Art in the Light of Mystery Wisdom
GA 275
31 December 1914, Dornach
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Art as Seen in the Light of Mystery Wisdom, tr. Wehrle, et. al.
Vierter Vortrag
4. Cosmic New Year: the Dream Song of Olaf Åsteson
[ 1 ] Wir beginnen diese Feier unseres Jahresschlusses damit, daß uns Frau Dr. Steiner die schöne norwegische Legende von «Olaf Åsteson» zum Vortrag bringen wird, von jenem Olaf Åsteson, der, als die Weihnachtszeit herannahte, in eine Art von Schlaf verfiel, welcher dreizehn Tage dauerte: die heiligen dreizehn Tage, die wir bei verschiedenen unserer Betrachtungen kennengelernt haben. Während dieses Schlafes hatte er wichtige Erlebnisse, von denen er dann, als er wieder erwachte, zu erzählen wußte.
[ 1 ] Our end-of-year festival will begin with Frau Dr. Steiner giving us a recitation of the beautiful Norwegian legend of Olaf Åsteson, of whom we are told that at the approach to Christmas he fell into a kind of sleep which lasted for thirteen days; the thirteen holy days that we have explored in various ways. In the course of this sleep he had significant experiences, that he was able to narrate when he awoke.
[ 2 ] Wir haben in diesen Tagen verschiedene Betrachtungen angestellt, die uns darauf aufmerksam machen konnten, wie wir durch die geisteswissenschaftliche Weltanschauung in einer andern Weise alte Erkenntnisschätze für die menschliche Erkenntnis wiedergewinnen, die in vergangenen Tagen gewußt worden sind von den Menschen als dasjenige, was den geistigen Welten angehört. Immer wieder und wieder werden wir durch das eine oder andere auf dieses vorweltliche Wissen von den geistigen Welten stoßen, und immer wieder werden wir daran erinnert, daß dieses Wissen der Vorzeit darauf beruhte, daß der Mensch vermöge seiner früheren Organisation in einem solchen Zusammenhang stehen konnte mit dem ganzen Weltenall und seinem Geschehen, daß, wie wir uns in unserer Sprache ausdrücken, der menschliche Mikrokosmos eintauchte in die Gesetzmäßigkeit, in das Geschehen des Makrokosmos, und daß er bei diesem Eintauchen in den Makrokosmos Erlebnisse haben konnte über Dinge, die sein Seelenleben innig angehen, die ihm aber verborgen bleiben müssen, solange er auf dem physischen Plane als Mikrokosmos wandelt und nur mit derjenigen Erkenntnis ausgestattet ist, die den Sinnen und dem an die Sinne gebundenen Verstande gegeben ist.
[ 2 ] During these past days we have examined various things that make us aware that the spiritual-scientific outlook gives us a new approach to an understanding of gems of wisdom which, in past times, people realised belonged to spiritual worlds. Time and again we shall encounter this prehistoric knowledge of the spiritual worlds in one instance or another, and we shall continually be reminded that what was known in former ages, was due to the fact that the human being was so organised at that time that he had the kind of relationship with the whole of the cosmos and its happenings that we would now call being immersed with his human microcosm in the laws or the activities of the macrocosm, and that in this process of immersion in the macrocosm he was able to experience things that deeply concern the life of his soul, but which are hidden from him as long as he lives as microcosm on the physical plane and is equipped only with a knowledge given him by his senses and an intellect bound to the senses.
[ 3 ] Wir wissen, wie nur eine materialistische Weltanschauung des Glaubens sein kann, daß allein der Mensch innerhalb der Weltenordnung mit einem Erkenntnis-, Gefühls- und Willensvermögen begabt sei, während man anerkennen muß vom Standpunkte einer spirituellen Weltanschauung, daß ebenso, wie es unterhalb der Menschenstufe Wesenheiten gibt, es auch Wesenheiten gibt oberhalb der menschlichen Stufe des Denkens, Fühlens und Wollens. In diese Wesenheiten kann sich der Mensch einleben, wenn er als Mikrokosmos im Makrokosmos untertaucht. Wir müssen aber dann von diesem Makrokosmos so sprechen, wie wenn er nicht nur ein Raumesmakrokosmos sei, sondern wie wenn die Zeit in ihrem Verlaufe Bedeutung habe im Leben des Makrokosmos. Wie der Mensch sich zurückziehen muß von all den Eindrücken, die auf seine Sinne ausgeübt werden können aus seiner Umgebung, wie er gleichsam um sich herum durch das Abschließen seiner Sinneswahrnehmung Finsternis erzeugen muß, um im Inneren sich das Licht des Geistes anzuzünden, wenn er in die Tiefen seiner Seele hinuntersteigen will, so muß derjenige Geist, den wit als den Erdgeist bezeichnen können, abgeschlossen sein von den Eindrücken des übrigen Kosmos. Es muß das geringste Maß von Wirkungen von dem äußeren Kosmos auf den Erdgeist ausgeübt werden, damit der Erdgeist selber sich innerlich konzentrieren, seine _ Fähigkeiten innerlich zusammenziehen kann. Denn dann werden die Geheimnisse entdeckt, die der Mensch deshalb durchzumachen hat mit diesem Erdgeist, weil die Erde als Erde aus dem Kosmos herausgesondert ist.
[ 3 ] We know that only a materialistic outlook can believe that man is the only being in the world order equipped with thinking, feeling and willing, whereas a spiritual point of view must acknowledge that just as there are beings below the human level, there are also beings above the human stage of thinking, feeling and willing. The human being can live his way into these beings when, as microcosm, he immerses himself in the macrocosm. However, in this case we should have to speak of the macrocosm not only as a macrocosm of space, but as if the course of time were of significance in cosmic life. Just as in order to kindle the light of the spirit within him when he wants to descend into the depths of his own soul, man has to shut himself off from all the impressions his environment can make on his senses and has, as it were, to create darkness round him by closing off his sense perception, likewise the spirit we can call the spirit of the earth has to be shut off from the impressions of the rest of the cosmos. The outer cosmos has to have least effect on the earth spirit if the earth spirit is to be able to concentrate its forces within. For then the secrets will be discovered that man has to discover in conjunction with the earth spirit, because the earth has been separated as earth from the cosmos.
[ 4 ] Solch eine Zeit, wo das größte Maß der Eindrücke vom äußeren Makrokosmos auf die Erde ausgeübt wird, ist die Sommersonnenwendezeit, die Johannizeit. Es erinnern uns daher viele Nachrichten aus alten Zeiten, die an Festesdarstellungen und Festesbegehungen anknüpfen, wie solche Feste inmitten der Sommerzeit stattfanden, wie die Seele in der Mitte des Sommers dadurch, daß sie sich des Ich entäußert und aufgeht im Leben des Makrokosmos, trunken hingegeben ist den Eindrücken des Makrokosmos.
[ 4 ] The time when the outer macrocosm exercises the greatest effect on the earth is the time of the summer solstice, midsummer. And many accounts of olden times connected with festive presentations and rituals remind us that festivals like these take place at the height of summer; that in the midst of summer, the soul, in letting go the ego and merging with the life of the macrocosm, surrenders in a state of intoxication to the impressions from the macrocosm.
[ 5 ] Aber umgekehrt erinnern uns die legendarischen oder sonstigen Darstellungen desjenigen, was in der Vorzeit erlebt werden konnte, dann, wenn das geringste Maß der Eindrücke vom Makrokosmos zur Erde kommt, daran, daß der Erdgeist, in sich konzentriert, die Geheimnisse des Erdenseelenlebens im unendlichen All erlebt, und daß der Mensch, wenn er sich hineinbegibt in dieses Erleben zu der Zeit, in welcher am wenigsten Licht und Wärme gesendet wird aus dem Makrokosmos zur Erde, dann die heiligsten Geheimnisse miterlebt. Daher wurden diese Tage um die Weihnachtszeit herum immer so heilig gehalten, weil der Mensch, als er in seinem Organismus noch die Fähigkeit hatte, mitzuerleben das Erdenerleben in der Zeit, wo es am konzentriertesten ist, mit dem Erdgeist zusammensein konnte. Olaf Åsteson, Olaf der Erdensohn, erlebt in diesen dreizehn kürzesten Tagen, indem er entrückt ist in den Makrokosmos, mancherlei Geheimnisse des Weltenalls. Und die nordische Legende, die in neuerer Zeit wieder ausgegraben worden ist aus alten Nachrichten, berichtet uns von den Erlebnissen, die Olaf Åsteson hatte zwischen der Weihnachts- und Neujahrszeit bis zum 6. Januar. Wir haben wohl Veranlassung, öfter zu gedenken dieser alten Art des Einlebens des Mikrokosmos in den Makrokosmos; unsere Betrachtung wird ja an solche Dinge dann anknüpfen können. Vorerst aber wollen wir hören die Legende von Olaf dem Erdensohn, der in der Zeit, in der wir jetzt sind, die Geheimnisse des Weltendaseins erlebte dadurch, daß er mit dem Erdgeist zusammenlebte. Hören wir also diese Erlebnisse.
[ 5 ] On the other hand, the legendary or other kind of presentations of that which could be experienced in olden times remind us that when impressions from the macrocosm have least effect on the earth, the earth spirit, concentrated within itself, experiences within the eternal All, the secrets of the earth's life of soul, and that if man enters into this experience at the point of time when the macrocosm sends least light and warmth to the earth, he learns the most holy secrets. This is why the days around Christmas were always kept so sacred, because whilst man's organism was still capable of sharing in the experience of the earth, man could meet the spirit of the earth during the point of time when it was most concentrated. Olaf Åsteson, Olaf the son of earth, experiences various secrets of the cosmic All whilst he is transported into the macrocosm during the thirteen shortest days. And the nordic legend which has recently been extricated from old accounts, tells of these experiences Olaf Åsteson had between Christmas and New Year up till the 6th January. We often have reason to remember this former manner in which the microcosm took part in the macrocosm, and we can then take these things further. First of all, however, let us hear the legend of Olaf Åsteson, the earth son, who during the time in which we are now, experienced the secrets of cosmic existence in his meeting with the earth spirit. Let us listen to these experiences.
Das Traumlied Des Olaf Ästeson
I.
So höre meinen Sang!
Ich will dir singen
Von einem flinken Jüngling:Es war das Olaf Åsteson,
Der einst so lange schlief.
Von ihm will ich dir singen.
The Dream Song
I
Come listen to my song!
The song of a nimble youth.Of Olaf Åsteson will I sing,
Who lay and slept so long.
II.
Er ging zur Ruh’ am Weihnachtsabend.
Ein starker Schlaf umfing ihn bald,
Und nicht konnt’ er erwachen,
Bevor am dreizehnten Tag
Das Volk zur Kirche ging.Es war das Olaf Åsteson,
Der einst so lange schlief.
Von ihm will ich dir singen.Er ging zur Ruh’ am Weihnachtsabend.
Er hat geschlafen gar lange!
Erwachen konnt’ er nicht,
Bevor am dreizehnten Tag
Der Vogel spreitet die Flügel!Es war das Olaf Åsteson,
Der einst so lange schlief.
Von ihm will ich dir singen.Nicht konnte erwachen Olaf,
Bevor am dreizehnten Tag
Die Sonne über den Bergen glänzte.
Dann sattelt’ er sein flinkes Pferd,
Und eilig ritt er zu der Kirche.Es war das Olaf Åsteson,
Der einst so lange schlief.
Von ihm will ich dir singen.Schon stand der Priester
Am Altar lesend die Messe,
Als an dem Kirchentore
Sich Olaf setzte, zu künden
Von vieler Träume Inhalt,
Die in dem langen Schlafe
Die Seele ihm erfüllten.Es war das Olaf Åsteson,
Der einst so lange schlief.
Von ihm will ich dir singen.Und junge und auch alte Leute,
Sie lauschten achtsam der Worte,
Die Olaf sprach von seinen Träumen.Es war das Olaf Åsteson,
Der einst so lange schlief.
Von ihm will ich dir singen.
II
He laid him down on Christmas Eve
And soon lay deeply sleeping.
Nor could he awaken
Until the people went to church
Upon the thirteenth day.Of Olaf Åsteson will I sing,
Who lay and slept so long.He laid him down on Christmas Eve
And he slept long indeed!
He could not awaken
Until the bird was on the wing
Upon the thirteenth day.Of Olaf Åsteson will I sing,
Who lay and slept so long.Olaf could not awaken
Until the sun shone o'er the peaks
Upon the thirteenth day.
Then saddled he his nimble horse
And rode in haste to the church.Of Olaf Åsteson will I sing,
Who lay and slept so long.The priest was at the altar
Reading holy mass
When Olaf alighted at the gate
To tell the many dreams
That had passed through his soul
When he did sleep so long.Of Olaf Åsteson will I sing,
Who lay and slept so long.Then old and young they all gave heed,
To Olaf's words they harkened
That told them of his dreamsOf Olaf Åsteson will I sing,
Who lay and slept so long.
III.
«Ich ging zur Ruh’ am Weihnachtsabend.
Ein starker Schlaf umfing mich bald;
Und nicht konnt’ ich erwachen,
Bevor am dreizehnten Tag
Das Volk zur Kirche ging.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Erhoben ward ich in Wolkenhöhe
Und in den Meeresgrund geworfen,
Und wer mir folgen will,
Ihn kann nicht Heiterkeit befallen.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Erhoben ward ich in Wolkenhöhe
Gestoßen dann in trübe Sümpfe,
Erschauend der Hölle Schrecken
Und auch des Himmels Licht.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Und fahren mußt’ ich in Erdentiefen,
Wo furchtbar rauschen Götterströme.
Zu schauen nicht vermocht’ ich sie,
Doch hören konnte ich das Rauschen.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Es wiehert’ nicht mein schwarzes Pferd,
Und meine Hunde bellten nicht,
Es sang auch nicht der Morgenvogel,
Es war ein einzig Wunder überall.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Befahren mußt’ ich im Geisterland
er Dornenheide weites Feld,
Zerrissen ward mir mein Scharlachmantel
Und auch die Nägel meiner Füße.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Ich kam an die Gjallarbrücke.
In höchsten Windeshöhen hänget diese,
Mit rotem Gold ist sie beschlagen
Und Nägel mit scharfen Spitzen hat sie.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Es schlug mich die Geisterschlange,
Es biß mich der Geisterhund,
Der Stier, er stand in Weges Mitte.
Das sind der Brücke drei Geschöpfe.
Sie sind von furchtbar böser Art.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Gar bissig ist der Hund,
Und stechen will die Schlange,
Der Stier, er dräut gewaltig!
Sie lassen keinen über die Brücke,
Der Wahrheit nicht will ehren!Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Ich bin gewandelt über die Brücke,
Die schmal ist und schwindelerregend.
In Simpfen mußt’ ich waten....
Sie liegen nun hinter mir!Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.In Sümpfen mußt’ ich waten,
Sie schienen bodenlos dem Fuß.
Als ich die Brücke überschritt,
Da fühlt’ ich im Munde Erde
Wie Tote, die in Gräbern liegen.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.An Wasser kam ich dann,
In welchen wie blaue Flammen
Die Eismassen hell erglänzten ...
Und Gott, er lenkte meinen Sinn,
Daß ich die Gegend mied.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Zum Winterpfad lenkt’ ich die Schritte.
Zur Rechten konnt’ ich ihn sehn:
Ich schaute wie in das Paradies,
Das weithin leuchtend strahlte.Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.Und Gottes hohe Mutter,
Ich sah sie dort im Glanze!
Nach Brooksvalin zu fahren,
So hieß sie mich, kündend,
Daß Seelen dort gerichtet werden!Der Mond schien hell
Und weithin dehnten sich die Wege.»
III
‘I laid me down on Christmas Eve
And soon lay deeply sleeping.
Nor could I awaken
Before the people went to church
Upon the thirteenth day.The moon shone bright
And all the paths led far away.I was borne up into the clouds
Thrown down to the ocean's depths,
And whosoever will follow after
Good cheer he will not find.The moon shone bright
And all the paths led far away.I was borne up into the clouds
Then hurled into murky swamps,
And I saw the horrors of hell
And also heaven's light.The moon shone bright
And all the paths led far away.I had to go through deep, dark clefts
Where heaven's rivers rushed and roared.
The power to see them was not mine
Yet I could hear their roaring.The moon shone bright
And all the paths led far away.My coal-black horse he did not neigh,
Nor did my good hounds bark,
The bird of morning did not sing
For a wonder lay on all.The moon shone bright
And all the paths led far away.I had to travel in spiritland
Through stretch on stretch of thorny heath,
My scarlet mantle was torn to shreds
The nails of my feet likewise.The moon shone bright
And all the paths led far away.Then I came to the Gjallar Bridge
Suspended in the windblown heights,
Studded it is with rich red gold
And the nails thereon have sharp points.The moon shone bright
And all the paths led far away.The spirit snake he struck at me
The spirit hound bit me,
And lo! the bull did bar the way.
These are the three beasts of the bridge,
Most wicked are they all.The moon shone bright
And all the paths led far away.The hound he is a snappish beast
The serpent waits to strike,
The bull is ready to attack!
And no one may pass o'er the bridge
Who will not honour truth!The moon shone bright
And all the paths led far away.I passed o'er the Gjallar Bridge
On dizzy heights and narrow.
I who had waded in the swamps . . . .
Behind me now they lie!The moon shone bright
And all the paths led far away.I had waded in the swamps
There seemed no foothold I could find
As I passed o'er the Gjallar Bridge
Earth did I feel within my mouth
As the dead who lie in their graves.The moon shone bright
And all the paths led far away.To the waters then I came,
’Twas where the icy masses gleamed
Like unto flames of blue. . . .
And God did guide me in my steps
That I did not come close.The moon shone bright
And all the paths led far away.So I went on the wintry way
And saw on my right hand:
Like unto paradise it was,
Light shining far and wide.The moon shone bright
And all the paths led far away.God's Holy Mother then I saw
Amidst most wondrous glory!
‘Now take thy way to Brooksvalin,
the place where souls are judged!’The moon shone bright
And all the paths led far away.
IV.
«In andern Welten weilte ich
Durch vieler Nächte Längen;
Und Gott nur kann es wissen,
Wie viel der Seelennot ich sah —In Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.Ich konnte schauen einen jungen Mann,
Er hatte einen Knaben hingemordet:
Nun mußte er ihn ewig tragen
Auf seinen eignen Armen!
Er stand im Schlamme so tiefIn Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.Einen alten Mann auch sah ich,
Er trug einen Mantel wie von Blei;
So ward gestraft er, daß er
Im Geize auf der Erde lebte,In Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.Und Männer tauchten auf,
Die feurige Stoffe trugen;
Unredlichkeit lastet
Auf ihren armen SeelenIn Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.Auch Kinder konnt’ ich schauen,
Die Kohlengluten unter ihren Füßen hatten;
Den Eltern taten sie im Leben Böses,
Das traf gar schwer ihre GeisterIn Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.Und jenem Hause zu nahen,
Es ward mir auferlegt,
Wo Hexen Arbeit leisten sollten
Im Blute, das sie im Leben erzürnt,In Brooksvalin, wo Seeien
Dem Weltgerichte unterstehen.Von Norden her, in wilden Scharen,
In Brooksvalin, wo Seelen
Da kamen geritten böse Geister,
Vom Höllenfürsten geleitet,
Dem Weltgerichte unterstehen.Was aus dem Norden kam,
Das schien vor allem böse;
Voran ritt er, der Höllenfürst,
Auf seinem schwarzen RosseIn Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.Doch aus dem Süden kamen
In hehrer Ruhe andre Scharen.
Es ritt voran Sankt Michael
An Jesu Christi SeiteIn Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.”Die Seelen, die sündenbeladen,
Sie mußten angstvoll zittern!
Die Tränen rannen in Strömen
Als böser Taten FolgenIn Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.In Hoheit stand da Michael
Und wog die Menschenseelen
Auf seiner Sündenwaage,
Und richtend stand dabei
Der Weltenrichter Jesus ChristIn Brooksvalin, wo Seelen
Dem Weltgerichte unterstehen.»
IV
In other worlds I tarried then
Through many nights and long;
And God alone can know
The suffering I saw there—In Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.I could see a young man
Who in life had killed a child.
Now he must carry him always
And stand in mud to his kneeIn Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.Also I saw an old man
Wearing a cloak of lead;
Thus was he punished,
The miser on earth,In Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.And men appeared before me
Wearing apparel of fire;
So does their dishonesty
Weigh on their poor soulsIn Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.Children I also saw,
Glowing coals beneath their feet,
In life they did their parents ill,
Now must their spirits feel itIn Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.And to a house I had to go
Where witches toiled in blood;
This was the blood of those
Who had enraged them whilst on earth,In Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.Now there came riding from the North
Wild hordes of evil spooks,
Led by the Prince of Hell,In Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.This horde riding from the North
Was the wickedest ever seen;
And the Prince of Hell rode out in front,
And he rode on his coal-black steedIn Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.Yet now came a host from the South
Bringing holy calm,
And at their head rode Saint Michael
At the side of Jesu ChristIn Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.The souls weighed down by sin
Had to tremble in anguish and fear!
Their tears ran down in streams
To hear of their wicked deedsIn Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.Michael stood in majesty
And weighed the souls of men
Upon his heavenly scales,
And near him, judging, stood
The Lord of Judgment, Jesu ChristIn Brooksvalin, where souls
World judgment undergo.
V.
«Wie selig ist, wer im Erdenleben
Den Armen Schuhe gibt;
Er braucht nicht mit nackten Füßen
Zu wandeln im Dornenfeld.Da spricht der Waage Zunge,
Und Weltenwahrheit
Ertönt im Geistesstand.Wie selig ist, wer im Erdenleben
Den Armen Brot gereicht!
Ihn können nicht verletzen
Die Hunde in jener Welt.Da spricht der Waage Zunge,
Und Weltenwahrheit
Ertönt im Geistesstand.Wie selig ist, wer im Erdenleben
Den Armen Korn gereicht!
Ihm kann nicht drohen
Das scharfe Horn des Stieres,
Wenn er die Gjallarbrücke überschreiten muß.Da spricht der Waage Zunge,
Und Weltenwahrheit
Ertönt im Geistesstand.Wie selig ist, wer im Erdenleben
Den Armen Kleider reicht!
Ihn können nicht erfrieren
Die Eisesmassen in Brooksvalin.Da spricht der Waage Zunge,
Und Weltenwahrheit
Ertönt im Geistesstand.»
V
Blessed is he who in earthly life
Gives shoes unto the poor;
He does not need, with naked feet,
To walk on the heath of thorn.Thus speaks the Balance,
And World truth
Sounds forth in spirit heights.Blessed is he who in earthly life
Unto the poor gave bread!
For nothing of harm can come to him
From the hounds of spiritland.Thus speaks the Balance,
And World truth
Sounds forth in spirit heights.Blessed is he who in earthly life
Gave corn unto the poor!
The horns of the bull are no threat to him
When he crosses the Gjallar Bridge.Thus speaks the Balance,
And World truth
Sounds forth in spirit heights.Blessed is he who in earthly life
Unto the poor gives clothes!
He need not fear the freezing wastes
Of ice in Brooksvalin.Thus speaks the Balance,
And World truth
Sounds forth in spirit heights.
VI.
Und junge und auch alte Leute,
Sie lauschten achtsam der Worte,
Die Olaf sprach von seinen Träumen.
Du schliefest ja gar lange...
Erwache nun, O Olaf Åsteson!
VI
And young and old they all gave heed,
To Olaf's words they harkened
That told them of his dreams.
You have slept long indeed. . . .
Awaken now, O Olaf Åsteson!
[ 6 ] Meine lieben Freunde, wir haben gehört, wie Olaf Åsteson entschlief in jenen Schlaf, der für ihn eine Offenbarung werden sollte der Geheimnisse derjenigen Welten, die dem Sinnenleben, dem gewöhnlichen Leben auf dem physischen Plane entzogen sind. Wir haben in der Legende erhalten die Kunde von jenen alten Erkenntnissen, von jenen alten Einsichten in die geistigen Welten, die wiedererrungen werden sollen durch dasjenige, was wir die geisteswissenschaftliche Weltanschauung nennen.
[ 6 ] My dear friends, we have just heard how Olaf Åsteson fell into a sleep that was to reveal to him the secrets of worlds that are hidden from the world of the senses and ordinary life on the physical plane. This legend brings us tidings of ancient knowledge and insight into the spiritual worlds, which we shall regain once more through what We call the spiritual-scientific world outlook.
[ 7 ] Oftmals ist angeführt worden der Ausspruch, der durch alle Kundgebungen hindurchgeht, die von dem Eintritt der Menschenseele in die geistige Welt handeln, und der da besagt, daß der Mensch erst dann die geistige Welt schauen kann, wenn er mit seinem Erleben an die Pforte des Todes kommt und dann untertaucht in die Elemente. So daß er die Elemente des Erdendaseins nicht so um sich herum hat, wie sie im gewöhnlichen Leben des physischen Planes um ihn herum sind als die Erde, das Wasser, die Luft, das Feuer, sondern daß er herausgehoben ist über diese Außenseite, diese sinnliche Außenseite der Elemente und untertaucht in dasjenige, was diese Elemente sind, wenn man sie ihrer wahren Natur, ihrer nächstwahren Natur nach kennenlernt, wo Wesen in ihnen anwesend sind, die im Zusammenhange stehen mit dem Erleben der Menschenseele.
[ 7 ] You have often heard the words that are included in all proclamations concerning the human soul's entry into the spiritual world, namely, that man beholds the spiritual world only when he experiences the gates of death and then enters into the elements. This means that the elements of earth existence do not surround him in the way they do in ordinary life on the physical plane, in the form of earth, water, air and fire, but that he is lifted above this sensory exterior of the elements and enters into what these elements really are when you know their true nature, where beings exist that have a relationship with man's soul experience.
[ 8 ] Daß Olaf Åsteson etwas von diesem Untertauchen in die Elemente erlebte, man konnte es noch nachspüren da, wo zunächst erzählt wird, wie Olaf an die Gjallarbrücke kommt, und wie er über die Brücke wandelt in den Wegen der geistigen Welt, die weithin sich dehnen. Wie anschaulich wird uns geschildert das Erlebnis mit dem Erdenelement, wird dargestellt, wie er in das Erdenelement eintaucht. Das wird bis zu jener Anschaulichkeit gebracht, die uns sagt, daß er wie Tote, die in Gräbern liegen, selbst Erde im Munde fühlt. Und deutlich wird uns dann angedeutet, wie er das Wasserelement durchlebt und alles dasjenige, was im Wasserelement erlebt werden kann, wenn man dieses Wasserelement zugleich mit seinem moralischen Inhalt erlebt. Dann wiederum wird angedeutet, wie der Mensch zusammenkommt mit dem Feuerelement, mit dem Luftelement.
[ 8 ] We could feel that Olaf Åsteson experienced something of this descent into the elements when we come to the part where Olaf reaches the Gjallar Bridge and crosses over it on to the paths of the spiritual world that all led far away. What a vivid description we are given of his experience as he descends into the element of earth. It is described in such detail that he tells us he himself feels earth in his mouth like the dead who lie in their graves. And then there is a clear indication of his going through the element of water, and of all that can be experienced in the watery element when one also experiences its moral quality. Then he also indicates how man meets with the elements of fire and of air.
[ 9 ] Das alles ist in einer wunderbar anschaulichen Weise geschildert und zusammengebracht in dem Erleben des Zusammenseins der Menschenseele mit den Geheimnissen der geistigen Welt. Die Legende ist später aufgefunden worden; sie ist gesammelt worden da, wo sie noch lebte im Munde des Volkes. Und es ist manches in dieser Legende, so wie sie heute ist, nicht mehr so, wie es ursprünglich war. Ursprünglich war ohne Zweifel erst die anschauliche Schilderung der Erlebnisse im Erdengebiete, dann der Erlebnisse im Wassergebiete. Und dann waren die Erlebnisse im Luft- und im Feuergebiete wohl noch viel differenzierter, als es der Fall ist in dem schwachen Nachklange, der nach Jahrhunderten aufgefunden worden ist und der uns heute vorliegt.
[ 9 ] All this is described in a wonderfully graphic way and centred in the experience of the human soul meeting the secrets of the spiritual world. The legend was found at a later date; it was collected at the place where it lived orally among the people. Parts of the legend in their present form are no longer the same as in the original. No doubt the graphic description of the experiences in the earth realm originally came first and then the experiences in the realm of water. And the experiences in the realms of air and of fire were no doubt far more differentiated than they are in the feeble after-echo that we have today, and which was found centuries later.
[ 10 ] Ebenso war zweifellos viel großartiger und weniger sentimental der Schluß, der gar nicht mehr, so wie er heute dasteht, an die ursprünglich ungeheuer grandiose Sprache erinnert, an das übermenschlich Ergreifende, das in solchen Volkslegenden lag, während der heutige Schluß eben nur menschlich ergreifend ist, ergreifend deshalb, weil er mit so tiefen Geheimnissen des Makrokosmos und des menschlichen Erlebens im Zusammenhange steht.
[ 10 ] The conclusion was undoubtedly also much more impressive and less sentimental, for in its present form it does not in the least remind us of the sublime language of olden times, nor of the capacity to raise one on to a superhuman plane that used to exist in folk legends. The present conclusion merely moves on on a human level, and the reason why it is moving is purely because of its connection with such deep secrets of the macrocosm and of human experience.
[ 11 ] In solchen Zeiten, wie diejenige ist, in der wir jetzt leben, in solchen Jahreszeiten, wenn wir sie richtig verstehen, ist viel Veranlassung gegeben, zu gedenken der Tatsache, daß die Menschheit - allerdings mit einem andersgearteten, mehr dumpfen, dämmerigen Erkennen in der Vorzeit durchdrungen war von einem Wissen, das verlorengegangen ist und das wiedererrungen werden muß. Und da kann vor unsere Seele die Frage wiederum hintreten: Müssen wir es nicht, da wir heute schon erkennen können, wie ein solches Wissen wiederum zum Heil der Menschheit kommen muß, als eine unserer dringendsten Aufgaben betrachten, alles zu tun, was ein solches Wissen herbeiführen kann, was die jetzige Menschheitskultur mit einem solchen Wissen durchdringen kann?
[ 11 ] If we rightly understand the season of the year in which we now are, we have a strong urge to remember the fact that humanity used to possess a knowledge—even if it was less defined and clear-cut—that has been lost and which has to be regained. And the question can arise in us, that as we surely recognise today that that particular kind of knowledge has to return if mankind is to be made whole, then should we not consider it one of our most urgent tasks to do everything we can to bring knowledge like that into the culture of the present?
[ 12 ] Mancherlei wird notwendig sein, damit in der richtigen Weise dieser eben angedeutete Umschwung im ganzen menschlichen, ich möchte jetzt sagen, Weltanschauungsfühlen eintreten kann. Vor allen Dingen wird eines notwendig sein, eines sage ich, denn es ist eines unter vielen, aber man kann immer nur eines nehmen: notwendig wird sein, daß sich die Menschenseelen aneignen auf dem Boden unserer geisteswissenschaftlichen Weltanschauungsströmung Ehrfurcht und Hingebung gegenüber dem, was in uralten Zeiten in alter Art gewußt worden ist von den großen Geheimnissen des Daseins. Zu der Empfindung wird man gelangen müssen, wie es in den materialistischen Zeiten versäumt worden ist, diese Ehrfurcht und diese Hingebung in der Seele zu entwickeln.
[ 12 ] Many things will have to happen in order for this change to come about in the right way, in what I would like to call the feeling content of man's world conception. One thing will be particularly necessary—I say one, for it is one among many, but you can only take one at a time—it will be essential for human souls to acquire on the basis of our spiritual-scientific world conceptual stream, reverence and devotion for what was known in ancient times in the old manner about the deep secrets of existence. People must arrive at the feeling that during the materialistic age they have neglected the development of this reverence and devotion.
[ 13 ] Eine Empfindung wird man davon bekommen müssen, wie trocken und nüchtern diese materialistische Zeit ist, und wie hochmütig auf die Verstandeserkenntnis die Menschheit in den ersten Jahrhunderten der fünften nachatlantischen Kulturperiode dagestanden hat vor den Offenbarungen alter Religions- und alter Wissensüberlieferungen, die wahrhaftig, wenn man mit der nötigen Ehrfurcht ihnen naht, ahnen lassen, daß tiefe, tiefe Weisheit in ihnen ruht. Wie ehrfurchtslos im Grunde genommen stehen wir heute auch vor der Bibel! Ich will gar nicht sprechen von jener Art moderner Greuelforschung, welche die ganze Bibel zerzaust und zerfasert, ich will nur sprechen von der nüchternen, trockenen Art, wie wir heute, gleichsam ausgerüstet nur mit Sinnenerkenntnis und den gewöhnlichen Verstandeskräften, uns der Bibel nahen, und wie wir nicht mehr eine Empfindung aufbringen können für die ungeheure Größe menschlicher Anschauung, die aus manchen Stellen uns entgegentritt. Auf eine Stelle aus dem zweiten Moses-Buche, 33. Kapitel Vers 18, möchte ich hinweisen:
[ 13 ] We must get the feeling of how dried-out and empty this materialistic age is, and how proud of our intellectual knowledge mankind was in the first centuries of the fifth post-Atlantean epoch, in face of the revelations of ancient religion and knowledge handed down from former times, which, when approached with the necessary reverence, truly give us the feeling that they contain the most profound wisdom. Fundamentally speaking we have no reverence for the Bible nowadays, either! Disregarding the kind of atrocious modern research that tears the whole Bible to shreds, we have merely to look at the dry and empty way we approach the Bible today armed, as it were, only with the knowledge of the senses and ordinary intellectual powers, and at the way we can no longer muster a feeling for the tremendous greatness of human perception that comes to meet us in some of its passages. I would like to refer to a passage from the second Book of Moses, chapter 33, verse 18:
[ 14 ] Und Mose sprach zu Gott: «Zeige mir doch die Gestalt deiner Offenbarung.»
[ 14 ] And Moses said to God, ‘I beseech thee, shew me thy glory.’
[ 15 ] Worauf Jahve sprach: «Ich werde vorüberziehen lassen all meine Güte an deinem Angesicht, und ich will rufen den Namen Jahves vor dir und will gnadevoll sein dem, den ich begnaden darf, und will Erbarmen üben mit dem, mit dem ich Erbarmen üben darf.»
[ 15 ] And the Lord said, ‘I will make all my goodness pass before thee, and I will proclaim the name of the Lord before thee; and will be gracious to whom I will be gracious, and will shew mercy on whom I will shew mercy.’
[ 16 ] Dann aber sprach Jahve: «Du kannst mein Antlitz nicht sehen, denn mich sieht kein Mensch, der dann noch leben bleiben kann.»
[ 16 ] But then the Lord said, ‘Thou canst not see my face: for there shall no man see me, and live.’
[ 17 ] Und es sprach Jahve: «Hier ist ein Ort bei mir, stelle dich auf den Felsen. Und wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, so will ich dich in eine Höhlung des Felsens stellen und meine Hand über dich decken, bis ich vorüber bin. Wenn ich dann meine Hand entferne, so wirst du meine Rückseite sehen; aber mein Antlitz kann nicht geschaut werden.»
[ 17 ] And the Lord said, ‘Behold, there is a place by me, and thou shalt stand upon a rock: And it shall come to pass, while my glory passeth by, that I shall put thee in a cleft of the rock, and will cover thee with my hand while I pass by: And I will take away mine hand, and thou shalt see my back parts: but my face shall not be seen.’
[ 18 ] Wenn man zusammennimmt so manches, was in den verflossenen Jahren unseres geisteswissenschaftlichen Strebens in unsere Seelen und unsere Herzen hineinziehen konnte, und sich naht dieser Stelle, dann kann man die Empfindung haben: Ja, was spricht denn da für eine unendliche Weisheit aus dieser Stelle, und wie taub sind die Menschenohren des materialistischen Zeitalters, daß sie so gar nichts vernehmen können von der unendlich tiefen Weisheit, die aus dieser Stelle spricht. — Ich möchte zugleich die Gelegenheit ergreifen, Sie hinzuweisen auf ein Büchelchen, das erschienen ist mit dem Titel: «Worte Mosis», im Bruns Verlag in Minden in Westfalen, und zwar deshalb, weil manches in diesem Büchelchen aus den Fünf Büchern Moses besser übersetzt ist als in andern Ausgaben. Es hat sich da Dr. Hugo Bergmann, welcher der Herausgeber der «Worte Mosis» ist, für die Interpretation viele Mühe gegeben.
[ 18 ] If you gather together various things we have taken up in our hearts and souls during the years we have been working with spiritual science and then approach this passage, you can have the feeling that infinite wisdom is speaking to us there and how, in the materialistic age, human ears are so deaf that they hear nothing of the infinitely deep wisdom that comes to us from this passage. I would like to take this opportunity to refer you to a booklet that has been published under the title Worte Mosis by Bruns Publishing Co. in Minden, Westphalia, because certain things out of the five Books of Moses have been translated better in this booklet than in other editions. Dr. Hugo Bergmann, the publisher of Worte Mosis, has taken a lot of trouble over the interpretation.
[ 19 ] Daß im Grunde genommen der Mensch sich aneignen müsse eine ganz andere Art des Sich-Verhaltens zur Welt, wenn er in die geistigen Welten eintauchen will, als das Verhalten zur Sinneswelt ist, das haben wir öfter hervorgehoben. Die Sinneswelt hat der Mensch um sich. Er schaut hin auf die Sinneswelt, er sieht sie in ihren Farben und Formen, hört ihre Töne. Die Sinneswelt ist da, wir stehen ihr gegenüber, sie wirkt auf uns, wir nehmen sie in der Wahrnehmung auf, wir denken über sie nach. So ist unser Verhalten zur Sinneswelt. Wir sind passiv, sie arbeitet sich gleichsam in unsere Seele hinein. Wir denken über die Sinneswelt, wir stellen die Sinneswelt vor.
[ 19 ] The fact that man, if he wants to penetrate to the spiritual world, has to acquire a totally different relation to the world than that which he has to the sense world, has often been stressed. Man has the sense world all about him. He looks at the sense world and sees it in its colours and forms and hears its sounds. The sense world is there, and we are in the midst of it, feeling its influence, perceiving it and thinking about it. That is how we relate to the sense world. We are passive and the sense world, as it were, works its way into our souls. We think about the sense world and make mental images of it.
[ 20 ] Ganz anders ist unser Verhalten, wenn wir uns hinaufleben in die geistige Welt. Darin besteht eine der Schwierigkeiten, richtige Vorstellungen zu gewinnen über das, was der Mensch erlebt, wenn er in die geistige Welt eintritt. Ich habe versucht, einige dieser Schwierigkeiten zu charakterisieren in dem Büchelchen «Die Schwelle der geistigen Welt». Wir stellen die Sinneswelt vor, wir denken über die Sinneswelt. Wenn wir alles das durchmachen, was derjenige durchzumachen hat, der den Pfad der Initiation gehen will, dann tritt etwas ein, was man so charakterisieren kann: Wie die Dinge um uns herum sich zu uns verhalten, so verhalten wit uns selber zu den Wesenheiten der höheren Hierarchien: die stellen uns vor, die denken uns. Wir denken die Gegenstände außer uns, die Mineralien, Pflanzen und Tiere: sie werden unsere Gedanken. Wir wiederum sind die Vorstellungen, Gedanken und Wahrnehmungen der Geister der höheren Hierarchien. Wir werden zu den Gedanken der Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter. Wir werden aufgenommen von ihnen, wie wir selber aufnehmen die Pflanzen, Tiere und Menschen. Und wir müssen uns geborgen fühlen, indem wir uns sagen können: Es denken uns die Wesen der höheren Hierarchien, sie stellen uns vor. Diese Wesen der höheren Hierarchien ergreifen uns mit ihren Seelen. — Ja, wir können uns geradezu vorstellen, indem jener Olaf Åsteson vor dem Kirchentor einschlief, wurde er eine Vorstellung der Geister der höheren Hierarchien, und während er schlief, erlebten die Wesen der höheren Hierarchien dasjenige, was erleben die Wesen des Erdgeistes, der für uns ja eine Pluralität ist. Und indem Olaf Åsteson wieder heruntersinkt in die physische Welt, erinnert er sich an dasjenige, was die Geister der höheren Hierarchien in ihm erlebt haben.
[ 20 ] Our relationship is quite different when we penetrate into the spiritual world. One of the difficulties consists in getting the right idea of what a person experiences when he enters the spiritual world. I have attempted to characterise some of these difficulties in my booklet Die Schwelle der geistigen Welt (‘The Threshold of the Spiritual World’). We make mental images of the sense world and we think about it. If we go through all a person has to go through if he wants to follow the path of initiation, something occurs that can be described like this: We ourselves relate to the beings of the higher hierarchies in the same way as the things around us relate to us; they make a mental image of us, they think us. We think the objects around us, the minerals, plants and animals; they become our thoughts, whereas we are the conceptions, thoughts and perceptions of the spirits of the higher hierarchies. We become the thoughts of the Angeloi, Archangeloi, Archai and so on. They take us in, in the same way as we take in the plants, animals and human beings. And we must feel their sheltering protection when we say, ‘The beings of the higher hierarchies think us, they make mental images of us. These beings of the higher hierarchies take hold of us with their souls’. In fact we can actually picture that when Olaf Åsteson fell asleep he became a mental image of the spirits of the higher hierarchies, and in the course of his sleep these beings of the higher hierarchies experienced what the beings of the earth spirit were experiencing (these are, of course, a plurality for us). And when Olaf Åsteson sinks back into the physical world he remembers what the spirits of the higher hierarchies experienced in him.
[ 21 ] Stellen wir uns einmal vor, wir begeben uns auf den Pfad der Initiation. Wie können wir uns verhalten zu den geistigen Welten, in die wir, als in eine Summe von geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien, unseren Einzug halten wollen? Wie können wir uns zu ihnen verhalten? - Wir können sie ansprechen und können zu ihnen sagen: Wie gelangen wir in euch hinein, wie offenbart ihr euch uns? — Und dann, wenn wir Verständnis gewonnen haben für die andere Art des Verhaltens der Menschenseele zu den höheren Welten, wird uns gewissermaßen entgegentönen aus den geistigen Welten: Ja, so wie du die Sinneswelt wahrnimmst, daß sie vor deinem Blicke erscheint, vor deinen Sinnen auftritt, so kannst du die geistige Welt nicht wahrnehmen. Wir müssen dich vorstellen, und du mußt dich in uns empfinden. Du mußt dich so empfinden, wie der Gedanke, den du in der Sinneswelt denkst, sich erleben würde, wenn er sich in dir erleben könnte. Du mußt dich hingeben der geistigen Welt, dann wird in dich einziehen alles das, was sich dir offenbaren kann an Wesenheiten der höheren Hierarchien. Dann wird es in deine Seele einfließen und gnadevoll in deiner Seele leben, wie du in deinen Gedanken lebst, wenn du über die Sinneswelt denkst. Wenn dich die geistige Welt begnaden will, dann wird sie dich durchdringen mit ihrer Liebe, wenn sie sich deiner erbarmen und dich mit ihrer Liebe durchdringen will!
[ 21 ] Let us imagine for a moment that we are setting out on the path of initiation. How can we relate to the spiritual world, which is a host of spiritual beings of the higher hierarchies, into which we wish to enter? How can we relate to them? We can appeal to them and say ‘How can we enter into you, how do you reveal yourselves to us?’ And then, when we have acquired an understanding of the different kind of relationship the human soul has to the higher worlds, there will sound forth to us, as it were from the spiritual worlds, ‘You cannot perceive the spiritual world the same way as you perceive the sense world, the way the sense world appears before you and impinges on your senses. We must think you, and you must feel yourself in us. You must feel the kind of experience in you which a thought you think in the sense world would have if it could experience itself within you. You must surrender yourself to the spiritual world, then the beings of the higher hierarchies who can reveal themselves to you will enter into you. This will stream into your soul and live within it, bringing grace, in the same way as you live in your thoughts when you think about the sense world. If the spiritual world wishes to favour you and have compassion on you, it will fill you with its love!’
[ 22 ] Aber du mußt nicht glauben, daß du dich den geistigen Wesen so gegenüberstellen kannst wie der sinnlichen Welt. Wie Moses in die Höhlung gehen mußte, so mußt du in die Höhlung der geistigen Welt dich hineinbegeben. Du mußt dich da hineinstellen. Wie der Gedanke in dir lebt, so mußt du dich in die geistigen Wesen hineinleben. Du mußt selber als Weltgedanke in dem Makrokosmos darinnen leben. Das, was du so erlebst, von selbst zu erleben, das kannst du nicht während deines Erdenlebens zwischen der Geburt und dem Tode, das kannst du nur nach dem Tode, wenn du gestorben bist. Niemand kann die geistige Welt so erleben, bevor er gestorben ist, aber vorüberziehen kann an dir die geistige Welt, dich begnaden, dich mit ihrer Liebe durchfluten. Und dann, wenn du nachher oder während du darinnen bist in dieser geistigen Welt, dein Erdenbewußtsein entwickelst, dann erglänzt dir herein in dein Erdenbewußtsein dasjenige, was die geistige Welt ist.
[ 22 ] But you must not imagine that you can approach spiritual beings in the same way as you approach the sense world. Just as Moses had to creep into the cave, you must go into the cave of the spiritual world. You have to put yourself there. Like a thought lives in you, you must be taken up into the life of the spiritual beings. You yourself must live as a universal thought in the macrocosm. To have experiences there of your own accord is not possible during earthly life between birth and death, but only after you have passed through death. No one can experience the spiritual world in this way before he has died, yet the spiritual world can come close to you, bless you and fill you with its love. And if after, or whilst you are within the spiritual world, you develop your earthly consciousness, the spiritual world will shine into this consciousness.
[ 23 ] Wie der Gegenstand draußen ist und der Mensch gegenübersteht dem Gegenstande, wie der Gegenstand hineinragt in sein Bewußtsein und dann darinnen ist, so ist der Mensch mit seiner Seele in der Höhlung der geistigen Welt. Die geistige Welt zieht durch ihn durch. Hier ist der Mensch vor den Dingen. Wenn der Mensch eingeht in die geistige Welt, sind die Wesenheiten der höheren Hierarchien hinter ihm. Da kann er nicht ihr Angesicht sehen, so wie die Gedanken nicht unser Antlitz sehen, wenn sie in uns sind. Das Antlitz ist vorn; die Gedanken sind dahinter, sie sehen nicht das Antlitz. Das ganze Geheimnis der Initiation ruht in den Worten, die Jahve zu Moses spricht.
[ 23 ] Just as when an object is outside us we confront it, and when it enters our consciousness it is inside us, the soul of man is within the cave of the spiritual world. The spiritual world passes through him. Here, man confronts things. When man enters the spiritual world the beings of the higher hierarchies are behind him. There, he cannot see their face, just as a thought cannot see our face when it is within us. Our face is in front and the thoughts are behind, so they cannot see our face. The whole secret of initiation is concealed in the words Jehovah speaks to Moses.
[ 24 ] Und Moses spricht zu Gott: «Zeige mir doch die Gestalt deiner Offenbarung.»
[ 24 ] And Moses said to God, ‘I beseech thee, shew me thy glory.’
[ 25 ] Worauf Jahve sprach: «Ich werde vorüberziehen lassen all meine Güte an deinem Angesicht, und ich will rufen den Namen Jahves vor dir und will gnadevoll sein dem, den ich begnaden darf, und will Erbarmen üben mit dem, mit dem ich Erbarmen üben darf.»
[ 25 ] And the Lord said, ‘I will make all my goodness pass before thee, and I will proclaim the name of the Lord before thee; and will be gracious to whom I will be gracious, and will shew mercy on whom I will shew mercy.’
[ 26 ] Dann aber sprach Jahve: «Du kannst mein Antlitz nicht sehen, denn mich sieht kein Mensch, der dann noch leben bleiben kann.» — An die Pforte des Todes kommt man ja durch die Initiation.
[ 26 ] But then the Lord said, ‘Thou canst not see my face; for there shall no man see me, and live.’—Initiation does indeed bring you to the Gate of Death.
[ 27 ] Und es sprach Jahve: «Hier ist ein Ort bei mir, stelle dich auf den Felsen. Und wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, so will ich dich in eine Höhlung des Felsens stellen und meine Hand über dich decken, bis ich vorüber bin. Wenn ich dann meine Hand entferne, so wirst du meine Rückseite sehen, aber mein Antlitz kann nicht geschaut werden.»
[ 27 ] And the Lord said, ‘Behold, there is a place by me, and thou shalt stand upon a rock: And it shall come to pass, while my glory passeth by, that I shall put thee in a cleft of rock, and will cover thee with my hand while I pass by:
[ 28 ] Es ist die entgegengesetzte Art, wie man die Sinneswelt wahrnimmt. Man muß vieles von dem, was man sich durch Jahre hindurch erwirbt an geisteswissenschaftlichem Streben, aufbringen, um in der richtigen Weise in Ehrfurcht und Hingabe vor einer solchen Offenbarung zu stehen. Dann aber kommt allmählich immer mehr und mehr dieses Gefühl der Ehrfurcht gegenüber diesen Offenbarungen in die Menschenseele hinein, und unter dem mancherlei, was wir brauchen, damit der angedeutete Umschwung in der geistigen Menschheitskultur hervortreten kann, ist diese Ehrfurcht, diese Hingebung.
[ 28 ] And I will take away mine hand, and thou shalt see my back parts: but my face shall not be seen.’ It is the opposite of the way we perceive the sense world. You must muster a lot of the spiritual-scientific effort you have developed over the years, in order to encounter a revelation like this with the right kind of reverence and devotion. Then human souls will gradually acquire more and more of this feeling of reverence towards these revelations; and this reverence, this devotion, is among the many things we need in order that the change we have been speaking of can come about in mankind's spiritual culture.
[ 29 ] Die Zeit, in welcher das geringste Maß von Eindrücken aus dem Makrokosmos zur Erde kommt, die Zeit von Weihnachten bis über das Neujahr hinaus, ungefähr bis zum 6. Januar, ist wohl geeignet, daß man sich nicht nur erinnere an das Gegenständliche der geistigen Erkenntnis, sondern an die Empfindungen, die wir in uns entwickeln müssen durch das Aufnehmen der Geisteswissenschaft. Wahrhaft leben wir uns also wieder hinein in den Erdgeist, mit dem wir zusammen doch eine Ganzheit bilden, und mit dem lebte das alte, hellseherische Erkennen, wie es uns etwa in dieser Legende von Olaf Åsteson dargestellt ist. Ehrfurcht und Hingebung gegenüber dem geistigen Leben hat die Menschheit des materialistischen Zeitalters vielfach verlernt. Notwendig ist es vor allen Dingen, darauf zu achten, daß diese Ehrfurcht und diese Hingebung wiederum kommt, denn nur dadurch werden wir die Stimmung entwickeln können, die uns auch in der richtigen Weise an die neue Geisteswissenschaft heranbringt. Vorerst ist immer noch jene Stimmung da, welche an diese Geisteswissenschaft so herantritt, wie man an die andere, gewöhnliche Wissenschaft herantritt. In dieser Beziehung muß aber eine gründliche Umkehr stattfinden.
[ 29 ] The time when the macrocosm sends down least influence to the earth, the days from Christmas over New Year until roughly the 6th of January, can be a suitable time not only for remembering the facts of spiritual knowledge, but also for remembering the feelings we have to develop as we take up spiritual science. We are really and truly taken up again into the life of the spirit of the earth, together with whom we form a whole, and in which ancient clairvoyant knowledge lived, as this legend of Olaf Åsteson shows us. Humanity in the materialistic age has in many ways lost this reverence and devotion for spiritual life. It is most essential to see to it that this reverence and devotion come back, for without them we shall not develop the mood to approach spiritual science in the right way. Unfortunately the mood with which spiritual science is spproached to start with is still the same mood we have for ordinary science. A thorough change will have to come about in this respect.
[ 30 ] Dadurch, daß der Menschheit verlorengegangen ist die Einsicht in die geistige Welt, ist auch verlorengegangen das richtige Verhältnis des Menschen zum ganzen Menschenwesen, zur Menschheit. Die materialistische Weltanschauung erzeugt chaotische Empfindungen über das Weltendasein. Diese chaotischen Empfindungen über das Welt- und Menschheitsdasein mußten hereinbrechen in der Zeit des Materialismus. Nehmen wir eine Zeit -— und diese Zeit ist die unsrige: es sind die ersten Jahrhunderte der fünften nachatlantischen Kulturperiode -, wo man so gar keine wirkliche Ahnung mehr davon hatte, daß des Menschen Wesen ein dreifaches ist: das leibliche, das seelische und das geistige Wesen. Denn wahrhaftig, so ist es. Dasjenige, was für uns schon zu den ersten Elementen des geisteswissenschaftlichen Erkennens gehören muß: die Dreigliederung des Menschen in Leib, Seele und Geist, es fehlte von den ersten vier Jahrhunderten der fünften nachatlantischen Kulturperiode an bis in unsere Zeit hinein jede Ahnung davon. Der Mensch war eben Mensch, und alles Sprechen über eine menschliche Gliederung von der Art, wie wir sie haben in Leib, Seele und Geist, galt als törichte, phantastische Rederei.
[ 30 ] Having lost the understanding for the spiritual world, mankind has also lost the proper relation to the being of man, to humanity. The materialistic world conception produces chaotic feelings about universal existence. These chaotic feelings about the world and humanity were bound to come in the age of materialism. Think of a time—and this is our time, the first centuries of the fifth post-Atlantean cultural epoch—when people no longer had any real awareness that the being of man is threefold: a bodily nature, soul and spirit. For it really is like that. The threefold nature of man, which, to us, is one of the basic elements of spiritual science, was something that people did not have the slightest notion of from the first four centuries of the fifth post-Atlantean cultural epoch right into our time. Man was just man, and any talk of membering his being in the way we do into body, soul and spirit was considered complete nonsense.
[ 31 ] Man könnte glauben, daß diese Dinge nur bedeutsam sind für die Erkenntnis. Das sind sie aber nicht. Sie sind nicht allein bedeutsam für die Erkenntnis, sondern sie sind auch bedeutsam für die ganze Art, wie sich der Mensch in das Leben hineinstellt. Im vierten Jahrhundert der neuzeitlichen Entwickelung oder auch, wie wit in unserer Sprache sagen, der Entwickelung der fünften nachatlantischen Kulturperiode, brachen in diese Zeit hinein drei gewaltige Worte, in denen gewissermaßen verstand oder wenigstens zu verstehen versuchte diese Zeit das Zentrum menschlichen Wollens im Erdenerleben. Drei Worte, die bedeutsam sind, die aber ihre Eigentümlichkeit erhielten dadurch, daß sie in der Zeit in die Menschheit hineinbrachen, in welcher man nichts wußte von der Dreigliederung der menschlichen Natur. Die Menschheit hörte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
[ 31 ] You might imagine that these things are valuable only in the sphere of knowledge, but that is not so. They are important not only as knowledge, but for the whole manner in which man faces life. In the fourth century of modern times, or, as we say in our language, during the fifth post-Atlantean cultural period, three great words came to the fore in which people saw, or at least endeavoured to see, the essence of human striving on earth. Important though these words are, what made them significant was the fact that they appeared at a time when mankind knew nothing of the threefold nature of man. Everyone heard of liberty, equality and fraternity.
[ 32 ] Daß diese Worte hineintönten in einer bestimmten Zeit in die neuzeitliche Kultur, war eine tiefe Notwendigkeit. Verstehen wird man diese Worte wirklich erst, wenn man die dreifache Gliederung der menschlichen Natur verstehen wird, weil man dann erst wissen wird, welche Bedeutung diese Worte für die Menschennatur, im wahren Sinne des Wortes, haben können. Solange man mit jenen chaotischen Empfindungen diese drei Worte erfüllt, die da ausgehen von dem Gedanken: Mensch ist Mensch, und die Dreigliederung des Menschen ist ein törichtes Wahngebilde, so lange kann der Mensch auch nicht innerhalb des Gebietes der Richtlinie dieser drei Worte sich zurechtfinden. Denn so wie uns die drei Worte entgegentreten, können sie nicht unmittelbar, man möchte sagen, auf gleichen Niveauflächen des menschlichen Erlebens angewendet werden. Das können sie nicht. Einfache Erwägungen, die Ihnen vielleicht deshalb, weil sie so einfach sind, nicht gleich in dem Schwerwiegenden, das sie bedeuten, vor das Seelenauge treten werden, können Ihnen andeuten, wie auf der gleichen Niveaufläche des Lebens das, was diese drei Worte bedeuten, in ernste Lebenskonflikte geraten kann.
[ 32 ] It was a profound necessity that these words were heard at a certain time in modern civilisation. People will only really understand these words when the threefold membering of the human being is understood, because until then they will not realise the significance these words can have with regard to man's real being. Whilst these words are being approached with the sort of chaotic feelings that are engendered by the thought that man is man, and the threefold membering of man is nonsense, human beings will find no guidance in these three words. For the three words, as they stand, cannot be directly applied to one and the same level of human experience. They cannot be. Simple considerations which do not perhaps occur to you because they seem too simple for such weighty matters, can go to show that if they are taken on the same level, what these three words mean can come into serious conflict.
[ 33 ] Nehmen wir zunächst das Gebiet, in dem uns auf die natürlichste Weise der Welt die Brüderlichkeit entgegentritt. Nehmen wir die menschliche Blutsverwandtschaft, die Familie, wo wir die Brüderlichkeit nicht erst herzustellen brauchen, wo sie dem Menschen naturgemäß angeboren ist, und bedenken wir, wie es zu unseren Empfindungen spricht, wenn wir sehen können, daß in einer Familie echte, wahre Brüderlichkeit herrscht, daß alles brüderlich verbunden ist. Aber jetzt -— ohne daß wir in geringstem Maße etwas zu dämpfen brauchen von der wundervollen Empfindung, die wir von dieser Brüderlichkeit haben können - werfen wir den Blick hinein, um zu sehen, was innerhalb der Brüderlichkeit der Familie entstehen kann, gerade wegen der Brüderlichkeit der Familie. Ein Glied kann in der Familie sein, welches sich gerade wegen der innerhalb der Familie gerechtfertigten Brüderlichkeit nicht wohl fühlt, sich heraussehnt aus der Brüderlichkeit der Familie, weil es fühlt, daß es die Seele nicht entfalten kann in der Brüderlichkeit der Familie, weil es fühlt, daß es heraus muß zur freien Entfaltung der Seele aus der Familie, in der es so brüderlich leben kann. Wir sehen, die Freiheit, die freie Entfaltung des Seelenlebens kann in Konflikt kommen mit der allerbestgemeinten Brüderlichkeit.
[ 33 ] Let us start by looking at the realm where we find fraternity in its most natural form. Take human blood relationship, the family, where there is no need to instil brotherly love because it is inborn, and just think how it warms the heart to see real genuine brotherhood among a family, to see everyone united in a brotherly way. And yet—without losing any of the wonderful feeling we can have about this brotherly love—let us have a look at what can happen to a family fraternity just because of this brotherliness. Brotherliness is justified within a family, yet a member of a family can be made unhappy by it, and can long to get away from it because he feels he cannot develop his own soul within the family fraternity and must leave it in order to develop in freedom. So we see that freedom, the unfolding in freedom of the life of the soul, can come into conflict with even the best-meant brotherliness.
[ 34 ] Selbstverständlich kann der Oberflächling sagen, das wäre nicht die rechte Brüderlichkeit, die mit der Freiheit einer Seele innerhalb der Brüderlichkeit sich nicht verträgt. Aber sagen kann man alles, was sich vorstellen läßt. Man kann sagen, daß sich alles miteinander verträgt, daran ist gar kein Zweifel. Ich habe neulich einmal eine Dissertation in die Hand bekommen. Unter den Thesen, die da zu verteidigen waren, war die These aufgestellt: Ein Dreieck ist ein Viereck. - Man kann natürlich auch das verteidigen, ja, man kann es sogar streng beweisen, daß ein Dreieck ein Viereck ist! So kann man auch voll beweisen, daß Brüderlichkeit und Freiheit vereinbar sind. Aber darum handelt es sich nicht, sondern es handelt sich darum, wie um der Freiheit willen manches Gebiet der Brüderlichkeit verlassen werden muß und auch verlassen wird. So könnten wir noch manches andere anführen.
[ 34 ] Obviously a superficial person could maintain that it is not proper brotherliness if it does not agree with a person's freedom. But people can say anything they like. No doubt they can say that everything agrees with everything else. I recently saw a thesis in which one of the articles that had to be proved was that a triangle is a quadrangle. You can of course plead for a thing like that, you can even prove exactly that a triangle is a quadrangle! And you can also fully prove that fraternity and freedom are compatible. But that is not the point. The point is that for the sake of freedom many a realm of brotherliness has to be—and in fact is—forsaken. We could give further examples of this.
[ 35 ] Wenn man die Diskrepanzen zwischen Brüderlichkeit und Gleichheit aufzählen wollte, so würde man sehr lange darüber reden müssen. Selbstverständlich, in abstracto kann man sich wieder vorstellen: alle können gleich sein, und kann zeigen, daß sich Brüderlichkeit und Gleichheit vertragen. Aber es handelt sich nicht um Abstraktionen, sondern um die Beobachtung der Wirklichkeit, wenn wir es mit dem Leben ernst und ehrlich nehmen. In dem Augenblicke, wo wir wissen, daß die menschliche Wesenheit aus dem Leiblichen, das auf dem physischen Plane sich auslebt, besteht, aus dem Seelischen, das in der Seelenwelt eigentlich sich auslebt, und aus dem Geistigen, das in der geistigen Welt sich auslebt, eröffnet sich auch die richtige Perspektive für den Zusammenhang der drei gewaltigen Worte, die wir angeführt haben. Brüderlichkeit ist das wichtigste Ideal für die physische Welt, Freiheit für die Seelenwelt, und insofern der Mensch in der Seelenwelt darinnensteht, sollte man sprechen von der Freiheit der Seele, das heißt von einem solchen sozialen Zustande, welcher der Freiheit der Seele volle Gewähr leistet. Und wenn man bedenkt, daß wir, jeder von uns, streben müssen von unserem individuellen Standpunkte aus nach Geist-Erkenntnis, nach der Entwickelung unseres Geistes, um mit dem Geiste im Geisterland darinnenzustehen, so wird uns sehr bald vor das geistige Auge treten, wohin wir kämen mit unserer Geistauffassung, wenn jeder nur auf seinem eigenen Wege suchte und jeder zu einem ganz andern Geistesinhalt käme.
[ 35 ] If we wanted to count up the discrepancies between fraternity and equality it would take us a long time. Obviously we can say in abstracto that everyone can be equal, and can show that fraternity and equality are compatible. But if we take life seriously it is not a question of abstractions but of looking at reality. The moment we realise that the human being has a bodily nature that lives on the physical plane, a soul nature that actually lives in the soul world, and a spiritual nature that lives in the spiritual world, we have the right perspective for the connection between these profound words. Brotherliness is the most important ideal for the physical world, freedom is for the soul world, and insofar as man enters into the realm of the soul we ought to speak of the freedom of the soul, that is, of the kind of social conditions that fully guarantee the soul its freedom. If we bear in mind that in order to develop the spirit and enter spirit land we, that is, each one of us, has to strive for spirit knowledge from our own point of view, we shall soon see where we would get with our spiritual conceptions if each one of us only went his own way and we all filled ourselves with a different content.
[ 36 ] Wir können uns überhaupt als Menschen nur im Leben zusammenfinden, wenn wir, jeder für sich selber, den Geist suchen und zuletzt zu einem gleichen geistigen Inhalte kommen können. Von der Gleichheit des Geisteslebens kann gesprochen werden. Von Brüderlichkeit auf dem physischen Plane und in bezug auf alles das, was mit den Gesetzen des physischen Planes zusammenhängt und in die Menschenseele sich hineinlebt von dem physischen Plane aus. Freiheit in bezug auf alles das, was sich als Gesetze der Seelenwelt in die menschliche Seele hineinlebt; Gleichheit in bezug auf alles, was von den Gesetzen des Geisterlandes in die menschliche Seele sich hineinlebt.
[ 36 ] As human beings we can only find one another in life if we seek the spirit, each one for himself, yet can arrive at the same spiritual content. We can speak of the equality of spiritual life. We can speak of fraternity on the physical plane and with regard to everything that has to do with the laws of the physical plane and which affects the human soul from the physical plane; liberty with regard to all that comes to expression in the soul in the way of laws of the soul world; equality with regard to everything that comes to expression in the soul in the way of laws of the spirit land.
[ 37 ] Sie sehen, ein Weltenneujahr muß angehen, in dem eine Sonne wachsen wird in bezug auf ihre wärmende und leuchtende Kraft: jene Sonne, welche für manches, was in der Zeit der Verdunkelung zwar lebt, aber unverstanden lebt, die leuchtende Wärme geben muß. Das ist gerade das Eigentümliche unserer Zeit, daß manches erstrebt, manches ausgesprochen wird, ohne daß es verstanden wird.
[ 37 ] So you see, a Cosmic New Year must come about, where there will be a sun that will increase in power to give warmth and to radiate light: a sun that must bring light-filled warmth to many a thing that lived on during the age of darkness, yet was not understood. It is characteristic of our time that many a thing is striven for and expressed in words, yet is not understood.
[ 38 ] Aber auch dieses kann uns zur Ehrfurcht führen und zur Hingebung gegenüber der geistigen Welt. Denn wenn wir bedenken, daß viele im vierten Jahrhundert der fünften nachatlantischen Periode Brüderlichkeit, Freiheit und Gleichheit erstrebten und diese Worte ausgesprochen haben, ohne daß sie im Grunde genommen verstanden wurden, dann haben wir schon die Möglichkeit, zu verstehen und eine Antwort zu finden auf die Frage: Woher also sind diese Worte gekommen? — Die göttlich-geistige Weltenordnung hat sie zunächst im voraus der noch nicht verstehenden Menschenseele eingeimpft, damit sich diese an solchen Leitworten hinaufranke zum wahren Weltverständnis. Selbst in solchen Tatsachen können wir die weisheitsvolle Führung in der Weltenevolution beobachten. In uns mehr oder weniger fern- oder naheliegenden Zeiten können wir überall diese Führung beobachten, beobachten, wie wir oftmals erst hinterher einsehen, daß das, was wir vorher gemacht haben, eigentlich weisheitsvoller war, als wir es mit der damaligen Weisheit, die wir beherrscht haben, hätten machen können. Ich habe darauf aufmerksam gemacht gleich im Beginne meiner Schrift über «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit».
[ 38 ] This, too, can bring us to feel reverence and devotion for the spiritual world. For if we ponder on the fact that many people strove for fraternity, liberty and equality in the fourth century of the fifth post-Atlantean epoch and uttered these words without understanding them properly, it is possible for us to see an answer to the question, ‘Where did these words come from?’ The divine-spiritual universal order implanted them into the human soul at a time when we did not understand them, in order that key words of this kind might lead us on to true universal understanding. We can notice the wise guidance in world evolution even in things like this. We can observe this guidance everywhere, whether in past ages or in more recent times, observing that often we do not notice until afterwards that something we did previously was actually wiser than the wisdom we had at our command at the time. I drew attention to this at the very beginning of my book, The Spiritual Guidance of Man.
[ 39 ] Aber wenn Sie so etwas nehmen wie die Tatsache, daß in die Weltenentwickelung, in die Entwickelung des Menschen hineinfallen Richtungsworte, die erst nach und nach verstanden werden können, dann werden Sie wohl aufmerksam werden auf ein Bild, das man gebrauchen kann, wenn man diese abgelaufene Periode der fünften nachatlantischen Kulturepoche charakterisieren will. Sie ist nämlich wirklich in bezug auf gewisse Dinge zu vergleichen mit der Zeit des Advents, wo die Zeiten des Tageslichtes immer kürzer und kürzer werden. Und nun tritt die Entwickelung in dieser unserer Zeit, in der wir wiederum etwas wissen können von den Offenbarungen der geistigen Welt, in die Phase ein, in der wir die Vorstellung gewinnen können, daß die lichtvollen Zeiten länger und länger werden und wir davon sprechen können, daß uns dieser Zeitenlauf wirklich analog erscheinen kann den dreizehn Tagen und dem Wiederhineinleben in die wieder wachsenden Tage.
[ 39 ] However, if you look, for instance, at the fact that in world evolution, in the evolution of man, a part is played by directional words that can only gradually be understood, you might be reminded of an image we can use when we want to characterise this period of the fifth post-Atlantean cultural epoch that is drawing to a close. In many respects it can really be compared with the season of Advent where the periods of daylight grow shorter and shorter. And now in our time, when we can begin to have knowledge of revelations of the spiritual worlds again, evolution is entering the phase that we can picture as the days growing longer and longer, and we can speak of this season really being comparable to the thirteen days and to the time of increasing daylight.
[ 40 ] Aber die Sache geht noch tiefer. Es ist nicht richtig, ganz und gar nicht richtig, wenn wir nur böse Worte finden für die materialistische Zeit der letzten vier Jahrhunderte. Es kam ja diese neue Zeit dadurch herauf, daß man die großen Entdeckungen und Erfindungen machte, wie man sie eben «groß» nennt im materialistischen Zeitalter, zum Beispiel daß man die Erde umschiffte, Länder entdeckte, die man früher nicht gekannt hat, daß man begann, die Erde zu kolonisieren. Das war der Beginn der materiellen Kultur. Und dann rückte nach und nach die Zeit heran, in der man fast erstickte in der materiellen Kultur. Die Zeit kam herauf, wo man alles, was man an geistigen Kräften hatte, zum Begreifen und Erfassen des materiellen Lebens anwendete. Immer mehr und mehr wurde vergessen, wie wir gesehen haben, dasjenige, was an Einblicken und Einsichten, an Schauungen in die geistige Welt aus alten Erkenntnissen vorhanden war.
[ 40 ] But it goes deeper than this. It would be absolutely wrong if we were only to find bad things to say of the materialistic age of the past four centuries. Modern times were ushered in by the great discoveries and inventions that are called ‘great’ in the materialistic age, sailing round the world, for instance, discovering lands that were not previously known and starting to colonise the earth. That was the beginning of materialistic civilisation. And then the time gradually came when people were almost stifled by materialistic civilisation. The time arrived when all our spiritual forces were applied to understanding and grasping material life. Insights, understanding and visions of the spiritual world existing in ancient knowledge were forgotten more and more, as we have seen.
[ 41 ] Aber es ist nicht richtig, wenn man nur böse Worte für diese Zeit hat. Richtig ist vielmehr ein anderes, richtig ist, wenn man bedenkt, daß diese Menschenseele in ihrem wachen Teile materialistisch gedacht, materialistisch gesonnen hat, daß sie materialistisch die Wissenschaft und die Kultur begründet hat, daß aber diese Menschenseele ein Ganzes ist. Wenn ich schematisch das ausdrücken soll, so könnte ich sagen: Der eine Teil der Menschenseele begründete die materialistische Kultur. Früher war dieser Teil untätig, die Menschen wußten nichts von äußerer Wissenschaft, wußten nichts von äußerlichem, materiellem Leben; da war der spirituelle Teil mehr wach. (Es wurde gezeichnet.) In den letzten vier Jahrhunderten war gerade jener Teil wach, der die materialistische Kultur begründete, der andere aber hat geschlafen, er schlief, dieser andere Teil der Menschenseele. Und wahrhaftig, das, was wir jetzt an Kräften entwickeln in der Menschheit, um uns wieder hinaufzuarbeiten zur Spiritualität, ist veranlagt worden in der Zeit der materialistischen Kultur in den Seelengliedern, die unten geschlafen haben. Die Menschheit war wirklich in bezug auf die Geist-Erkenntnis in diesen Zeiten: Olaf Åsteson. Das war sie wirklich. Nur ist sie noch nicht erwacht, diese Menschheit! Die Geisteswissenschaft muß sie zum Erwachen bringen. Die Zeit muß kommen, wo junge und auch alte Leute Worte hören, die gesprochen werden aus dem Teil der Menschenseele heraus, der geschlafen hat in der finsteren Zeit.
[ 41 ] Yet it is wrong to have nothing but bad things to say about this age. It would be far better to put it this way: ‘The human soul has been thinking materialistically and founding a materialistic science and culture in the part of it that is awake, but this human soul is a totality.’ If I wanted to put it schematically I could say that one part of the human soul founded materialistic civilisation. This part was inactive before that, and people knew nothing about external science and outer material life; at that time the spiritual part was more awake. (He did a drawing.) During the past four centuries the part of the soul was awake that founded materialistic civilisation, and the other part was asleep. And, in truth, during the age of materialistic culture, the seeds were being sown in the sleeping parts of the soul for the forces we can now develop in humanity to bring us to spirituality again. During these centuries mankind was really an Olaf Åsteson as far as spiritual knowledge was concerned. That really was so. And humanity has not yet woken up! Spiritual science must awaken it. A time must come when both old and young must hear the words that are being spoken by the part of the human soul that was asleep in the age of darkness.
[ 42 ] Gar lange hat diese Menschenseele also geschlafen, aber es werden die Weltengeister an diese Menschenseele herantreten und ihr schon zurufen: Erwache nun, O Olaf Åsteson! - Wir müssen uns nur in der richtigen Weise vorbereiten, daß wir nicht vor den Ruf gestellt werden: Erwache nun, o Olaf Åsteson! - und nicht Ohren haben, zu hören. Dazu betreiben wir eben die Geisteswissenschaft, daß wir Ohren haben, wenn der Ruf nach dem spirituellen Wachsein in der Menschheitsentwickelung ertönen wird.
[ 42 ] The human soul has slept long indeed, but world spirits will approach and call to it, ‘Awaken now, O Olaf Åsteson!’—Only we have to prepare ourselves in the right way, so that it does not happen that we are faced with the call, ‘Awaken now, O Olaf Åsteson!’ and have not the ears to hear it. That is why we are engaged in spiritual science, so that we shall have the ears to hear, when the call to be spiritually awake sounds in human evolution.
[ 43 ] Es ist gut, wenn der Mensch manchmal sich erinnert, daß er ein Mikrokosmos ist und daß ihm manches werden kann an Erlebnissen, wenn er in dem Makrokosmos aufgeht. Und wir haben gesehen: die Zeit, die Jahreszeit ist günstig, in der wir jetzt leben. Versuchen wir einmal, uns diese Neujahrsnacht das Symbolum sein zu lassen für jene der Erdenentwickelung der Menschheit notwendige Neujahrsnacht, in der heranrücken wird die neue Zeitepoche, in der wachsen wird und immer mehr wachsen wird das Licht, das Seelenlicht, das Schauen, das Erkennen desjenigen, was im Spirituellen lebt und von dem Spirituellen aus die Menschenseele durchwallen und durchfluten kann. Bringen wir den Mikrokosmos unseres Erlebens in dieser Neujahrsnacht in Zusammenhang mit dem Makrokosmos des Menschheitserlebens über die Erde hin, dann werden wir erleben können, was wir an Empfindungen erleben sollen, da wir etwas ahnen können von dem Anbruch des neuen großen Weltentages in der fünften nachatlantischen Periode, an dessen Anbruch wir stehen, dessen Mitternacht wir würdig erleben wollen.
[ 43 ] It is a good thing if man remembers sometimes that he is a microcosm and that he can be receptive to certain experiences if he opens himself to the macrocosm. As we have seen, the present season is a good one. Let us try to make this New Year's Eve a symbol for the New Year's Eve that has to come to mankind in earth evolution, a New Year's Eve that will herald a new era bringing ever more light, soul light, vision, knowledge of what lives in the spirit and which can stream and flow into the human soul from out of the spirit. If we can bring the microcosm of our experience on this New Year's Eve into connection with the macrocosm of human experience over the whole earth, we shall then have the kind of feelings we ought to experience, sensing as we do the dawning of the great new Cosmic Day of the fifth post-Atlantean epoch, at whose beginning we stand, and the midnight of which we want to understand worthily.
