Rudolf Steiner in the Waldorf School
GA 298
23 November 1920, Stuttgart
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Rudolf Steiner in der Waldorfschule
6. Ansprache bei einer Monatsfeier
6. Ansprache bei einer Monatsfeier
[ 1 ] Nun komme ich wieder aus dem Lande der hohen Berge zu euch; Herr Molt holte mich aus Dornach, wo unser Bau aufgeführt wird, ab, und da komme ich denn auch zu euch.
[ 1 ] Nun komme ich wieder aus dem Lande der hohen Berge zu euch; Herr Molt holte mich aus Dornach, wo unser Bau aufgeführt wird, ab, und da komme ich denn auch zu euch.
[ 2 ] Wir haben in der Schweiz viel Arbeit und haben dort nicht Zeit dazu, auf die schönen Berge hinaufzusteigen, die euch eure lieben Lehrer so schön beschrieben haben, und von dort aus die Sonne anzuschauen. Aber es ist auch so etwas wie Sonnenlicht, wenn wir ab und zu hierher nach Stuttgart fahren können, denn wir lieben den Berg, der hier ist. Er ist zwar physisch leichter zu besteigen als die Schweizer Berge, aber es gibt vor allen Dingen geistige Freude, wenn man diesen Bergbesteigt, den Berg, auf dem unsere liebe Waldorfschule ist. Die geistige Freude empfängt man, denn hier sollen liebe Kinder, wie ihr seid als Kinder der Waldorfschule, hier sollen sie zu tüchtigen Menschen im Leben gemacht werden.
[ 2 ] Wir haben in der Schweiz viel Arbeit und haben dort nicht Zeit dazu, auf die schönen Berge hinaufzusteigen, die euch eure lieben Lehrer so schön beschrieben haben, und von dort aus die Sonne anzuschauen. Aber es ist auch so etwas wie Sonnenlicht, wenn wir ab und zu hierher nach Stuttgart fahren können, denn wir lieben den Berg, der hier ist. Er ist zwar physisch leichter zu besteigen als die Schweizer Berge, aber es gibt vor allen Dingen geistige Freude, wenn man diesen Bergbesteigt, den Berg, auf dem unsere liebe Waldorfschule ist. Die geistige Freude empfängt man, denn hier sollen liebe Kinder, wie ihr seid als Kinder der Waldorfschule, hier sollen sie zu tüchtigen Menschen im Leben gemacht werden.
[ 3 ] Nun war es mir immer eine Herzensfreude, recht viel Zeit in Stuttgart zuzubringen an der lieben Waldorfschule. Es tut mir leid, daß es dieses Mal weniger möglich gewesen ist, weil andere Arbeiten mich davon abgehalten haben. Ich hoffe aber, in den nächsten Tagen bei euch sein zu können, wenn auch nur für kurze Zeit. Ich habe euch heute herzlich begrüßen wollen, da ihr euer Schulfest feiert, da dieses Fest in die Zeit des Advents und des lieben Christenfestes hineinfällt.
[ 3 ] Nun war es mir immer eine Herzensfreude, recht viel Zeit in Stuttgart zuzubringen an der lieben Waldorfschule. Es tut mir leid, daß es dieses Mal weniger möglich gewesen ist, weil andere Arbeiten mich davon abgehalten haben. Ich hoffe aber, in den nächsten Tagen bei euch sein zu können, wenn auch nur für kurze Zeit. Ich habe euch heute herzlich begrüßen wollen, da ihr euer Schulfest feiert, da dieses Fest in die Zeit des Advents und des lieben Christenfestes hineinfällt.
[ 4 ] Ich möchte wieder eure lieben Lehrer begrüßen, die ja zunächst mit euch viel Sorgen haben, Sorgen haben darüber, wie sie aus euch tüchtige Menschen machen können. Aber wenn ihr fleißig seid, wenn ihr alles in Liebe zu euren Lehrern gut befolgt, dann fallen auch diese Sorgen von den Herzen eurer lieben Lehrer, und Freude zieht in die Herzen dieser Lehrer ein, Freude darüber: Wir machen aus den Kindern, die uns aus der geistigen Welt zugeschickt worden sind, recht viele tüchtige Menschen für die Zukunft!
[ 4 ] Ich möchte wieder eure lieben Lehrer begrüßen, die ja zunächst mit euch viel Sorgen haben, Sorgen haben darüber, wie sie aus euch tüchtige Menschen machen können. Aber wenn ihr fleißig seid, wenn ihr alles in Liebe zu euren Lehrern gut befolgt, dann fallen auch diese Sorgen von den Herzen eurer lieben Lehrer, und Freude zieht in die Herzen dieser Lehrer ein, Freude darüber: Wir machen aus den Kindern, die uns aus der geistigen Welt zugeschickt worden sind, recht viele tüchtige Menschen für die Zukunft!
[ 5 ] Nun, nachdem ich eure Lehrer habe begrüfen können, möchte ich euch auch begrüßen. Ich empfing den ersten Eindruck von euch, der bestand darin, daß ihr tüchtig schreit und Lärm macht. Ich dachte mir, ein bißchen weniger Lärm könnten sie schon machen. Die Dinge muß man von der besten Seite nehmen: Während sie so lärmen, gibt es keine nichtsnutzigen Gedanken. Ihr sollt auch sonst nicht nichtsnutzige Gedanken ausbrüten. Ich hoffe, euch in den Klassen zu sehen, da hoffe ich aber, daß ihr nicht so schreit. Es gibt auch Zeiten, in denen die Kinder sich anders benehmen müssen, als daß sie nur Vogelgezwitscher von sich hören lassen.
[ 5 ] Nun, nachdem ich eure Lehrer habe begrüfen können, möchte ich euch auch begrüßen. Ich empfing den ersten Eindruck von euch, der bestand darin, daß ihr tüchtig schreit und Lärm macht. Ich dachte mir, ein bißchen weniger Lärm könnten sie schon machen. Die Dinge muß man von der besten Seite nehmen: Während sie so lärmen, gibt es keine nichtsnutzigen Gedanken. Ihr sollt auch sonst nicht nichtsnutzige Gedanken ausbrüten. Ich hoffe, euch in den Klassen zu sehen, da hoffe ich aber, daß ihr nicht so schreit. Es gibt auch Zeiten, in denen die Kinder sich anders benehmen müssen, als daß sie nur Vogelgezwitscher von sich hören lassen.
[ 6 ] Nun muß ich euch immer eines sagen: Ihr sollt tüchtige Menschen werden. Ihr könnt aber nur tüchtige Menschen werden, wenn ihr drei Eigenschaften in euch ausbilden wollt, und immer wieder daran denkt. Es muß euch dasjenige für das Leben bleiben, was ihr hier in der Schule aufnehmt; aber in eurem Gedächtnis, in eurer ganzen Lebenskraft wird das, was ihr hier aufnehmt, nur bleiben können, wenn ihr in den Klassen bei den Lehrern, bei euren lieben Lehrern und Lehrerinnen aufmerksam seid. Diese Aufmerksamkeit trägt aus euren Kinderjahren dasjenige, was ihr euch erarbeitet, in eure späteren Lebensjahre hinein. Es muß auch dasjenige, was eure Lehrer sprechen aus einem ungeheuren Fleiß, aus der hingebungsvollen Kraft, aus Liebe zu euch, das muß aus dieser Liebe auch zu euch kommen können, und deshalb muß ich euch immer wiederum dasselbe sagen: Liebet eure Lehrer, denn diese Liebe wird das aus den Herzen der Lehrer in eure Herzen hineintragen, wird es in eure Köpfe hineintragen; durch die Liebe fließt am besten dasjenige, was der Lehrer gibt, in den Schüler über. Deshalb frage ich euch wieder heute: Liebt ihr eure Lehrer? Liebt ihr sie immer? [Die Kinder rufen: Ja!] Das ist das zweite: Liebe zu den Lehrern. Drittens: Fleiß. Ohne Fleiß läßt sich nichts erreichen. Ihr müßt fleißig sein, dann wird dasjenige, was ihr in Liebe zu euren Lehrern erlernt habt, dann wird es in euch eine richtige Lebenskraft werden.
[ 6 ] Nun muß ich euch immer eines sagen: Ihr sollt tüchtige Menschen werden. Ihr könnt aber nur tüchtige Menschen werden, wenn ihr drei Eigenschaften in euch ausbilden wollt, und immer wieder daran denkt. Es muß euch dasjenige für das Leben bleiben, was ihr hier in der Schule aufnehmt; aber in eurem Gedächtnis, in eurer ganzen Lebenskraft wird das, was ihr hier aufnehmt, nur bleiben können, wenn ihr in den Klassen bei den Lehrern, bei euren lieben Lehrern und Lehrerinnen aufmerksam seid. Diese Aufmerksamkeit trägt aus euren Kinderjahren dasjenige, was ihr euch erarbeitet, in eure späteren Lebensjahre hinein. Es muß auch dasjenige, was eure Lehrer sprechen aus einem ungeheuren Fleiß, aus der hingebungsvollen Kraft, aus Liebe zu euch, das muß aus dieser Liebe auch zu euch kommen können, und deshalb muß ich euch immer wiederum dasselbe sagen: Liebet eure Lehrer, denn diese Liebe wird das aus den Herzen der Lehrer in eure Herzen hineintragen, wird es in eure Köpfe hineintragen; durch die Liebe fließt am besten dasjenige, was der Lehrer gibt, in den Schüler über. Deshalb frage ich euch wieder heute: Liebt ihr eure Lehrer? Liebt ihr sie immer? [Die Kinder rufen: Ja!] Das ist das zweite: Liebe zu den Lehrern. Drittens: Fleiß. Ohne Fleiß läßt sich nichts erreichen. Ihr müßt fleißig sein, dann wird dasjenige, was ihr in Liebe zu euren Lehrern erlernt habt, dann wird es in euch eine richtige Lebenskraft werden.
[ 7 ] Wenn ihr diese drei Eigenschaften ausbilden wollt, dann müßt ihr das richtige Gefühl entwickeln. Jetzt lebt ihr der Zeit entgegen, in der der Geist aus fernen Welten gekommen ist, welcher der Geist der Liebe geworden ist. Indem das Christfest herannaht, denkt daran, daß der Christus viele schöne Worte gesprochen hat. Ein solches schönes Wort ist auch dies:
[ 7 ] Wenn ihr diese drei Eigenschaften ausbilden wollt, dann müßt ihr das richtige Gefühl entwickeln. Jetzt lebt ihr der Zeit entgegen, in der der Geist aus fernen Welten gekommen ist, welcher der Geist der Liebe geworden ist. Indem das Christfest herannaht, denkt daran, daß der Christus viele schöne Worte gesprochen hat. Ein solches schönes Wort ist auch dies:
[ 8 ] «Ich bleibe bei euch alle Tage, bis die Erde nicht mehr sein wird.»
[ 8 ] «Ich bleibe bei euch alle Tage, bis die Erde nicht mehr sein wird.»
[ 9 ] So ist auch der Christus-Geist immer bei uns. Jede Weihnacht und jede Ostern zeigt uns, wie wir hindenken wollen daran, wie der Christus-Geist bei uns ist. Dieser Christus-Geist ist auch der große Lehrer eurer Lehrer. Durch eure Lehrer wirkt der Christus-Geist in eure Herzen hinein.
[ 9 ] So ist auch der Christus-Geist immer bei uns. Jede Weihnacht und jede Ostern zeigt uns, wie wir hindenken wollen daran, wie der Christus-Geist bei uns ist. Dieser Christus-Geist ist auch der große Lehrer eurer Lehrer. Durch eure Lehrer wirkt der Christus-Geist in eure Herzen hinein.
[ 10 ] Pflegt alle dasjenige, was eure lieben Lehrer durch ihre Arbeit leisten, was sie in Sorgen in euch hineinbringen, durch die drei Eigenschaften: durch Aufmerksamkeit, durch Liebe zu euren Lehrern, durch Fleiß, und ihr werdet aus euren jungen Jahren in eure späteren Jahre das hineintragen, was die Menschheit braucht: menschliche Arbeitskraft. Ihr werdet tüchtige Menschen werden, und das sollt ihr durch die Waldorfschule werden. Werdet es durch Aufmerksamkeit, durch Liebe zu euren Lehrern, durch Fleiß!
[ 10 ] Pflegt alle dasjenige, was eure lieben Lehrer durch ihre Arbeit leisten, was sie in Sorgen in euch hineinbringen, durch die drei Eigenschaften: durch Aufmerksamkeit, durch Liebe zu euren Lehrern, durch Fleiß, und ihr werdet aus euren jungen Jahren in eure späteren Jahre das hineintragen, was die Menschheit braucht: menschliche Arbeitskraft. Ihr werdet tüchtige Menschen werden, und das sollt ihr durch die Waldorfschule werden. Werdet es durch Aufmerksamkeit, durch Liebe zu euren Lehrern, durch Fleiß!
