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The Rudolf Steiner Archive

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Rudolf Steiner in the Waldorf School
GA 298

10 June 1920, Stuttgart

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3. Ansprache bei einer Monatsfeier

3. Ansprache bei einer Monatsfeier

[ 1 ] Meine lieben Kinder! Als ich das letzte Mal hiersein durfte, da erzählte ich euch, wie froh ich bin, wenn unser lieber Freund, Herr Molt, nach Dornach kommt, wo die Schule für die Großen, die Erwachsenen gebaut wird, und mich abholt, um wiederum ein bißchen unter euch zu sein, wiederum zu sehen, was ihr hier macht.

[ 1 ] Meine lieben Kinder! Als ich das letzte Mal hiersein durfte, da erzählte ich euch, wie froh ich bin, wenn unser lieber Freund, Herr Molt, nach Dornach kommt, wo die Schule für die Großen, die Erwachsenen gebaut wird, und mich abholt, um wiederum ein bißchen unter euch zu sein, wiederum zu sehen, was ihr hier macht.

[ 2 ] Und warum freue ich mich so sehr, wenn Herr Molt kommt, um mich hierher zu holen? Aus dem Grunde freue ich mich so sehr, weil ich dann immer zunächst denken muß: Jetzt komme ich wiederum in die Schule, welche begründet worden ist für unsere lieben Kinder, die ihr hier seid, aus der Sehnsucht heraus, aus euch tüchtige Menschen für das Leben zu machen.

[ 2 ] Und warum freue ich mich so sehr, wenn Herr Molt kommt, um mich hierher zu holen? Aus dem Grunde freue ich mich so sehr, weil ich dann immer zunächst denken muß: Jetzt komme ich wiederum in die Schule, welche begründet worden ist für unsere lieben Kinder, die ihr hier seid, aus der Sehnsucht heraus, aus euch tüchtige Menschen für das Leben zu machen.

[ 3 ] Ich habe noch nicht viel sehen können, weil ich erst kurze Zeit da bin; nur die ganz kleinen Sputzen der ersten und die letzte Klasse. Aber ich habe eine große Freude gehabt. Ich habe gesehen, mit welcher Geduld und Liebe die Lehrerin der ersten Klasse die Kinder um ein Stück vorwärts gebracht hat, und ich habe gesehen, aus welchem schönen Geiste heraus in der achten Klasse dasjenige den Seelen unserer lieben jungen Freunde überliefert wird, was aus der menschlichen Geschichte heraus spricht, daß die Menschen auf der Erde in einem Fortschritt, in einer Entwickelung leben, daß der Geist diese Entwickelung treibt, daß in der Menschengeschichte dasjenige lebt, was uns die Sehnsucht gibt, auch hineinzuarbeiten in die Zukunft. Es war eine schöne Stunde, die ich mit den Schülern der achten Klasse verleben durfte. Ich freue mich auch so, alle die anderen zu sehen. Ich freue mich auch immer, wenn ich sehe, wie hier dasjenige, was unser Herr Molt pflanzen wollte, anfängt sich zu entwickeln.

[ 3 ] Ich habe noch nicht viel sehen können, weil ich erst kurze Zeit da bin; nur die ganz kleinen Sputzen der ersten und die letzte Klasse. Aber ich habe eine große Freude gehabt. Ich habe gesehen, mit welcher Geduld und Liebe die Lehrerin der ersten Klasse die Kinder um ein Stück vorwärts gebracht hat, und ich habe gesehen, aus welchem schönen Geiste heraus in der achten Klasse dasjenige den Seelen unserer lieben jungen Freunde überliefert wird, was aus der menschlichen Geschichte heraus spricht, daß die Menschen auf der Erde in einem Fortschritt, in einer Entwickelung leben, daß der Geist diese Entwickelung treibt, daß in der Menschengeschichte dasjenige lebt, was uns die Sehnsucht gibt, auch hineinzuarbeiten in die Zukunft. Es war eine schöne Stunde, die ich mit den Schülern der achten Klasse verleben durfte. Ich freue mich auch so, alle die anderen zu sehen. Ich freue mich auch immer, wenn ich sehe, wie hier dasjenige, was unser Herr Molt pflanzen wollte, anfängt sich zu entwickeln.

[ 4 ] Ihr seid hereingezogen, als der Herbst sich nahte. Da haben wir versucht, uns Gedanken zu machen, was wir hier erleben werden, wie wir pflegen wollen: Liebe zueinander, Liebe zu den Lehrern, Liebe zu dem Gott, der aus allem spricht. Jetzt habt ihr erlebt, während ihr euch hier freuen konntet an dem, was euch die Lehrer jeden Morgen entgegenbringen, was aus der Erde herauskommt, was der Frühling herauszieht. Ihr habt die Bäume grünen gesehen. Nun erinnern wir uns auch, was wir hören, wenn wir herausgehen in den Wald. Da hören wir die Singvögelein; da freuen wir uns.

[ 4 ] Ihr seid hereingezogen, als der Herbst sich nahte. Da haben wir versucht, uns Gedanken zu machen, was wir hier erleben werden, wie wir pflegen wollen: Liebe zueinander, Liebe zu den Lehrern, Liebe zu dem Gott, der aus allem spricht. Jetzt habt ihr erlebt, während ihr euch hier freuen konntet an dem, was euch die Lehrer jeden Morgen entgegenbringen, was aus der Erde herauskommt, was der Frühling herauszieht. Ihr habt die Bäume grünen gesehen. Nun erinnern wir uns auch, was wir hören, wenn wir herausgehen in den Wald. Da hören wir die Singvögelein; da freuen wir uns.

[ 5 ] Aber wir haben heute, und ich mit ganz besonderer Dankbarkeit, noch etwas anderes gehört, wie ihr selbst dasjenige, was in eurem Inneren ist, unter Anleitung eurer lieben Lehrer uns vorgebracht habt. Man kann die Vögel draußen im Walde singen hören; man kann aber auch dasjenigehören, was ihr unshier vorgebrachthabt. Daistein Unterschied.

[ 5 ] Aber wir haben heute, und ich mit ganz besonderer Dankbarkeit, noch etwas anderes gehört, wie ihr selbst dasjenige, was in eurem Inneren ist, unter Anleitung eurer lieben Lehrer uns vorgebracht habt. Man kann die Vögel draußen im Walde singen hören; man kann aber auch dasjenigehören, was ihr unshier vorgebrachthabt. Daistein Unterschied.

[ 6 ] Wir freuen uns, wenn wir die Vögelein hören. Aber wir sagen uns: Wenn wir das hören, was ihr uns vorgeführt habt, da ist etwas anderes darin. Da ist dasjenige darin, was wir Menschenseele nennen. Da sprechen eure Menschenseelen zu uns, da singen sie zu uns. Das ist dasjenige, was der Mensch aus dem macht, was draußen in der Natur zu ihm spricht. Die Vöglein, die hören wir im Walde; manches andere hört ihr, das wirkt aus der Menschenseele uns entgegen, wenn es von euch gesungen wird.

[ 6 ] Wir freuen uns, wenn wir die Vögelein hören. Aber wir sagen uns: Wenn wir das hören, was ihr uns vorgeführt habt, da ist etwas anderes darin. Da ist dasjenige darin, was wir Menschenseele nennen. Da sprechen eure Menschenseelen zu uns, da singen sie zu uns. Das ist dasjenige, was der Mensch aus dem macht, was draußen in der Natur zu ihm spricht. Die Vöglein, die hören wir im Walde; manches andere hört ihr, das wirkt aus der Menschenseele uns entgegen, wenn es von euch gesungen wird.

[ 7 ] Aber es gibt noch anderes draußen in der Natur. Ihr seht, wie die Pflanzen wachsen, wie die Bäume grünen. Das alles wird hervorgerufen durch das Licht. Das Licht durchflutet das ganze Weltall. Das Licht und die Wärme sind es, die alles aus der Erde hervorrufen, was eure Augen erfreut und euer Herz entzückt. Was an eure Ohren tönt, herangebracht durch die Geduld und Ausdauer eurer lieben Lehrer, was als Licht durch die ganze Welt geht, was in eure Augen dringt, das tönt uns auch aus euch entgegen, nicht nur wenn ihr singt und tanzt, sondern wenn ihr alles dasjenige, was ihr euch errechnet, was ihr erlent von allem Menschlichen, wenn ihr das wiedergebt. In euren Seelen wird es Licht. Und denkt nur daran, was wären die Pflanzen, wenn die Sonne nicht da wäre. Sie könnten nicht herauskommen aus dem Boden. Sie blieben immer Wurzeln, die könnten keine Blüten entwickeln, und es wäre finster. So wäre es für euch, wenn ihr in der Welt herumgehen würdet, und ihr würdet nicht eine Schule finden, wo ihr etwas lernen könntet. So wäre es euch wie der Pflanze, die keine Sonne findet. Die Seele findet ihre Sonne bei den Menschen, bei denen sie etwas lernen kann.

[ 7 ] Aber es gibt noch anderes draußen in der Natur. Ihr seht, wie die Pflanzen wachsen, wie die Bäume grünen. Das alles wird hervorgerufen durch das Licht. Das Licht durchflutet das ganze Weltall. Das Licht und die Wärme sind es, die alles aus der Erde hervorrufen, was eure Augen erfreut und euer Herz entzückt. Was an eure Ohren tönt, herangebracht durch die Geduld und Ausdauer eurer lieben Lehrer, was als Licht durch die ganze Welt geht, was in eure Augen dringt, das tönt uns auch aus euch entgegen, nicht nur wenn ihr singt und tanzt, sondern wenn ihr alles dasjenige, was ihr euch errechnet, was ihr erlent von allem Menschlichen, wenn ihr das wiedergebt. In euren Seelen wird es Licht. Und denkt nur daran, was wären die Pflanzen, wenn die Sonne nicht da wäre. Sie könnten nicht herauskommen aus dem Boden. Sie blieben immer Wurzeln, die könnten keine Blüten entwickeln, und es wäre finster. So wäre es für euch, wenn ihr in der Welt herumgehen würdet, und ihr würdet nicht eine Schule finden, wo ihr etwas lernen könntet. So wäre es euch wie der Pflanze, die keine Sonne findet. Die Seele findet ihre Sonne bei den Menschen, bei denen sie etwas lernen kann.

[ 8 ] Deshalb freuen wir uns so, daß durch Herrn Molts Einsicht eine solche Schule gegründet worden ist, und deshalb freut man sich so, in einer solchen Schule sein zu können, der man seine Liebe zuwendet. Sucht das Licht der Seele, wie die Pflanzen das Licht der Sonne und die Wärme der Sonne suchen!

[ 8 ] Deshalb freuen wir uns so, daß durch Herrn Molts Einsicht eine solche Schule gegründet worden ist, und deshalb freut man sich so, in einer solchen Schule sein zu können, der man seine Liebe zuwendet. Sucht das Licht der Seele, wie die Pflanzen das Licht der Sonne und die Wärme der Sonne suchen!

[ 9 ] Ich möchte euch nicht immer dasselbe sagen, weil ich auch nicht immer dasselbe hören will, wenn ich komme, aber eines möchte ich immer wieder von euch hören, das müßt ihr beantworten, das ist dasjenige, wo ich am allerneugierigsten bin, wenn ich euch frage: Liebt ihr eure Lehrer, meine Kinder, noch immer? [Ja! - rufen die Kinder.] Das ist dasjenige, was ich von euch in der Mehrzahl hören möchte. Das ist dasjenige, was ihr in eure Seelen aufnehmen sollt: Die Liebe zu euren Lehrern wird euch hinaustragen ins Leben! - Immer wiederum, wenn ich herkomme, möchte ich erleben, daß ihr weiter fortgeschritten seid, aber ich möchte auch erleben, daß ihr wiederum zeigt, wie ihr die Liebe zu euren Lehrern bewahrt habt. Dessen könnt ihr versichert sein, wenn wir bei dem großen Bau, der für die Großen in Dornach errichtet wird, wo die großen Leute etwas lernen sollen, wenn wir da an die liebe Waldorfschule hier denken, dann denken wir mit Liebe und Fröhlichkeit, und viele Leute denken heute mit Liebe an die Waldorfschule: Wie tüchtig werden die Leute dadurch, daß sie als Kinder mit Liebe erfüllt sind zu ihren Lehrern!

[ 9 ] Ich möchte euch nicht immer dasselbe sagen, weil ich auch nicht immer dasselbe hören will, wenn ich komme, aber eines möchte ich immer wieder von euch hören, das müßt ihr beantworten, das ist dasjenige, wo ich am allerneugierigsten bin, wenn ich euch frage: Liebt ihr eure Lehrer, meine Kinder, noch immer? [Ja! - rufen die Kinder.] Das ist dasjenige, was ich von euch in der Mehrzahl hören möchte. Das ist dasjenige, was ihr in eure Seelen aufnehmen sollt: Die Liebe zu euren Lehrern wird euch hinaustragen ins Leben! - Immer wiederum, wenn ich herkomme, möchte ich erleben, daß ihr weiter fortgeschritten seid, aber ich möchte auch erleben, daß ihr wiederum zeigt, wie ihr die Liebe zu euren Lehrern bewahrt habt. Dessen könnt ihr versichert sein, wenn wir bei dem großen Bau, der für die Großen in Dornach errichtet wird, wo die großen Leute etwas lernen sollen, wenn wir da an die liebe Waldorfschule hier denken, dann denken wir mit Liebe und Fröhlichkeit, und viele Leute denken heute mit Liebe an die Waldorfschule: Wie tüchtig werden die Leute dadurch, daß sie als Kinder mit Liebe erfüllt sind zu ihren Lehrern!

[ 10 ] Jetzt möchte ich euch noch etwas ausrichten: Frau Dr. Steiner läßt euch grüßen, sie kann heute nicht dasein.

[ 10 ] Jetzt möchte ich euch noch etwas ausrichten: Frau Dr. Steiner läßt euch grüßen, sie kann heute nicht dasein.

[ 11 ] Ein Geist soll immer hier walten, der Geist, den eure Lehrer hereintragen. Aus dem Geiste des Alls lernen eure Lehrer diesen Geist hereintragen. So ist es, daß sie in ihre ganze Seele aufnehmen, was Paulus gesagt hat. Der Christus-Geist durchwaltet unsere Schule; ob wir rechnen, ob wir lesen, ob wir schreiben, alles dajenige, was wir treiben, ist so, daß wir es in der Gesinnung treiben, die der Christus erweckt hat:

[ 11 ] Ein Geist soll immer hier walten, der Geist, den eure Lehrer hereintragen. Aus dem Geiste des Alls lernen eure Lehrer diesen Geist hereintragen. So ist es, daß sie in ihre ganze Seele aufnehmen, was Paulus gesagt hat. Der Christus-Geist durchwaltet unsere Schule; ob wir rechnen, ob wir lesen, ob wir schreiben, alles dajenige, was wir treiben, ist so, daß wir es in der Gesinnung treiben, die der Christus erweckt hat:

«Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.»

«Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.»

[ 12 ] Dieser Geist soll walten; walten wird er durch dasjenige, was in Liebe, Geduld und Ausdauer eure Lehrer euch entgegenbringen. Walten soll er auch durch das, was in euren Seelen lebt! Seid mit diesem Geist in der Klasse; denkt daran, wenn ihr die Klasse verlaßt. Freut euch in der Seele, daß ihr wieder in die Waldorfschule. kommt, wo euch die Sonne angezündet wird, die der Mensch für das Leben braucht!

[ 12 ] Dieser Geist soll walten; walten wird er durch dasjenige, was in Liebe, Geduld und Ausdauer eure Lehrer euch entgegenbringen. Walten soll er auch durch das, was in euren Seelen lebt! Seid mit diesem Geist in der Klasse; denkt daran, wenn ihr die Klasse verlaßt. Freut euch in der Seele, daß ihr wieder in die Waldorfschule. kommt, wo euch die Sonne angezündet wird, die der Mensch für das Leben braucht!

[ 13 ] Wenn einer unter euch nicht aufmerksam sein sollte, so soll sich ein anderer von euch finden, in Liebe zu ihm, und soll sagen: Du, es geht hinauf in Fleiß und Aufmerksamkeit auf den Berg des Lebens. Frisch auf, Kamerad! Du sollst immer auf den Berg des Lebens hinaufgehen! So soll jeder dem Kameraden aufhelfen, der etwas wankt. Alle für jeden anderen, alle für einen; einer liebend für alle. Liebe soll sein unter euch, Liebe zu den Lehrern. Das wollen wir pflegen als etwas von dem guten

[ 13 ] Wenn einer unter euch nicht aufmerksam sein sollte, so soll sich ein anderer von euch finden, in Liebe zu ihm, und soll sagen: Du, es geht hinauf in Fleiß und Aufmerksamkeit auf den Berg des Lebens. Frisch auf, Kamerad! Du sollst immer auf den Berg des Lebens hinaufgehen! So soll jeder dem Kameraden aufhelfen, der etwas wankt. Alle für jeden anderen, alle für einen; einer liebend für alle. Liebe soll sein unter euch, Liebe zu den Lehrern. Das wollen wir pflegen als etwas von dem guten

[ 14 ] Geist der Waldorfschule.

[ 14 ] Geist der Waldorfschule.