The Educational Value
of Understanding Human Nature
GA 296
17 August 1919, Dornach
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The Education Question as a Social Issue, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Wenn ich Ihnen gestern ausgeführt habe, welches der Weg des menschlichen Intellektes, der menschlichen Intelligenz gegen die Zukunft hin sein wird, so beruht diese Auseinandersetzung auf ganz bestimmten Tatsachen, welche durch geisteswissenschaftliche Erkenntnis an den Tag gefördert werden können, und von denen wir heute einige anführen wollen. Sie müssen sich, ich möchte sagen, praktisch bewußt sein: Wenn der Mensch vor Ihnen steht, so ist dieser Mensch eben durchaus dasjenige Wesen, von dem wir in der anthroposophischen Geisteswissenschaft sprechen. Das heißt, wir haben zunächst Sie kennen ja diese Dinge aus meiner « Theosophie» —, dessen müssen Sie sich immer bewußt sein, ein viergliedriges Wesen vor uns. Wir haben vor uns das Ich, den sogenannten astralischen Leib, den Ätherleib und den physischen Leib. Der Umstand, daß wir diese vier Glieder der menschlichen Wesenheit jedes Mal vor uns haben, wenn sozusagen der Mensch vor uns steht, das bewirkt, daß für das gewöhnliche heutige menschliche Anschauen man eigentlich nicht weiß, was man mit dem Menschen vor sich hat. Man weiß es eigentlich wirklich nicht. Man denkt: das, was man vor sich stehen sieht, den Raum erfüllend, das sei der physische Leib. Allein, was da dran physisch ist, das würde man nicht so sehen, wie man es sieht mit gewöhnlichen Augen, wenn es eben nur als physischer Leib vor uns stünde. Wir sehen dasjenige mit gewöhnlichen Augen, was als physischer Leib vor uns steht, so wie es ist, nur deshalb, weil es durchdrungen ist von Ätherleib, astralischem Leib und Ich. Dasjenige, was physischer Leib ist, das ist, so sonderbar das klingen mag, auch so lange wir leben zwischen der Geburt und dem Tode, Leichnam. Und eigentlich, wenn wir einen menschlichen Leichnam vor uns haben, so haben wir in Wahrheit den physischen Leib des Menschen vor uns. Wenn Sie den Leichnam sehen, dann haben Sie den physischen Menschen, ohne daß er durchdrungen ist von Ätherleib, astralischem Leib und Ich. Er ist von diesen verlassen und zeigt gewissermaßen seine wahre Wesenheit.
[ 1 ] When I explained to you yesterday what path the human intellect and human intelligence will take toward the future, this discussion was based on very specific facts that can be brought to light through Spiritual Science knowledge, and we would like to mention a few of them today. You must, I would say, be practically aware of this: When a human being stands before you, that person is precisely the kind of being we speak of in anthroposophical Spiritual Science. That is to say—and you are familiar with these concepts from my *Theosophy*—you must always be aware that we have before us a fourfold being. We have before us the “I,” the so-called astral body, the etheric body, and the physical body. The fact that we have these four members of the human being before us every time a person stands before us, so to speak, means that, from the perspective of ordinary human perception today, one does not really know what one is dealing with in the person standing before one. One really does not know. One thinks: what one sees standing before oneself, filling the space, is the physical body. Yet what is physical about it would not be seen as one sees it with ordinary eyes if it were simply standing before us as a physical body. We see with our ordinary eyes what stands before us as the physical body, just as it is, only because it is permeated by the etheric body, the astral body, and the I. That which is the physical body is—as strange as it may sound—a corpse even while we are alive between birth and death. And in fact, when we have a human corpse before us, we actually have the human physical body before us. When you see the corpse, you are seeing the physical human being, without it being permeated by the etheric body, the astral body, and the “I.” It has been abandoned by these and, in a sense, reveals its true nature.
[ 2 ] Sie stellen sich selber daher nicht richtig vor, wenn Sie das, was Sie vermeinen als den physischen Leib des Menschen aufzufassen, glauben mit sich durch den Raum herumzutragen; Sie würden viel richtiger sich selber vorstellen, wenn Sie sich als Leichnam dächten und sich so begreifen würden, daß Ihr Ich, Ihr astralischer Leib, Ihr Ätherleib diesen Leichnam durch den Raum trägt.
[ 2 ] You are therefore not forming a correct mental image of yourself if you believe that what you regard as the physical body of a human being is what you carry with you through space; you would form a much more correct mental image of yourself if you thought of yourself as a corpse and understood that your “I,” your astral body, and your etheric body carry this corpse through space.
[ 3 ] Dieses Bewußtsein von der wahren Natur der menschlichen Wesenheit wird für unsere Zeit immer wichtiger und wichtiger. Denn sehen Sie, so wie das heute ist im gegenwärtigen Entwickelungszyklus der Menschheit und schon lange her, so war es nicht immer. Natürlich kann man diese Dinge, die ich jetzt erzähle, nicht durch die äußere physische Wissenschaft konstatieren, aber geisteswissenschaftliche Erkenntnis liefert eben diese Tatsache. Wenn man zurückgeht hinter das achte vorchristliche Jahrhundert, mit dem, wie Sie wissen, der vierte nachatlantische Zeitraum beginnt, dann würde man kommen, wie Sie wiederum wissen, in die ägyptisch-chaldäische Erdenperiode. Ja, da waren die menschlichen Leiber anders beschaffen, als sie heute beschaffen sind. Das, was menschliche Leiber waren, die Ihnen jetzt in den Museen als Mumien gezeigt werden, die waren in ihrer feineren Beschaffenheit wirklich nicht so beschaffen, wie der heutige menschliche Leib ist. Sie waren viel mehr durchsetzt von Pflanzlichkeit, sie waren nicht so vollständig Leichnam wie der heutige menschliche Leib Leichnam ist. Sie waren gewissermaßen als physischer Leib ähnlicher der Pflanzennatur, während der heutige physische Leib des Menschen - und schon seit der griechisch-lateinischen Zeit — ähnlicher ist der mineralischen Welt. Würden wir heute durch irgendein kosmisches Wunder dieselben Leiber bekommen, welche die ägyptisch-chaldäische Bevölkerung hatte, so würden wir alle krank sein. Das würde für uns eine Krankheit bedeuten. Wir würden wuchernde Gewebe im Leibe mit herumtragen. Und manche Krankheit besteht einfach darinnen, daß der menschliche Leib atavistisch teilweise zurückgeht in Zustände, welche die normalen waren während der ägyptisch-chaldäischen Zeit. Es gibt heute geschwürige Bildungen des menschlichen Leibes, welche einfach davon herrühren, daß ein Stück eines Leibes bei dem oder jenem Menschen die Neigung bekommt, so zu werden, wie der ganze Leib bei der ägyptisch-chaldäischen Bevölkerung war.
[ 3 ] This awareness of the true nature of the human being is becoming increasingly important in our time. For you see, things are not always as they are today in humanity’s current cycle of development—nor have they always been so for a long time now. Of course, the things I am describing now cannot be verified by external, physical science, but Spiritual Science does indeed confirm this fact. If one goes back beyond the eighth century B.C., which, as you know, marks the beginning of the fourth post-Atlantean epoch, then one would arrive, as you also know, at the Egyptian-Chaldean Earth epoch. Yes, human bodies were constituted differently back then than they are today. The human bodies that are now shown to you in museums as mummies were, in their finer constitution, truly not like the human body of today. They were much more permeated by plant-like qualities; they were not as completely corporeal as the human body of today is. As physical bodies, they were, so to speak, more similar in nature to plants, whereas the modern human physical body—and this has been the case since the Greco-Latin era—is more similar to the mineral world. If, by some cosmic miracle, we were to acquire today the same bodies that the Egyptian-Chaldean population had, we would all be sick. That would amount to an illness for us. We would be carrying around proliferating tissue in our bodies. And some illnesses simply consist of the human body partially regressing, in an atavistic manner, to states that were normal during the Egyptian-Chaldean era. There are ulcerous growths in the human body today that stem simply from the fact that a part of one person’s body develops a tendency to become like the entire body of the Egyptian-Chaldean population.
[ 4 ] Nun hängt das, was ich eben gesagt habe, mit der Entwickelung der Menschheit ganz wesentlich zusammen. Wir tragen also als gegenwärtige Menschen einen Leichnam herum. Der Ägypter noch nicht; der Ägypter trug etwas Pflanzenartiges mit sich herum. Davon war eben die Folge, daß seine Erkenntnis eine andere war als unsere Erkenntnis, seine Intelligenz anders wirkte als unsere Intelligenz wirkt. Bedenken Sie jetzt ganz genau: Was eigentlich erkennt denn der Mensch mit dem, was er heute seine Wissenschaft nennt, und worauf er so ungeheuer stolz ist? Nur das Tote! Es wird ja immer in der Wissenschaft betont: DasLeben wird mit der gewöhnlichen Intelligenz nicht begriffen. Zwar glauben diese und jene Forscher, wenn sie chemisch immer weiter und weiter experimentieren, dann werde einmal der Zustand eintreten, daß man durch komplizierte Kombinationen der Atome, Moleküle und deren Wechselkräfte das Wechselspiel des Lebens kennenlernen werde, Dieser Zustand wird niemals eintreten. Man wird auf chemisch-physischem Wege nur das mineralisch Tote begreifen, das heißt, man wird so viel begreifen an dem Lebendigen, als an dem Lebendigen heute Leichnam ist.
[ 4 ] Now, what I have just said is fundamentally connected to the evolution of humanity. So, as human beings today, we carry a corpse around with us. The Egyptians did not yet; the Egyptians carried around something plant-like. The consequence of this was that their understanding was different from ours, and their intelligence functioned differently from how our intelligence functions. Now consider this very carefully: What does humanity actually perceive through what it today calls “science,” and of which it is so immensely proud? Only what is dead! After all, it is always emphasized in science: Life cannot be comprehended by ordinary intelligence. True, this or that researcher believes that if they continue to experiment chemically further and further, a time will come when, through complex combinations of atoms, molecules, and their interacting forces, they will come to understand the interplay of life. But this state will never come to pass. Through chemical and physical means, one will understand only the mineral, lifeless world—that is to say, one will understand as much about the living as one does today about a corpse.
[ 5 ] Aber was im Menschen intelligent ist und erkennt, das ist trotzdem dieser physische Leib, das heißt der Leichnam. Was tut denn eigentlich dieser Leichnam, den wir mit uns herumtragen? Er bringt es am weitesten in der mathematischen, geometrischen Erkenntnis. Da ist alles durchsichtig; dann wird es immer undurchsichtiger, je weiter man sich vom Mathematisch-Geometrischen entfernt. Das rührt davon her, daß der menschliche Leichnam der wirkliche Erkenner für uns heute ist, und daß das Tote nur das Tote erkennen kann. Was Ätherleib ist, was astralischer Leib ist, was Ich ist, das erkennt heute im Menschen nicht, das bleibt sozusagen im Dunkel stehen. Würde der Ätherleib ebenso erkennen können, wie der physische Leib das Tote erkennt, so würde der Ätherleib das Lebende der Pflanzenwelt zunächst erkennen. Das war aber das eigentümliche, daß im pflanzlich-lebendigen Leib der Ägypter diese Ägypter die Pflanzenwelt in einer ganz anderen Weise erkannten als der gegen iinNn wärtige Mensch. Und manche instinktive Erkenntnis aus der Pflanzenwelt, sie ist noch zurückzuführen auf die ägyptische Einsicht in dasjenige, was aus einem instinktiven Erkenntnisbewußtsein heraus der ägyptischen Kultur einverleibt worden ist. Selbst dasjenige, was heute in der Botanik für die Medizin gewußt wird, beruht vielfach noch auf Traditionen der alten ägyptischen Weisheit. Deshalb kommt es so oft dem Laienurteile dilettantisch vor, daß man sich gar zu gerne beruft auf irgendwelches Ägyptische, wenn man eine ja nicht sehr wertvolle Erkenntnis heute den Menschen vermitteln will. Sie wissen ja, wie sich manche gar nicht auf richtigem Fundamente ruhende sogenannte Logen «ägyptische Logen» nennen. Das rührt aber nur davon her, weil in diesen Kreisen noch Traditionen leben von der Weisheit, die durch den ägyptischen Leib zu erlangen war. Sehen Sie, man kann sagen: Mit dem allmählichen Eintritt der Menschen in die griechisch-lateinische Zeit ist der lebendige menschliche Pflanzenleib abgestorben, denn schon im Griechentum war der lebendige Pflanzenleib abgestorben, oder starb wenigstens allmählich ab. Wir tragen schon einen sehr stark toten Leib in uns, und insbesondere ist dieses Totsein für das menschliche Haupt richtig — wie ich Ihnen ja von einem anderen Gesichtspunkte auseinandergesetzt habe, daß das menschliche Haupt überhaupt für die Wissenschaft der Eingeweihten als Leichnam, als Totes, als fortwährend Sterbendes wahrgenommen wird. Dessen wird sich immer mehr und mehr bewußt werden die Menschheit: daß sie eigentlich nur mit dem Leichnam erkennt und deshalb das Tote erkennt.
[ 5 ] But what is intelligent and perceiving in human beings is, after all, this physical body—that is, the corpse. What, then, does this corpse that we carry around with us actually do? It achieves the greatest depth of understanding in mathematics and geometry. There, everything is transparent; then it becomes increasingly opaque the further one moves away from the mathematical and geometric. This stems from the fact that the human corpse is the true source of knowledge for us today, and that the dead can recognize only the dead. What the etheric body is, what the astral body is, what the “I” is—these things are not recognized by human beings today; they remain, so to speak, in the dark. If the etheric body were able to perceive just as the physical body perceives the dead, then the etheric body would first perceive the living aspect of the plant world. But this was the peculiar thing: in the plant-like, living body of the Egyptians, these Egyptians perceived the plant world in a completely different way than modern humans do. And some instinctive insights from the plant world can still be traced back to the Egyptian understanding of that which was incorporated into Egyptian culture out of an instinctive consciousness of knowledge. Even what is known today in botany for the sake of medicine is still based in many cases on traditions of ancient Egyptian wisdom. That is why it so often strikes the layman as amateurish that people are all too eager to invoke some “Egyptian” element when they wish to convey a piece of knowledge—which is, after all, not very valuable—to people today. You know, after all, how some so-called lodges, which are not at all based on a sound foundation, call themselves “Egyptian lodges.” But this stems solely from the fact that traditions of the wisdom that could be attained through the Egyptian body are still alive in these circles. You see, one can say: With humanity’s gradual entry into the Greco-Latin era, the living human plant body died, for even in Greek civilization the living plant body had already died—or at least was gradually dying. We already carry a very dead body within us, and this state of death is particularly true of the human head—as I have already explained to you from another perspective, namely that the human head is perceived by the science of the initiates as a corpse, as something dead, as something that is continually dying. Humanity will become more and more aware of this: that it actually perceives only through the corpse and therefore perceives what is dead.
[ 6 ] Ebenso intensiv wird entstehen, je weiter wir der Zukunft entgegengehen, die Sehnsucht, wiederum das Lebendige zu erkennen. Aber man wird dieses Lebendige nicht durch die gewöhnliche Intelligenz, die an den Leichnam gebunden ist, erkennen. Es wird mancherlei notwendig sein, damit der Mensch, der verloren hat die Möglichkeit, auf lebendige Art in die Welt einzudringen, wiederum in solcher Weise in die Welt kommt. Man muß heute schon wissen, was der Mensch eigentlich alles verloren hat. Als der Mensch herüberkam aus der atlantischen Zeit in die nachatlantische Zeit, da konnte man manches nicht, was man heute kann. Sehen Sie, Sie können, jeder einzelne, wenn Sie sich meinen, seit einer gewissen Zeit in Ihrer Kindheit zu sich Ich sagen. Sie sagen dieses Ich recht respektlos. Dieses Ich wurde in der Menschheitsentwickelung nicht immer so respektlos gesagt. Es gab ältere Zeiten der Menschheitsentwickelung, wenn die auch schon zum Teil verglommen waren selbst in der ägyptischen Zeit - es gab ältere Zeiten, da wurde für das, was das Ich ausdrückte, ein Name gebraucht, der, ausgesprochen, den Menschen betäubte. Daher vermied man, diesen Namen auszusprechen. Hätte die erste Bevölkerung gleich nach der atlantischen Katastrophe es erlebt, daß der bei ihnen geltende und nur den Eingeweihten bekannte Name für das Ich ausgesprochen worden wäre, die ganze Versammlung würde betäubt worden sein, würde umgefallen sein, so stark hätte der Name für das Ich gewirkt. Ein Nachklang dieser Tatsache ist noch vorhanden in der alten Hebräerzeit, wo man spricht von dem unaussprechlichen Namen des Gottes in der Seele, der ja nur ausgesprochen werden durfte von Eingeweihten oder aber vor der Gemeinde eurythmisiert wurde. Der unaussprechliche Name des Gottes, er hat seinen Ursprung in dem, was ich Ihnen eben erzählt habe. Allmählich ist dies immer mehr verlorengegangen. Dafür lähmten sich ab die tiefen Wirkungen, die von solchen Dingen ausgingen. In der ersten nachatlantischen Zeit: tiefe Wirkung von dem Ich; in der zweiten nachatlantischen Zeit: tiefe Wirkung von dem astralischen Leib; in der dritten nachatlantischen Zeit: tiefe Wirkung von dem Ätherleibe, aber nun schon eine erträgliche Wirkung, eine Wirkung, die — wie ich Ihren gestern auseinandergesetzt habe — den Menschen in Zusammenhang bringt, in Verwandtschaft bringt mit dem Kosmos. Jetzt können wir das Ich, wir können alles Mögliche aussprechen, aber die Dinge wirken nicht mehr auf uns, weil wir dasjenige, was wir von der Welt erfassen, mit unserem Leichnam erfassen. Das heißt, wir erfassen von der Welt das Tote, Mineralische. Aber wir müssen uns: wiederum aufschwingen, zurückzukehren in jene Regionen, in denen wir das Lebendige erfassen. Und während der griechisch-lateinische Zeitraum vom 8. vorchristlichen Jahrhundert bis in die Mitte des 15. nachchristlichen Jahrhunderts vorzugsweise darauf angelegt war, immer mehr tote Erkenntnis für den Leichnam zu schaffen, geht bei uns jetzt die Intelligenz den Weg, von dem ich gestern gesprochen habe. Daher müssen wir uns aber stemmen gegen die bloße Intelligenz. Wir müssen zu der Intelligenz anderes hinzufügen.
[ 6 ] The further we move toward the future, the more intensely the longing to recognize the living once again will arise. But one will not recognize this living through ordinary intelligence, which is bound to the corpse. Many things will be necessary so that human beings—who have lost the ability to penetrate the world in a living way—may once again enter the world in this manner. We must already know today just what humanity has actually lost. When humanity transitioned from the Atlantean era into the post-Atlantean era, there were many things one could not do that one can do today. You see, each and every one of you—if you think about it—has been able to say “I” to yourselves since a certain point in your childhood. You say this “I” quite disrespectfully. This “I” was not always spoken of so disrespectfully in the course of human development. There were earlier periods in human development—even though they had already faded to some extent by the Egyptian era—when a name was used for what the “I” expressed; a name that, when spoken, would stun people. For this reason, people avoided pronouncing this name. Had the first population, immediately after the Atlantean catastrophe, experienced the name for the “I”—which was in use among them and known only to the initiated—being spoken aloud, the entire assembly would have been stunned and would have fallen to the ground, so powerful would the effect of the name for the “I” have been. An echo of this fact still exists in the ancient Hebrew era, where one speaks of the unpronounceable name of God in the soul, which was permitted to be spoken only by initiates or was otherwise expressed through eurythmy before the congregation. The unpronounceable name of God has its origin in what I have just told you. Gradually, this has been lost more and more. Consequently, the profound effects emanating from such things have gradually diminished. In the first post-Atlantean epoch: a profound effect from the “I”; in the second post-Atlantean epoch: a profound effect from the astral body; in the third post-Atlantean epoch: a profound effect from the etheric body—but now a bearable effect, an effect that—as I explained to you yesterday—brings human beings into connection, into kinship, with the cosmos. Now we can speak of the “I,” we can say all sorts of things, but these things no longer have an effect on us because we perceive what we grasp of the world through our physical body. That is to say, we perceive the dead, mineral aspect of the world. But we must once again rise up, return to those realms where we perceive the living. And while the Greco-Roman period, from the 8th century B.C. to the middle of the 15th century A.D., was primarily devoted to creating ever more dead knowledge for the physical body, our intelligence is now following the path I spoke of yesterday. Therefore, however, we must resist mere intelligence. We must add something else to intelligence.
[ 7 ] Und da ist es charakteristisch, daß wir richtig den Weg zurückmachen müssen, daß wir jetzt im fünften nachatlantischen Zeitraum in gewisser Beziehung das Pflanzliche erkennen, im sechsten das Tierische, im siebenten dann erst das wahrhaft Menschliche. Also es wird eine Aufgabe der Menschheit, gerade über das bloße Erkennen des Mineralischen hinauszugehen und das Pflanzliche zu erkennen.
[ 7 ] And it is characteristic that we must truly retrace our steps, so that in the fifth post-Atlantean epoch we recognize, in a certain sense, the plant realm; in the sixth, the animal realm; and only in the seventh do we recognize the truly human. So it becomes a task for humanity to go beyond the mere recognition of the mineral realm and to recognize the plant realm.
[ 8 ] Und jetzt, nachdem Sie dieses einsehen aus einem tieferen Zusammenhang heraus, bedenken Sie, welches der charakteristische Mensch ist für dieses Suchen der Pflanzenerkenntnis. Das ist Goethe. Denn indem er entgegen aller äußeren Wissenschaft vom Toten herangegangen ist an das Lebendige, an die Metamorphose, an das Werden der Pflanzen, war er der Mann des fünften nachatlantischen Zeitraums in seinen elementarischen Anfängen. Wenn Sie daher die kleine Abhandlung von Goethe aus dem Jahre 1790 lesen: «Versuch, die Metamorphose der Pflanzen zu erklären», so finden Sie gerade in dieser Abhandlung, wie Goethe allmählich versucht, die Pflanze werdend zu erfassen, nicht als Totes, Abgeschlossenes, sondern als Werdendes von Blatt zu Blatt. Da sehen Sie den Aufgang jener Erkenntnis, die gerade in diesem fünften nachatlantischen Zeitraum gesucht werden sollte.
[ 8 ] And now, after you have come to understand this from a deeper perspective, consider what kind of person is characteristic of this quest for knowledge of plants. That is Goethe. For by approaching the living—the metamorphosis, the becoming of plants—from the dead, contrary to all external science, he was the man of the fifth post-Atlantean epoch in its elemental beginnings. Therefore, when you read Goethe’s short treatise from 1790: “An Attempt to Explain the Metamorphosis of Plants,” you will find precisely in this treatise how Goethe gradually attempts to grasp the plant as a process of becoming—not as something dead and static, but as something evolving from leaf to leaf. There you see the dawn of that insight which was to be sought precisely in this fifth post-Atlantean epoch.
[ 9 ] Es ist also im Goetheanismus der Grundton angegeben für dasjenige, was gesucht werden soll durch diesen fünften nachatlantischen Zeitraum. Es wird gewissermaßen die Wissenschaft im Goetheschen Sinne aufwachen müssen, vom "Toten zum Lebendigen herüberzugehen. Das ist ja gemeint, wenn ich immer wieder und wiederum sage, wir sollen uns aneignen, aus den toten abstrakten Begriffen herauszukommen, in die lebendigen konkreten Begriffe hinein. Und das, was ich vorgestern und gestern gesagt habe, ist im Grunde genommen der Weg in diese lebendigen konkreten Begriffe hinein.
[ 9 ] Goetheanism thus sets the fundamental tone for what is to be sought during this fifth post-Atlantean epoch. Science, in the Goethean sense, will, so to speak, have to awaken in order to “move from the dead to the living.” That is precisely what I mean when I say, time and again, that we must learn to move away from dead, abstract concepts and into living, concrete concepts. And what I said the day before yesterday and yesterday is, in essence, the path into these living, concrete concepts.
[ 10 ] Nun wird das Hineinkommen in diese Begriffe, in diese Vorstellungen nicht möglich sein, wenn wir uns nicht dazu bequemen, dasjenige, was wir unsere Weltanschauung und Lebensauffassung nennen, als eine Einheit auszubilden. Wir sind heute durch die besondere Konfiguration unserer Kultur genötigt, gewissermaßen unorganisch nebeneinander herlaufen zu lassen die verschiedenen Strömungen unserer Weltanschauung. Denken Sie nur einmal, wie unorganisch nebeneinander herlaufen oftmals die religiösen Weltanschauungen eines Menschen und die naturwissenschaftliche Weltanschauung. Mancher Mensch hat die eine und die andere; aber er schlägt keine Brücke. Ja, er hat eine gewisse Scheu davor, eine gewisse Angst davor, eine Brücke zu schlagen. Und das müssen wir uns schon klar machen: so kann es nicht bleiben.
[ 10 ] Now, it will not be possible to grasp these concepts, these mental images, unless we are willing to develop what we call our worldview and outlook on life as a unified whole. Today, due to the particular configuration of our culture, we are compelled to allow the various currents of our worldview to run alongside one another in a sort of disjointed manner. Just think for a moment how disjointedly a person’s religious worldviews and their scientific worldview often run alongside one another. Some people have both, but they do not build a bridge between them. Indeed, they have a certain reluctance—even a certain fear—of building that bridge. And we must make this clear to ourselves: things cannot remain this way.
[ 11 ] Nun habe ich Sie auf eines aufmerksam gemacht während dieses meines Aufenthaltes, darauf, wie egoistisch eigentlich der Mensch heutzutage seine Weltanschauung gestaltet. Ich habe Sie auf die Tarsache hingeführt, daß den Menschen eigentlich heute vorzugsweise interessiert das Leben der Seele nach dem Tode. Aus reinem Egoismus heraus interessiert ihn dieses Leben der Seele nach dem Tode. Ich habe Ihnen gesagt, daß wir übergehen müssen zu dem Interesse des Lebens der Seele von der Geburt an, insofern dieses eine Fortsetzung ist des Lebens vor der Geburt oder vor der Empfängnis. Würden wir mit derselben Sehnsucht, mit demselben Hang und derselben Neigung die Entwickelung des Kindes betrachten, wie es hereinwächst in die Welt als Fortsetzung des vorgeburtlichen geistig-seelischen Daseins, so würde unsere Welterkenntnis einen viel unegoistischeren Charakter annehmen, als sie heute hat. Aber dieser egoistische Charakter unserer Weltanschauung hängt zusammen mit manchem anderen. Und hier komme ich auf einen Punkt, wo die Menschen der Gegenwart sich über den wirklichen Tatbestand, der zugrunde liegt, immer klarer und klarer werden müssen. In dem Zeitraume bis zu unserer Zeit hat sich einmal im Menschen vorzugsweise das Egoistische entwickelt; das Ego hat durchdrungen die Weltanschauung, das Ego hat auch durchdrungen den Willen. Darüber sollten wir uns keiner Täuschung hingeben. Und vor allem sind egoistisch geworden die Religionsbekenntnisse. Daß die Religionsbekenntnisse egoistisch geworden sind, können Sie ja schon an den Äußerlichkeiten erkennen. Denken Sie sich nur, wie die heutigen Prediger angewiesen sind, mit dem Egoismus der Menschen zu rechnen. Je mehr sie schließlich mit dem Egoismus der Menschen rechnen, den Menschen Versprechungen machen können für das Leben der Seele nach dem Tode, desto mehr erreichen sie ihren Zweck, Viel Interesse für andere Dinge ist ja im Grunde genommen in der heutigen Menschheit kaum vorhanden. Und wenig interessieren sich die Menschen für jenes geistige Weben und Leben, das sich so wunderbar nach der Geburt, beziehungsweise nach der Empfängnis, mit der Seele, die vorher in der geistigen Welt war, ankündigt.
[ 11 ] Now, during my stay here, I have drawn your attention to one thing: how selfishly people today actually shape their worldview. I have led you to the fact that people today are primarily interested in the life of the soul after death. Out of pure selfishness, they are interested in this life of the soul after death. I have told you that we must shift our focus to the life of the soul from birth onward, insofar as this is a continuation of life before birth or before conception. If we were to view the development of the child—as it grows into the world as a continuation of its pre-birth spiritual and soul existence—with the same longing, the same inclination, and the same inclination, our understanding of the world would take on a far less self-centered character than it does today. But this self-centered character of our worldview is connected to many other factors. And here I come to a point where people today must become increasingly clear about the actual facts underlying it. In the course of history up to our own time, egoism has developed predominantly within human beings; the ego has permeated the worldview, and the ego has also permeated the will. We should not delude ourselves about this. And above all, religious creeds have become egoistic. You can already see from outward appearances that religious creeds have become egoistic. Just consider how today’s preachers are compelled to cater to people’s selfishness. The more they cater to people’s selfishness—and the more promises they can make about the life of the soul after death—the more they achieve their goal; after all, there is hardly any interest in other matters among humanity today. And people have little interest in that spiritual activity and life that so wonderfully announces itself after birth—or rather, after conception—with the soul that was previously in the spiritual world.
[ 12 ] Eine Folge davon ist die Art, wie der Mensch heute überhaupt über das Göttliche in verschiedenen Religionsbekenntnissen denkt. Daß wir einen Gott als den Höchsten vorstellen, das will ja noch nichts Besonderes sagen. In dieser Beziehung kommt es darauf an, daß wir durchaus alle Täuschungen hinwegräumen. Die meisten Menschen, die heute «Gott» sagen, was meinen sie denn eigentlich? Ich habe das auch schon einmal hier erwähnt, Welche Art Wesenheit ist das, was sie meinen, wenn sie von Gott sprechen? Ein Angelos ist es, ein Engel, ihr eigener Engel, den nennen sie Gott! Es ist nichts anderes! Die Menschen ahnen gerade noch, daß ein schützender Geist ihr eigenes Leben verfolgt, zu dem sehen sie auf, das nennen sie ihren Gott. Wenn sie es auch nicht Engel nennen, wenn sie es auch Gott nennen, sie meinen nur den Engel. Und das ist im Grunde genommen der Egoismus des religiösen Bekenntnisses, daß man mit der Gottes-Idee nicht über den Engel hinauf kommt. Der Grund davon ist die Einengung der Interessen, die durch den Egoismus bewirkt ist. Diese Einengung der Interessen, wir sehen sie ja ganz deutlich hervortreten heute in unserem Öffentlichen Leben.
[ 12 ] One consequence of this is the way people today think about the divine in various religious beliefs. The fact that we have a mental image of a God as the Supreme Being does not in itself mean anything special. In this regard, it is essential that we completely dispel all illusions. Most people who say “God” today—what do they actually mean? I have mentioned this here before: What kind of being do they mean when they speak of God? It is an angelos, an angel—their own angel—and they call that God! It is nothing else! People barely sense that a protective spirit guides their own lives; they look up to it, and they call it their God. Even if they don’t call it an angel—even if they call it God—they mean only the angel. And that is, in essence, the selfishness of religious belief: that one cannot rise above the angel with the idea of God. The reason for this is the narrowing of interests brought about by selfishness. We see this narrowing of interests emerging quite clearly today in our public life.
[ 13 ] Wonach fragen die Menschen heute viel? Fragen sie viel nach den allgemeinen Schicksalen der Menschheit? ‘Oh, es ist in einem gewissen Sinne recht traurig, heute zu reden zu einer Menschheit über allgemeine Menschenschicksale. Man hat auch gar keinen Begriff davon, wie es sich in dieser Beziehung schon in verhältnismäßig kurzen Zeiten geändert hat. Sehen Sie, man kann heute zu den Menschen sagen: Der Waffenkrieg, welcher in den letzten vier bis fünf Jahren die Erde überzogen hat, wird gefolgt sein von dem mächtigsten Geisteskampfe, der über die Erde hingeht, in dieser Gestalt früher nicht hingegangen ist, der davon herkommt, daß das Abendland Maja oder Ideologie nennt, was das Morgenland die Wirklichkeit nennt, und daß das Morgenland Wirklichkeit nennt, was das Abendland Ideologie nennt. Man kann heute die Menschheit aufmerksam machen auf dieses Schwerwiegende, und sie hat nicht einmal ein Bewußtsein davon, daß, wenn ein Gleiches vor nur hundert Jahren gesagt worden wäre, so würde dieses Gleiche vor hundert Jahren die Seelen so ergriffen haben, daß sie nicht wieder losgekommen wären davon!
[ 13 ] What do people ask about a lot these days? Do they ask a lot about the general fate of humanity? ‘Oh, in a certain sense, it’s quite sad to speak today to humanity about the general fate of humankind. People have absolutely no idea how much things have changed in this regard even in a relatively short period of time. You see, one can say to people today: The war of arms that has swept across the earth in the last four to five years will be followed by the most powerful spiritual struggle that has ever swept across the earth—one that has never before taken this form—arising from the fact that the West calls “maya” or “ideology” what the East calls “reality,” and that the East calls “reality” what the West calls “ideology.” Today one can draw humanity’s attention to this grave matter, and yet it is not even aware that if the same thing had been said just a hundred years ago, it would have gripped people’s souls so deeply that they would never have been able to let it go!
[ 14 ] Diese Änderung der Menschheit, dieses Gleichgültigwerden der Menschheit gegenüber den großen Schicksalen des Daseins, das ist die auffälligste Erscheinung. Es prallt ja alles ab von der Menschheit heute. Die umfassendsten, einschneidendsten, intensivsten Tatsachen nimmt man auf wie eine Sensation. Sie wirken nicht erschütternd genug. Und das rührt nur davon her, weil der immer stärker und stärker werdende intelligente Egoismus die Interessen der Menschen einengt. Daher können die Menschen heute noch so gut Demokratien haben, Parlamente haben — wenn sie schon zusammenkommen in den Parlamenten, die Schicksale der Menschheit wehen nicht durch diese Parlamente, denn die Leute, die zumeist in die Parlamente gewählt werden, werden nicht durchweht von dem Schicksal der Menschheit. Es wehen die egoistischen Interessen. Jeder hat sein eigenes egoistisches Interesse. Äußerliche schematische Ähnlichkeiten in den Interessen, wie sie oftmals durch den Beruf hervorgerufen werden, lassen die Menschen sich gruppieren. Und wenn die Gruppen genügend groß sind, lassen sie sie zu Majoritäten werden. Und dann gehen nicht Menschenschicksale durch die Parlamente oder durch die Menschenvertretungen durch, sondern nur der Egoismus, multipliziert mit so und so vielen Personen. Weil das nur in den Menschen lebt, was den Egoismus betrifft, daher ist selbst das religiöse Bekenntnis in die Sphäre des Egoismus gerückt. Das religiöse Bekenntnis wird die notwendige Auffrischung erfahren, wenn die Interessen der Menschen weiter werden, wenn sie so werden, daß der Mensch wiederum über sein persönliches Schicksal zu dem Menschheitsschicksal aufblicken kann, wenn der Mensch wiederum ergriffen wird, ganz stark ergriffen wird, wenn man ihm sagt: im Westen erblüht eine andere Kultur als im Osten, und in der Mitte wiederum eine andere Kultur als an den beiden Polen im Westen und im Osten; wenn man ihm sagt: im Westen werden die großen Ziele der Menschheit gesucht — wenn sie schon gesucht werden — dadurch, daß man an mediale Menschen sich wendet und diese Menschen in eine Art von Trance bringt, sie dadurch gewissermaßen bewußt unterirdisch in Verbindung bringt mit den geistigen Welten, und dann sich von ihnen auf medialem Wege große historische Ziele sagen läßt. Das könnte man in Europa den Menschen so oft sagen — sie werden es nicht glauben, daß es wirklich Gesellschaften in amerikanisch-englischen Ländern gibt, in denen man versucht, medial veranlagte Menschen in eine Art von Trance zu bringen, um dann durch geschickt an sie gestellte Fragen herauszubekommen, welches die großen Schicksalsziele der Menschheit sind. Man glaubt es einem nicht, daß der Morgenländer ebenfalls über diese großen Schicksalsziele der Menschheit — jetzt nicht auf medialem Wege, sondern auf mystischem Wege — Kunde erhält. Das ist heute fast mit Händen zu greifen, denn überall sind die schönen Reden des Rabindranath Tagore zu haben, in denen man lesen kann, wie ein Morgenländer über Ziele der Menschheit im Großen denkt. Diese Reden werden zwar gelesen wie das Feuilleton von einem beliebigen Zeilenschinder, denn man unterscheidet heute wenig Zeilenschinder von Menschen mit großer Spiritualität, wie des Rabindranath Tagore. Man wird sich nicht bewußt, daß nebeneinander leben, ich möchte sagen, verschiedene Rassensubstantialitäten, Was für Mitteleuropa gilt, es ist ja von mir seit vielen Jahren in öffentlichen Vorträgen gesagt worden. Als das wurde es eben nicht genommen, als das es hätte genommen werden sollen.
[ 14 ] This change in humanity—this growing indifference toward the great destinies of existence—is the most striking phenomenon. Everything simply bounces off humanity today. Even the most far-reaching, profound, and intense events are treated as mere sensations. They do not have a profound enough impact. And this stems solely from the fact that intelligent egoism, which is growing ever stronger, is narrowing people’s interests. That is why, no matter how well-established democracies and parliaments may be today—even if people do gather in those parliaments—the destinies of humanity do not blow through them, for the people who are usually elected to parliament are not moved by the destiny of humanity. What prevails are selfish interests. Everyone has their own selfish interest. Outward, superficial similarities in interests—often stemming from one’s profession—cause people to group together. And when the groups are large enough, they become majorities. And then it is not the destinies of human beings that pass through the parliaments or through the representative bodies, but only selfishness, multiplied by so many people. Because only what pertains to selfishness lives within human beings, even religious belief has been relegated to the sphere of selfishness. Religious belief will undergo the necessary renewal when people’s interests broaden, when they reach a point where human beings can once again look beyond their personal destinies to the destiny of humanity, when people are once again moved—deeply moved—when they are told: in the West, a culture different from that of the East is flourishing, and in the middle, yet another culture distinct from those at the two poles—the West and the East; when people are told: in the West, humanity’s great goals are sought—if they are sought at all—by turning to mediumistic individuals and inducing them into a kind of trance, thereby consciously connecting them, as it were, in a subterranean manner with the spiritual worlds, and then having them reveal great historical goals through mediumistic channels. One could tell people in Europe this as often as one likes—they would not believe that there really are societies in Anglo-American countries where people attempt to induce a trance-like state in individuals with mediumistic abilities, in order to then, through skillfully posed questions, discover what the great destiny-defining goals of humanity are. People find it hard to believe that people from the East also receive knowledge of these great destinies of humanity—not through mediumship, but through mysticism. This is almost tangible today, for Rabindranath Tagore’s beautiful speeches are available everywhere, in which one can read how a person from the East thinks about humanity’s grand goals. These speeches are, however, read like the arts and culture section of a newspaper written by just any hack writer, for today there is little distinction made between hack writers and people of great spirituality, such as Rabindranath Tagore. People do not realize that different racial essences—I would say—coexist side by side. What applies to Central Europe has, after all, been stated by me for many years in public lectures. Yet it was not taken for what it was, as it should have been.
[ 15 ] Ich will damit aber nur hinweisen, daß man sich bewußt werden kann von etwas, das hinausragt über das egoistische Menschengeschick, das zusammenhängt mit dem Geschick von Menschengruppen, so daß man in konkreter Weise differenziert über die Erde hin. Erhebt man den Seelenblick zu einem solchen Erfassen und Begreifen von Menschenschicksalen im Erdenraume, interessiert man sich intensiv für dies über das persönliche Geschick Hinausgehende, dann stimmt man die Seele, etwas Höheres, Wirklicheres zu begreifen als den bloßen Engel: nämlich den Erzengel. Gedanken, was das Erzengelwesen bedeutet, kommen einem gar nicht, wenn man nur in den Regionen bleibt, die den egoistischen Menschen angehen. Wenn nur in den Regionen des egoistischen Menschen gepredigt wird, dann können die Prediger noch so viel vom Göttlichen reden, sie reden nur von dem Engel. Denn daß man es anders nennt, das ist ja nur eine Unwahrheit, das macht die Sache nicht zu dem, was sie ist. Erst wenn man beginnt, sich zu interessieren für des Menschen Geschick im Raume, dann beginnt die Seele in die Stimmung zu kommen, zum Erzengelwesen sich zu erheben.
[ 15 ] But I merely wish to point out that one can become aware of something that transcends the selfish fate of the individual and is connected to the fate of groups of people, so that one can view the Earth in a concrete and nuanced way. If one raises the soul’s gaze to such a perception and understanding of human destinies within the earthly realm, and takes a deep interest in what lies beyond personal destiny, then one attunes the soul to comprehend something higher and more real than the mere angel: namely, the archangel. Thoughts about what the archangelic being signifies do not even occur to one if one remains only in the realms that concern the egoistic human being. If preaching takes place only in the realms of the egoistic human being, then no matter how much the preachers speak of the divine, they are speaking only of the angel. For to call it by another name is merely a falsehood; it does not make the matter what it truly is. Only when one begins to take an interest in the human destiny in space does the soul begin to attune itself to rise to the level of the archangelic being.
[ 16 ] Und gehen Sie jetzt über zu noch etwas anderem. Spüren Sie in uns das, was ich in diesen Vorträgen angedeutet habe von den aufeinanderfolgenden Impulsen der Menschheitsentwickelung! Spüren Sie, daß ein großer Teil unserer führenden Menschen ausgebildet werden in den Jahren, in denen die Menschenseele einer gewissen Biegsamkeit zugänglich ist, in den Gymnasien; in den Gymnasien, die nicht herausgeboren sind aus unserer Gegenwartskultur, sondern die, so wie sie sind, noch immer herausgeboren sind aus der Vergangenheitskultur der griechisch-römischen, der griechisch-lateinischen Zeit. Sehen Sie, wenn diese Griechen und Lateiner dasselbe getan hätten wie wir, dann hätten sie ägyptisch-chaldäische Gymnasien eingerichtet. Das haben sie nicht getan. Sie haben ihren Lehrstoff vom unmittelbaren Leben genommen. Wir nehmen ihn vom vorhergehenden Zeitraume, bilden danach die Menschen aus. Das hat eine große Bedeutung für die Menschen; aber wir haben diese Bedeutung nicht erkannt. Hätten wir diese Bedeutung erkannt, dann würde es innerhalb der Frauenbewegung einen Ton geben, den es nicht gegeben hat, dann hätte es innerhalb der Frauenbewegung den Ton gegeben, der so geklungen hätte: Die Männerwelt wird, gerade wenn sie ausgebildet werden soll zur besonderen Handhabung der Intelligenz, in die antiquierten Schulen geschickt. Daher wird ihr Gehirn verhärtet. Uns Frauen ist das gute Geschick zugewachsen, daß man uns in die Gymnasien nicht hat hineingelassen. Wir wollen unsere Intelligenz auf eine ursprüngliche Note stellen, wir wollen zeigen, was man für die Gegenwart entwickeln kann, wenn man nicht abgestumpft wird in seiner Jugend durch die griechisch-lateinische Gymnasialbildung.
[ 16 ] And now let us move on to something else. Can you sense within us what I have hinted at in these lectures regarding the successive impulses of human development? Feel that a large portion of our leaders are educated during the years when the human soul is open to a certain malleability—in the high schools; in high schools that are not a product of our contemporary culture, but which, as they are, are still a product of the culture of the past—the Greco-Roman, the Greco-Latin era. You see, if those Greeks and Latins had done the same as we have, they would have established Egyptian-Chaldean high schools. They did not do that. They drew their curriculum from immediate life. We draw ours from a previous era and educate people accordingly. This has great significance for people; but we have failed to recognize this significance. Had we recognized this significance, there would have been a tone within the women’s movement that has not existed; there would have been a tone within the women’s movement that would have sounded like this: The male world is sent to antiquated schools, precisely when it should be educated in the specific use of intelligence. That is why their minds become rigid. We women have been fortunate that we were not admitted to the classical high schools. We want to give our intelligence an original touch; we want to show what can be developed for the present if one is not dulled in one’s youth by the Greek and Latin education of the classical high schools.
[ 17 ] Diese Note hat es nicht gegeben. Im Gegenteil, manche Note hat dahin geklungen Die Männer sind untergekrochen unter die griechisch-lateinische Gymnasialbildung, kriechen wir Frauen auch hinein. Werden wir auch Gymnasiasten.
[ 17 ] That grade never existed. On the contrary, some grades sounded like this: “The men have crawled under the Greek-Latin high school education—let’s women crawl in there, too. Let’s become college students, too.”
[ 18 ] So wenig hat Verständnis Platz gegriffen in bezug auf dasjenige, was not tut. Wir sollen wissen, daß wir in unserer Gegenwart nicht für diese Gegenwart erzogen werden, sondern erzogen werden für griechisch-lateinische Kultur. Die steckt daher in unserem Leben drinnen. Man muß sie spüren. Man muß spüren, was in der Gegenwart an griechisch-lateinischer Kultur gerade bei den führenden Menschen, bei der sogenannten Intelligenz, bei den Intellektuellen waltet; das ist die eine Schicht, die bei uns ist. Sie tragen wir eigentlich in unserer ganzen geistigen Bildung in uns. Wir lesen keine Zeitung, ohne daß nicht griechisch-lateinische Bildung drinnen ist, denn wir schreiben eigentlich in griechisch-lateinischer Form, auch wenn wir in unseren Landessprachen schreiben.
[ 18 ] There is just as little understanding of what is truly necessary. We must realize that, in our present time, we are not being educated for this present age, but rather for Greco-Latin culture. That culture is therefore embedded in our lives. One must sense it. One must sense what aspect of Greco-Latin culture prevails in the present, particularly among the leading figures, the so-called intelligentsia, the intellectuals; that is the one stratum that is present among us. We actually carry it within us in our entire intellectual formation. We do not read a newspaper without Greek-Latin education being present in it, for we actually write in Greek-Latin form, even when we write in our native languages.
[ 19 ] Und in bezug auf unsere Rechtsanschauung, da leben wir, wie ich schon ausgeführt habe, im Römertum drinnen — wiederum etwas Antiquiertes. Da lebt im Recht das Römertum drinnen. Es führen ja manchmal die alten Landesrechte ihren Streit gegen das römische Recht, aber sie kommen nicht auf. Und das muß man wieder fühlen, wie in dem, was der Mensch Recht und Unrecht nennt im öffentlichen Leben, eine verglommene Zeit drinnen lebt.
[ 19 ] And as far as our conception of law is concerned, as I have already explained, we live within the Roman legal tradition—which is, again, something antiquated. Roman culture lives on within the law. The old regional laws sometimes clash with Roman law, but they cannot prevail. And one must once again sense how, in what people call right and wrong in public life, a bygone era lives on.
[ 20 ] Nur im Wirtschaftlichen leben wir eigentlich in der Gegenwart. Es will viel sagen, daß wir nur im Wirtschaftlichen in der Gegenwart leben. Daher wird sich wohl etwas sehr modifizieren. Wenn ich das in Parenthese einfügen darf: Von manchen Frauen werden natürlich die Begriffe der Gegenwart aufbewahrt - nur zum Kochen, das heißt zum Wirtschaften, und damit sind sie die eigentlichen Wesen der Gegenwart; das andere ist etwas Antiquiertes, das wir in die Gegenwart hereintragen. Ich sage nicht, daß dies als etwas besonders Wünschenswertes hingestellt werden soll; aber das andere ist jedenfalls nicht das Wünschenswerteste, daß man nun von der Gegenwart eben auch durch die Frauenseelen zurückgeht in antiquierte Kulturen. Wir haben eben, indem wir auf dasjenige schauen, was in unserer Kulturumwelt lebt, nicht nur das, was im Raume wirkt, sondern es wirken auch alte Zeiten herein. Und eignet man sich dafür eine Empfindung an, so wirkt nicht nur die Vergangenheit herein, es wirkt auch schon die Zukunft herein. Ja, es ist unsere Sache, daß die Zukunft hereinwirke. Denn würde nicht in jedem Menschen doch, für das Bewußtsein recht untergeordnet, eine Art Rebell gegen das Griechentum der Bildung und das Römertum des Rechtes sein, und würde da nicht Zukunft hereinleuchten, wir wären traurige Kerle, eigentlich recht traurige Kerle.
[ 20 ] It is only in economic matters that we truly live in the present. It is telling that we live in the present only in economic matters. Therefore, something is likely to change significantly. If I may add this as an aside: Some women, of course, preserve the concepts of the present—but only for cooking, that is, for managing the household—and in this they are the very essence of the present; the rest is something antiquated that we carry into the present. I am not saying that this should be presented as something particularly desirable; but the other is certainly not the most desirable—that we should now, through women’s souls, retreat from the present into antiquated cultures. When we look at what lives in our cultural environment, we see not only what is active in the present, but also the influence of bygone eras. And if one cultivates a sensitivity to this, it is not only the past that exerts its influence, but the future as well. Yes, it is our task to ensure that the future exerts its influence. For if there were not within every human being—though quite subordinate to consciousness—a kind of rebel against the Hellenism of education and the Romanism of law, and if the future did not shine through there, we would be sad fellows, actually quite sad fellows.
[ 21 ] Neben dem Raume müssen wir also für das, was in unserer Kultur lebt, auch die Zeit in Betracht ziehen: dasjenige, was an Zeitgeschichte von alters her und von der Zukunft in unsere Gegenwart hereinragt. Wir müssen uns klar sein, daß wir, indem wir als Menschen der Gegenwart leben, hereinspielend haben in diese unsere Menschenseele Vergangenheit und Zukunft. Wie wir hereinspielen haben, indem wir Europäer sind — wie schon erwähnt —, Amerika, England, Asien, China, Indien, den Osten und den Westen, weil das die beiden Pole sind, so haben wir in uns Griechenland, Rom und die Zukunft. Und indem wir uns bequemen, das letztere ins Auge zu fassen, indem wir uns bewußt werden, wie Vergangenes, Werdendes, Entstehendes in unserer Seele lebt, geht in dieser Seele wieder eine andere Stimmung auf über das über den Egoismus hinausgehende Menschenschicksal, eine andere Stimmung als durch die bloße Raumbetrachtung. Und wenn wir diese Seelenstimmung entwickeln, dann erst entwickeln wir die Möglichkeit, Begriffe zu bilden über dieSphäre der Zeitgeister, der Archai. Das heißt, wir kommen zu dem dritten Göttlichen in der Hierarchienreihe. Es ist gut, wenn sich der Mensch zunächst darauf einläßt, diese drei Hierarchien durch die Mittel, die ich eben jetzt angeführt habe, in Begriffen, in Ideen sich vorzuführen. Denn die Formgeister, die dann kommen, sind unendlich viel schwieriger zu erfassen. Aber es genügt schon für den gegenwärtigen Menschen, wenn er den Versuch macht, über den Egoismus hinaus in die Sphäre des Unegoistischen zu dringen, und immer wieder und wiederum zu dringen, sich damit zu beschäftigen, was ich jetzt charakterisiert habe! Insbesondere sollte -— das muß ich nun wiederum besonders sagen — in der Lehrerbildung dieses vorkommen, was ich jetzt auseinandergesetzt habe. Der Lehrer sollte nicht losgelassen werden zu unterrichten und zu erziehen, ohne daß er einen Begriff bekommt von dem Egoismus, welcher aufstrebt zu dem nächsten Gotte, das heißt zum Engel, ohne daß er aber auch einen Begriff bekommt von den unegoistischen, schicksalbestimmenden Mächten, die im Raume über der Erde nebeneinander sind, von den Erzengelwesen, und ohne daß er einen Begriff bekommt von dem, wie in unsere Kultur hereinragen Vergangenes und Zukünftiges, römisches Rechtswesen, griechische Geistessubstanz und der unbestimmte Rebell der Zukunft, der uns rettet.
[ 21 ] In addition to space, we must therefore also take time into account for what lives on in our culture: that aspect of contemporary history which extends into our present from both the distant past and the future. We must be clear that, as people living in the present, we have both the past and the future interplaying within our human soul. Just as we, as Europeans—as already mentioned—have America, England, Asia, China, India, the East, and the West interplaying within us—because these are the two poles—so too do we have Greece, Rome, and the future within us. And as we bring ourselves to contemplate the latter, as we become aware of how the past, the future, and the emerging live within our soul, a different mood arises in this soul regarding the human destiny that transcends egoism—a mood distinct from that arising from a mere spatial perspective. And when we develop this mood of the soul, only then do we develop the ability to form concepts about the sphere of the spirits of time, the Archai. That is to say, we arrive at the third Divine in the hierarchical series. It is good for a person to begin by engaging with these three hierarchies through the means I have just mentioned, presenting them to themselves in concepts and ideas. For the Spirit of Form, which comes next, is infinitely more difficult to grasp. But it is enough for people today if they make the effort to penetrate beyond egoism into the sphere of the non-egoic, and to strive again and again to engage with what I have just described! In particular—and I must emphasize this once more—what I have just expounded should be incorporated into teacher training. A teacher should not be allowed to teach and educate without first gaining an understanding of the egoism that aspires toward the next God—that is, toward the angel—and without also gaining an understanding of the selfless, destiny-determining powers that exist side by side in the realm above the earth, of the archangelic beings, and without gaining an understanding of how the past and the future extend into our culture—Roman law, Greek spiritual substance, and the undefined rebel of the future who will save us.
[ 22 ] Aber die Menschheit ist gegenwärtig wenig geneigt, auf diese Dinge einzugehen, Vor einiger Zeit habe ich in Vorträgen immer wieder und wiederum betont, daß es zu den sozialen Aufgaben gehört, unsere Bildungsmittel für die Zeit, die der Mensch heute in Gymnasien zubringt, aus der Gegenwart zu nehmen, es so zu machen, wie es schließlich die Griechen selber gemacht haben: daß sie ihre Bildungsstoffe aus der Gegenwart genommen haben.
[ 22 ] But humanity is currently not very inclined to address these issues. Some time ago, I repeatedly emphasized in lectures that one of our social tasks is to draw our educational materials for the time students spend in high school today from the present—to do it the way the Greeks themselves ultimately did: by drawing their educational content from the present.
[ 23 ] Es sind — wenigstens der Zeit nach - an demselben Orte, wo ich über diese Frage immer wieder und wiederum als einer wichtigen sozialen Frage gesprochen habe — bald nachher, ich will nicht einen Kausalzusammenhang konstruieren, aber das ist ja auch gleichgültig, von symptomatischer Bedeutung ist die Sache - in allen Zeitungen des betreffenden Ortes in Massen Annoncen erschienen, worinnen für das gegenwärtige Gymnasium Propaganda gemacht wird. Ich hielt die Vorträge, in denen ich die Gymnasialbildung so charakterisierte, wie ich es Ihnen jetzt charakterisiert habe - in den Zeitungen erschienen überall Annoncen: was das Deutschtum der Gymnasialbildung seiner Jugend verdankt zur «Stärkung des nationalen Bewußtseins», «der nationalen Kraft» und so weiter, ein paar Wochen vor dem Versailler Frieden! Unterschrieben waren diese Annoncen von allen möglichen dortigen lokalen Größen aus den Schulen, aus dem Unterrichtswesen. Es ist eben so, daß immer zurückprallt dasjenige, was man heute aus den wirklich sachlichen Untergründen der Menschheitsentwickelung darzulegen hat. Die Menschen lassen es zurückprallen — es berührt die Tiefen der Seele nicht.
[ 23 ] It is—at least chronologically—in the very same place where I have spoken time and again about this issue as an important social issue—shortly thereafter, I do not wish to construct a causal connection, but that is irrelevant anyway; what is of symptomatic significance is that—in all the newspapers of that town, a flood of advertisements appeared promoting the existing high school. I gave the lectures in which I characterized gymnasium education as I have just described it to you—and everywhere in the newspapers, advertisements appeared extolling what German culture owes to gymnasium education for “strengthening national consciousness,” “national strength,” and so on, just a few weeks before the Treaty of Versailles! These advertisements were signed by all sorts of local dignitaries from the schools and the educational system there. The fact is that whatever one has to present today based on the truly objective foundations of human development always meets with resistance. People reject it—it does not touch the depths of the soul.
[ 24 ] Darauf beruht aber die Schwierigkeit des Wirkens in der sozialen Frage. Denn mit jenen Oberflächlichkeiten, mit denen man gewöhnlich heute der sozialen Frage beikommen will, wird man ihr nie und nimmer beikommen. Die soziale Frage ist eine tief bedeutsame Frage, eine Frage, der man nicht beikommt, wenn man nicht in die Tiefe des Menschen- und Weltwesens hineinschauen will. Gerade an dem Umstande, daß es so ist, könnte man ja ersehen, wie notwendig gewisse Aufstellungen sind, die gerade die Dreigliederung des sozialen Organismus macht.
[ 24 ] But this is precisely where the difficulty of addressing the social question lies. For with the superficial approaches commonly used today to tackle the social question, it will never, ever be resolved. The social question is a profoundly significant issue, one that cannot be resolved unless one is willing to look into the depths of the nature of the human being and the world. It is precisely this fact that reveals how necessary certain structures are—structures that are brought about precisely by the threefold organization of the social organism.
[ 25 ] Aber man muß sich ein Organ erwerben für dasjenige, was in unserer Zeit notwendig ist. Auf geistigem Gebiete wird es schwer sein, dieses Organ zu erwerben; denn - ich habe es Ihnen schon einmal, glaube ich, auch hier angedeutet: die vom Staate allmählich aufgesogene geistige Bildung im Unterrichtswesen, die hat wirklich herausdestilliert aus den Menschen das Aktive, das tätige Streben, die hat den Menschen zum hingebungsvollen Gliede in der Staatsstruktur gemacht. Ich sagte es ja, wie ich glaube, auch hier: Wie lebt denn eigentlich eine große Anzahl von Menschen? Ausnahmen selbstverständlich immer abgerechnet. Na, bis so zum sechsten Jahre darf der Mensch ungehindert leben, weil da die Menschheit dem Staate noch zu schmutzig ist. Den Aufgaben möchte er sich nicht hingeben, der Staat, denen man sich hingeben muß in den ersten Kinderjahren; da überläßt man von seiten des Staates noch den Menschen den außerstaatlichen Mächten. Dann aber wird der Mensch in Anspruch genommen, wird so dressiert, daß er für die Staatswirtschaft geeignet wird, daß er hineinpaßt in die Schablone, daß er aufhört, Mensch zu sein und das nun wird, was die Abstempelung des Staates gibt. Dann wird er etwas dem Staate. Er strebt danach, denn es wird ihm eingebläut; er bekommt ja nun nicht bloß seine Verpflegung vom Staate während er arbeitet, sondern noch über die Arbeit hinaus bis zum Tode in Form der Pension. Denn was für ein Ideal ist heute für viele Menschen eine pensionsberechtigte Stellung! Dazu verfügen dann die Religionsbekenntnisse die Pensionierung über den Tod hinaus. Die Seele wird pensionsberechtigt; ohne daß sie etwas dazu tun soll, bekommt sie die ewige Seligkeit durch das Wirken der Kirche selber. Die sorgt dafür! Das ist allerdings unbequem, nun zu hören, daß das Heil im freien geistigen Streben liegt, das unabhängig vom Staate sein muß; daß der Staat nur ein Rechtsstaat sein soll. Ja, Pensionsberechtigung wird es ja im Rechtsstaate nicht geben! Das ist schon ein Grund für viele, ihn abzulehnen. Man merkt das immer wieder und wiederum.
[ 25 ] But one must develop the capacity for what is necessary in our time. In the intellectual realm, it will be difficult to develop this capacity; for - I believe I have already hinted at this here before: the intellectual education in the school system, which has gradually been absorbed by the state, has truly distilled from people their active, dynamic striving; it has turned people into devoted cogs in the state’s machinery. I said it here as well, I believe: How does a large number of people actually live? Exceptions, of course, are always taken into account. Well, up until about the age of six, a person is allowed to live unhindered, because at that stage humanity is still too “dirty” for the state. The state does not wish to devote itself to the tasks to which one must devote oneself in the early years of childhood; at that stage, the state still leaves people to forces outside the state. But then the individual is claimed by the state, trained in such a way that he becomes suitable for the state economy, that he fits into the mold, that he ceases to be a human being and becomes what the state’s stamp designates. Then he becomes something belonging to the state. He strives for this, because it is drummed into him; after all, he not only receives his sustenance from the state while he works, but also beyond his working life, right up to death, in the form of a pension. For what an ideal a pensionable position is for many people today! In addition, religious creeds provide for retirement even beyond death. The soul becomes eligible for a pension; without having to do anything, it receives eternal bliss through the work of the Church itself. The Church sees to that! It is certainly uncomfortable, then, to hear that salvation lies in free intellectual pursuit, which must be independent of the state; that the state should be nothing more than a constitutional state. After all, there will be no entitlement to a pension in a constitutional state! That alone is reason enough for many to reject it. One notices this time and again.
[ 26 ] Und mit Bezug auf das intimste Geistesleben, das religiöse Leben, wird allerdings die Weltanschauung der Zukunft von dem Menschen verlangen, daß er seine Unsterblichkeit sich erarbeitet, daß er seine Seele tätig sein läßt, damit sie in Tätigkeit das Göttliche, den ChristusImpuls in sich aufnimmt.
[ 26 ] And with regard to the most intimate spiritual life—the religious life—the worldview of the future will, however, require that human beings earn their immortality, that they allow their souls to be active so that, through activity, they may absorb the divine, the Christ impulse, within themselves.
[ 27 ] Viele, viele Briefe habe ich in meinem Leben bekommen, immer wieder von kirchlichen Leuten, die sagen, die Anthroposophie, oder wie sie es dann schon nennen, ist ja im Grunde eine schöne Sache, aber sie widerspricht dem einfachen, schlichten christlichen Bekenntnisse, daß Christus die Seele erlöst hat, daß man in Christus selig werden kann, ohne daß die Seele etwas dazu tut. Der «schlichte Glaube des Seligwerdens durch den Christus», davon können sie nicht lassen. Die Menschen glauben, wenn sie so etwas sagen oder schreiben, besonders fromm zu sein. Egoistisch sind sie, grundegoistisch sind sie, nichts tun möchten sie in der Seele und das Göttliche dafür sorgen lassen, daß es die Seele hübsch pensionierend hinausträgt durch die Pforte des Todes.
[ 27 ] I have received many, many letters in my life, time and again from church people who say that anthroposophy—or whatever they choose to call it—is essentially a beautiful thing, but that it contradicts the simple, unadorned Christian creed that Christ has redeemed the soul, and that one can attain salvation in Christ without the soul having to do anything. They cannot let go of the “simple faith in salvation through Christ.” When people say or write such things, they believe themselves to be particularly pious. They are selfish—fundamentally selfish—wishing to do nothing in their souls and to let the Divine see to it that the soul is carried out, comfortably retired, through the gate of death.
[ 28 ] Das ist nicht so bequem in jener Weltanschauung, in der das Religiöse geschaffen werden muß gegen die Zukunft hin. Da muß man begreifen, daß man sich das Innehaben des Göttlichen in der Seele erarbeiten muß. Da wird man nicht sich bloß passiv hingeben können an die Kirchen, welche einem versprechen, die Seelen hinüberzutragen - es ist Ja jetzt abgekommen, was einmal Anstoß gegeben hat - für Geld, obwohl im geheimen das noch immer eine Rolle spielt, auch beim Seligwerden. Aber dieser Übergang zum innerlich Tätigsein, dieses Leben im Hinblicke auf die Welt, zu der man sich hinzurechnen muß, das ist dasjenige, was die Menschheit notwendig hat und was sie noch nicht sehr liebt.
[ 28 ] This is not so convenient within a worldview in which the religious must be created with an eye toward the future. One must understand that one must work to attain the divine within the soul. One will not be able to simply surrender passively to the churches, which promise to carry souls across—what once provided the impetus has now indeed faded—for money, although in secret this still plays a role, even in attaining salvation. But this transition to inner activity, this life oriented toward the world to which one must belong—that is what humanity needs and what it does not yet love very much.
[ 29 ] Um uns ein Gefühl für das, was auf diesem Gebiete notwendig ist, anzueignen, müssen eben solche Dinge vor unsere Seele hintreten, wie ich sie heute wieder erwähnt habe: diese Metamorphose der Menschheit seit dem alten Ägyptertum, wo sogar der Körper noch mehr pflanzlicher Natur war, so daß, wenn er zurück verfällt in der Gegenwart, er krank wird, Geschwürbildungen partiell jetzt entwickelt und so weiter, und daß wir einen Leichnam herumtragen, der eigentlich erkennt. Durch diese Dinge eignet man sich an ein Gefühl, eine Empfindung für dasjenige, was der Menschheit notwendig ist: wirklich in der Richtung vorwärtszukommen, wie man gegenwärtig in der sozialen Frage vorwärtskommen muß. Wir dürfen es uns nicht mehr gestatten, so etwas wie die soziale Frage nur in möglichster Einfachheit zu betrachten.
[ 29 ] In order to gain a sense of what is necessary in this area, we must allow such things as I have mentioned again today to come to the forefront of our minds: this metamorphosis of humanity since ancient Egypt, where even the body was of a more plant-like nature, so that when it regresses in the present, it becomes ill, develops ulcers in some cases, and so on, and that we carry around a physical body that is actually capable of cognition. Through these things, one develops a feeling, a sense of what is necessary for humanity: to truly move forward in the direction that is currently required in the social question. We must no longer allow ourselves to view something like the social question in the simplest possible terms.
[ 30 ] Sehen Sie, das ist eben das außerordentlich Schwierige in der Gegenwart, und das müssen Sie sich klarmachen, dieses Schwierige, daß die Menschen mit ein paar abstrakten Sätzen über die wichtigsten Angelegenheiten des Lebens aufgeklärt sein möchten. Wenn so etwas wie «Die Kernpunkte der sozialen Frage» mehr enthält als einige abstrakte Sätze, wenn es enthält die Ergebnisse einer Lebensbeobachtung, dann sagen die Leute, das verstehen sie nicht. Das erscheint ihnen sogar verworren. Aber das ist das Unglück der Gegenwart, daß die Menschen nicht eingehen wollen auf dasjenige, auf was sie gerade eingehen sollten. Denn nicht wahr, abstrakte Sätze, die ganz durchsichtig sind, die beziehen sich ja auf das Tote; das Soziale soll aber das Lebendige sein. Da müssen biegsame Anschauungen, biegsame Sätze, biegsame Formen in Anwendung sein. Deshalb ist es schon notwendig, daß wir nicht nur nachdenken, wie ich schon öfter gesagt habe, über die Umwandlung einzelner Einrichtungen, sondern daß wir uns dazu bequemen, wirklich umzudenken und umzulernen mit Bezug auf das innerste Gefüge unseres Denkens und unseres Sinnens.
[ 30 ] You see, that is precisely what is so extraordinarily difficult about the present day, and you must realize this difficulty: that people want to be enlightened about the most important matters of life with just a few abstract sentences. If a work like *The Key Points of the Social Question* contains more than just a few abstract sentences—if it contains the results of observing life—then people say they don’t understand it. It even seems confusing to them. But that is the misfortune of our time: that people do not want to engage with precisely what they ought to be engaging with. For isn’t it true that abstract statements, which are completely transparent, refer to what is dead; but the social realm is supposed to be the living one. There, flexible perspectives, flexible statements, and flexible forms must be applied. That is why it is essential—as I have often said—that we not only reflect on the transformation of individual institutions, but that we bring ourselves to truly rethink and relearn with regard to the innermost structure of our thinking and our reasoning.
[ 31 ] Das ist dasjenige, was ich Ihnen, da ich ja heute wiederum für ein paar Wochen von Ihnen Abschied nehme, vortragend zurücklassen möchte — jetzt, wo wir im Zeichen des Zusammenwirkens unserer anthroposophischen und sozialen Bewegung uns fühlen müssen. Ich möchte, daß wirklich immer mehr und mehr verstehend durchdrungen werde, wie anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft in die Seelen der Menschen einfließen muß, wenn im Sozialen irgend etwas erreicht werden soll. Und da möchte ich Ihnen eines ans Herz legen, was ich in verschiedenen Formen ja schon immer wiederholt habe: Es handelt sich wirklich darum, dasjenige, was wir in anthroposophischer Erkenntnis uns aneignen können, als wahre Richtschnur für das Wirken und Streben der Gegenwart anzuerkennen, den Mut zu haben, mit dem Anthroposophischen durchdringen zu wollen. Es ist ja dies das Schlimmste, daß die Menschen der Gegenwart so wenig den Mut haben, mit etwas, was not tut, wirklich durchdringen zu wollen. Sie lassen ihre besten Willenskräfte gewissermaßen zerbrechen; sie wollen nicht sie durchbringen, so notwendig dieses wäre.
[ 31 ] This is what I would like to leave you with as I take my leave of you once again for a few weeks—now that we must feel ourselves guided by the spirit of cooperation between our anthroposophical and social movements. I would like people to come to understand more and more deeply how anthroposophically oriented Spiritual Science must permeate people’s souls if anything is to be achieved in the social sphere. And in this regard, I would like to urge you to take to heart something I have repeatedly emphasized in various ways: It is truly a matter of recognizing what we can assimilate through anthroposophical knowledge as a true guiding principle for our present-day actions and aspirations, and of having the courage to seek to infuse everything with anthroposophy. After all, the worst thing is that people today have so little courage to truly seek to permeate society with what is needed. They allow their best powers of will to be broken, as it were; they do not want to carry them through, however necessary this might be.
[ 32 ] Lernen Sie es mutvoll zu vertreten, daß diejenigen Menschen, die diesen Bau, den Repräsentanten unseres geistigen Strebens, mit Interesse betrachten, wohl von Ihnen aufgenommen werden; freuen Sie sich über jeden einzelnen, der nur ein bißchen Verständnis zeigt, kommen Sie ihm entgegen, aber bauen Sie gar nichts darauf, als daß Sie es entsprechend zurückweisen, wenn die Menschen mit bösem Willen oder mit dem, was heute noch häufiger ist, Unverstand der Sache entgegenkommen. Um den Mut handelt es sich, diese Dinge durchzubringen. Wir wollen uns so betrachten, daß wir da sind als das kleine Häuflein, das durch sein Schicksal bestimmt ist, dasjenige zu wissen und dasjenige der Welt mitzuteilen, was ihr heute am allernötigsten ist. Mögen uns die Leute auslachen und mögen sie sagen, daß es eine Anmaßung ist das zu glauben; wahr ist es ja doch. Und dieses «wahr ist es ja doch» sich zu sagen, aber ernsthaftig, so daß es die ganze Seele erfüllt, dazu gehört eben ein innerer Mut, den wir haben müssen. Der durchdringe uns als die anthroposophische Substanz. Dann werden wir das machen, was wir machen sollen, jeder an seinem Platze. Das möchte ich heute noch ausgesprochen haben.
[ 32 ] Learn to boldly stand up for the fact that those people who view this building—the embodiment of our spiritual aspirations—with interest are welcome here; rejoice in every single person who shows even a little understanding, reach out to them, but do not count on anything other than rejecting them accordingly if people approach the matter with ill will or—as is even more common today—with ignorance. It is a matter of courage to see these things through. Let us view ourselves as the small group destined by fate to know and to share with the world what it needs most of all today. Let people laugh at us and let them say that it is presumptuous to believe this; yet it is true. And to say to ourselves this “it is true after all”—but earnestly, so that it fills our whole soul—this requires an inner courage that we must possess. May it permeate us as the anthroposophical substance. Then we will do what we are meant to do, each in our own place. That is what I wanted to express today.
[ 33 ] Es ist so, daß wir schon, ich möchte sagen herbeisehnen möchten jeden Tag, der uns näher bringt dem Wirken — das ja jetzt außerdem sehr erschwert ist — durch diesen Bau für die Welt. Das ist ja schließlich das einzige, dieser Bau, was mit den großen Schicksalen der Menschen auch in den Formen rechnet. Und es ist erfreulich, daß diesem Bau jetzt schon Aufmerksamkeit zugewendet wird. Aber ein Weiteres ist für ein gedeihliches Fortwirken in der sozialen Frage noch notwendig. Das ist, daß gerade durch so etwas wie diesen Bau, in seinen stärkeren Formen, als heute andere architektonische Formen sind, gewirkt werde auf die geistige Aufbesserung der Menschheitskräfte; daß die Menschen wieder mehr zugänglich werden für dasjenige, wovon man möchte, daß die Menschen es wissen, damit es sie erhebt, nicht nur bis zum Engelhaften: bis zum Erzengelhaften, zum Zeitgeistmäßigen.
[ 33 ] The fact is that we already—I would say we long for—every day that brings us closer to our work—which, moreover, is now very difficult—through this building for the world. After all, this building is the only thing that takes into account the great destinies of human beings, even in its forms. And it is gratifying that attention is already being paid to this building. But one more thing is necessary for a fruitful continuation of our work on social issues. That is, that precisely through something like this building—in its more powerful forms than other architectural forms today—an effect is brought about on the spiritual betterment of humanity’s powers; that people once again become more receptive to that which we would like them to know, so that it may elevate them, not only to the angelic, but to the archangelic, to the spirit of the age.
[ 34 ] Mit diesen Worten möchte ich mich eben wiederum für ein paar Wochen von Ihnen verabschieden. Ich hoffe, daß wir in ein paar Wochen diese Betrachtungen fortsetzen können und daß wir gerade während dieser Zeiten einer regen Wirksamkeit auch für unseren Bau selbst entgegengehen. Denn, meine lieben Freunde, es wird mit Recht betont von allen Seiten in der Welt draußen: Arbeitslust, Arbeitsbereitwilligkeit ist bei den Menschen wiederum notwendig. Die wird nicht kommen, wenn die Menschen nicht überzeugt werden von großen Zielen. Ich glaube, daß wenn die Menschen überzeugt werden können davon, daß sie durch die Dreigliederung des sozialen Organismus ein menschenwürdiges Dasein erlangen, dann fangen sie auch wiederum an zu arbeiten. Sonst streiken sie fort. Denn die Menschen gebrauchen einen solchen Antrieb, der sie in tiefster Seele ergreift in unserer gegenwärtigen Zeit. Das auf dem Gebiet der physischen Arbeit.
[ 34 ] With these words, I would like to take my leave of you once again for a few weeks. I hope that in a few weeks we can continue these reflections and that, especially during these times of vigorous activity, we can also move forward with our own construction project. For, my dear friends, it is rightly emphasized from all sides in the outside world: a zest for work and a willingness to work are once again necessary among people. This will not come about unless people are convinced of great goals. I believe that if people can be convinced that they will attain a life worthy of human dignity through the threefold social order, then they will begin to work again. Otherwise, they will continue to strike. For in our present time, people need a driving force that grips them in the depths of their souls—especially in the realm of physical labor.
[ 35 ] Aber auch nicht anders als dadurch, daß wir zeigen, wie unsere Arbeit wenigstens an einem Objekte fruchtbar wird und hinausstrahlt in die Welt, werden wir den Antrieb geben können der Menschheit geistig zu überwinden dasjenige, was bloß tot ist in unserer Zeit. Überlegen wir uns das, meine lieben Freunde, bis zu dem Zeitpunkte, wo wir hier wiederum zusammen sprechen werden. Auf Wiedersehen!
[ 35 ] But it is also only by showing how our work bears fruit—at least in one object—and radiates out into the world that we will be able to provide the impetus for humanity to spiritually overcome that which is merely dead in our time. Let us reflect on this, my dear friends, until the time when we meet again here to speak. Goodbye!
