrist, would characterize it as though folly were mixed in with Socrates or anyone else. Ahriman is to be concealed, and he wants to be concealed! And the same is true of Lucifer.
[ 31 ] Nun ist es so: Würde man ohne weiteres heute pflegen, was in gewissen okkulten Orden als Geheimwissen figuriert mit all der Symbolik, so würde man sehr leicht, wie ich das schon gestern ausgeführt habe, in die Hände Ahrimans überliefern, was bisher als Okkultismus getrieben worden ist. Würde man das, was bisher als Mystik getrieben worden ist, heute für den Menschen verwenden, so würde man leicht die Mystik den Händen Luzifers überliefern. Zwischen beiden Klippen muß das Schiff der Geisteswissenschaft hindurchgesteuert werden. Das ist außerordentlich wichtig. Es muß also die Geisteswissenschaft so geformt werden, daß weder die mystischen noch die okkulten Abirrungen wirklich Platz greifen können.
[ 31 ] The fact is this: If one were to simply adopt today what is regarded as secret knowledge in certain occult orders—with all its symbolism—one would very easily, as I explained yesterday, deliver into the hands of Ahriman what has hitherto been practiced as occultism. If one were to apply what has hitherto been practiced as mysticism to human life today, one would easily deliver mysticism into the hands of Lucifer. The ship of Spiritual Science must be steered between these two rocks. This is of the utmost importance. Spiritual Science must therefore be shaped in such a way that neither mystical nor occult aberrations can truly take hold.
[ 32 ] Nun habe ich Ihnen gestern gesagt, daß, wenn man den Schleier der Natur durchstößt, man hineinkommt in eine Region, wo Wesen auftreten, die Zerstörungssinn haben. Aber dieser Zerstörungssinn ist gerade verwandt mit dem menschlichen Intellekte. Ich habe geschildert, wie der Mensch werden kann, wenn er diesen Wesen verfällt. Das darf nicht sein. Ich habe Ihnen auch geschildert, wie der Mensch brünstig werden kann in bezug auf seine geistigen Angelegenheiten, wenn er einer falschen Mystik verfällt, also gewissen religiösen Übeln verfallen würde. Beides darf nicht sein. Ich sagte, daß die Esoteriker unter den Okkultisten sich besonders angestrengt haben, die Menschen dazu zu zwingen, ihren Verstand auf die Entzifferung von Symbolen zu verwenden, so daß sie nicht in einer unberechtigten Weise da durchkommen und mißbraucht werden von den Mächten, die einem in diesen Grenzregionen so furchtbar entgegentreten. Man kann diese Wesen dadurch abhalten, daß man in einer solchen Weise den Verstand anwendet, wie es etwa bei der Entzifferung der Symbole geschieht. Das hat man früher getan. Aber es reicht eben für die gegenwärtige Zeit nicht aus. Es ist eigentlich nicht recht anwendbar für die gegenwärtige Zeit.
[ 32 ] Now, I told you yesterday that when one pierces the veil of nature, one enters a realm where beings with a destructive nature appear. But this destructive impulse is closely related to the human intellect. I have described what a person can become if they fall prey to these beings. That must not happen. I have also described how a person can become fanatical in their spiritual pursuits if they succumb to false mysticism—that is, if they fall prey to certain religious evils. Neither of these things must happen. I said that the esotericists among the occultists have made a special effort to compel people to apply their intellect to the deciphering of symbols, so that they do not pass through those realms in an unwarranted manner and are not exploited by the forces that confront one so terribly in these border regions. One can ward off these beings by applying the intellect in the same way one does, for example, when deciphering symbols. This is what was done in the past. But it is simply not sufficient for the present time. It is actually not really applicable to the present time.
[ 33 ] Und nun werden Sie finden, daß bei der Art und Weise, wie unsere Geisteswissenschaft vor die Menschheit hintritt, in einer anderen Weise die Abirrung in die Region des Ahriman vermieden wird. Da müssen Sie auf eine Eigentümlichkeit in dem Leben unserer Gesellschaft eingehen, insofern unsere Gesellschaft Geisteswissenschaft betreiben will. Es ist ein sehr, sehr häufiges Wort, das einem begegnet, wenn die Geisteswissenschaft an den oder jenen herankommt, das Wort: Begreifen kann ich diese Dinge nicht, bevor ich sie selber hellseherisch sehe. Ich nehme sie auf Treu und Glauben hin. — Ich habe oft betont: Vom richtigen Gesichtspunkte aus gesehen, ist die Sache doch nicht so. Die Menschen haben gegenwärtig dasjenige Maß von Intellekt, durch das alles, was gegeben wird, wirklich erkannt werden kann. Die ganze Geisteswissenschaft, wie sie gegeben ist, kann verstanden werden mit dem Maße von Intellekt, der gegenwärtig unter den Menschen ist. Gefunden kann sie damit nicht werden, aber verstanden werden kann sie. Und wie oft wird an diesen Intellekt appelliert, meine lieben Freunde. Er ist da, dieser Intellekt, er kann aufgebracht werden; und wer das nicht zugeben will, der irrt. Wenn dasjenige, was in der Geisteswissenschaft gegeben ist, so verarbeitet wird, daß der Intellekt auch angewendet wird, dann wird er in der richtigen Weise angewendet. Dann ist es ganz unmöglich, in einer unrechtmäßigen Weise in das ahrimanische Gebiet hineinzukommen. Man kann durch die Geisteswissenschaft, wie sie gegeben wird, nicht auf eine unrechtmäßige Weise in das ahrimanische Gebiet hineinkommen. Denn, es sind nur zwei Fälle möglich. Entweder die Menschen strengen sich an, sie zu verstehen, dann verwenden sie den Intellekt, der mißbraucht werden kann von den ahrimanischen Geistern, auf das Verständnis der Geisteswissenschaft, und dann kann er ihnen nicht entrissen werden. Ahriman kann machen, was er will: den Verstand, den die Menschen in der Gegenwart oder Zukunft anwenden auf das Studium der Geisteswissenschaft, den kriegt er nicht. Dessen können Sie sicher sein. Oder wenn die Menschen nicht darauf ausgehen, die Geisteswissenschaft zu verstehen, dann verwenden sie keinen Intellekt darauf, dann ist aber die Geisteswissenschaft nicht schuld an irgend etwas. Dann kann nur die Trägheit gegenüber der Geisteswissenschaft schuld sein.
[ 33 ] And now you will find that the way in which our Spiritual Science presents itself to humanity helps to avoid straying into the realm of Ahriman in a different way. Here you must address a distinctive feature of our Society’s life, insofar as our Society seeks to pursue Spiritual Science. There is a very, very common phrase one encounters when Spiritual Science is presented to this or that person: “I cannot understand these things until I see them clairvoyantly for myself. I accept them on faith.” — I have often emphasized: Viewed from the correct perspective, this is not actually the case. People currently possess the degree of intellect through which everything that is presented can truly be recognized. The entire field of Spiritual Science, as it is presented, can be understood with the degree of intellect that currently exists among human beings. It cannot be discovered through it, but it can be understood. And how often is this intellect appealed to, my dear friends. This intellect is there; it can be mobilized; and anyone who refuses to admit this is mistaken. If what is presented in Spiritual Science is processed in such a way that the intellect is also applied, then it is applied in the right way. Then it is entirely impossible to enter the Ahrimanic realm in an improper manner. Through Spiritual Science, as it is presented, one cannot enter the Ahrimanic realm in an improper way. For there are only two possible cases. Either people make an effort to understand it—in which case they apply the intellect, which can be misused by the Ahrimanic spirits, to the understanding of Spiritual Science—and then it cannot be wrested from them. Ahriman can do whatever he wants: he cannot get hold of the intellect that people apply—whether in the present or the future—to the study of Spiritual Science. You can be certain of that. Or, if people do not set out to understand Spiritual Science, then they do not apply their intellect to it; in that case, however, Spiritual Science is not to blame for anything. Then the only thing to blame can be indifference toward Spiritual Science.
[ 34 ] Sie sehen, in welche Region von zerstörerischen Geistern man da hineinkommen kann. Das zeigt sich am besten, wenn man eine Seele beobachtet unmittelbar in dem Moment, wo sie durch die Pforte des Todes gegangen ist. In diesem Moment schwirren sie ganz besonders heran, diese geistigen Wesenheiten. Da sind sie in Fülle da, und es ist nicht zu verwundern, daß sie da sind, denn sie sind ja die Geister der Zerstörung. Ihre regelmäßige Tätigkeit ist es, daß sie an der Zerstörung der physischen Organisation arbeiten. Das gehört zu ihrem Handwerk. Sie dürfen nur nicht zu lange dableiben.
[ 34 ] You can see what kind of realm of destructive spirits one can enter there. This is most clearly evident when one observes a soul at the very moment it has passed through the gate of death. At that very moment, these spiritual entities swarm in with particular intensity. They are there in great numbers, and it is no surprise that they are there, for they are, after all, the spirits of destruction. Their regular activity is to work toward the destruction of the physical body. That is part of their trade. They just must not stay there too long.
[ 35 ] Die Menschen nun, welche geistiges Verständnis in sich aufgenommen haben, halten sich diese Wesenheiten vom Leibe. Aber viel Macht haben diese Geister über die materialistisch denkenden Seelen, über die Seelen, die sich kein Verständnis aneignen für die geistige Welt. Und viel leiden von Ahriman diejenigen Seelen, welche es im Leben verschmäht haben, sich geistiges Verständnis anzueignen. Die griechische Mythe hat dieses Verschmähen des Verständnisses der geistigen Welt sehr schön dargestellt in der Gestalt des Tantalus. Das ist derjenige, dem die Götter Speisen vorgesetzt haben, aber so, daß er sie nicht erreichen konnte, und dann zusahen, wie er dadurch Qualen auszustehen hatte.
[ 35 ] People, however, who have developed spiritual understanding within themselves, keep these beings at bay. But these spirits wield great power over materialistically minded souls—over those souls that refuse to acquire an understanding of the spiritual world. And those souls who, in their lifetime, have spurned the acquisition of spiritual understanding suffer greatly at the hands of Ahriman. Greek mythology has beautifully depicted this rejection of an understanding of the spiritual world in the figure of Tantalus. He is the one to whom the gods set food before him, but in such a way that he could not reach it, and then watched as he was forced to endure torment as a result.
[ 36 ] Solche Tantalusse kann man heute viele sehen. Es sind dies alles materialistische Seelen, die sich kein Verständnis aneignen wollen für die geistige Welt. Das sind alles Tantalusse. Sie sind es in dem Sinne, als ihnen nach dem Tode während der Kamalokazeit, wenn sie ihre Lebenszeit durchgehen - rückwärts in einem Drittel, wie Sie wissen -, alles weggeschnappt wird. Dann haben sie überall, indem sie sehen, in was sie gelebt haben, das Gefühl: Wozu habe ich dies oder das getan? Sie sehen, da kommt gleich einer der zerstörenden Geister und schnappt es ihnen weg, so daß sie finden: Ich habe es eigentlich für nichts getan! - Es ist das natürlich eine Täuschung, aber sie leiden die Tantalusqualen, weil die Geister der Zerstörung in ihrer Nähe sind. Weil sie sich kein Verständnis erworben haben, können sie nicht sehen, daß allerdings unser ganzes Erdenleben von der Geburt bis zum Tode sinnlos wäre, wenn es nicht durchdrungen wäre von den Geistern der höheren Hierarchien. Aber diese Geister der höheren Hierarchien können sienicht sehen beim Zurückleben, und so muß ihnen alles sinnlos erscheinen.
[ 36 ] You can see many such Tantaluses today. These are all materialistic souls who do not wish to acquire an understanding of the spiritual world. They are all Tantaluses. They are so in the sense that after death, during the Kamaloka period—when they review their lives in reverse, one-third at a time, as you know—everything is snatched away from them. Then, as they look back on everything they have lived through, they are overcome by the feeling: Why did I do this or that? They see that one of the destructive spirits is about to come and snatch it away from them, so that they conclude: I actually did it for nothing!—This is, of course, an illusion, but they suffer the torments of Tantalus because the spirits of destruction are near them. Because they have not acquired any understanding, they cannot see that our entire earthly life, from birth to death, would indeed be meaningless if it were not permeated by the spirits of the higher hierarchies. But they cannot see these spirits of the higher hierarchies as they relive their lives, and so everything must seem meaningless to them.
[ 37 ] Den falschen Okkultismus vermeidet unsere Geisteswissenschaft dadurch, daß sie wirklich das immer stärker und stärker werdende Quantum von Intellekt, das unter die Menschen kommt, dazu verwendet, eine Wissenschaft zu begründen, zu der eben ein größeres Quantum von Intellekt notwendig ist, als es bisher nötig war. Es muß unsere Wissenschaft so sein, daß sie mehr Verstand notwendig macht, als man bisher anzuwenden gewohnt ist. Wenn man sagt, die Geisteswissenschaft kann man nicht verstehen, so liegt es aber nicht daran, daß man nicht genug Verstand hat, sondern daß man nicht genügend Verstand anwenden will. Darüber möchte man sich gerne täuschen. Würde man so viel Verstand anwenden, wie der Mensch heute schon aufbringen kann, so würde man die Geisteswissenschaft schon verstehen. Und es muß so sein, daß die Geisteswissenschaft mit diesem Verstande rechnet: Dadurch vermeidet man mit unserer Geisteswissenschaft auf der einen Seite die Skylla; dadurch, daß soviel Verstand aufgebracht wird, überwinden wir die Skylla. Der Geisteswissenschafter weiß, warum die Menschen nicht geneigt sind, sich auf die Geisteswissenschaft einzulassen. Es ist deshalb so, weil sie nicht genügend Verstand anwenden wollen, weil sie träge sind. Deshalb habe ich vorhin von der Trägheit gesprochen.
[ 37 ] Our Spiritual Science avoids false occultism by truly utilizing the ever-increasing measure of intellect that is coming among human beings to establish a science that requires a greater measure of intellect than has been necessary up to now. Our science must be such that it requires more intellect than people have been accustomed to applying up to now. When people say that Spiritual Science cannot be understood, it is not because they lack sufficient intellect, but because they are unwilling to apply enough of it. People like to delude themselves about this. If one were to apply as much intellect as a person is already capable of mustering today, one would already understand Spiritual Science. And it must be the case that Spiritual Science counts on this intellect: in this way, our Spiritual Science avoids Scylla on the one hand; by mustering this much intellect, we overcome Scylla. The spiritual scientist knows why people are not inclined to engage with Spiritual Science. It is because they are unwilling to apply enough intellect—because they are sluggish. That is why I spoke of sluggishness earlier.
[ 38 ] Auf der anderen Seite muß auch die Klippe der falschen Mystik vermieden werden. Das kann dadurch geschehen, daß vermieden wird dieses, ich möchte sagen Zusammenkauern in das bloße menschliche Innere. Dieses fortwährende nur in seiner eigenen Seele leben und spinnen, dieses fortwährende in der eigenen Seele spintisieren, muß überwunden werden. Die eigene Seele muß aus sich herausgehen und auf die tieferen Zusammenhänge im äußeren Leben liebevoll hinschauen.
[ 38 ] On the other hand, one must also avoid the pitfall of false mysticism. This can be achieved by avoiding—I would say—this retreating into the mere human inner world. This constant habit of living and spinning only within one’s own soul, this constant “spinning” within one’s own soul, must be overcome. One’s own soul must step outside of itself and look lovingly at the deeper connections in external life.
[ 39 ] Daher wurde versucht, die Möglichkeit zu bieten, auf solche Zusammenhänge, die auch äußerlich gesehen werden können, hinschauen zu können; dazu wurden die Mysteriendramen gegeben. Darin zeigen sich Ihnen immer innere Seelenvorgänge. Indem Sie das, was zum Beispiel bei Capesius vorgeht, verstehen lernen und sehen, wie Capesius von Ereignis zu Ereignis geht, dadurch spannen Sie das Innenleben vermöge der gestaltend schaffenden und plastischen Tätigkeit an. Und das ist auch das Wesen unserer Kunst. Das liegt unserem ganzen Bau zugrunde, daß die Seelen von sich loskommen, daß sie nicht in eine falsche Mystik hineinkommen. Es ist nötig, daß dieses ins Auge gefaßt wird, und so werden wir dann auch die Charybdis der falschen Mystik vermeiden.
[ 39 ] For this reason, an attempt was made to offer the opportunity to observe such connections, which can also be perceived from the outside; the Mystery Dramas were presented for this purpose. In them, inner soul processes are always revealed to you. By learning to understand what is happening, for example, within Capesius, and by seeing how Capesius moves from one event to the next, you engage your inner life through formative, creative, and plastic activity. And that is also the essence of our art. This underlies our entire structure: that souls detach themselves from themselves, that they do not fall into a false mysticism. It is necessary to keep this in mind, and in this way we will also avoid the Charybdis of false mysticism.
[ 40 ] Alles das, was wir tun, um die geheimen Zusammenhänge des Menschenlebens außer uns zu deuten, das bewahrt uns vor falscher Mystik. Wenn wir so Capesius verfolgen, dann leben wir im seelischen Leben und Weben, aber wir spinnen nicht an unserem eigenen seelischen Leben und Weben, wir gehen aus uns heraus. Zu dem, wozu der Mystiker sonst kommt, kommen wir schon auch. Also es muß wirklich in einer zielbewußten Weise zwischen den beiden Klippen das Schiffchen der Geisteswissenschaft hindurchgeführt werden. Es muß gerade das gegeben werden, was falschen Okkultismus und falsche Mystik vermeidet.
[ 40 ] Everything we do to interpret the hidden connections of human life outside of ourselves protects us from false mysticism. When we follow Capesius in this way, we live within the life and weaving of the soul, but we do not spin from our own soul life and weaving; we step outside of ourselves. We, too, arrive at what the mystic otherwise reaches. So the little boat of Spiritual Science must truly be steered in a purposeful manner between these two cliffs. It is precisely what avoids false occultism and false mysticism that must be provided.
[ 41 ] So lebt unsere Geisteswissenschaft wirklich im Einklange mit den Bedürfnissen, mit den Anforderungen unserer Zeit. Es ist wirklich sehr wichtig, daß wir das ins Auge fassen, und deshalb mußte ich mich oftmals wenden gegen eine falsche Popularisierung der Geisteswissenschaft, gegen eine solche Popularisierung, die nicht ein genügend anstrengendes Denken erfordern würde. Und ebenso mußte ich mich wenden gegen alles, was auf eine brünstige, egoistische Mystik hinarbeitet, was immer nur schwimmt in dem, das bezeichnet werden kann mit dem Ausdrucke: In deinem Inneren findest du das Wirkliche, das Göttliche und so weiter -, das nicht das Göttliche suchen will im äußeren Verlaufe des Lebens, indem man liebevoll den Erscheinungen folgt.
[ 41 ] Thus, Spiritual Science truly lives in harmony with the needs and demands of our time. It is truly very important that we keep this in mind, and that is why I have often had to speak out against a misguided popularization of Spiritual Science—a popularization that would not require sufficiently rigorous thinking. And likewise, I have had to oppose everything that works toward a fervent, egotistical mysticism—that which merely floats in what can be described by the expression: “Within yourself you will find the real, the divine, and so on”—that which does not seek the divine in the outward course of life by lovingly following the phenomena.
[ 42 ] Ich habe neulich zu jemandem gesagt, daß die Geisteswissenschaft als etwas sehr Nützliches betrachtet werden könne. Ich sagte es nicht, um in irgendeiner unbescheidenen Weise die Verdienste der geisteswissenschaftlichen Bewegung hervorzuheben, sondern lediglich um zu zeigen, daß in dieser Bewegung wirklich das Positive genommen werden könnte. Ich sagte: Selbst wenn man nur jenes Positive nimmt, das man zugeben kann, und alles andere links liegen läßt, was einen nicht interessiert, könnte unsere Geisteswissenschaft doch als etwas außerordentlich Nützliches angesehen werden. Verfolgen Sie die Art und Weise, wie wir unsere Geisteswissenschaft während eineinhalb Jahrzehnt betrieben haben, dann werden Sie sehen, daß wir neben alledem, was wir geisteswissenschaftlich gegeben haben, mitten darinnen in dem Geisteswissenschaftlichen, eine große Summe von naturwissenschaftlichen Wahrheiten, von kunstgeschichtlichen Wahrheiten gegeben haben, eine ganze Menge solcher Dinge. Man nehme nur einmal hypothetisch an, wir würden gar nichts Geisteswissenschaftliches geben, sondern nur das, was wir an naturwissenschaftlichen und kunstwissenschaftlichen Wahrheiten bringen, so würde man das allein schon als etwas Positives nehmen können. Daß aber Positives geboten wird, das geschieht auch wiederum absichtlich und wohl erwogen, denn dadurch bekommt man eben das menschliche Gemüt von dieser Spintisiererei frei. - Und so wurde in jeder Art gesucht, unsere geisteswissenschaftliche Bewegung so zu gestalten, daß sie in der richtigen Weise vorwärtsrückt. So wurde diese geisteswissenschaftliche Bewegung wirklich als eine Art Organismus aufgefaßt. Und wenn wir sie als einen Organismus auffassen, dann können wir vielleicht auch so denken: dann muß sie auch so heranwachsen wie ein Organismus, wie ein menschlicher Organismus, der gegen das siebente Jahr die zweiten Zähne bekommt. Er muß sich der zweiten Zähne bedienen, seiner individuellen Zähne, die er da bekommt.
[ 42 ] I recently told someone that Spiritual Science could be regarded as something very useful. I did not say this to highlight the merits of the Spiritual Science movement in any immodest way, but merely to show that the positive aspects of this movement could indeed be taken to heart. I said: Even if one takes only the positive aspects that one can acknowledge and sets aside everything else that does not interest one, our Spiritual Science could still be regarded as something extraordinarily useful. If you trace the way in which we have pursued our Spiritual Science over the past one and a half decades, you will see that, in addition to everything we have contributed in the realm of Spiritual Science—right at the heart of that Spiritual Science—we have also provided a great many scientific truths and truths regarding the history of art, a whole host of such things. Let us just hypothetically assume that we would offer nothing at all in the realm of Spiritual Science, but only what we contribute in terms of truths from the natural sciences and the history of art; even that alone could be regarded as something positive. But the fact that something positive is offered is, in turn, done intentionally and with careful consideration, for this is precisely what frees the human mind from such idle speculation. - And so every effort was made to shape our Spiritual Science movement in such a way that it would move forward in the right direction. Thus, this Spiritual Science movement was truly conceived as a kind of organism. And if we view it as an organism, then perhaps we can also think of it this way: it must grow just as an organism does—like a human organism that gets its second set of teeth around the age of seven. It must make use of its second set of teeth, its individual teeth, which it receives at that time.
[ 43 ] Ich habe in früheren Vorträgen auseinandergesetzt, daß wir anknüpfen mußten an die theosophische Bewegung. Im Jahre 1902 begründeten wir die Deutsche Sektion und knüpften damit an die theosophische Bewegung an. Wir konnten anfangs weiterschreiten, indem wir uns durchaus selbständig entwickelten, wie ich es Ihnen gezeigt habe, doch so, daß wir in der theosophischen Bewegung darinnen lebten. Aber dann mußten wir eigene Zähne bekommen. Wir hatten sie sehr notwendig. Im Jahre 1909, 1902 + 7 = 1909, da war es notwendig, auch eigene Zähne zu bekommen. Erinnern Sie sich, daß damals gerade die Jahre waren, in denen die Leadbeater-Affäre alles unsicher machte. Sie sehen, da war es schon notwendig, die eigenen Zähne nach und nach zu entwickeln. Das Jahr 1916 ist nicht mehr weit. Da werden wir dann die zweiten sieben Jahre hinter uns haben. Wenn wir diese zweiten sieben Jahre hinter uns haben und ernstlich an einen Organismus denken, dann muß dieser Organismus reif werden. Nun soll die geisteswissenschaftliche Bewegung, wenn sie ein richtiger Organismus ist, zeigen, daß sie reif geworden ist. Wirklich reif soll sie sein, soll aus sich selbst heraus etwas leisten können. Nach allem, was gegeben worden ist, sollte man nun so weit sein, daß man auch ohne den Lehrer weiter etwas sein könnte, bestehen und wirken könnte. So etwas wollte vorbereitet sein. Ich habe oftmals darauf aufmerksam gemacht, daß so etwas notwendig ist. Und in der Tat, wir müssen ins Auge fassen, daß so etwas notwendig ist. Ich habe es auch früher schon in Berlin gesagt: Die Gesellschaft für theosophische Art und Kunst sollte etwas sein, was sich von mir ablöst und ein eigenes Leben führt. — Das aber wird immer mehr und mehr notwendig sein: das Ablösen von mir und das Ein-eigenes-Leben-Führen, wenigstens der Möglichkeit nach. Wir müssen die Gefahr überwinden, die darin liegt, daß die Dinge eigentlich nur gut gehen, insofern dasjenige, was von mir begründet ist, von Woche zu Woche einfließt. Wir sind jetzt in den Jahren, wo die Gesellschaft für sich zeigen müßte, daß sie ebenso friedlich untereinander alles das pflegen könnte, was einmal da ist, es wirklich pflegen könnte so, als ob ich nicht mehr da wäre.
[ 43 ] In earlier lectures, I have explained that we had to build upon the Theosophical Movement. In 1902, we founded the German Section and thereby linked ourselves to the Theosophical Movement. At first, we were able to move forward by developing entirely independently, as I have shown you, yet in such a way that we remained part of the Theosophical Movement. But then we had to stand on our own two feet. We desperately needed to. In 1909—1902 + 7 = 1909—it became necessary for us to stand on our own two feet. Remember that those were precisely the years when the Leadbeater affair threw everything into uncertainty. You see, it was already necessary then to gradually develop our own teeth. The year 1916 is not far off. By then we will have completed the second seven-year period. Once we have completed this second seven-year period and are seriously considering an organization, that organization must come of age. Now the Spiritual Science movement, if it is a true organism, must show that it has come of age. It must be truly mature, capable of accomplishing something of its own accord. After all that has been given, we should now be at a stage where we could continue to exist, endure, and be effective even without the teacher. Such a thing needed to be prepared for. I have often pointed out that this is necessary. And indeed, we must face the fact that this is necessary. I have said this before in Berlin as well: The Society for Theosophical Art and Culture should be something that detaches itself from me and leads a life of its own. — But this will become more and more necessary: detaching from me and leading a life of its own, at least in principle. We must overcome the danger that lies in the fact that things actually only go well to the extent that what I have established continues to flow in from week to week. We are now at the stage where the Society should demonstrate for itself that it can just as peacefully cultivate among its members everything that already exists—truly cultivate it—as if I were no longer there.
[ 44 ] Das ist ein durchaus notwendiger Gedanke. Die Dinge liegen schon so, daß, wenn sie jetzt in den Seelen wirken, doch schon so mancherlei abgelöst werden könnte, wozu man mich nicht mehr braucht. Ich will damit nicht sagen, daß ich nicht dabeibleiben werde. Aber die Probe des Bestehens liegt darin, daß gewissermaßen ich immer mehr überflüssig werde. Wir müssen absolut die Möglichkeit überwinden, die vorhanden ist: daß unsere Mitglieder als solche sich selber untereinander, gewissermaßen einer dem anderen gegenüber, nicht anerkennen! Denn Sie brauchen nur die Hypothese zu setzen und sich klarzumachen, welchen schlimmen Dienst man leisten würde, wenn immer alle so lebten, daß man sagte: Der ist Vorstand, dem muß man folgen -, oder: Der ist Vorstand, der wird die Dinge schon machen. — Das geht nicht. Wohin würde man kommen, wenn ich eines Tages nicht mehr dabei wäre? Da würde ja die Gesellschaft gleich zersplittern. Aber dann nur erreichen wir, was wir erreichen sollen, wenn wir nach vierzehn Jahren wirklich so weit sind, daß wir ein eigenes Leben in uns haben, das wieder ein weiteres hervorbringen kann. Und das ist kein Unmögliches, wenn wir nur auf unser Wollen uns besinnen. Gewiß, es sind jetzt einzelne Jahre schwierig; aber wir müssen auch solche Schwierigkeiten überwinden. Und wir werden manches, was ich Ihnen selber zu bringen habe, in anderer Weise verwerten können, wenn das verwirklicht ist, was ich Ihnen jetzt angedeutet habe. Manches ist jetzt schwierig. Ich will es durch ein Paradoxon sagen, was schwierig ist, worauf aber hingewiesen werden muß: Es gibt gewisse Dinge — das ist schon so —, die man nicht so ohne weiteres sagen kann, so daß ich in den letzten vier Tagen gerne einen kleinen, engeren Kreis zusammengerufen hätte, um gewisse Dinge zu sagen, die ich nicht vor dem ganzen Auditorium sagen kann. Aber ich mußte es wiederum unterlassen, weil wir in einer Zeit leben, wo es eben nicht geht, so etwas zu arrangieren. Es läßt sich nicht machen.
[ 44 ] That is a thoroughly necessary thought. The fact is that, since these things are now at work in people’s souls, many things could already be set in motion for which I am no longer needed. I do not mean to say that I will not remain involved. But the test of our existence lies in the fact that, in a sense, I am becoming more and more superfluous. We absolutely must overcome the danger that exists: that our members, as such, do not recognize one another—in a sense, one person in relation to another! For you need only pose the hypothesis and realize what a disservice would be done if everyone always lived in such a way that they said: “He’s the leader; we must follow him”—or: “He’s the leader; he’ll take care of things.” — That won’t work. Where would we end up if one day I were no longer here? The society would immediately fall apart. But we will only achieve what we are meant to achieve if, after fourteen years, we have truly reached the point where we possess a life of our own within us—one that can in turn give rise to another. And that is not impossible, if only we reflect on our own will. Certainly, some individual years are difficult right now; but we must also overcome such difficulties. And we’ll be able to make use of many things that I myself have to bring to you in a different way once what I’ve just hinted at has been realized. Many things are difficult right now. I’ll express what’s difficult—but must be pointed out—through a paradox: There are certain things—and this is simply the case—that one cannot say so readily, so that over the past four days I would have liked to have gathered a small, more intimate circle to say certain things that I cannot say before the entire audience. But I had to refrain from doing so again, because we live in a time when it is simply not possible to arrange something like that. It cannot be done.
[ 45 ] Um klar zu sehen, müssen wir gerade diese Dinge, die ich in diesen Tagen auseinanderzusetzen versuchte, recht gut ins Auge fassen. Wir müssen versuchen, auch den inneren Charakter der Geisteswissenschaft uns recht gut vor Augen zu stellen, dann werden wir schon einsehen, warum wir auf der einen Seite in den Naturgelehrten, die aus der Naturgelehrsamkeit eine Weltanschauung machen möchten, Gegner haben müssen, und auf der anderen Seite in denjenigen Seelenpflegern Gegner haben müssen, die durchaus verhüllt lassen wollen, was hinter dem gewöhnlichen Seelenleben liegt.
[ 45 ] To see clearly, we must take a good, close look at precisely these things that I have been trying to examine these past few days. We must also try to hold the inner character of Spiritual Science clearly before our eyes; then we will come to understand why, on the one hand, we must have opponents among the natural scientists who wish to turn the study of nature into a worldview, and, on the other hand, among those spiritual guides who wish to keep completely veiled what lies behind ordinary spiritual life.
[ 46 ] Treu festhalten müssen wir an unserer Lehre, wir müssen sie tief in ihrer Eigenart auch durchdringen wollen. Fassen wir zum Beispiel einmal ins Auge, wie wir das Mysterium von Golgatha in die Mitte unserer Bestrebungen gerückt haben und wie wir betonen mußten, daß der Christus in den Jesus von Nazareth auf. die oft geschilderte Weise eingegangen ist, also aus anderen Bewußtseinssphären gerade in die Bewußtseinssphäre, die für das physische Erdenleben des Menschen die richtige Bewußtseinssphäre ist. Damit aber ist schon gegeben, daß der Christus zwar eine kosmische Macht ist, daß aber der Christus Jesus eine irdische Macht ist, die fortlebt in dem irdischen Bewußtsein der Menschen, überhaupt in den irdischen Geschehnissen. Daher kann das Neue Testament keine Naturwissenschaft sein, denn dasjenige, was hinter der Natur liegt, muß, wenn es auf die Wirklichkeit geht, außerhalb unseres Bewußtseins sein; es kann aber auch keine Geisteswissenschaft sein, denn da muß auch hinübergegangen werden nach der anderen Seite. Das ist gerade das wunderbar Große, das Bedeutsame des Neuen Testaments, daß es weder eine Naturwissenschaft noch eine Geisteswissenschaft sein will, daher darf es aber auch nicht gebraucht werden zur Polemik gegen die Geisteswissenschaft.
[ 46 ] We must hold fast to our teaching; we must also strive to penetrate deeply into its unique nature. Let us consider, for example, how we have placed the Mystery of Golgotha at the center of our endeavors and how we have had to emphasize that the Christ entered into the Jesus of Nazareth in the manner so often described—that is, from other spheres of consciousness directly into the sphere of consciousness that is appropriate for human physical life on Earth. But this already establishes that, while the Christ is indeed a cosmic power, the Christ Jesus is an earthly power that lives on in the earthly consciousness of human beings, and indeed in earthly events in general. Therefore, the New Testament cannot be a natural science, for that which lies beyond nature must, if it pertains to reality, be outside our consciousness; nor can it be a Spiritual Science, for that too requires crossing over to the other side. This is precisely what is so wonderfully great and significant about the New Testament: that it does not seek to be either a natural science or a Spiritual Science; therefore, it must not be used for polemics against Spiritual Science.
[ 47 ] Darin sehen wir aber auch die Gründe angedeutet, warum immer wieder und wieder gerade die Vertreter dieser oder jener Religionsgemeinschaften sich gegenüber der Geisteswissenschaft auflehnen werden, ganz begreiflicherweise auflehnen werden, weil sie eben den Menschen eigentlich niemals hineinlassen wollen in die Welt, vor der sie sich ungeheuer fürchten. Sie fürchten sich davor, daß der Mensch da hineinkommt und entdecken könnte, was wirklich in ihm als ewige Seelensubstanz liegt. Sie wollen dem Menschen nur klarmachen, daß das, was der Mensch von sich schon weiß, in ihm ewig lebt. Sehen Sie, gestern habe ich schon gesagt: Wenn wirklich eine materialistische Weltanschauung begründet würde, wenn diese allein bestehen würde und keine Geisteswissenschaft unter die Menschen träte, so würde es dahin kommen, daß die Menschen in Skeptizismus und Zweifelsucht ertrinken müßten, denn diese würde etwas wie ein geistiges Meer erzeugen, in dem die Seelen ertrinken müßten. Das aber, was erzeugt werden muß, wenn die Menschen abgehalten werden sollen, den Schleier der Seelenwelten zu durchdringen, das ist die Unwissenheit. Unwissenheit in der der Mensch zuletzt ersticken würde, müßte sich ausbreiten, wenn diejenigen, die heute vielfach die Vertreter der einzelnen Religionsgemeinschaften sind, siegen würden. Würden die Naturgelehrten siegen, so würde sich ein Meer des Zweifels ausbreiten, in dem die Menschen ertrinken würden. Würden diejenigen siegen, die in der angedeuteten Weise denken, Seelenpfleger der einzelnen Religionsgemeinschaften zu sein, so würde sich eine Atmosphäre von Unwissenheit ausbreiten, in der die Menschenseelen ersticken würden. So ernst ist nun einmal die Aufgabe, die der Geisteswissenschaft gestellt ist. Und diesen Ernst der Aufgabe müssen wir ins Auge fassen. Wir müssen uns gewissermaßen als Menschen ansehen, die durch ihr Karma an die Geisteswissenschaft herangeführt werden können, um das, was sie an Intellekt haben, und auch das, was sie an Gemütsinnigkeit haben, zur Verfügung zu stellen, nicht der Geisteswissenschaft, sondern dem allgemeinen Menschenfortschritt. Und die Welt braucht das, braucht das gar sehr.
[ 47 ] But we also see hinted at here the reasons why, time and time again, it is precisely the representatives of this or that religious community who will rebel against Spiritual Science—and quite understandably so—because they simply never want to let people into the world they fear so terribly. They fear that human beings might enter that world and discover what truly lies within them as the eternal substance of the soul. They simply want to make it clear to people that what they already know about themselves lives eternally within them. You see, I already said yesterday: If a materialistic worldview were truly established, if it were the only one to exist and no Spiritual Science were to reach people, it would come to pass that people would have to drown in skepticism and doubt, for this would create something like a spiritual sea in which souls would have to drown. But what must be created if people are to be prevented from penetrating the veil of the soul worlds is ignorance. Ignorance in which human beings would ultimately suffocate would have to spread if those who today are often the representatives of the various religious communities were to prevail. If the natural scientists were to prevail, a sea of doubt would spread in which human beings would drown. If those who think of themselves, in the manner described, as the spiritual guardians of the various religious communities were to prevail, an atmosphere of ignorance would spread in which human souls would suffocate. Such is the gravity of the task facing Spiritual Science. And we must face up to the gravity of this task. We must, so to speak, see ourselves as people who, through their karma, can be led to Spiritual Science in order to make available—not to Spiritual Science itself, but to the general progress of humanity—both the intellect and the emotional sensitivity they possess. And the world needs this—it needs it very much indeed.
[ 48 ] Sehen Sie doch, wie auf der einen Seite wirklich eine materialistische Weltanschauung Boden fassen will, und wie alles nichts hilft, was sich dagegen auflehnt! Und sehen Sie, wie auf der anderen Seite an der Verbreitung der Unwissenheit gearbeitet wird, wie immer mehr und mehr verwischt wird, was Tatsachen der geistigen Welt sind! Sehen Sie doch, wie von seiten gewisser Pfleger der oder jener Religionsgemeinschaft jede positive Mitteilung aus der geistigen Welt sogar mit einem gewissen Haß verfolgt wird!
[ 48 ] Just look at how, on the one hand, a truly materialistic worldview is gaining ground, and how nothing that opposes it makes any difference! And look, on the other hand, at how efforts are being made to spread ignorance, how the facts of the spiritual world are being obscured more and more! Just look at how certain leaders of this or that religious community even pursue every positive message from the spiritual world with a certain hatred!
[ 49 ] Ich habe diese Vorträge gehalten, um auf die Richtung hinzuweisen, welche die Geisteswissenschaft zu nehmen hat; um Ihr Bewußtsein darauf hinzuweisen, daß wir einsehen lernen: jene Naturgelehrten, wir müssen sie bekämpfen; aber sie können nicht anders, denn Ahriman hat sie, und der möchte ihnen verbergen, was die Triebfeder ihres Wirkens ist. Und die anderen, ja, wir müssen sie bekämpfen, aber sie können auch nicht anders, denn Luzifer hat sie. Wir erreichen wirklich das Richtige, wenn wir in positiver Weise auf das eingehen, was die Geisteswissenschaft uns geben kann. Wenn es doch nur einmal eine Anzahl von Menschen gäbe, die dieses Einzigartige der Geisteswissenschaft einsehen würden, die einsehen würden, daß die Geisteswissenschaft nicht verwechselt werden darf mit dem oder jenem; dann genügt das schon wirklich, meine lieben Freunde.
[ 49 ] I have given these lectures to point out the direction that Spiritual Science must take; to make you aware that we are coming to realize: we must oppose those natural scientists; but they cannot help it, for Ahriman has taken hold of them, and he wishes to conceal from them what drives their actions. And the others—yes, we must oppose them, but they, too, cannot help it, for Lucifer has taken hold of them. We truly strike the right path when we engage in a positive way with what Spiritual Science has to offer us. If only there were a number of people who would recognize this uniqueness of Spiritual Science, who would realize that Spiritual Science must not be confused with this or that—then that alone would truly suffice, my dear friends.
[ 50 ] Man kann auch von Irrtümern viel lernen und sich von diesem Gesichtspunkte aus auch mit Irrtümern befassen. Das ist noch wichtiger, als sich zu diesen Irrtümern kritisch zu stellen, was ja zuweilen auch notwendig ist. Ich sagte: Ahriman hat eigentlich, trocken ausgedrückt, das Bestreben, den Menschen in der Zukunft um seinen Verstand zu bringen. — Aber damit verknüpft er — weil seine Geister mit ihren höheren Kräften zu den niederen Kräften des Menschen in Beziehung stehen — noch etwas anderes, indem er einen Bund stiften will zwischen den höheren und niederen Kräften. Ahriman hat normalerweise diejenigen Dinge in der Welt zu leiten, welche Krankheiten hervorbringen. Wir wissen, daß sie auch da sein müssen, da sie den Tod in der physischen Welt hervorbringen. Alles Zerstören in der physischen Welt ist ihm übertragen. Man muß aber nun den Zusammenhang erkennen. Wenn man das, was in der niederen Sphärenwelt ist, heraufhebt in das Höhere, so verbindet man es mit den Wesen, die dahinter sind, mit diesen zerstörenden Wesen. Dann liefert man von sich aus an Ahriman und seine Geister allerlei aus. Und wenn man so an Ahriman und seine Geister mancherlei ausliefert, merkt man schon, daß gewisse niedrigere Partien des Organismus so zu wirken anfangen, wie sonst höhere Partien des Organismus wirken.
[ 50 ] One can also learn a great deal from errors and, from this perspective, engage with them. This is even more important than taking a critical stance toward these errors, which is, of course, sometimes necessary. I said: Put bluntly, Ahriman actually strives to rob people of their reason in the future. — But because his spirits, with their higher powers, are connected to the lower powers of human beings, he links this to something else: he seeks to forge an alliance between the higher and lower powers. Ahriman normally governs those things in the world that give rise to disease. We know that they must also exist, since they bring about death in the physical world. All destruction in the physical world is entrusted to him. But one must now recognize the connection. When one lifts what is in the lower spherical world up into the higher, one connects it with the beings behind it—with these destructive beings. Then, of one’s own accord, one hands over all manner of things to Ahriman and his spirits. And when one thus hands over various things to Ahriman and his spirits, one already notices that certain lower parts of the organism begin to act in the same way that higher parts of the organism would otherwise act.
[ 51 ] Wenn man eine Scheu davor hat, ordentlich exakt zu denken, und trotzdem in die geistige Welt hineingehen will, so ist es so: Man geht hinein in die geistige Welt. Gewiß, man kann objektiv da erleben, man lebt wirklich in diesem Geistgebiete, wo die zerstörerischen Mächte sind, man überschreitet die Schwelle. Man kommt dann wieder zurück in seinen Leib hinein; man hat ein Bündnis geschlossen mit diesen zerstörenden Mächten und weiß nichts davon. Man kennt sich nicht darin aus, wenn man den eigenen Intellekt nicht richtig entfaltet hat. Dann kommt es, daß man diese zerstörerischen Gewalten in sich darinnen fühlt. Und statt daß man denkt, statt daß man mit den Ohren hört und mit den Augen sieht, fangen da allerlei geheime Mächte in unserem untergeordneten Organismus an zu sehen und zu hören. Unser Leib ist uns nicht mehr so gegeben, wie er uns sonst gegeben ist. Wir finden, wenn wir zurückkehren in den Leib, ihn ausgefüllt mit allerlei Ingredienzien. Er ist uns ein neues Wesen.
[ 51 ] If one is reluctant to think with proper precision, yet still wishes to enter the spiritual world, this is what happens: One enters the spiritual world. Certainly, one can experience it objectively there; one truly lives in this spiritual realm where the destructive forces reside; one crosses the threshold. One then returns to one’s own body; one has formed an alliance with these destructive forces without even realizing it. One is not attuned to this realm if one has not properly developed one’s own intellect. Then it happens that one feels these destructive forces within oneself. And instead of thinking, instead of hearing with our ears and seeing with our eyes, all sorts of secret forces within our lower organism begin to see and hear. Our body is no longer given to us as it usually is. When we return to the body, we find it filled with all sorts of elements. It has become a new being to us.
[ 52 ] Diese Unbekanntschaft mit dem eigenen Leibe, dieses Hineinkommen in den Leib wie in ein besonderes Wesen, in dem etwas Unbekanntes sitzt, das ist etwas, das dem passieren kann, der nicht treulich an dem Wege festhält. Denn Ahriman hat das Bestreben, sich festzusetzen in dem menschlichen Leibe und gewisse Organe zu Erkenntnisorganen umzugestalten. Aber Luzifer hat wiederum das Bestreben, daß seine Geister, die so brünstige Geister des Willens sind, gewisse Dinge aus uns herausnehmen, um sie selbständig zu machen; so daß, wenn man nach der luziferischen Seite hin die Schwelle überschreitet und wieder zurückkommt, man sich für gewisse Partien hohl fühlt, wie wenn einem etwas weggenommen wäre. Ahriman gibt einem etwas dazu, weil er hineingeht in einen; er stopft einen voll. Luzifer nimmt die Organe weg und macht selbständig, was sonst zu einem gehört.
[ 52 ] This unfamiliarity with one’s own body, this entering into the body as if into a separate being in which something unknown resides—this is something that can happen to anyone who does not faithfully adhere to the path. For Ahriman strives to establish himself in the human body and to transform certain organs into organs of cognition. But Lucifer, in turn, strives to have his spirits—those ardent spirits of the will—take certain things out of us in order to make them independent; so that when one crosses the threshold toward the Luciferic side and returns, one feels a sense of emptiness in certain areas, as if something had been taken away. Ahriman adds something to one because he enters into one; he fills one to the brim. Lucifer takes the organs away and makes independent what otherwise belongs to one.
[ 53 ] Das ist wirklich ein luziferisches Bestreben: selbständig zu machen, was zu uns gehört. Daher ist es auch bei dem, was ich ungerechtfertigte Mystik genannt habe, so leicht, daß solche Mystiker, indem sie ihren freien Willen umwandeln in visionäres Hellsehen, ihr Wissen für Luzifer zubereiten, der es dann herausnehmen kann. Es ist wirklich so: Da ist der Mensch und da kommt Luzifer an, und aus dem Gehirn wird etwas herausgenommen: der Verstand. Der Verstand wird wie ein Stück Äthergehirn herausgenommen, oder aus dem Herzen wird ein Stück ätherisch herausgenommen und verselbständigt, und dann wird man sich da hohl fühlen. Es hat die Tendenz, sich selbständig zu machen, sich von ihm abzusondern. Es ist das wirklich eine Erscheinung bei recht egoistischen Geistern, die eine gewisse Höhe der Entwickelung erlangt haben. Da kann man sehen, wie gewisse Teile ihrer Kräfte losgelöst werden, die dann wie in der Welt draußen sind. Luzifer raubt dem Menschen gewisse Kräfte, durch die er dann wirkt. Das ist seine Neigung. Das muß selbstverständlich verhindert werden, und es wird verhindert durch ein treuliches Befolgen des richtigen Weges. Aber luziferisch bleibt die Anschauung, daß man dem Menschen etwas wegnehmen und es dann wie etwas außer ihm Vorhandenes verwerten kann, zum Beispiel, daß man einem Lehrer seine Lehre wegnimmt und sie objektiv in der Welt verwerten würde. Da haben Sie aber die Region, in der diese Dinge zu suchen sind. Man kann von einem Irrtum sehr viel lernen, von dem Irrtum nämlich, daß losgelöst werden könne die Lehre vom Lehrer. Es kann durch die Beobachtung dieser Tatsachen noch etwas ganz anderes gelernt werden, als was man durch eine gewiß sehr berechtigte Kritik lernen kann. Man kann lernen, welche Gefahr darin liegt, wenn so etwas in der Zukunft der Menschheitsentwickelung mehr usuell würde. Und diese Gefahr besteht!
[ 53 ] This is truly a Luciferic endeavor: to make independent what belongs to us. That is why, even in what I have called unjustified mysticism, it is so easy for such mystics—by transforming their free will into visionary clairvoyance—to prepare their knowledge for Lucifer, who can then extract it. It really is like this: there is the human being, and then Lucifer arrives, and something is taken out of the brain—the intellect. The intellect is taken out like a piece of etheric brain, or a piece of the etheric is taken out of the heart and becomes independent, and then one feels hollow there. It has a tendency to become independent, to separate itself from the person. This is truly a phenomenon observed in quite egotistical spirits who have attained a certain level of development. There one can see how certain parts of their powers become detached, existing then as if in the outside world. Lucifer robs human beings of certain powers, through which he then acts. That is his inclination. This must, of course, be prevented, and it is prevented by faithfully following the right path. But the Luciferic view remains that one can take something away from a human being and then utilize it as if it existed outside of them—for example, taking a teacher’s teaching away from them and utilizing it objectively in the world. Therein lies the realm in which these things are to be sought. One can learn a great deal from an error—namely, the error that the teaching can be separated from the teacher. By observing these facts, one can learn something entirely different from what one might learn through a certainly very justified critique. One can learn what danger lies in such a thing becoming more common in the future of human development. And this danger exists!
[ 54 ] Auf der anderen Seite geht die Menschheit der Gefahr entgegen, daß bei der selbständigen Entwickelung des Geistselbst Ahriman sich dieses Geistselbstes bemächtigt. Man kann jetzt schon, wenn man eine Empfindung dafür hat, sehen, wie die Menschen unselbständig werden, und wie eigentlich Ahriman ihre Hand führt, wenn sie dies oder jenes schreiben. Das ist die eine Seite und die andere ist diese, daß wiederum die Dinge genommen und verwertet werden und der Glaube besteht, daß man sie abtrennen könnte von ihrem Urheber. Diese beiden Gefahren bestehen.
[ 54 ] On the other hand, humanity faces the danger that, as the Spirit-Self develops independently, Ahriman will take control of it. One can already see—if one has a sense for it—how people are becoming dependent, and how Ahriman is actually guiding their hand when they write this or that. That is one side of the matter; the other is that things are taken and exploited, and the belief persists that they can be separated from their creator. These two dangers exist.
[ 55 ] Das aber wird der rechte und einzig richtige Weg sein, daß die Leitlinien der Geisteswissenschaft von den Menschen angenommen werden: Daß auf der einen Seite die Natur so wird beleuchtet werden, daß man mit den Leitlinien der Geisteswissenschaft die Natur, den Naturvorhang durchstößt. Aufblühen wird müssen eine Zoologie, eine Botanik, eine Landwirtschaft nach den Leitlinien der Geisteswissenschaft. Alles, auch die Medizin, wird von den Leitlinien der Geisteswissenschaft befruchtet werden müssen. Aber nur diejenigen werden die Medizin in richtiger Weise von den Leitlinien der Geisteswissenschaft befruchten können, welche es nicht scheuen, den Schleier der Natur zu durchdringen, so daß man in die ahrimanische Welt hineinkommt und kämpfen muß gegen die Geister der Zerstörung. Um das zu finden, was den Menschen heilsam ist, muß man in die Region derjenigen Geister gehen, die alles Menschenleben auflösen, die Krankheit und Tod bewirken, denn nur da, wo die tieferen Ursachen von Tod und Krankheit sind, können die Heilmittel gesucht werden.
[ 55 ] But this will be the true and only correct path for the guiding principles of Spiritual Science to be accepted by humanity: that, on the one hand, nature will be illuminated in such a way that, using the guiding principles of Spiritual Science, one pierces through nature, the veil of nature. Zoology, botany, and agriculture based on the guiding principles of Spiritual Science will have to flourish. Everything, including medicine, will have to be enriched by the guiding principles of Spiritual Science. But only those who do not shy away from penetrating the veil of nature—so that one enters the Ahrimanic world and must fight against the spirits of destruction—will be able to enrich medicine in the proper way through the guiding principles of Spiritual Science. To find what is healing for human beings, one must enter the realm of those spirits that dissolve all human life, that cause illness and death; for it is only there, where the deeper causes of death and illness lie, that remedies can be sought.
[ 56 ] Ebenso darf derjenige, welcher kennenlernen will, was in den menschlichen Seelen fruchtet, sich nicht davor scheuen, den Kampf mit den luziferischen Wesenheiten einzugehen. Er muß moralischen Mut bewahren, wenn er die Schwelle überschreiten will, muß wissen, daß er in eine Region von geistigen Wesen hineinkommt, wo ihn jeder Gedanke fortwährend wie zu einer leisen Ohnmacht geneigt machen will, weil er ihm entrissen werden soll, weil der Gedanke nur so hinhuscht, daß man ihn rasch fassen muß, damit er nicht entschlüpft. Man wird nicht in diese Region eindringen, ohne wirklich in aller Gelassenheit den Kampf aufzunehmen mit alledem, was, wenn es einseitig herauskommt, den Menschen eben zu der einseitig subjektiven Mystik verführt.
[ 56 ] Likewise, anyone who wishes to understand what takes root in the human soul must not shy away from engaging in the struggle with the Luciferic beings. They must maintain moral courage if they wish to cross the threshold; they must know that they are entering a realm of spiritual beings where every thought constantly seeks to lull them into a kind of gentle faintness—because that thought is to be snatched away from them, because the thought flits by so swiftly that one must grasp it quickly lest it slip away. One cannot enter this region without truly taking up the struggle, with complete composure, against everything that—if taken out of context—tempts human beings precisely toward one-sided, subjective mysticism.
[ 57 ] Aber die Geisteswissenschaft steuert uns so, daß, wenn wir sie verstehen, wir wirklich die Kraft finden, in jeder Lage die ahrimanischen zerstörenden Mächte zu bekämpfen. Und wenn wir die Geisteswissenschaft anwenden auf das sich entfaltende Menschenleben, wie wir es in den Mysteriendramen tun, und auf das sich entfaltende Naturleben, wie wir es tun, indem wir in unseren Säulen- und Architravformen den Kräften der Natur nachgehen, oder den Geheimnissen der Weltentwickelung nachgehen, indem wir Christus dem Luzifer und Ahriman gegenüberstellen in unserer plastischen Gruppe, wenn wir so an die Dinge herangehen, daß die geistigen Mächte uns gegenständlich werden, so daß sie in der Realität leben, dann finden wir die Kraft, die der einseitige Mystiker zumeist nicht hat: gegen die luziferischen Geister zu kämpfen.
[ 57 ] But Spiritual Science guides us in such a way that, when we understand it, we truly find the strength to combat the destructive forces of Ahriman in every situation. And when we apply Spiritual Science to the unfolding of human life, as we do in the Mystery Dramas, and to the unfolding of nature, as we do by exploring the forces of nature in our column and architrave forms, or explore the mysteries of world evolution by contrasting Christ with Lucifer and Ahriman in our sculptural group—when we approach things in such a way that the spiritual forces become concrete to us, so that they live in reality—then we find the strength that the one-sided mystic usually lacks: to fight against the Luciferic spirits.
[ 58 ] Daraus sehen Sie, daß die Geisteswissenschaft schon gerade so sein mußte, wie sie unter Sie gebracht worden ist, und daß auch dasjenige, was die Geisteswissenschaft noch neben ihrer theoretischen Formierung schafft nach der einen oder anderen Seite, notwendigerweise zu ihr dazu gehört. Versuchen wir immer mehr und mehr unser Denken so zu lenken, wie das geisteswissenschaftliche Denken gelenkt werden muß. Denn nur, wenn wir uns freihalten von den Vorurteilen, die in der äußeren Welt herrschen, können wir richtig in der Geisteswissenschaft stehen.
[ 58 ] From this you can see that Spiritual Science simply had to be exactly as it has been presented to you, and that even what Spiritual Science creates alongside its theoretical framework—in one direction or another—necessarily belongs to it. Let us strive more and more to direct our thinking in the way that Spiritual Science thinking must be directed. For only when we free ourselves from the prejudices that prevail in the outer world can we truly stand within Spiritual Science.
